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Autor Thema: [Sammelthread] Über die Notwendigkeit von Rollenspieltheorie  (Gelesen 3304 mal)
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1of3
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1of3

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« Antworten #25 am: 30.07.2009 | 17:46 »

Könnten wir bitte verhindern, dass diese und jenes andere Thema in den aktuellsten Themen erscheinen? Der Gag an sich ist ja ganz gut, aber man möchte meinen, dass es hier zu Boarde Spannenderes gibt. Danke
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kirilow
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kirilow

« Antworten #26 am: 30.07.2009 | 17:49 »

Der Gag an sich ist ja ganz gut, aber man möchte meinen, dass es hier zu Boarde Spannenderes gibt. Danke
Was? Defekte Netbooks? Computerspiele? Klick-Mich-Online-Spiele? Aktuell gehörte Musik? ...?

Das hier hat doch wenigstens mit Rollenspiel zu tun.

Gruß
kirilow
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Klaus
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Crazy_DM

« Antworten #27 am: 30.07.2009 | 17:50 »

Ich finde Rollenspieltheorie eine gute Sache.

Ich finde eine gute Portion Theorie gehört jedem ans Herz gelegt, der sich intensiver mit seinem Hobby beschäftigen möchte.

Noch meine persönliche Definition von Theorie:
Theorie fängt für mich da an, wo Leute mit "Warum" o.ä. nachhaken.

Sei es nun der Gärtner: "Warum benutzt man eigentlich Dünger?" - "Ei, weil es den Pflanzen gut tut." - "Ah ja ... und warum?"

Oder der Rollenspieler, der gewisse vermeintliche Grundfeste auch einmal in Frage stellt, sei es aus einer Laune heraus, oder ernsthaft gemeint: "Warum brauchen wir eigentlich einen SL?" - "Ei, irgendjemand muss ja das Abenteuer vorbereiten." - "Ah ja, aber brauchen wir den wirklich?"


Ich denke den "Grad der Theorie", den jeder betreiben möchte entscheidet jeder dabei "nach wie vielen warums" er / sie aufhört zu fragen.

Cheers,
Evil DM.
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ChristophDolge
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« Antworten #28 am: 30.07.2009 | 18:02 »

Mein Verdacht ist ja, dass die 'Retro-Bewegung' nur solche Fahrt aufnehmen konnte, da es zuvor eben jene theoretische Beschäftigung mit dem Spieldesign gegeben hat. Gerade, dass es eine Gegenbewegung gibt, offenbart ja die wirkmächtigkeit einer bestimmten Strömung.

Das ist ein interessanter Gedanke. Ich werde mal einen Thread dazu starten.
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8t88
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8t88

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« Antworten #29 am: 30.07.2009 | 19:14 »

Das Wort heißt, glaube ich, "dysfunktional"...
Nicht ganz Korrekt: Eine Runde wird als Dysfunktional betrachtet wenn keiner am Spiel Spaß hat!
Ein System wird als Dysfunktional betrachtet wenn es unter sehr schwer herzustellenden Umständen spaß bringt, oder einfach dem Spaß im Wege steht.

Wenn in Runde A Mittwochs Keulentag ist und alle Keulen + 1W12 schaden machen, und die haben da Spaß dran, dann ist das "richtig"
Wenn in Runde B aber nen intrigen Plot mit Jarhunderte Alten untoten Bluttrinkern gespielt wird, verdirbt diese "Mittwoch ist Keulentag"-Regel den Spaß.
Das System mit dieser "MiKt-R" ist für Runde B dysfunktional.

Ich erkläre auch gerne Theorie nach meinen Rollenspielrunden auf Cons, ohne einen einzigen Theoriebegriff zu verwenden. Ich glaub auch dass die Theorie sich damals etwas zu elitär verkauft hat. die Spiele die dabei herumgekommen sind , sind ganz brauchbar.
Wichtig ist halt nur: Wenn man in seiner Runde mehr Spaß haben kann, ists egal ob ich das aus nem Sourcebook, ner Conrunde, ner Forendiskussion, Rollenspieltheorie, oder einen Blogeintrag, oder einem Runden-/SL-Wechsel hernehme: Wenn ich was (mehr wissen/Ideen) für mehr Spielspaß pro Spielstunde bekomme ist das immer gut. Ich habs viel von der Theorie bekommen... also sehe ich da kein Problem.
Wenn einer Theorie nicht mag oder das shcon alles in seiner runde so spielt wie es ihm passt: Viel Spaß damit! Smiley

Wichtig ists denke ich nur für Rollenpsieldesigner, die sich unterhalten einheitliche begriffe zu finden. Da gibts ein paar, wie den "Shared Imagination Space" (SIS) der ganz gut ausdefiniert ist.
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kirilow

« Antworten #30 am: 30.07.2009 | 19:18 »

Wichtig ists denke ich nur für Rollenpsieldesigner, die sich unterhalten einheitliche begriffe zu finden. Da gibts ein paar, wie den "Shared Imagination Space" (SIS) der ganz gut ausdefiniert ist.
Und DAS ist das Problem der Rollenspieltheorie seit der Forge. Nämlich, dass sie sich primär als Rollenspieldesigntheorie sieht.
Dazu wollte ich eigentlich schon seit längerem einen ausführlichen Beitrag hier im Theorie-Board schreiben; vielleicht ringe ich mich bald mal dazu durch.

