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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Der Nârr am 14.03.2018 | 13:02

Titel: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Der Nârr am 14.03.2018 | 13:02
Hervorgegangen aus:

Sind wir jetzt wieder auf der Schiene? Was kommt als nächstes, Zettelchen vom SL oder 5 Minuten geheimes Gespräch im Nebenzimmer? Nehmen wir Spieler jetzt doch nicht mehr ernst genug um auf derartige Kindereien zu verzichten? Wegen dem Charakterbogen und den schröööcklichen Geheimnissen darauf?

Sind Zettelchem vom oder an den SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer wirklich so schlimm? Oder können sie auch eine Bereicherung für das Spiel sein?

Macht ihr das? Wenn ja warum und wie findet ihr das? Wie häufig kommt es vor, in was für Situationen? Oder lasst ihr es bleiben - warum?

Mich interessieren Spieler- und Spielleiter-Perspektiven und es geht mir weniger um philosophische Abhandlungen über die Ethik des transparenten Rollenspiels etc., sondern konkret der Einsatz dieser Technik und welche Erfahrung ihr damit gemacht habt.

Vielleicht auch: Wer in der Vergangenheit schlechte Erfahrung damit gemacht und es nicht mehr nutzt - könntet ihr euch vorstellen, mit eurem Wissen die Technik wieder zu verwenden, aber anders als früher?
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: GossenPrinz am 14.03.2018 | 13:06
Ich mache es.

Als Spieler, um die Trennung von OOC- und IC-Wissen zwischen den anderen Spielern zu fördern und auch, um die Möglichkeit zu haben, dem SL etwas mitzuteilen, was die anderen Spieler (noch) nicht wissen sollen oder auch Dinge auszuspielen, die die anderen eben nicht wissen.

Als SL finde ich es ebenfalls als ein probates Mittel, um die o.g. Trennung zu fördern. Es kann auch dazu dienen, Spielern, die an sich etwas stiller sind, einen Rahmen des Austauschs zu geben.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Antariuk am 14.03.2018 | 13:07
Ich benutze sowas ab und zu mal. Gerne wenn ein neuer SC ins Spiel kommt - weil da ist es dann wirklich nachvollziehbar warum keiner was davon weiß; oder irgendein Spieler eine Motivation parallel zur Gruppe hat. Kommt insgesamt vielleicht einmal in 15 Sitzungen vor.

Wenn möglich spiele ich Geheimnisse aber gerne vor und mit der ganzen Gruppe aus, wo die betroffenen SCs dann ihr Spotlight bekommen und der Rest zuguckt oder gar NSC-Rollen übernimmt. Weil das führt langfristig dazu dass die Spieler sich gegenseitig die Bälle zuspielen um diese Geheimnisse zu thematisieren, und das ist mir sehr viel mehr wert als auf die passende Gelegenheit hinzuarbeiten um ein Kaninchen aus dem Hut ziehen zu können.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Ludovico am 14.03.2018 | 13:08
Ich finde, es ist eher eine Bereicherung für das Spiel, wenn solche Geheimnisse offen ausgespielt werden. Dies gilt insbesondere, wenn die anderen Spieler durch Vergabe von NSC-Rollen einbezogen werden.

Zettelchen und Rausgehen bedeuten immer eine Unterbrechung des Spiels (insbesondere das zweite) und das für ein Geheimnis, dass nach meiner Erfahrung so gut wie nie zum Tragen kommt oder sich irgendwelche "Wow"-Effekte einstellen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: ManuFS am 14.03.2018 | 13:11
Ich kläre das mit meinen Runden vorher, ob es jemanden stört. Ist bisher noch nie vorgekommen, dass es jemand nicht haben wollte.

Zitat
Sind Zettelchem vom oder an den SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer wirklich so schlimm?

IMHO, nö, kein Stück. Aber: kommt natürlich auch drauf an, was damit bezweckt wird. Im wirklich negativsten Fall, den ich mir ausmalen kann, könnte ein "Ich gegen die"-SL es nutzen, um Zwietracht ohne Basis in der Story oder den Charaktergeschichten zu sähen (oder sich die aktuelle Story einfach so hinzubiegen, dass es für ihn Sinn macht), aber das halte ich für wirklich extrem unwahrscheinlich.

Als Unterstützung für reines IC Wissen und den "Aha" Effekt bei der Enthüllung eben jenen Wissens halte ich es für ein großartiges, schnelles, und bequem einzusetzendes Mittel. Manchmal wird auch sofort nach dem Zettel/dem Küchenbesuch alles weitererzählt, aber ab und an, vor allem wenn es super in den Char-Hintergrund passt, folgt die Auflösung erst viel später (und gibt im Idealfall einem Charakter richtig cooles Spotlight).
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Swafnir am 14.03.2018 | 13:14
Das hängt für mich stark von den Spielern ab. Sowas gibt den Spielern ja meist die Möglichkeit Aufmerksamkeit zu generieren oder in bestimmten Situationen zu glänzen. Wenn der Spieler das dann aber nicht ins Spiel einbringt, kann man sich das auch schenken. Zumal man immer aufpassen muss, dass das die Mitspieler nicht in den falschen Hals bekommen. Bei bestimmten Cthulhu-Oneshots muss man das sogar machen, sonst werden sie nicht funktionieren.

Ich denke es gibt Gründe dafür und Gründe dagegen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Hellstorm am 14.03.2018 | 13:15
Ich nutze es nur, wenn ich das Gefühl vermitteln will das die Spieler nicht alle das selbe Ziel haben.

Beispielsweise hatte ich eine Cthulhurunde, wo am Ende nur einer raus kommt. Da hat das super funktioniert. Ich würde es aber nicht als "dauerhafte" Maßnahme sehen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: eldaen am 14.03.2018 | 13:18
Ich benutze permanent Zettelchen als SL. Ich nenne sie "Spielleiternotizen" oder manchmal auch "Abenteuer".
 >;D

Ich sehe nicht, warum die Technik, Geheimnisse vor den Spielern zu haben, nur dann funktionieren sollte, wenn es die SL und die Gruppe als Gesamtes betrifft. Ich traue meinen Spielern durchaus zu, "erwachsen" zu entscheiden, wann sie eine Andeutung für eines ihrer Geheimnisse in Spiel einbringen wollen. Dann hat nämlich auch der Spieler, dessen Charakter das Geheimnis trägt, mehr Einfluss darauf, wann es angespielt wird. Manchmal mag man das ja auch einfach in dem Moment nicht, oder hält es nicht für dramaturgisch passend.

Gegenüber Spielern wende ich diese Technik allerdings nur selten an. Und dann versuche ich es zwischen die Spielsitzungen zu schieben, um den Spielfluss nicht zu unterbrechen. Und um keinen Hinweis zu geben, dass es da ein Geheimnis gibt. ;)

Aber das ist noch ein himmelweiter Unterschied zu offenen Geheimnissen, die jeder Spieler kennt, und dann "so tut als ob" er das nicht täte. Das ist IMO eine der wenigen Gelegenheiten, wo sich die Situation der Charaktere auf die Situation der Spieler übertagen lässt, und warum das im Sinne der Immersion nicht nutzen?
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Pyromancer am 14.03.2018 | 13:22
Sehr oft ist es den Aufwand nicht wert, gelegentlich aber schon.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Nick-Nack am 14.03.2018 | 13:24
Bei Paranoia ständig, da ist es ein wesentlicher Teil des Spiels. In anderen Systemen eher selten. Habe bisher die Erfahrung gemacht, dass das bisschen Geheimnis nicht den verminderten Spielfluss wert ist. Außer in Paranoia habe ich tatsächlich noch nie eine Spielsituation mit Zettelchen erlebt, bei der ich nicht im Nachhinein gedacht hätte, dass es einen eleganteren Weg ohne gegeben hätte.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 14.03.2018 | 13:27
Sehr oft ist es den Aufwand nicht wert, gelegentlich aber schon.
Bei mir aehnlich - vielleicht 3 mal im Jahr.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Mondsänger am 14.03.2018 | 13:32
Ich mache das auch regelmäßig.Ist bei uns in einer Runde einfach seit Jahren Praxis. Mit regelmäßig meine ich in diesem Fall übrigens so jeden zweiten oder dritten Spielabend einmal. In der Regel kommt das zum Einsatz, wenn die SC nicht dasselbe Ziel verfolgen oder gute Gründe haben, um Dinge vor ihren Mitspielern geheim zu halten.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Rorschachhamster am 14.03.2018 | 13:40
Es gibt so Situationen wo das echt nützlich ist - ich habe zum Beispiel der Assassinin eine Zettelchen hingeschoben, weil sie in Game ein Zettelchen mit ihrem nächsten Auftrag bekommen hat. Aber zu oft wird das schon lästig. Auch für die Spieler, wenn sie sich allen möglichen Scheiß merken müssen. Was sie eh nicht tun.   ::) ~;D
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Faras Damion am 14.03.2018 | 13:44
Ich mache es gerne. Gerade im Online Spiel ist schnell eine Nachricht getippt. Ich arbeitet auch mit vorgeschriebenen Texten.

Es wird bei uns nicht als PvP benutzt, sondern
1) streichelt das Selbstbewusstsein der einzelnen Spieler.
2) es fördert die Unterhaltung der Spieler untereinander. Dann kann ein Spieler beschreiben, was er dank guter Sinnesschärfeprobe sieht. Ich rede als SL schon zu viel.
3) es ist witzig, die "Stille Post"-Probleme zu beobachten.

1:1 Rollenspiel ausserhalb des Raumes/Kanals ist selten und immer bedeutsam. Das kommt pro Kamapagne nur 1-2 mal bei Schlüsselszenen vor, oft bei Traumsequenzen oder Prüfungen. Das erhöht die Szene, die Spieler warten hibbelnd und danach wird immer intensives Charakterspiel betriben und jeder darf erzählen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Der Nârr am 14.03.2018 | 13:46
Bei Traumsequenzen machen die SC in meinen Runden erfahrungsgemäß ein großes Geheimnis draus und versuchen, möglichst lang das Teilen der Traumsequenzen hinaus zu zögern.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Antariuk am 14.03.2018 | 13:50
Ich denke letztendlich läuft es, wie so vieles, auf Informationsmanagement hinaus.

Und während es da sicher kein generelles Richtig und Falsch gibt, bin ich der Auffassung dass Spieler, die auch bei Geheimnissen zwischen Charakteren eine informierte Entscheidung treffen können, letztendlich besser bedient sind. YMMV ;)
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: eldaen am 14.03.2018 | 13:57
[…] bin ich der Auffassung dass Spieler, die auch bei Geheimnissen zwischen Charakteren eine informierte Entscheidung treffen können, letztendlich besser bedient sind.YMMV ;)

Das hat nix mit Mileage zu tun. Ich hab dir das Oximoron mal markiert...  :P
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Derjayger am 14.03.2018 | 13:58
Ich schreibe manchmal über Whatsapp Web (um die Tastatur nutzen zu können) einzelne Spieler an. Fällt nicht auf, weil ich eh am Tablet leite und jeder eh sein Handy dabei hat.
Rausgehen und Zettelchen dauern mir zu lange.

Nutzen:
a) Copy/Paste von längeren Itembeschreibungen, damit alle anderen in der Zwischenzeit weiterspielen können.
b) Rollenspielanweisungen psychischier Effekte wie "du glaubst, dass Char xy Deine Lebensenergie zum Zaubern nutzt" oder "du kannst nicht mehr ja oder nein sagen". Das laut auszusprechen wäre gespoilert = verdorben.
c) Wenn die Infos so bristant sind, dass es unmöglich wäre, gut zwischen Spieler- und Charwissen zu trennen. Beispiel: "Wenn Char xy schläft, gehe ich in den Stall und grabe das Item aus, das er dort verbuddelt hat. Dann gehe ich es identifizieren lassen. Was ist es?" -> Ich: "Das ist xyz, das macht 15gp". Der andere Spieler geht sonst immer dazwischen, auch wenn sein Char keinen Anlass dazu hat -> man spart sich Probleme.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: YY am 14.03.2018 | 14:12
Sehr oft ist es den Aufwand nicht wert, gelegentlich aber schon.

So würde ich es auch formulieren, allerdings mit dem Zusatz, dass ich so gut wie nie Sachen leite, in denen es sich tatsächlich lohnt.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das als SL zum letzten Mal gemacht habe.
Als Spieler/Teilnehmer/Beobachter fällt mir aktuell nur das Szenario "Krisensitzung" ein, wo es sich richtig gelohnt hat - das ist aber auch schon wieder keine klassische Rollenspielkonstellation.


