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Pen & Paper - Spielsysteme => DSA - Das schwarze Auge => DSA4 und früher => Thema gestartet von: Koronus am 7.11.2017 | 15:08

Titel: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Koronus am 7.11.2017 | 15:08
Warum hat man die Nachteile auf 50 GP gecappt? Falls es einen Realismus Grund hat, dann kann ich bestätigen, er ist unrealistisch, da ich im Versuch mich selbst zu erstellen daran gescheitert bin.
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: KhornedBeef am 7.11.2017 | 15:10
Das hat vermutlich eher was mit der Spiel-Seite zu tun. Man hat ja so schon genug Potential für mutierte zwangsneurotische Wunderkinder.
Edit: Etwas ausführlicher erklärt, GP sind ziemlich rar, und man kann sich damit viel "kaufen" was im Spiel in DSA nur mit viel Arbeit zugänglich ist. Mit mehr Nachteilen kann man halt schon mit mehr davon starten und dementsprechnende Figuren fanden die Autoren vielleicht unpassend für Anfänger-Abenteurer.
Edit2: Ok, nachdem ich mir meinen Post durchgelesen habe, kann man das als "Realismusgrund" interpretieren ;) aber halt nur im Hinblick darauf, dass frisch erstellte Charaktere an einem bestimmten Punkt ihrer Entwicklung stehen sollen.
Edit3: Dazu kommt, dass man ja theoretisch beliebig viele Facetten einer Person abbilden kann, die Vor- und Nachteile aber die sind, die am bestimmendsten für die Figur im Spiel sind.
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Koronus am 7.11.2017 | 15:19
Also ist der Grund, dass man damit die gestörten neurotischen Wunderkinder die der normale Minmaxer oder gar Powergamer nicht darstellen kann einschränken möchte, da wirkliche hitzeempfindliche, unstete, verwöhnte, tollpatschige Stubenhocker mit Wahnvorstellungen und Verschwendungssucht nicht der Durchschnittsspieler sind?
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: KhornedBeef am 7.11.2017 | 15:43
Also ist der Grund, dass man damit die gestörten neurotischen Wunderkinder die der normale Minmaxer oder gar Powergamer nicht darstellen kann einschränken möchte, da wirkliche hitzeempfindliche, unstete, verwöhnte, tollpatschige Stubenhocker mit Wahnvorstellungen und Verschwendungssucht nicht der Durchschnittsspieler sind?
Also ausgehend davon: Ja, man will vermutlich Min-maxer davon abhalten mit überzüchteten Charakteren die Spielwelt zu brechen, und dein Gedanke, dass die dann nicht mehr glaubwürdig darstellbar sind, trifft auch voll ins Schwarze, das ist ja bei einzelnen "hochpreisigen" Nachteilen schon anspruchsvoll. Ob der Spieler so ist, ist ja nachrangig, mal abgesehen davon dass man sich in Sachen, die man selbst erlebt, auch besser hineinversetzen kann (wenn man das denn möchte).
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 7.11.2017 | 15:47
Nachteile im wert von 50 GP sind mMn schon eine ganze Menge, besonders wenn du noch weitere Nachteile aus Rasse, Kultur und Profession kriegts ...

Was ich mich viel mehr interssieren würde wäre warum es nur 110 GP gibt, damit kann man (solange man nicht deitlich unter 100 Punkte in Eigenschaften steckt) abesehen von "Bauergamer"-Characteren eigendlich nicht viel bauen ohne zusätzlich GP über Nachteile zu kaufen.

Die meisten klassischen Heldentypen (Krieger, Magier, Zwerg, Elf) kosten in der Regel was in der Gegend von 130 GP.
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Koronus am 7.11.2017 | 15:49
Ich würde sagen, dass man den Spielern die wirklich solche "Monk"s sind auch solche Charaktere zulassen sollen, da die zum einen die Nachteile bleiben und zum anderen sie so sicher die auch ausspielen werden und nicht die unter dem Tisch fallen.
Bzgl Start GP ja die sollten auch auf mindestens 130 GP sein.
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: KhornedBeef am 7.11.2017 | 15:49
Nachteile im wert von 50 GP sind mMn schon eine ganze Menge, besonders wenn du noch weitere Nachteile aus Rasse, Kultur und Profession kriegts ...

Was ich mich viel mehr interssieren würde wäre warum es nur 110 GP gibt, damit kann man (solange man nicht deitlich unter 100 Punkte in Eigenschaften steckt) abesehen von "Bauergamer"-Characteren eigendlich nicht viel bauen ohne zusätzlich GP über Nachteile zu kaufen.