Meiner Meinung nach gehören nämlich die Lawschen Spielertypen, die richtige Vorbereitung eines Abenteuers und ganz ganz viele andere Dinge auch in den Bereich der Rollenspieltheorie.

Grüße
kirilow
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ChristophDolge
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« Antworten #31 am: 30.07.2009 | 19:33 »

Aber wenn man sagt, dass die GNS-Theorie nicht mehr zeitgemäß ist, warum soll man dann mit noch überholteren Dingen wie den Spielertypen anfangen? Während GNS ja wenigstens noch deutlich sagt, dass es Skala gedacht ist, auf der man Rollenspiele(r) fließend einordnen kann, sind die Lawschen Spielertypen ja doch sehr endgültig formuliert.
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kirilow
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kirilow

« Antworten #32 am: 30.07.2009 | 19:40 »

Aber wenn man sagt, dass die GNS-Theorie nicht mehr zeitgemäß ist, warum soll man dann mit noch überholteren Dingen wie den Spielertypen anfangen?
Mir geht es nicht um zeitgemäß, ich halte GNS bzw. das Big Model nur für schlecht. Zudem hat es einen bösen Kniff drin, den die meisten nicht verstehen und die, die ihn verstehen, finden ihn oftmals auch nicht gut.

Mr ging es auch nicht darum, dass das ältere Modell der Spielertypen (das ursprünglich nicht einmal von Laws kommt, aber ich kann mich gerade nicht daran erinnern, was die Vorlage war) besser oder mehr der Erörterung wert ist.- Ich vertrete den Standpunkt, dass die Rollenspieltheorie weg von dem Fokus auf Rollenspielregeln und wieder stärker hin zum Spiel und den Spielern muss.

Ich muss das aber wohl wirklich irgendwann mal ausführlicher und deutlicher schreiben.

Grüße
kirilow
« Letzte Änderung: 30.07.2009 | 19:45 von kirilow » Gespeichert

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« Antworten #33 am: 2.12.2009 | 15:10 »

Hallo,

ich denke ich häng mir hier ran anstatt einen neuen Thread aufzumachen.

Frage:
a) Hat Rollenspieltheorie das Ziel das Erlebnis der Rollenspielrunde "besser"* zu machen ? 

*was "besser" jetzt ist sei mal dahingestellt das darf sich jeder selber ausdenken bzw. einen der Spaß am Rollenspielthreads hervorkramen.

So, ich gehe davon aus dass a) mit "ja" beantwortet wird.

Dann:
b) Ist der Nutzen der aus der Theorie herausspringt so groß dass er größer ist als praktische Dinge wie:
- Regelwerk besser beherrschen lernen
- NSCs ausarbeiten
- Ausrüstung entwerfen
- Improvisationstalent üben
- etc. pp.
(das da sind Beispiele die keine Diskussion auslösen sollen, denkt euch einfach praktische Dinge die gut für euer Rollenspiel in eurer Runde sind).
?

Ich beantworte b) für mich mit "Nein" und ich behaupte (natürlich in alle Freundlichkeit) dass es für sehr, sehr viele Leute ebenfalls so ist.
Aber ich kann mich natürlich irren.

Erzählt mir doch ob ihr b) auch mit "nein" beantwortet oder mit "ja" und warum.

Würde mich interessieren

Besten Dank

Markus


P.S.: Sollte ich Recht haben dass sehr sehr viele (ich sag mal 98%) durch praktische Beschäftigung mit dem Rollenspiel mit herausbekommen wäre es auch noch eine Interessante Sache zu erfahren warum man sich dann trotzdem mit der Theorie beschäftigt.

achja, noch als Nachsatz: Als Bash ist das natürlich nicht gedacht, jeder das was er am liebsten mag.
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« Antworten #34 am: 2.12.2009 | 16:36 »

Zitat
a) Hat Rollenspieltheorie das Ziel das Erlebnis der Rollenspielrunde "besser"* zu machen ?

