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Fantasykommunismus
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Thema: Fantasykommunismus (Gelesen 1218 mal)
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Waldviech
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Waldviech
Re: Fantasykommunismus
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Antworten #25 am:
6.02.2012 | 19:44 »
Zitat
Als Adam grub und Eva spann, wo war denn da der Edelmann?
Japp - wurde allerdings mit "Noahs Fluch" widerlegt. Zumindest nach mittelalterlichem Welt- und Geschichtsverständnis.
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Gerd
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gerdio
Re: Fantasykommunismus
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Antworten #26 am:
6.02.2012 | 19:50 »
Ok, ich musste jetzt nachschauen was der Spruch bedeutet. Okay, vermerkt als Anspielung auf eine Utopie.
Aber was ist Noahs Fluch?
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Waldviech
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Waldviech
Re: Fantasykommunismus
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Antworten #27 am:
6.02.2012 | 20:03 »
Die mittelalterliche Begründung dafür, dass die Menschen ungleich sind: Noah hat seinen Sohn Ham und dessen sämtliche(!) Nachfahren dazu verflucht, in Knechtschaft zu leben*. Aus diesem Grund gibt es, so die Machthaber des Mittelalters, Herren und Knechte in der Welt. Das war das Gegenargument zu "Als Adam pflug und Eva spann...". Der Spruch wiederum war eine beliebte Kampfparole aufständischer Bauern.
In späteren Zeiten hat man das selbe Argument mit Noahs Fluch gebraucht, um die Versklavung der Schwarzafrikaner zu rechtfertigen.
*Übrigens deswegen, weil Ham gesehen hat, wie sein Vater nackt und besoffen in seinem Zelt lag. Ham hat seinen Vater darauf hin nicht zugedeckt, was schonmal sein erstes Vergehen war. Sein zweites Vergehen bestand darin, seinen Brüdern zu erzählen, dass Papi nackt und besoffen im Zelt liegt. Interessant, was alles ausreicht, um bis ans Ende aller Zeiten mit ewiger Knechtschaft verflucht zu werden...
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Letzte Änderung: 6.02.2012 | 20:05 von Waldviech
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Gerd
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gerdio
Re: Fantasykommunismus
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Antworten #28 am:
6.02.2012 | 20:27 »
Ah okay! Danke dir!
Ich kenn die Geschichte mit Ham und Sem nur aus der Sprachwissenschaft. Da gabs im 19. Jahrhundert die (rassistisch motivierte) Annahme dass die Sprachen von den drei Söhnen Noahs abstammen. Nur ist mir da die Bezeichnung Noahs Fluch nicht untergekommen. Oder wahrscheinlicher ist dass ich es einfach überlesen habe.
Aber nochmal nachgehakt: Warum muss eine mittelalterliche EDO-Fantasy denn auf den Prinzipien des europäischen Mittelalters beruhen? Man kann doch einfach andere soziale Strukturen nehmen und die ein wenig abwandeln? Als Beispiel nochmal das präkolumbianische Amerika das mancherorts schon demokratische Strukturen hatte als bei uns noch das dunkelste Mittelalter herrschte.
Oder noch einfacher wärs einfach die spanische Revolution als Vorbild zu nehmen. Einfach einen Bauernaufstand, der von verschiedenen Gruppen initiiert und mitgetragen wird hinsetzen und dann kann man schon wählen was man macht. In den jeweiligen Extremen wär das:
Anarchie: die Führungspersönlichkeiten sind nur die Sprachrohre der Bewegung und reine Idealisten und wollen tatsächlich eine egalitäre Gesellschaft
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Pyromancer
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Pyromancer
Re: Fantasykommunismus
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Antworten #29 am:
6.02.2012 | 20:47 »
Es gab in Deutschland im Umfeld der Bauernkriege etliche Experimente, was das gleichberechtigte Zusammenleben angeht - meist religiös motiviert, mit einer "gleicheren" Herrscherkaste und recht kurzlebig (z.B. das "neue Jerusalem" in Münster). Da lohnt ein Blick in die Geschichtsbücher, viel Phantasie muss man da gar nicht investieren.
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Feuersänger
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #30 am:
6.02.2012 | 20:54 »
Zitat von: Borbel das Eichhorn am 6.02.2012 | 20:27
Aber nochmal nachgehakt: Warum muss eine mittelalterliche EDO-Fantasy denn auf den Prinzipien des europäischen Mittelalters beruhen? Man kann doch einfach andere soziale Strukturen nehmen und die ein wenig abwandeln?
