Tanelorn.net

Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Supersöldner am 7.11.2016 | 16:35

Titel: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Supersöldner am 7.11.2016 | 16:35
Ernsthaftes Böse Spielen möglich ? Auch wenn man die meiste zeit Helden oder Abenteuer spielt so sind Böse Gruppen auch möglich. Muss man nicht machen aber vom Superschurken über Fantasy ,,Abenteurer ,, ohne gewisse bzw mit Macht und Geldgier und zb Toten Beschwörern oder Dämonen Anbetung bis hin zu Weltraumpiraten oder Cyber Agent des Diktators ist ja viel möglich. Wenn die Gruppe das will. hab aber noch nie gehört das so was über länger zeit auf einem Ernsthaften und Erwakcksenden Ninive bleibt /läuft. Ohne Halt zu einer sinnlose Metzelei oder Grausamkeit Orgie zu werden. Aber Möglich muss das doch sein ?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: bobibob bobsen am 7.11.2016 | 16:51
Ich habe eine 5-6 Jahre andauernde Underground Kampagne (D&D)geleitet die nur aus bösen Sc bestand. Das hat wunderbar funktioniert warum auch nicht?
Auch böse Charaktere können ja Motivationen neben Geld und Macht haben und nur weil man böse ist bedeutet das nicht das dir alles egal ist.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Swafnir am 7.11.2016 | 16:54
Ich denke auch, dass das gut funktionieren kann, wenn man die richtigen Spieler hat. Und die müssen halt auch Bock drauf haben.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Maarzan am 7.11.2016 | 16:56
Das ist einfach eine Frage des "Böse". "Wahnsinnig böse" ist natürlich nicht wirklich zukunftsträchtig, aber "ich will unbedingt für mich ..." plus uneingeschränkte Mittelwahl und die eine oder andere negative Charaktereigenschaft dazu reicht ja eigentlich auch für das Label.

Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: ErikErikson am 7.11.2016 | 17:04
Habe ich noch nie gesehen. Hin und wieder von mir angeboten, wollten die Spieler es nicht. Es wird sicher vorkommen, aber mariginal. Was häufiger vorkommt ist, das die Spieler ihre "guten" SC böse spielen, mit "der Zweck heiigt die Mittel" Argumentation, aber das ist was anderes als bewusst böse zu spielen. Vergleicht man das mit Computerspielen ,ergibt sich ein ähnliches Bild, sebst Antihelden wie der "Hitman" werden weichgespült und bringen oft nur Bösewichte um. Es gibt auch eine Kampagne für Pathfinder, wo man böse spielt, auch hier sind die Gegner wieder selbst sehr häufig böse.

 
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: vlyrr am 7.11.2016 | 17:16
Hey Supersöldner,

meine Erfahrung zeigt, dass erfahrene Spieler ungerne zu Bösewichten greifen.

Das hat zwei Gründe: Einerseits ist es schwerer und daher anspruchsvoller, als "weißer" Charakter in einer "grauen" Welt zu performen. Anderseits befürchten die Spieler zu recht, dass die NSC genauso gnadenlos und amoralisch zu Werke gehen.

Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Maarzan am 7.11.2016 | 17:17
Ich schätze ein Problem ist, dass passives reagierendes Böse eher unüblcih bzw. nicht zu erkennen ist. Übliches Muster ist der Böse macht etwas und der Gute versucht es zu verhindern. Und proaktives Spiel ist halt doch eher seltener im Vergleich und gleichzeitig dann die Versuchung groß es eben zu überzeichnen bzw. zu übertreiben.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: tartex am 7.11.2016 | 17:21
Ich behaupte mal "ernsthaft" (wie ich das verstehe) und Denken in simplen Gut/Böse-Kategorien, bzw. dem AD&D-Gesinnungssystem passt nicht wirklich zusammen.

Aber natürlich kann man ernsthaft Verbrecher, Mörder und Halsabschneider, ja sogar Psychopathen, spielen.

Mich interessiert im Moment z.B. ziemlich (nachdem ich Shade, the Changing Man gelesen habe (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,75136.msg134409258.html#msg134409258)) eine Gruppe von Kommissaren in einem stalinistischen Setting zu Spielen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Teylen am 7.11.2016 | 17:32
Man kann "böse" Charaktere spielen, wenn man darauf verzichtet das die Spieler-Charaktere ihre "Bösartigkeit" dadurch ausleben sich gegenseitig zu betrügen, belügen, bestehlen und zu ermorden. Was leider sehr häufig dem Verständnis von Spielern entspricht die "böse" Charaktere spielen möchten.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Quaint am 7.11.2016 | 17:36
Na klar ist das möglich. Es ist ja so vieles möglich.
Vom Faschozwerg der seinen rassistischen Haß auf Orks öfter mal durchscheinen ließ über ganze Gruppen, die sich mit einer unterdrückerischen Obrigkeit einlassen bis hin zu leichtfertigem Morden hab ich da schon vieles gesehen in meinen und anderen Runden.

Es ist aber auch ein bissle die Frage, wie man das aufzieht. Es ist ja höchst ungewöhnlich dass sich jemand selbst als böse bezeichnet, daher ist der Knackpunkt dann ein wenig das Selbstverständnis der Charaktere.
Und so dieses absurde DnD Rechtschaffen Böse ist halt nicht gerade förderlich in dieser Hinsicht.

Aber wenn man z.B. eine Gruppe hat, die aus Zwergen besteht, und die dann sagen: Uns ist wichtig, dass es uns gut geht, und dass es den Zwergen gut geht. Dann kann man das gut hernehmen um diverse eher schandhafte Taten mehr oder minder zu legitimieren. z.B. diese Orks da stören, wir haben Bevölkerungswachstum und irgendwo müssen die Leute ja leben, also machen wir mal die Orks da weg. Und Orks sind eh böse. Weiß doch jeder. Also tun wir ja was gutes mit ihrer Bekämpfung. Oder: Wir wissen genau, unser König ist nur durch Meuchelmord und Intrige an seinen Posten gekommen, aber er macht ganz gut Arbeit und wenn wir ihn absägen (z.B. seine Taten öffentlich machen) dann wird das nur für Unordnung im Zwergenreich führen, vielleicht zu Bürgerkrieg, und den können wir uns bei der aktuellen Bedrohung durch die Drow wirklich nicht leisten.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Grey am 7.11.2016 | 17:40
In der Vergangenheit habe ich in Gruppen von absolut skrupellosen SCs auf der Jagd nach Macht und Reichtum mitgespielt, komplett mit uneingeschränkter Player-vs-Player-Freigabe. Das kann funktionieren, auch über eine längere Kampagne hinweg; allerdings nur dann, wenn das Verhalten der Charaktere "zielgerichtet" böse ist und nicht einfach chaotisch/sadistisches Posing. Außerdem erfordert es auf der Metaebene eine tiefe, gefestigte Freundschaft zwischen den Spielern.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Teylen am 7.11.2016 | 17:44
Jenseits von klassischer EDO Fantasy und mitunter auch da, gibt es auch Spiele in denen man Kriminelle spielt.
Das können "gute" Kriminelle sein wie bei "Leverage".
Das können klassische Kriminelle sein wie bei "Mob Justice", "Mobsters!", "Cartel".
Das können mehr so "Gangsta"-Kriminelle sein wie bei "The 'Hood", "Wyrd is Bond".
Das können auch Kriminelle in nicht Gegenwarts-Setting sein wie bei "Blades in the Dark", "Shadowrun" und anderen.
 
Was jetzt nur die Kriminellen Optionen gibt.
Daneben bieten einen verschiedene RPGs auch die Option ein in sich böses Monster zu sein. (WoD, CoD, Undying)
 
Wobei sich jetzt nicht unbedingt jeder böse auch gleich so als böse sieht. Selbst wenn er, relativ objektiv, böse ist. Wie z.B. die Mafia in "Der Pate".
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Scimi am 7.11.2016 | 20:56
"Gut" und "Böse" sind so unglaublich komplizierte Konzepte. Die meisten Gruppen sind nach meiner Erfahrung simpler gestrickt und fechten einfach den uralten Kampf "Wir" gegen "Die" aus...
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Boba Fett am 7.11.2016 | 21:08
"Gut" und "Böse" sind so unglaublich komplizierte Konzepte.

Ja, aber simplifiziert kann man sich meistens auf die Frage nach der Art der angestrebten Ziele und der dazu angewendeten der Methoden, die zum erzielten Resultat führen sollen ("Mittel zum Zweck") einigen und die Frage, ob diese adäquat und gesellschaftlich anerkannt sind.
Die "vermeintlich" Bösen sind also bereit, Methoden anzuwenden, die moralisch inakzeptabel sind und/oder sie verfolgen Ziele, die moralisch fragwürdig sind.
Da sich "Moral" aber auch in ständigem Wandel befindet, ist die gut / böse Frage immer eine, die aus einer bestimmten Perspektive gestellt wird.

Auf die Frage im Eingangsbeitrag: gemäß der oben beschriebenen Definition: Ja, man kann und wahrscheinlich macht man das auch ständig, weil bestimmte Personen im Setting die Ziele und Methoden der Gruppen immer als "böse" bewerten dürften.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Chruschtschow am 7.11.2016 | 21:16
Mein letzter "Haupt"-SC war wohl ein Böser bis zu einem gewissen Grad. Hannah Arendt würde ihn wahrscheinlich dazu zählen. Jedenfalls den jungen Dr. Schollenrieder. Zum Zeitpunkt des Spiels 1981 Parahistoriker und Protolinguist im Dienste einer geheimen Abteilung des Verfassungsschutzes. Aber vom Hintergrund her ein ehemaliger SS-Ahnenerbe-Okkultist, der von den Amerikanern zwecks paranormaler Wettrüstung in der Operation Overcast mit Persilschein versehen wurde. Damit kann ich mich wunderbar im Themenbereich Schuld und Sühne rumtreiben.

Das macht die realistischen Bösen so faszinierend. Was hat ihr unethisches Verhalten aus ihnen gemacht? Empfinden sie Schuld? Wie rechtfertigen sie sich, sowohl gegenüber sich selbst als auch anderen? Gibt es Sühne? Ist sie überhaupt möglich?

[Edit]
Upps, Mist. Dicke Finger. Ich habe gerade beim wilden Rumgezippe auf'm Handy das Melden bei Moderatoren angeklickt. Liebe Moderatoren, ein Versehen. Pardon!
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: nobody@home am 7.11.2016 | 21:19
"Gut" und "böse" sind für mich weitgehend informationsbefreite Meinungsäußerungen. Sage ich jemandem, daß ich einen "bösen" Charakter spielen möchte, dann wird er wahrscheinlich nachhaken müssen, was ich damit überhaupt genau meine; sage ich ihm statt dessen, daß ich einen Schergen des tyrannischen Regimes in XYZ spielen möchte, der ohne Gewissensbisse Tribute eintreibt, "Gesetzesbrecher" mit klischee-inquisitorischer Strenge zur "Rechenschaft" zieht, und in seiner Freizeit Hundewelpenfußball spielt, dann muß ich wahrscheinlich gar kein "ach ja, und böse ist er übrigens auch" mehr anhängen. :)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: tartex am 7.11.2016 | 22:25
James Bond ist ja auch böse, würde ich sagen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Eulenspiegel am 7.11.2016 | 22:30
Wir haben mal Mafiosi gespielt. Das heißt, als einfache Laufburschen angefangen und sich dann langsam in der Hierarchie hochgearbeitet. - Außer ein SC: Der hat einen korrupten Polizisten gespielt.

Das Spiel war sehr ernsthaft und intrigenhaft.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Nomad am 7.11.2016 | 22:52
Wir spielen in einer Kampagne eine Diebesgilde. Es war vorher vereinbart expliziet keine Meuchelmörder zu spielen, also so wie ich es verstehe keine "ernsthaft Bösen". Aber unser SL führt uns gerne an Grenzen.
Zuletzt stand mein Charakter vor der Wahl, ob er einen sadistischen Club der Reichen und Mächtigen in der Stadt duldet und dafür enorm an Einfluss gewinnt oder diesen sprengt und sich viele Feinde macht. Das ganze war auch nur indirekt beschrieben aber so heftig. Da konnte ich nicht mehr wirklich überlegen, wie mein Charakter jetzt reagiert und einige von uns haben auch dem SL gesagt, dass er diese Grenze nicht weiter überschreiten soll. Dazu muss ich sagen, dass der SL im Vorfeld immer gesagt hat, man soll sich als Spieler sofort melden, wenn es einem zu viel wird.

Kurzer Rede langer Sinn. Die grundsätzlichen Regeln für Rollenspiel, dass man vorher mal drüber reden sollte, wie weit das Ganze gehen soll und das jeder jederzeit sagen kann, hier ist eine Grenze für mich. All das gilt für eine Runde wo die Spieler "Böse" spielen wollen um so mehr.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 7.11.2016 | 23:02
Wir erkunden gerade die WoD und ihre Vampire und die Charaktere sind alles aber nicht gut. Auf einem Friedhof zerfleischte und gequälte Ganger. Arme Tropfe denen der Kopf abgerissen wird. Eine Gut/Böse Motivation gab es nur am ersten Abend als sie noch Menschen waren und das war total öde. Jetzt wo die Spieler immer mehr andere böse Charaktere treffen und diese aber nicht die Gegner sondern die NPCs sind mit denen sie interagieren.

Deswegen ist es nicht so, dass die Charaktere nicht durchaus einen Moralkodex hätten. Oder Wünsche/Ziele/Bedürfnisse. "Wahnsinnig" Böse ist einfach öde und uninteressant, das motiviert mich nicht mal einen One-Shot lang. Aber auf der klassichen Gut-Böse Skala sind sie auf jedenfall die Bösen und tun Dinge für die ich sonst die Helden anheuern würde um sie aufzuhalten.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Trollkongen am 7.11.2016 | 23:50
"Wahnsinnig" Böse ist einfach öde und uninteressant, das motiviert mich nicht mal einen One-Shot lang.

Zumal man dann einfach einen komplett geisteskranken Typen spielt.

Ich finde da auch viel interessanter, wenn man eben mit Grund "böse" ist. Die meisten Menschen begehen unmoralische Taten ja nicht aus purer Lust, sondern weil sie ein bestimmtes Ziel haben - und eben nicht genug Skrupel, dabei auch - wortwörtlich oder im metaphorischen Sinn - über Leichen zu gehen.

Ich spiele eine Magierin, die Dämonologin, Nekromantin und Beherrscherin ist. So manches, was sie tut, würden wir alle wohl als mehr oder minder verwerflich bezeichnen, aber zum einen ist das gesellschaftliche Umfeld ein anderes (DSA, Die Dunklen Zeiten), so dass Moralisches teils schon anders aussieht, zum anderen hat sie auch starke "gute" Charakterzüge. So wäre die Frage, ob man die Körper Verstorbener wieder erhebt um Lebende zu schützen, recht typisch für sie - sie würde es ohne Zögern tun und Zweifel darüber beiseite wischen. Sie hätte auch keine Skrupel, alle Register ihrer Beherrschungszauberei zu ziehen, um aus einem "Bösewicht" rettende Informationen herauszukriegen. Ohnehin entstammt sie der Herrscherklasse und meint (entsprechend des Hintergrunds ja gar nicht so unzutreffend), dass es beim "Spiel der Throne" eher keine Unschuldigen gibt - wer mitspielt, weiß um den Einsatz. Es sind eben mehr oder weniger "seltsame" Ansichten, die sie die Grenze zum Bösen überschreiten lassen, aber nicht der Wille, nun möglichst Schlechtes zu tun, oder das komplette Fehlen jeder Moral.

Ist sie böse? Vielleicht. Ich weiß es selbst nicht!
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: tartex am 8.11.2016 | 00:14
"Wahnsinnig" Böse ist einfach öde und uninteressant, das motiviert mich nicht mal einen One-Shot lang.

Würde ich so nicht unterschreiben. Da kann man sich schon auch bemühen ein kohärentes Charakterbild hinter den auf den ersten Blick scheinbar unzusammenhängenden Ausfällen und Gewalttaten herauszuarbeiten.

Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 8.11.2016 | 00:26
Zwischen scheinbar und tatsächlich liegen halt Welten.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: KhornedBeef am 8.11.2016 | 09:57
Ich denke, je nach Setting ist es leichter, "böse", im Sinne von "unmoralische", Charaktere zu spielen, als "gute". Das typische Fantasysetting: Wenig behördliche Kontrolle, viele kleine Machtbereiche, wenig vebreitete Fahndungsmöglichkeiten, und dazu Spielercharaktere die Ein-Mann-Armeen gleichkommen, und aufgrund des dauernden Abenteuerns wenig persönliche Bindungen unterhalten können. Wie im Kongo...
Dem gegenüber müssen gute Charaktere sich teils in jedes Schwert und jedes Drachenmaul werfen, um nicht mit der Gesinnungskeule verhauen zu werden :)
Apropos Gesinnung: Das System von D&D wird ja viel verlacht, aber man kann das auch einfach weniger simpel interpretieren. Es gibt diverse "Handbook"-Threads mit Tips zum Ausspielen. Das erfordert natürlich, dass man über die plakativen Begriffe wie "Chaotisch" hinwegsieht. Insofern kann man das auch ernsthaft ausspielen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: nobody@home am 8.11.2016 | 10:47
Letztendlich ist die Frage, ob mein Charakter formal für die "gute" oder die "böse" Seite in irgendeinem kosmischen Gesinnungs- oder sonstigen Fraktionskonflikt eintritt, recht weitgehend unabhängig davon, ein wie großes Arschloch er selbst nun konkret im Umgang mit anderen ist. Tendenzen mag's ja geben, aber sowohl sympathische "Schurken" als auch arrogante oder pöbelnde "Helden" findet man ebenso reichlich. Und ich denke, die Spielbarkeit bzw. der potentielle Mangel daran ist im Zweifelsfall wohl doch eher an das "Arschlochkriterium" gekoppelt...
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: KhornedBeef am 8.11.2016 | 10:53
Letztendlich ist die Frage, ob mein Charakter formal für die "gute" oder die "böse" Seite in irgendeinem kosmischen Gesinnungs- oder sonstigen Fraktionskonflikt eintritt, recht weitgehend unabhängig davon, ein wie großes Arschloch er selbst nun konkret im Umgang mit anderen ist. Tendenzen mag's ja geben, aber sowohl sympathische "Schurken" als auch arrogante oder pöbelnde "Helden" findet man ebenso reichlich. Und ich denke, die Spielbarkeit bzw. der potentielle Mangel daran ist im Zweifelsfall wohl doch eher an das "Arschlochkriterium" gekoppelt...
Jetzt konnte ich dir nicht folgen :/
Edit: Meinst du damit, es ist schwerer, ein Arschloch zu spielen? Oder dass die Spieler das sowieso schon machen, es leugnen, und man damit zwangsläufig die Grenze zum "Bösen" irgendwo zwischen "water boarding" und "Erdvernichtungsphantasien" ziehen muss, um die kognitive Dissonanz zu begrenzen?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: tartex am 8.11.2016 | 11:14
Jetzt konnte ich dir nicht folgen :/

Edit: Meinst du damit, es ist schwerer, ein Arschloch zu spielen? Oder dass die Spieler das sowieso schon machen, es leugnen, und man damit zwangsläufig die Grenze zum "Bösen" irgendwo zwischen "water boarding" und "Erdvernichtungsphantasien" ziehen muss, um die kognitive Dissonanz zu begrenzen?

Nein, er meint: es gibt nicht nur gute und böse Charaktere, es gibt auch (ja nach Setting bzw. Kosmologie) Team "Gut" und Team "Böse" und wer auf welcher Seite arbeitet, hat nicht unbedingt mit den persönlichen Moralvorstellungen zu tun.

So nach Moorcock: Team Ordnung und Team Chaos, aber beide Teams sind voll von Arschlöchern.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: nobody@home am 8.11.2016 | 11:16
Jetzt konnte ich dir nicht folgen :/
Edit: Meinst du damit, es ist schwerer, ein Arschloch zu spielen? Oder dass die Spieler das sowieso schon machen, es leugnen, und man damit zwangsläufig die Grenze zum "Bösen" irgendwo zwischen "water boarding" und "Erdvernichtungsphantasien" ziehen muss, um die kognitive Dissonanz zu begrenzen?

Es wäre schön, wenn es schon von sich aus schwerer wäre, ein Arschloch zu spielen. ;) Nein -- ich meine, ein Arschlochcharakter macht es (praktisch ja schon per Definition) anderen schwerer, mit ihm auszukommen, und wenn ich tatsächlich eine längere Kampagne mit einem oder mehreren "Bösen" in der Gruppe spielen oder leiten möchte, ohne daß das gleich zu einem deutlich erhöhten Bedarf an regelmäßigen Ersatz-SC wegen Arschlochverhaltens und entsprechender Konsequenzen führt, ist das mMn in der Regel eher kontraproduktiv.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: KhornedBeef am 8.11.2016 | 11:21
Nein, er meint: es gibt nicht nur gute und böse Charaktere, es gibt auch (ja nach Setting bzw. Kosmologie) Team "Gut" und Team "Böse" und wer auf welcher Seite arbeitet, hat nicht unbedingt mit den persönlichen Moralvorstellungen zu tun.

So nach Moorcock: Team Ordnung und Team Chaos, aber beide Teams sind voll von Arschlöchern.
Jaaaa, Moorcock'sche Kosmologie...nach meiner begrenzten Lektüre kein gutes Beispiel für diesen Thread ;)
Aber ja, die Teams sind mal mehr, mal weniger wichtig für das, was man mit seiner Gesinnung dann anfängt. Aber sie bestimmen sie ja nicht. Will heißen, der "rechtschaffene" tendiert stark dazu, sich ein Team zu suchen, und ihrer Moral zu folgen, bis eben zu den Grenze seiner Moral (um mal das mal D&D-mäßig wiederzugeben).
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: bobibob bobsen am 8.11.2016 | 11:22
Arschloch hat aber meiner Meinung nach wenig mit Böse zu tun. Ein Paladin kann mir das Leben auch schwer machen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: tartex am 8.11.2016 | 11:30
Arschloch hat aber meiner Meinung nach wenig mit Böse zu tun. Ein Paladin kann mir das Leben auch schwer machen.

Zur Recht!


 ~;D
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: nobody@home am 8.11.2016 | 11:32
Arschloch hat aber meiner Meinung nach wenig mit Böse zu tun. Ein Paladin kann mir das Leben auch schwer machen.

Eben. Genau darauf wollte ich hinaus -- ein Paladin kann den Leuten das Leben zur Hölle machen und ein Auftragskiller ohne größeres Gewissen immer noch der nette Nachbar sein, solange man nicht gerade auf seiner Liste auftaucht. (Möglicherweise sogar dann: "Es tut mir ehrlich leid, daß es so weit kommen mußte. Halten Sie bitte still und ich mach's möglichst schnell und schmerzlos.") Wer von den beiden besser in die eigene Gruppe passen würde, muß natürlich jeder selbst entscheiden, aber am "Gut" oder "Böse" kann man das mMn schlecht festmachen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: KhornedBeef am 8.11.2016 | 11:37
Arschloch hat aber meiner Meinung nach wenig mit Böse zu tun. Ein Paladin kann mir das Leben auch schwer machen.
So so, wer dir das Leben schwer macht ist also direkt abgestempelt.  ;) Die Einstellung nehme ich für meine nächsten Oberschurken
"Warum lassen mich diese Arschlöcher nicht einfach meine Arbeit machen!?!" "Weil, Boss...naja, weil Sie einen radioaktiven Vulkan unter New York ausbrechen lassen wollen. Vielleicht ist das irgendwie, hm, böse..?" "Wichtig ist das! Wichtig!"
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 8.11.2016 | 12:55
Aus meinen Erfahrungen (mit Charakteren beider Seiten) muss ich sagen das mich "die Bösen" bei weitem mehr reizen als "die Guten".

