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Pen & Paper - Spielsysteme => Cthulhu RPGs => Thema gestartet von: Bluecaspar am 30.01.2017 | 13:15
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Die Idee, dass die Spielercharakter Mietglied in einem Geheimorden sind, ist nicht neu, nein, sie ist sogar schon sehr alt. Bereits 1982, also bereits ganz zu Beginn des Cthulhu Rollenspiels, bot sich den Spielercharakter diese Gelegenheit im Abenteuerband "Shadows of Yog-Sothoth" indem sie Mitglied im hermetischen Orden des silbernen Zwielichts wurden. Allerdings stellte dies in diesen Abenteuerband nur den Einstieg in das Abenteuer dar und es ging eigentlich darum, die finsteren Machenschaften der Führungsmitglieder dieses Ordens aufzudecken und dann gegen diese vorzugehen. Eine dauerhafte Mitgliedschaft in einen geheimen Orden seitens der Spielercharaktere, war in diesem Abenteuer somit nicht vorgesehen. Prinzipiell stand dem jedoch nichts entgegen, auf dieser Idee aufzubauen und somit eine dauerhafte Mitgliedschaft der Spielercharaktere in einen solchen geheimen Orden umzusetzen.
Die Idee der Janus-Gesellschaft Spielercharakteren damit einen plausiblen Grund, für den Einstieg in ein Abenteuer zu bieten, finde ich daher sehr gut. Die Umsetzung der Janus-Gesellschaft trifft jedoch dennoch nicht so richtig meinen Geschmack.
Vorab, ich finde die Gesellschaft viel zu strukturiert und vor allem zu harmonisch und obwohl mit gefährlichem Wissen (Cthulhu-Mythos) hantiert wird, gab es in der langjährigen Geschichte der Gesellschaft bis auf wenige Ausnahmen kaum nennenswerte Probleme oder Rückschläge. Manche Sachen wirken sogar sehr künstlich und aufgesetzt und es erweckt den Eindruck, dass sie einfach nur gefallen sollen. Und gerade die Informationen, die ich mir gewünscht hätte fehlen mir.
Leider muss ich sagen, dass der Band "Die Janus-Gesellschaft", wie viele andere Cthulhu Bände von Pegasus auch, sich sehr in langen Beschreibungen verliert, die eigentliche Spielbarkeit jedoch wohl eher zweitrangig ist. Es wird leider kaum darauf eingegangen, wie man in solch einer Organisation "lebt". Für Treffen, Sitzungen, Zeremonien und andere Ereignisse entfällt gerade einmal eine halbe Seite an Text. Eigentlich hätte ich mir hier einen Schwerpunkt in diesen Band gewünscht. Später werden Ränge innerhalb des Ordens aufgeführt. Diese werden aber auch nur sehr oberflächlich umrissen. Mir ist jedenfalls nichts so recht ersichtlich, welche Gründe dazu führen innerhalb der Gesellschaft aufzusteigen oder vor allem, welche Möglichkeiten sich mir aufgrund meines Ranges innerhalb der Gesellschaft ergeben. Der Cthulhu-Mythos ist dem Kern der Janus-Gesellschaft durchaus bekannt. Da sich die Janus-Gesellschaft von außen bzw. anfänglich als okkultistische Gesellschaft präsentiert, interessiert mich daher sehr, wie man innerhalb der Janus-Gesellschaft mit dem Cthulhu-Mythos in Kontakt kommt. Es versteht sich schließlich von selbst, dass man nicht jeden sofort mit diesen gefährlichen Wissen konfrontieren kann oder sollte. Leider wird darauf wiederum nur sehr dürftig eingegangen, was ich für diesen Band eigentlich auch als Schwerpunkt angesehen hätte.
Aus meiner Sicht sei noch zuletzt gesagt, dass der Band einige Anregungen liefert, wie man auch selber etwas interessantes zusammenbauen kann. Ich werde wohl die Idee mit den Fakultäten komplett fallen lassen und mir eher eine eigene Janus-Gesellschaft ausdenken die sehr dezentralisiert und in ihrer Struktur sehr verworren ist. Ich halte aber den Band nach dem durchlesen für nicht unbedingt notwendig. Gerade wenn man in der Region von Arkham spielt, halte ich die "Armitage Kabale", wie sie im Quellenband "Arkham - Hexenstadt am Miscatonic" geschildert wird für sehr viel angebrachter.