A) Stichwort: Zugänglichkeit des Vorstellungsraums
B) Es besteht auch die Gefahr, dass der Leser/Spieler eine solche Gesellschaft als zu idealisiert und bonbonfarben und damit uninteressant findet. Das gilt übrigens auch für meinen vorherigen Vorschlag mit der "gutartigen Theokratie".
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Zitat von: Heretic am 11.09.2010 | 19:58
Erikson, halte dich bitte aus dieser Diskussion raus.
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tartex
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #31 am:
7.02.2012 | 02:04 »
Zitat von: Feuersänger am 6.02.2012 | 20:54
A) Stichwort: Zugänglichkeit des Vorstellungsraums
Ich glaube der Vorstellungsraum wird sowieso eher von Filmen und Romanen, die 20./21._Jahrhundert-Mentalität in den Mittelpunkt stellen, geprägt. Ob jetzt "Inka-Kommunismus" oder Leibeigentum, beim Großteil der Spieler setzt sich der Vorstellungsraum wohl eher aus Buttkicking und/oder Tavernen-Stimmungsromantik zusammen. Ich würde mir da keine Sorgen machen.
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #32 am:
7.02.2012 | 08:32 »
Zitat von: Feuersänger am 6.02.2012 | 20:54
B) Es besteht auch die Gefahr, dass der Leser/Spieler eine solche Gesellschaft als zu idealisiert und bonbonfarben und damit uninteressant findet. Das gilt übrigens auch für meinen vorherigen Vorschlag mit der "gutartigen Theokratie".
Ich denke hier muss man die Umgebung einer solchen Gesellschaft stark einbeziehen. Um mal auf ein Beispiel mit utopischem Kommunismus einzugehen: Die Bewohner von Morus Utopia sind ganz offenbar total supi und vernunftbegabt, brauchen kein Gold und arbeiten alle für das Wohl der Gemeinschaft. Betrachtet man aber nur ihre Aussenwirkung auf die umgebenden Staaten so hat man das Bild eines mit Hinterhalt und Tücke agierenden imperialistischem Hegemon der im Kriegsfall keine Probleme damit hat auch den gegnerischen Anführer mit angeheuerten Attentätern zu töten, Staaten gegeneinander aufzuhetzen, Söldner abzuwerben und ähnliche Aktionen zu starten oder fremde als Sklaven zu nehmen. Und so sehr da auch gesagt werden kann - "ist doch besser als ellenlange Stellungskriege, besser ein Herrscher stirbt als tausende Soldaten, noch dazu unsere eigenen!" - vieles davon würde man in einer Fantasywelt schlichtweg als böse bezeichnen.
Kurzum: In einer sich selbst als Ideal stilisierenden Gesellschaft werden Methoden sehr viel weniger als die Ziele hinterfragt, und der Wert der Meinung der anderen ist recht gering. Man kann die Gesellschaft also gleichzeitig idealisieren und dennoch als Schrecken für alle ausserhalb dieser Gesellschaft darstellen. Die Spieler könnten sowohl Teil der Gesellschaft sein, und halt z.B. auf eine Attentats oder Propagandamission geschickt werden als auch ihre Heimat gegen diese Gesellschaft verteidigen wollen.
«
Letzte Änderung: 7.02.2012 | 08:37 von Arldwulf
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Thot
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #33 am:
7.02.2012 | 16:16 »
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #34 am:
7.02.2012 | 18:34 »
Zitat von: Arldwulf am 7.02.2012 | 08:32
Ich denke hier muss man die Umgebung einer solchen Gesellschaft stark einbeziehen. Um mal auf ein Beispiel mit utopischem Kommunismus einzugehen: Die Bewohner von Morus Utopia sind ganz offenbar total supi und vernunftbegabt, brauchen kein Gold und arbeiten alle für das Wohl der Gemeinschaft. Betrachtet man aber nur ihre Aussenwirkung auf die umgebenden Staaten so hat man das Bild eines mit Hinterhalt und Tücke agierenden imperialistischem Hegemon der im Kriegsfall keine Probleme damit hat auch den gegnerischen Anführer mit angeheuerten Attentätern zu töten, Staaten gegeneinander aufzuhetzen, Söldner abzuwerben und ähnliche Aktionen zu starten oder fremde als Sklaven zu nehmen. Und so sehr da auch gesagt werden kann - "ist doch besser als ellenlange Stellungskriege, besser ein Herrscher stirbt als tausende Soldaten, noch dazu unsere eigenen!" - vieles davon würde man in einer Fantasywelt schlichtweg als böse bezeichnen.