Wenn ich ein wenig darüber nachdenke ist es in meinen Augen vergleichbar mit der Faszination welche die Nazis auch heute noch auf uns ausüben können: Wie kann ein empfindungsfähiger, intelligenter Mensch ein ideologisches System wie den Faschismus schlucken, und - in genug belegten Fällen - ohne jede Reue auf begangene Gräuel zurückblicken.

Sprich: Mich reizt der innere moralische Konflikt - oder eben die Gründe des Fehlens dieses Konfliktes.

Um das Ganze etwas konkreter zu machen stelle ich einen am "tiefsten" bespielten Charakter vor:
Meinen dunkelelfischen Vhaeraun-Kleriker, Andrzhel. Und da ich vorhin noch über die moralischen Tiefen geschwafelt habe erspare ich euch den Werte- und Skillporn ;) - und gehe statt dessen eher auf seinen Charakter, seine Motivation und Werte ein.

Die grundlegende Motivation / die Ziele:
* Als erfahrener Kleriker sieht er sich als Stimme, Faust und Werkzeug seines Gottes. Eine positiv verlaufene Begegnung mit Vhaeraun hat seine Ergebenheit vertieft, und er sieht sich in seinem Vorgehen bestätigt. Sprich: Ein religiöser Fanatiker.
* Die zweite große Motivation (auch religiös bedingt) ist der gesellschaftliche Umsturz der dunkelelfischen Gesellschaft:
Sturz der Lolth-Herrschaft, Auflösung des Matriarchats, Einstellung des Infights zwischen den Adelshäusern, Rückkehr an die Oberfläche.
Sprich: Ein Fanatiker mit einer Mission.

Seine normale Vorgehensweise um seine Ziele zu erfüllen ist
1. Unterwanderung: Als Hidden Priest (Pathfinder Cleric Variante) fällt es ihm nicht sonderlich schwer als Barde zu erscheinen. Und wenn das nicht klappt ist er auch noch ein begabter Koch.
2. Ein Netzwerk aufbauen: Unzufriedene oder verführbare / bekehrbare Dunkelelfen werden rekrutiert.
3. Zuschlagen: Nun wird getan was nötig ist. Mord, Entführung, Erpressung, Folter, Dämonenbeschwörung, Untote basteln.. alles für das Wohl der Drow. Und wenn möglich als schattenhafter Manipulator im Hintergrund. Schliesslich ist z.b. der Sturz eines Adelshauses schlichtweg zu viel Arbeit für eine Person. Und eine aufgedeckte Tarnung ist als Assasinenkleriker und Infiltrator nutzlos für die Zukunft.


Was heisst das für das eigentliche Spiel (als einziger böser Charakter in einer neutralen bis guten Runde):
A. sieht seine Mitstreiter als nützliiche Werkzeuge an. Sie werden benutzt, und wenn nötig dem höheren Ziel geopfert - das hatte beinahe zu einem Charaktertod geführt als er diejenige einer drohenden Gefahr entgegenwarf um selbst davon zu kommen. Es sind keine Dunkelelfen, damit sind sie Lebewesen zweiter Klasse.
Seine Rolle als Heiler und Supporter nimmt er widerstrebend war, nachdem es inzwischen einen SC-Gruppenvertrag gibt - als Rechtschaffen böser Charakter fühlt er sich er daran gebunden. Da inzwischen Verrat (seinerseits) durch den Vertrag weitestgehend ausgeschlossen ist hat sich seine Bereitschaft "dem nutzlosen Pack" zu helfen auch erhöht.

Hauptsächlich spiele ich ihn aber als provokativen Advocatus Diaboli, der mit philosophischen Fangfragen ("Ihr seid gegen Sklaverei? Erklärt mir doch bitte den Unterschied zu euren feudalen Leibeigenen" "Willst du mir ernsthaft sagen das du nicht bereit wärst mich auszuliefern wenn ich deinen Zielen im Weg stehe? Dann erspar mir das idealistische Rede von Loyalität und Freundschaft") sehr viel mehr "Schaden" an den Gesinnungen der Mitstreiter angerichtet hat als durch aktive Bekehrung.

Wie sieht er die Traditionen der Dunkelelfen (Folter, Meuchelmord, Sklaverei, Untote, Dämonen):
Positiv. Er begründet das sehr sozialdarwinistisch als Überlebensvorteil der Dunkelelfen, notwenige Mittel und Stärke seiner Rasse gegenüber den weichherzigen und naiven Oberflächenbewohner.


Ich musste mir im Vorfeld einen Haufen Gedanken machen, um dem Charakter ein schlüssiges Weltbild zu geben das von "Ich bin ein Pöser Drow.. Rawr..rawr.. muhaha" abweicht, aber in meinen Augen hat sich die Mühe gelohnt.

Und es hat mir definitiv geholfen um (auf abstrakte Weise) ansatzweise nachzuvollziehen, wie man eine korrupte und verdrehte Gesinnung vor sich selbst rechtfertigt.


Ich hoffe der Post konnte etwas helfen, und liest sich nicht allzu wirr. Es ist nicht immer ganz einfach für mich, die Denkarbeit welche in einem Charakter steckt niederzuschreiben.
Eure Rückmeldung würde mich interessieren, hört sich das auch für euch durchdacht an, oder nach "ich will halt böse spielen, lasst mich doch" ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Darius am 8.11.2016 | 13:06
Wenn ich auf meine Game of Thrones One Shots schaue, ist es ungemein wichtig einen wirklich Bösen dabei zu haben. An diesen Charakteren reiben sich meist nämlich alle gerne und das funktioniert in so einer Drama-Kammerspiel Runde auch wirklich super. Ob dieser SC dann eine Kampagne halten würde wage ich aber auch zu bezweifeln.

Ich denke gerne an Bonis Charakter zurück, der nochmal etwas wahnsinniger war, als Joffrey Baratheon.  ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: KhornedBeef am 8.11.2016 | 13:12
@Rabenmund: Sehr schön!
Ein guter Lackmus-Test dafür, ob man einen interessanten D&D-Charakter hat, ist, ihn ins Gesinnungssystem einzuordnen. In diesem Fall rechtschaffen böse, natürlich, aber spannend, dass er den als chaotisch geltenden Weg der Revolution anstrebt. Kann man als normalen Macchiavellismus deuten, aber du erklärst sehr schön eine glaubwürdigere Motivation: Nicht Macht weil "hahahah MachtMachtMacht", sondern um den Dunkelelfen einen Platz an der Spitze zu verschaffen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Trollkongen am 8.11.2016 | 13:16
Nein, er meint: es gibt nicht nur gute und böse Charaktere, es gibt auch (ja nach Setting bzw. Kosmologie) Team "Gut" und Team "Böse" und wer auf welcher Seite arbeitet, hat nicht unbedingt mit den persönlichen Moralvorstellungen zu tun.

Naja, wenn "Team gut" voll von Arschlöchern ist, wo ist genau das Gute daran? Selbst wenn es der höhere Zweck ist - man will die Welt vor irgendeinem Irren retten und rekrutiert dafür andere moralisch verkommene Irre -, dann kann man die eine Seite vielleicht als "gut" sehen, aber nicht ihr Protagonisten. Das fällt dann eher unter "Pakt mit dem Teufel".

Je nach Hintergrund gibt es da vielleicht einen gewissen Spielraum. Wenn ich an etwa die Warhammer-40K-Welt denke, in der an allen Ecken das wirklich dämonische Böse lauert und nur die ständige, gnadenlose Opferung von Soldaten und ganzen Welten dem einigermaßen Einhalt gebieten kann ... da sind moralische Maßstäbe natürlich arg verschoben. Es fällt dennoch schwer, einen Inquisitor, der einen ganzen Planeten samt Einwohner vernichten lässt, um das Chaos zu stoppen (womit er innerweltlich wohl weitgehend im Recht ist), als "gut" zu bezeichnen, oder das faschistische Imperium der Menschen als "Team gut".

Aber auch ein Arschloch-Paladin - wenn Arschloch mehr meint als Arroganz und eine gewisse Engstirnigkeit, das lässt sich mit fester Moral durchaus verbinden - ist eben nicht mehr "gut".
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 8.11.2016 | 13:38
@Trollkongen
Zitat
Je nach Hintergrund gibt es da vielleicht einen gewissen Spielraum. Wenn ich an etwa die Warhammer-40K-Welt denke, in der an allen Ecken das wirklich dämonische Böse lauert und nur die ständige, gnadenlose Opferung von Soldaten und ganzen Welten dem einigermaßen Einhalt gebieten kann ... da sind moralische Maßstäbe natürlich arg verschoben. Es fällt dennoch schwer, einen Inquisitor, der einen ganzen Planeten samt Einwohner vernichten lässt, um das Chaos zu stoppen (womit er innerweltlich wohl weitgehend im Recht ist), als "gut" zu bezeichnen, oder das faschistische Imperium der Menschen als "Team gut".

Die WH40K IST ein schlechtes Beispiel.
Eigentlich hast du die Begründung selbst schon sehr gut geliefert, dort lauert tatsächlich das dämonische, existierende Böse das die Menschen ständig zu korrumpieren versucht. Dazu kommt noch der ständige Ansturm der Armeen des Chaos und Xenos. Der Warp. Psioniker mit ihrer Anfälligkeit für Korruption....
In einer solchen Situation HÄTTE ich vollstes Verständnis für extreme Massnahmen, und wenn sie nur gemacht werden um auf Nr. Sicher zu gehen. Denn im Zweifel kriegt das Chaos dich.
In WH40K stellt sich mir auch nie die Frage nach dem individuellen Guten, es ist prädestiniert (und darauf ausgelegt) für die Entscheidungen zum Wohl der Mehrheit.

Dabei im Hinterkopf behalten: Wir reden von einem trashigen, völlig aufgeblasenen Comic-Schwarz-Weiss-Universum das sich oft genug auch nicht ganz ernst nimmt - im Spiel natürlich schon. Es liest sich allerdings eher danach als würden die Autoren die Klischees dort mit Orbitalen Bombardements abwerfen ;)

Und dafür liebe ich dieses Setting :)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Isegrim am 8.11.2016 | 14:05
Das interessante an WH 40K ist mE, dass das Universum da so unglaublich fies, böse und gemein ist, dass die Faschisten plötzlich die vermeintlich "Guten" sind. Hat was von Gesellschafts-Horror. WH Fantaswy ist ähnlich gelagert, nur in der Mittelalter-Variante.

Allerdings wird gerade bei den "Xenos" klar, dass das Imperium eben nicht "gut" ist. Der Deathwatch ist es egal, welche Aliens sie niedermetzelt, die sind in den Augen der Imperialen alle todeswürdig. Rassismus gegen "böse Rasen" ist Fantasy-Standard auch für die angeblich "Guten", Rassismus gegen alles andere und fremde nicht so wirklich, eher im Gegenteil.

Einen "Bösen" spielen, im Sinne der gegebenen Vorlage, ist eigentlich nicht meins, ebenso wie einen "guten" Fanatiker, der dann auch meilenweit von "nett" entfernt ist. Ist aber beides sicher möglich. Viel spannender find ich es, den "Normalo" zu spielen und zu gucken, wie der sich unter den gegebenen Umständen verhält.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: KhornedBeef am 8.11.2016 | 14:09
Ich finden den SC-Gruppenvertrag aus dem Beispiel interessant. Das ist ein Ansatz für Gruppen aus wirklich sehr egoistischen SC, dass man ihnen das aufs Auge drückt.
Wo wir bei 40k waren, "Black Crusade" hat exakt das als Mechanik im Regelwerk ("Compacts"), da die Autoren schon erkannt haben, dass halbwahnsinnige Hexenmeister, mutierte Supersoldaten und krankhafte paraniode Kriegsherren sonst nicht gerade die stabilste Mischung sind.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: tartex am 8.11.2016 | 14:30
Naja, wenn "Team gut" voll von Arschlöchern ist, wo ist genau das Gute daran? Selbst wenn es der höhere Zweck ist - man will die Welt vor irgendeinem Irren retten und rekrutiert dafür andere moralisch verkommene Irre -, dann kann man die eine Seite vielleicht als "gut" sehen, aber nicht ihr Protagonisten. Das fällt dann eher unter "Pakt mit dem Teufel".

Ja, darauf wollte ich hinaus. "Team Gut" muss nicht gut sein. Oder zumindest können sie pragmatisch sein. Sodass sie Bastarde einsetzen, well es eben ihre Bastarde sind.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 8.11.2016 | 14:38
Zitat
Ich finden den SC-Gruppenvertrag aus dem Beispiel interessant. Das ist ein Ansatz für Gruppen aus wirklich sehr egoistischen SC, dass man ihnen das aufs Auge drückt.
Das lässt sich im Übrigen recht einfach einführen:
* Es gibt für Söldner *hust* ... Abenteurer einen "Standard-Vertrag" mit dem Auftraggeber.
* Die SC gehören zu einem Kult / einer Gilde / whatever... dadurch ist eine Struktur von aussen vorgegeben (Ordensregeln...)
* Der große Dämon AchSoBös ist bereit ihnen einen Wunsch zu erfüllen / Artefakt WorldDestructor 5000 zu geben / ihnen dreimal zu Hilfe zu kommen wenn sie sich mal gerafft kriegen und Auftrag X erfüllen (Paladin SuperKen erschlagen, den guten Tempel UltraLight entweihen)

Es kann natürlich auch von den Spielern selbst kommen, aber grundsätzlich gibt es einige Gründe die dafür sprechen. Und wenn es nur die gefühlte Sicherheit davor ist das zumindest die Mitstreiter einem nicht in den Rücken fallen.

Und der Vertrag kann so grob oder detailliert sein wie es die Gruppe wünscht.. oder auch einfach  nur "ein Wort unter Männern sein"... und auf "Männerwort ist Verlass". (Und nein, das gendere ich nicht, dazu ist es viel zu trashig  ;D )
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 8.11.2016 | 15:08
es geht, aber man sollte sich davor drauf einigen wie böse man spielt und wie detailreich man das ausspielen möchte:

Es ist halt ein Unterschied ob man:

- ein Dorf auslöscht - Ende der Beschreibung
- ein Dorf auslöscht, wobei man die Dorfbewohne nach und nach langsam zu Tode foltert, um Dämon XY Tribut zu zollen - Ende der Beschreibung
- ein Dorf auslöscht, wobei man die Dorfbewohne nach allen Regeln der Kunst detailreich nach und nach langsam zu Tode foltert, um Dämon XY Tribut zu zollen - Ende der Beschreibung
- ein Dorf auslöscht, wobei man die erwachsenen Dorfbewohne nach allen Regeln der Kunst detailreich nach und nach langsam zu Tode foltert und die Kinder des Dorfes in einem Ritual opfert, um Dämon XY Tribut zu zollen - Ende der Beschreibung

Es gibt aber auch Leute die spielen böse Charaktere, weil sie schlicht kein echtes Charakterkonzept haben und eventuelle (z. B. moralische oder gesellschaftliche) Beschränkungen, die durch ein Setting vorgegeben sind, umgehen. Könnte man auch Powergamer der übelsten Sorte nennen ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 8.11.2016 | 15:12
Naja, wenn "Team gut" voll von Arschlöchern ist, wo ist genau das Gute daran? Selbst wenn es der höhere Zweck ist - man will die Welt vor irgendeinem Irren retten und rekrutiert dafür andere moralisch verkommene Irre -, dann kann man die eine Seite vielleicht als "gut" sehen, aber nicht ihr Protagonisten. Das fällt dann eher unter "Pakt mit dem Teufel".

Je nach Hintergrund gibt es da vielleicht einen gewissen Spielraum. Wenn ich an etwa die Warhammer-40K-Welt denke, in der an allen Ecken das wirklich dämonische Böse lauert und nur die ständige, gnadenlose Opferung von Soldaten und ganzen Welten dem einigermaßen Einhalt gebieten kann ... da sind moralische Maßstäbe natürlich arg verschoben. Es fällt dennoch schwer, einen Inquisitor, der einen ganzen Planeten samt Einwohner vernichten lässt, um das Chaos zu stoppen (womit er innerweltlich wohl weitgehend im Recht ist), als "gut" zu bezeichnen, oder das faschistische Imperium der Menschen als "Team gut".

Aber auch ein Arschloch-Paladin - wenn Arschloch mehr meint als Arroganz und eine gewisse Engstirnigkeit, das lässt sich mit fester Moral durchaus verbinden - ist eben nicht mehr "gut".

Und ein guter Spielleiter sollte dann den Arschloch-Paladin seiner Kräfte berauben, sofern Warnschüsse wie Visionen seines Gottes nicht gefruchtet haben.

Zu dem Thema gibt es eine tolle Geschichte von Wagner in der Kane Saga: "Cold Light"
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Chruschtschow am 8.11.2016 | 15:16
Das Gros der Murder Hobos ist wahrscheinlich nicht wirklich "gut", auch wenn das auf dem Etikett steht. Und so wirklich rundheraus böse, weil böse, weil böse, ist auch so ein komisches Ding. Normalerweise ist man ja nicht böse aus dem Ziel heraus böse zu sein, sondern man ist böse, weil man einen ethisch irgendwie andersartigen Referenzrahmen hat, als die Leute, die gut für sich proklamieren.

Ein echtes Problem am Spieltisch wird das doch eigentlich immer nur, wenn der Idiotenarschlochspieler am Tisch loslegt, während der Nachtwache mit seinem SC die anderen SC umzubringen, weil "er halt so ist" ... :q

Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: ErikErikson am 8.11.2016 | 15:22
Ich finds schön, das doch so viele länger einen bösen Charakter gespielt haben. Ich hatte das schon unter "so gut wie unmöglich" abgehackt.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: tartex am 8.11.2016 | 15:22
Und ein guter Spielleiter sollte dann den Arschloch-Paladin seiner Kräfte berauben, sofern Warnschüsse wie Visionen seines Gottes nicht gefruchtet haben.

Und wer hat davon etwas?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 8.11.2016 | 15:26
@viral
Danke, so platte Beschreibungen lassen sich so schön kontern  >;D

Denn es kommt darauf an als Paladin + Kleriker-Rudel ob man

- ein Dorf Orks / Kultisten auslöscht - Ende der Beschreibung
- ein Dorf Orks / Kultisten auslöscht, wobei man die Dorfbewohne nach und nach langsam zu Tode foltert, und dabei TaschenLampi dem Lichtgott huldigt - Ende der Beschreibung
- ein Dorf Orks / Kultisten auslöscht, wobei man die Dorfbewohne nach allen Regeln der Kunst detailreich nach und nach langsam zu Tode foltert, und dabei TaschenLampi dem Lichtgott huldigt - Ende der Beschreibung
- ein Dorf Orks / Kultisten auslöscht, wobei man die erwachsenen Dorfbewohne nach allen Regeln der Kunst detailreich nach und nach langsam zu Tode foltert und die Kinder des Dorfes in einem reinigenden Ritual verbrennt und dabei TaschenLampi dem Lichtgott huldigt - Ende der Beschreibung

Alles schon passiert, die anderen sind ja die Bösen, der erklärte Feind.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 8.11.2016 | 15:35
@viral
Danke, so platte Beschreibungen lassen sich so schön kontern  >;D

Denn es kommt darauf an als Paladin + Kleriker-Rudel ob man

- ein Dorf Orks / Kultisten auslöscht - Ende der Beschreibung
- ein Dorf Orks / Kultisten auslöscht, wobei man die Dorfbewohne nach und nach langsam zu Tode foltert, und dabei TaschenLampi dem Lichtgott huldigt - Ende der Beschreibung
- ein Dorf Orks / Kultisten auslöscht, wobei man die Dorfbewohne nach allen Regeln der Kunst detailreich nach und nach langsam zu Tode foltert, und dabei TaschenLampi dem Lichtgott huldigt - Ende der Beschreibung
- ein Dorf Orks / Kultisten auslöscht, wobei man die erwachsenen Dorfbewohne nach allen Regeln der Kunst detailreich nach und nach langsam zu Tode foltert und die Kinder des Dorfes in einem reinigenden Ritual verbrennt und dabei TaschenLampi dem Lichtgott huldigt - Ende der Beschreibung

Alles schon passiert, die anderen sind ja die Bösen, der erklärte Feind.
unnötige Grausamkeit z. B. wehrlose Gegner zu töten, ist mM nach BÖSE und hat in meinen Runden entsprechende Konsequenzen je nachdem wie exzessiv die Grausamkeit ausgeführt wurde ...
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 8.11.2016 | 15:39
Und wer hat davon etwas?

Kommt auf den Spieler an, aber manchmal hatten die Spieler Spass daran ihren Charakter büßen zu lassen und diesen auf die rechten Weg zurückzubringen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: tartex am 8.11.2016 | 15:41
Ich finds schön, das doch so viele länger einen bösen Charakter gespielt haben. Ich hatte das schon unter "so gut wie unmöglich" abgehackt.

Mein böser Langzeit-Charakter?

Eine unschuldige Händlerstochter, die ihrem Kurzzeit-Lover nachreiste, der sie sitzen hatte lassen. Ihre Liebe war ein Pirat (okay, eher Händler in der moralischen Grauzone) und war getöten worden, bis sie sein Schiff wieder fand (sie war eine ehemalige NSC-Liebelei, die ich übernahm, nachdem mein erster Charakter draufgegangen war). Sie ist dann an Bord des Schiffes geblieben, ist nach einigen Abenteuern selbst Kapitänin geworden, weil kein anderer diesen Drecksjob mehr wollte und musste bald zwei Meutereien an Bord blutig niederschlagen, um nicht selbst draufzugehen. Nach jeder moralischen Schranke, die sie in Extremsituatione überwinden musste, hat sie nicht mehr zurückgeblickt. Aber die Speichellecker an Bord haben ihr es auch leicht gemacht niemals Reue zu fühlen. Deshalb hat sie sich von erlangten Erfolg zu Erfolg tragen zu lassen - und das alles um die Welt zu retten.

Irgendwann gelangte eine Dreiecksbeziehung an Bord, in die sie verwickelt war, aber so außer Kontrolle, dass meine inzwischen von den anderen Spielern als klar böse angesehenen Kapitänin nur die Wahl blieb entweder selbst zu verschwinden oder einen anderen Spielercharakter hinrichten zu lassen. Da habe ich dann das Charakterblatt abgegeben, habe einen anderen NSC übernommen, und sie wurde ein mächtiger, böser NSC. Ich war glücklich. Die Charakter-Ark hat 15 oder 16 Sessions lang gedauert. (Ich habe auch nie Probleme damit meine Charaktere sterben zu sehen, oder aus anderen Gründen abzugeben. Es kommt eigentlich immer was noch besseres nach, weil jede längere Kampagne soviele Anknüpfungspunkte von interessanten NSCs bietet.)

Ich habe sie nie bewußt als böse gespielt und schon gar nicht als böse angelegt, aber so wurde sie eben mehr und mehr wahrgenommen. Von der Entwicklung wirklich meiner liebster Charakter aller Zeiten. So erlebt in 50 Fathoms (http://flanf.net/index.php?n=Fathoms.Abenteuer).
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Greifenklause am 8.11.2016 | 15:42
unnötige Grausamkeit z. B. wehrlose Gegner zu töten, ist mM nach BÖSE und hat in meinen Runden entsprechende Konsequenzen je nachdem wie exzessiv die Grausamkeit ausgeführt wurde ...
Signed!
Von Hinrichtungen mal abgesehen, da Grauzone.
Aber selbst die führen ingame bei uns zu Diskussionen (und sollen es gerne auch).

