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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Woodman am 5.07.2017 | 19:04
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Die diesjährigen Ennie Nominierungen sind raus http://www.ennie-awards.com/blog/2017-ennie-award-nominees-and-spotlight-winners/
Beim überfliegen hab ich wenig überraschendes gefunden, nur das der Aventurine Almanach in der Kategorie Setting nominiert wurde find ich spannend. Das Setting ist meiner Meinung nach die große Stärke von DSA, mal sehen ob es bei der Konkurrenz auch für einen Preis reicht.
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... ich bin überrascht so viele LotFP-Titel vorgefunden zu haben. Und: Man darf gespannt sein, wie der Crowdfunding-Megaseller 7th Sea abschneidet. (Hierzulande ist das Echo ja eher verhalten gewesen.)
... manche Sachen fehlen auch.
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Ist aber auch logisch: Erstens tut sich die deutsche Szene schwer mit Veränderungen und das neue 7te See ist ja nun deutlich anders als das Alte.
2. kennen wir die Epoche besser als die Amerikaner das dürften, weswegen uns die ganzen Brüche und Nachlässigkeiten auffallen, die da Einzug gehalten haben (gerade im Bereich Best Cartography bin ich ehrlich überrascht über die Nominierung... gute Karte eigentlich, aber die Benennung der Landmarken (Flüsse, Seen...) ist Kokolores und die Karte ist mit dem Cartographer zusammengeflickt, also nicht "handwerklich"... da hätte ich eher Exalted 3rd Edition für seine wirklich spannende Karte nominiert. Aber ich kenne auch die genauen Kriterien für den Award nicht.)
Jedenfalls drücke ich Tales from the Loop und City of Mist die Daumen.
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Drücke James die Daumen!
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Ist aber auch logisch: Erstens tut sich die deutsche Szene schwer mit Veränderungen und das neue 7te See ist ja nun deutlich anders als das Alte.
Stimmt. Es blendet aber gleichzeitig die Probleme des Spiels, die z.B. Evil-Hat-Designguru und 7te-See-Fan Rob Donoghue ausgemacht hat aus und lässt die Fokussierung auf John Wicks recht spezielle "Lieblingsspielweise" außer Acht.
Der zweite Punkt ... könnte den Aventurine Almanach pushen. Obwohl aus deutscher/europäischer Warte Aventurien kein besonderes Augenmerk auf stimmigen historischen Kontext legt. Settingdetail-Tiefe, "Fantasy-Mythobubble" und Metaplot sind da mehr die Stärken. (Insbesondere wenn man Hârn als Vergleich oder britischen Kram wie Clockwork & Chivalry heranzieht.)
... aber ja: 7te See lässt sich in Europa nicht als proto-historisches Action-Setting verkaufen. Hier müsste das Marketing mehr über die Hollywood-Blockbuster-Schiene (Pirates of the Carrabean, Eroll Flynn, ... laufen. Die Mentalitätsunterschiede, die sich auch im Marketing zeigen müssten, sind hier ganz gut aufgearbeitet (https://www.youtube.com/watch?v=O-ESckO_jvM).
@ Ennies-Regeln: Hier entlang (http://www.ennie-awards.com/blog/about-us/how-does-it-all-work/).
Oder in der Kurzfassung: Ist ähnlich wie beim Deutschen Rollenspielpreis. V.a. die Verlage entscheiden, was sie (wofür) einreichen.
Am Ende ist es ein "jurymoderierter Publikumspreis".
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@ Ennies-Regeln: Hier entlang (http://www.ennie-awards.com/blog/about-us/how-does-it-all-work/).
Oder in der Kurzfassung: Ist ähnlich wie beim Deutschen Rollenspielpreis. V.a. die Verlage entscheiden, was sie (wofür) einreichen.
Am Ende ist es ein "jurymoderierter Publikumspreis".
Was natürlich kein Zufall ist.
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Man kann nun abstimmen
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... bin durch. Best Website und Best Production Values konnte ich nicht beantworten.