Ich bin da auch ein Stück weit gebranntes Kind von meinem alten DSA-Umfeld, wo das für jeden Furz und Feuerstein gemacht wurde, obwohl es total überflüssig war und oft genug der betreffende Spieler als allererste Maßnahme nach seiner Rückkehr vom SL-Gespräch alle anderen umfassend informiert hat.
Speziell bei irgendwelchen Visionen, die jeder in der Gruppe nacheinander hat, empfand ich das immer als fürchterliche Zeitverschwendung und Spielhindernis in dem Sinne, dass dann doch irgendwelche relevanten Informationen am Tisch verloren gehen, die der Charakter sicher nicht hätte hinten runter fallen lassen (dass man das als SL dann nicht rechtzeitig gerade rückt, sondern einfach laufen lässt, ist noch mal ein anderes Thema...).


Aus der reinen Spielpraxis funktionieren meiner Erfahrung nach am Tisch bekannte SC-Geheimnisse ungefähr unendlich viel besser als solche, die auch am Tisch geheim sind.
Letztere fallen nämlich entweder komplett hinten runter, verzerren Spielerverhalten (was habe ich da schon für Verrenkungen gesehen, damit ein SC "plausibel" auf das Geheimnis stoßen kann - und der andere Spieler versucht das natürlich mit aller Macht zu verhindern ::) ) und sind ganz am Ende oft genug nur für ein "Ach so, das erklärt dann einiges" zu gebrauchen. Ich kann mich nicht erinnern, dass das mal richtig gezündet hätte - abgesehen von der TPK-Geschichte mit dem "Händler", aber die ist auch nur von außen lustig und selbst das nur deswegen, weil sie diese Geheimniskrämerei so schön persifliert.

Als Gegenbeispiele stehen dem bei mir viele, viele Runden gegenüber, in denen am Tisch ganz offen darüber gesprochen wurde und das dann nicht nur einmal eine mittelmäßige Enthüllung ermöglichte, sondern viele Situationen, in denen der ganze Tisch die Ohren gespitzt hat, weil gerade am Geheimnis gekratzt wurde.

Im Vergleich mit anderen Medien:
In Buch und Film funktioniert das große Geheimnis nur deswegen, weil man komplett Zuschauer ist - was fürs Rollenspiel bedeutet, dass man als Spieler entsprechend wenig Einfluss haben darf, wenn das rund laufen soll.
Andersrum ist der Unterhaltungswert der selbe wie im Rollenspiel, wenn man als Zuschauer mehr weiß als die Charaktere.
Wenn man im Rollenspiel mit der doppelten Trennung in Zuschauer und Autor sowie in Spieler und SC richtig umgeht, läuft das Thema Geheimnisse sehr gut. Schränkt man sich dabei aus irgendwelchen Gründen selbst ein, muss man auch mit Einbußen an anderer Stelle leben.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Timberwere am 14.03.2018 | 14:14
Ich persönlich mag es sehr, Charakter-Geheimnisse als Spieler schon zu wissen, um sie als Mitspieler gezielt anspielen und triggern zu können - es gibt meiner Meinung nach wenig Langweiligeres als ein ach-so-geheimes-Charaktergeheimnis, hinter das in 3 Jahren Spielzeit niemand kommt und das deswegen auch nie relevant wird.

Als SL habe ich so etwas mWn noch nie angewandt, kann mich aber aus Spielersicht an zwei Situationen erinnern, wo es eingesetzt wurde: eine durchaus positiv und eine eher negativ.


Wegen dieses zweiten Beispiels:

Sehr oft ist es den Aufwand nicht wert, gelegentlich aber schon.

Edit:

Als Spieler/Teilnehmer/Beobachter fällt mir aktuell nur das Szenario "Krisensitzung" ein, wo es sich richtig gelohnt hat - das ist aber auch schon wieder keine klassische Rollenspielkonstellation.

Stimmt. Die ist auch ein Positivbeispiel.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Skasi am 14.03.2018 | 14:15
Und während es da sicher kein generelles Richtig und Falsch gibt, bin ich der Auffassung dass Spieler, die auch bei Geheimnissen zwischen Charakteren eine informierte Entscheidung treffen können, letztendlich besser bedient sind. YMMV ;)
Das hat nix mit Mileage zu tun. Ich hab dir das Oximoron mal markiert...  :P
Tut mir leid, aber ich sehe da kein Oxymoron...
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Boba Fett am 14.03.2018 | 14:23
Sind Zettelchem vom oder an den SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer wirklich so schlimm? Oder können sie auch eine Bereicherung für das Spiel sein?
Macht ihr das?

A) ja
B) nein
C) äußerst selten, wenn dann eher den Nachbarraum verwenden, als Zettelchen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: 1of3 am 14.03.2018 | 14:25
Rausgehen ist mir zu anstrengend. Da muss ich aufstehen. Zettelchen mach ich durchaus. Gerade, wenn ein Charakter Email oder SMS bekommt.

Ich briefe auch gerne Spieler im Voraus. Hab mal ne Magus-Runde damit angefangen, einen der SCs zum Auftraggeber zu machen. Der durfte dann die Gruppe rekrutieren. Hat er auch ausführlich Info bekommen. Sehr entspannend.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Sphinx am 14.03.2018 | 14:25
In unserer Onlinerunde mache ich das so. Da hab ich für jeden Spieler ein flüstern Taste im Teamspeak festgelegt. Und wenn der Spieler etwas rausfindet gibt es die Information nur an ihn. Ausser bei Sachen wo mir klar ist das er es 1:1 an die Gruppe weitergeben wird, da kann man sich den Aufwand auch Sparen. Weit seltener wechsel ich mit einem Spieler mal den Kanal um dort etwa auszuspielen was nur er mitbekommt.
So man es nicht überstrapaziert (dauert max 5 min, macht solange Pinkelpause) finde ich es sehr bereichernd fürs Spiel. Die neugier der anderen Spieler was dort passiert ist und ob der Spieler wirklich alles erzählt kann das Salz in der Suppe sein.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Boba Fett am 14.03.2018 | 14:36
Rausgehen ist mir zu anstrengend. Da muss ich aufstehen.

Das ist ja gerade mein Motivationsfaktor...
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: alexandro am 14.03.2018 | 14:53
Austehen finde ich auch besser (beim Zettelschreiben muss ich mir eine nicht-missverständliche Formulierung ausdenken - ansonsten muss ich dann sowieso mit dem Spieler rausgehen, um den Zettel zu erklären).

Ich denke es kann sich lohnen, wenn es sparsam eingesetzt wird. Das Negativbeispiel sind Wissenswürfe, welche relevant für das Vorankommen der Gruppe sind. Das Positivbeispiel sind Hintergrundinformationen, über welche bestimmte Spieler (aufgrund des Hintergrunds ihres Charakters) verfügen und dadurch ingame rätseln können. Für letzteres nutze ich beispielsweise auch Obsidian Portal, wo man einzelnen Spielern individuelle Zusatzinformationen zustecken kann, aus denen sie dann ihre Schlüsse ziehen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Cierenmuir am 14.03.2018 | 15:15
Als Spielleiter mache ich beides, sowohl kurz vom Tisch gehen als auch offen am Tisch weiter spielen (so oft kommt es aber nicht vor als dass Faulheit den Unterschied macht). Dabei richte ich mich nach der Runde und den Spielern was offen und was nicht besprochen wird. Das Einzelgespräch stört den Spielfluss insgesamt stärker, deswegen bevorzuge ich es eigentlich nur bei Fragen die das Gewissen oder mir bekannte Geheimnisse einer Figur betreffen oder wenn ich von jedem Spieler eine unabhängige Meinung bekommen möchte (eventuell auf der Basis von unterschiedlichen Infos meinerseits  >;D ).
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: First Orko am 14.03.2018 | 15:26
Früher :korvin: haben wir auch gern mal 2er-Gespräche nebenan genutzt aber ganz ehrlich war die Motivation dann doch immer "Hihi, da hab ich jetzt den anderen was voraus". Hat sich schnell abgenutzt.

Vor allem war es auch selten sinnvoll eingebaut, denn meist lief es doch darauf hinaus, dass man selbst relevante Infos bekommt, die der Rest "noch nicht wissen kann". Tja dann erfährt der Rest es halt durch mich statt der SL weil wenn ich das nicht mache, spiele ich asozial.

Wirklich interessant wäre es evt. nur wenn es einen Konflikt gibt, weil die Geheiminfo den SC vor eine schwere Wahl stellt. Aber das würde nur gewinnen, wenn das jeder am Tisch mitbekommt.

Wenn man _nicht_ der betroffene Spieler war, waren solche Situation für den Rest der Gruppe _immer_ doof - weil es zu Totzeit zwingt, in der selten was Spielbezogenes gemacht wurde.
Und genau das: Aufgezwungene Outtime aufgrund einer Sonderrolle für _einen_ Spieler wird m.E. duch nicht gerechtfertigt.
Zettel sind dann vielleicht nocht das kleinere Übel und gerade noch so okay, wenn es nicht überhand nimmt.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: kalgani am 14.03.2018 | 15:29
Ich finde sowas ganz praktisch um z.B. eine Vision die ein Spieler hat diesem zu erläutern.
Wie er solche Dinge in der Gruppe erzählt ist dann ja sein, die Info hat schließlich wirklich auch nur sein Char erhalten und nicht die Gruppe.

Bei weniger relevanten Dingen wie das die Gruppe über Zauber wie Sending kommuniziert wird das aber offen abgesprochen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Fritz_the_cat am 14.03.2018 | 15:29
Ich habe Zettelchen und geheime Absprachen in einem Nebenraum früher exzessiv benutzt. Heute verzichte ich zu 98% darauf.

Rückblickend empfinde ich die Zeit in denen sich die nicht involvierten Spieler langweilten als verlorene Zeit. Der größte Blödsinn den ich gemacht habe: bei einer CoC Gaslight (Das Abenteuer in dem man Jack the Ripper kennen lernt, btw.) jeden Spieler in der Küche seinen Einstieg seperat erklärt und welchen anderen Char er kennt und welche Geheimnisse er kennt und dann meist noch 2,35 kleine Details abgesprochen die derjenige vorher noch machen wollte... zum Glück hatten einige der Spieler ein paar gute OT Themen zum quatschen, da so erst nach 2+ Stunden (!) gemeinsam am Tisch mit dem eigentlichen RP für alle begonnen wurde.
Da hab ich zum Glück, für mich, dazu gerlernt. Bei Runden in denen ich leite haben alle Beteiligten nun,außer in wirklichen Außnahmen, für mich ein Anrecht darauf zu wissen was in der Gruppe insgesamt so passiert. Das habe ich aber auch erst angefnagen so zu sehen, nachdem mich ein Spieler drauf hingewiesen hat das auch die Nebenstorys anderer Chars einen Unterhaltungsfaktor haben und spannend sind.

Zudem hat die Geheimnistuerei in den allermeisten Fällen garnichts zum Spiel beigetragen. Hinterher hab ich mich sogar drüber echauviert wenn Leute nicht sofort ihre Debatte über Fußball unerbrochen haben, wenn die Absprache im Nebenraum vorbei war... ^^
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: am 14.03.2018 | 15:30
Ich bin da ganz beim Hexxer. Bei bestimmten Spielen und bestimmten Konstellationen kann das durchaus sinnvoll sein. Meistens ist es das meiner Ansicht nach aber eher nicht. Es gab in meinen 30 Jahren mit meiner Stammgruppe 2x den Extremfall eines "Enemy Within"-Szenario. Das konnte in beiden Fällen nur klappen, weil es elegante Geheimhaltung gab.

In dieser Gruppe ist aber ganz generell auch etabliert, dass es - sehr selten - Infos vom SL nur für einen Spieler gibt. Das wird dann gemacht, wenn sich die Aufdeckung für die Gruppe in den Augen der Anwesenden vermutlich lohnt ODER der jeweilige Spieler daran aus irgendwelchen Gründen seinen Spaß hat. Die anderen Leute sind dann gerne bereit, da mitzumachen. Ich kann nicht verstehen, weshalb man derlei Dinge zwingend negativ konnotieren zu müssen meint. Aber klar: wenn das zur Regel oder es um Banalitäten geht, ist das schnell nervig und wird noch schneller nervtötend. Vermutlich ist das neben der Art des Spiels, das man betreibt, auch eine Frage der gelebten Kultur der Runde.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Ifram am 15.03.2018 | 00:22
Meine Erinnerungen sind auch gemischt.
Besonders als wir jünger waren war es eine rechte Pest und auf der Unkenntnis gebaut, dass Geheimnisse ohne Einfluss auf das Spiel auch weggelassen werden könnten.