Ich mag ja gerade dieses Auseinandersetzen mit dem moralisch Fragwürdigen.
Gerade deshalb reizt mich "Spielen wir mal böse Charaktere" gar nicht.
"Spiel einen Char mit anderen moralischen Vorstellungen und anderem kulturellen Background" gerne.
Und gerne setze ich auch gewohntes in anderen moralischen Kontext.

Nenne den Alchimisten doch mal "Drogenkoch" und schon hat der Heiltrank nen ganz anderen Beigeschmack... Mutelixiere und dergleichen erst recht...
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Greifenklause am 8.11.2016 | 15:49
@ Tartex
Mein derzeitiger Hexer entwickelt sich stetig von einem "Eiteitei-Taschentuchkrieger" zu einem Inquisitor.... kein Scherz.... naja eher "Innenrevisor":
Der macht gerade eine Hexe nach der anderen platt, wenn sie sich (noch) düsteren Gottheiten hingibt oder irgendwelche Dorfgemeinschaften ins Unglück stürzt.
Nach dem Motto "Wir machen sowas nicht! Unser Ruf ist schon schlecht genug! Es kann nicht sein, dass wegen ein paar Deppen wieder Dutzende von uns auf dem Scheiterhaufen landen!"
Das ist der eigentliche Grund.

Moralisch fragwürdig wird das spätestens aber aus dem sekundären Grund:
Schließlich soll die Dämonenbuhle vor der Obrigkeit oder gar einem Priester der "gerade angesagten Gottheiten" nach hochnotpeinlichen Befragungen nicht irgendwelche Interna ausquatschen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 8.11.2016 | 15:57
unnötige Grausamkeit z. B. wehrlose Gegner zu töten, ist mM nach BÖSE und hat in meinen Runden entsprechende Konsequenzen je nachdem wie exzessiv die Grausamkeit ausgeführt wurde ...
Wieso  soll das Böse sein?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 8.11.2016 | 15:58
Und ein guter Spielleiter sollte dann den Arschloch-Paladin seiner Kräfte berauben, sofern Warnschüsse wie Visionen seines Gottes nicht gefruchtet
Wieso?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 8.11.2016 | 16:13
Also die böseste Spielerfigur die ich mal gespielt habe, war eine asiatische  Assassinin, die einfach eiskalt alles was nötig war weggemacht hat. - Aber für einen "guten Zweck." Sie war auch der Gruppe gegenüber loyal insofern gab es beim Spielen keine Probleme. Sie hätte jedoch keine Kinder getötet, oder andere "Unschuldige, Wehrlose." Insofern war das eher eine graue Figur als eine schwarze.

Als SL lasse ich "Böses handeln" nicht ungestraft. Das heißt es gibt Konsequenzen, solange ich mich bei den "Guten" aufhalte. Das Böse wird nur von den "Bösen" belohnt.- Dämonen und ähnliches.
Als Diener einer dunklen Gottheit oder eines Dämons erhalte ich Vorteile wenn ich Diener des Lichts töte, ist klar. Aber der Preis am Ende so einer Verbindung ist hoch- Es kostet die Seele.

Die Frage ist, wie geht der SL damit um? Bestraft er böses Handeln oder nicht?- Das Gesetz "alles was du tust kommt irgendwann zu Dir zurück" (Auch Gutes) hat zumindest in den meisten Welten Gültigkeit.
Wenn der SL dieses Gesetz außer Kraft setzt, indem er gutes Handeln nicht belohnt oder schlimmer noch bestraft, und indem er böses Handeln umgekehrt belohnt bzw. nicht bestraft, dann gerät die Welt aus dem Gleichgewicht, bzw. verdreht sich dementsprechend.
Für mich ist es nicht nur eine Frage, was der SPL will, sondern wie der SL darauf reagiert. Was er unterstützt und was nicht.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 8.11.2016 | 16:19
Leider nicht in dieser und dieses Gesetz gilt auch nicht in allen - Fiktionalen Welten.

Also wie sollte der SL fairerweise  noch mal damit umgehen?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 8.11.2016 | 16:26
Zitat
Also wie sollte der SL fairerweise  noch mal damit umgehen?

Wenn man sich als SL völlig neutral halten will, dann mit natürlicher Konsequenz. Wenn ich viel "Böses" getan habe, brauche ich mir von guten "Göttern" keine Hilfe erwarten.
Wenn ich gerne "Lüge" und "Betrüge", dann glaubt mir irgendwann keiner mehr. Wenn ich jemand Unschuldigen  getötet oder gefoltert habe, sucht mich jemand der ihm nahestand und dafür Rache nehmen möchte.Wenn ich anderen in Notlagen helfe, ohne etwas zu verlangen, dann schaffe ich mir Freunde und Unterstützer. Wenn man sich auf mein Wort verlassen kann, dann gewinne ich Vertrauen....usw.


"Böse Taten" und eiskaltes Handeln helfen nur andere durch Angst und Einschüchterung zu "kontrollieren." Bzw. dem eigenen Willen gefügig zu machen. Diese "Macht" und "Kontrolle"ist aber schnell verloren, sobald die Figur Schwäche zeigt.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: tartex am 8.11.2016 | 16:34
Unterschiedliche Settings und Spiele folgen anderen Genrekonventionen. Ich halte echt nichts davon, hier zu verallgemeinern, wie ein Spielleiter vorgehen soll.

Wenn ich Game of Thrones spiele, werden andere Sachen durchgehen, als wenn ich Silver-Age-Superhelden spiele. Wenn ich 90iger-Jahre-Superhelden spiele, sieht das wieder ganz anders aus. OD&D hat eine ganz andere Moralvorstellungen als DSA2.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 8.11.2016 | 16:43
Zitat
Unterschiedliche Settings und Spiele folgen anderen Genrekonventionen. Ich halte echt nichts davon, hier zu verallgemeinern, wie ein Spielleiter vorgehen soll.
Ich habe nur meinen Vorschlag gemacht, mehr nicht.
Zitat
Wenn ich Game of Thrones spiele, werden andere Sachen durchgehen, als wenn ich Silver-Age-Superhelden spiele. Wenn ich 90iger-Jahre-Superhelden spiele, sieht das wieder ganz anders aus. OD&D hat eine ganz andere Moralvorstellungen als DSA2.
In GoT (Serie) gibt es eben richtig böse Menschen. Aber die sterben, zumindest im Film auch recht grausam.(Meist an der Rache derer die sie misshandelt haben)- Das ist eine natürliche Konsequenz.
Und graue, gebrochene Char, sind für mich zumindest, was anderes als richtig "böse" oder "perverse".

In meiner Gruppe könnte auch ein "Dexter" mitlaufen, wenn ich mir seiner Loyalität sicher wäre und mir seines Bemühens bewusst wäre, das "Richtige" zu tun.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 8.11.2016 | 16:57
Zitat
unnötige Grausamkeit z. B. wehrlose Gegner zu töten, ist mM nach BÖSE und hat in meinen Runden entsprechende Konsequenzen je nachdem wie exzessiv die Grausamkeit ausgeführt wurde ...

Noch nie D&D gespielt oder die Romane gelesen, was ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 8.11.2016 | 17:14
Also gerade das grausame Gute ist jenes das mich am meisten interessiert. Ebenso wie auch das wohlmeinende Böse. Das sind nämlich jene Aspekte die ich als "grau" sehen würde. Daraus lassen sich unzählige tolle Geschichten spannen und nichts ist schöner als moralischer Zwiespalt:

1. Der Vampir, der diejenige die ihn erweckt hat die Chance gibt davon zu kommen, weil er den Aspekt hat "Guten geschieht gutes, Bösen geschieht böses." Kommt sie davon, hat sie es vermutlich verdient davon zu kommen. Kommt sie nicht davon ist es die Strafe für den Mord an ihm. Es war eine klitzekleine Kleinigkeit. 1-2 Sätze an jenem Abend, aber für mich war es ein wichtiger Moment.
2. Der Ausdruck in den Gesichten der Spieler als sie hin und hergerissen waren zwischen: "Na endlich sind wir nicht mehr diejenigen die davonlaufen. Wir sind übermächtig. Wir können mit diesen Gangern tun und lassen was wir wollen und die Notwendigkeit ihr Blut zum Überleben zu trinken und sie verschwinden zu lassen damit niemand uns findet gibt uns das Recht sie zu töten" gepaart mit dem zeitgleichen Schrecken auf 1-2 der Spieler die realisieren wie heftig ihr Verhalten eigentlich ist. War auch wieder nur ein ganz kurzer aber toller Moment.
3. Die Spieler die zuvor die Ganger zerlegt haben, die anschließend jemandem den Kopf abgerissen haben, die aber glücklicherweise immer noch den Horror erleben als sie wie bei einem Feierabendbier gemeinsam mit dem Vampirprinz zusammensitzen und ein paar Menschen die sich ihnen bereitwillig hingeben aussaugen. Auch wieder - Ende des Abends. Noch 1-2 kurze Sätze. Aber es war trotzdem toll, weil die Spieler auch bereit waren beide Aspekte des Guten und des Bösens zu erleben, zu besprechen und zu bespielen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: tartex am 8.11.2016 | 17:28
Ich spiele im Moment in Hellfrost quasi einen verbliebenen "Römer" (Ansari), der sich in einer Welt voller Barbaren (Saxa) durchsetzen muss - quasi nach dem Fall des Weströmischen Reiches. Er muss sich in einer Kultur beweisen, in der er als dekadent und schwach gilt, und in der Gewalt groß geschrieben wird.

Er hat sich durch wüste Drohungen in manchen Situationen ein wenig Respekt verschaffen können. Wenn er diese jetzt nicht bald umsetzt, auch, wenn es ihm persönlich nicht gefällt, bleibt ihm nur die Flucht - und der Bruch eines Schwures (was ihm persönlich eher egal sein sollte). Naja, damit wäre er dann aber auch aus der Kampagne raus.

Finde ich spannend.

Nachdem er körperlich ziemlich unterlegen ist, wird er allerdings nur gegen gefangene Gegner beweisen können, dass er bereit ist, seinen Worten Taten folgen zu lassen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 8.11.2016 | 18:15
Zitat
Nachdem er körperlich ziemlich unterlegen ist, wird er allerdings nur gegen gefangene Gegner beweisen können, dass er bereit ist, seinen Worten Taten folgen zu lassen.
Indem er ihn tötet?
Ups ja ,that is bad.
- Ich finde am Bösen interessant, dass es oft weniger mit Mut und Stärke sondern viel mit "Vortäuschen von Stärke"zu tun hat.- Und dafür ist fast jedes Mittel Recht(Lügen, Tricks, Betrügen) Der Antrieb ist oft auch eine Schwäche( Angst vor dem Tod, Angst vor Versagen, Angst nicht gut genug zu sein, Angst vor Gesichtsverlust) oder ein Mangel an Stärke(heimliches Minderwertigkeitsgefühl, Sucht, Rache ).
Selbst der fiese Bösewicht, der unbedingt die Weltherrrschaft will, braucht das ja oft wegen einem Kindheitsstrauma, oder ähnlichem.(Hätten sie ihn mal in der Schule nicht immer gehänselt >;D)
Viel Böses geschieht auch allein durch Mitläufertum. Und aus Angst vor Ausgrenzung.

Zitat
Also gerade das grausame Gute ist jenes das mich am meisten interessiert. Ebenso wie auch das wohlmeinende Böse. Das sind nämlich jene Aspekte die ich als "grau" sehen würde. Daraus lassen sich unzählige tolle Geschichten spannen und nichts ist schöner als moralischer Zwiespalt:
Das Grausame Gute trifft mMn. auf einen SC Killer zu, der Manchmal einfach die "Bösen" töten muss um die "Guten, Schwachen, Hilflosen" zu schützen. Das ist sein Job.  Er weiß, dass es keinen Sinn macht Mitgefühl mit Menschen zu haben, die absolut kaltblütig sind, und sowieso bloß lügen. Also tut er was sein muß.- Sollte dabei Kolleteral Schaden entstehen, muß er aber auch damit leben. Er würde aber auch sein Leben für andere geben. Ohne das irgendjemand dadurch seinen Namen kennt. Dieser Mut  unterscheidet ihn mMn.von einem Bösewicht.

Das wohlmeinende Böse, trifft wohl auf eine Vielzahl an Bösewichten zu. Die meisten sind doch fest davon überzeugt, sie tun das "Richtige".-Zum Beispiel indem sie das entzweite Land unterwerfen- sorgen sie für Ordnung und Recht. Indem sie die überflüssige  Bevölkerung dezimieren, sorgen sie dafür, dass die Überlebenden es besser haben, usw.- Das sind aber mMn. oft Sachen, die ihre eigene Haut überhaupt nicht betreffen. Und das einzelne Individuum ist ihnen dabei auch oft egal. Sogar der angeblich "beste Freund" ist austauschbar*. Die auffallendste Schwäche ist am Bösen mMn. die starke Selbstbezogenheit. -(Selbst unter dem Tarnmantel des allgemeinen Wohls). *Und das ist mMn. das Problem, einer "bösen" Gruppe. Es gibt keinen echten Zusammenhalt.

Wenn Böse tatsächlich ihr Leben opfern, dann doch meist auch im Zuge ihres Wahnes, und in der Hoffnung, dass sie das nach dem "Tod" berühmt macht oder Ähnliches. Ansonsten sind sie nämlich sehr darauf aus ihre eigene Haut zu retten. Oder Alles für eine starke Außenwirkung zu tun.

Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 8.11.2016 | 22:41
Wieso  soll das Böse sein?

In meiner Interpretation und meinen Rollenspielrunden ist das so. In anderen Runden mit anderen Spielleitern kann es natürlich anders sein.

Wieso?

Warum sollte eine gute Gottheit einer Person Kräfte verleihen, die sich nicht gut verhält?

Natürlich können es andere SLs anders halten. Aber meine Spieler waren mit meiner sehr klaren Interpretation bisher sehr zufrieden.

Noch nie D&D gespielt oder die Romane gelesen, was ;)

 :dftt:   ~;D
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: tartex am 9.11.2016 | 00:31
Warum sollte eine gute Gottheit einer Person Kräfte verleihen, die sich nicht gut verhält?

Ich denke, dass manche von dem Ansatz angenervt sind, weil sie negative Erfahrungen damit gesammelt haben, dass die logischen Brüche im D&D-Gesinnungssystem auf den Rücken des Paladin-Spielers ausgefochten werden.

Natürlich möchte man als Spielleiter moralisch komplexe Konflikte bieten, und die Spieler in verzwickte, existenzialistische Situationen bringen. Nur hat in dem Fall oft der Paladin-Spieler die Arschkarte gezogen, weil ein moralisch interessanter Konflikt eben keine einfache Lösung bietet.

Dann ist er seine Fähigkeiten los, weil sich die Realität mit seinem Codex bricht, und steht nicht nur dumm da, (schließlich bestimmt im Endeffekt der Spielleiter, wie der Glaube richtig zu interpretieren ist,) sondern zusätzlich auch noch schwach.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 9.11.2016 | 06:19
Wenn man sich als SL völlig neutral halten will, dann mit natürlicher Konsequenz. Wenn ich viel "Böses" getan habe, brauche ich mir von guten "Göttern" keine Hilfe erwarten.
Wenn ich gerne "Lüge" und "Betrüge", dann glaubt mir irgendwann keiner mehr. Wenn ich jemand Unschuldigen  getötet oder gefoltert habe, sucht mich jemand der ihm nahestand und dafür Rache nehmen möchte.Wenn ich anderen in Notlagen helfe, ohne etwas zu verlangen, dann schaffe ich mir Freunde und Unterstützer. Wenn man sich auf mein Wort verlassen kann, dann gewinne ich Vertrauen....usw.


"Böse Taten" und eiskaltes Handeln helfen nur andere durch Angst und Einschüchterung zu "kontrollieren." Bzw. dem eigenen Willen gefügig zu machen. Diese "Macht" und "Kontrolle"ist aber schnell verloren, sobald die Figur Schwäche zeigt.
Setzt voraus das es gute Götter im Setting gibt, nicht wahr Ishtar, Marduk.

Auch für Schuldige, mag oder muss jemand Rache suchen.
Siehe den letzten Batman Film.

Oder du machst sie zu Vasallen und Klienten,  sehr uneigennützig.
Eddard Stark, Robb Stark, Jayne Westerling, Lord Commander Mormont, Elia Martell,  Rhaeny und Aegon  haben ihr Schicksal verdient oder Catelyn?

Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 9.11.2016 | 06:24
In meiner Interpretation und meinen Rollenspielrunden ist das so. In anderen Runden mit anderen Spielleitern kann es natürlich anders sein.

Warum sollte eine gute Gottheit einer Person Kräfte verleihen, die sich nicht gut verhält?

Natürlich können es andere SLs anders halten. Aber meine Spieler waren mit meiner sehr klaren Interpretation bisher sehr zufrieden.

 :dftt:   ~;D
Nach deiner Definition  waere jeder der das Schwert des Gesetzes benutzt,  Krieg nicht kriminell dumm führt boese.

Warum sollte ein guter Paladin  auch noch lieb, nett und  zuckersüß sein müssen?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: nobody@home am 9.11.2016 | 08:54
Woher wissen wir eigentlich, daß die "gute" Gottheit selber gut ist? Wer legt das nun wiederum fest, und nach welchen Maßstäben? >;D
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: KhornedBeef am 9.11.2016 | 08:56
Woher wissen wir eigentlich, daß die "gute" Gottheit selber gut ist? Wer legt das nun wiederum fest, und nach welchen Maßstäben? >;D
Denkfehler: Ein richtiger Gott bestimmt einfach, was "gut" ist. Wer das anders sieht liegt falsch ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 09:07
Vielleicht wird das "Gute" genauso oft falsch verstanden wie das "Böse".- Den Spruch: Dein Paladin, dein Priester, deine weiße Figur würde das niemals tun, weil sie gut ist. Habe ich auch schon oft gehört.
Die Klischees von Gut und Böse sind stark, aber sie zu differenzieren, finde ich, ist oft notwendig.
Die Guten sind genauso wenig die immer lieben Peacefu**er, wie die Bösen die immer fiesen Hater  sind.
Es gibt auch das Schaf im Wolfspelz so wie es den Wolf im Schafspelz gibt. Es gibt auch Wölfe die sich für die Schafe einsetzen und Schafe die sich für die Wölfe einsetzen.
Letztendes kommt es mMn. auf die Taten an, und auf die Absichten, warum man etwas tut.

Jemand Böses kann z. B. unheimlich viel Gutes tun, aber aus reinem Eigennutz, für seinen Ansehen und seinen Status. (Unter dem Tarnmantel des Mitgefühls)
Ein Paladin kann sein Leben lang gute Dinge tun, nur weil er sich dadurch von seinem Gott Macht verspricht und Dankbarkeit und Ansehen. (Obwohl ihm die Menschen eigentlich herzlich egal sind)


Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Greifenklause am 9.11.2016 | 09:19
Und oft liegt da nur eine Nuance dazwischen.

Und ebenso oft kommt auch beides vor. Gute Taten aus reinem Herzen (oder schlechtem Gewissen?) in einem Bereich und schlechte Taten (aus Selbstherrlichkeit?) in einem anderen Bereich.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 09:36
Zitat
Und ebenso oft kommt auch beides vor. Gute Taten aus reinem Herzen (oder schlechtem Gewissen?) in einem Bereich und schlechte Taten (aus Selbstherrlichkeit?) in einem anderen Bereich.

Ein Gewissen und echtes Mitgefühl ist auf jeden Fall etwas was ich einer bösen Figur eher nicht zuordnen würde und Selbstlosigkeit auch nicht.

Ein "Vorteil"der Reallife Psychopathen ist ja der, dass sie z. B. keine Kriegstraumata entwickeln, weil die Empfindungen für andere ja nie da waren.
Ein "gute Figur" würde unter den Schlimmen Dingen die sie vielleicht tun musste leiden. Eine böse nicht. Die ist von Gewissen und Moral weitesgehend befreit.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Greifenklause am 9.11.2016 | 09:44
Ein Gewissen und echtes Mitgefühl ist auf jeden Fall etwas was ich einer bösen Figur eher nicht zuordnen würde und Selbstlosigkeit auch nicht.

Ein "Vorteil"der Reallife Psychopathen ist ja der, dass sie z. B. keine Kriegstraumata entwickeln, weil die Empfindungen für andere ja nie da waren.
Ein "gute Figur" würde unter den Schlimmen Dingen die sie vielleicht tun musste leiden. Eine böse nicht. Die ist von Gewissen und Moral weitesgehend befreit.

Da irrst du.
Es gibt genügend böse Straftäter, die unter ihren Taten leiden, jedenfalls einen Moment lang.
Oft ist es gerade auch Leid, das aus einem netten Menschen einen bösen Menschen macht.

Der "Psychopath" ist ein Sonderfall.
Und da ist es wiederum so, dass 95% der Psychopathen KEINE Straftäter sind und die meisten auch keine "bösen Menschen(tm)", sondern lediglich Menschen wie du und ich, nur dass sie emotional kälter durchs Leben gehen.

Das kann man nicht alles in eine Tüte packen.

"Das Böse" ist extrem vielschichtig.
Noch schwerer zu verstehen/definieren ist nur "das Gute"  ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 10:09
Zitat
Da irrst du.
Es gibt genügend böse Straftäter, die unter ihren Taten leiden, jedenfalls einen Moment lang.
Oft ist es gerade auch Leid, das aus einem netten Menschen einen bösen Menschen macht.
Das wollte ich nie behaupten, bestreiten. Es gibt ja auch den Mord im Affekt.
Zitat
Der "Psychopath" ist ein Sonderfall.
Und da ist es wiederum so, dass 95% der Psychopathen KEINE Straftäter sind und die meisten auch keine "bösen Menschen(tm)", sondern lediglich Menschen wie du und ich, nur dass sie emotional kälter durchs Leben gehen.
Ich wollte damit nicht sagen, dass alle die böses tun, Psychopathen sein müssen.
(Die Unterscheidung zwischen gewissenloser Tat und gewissenloser Mensch)

Zitat
Das kann man nicht alles in eine Tüte packen.
Hatte ich auch nicht vor. Ich versuche nur zu differenzieren. bzw. Merkmale auszumachen, mehr nicht.

Ist ein Vampir böse weil er sich vom Blut anderer Lebewesen ernähren muß? Ist eine Katze böse, weil sie Mäuse frisst?- Für eine Maus ist sie das auf alle Fälle. Ein schlechtes Gewissen hat die Katze deshalb aber nicht. Sie will ja nur überleben. Und die Maus steht auf ihrer Speisekarte. >;D


Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Antariuk am 9.11.2016 | 10:24
Spannendes Thema!

Ich leite aktuell eine Dark Sun Kampagne, ein AD&D Setting welches sich dadurch auszeichnet dass es keine Götter oder Paladine gibt und der Kampf ums alltägliche Überleben die Leute sehr abgehärtet hat. SCs mit guter Gesinnung stehen vor dem Problem dass die Welt ohne Sklaven aktuell nicht funktioniert und Nahrung oder Wasser bei gerechter Verteilung nicht für alle reichen (plus diverse andere üble Zustände).

Die Gruppe hat das aber überraschenderweise nicht zum Anlass genommen eine Bande prototypischer Murderhobos zu generieren, sondern SCs deren gute Impulse immer wieder mit der Realität des Settings kollidieren. Da sie jetzt erst einem recht grausamen Arbeitslager entkommen sind bin ich gespannt wie sie mit ihrer neu gewonnenen Freiheit umgehen. Die Diskussionen innerhalb der Gruppe waren für mich als SL aber hochinteressant.