Die Dinge, mit denen ich mich für gewöhnlich beschäftige, haben das nicht. Ich versuche zu verstehen, wie man RollenspielREGELWERKE besser macht.
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« Antworten #35 am: 2.12.2009 | 16:46 »

Zu 1: Aus meinem Verständnis heraus versucht Rollenspieltheorie Spielverhalten und Spielmechanismen zu beschreiben und zu analysieren. Zu welchem Zweck, sei dahingestellt. Manche Dinge geschehen einfach nur zu Forschungszwecken. Aber allein die Vielfalt an durch Rollenspieltheorie ausgelösten Diskussionen (mit teilweise durchaus interessanten und für die Praxis brauchbaren Inhalten) hat für viele bestimmt auch das Spielerlebnis bereichert.

In dem Moment, in dem ich mir z.B. Gedanken darüber mache, was ich als Spielleiter tue, wie ich es tue und warum ich es tue, öffne ich bereits das Tor zu einer neuen Dimension des Spielleitens für mich und somit auch für meine Mitspieler. Wenn das noch nicht reicht... was dann?

Zu 2: Vergleich es mal mit Musiktheorie. Natürlich kannst du auf der Gitarre rumfrickeln und die Zeit, die du damit verbringen müsstest, Musiktheorie zu büffeln, die Blues-Pentatonic so lange rauf- und runternudeln bis du schneller als Malmsteen bist. Aber wenn Du einen Teil der Zeit dafür aufwendest, nach dem "woher" und "warum" zu fragen oder dich mit Harmonielehre und Ähnlichem beschäftigst, dann hast Du die Chance auf einen viel umfassendern Blick, der Dir auch in der Praxis erhebliche Vorteile bringen kann.
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« Antworten #36 am: 2.12.2009 | 18:35 »

P.S.: Sollte ich Recht haben dass sehr sehr viele (ich sag mal 98%) durch praktische Beschäftigung mit dem Rollenspiel mit herausbekommen wäre es auch noch eine Interessante Sache zu erfahren warum man sich dann trotzdem mit der Theorie beschäftigt.
Weil Probleme auftreten, die sich mit der praktischen Beschäftigung nicht lösen lassen.
Deine 98% sind viel zu optimistisch. Spielrunden mit uneingeschränkter Zufriedenheit wirst du kaum finden. Wenn nur 2% der Spieler unlösbare Probleme mit Rollenspiel hätten, gäbe es vermutlich keine Rollenspieltheorie.
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« Antworten #37 am: 2.12.2009 | 19:34 »

[quote
Die Dinge, mit denen ich mich für gewöhnlich beschäftige, haben das nicht. Ich versuche zu verstehen, wie man RollenspielREGELWERKE besser macht.
[/quote]

Hm, wäre da die Zeit nicht besser in den Prototypen und Playtests gesteckt ?
Also wieder in praktischere Beschäftigung mit dem Spiel ?

@Großkommtur
Zitat
In dem Moment, in dem ich mir z.B. Gedanken darüber mache, was ich als Spielleiter tue, wie ich es tue und warum ich es tue, öffne ich bereits das Tor zu einer neuen Dimension des Spielleitens für mich und somit auch für meine Mitspieler. Wenn das noch nicht reicht... was dann?
Hm, ich kaue grad auf der Aussage herum.
Ich kann mir doch wunderbar Gedanken über meinen Leitstil und wie ich etwas verbessern / ändern kann, ohne mich mit Formalismen aus der Rollenspieltheorie auseinanderzusetzen.

Zu 2)
Interessanter Vergleich, damit hast du mich auch fast, ich Stelle nur die Frage ob die Rollenspieltheorie a) so weit ist dass es was bringt (gut, zu subjektiv) spannender für mich b) ob man auf so einem hohen Niveau spielt dass einem dieser Theoretischer Unterbau etwas nützt, eben im Vergleich zum "rumfrickeln".


@Beral
Zitat
Weil Probleme auftreten, die sich mit der praktischen Beschäftigung nicht lösen lassen.
Magst du ein Beispiel bringen ?
Cool wäre eines das nicht auf die zwischenmenschlichen Differenzen eingeht. Denn da wäre ich (zu unrecht ?) schnell mit dem Argument bei der Hand dass man dafür keine Rollenspieltheorie sondern Sozialkompetenz braucht.