Wenn es gut funktioniert hat, war es wirklich eine Bereicherung für alle. Erinnernswert ist besonders: Gestaltwandler entführt und mimt SC, Spieler spielt Gestaltwandler. War allerdings auch ziemlich rausgeh- und zettelarm.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Greifenklause am 15.03.2018 | 11:35
"Zettelchen und Rausgehen" verwende ich weniger um des Geheimnis willens, sondern als Stilmittel zur zusätzlichen Spannungssteigerung.
Als solches setze ich es ergo nur selten ein.

Ich würde es also dann einsetzen, wenn ich mir hinreichend sicher wäre, dass die nicht beteiligten Spieler das ingame Geheimnis auch auf dem Spieltisch noch gerne geheim hätten.
Oder andersrum: Wenn sie Bock drauf haben, dass der eine Spieler gerade gegen sie intigriert.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: bobibob bobsen am 15.03.2018 | 11:51
Zettelchen finde ich gut wenn ein Mitspieler was rausfindet. Dann kann er in seinen eigenen Worten seine erkenntnis an die Gruppe weitergeben oder auch nicht.
Rausgehen find ich blöd und störend (gab es dazu nicht vor kurzen einen Faden)
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Eliane am 15.03.2018 | 12:01
Zettelchen und geheime Gespräche finde ich generell nicht gut, aber es gibt Ausnahmen.

Im Falle von One-Shots können geheime Absprachen schon mal funktionieren bzw. sinnvoll sein, wie weiter unten schon geschrieben. Zettelchen sind dann praktisch, um Details aus den Absprachen auszulösen, quasi als nicht zu übersehendes Zeichen.

Bei Kampagnen finde ich sowohl Zettelchen als auch geheime Gespräche störend, vor allem weil ich als Spieler gerne die ganze Geschichte kenne (es reicht, wenn die Zusammenhänge im Nachhinein geklärt werden, das ist aber oft unnötig umständlich). Ausnahme sind da für mich Szenarien, wo Zettelchen und Absprachen als Stilmittel verwendet werden, wie z.B. die Sache mit dem Gestaltwandler.

Die Gespräche sollten dann aber vor Beginn der Runde erledigt sein, zwischendrin rausgehen geht für mich nur im absoluten Notfall.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Noir am 15.03.2018 | 12:35
Ich nutze das sehr gern. Vor allem Zettelchen, weil die für gewöhnlich das Spiel nicht so lang unterbrechen. Allerdings nutze ich sowas nicht für jeden Scheiß. Es soll vor allem die Atmosphäre unterstützen. In einem Horrorszenario hab ich zum Beispiel über Zettel einem Spieler immer wieder Hinweise zu einem Monster "bemerken" lassen. Dieser Charakter ist dann nach und nach immer paranoider geworden. Die anderen hatten keine Ahnung, was das sollte und haben sicherlich völlig anders reagiert, als wenn alle die Infos bekommen hätten.

Für mich ist das auch ein wichtiger Bestandteil des RollenSPIELs. Klar sind meine Spieler erwachsen genug, Spieler- und Charakterwissen zu trennen. Authentischer wirds trotzdem, wenn manche Spieler eben tatsächlich nicht wissen, was abgeht. Beschwert hat sich da bisher auch keiner.

Ich sehe nicht, warum das also schlecht sein sollte. Es geht da ja nicht um Spielunterbrechungen von 20+ Minuten.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 15.03.2018 | 12:40
Zettelchen:

Wenn jetzt zum Beispiel der Dieb(oder ein anderer SC) im Alleingang etwas durchsucht und sowas wie  "Beute" findet, dann frage ich den Spieler, ob er will, dass ich ihm offen sage, was er findet, oder ob ich ihm das nur aufschreiben soll.

Kann der SPL dann selbst entscheiden. (Kommt nicht ganz so selten vor- Man will als Schurke ja sein Taschengeld nebenbei ein Bisschen aufbessern.  ~;D)

Das geht natürlich auch mit  beliebigen anderen Informationen (Eindrücke der 5 Sinne) , falls mich ein Spieler darum bittet.(sehr selten )


Rausgehen:
Wenn A. Ein Spieler mich darum bittet, weil er etwas Wichtiges besprechen muß (Kommt  selten vor)
Oder wenn B. Eine Figur alleine unterwegs ist, und in der Situation etwas passieren könnte, was dem Rest der Spieler im Vorfeld sicher die Spannung nimmt.
(z.B,  ein Geheimnis des Abenteuers etc.) (kommt auch selten vor).

Beispiel: Ein SC betritt alleine ein Portal und verschwindet. Er sieht dann als einziger, was dahinter ist und hat dort evtl. schon eine Begegnung.
Der Rest der Gruppe wartet davor. Und weiß nur: Er ist verschwunden (und kommt nicht wieder). Aber (noch) nicht, was dahinter auf sie wartet.

Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Greifenklause am 15.03.2018 | 13:06
Ja im Fall mit dem Portal würde ich es auch geheim machen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Selganor [n/a] am 15.03.2018 | 13:16
Boesartige Variante des Portals:

Man beschreibt dem Einzelspieler eine Szene und spielt kurz auch was mit ihm ehe man zum Rest der Gruppe schwenkt, denen beschreibt, dass sie inzwischen noch keine Rueckmeldung vom Einzelgaenger haben. Wenn die Gruppe sonst keine Moeglichkeiten hat mit ihm in Verbindung zu treten (Magie, Telepathie, ...) ist es deren blinde Entscheidung zu folgen oder nicht.

Wer dann besonders boesartig ist wechselt in dem Moment in dem die Gruppe auch ins Portal geht nochmal zum Einzelspieler, veraendert das bisher "normale" Encounter zu seinem schlimmsten Albtraum und als ihn dann seine groesste Furcht toetet erklaert man ihn fuer tot... Mal schauen wie lange der Rest der Gruppe dann braucht um zu realisieren was mit ihnen dann passiert >;D
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: bobibob bobsen am 15.03.2018 | 13:17
Was soll denn dahinter so schlimmes sein?

Alle sind tot das Abenteuer vorbei?

Ich habe es noch nie erlebt das ein Teil der Gruppe sich weigert "das Portal" zu betreten.



Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Antariuk am 15.03.2018 | 13:17
Beispiel: Ein SC betritt alleine ein Portal und verschwindet. Er sieht dann als einziger, was dahinter ist und hat dort evtl. schon eine Begegnung.
Der Rest der Gruppe wartet davor. Und weiß nur: Er ist verschwunden (und kommt nicht wieder). Aber (noch) nicht, was dahinter auf sie wartet.

Und genau sowas spiele ich mit allen Leuten am Tisch aus, egal ob es gerade nur einen SC betrifft. Damit geht das Geheimnis um die Welt hinter dem Portal für die Spieler halt flöten, aber nicht für die Charaktere, und von letzterem zehrt eine Runde - zumindest meiner Erfahrung nach - deutlich länger, während der einmalige "Aha!" Effekt auf Spielerebene halt schnell verpufft, ohne dass es da bleibenden Gewinn gibt.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Der Nârr am 15.03.2018 | 13:27
Was soll denn dahinter so schlimmes sein?

Alle sind tot das Abenteuer vorbei?
Es gibt ein sehr populäres D&D-Abenteuer, in dem genau das vorkommt.

In LotFP-Abenteuern sind mir auch schon solche "Portale" aufgefallen, in denen die Gruppe vielleicht nicht tot, aber z.B. hinterher auf einem anderen Planeten Lichtjahre entfernt festsitzt. (Finde ich als SL ja auch sehr denkbar, so etwas.)

Aber mal kurz was anderes, zu der Wahrnehmungssache. Wenn spielrelevante Informationen zwar nur ein Spielercharakter erhält, aber man die Gruppe nicht trennt bzw. ein Zettelchen rüberreicht, sondern öffentlich die Info rausgibt (aber nur diesem Spieler), findet ihr es dann normal, dass andere Spieler sofort darauf reagieren (quasi wer am schnellsten das Maul aufbekommt, darf auf die Info reagieren)?

Z.B. ein Spieler entdeckt die Geheimtür und bevor er was sagen kann hat ein anderer sie schon geöffnet. Oder man wird direkt drauf angesprochen "hast du was entdeckt, du guckst so komisch?".

Ich finde das eher irritierend, da der Spieler sich ja durch die offenbar als einziger (gut genug) geschaffte Probe sozusagen ein "Recht auf Spotlight" erworben hat, das dann ein anderer Spieler "wegnimmt".
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 15.03.2018 | 13:29
Und genau sowas spiele ich mit allen Leuten am Tisch aus, egal ob es gerade nur einen SC betrifft. Damit geht das Geheimnis um die Welt hinter dem Portal für die Spieler halt flöten, aber nicht für die Charaktere, und von letzterem zehrt eine Runde - zumindest meiner Erfahrung nach - deutlich länger, während der einmalige "Aha!" Effekt auf Spielerebene halt schnell verpufft, ohne dass es da bleibenden Gewinn gibt.
Habe da genau gegenteilige Erfahrungen gemacht.
Als Spieler möchte ich mich bitte überaschen lassen, was dort ist.
Eine Figur hat keine eigenen Gefühle, die sind vom Spieler geliehen.
Wenn der Spieler also schon Bescheid weiß, dann ist das......
............ laaaaangweilig! :D
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Noir am 15.03.2018 | 13:30
@DerNarr: Passierte früher ständig und auch heute noch, ja. Da spielt wohl die Angst mit, dass die Leute irgendetwas "verpassen" oder (bei manchen) vielleicht auch die Angst, zu wenig Spotlight selbst abzubekommen. Deshalb muss ichs wohl als "normal" betiteln ... aber "gut" find ichs nicht.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: bobibob bobsen am 15.03.2018 | 13:32
Zitat
Es gibt ein sehr populäres D&D-Abenteuer, in dem genau das vorkommt.

Das ist ein turnierabenteuer und da ist es wurst was mit der Gruppe passiert. Da kann am auch ehrlich sein und einen würdigeren Abschluss finden.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 15.03.2018 | 13:42
Das ist ein turnierabenteuer und da ist es wurst was mit der Gruppe passiert. Da kann am auch ehrlich sein und einen würdigeren Abschluss finden.
Ach es gibt einige Abenteuer mit "Portalen", nicht bloß eins.
 :D
Zitat
Aber mal kurz was anderes, zu der Wahrnehmungssache. Wenn spielrelevante Informationen zwar nur ein Spielercharakter erhält, aber man die Gruppe nicht trennt bzw. ein Zettelchen rüberreicht, sondern öffentlich die Info rausgibt (aber nur diesem Spieler), findet ihr es dann normal, dass andere Spieler sofort darauf reagieren (quasi wer am schnellsten das Maul aufbekommt, darf auf die Info reagieren)?
Nein.
Wenn jemand eine Info bekommt, und nur dieser Jmd. Dann liegt es an ihm die mir  (oder meinem SC ) mitzuteilen,
Ansonsten ahnt meine Figur nicht mal was.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: bobibob bobsen am 15.03.2018 | 13:56
Zitat
Ach es gibt einige Abenteuer mit "Portalen", nicht bloß eins.

ich kenne nur zwei die zum sofortigen Tod führen. Die sollte man vielleicht nicht ohne Ankündigung spielen. "jede falsche Entscheidung führt zu eurem sicheren Tod"
bei allen anderen Portalen ist es wurscht da die Gruppe eh folgt.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 15.03.2018 | 14:03
ich kenne nur zwei die zum sofortigen Tod führen. Die sollte man vielleicht nicht ohne Ankündigung spielen. "jede falsche Entscheidung führt zu eurem sicheren Tod"
bei allen anderen Portalen ist es wurscht da die Gruppe eh folgt.
Von einem sofortigen und sicheren Tod, bin ich jetzt gar nicht ausgegangen.
Nur ist es nicht immer automatisch so, dass alle gleichzeitig durch das Portal wollen und vor Allem auch können.
Es kann da auch je nach Umständen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: 6 am 15.03.2018 | 14:14
Beispiel: Ein SC betritt alleine ein Portal und verschwindet. Er sieht dann als einziger, was dahinter ist und hat dort evtl. schon eine Begegnung.
Der Rest der Gruppe wartet davor. Und weiß nur: Er ist verschwunden (und kommt nicht wieder). Aber (noch) nicht, was dahinter auf sie wartet.
Ganz einfach: Die Szene der restlichen Gruppe wird da zuerst fertig gespielt. Wenn dann die Szene fertig ist, wird die Szene hinter dem Portal offen.gespielt.
Dadurch hast Du die Spannung für die restliche Gruppe UND die Spannung für die Leute, die bereits rüber gegangen sind. UND alle Spieler bekommen das spannende Encounter auf der anderen Seite mit.
Absolute WIN-WIN- Lösung für mich. :D
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: BobMorane am 15.03.2018 | 14:31
Und genau sowas spiele ich mit allen Leuten am Tisch aus, egal ob es gerade nur einen SC betrifft. Damit geht das Geheimnis um die Welt hinter dem Portal für die Spieler halt flöten, aber nicht für die Charaktere, und von letzterem zehrt eine Runde - zumindest meiner Erfahrung nach - deutlich länger, während der einmalige "Aha!" Effekt auf Spielerebene halt schnell verpufft, ohne dass es da bleibenden Gewinn gibt.

