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The One Ring 2nd Edition

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Boba Fett:
Ich muss mal ranten. Betrifft die Erfolgswahrscheinlichkeiten von Proben.

Bei TOR1 hatte man ja noch variable Schwierigkeiten (wobei das SG-Mittel bei 14 lag), bei TOR2 liegen die jetzt fest und sind von den Attributen abhängig.
Die Attribute haben einen Wertebereich von 2 bis 7, wobei, der Durchschnitt bei den Wertetabellen bei 4,66 liegt. Also irgendwas von 4 bis 5 im Schnitt.
Der Schwierigkeitsgrad liegt jetzt bei 20 minus Attributswert (und bei Oneshots/Kurzkampagnen bei 18 minus Attributswert). Meist also etwas um 15 bis 16.
(Ihr merkt vielleicht, ich stehe nicht so sehr auf hochbegabte im Spezialgebiet… aber hier geht es ja auch um den mittleren Normalen Bereich…)

Gewürfelt wird mit einem W12, der einen Wertebereich von 1 bis 10 hat. (Die beiden Sonderresultate lasse ich mal eben außen vor.)
Dazu addiert man noch eine variable Anzahl an W6 (meistens Fertigkeitswert viele, manchmal noch andere).

Zu dem Sonderresultat sein Ergebnis:
In 1/12 der Fälle hat man es immer gepackt, weil die Gandalfrune Glück beschert,
in 1/12 hat man es vergeigt, weil das Sauronsauge auf einen hinabblickt (okay, das Ergebnis wird als 0 gezählt, aber wieviele W6 will man dann dazu würfeln...)
Das hebt sich gegenseitig statistisch auf, deswegen sei es hier mal ignoriert.

So, jetzt machen wir ein bisschen Statistik und schreien ganz laut: WTF!

We Te Eff?????

Also, mit dem W12 Heldenwürfel hab ich bei einem Wertebereich von 1 bis 10 ein mittleres Resultat von 5,5.
Jeder W6 gibt mir 3,5 (als mittleres Eregebnis) dazu.
Um meinen Schwierigkeitsgrad von 15 bis 16 zu packen brauche ich also einen Fertigkeitswert von 3 um sagen zu können, dass mir das in der Hälfte der Fälle gelingen wird?
Hab ich gar keinen W6 dazu, brauch ich gar nicht erst würfeln, es sei denn, ich vertraue auf Gutgolf?
(Und bei der "kleine Kampagne" Situation wird es eigentlich auch nicht besser, das ist dann aber auch vielleicht gleich die "Ich stelle euch ein System vor, das werdet ihr LIEBEN!" Situation.
Ist verkacken bei solchen Teaserspielen normal? Ist DerEineRing das neue 3W20 DSA? Bloß nix wagen oder eben kein Mathe können...)

WUTT???
"Jaha!", spricht da das optisch überaus ansprechende Regelwerk, "aber es wird ja auch nur gewürfelt, wenn es wichtig ist, also gar nicht immer."
"Jaha!", schrei ich dem Buch in den Index, "Wann denn sonst? Wenn ich auf der bockländer Heide Golf spiele, ist mir das egal, dass ich vielleicht den Wurf verkacke.
Gerade, wenn es wichtig wird, will ich doch wenigstens eine 50:50 Chance erwarten können."
"Aber, aber, aber", jammert das Buch blass und kläglich, "vielleicht ist Dir ja dann Gandalf gewogen!"
"gewogen, verschroben, Alter!" ächze ich, und das Buch sieht gar nicht mehr so nice aus (mag an den Spuckbläschen vom Hyperventilieren liegen) "Wenn ich in ernster Situation spiele, in der es wirklich um was geht, dann will ich doch zuversichtlich sein, dass ich das packen kann. Oder bei Elrond in der Halle aufgefordert werde, ein Lied aus der Heimat anzustimmen, will ich doch nicht im Voraus wissen, dass ich klingen werde, wie ein Ork im Stimmbruch."
"Aber dafür hast Du doch Hoffnung!" seufzt das Buch.
"Nee, Hoffnung hab ich dafür, eine 50:50 Sache ins 'wird wohl klappen' zu puschen!" gebe ich zurück - immer noch schlecht gelaunt. "Und viel zu klein gedruckt bist Du auch!"
Genug hyperventiliert - Nehmen wir die eine Ring Starter Box und stülpen sie über den Kopf, - Einatmen, Ausatmen, ...
Doch was finde ich in der Box? Die neuen, superhäßlichen Würfel. Na gut, also doch wieder hyperventilieren.

Verdammt, ich will das Buch (und System) doch mögen!
Wie machen es denn die anderen? Oder haben es damals gemacht? Denn das Problem war damals doch nicht anders...

P.S.: Sorry DSA, aber deine 3W20 sind statistisch auch nichts für Helden, die was reissen wollen. Auch Dich wollte ich mal wirklich mögen. Auch Du bezeichnest Deine Charaktere als Helden.

