Pen & Paper - Spielsysteme > OD&D/AD&D/Klone & OSR
Welche Old School Spiele habt ihr gespielt?
Der Nârr:
Welche der alten D&D-Varianten und ihrer Abkömmlinge habt ihr gespielt?
AD&D2 vor Urzeiten (nur Spieler) - kann ich mich kaum dran erinnern, kam iirc nicht gegen DSA3 an.
Whitehack (nur Spieler) - ganz nette Lösungen, "OSR mit Aspekten", mir in manchen Dingen aber zu hart und zu eng konstruiert.
Lamentations of the Flame Princess (nur SL) - für mich das schönste Gesamtpaket, es deckt sehr vollständig einfach vieles ab, was in manchen OSR-Regelwerken mit mehr Seiten einfach nicht behandelt wird, ich finde es verdammt gut und präzise geschrieben. Auf den Weird-Kram kann ich verzichten -> ich habe noch kein offizielles Abenteuer geleitet, mir war das alles zu abgefahren und zu sehr "ätsch du bist tot", ich habe es aber sehr gut für mein eigenes Setting verwenden können.
Beyond the Wall (nur SL) - habe ich an anderer Stelle schon viel geschrieben. An sich finde ich es weniger präzise als LotFP, oft auch problematischer in den Regel-Lösungen, aber für Spieler ist es einfach sehr zugänglich. Leider einige Schwächen in der Umsetzung, z.B. sind die SC zu Beginn viel zu kampfstark durch Fortune Points, viele HP, extrem hohen Schaden (Stärke-Bonus auf Schaden!!)... wenn ein Stufe-1-Krieger mehr Schaden macht (1W10+5) als ein Oger (1W6+2) bzw. mit einem Riesen mit Riesenkeule konkurriert (2W8) dann läuft da m.E. etwas verkehrt. Bei uns konnten die Krieger jedenfalls bislang fast alles one-hitten, so dass Kämpfe nicht unbedingt als bedrohlich wirken. Und die Multiclass-Playbooks wie Novice Templar oder Future Warlord liefern extrem starke Charaktere, wo ich mich frage, wieso man noch einen reinen Schurken oder Krieger spielen sollte... Das ist etwas, was ich von OSR nicht erwarten würde. Wir spielen es trotzdem, da ich SL bin können mir die Balancing-Fragen ja egal sein, solang die Spieler glücklich sind und Monster mache ich eh eigene.
Stars Without Number (nur SL) - funktionierte bei uns nicht so gut, der Raumkampf war katastrophal, die Spieler kamen mit dem Skill-System nicht klar.
Welche besitzt ihr? Und welche plant ihr zu spielen?
Welche ich besitze finde ich eigentlich relativ uninteressant. Außer LotFP und BtW möchte ich auch keine OSR-Spiele spielen oder plane, sie zu spielen. Ein Mitspieler leitet gerne Whitehack, so dass ich das dementsprechend auch ab und zu mal spiele. Ich würde wohl noch gerne mal ACKS ausprobieren, aber eher als Spieler. Zum Leiten ist mir das schon zu komplex. Da es bei uns niemanden gibt, der "so etwas" leiten würde, bleibt es wohl beim Wunsch ;).
Was ist mit den Spielen, die ihr nicht spielen wollt?
Die schlachte ich eventuell für Material aus. So habe ich für LotFP die Monster aus LL verwendet, habe auch ein LL-Szenario geleitet, habe Dwimmermount in petto, das für LL gedacht ist... Letzten Endes finde ich die Lösungen aus BtW und LotFP überzeugender als die Lösungen anderer OSR-Spiele. Ich sehe mich jetzt nicht als OSR'ler in dem Sinne, dass ich immer den neuesten Hack brauche und jedem neuen Hype hinterher bin oder ein neues Regelwerk brauche, nur um die AC andersrum zu zählen oder eine Klasse mehr oder weniger zu brauchen. Ich wiege auch nicht ab "spiele ich jetzt Lamentations oder The Heroe's Journey oder Black Hack", bei mir ist es eher "spiele ich jetzt OSR (und das heißt Lamentations) oder spiele ich RuneQuest oder Savage Worlds".
