Die da wäre? 
Das Spielen einer Rolle, das Handeln und Erleben als Charakter?
@ Maarzan: Was ist denn diese eigentliche Funktion des Rollenspiels, die mir nur die abweichende Funktion des Spielleiters bescheren kann? Und was für eine Sorte Spielleiter meinst du genau? Und wenn ich Spielleiter bin, kann ich dann die eigentliche Funktion des Rollenspiels erfahren?
Die reguläre Funktion des Spielleiters entlastet den Spieler von ablenkenden/störenden Aufgaben und Informationen und sorgt dafür, dass das Spiel trotzdem konsistent abläuft.
Und nein, als Spielleiter kommst du nicht auf dieselbe uneingeschränkte Erfahrung wie als Spieler.
Okay, jetzt verstehe ich nur noch Bahnhof ...
Was verstehst du unter "Spielleiterfunktion"? Was unter "eigentlicher Funktion des Rollenspiels"? Was ist "Rollenspielfokus"? Und warum muss entweder der oder die "Spielleiterverantwortung" geopfert werden? Unter Rollenspielfokus würde ich erst mal einen Schwerpunkt auf Charakterausspielen verstehen, die sich ja nun kein bisschen mit der umfassenden Verantwortung der SL für alles außerhalb der Charaktere beißt - im Gegenteil, beides ergänzt sich bestens.
Wenn ich dich richtig verstehe, sitzt du einem ziemlich geläufigen Irrtum auf: Dass die Regeln sich darauf verlassen dürfen, dass die SL verantwortungsvoll handelt, während sie sich niemals darauf verlassen dürfen, dass die restlichen Spieler sich verantwortungsvoll verhalten. Für diese Annahme gibt es aber keinen Grund, da Nicht-SL genauso fähig (oder unfähig) zu verantwortungsvollem Gruppenhandeln sind wie SL.
Ich bleibe dabei: Die von dir behaupteten Nebenwirkungen haben überhaupt nichts damit zu tun, wie Erzählrechte durch die Regeln verteilt sind, sondern allein damit, ob sie von den Spielern (einschließlich der SL) verantwortungsvoll im Sinne des gemeinsamen Spielspaßes eingesetzt werden.
Wie gesagt, wenn "Erzählrechte für Spieler" nicht dein Ding sind, macht das ja nix; so was muss man nicht verwenden, es ist auch kein "besseres Rollenspiel" so was zu verwenden (genausowenig, wie das Spiel mit Battlemap "besseres Rollenspiel" ist oder das Spiel mit W6 statt mit W20), es passt halt einfach für manche. Aber zu behaupten, dass Erzählrechte für Spieler per Gummipunkt "keinem gerecht werden" ist schon ein ziemlich starkes Stück, wenn es offenbar haufenweise Gruppen gibt, die so etwas verwenden und als bereichernd empfinden.
Der Rollenspielfokus muss geopfert werden weil ein Fokus nur auf einer Sache liegen kann und sich Ansprüche und Interessen von Spielerrolle und Spielleiterrolle in dem meißten Varianten beißen.
Ein anständiger Spielleiter hat eine entsprechende Agenda einen von ihm angebotenen Spielstil zu unterstützen und für die Spieler zu präsentieren.
Die damit einhergehenden Ansprüche beißen sich mit der Auskostung dieser Agenda durch die Spieler: Wer eine Herausforderung überwinden will, will diese nicht selbst auf der Metaeben behandeln müssen oder von solchen Einflüssen verschoben sehen. Entsprechendes für Leute, die in ihre Charaktere Immersieren und eine konstístente Welt erleben oder Rätsel lösen wollen.
Die Verschiebung auf die Metaebene verändert den Charakter des Spiels erheblich.
Dazu ist da kein Irrtum. Es ist nicht das Problem, dass Spieler nicht verantwortlich handeln wollen/könnten, sondern dass ihnen einmal oft Informationen dazu fehlen und andererseits die damit einhergehende Verantwortung und Aufmerksamkeit auch entsprechend kostet und den Spielspaß schmälert, gerade wenn sie diese zusätzliche Rolle verantwortungsvoll füllen wollen.
Von viele Köche verderben den Brei oder aber erheblich steigenden Diskussionsbedarf um alles sauber unter einen Hut zu bekommen mal ganz abgesehen. Oder aber die erlebte Qualität an sich geht entsprechend deswegen runter.
Ob es einzelne Gruppen gibt, welche damit klar kommen ist unerheblich, wenn man generell über ein Handwerkzeug redet. Mit einer entsprechend homogenen oder auch anspruchslosen Gruppe wird das gehen - oder für den, der seine Gruppe dominiert oder es nicht anders kennt als dominiert zu werden.
Und so halte ich das Werkzeug für an sich untauglich. Jede Gruppe, welche da ohne Probleme mit klar kommt, würde ich einmal postulieren käme ohne diese Punkte auch klar. Für die meisten anderen hat es negative Nebenwirkungen.
@Boba Fett
Das mit der Mitgestaltung sehe ich als Strohmann. Es gibt innerhalb des Spiels der Figur wie auch dem unverpunkteten Vorschlagswesen genug Beteiligungsmöglichkeiten ohne die Punkte - gerade mit "erwachsenen" Mitspielern.
@Chruschtschow
Vielleicht die Altersgruppe dort von damals so 14 bis 20 und anderen, die nie aus der Pubertät rausgekommen sind?
Und im gleichen Sinn wie einen fixen Plot? Ich sage: Auch ja. Einfaches Gedankenexperiment: Zwei Spielrunden, beide spielen exakt das gleiche Abenteuer. Die eine wird von einem richtig guten Improvisator geleitet, der den Plot erst während des Spielens entwickelt. Die andere von einem richtig schlechten Vorbereiter, der alles durchstrukturiert hat. Im Erleben merken die Spieler keinen Unterschied außer dem, dass der eine gut und der andere schlecht ist.
Im Normalfall wird es früher oder später auffallen und dann ist den entsprechend Interessierten der Spaß versaut. Und spätestens wenn wie hier mit den Gummipunkten sich Leute offensichtlich am Fundament zu schaffen machen, ist es auch unübersehbar.
Und davon ab, je mehr Leute sich an der Sache - insbesondere autonom und ohne komplette Informatiosntransparenz - zu schaffen machen, um so mehr mögliche Bruchstellen werden produziert und damit eher früher als später auch brechen.
Bezgl. Alex:
Alex hat als Spieler keine Ahnung was der Hintergrund von Fall A ist. Entsprechend besteht die Chance das er dabei etwas voraussetzt, was mit diesem Hintergrund inkompatibel ist und irgendwann bricht dann dieser Wiederspruch unschön auf. Doppeltes Risiko dann wenn da nicht ein weiterer Fall irgendwo relativ unabhängig angesiedelt wird, sondern sich jemand ohne Peilung direkt im konsistenzkritischen Bereich austobt.