Das sehe ich ähnlich. Mir ist in über 30 Jahren Rollenspiel noch kein Geheimnis untergekommen was durch die Geheimhaltung das Spiel bereichert hätte. Als Gruppe/Mitspieler habe ich nichts davon wenn sich ein Spieler wie Bolle freut dass er ein ach so dolles Geheimnis hat, was zu Zettelschreiberei und 1on1 mit dem SL führt, wenn ich davon nichts mitkriege. Mit etwas Glück werde ich dann vielleicht Zeuge, wenn im dramatisch richtigen Zeitpunkt das Geheimnis gelüftet wird, mit Tusch und allem. GOIL NE?  >;D

Viel spannender finde ich es, wenn ich als Spieler ein Geheimnis anspielen kann oder zumindest daran Teilhaben kann weil die "Geheimaktionen" des Spielers offen ausgespielt werden können.

In einer L5R Runde hatte ich mal eine Spielerin die eine Mulan mäßige Heldin spielen wollte. Sie wollte dies vor den Mitspielern geheim halten. Im Effekt führte das dazu das die Mitspieler keine Chance hatten darauf zu kommen. Als ein NPC dann den Charakter durchschaut hat mussten wir das auch alles geheim machen.

Hätten alle gewusst was Sache ist hätte ich nicht die Mitspieler für 20 Minuten rum sitzen lassen müssen und hätte die lustige Begegnung mit der Spionin offen ausspielen können. Die Mitspieler hätten auch versuchen können das Geheimnis anzuspielen. Wir hatten z.B. einen sehr guten Detektiv in der Gruppe, dem durchaus hätte auffallen können das Körpersprache und Bewegungen des kleinen Kriegers was seltsam sind.

Das Problem mit Charaktergeheimnissen ist meiner Meinung, dass die Helden mehr Zeit miteinander verbringen als am Spieltisch gespielt wird. Der Spieler mit Geheimnis, will es ja bewahren, also weist er nicht alle Nas lang darauf hin. das führt aber dazu, das es bei den Mitspielern weniger ankommt und dadurch letztendlich keinen Mehrwert hat.

Das gleiche gilt für mich bei Einzelaktionen einzelner Spieler. Wenn der Dieb auf Raubzug gehen will schau ich ihm gerne dabei zu. Das finde ich für mich unterhaltsamer, als wenn er für 30 Minuten mit dem SL verschwindet.

Aktionen außerhalb des Spielzimmers mache ich als SL eigentlich gar nicht, nur wenn ein Spieler darum bittet.

Zettel benutze ich schon mal aber auch eher selten. Meistens um Informationen weiter zu geben oder einen Spieler an etwas zu erinnern.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 15.03.2018 | 14:38
Ganz einfach: Die Szene der restlichen Gruppe wird da zuerst fertig gespielt. Wenn dann die Szene fertig ist, wird die Szene hinter dem Portal offen.gespielt.
Dadurch hast Du die Spannung für die restliche Gruppe UND die Spannung für die Leute, die bereits rüber gegangen sind. UND alle Spieler bekommen das spannende Encounter auf der anderen Seite mit.
Absolute WIN-WIN- Lösung für mich. :D
Funktioniert aber nicht, wenn die Helden nur einzeln und zudem zeitversetzt durch das Portal kommen können/sollen/müssen. -Und jeder der dort ankommt, zunächst eine gewisse Aufgabe erfüllen bzw. ein Problem lösen muss.Wenn das Problem nicht variiert, sondern gleich bleibt, könnte man höchstens vereinbaren, dass es ein Spieler mit seiner Figur im Voraus stellvertretend für alle löst. Und die anderen Figuren die Lösung dann automatisch auch haben, obwohl das mMn. weder plausibel noch spannend ist.
Kann man natürlich trotzdem machen, aber wäre absolut nicht mein Ding.


Wenn das Problem variiert, und die Reihenfolge der Ankunft eine Bedeutung und Folgewirkung auf die weiteren "Gäste" hat, dann macht das noch weniger Sinn..

Edit. Wenn wirklich nur einer rein und wieder rausgehen muß, dann finde ich deinen Vorschlag auch sehr naheliegend.
Würde ich auch so machen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: 6 am 15.03.2018 | 15:17
Funktioniert aber nicht, wenn die Helden nur einzeln und zudem zeitversetzt durch das Portal kommen können.
Doch. Genau dann funktioniert es super. Da hast Du nämlich die Spannung, ob der erste Charakter bis zum Eintreffen des nächsten Charakter z.B. überlebt.
Zitat
-Und jeder der dort ankommt, zunächst eine gewisse Aufgabe erfüllen bzw. ein Problem lösen muss.
Auch dann ist es bEsser, wenn alle Spieler dem Geschehen zuhören,  statt ansonsten alleine Daeumchen zu drehen, bis der einzelne Spieler seine Aktion mit dem SL im Nebenraum ausgekaspert hat.
Einfluss auf die Aktion im Nebenraum haben sie ja so oder so nicht.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Noir am 15.03.2018 | 15:33
Viel spannender finde ich es, wenn ich als Spieler ein Geheimnis anspielen kann oder zumindest daran Teilhaben kann weil die "Geheimaktionen" des Spielers offen ausgespielt werden können.

Hm ... dieses "anspielen" hab ich schon das Eine oder Andere mal jetzt gelesen - nicht nur hier. Was genau heißt denn "anspielen". In deinem Beispiel sowas wie "Finde ich nicht komisch, wie der Charakter geht? Darf ich mal würfeln?" oder eher In Character sowas wie *Machomodus on* "Na, Bro ... alles save bei dir? Sollen wir nachher mal ein paar Weiber aufreissen?" *Machomodus off*
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 15.03.2018 | 15:34
Zitat
Doch. Genau dann funktioniert es super. Da hast Du nämlich die Spannung, ob der erste Charakter bis zum Eintreffen des nächsten Charakter z.B. überlebt
Das kann man pauschal nicht feststellen. Es kommt immer ganz darauf an, was hinter dem Portal wartet.
Vielleicht ist der erste SC gar nicht mehr da wenn der 2. SC eintrifft.(Das kommt immer drauf an) Vielleicht geht es weder um Kampf noch um Überleben.
Die Spannung ist hier eine andere.
Wenn alle anderen Spieler das Problem schon kennen, und wissen/ahnen wie es gelöst werden muß, dann nimmt ihnen das A. Die Überraschung (Was wartet auf mich? Um welches Problem handelt es sich überhaupt?)und B. Die Spannung (Schaffe ich es mit meiner Figur das Problem selbst zu lösen?)
Hier geht es mal nicht primär um das Mitfiebern mit anderen. Sondern um die Spannung und Ungewissheit die man mit seiner eigenen Figur erlebt.
.
Zitat
Auch dann ist es bEsser, wenn alle Spieler dem Geschehen zuhören,  statt ansonsten alleine Daeumchen zu drehen, bis der einzelne Spieler seine Aktion mit dem SL im Nebenraum ausgekaspert hat.
Einfluss auf die Aktion im Nebenraum haben sie ja so oder so nicht.
Das ist eine Frage des Zeitfaktors. Ewig Däumchen drehen kann natürlich nicht das Ziel sein.
Aber ein Zeitrahmen von ein paar Minuten sind bei Erwachsenen sicher durchaus vertretbar. (Bei Kindern auch)
Im übrigen kann jeder Spieler eines SC, der schon durch das Portal gegangen ist, ja durchaus mitbekommen, wie es seinen Nachfolgern ergeht.
Nur diejenigen, die halt noch nicht durch sind, müssen ein Bisschen warten.
Das kann ja auch durchaus die Spannung erhöhen.- Man weiß ja man kommt noch dran. Und es lauert Ungewissheit.

Und es handelt sich ja auch nicht um Szenen, die man immer so erlebt.
Sondern eher um eine seltene Ausnahmesituation. :)

Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: BobMorane am 15.03.2018 | 15:54
Hm ... dieses "anspielen" hab ich schon das Eine oder Andere mal jetzt gelesen - nicht nur hier. Was genau heißt denn "anspielen". In deinem Beispiel sowas wie "Finde ich nicht komisch, wie der Charakter geht? Darf ich mal würfeln?" oder eher In Character sowas wie *Machomodus on* "Na, Bro ... alles save bei dir? Sollen wir nachher mal ein paar Weiber aufreissen?" *Machomodus off*

In der Situation war es so, dass ich mich als SL raus gehalten habe und den Spielern keine Tipps gegeben habe was ihnen auffallen könnte. Das habe ich der Spielerin überlassen. Die hat in einem Gasthaus mal als Entschuldigung angegeben das sie nicht mit den anderen Charakteren das Badehaus aufsucht, dass sie eine Hautkrankheit habe. Aber die Helden sind eine Zeit miteinander durch die Wildnis gereist und es hätte schon auffallen können, das der kleine Samurai zum Kleider wechseln und für jeden Sch... in die Büsche verschwindet. Ganz zu schweigen das ja zufällig mal jemand über sie stolpern könnte. Der Charakter selber war nicht wirklich gut in Schauspielerei und machte das auch noch nicht lang, so das jemandem Aufmerksamen das gebaren des Kollegen hätte seltsam vorkommen können.

ich wollte die Situation da nicht forcieren, die Spielerin hat sich bedeckt gehalten so das letztlich die coole Story nicht öffentlich wurde. Hätten jetzt alle gewusst was Sache ist hätte man sich da vorsichtig ran spielen können.

S: Wenn wir Lagern ist XY ja wieder im Wald verschwunden. Als ich so Holz holen gehe höre ich ein paar Geräusche und schaue mal nach.
SL: Gut, XY du hörst wie sich Schritte deinem Versteck nähern als du dich gerade am waschen bist.

Das fluppt natürlich nur wenn alle beteiligten damit vernünftig umgehen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: 6 am 15.03.2018 | 15:57
Das kann man pauschal nicht feststellen. Es kommt immer ganz darauf an, was hinter dem Portal wartet.
Vielleicht ist der erste SC gar nicht mehr da wenn der 2. SC eintrifft. Vielleicht geht es weder um Kampf noch um Überleben.
Da das eh erst später abgehandelt wird, hat das bei der 1.Szene keine Relevanz. Bei der 2.Szene kommt es bei Deinem ersten Beispiel drauf an, ob Du da Spannung aufbauen willst oder nicht. Wenn Du Spannung haben willst, spielst Du erst die Szene des 2. Charakters offen aus. Der Spieler des 1. Charakter wird es extrem spannend finden, rauszufinden was mit seinem Charakter passiert ist. :)
Zitat
Wenn alle anderen Spieler das Problem schon kennen, und wissen/ahnen wie es gelöst werden muß,
Dann ist ist Dein Problem nie eines gewesen oder es sollte eh nicht das eigentliche Problem sein. Wenn Du jedem Spieler einzeln das gleiche Problem lösen lassen willst, dann entfernst Du Dich ziemlich vom Gruppenspiel. Kann man machen,, aber warum setzt  man sich überhaupt  dann zusammen an einen Tisch?
Zitat
Hier geht es mal nicht primär um das Mitfiebern mit anderen. Sondern um die Spannung die man mit seiner eigenen Figur erlebt.
Das hast Du zusätzlich. Besonders dann, wenn Du nicht weißt, was mit Deinem Charakter passiert, während die vorhergehende Szene noch läuft oder wenn die vorhergehende Szene etwas etabliert, das eine negative Konsequenz auf Deinen Charakter in der nächsten Szene hat. Das ist übrigens etwas, das in guten Horrorfilmen zum Spannungsaufbau verwendet wird. Da ist häufig nicht das Geheimnis das spannende, sondern etwas das der Zuschauer weiss und der Protagonist eben nicht.
Zitat
.Das ist eine Frage des Zeitfaktors. Ewig Däumchen drehen kann natürlich nicht das Ziel sein.
Aber ein Zeitrahmen von ein paar Minuten sind bei Erwachsenen Menschen sicher durchaus vertretbar.
Aber eben unelegant und unnötig wenn man zu besseren Erlebnissen kommt ohne Wartezeiten einzubauen.
Und das war mein Punkt. :)
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Noir am 15.03.2018 | 16:09
S: Wenn wir Lagern ist XY ja wieder im Wald verschwunden. Als ich so Holz holen gehe höre ich ein paar Geräusche und schaue mal nach.
SL: Gut, XY du hörst wie sich Schritte deinem Versteck nähern als du dich gerade am waschen bist.

