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24.05.2012 | 11:01

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Autor Thema: Gesinnung - Ja, welche denn?  (Gelesen 2664 mal)
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Dr.Boomslang
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Dr.Boomslang

« Antworten #25 am: 25.08.2009 | 23:17 »

Auch die tatsächliche Gesinnung ist mit Bedacht zu benannt, denn sie ist eben keine externe Gesinnung, sondern spiegelt wieder wie die Gesinnung anhand der tatsächlichen Handlung zu bewerten ist.
Tatsächlichkeit impliziert allerdings einen externen, absoluten Beobachter. Dieser kann nur jemand sein der zumindest so viel Wissen über die Spielwelt hat wie der SL (also im Prinzip auch ein Gott o.ä. innerhalb der Spielwelt).

Was Gesinnung darstellt kann ja letztlich ohnehin nur durch die Spielpraxis bestimmt werden (Wer ist wie an der Bestimmung beteiligt?).
Tatsächliche- und Fraktionsgesinnung könnten z.B. in der Spielpraxis nahezu gleich über einen "Gesinnungsgraphen" auf Milimeterpapier anhand der Bewertung einzelner Handlungen nachgehalten werden. Der einzige Unterschied wäre dass bei TG alle Handlungen in Betracht kommen die der SL kennt (also alle) und bei FG nur diejenigen die die entsprechenden Autoritäten innerhalb der Spielwelt kennen (also potentiell weniger, die Spielwelt bildet sozusagen eine Art Puffer).

IG ist hingegen eigentlich nur eine explizite Reflexion über den Charakter und sagt viel mehr über den Charakter als über die Gesinnung. Dazu kann ja eigentlich nur der Spieler des Charakters etwas sagen.
Ein Charakter der sich als gut sieht aber schrecklich böse ist, wäre hierbei gut, würde sich aber schlecht fühlen, weil er diese guten Ideale nicht erreicht. Auch jemand der verführt wurde böses zu tun aber glaubt dies sei gut wäre gut.
Man kann annehmen dass diese Kategorie kaum dass ist was bei D&D gemeint war, aber durchaus das was manche spielen, wenn sie sagen sie spielen "ohne Gesinnung", denn so ist Gesinnung nur eine kreative Komponente des persönlichen Charakterspiels.

Wie immer sollte man eigentlich nicht darüber diskutieren was irgend ein Spielelement ist oder wie es gemeint ist, sondern darüber was man damit in seinem Spiel anfangen möchte, welche Funktion es erfüllen soll. Für Gesinnungen sind diese drei Kategorien dabei der richtige Ansatz.
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Zornhau
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Zornhau

« Antworten #26 am: 26.08.2009 | 20:57 »

Tatsächliche Gesinnung -
Gesinnung als die Abbildung der moralischen Interpretation der Taten des Charakters


Hier spielen nicht die Ideale des Charakters die entscheidende Rolle, sondern die wirklichen Taten des Charakters. Wenn ein Charakter nominell als *Böse* gelten würde, sei es weil er der Fraktion der *Bösen* angehört oder weil er auf *Böses* aus ist, aber trotzdem Taten vollbringt, die als *Gut* interpretiert werden müssen (Waisenkinder verpflegen etc.), dann wird seine Gesinnung mehr und mehr in die Richtung des *Guten* verschoben.
"Tatsächlich" sind die im Eingangsbeitrag aufgeführten Gesinnungssichten ALLE.

Die hier vorgestellt Gesinnungssicht ist auch nicht wirklich sinnvoll, da es KEINE ABSOLUTE "tatsächliche" Gesinnung geben wird.

Was hier falsch verstanden wurde:

Das, was man z.B. auf einem Alignment-Graphen oder mit Personal Traits oder Tugenden usw. festhalten kann, ist die EFFEKTIVE Gesinnung, wie sie IN DER SPIELWELT wahrgenommen wird.

Daher ist es auch DER SPIELLEITER, der die Bewertung von Handlungen in der Spielwelt vornimmt und deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Spielwelt zum Verhalten des Charakters ermittelt.

Zur Spielwelt gehören - gerade bei Fantasy-Welten - effektiv EXISTIERENDE und an den Charakteren interessierte Gottheiten. Daher ist z.B. das Verhalten eines Lawful-Good-Paladins deutlich stärker "unter Beobachtung" als das Verhalten eines "normalen" Lawful-Good-Kämpfers. Und in Spielwelten mit sehr weit "entfernten" Gottheiten, wird das auch nicht immer der Fall sein, sondern nur die Taten, die sich in der Spielwelt HERUMSPRECHEN werden hier Auswirkungen haben.
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