Ich habe nie geplant irgendwas anderes zu leiten außer einer Welt wo die Helden nicht darauf hoffen sollten dass ihnen jemand für ihre Mühen dankt, aber hier gab es bisher ein paar gute Ansätze die ich vielleicht doch gezielt einbauen könnte wenn es sich anbietet.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 10:34
Zitat
Ich leite aktuell eine Dark Sun Kampagne, ein AD&D Setting welches sich dadurch auszeichnet dass es keine Götter oder Paladine gibt und der Kampf ums alltägliche Überleben die Leute sehr abgehärtet hat. SCs mit guter Gesinnung stehen vor dem Problem dass die Welt ohne Sklaven aktuell nicht funktioniert und Nahrung oder Wasser bei gerechter Verteilung nicht für alle reichen (plus diverse andere üble Zustände).

Ja, spätestens wenn es an die eigene Substanz geht, ums nackte Überleben, dann endet oft auch jedes Gewissen und jede Moral. - Es geht nur noch um die eigene Haut. - (Die Katze frisst die Maus weil sie Hunger hat.)

Das fiese an Bösen ist mMn. auch, dass sie keine Mäuse fressen, sondern auch Ihresgleichen.- Und,dass sie es nicht aus Überlebenswillen tun, sondern für Macht, Anerkennung und ähnliches. :D

Viele "Bösewichte" tarnen sich deshalb ja auch als "Gut", damit sich ihr Opfer in Sicherheit wiegt. (Im Tierreich hat man das sogar recht häufig, dass sich die Schlange, der Raubfisch, was auch immer eines Trickes bedient, der das Opfer anlockt oder zumindest täuscht) Die Vortäuschung ist doch das Wichtigste Mittel, das ein guter Bösewicht braucht. Denn als "Gutwicht" oder "Unsichtbarer" bekommt er vielmehr Beute. Insofern hat das "Böse" für mich auch immer sehr viel mit Täuschung und Tarnung zu tun. Vampire wissen das am Besten. (Und seit Twilight und True Blood gibts da ja auch "Vegetarier". Die Ihre Opfer nicht töten, sondern nur zur "Blutspende" bitten :D)



Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: nobody@home am 9.11.2016 | 11:59
In letzter Konsequenz ist das "Gesinnungsproblem" am Spieltisch auch wieder "nur" eine Sache der Regelauslegung. Wenn ein Spiel oder Setting mit der Einstufung von jemand oder etwas als "gut" oder "böse" (oder "rechtschaffen" oder "chaotisch", oder "menschlich" oder "monströs", oder "blau" oder "orange"...) konkrete Vor- und/oder Nachteile verknüpft, wird es fast zwangsläufig zu Diskussionen kommen, was diese Begriffe nun genau bedeuten sollen, weil dann ja plötzlich etwas ganz Greifbares davon abhängt und man von einer beliebig herausgegriffenen Spielergruppe nicht a priori erwarten kann, daß sie alle rein zufällig immer genau zu 100% ein und derselben Meinung sind (sieht man ja an genügend Beispielen gleich hier im Thread ;)). Kommt erschwerend noch hinzu, daß die Regeln hier mit Begriffen aus der realen Überzeugungswelt der Leute am Tisch hantieren, dann wird die Sache naturgemäß schnell mal explosiv...und dann hilft auch die normale 08/15-Deutungshoheit der Spielleitung nicht mehr unbedingt weiter.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 12:19
Zitat
In letzter Konsequenz ist das "Gesinnungsproblem" am Spieltisch auch wieder "nur" eine Sache der Regelauslegung.
Gibt es denn Regeln wo Gut und Böse genau definiert werden?- Würde mich echt interessieren, wie man das schriftlich festhalten will.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: bobibob bobsen am 9.11.2016 | 12:37
Na Dogs zum Beispiel. Das erhebt aber keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit da z.B. das Trinken von Kaffee bereits Sünde ist.

Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 12:48
Zitat
Na Dogs zum Beispiel. Das erhebt aber keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit da z.B. das Trinken von Kaffee bereits Sünde ist.

:D Achherrjee
Ich habe hier noch einen Link zu den AD&D Gesinnungen gefunden. Ist der Stimmig?
http://www.xemaris.de/Alignment/Gesinnung.htm (http://www.xemaris.de/Alignment/Gesinnung.htm)


Zitat



Rechtschaffen böse:
Diese Charaktere glauben, daß Struktur und Organisation denjenigen Macht zuspricht, die sie verdient haben. Sie bevorzugen eine klar definierte Hierarchie zwischen Meister und Diener. Wenn jemand aufgrund eines Gesetzes, das dem rechtschaffen bösen Charakter nützt, verletzt ist oder leitet, haben sie Pech gehabt. Rechtschaffen böse Charaktere befolgen die Gesetze aus Angst vor Bestrafung oder aus Stolz über ihre Stärke. Da sie alle Verpflichtungen und Schwüre ehrenhaft einhalten, sind rechtschaffen böse Charaktere sehr vorsichtig, wenn es darum geht, jemandem ihr Wort zu geben. Wenn sie es einmal gegeben haben, so brechen sie es nur dann, wenn sie dies auf rechtlichem Weg, den Gesetzen der Gesellschaft entsprechend, tun können.


Neutral böse:
Neutral böse Charaktere sind in erster Linie auf sich selbst und ihren eigenen Aufstieg bedacht. Sie sind einzig und allein an ihrem persönlichem Fortkommen interessiert. Wenn sie einen schnellen, einfachen Weg finden, einen Profit herauszuschlagen, sei es legal, fragwürdig oder ganz offensichtlich illegal, werden sie diese Chance nutzen. Auch wenn der neutral böse Charakter nicht die "Jeder kämpft für sich selbst"-Haltung der chaotisch bösen Charaktere einnimmt, hat er keinerlei Skrupel, seine Freunde und Kameraden für persönliche Zwecke zu hintergehen. Es ist typisch für ihn, daß er sich an Macht und Geld hält, was ihn äußerst anfällig für Bestechungen macht.

Chaotisch böse:
Chaotisch böse Charaktere werden von ihrem Wunsch nach persönlichem Vorteil und Vergnügen motiviert. Die Starken haben das Recht, zu nehmen, was sie wollen und die Schwachen sind da, um ausgebeutet zu werden. Wenn chaotisch böse Charaktere sich zusammenschließen, sind sie nicht daran interessiert, zusammenzuarbeiten, sondern sich starken Gegnern zu widersetzen. Eine derartige Gruppe kann nur durch einen starken Anführer zusammengehalten werden, der seine Untergebenen mit Nachdruck zum Gehorsam zwingt. Da die Führung auf reiner Macht basiert, wird ein Führer bei den ersten Anzeichen von Schwäche sofort von einem anderen abgelöst, der ihm durch Einsatz jeglicher Mittel seine Macht entreißen kann.



 

Mit einem Rechtschaffen Bösen Abenteurer kann man in der Gruppe vermutlich leben, solange er aus Loyalität und Gesetztestreue das Richtige tut. Neutral Böse keine Chance. Und bei einer Gruppe aus Chaotisch Bösen Charakteren braucht man dann vermutlich keine Feinde mehr.... :D
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: KhornedBeef am 9.11.2016 | 13:06
[...]
Ich habe hier noch einen Link zu den AD&D Gesinnungen gefunden. Ist der Stimmig?
[...]
Ziemlich. For further reading: http://www.giantitp.com/forums/showthread.php?448812-Alignment-Handbook-Super-Thread
Eine wichtige Interpretationsmöglichkeit ist übrigens, dass "Rechtschaffen" nicht zwangsläufig "Gesetzestreu" heißt, sondern das Befolgen eines Regelwerks im weiteren Sinne. Etwas abstrakter gesprochen, dass der Charakter eine bestimmte, regelhaft darstellbare Idee für größer als sich selbst erachtet (während der chaotische immer nur sich selbst sieht).
Beispiel: Ein demokratisch gewählter Herrscher, der die Welt zum besseren zu wenden gedenkt, in dem er eine ganze Rasse ausrottet, bis zum Kleinkind. Er muss halt nur diese Vision für wichtiger halten als sich selbst und nicht mittendrin sagen "Eh, Rasseschmasse, hier am Pool ist es ganz cool..."
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Antariuk am 9.11.2016 | 13:07
D&D Gesinnungen funktionieren nur solange man nicht allzu sehr darüber nachdenkt, vor allem im Kontext von Gottheiten und Gesinnungsebenen. Wenn das Spiel objektiv Gutes und objektiv Böses propagiert, im Sinne von "das sind Orte wo ich hingehen kann, bzw. von denen ich Kräfte bekomme", dann taugt das nur so mittelprächtig als Fundament für eine Diskussion um Moral und Ethik außerhalb der D&D Parameter. Natürlich gibt es Ausnahmen, wie z.B. das von mir gespielte Dark Sun, aber das tut sich nichts im vergleich zum überwiegenden Rest.

Abgesehen davon dass die Gesinnungsbeschreibungen quer durch die D&D Editionen sich auch teilweise widersprechen bzw. dasselbe sagen bzw. einfach Null Sinn ergeben.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 13:25
Zitat
Eine wichtige Interpretationsmöglichkeit ist übrigens, dass "Rechtschaffen" nicht zwangsläufig "Gesetzestreu" heißt, sondern das Befolgen eines Regelwerks im weiteren Sinne. Etwas abstrakter gesprochen, dass der Charakter eine bestimmte, regelhaft darstellbare Idee für größer als sich selbst erachtet (während der chaotische immer nur sich selbst sieht).
Echt? Ich dachte chaotisch bezieht sich hauptsächlich auf "nicht an das Gesetz gebunden".
Dachte Chaotisch Gut wäre praktisch Robin Hood.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Antariuk am 9.11.2016 | 13:28
Echt? Ich dachte chaotisch bezieht sich hauptsächlich auf nicht an das Gesetz gebunden.
Dachte Chaotisch Gut wäre praktisch Robin Hood.

Das ist ja gerade das Problem. Je nachdem welche Gesinnungsdefinition man am Spieltisch folgt lässt sich durchaus argumentieren dass Robin Hood Lawful Good ist weil er seinen Ehrenkodex voll durchzieht und nicht kompromittiert. Oder Lawful Neutral weil er die vorhandenen Gesetze dann ignoriert wenn es ihm in den Kram passt, generell aber nicht alle Gesetze ablehnt. Oder...

Das ganze System ist wie ein Ouroboros.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 9.11.2016 | 13:38
Und warum ist das ein Problem? Warum kann er an einem Spieltisch nicht Lawful Good und am anderen Chaotic Good oder an einem tritten Lawful Neutral sein?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: KhornedBeef am 9.11.2016 | 13:40
Echt? Ich dachte chaotisch bezieht sich hauptsächlich auf "nicht an das Gesetz gebunden".
Dachte Chaotisch Gut wäre praktisch Robin Hood.
Vielleicht müsste man sagen "Regeln folgend die nicht seinem unmittelbaren moralischen Empfinden entspringen" d.h. der Charakter muss die Regeln nicht selbst "gut" finden. Aber mein Vorredner hat recht, man kann schon sehr viel zurechtinterpretieren.
Robin Hood ist aber schon eher auf der Seite "Jeder tue Gutes, so gut er kann, und scheiss auf Leute die über andere herrschen wollen."
"Lawful" könnte mal also "Glaube an Herrschaft durch Personen oder Regeln" nennen. Oder auch nicht. Suefz.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 9.11.2016 | 13:44
Zitat
Und warum ist das ein Problem? Warum kann er an einem Spieltisch nicht Lawful Good und am anderen Chaotic Good oder an einem tritten Lawful Neutral sein?
Wenn es nur um das reine Flair ginge: Kein Ding.

In D+D ist allerdings weit mehr mit den Gesinnungen verknüpft als "wie sich der Charakter anfühlt":
* Zauber die auf und gegen bestimmte Gesinnungen wirken (Schutz vor Gutem / Bösem / Chaos..)
* magische Gegenstände welche die stärkste Wirkung bei Gesinnung XY entfalten (Beispiel: Sonnenklinge)
* Klassen die nur aufsteigen solange sie eine bestimmte Gesinnung (oder Gesinnungsachse) haben.
* Kleriker welche ihre Fähigkeiten verlieren wenn sie sich zu weit von der Gesinnung des Gottes entfernen
.......
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 13:46
Zitat
"Lawful" könnte mal also "Glaube an Herrschaft durch Personen oder Regeln" nennen.
Würde ich auch so sehen. Der Rechtschaffene akzeptiert die bestehenden Hierachien , die die Gesellschaft in der er lebt zusammenhalten. Und er möchte sie nicht gefährden, weil er diese Ordnung liebt, braucht, was auch immer.
Der Rechtschaffene verteidigt im Prinzip auch nur das, was innerhalb der bestehenden Hierachien und Ordnungen als gut angesehen wird. Alles was darüber hinaus noch gut, aber gegen diese Ordnung wäre unterstützt er nicht. Und er würde auch neutrales oder böses tun, wenn es das Gesetz, bzw. seine Obrigkeit von ihm verlangen würde. Der Chaotisch Gute dagegen nicht.

Und jetzt kommt der Witz: Der Rechtschaffen Böse wird ebenso gute Dinge tun, wenn ihm das seine Obrigkeit befiehlt.
Deshalb finde ich gerade die Rechtschaffenen Charaktere (gut,neutral,böse) am schwersten zu unterscheiden.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 9.11.2016 | 13:51
@tartex
Dafür hab ich für meine Spieler einen Kodex verfasst, den sie entweder verwenden wollen oder können sich einen einen eigenen Codex ableiten (https://yugoloth.wordpress.com/2016/03/16/spielbarer-paladin-kodex-oder-ein-kleiner-leitfanden-fuer-paladine/)

Nach deiner Definition  waere jeder der das Schwert des Gesetzes benutzt,  Krieg nicht kriminell dumm führt boese.

ich sage jetzt nicht, dass derjenige böse ist, er ist eben nur nicht rechtschaffen gut. Ansonsten siehe was ich bei tartex geschrieben hab.

Warum sollte ein guter Paladin  auch noch lieb, nett und  zuckersüß sein müssen?

wenn er sich eine Gottheit sucht, die das fordert ... kann das schon sein ...

Im Endeffekt ist ein Paladin die extremste Form des Gesinnungsspiels. Und wer darauf schlicht keine Lust hat, kann doch auch entweder einen Priester oder einen Kämpfer spielen.

PS: wir sind OT glaub ich  ~;D
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 9.11.2016 | 13:52
Ja, spätestens wenn es an die eigene Substanz geht, ums nackte Überleben, dann endet oft auch jedes Gewissen und jede Moral. - Es geht nur noch um die eigene Haut. - (Die Katze frisst die Maus weil sie Hunger hat.)

Das ist übrigens eine neutrale Gesinnung ... die meisten Tiere haben eben eine neutrale Gesinnung...
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: tartex am 9.11.2016 | 13:57
Würde ich auch so sehen. Der Rechtschaffene akzeptiert die bestehenden Hierachien , die die Gesellschaft in der er lebt zusammenhalten. Und er möchte sie nicht gefährden, weil er diese Ordnung liebt, braucht, was auch immer.

Dann gibt es natürlich noch die Frage, wie sojemand damit umgeht, wenn die Gesetzescodices einer Gesellschaft radikal umgeschrieben werden. Gelten für ihn dann die neuen Gesetze, oder kann er seinen alten Idealen treu bleiben, ohne die Gesinnung zu ändern?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Antariuk am 9.11.2016 | 13:59
Das ist übrigens eine neutrale Gesinnung ... die meisten Tiere haben eben eine neutrale Gesinnung...

Aber auch nur weil das vom System so definiert wurde, nicht weil es logisch wäre. Zumal Tiere in D&D aufgrund ihrer mentalen Stats auch keine Wahl oder Möglichkeit haben, darüber zu reflektieren oder an ihrem Handeln etwas zu ändern. Was halt nicht auf die spielbaren Völker von Dark Sun zutrifft.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 14:05
Zitat
Dann gibt es natürlich noch die Frage, wie sojemand damit umgeht, wenn die Gesetzescodices einer Gesellschaft radikal umgeschrieben werden. Gelten für ihn dann die neuen Gesetze, oder kann er seinen alten Idealen treu bleiben, ohne die Gesinnung zu ändern?
Ganz platt würde ich vermuten, dass er sich immer der bestehenden Ordnung anpasst, anstatt sich gegen die Gesellschaft zu stellen. Er beugt quasi seine Ideale, oder hat wenig eigene. Im Gegensatz zu einem chaotischen Char der immer nur seinen Eigenen Idealen folgt.

Zu den Rebellen würden dann vermutlich gefühlt eher neutrale bzw. chaotiche Char gehören. Also solche die merken, dass ihre eigenen Ideale nicht mit den aktuellen übereinstimmen.

Wenn ich jetzt einen Paladin anschaue, dann ändern sich die Regeln seiner Gottheit aber nicht wirklich.

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass ein rechtschaffener Charakter einfach für oder mit seiner Obrigkeit stirbt, anstatt eine neue zu aktzeptieren. Oder auswandert.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 9.11.2016 | 14:07
Rabenmund, ich kenne D&D und weiß wie es funktioniert: Wo ist das Problem. Jeder Spieltisch hat halt seine eigene Interpretation und nach der wird eben gespielt. Das erfordert auch nicht mehr gemeinsamen Nenner schaffen als Politik, Gesetze, Magie, physikalische Kräfte, Möglichkeiten, Wissen, Fertigkeiten, Berufe und alles andere auf das man sich einigen muss.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: ErikErikson am 9.11.2016 | 14:12
Im Rollenspielkontext macht die D&D Gesinning tatsächlich Sinn. Man kann die gewöhnlichen Spielercharaktere nicht nachheutigen Maßstäben bewerten, weil sie dann spätestens dann böse wären, wenn sie die ersten Gegner aus Bequemlichkeit töten anstatt gefangennehmen.

Im Fantasy-Rollenspielkontext macht es oft Sinn zu sagen: böse ist, wer aus reiner Lust am Bösen Böses tut. Wer einen sinnvollen Grund für sein Handeln hat, ist eher neutral.


 
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 9.11.2016 | 14:15
@Wandler
Ernsthaft? Das (systeminterne) Problem ist:
Ich muss mir dabei eventuell 3 verschiedene Charaktere bauen. (Feats, Ausrüstung, Gottheit, Klasse)

Hatte ich dir unterstellt, D&D nicht zu kennen? Nein. Ich hatte auf deine Frage sachlich geantwortet.

Darfst du spielen wie es dir gefällt? Natürlich.
Aber: Wenn du im Forum Fragen stellst wirst du Antworten bekommen. Und dabei kannst du nicht erwarten das hier eure Auslegung der Regeln + eventuelle Hausregeln bekannt sind ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 14:21
Zitat
Im Fantasy-Rollenspielkontext macht es oft Sinn zu sagen: böse ist, wer aus reiner Lust am Bösen Böses tut. Wer einen sinnvollen Grund für sein Handeln hat, ist eher neutral.
Dass jemand der Spaß hat böses zu tun böse ist ist klar. Aber was ist mit dem, der nichts dabei empfindet oder dem der es aus Pflichtgefühl oder aus Feigheit tut?
Ist der dann auch böse?

Ich suche immer noch den Unterschied zwischen einem rechtschaffen Guten und einem rechtschaffen Bösen Charakter denen man den gleichen Befehl erteilt. Sagen wir mal: Einen Verräter des Reiches hinrichten.
Beide führen den Befehl aus. Aber wo ist der Unterschied? Gibt es einen?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: KhornedBeef am 9.11.2016 | 14:39
Dass jemand der Spaß hat böses zu tun böse ist ist klar. Aber was ist mit dem, der nichts dabei empfindet oder dem der es aus Pflichtgefühl oder aus Feigheit tut?
Ist der dann auch böse?

Ich suche immer noch den Unterschied zwischen einem rechtschaffen Guten und einem rechtschaffen Bösen Charakter denen man den gleichen Befehl erteilt. Sagen wir mal: Einen Verräter des Reiches hinrichten.
Beide führen den Befehl aus. Aber wo ist der Unterschied? Gibt es einen?
Das moralische ist eben mehr Innenansicht. Wenn du aus Pflichtgefühl etwas tust, handelst du rechtschaffen. Wenn das Handeln nach Pflichtgefühl grundsätzlich das wichtigste Element deines Handelns ist, dann bist du vermutlich rechtschaffen neutral. Wenn du auch versuchst, gutes zu tun, also für andere Individuen, dann bist du eher rechtschaffen gut. Wenn du dir im Rahmen der Regeln selbst gut tun willst, wohl eher rechtschaffen böse. Wenn du aber eine bestimmte Ordnung/Herrschaft unterstützen willst, und dir der Zweck die Mittel heiligt? Schwierig, weil du evtl. auch Böses tust, aber auch da tendiere ich zu Rechschaffen Neutral. weil du das Böse nicht um seiner selbst Willen willst.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: bobibob bobsen am 9.11.2016 | 14:40
Zitat
Im Endeffekt ist ein Paladin die extremste Form des Gesinnungsspiels. Und wer darauf schlicht keine Lust hat, kann doch auch entweder einen Priester oder einen Kämpfer spielen.

Und wenn ich keine Lust habe anzuerkennen das deine Moralvorstellungen meinen überlegen sind und immer noch einen Paladin spielen will?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 9.11.2016 | 14:49
Rabenmund - das ist schon klar, da bin ich ganz bei dir. Was meinst du mit "Ich muss mir dabei eventuell 3 verschiedene Charaktere bauen"?

Ich finde es halt bei einer Frage, die unabhängig vom System "Was ist gut" und "Was ist böse" schon vielleicht im echten Leben bei 4 Personen am Spieltisch nicht einheitlich aussieht, wie kann man dann von einem Spielsystem welches solche Dinge auch noch vereinfachen soll verlangen, dass es eine "bessere Einteilung bringt."

Alleine bei Ethikfragen wie "Sollen die Guten die Bösen töten um das Böse zu auszurotten" wird dir je nach Person unterschiedliche Ansichten entgegen schwappen. Es gibt auch in unseren Breiten genug Leute, die der festen Ansicht sind, dass man einem Vergewaltiger das Genital entfernen soll, einen Mörder töten soll, etc. Das ist der "Echtwelt"-Aspekt des ganzen. Wenn man hier schon abstecken muss was "Gut" und "Böse" ist, dann muss man das bei einer vereinfachten Spielweltlogik erst Recht.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 14:50
Zitat
Das moralische ist eben mehr Innenansicht.
Ja das kommt hin. Bei Rechtschaffenen Char wird die eigene Moral eher innen ausgetragen. Das eigene Handeln wird aber in den Dienst einer Obrigkeit gestellt.
Bei Chaotischen Char wird die eigene Moral dagegen nach außen getragen, bestimmt das Handeln und steht über jeder Obrigkeit.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: ErikErikson am 9.11.2016 | 14:52
Dass jemand der Spaß hat böses zu tun böse ist ist klar. Aber was ist mit dem, der nichts dabei empfindet oder dem der es aus Pflichtgefühl oder aus Feigheit tut?
Ist der dann auch böse?

Ich suche immer noch den Unterschied zwischen einem rechtschaffen Guten und einem rechtschaffen Bösen Charakter denen man den gleichen Befehl erteilt. Sagen wir mal: Einen Verräter des Reiches hinrichten.
Beide führen den Befehl aus. Aber wo ist der Unterschied? Gibt es einen?