Kurzum: In einer sich selbst als Ideal stilisierenden Gesellschaft werden Methoden sehr viel weniger als die Ziele hinterfragt, und der Wert der Meinung der anderen ist recht gering. Man kann die Gesellschaft also gleichzeitig idealisieren und dennoch als Schrecken für alle ausserhalb dieser Gesellschaft darstellen. Die Spieler könnten sowohl Teil der Gesellschaft sein, und halt z.B. auf eine Attentats oder Propagandamission geschickt werden als auch ihre Heimat gegen diese Gesellschaft verteidigen wollen.
Naja, die Aussenwirkung eines solchen Staates muss dann aber von aussen so negativ beeinflußt worden sein. Oder war das jetzt nur ein Beispiel was man machen könnte? Ich geh halt einfach davon aus, dass die Bewohner einer Utopie sich auch ihren Idealen entsprechend verhalten.
Ich find die Idee "alternative" Regierungsformen in das Fantasygenre einzubringen gut. Wenn ich so drüber nachdenke dann sind die typischen Herrschaftsformen in 90% der Settings die ich gesehen habe Monarchie, Aristokratien und gelegentlich mal Magokratien oder Plutokratien. Aber immer totalitär. Das hat doch langsam schon gehörig Staub angesetzt.
Oioioi, ich hätt grad grosse Lust als Spieler eine Kampagne zu erleben in der die Feudalordnung gestürzt wird. Endlich mal kein "Oh ja lieber Herrscher wir holen die Prinzessin zurück!" oder "Natürlich kümmern wir uns um die Feinde die das Reich bedrohen!". Nein, endlich mal den König stürzen, die Adligen entmachten, die Besitztümer der Reichen beschlagnahmen und die Priester in die jeweilige Hölle schicken: "Für das Volk! Für das Volk!"
Mal ehrlich, wer ausser Helden (sorry, aber hier muss die DSA-Bezeichnung rein), also wer ausser Helden ist denn dazu da die Welt zu einem besseren Ort zu machen?
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Letzte Änderung: 7.02.2012 | 18:36 von Borbel das Eichhorn
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tartex
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #35 am:
7.02.2012 | 18:39 »
Zitat von: Borbel das Eichhorn am 7.02.2012 | 18:34
Mal ehrlich, wer ausser Helden (sorry, aber hier muss die DSA-Bezeichnung rein), also wer ausser Helden ist denn dazu da die Welt zu einem besseren Ort zu machen?
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Gerd
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #36 am:
7.02.2012 | 18:41 »
Zitat von: tartex am 7.02.2012 | 18:39
Elfen.
Autsch. Ja, der hat gesessen. Dabei hasse ich Elfen im Normalfall doch!
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #37 am:
7.02.2012 | 18:43 »
Zitat von: Borbel das Eichhorn am 7.02.2012 | 18:34
Naja, die Aussenwirkung eines solchen Staates muss dann aber von aussen so negativ beeinflußt worden sein. Oder war das jetzt nur ein Beispiel was man machen könnte? Ich geh halt einfach davon aus, dass die Bewohner einer Utopie sich auch ihren Idealen entsprechend verhalten.
Ich find die Idee "alternative" Regierungsformen in das Fantasygenre einzubringen gut. Wenn ich so drüber nachdenke dann sind die typischen Herrschaftsformen in 90% der Settings die ich gesehen habe Monarchie, Aristokratien und gelegentlich mal Magokratien oder Plutokratien. Aber immer totalitär. Das hat doch langsam schon gehörig Staub angesetzt.
Es gibt für Midgard den Quellenband "Thalassa", der einen anarchischen Stadtstaat beschreibt.