Antariuk:
Gepielt
Labyrinth Lord - nur 2 Oneshots, die waren dafür aber richtig gut weil der SL das System gut vermittelt und dazu passend geleitet hat. Fühlte sich für mich sehr nach urigem D&D an und daher ideal für Dungeons und Desaster. Für längerfristige Sachen würde mir das allerdings irgendwann auf die Nerven gehen.
LoftFP - das Modul Death Frost Doom, ein anderes an das ich mich nur vage erinnere sowie Eigenbau vom SL davor/dazwischen. War ganz ok, auch wenn ich teilweise Probleme hatte die von den Modulen angepeilte "Weird" Atmosphäre mit dem Regelwerk in Einklang zu bringen. Da war meiner Erinnerung nach zwar nichts was total dagegen lief, aber auch nichts was irgendwie geholfen hat. Mag aber auch an der Gruppendynamik gelegen haben. Ich würde das System gerne nochmal versuchen (auch wenn ich J.E. Raggi für einen Idioten halte ;)), wobei ich jedoch glaube dass es insgesamt nix für mich ist.
Geleitet
Swords & Wizardry - ein eigenes Abenteuer in drei Sitzungen. Ich war neugierig wie sich S&W im Unterschied zu LL macht, dazu fehlte es hinterher dann aber an Regelinteraktionen in der Runde und Einsichtsmöglichkeiten meinerseits. Spielte sich aber nicht fühlbar besser oder schlechter als LL. Ich müsste wohl beide Systeme mal kurz nacheinander erneut lesen und leiten damit ich da eine Aussage machen könnte.
Interessiert an...
Beyond the Wall - weil alles was ich dazu gelesen habe sehr interessant klingt!
ACKS - wegen dem Domänensystem sieht das für mich nach einem 1a Kandidaten für einen Oldschool Hexcrawl aus, zumal es ja auch tolle Spielberichte zu ACKS gibt. Könnte man sicher gut als Basis benutzen und Details nach Wahl aus anderen OSRs einbauen. Wenn ich denn nur meine Gruppe mal dafür begeistern könnte... Seufz.
Nicht interessiert an...
DCC - die Module sollen größtenteils ja der Hit sein (hab selber nur 2-3 geblättert bisher), aber ich brauche nicht noch einen Totschläger in meinem Regal. Ist mir egal dass man in der Praxis nur einen Bruchteil von dem Inhalt wirklich referenziert, wenn ich das mit dem handlichen Heftchen von LL vergleiche ist für mich klar zu was ich greifen würde.
Teylen:
Welche der alten D&D-Varianten und ihrer Abkömmlinge habt ihr gespielt?
Labyrinth Lord - Kurz hier im Forum
Legends of the Flame Princess (iirc) - Kurz in zwei Online Runden
Welche besitzt ihr? Und welche plant ihr zu spielen?
Into the Odd
Human(ish)
Lamentations of the Flame Princess (Ein Buch)
Isles of the Unkown
A Red and Pleasant Land
Adventures in the East Mark
Wenn man's zu zählt:
Dungeon-/Gammaslayers
Aktuell habe ich keine Spielpläne damit.
Was ist mit den Spielen, die ihr nicht spielen wollt?
Spiele die ich nicht spielen will interessieren mich nicht.
Issi:
Hallo! :)
Was verstehst Du denn genau unter "Old School"?
Generell Spiele aus früheren, ersten und zweiten Editionen? (DSA 1-z.B?)Oder Solche mit klassischen Dungeon/Hack and Slay,?
Soweit ich weiß, kam das erste "Rollen"spiel aus einem Kriegssimulations- Tabletop- Spiel. Mit Armeen und Zinnsoldaten.
