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Alternative Diebesklassen in der OSR?
Incantatar:
--- Zitat von: Greifenklaue am 17.11.2016 | 13:20 ---Wenn ich es richtig auf die Reihe kriege, ist das Skillsystem bei LotfP auch verallgemeinert und der Dieb bekommt am meisten Skillpunkte.
Ein Halbling bekommt aber auch einen Punkt in Verstecken und generell bekommen alle einige Punkte zum Verteilen.
{Ist schon etwas her, ggf. korrigieren.}
--- Ende Zitat ---
Ich kenne nur die aktuellen Regeln und da ist es so, dass nur der Spezialist Punkte verteilen kann. Die Demi-humans haben aber alle Skills mit denen sie besser sind und die sich mit steigendem Level noch verbessern.
Greifenklaue:
Ja, und der Spezialist ersetzt ja quasi den Rogue, also erweitert den Fokus.
Skyrock:
Ich habe noch einen interessanten Hinweis bekommen aus der guten alten Zeit, bevor der Dieb in Supplement II für OD&D offiziell festgezurrt wurde (und damit das goldene Zeitalter des Einzig Wahren Oldschoolspiels (TM) jäh beendet wurde). Noch davor erschienen zwei inoffizielle Ergänzungen/Revisionen für OD&D, die u.a. eine Diebesklasse einführten - Manual of Aurania (1977) und Caltech Warlock (1975).
Was beide Versionen gemeinsam hatten, war dass sie auf dem Magic-User aufbauten, aber die einzelnen Spruchslots statt mit Zaubersprüchen mit besonderen Diebesfähigkeiten aufgefüllt haben.
Der nebenan genannte Stufe-3-Dieb hätte z.B. 5 Diebesfertigkeiten St. 1 und 2 Diebesfertigkeiten St. 2 und könnte möglichst eng an den offiziellen Dieb angelehnt z.B. so aussehen:
(1) Camouflage Self (*)
(1) Pick Locks (60%)
(1) Skulking (50%)
(1) Sleight of Hand (80%)
(1) Spot Hidden Portals & Mechanisms (+20%)
(1) Camouflage Self (+25%)
(2) Pick Locks (75%)
Es gäbe aber auch noch zig andere Möglichkeiten, darunter auch einige Kampfsonderfähigkeiten (z.B. Dagger Throw), Sozialfähigkeiten (z.B. Lie Convincingly) oder herrlich urige und obskure Nischenfähigkeiten (z.B. Manipulate Objects With Feet).
Was ich daran aus rollenspielarchäologischer Sicht besonders interessant finde, ist dass diese beiden OD&D-Ableger 30 Jahre früher Tome of Battle für D&D 3.5 (mit seinen Spezialmanövern als Pseudo-Zaubersprüche) vorweggenommen haben, das als massiver Bruch mit D&D und als skandalöses Power-Up galt.
Wenn sich das nächste Mal einer bei mir über Weeaboo Fightan Magick und dessen Un-Oldschooligkeit beschwert, werde ich ihm Caltech Warlock von 1975 an den Kopf werfen :P
---
Die Ausführung halte ich für etwas zu verschroben, aber die Idee selbst erscheint mir als interessante Schablone für eine revidierte OSR-Diebesklasse.
Hier könnte man sowohl passive "Always-On"-Fähigkeiten einbauen als auch limitierte 1x/Tag-Kniffe wie Skill Tricks, ausgesuchte ToB-Manöver, Zaubersprüchäquivalente zu passenden Sprüchen wie Swift Invisibility etc.
Der Dieb hätte damit insgesamt weniger Diebesfähigkeiten, wäre in diesen aber passabel genug um sich auf sie zu verlassen wenn sie gebraucht werden, und könnte mit ein paar Assen im Ärmel ausgestattet werden die mehr leisten als ein reiner Fallenspürhund- und Schlösserknack-Bot.
Rorschachhamster:
--- Zitat von: Skygerocknimo am 21.11.2016 | 19:28 ---Was ich daran aus rollenspielarchäologischer Sicht besonders interessant finde, ist dass diese beiden OD&D-Ableger 30 Jahre früher Tome of Battle für D&D 3.5 (mit seinen Spezialmanövern als Pseudo-Zaubersprüche) vorweggenommen haben, das als massiver Bruch mit D&D und als skandalöses Power-Up galt.
Wenn sich das nächste Mal einer bei mir über Weeaboo Fightan Magick und dessen Un-Oldschooligkeit beschwert, werde ich ihm Caltech Warlock von 1975 an den Kopf werfen :P
--- Ende Zitat ---
Naja, Alter schützt vor Torheit nicht! ~;D
Ich persönlich bin kein großer Fan von EinmalproTagkannstdudasdannnichtmehrwegenGründen, wenn es um etwas anderes als Magie geht. :P
Übrigens, wie wäre es einfach die %-Werte des Diebes nach oben zu schrauben bis auf einem aktzeptablen Level für den Threadersteller ist? Zu einfach? :)
Skyrock:
Man kann natürlich einfach die Prozente hochschrauben. (Das wäre tatsächlich die einfachste Lösung, wenn man den Dieb nur kompetenter haben will.)
Fer Caltech-Dieb hat das Potential, komplett anders auszusehen als der Supplement-II-Dieb und die durch die Einführung der Diebesfertigkeiten selbst ausgelösten Probleme zu lösen.
Man könnte z.B. die Prozentchancen rauswerfen und die klassischen Diebesfertigkeiten komplett anders gestalten, so dass sie nur ein Upgrade zur OD&D-Methode vor der Diebesklasse sind. Anstatt "Find & Remove Traps 20%" könnte da z.B. stehen "Findet automatisch Fallen, wie sie üblicherweise auf Dungeonebene 1-2 vorkommen, und weiß wie man sie entschärft" (=andere Charakter können immer noch versuchen, Fallen rollenspielerisch durch die korrekten Fragen zu finden und zu entschärfen, und der Dieb muss immer noch selbst so vorgehen bei bestimmten Fallen - der Dieb schafft es lediglich automatisch bei einem Teilbereich) oder "Findet Fallen mit einem einzigen Blick so erfolgreich wie ein normaler Charakter, der den Raum komplett durchsucht" (= Zeitersparnis gegenüber Nichtdieb = weniger Zufallsbegegnungen, Ressourcenverbrauch etc.).
Die 1x / Tag|Turn|Encounter-Fähigkeiten könnten den Dieb eher zu einem Charakter machen, der in Krisensituationen ein Ass aus dem Ärmel zieht, ohne die rohe Kampfkraft und Zähigkeit eines Kämpfers oder die Bandbreite eines MUs zu erreichen - eine Rolle, die sich spürbar von den anderen klassischen Klassen unterscheidet, ohne auf einen reinen Fallenentschärfungsbot reduziert zu werden.
Und es eröffnet die Möglichkeit, die Diebesfertigkeiten in Zufallstabellen ähnlich den MU-Sprüchen auszudrücken. Und diese Tabellen für das Kampagnensetting maßzuschneidern, etwa indem bestimmte Fähigkeiten nur in bestimmten Diebesgilden oder Kulturkreisen gelehrt werden.
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