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Gerd
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Re: Fantasykommunismus
«
Antworten #38 am:
7.02.2012 | 18:57 »
Cool! Danke für den Tip, mit Midgard kenn ich mich leider überhaupt nicht aus. Aber ich hab jetzt gegoogelt und der Band hat durchweg gute Kritiken bekommen, ich denk den werd ich auf meine Wunschliste setzen. Interessiert mich wie das Thema umgesetzt wurde. Auch wenn es nicht ganz meine Vorstellungen trifft, laut Rezension steht da:
Zitat
Eine Stadt wie Thalassa zieht auch Geheimbünde und andere nicht in der Öffentlichkeit operierende Organisationen an. Selbst die Kinder von Thalassa haben sich organisiert und so streifen eine Vielzahl von Banden durch die Stadt im ständigen Kampf um Überleben verstrickt.
Auch von einem Bettelkönig ist die Rede. Das scheint stark darauf abzuzielen dass eine fehlende Ordnung und Hierarchie gleichzeitig Platz für Kriminalität schafft. Das dürfte in einer anarchistischen Gesellschaft imho nicht passieren. Aber der Band klingt trotzdem sehr interessant.
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Arldwulf
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Re: Fantasykommunismus
«
Antworten #39 am:
7.02.2012 | 19:46 »
Zitat von: Borbel das Eichhorn am 7.02.2012 | 18:34
Naja, die Aussenwirkung eines solchen Staates muss dann aber von aussen so negativ beeinflußt worden sein. Oder war das jetzt nur ein Beispiel was man machen könnte? Ich geh halt einfach davon aus, dass die Bewohner einer Utopie sich auch ihren Idealen entsprechend verhalten.
Oh, das tun sie!
Aus ihrer Sicht ist es vollkommen sinnvoll die eigene Effektivität exportieren zu wollen, sei es durch Kolonien oder indem man die Nachbarländer dazu bringt ähnlichen Idealen zu folgen. Das dies Konflikte bringt mit Leuten die ihr Land nicht verlieren wollen ist klar, aber allein der Gedanke das Land könnte jemandem "gehören" anstatt für alle da zu sein ist doch abstrus, oder? Den "bösen" König Thodan umzubringen der dort gegen das ist was doch den idealen Staat repräsentiert ist nun wirklich ein kleineres Übel gegenüber dem größerem Übel eines Krieges in dem tausende sterben würden. Oder nicht?
Der Spruch mit den 2 Wölfen und dem Lamm die über das Mittagessen abstimmen ist hier nicht falsch - in einer auf Gemeinschaft ausgelegten Gesellschaft (ob nun Demokratie oder Kommunismus) zählt das verbindende Ideal mehr als die Meinung von einzelnen Minderheiten oder Leuten ausserhalb der Gesellschaft. Das ist also nicht Folge eines äusseren Einflusses, sondern die logische Folge aus derartigen Gesellschaftsformen. Vor allem aber wäre eine solche idealisierte Gesellschaft natürlich (verglichen mit der klassischen mittelalterlichen Fantasywelt) ungeheuer effektiv. Alles - Magie und sämtliche Arbeitskraft wird in den Dienst der Gesellschaft gestellt. Das kann nur zu einem großem Ungleichgewicht zwischen den Völkern führen, und damit Konflikte schüren.
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Czechbot
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #40 am:
7.02.2012 | 19:52 »
Also irgendwie muss ich hier meinen Senf dazu geben
Es wurde erwähnt, dass Bauernaufstände gegen den Adel immer scheiterten. Dies ist so nicht die vollständige Wahrheit. Eines der größten Schockerelebnisse des Mittelalters, frühen Renaissance ist die Hussitenbewegung, welche in weiten Teilen von einer großen Gleichheit aller Menschen ausging. Es kam zu einem Aufstand von Adelsteilen, und vor allem von Bauern, welche sich solidarisierten und gemeinsam einen mächtigen Gegner (kath. Kirche) zunächst vernichtend schlugen und in den darauf folgenden Jahren begannen eine neue Gesellschaftsform aufzubauen.
Wenngleich die Unterschiede zum Kommunismus eklatant sind, z.B. durch die Tatsache, dass es sich um eine Glaubensbewegung handelte, gibt es an Kommunismus erinnernde Facetten.
1. Hohe gesellschaftliche Durchlässigkeit, Geburt entscheidet nicht über soziale Stellung
2. Internationalismus, Sprach- und Ländergrenzen überschreitende Verbreitung
3. Teilweise Ablehnung von Besitz. Wer die Stadt Tábor betrat musste allen weltlichen Besitz abgeben,welcher fortan Allgemeingut war. Nach Fähigkeiten bekam man dann Einsätze zugewiesen.