Mein Fazit: Die "großen" US-IPs und -Verlage schwächeln dieses Jahr merklich.
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Setting Silber fuer Ulisses/DSA ! bei der harten Konkurrenz wohl ein prima Ergebnis fuer ein klassisches Setting. Sieger Tales from the Loops
hier alle Ergebnisse:
http://www.enworld.org/forum/content.php?4400-Congratulations-to-the-2017-Gen-EN-World-RPG-Award-Winners!
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Tales from the Loop holt 5 Ennies. Jetzt freu ich mich noch mehr auf's Leiten ...
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Schöner Erfolg für DSA (sage ich als Nicht-DSA-Fan)! Scheint so, als würde die neue Ausgabe in Englisch vom internationalen Markt gut aufgenommen. Ich hatta ja einen ähnlichen Flop erwarett wie bei den vorangegangenen Versuche.
Doch, schöner Erfolg - meinen Glückwunsch! :d
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Schöner Erfolg für DSA (sage ich als Nicht-DSA-Fan)! Scheint so, als würde die neue Ausgabe in Englisch vom internationalen Markt gut aufgenommen. Ich hatta ja einen ähnlichen Flop erwarett wie bei den vorangegangenen Versuche.
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Ich glaube schon, dass das was werden kann. Im Gegensatz zum letzten Mal (bei FanPro?) hat Ulisses diesmal ein Team vor Ort und betreibt auch ein aktives Marketing in den USA (u. A. Anwesenheit auf der GenCon). Über DSA als Regelsystem lässt sich streiten, aber die Qualität der Produkte an sich ist schon ziemlich hoch (auch wenn sie häufig meinen Geschmack nicht treffen). Beim ersten Versuch kann ich mich nicht an irgendeine Art von Marketing erinnern und daher ist das Ding auch gefloppt. Es nützt nix ein (gutes) Produkt zu haben, wenn niemand weiß, dass es existiert. Und das scheint - von außen betrachtet - diesmal deutlich anders zu sein. Ulisses Zeigt Präsenz und wird auch wahrgenommen. Das schonmal eine gute Grundlage.
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Ich glaube schon, dass das was werden kann. Im Gegensatz zum letzten Mal (bei FanPro?) hat Ulisses diesmal ein Team vor Ort und betreibt auch ein aktives Marketing in den USA (u. A. Anwesenheit auf der GenCon). Über DSA als Regelsystem lässt sich streiten, aber die Qualität der Produkte an sich ist schon ziemlich hoch (auch wenn sie häufig meinen Geschmack nicht treffen). Beim ersten Versuch kann ich mich nicht an irgendeine Art von Marketing erinnern und daher ist das Ding auch gefloppt. Es nützt nix ein (gutes) Produkt zu haben, wenn niemand weiß, dass es existiert. Und das scheint - von außen betrachtet - diesmal deutlich anders zu sein. Ulisses Zeigt Präsenz und wird auch wahrgenommen. Das schonmal eine gute Grundlage.
Dazu kommt das der letzte Versuch mitten in der d20-Blase gestartet wurde, da war es quasi schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt...
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Über DSA als Regelsystem lässt sich streiten, aber die Qualität der Produkte an sich ist schon ziemlich hoch (auch wenn sie häufig meinen Geschmack nicht treffen).
Ich kann natürlich nur bedingt die amerikanische Perspektive einnehmen, aber DSA ist schon eine ganz andere Baustelle als D&D. Von daher wird es dafür durchaus einen Markt geben, solange man nicht versucht, das bessere/andere/deutsche D&D zu sein.
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Dazu kommt das der letzte Versuch mitten in der d20-Blase gestartet wurde, da war es quasi schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt...
Ich bin mir nicht sicher, ob die potentielle d20-Käufer und potentielle DSA-Käufer wirklich zur gleichen Zielgruppe gehören. Ich könnte mir vorstellen, dass DSA bei beinharten D&D Fans nicht so wirklich auf Anklang stößt, aber das ist nur Spekulation. Aber wie du gesagt hast, ist der erste DSA Versuch wohl auch im Marketing-Mahlstrom von d20 untergegangen.