Die meisten klassischen Heldentypen (Krieger, Magier, Zwerg, Elf) kosten in der Regel was in der Gegend von 130 GP.
Na man will wohl die "Helden" zwingen auch Schwächen zu haben? Aber das ist geraten, beim DSA4-Design kann ich mir schwer vorstellen was in die Menschen gefahren ist ;)

Edit:
Ich würde sagen, dass man den Spielern die wirklich solche "Monk"s sind auch solche Charaktere zulassen sollen, da die zum einen die Nachteile bleiben und zum anderen sie so sicher die auch ausspielen werden und nicht die unter dem Tisch fallen.
Bzgl Start GP ja die sollten auch auf mindestens 130 GP sein.
Das ist schon ein sehr spezielles Thema. Mal abgesehen von der Frage, ob man sich beim Rollenspiel komplett selbst spielen soll, würdest du dafür ja sozusagen "belohnen". Nicht per se unmöglich, aber irgendwie sehe ich da viele Haken. Ingame-Verarschen der Charakterschwächen (die ja die des Spielers sind), Lizenz, schlechtes Sozialverhalten und legitime Charakterdarstellung zu vermengen... kann haarig werden.
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Krassgeilertyp am 7.11.2017 | 15:50
Realistische Menschen/Humanoide haben keine ausgeglichenen Eigenschaften. Sie sind oft einfach in allem Scheiße.
Deswegen kann man solche Systeme nicht auf die traurige Welt übertragen.
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Koronus am 7.11.2017 | 15:54
Realistische Menschen/Humanoide haben keine ausgeglichenen Eigenschaften. Sie sind oft einfach in allem Scheiße.
Deswegen kann man solche Systeme nicht auf die traurige Welt übertragen.
Das kann ich bestätigen. Ich und ein paar Freunde haben zum Spaß Mal uns als DSA Charaktere erstellt. Ich hatte 100 GP über, bei ihnen fehlten mindestens 100.
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 7.11.2017 | 16:05
Warum hat man die Nachteile auf 50 GP gecappt?
sollte spieltechnische Gründe haben.

Bei der Blaupause GURPS 3 waren die deshalb auch gecapt, ausser man hatte 1 oder 2 Nachteile die das Handicap sprengten.
Blind gab IIRC 75 Punkte
ver´sus 25 - Punkte Nachteile.
Verwalte das als SL bei 4 Spielern.
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Faras Damion am 7.11.2017 | 16:19
Leider funktioniert "Es gibt kein festes Limit, benutzt euren gesunden Menschenverstand" nie. Also muss man irgendwo ein Grenze ziehen.

Falls Du mehr Nachteile willst, wird deine Gruppe das bestimmt erlauben. Die Helden-Software kann man austricksen, indem man mehr GP nimmt und die zusätzlichen Nachteile so notiert. :)

 
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 8.11.2017 | 00:28
Leider funktioniert "Es gibt kein festes Limit, benutzt euren gesunden Menschenverstand" nie. Also muss man irgendwo ein Grenze ziehen.
die Grenze hätte man auch der Gruppe überlassen können
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: TaintedMirror am 8.11.2017 | 08:05
die Grenze hätte man auch der Gruppe überlassen können

Hat man ja. Die 50 sind ein Vorschlag. Im Regelwerk steht an mehreren Stellen, dass man die genannten GP, sei es Start-GP oder andere auch in seiner Gruppe ändern kann. Was brauchst du denn noch?
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 8.11.2017 | 08:35
Falls Du mehr Nachteile willst, wird deine Gruppe das bestimmt erlauben. Die Helden-Software kann man austricksen, indem man mehr GP nimmt und die zusätzlichen Nachteile so notiert. :)
Man kann die Nachteil grenze in der Heldensofat ware iirc auch einfach vor Sart der Generierung hochsetzen.
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Runenstahl am 8.11.2017 | 08:40
Notfalls erlauben die allermeisten ja auch alle möglichen Nachteile freiwillig auszuspielen. Besonders wenn sie für die Darstellung deines Charakters wichtig sind. Gibt halt nur keine Punkte dafür.
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 8.11.2017 | 08:41
Na man will wohl die "Helden" zwingen auch Schwächen zu haben? Aber das ist geraten, beim DSA4-Design kann ich mir schwer vorstellen was in die Menschen gefahren ist ;)
Es mach mMn trotzdem nicht viel sinn bei einem Rollenspiel in dem man "Helden" spielt das generierungs system auf Normalos auszulegen. Und um die 20 GP in Nachteilen nur um die RKP Kosten zuzahlen sind mMn zu viel.
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: KhornedBeef am 8.11.2017 | 09:00
Willkommen beim "phantastischen Realismus"
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Faras Damion am 8.11.2017 | 09:22
Man kann die Nachteilgrenze in der Heldensoftware iirc auch einfach vor Start der Generierung hochsetzen.