Als XY würde mir das definitiv nicht gefallen. Da werden ja Fakten geschaffen. Warum hört der Spieler Geräusche? Und welchen Mehrwert habe ich in dieser Situation? Außer das mein "Geheimnis" und damit ein Stückweit mein Charakterkonzept aufgedeckt wird. Vielleicht in einer Situation, in der ich es noch nicht aufdecken wollte. Okay, es könnte einfach ein Spieler sagen: "Alles klar, warum zieht sich Bruno eigentlich immer im Wald um? Ich guck mir das mal an." und schaut einfach so nach ... aber das kann man ja auch machen, ohne das alle Leute eingeweiht sind. Wenn man das macht, ohne das alle eingeweiht sind, find ichs wieder ganz witzig, weil es einfach "auffällig" war ... diese Sache explizit "anspielen", damit das Geheimnis endlich mal aufgedeckt wird ... muss nicht sein. Dann doch lieber Zettelchen.

Aber so unterschiedlich sind die Gruppen ...
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 15.03.2018 | 16:15
Zitat
Da das eh erst später abgehandelt wird, hat das bei der 1.Szene keine Relevanz. Bei der 2.Szene kommt es bei Deinem ersten Beispiel drauf an, ob Du da Spannung aufbauen willst oder nicht. Wenn Du Spannung haben willst, spielst Du erst die Szene des 2. Charakters offen aus. Der Spieler des 1. Charakter wird es extrem spannend finden, rauszufinden was mit seinem Charakter passiert ist
Wenn die Handlung/ Entscheidung des 1.SC Auswirkung auf die Situation des 2. hat usw. und sofort.
Ist die Reihenfolge nicht beliebig.
. :)
Zitat
Dann ist ist Dein Problem nie eines gewesen oder es sollte eh nicht das eigentliche Problem sein. Wenn Du jedem Spieler einzeln das gleiche Problem lösen lassen willst, dann entfernst Du Dich ziemlich vom Gruppenspiel. Kann man machen,, aber warum setzt  man sich überhaupt  dann zusammen an einen Tisch?
Bedeutet Gruppenspiel, dass man nicht auch mal etwas alleine lösen darf?
Merkwürdige Sichtweise. Kann ich nicht nachvollziehen, sorry.
Dass Figuren(Spieler) auch mal etwas alleine schaffen sollen, ist für mich persönlich absolut kein Widerspruch zum Gruppenspiel.

Zitat
Das hast Du zusätzlich. Besonders dann, wenn Du nicht weißt, was mit Deinem Charakter passiert, während die vorhergehende Szene noch läuft oder wenn die vorhergehende Szene etwas etabliert, das eine negative Konsequenz auf Deinen Charakter in der nächsten Szene hat.

Nein, wenn mir die Situation und die Lösung des Problems schon bekannt sind, dann ist es nicht mehr spannend ob ich die Lösung finde.

Zitat
Das ist übrigens etwas, das in guten Horrorfilmen zum Spannungsaufbau verwendet wird. Da ist häufig nicht das Geheimnis das spannende, sondern etwas das der Zuschauer weiss und der Protagonist eben nicht.Aber eben unelegant und unnötig wenn man zu besseren Erlebnissen kommt ohne Wartezeiten einzubauen.
Und das war mein Punkt. :)
In Horrorfilmen bin ich Zuschauer. Ich identifiziere mich zwar mit der Figur, aber ich verkörpere nicht die Figur, und muß nicht für sie entscheiden und Probleme lösen.
Die Spannung entsteht hier nicht durchs Zuschauen oder Mitfiebern mit Figuren. Sondern durch tatsächliche Ungewissheit und durch das selbst"Problemlösen" als Figur. Als wäre man selbst in dieser Situation.
Und damit sich diese Situation auch für den Spieler authentisch anfühlt, ist es wichtig, das er selbst tatsächlich nichts weiß. (Wenn ich die Lösung schon kenne, kann ich sie nicht mehr finden- Das spannende soll sein-  das Problem selbst zu lösen)
Es gelingt mir vermutlich nicht, diesen Unterschied noch deutlicher zu machen.  :)

Ich habe mich wirklich bemüht, und heute noch was vor.

 Insofern -AgreetoDisagree



Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: BobMorane am 15.03.2018 | 16:26
Als XY würde mir das definitiv nicht gefallen. Da werden ja Fakten geschaffen. Warum hört der Spieler Geräusche? Und welchen Mehrwert habe ich in dieser Situation? Außer das mein "Geheimnis" und damit ein Stückweit mein Charakterkonzept aufgedeckt wird. Vielleicht in einer Situation, in der ich es noch nicht aufdecken wollte. Okay, es könnte einfach ein Spieler sagen: "Alles klar, warum zieht sich Bruno eigentlich immer im Wald um? Ich guck mir das mal an." und schaut einfach so nach ... aber das kann man ja auch machen, ohne das alle Leute eingeweiht sind. Wenn man das macht, ohne das alle eingeweiht sind, find ichs wieder ganz witzig, weil es einfach "auffällig" war ... diese Sache explizit "anspielen", damit das Geheimnis endlich mal aufgedeckt wird ... muss nicht sein. Dann doch lieber Zettelchen.

Aber so unterschiedlich sind die Gruppen ...

Okaaaay Fakten habe ich in meinen Beispiel nicht geschaffen. Das wäre der Punkt verantwortungsvoller Umgang damit. Meine Idee war der Holzsucher hört was und schaut nach das kriegt der andere Charakter also auch mit. Damit ist die Situation noch gar nicht aufgelöst. Mulan kann sich verstecken und wird nicht gefunden oder sie steckt den Kopf und den Schwertarm aus dem Busch "Ach du bist es was schleicht du dich hier rum. "Och ich war nur Holz holen und dachte ich habe was gehört."

Das Problem ist wenn es keiner weis wird es auch nie jemand aufgreifen. Ich kann Bruno nicht in den Wald hinterher schleichen, weil sein Spieler ja nicht 15 mal am Spielabend betont wie oft sein Held im Gebüsch verschwindet. Genau so würde der Spieler des Detektiv auch nie auf die Idee kommen auf Ermitteln/Menschenkenntnis zu würfeln ob ihm der Habitus von Bruno seltsam vorkommt weil er von Brunos Spieler nicht die Information bekommt.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Isegrim am 15.03.2018 | 16:33
Je nach Setting nutze ich sowas selten bis dauernd. Bei Shadowrun bspw gehört es für mich einfach fest dazu, dass die Runner a) Geheimnisse voreinander haben und b) es dank moderner Technik kein problem ist, mit Außenstehenden zu kommunizieren. Da werden Emails per Zettelchen verschickt, und dass Telefonat mit der Mafia-Connection findet im Zweifelsfalle im Nebenraum statt (und manchmal steht dann der Decker direkt daneben, weil er das Com seines Chummers gehackt hat...). Das sind allerdings eher kurze Sachen (wenige Minuten max); Action spiel ich auch dann lieber mit oder vor allen, auch wenn die gerade nicht anwesend sind. Allerdings probier ich auch die Solo-Action zu minimieren.

Hier spielen für mich zwei Dinge eine Rolle, die das möglich und sinnvoll machen: Erstens braucht die Runde, mit der ich den letzten Jahren viel SR gespielt habe, keinen SL, um sich zu beschäftigen; zumindest eine Weile nicht. Oft kann ich halbe Romane per SMS verschicken, weil die sowie gerne, ausdauernd und lange genug diskutieren oder sich gegenseitig bespaßen, während ich als SL daneben sitze. Zweitens gehört es auch nach Meinung der Mitspielerinnen und Mitspieler dazu, Geheimnisse vor den anderen zu haben, ob das nun eine große Rolle spielt oder nicht. Ist wichtig fürs Gefühl und Kopfkino, zumindest bei SR.

In Fantasy-Szenarien, bei der die Gruppe meist viel mehr aufeinanderhockt (ohne Handy) als bei Shadowrun, nutz ich solche Mittel sehr viel weniger, einfach weil es weniger Gelegenheiten dazu gibt.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Noir am 15.03.2018 | 16:38
Okaaaay Fakten habe ich in meinen Beispiel nicht geschaffen. Das wäre der Punkt verantwortungsvoller Umgang damit. Meine Idee war der Holzsucher hört was und schaut nach das kriegt der andere Charakter also auch mit. Damit ist die Situation noch gar nicht aufgelöst. Mulan kann sich verstecken und wird nicht gefunden oder sie steckt den Kopf und den Schwertarm aus dem Busch "Ach du bist es was schleicht du dich hier rum. "Och ich war nur Holz holen und dachte ich habe was gehört."

Das Problem ist wenn es keiner weis wird es auch nie jemand aufgreifen. Ich kann Bruno nicht in den Wald hinterher schleichen, weil sein Spieler ja nicht 15 mal am Spielabend betont wie oft sein Held im Gebüsch verschwindet. Genau so würde der Spieler des Detektiv auch nie auf die Idee kommen auf Ermitteln/Menschenkenntnis zu würfeln ob ihm der Habitus von Bruno seltsam vorkommt weil er von Brunos Spieler nicht die Information bekommt.

Naja, dann war das ein Missverständnis. Das "Ich höre etwas." ist für mich schon ein Fakt. ;) Aber ganz ehrlich: Wenn ich einen Spieler habe, der so einen Charakter spielt ... dann MUSS er jedes mal erklären, dass er sich verzieht um sich umzuziehen. Das gehört für mich dazu. Wenn er das nicht macht, gehe ich als Spielleiter davon aus, dass er sich einfach vor den anderen umzieht und alle plötzlich aus den Wolken fallen: "ALTER! BRUNO HAT BRÜSTE!"

Da würde dann in der Tat ICH den Fakt schaffen. Natürlich würde ich das dem Spieler so mitteilen, bevor man das Spiel beginnt.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: First Orko am 15.03.2018 | 17:25
Wenn er das nicht macht, gehe ich als Spielleiter davon aus, dass er sich einfach vor den anderen umzieht und alle plötzlich aus den Wolken fallen: "ALTER! BRUNO HAT BRÜSTE!"

Da würde dann in der Tat ICH den Fakt schaffen. Natürlich würde ich das dem Spieler so mitteilen, bevor man das Spiel beginnt.

Wow. Spielt ihr „gesagt,getan“ ..?
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Fezzik am 15.03.2018 | 18:16
Rausgehen bin ich mittlerweile zu faul zu, vor allem weil dann immer ein Teil untätig rumsitzt, es sei denn man kann die grad gut zum "rauchen" schicken.

Zettel benutz ich öfter mal um einzelnen Spielern Dinge mitzuteilen die nur ihr SC in diesem Moment bemerken/finden kann, dann können sie entscheiden was sie damit machen und wie sie es machen (es sei denn daran hängt wieder der ganze Plot  ::), dann sag ich das lieber so am Tisch damit der Rest es mitbekommt...und ja ICH kenne meine Pappenheimer !!)

Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Bad Horse am 15.03.2018 | 20:16
Ich hab bisher eigentlich nur schlechte bis ganz schlechte Erfahrungen damit gemacht und versuche, größtenteils darauf zu verzichten.

Einmal hatten wir ein Abenteuer, bei dem mein Char durch einen Doppelgänger ersetzt wurde, den ich dann gespielt habe. Der hatte ein bisschen Glück und war relativ clever, aber mit einigen Sachen ist er nur durchgekommen, weil meine Mitspieler nicht hinterfragen wollten, wie ich meinen Charakter spiele - es kam sogar noch ein Kommentar à la "der ist heute aber abgebrüht", aber halt kein echter Verdacht. Hätten die gewusst, dass da irgendwas mit dem Char passiert ist, hätten sie vermutlich ganz anders auf ein paar Aktionen reagiert.