Ich kann natürlich nur bedingt die amerikanische Perspektive einnehmen, aber DSA ist schon eine ganz andere Baustelle als D&D. Von daher wird es dafür durchaus einen Markt geben, solange man nicht versucht, das bessere/andere/deutsche D&D zu sein.
Ich glaube auch, dass es für DSA eine Nische im amerikanischen Markt gibt. Es gibt bestimmt eine Menge D&D Spieler, die eigentlich nicht so richtig begeistert sind, es aber trotzdem spielen, weil es nix anderes gibt oder so nicht wissen, dass es auch alternativen gibt. Ich bin gespannt, wie groß diese Nische ist und wieviele von denen erreicht werden können. :)
Außerdem hat sich Ulisses natürlich geschickt positioniert, indem sie einige bekannte amerikanische Marken in ihr Portfolie aufgenommen haben. Dadurch gewinnt Ulisses an sich an Bekanntheit im US-Markt und kann darüber natürlich dann auch über ihre anderen Linien informieren.
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Die Firma die Dark Eye 4 auf den amerikanischen Markt bringen sollte hatte IIRC als D20 Produzent einen eher bescheidenen Ruf.
Die Zielgruppe war Harnmaster und IIRC GURPS Spieler.
Und die Veröffentlichungspolitik war eher bescheiden.
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Die Zielgruppe war Harnmaster und IIRC GURPS Spieler.
Welche Kernfeatures von DSA in besser schon vorliegen hatten.
Ne, die neue Nische, die Pathfinder, Hârnmaster und 7te See mit Konzepten wie "shared in-game history", Metaplot und Regeln als Methode des Character-Painting verknüpft, ist deutlich vielversprechender. Möglich, dass auch "erzählerische Würfel", wie sie FFG verwendet, in einfacherer Form ein Pluspunkt sind.
Oder: Dass DSA in den USA laufen kann scheint mir in Anbetracht dessen, dass da Dragonlance auch mal sehr erfolgreich war, nicht unrealistisch.
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Stimme zu. Harnmaster-Spieler ("Aha. Ich nun also mit Dark Eye in einem quasi-historischen, sehr europäischen Setting spielen. Toll ... das mach ich doch mit harnmaster eh schon!") oder GURPS-Spieler ("Toll! Da kann man seinen Charakter mit Punkten bauen ... nur nicht universell. Ich bin ... überwältigt ...") dort abzuholen, wo sie eh schon gut aufgestellt sind, war Quark.
Viel Hintergrund mit Meta-Plot, keine D&D-Regeln und eine Welt, die sich definitiv europäischer anfühlt als D&D, PF und Co plus die gescheite Bewerbung und sonstiges Portfolio plus etabliertes, deutsches Spiel (das als letztes, weil es der für Amis am wenigste schlagende Attraktionsgrund ist) - jepp, kann gut klappen.
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Viel Hintergrund mit Meta-Plot, keine D&D-Regeln und eine Welt, die sich definitiv europäischer anfühlt als D&D, PF und Co plus die gescheite Bewerbung und sonstiges Portfolio plus etabliertes, deutsches Spiel (das als letztes, weil es der für Amis am wenigste schlagende Attraktionsgrund ist) - jepp, kann gut klappen.
DSA hat mit Aventurien ein Setting das man durchaus zurecht als "Fäntelalter" bezeichnen kann. Nicht immer alles plausibel, aber da steckt schon einiges an historischem know-how drin. Und ich denke das könnte durchaus ankommen. Denn die meisten Fantasy-Settings aus den USA sind dann häufig doch "Wild West" Settings mit Elfen, Zwergen, Orks, Magie und Schwertern.
