Pen & Paper - Spielsysteme > D&D4E
Was ist bei 4E falsch gelaufen...
Arldwulf:
Ist vielleicht auch so ein wenig eine selbsterfüllende Prophezeiung. Je weniger beschreibend man spielt, umso eher wird man diesen Eindruck auf das System übertragen. Und dann - weil man es als beschreibungsfrei erlebt hat, und so einschätzt als ob dies der einzige Weg ist verstärkt sich der Effekt. Und umgedreht ist dies der Fall wenn man beschreibend spielt.
Und dann ist es halt auch eine Frage der Erwartungshaltung. Habe ich eine Art und Weise wo ein Schadenszauber oder ein Angriff funktioniert, erwartet man gar nicht viel.
Niemand würde auf die Idee kommen in 3.5 drückt der Kämpfer einen Button wenn er angreift. Nicht weil er dort etwas anderes tut als in der. 4e, sondern weil es altbekannt ist, und noch etliche andere Charaktere diese Aktion machen könnten. Sie ist losgelöst vom Fluff, und darum erwartet den dort keiner.
Das ist bei der 4e anders, hier hat man einerseits den positiven Effekt, das es einen unterschied macht welche Finte ich mache oder welchen Schwerthieb, und über diese Unterschiede Beschreibungen einbringen kann. Aber andererseits auch den Nachteil: Tue ich dies nicht, so fehlt schnell etwas.
--- Zitat von: Wormys_Queue am 19.10.2014 | 15:43 ---Da hab ich in der 4e halt das Problem, dass die Powers systemdefinierend sind. Wenn mir die nicht gefallen, kann ich nur dem ganzen Spiel nichts mehr anfangen.
--- Ende Zitat ---
Stimmt sicherlich, doch "Power" ist ja nur der Übergriff für "Spezielle Dinge die man unter anderem im Kampf machen kann, wenn man zu einem bestimmten Thema (z.B. Kleriker, oder Elf, oder Oghmagläubig, oder besonders gut in Diplomatie) passt. Das können Zauber sein, kann ein Sprung oder eine besondere Herangehensweise in Ritualen sein. Aber du meinst sicher eher das dahinterstehende System, wann man eine Power bekommt, oder?
Haukrinn:
--- Zitat von: Vendes am 19.10.2014 | 15:48 ---Du könntest doch eine der Klassen spielen, die nicht so sehr auf Spezialangriffe zurückgreifen, sondern im Kampf vor allem von passiven Effekten und einer guten Positionierung leben.
--- Ende Zitat ---
Da hat Wormys_Queue aber definitiv recht, die gab es zu Beginn nicht. Und die Kritik war wahrscheinlich weiter verbreitet, sonst hätte man das nicht versucht durch die Essentials-Klassen anzugehen.
--- Zitat von: Wormys_Queue am 19.10.2014 | 15:43 ---Ich finde es einfach glaubwürdiger, wenn man unterschiedliche Fähigkeiten auch auf Regelebene unterschiedlich umsetzt. Das erleichtert mir einerseits den gedanklichen Einstieg in eine andere Klasse, andererseits ist es auch leichter, ein solches Subsystem auszutauschen, wenn es mir nicht zusagt. Wenn nur sagen wir der PF-Barde nicht gefällt, modifiziere ich ihn einfach nach meinem Gusto.
--- Ende Zitat ---
Gut, das ist eine zentrale Designfrage der man sich stellen muss. Für mich hat das damals einen Nerv getroffen der dazu geführt hat dass ich mich wieder mit D&D beschäftige. Von dem was vorher da war war das natürlich eine Abkehr. Unter der Prämisse der "Stammkunden" ist diese Entscheidung natürlich wieder fragwürdiger, für die "Neukundengewinnung" war so eine Vereinheitlichung aber eigentlich das einzig richtige (das man das trotzdem nicht geschafft hat da die anvisierten Zielgruppen ins Boot zu holen steht auf einem ganz anderen Blatt).
Vendes:
--- Zitat von: Dr. Jan Itor am 19.10.2014 | 15:56 ---Da hat Wormys_Queue aber definitiv recht, die gab es zu Beginn nicht. Und die Kritik war wahrscheinlich weiter verbreitet, sonst hätte man das nicht versucht durch die Essentials-Klassen anzugehen.