Am schlimmsten fand ich aber die Kampagne, in der der SL immer mal wieder mit einem Mitspieler auf den Balkon gegangen ist. Nicht immer nur mit einem, aber es war eben sehr häufig dieser, und der hat den großen Showdown dann auch allein mit dem SL auf dem Balkon gespielt. Schade, der SL hatte tolle Ideen und konnte super beschreiben und darstellen, aber ich habe danach trotzdem aufgehört, mit ihm zu spielen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: 6 am 16.03.2018 | 07:27
Insofern -AgreetoDisagree
Gerne. :)
Nur ein paar Punkte von meiner Seite.
Zitat
Wenn die Handlung/ Entscheidung des 1.SC Auswirkung auf die Situation des 2. hat usw. und sofort.
Dann sind wir wieder bei 1. Szene komplett und dann 2. Szene komplett. War ja mein Anfangszenario.
Zitat
Bedeutet Gruppenspiel, dass man nicht auch mal etwas alleine lösen darf?
Natürlich nicht. Klar dürfen Spieler etwas alleine lösen. Bei mir eben offen, wie ich ja schon schrieb.
Mich störte ja, wie ich schrieb, dass Du ein Problem von jedem einzelnen Spieler alleine für sich lösen lassen willst und das auch noch nacheinander und noch nichtmal gleichzeitig.
Zitat
Nein, wenn mir die Situation und die Lösung des Problems schon bekannt sind, dann ist es nicht mehr spannend ob ich die Lösung finde.
Von "Lösung des Problems bekannt", habe ich nichts geschrieben.
Zitat
Die Spannung entsteht hier nicht durchs Zuschauen oder Mitfiebern mit Figuren. Sondern durch tatsächliche Ungewissheit und durch das selbst"Problemlösen" als Figur. Als wäre man selbst in dieser Situation.
Und damit sich diese Situation auch für den Spieler authentisch anfühlt, ist es wichtig, das er selbst tatsächlich nichts weiß. (Wenn ich die Lösung schon kenne, kann ich sie nicht mehr finden- Das spannende soll sein-  das Problem selbst zu lösen)
Davon, dass die Lösung eines Problems dem Spieler aber nicht dem Charakter bekannt wäre, war bei mir nie die Rede. Ehrlich gesagt kenne ich keinen guten Horrorfilm, bei dem der Zuschauer die Lösung eines Problems kennt, der Protagonist nicht und daraus die Spannung entsteht.

Versuch mal bei meinen Postings weniger den Widerspruch zu Dir zu suchen. Ich hatte nicht vor Deine Spielweise zu kritisieren oder zu diffamieren, sondern Alternativen aufzuzeigen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 16.03.2018 | 08:59
@
6
Fuer bestimmte Spielweisen funktionieren gewisse Handlungsoptionen aber nicht, weil sie nicht das gewuenschte Spielerlebnis (fuer den Spieler) erzeugen.
Das war alles,  worauf ich hinauswollte.

Ganz einfach: Wenn der Spieler exakt so wenig wissen moechte  wie seine Figur. Dann moechte er (bevor er selbst drankommt) nichts wissen, was seine Figur auch nicht weiss.
Angenommen jeder der durch das Portal kommt, will sich von dem was da kommt ueberraschen lassen und dazu selbst ein bestimmtes Problem loesen. Dann koennen alle die schon ueberrascht wurden und das Problem schon selbst geloest haben natuerlich zuschauen.
Nur fuer alle, die das Problem noch selbst loesen wollen, ohne irgendwelches Vorwissen (Was kommt da? Was ist da ueberhaupt? ), ist das deshalb keine Option.


Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: BobMorane am 16.03.2018 | 09:18
Naja, dann war das ein Missverständnis. Das "Ich höre etwas." ist für mich schon ein Fakt. ;) Aber ganz ehrlich: Wenn ich einen Spieler habe, der so einen Charakter spielt ... dann MUSS er jedes mal erklären, dass er sich verzieht um sich umzuziehen. Das gehört für mich dazu. Wenn er das nicht macht, gehe ich als Spielleiter davon aus, dass er sich einfach vor den anderen umzieht und alle plötzlich aus den Wolken fallen: "ALTER! BRUNO HAT BRÜSTE!"

Da würde dann in der Tat ICH den Fakt schaffen. Natürlich würde ich das dem Spieler so mitteilen, bevor man das Spiel beginnt.

Was mir halt häufig aufgefallen ist, ist das Spieler mit "geheimen" Geheimnissen ihren Mitspielern keine, oder nicht ausreichende, Tipps zu ihrem seltsamen Verhalten geben, weil der Charakter sich ja auch echt Mühe gib nicht aufzufallen. Ein Geheimnis was im Spiel nicht vorkommt braucht man dann auch nicht.

Ich stelle jetzt mal die Behauptung auf, die meisten Spieler die ihre Helden mit Geheimnissen ausstatten haben auch Spaß dran, diese aktiv zu schützen. In meiner Runde hatte die Spielerin von "Mulan" sehr viel Spaß als die Spionin ihr auf die Schliche gekommen ist. Sie hätte auch Spaß gehabt häufiger Szenen zu haben wo sie handeln muss um nicht aufzufliegen. Die gab es aber nicht, weil ich die immer 1zu1 mit ihr hätte spielen müssen. Die Mitspieler hätten auch ihren Spaß gehabt, bei solchen Szenen zuzuschauen oder auch solche Szenen zu schaffen. Wann so ein Geheimnis das auffliegt sollte schon maßgeblich in der Hand des Spielers bleiben. Das setzt natürlich ein gewisses Vertrauen innerhalb der Gruppe voraus.

Ich glaube das ist auch ein Grund für "geheime" Geheimnisse von Spielerseite. Es gibt leider auch Mitspieler, die sobald sie von einem Spielergeheimnis wissen versuchen die Enthüllung zu erzwingen. "Während Bruno da bewusstlos auf dem Boden liegt ziehe ich ihn mal aus, der könnte ja auch Verletzungen unter der Rüstung haben." ich habe das Glück, das ich das Problem in meinen Runden nicht habe.

Generell denke ich sind Zettel und Absprachen eine Frage des Stil und persönlichen Geschmack. Für mich ist der Spannungs- und Unterhaltungsfaktor höher wenn alles am Tisch statt findet. Was nicht heist, das ich unter Umständen nicht auch von dieser Regel abweichen würde.

Was ich mit Zetteln glaube ich mal ausprobieren will sind Informationen aus Wissensfertigkeiten in dieser Form an die Spieler weiter zu geben. Dann kann der Charakter sie in seiner Stimme vortragen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 16.03.2018 | 09:23
Zu Spieler bzw. Figuren Geheimnissen.
Ihr einziger Sinn ist doch der, dass sie irgendwann entdeckt werden von den anderen.
Am besten relativ zeitnah, solange noch alles frisch und interessant ist.

Angenommen jmd. pflegt da im stillen Kaemmerlein sein Geheimnis und keinen interessiert es, was hat er dann davon?
Etwa das er nach Jahren sagen kann: "Ich hatte ein Geheimnis und das habt ihr nicht rausgefunden, Aetsch!"?

Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Grey am 16.03.2018 | 09:26
Zu Spieler bzw. Figuren Geheimnissen.
Ihr einziger Sinn ist doch der, dass sie irgendwann entdeckt werden von den anderen.
Am besten relativ zeitnah, solange noch alles frisch und interessant ist.
Nicht unbedingt. In der Tirnadon-Kampagne, von der ich im Schwampf erzählt habe, kamen SC-Geheimnisse teilweise erst nach Jahren ans Licht. Der Effekt war dann um so heftiger: "Was denn, du warst die ganze Zeit ...!" :o ;) 8)

Einer der Gründe, warum ich dieses allseits verpönte Stilmittel echt nicht missen möchte. Zettelchen und Gesprächen im Nebenzimmer verdanke ich einige der emotionalsten RPG-Erlebnisse überhaupt; wohingegen ich die ganzen negativen Auswirkungen ("Langeweile für die Mitspieler" u.ä.) so nie erlebt habe.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 16.03.2018 | 09:33
Nicht unbedingt. In der Tirnadon-Kampagne, von der ich im Schwampf erzählt habe, kamen SC-Geheimnisse teilweise erst nach Jahren ans Licht. Der Effekt war dann um so heftiger: "Was denn, du warst die ganze Zeit ...!" :o ;) 8)

Einer der Gründe, warum ich dieses allseits verpönte Stilmittel echt nicht missen möchte. Zettelchen und Gesprächen im Nebenzimmer verdanke ich einige der emotionalsten RPG-Erlebnisse überhaupt; wohingegen ich die ganzen negativen Auswirkungen ("Langeweile für die Mitspieler" u.ä.) so nie erlebt habe.

Ich denke, wenn der SL mit dem Geheimnis arbeitet und auch arbeiten darf, dann ist das aus meiner Sicht auch kein reines Spielergeheimnis mehr. 
Es ist halt immer schade wenn das von SL Seite nicht passiert. Oder der SL das Geheimnis zwar anspielt, aber der Spieler sich gegen eine Lueftung wehrt.
 

Ich selbst habe mit Geheimnissen auch keine negativen Erfahrungen gemacht. Das liegt vermutlich an guten SL und Mitspielern.

Edit. Wenn es sich wirklich um ein reines Spielergeheimnis handelt, das der Figur evtl. nur ein Bisschen Profil geben soll.
Dann entscheidet der Spieler vielleicht allein, wann es wie rauskommt.
"Geheimnisse zu pflegen, und die dann extra nicht zu lueften (Hauptsache ein Geheimnis vor den anderen ),  nur damit die Figur interessanter wirkt. "- Ist halt uU. etwas was nerven koennte.

Als SL wuerde ich deshalb  generell mit den Geheimnissen der Figuren arbeiten wollen. Denn dafuer wurden sie ja festgelegt. Aber das geht natuerlich nicht ohne, dass die zugehoerigen Spieler mitmachen.

Ich denke oft legen Spieler solche Geheimnisse fest, in der Hoffnung, dass der SL auch damit arbeitet. Aber das passiert halt manchmal nicht.
Und dann fragen sich die Mitspieler irgendwann : Was tut der Spieler denn nur wieder geheimnisvoll?
Dabei tut der Spieler nur so, um dem SL zu signalisieren, dass er das mal angespielt haben moechte.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: First Orko am 16.03.2018 | 09:58
Ich denke, wenn der SL mit dem Geheimnis arbeitet und auch arbeiten darf, dann ist das aus meiner Sicht auch kein reines Spielergeheimnis mehr. 
Es ist halt immer schade wenn das von SL Seite nicht passiert. Oder der SL das Geheimnis zwar anspielt, aber der Spieler sich gegen eine Lueftung wehrt.

Und das ist halt so der Punkt, der mich nervt: Wenn ein Spieler mir als SL ein Geheimnis anvertraut, aber der Gruppe nicht. Dann schwingt da ja meist doch die Erwartungshaltung mit "Mach was draus".
Wenn das ein echtes Flag ist, also ein Punkt, den ich gezielt anspielen kann (und soll): Check, gern! Wird dann aber auch passieren - [Edit:]und zwar so, dass andere es mitbekommen!
Wenn das aber so ein Stimmungs-Tüddelü ist, mit dem ich nix anzufangen weiß und dass merklich darauf abzielt, das Geheimnis auch ja bitte so zu pflegen, dass da eine dramaturgisch befriedigende Situation bei rauskommt: Nein danke.

Ich mache als SL schon: Moderieren,SC-Flags einbinden, NSC und Fraktionen entwickeln und mit Motivation versehen, Schauplätze schaffen, NSC glaubhaft rüberbringen, Schiedsrichter sein uvm.
Da jetzt noch jetzt Solo-Bespaßung mittels Zettelchen, Privatgesprächen usw. lehne ich aus Gründen der Fairness gegenüber der Gruppe (Spielzeit / Vorbereitungszeit pro Person) ab. Klar, wenn alle sagen: Wir wollen aber! - von mir aus... Aber dann werden die Geheimnisse eben auch zum Plot werden - ansonsten sind sie nämlich überflüssig.

Übrigens: Wie sehr man an den geratenen Bedürfnissen des Geheimnis-Spielers vorbeileiten kann, sieht man ja hier an den unterschiedlichen Positionen zu den Beispielen im Thread. Daher sollte die erste Frage sein: "Was bezweckst du mit diesem Geheimnis?" Wenn die nicht beantwortet werden kann, kann es weggelassen werden.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 16.03.2018 | 10:09
Ich denke, es kommt auch viel auf den Spielstil und auf das Zusammenspiel an.
Mir als SL wuerde es jetzt nichts ausmachen, so ein Geheimnis auch mal spontan oder als Nebenschauplatz aufzugreifen. - wenn es die allgemeine Stimmung und Situation zulaesst.
Wenn das gerade nicht geht, dann merke ich mir das fuer spaeter.

Es ist auch OK Spielern mal extra Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, solange die jeder in der Gruppe mal bekommt. Und das Spotlight gerecht verteilt ist.
Gerecht verteilte extra Aufmerksamkeit ist mEn. besser als keine und auf Dauer befriedigender.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Antariuk am 16.03.2018 | 10:16
Es ist auch OK Spielern mal extra Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, solange die jeder in der Gruppe mal bekommt. Und das Spotlight gerecht verteilt.
Gerecht verteilte extra Aufmerksamkeit ist mEn. besser als keine und auf Dauer befriedigender.

