Idee (lang, siehe auch das weiter oben erwähne Gerücht über eine "Stadt im Himmel"):
Im letzten Jahrhundert der Raumfahrerzivilisation entwickelte man hocheffiziente Elektromagnetische Antriebe, die direkt mit dem Magnetfeld der Erde interagierten. Der Effekt war ein *scheinbar* reaktionsloser Antrieb oder eine Art Antigravitation - aber die Tesla-Gleiter funktionerten nur innerhalb des Erdmagnetfeldes und erste Exemplare waren für Schwankungen desselben, etwa bei großen Solareruptionen, anfällig.
Dennoch wurde die Technik zum Erfolg, wenn auch meist für eher kleine Gleiter oder für Polizeifahrzeuge: die meisten heute existierenden Gleiter basiern auf solchen gut erhaltenen oder restaurierten Modellen.
Große Kriegsgleiter oder die Palastgleiter des Adels von Gond aber sind fast immer Neubauten, die mit ganzen Batterien sogenannter T-Zylinder arbeiten müssen, um in der Luft zu bleiben.
Völlig vergessen wurde jedoch folgendes in der dunklen Zeit seit dem Untergang:
Als die Tesla-Gleiter immer ausgereifter wurden, begann bei den Superreichen der Welt eine neue Mode in Form von Tesla-Villen, glänzende Luxusdomizile, ewig in den Wolken schwebend. Gegen Ende gab es Tausende dieser Villen, sogar einige kleine Dörfer und Städte, exklusiv für die oberen 10,000, mit Solarpanelen und Fusionsreaktoren ausgestattet und theoretisch autark – wenn man bereit wäre, sich mit der Nahrung aus den Biorecyclern und den Gärten zu begnügen.
Die Schockwelle, welche den interstellaren Verkehr sterben ließ, heizte Sol nicht nur mittelfristig auf, sondern als sie die Sonne erreichte verursachte sie auch eine Welle solarer Superstürme, die hunderttausende von Gleitern, inklusive vieler Tesla-Villen, abstürzen ließ, bevor sie sicher landen konnten. Das führte unmittelbar dazu, daß unzählige von den Führungspersönlichkeiten, Forschern und Studenten aus wohlhabenden Familien, die auf der Erde verblieben waren, starben. In den nächsten Monaten führte die Schockwelle in Verbindung mit den Sonnenstürmen außerdem zu einer Umkehr der magnetischen Pole, was die Gleiter, einschließlich der Polizei- und Sanitätsgleiter, an den Boden fesselte.
Dann, als nach fast zwei Jahren voll von zunehmendem Chaos, Bürgerkriegen und Zerfall, das Magnetfeld der Erde sich mit seiner neuen Polarität wieder stabilisiert hatte, gab es viele unter den Reichen der Welt, die beschlossen, sich mit Familie, Diener und Leibwächtern auf ihre sicheren Tesla-Villen zurück zu ziehen. Über tausend Villen schwebten in ein scheinbar sicheres "Wolkenexil". Keine achthundert überstanden das nächste Jahrzehnt. Jede zweite der restlichen Villen verschwand innerhalb weiterer zehn Jahre. Doch einige sind immer noch "da oben": die meisten sind leer, fliegende Geisterhäuser, die von Robotern gewartet und von Programmen gesteuert werden, deren Programmierer längst Staub sind. Manche beherbergen Biostasiskabinen, in denen der Geldadel der Alten auf eine neue Welt warten wollte – vielleicht sind manche der Kabinen sogar noch intakt.
Und dann gibt es Häuser, vielleicht ein ganzes Dorf, wo ein bizarres Weiterleben gespielt wird. Inzestuöse halbwahnsinnige "Gottfamilien", überlebende Haushaltsroboter, die auf ihren Herren warten – und die "Ganymeden", einst wunderschöne, wenn auch meist illegale geklonte Sex-Androiden, steril, immun gegen Krankheit und Alter, doch mit künstlich reduziertem Willen und einem Hang zu Tagträumen. Von letzteren glauben inzwischen viele, daß *sie* die Nachkommen der gottgleichen Alten sind – und nicht dieses dumme dreckige Volk, daß sie manchmal durch Teleskope auf der Erde herumkriechen sehen! Glücklicherweise fehlt ihnen der Antrieb, nach diesem Glauben zu handeln – jedenfalls bisher...