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Ich denke, dass es, wie bei vielen Rollenspiel-Produkten zuerst einmal darum geht, durch Fliesstexte möglichst viele Seiten zu füllen, um einen entsprechenden Verkaufspreis zu rechtfertigen. Das ist schon sehr auffällig.
Wenn dann ab und an mal etwas Brauchbares in diesem Textwust zu finden gibt, dann muss man sich so etwas meist mühsam zusammen suchen.
Einen eigenen Geheimbund zu erstellen ist daher immer im SL Interesse.
Das Ganze sollte dann in etwa so aufgebaut sein, wie bei Delta Green oder S.A.V.E. bei Chill. Vielleicht aber etwas kleiner, beschaulicher und keine Behörde. Aber alles eine Frage des Geschmacks.
In meiner Kampagne ist die Orga einflussreich, überaus zwielichtig und heisst 'La Main Droite' - franz. 'Die rechte Hand'.
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Mir gefällt, wie sie es in "d20 - Dark Matter" gemacht haben. Kurz und knackig.
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Ich stimme Bluecaspars Bewertung des Bandes vollumfänglich zu. Die Janus-Gesellschaft als Buch kann man getrost vergessen (zu den Szenarien kann ich nichts sagen). Ergänzen möchte ich noch, dass sehr wenig Raum für die SL bleibt, da extrem viele Personen usw. einfach schon vorgegeben sind. Sehr viele Seiten werden mit der Geschichte des Ordens und mit Personenbeschreibungen gefüllt - was für mich leider ganz und gar nicht hilfreich ist... Sehr schade, denn die Idee ist ja eigentlich eine gute... aber dieser Band rechtfertigt nicht den Sammlerpreis, zu dem er noch zu haben ist :(
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Naja, was die Beschreibung der Personen betrifft, würde ich das nicht so eng sehen. Ich picke ich mir da einfach die Rosinen raus. Was mir nicht gefällt fliegt raus. Generell sehe ich jedes Hintergrundmaterial lediglich nur als Ideenquelle an. Wenn ich der Spielleiter bin, dann sehe ich es überhaupt nicht ein, wenn ein Spieler meint mir vorzuschreiben, wie die Welt auszusehen hat (Naturgesetzte natürlich ausgenommen, ... ähm, obwohl bei Cthulhu ... ;)). Da kann er ruhig noch so viel mit dem Finger ins Quellenbuch zeigen wie er meint.
Das Ganze sollte dann in etwa so aufgebaut sein, wie bei Delta Green oder S.A.V.E. bei Chill.
Wie heißt denn das Buch, in dem dazu mehr Informationen zu finden sind?
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Wie heißt denn das Buch, in dem dazu mehr Informationen zu finden sind?
Delta Green. (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,98315.0.html)
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Wie heißt denn das Buch, in dem dazu mehr Informationen zu finden sind?
In Delta Green: Eyes Only wird eine Organisation namens The Fate beschrieben. Und zwar so cool, dass man gleich losspielen will ...
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Danke Case. Ich hätte nämlich jetzt keine Lust gehabt mich durch alle Delta Green Bände durchzuwühlen, um diese Information zu finden. ;)
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Ich hätte nämlich jetzt keine Lust gehabt mich durch alle Delta Green Bände durchzuwühlen, um diese Information zu finden. ;)
The Fate ist allerdings erstmal nicht für SC gedacht - was nicht heißt, dass man damit nicht trotzdem arbeiten kann. Das Äquivalent zur Janus-Gesellschaft ist die Verschwörung Delta Green aus dem originalen sourcebook (Link oben).
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Stimmt, primär als Gegnerorganisation. Es gibt aber Hinweise zur Nutzung für die Spieler. Plus, es ist wirklich Klasse geschrieben, mit Motivationen der handelnden Gruppierungen und einer schicken Location.
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Das Äquivalent zur Janus-Gesellschaft ist die Verschwörung Delta Green aus dem originalen sourcebook (Link oben).