Ja, aber diese Geheimniskrämerei ist extra EXTRA Aufmerksamkeit seitens der Spielleitung, die mit Sicherheit nicht an Aufgabenmangel leidet. Das ist für mich der große Nachteil an dieser Herangehensweise, und auch der Grund warum ich das eher selten anwende. Bei einem offenen Geheimnis kann ich als SL mich dahingehend fast zurücklehnen und zugucken, was die Spieler draus machen, es liegt nicht allein an mir das zum Gegenstand des Spiels zu machen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: First Orko am 16.03.2018 | 10:18
Ich denke, es kommt auch viel auf den Spielstil und auf das Zusammenspiel an.

Das ja sowieso immer ;) Ich habe halt mehrheitlich Wochenrunden mit recht engen Zeitslots, 5h (mit 3 Spielern) ist da schon das Maximum. Und da möchte ich schon fokussiertes Zusammenspiel, bzw. wenn Einzelaktionen, dann so dass auch alle etwas davon haben.
Bei so großen Terminen von >7h wo man dann zwischendurch eh ggf. mehrere Pausen hat ist das halt schon ein anderer Schnack.
Ich hätte bei sowas halt eher die Befürchtung, dass wenn ein Spieler damit anfängt, andere dann auch mitziehen und es eskaliert - siehe das SR-Beispiel weiter oben, das wär halt nix für mich.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Huhn am 16.03.2018 | 10:23
Meine Erfahrungen mit dieser Geheimniskrämerei sind eher durchwachsen. Mal das ein oder andere Zettelchen/ne kurze Chatnachricht nur an eine Person oder so gehen klar.

Aber ich hatte vor kurzem auch eine Runde, in der ich gefühlt dreiviertel vom Abend mit dem SL alleine in einem Unterchannel einige ziemlich coole Szenen gespielt habe, während obendrüber der Rest der Gruppe sich langweilte. Das war dann dreifach doof: Erstens haben die die coole Szene nicht mitbekommen und zweitens musste ich mich dann damit langweilen, ihnen alles, was ich gespielt habe, direkt hinterher detailliert wiederzukäuen und drittens war es für mich wirklich anstrengend, die ganze Zeit alleine zu spielen und mir nebenher noch Notizen zu machen, damit ich in meinem Bericht hinterher nix vergesse.
Klar - ihre Charaktere waren nicht dabei, weil halt dooferweise nur mein Char die Ebene wechseln kann. Andererseits gibt es IT keine Gründe, warum ich ihnen meine Erlebnisse verheimlichen sollte und da fände ich es praktischer, wenn sie einfach OT zuhören würden, so dass ich hinterher nur sagen müsste "Und X erzählt euch dann, was sie erlebt hat."

Und auch sonst finde ich offen aus- und angespielte Geheimnisse in 99% der Fälle cooler, einfach, weil dann von bestimmten Andeutungen, Szenen und Reaktionen alle am Tisch was haben. Wie soll ich mitfiebern, wenn ich gar nicht weiß, dass hier gerade der wunde Punkt aus der schlimmen Vergangenheit meines Mitspielers angestoßen wurde?
Auch bei kleineren Sachen wie unterschiedlichen Sinneswahrnehmungen oder so bin ich skeptisch - da hab ich in der Vergangenheit auch gern kurze Privatnachrichten für genutzt. Aber letztendlich ist das für die Katz, weil es meist nur dazu führt, dass sich die Spielgruppe instant über ihre Sinneswahrnehmungen austauscht. Es gibt halt Effekte, die sind in Büchern voll cool, aber die lassen sich eben im Rollenspiel einfach schlecht umsetzen.

Letztendlich bin ich mittlerweile auf dem Punkt, dass mir eine gut erzählte Story wichtiger ist als irgendso ein Buschi-Buh-Gemauschel. Wir sind ja alle Erwachsene Menschen und da geh ich davon aus, dass die Leute IT- von OT-Wissen soweit trennen können, dass es dem Spiel zugute kommt und so aller Spielspaß fördert.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: nobody@home am 16.03.2018 | 10:47
Es gibt halt Effekte, die sind in Büchern voll cool, aber die lassen sich eben im Rollenspiel einfach schlecht umsetzen.

Manchmal sind sie nicht mal in den Büchern so cool. Der Geheimniskrämer, der alles überhaupt erst vermasselt, weil er einfach nie zur rechten Zeit das Maul aufkriegt, ist ja auch so eine klassische Figur...
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: eldaen am 16.03.2018 | 10:58
Letztlich läuft es doch darauf hinaus, wie viel "author's stance", "gamer's stance" oder "character's stance" die Spieler/Gruppe bevorzugen und wie viel abweichende Vorlieben man dann jeweils toleriert...
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 16.03.2018 | 11:08
Unabhaengig von Geheimnissen:
Ich versuche jetzt jedem Spieler gezielt und dosiert Spotlight zukommen zu lassen,so, dass es im zeitlichen Rahmen bleibt, und dieses Spotlight auch fuer die Zuschauer noch einen Unterhaltungswert behaelt.
Machen meine SL auch so.
Und das funktioniert sehr gut.
Dass man sonst ueberwiegend immer zusammen agiert ist klar. Da sind solche Spotlight Situationen auch mal eine willkomme Abwechslung.

Was Spielergeheimnisse betrifft,  die haben gut gesetzt und bearbeitet natuerlich einen Unterhaltungswert fuer die Gruppe und fuer das Spiel. Es sollte den Mitspielern Spass machen, das Geheimnis einer Figur zu lueften.
Das Spotlight, das dazu noetig ist, sollte wie bei anderen Dingen auch dosiert und passend sein.

Edit. Wuerde das innerhalb der Gruppe, und so wie es umgesetzt wird keinen Spass machen, dann wuerde daran ja auch kein Interesse bestehen.

Ein Spieler kann natuerlich versuchen moeglichst viel Spotlight bekommen oder soviel wie moeglich, aber das funktioniert ja nur wenn SL und Mitspieler das zulassen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: bobibob bobsen am 16.03.2018 | 11:46
Zitat
nd dieses Spotlight auch fuer die Zuschauer noch einen Unterhaltungswert behaelt.

Wieviel Zuschauer hast du denn beim tettel oder rausgehen?
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 16.03.2018 | 12:09
Wieviel Zuschauer hast du denn beim tettel oder rausgehen?
Ein Geheimnis muss erstmal geschaffen werden,  bevor es (mit einem Unterhaltungswert) fuer die Zuschauer und Tuefftler geloest werden kann.
Beim "Geheimnis schaffen" moechte man absichtlich keine Zuschauer haben.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Der Nârr am 16.03.2018 | 12:10
Ich versuche jetzt jedem Spieler gezielt und dosiert Spotlight zukommen zu lassen,so, dass es im zeitlichen Rahmen bleibt, und dieses Spotlight auch fuer die Zuschauer noch einen Unterhaltungswert behaelt.
Machen meine SL auch so.
Und das funktioniert sehr gut.
Wie machst du das? Würde mich evtl. auch in einem eigenen Thread im Spielleiter-Forum interessieren. Also welches deine konkreten Techniken sind um das Spotlight zu verteilen und wie du managst du das? Also die nötigen Moderationstechniken einzusetzen während du den Überblick über die 1000 anderen Sachen behälst?
Und wäre das dein Anspruch an andere SL? Ich kümmere mich z.B. überhaupt nicht um Spotlight-Dosierung und auch keiner der anderen SL, mit denen ich in den letzten Jahren gespielt habe, hat das gemacht. Wir spielen aber auch keine Dramarunden, vielleicht hängt es damit zusammen. Ich bin im Moment aber total interessiert an SL-Techniken und deren Umsetzungen, daher die Frage.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: First Orko am 16.03.2018 | 12:22
Wie machst du das? Würde mich evtl. auch in einem eigenen Thread im Spielleiter-Forum interessieren. Also welches deine konkreten Techniken sind um das Spotlight zu verteilen und wie du managst du das? Also die nötigen Moderationstechniken einzusetzen während du den Überblick über die 1000 anderen Sachen behälst?
Und wäre das dein Anspruch an andere SL? Ich kümmere mich z.B. überhaupt nicht um Spotlight-Dosierung und auch keiner der anderen SL, mit denen ich in den letzten Jahren gespielt habe, hat das gemacht. Wir spielen aber auch keine Dramarunden, vielleicht hängt es damit zusammen. Ich bin im Moment aber total interessiert an SL-Techniken und deren Umsetzungen, daher die Frage.

Wäre eigentlich mal ein spannendes Thema für sich... willst du öffnen?
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 16.03.2018 | 12:24
@
Narr
Wir koennen das ja notfalls von diesem Strang abtrennen lassen. Ich fasse jetzt auch nur mal kurz was zusammen:

1.Ich frage jeden Spieler Reihum was seine Figur tun will.
Damit sagt er/ sie zunaechst an, was die Figur vorhat.
Entweder handelt es sich um eine Gemeinsame Sache oder manchmal auch um Einzelaktionen.
Dann machen wir aus, was zuerst ausgespielt wird. Z. B. "Erst die drei die zur verfallenen Kirche wollen" , "Dann die Figur die den Koehler befragen will", und schliesslich "die Figur die solange etwas ausgraben will, was sie gestern im Wald verbuddelt hat. "
Diese Dinge passieren in der Spielwelt zwar relativ gleichzeitig, aber werden natuerlich nacheinander abgehandelt. Waehrend die anderen nicht dran sind koennen sie in der Regel bei anderen Aktionen zuschauen.
Es ist mMn. wichtig einen Zeitrahmen nicht zu ueberschreiten.
Falls eine Szene in 5- bis max. 10 Minuten nicht abgehandelt werden kann, wechselt man die Kamera rueber zu den anderen.

In Kampfszenen entscheidet ja nicht selten, die Initative, wer zuerst ansagt und handelt. Aber idR. kommt da auch jeder dran. Nur halt nicht gleichzeitig.

Wenn die Gruppe zusammen unterwegs ist, wie Normalerweise, braucht es solche Ansagen natuerlich nicht.
Da handelt jeder halbwegs spontan. 

Wenn es aber die Option fuer Alleingaenge gibt, dann frage ich schon.Und manchmal auch generell: Moechte jmd vor dem Schlafen gehen noch etwas machen?
Ja/ Nein- ansonsten switchen wir.
Oder die Spieler sagen von sich aus, dass sie noch etwas Bestimmtes vorhaben.
Aber man kann solche Szene auch zeitlich im Rahmen halten, indem man als SL schneidet und switched.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Chiarina am 16.03.2018 | 12:25
Ein Typ, mit dem ich mal gespielt habe, hat öfter gesagt: "Überraschungen werden überbewertet." Er war für die völlige Offenlegung aller Charaktergeheimnisse und Abenteuergeheimnisse. Die Argumentation lautete in etwa: "Wir schlüpfen doch sowieso in eine Rolle. Warum dann nicht auch in die Rolle des Ahnungslosen? Für Spieler bedeuten mehr Informationen hingegen mehr Möglichkeiten."

Man sollte vielleicht erwähnen, dass er Fate-Spielleiter war. In diesem System kann ich es mir kaum anders vorstellen, als weitgehend offen zu spielen.

Ansonsten war ich selbst als Spielleiter früher ziemlich offen für Geheiminfos. Meistens ging das erstmal von den Spielern aus. Irgendein Spieler kommt mit ´ner Idee für einen Background, den nicht alle Mitspieler wissen müssen, auf mich zu. Ich habe einfach "ja" gesagt, warum sollte ich ihm das verbieten? Die Folge war dann allerdings, dass man doch hin und wieder Zettelchen oder Solomomente vor der Tür hatte, die in irgendeiner Form mit dem Geheimnis zu tun hatten.

Das abschreckendste Beispiel war für mich ein Dämonenbeschwörer in Midgard, der sich als harmloser Magier getarnt hat. Er war ein Finstermann mit schwarzer Kutte und in die Augen gezogener Kapuze, natürlich auch schweigsam. Ansonsten lernte er bevorzugt die Magier-Zauber, damit ihm niemand auf die Schliche kommen konnte, war sogar Mitglied in einer Magiergilde und verwendete seine sozial geächteten Beschwörungen nur im äußersten Notfall... Dieser Notfall trat nie ein. Nie! Stattdessen saß der Charakter immer in den Kneipen in den dunklen Ecken und tat nichts... außer ominös und geheimnisvoll zu wirken vielleicht. Der Charakter rannte sicherlich 4 oder 5 Jahre mit diesem Dämonenbeschwörergeheimnis durch die Gegend, ohne das es im konkreten Spiel zu irgendeinem Zeitpunkt auch nur irgendeine Bedeutung hatte. Hinterher konnte er dann sagen: "Ätschi, es hat niemand herausbekommen!" Das war völlig bescheuert.

