Pen & Paper - Spielsysteme > GURPS
Spieler mögen D&D lieber?
OldSam:
--- Zitat von: nobody@home am 24.11.2018 | 23:43 ---Da ich persönlich heutzutage Simulationismus für so ziemlich die überflüssig-umständlichste Art halte, ans Rollenspiel herangehen zu wollen ...
--- Ende Zitat ---
Sei Dir auch gegönnt, gibt ja genug andere Spielstiloptionen ;)
(Und man kann auch bei GURPS ohne Probleme voll auf cinematischen Stil schalten, je nach Setting, obwohl es in dem Feld sicherlich nicht das herausragende System ist; gute Leistungen bringt es aber schon).
Wie YY schon sagte, ist man sich da aber schon ziemlich bewusst was jeweils simuliert/abgebildet wird und was nicht. Am Ende muss es einfach jeder selbst entscheiden, ob man z.B. bestimmte taktische Details drin haben will oder es einem egal ist. Das Schöne ist hier halt, wenn ich etwa in der heutigen modernen Zeit eine Runde spielen will, gebe ich meinem Char z.B. einfach schnell die Glock aus dem High-Tech-Buch in die Hand und weiß, dass das Ergebnis bei typischen Schusswechseln recht realistisch passen wird, da brauch ich nicht groß recherchieren o.ä., das haben ja die Autoren für mich gemacht. Und es ist eben immer eine Frage der Verhältnismäßigkeit, wenn ich die Details einer speziellen 9mm mitten im Spiel nicht vorliegen habe, gehe ich halt vom generischen Modell aus und bin schon ziemlich gut dabei, keiner zwingt uns zu übertreiben... ;)
Sashael:
--- Zitat von: OldSam am 25.11.2018 | 00:45 ---Das Schöne ist hier halt, wenn ich etwa in der heutigen modernen Zeit eine Runde spielen will, gebe ich meinem Char z.B. einfach schnell die Glock aus dem High-Tech-Buch in die Hand und weiß, dass das Ergebnis bei typischen Schusswechseln recht realistisch passen wird, da brauch ich nicht groß recherchieren o.ä., das haben ja die Autoren für mich gemacht. Und es ist eben immer eine Frage der Verhältnismäßigkeit, wenn ich die Details einer speziellen 9mm mitten im Spiel nicht vorliegen habe, gehe ich halt vom generischen Modell aus und bin schon ziemlich gut dabei, keiner zwingt uns zu übertreiben... ;)
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Ich muss zugeben, dass alleine die Überlegung bezüglich des Realismus der Wirkung einer bestimmten Waffe für mich persönlich schon völlige Übertreibung wäre. ;D
aikar:
--- Zitat von: OldSam am 25.11.2018 | 00:35 ---Das ist ein Setting-Thema, hier liegt die große Komplexität: D&D = System + Setting, GURPS = System + das Setting Deiner Wahl
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Äh, nö ;) Oder nur zum Teil. Es stimmt schon, dass GURPS ein Universalsystem ist und D&D ein Fantasy-System, aber es gibt auch nicht nur DAS D&D-Setting.
Vergessene Reiche, Eberron, Dark Sun und Planescape spielen sich z.T. schon sehr unterschiedlich und wir bespielen z.B. gerade Aventurien mit D&D5.
Und ich denke, was bei Universalsystemen oft übersehen wird (da nehme ich mich selbst nicht aus, ist mir früher genauso passiert als ich alles mit Savage Worlds machen wollte): Man kann jedes Setting mit Universalsystem X (GURPS, Savage Worlds, Cypher System, FATE,...) spielen, dann fühlt es sich aber auch wie Universalsystem X an.
d.h. egal wieviele Schrauben man dreht, es wird immer nur eine Annäherung sein. GURPS vermittelt nunmal eine simulationistische Herangehensweise, D&D5 nicht.
Und wenn diese Herangehensweise von den Spielern nicht wirklich gewünscht ist, wird es immer nur ein Kompromiss sein, den man zuliebe des Spielleiters eingeht, aber richtig glücklich wird keiner damit werden.