Ich würde sagen, falls der "Verräter" unschuldig ist, und der rechtschaffen Gute weiss es, dann sollte er ihn nicht töten, sondern befreien.
Der rechtschaffen böse darf ihn gern trotzdem hinrichten. Der neutrale ebenfalls, wenn das Risiko besteht, das er bei Nichtausführung Ärger bekommt.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 9.11.2016 | 14:58
Ein rechtschaffend guter würde ihn nicht befreien. Ein Chaotisch guter würde dies tun. Ein rechtschaffend Guter hätte Vertrauen in das System und würde der Authorität vertrauen. Er würde im Rahmen des Gesetzes alle Möglichkeiten auskosten um eventuell für das Recht des Charakters zu kämpfen, doch wenn die ausgeschöpft sind und man in letzter Instanz verloren hat, dann hat der "unschuldige" es verdient und selbst wenn er Zweifel hat, wird er dem System vertrauen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 14:59
Zitat
Ich würde sagen, falls der "Verräter" unschuldig ist, und der rechtschaffen Gute weiss es, dann sollte er ihn nicht töten, sondern befreien.
Ok, und was wenn der Todeskandidat zwar unschuldig ist, aber gerade eine schlimme Seuche ausbrütet, die ausbricht und Viele ansteckt, wenn er nicht getötet wird?
Zitat
Ein rechtschaffend guter würde ihn nicht befreien.
Tippe ich auch.
Ein rechtschaffener Charakter ist immer nur so gut und gerecht wie die Instanz der er dient.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 9.11.2016 | 15:02
Und wenn ich keine Lust habe anzuerkennen das deine Moralvorstellungen meinen überlegen sind und immer noch einen Paladin spielen will?

Kommt drauf an ... wenn er sich die Mühe macht mir einen Kodex zu basteln, nachdem ich das Tun seinen Charakters bewerten kann, geht das in Ordnung. Aber was ich gar nicht leiden, wenn mir ein Spieler sagt, in meinem Kodex steht das ... aber dieser Kodex niemals definiert wurde. Natürlich muss der Kodex dann von mir abgesegnet werden ...

Und wenn der Spieler mir weder einen eigenen akzeptablen Kodex präsentiert noch den Template-Kodex akzeptieren will, spielt die Person entweder schlicht keinen Paladin in meiner Runde oder spielt gar nicht in meiner Runde mit.

Kommt halt drauf an, ob das jetzt ein Kumpel ist ... mit dem kann man idR ganz gut diskutieren oder ein zufällig aufgegabelter Spieler ... mit dem sonst eh nix zu tun hat.

Natürlich habe ich gar nicht das Problem, da ich in meiner Runde nur Spieler habe, die die gleichen überlegenen Moralvorstellungen vertreten und mich als Spielleiter als die übergeordnete moralische Instanz akzeptiert haben.  ~;D

Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 9.11.2016 | 15:07
Noch bevor wir die Fragen zu rechtschaffend gut und rechtschaffen böse klären, richtig schwierig wird es wenn diese beiden Eigenschaften kollidieren.

Ein Charakter der rechtschaffend gut ist und ein Gesetz befolgen soll, welches für ihn klar böse ist, wird seine rechtschaffenheit ganz klar in Frage stellen müssen und vielleicht wird daraus folgend neutral gut oder chaotisch gut. Wenn er dies nicht tun will oder kann, wird sich der Charakter falls er sich dadurch weiterentwickelt seine gute Eigenschaft aufgeben müssen und aus gut wird neutral oder böse.

Ein treuer Militarist der im Namen seines Generals die Regierung stürzt, weil die Regierung die bösen sind und das Land quälen. Daraus resultierend stellt sich aber der General als auf seine eigene Art verworren als ebenso im Konflikt mit der Auffassung von "Gut" des Militaristen heraus, wodurch dieser seine Einstellung ändern muss oder den General in eine anders kategorisieren muss.

Genau darum geht es für mich bei Alignment Systemen und darum ging es in meinen Augen immer. Sie bilden daher ein echtes moralisch/ethisches Schubladendenken nicht schlecht ab. Die Auffassung zweier Charaktere voneinander kann sich unterscheiden, ändern und auch die Auffassung von sich selbst kann durchaus anders sein.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: ErikErikson am 9.11.2016 | 15:09
Ich denke, ein Charakter hat immer die Option sich für eine seiner beiden Gesinnigskomponenten zu entscheiden. Ein rechtschaffen guter Charakter kanns gesinnungskobform sowohl gut oder rechtschaffen handeln, falls sich diese widersprechen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 15:14
Zitat
Ich denke, ein Charakter hat immer die Option sich für eine seiner beiden Gesinnigskomponenten zu entscheiden. Ein rechtschaffen guter Charakter kanns gesinnungskobform sowohl gut oder rechtschaffen handeln, falls sich diese widersprechen.
Zitat
Ein Charakter der rechtschaffend gut ist und ein Gesetz befolgen soll, welches für ihn klar böse ist, wird seine rechtschaffenheit ganz klar in Frage stellen müssen und vielleicht wird daraus folgend neutral gut oder chaotisch gut. Wenn er dies nicht tun will oder kann, wird sich der Charakter falls er sich dadurch weiterentwickelt seine gute Eigenschaft aufgeben müssen und aus gut wird neutral oder böse.
Zitat
Ein rechtschaffener Charakter ist immer nur so gut und gerecht wie die Instanz der er dient.
Jepp, das sehe ich ähnlich.
Wenn ein rechtschaffen böser Char einem guten Gott, oder Herrscher  dient, wird über kurz oder lang diese Gesinnung abfärben. (Egal ob es ihm keinen Spaß macht Unschuldige zu retten, er wird es tun)
Umgekehrt natürlich auch. Ein rechtschaffen guter Charakter der einem dunklen Herrscher dient wird seine gute Gesinnung schon bald verlieren.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 9.11.2016 | 15:19
@Wandler
Zitat
Was meinst du mit "Ich muss mir dabei eventuell 3 verschiedene Charaktere bauen"?
 

Weil es Gegenstände, Zauber, Feats, Klassen und Gottheiten gibt die nur mit /gegen bestimmten (fixen) Gesinnungen funktionieren.

Beispiele:
Mielikki-Kleriker kann nur eine Gesinnung von NG, CG, RG, N haben. Wenn nicht verliert er Zauber und andere Klerikerfähigkeiten.

Sun-Blade:All sun Blades are of good alignment, and any evil creature attempting to wield one gains one negative level.

Champion of Freedom: Feat erfordert CG.

Zauber: Schutz vor Chaos eines Mitspielers, dein Charakter bekommt Abzüge bzw. kann den Bereich um seine Mitstreiter nur nach einem Willsave betreten (bei aktivem Spruch)

Das bedeutet: Wenn ich mir eine oder mehrere der Optionen gewählt habe
(Beispiel: CG Mielikki-Kleriker mit Sun Blade, dem Feat) und je nach Sitzung meine Gesinnung ändere kann es rein regeltechnisch sein das ich einiges anpassen muss. Jetzt verständlicher? ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 9.11.2016 | 15:23
Ja aber warum ist es ein Problem wenn dir einen unterschiedlichen Charakter je nach Gesinnung bauen musst? Ich verstehe schon, dass es so ist, aber wieso brauchst du 3 Charaktere?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 9.11.2016 | 15:27
Wandler, du hattest doch selbst gefragt warum ich nicht in drei Gruppen denselben Char mit 3 Gesinnungen spielen kann?

Klar, ich kann den gleichen Namen, die gleiche Rasse, vielleicht auch die Klasse nehmen. Aber je nach Stufe und Komplexität brauche ich 3 verschiedene Bögen für ihn die mit allen Optionen (Ausrüstung, Feats,..) an die jeweilige Gesinnung angepasst sind.

Oder ich bin dann eben ein z.b. Rechtschaffen Neutraler (ehemaliger) Mielikki-Kleriker dessen Schwert schlechter geworden ist, der nicht mehr zaubern kann.. und einen meiner Feats kann ich in die Tonne kloppen.

Kann auch interessant sein. Ist aber vom reinen Build nicht sehr sinnvoll ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: ErikErikson am 9.11.2016 | 15:30
Wandler, du hattest doch selbst gefragt warum ich nicht in drei Gruppen denselben Char mit 3 Gesinnungen spielen kann?

Klar, ich kann den gleichen Namen, die gleiche Rasse, vielleicht auch die Klasse nehmen. Aber je nach Stufe und Komplexität brauche ich 3 verschiedene Bögen für ihn die mit allen Optionen (Ausrüstung, Feats,..) an die jeweilige Gesinnung angepasst sind.

Oder ich bin dann eben ein z.b. Rechtschaffen Neutraler (ehemaliger) Mielikki-Kleriker dessen Schwert schlechter geworden ist, der nicht mehr zaubern kann.. und einen meiner Feats kann ich in die Tonne kloppen.

Kann auch interessant sein. Ist aber vom reinen Build nicht sehr sinnvoll ;)

Das ist eine korinthekacker Argumentation. Da hast du dir ausgerechnet ne Klasse und Ausrüstung rausgesucht wo da nicht geht, bei zig anderen gehts problemlos.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 9.11.2016 | 15:31
Danke. Ich konnte dir nicht mit den 3 Gruppen folgen. Jetzt weiß ich was du meinst. Das war was mir abgegangen ist/was ich überlesen habe.

War dass bei dir denn real auch je ein Problem? Ich hatte real noch nie das Problem, dass in 3 Gruppen, ein Charakter mit einer Gesinnung auf seinem Charakterbogen nicht spielbar ausverhandelt wurde. In der Realität habe ich einen Charakter gebaut, die Gesinnung nach dem Beispiel im Regelwerk ausgewählt und anhand dieses Textes als gemeinsamen Nenner war es immer möglich auch mit der konkreten Spielgruppe einen gemeinsamen Nenner zu finden.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: bobibob bobsen am 9.11.2016 | 15:37
Zitat
Und wenn der Spieler mir weder einen eigenen akzeptablen Kodex präsentiert noch den Template-Kodex akzeptieren will, spielt die Person entweder schlicht keinen Paladin in meiner Runde oder spielt gar nicht in meiner Runde mit.

Interessante Auffassung die ja auch auf deine moralischen Wertvorstellungen Rückschlüsse zuläßt. Da du ja offensichtlich deine Meinung höher einstufst disqualifizierst du dich ja für deinen eigenen Kodex.
Du könntest also in deiner eigenen Runde keinen Paladin spielen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 9.11.2016 | 15:52
@ErikErikson
Zitat
Das ist eine korinthekacker Argumentation. Da hast du dir ausgerechnet ne Klasse und Ausrüstung rausgesucht wo da nicht geht, bei zig anderen gehts problemlos.
 
Er wollte ein griffiges Beispiel, ich gab ihm eins. Habe ich gesagt das man es mit jedem Charakter machen muss? Nein. Aber das Risiko besteht.

Mönche, Paladine, Druiden.. ebenfalls Klassen die keine große Varianz zulassen. Wenn du also von den Grundklassen (und nicht von "obskurer Klasse aus Quellenbuch X") ausgehst betrifft es schon einige Charaktere. Und verdammt nochmal, es gibt noch mehr Ausrüstung und Feats welche an Alignment gekoppelt sind, mir fehlt nur die Zeit und Lust das für jedes Alignment durchzukauen nur damit du zufrieden bist *grummel*

Von daher ist deine Aussage so nicht richtig.

@Wandler
Zitat
War dass bei dir denn real auch je ein Problem? Ich hatte noch real noch nie das Problem, dass in 3 Gruppen, ein Charakter mit einer Gesinnung auf seinem Charakterbogen nicht spielbar ausverhandelt wurde. In der Realität habe ich einen Charakter gebaut, die Gesinnung nach dem Beispiel im Regelwerk ausgewählt und anhand dieses Textes als gemeinsamen Nenner war es immer möglich auch mit der konkreten Spielgruppe einen gemeinsamen Nenner zu finden.
Leider ja, bei dem von mir vorgestellten Dunkelelfen.
Ich startete ihn in Gruppe A, als RB Charakter, aus Gründen der Gruppentauglichkeit.

Als ich - mit Einverständnis des Meisters der "neuen" Gruppe - ihn mit Werten, Feats und Stuff in eine neue Runde bringen wollte wurde mir meine RB Gesinnung verboten. Ich sollte NB spielen. War etwas nervig, ging aber. Später "setzte" mich der Meister dort ohne Vorwarnung auf RN - nach längerer intensiver Überzeugunsarbeit wurde "wenigstens" RB, das Argument das ich sonst mein ganzes Konzept in die Tonne kloppen kann hat ihn dann doch überzeugt ;)
Was ich etwas seltsam fand war, als er mir noch ein Level Druide aufdrücken wollte - warum auch immer, der Char war definitiv nicht druidisch gespielt - und hat mit dafür gesorgt das ich die Gruppe beinahe verlassen habe.

Von daher: So was passiert, leider.

Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 9.11.2016 | 15:55
Also spätestens bei "als er mir noch ein Level Druide aufdrücken wollte" wird doch ein bisschen klar, dass das mehr mit dem SL als mit dem Gesinnungssystem per se zu tun hat. Schließlich hat er ja das selbe "du musst spielen wie x"-Problem das dem Gesinnungssystem angekreidet wird ja sogar auf ein Klassensystem übertragen, welches sowas eigentlich nicht besitzt. Ich finde das Beispiel voll in Ordnung - ich habs nur wirklich ganz neutral nicht verstanden was du gemeint hast, aber jetzt ist das für mich alles erklärt.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 9.11.2016 | 15:58
Kein Problem ^^
Ich war nur irritiert, daher kam es vielleicht unfreundlicher an als ich es gemeint habe :)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: ErikErikson am 9.11.2016 | 16:09
Dann ist ja gut. Ich wollte nur sagen, das es genug Klassen gibt, die nicht so gesinninugsanfällig sind.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 9.11.2016 | 16:14
Interessante Auffassung die ja auch auf deine moralischen Wertvorstellungen Rückschlüsse zuläßt. Da du ja offensichtlich deine Meinung höher einstufst disqualifizierst du dich ja für deinen eigenen Kodex.
Du könntest also in deiner eigenen Runde keinen Paladin spielen.

Muss ich auch nicht ;) ich bin der SL und meine moralischen Wertvorstellungen sind natürlich über all den anderen Wertvorstellungen erhaben. :Ironie: 

Auf was du da genau zurückschließen willst ist mir unklar. Klingt etwas "hö hö hö ... so einer bist du also .. soo einer... ohje ... hmm ... mit SOLCHEN Moralvorstellungen ... ui ui ui ..."

Wenn du was sagen willst spucks aus, wirf nicht mit Nebel um dich ... dann weiß man auch, was du eigentlich sagen willst.

Zudem will ich im Real-Life keinen Paladin spielen und ich bin auch kein Paladin-Spielleiter. Deine merkwürdige Vermischung der Meta-Ebene und Spielebene ist etwas irreführend.

Ich habe auch schon Paladine in anderen Runden gespielt .... aber die Diskussion "wer den paladinigeren Spielstil halt" brauch ich nicht ...
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 16:32
Zitat
Mönche, Paladine, Druiden.. ebenfalls Klassen die keine große Varianz zulassen
.
Ich spiele eine weiße Figur(chaotisch gut), die ich aber als Dalmatiner bezeichnen würde. Weiß mit schwarzen Punkten.
Die schwarzen Punkte sind  das, was die Figur menschlich, aber auch erst spielbar macht. 
Sie hält sich zum Beispiel einen Assassinen (chaotisch neutral) der hin und wieder mal jemand für sie aus dem Weg räumt, weil sie sonst gar nicht mehr da wäre.

Eine weiße Figur muß finde ich nicht fehlerlos sein, das wäre auch langweilig. Und das entspricht auch dem Klischee.
Immer weise, immer besonnen, immer gerecht.- Ich finde eine Figur die ihre Fehler und Laster hat und kennt, aber gut damit umgeht, kann auch gut sein.
Eine schwarze Figur darf auch liebenswerte Seiten haben.- Wie zum Beispiel der böse Schurke, der zwar Menschen verachtet, aber ein Herz für niedliche Tiere hat. :D



Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 9.11.2016 | 16:36
@Issi
Es ging in meiner Antwort an Wandler um System- und Regelmechaniken. Wenn dich tatsächlich interessiert wie flach oder differenziert meine Charaktere sind, lies meinen Post auf der ersten (?) Threadseite.
Oder gings deinerseits um reine Provokation?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 16:42
Zitat
Es ging in meiner Antwort an Wandler um System- und Regelmechaniken. Wenn dich tatsächlich interessiert wie flach oder differenziert meine Charaktere sind, lies meinen Post auf der ersten (?) Threadseite.
Oder gings deinerseits um reine Provokation?
Um nichts davon. Eigentlich wollte ich damit nichts anderes sagen, als das man sich sowohl von Regeln als auch von Klischees nicht unbedingt einengen lassen muß, was einen Charakter betrifft.

Es gibt finde ich immer noch ein wenig Spielraum, auch was die Auslegung der Regeln betrifft. Der ist sicherlich nicht grenzlos groß, aber auch nicht wirklich klein.
Gerade wenn man nicht immer das gängige Klischee bedienen will, finde ich diesen Spielraum interessant.

Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: bobibob bobsen am 9.11.2016 | 16:54
Zitat
Muss ich auch nicht ;) ich bin der SL und meine moralischen Wertvorstellungen sind natürlich über all den anderen Wertvorstellungen erhaben. :Ironie:

Auf was du da genau zurückschließen willst ist mir unklar. Klingt etwas "hö hö hö ... so einer bist du also .. soo einer... ohje ... hmm ... mit SOLCHEN Moralvorstellungen ... ui ui ui ..."

Wenn du was sagen willst spucks aus, wirf nicht mit Nebel um dich ... dann weiß man auch, was du eigentlich sagen willst.

Zudem will ich im Real-Life keinen Paladin spielen und ich bin auch kein Paladin-Spielleiter. Deine merkwürdige Vermischung der Meta-Ebene und Spielebene ist etwas irreführend.

Ich habe auch schon Paladine in anderen Runden gespielt .... aber die Diskussion "wer den paladinigeren Spielstil halt" brauch ich nicht ...

Gut dann will ich es etwas klarer versuchen:

ich habe mir deinen Paladin Kodex durchgelesen in dem du viel von Demut etc schreibst. Weiterhin hast du geschrieben das du aber allein entscheiden willst was das jetzt bedeuten soll und wer nicht nach deiner Pfeife tanzt fliegt oder muss zumindest mit Konsequenzen rechnen.
Und das paßt für mich nicht zusammen. Du als offensichtlich nicht besonders demütiger Mensch (letzlich kann ich das natürlich nicht beurteilen da ich dich nicht kenne) erhebst dich zur Kontrollinstanz was denn jetzt Demut ausmacht.
Ich will dich gar nicht angreifen, da ich vor vielen Jahren vor dem gleichen Dillema stand und mir schmerzhaft bewußt wurde das ich auch nur ein Licht unter vielen bin.
Deine Moralvorstellungen unterscheiden sich von meinen und auch von denen deiner Mitspieler und für mich ist das ein direkter Eingriff in den Sc und um das zu verhindern sollte man sich als SL so weit wie möglich da raushalten.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Antariuk am 9.11.2016 | 17:27
Ich finde dieser Faden hat mehr verdient als das Wandeln auf den sehr ausgetretenen Pfaden einer D&D Gesinnungsdiskussion - die eh nirgendwo hinführen oder irgendwen von irgendwessen Meinung überzeugen wird. Es gibt auch noch andere Rollenspiele mit dem Thema Gut vs. Böse ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 9.11.2016 | 17:40
Vielleicht können wir das Thema ja auf folgende Frage lenken: Wann war es denn schwierig für euch eine böse Runde zu spielen? Seid ihr daran auch mal gescheitert? Es wurde gefragt ob man böse spielen kann und dazu gab es ja viel Feedback, dass es funktionieren kann. Wann hat es aber mal nicht funktioniert.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: nobody@home am 9.11.2016 | 17:44
Also spätestens bei "als er mir noch ein Level Druide aufdrücken wollte" wird doch ein bisschen klar, dass das mehr mit dem SL als mit dem Gesinnungssystem per se zu tun hat.

Ich bin mir im Gegenzug nicht so sicher, ob's in Gesinnungsfragen einen klaren Unterschied zwischen "System schuld" und "SL schuld" überhaupt gibt. Schließlich verlassen sich die Gesinnungssysteme, die mir so untergekommen sind, gerade darauf, daß der SL (die spielrelevanten Aspekte von) Moral und Ethik schon "korrekt" interpretieren wird...damit kann man die beiden dann aber auch schon nicht mehr so wirklich entkoppeln, und entsprechend ist ja auch anscheinend der bei weitem am häufigsten zitierte Knackpunkt bei Ärger mit Gesinnungsspiel ein "der SL sieht das aber anders!". Klingt also für mich doch schon eher nach einer von vornherein eingebauten Schwachstelle.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 9.11.2016 | 17:46
Gut dann will ich es etwas klarer versuchen:

ich habe mir deinen Paladin Kodex durchgelesen in dem du viel von Demut etc schreibst. Weiterhin hast du geschrieben das du aber allein entscheiden willst was das jetzt bedeuten soll und wer nicht nach deiner Pfeife tanzt fliegt oder muss zumindest mit Konsequenzen rechnen.
Und das paßt für mich nicht zusammen. Du als offensichtlich nicht besonders demütiger Mensch (letzlich kann ich das natürlich nicht beurteilen da ich dich nicht kenne) erhebst dich zur Kontrollinstanz was denn jetzt Demut ausmacht.
Ich will dich gar nicht angreifen, da ich vor vielen Jahren vor dem gleichen Dillema stand und mir schmerzhaft bewußt wurde das ich auch nur ein Licht unter vielen bin.
Deine Moralvorstellungen unterscheiden sich von meinen und auch von denen deiner Mitspieler und für mich ist das ein direkter Eingriff in den Sc und um das zu verhindern sollte man sich als SL so weit wie möglich da raushalten.

Der Kodex ist ja nur eine Interpretation was man unter einem Paladinkodex verstehen kann. Wenn jemand bei mir einen Paladin spielen will, erwarte ich dass er mir einen Kodex seiner Paladininterpretation bringt, da ich als SL entscheiden muss, ob er sich kodexgerecht verhält.

Wenn für einen Paladin gütig und demütig im Kodex steht ... er aber einen wehrlosen Gegner (der nicht böse ist), der betäubt am Boden liegt, grausam mit einem Prügel zu tode manscht ... widerspricht das dem Kodex.

Wenn für einen Paladin "finde und vernichte das Böse" (Judge Dredd Paladin) im Kodex steht - und ein böser Gegner wehrlos auf dem Boden liegt und ebenfalls grausam mit einem Prügel zu tode gemanscht ... widerspricht das nicht dem Kodex.
Wenn dieser Paladin nun üblicherweise alles und jeden auf böse Auren scannt, aber bei einem Gegner, bei dem der Spieler weiß, dass der evtl. zu stark sein kann ... davon absieht ... kann das dem Judge Dredd Kodex wiedersprechen dem Demutskodex vermutlich nicht.

Wie spielbar die Charaktere sind, sei mal dahingestellt.

Im Zweifel entscheide ich zugunsten des Spielers sofern es nicht irgendwann total absurd wird ...

Und um es nochmal zu sagen, was in dem Beispielkodex steht, hat jetzt erstmal nichts mit mir als reelle Person zu tun. Das mag für manche Menschen schwer zu begreifen sein. Aber beim Rollenspiel geht es oft darum auch mal andere Rollen zu spielen.