Das heißt, die Figuren waren tatsächlich "greifbar" und wurden hauptsächlich hin und hergeschoben.
Auch die "Welt" war sicht -und greifbar, in Form eines Spielbretts oder diverser Schlachtfelder.
Der Weg von Brett und Zinnfigur hin zur Phantasiewelt und Rolle war genau genommen das, was das Rollenspiel vom Tabletop/Brettspiel unterschied und für neue Spieler so reizvoll machte. So konnten sie selbst zum Helden werden und Teil einer Geschichte sein, die sie sonst nur in Büchern lesen oder in Filmen sehen. Die Welt war außerdem nicht länger auf ein Spielfeld begrenzt sondern entstand in der eigenen Phantasie. Quasi mehrdimensional (In der Phantasie können die Spieler überall hinreisen und mit dabei sein.)
Ein Vergleich mit der Entwicklung im "Kino": Aus Stummfilmen wurden schwarzweiß Filme, aus schwarzweiß Filmen wurden Farbfilme. Wir heute sehen sie in 3 D und hören sie in HD. Wenn man in einem 3 D Film im Kino sitzt, mit 3 D Brille, hat man zumindest räumlich das Gefühl mitten drin zu sein.- Im Rollenspiel kommt noch hinzu, dass man selbst der Held ist, der gegen den Ork kämpft, dass man quasi in seiner Haut steckt und mit ihm mitfühlt. Man kann selbst mit entscheiden, wie der Film weitergeht. Das ist mehr, als das Kino uns bislang bieten kann. ;)
Die Begriff Old oder New School sind für mich weniger von Bedeutung. ("Mode ist wie eine Krankheit, sie geht vorbei" ;)), Sondern eher, ob etwas zeitlos gut ist. Das ist mMn. dann der Fall, wenn etwas dauerhaft funktioniert und Sinn macht.
Wenn es sich um einen tatsächlichen Fortschritt handelt, der den Spielfluß und die Immersion fördert, statt sie zu behindern und unnötigen Ballast abwirft statt neue Krücken zu schaffen. Wenn gefühlt neue Spiel-Dimensionen ermöglicht werden, dann empfinde ich es auch als Bereicherung. Ansonsten ist es nur ein weiterer Zug der schnell vorbei fährt.
Oder kurz gesagt im Rollenspiel gilt für mich das Gleiche wie im Kino: Je "echter" desto besser.
Im Kino möchte man sich selbst vergessen, den Saal, die 3 D- Brille den Sitz, die Leinwand. Am Spieltisch möchte ich das auch:meine Umgebung vergessen und in einen Charakter und in eine andere Welt eintauchen. Das Würfeln muß nebenbei laufen, so, dass man es nicht merkt.Würfeln darf mir auch nicht meine Empfindungen und Entscheidungen als Charakter vorschreiben, sonst werde ich automatisch vom Held zum Zuschauer.
Insofern kann ich zwar sagen, dass ich Rollenspiele wie Pendragon und Mers gespielt habe, aber wirklich "Old School - Tabletop",nach meiner Auffassung, wird Rollenspiel erst durch Storyarme Abenteuer mit hohem Dungeon Anteil, mangelhaftem Charakterspiel und unnötig viel Würfellei. ;)Es gibt auch ein paar schöne ganz alte DSA Abenteuer, die zeitlos gut sind.
Und da wir uns im Zeitalter des Remake befinden, gibt es unglaublich Vieles, was absolut nicht neu ist, sondern lediglich gut geklaut.
Innovation wäre für mich möglichst viel InGame Spielzeit , bei einem möglichst niedrigen OutGame Aufwand. In einer möglichst stimmigen Fantasy Welt.
Viele Grüße
Ps. Mers reizt mich nicht mehr, weil die Spielwelt zu fest ist und zuwenig Lücken lässt. Und beim alten Pendragon ist mir die Charakterauswahl zu gering.
CK:
Hört, hört.
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