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Ye Olde Magic Shoppe
Feuersänger:
Najo, wenn sie gar so High Magic ist, kann man ja einfach in eine andere Welt shiften um deren Ressourcen zu plündern. Etwa so wie wir theoretisch Ressourcen im Sonnensystem abbauen könnten, wenn die auf der Erde erschöpft sind. Und das Multiversum ist groß.
Allerdings fußte meine Szenario-Idee für den AGE-Abenteuerwettbewerb auf einem ähnlichen Gedanken: Magie funktioniert, indem "normale" Energie (also Wärme) aus der Umgebung abgezogen wird und in magische Energie umgeformt wird, die dann wiederum in den Astralraum versickert. Eine hochmagische Zivilisation hat durch überbordenden Einsatz von magischen Dingsbumsen auf diese Weise eine Eiszeit ausgelöst und ist dadurch untergegangen. Viele tausend Jahre später taut die Welt so langsam wieder auf. So habe ich auch erklärt, dass das Magieniveau von AGE viel niedriger ist als das von D&D (die mächtigsten Zauber entsprechen so ungefähr Grad 3). ^^
YY:
--- Zitat von: Blechpirat am 13.10.2020 | 11:39 ---Ich weiß, D&D ist ein Western-Setting, aber: Kann eine bestehende, feudale Herrschaftsstruktur überhaupt einen solchen Laden dulden? Da gibt es a) Waffen. b) Waffen, die hochstufigen Figuren (also Fürsten z.B.) gefährlich werden können. Der Ladeninhaber muss Fugger-artigen Reichtum mitbringen, um den Laden eröffnen zu können. Alleine aufgrund seines absurden Reichtums wäre er ein eigener Machtfaktor, den die bestehende Machtstruktur integrieren muss (oder zu verhindern weiß).
--- Ende Zitat ---
Je nach Ausgabe und Perspektive/Spielinhalt auf höheren Stufen ist der Western-Charakter sehr relativ.
Drehen wir den Gedanken aus dem letzten zitierten Satz mal um: Wir wollen für die Zwecke dieses Threads, dass es den YOMS gibt, also können und müssen wir davon ausgehen, dass er in die bestehenden gesellschaftlichen Strukturen integriert ist - man braucht sich also "nur" noch Gedanken machen, wie das konkret aussieht.
Das wird schon mal etwas leichter, wenn wir nicht gedanklich zuerst eine fäntelalterliche Feudalstruktur hinstellen und dann am Ende den YOMS dazu schieben, sondern annehmen, dass die sich sowieso gemeinsam in die aktuelle Situation hinein entwickelt haben.
Ähnlich wie die meisten Magienutzer wird der YOMS recht zwingend in das Geflecht von Zünften, Gilden u.Ä. integriert und ein entsprechender politischer Faktor sein. "Kleinhalten" wird ihn der Herrscher nicht recht können, aber umgekehrt muss der YOMS auch seiner politischen Bedeutung gerecht werden.
Wenn man nicht gerade Zunftaufstände & Co. bespielen will, kann man eine halbwegs stabile Situation annehmen und fertig ist die Laube.
Letztlich werden die YOMS eine Stellung nicht unähnlich den Büchsenmachern haben - zum "richtigen" autoritäten Unterdrücken/Verbieten fehlen feudalen Herrschern eh die Mittel, also wird man sie sich viel eher als Verbündete und teils Bedienstete warmhalten wollen und müssen.
Je nach D&D-Variante sind die SCs übrigens schon in der Position des (lokalen) Herrschers, wenn der YOMS wirklich interessant und relevant wird.
Dass man als durchreisender Abenteurer beim YOMS den tollen Kram nicht kaufen darf, weil es der lokale Fürst verboten hat, ist da kaum Thema.
Aber auch da, wo die SCs nicht recht früh Teil der Machtstrukturen werden und mehr Murderhobo-Wildwest angesagt ist, kann man das Wildwest-Thema dann auch durchziehen: Wer sich an der falschen Stelle daneben benimmt, hat sich schnell großteils aus der Zivilisation gekegelt und muss sich mit überregionalen Verfolgern herumschlagen, die in Sachen Befugnisse und Kampfstärke auch die nötigen PS auf die Straße kriegen.
(Randbemerkung: Einige neuere OSR-Ansätze setzen Stufen wieder als reines Maß der Kampferfahrung und -kraft an; aufgrund der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ist es nämlich relativ egal, ob der Fürst selbst ein "dicker" Kämpfer ist oder nicht. Dafür gibt es ja a) Leibwachen und b) sonstige Konsequenzen im Erfolgsfall, wenn man unbedingt den Herrscher plätten will, nur weil es "technisch", d.h. spielmechanisch, recht einfach geht.