4. Revolutionäre (von der Wurzel her rührende) Ansätze, wie Meinungs- und Glaubensfreiheit.
Eine mögliche Anwendbarkeit für Fantasy Settings ergibt sich also, man möge mich ergänzen, wie folgt:
a) Heldengruppen werden nach Bedarf und Fähigkeiten zusammengestellt, alle Schätze gehen an das Volk, EP dürfen behalten werden
b) Liberale Gedankenwelt, wie in Fantasy üblich ist kein Problem
c) Man kann auch ohne einen adligen Hintergrund zu haben Heere anführen,oder Land besitzen.
d) Verschiedene Rassen könnten Teil der gleichen Gesellschaft sein, vs. Elfen, Zwerge, Orks etc. lehnen Gesellschaftsform ab.
...
Zu guter letzt könnte man noch den stets modernen John Rawls mit seinem utopistischen Gedankenkonstrukt zu Hilfe nehmen und sich vorstellen wie man als mittelalterlich denkender Mensch (also vor allem 3. Stand) sich eine ideale Gesellschaft vorstellte.
Grüße,
Czechbot
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #41 am:
8.02.2012 | 12:15 »
Die Hussiten hatten allerdings eine überlegene Kampftechnik, nämlich Wagenburgen mit Schusswaffen. Und es war soweit ich weiss eine nationale Bewegung.
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Feuersänger
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #42 am:
8.02.2012 | 12:28 »
Und auch da war nach knapp 15 Jahren der Spuk vorbei.
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Zitat von: Heretic am 11.09.2010 | 19:58
Erikson, halte dich bitte aus dieser Diskussion raus.
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #43 am:
8.02.2012 | 12:34 »
...wobei das in einer Fantasywelt ja nicht ebenso sein müsste. Ich muss sagen, dass ich die Idee eines egalitären Fantasystaates mit "Paladinen des Volkes" u.ä. wirklich mal ganz erfrischend fände. Daher finde ich ja auch Andoran bei Pathfinder-Golarion so attraktiv (wobei das ansich eher eine Fantasy-USA wäre, aber immerhin - mal kein doofer König!)
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ErikErikson
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #44 am:
8.02.2012 | 12:37 »
ja, das wär cool. ich hab das mal in der G7 probiert, um die Bösen nicht ganz so böse darzustellen. Die haben dann halt die Götter abgelehnt, weil die "Opium fürs Volk" sind und statdessen magie (Technik) genutzt, die sie dann auch für alle freischalten wollten. Da haben sich die Spieler aber doch recht schnell an "Kill em all, let God choose his own" gehalten.
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Re: Fantasykommunismus
«
Antworten #45 am:
8.02.2012 | 13:00 »
Tjaja - da hat die kiesowsche Indoktrinierung wohl gut funktioniert.
("WAS?! Verbesserung der Lebensumstände für Alle? Abschaffung des alteingesessenen Schweinesystems?! Blasphemie! Das ist UNAVENTURISCH!!!")
Ich befürchte mal, man müsste in diesem Falle einigen Spielern vorher klar machen, dass die als flauschig und märchenhaft wahrgenommenen mittelalterlichen Feudalstrukturen, an die man sich in der Fantasy so gewöhnt hat, in einer solchen Kampagne mal nicht so nett und freundlich wären wie sonst.
Im Übrigen gäbe das auch eine recht nette Möglichkeit, das Prinzip aus dem Herren der Ringe mal umzudrehen. Ich erinnere mich vage an eine sozialistische Interpretation von Tolkiens Monumentalwerk, das recht schonungslos Tolkiens ziemlich reaktionäre Grundmaximen "offengelegt" und kein gutes Haar dran gelassen hat. Der Lesart folgend könnte man dann mal eine Art "Gutes Isengard" basteln, in dem Vertreter so ziemlich aller Völker (inklusive Orks) gemeinsam am Aufbau einer besseren Welt arbeiten. Bauern werden nicht mehr unterdrückt, Magier können ohne Furcht vor wütenden Mobs oder intriganten Magiergilden echte Forschung treiben, Orks dürfen am Tageslicht wandern ohne auf Sichtweite umgebracht zu werden...