Danke! :)


@All:
Wenn Nachteile nur bei der Generierung gamistische Vorteile geben, führt das manchmal zu extremen Auswüchsen ohne schöner Auswirkung auf das eigentliche Spiel. Ich finde die "neueren" Ansätze sehr elegant, das Ausspielen von Nachteile zu belohnen, z.B. mit Bennies oder Fatepunkten. Das hat man leider für DSA5 nicht übernommen. Wobei da Nachteile immerhin deutlich weniger Punkte geben.


ot: "Held" bei DSA bedeutet "gute Gesinnung", nicht Superheld. :)
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 8.11.2017 | 09:27
Hat man ja. Die 50 sind ein Vorschlag. Im Regelwerk steht an mehreren Stellen, dass man die genannten GP, sei es Start-GP oder andere auch in seiner Gruppe ändern kann. Was brauchst du denn noch?
Das mit dem Nachteile hochsetzen war mir nicht bekannt - wo steht das?

ot: "Held" bei DSA bedeutet "gute Gesinnung", nicht Superheld. :)
Nein, es bedeutete Protagonist
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 8.11.2017 | 10:26
ot: "Held" bei DSA bedeutet "gute Gesinnung", nicht Superheld. :)
Es bedeutet aber in der Regel schon das die Helden mehr drauf haben als Normalbürger. Und abgesehen von sowas wie Streuner, Gaukler und Söldner sind die meisten klassischen DSA Helden Typen (sprich die die man unter DSA 1-3 gespielt hat) nicht für 110 GP ohne Nachteile realisierbar.

Und du kannst auch schon recht fix bei verdammt hohen GP Kosten landen ohne das der Character etwas besonders gut kann, schon wenn du eine etwas exotischere Kultur nimmst kann, kostet das ganz fix mal ordentlich GP, ohne das es wirklich viel bringt.

Ein Grund dafür ist das Talentpunkte unverhältnismäßig stark in die RKP-Kosten eingehen. Wenn du den Umrechnungsfaktor 1GP=50AP annimmst, must du durch die RKP einen TaW von ca 8 erreichen damit du nicht draufzahlst, während du z.b. SF und Vorteilen massive Verbilligungen durch die RKP kriegst (bei SF kriegst iirc über die RKP zum halben preis, sprich 100 AP in SF für 1 GP).
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Tindrana am 25.11.2017 | 09:17
Damals in der DSA 4 Box stand glaube ich eine knappe Bemerkung dazu, warum und wieso weshalb. Wenn man mehr Nachteile erlauben würde, dann würden laut DSA Redaktion die Helden nicht mehr realistisch sein, weil die Spieler sich dann unbegrenzt Vorteile und Sonderfertigkeiten bei der Erschaffung kaufen könnten. Auf der anderen Seite habe ich oft den Frust verspürt, als sich ein Spieler ein tollen Vorteil für seinen Helden kaufen wollte und diesen dann mit vielen und unnötigen Nachteilen ausgleichen musste und dabei raus gekommen sind dann Jähzorn Magier (was fatal ist), Gold Gierige, Eingebildete, Wahnsinnige und was weis ich was für Helden.

Sich selbst in DSA nachzubauen finde ich nahe zu unmöglich, da unsere reale und die aventurische Welt nicht kompatibel sind.
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Koronus am 25.11.2017 | 09:58
Nahezu unmöglich ist nicht nicht möglich. Bei mir scheitert es am mich Nachbauen eher an der Nachteilsgrenze anstatt dem Hintergrund.
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Greifenklause am 27.11.2017 | 09:11
Nahezu unmöglich ist nicht nicht möglich. Bei mir scheitert es am mich Nachbauen eher an der Nachteilsgrenze anstatt dem Hintergrund.
Es scheitert wahrscheinlich daran, dass man einzelnen Nachteilen und Werten eine zu hohe Bedeutung beimisst.
Allgemein sollte man eher die "wesentlichen Charakterzüge" nachbauen, weil schon bei "Ich glaube, ich bin auch..." die Selbstwahrnehmung scheitern könnte.
Jemand, der selbstkritischer ist, wird sich mehr Nachteile ins Protokoll schreiben, als jemand, der eher zur Selbstüberhöhung neigt.
Nichtsdestotrotz könnten beide gleichviel Nachteile haben...
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 27.11.2017 | 10:00
BTW: Wer der Meinung ist, dass sein Charakter UNBEDINGT noch diesen und jenen Nachteil "braucht" obwohl er die 50 schon voll hat kann den ja gerne auch noch auf den Bogen schreiben (oder spielen), dann stoert es ja auch nicht, dass man keine Punkte dafuer kriegt (wenn man den ja fuer den "vollstaendigen" Charakter "brauchen" wuerde ;D )

Oder ist das im Regelwerk explizit untersagt?
Titel: Re: Warum nur maximal 50 GP durch Nachteile?
Beitrag von: Greifenklause am 27.11.2017 | 10:28
BTW: Wer der Meinung ist, dass sein Charakter UNBEDINGT noch diesen und jenen Nachteil "braucht" obwohl er die 50 schon voll hat kann den ja gerne auch noch auf den Bogen schreiben (oder spielen), dann stoert es ja auch nicht, dass man keine Punkte dafuer kriegt (wenn man den ja fuer den "vollstaendigen" Charakter "brauchen" wuerde ;D )

Oder ist das im Regelwerk explizit untersagt?
Muhaha!
Kudos für Selganor!