Und als Spielleiter ist die Szenarien/Storykomponente wie auch die Kontrollinstanz über die EInhaltung von Regeln am Spieltisch mein Job und darunter fällt eben auch das Einhalten eines Paladinkodex. Andere Spielleiter mögen das anders halten, die sehen sich eher als Spielplatz- und Knabberkram-Bereitsteller ... ich halt nicht.

Wenn jetzt ein Spieler mit einem eigenen Kodex kommt, lese ich mir den durch und frag bei unklaren Stellen nach. Wenn jetzt aber der gütige und demütige Kodex Passagen enthält, bei denen abhängig nach Stimmungslage Judge Dredd ausgepackt wird ... würde ich erstmal nachfragen wie das denn genau gehen soll, da das zumindest auf den ersten Blick nicht zusammen passt. Und bei so heiklen Themen wie bei Paladinen muss ich mir als SL auch den Schuh anziehen und da den Finger drauf halten bis man sich entweder auf einen Kodex verständigt hat, der irgendwie Sinn macht .... oder eben keinen Paladin spielen.

Und bei der Interpretation von Demut und derart interpretationsfähigen Begrifflichkeiten entscheide ich im Zweifel für den Spieler ... aber es gibt eben Aktionen, die eben definitiv nicht mehr unter demütig oder gütig fallen. Und da sehe ich mich in der Pflicht das auch anzusprechen. Es gibt SLs die scheuen sich vor sowas - ich eben nicht. Weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass die Gruppe nix davon hat, wenn man da nicht irgendwann sagt ... "Meinst du nicht, dass das weit von deinem Charakterkonzept und deinem Kodex weg ist?" (Meist nachdem die IT Hinweise wie Visionen nicht geholfen haben) ... Und wenn all das nicht hilft, sind eben die Kräfte futsch ... 

Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 9.11.2016 | 17:52
Vielleicht können wir das Thema ja auf folgende Frage lenken: Wann war es denn schwierig für euch eine böse Runde zu spielen? Seid ihr daran auch mal gescheitert? Es wurde gefragt ob man böse spielen kann und dazu gab es ja viel Feedback, dass es funktionieren kann. Wann hat es aber mal nicht funktioniert.

Hab gespielt und geleitet. Dabei sind auch einige Rundne gescheitert, da der böse Piester z. B. nur Gruppenmitglieder gegen Gold geheilt hat .... nachdem nach einem Kampf nur noch der Priester stand ... dachte sich der, ach ich nehm das Gold und die Wertsachen meiner "Kameraden" und die bleiben tot ...

Ich habe eine Weile in einer Vampire Sabbat-Runde gespielt, da waren die Charaktere auch böse, aber man hatte sich darauf verständigt, dass man nicht aktiv gegen Mitspieler vorgeht ... ist sonst sehr anstregend.

Ich habe eine böse Ninja-Gruppe geleitet, die eigentlich ganz gut miteinander konnten und die Runde lief so etwa 2 Jahre.

Man sollte sich bei einer bösen Gruppe darauf einigen wie brutal/grausam man sein möchte und sollte sich nach Möglichkeit darauf einen nicht gegen die Charaktere von Mitspielern aktiv vorzugehen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 18:38
Zitat
Vielleicht können wir das Thema ja auf folgende Frage lenken: Wann war es denn schwierig für euch eine böse Runde zu spielen? Seid ihr daran auch mal gescheitert? Es wurde gefragt ob man böse spielen kann und dazu gab es ja viel Feedback, dass es funktionieren kann. Wann hat es aber mal nicht funktioniert.

Wenn nicht alle böse spielen wollten, sondern nur ein paar. 
Einer der Bösen hat mal versucht die Gruppe nachts umzubringen. Ist aber gescheitert. Die Figur starb, und das Vertrauen der anderen Spieler war auch verloren.
Ich hab mir auch schon aus Spielern von anderen Runden erzählen lassen, dass ihnen eine  böse Gruppe keinen Spaß macht. Und sie deshalb ausgestiegen sind.
Und von Spielleitern, dass ihnen böse Charaktere keinen Spaß machen.

Wenn das nicht alle wollen, oder gegeneinander spielen funktioniert es wohl nicht.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: ErikErikson am 9.11.2016 | 18:52
Vielleicht können wir das Thema ja auf folgende Frage lenken: Wann war es denn schwierig für euch eine böse Runde zu spielen? Seid ihr daran auch mal gescheitert? Es wurde gefragt ob man böse spielen kann und dazu gab es ja viel Feedback, dass es funktionieren kann. Wann hat es aber mal nicht funktioniert.

Prägend für mich war da eine Conrunde, wo wir explizit böse Feen gespielt haben. Ich habe dann etwas "böses" gemacht, ich glaube Sachbeschädigung, und dann hies es "Mann, sowas kannst du doch nicht machen, das ist zu fies". Das war schon krass.

Einige andere male wurde "böse" spielen schlicht von vornherein abgelehnt.

Als wir dann mal böse gespielt haben, haben sich nach kürzester Zeit auch die Spieler gehasst und die Gruppe ging dahin. Ob das zusammenhing kannn ich aber nicht sagen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 19:01
Zitat
Ich habe dann etwas "böses" gemacht, ich glaube Sachbeschädigung,
nicht dein Ernst, oder?? :D
Nee, also Böse wäre bei uns andere mutwillig töten, auch Gruppenmitglieder, Frauen, Kinder. Folter aus Spaß, Misshandlung usw. (Das möchte ich zum Beispiel nicht am Tisch haben)
Wenn es nur um Sachbeschädigung ginge, dann wären wir bei mir noch nicht mal im Graubereich.. (Was ein betrunkener Zwerg so randalieren kann)~;D

Ps: Ich hatte mal einen Spieler am Tisch, der mit jeder seiner Figuren weibliche NSC verarscht, ausgenutzt oder getötet hat. - Solche Abgründe der Kompensation, braucht man echt nicht.

Mich würde eher interessieren welchen Anreiz es so für Leute gibt böse Figuren zu spielen? Was ist denn daran der Kick?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: tartex am 9.11.2016 | 19:40
Vielleicht können wir das Thema ja auf folgende Frage lenken: Wann war es denn schwierig für euch eine böse Runde zu spielen? Seid ihr daran auch mal gescheitert? Es wurde gefragt ob man böse spielen kann und dazu gab es ja viel Feedback, dass es funktionieren kann. Wann hat es aber mal nicht funktioniert.

Ist eine Frage der Einstellung. Es hat 15 Sessions gut geklappt, wobei die Kapitänin am Anfang ja nicht böse war. Aber danach musste ich den Charakter halt rausnehmen, weil die Hinrichtung eines anderen SCs die einzige Option für mich war.

Die Story-Ark war super und ich war kurz verstört, wie das sonst nur sehr gute Filme schaffen, aber für viele andere Spieler wäre das halt doch ein Scheitern gewesen, weil die ja mit dem Rausnehmen ihres Charakters nicht so gut klarkommen. (Mein neuer Charakter hatte auch nur die halben XPs, wie es damals bei Savage Worlds üblich war.)

Ich fand es einfach nur super.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: tartex am 9.11.2016 | 19:43
Wenn es nur um Sachbeschädigung ginge, dann wären wir bei mir noch nicht mal im Graubereich.. (Was ein betrunkener Zwerg so randalieren kann)~;D

Also der Verlust eines geliebten magischen Gegenstandes ist für viele Spieler "A Fate Worse than (Character) Death". Wenn es umsowas ging, kann ich mir das schon vorstellen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Issi am 9.11.2016 | 20:16
Zitat
Also der Verlust eines geliebten magischen Gegenstandes ist für viele Spieler "A Fate Worse than (Character) Death". Wenn es umsowas ging, kann ich mir das schon vorstellen.
Ja in der Tat. Unser Krieger ist mal mit seinen letzten Atemzügen in die glühende Lava gerollt. Seine letzten Worte waren: "Meine Rüstung kriegt ihr nicht." :D
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: bobibob bobsen am 10.11.2016 | 12:05
Zitat
"Meinst du nicht, dass das weit von deinem Charakterkonzept und deinem Kodex weg ist?"

Dann spielt ihr also mit festen Konzepten von start bis ende oder darf nur der Paladin sein konzept aufgrund seines Kodex nicht ändern? Er könnte sich ja vielleicht einen Neuen kodex schaffen der seiner Spielweise angemessener ist. Esgibt ja noch viele andere Dinge die D&D Charakterklassen nicht dürfen oder nicht sollten (Druiden ihre Geheimsprache an nicht Druiden weitergeben, oder Magier die ihre Familiars als Fallenaufspürer missbrauchen) hat das denn auch Konsequenzen wie nicht mehr Zaubern können?

Ich bin übrigens umgeschwenkt als mir bewußt wurde das der Paldin in meiner damaligen Gruppe immer wieder in Situation kam in denen er zwingend gegen seinen Kodex vestoßen mußte. Mir ist zumidest noch kein Kodex untergegkommen der das nicht zuläßt.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 10.11.2016 | 13:30
Dann spielt ihr also mit festen Konzepten von start bis ende oder darf nur der Paladin sein konzept aufgrund seines Kodex nicht ändern? Er könnte sich ja vielleicht einen Neuen kodex schaffen der seiner Spielweise angemessener ist.

Wir spielen idR mit relativ festen Konzepten, wobei sich die Charaktere und ein Kodex auch weiterentwickeln kann. Das Interessante am Spielen eines Paladins in mMn, dass man eben genau diesen Konflikt zwischen striktem Kodex und der Interatkion mit der Spielwelt eben spielt. Wenn in dem Kodex nun abstrakte Oberbegriffe wie Demut und Güte stehen, kann diese Begriffe während dem Spielen/Charakterentwicklung weiterentwickelt werden und auf bestimmte Situationen angewendet werden. Was aber eben nicht geht "heute bin ich grausam", "morgen bin ich gütig" und "übermorgen bin ich wieder grausam, wenn ich am Morgen einen Spatz hab singen hören" ... man sollte bei seinem Kodex bleiben und in nachvollziehbar weiterentwickeln, wenn sinnvoll/nötig/gewollt.

Es gibt ja noch viele andere Dinge die D&D Charakterklassen nicht dürfen oder nicht sollten (Druiden ihre Geheimsprache an nicht Druiden weitergeben, oder Magier die ihre Familiars als Fallenaufspürer missbrauchen) hat das denn auch Konsequenzen wie nicht mehr Zaubern können?

Genau so läuft das, wenn jemand Taboos bricht, hat das entsprechende Konsequenzen. Natürlich sollte das auch noch irgendwie nachvollziehbar sein...

Ich bin übrigens umgeschwenkt als mir bewußt wurde das der Paldin in meiner damaligen Gruppe immer wieder in Situation kam in denen er zwingend gegen seinen Kodex vestoßen mußte. Mir ist zumidest noch kein Kodex untergegkommen der das nicht zuläßt.

Kommt halt darauf an warum das so ist.
a) er hat sich den falschen Kodex zusammengebastelt
b) er kann schlicht die Rolle eines Paladins nicht spielen
c) er hat einfach keine Lust die "Nachteile" der Klasse auszuspielen, will aber trotzdem die Vorteile nutzen
d) er hat Spaß daran die Konflikte auszuspielen

Bei a-c ist es mMn die Aufgabe des SL zu intervenieren - sei es mit dem Spieler mal ein erstens Wort zu reden, Warnungen, dass ein solchen Spiel einen Kräfteverlust bedeutet oder schlicht die Leute drauf hinweisen, dass sie evtl einen Kämpfer oder einen Priester spielen sollten ...
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 10.11.2016 | 13:58
Echt? Ich dachte chaotisch bezieht sich hauptsächlich auf "nicht an das Gesetz gebunden".
Dachte Chaotisch Gut wäre praktisch Robin Hood.
Welches Gesetz?

Das illegitime und Illegale Gesetz des Verräters Luckland John?

Das Gesetz, das die Gesetze des Königreiches, Rechte der Untertanen bricht und Sünde ist vor Gottes Gesetz?

Sehet ob eure Herrscher euch nach Recht und Gesetz regieren.
Wenn nicht so ist ihnen kein Gehorsam zu leisten, sondern sie sind anzugreifen.

Sinngemäss nach einem Papst und Kirchenvater

Der Treueid der Angelsachsen zu ihrem König band die Treuepflich des Vasallen an die Gesetzestreue  des Königs.
Robin Hood hat guten, gerechten Adel unterstützt

Der Rechtschaffene verteidigt im Prinzip auch nur das, was innerhalb der bestehenden Hierachien und Ordnungen als gut angesehen wird. .Alles was darüber hinaus noch gut, aber gegen diese Ordnung wäre unterstützt er nicht.
Gut gegen Gut, was ist das bessere, gutere Gut vs. wie soll es erreicht werden



Zitat
Und er würde auch neutrales
solange das neutrale Nicht Ungut wäre, warum sollte er nicht?

Zitat
oder böses tun, wenn es das Gesetz, bzw. seine Obrigkeit von ihm verlangen würde.
Nicht Freiwillig und Wissentlich

Zitat
Und jetzt kommt der Witz: Der Rechtschaffen Böse wird ebenso gute Dinge tun, wenn ihm das seine Obrigkeit befiehlt.
Nein, er wird sie befolgen weil ihm das nützt


ich sage jetzt nicht, dass derjenige böse ist, er ist eben nur nicht rechtschaffen gut.
Also wäre Rechtschaffen Gut ein Chateau General , der seine Truppen 18 mal gegen die MG und Artillerie des Feindes anrennen lässt?

Zitat
wenn er sich eine Gottheit sucht, die das fordert ... kann das schon sein ...
wenn bzw. wenn nicht?
. Sagen wir mal: Einen Verräter des Reiches hinrichten.
Beide führen den Befehl aus. Aber wo ist der Unterschied? Gibt es einen?
der Rechtschaffen Böse führt den Befehl aus weil der von einem legalen Gericht verurteilt wurde und es ihm befohlen wurde.(Ob das Urteil "gerecht" war, ob das offensichtlich Justizmord ist für ihn nicht von Belang)

Der RG führt das Urteil aus, weil es von einem legitimen Gericht nach einem fairen Prozess als angemessene Bestrafung verhängt wurde.
Anderenfalls oder falls er Ausreichend Beweise für ein Fehlurteil bekäme würde er sich der Ausführung widersetzen und versuchen im Rahmen seiner  Möglichkeiten das Opfer zu retten.
Im System wenn möglich, ausserhalb wenn mit akzeptablen Methoden möglich.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 10.11.2016 | 14:00

Kommt halt darauf an warum das so ist.
a) er hat sich den falschen Kodex zusammengebastelt
Wieso hat der Gott ihn dann akzepiert bzw. auch nur akzeptieren können?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 10.11.2016 | 14:15
Weil der Spielleiter nach einer 50 h Arbeitswoche + kleinem Kind es nicht gerafft hat, dass der Spieler sich einen schwer/unspielbaren Kodex gebastelt hat ...
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 10.11.2016 | 14:18
Entschuldigung, ich hatte das nur Ingame betrachtet.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: bobibob bobsen am 10.11.2016 | 14:25
Zitat
Bei a-c ist es mMn die Aufgabe des SL zu intervenieren - sei es mit dem Spieler mal ein erstens Wort zu reden, Warnungen, dass ein solchen Spiel einen Kräfteverlust bedeutet oder schlicht die Leute drauf hinweisen, dass sie evtl einen Kämpfer oder einen Priester spielen sollten ...

Machen das denn nicht die anderen Mitspieler oder stört die das nicht?

Kämpfer Ok aber Priester hat der nicht das gleiche Problem oder gibt es da keine Verhaltensregeln gegen die man verstoßen kann (sie Atonment Spell).
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 10.11.2016 | 14:28
@Lichtschwerttänzer
kein Problem. Ist mir früher einfach passiert, da ich mir den Kodex nicht so genau hab erläutertn lassen ... gab es dann hinterher massig Diskussionen

@bobibob bobsen
Ja aber oft sagen Spieler es dem anderen Spieler nicht ins Gesicht, sondern petzen beim SL per E-Mail ;)

Ich meine ein Priester eines andere Gottes, der evtl. neutral gut ist ...
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 10.11.2016 | 14:37
Das ganze hängt natürlich auch davon ab wie die Götter bzw. Religionen ticken.

Hat der Gute Samariter sich spirituell verunreinigt, gesündigt oder das richtige getan?

Und das ist Teil wie Genre, Theme und Setting so sind.

Was in einer Welt "Fäntelalterlicher Idealvorstellungen" absolut gar nicht geht, mag in einem Warhammereskeren(Das ist kein Sport - wir führen hier einen echten Krieg um das was wirklich zählt)   Setting bei Verweigern zum Fallen führen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: bobibob bobsen am 10.11.2016 | 14:45
Zitat
Ja aber oft sagen Spieler es dem anderen Spieler nicht ins Gesicht, sondern petzen beim SL per E-Mail

Du hast mein Mitgefühl. Das ist kein SL Aufgabe das ist Kinderkacke.
Ich block solche Dinge grundsätzlich ab, bin ja kein Mediator, deshalb wird das bei uns grundsätzlich am Tisch mit allen Anwesenden geklärt am besten im Spiel.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 10.11.2016 | 16:26
Meine aktuellen Mitspieler sind glücklicherweise nicht so, aber ich hatte vor einigen Jahren sehr unterschiedliche Persönlickeitstypen am Spieltisch ... da kam ich mir schon teils wie ein Erzieher in der Kita vor ;)

Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Shamino am 18.11.2016 | 11:18
Mich würde eher interessieren welchen Anreiz es so für Leute gibt böse Figuren zu spielen? Was ist denn daran der Kick?
Ich steh nicht drauf, aber ich koennte mir vorstellen dass man es einfach mal ausprobieren will nach dem Motto "einmal der Boese sein", mal als Panzerknacker dem ollen Duck seinen Speicher plündern....

Vielleicht einfach mal persönlich nachfuehlen und -spielen was einen " Bösen" treibt, warum er so wurde wie er ist, welche Zwänge und Umstände oder persönliche Einstellung ihn boese bleiben laesst usw


Was ich gut faende und mir extrem gefällt sind so Gentleman-Gauner wie Fantomas, Arsène Lupin etc.
Eine Mischung aus Scarlet Overkill oder Gru  und Robin Hood also.

Das wuerde schon was hergeben als Story .... Wuerd ich sofort mit spielen :)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Supersöldner am 18.11.2016 | 11:27
Panzerknacker ? der alte Duck ? dafür brächte man aber erst mal ein Entenhausen PßP .
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 18.11.2016 | 11:35
 
Zitat
Panzerknacker ? der alte Duck ? dafür brächte man aber erst mal ein Entenhausen PßP .
Gibt es mit Sicherheit schon in der einen oder anderen Form. Heisst nur nicht zwangsläufig so ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 18.11.2016 | 11:52
Zitat
Mich würde eher interessieren welchen Anreiz es so für Leute gibt böse Figuren zu spielen? Was ist denn daran der Kick?
Böses in einer sicheren und ungefährlichen Umgebung erleben. Gewaltätig sein, weil es keinen echten Schaden und verletzten gibt. Man möchte selbst vielleicht niemanden weh tun weil einem die Mitmenschen wichtig sind, aber einer fiktiven Person schaden zufügen unterliegt nicht den selben moralischen und ethischen Standards.

Das wichtigste ist es für mich impulsiv handeln können ohne die Konsequenzen bedenken zu müssen. Eine böse Rolle ist für mich daher ein viel tieferer immersiver  und aus der Realität flüchtender Stil um Rollen zu spielen. Im echten Leben wird jede einzelne Aktion abgewogen, auf Risiken und Schäden. Man stiehlt ja nicht nur zwingend nicht weil es nicht gegen das Gesetz ist, sondern vielleicht auch weil man damit jemandem Schaden zufügt. Selbst so dumme alltägliche Dinge wie Auto fahren sind impulsiv lustiger. Man fahrt vorsichtig und sicher um nicht nur seine Mitmenschen sondern auch sich zu schützen, nicht nur Leib und Leben aber auch ein Sachschaden am Auto kann echt schon furchtbar sein. In einer fiktiven Welt kann man komplett ohne Nachdenken einfach handeln, entgegen aller Regeln, entgegen aller Risiken. Viele Richtlinien die man "dem Guten" zuschreiben würde versuchen ja genau diese Risiken zu minimieren, Sicherheit zu schaffen und möglichst viele Menschen möglichst durchschnittlich glücklich zu machen. Ein böser Akteur in einem Rollenspiel kann aber komplett jegliche Richtlinie über Bord werfen und sich nur an die halten die der Spieler möchte. Das schließt sogar einen ganz strengen regeltreuen bösen Paladin mit ein, weil auch der hält sich nur an Regeln die der Spieler sich aussucht, indem er den Charakter spielt. Man bricht als böser einfach mit so viel mehr Realität als auch nur als der beste "gute" Charakter, weil einfach gewisse fundamentale Grundsätze des alltäglichen Lebens gebrochen werden können, weil eben jedes Risiko wegfällt.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Runenstahl am 18.11.2016 | 14:23
Und nicht zu vergessen gibt es in vielen RPG's auch Charakteroptionen die man als "guter" Charakter nie ausprobieren kann. Wer gerne einen Nekromanten, einen Dämonenbeschwörer oder einen Assassinen Spielen will braucht nunmal eine "Böse" Gruppe damit das auch klappt und nicht in PvP ausartet.

Meiner Meinung nach ist "Ernsthaftes Böses Spielen" nicht nur leicht möglich sondern wird in vielen Gruppen auch standardmäßig so gemacht. Nur halt nicht so wahrgenommen.

Mal ehrlich, wie oft kommt es vor das man Gegner (Banditen, Orks, was auch immer) niederschlägt, danach ausplündert und weiterzieht ?
Gute Charaktere müßten versuchen nach dem Kampf die Sterbenden zu retten und zur nächsten Stadt zu bringen um sie der Gerichtsbarkeit zu übergeben. Aber sterben lassen und ausplündern ist halt praktischer und weniger Aufwendig (und von vielen Systemen / Abenteuern auch eher der vorgesehene Weg).

Wie oft kommt es vor das die Gruppe angeheuert wird um dem Auftraggeber Artefakt XY zu bringen das zur Zeit im Besitz von Bösewicht XY ist ?
Wird da vorher überprüft ob dem Auftraggeber das Artefakt wirklich zusteht ? Ob der Bösewicht wirklich Böse ist ?

Die Charaktere sollen eine Orkbande ausschalten die vor kurzem ein Dorf angegriffen hat.
Versuchen die Spieler sich zu informieren warum die Orks das taten ? Vielleicht waren die Orks vorher friedliche Siedler die von der Dorfbevölkerung aus der Gegend vertrieben wurden ? Bei meisten Abenteuern ist das sicherlich nicht der Fall, aber die SC's fragen halt oft gar nicht erst nach. Da wird letztlich für Geld gemordet. Sind ja nur Orks und im RP ist das Grund genug.
Hinweis: Für Geld Morden ist keine gute Tat. Und die Begründung das die Opfer ja eine spezielle Rasse haben macht das in keinster weise besser.

Und das klassische Shadowrun Abenteuer besteht darin das die SC's für Geld ein Verbrechen begehen. Meist ist das ein Diebstahl... bei dem in keinster Weise vor Gewalt zurückgeschreckt wird wenn es die Aufgabe vereinfacht. Das ist Böse.