Wenn der ganzen Gruppe klar ist "Wir spielen GURPS in den vergessenen Reichen" und das von vornherein akzeptiert wird, sehe ich da kein Problem (ich kenne aber genug Spieler, die den Ansatz "Ein Setting nur mit seinem System (TM)" vertreten).
Aber zu sagen, die Gruppe will D&D also versuchen wir GURPS so zu verbiegen, dass es sich wie D&D anfühlt, wird meiner Meinung nach letztendlich nicht funktionieren, weil die Design-Prämissen einfach andere sind. Und selbst wenn ich es tun könnte, warum sollte ich dann GURPS spielen und nicht gleich D&D?
--- Zitat von: OldSam am 25.11.2018 | 00:45 ---Am Ende muss es einfach jeder selbst entscheiden, ob man z.B. bestimmte taktische Details drin haben will oder es einem egal ist.
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Letztendlich muss es doch die Gruppe entscheiden. Und wenn da ganz unterschiedliche Grade von gewünschtem Simulationismus da sind, wird das früher oder später zu Konflikten führen.
Derjayger:
--- Zitat von: aikar am 25.11.2018 | 10:06 ---Äh, nö ;) Oder nur zum Teil. Es stimmt schon, dass GURPS ein Universalsystem ist und D&D ein Fantasy-System, aber es gibt auch nicht nur DAS D&D-Setting.
Vergessene Reiche, Eberron, Dark Sun und Planescape spielen sich z.T. schon sehr unterschiedlich und wir bespielen z.B. gerade Aventurien mit D&D5.
--- Ende Zitat ---
Das ist eine Frage des Grades. Wenn man die ganzen Fäntelaltersettings hier voneinander unterscheidet, wird man OldSams Argument nicht verstehen. Also wozu? Der Punkt ist, dass man mit GURPS Regeln hat, die extrem verschiedene Technologielevels unterstützen können. Die gängigen System+Setting-Pakete können das höchstens ganz rudimentär.
--- Zitat ---Und ich denke, was bei Universalsystemen oft übersehen wird (da nehme ich mich selbst nicht aus, ist mir früher genauso passiert als ich alles mit Savage Worlds machen wollte): Man kann jedes Setting mit Universalsystem X (GURPS, Savage Worlds, Cypher System, FATE,...) spielen, dann fühlt es sich aber auch wie Universalsystem X an.
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Genau. Das ist für viele ein Grund, ein Universalsystem toll/blöd zu finden. Das Interface zwischen Spieler und Spielwelt ist toll/blöd und stört nicht/stört, auch bei verschiedenen Settings.
D. M_Athair:
--- Zitat von: OldSam am 24.11.2018 | 23:06 ---Man muss aber denke ich auch ein gewisses Faible für den Simulationismus mitbringen, um den Wert des Systems zu schätzen, wenn mir Realismus ganz egal ist, lohnt sich z.B. definitiv nicht der Overhead durchdringenden Schaden nochmal separat zu betrachten. Will ich aber beispielsweise auch mal in historischen Settings spielen, ist es für mich viel stimmiger, wenn der Crunch auch korrekt abbildet warum es sinnvoll ist eine bestimmt Rüstung zu tragen oder nicht zu tragen etc.
--- Ende Zitat ---
Mittlerweile kann ich sagen, warum ich mit GURPS wenig anfangen kann und mit simulationistischen W100-Spielen sehr viel.
GURPS funktioniert als systemisches Spiel. Es gibt viele Detailschrauben mit denen man Einstellungen skalieren kann. Es ist strukturorientiert. Im Spiel bleibt immer so ein bißchen das "Top-Down"-Gefühl.
BRP und andere simulationistische W100-Spiele, sind da prozessorientierter. Verschiedene Regeloptionen lassen sich spontan wie "Rulings" in der OSR verwenden. Es hat immer ein bißchen ein "bottom-up"-Gefühl.
Vielleicht: GURPS (und HERO) bieten Eindeutigkeit bei der Simulation. W100-Spiele sind an Mehrdeutigkeit interessiert.
[In der Theorie finde ich das, was GURPS will gut - was HERO will besser. Die Spiele sorgen für viel Klarheit. In der Praxis habe ich dann doch reativ wenig Spaß daran.]
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