Das Ganze findet natürlich ohne irgend ein böses Dämonengefudel im Hintergrund statt (die egalitäre Republik braucht keinen Sauron als Schirmherren). Natürlich hat das ganze reaktionäre Fürstenpack was gegen die neue Stadt...
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Re: Fantasykommunismus
«
Antworten #46 am:
8.02.2012 | 13:18 »
Ich geb einfach mal ein +1 zu Czechbots Ausführung ab.
Ob die Hussitenbewegung nach 15 Jahren zu Ende war oder nicht sagt ja nichts darüber aus ob sie als Gesellschaftsform funktioniert hat oder nicht. Der Anarchosyndikalismus in Nordspanien hat auch prächtig funktioniert bis die Franquisten einmarschiert sind. Die Five Nations ebenso bis zu ihrer Zerstörung. Ob Christiania hier zählt weiss ich nicht, aber es könnte auch auf größerer Ebene funktionieren. Mexiko würde unter den Zapatisten wohl auch besser funktionieren als jetzt. Vielleicht ändert sich gerade mit den Studentenaufständen in Chile was. Also Beispiele und Anregungen findet man genug und gerade im Fantasygenre hat man die Möglichkeit das alles mal durchspielen.
Zitat von: Alter Giftmischer am 8.02.2012 | 12:37
ja, das wär cool. ich hab das mal in der G7 probiert, um die Bösen nicht ganz so böse darzustellen. Die haben dann halt die Götter abgelehnt, weil die "Opium fürs Volk" sind und statdessen magie (Technik) genutzt, die sie dann auch für alle freischalten wollten. Da haben sich die Spieler aber doch recht schnell an "Kill em all, let God choose his own" gehalten.
Ich hätt mich sofort auf die Seite der "Bösen" gestellt. Aber ich hab ja damals auch Kaiser Hal in "Die Attentäter" erdolcht...
edit: Ich war grad am Schreiben und hab das dann erst danach gelesen, deswegen muss ich nachtragen.
Zitat von: Waldviech am 8.02.2012 | 13:00
[..] Ich erinnere mich vage an eine sozialistische Interpretation von Tolkiens Monumentalwerk, das recht schonungslos Tolkiens ziemlich reaktionäre Grundmaximen "offengelegt" und kein gutes Haar dran gelassen hat. Der Lesart folgend könnte man dann mal eine Art "Gutes Isengard" basteln, in dem Vertreter so ziemlich aller Völker (inklusive Orks) gemeinsam am Aufbau einer besseren Welt arbeiten. Bauern werden nicht mehr unterdrückt, Magier können ohne Furcht vor wütenden Mobs oder intriganten Magiergilden echte Forschung treiben, Orks dürfen am Tageslicht wandern ohne auf Sichtweite umgebracht zu werden...
Das Ganze findet natürlich ohne irgend ein böses Dämonengefudel im Hintergrund statt (die egalitäre Republik braucht keinen Sauron als Schirmherren). Natürlich hat das ganze reaktionäre Fürstenpack was gegen die neue Stadt...
Das find ich verdammt cool, so stell ich mir eine tolle Kampagne vor
Wenn du irgendwann die Quelle nochmal findest bittebitte schick mir die!
«
Letzte Änderung: 8.02.2012 | 13:21 von Borbel das Eichhorn
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #47 am:
8.02.2012 | 13:29 »
Zitat von: Waldviech am 8.02.2012 | 13:00
Tjaja - da hat die kiesowsche Indoktrinierung wohl gut funktioniert.
("WAS?! Verbesserung der Lebensumstände für Alle? Abschaffung des alteingesessenen Schweinesystems?! Blasphemie! Das ist UNAVENTURISCH!!!")
Ich befürchte mal, man müsste in diesem Falle einigen Spielern vorher klar machen, dass die als flauschig und märchenhaft wahrgenommenen mittelalterlichen Feudalstrukturen, an die man sich in der Fantasy so gewöhnt hat, in einer solchen Kampagne mal nicht so nett und freundlich wären wie sonst.