Raven Nash:

--- Zitat von: Boba Fett am  5.04.2024 | 12:29 ---Wie machen es denn die anderen? Oder haben es damals gemacht? Denn das Problem war damals doch nicht anders...
--- Ende Zitat ---
1. Wir haben nicht geweint, sondern es ertragen wie Helden.  ~;D
2. Wir hatten Leute in der Gruppe, die in ihrem Bereich auch wussten, was sie tun. Also FW 3+.
3. Wir wussten im Kampf die Stances und deren besondere Aktionen zu nutzen.

Ich habe zwei Kampagnen in TOR1 geleitet, sogar deutlich "monumentaler" als eigentlich vorgesehen, und von 3+ Saurons-Augen in Folge abgesehen, war es eigentlich meistens eher zu leicht, als zu schwer.

Ich halte das Rumrechnen von Erfolgswahrscheinlichkeiten für grundsätzlich unsinnig. Zum einen ist es mathematisch einfach falsch, weil du eine bestimmte Anzahl an Würfen festlegen müsstest (ansonsten rechnest du mit unendlich vielen Würfen - und das stimmt für eine Session einfach nicht), zum anderen sieht die Realität mit physischen Würfeln dann ohnehin wieder anders aus.

Boba Fett:
Raven:
Danke für die Antwort!
Die Erfolgswahrscheinlichkeit wird nun mal über das statistische Mittel betrachtet. Und bei dem Würfel brauche ich nun mal 3W6 dazu, wenn ich eine 15 oder 16 in 50% Wahrscheinlichkeit haben will.

Wenn ich mir vor einem Wurf überlege, ob ich mein Charakter es wagt, eine Aktion durchzuziehen, dann hab ich meistens zwei Gedanken - einmal die Situation (Relevanz [wie wichtig ist das], Wahrscheinlichkeit gemäß Einschätzung, mögliche Auswirkungen bei Erfolg oder Mißerfolg) im Auge - und einmal die Würfel und die Erfolgswahrscheinlichkeit im Auge.
Wenn der Mißerfolg eine Aussicht auf „das wird uns wehtun“ hat und die Erfolgswahrscheinlichkeit eher bei „meh“ liegt, dann wagt man es nicht.
Und wenn das zum Regelfall wird, dann verfallen die Leute in Planungsparanoia (wir brauchen Pläne, die in jedem Fall klappen [Anmerkung: die darf es aber nicht geben, sonst wird ja auch langweilig]) und sind gelähmt. Das Spiel erlahmt dann, weil nur noch herum diskutiert wird - kann man bei Shadowrun immer wieder erleben…

Nebenbeibemerkt: fähigere Charaktere wäre auch mein Ansatz. Mir geht es um „frisch erstellte“ und ich mag es nicht, wenn meine Mitspieler unsere Kampagnen als Noobs durchstarten. Deswegen würde ich mit erfahrenen Helden anfangen, die 15 Steigerungspunkte bei der Erschaffung bekommen (dann wäre ich wieder bei einem SG 14 im Schnitt) und die Schwierigkeitsgrade mit 18 minus Attributswert errechnen (also die Regeln für Kurzkampagnen).

KWÜTEG GRÄÜWÖLF:
Ich selber kann zur 2nd Edition nix sagen, ich hab da nur ein paar Elemente gemopst, aber bleibe nach wie vor bei der in meinen Augen besseren 1st Edition.
Da hab ich übrigens durchaus den Gedanken, dass die Grundschwierigkeit sich vom Attributswert her berechnet, mit übernommen, d.h. die durchschnittliche Schwierigkeit ist bei mir nicht 14, sondern 18 - Attribut. Allerdings benutze ich auch hier noch verschiedene Schwierigkeitsgrade, also von besonders leicht (16 - Attribut) bis zu sauschwer (26 - Attribut).
Und in der Praxis (wir spielen schon seit ein paar Jahren) hatte ich bisher nie das Gefühl, dass es für die Charaktere zu schwer wäre. Wenn man dann noch konsequent Merkmale nutzt (und das hab ich den Spielern gleich von Anfang an erklärt), dann kommen die SCs tatsächlich recht heroisch rüber.

ComStar:
Also bei einer normalen Probe mit 3 Skills würfeln und einem TN von 16 müsste die Wahrscheinlichkeit auf eine Erfolgreiche Probe bei etwa 55% liegen, wenn das folgende Skript stimmt und ich es korrekt angepasst habe. Das ist der Link zum Originalskript ohne Anpassung. Es geht von einem TN von 14 aus. Tauscht man die Zahlen im Skript aus, erhält man entsprechende Wahrscheinlichkeiten.
https://anydice.com/program/3561a

Man sollte bei einer Wahrscheinlichkeit auch bedenken, dass man seine Chancen durch den Einsatz von Hoffnungen, Unterstützung und Charakteristika verbessern kann. Hinzu kommt noch, dass überzählige T-Runen den Misserfolg eines Kameraden in einen Erfolg ändern können.

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