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Medien & Phantastik => Multimedia => Multimedia - Hardware => Thema gestartet von: AcevanAcer am 29.11.2016 | 23:46
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Ganz kurze Frage:
Ich höre immer wieder Mythen, die sich - je nach Zeitschrift - bestätigen oder auch wiederlegen lassen, das eine SSD eine deutlich geringere Lebenszeit hat als eine HDD.
Habt ihr bessere Referenzen als das Internet?
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Das hängt von der SSD und der HD ab und deren Zweck (PC, Server usw.) und Verarbeitung ab. (HD als Massenware können ja auch schnell sterben oder sogar unerwartet abrauchen.) Normalerweise müßtest du schon extrem viele Daten permanent verschieben, um im Rahmen eines normalen Rechnerlebenszyklus eine SSD an die Grenzen zu bringen. Aber auch bei SSD gibt es große Qualitätsunterschiede bei Lebenszeit, Geschwindigkeit nach Füllstand und Lesen/Schreiben etc. pp.
Ich habe meine Daten auch grundsätzlich noch auf internen und externen HD, weil man mWn von einer defekten SSD keine Daten retten kann. Der Geschwindigkeitsschub von OS, Programmen, Spielen usw. von HD zu SSD ist aber so enorm, daß ich diese Elemente nicht mehr auf einer HD installieren würde.
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weil man mWn von einer defekten SSD keine Daten retten kann
Das stimmt pauschal nicht, Datenrettung ist auch (natürlich je nach Defekt) von kaputten SSDs möglich, mit Außnahme von SSDs die ihre Daten intern verschlüsseln (Sandforce Controller machen das z.B.). Datenrettung ist auf SSDs jedoch etwas komplizierter und aufwändiger als auf HDDs und dementsprechend teurer.
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Consumer SSDs von Intel haben eine Lebenserwartung von ~81tb, danach wechseln sie in den reinen Lesezugriff.
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Bedeutet in DAU-Sprache?
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SSD benutzen elektronische flash Speicher, die haben prinzipbedingt eine begrenzte Anzahl von Schreibzyklen, danach sind sie nicht mehr beschreibbar. Die Controller in SSDs erkennen das und wechseln irgendwann in einen nur Lesemodus. Die Angabe ~81tb sagt dir das du mit diesem Umschalten nach ca. 81 geschriebenen TB rechnen kannst.
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Alles klar, danke. Und 81TB erreicht der Durchschnittsuser nach wie vielen Jahren?
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Guck auf jeden Fall, dass dein OS nicht permanent irgendwelchen Optimier-Datenverschiebungskram durchführt, wenn du eine SSD hast. Ich erinnere mich dunkel dass es da vor Jahren schonmal ein recht prominentes Problem gab. Und benutzt sie möglichst nicht als Massenspeicher für großen Kram, der keinen schnellen Zugriff braucht, also z.B. Photo-Sammlungen, Musik und Filme...
Dann sind 81 TB ne ganze Menge Holz
Siehe auch
http://winfuture.de/news,84880.html
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Ist das nicht auch ziemlich konservativ geschätzt? Ich meine, dass gute (aber frei erhältliche) Platten durchaus auch schon in den petabyte vorgestoßen sind (siehe das SSD Endurance Experiment). Liegt das an den Intel-Platten, einer wie gesagt konservativen Schätzung, oder geht es da technisch um etwas anderes?
Edit: Konservativ soll hier nicht "falsch" bedeuten, sondern "damit man auf der sicheren Seite ist" ;)
Und um noch etwas konkretes beizutragen: Meine Samsung 830er Systemfestplatte hat jetzt seit 2012 11.54 TB geschrieben, meine 850er EVO 1 TB Datenfestplatte von 2015 (die hauptsächlich dazu da ist, Ladezeiten bei Spielen zur reduzieren) ist allerdings schon bei 7.29 TB. Die großen Platten halten angeblich aber auch etwas länger (?), von daher hält sie vielleicht auch noch länger als 10 Jahre ;)
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standard hdds sind doch auch schon nach 6-8 Jahren hinüber. Klar sie können prinzipiell noch laufen. Ich hab meine alten Platten früher nach 3 - 4 Jahre Nutzungszeit einen Fileserver reingeschraubt. Und wehe man hat die Kiste mal zwecks Urlaub 2 Wochen ausgeschaltet ... da gabs häufiger mal einen Verlust einer Platte ... Gut ich hätte natürlich echte Serverplatten reinschrauben können .... aber dann hätte ich die alten Platten gleich wegschmeissen können.
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Ich habe meine beiden Samsung 840er EVOs jetzt seit 21 Monaten im Betrieb. Eine als System-/Programm-SSD (Windows 7, Videoschnitt und Bildbearbeitung für meine P&P Runden, offline wie online), eine als Spiele-SSD.
In Gebrauch sind die System SSD jeden Tag für mindestens 1 Stunde, die Spiele SSD etwa 4 Tage die Woche mindestens 1 Stunde.
Total Data Written bisher:
System SSD: 3,2 TB
Spiele SSD: 2 TB
Samsung bewarb diese SSD mit ca. 100 TB Written als Limit. Wenn ich weitermache wie bisher werden meine SSDs also ca. 58 Jahre leben (zumindest was die Schreibzugriffe angeht).
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Wenn man eine HDD für Spiele und eine SSD fürs OS benutzen, möchte was für Fallstricke gibt es dabei?
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Meines Wissens nach keine.
Ich fahre genau so ein Setup, weil mir als Gelegenheitsspieler SSDs mit genügend Kapazität für Steam und Co. noch zu teuer sind. Spiele sowie Daten sind auf zwei extra HDDs. Der Vorteil ist das man, sollte mit der System-SSD (oder dem Betriebssystem selber) mal was sein, nicht seine Steam Library komplett neu runterladen muss (was ja auch mit DSL 100k schon eine Weile dauern kann). Und man erspart der SSD halt etliche Lese-/Schreibzyklen.
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Gibt keine. Pass nur auf das die System SSD gross genug ist. Es gibt viele Programme die dort hinspeichern. Vieles davon kann man natürlich umkonfigurieren aber nicht alles und nichts nervt mehr als wenn der Platz ausgeht und man hat auch nicht immer Lust alles richtig einzustellen. 128GB sind bei den Preisen heute für mich das absolute Minimum, auch wenn technisch locker weniger machbar ist
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Also, ich habe mir jetzt eine 256er SSD und 2T HDD geholt, das dürfte reichen, vielen dank an alle.
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Wenn man eine HDD für Spiele und eine SSD fürs OS benutzen, möchte was für Fallstricke gibt es dabei?
In sehr seltenen Fällen machen Spiele Ärger, wenn man sie nicht auf der Systempartition installiert. Das ist mir bei ~300 Spielen aber nur vielleicht ein- oder zweimal passiert und der letzte Fall ist auch schon ein paar Jahre her.