Nicht falsch verstehen: Ich will solche Spielweisen nicht verurteilen. Ich selbst spiele oft genug auch so. Ich möchte nur Beispiele dafür geben das "Böse spielen" wirklich nichts außergewöhnliches ist sondern in vielen Runden tatsächlich eher der Standard.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 18.11.2016 | 14:45
Zitat
Gute Charaktere müßten versuchen nach dem Kampf die Sterbenden zu retten
Kann ich ganz und gar nicht zustimmen.
Zitat
Wird da vorher überprüft ob dem Auftraggeber das Artefakt wirklich zusteht ? Ob der Bösewicht wirklich Böse ist ?
Halte ich ebenso für nicht für notwendig. Ein Soldat der in die Schlacht zieht muss nicht vor jedem einzelnen Einsatz das gesamte Wertesystem und alle Beteiligten überprüfen um sicherzugehen, dass die Werte denen er sich beim Eintritt verschrieben haben immer noch richtig sind.
Zitat
Hinweis: Für Geld Morden ist keine gute Tat. Und die Begründung das die Opfer ja eine spezielle Rasse haben macht das in keinster weise besser.
Für Geld morden ist auch keine Böse tat und das Rassenargument kann in einem P&P ein mehr als legitimer Grund sein, denn Rasse in manchen fiktiven Welten ist keine Frage ethnischer Abstammung unterschiedlicher Menschen sondern ein Vergleich zwischen: Darf ich diese Kuh schlachten oder nicht/Darf ich dieses Reh schießen.
Zitat
Das ist Böse.
Nein ist es nicht. Es ist nicht rechtschaffen/gesetzeskonform aber es ist nicht per se böse. Auch in der Shadowrunwelt gibt es durchaus Runner die aus der Motivation der "guten Weltverbesserer" handeln. Sei es im Kampf gegen böse mafiöse Strukturen, Sklavenhalter, Menschenschmuggel, Drogen, Aufklärunge von Morden, Kampf gegen das an die Macht gekommene Böse in Form der Konzerne. Viele Shadowrun sind natürlich böse, gewaltätig, brutal, etc. , etc., etc. Aber es ist kein inhärenter Teil der Shadowrunwelt, die weit mehr zwischen den Extremen von Gut und Böse existiert. Das "wahre Böse" ist in Shadowrun maximal noch der Feind der aber mittlerweile an Bedeutung verloren hat. Dann als "die Bösen" hat man noch am ehesten Mörder, Mafiöse Strukturen und Co. Die Einstufung von "Shadowrunnern" ist da viel mehr eine Frage des Standpunktes und vergleichbar mit realpolitischen Fragen der "gemäßigten Rebellen" und "Terroristen die gegen Terroristen" kämpfen, "der Feind meines Feindes ist mein Freund" und "Bürgerkriegszuständen". Das ist ja die große Frage von Gut und Böse im Allgemeinen - sie ist meist eine Frage des vorherrschenden Systems und wie der herrschende/dominierende Teil der Welt das ganze sieht.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Shamino am 18.11.2016 | 15:08
Ambivalenz des Bösen. Oder Definitionssache.

Bin ich boese  wenn ich als weisser Siedler gegen Indianer vorgehe die sonst mich töten? Bin ich Boese wenn ich als Indianer Siedler abmurkse die mein Volk bedrohen und abschlachten?

Menschen die wir als boese  wahrnehmen oder vorgesetzt bekommen, nehmen sich selbst meist nicht so wahr bzw haben Argumente fuer ihr Verhalten.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Chruschtschow am 18.11.2016 | 15:09
Für Geld morden ist auch keine Böse tat [...]

Wenn das keine böse Tat ist, was denn dann? Ich schaue hier gerade mal ganz introspektiv auf die Pyramide, was ich denn als böse einstufe und beim Mord ist die Decke erreicht.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Maarzan am 18.11.2016 | 15:19
Wenn das keine böse Tat ist, was denn dann? Ich schaue hier gerade mal ganz introspektiv auf die Pyramide, was ich denn als böse einstufe und beim Mord ist die Decke erreicht.
Das Problem liegt in der freizügigen Definition von "Mord". Sonst war auch jeder der allierten Soldaten, die Sold bezogen haben "Mörder".
Von Böse zu sprechen scheint mir da nicht richtig.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: ErikErikson am 18.11.2016 | 15:20
Wenn das keine böse Tat ist, was denn dann? Ich schaue hier gerade mal ganz introspektiv auf die Pyramide, was ich denn als böse einstufe und beim Mord ist die Decke erreicht.

Das ist eine Grauzone. Was ist z.B. mit politischen Morden ausgeführt durch den Geheimdienst auf Befehl der Regierung? Was ist mit einem Henker, der Leute tötet, weils sein Job ist auch wenn er weiss 30% sind unschuldig? Was ist mit Soldaten im Krieg, die auf Zivilisten/Terroristen schießen?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 18.11.2016 | 15:21
Aus Sicht von diversen Abtreibungsgegner ist Abtreibung Mord. Aus Sicht von Gegnern der Todesstrafe ist Todesstrafe Mord. Diese Liste lässt sich ewig lang fortsetzen und ist lediglich davon abhängig nach welchem Wertesystem beurteilt wird. Das wäre die individuelle Entscheidung der Frage.

Noch wichtiger wird es dann wenn man betrachtet nach welchem Rechtssystem geurteilt wird. Ein Polizist der bei einen Amokläufer erschießt, wird in den seltensten Fällen wegen Mord schuldig gesprochen werden. Sollte der Richter aber entscheiden, es gab keinen Grund den Amokläufer zu töten (er hätte sich ohne weitere Gefahr ergeben - der Polizist hat ihn erschossen weil der Kerl mit seiner Frau geschlafen hat) könnte das ganz anders aussehen. Ob etwas also Mord ist oder nicht hängt also ausschließlich vom anzuwenden Recht und dem letzgültigen Rechtsspruch ab und kann dementsprechend sich durch unterschiedliche Instanzen und je nach Rechtssystem auch gerne mal ändern. Und Moral oder Wertefrei oder in irgendeiner Form objektiv ist sowieso kein Rechtssystem und kann es nicht sein. Damit kann man auch nicht pauschal sagen "Für Geld töten" - um mal das "morden" mit "töten" zu ersetzen um die Problematik des "welches Recht wendet man da an" wegzunehmen - ist böse.

Es hängt schonmal davon ab ob es überhaupt eine Unterscheidung zwischen Totschlag und Mord gibt - die gibt es nämlich nicht in jedem Rechtssystem. Spätestens wenn wir jetzt noch die fiktiven P&P Welten dazunehmen haben wir noch viiiiiiiiel mehr Spielraum. Man vergleiche ja nur mal Mord/Tötung im deutschen Mittelalter (https://de.wikipedia.org/wiki/Mord) zu jetzt. Diese Begriffe ändern sich ja also sogar in der Realität selbst innerhalb eines Gebietes.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: ErikErikson am 18.11.2016 | 15:24
Deshalb bin ich der Meinung, das im Rollenspiel das Böse dem Bösen Spaß machen sollte. Böses um des Bösen willen quasi. Alles andere kann man irgendwie zurechtbiegen, aber wenn jemand Böses tut weils ihm einfach Spaß macht, ist er IMO ziemlich definitiv böse.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 18.11.2016 | 15:27
Das Problem liegt aber genau darin, dass wenn schon nicht so leicht entschieden werden kann was nun Böse ist, woran bemisst man ob der Charakter nun Spaß am Bösen hat und auch wirklich etwas Böses tut. Ich finde, da sind wir in einem Tanelorn-typischen Bereich der Überanalyse. Am Spieltisch wird jede Gruppe für sich irgendwie entscheiden müssen was nun Gut/Böse in der Spielwelt ist wenn das relevant für sie ist - wie z.B. die oben kritisierten gesinnungsabhängigen Fertigkeiten.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 18.11.2016 | 15:42
Imho gibt es da wertungsfrei mehrere Wege.
Erstens: Man akzeptiert den "Moralaufbau" der Welt und überinterpretiert ihn nicht was sich vor allem bei D&D oder Warhammer (und Ähnliche) anbietet.(Böse Rassen, Paladine, Chaosinvasion...)
Diese Setting - die ich auch gerne bespiele - haben einen eingebauten moralischen Kodex, der einem umso leichter von der Hand geht je weniger man ihn selbst durch Interpretation kompliziert.

Zweitens: Man wirft das gesamte System (Gesinnungen..) über Bord und einigt sich auf einen "humanistischen Wertekodex". Das wird allerdings oben genannte Spielwelten sehr viel schwerer spielbar machen, bietet sich daher (imho) mehr für moderner "moralisierte" Settings an. Erfordert zudem einen Mehraufwand, da man sich am Besten gruppenintern schon im Vorfeld über diesen Kodex einigt.

Drittens: Man spielt aus dem Bauch heraus und entwickelt "Werte" im Spiel, was sich (imho) bei postapokalyptischen u.ä. anbietet.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Runenstahl am 18.11.2016 | 15:48
"Gute Charaktere müßten versuchen nach dem Kampf die Sterbenden zu retten."

Kann ich ganz und gar nicht zustimmen.

Hilft vielleicht sich das mal im realen Leben vorzustellen. Die Polizisten / Soldaten haben die Verbrecher / Feinde in einem Schußwechsel niedergestreckt. Jetzt könnten sie die schwer verwundeten Feinde verarzten und gefangen nehmen oder verrecken lassen.
Die Typen die gerade noch versucht haben dich umzubringen NICHT zu verarzten ist vielleicht tatsächlich keine Böse tat sondern könnte auch neutral bewertet werden. Aber Gut ist das mit Sicherheit nicht.

"Wird da vorher überprüft ob dem Auftraggeber das Artefakt wirklich zusteht ? Ob der Bösewicht wirklich Böse ist ?"

Halte ich ebenso für nicht für notwendig. Ein Soldat der in die Schlacht zieht muss nicht vor jedem einzelnen Einsatz das gesamte Wertesystem und alle Beteiligten überprüfen um sicherzugehen, dass die Werte denen er sich beim Eintritt verschrieben haben immer noch richtig sind.

Die Charaktere sind ja keine Soldaten die einer Sache dienen, sondern werden in klassischen Abenteuern halt für Geld angeworben. Und auch Soldaten sind dazu angehalten darüber nachzudenken wofür sie in die Schlacht ziehen. Zumindest hier in Deutschland ist das meines Wissens nach Fakt. Als vor ein paar Jahren Bomberpiloten in Nahost den Befehl verweigert haben irgendwelche Siedlungen zu bombardieren war ich auf jeden Fall Stolz auf die Jungs.

"Hinweis: Für Geld Morden ist keine gute Tat. Und die Begründung das die Opfer ja eine spezielle Rasse haben macht das in keinster weise besser."

Für Geld morden ist auch keine Böse tat und das Rassenargument kann in einem P&P ein mehr als legitimer Grund sein, denn Rasse in manchen fiktiven Welten ist keine Frage ethnischer Abstammung unterschiedlicher Menschen sondern ein Vergleich zwischen: Darf ich diese Kuh schlachten oder nicht/Darf ich dieses Reh schießen.

Auch da bin ich anderer Meinung. Für Geld morden ist eine Böse tat. Hier vertrete ich sogar die Meinung das man zwar anderer Ansicht sein kann, diese dann aber schlichtweg falsch ist. Und nein die Beispiele mit dem Henker der Geld dafür nimmt Leute zu töten obwohl er weiß das da Unschuldige dabei sind, oder dem Soldaten der auf Zivilisten schießt machen die Sache nicht besser. Die Typen wären Böse.
Ist es Böse wenn ich als Söldner Geld dafür nehme Leute zu töten ? Hängt mMn klar davon ab WARUM das passiert. Geht man in den Krieg um Unschuldige zu verteidigen so ist das keine Böse tat. Ist mir der Grund für den Krieg egal solange ich dafür meinen Sold bekomme, so ist das mMn Böse.

Es stimmt das in vielen Settings bestimmte Rassen immer als Böse gelten. Interessanter Weise gibt es da aber auch oft genug Ausnahmen. Grundsätzlich davon auzugehen das alle Orks böse sind ist in solchen Settings also tatsächlich nicht unbedingt böse.... aber Angesichts der Tatsache das es auch Ausnahmen geben könnte ist das halt zumindest keine Gute Einstellung.

"Und das klassische Shadowrun Abenteuer besteht darin das die SC's für Geld ein Verbrechen begehen. Meist ist das ein Diebstahl... bei dem in keinster Weise vor Gewalt zurückgeschreckt wird wenn es die Aufgabe vereinfacht. Das ist Böse."

Nein ist es nicht. Es ist nicht rechtschaffen/gesetzeskonform aber es ist nicht per se böse. Auch in der Shadowrunwelt gibt es durchaus Runner die aus der Motivation der "guten Weltverbesserer" handeln. Sei es im Kampf gegen böse mafiöse Strukturen, Sklavenhalter, Menschenschmuggel, Drogen, Aufklärunge von Morden, Kampf gegen das an die Macht gekommene Böse in Form der Konzerne. Viele Shadowrun sind natürlich böse, gewaltätig, brutal, etc. , etc., etc. Aber es ist kein inhärenter Teil der Shadowrunwelt, die weit mehr zwischen den Extremen von Gut und Böse existiert. Das "wahre Böse" ist in Shadowrun maximal noch der Feind der aber mittlerweile an Bedeutung verloren hat. Dann als "die Bösen" hat man noch am ehesten Mörder, Mafiöse Strukturen und Co. Die Einstufung von "Shadowrunnern" ist da viel mehr eine Frage des Standpunktes und vergleichbar mit realpolitischen Fragen der "gemäßigten Rebellen" und "Terroristen die gegen Terroristen" kämpfen, "der Feind meines Feindes ist mein Freund" und "Bürgerkriegszuständen". Das ist ja die große Frage von Gut und Böse im Allgemeinen - sie ist meist eine Frage des vorherrschenden Systems und wie der herrschende/dominierende Teil der Welt das ganze sieht.

Ich schrieb davon das man für Geld stiehlt und dabei meist sogar vor Gewalt nicht zurückschreckt. Sich nehmen was man will und dabei keine Skrupel zu zeigen ist eigentlich ein gängiges Beispiel für eine böse Tat.

Wenn die Shadowrunner den Job machen weil sie dadurch die Welt verbessern wollen, dann ist das etwas anderes. Aber auch hier sollte man sich fragen welche Motivationen da im Vordergrund stehen. Denn oftmals ist es ja nicht so das sich die Spieler(charaktere) zusammensetzen und den Plan aushecken "wir brechen jetzt bei XY ein um ihre finsteren Pläne zu verhindern" sondern man nimmt einen angebotenen Job an und rechtfertigt seine Taten dann damit das es ja gegen den "großen bösen Konzern" geht.
Besonders wenn man beginnt seine Taten rechtfertigen zu müssen ist man meist schon in der Grauzone oder darüber hinaus.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 18.11.2016 | 15:52
Schön wie du deinen Moralkompass als einzig richtigen darstellst, das macht ihn auch nicht richtiger.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Supersöldner am 18.11.2016 | 15:53
,,werte,, nach dem zusammenbrach der Zivilisation stelle ich mir schwierig vor. da ist jemand ? dann töte ihn den du BRAUCHST sein essen und sein wassre. da ist irgendwie nicht so viele Platz für werte.    .  etwas anders ist es Natürlich wenn der Wiederaufbau halbwegs begonnen hat.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Runenstahl am 18.11.2016 | 16:11
Imho gibt es da wertungsfrei mehrere Wege.
Erstens: Man akzeptiert den "Moralaufbau" der Welt und überinterpretiert ihn nicht was sich vor allem bei D&D oder Warhammer (und Ähnliche) anbietet.(Böse Rassen, Paladine, Chaosinvasion...)
Diese Setting - die ich auch gerne bespiele - haben einen eingebauten moralischen Kodex, der einem umso leichter von der Hand geht je weniger man ihn selbst durch Interpretation kompliziert.

Da bin ich voll bei dir. Wenn ich Warhammer / D&D etc spiele, so habe ich keine Probleme dabei Orks / Space-Orks etc wegzumetzeln. Da mache ich mir im Spiel (mit den meisten Charakteren) auch keine Gedanken drüber.

Hier Thread geht es ja aber darum ob es denn möglich ist überhaupt "Böse" zu spielen. Und deshalb kam von mir die Behauptung das wir das oft genug bereits tun (halt nur nicht so wahrnehmen). Es ist also durchaus möglich.

Vielleicht sollte man auch überhaupt erst einmal definieren was denn nun "Böse" überhaupt ist. In der realen Welt zumindest gibt es niemanden der absichtlich böse ist. Es gibt Leute die sind Geistesgestört und es gibt (viele !) Leute die glauben das sich ihre Taten rechtfertigen lassen. Da kenne ich bereits im Bekanntenkreis genug Beispiele.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Deshalb finde ich auch in Fantasy-Spielen Charaktere (egal ob NSC's oder SC's) die einfach nur aus Spaß böse sind auch ziemlich unglaubwürdig. Ja, solche Personen gibt es auch echten Leben. Aber die sind dann halt auch Geisteskrank.

Böse definiert sich für mich durch die Wahl der Mittel um ein bestimmtes Ziel zu verbreiten.
Gerne reich sein zu wollen ist nicht böse. Wer das aber umsetzt indem er denen das Geld stiehlt die hart dafür gearbeitet haben der ist böse.
Weltfrieden als Ziel ist natürlich auch nicht böse. Wenn ich das aber erreichen will indem ich alle Feinde wegbombe dann ist das eindeutig böse.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Supersöldner am 18.11.2016 | 16:35
es ist böse für den Weltfriede Leute weg zu Bomben ? aber o her soll der den sonnst komme der Weltfrieden ?
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Runenstahl am 18.11.2016 | 17:06
Schön wie du deinen Moralkompass als einzig richtigen darstellst, das macht ihn auch nicht richtiger.

Toll, oder ? :)

Mal im Ernst: Alles was ich schreibe ist meine Meinung / Ansicht. Das betone ich sehr häufig und bemühe mich meine Ansichten nicht als "Fakt" sondern eben als meine Meinung darzustellen. Das tue ich jedoch nicht in jedem einzelnen Satz weil das dann schnell unlesbar wird.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 18.11.2016 | 17:07
Warum muss der Assassine böse sein?

Es ist keinVerbrechenn  als Soldat auf Zivilisten zu schiessen,  es ist ein Verbrechen auf Nichtkombatanten zu schiessen.
Wenn der Ziilist Kombatant ist...okay, wenn der Soldat Nichtkombatva nt  ist nicht okay
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Luxferre am 18.11.2016 | 17:17
Vielleicht sollte man auch überhaupt erst einmal definieren was denn nun "Böse" überhaupt ist.

Das hatten wir noch nie und werden wir nie haben. Stimme Dir aber eigentlich zu ... wenn nicht das hier wäre:


Zitat
In der realen Welt zumindest gibt es niemanden der absichtlich böse ist.

In Bezug dazu:

Alles was ich schreibe ist meine Meinung / Ansicht. Das betone ich sehr häufig und bemühe mich meine Ansichten nicht als "Fakt" sondern eben als meine Meinung darzustellen. Das tue ich jedoch nicht in jedem einzelnen Satz weil das dann schnell unlesbar wird.

Das siehst Du schlicht verkehrt. Sowohl Deine Meinung über das Böse in dieser Welt, als auch Deine etwas ... eigene Reflektion ;)

Schau Dir mal im Netz an, was zum Thema Böse so gibt. Philosophisch und im D&D Kontext.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Wandler am 18.11.2016 | 17:18
Ist mir schon klar, aber es lässt trotzdem tiefe Blicke in deine fundamentalistische Weltanschauung zu, wenn du deine "eigene persönliche Meinung" als einzig wahr darstellst und sagst - wer das anders sieht ist "schlichtweg falsch". Aber lass uns darauf bitte einfach nicht weiter eingehen, sollte ich dich damit beleidigt haben, entschuldige ich mich vorsorglich und wir gehen beide zurück "back to topic".
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Runenstahl am 18.11.2016 | 17:19
Ein Assassine zeichnet sich dadurch aus das er Leute tötet. Und zwar auf hinterhältige Art und Weise. Auch Nicht-Kombattanten. Die meisten Menschen sind der Ansicht (ich selbst auch) das sowas "böse" ist.

Zivilist habe ich bislang immer für dasselbe wie einen Nicht-Kombattanten gehalten. Da habe ich also wieder was dazugelernt :)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 18.11.2016 | 17:28
Ein Assassine, Soldat, Paladin etc. zeichnen sich dadurch aus Feinde zu töten,  vernünftigerweise aus dem Hinterhalt  wenn möglich.
Wenn man das Staatsoberhaupt oder sein Kabinett etc. als Nichtkombatanten betrachtet dann ja, aber ich verstehe nicht was daran böse  sein soll
Sorry wer Teil der kriegerisch-militärischen Befehlskette  ist spez. Commander in Chief oder Second Commander in Chief ist für  mich ein legitimes Ziel.

Er hält  wahrscheinlich den Kollateralschaden niedriger  als andere Optionen.

Wenn du allerdings einen Hitman, Auftragsmoerder  für Geld etc. meintest ganz meine Meinung.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: SeldomFound am 18.11.2016 | 17:34
Ich bin von meinen Verständnis sehr davon geprägt, was Terry Pratchett als das Böse definiert hat:

"Evil begins when you treat people as things."

Deshalb ist es gerade im Rollenspiel eigentlich sehr einfach "böse" zu handeln: Man behandelt NSCs nur als Figuren und spricht ihnen jegliche Menschlichkeit ab.

Das "ernsthafte Böse" zu spielen erfordert daher meine Meinung nach, dass man sich als Spieler auf der einen Seite bewusst macht, dass jeder NSC eine "Echte Person" ist und den Charakter absichtlich dagegen handeln lässt.

Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: nobody@home am 18.11.2016 | 17:35
Letzten Endes ist Mord eben einfach schon per Definition "böse". Mord ist ja gerade das Töten eines Anderen aus "bösen" ("verwerflichen", "niederen", egal, läuft doch immer auf dasselbe hinaus) Beweggründen, und für andere Tötungsakte gibt's dann schon wieder andere schöne Fachbegriffe.

Damit verlagert sich allerdings naturgemäß die Diskussion nur zu der Frage, ob A mit dem Umbringen von B nun tatsächlich einen Mord begangen hat oder nicht, und damit haben wir auch wieder nur dasselbe in Grün. :)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Noir am 18.11.2016 | 17:36
Es ist halt auch immer - wie wir schon festgehalten haben - ein wichtiger Punkt, in welcher Kultur wir uns gerade bewegen. Ein extremes Beispiel: Sind Kannibalenstämme böse, wenn sie Menschen fangen und essen? In unserer Kultur gäbe es sicher einige, die hier deutlich nicken würden. Aber für den Kannibalen ist das einfach normal. Der Mensch ist schlicht, genau wie andere "Tiere", ein Lebensmittellieferant. Da geschieht das "essen" eben nicht aus böser Absicht, sondern weil man Hunger hat.

Oder etwas anderes: Ein Volk, das ihrem Gott in regelmäßigen Abständen Menschen als Opfer darbietet. Sind die böse? Wieder: Hier würde man vermutlich sehr schnell "Ja, klar!" rufen. Aber aus deren Sicht, ist das halt völlig normal. Die Religion, an die dort geglaubt wird, verlangt eben Menschenopfer. Und wenn da dann eben ahnungslose Schiffbrüchige genommen werden, so geschieht das sicher auch nicht aus einer bösen Absicht, sondern, weil der Gott sein Opfer verlangt und man so niemanden vom eigenen Volk opfern muss. Das schlägt auf der "Gut/Böse"-Waage ja schon fast eher in Richtung gut ;)

Ein SEHR spannendes Thema, wie ich finde.