--- Ende Zitat ---
Ja, gut. Damit sind wir wieder bei dem Problem, dass die Wahrnehmung der Edition stark davon beeinflusst wird, wann man zum ersten Mal mit dem System in Berührung gekommen ist. Mir kommt es langsam so vor, als könnte das Hauptproblem gewesen sein, dass sich die Designer mit den ganzen Änderungen am Anfang vielleicht etwas übernommen haben. Das sieht man auch ganz gut an den Monstern im MM1, die teilweise echt seltsame Mechaniken und Werte haben. Das Monster-Design im MM3 kommt mir spielmechanisch so viel eleganter vor, dass der darin steckende Lernprozess schon beinahe greifbar ist.
Wormys_Queue:
--- Zitat von: Vendes am 19.10.2014 | 15:48 ---Du könntest doch eine der Klassen spielen, die nicht so sehr auf Spezialangriffe zurückgreifen, sondern im Kampf vor allem von passiven Effekten und einer guten Positionierung leben.
--- Ende Zitat ---
Ach das reine Spielen ist gar nicht so sehr das Problem, ich hab auch in den schlimmsten Edition War-Zeiten den Standpunkt vertreten, mir eine Mitwirkung als Spieler vorstellen zu können, wenn die Gruppe passt. Und wenn manche Sachen anders verlaufen wären, würde ich vielleicht immer noch bei Ardwulf in einer online-Runde mitspielen, wer weiss.
Normalerweise bin ich aber der Spielleiter, und ein System zu leiten, dass ich gar nicht mag, ist halt schwierig
@Ardwulf: was du ansprichst, spielt sicher auch eine Rolle, aber an Beschreibung hat's bei mir ja noch nie gemangelt. Die gleichmäßige Vergabe der Powers trägt sicher auch dazu bei, die Unterschiede zu verwischen. Aber es ist eben auch so, dass es eine Vielzahl an Powers gibt, die sich nicht grundlegend von denen anderer Klassen unterscheiden und quasi austauschbar sind. Und da ist mir dann ein Popelsatz Fluffbeschreibung einfach zu wenig.
Eulenspiegel:
1) Meta-Denken
Mich stört an DD4 das Meta-Denken.
Als Spieler muss ich mich fragen: "Setze ich die Power 'Get over here' jetzt ein oder lieber später?"
Mein SC stellt sich diese Frage jedoch nicht. Der kommt gar nicht auf die Idee, dass er die Fähigkeit später nicht nutzen kann, wenn er sie jetzt nutzt.
Und diese Meta-Denken stört mich extrem. Bei DD3 konnte man als Spieler so denken, wie auch der SC denken würde. In DD4 ist das nicht mehr möglich.
2) Einschränkung der Handlungsfreiheit
Desweiteren wird die Handlungsfreiheit durch die Powers extrem eingeschränkt:
Spieler: Ich möchte den Gegner mit meiner Waffe zurückdrängen.
SL: Hast du denn 'Silverstep'?
Spieler: Nein!
SL: Dann kannst du den Gegner auch nicht mit deiner Waffe zurückdrängen.
Spieler: OK, dann möchte ich den Gegner mit meinem Schild zurückschubsen.
SL: Hast du denn 'Tide of Iron'?
Spieler: Nein?
SL: Dann kannst du den Gegner auch nicht mit deinem Schild zurückschubsen.
Spieler: OK, dann schlage ich wenigstens mit voller Kraft auf den Gegner ein.
SL: Hast du denn 'Brute Strike'?
Spieler: Nein?
SL: Dann kannst du auch nicht mit voller Wucht zuschlagen.
Spieler: OK, dann greife ich halt einfach nur an.
Oder auch:
Spieler: Ich stelle mich vor unseren Gelehrten und blocke Angriffe gegen ihn, während er die Inschriften studiert.
SL: Hast du denn 'Interposing Shield'?
Spieler: Nein.
SL: Dann kannst du auch keine Angriffe gegen in blocken.
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