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Vielleicht sollten wir die Amis selbst zu Wort kommen lassen.
https://www.youtube.com/watch?v=CtkBxuvtVWg
https://www.youtube.com/watch?v=CtkBxuvtVWg
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DSA hat mit Aventurien ein Setting das man durchaus zurecht als "Fäntelalter" bezeichnen kann. Nicht immer alles plausibel, aber da steckt schon einiges an historischem know-how drin. Und ich denke das könnte durchaus ankommen. Denn die meisten Fantasy-Settings aus den USA sind dann häufig doch "Wild West" Settings mit Elfen, Zwergen, Orks, Magie und Schwertern.
Da ist ganz viel dran.
Zumal in den USA auch der phantastische Aspekt (inkl. Magie) DEUTLICH stärker betont wird als im deutschsprachigen Raum.
Näheres dazu hier:
The Dark Eye (https://www.youtube.com/watch?v=O-ESckO_jvM) (Panel zu Herausforderungen bei der Übersetzung)
Wobei neben Hârnmaster ... gibt es ja auch noch ne ganze Reihe britischer Spiele und Glorantha, die auch diese "Authentizität" haben. Denen fehlt aber oft EDO und leicht zugängliche Magie. Aventurien hat außerdem diesen "kontinentaleuropäischen Flickenteppich", die deutsche Sprache & das Deutschtümelnde, ne für US-Verhältnisse "exotische" Art von Romantik und mit DSA5 auch mal wieder habwegs vorzeigbare Regeln UND Illus die mindestens dem "state of art" des Mainstreams entsprechen.
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Wobei neben Hârnmaster ... gibt es ja auch noch ne ganze Reihe britischer Spiele und Glorantha, die auch diese "Authentizität" haben. Denen fehlt aber oft EDO und leicht zugängliche Magie. Aventurien hat außerdem diesen "kontinentaleuropäischen Flickenteppich", die deutsche Sprache & das Deutschtümelnde, ne für US-Verhältnisse "exotische" Art von Romantik und mit DSA5 auch mal wieder habwegs vorzeigbare Regeln.
Die Amy's finden ja deutsche Namen für Bösewichte auch unglaublich awesome, dass könnten sie (Ulisses) ordentlich ausreizen. 8)
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Zahnarzt der Schreckliche FTW! :headbang:
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HE SHALL RISE AGAIN! ZAHNARZT!!! BRING US THY GLORY!!! ~;D
Schaue mir gerade die Links von Mustafa an. WOW! So sehr ich auch nicht so recht in das Bauergaming und die Hotzenplotzerei hineingekommen bin, so sit es doch interessant und sehr aufschlussreich, was der amerikanische Neufan da sagt - und der Mann hat recht!
Ein Spiel mit einem Regelwerk (das sich genauso viel oder wenig verändert hat wie D&D - anders, aber erkennbar) und einer Welt, die seit 1984 kontinuierlich verändert hat und ausgebaut wurde und in die auch die Fans Einfluss nehmen konnten, mit einem haufen im Detail beschriebener Kulturen, Gebräuche, Zauber, Personen und jeweils eigener Geschichte auch für Nichtmenschen jenseits der Elfen und Zwerge (Orks sind ja tatsächlich spielbar oder haben zumindest eine Kultur, die über plündern, töten und brennen hinausgeht und in sich nicht weniger stimmig ist als die der Menschenvölker.
Da kann tatsächlich jedes Fantasy-Setting in den USA einpacken - mit der Ausnahme von Glorantha.
Aber anders als bei Glorantha ist die Mythologie dann doch nicht so abgefahren, dass der Durchsschnittsspieler (und SL auch) zunächst einmal viele liebgewohnene Erdstereotypen "Umlernen" muss, um bei Mythologiestudium den "Dr. rer. glor." zu machen.
Und ja, auch ich finde die Abbildungen inzwischen ziemlich gut. Habe erst die Tage bei DSA mit "Aventurische Namen" zugeschlagen und ja - das kann sich sehen lassen.
Ich werde nun nicht "konvertieren" (die Regeln finde ich immer noch nicht so dolle), aber DSA ist schon ein Pfund, mit dem man international wuchern kann (das ich das mal sagen würde ... ;D)