Im Übrigen gäbe das auch eine recht nette Möglichkeit, das Prinzip aus dem Herren der Ringe mal umzudrehen. Ich erinnere mich vage an eine sozialistische Interpretation von Tolkiens Monumentalwerk, das recht schonungslos Tolkiens ziemlich reaktionäre Grundmaximen "offengelegt" und kein gutes Haar dran gelassen hat. Der Lesart folgend könnte man dann mal eine Art "Gutes Isengard" basteln, in dem Vertreter so ziemlich aller Völker (inklusive Orks) gemeinsam am Aufbau einer besseren Welt arbeiten. Bauern werden nicht mehr unterdrückt, Magier können ohne Furcht vor wütenden Mobs oder intriganten Magiergilden echte Forschung treiben, Orks dürfen am Tageslicht wandern ohne auf Sichtweite umgebracht zu werden...
Das Ganze findet natürlich ohne irgend ein böses Dämonengefudel im Hintergrund statt (die egalitäre Republik braucht keinen Sauron als Schirmherren). Natürlich hat das ganze reaktionäre Fürstenpack was gegen die neue Stadt...
Joah, das ist cool. Es greift allerdings direkt das Bild von der "guten" fantasywelt an, das mag nicht jeder. Dafür lässt sich jede klischehafte "Das Böse überfällt unser schuckeliges Reich des Lichts" Story entsprechend verändern, und von denen gibts wahrlich genug.
ich hatte das damals vorbereiten mit Ausflügen in die Ghettos der großen Städte, zwangsrekrutierungen, religiösem fanatismus, unfähige Vorgesetzte (war nicht schwer) usw. Es hat aber alles nix genutzt, sie standen treu zum Mittelreich. Das Problem war auch, das ich festgelegt hatte, sie dürften sich erst ganz am Schluss offen gegen ihre eigene Fraktion stellen, und vorher nur hintenrum intrigeren. Das ist auch ein Problem: Die Hälfte der Gruppe ist dann für die eine fraktion, die andere für die andere. Da muss man dann mit mehreren SC pro Spieler und so arbeiten.
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #48 am:
8.02.2012 | 19:27 »
Spielt ihr Fantasywelten wirklich so hell?
Nebenbei: Thalassa ist keine anarchistische Stadt im positiven Sinne, eher im negativen Sinne.
Den "Real Existierenden" (Fantasy-)Sozialismus (
) kennt Midgard auch, die Kolonie der Dunkelzwerge aus dem Zyklus der zwei Welten (ich glaube aus Band 3: Das Graue Konzil).
Ein leicht kommunistisch angehauchtes Fantasybeispiel sind meiner Meinung nach die Schlümpfe (obwohl es da auch Interpretationen gibt, die eher in die andere Richtung gehen).
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Re: Fantasykommunismus
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Antworten #49 am:
8.02.2012 | 19:52 »
Zitat von: root hog or die am 8.02.2012 | 19:27
Spielt ihr Fantasywelten wirklich so hell?
Ich würd sagen, das kommt halt drauf an.
In Low Fantasy gibt es im Allgemeinen keine scharfe Gut/Böse-Trennlinie, die Welt ist insofern eher "realistisch". Die Chance, dort auf eine "ideale" Gesellschaft zu treffen, ist minimal -- wenn man eine findet, die diesen Anschein erweckt, haben die garantiert eine Menge Leichen im Keller oder sind nur die Fassade für eine sinistre Agenda; anders gesagt: "Das dicke Ende kommt noch".
High Fantasy hingegen ist meist auf einem klaren Gut/Böse-Konflikt aufgebaut, sie lebt vom Kontrast. Hier findet man also sehr oft auf der Guten Seite stark idealisierte Gesellschaften. Oft sind das Monarchien mit gütigem und gerechtem König und wahrhaft edlem Adel, etwa wie bei Tolkien. Es gibt aber eben zuweilen auch andere Modelle, eben bis hin zur reibungslos funktionierenden Anarchie oder einer egalitären Meritokratie, oder eben so einer Art Fantasykommunismus.
Was es auch sei, es ist ganz natürlich dass diese Struktur sehr "hell" dargestellt wird, weil man sie als Kontrast zum "dunkel" der Gegenseite benötigt. Das ist quasi genredefinierend. Ohne "Die Guten" keine High Fantasy, behaupte ich jetzt einfach mal.
Es gibt natürlich noch mehr Untergenres und Mischformen, aber für die Zwecke dieses Threads kommen wir wohl mit diesen beiden Kategorien hin.
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Zitat von: Heretic am 11.09.2010 | 19:58
Erikson, halte dich bitte aus dieser Diskussion raus.
"I blame Wotc for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."
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