Danke für eure Meldungen soweit Smiley
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« Antworten #38 am: 2.12.2009 | 19:58 »

Zitat
- Regelwerk besser beherrschen lernen
- NSCs ausarbeiten
- Ausrüstung entwerfen
- Improvisationstalent üben

Für das erste : nein, das ist grösstenteils durchpauken und verstehen, ebenso das dritte, wo etwas Kreativität gefragt ist ( aber auch die kann man trainieren ).
Für das zweite : bedingt, denn diese NSCs können, wenn sie richtig pilotiert werden, einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Spieler nehmen. Und dafür muss mansich der Wirkung gewisser Spieltechniken und ihrer Risiken bewusst sein.
Für das vierte : sowas muss man wirklich durch Anwendung üben, aber es gibt durchaus Elemente, die man aus dem Theoriebereich übernehmen kann, um in diesem Bereich besser zu werden.

Grosskomturs Kommentar zur Musiklehre kann ich übrigens aus eigener Erfahrung bestätigen. Man MUSS sich nicht mit Rollenspieltheorie beschäftigen, aber manchmal hilft es, das Grosse Ganze zu verstehen und die Reaktionen seiner Spieler besser einschätzen zu können.
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« Antworten #39 am: 2.12.2009 | 19:59 »

Zitat
Hm, wäre da die Zeit nicht besser in den Prototypen und Playtests gesteckt ?

Ich würde sagen, das ist sowieso ein hochgradig theoretisches Feld. Und wenn man dann nicht DSA kopieren will, braucht man schon etwas Abstraktion.
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« Antworten #40 am: 2.12.2009 | 20:24 »

Zitat
@Großkommtur

Zitat
In dem Moment, in dem ich mir z.B. Gedanken darüber mache, was ich als Spielleiter tue, wie ich es tue und warum ich es tue, öffne ich bereits das Tor zu einer neuen Dimension des Spielleitens für mich und somit auch für meine Mitspieler. Wenn das noch nicht reicht... was dann?

Hm, ich kaue grad auf der Aussage herum.
Ich kann mir doch wunderbar Gedanken über meinen Leitstil und wie ich etwas verbessern / ändern kann, ohne mich mit Formalismen aus der Rollenspieltheorie auseinanderzusetzen.

Sobald Du Dir wunderbar Gedanken über Deinen Leitstil und wie Du etwas verbessern/ändern kannst machst, hast Du schon den ersten Schritt in Richtung Rollenspieltheorie gemacht. Das eine schließt das andere nämlich nicht aus. Wink


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« Antworten #41 am: 2.12.2009 | 20:49 »

Ich kann mir doch wunderbar Gedanken über meinen Leitstil und wie ich etwas verbessern / ändern kann, ohne mich mit Formalismen aus der Rollenspieltheorie auseinanderzusetzen.
Damit unterscheidest du dich von den Theoretikern nur im Grad der verwendeten Formalismen. Letztere sind für die Theoretiker aber auch nicht das Ziel, sondern nur sprachliche Werkzeuge, um miteinander kommunizieren zu können. So wie wir beide gerade Formalismen verwenden, um unsere Meinungen auszutauschen.

Cool wäre eines das nicht auf die zwischenmenschlichen Differenzen eingeht. Denn da wäre ich (zu unrecht ?) schnell mit dem Argument bei der Hand dass man dafür keine Rollenspieltheorie sondern Sozialkompetenz braucht.
Zwischenmenschliche Differenzen sind eines der wichtigsten Felder der Rollenspieltheorie überhaupt. Sozialkompetenz ist dagegen kein Allheilmittel. (Außerdem ist Sozialkompetenz nicht angeboren, sondern muss trainiert werden, was mit theoretischer Fundierung effektiver ist.) In meiner Stammrunde, die aus sozial kompetenten Menschen besteht, konnten wir die gruppeninternen Konflikte nie lokalisieren und lösen. Wir spürten die unangenehmen Auswirkungen von divergierenden Interessen, aber sahen nicht die Ursachen. Hätte ich damals schon das theoretische Wissen von heute, so wäre es uns möglich, die Spielweise oder die Erwartungen an das Spiel zu ändern, um für alle Beteiligte mehr Spaß und Zufriedenheit zu erreichen.

Es müssen aber auch nicht zwischenmenschliche Differenzen sein. Du kannst dich mit ganz grundsätzlichen Rollenspielfragen befassen. Wie wirken sich Regeln auf das Spielerlebnis aus? Welche Regelarten unterstützen welche Spielstile? Können bestimmte Regelarten bestimmte Spielstile hemmen? Wodurch zeichnen sich Spielstile überhaupt aus? Was macht Rollenspiel attraktiv und wie können wir das fördern? Kann Rollenspiel über den reinen Spaß hinaus sinnvoll und nützlich sein?

An einigen Fragen sieht man, dass Theorie sich gar nicht zwingend mit der Lösung bestimmter Probleme befassen muss. Für die bisherige Entwicklung der Rollenspieltheorie sehe ich jedoch Problemlösungen als treibende Komponente an. Extrem subjektiv, aber so empfinde ich das.
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