Wenn man den Herrscher in Sachen reiner Kampfkraft aufpumpen muss, um irgendwelche Unsinnsaktionen der Spieler im Keim zu ersticken, hat die Runde grundsätzliche Probleme).
--- Zitat von: Feuersänger am 15.10.2020 | 16:46 ---Najo, wenn sie gar so High Magic ist, kann man ja einfach in eine andere Welt shiften um deren Ressourcen zu plündern. Etwa so wie wir theoretisch Ressourcen im Sonnensystem abbauen könnten, wenn die auf der Erde erschöpft sind. Und das Multiversum ist groß.
--- Ende Zitat ---
Eigentlich mag ich die abstruseren Höhen von High Magic-D&D ja nicht so - aber in dieses Extrem getrieben als Gatecrasher/Stargate-Variante würde mir das glaub ich gefallen :d
stebehil:
Das erinnert mich an die "Arcane" aus dem Spelljammer-Setting: Intergalaktische Magiehändler, die ihr Zeug von irgendwoher holen. Wenn man einen angreift, verkaufen sie einem nichts mehr. https://forgottenrealms.fandom.com/wiki/Arcane_(race)
Das Thema kam gerade gestern in meiner Runde auf. Ich habe dann gesagt, in der Hauptstadt des Landes, in der sie gerade waren, sind (nach 5e Nomenklatur) common items in der Regel verfügbar, uncommon zumeist auch, aber eben seltener, und rare nur auf "Bestellung" - so was hat niemand auf Lager. very rare würde man nur in großen Metropolen kriegen, und legendary kommt meist nicht auf den Markt. bzw wird auch nicht hergestellt.
jom:
yoms finde ich dämlich, die sind unromantisch und verleihen den wundervollen magischen dingen, über die man selbst als bewohner einer von magie durchdrungenen welt, staunen sollte etwas profanes und proletoides.
in meinen spielen gibts daher sowas wie yoms nicht. Jedenfalls nicht auf der mundanen material plane. In hochmagischen orten wie city of brass, arvandor oder hevestia sieht das anders aus. da könnten die spieler schonmal auf besondere händler stoßen die magische gegenstände den dort verkehrenden hohen herren feilbieten. sowas zu finden, um etwas besonderes kaufen zu dürfen. das ist aber eine eigene quest und sicher nichts nebensächliches.
Feuersänger:
Naja. Ich tu mich schwer mit solchen Aussagen, die sich im Wesentlichen auf "Nicht mein Geschmack" reduzieren lassen. Klar, bleibt jedem unbenommen, aber für eine Diskussion gibt "Gefällt mir nicht" einfach nicht viel her. Höchstens kann ich sagen, dass dein Argument hinkt, denn für die Bewohner einer magischen Welt wird magischer Klimbim uU so alltäglich sein wie bei uns ein, sagen wir, Hubschrauber: sieht man nicht jeden Tag, kennt man aber, und sobald das eigene Alter nicht mehr einstellig ist, entlocken sie einem auch kein Oh und Ah mehr.
Hingegen ein per Zeitreise in unsere Welt geploppter, sagen wir mal, Mensch des 15. Jahrhunderts wird vermutlich angesichts eines vorbeischrappenden Hubschraubers die Kinnlade erstmal nicht mehr nach oben kriegen. Etwa so, wie es uns verdutzen würde, wenn da jemand auf einem Besen flöge oder sich über den Marktplatz teleportiert. (Wobei selbst da ein Haken ist: wir sind durch Medienkonsum so enorm viel abgebrühter als noch unsere Elterngeneration, und man müsste uns erstmal beweisen dass das jetzt kein Trick ist.)
Naja, anyway -- was bei mir verfängt, sind nachvollziehbare Modelle die zeigen, dass ein Magie-Kaufhaus (mit breitem Sortiment) ohne intensive magische Industrie nicht wirklich plausibel und machbar ist. Wenn man beispielsweise mal die Preise sämtlicher Items im DMG und MIC zusammenzählen würde -- wieviel Kapital wäre da gebunden, wenn man von jedem Teil eins auf Lager halten wollte? Ich hab es nicht ausgerechnet aber es dürfte irrwitzig sein. Und wie gesagt, _das_ finde ich selber sehr schade, das einsehen zu müssen, weil ich an sich ein Freund von Magic Shops bin.
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