Achso, Delta Green stellt selber eine Geheimorganistation dar. Das war mir nicht klar. Hab noch keines dieser Bücher gelesen.
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Ich sehe das mit der Janus-Gesellschaft ähnlich. Da wurde sehr viel Potential verschenkt. Ich finde den Band aber trotzdem gut, weil mir die Szenarien ganz gut gefallen.
Es wäre mal interessant zu definieren, was eine gute SC-Geheimgesellschaft ausmacht.
Mir fällt dazu ein:
-Zugang zu Mythos-Wissen
-ein interessantes Hauptquartier mit Geheimnissen
- klar definierte Ziele
-die Existenz der Gesellschaft muss geheim gehalten werden
Vielleicht können wir ja hier im Forum gemeinsam etwas entwickeln.
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Die Gesellschaft sollte eine klare Hierarchie haben, in der man sich hochdienen und Vertrauen erringen muss, um voran zu kommen. Möglicherweise durch Prüfungen oder aussergewöhnliche Taten.
Jede folgende Stufe hätte dann mehr Zugang zu Geheimnissen als die vorherige. Und jede dieser Stufen hat ein eigenes Hauptquartier, dem einer aus der höheren Stufe vorsteht.
Das Ganze könnte als 'Herrenclub' völlig unverfänglich aufgemacht sein.
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Ich hab mir Bookhounds of London erst zugelegt und es geht ziemlich genau in die Richtung von "Die Neun Pforten". Die Spieler schlüpfen dabei in die Rolle von Leuten die alle in irgendeiner Weise etwas mit Büchern zu tun haben. Dean Corso als Buchjäger ist da nur eine Variante davon. Andere Varianten sind Buchhändler oder jemand, der in Auktionshäusern versucht Bücher für einen guten Preis zu ersteigern oder jemand, der dann versucht gute Käufer für solche Bücher zu finden. Naja, und noch ein paar Rollen mehr. An sich echt gut. Als tragende Idee für eine Kampagne spricht mich das zwar nicht an, allerdings finde ich Idee gut genug um den Einstieg in so manches Abenteuer zu erleichtern. Der Band mit der Janus-Gesellschaft ist ja nicht so prickelnd. Ich denke aber Bookhounds of London ist dafür eine gute Alternative, um den selben Zweck zu erfüllen.
Ein Zitat von mir selbst ::) aber es passt hier halt ganz gut rein.
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Ist nicht insgesamt einer der größten Vorteile der Janus-Gesellschaft bzw. dem Spiel mit dieser, dass die Spieler bei Ableben relativ schnell und unproblematisch wieder neue "Mitglieder" für ihre Ermittlungsgruppe haben?
War dies nicht eine der Hauptintensionen für diesen "Investigatorenbund"?
Das Fortschreiten dieser Prämisse sieht man ja auch im CoC7 GRW, in dem einige Bünde/Kabalen/whatever implementiert wurden für diese Zwecke (und die stärkere Themenanbindung).
PS:
Wie sind eigentlich die beiden Szenarien im Janusband?
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Ist nicht insgesamt einer der größten Vorteile der Janus-Gesellschaft bzw. dem Spiel mit dieser, dass die Spieler bei Ableben relativ schnell und unproblematisch wieder neue "Mitglieder" für ihre Ermittlungsgruppe haben?
Richtig. Die Janus-Gesselschaft wirkt aber auf mich so künstlich, dass ich gar keine Lust habe sie zu verwenden und mir lieber was eigenes ausdenke.
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Richtig. Die Janus-Gesselschaft wirkt aber auf mich so künstlich, dass gar keine Lust darauf habe und mir lieber was eigenes ausdenke.
Absolut verständlich. Wobei ich weniger Probleme mit der Künstlichkeit sondern der Belanglosigkeit/Lieblosigkeit habe welche die Janus-Gesellschaft vermittelt.
Einfach uninspirierend.
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Absolut verständlich. Wobei ich weniger Probleme mit der Künstlichkeit sondern der Belanglosigkeit/Lieblosigkeit habe welche die Janus-Gesellschaft vermittelt.
Einfach uninspirierend.
Ja, so kann man es auch ausdrücken.