Zur Grundfrage: Ja ... ernsthaft böse spielen ist möglich. Manchmal ist es nötig eine gemeinsame Basis zu schaffen, bevor man anfängt zu spielen, wie bspw. bei Warhammer. Es ist schlicht nicht möglich ernsthaft und glaubhaft einen Khorne-Chaoskrieger und einen Slaanesh-Chaoskrieger in einer Gruppe herumlaufen zu lassen, ohne die Basis "Gerade ist das Chaos ungeteilt und bereitet einen Krieg vor", weil Setting-technisch Khorne und Slaanesh Todfeinde sind.

Ebensowenig wird man einen Dunkelelfen und einen Hobgoblin in eine Gruppe quetschen können, ohne die Prämisse "Hobgoblin ist der Sklave des Dunkelelfen".

Soll heißen: Das Setting gibt einem für gewöhnlich gewisse Grenzen auf. Wenn man aber eine gemeinsame Basis schafft, bevor man loslegt, ist das Spielen einer bösen Gruppe kein Problem.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 21.11.2016 | 11:07
Zitat
Das Setting gibt einem für gewöhnlich gewisse Grenzen auf. Wenn man aber eine gemeinsame Basis schafft, bevor man loslegt, ist das Spielen einer bösen Gruppe kein Problem.
Da bin ich ganz bei dir, genauso wenig wie es gegen einen bösen Charakter in einer neutralen / guten Runde spricht wenn die Basis stimmt.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: bobibob bobsen am 21.11.2016 | 11:40
Zitat
Ebensowenig wird man einen Dunkelelfen und einen Hobgoblin in eine Gruppe quetschen können, ohne die Prämisse "Hobgoblin ist der Sklave des Dunkelelfen".

Mit der Meinung kannst du Duneklelfen gar nicht spielen. Die fühlen sich doch jedem überlegen. Der hobgoblin könnte auch Leibwächter, Assassin, Barde (der die ruhmreiche Geschichte des Drow aufschreibt) sein.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 21.11.2016 | 12:18
Zitat
Mit der Meinung kannst du Duneklelfen gar nicht spielen. Die fühlen sich doch jedem überlegen. Der hobgoblin könnte auch Leibwächter, Assassin, Barde (der die ruhmreiche Geschichte des Drow aufschreibt) sein.
Darum spiele ich ja auch einen Dunkel-, keinen Dunekl-Elfen ;)


Und deine Meinung kann ich mit genug Beispielen in den Romanen und Regelwerken widerlegen. Der Bekannteste von in den Realms ist Drizzt Do Urden, dann noch verschiedene Anhänger von Eilistrae.. und auch ausserhalb der Forgotten Realms gibt es "Ausreiser aus der Statistik".

Ich stimme dir natürlich zu, das der Großteil der Drow (Dunkelelfen in anderen Rollenspielen ticken teilweise anders) ein arroganter, rassistischer Haufen sind. Aber eben nicht alle.


Interessanterweise ist der einzige (mir bekannte) Dunkelelf in Dragonlance ein Hochelf der Schwarzmagier ist.. und dadurch nennen ihn die anderen Elfen einen Dunkelelf. Von der Abstammung her ist er immer noch ein Hochelf, mit den normalen Werten eines Hochelfen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: bobibob bobsen am 21.11.2016 | 12:39
Zitat
Der Bekannteste von in den Realms ist Drizzt Do Urden, dann noch verschiedene Anhänger von Eilistrae.. und auch ausserhalb der Forgotten Realms gibt es "Ausreiser aus der Statistik".

Du meinst wohl Drizzt Do'Urden. Es ging ja bei der Aussage darum das es unmöglich sei einen Hobgoblin und einen Dunkelelfen in eine Gruppe zusammenzupacken ohne das der Hobgoblin zwingend Sklave des Dunkelelfen ist. Dem hast du mit deiner Argumentaion ebenso wiedersprochen wie ich.
Für die Fragestellung des Post´s sind Romane eine denkbar ungünstige Argumentationgrundlage. Die Regelstellen in den Rebelbüchern würden mich aber tatsächlich mal interessieren.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: nobody@home am 21.11.2016 | 12:43
Interessanterweise ist der einzige (mir bekannte) Dunkelelf in Dragonlance ein Hochelf der Schwarzmagier ist.. und dadurch nennen ihn die anderen Elfen einen Dunkelelf. Von der Abstammung her ist er immer noch ein Hochelf, mit den normalen Werten eines Hochelfen.

Stimmt meines Wissens: auf Krynn gibt's "Dunkelelf" nicht als Rasse, sondern "dunkel" zu sein ist einfach eine Art Ausgestoßenenstatus, den man sich durch entsprechende Taten erst mal verdient haben muß. Ich erinnere mich da an einen Dragonlance-Comic-Protagonisten von Anno Dunnemals, der als Sohn eines solchen Elfen entsprechende Probleme in und mit der elfischen Gesellschaft hatte... (Okay, am Ende sollte sich herausstellen, daß die Sache in seinem Fall um noch drei Ecken komplizierter war, aber das wußte erst mal keiner, nicht einmal er selbst.)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 21.11.2016 | 12:44
@bobibob bobsen
Zitat
Die Regelstellen in den Rebelbüchern würden mich aber tatsächlich mal interessieren.
Naja, wenn wir von D&D / Pathfinder ausgehen findest du da drei Regelquellen:
* Das Monster Manual, indem Dunkelelfen mWn CE sind..
* Der Zusatzband / Kompendium mit zusätzlichen Rassen, in dem du dir deine Gesinnung frei auswählen kannst (wahrscheinlich steht die "Hauptgesinnung" als Vorschlag drin)
* Dunkelelfenbände, die zum großen Teil den Fluff der bösen Hauptmasse beschreibt.. müsste ich reinschauen, wenn ich zuhause bin ob da was Genaueres als CE drin steht.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: bobibob bobsen am 21.11.2016 | 13:05
Ich bezog mich eher auf.
Relations: Drow have a strong sense of racial superiority and divide non-drow into two groups: slaves, and those that are not yet slaves. In practice, however, races that may share similar inclinations (such as hobgoblins and orcs) and those who serve willingly may be treated as servitor races and granted a measure of trust and modest rank in drow society. Others, such as dwarves, gnomes, and halflings, are deemed fit only for the lash. Manipulative drow delight in exploiting the weak character of humans. While they claim no kinship with fetchlings, the drow harbor a curiosity toward the shadow race, as both are adaptations of races exposed to extreme and dangerous conditions. Finally, the drow's hatred of elves sets these beings apart from all other races, and the dark elves desire nothing more than to ruin everything about their surface cousins.

Da wird ja relativ klar gesagt das sie andere Rassen in zwei Kategorien einstufen Diener/sklaven und die die sie noch zu diener und Sklaven machen werden. Das heißt aber umgekehrt das du wenn du einen bösen Dunkelelfen spielen willst hast du eigentlich mit allen Rassen das gleiche Problem.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 21.11.2016 | 13:18
@bobibob bobsen
Zitat
Da wird ja relativ klar gesagt das sie andere Rassen in zwei Kategorien einstufen Diener/sklaven und die die sie noch zu diener und Sklaven machen werden. Das heißt aber umgekehrt das du wenn du einen bösen Dunkelelfen spielen willst hast du eigentlich mit allen Rassen das gleiche Problem.
Nicht zwangsläufig, ausser es gilt böse = dumm. Was ich damit sagen will, natürlich wird er die anderen höchstwahrscheinlich Charaktere so sehen. Und wird sie arrogant und eher "unkuschelig" behandeln.  Das heisst aber nicht zwangsläufig das er blöd genug sein muss den anderen in jedem zweiten Satz ihren "Unterwesen"-Status unter die Nase zu reiben.

Und wenn er den "Servitor"-Status für die SC annimmt wird er sie vielleicht auch nur herablassend behandeln - also ähnlich wie wir uns einen versnobten Adligen vorstellen. Denn wahrer Adel muss auch nicht dauernd betonen, das er hochgeboren ist ;)

Wenn es dich näher interessiert wie ich den Charakter konkret spiele, am Anfang des Threads bin ich ausführlich darauf eingegangen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: ErikErikson am 21.11.2016 | 13:24
Klingt für mich auch so das man als Servitor Rasse bzw. als willig dienender mit den Drow gut leben kann.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 21.11.2016 | 13:29
Zitat
Klingt für mich auch so das man als Servitor Rasse bzw. als willig dienender mit den Drow gut leben kann.
 
Naja, gut ist übertrieben. Sie sind und bleiben ein böses Volk. Aber in einer Runde kann es funktionieren ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Runenstahl am 21.11.2016 | 13:33
Wobei man sagen muß das derartige Texte über das "normale" Verhalten eines durchschnittlichen Mitglieds der Spezies XY halt keine festen Regeln sind.
Sprich: Man muß nicht eine bestimmte Gesinnung spielen nur weil die Mehrheit der Spezies so drauf ist und ebensowenig muß man den Verhaltunsweisen aus der Speziesbeschreibung folgen nur weil die Mehrheit der Spezies so tickt.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: bobibob bobsen am 21.11.2016 | 13:43
Zitat
Wobei man sagen muß das derartige Texte über das "normale" Verhalten eines durchschnittlichen Mitglieds der Spezies XY halt keine festen Regeln sind.
Sprich: Man muß nicht eine bestimmte Gesinnung spielen nur weil die Mehrheit der Spezies so drauf ist und ebensowenig muß man den Verhaltunsweisen aus der Speziesbeschreibung folgen nur weil die Mehrheit der Spezies so tickt.

Man muss dann aber auch damit leben das man bei den eigenen Leuten als Sonderling gilt. Was ich reizvoll finde.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Greifenklause am 21.11.2016 | 14:02
Zu Gesinnungen und Sonderling:
Aber ab wann bist du ein Sonderling?
Grundsätzlich sind doch ALLE Gesinnungen in JEDER Spezies vorhanden.
Nur dass halt die Verteilung auf der Gaußschen Glockenkurve unterschiedlich sind.

Welche Gesinnung ist dann bei welcher Spezies so extrem bzw selten , dass man als Sonderling gilt?
Sicherlich nicht jede Abweichung von der "Standardgesinnung".
(Die darüber hinaus ja in den wenigsten Fällen aussagt, ob dass die absolute Mehrheit oder nur die häufigste Gesinnung darstellt)

Meine 51 Cent
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 21.11.2016 | 14:14
@Greifenklause
Kurz angedacht ohne Tiefenanspruch:
Je weiter du dich von der Standardgesinnung der Spezies wegbewegst, desto sonderlicher..

Bleiben wir bei den Drow und machen wir es konkret
Standard: Chaotisch Böse
Was imho kein Problem darstellen dürfte: Chaotisch Neutral / Neutral Böse
Womit man bei den dunkelelfischen Chaoten schon mehr anecken dürfte, und als harmloser Spinner wahrgenommen wird: Rechtschaffen Böse, Neutral
Und je mehr die Gesinnung zum Rechtschaffen Guten tendiert desto sonderlich (und schwieriger / gefährlicher für das Individuum) dürfte es imho sein.. bis du mit
Rechtschaffen Gut der Freak bist, der ausgelöscht werden muss (aus Sicht einer Bösen Gesellschaft).

Das waren meine 5 Cent ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: bobibob bobsen am 21.11.2016 | 14:30
Die Auswirkungen gehen ja bei D&D ja tifer weil es ja diverse Schutzzauber/Erkenntniszauber/magische Effekte  gibt und wenn mein Sc dann plötzlich von einem GN Dämon angegriffen wird kann ich plötzlich die Spielwelt nicht mehr einschätzen. Daher sollte man sich als SL mit Änderungen des Gesetzten Alignments stark zurückhalten.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 21.11.2016 | 14:31
@bobibob bobsen
Zitat
Die Auswirkungen gehen ja bei D&D ja tifer weil es ja diverse Schutzzauber/Erkenntniszauber/magische Effekte  gibt und wenn mein Sc dann plötzlich von einem GN Dämon angegriffen wird kann ich plötzlich die Spielwelt nicht mehr einschätzen. Daher sollte man sich als SL mit Änderungen des Gesetzten Alignments stark zurückhalten.
 
Ist bekannt, wurde im Thread aber schon durchgekaut. Trotzdem danke :)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 30.11.2016 | 10:57
Hmm.. hab es mit meinem Kommentar wohl geschafft den Faden abzuschneiden.
Dann mal kurz mein Abschluss-Senf:
Böse spielen ist möglich wenn:
* böse nicht Plot / Spieldestruktiv  bzw. StupidEvil bedeutet (wenn der Spieler nicht absichtlich Sch** macht "weil er böse ist" wie Plot-NSC killen, Massaker anrichten, Böse Taten vor Augen guter Charaktere / Autoritätsfiguren, Folter am laufenden Band, Mitspieler bestehlen)
* die Mitspieler (inklusive SL) damit einverstanden sind
* es ein klares "Böse" in dem Setting gibt (D&D vs Shadowrun) und nicht alles relativiert wird
* es die Geschichte bereichert
* es in die Gruppe passt !!

Böse kann interessant sein wenn:
* das Setting Bösen interessante Möglichkeiten bietet (Dunkelelfen, Nekromanten,...)
* der Spieler seinem Charakter Tiefe verleiht statt StupidEvil Slaughter Sorcerawr zu spielen ;)
* es interessante Fragen und Konflikte erzeugt ("Was ist der Unterschied zwischen euren Leibeigenen und unseren Sklaven?")

Böse ist einfach nur nervig wenn:
* es als Entschuldigung genommen wird, destruktiv zu spielen oder Gruppenvertrag ("Wir foltern nicht") / "Common Sense" zu ignorieren (siehe oben)
* der Spieler  "Folter-Porn" und Massaker zum Selbstzweck spielt.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Noir am 30.11.2016 | 11:59
Mit der Meinung kannst du Duneklelfen gar nicht spielen. Die fühlen sich doch jedem überlegen. Der hobgoblin könnte auch Leibwächter, Assassin, Barde (der die ruhmreiche Geschichte des Drow aufschreibt) sein.

Das ist stark settingbedingt. Bei Warhammer wäre das definitiv nicht möglich. Denn wie du richtig sagtest, sind die Dunkelelfen hier arrogante, rassistische, gewaltätige Individuen. Als reine Dunkelelfengruppe spielbar ... zusammen mit anderen Rassen? Nur wenn diese anderen Rassen "untergeordnet" sind.

Die Drow in den forgotten Realms - also die typischen Drows - sind da doch imho ganz ähnlich? Zugegeben ... viel mehr als die Hörspiele und Bücher zu Drizzt kenne ich da nicht.

Soll heißen: Eine gleichberechtigte Gruppe in der auch Dunkelelfen sind, ist glaubhaft vermutlich nur zu spielen, wenn man den Dunkelelfen stark abschwächt und eher in eine den Dunkelelfen unähnlichen Richtung schwenkt. So im Sinne von "Ja ... ich bin bösartig! Aber die Art und Weise der Dunkelelfen finde ich dann doch irgendwie doof ... deshalb bin ich für mich allein bösartig und verbünde mich hier mit diesem Hobgoblin!" ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: KhornedBeef am 30.11.2016 | 12:32
Wenn die anderen Charaktere in dem Setting um die typische Einstellung von Dunkelelfen wissen, ja. Wenn die aber nur denken "Ey, n blauer Elf." dann kann der Dunkelelf sich ja auch "normal" geben, wenn es einem besonderen Ziel dient. Oder einfach nur seiner Belustigung. Wie bei den Warhammer40000 "Unsere-Zivilisation-hat-einen-Chaosgott-ins-Leben-dekadenzt-deswegen-sind-unsere-Vettern-jetzt-krasse-Asketen-aber-wir-treiben-es-einfach-noch-schlimmer-und-ernähren-unsere-Seelen-von-Schmerz" - Dark Eldar.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Supersöldner am 30.11.2016 | 12:54
auch ja das War .40.000 Universum wo praktisch jeder und alles Böse ist. 
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Noir am 30.11.2016 | 13:10
Nicht nur das 40k Universum :D Das Fantasy Universum ist ja auch so wunderbar grau in grau ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Antariuk am 30.11.2016 | 13:36
Grau in Grau? Warhammer ist so übertrieben LolGrimDark dass man eigentlich nicht mehr von "normalem" Böse (oder Gut) reden kann.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 30.11.2016 | 14:05
Zitat
Soll heißen: Eine gleichberechtigte Gruppe in der auch Dunkelelfen sind, ist glaubhaft vermutlich nur zu spielen, wenn man den Dunkelelfen stark abschwächt und eher in eine den Dunkelelfen unähnlichen Richtung schwenkt. So im Sinne von "Ja ... ich bin bösartig! Aber die Art und Weise der Dunkelelfen finde ich dann doch irgendwie doof ... deshalb bin ich für mich allein bösartig und verbünde mich hier mit diesem Hobgoblin!"

Da ich mir die Mühe gemacht habe dazu etwas zu schreiben, was hälst du davon das bei deiner Argumentation in Betracht zu ziehen ;)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 30.11.2016 | 21:34
Dunkelelf muss nichtsb mit Rasse zu tun haben, in Midgard sind es Elfen die sich dem Bösen zugewandt haben haben, oder ihre Nachfahren.
Sie können sich auch davon abwenden.
Auf Yrth sind es einfach Elfen, die die Regeln der Elfenkultur nicht unbedingt befolgen d.h.  SC Elfen sind wahrscheinlich Dunkelelfen.
Drow  sind  nicht unbedingt Suizididioten, sie können  auch buckeln.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Viral am 30.11.2016 | 22:30
Gibt es nicht sogar hin und wieder neutrale Drow in Kaufabenteuern (zumindest in Ad&d meine habe ich schonmal einen solchen NSC erspäht) ... gut meist Einzelgänger ...
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: nobody@home am 30.11.2016 | 22:40
Gibt es nicht sogar hin und wieder neutrale Drow in Kaufabenteuern (zumindest in Ad&d meine habe ich schonmal einen solchen NSC erspäht) ... gut meist Einzelgänger ...

Es gibt auch zwar nominell böse, aber unkonventionelle Drow, mit denen man zumindest eine Weile unter den richtigen Bedingungen recht gut auskommen kann. Aus den Drizzt-Romanen, die ich so gelesen habe, bevor es mir ein bißchen zu viel wurde, ist mir da beispielsweise Jarlaxle mit seiner Söldnerkompanie im Gedächtnis geblieben -- im Prinzip durchaus sympathisch, solange man damit klarkommt, daß sie bei einem überzeugenden Angebot auch schon mal gerne mitten in der Schlacht die Seite wechseln.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 1.12.2016 | 10:19
Zitat
Dunkelelf muss nichtsb mit Rasse zu tun haben, in Midgard sind es Elfen die sich dem Bösen zugewandt haben haben, oder ihre Nachfahren.
Sie können sich auch davon abwenden.
Auf Yrth sind es einfach Elfen, die die Regeln der Elfenkultur nicht unbedingt befolgen d.h.  SC Elfen sind wahrscheinlich Dunkelelfen.

Oder der schon erwähnte Dunkelelf auf Krynn (Dragonlance) der dem Orden der Schwarzen Magier angehört.. und dadurch ein Dunkelelf ist. Von der Spezies ist er trotzdem ein Hochelf.

Zitat
Drow  sind  nicht unbedingt Suizididioten, sie können  auch buckeln. 
Alternativ lassen sie nicht jeden Moment ihre "rassische Überlegenheit" raushängen; "wahrer Adel muss nicht erwähnen adlig zu sein".
Im Übrigen: Wenn du Realwelt-Beispiele suchst, nimm einfach das typische Verhalten eines europäischen Kolonialherren in Afrika; dem Klischee nach war da das Wissen (sprich: die falsche Überzeugung) um die "rassische Überlegenheit" so tief in der Persönlichkeit verankert, das die Arroganz und widerwärtige Behandlung der Schwarzen für ihn "natürlich" und selbstverständlich war.
Der typische Bure hätte es zweimal überlegt, einen "Kaffer" als gleichwertig anzusehen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 1.12.2016 | 10:59
Um mal von Dunkelelfen wegzukommen.. ich fand den Ansatz von Monte Cook in Arcana Unearthed (D20-Clon) sehr erfrischend:

Es gibt keine Gesinnung, also haben Rassen auch keine fixe Gesinnung.
Damit war es in meiner (damaligen) Gruppe möglich, einen Goblinstamm anzutreffen der mehr an ein indigenes, primitives Volk (in diesem Fall afrikanisch) angelehnt war und in Gefahr war, von menschlichen Slavern versklavt zu werden.
Sie wurden dadurch Retter dieses Stammes und mit viel Brimborium in den Stamm aufgenommen :)


Die D&D-typischen Gesinnungssysteme können auch ein reizvolles Spiel bieten.. die differenzierten Möglichkeiten in Arcana Unearthed waren für uns aber sehr stimmig.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Runenstahl am 7.12.2016 | 21:59
Offf Topic: Deine D&D Kenntnisse sind nicht mehr ganz aktuell ;)
Einen nicht-Bösen Goblinstamm kann man auch bei D&D antreffen. Die im Monsterkompendium angegebenen Gesinnungen sind in der 5ten Edition ausdrücklich nur Richtlinien. In 3.5 hingegen gab es noch Zusätze wie "Usually" "Often" oder "Always" (Goblins waren da z.B. Usually Evil). Mag sein das das in der 4. und vor allem in den älteren Editionen noch anders war, aber heute geht sowas ohne den Regeln zu widersprechen (und vorher haben wir es einfach trotzdem so gespielt wie wir wollten).
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: ErikErikson am 7.12.2016 | 22:04
In der 3.5 gibt es alles. Es gibt auch gute Untote und dergleichen. Man kann überhaupt nicht mehr sicher von irgendwas äußerem auf die Gesinnung schließen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Antariuk am 7.12.2016 | 22:53
In der 3.5 gibt es alles. Es gibt auch gute Untote und dergleichen. Man kann überhaupt nicht mehr sicher von irgendwas äußerem auf die Gesinnung schließen.

Das Problem in dem speziellen Fall von 3.5 war auch, dass sich niemand (durchgehend) einig war ob negative Energie (die für die Herstellung und Erhaltung von Untoten wichtig ist) nun selber Böse und Quelle von Bösem ist oder nur den Minuspol der kosmischen Batterie darstellt. Das hat der ganzen Debatte von Gut/Böse kein Stück geholfen.
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: nobody@home am 7.12.2016 | 23:29
Monster Manual 4. Edition, Seite 7, "Alignment":

"A monster's alignment is not rigid, and exceptions can exist to the general rule. Chapter 2 of the Player's Handbook contains detailed information on the various alignments."

Und das war dann auch schon alles zum Thema. Kurz und knapp, stellt aber klar, daß es, obwohl die meisten Kreaturen einfach eine Standardgesinnung haben ("Alignment: any" kommt allerdings später bei den Monsterbeschreibungen ausdrücklich auch vor), immer auch mal Ausnahmen geben kann. Kommt dann noch dazu, daß das angesprochene Kapitel 2 im Spielerhandbuch Gesinnung mMn tatsächlich stark in Richtung "bewußt gewählte Teamfarbe" interpretiert...na ja, dann sind halt die meisten Wesen einer bestimmten Gesinnung erst mal quasi formal auf derselben "Seite", aber Interessenkonflikte und "Deserteure" kann's ja trotzdem immer noch geben. :)
Titel: Re: Ernsthaftes Böse Spielen möglich ?
Beitrag von: Rabenmund am 8.12.2016 | 08:42
Was auch immer das mit dem Thema zu tun hat... Danke.