Danach hatte ich keine Lust mehr auf diese Heimlichtuerei. Wenn mir jetzt jemand mit solchen Ideen kommt, dann sage ich ihm: Du hast zwei Möglichkeiten. Entweder lässt du das und spielst einen Charakter, den du jedem Mitspieler zeigen kannst oder ich werde als Spielleiter das Geheimnis deines Charakters gegen dich verwenden und im Spiel relevant werden lassen, darauf kannst du dich verlassen!

Ein einziger Spieler bisher ist nach dieser Ansage trotzdem bei seiner Story geblieben. Er spielt einen Ars Magica Charakter, der von einem Dämonen bereits korrumpiert worden ist und dem der Dämon auch weiterhin noch im Nacken sitzt. Was da los ist, wird den übrigen Spielern und ihren Charakteren immer deutlicher. Wir spielen den Vorgang, wie ich die Schlinge um diesen Charakter ganz allmählich zuziehe und die Toleranz seiner Mitstreiter so lange strapaziert wird, bis es nicht mehr geht. Das ist spannend und macht Spaß. Der Spieler weiß allerdings, worauf er sich eingelassen hat und erwartet nicht, dass sein Charakter mit heiler Haut aus der Sache herauskommt.

Unter solchen Bedingungen finde ich Geheimnisse immer noch o.k. Sie müssen vor allem für die, die das Geheimnis nicht kennen, Spannung bringen. Sonst sind sie Schrott.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: First Orko am 16.03.2018 | 12:37
hab mal nen Thread aufgemacht: Thema: Verteilung des Spotlights: Erfahrungen und Werkzeuge  (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106233.0.html)
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 16.03.2018 | 12:43
@
Chiarina
Ach das klingt fuer mich nach einem klassischen Fall von "Aetsch-Spieler," das hat natuerlich keinen Mehrwert fuers Spiel. Ich frag mich, ob es ueberhaupt fuer den Spieler selbst einen Mehrwert hatte  :D
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: bobibob bobsen am 16.03.2018 | 12:55
Zitat
Das abschreckendste Beispiel war für mich ein Dämonenbeschwörer in Midgard, der sich als harmloser Magier getarnt hat. Er war ein Finstermann mit schwarzer Kutte und in die Augen gezogener Kapuze, natürlich auch schweigsam. Ansonsten lernte er bevorzugt die Magier-Zauber, damit ihm niemand auf die Schliche kommen konnte, war sogar Mitglied in einer Magiergilde und verwendete seine sozial geächteten Beschwörungen nur im äußersten Notfall... Dieser Notfall trat nie ein. Nie! Stattdessen saß der Charakter immer in den Kneipen in den dunklen Ecken und tat nichts... außer ominös und geheimnisvoll zu wirken vielleicht. Der Charakter rannte sicherlich 4 oder 5 Jahre mit diesem Dämonenbeschwörergeheimnis durch die Gegend, ohne das es im konkreten Spiel zu irgendeinem Zeitpunkt auch nur irgendeine Bedeutung hatte. Hinterher konnte er dann sagen: "Ätschi, es hat niemand herausbekommen!" Das war völlig bescheuert.

Deshalb verlange ich bei SC -Geheimnissen auch immer eine Erläuterung wie das Geheimnis spätestens in der 3 Spielrunde gelüfftet wird.
Ich glaube so was hat wohl fast jeder langjährige SL mal erlebt und für blöd befunden.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Noir am 16.03.2018 | 13:15
Wow. Spielt ihr „gesagt,getan“ ..?

Das ist in der Tat meine liebste Spielvariante, weil es die Spieler zwingt, konzentrierter zu spielen. Natürlich wird das vorher mit der Gruppe abgeklärt, ob so gespielt werden soll oder nicht. Aber wir haben halt schon echt Tränen gelacht, weil ein Spieler nicht aufgepasst hat.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Lord Verminaard am 16.03.2018 | 13:42
Ich verbinde Zettelchen und Nebenzimmergespräche vor allem mit schlechten Runden, wo das Geheimhaltungsinteresse vor allem daraus begründet war, dass man davon ausging, die Mitspieler würden "Spielerwissen und Charakterwissen nicht trennen" und sich dadurch unlautere Vorteile verschaffen, da in diesen Runden nicht miteinander, sondern gegeneinander gespielt wurde. Das war alles ganz großer Murks.

Dann gab es noch die Nummer mit "dein Charakter ist nicht dabei, du musst mal kurz vor die Tür gehen", dazu geht das prägnanteste Beispiel, das ich erlebt habe, wie folgt: Der SL meiner langjährigen Vampire-Runde wollte einen NSC aus meiner Vorgeschichte einbauen. Meine Mitspieler trafen den NSC zuerst, und der SL schickte mich vor die Tür, wegen Überraschungseffekt. Die Szene dauerte dann 2 Stunden, in denen ich draußen saß und gelesen habe, und wurde eine der legendärsten Szenen der gesamten Kampagne. Ich hatte sie verpasst, für den Überraschungseffekt. Und der lief so.

SL: "Die beiden kommen um die Ecke, und bei ihnen ist... Anastasia! Tadaa!"
Ich: "Wer?"
SL: "Anastasia?! Aus deiner Vorgeschichte?"
Ich: "Äh. Die Vorgeschichte hab ich vor über einem Jahr geschrieben. Weiß ich doch jetzt nicht mehr. Mal sehen, hier muss sie doch irgendwo sein..."

Nein, ich bin kein großer Fan. :P
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Isegrim am 16.03.2018 | 13:58
Ich bemerke mal wieder, wie unglaublich privilegiert mein Rollenspiel-Leben gewesen zu sein scheint. Wie hier über "Geheimniskrämerei" gesprochen wird scheinen viele da ja absolute Horror-Erlebnisse mit zu verbinden. Hab ich nie erlebt. Wenn Zettelchen geschrieben werden, dann weil die SL eine Info nur einem Spieler zukommenlassen will (warum auch immer), nicht weil der Spieler meint, ein Recht darauf zu haben, dass i-welche Charaktergeheimnisse nur ja auch geheim bleiben.

Naja, inzwischen muss ich sagen, dass ich mit derart traumatisierten Rollenspielern genau so wenig spielen will, wie ich mit traumatisierten Kriegsopfern Paintball spielen will. Die Gefahr, da i-welchen finsteren Erfahrungen zu triggern, ist mir da einfach zu hoch. "Wie, du guckst ohne zu fragen auf m ein Charakterblatt? WIE KANNST DU ES WAGEN?" muss ich genau so wenig haben wie "Wie? Du schreibst Mitspieler XY ein Zettelchen? WAS FÜR NE SCHEISS-GEHEIMNISKRÄMEREI!"
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 16.03.2018 | 14:13
Zitat
Naja, inzwischen muss ich sagen, dass ich mit derart traumatisierten Rollenspielern genau so wenig spielen will, wie ich mit traumatisierten Kriegsopfern Paintball spielen will. Die Gefahr, da i-welchen finsteren Erfahrungen zu triggern, ist mir da einfach zu hoch. "Wie, du guckst ohne zu fragen auf m ein Charakterblatt? WIE KANNST DU ES WAGEN?" muss ich genau so wenig haben wie "Wie? Du schreibst Mitspieler XY ein Zettelchen? WAS FÜR NE SCHEISS-GEHEIMNISKRÄMEREI!"
Naja, wenn der Charakter offen auf dem Tisch liegt, und man schaut mal kurz rüber- das lässt sich da gar nicht vermeiden.
Ich denke, es geht darum, dass man den nicht ungefragt studiert inklusive Hintergrund. Sondern dass man den Spieler vorher fragt, das kann ich schon nachvollziehen.

Dass sich Spieler untereinander Zettelchen schreiben hatte ich noch nie. In welchem Rahmen macht den sowas Sinn?
Sind das dann Liebesbriefe? Das könnte ich dann verstehen.
Oder meintest Du SL und SPL?  (Hier macht das ja Sinn)

Und solche Horrorerlebnisse mit Geheimnissen hatte ich auch noch nie. 2 Stunden einen Spieler auf dem Gang sitzen lassen, ist ja unglaubliches Spielleiterversagen.
Sorry, aber just my opinion.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Huhn am 16.03.2018 | 14:29
Manchmal sind sie nicht mal in den Büchern so cool. Der Geheimniskrämer, der alles überhaupt erst vermasselt, weil er einfach nie zur rechten Zeit das Maul aufkriegt, ist ja auch so eine klassische Figur...
Jetzt wo du es sagst: Stimmt. Sowas ist keinen Meter spannend, es nervt einfach nur maßlos.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Noir am 16.03.2018 | 16:26
Zitat
Das abschreckendste Beispiel war für mich ein Dämonenbeschwörer in Midgard, der sich als harmloser Magier getarnt hat. Er war ein Finstermann mit schwarzer Kutte und in die Augen gezogener Kapuze, natürlich auch schweigsam. Ansonsten lernte er bevorzugt die Magier-Zauber, damit ihm niemand auf die Schliche kommen konnte, war sogar Mitglied in einer Magiergilde und verwendete seine sozial geächteten Beschwörungen nur im äußersten Notfall... Dieser Notfall trat nie ein. Nie! Stattdessen saß der Charakter immer in den Kneipen in den dunklen Ecken und tat nichts... außer ominös und geheimnisvoll zu wirken vielleicht. Der Charakter rannte sicherlich 4 oder 5 Jahre mit diesem Dämonenbeschwörergeheimnis durch die Gegend, ohne das es im konkreten Spiel zu irgendeinem Zeitpunkt auch nur irgendeine Bedeutung hatte. Hinterher konnte er dann sagen: "Ätschi, es hat niemand herausbekommen!" Das war völlig bescheuert.

Also ich stimme zu, dass es eigentlich schade ist, wenn so ein Geheimnis nicht zu Tage tritt. Allerdings hat in deinem Beispiel eigentlich weder die Gruppe, noch der Spielleiter irgendetwas dadurch verloren, dass der Spieler nie etwas gesagt hat, oder nicht? Ich meine okay ... man kann jetzt mystische und mürrische Charaktere doof finden ... aber die gibt es ständig im Spiel ... auch ohne solche Geheimnisse. Für die Spieler war der Charakter dann einfach ein mürrischer Magier. Der Spielleiter kam nie in die Verlegenheit, dass die Gruppe sich entzweit und er irgendwie das "Problem" umschiffen muss (oder durchspielen "muss") ... und der Spieler selbst freut sich, dass er in seinem Kopf immer etwas böses gespielt hat, was aber nie aufgefallen ist. Ich sehe da kein Problem.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Zarkov am 16.03.2018 | 17:38
Ich will Chiarinas Schilderung einmal wörtlich nehmen – ich war ja nicht dabei. Aber den Typ  haben, denke ich, viele hier schon einmal erlebt. Also, das kleinere Problem ist erst mal dieses:

Stattdessen saß der Charakter immer in den Kneipen in den dunklen Ecken und tat nichts... außer ominös und geheimnisvoll zu wirken vielleicht.

Rollenspiel ist ein gemeinschaftlicher Akt, in dem in Form einer Unterhaltung gemeinsam Fiktion geschaffen wird.

Was trägt so ein Spieler zur Fiktion bei? Nichts. Es geschieht nichts. Er sitzt herum. Er schweigt. Nichts passiert. „Nächster Spieler, was machst du?“ Was trägt er zur Unterhaltung bei, die ja nun mal das Medium des Rollenspiels ist? Nichts. Er sagt „ich trinke schweigend mein Bier.“ Der einzige, der aus seinem Geheimnis Freude oder Unterhaltung bezieht, ist er selbst – zum gemeinschaftlichen Akt des Rollenspiels trägt er nichts bei, denn das, was interessant ist, ist ja geheim. Nur er darf daran teilhaben und sich daran erfreuen. Die anderen haben nichts davon. Rollenspiel als Konversation über etwas, das man nicht weiß und über das man also nicht reden kann, ist ein schwieriges Geschäft.

Das andere Problem ist, wenn so ein Spieler dann auch noch die knappen gemeinsamen Ressourcen für sich beansprucht – Spotlight, Aufmerksamkeit des Spielleiters in klassischen Runden, Spielzeit am Tisch – und die anderen Teilnehmer nichts davon haben. Die gemeinsame Unterhaltung findet dann nicht statt – nur er unterhält sich mit dem Spielleiter. Die Fiktion wird nicht weitererzählt – nur er erzählt oder bekommt erzählt. Der soziale Aspekt wird gebrochen – andere Spieler stehen vor der Tür und dürfen sich öden, nur er hat am Geschehen teil.

Das ist das Problem, um mal die kritischen Meldungen der letzten zwei Seiten zusammenzufassen (und Teile des „Auf den Charakterbogen schauen“-Threads gleich dazu). 

Es kann sein, daß der besagte Mensch wirklich nur das Äquivalent zum Spieler mit der 20-seitigen Hintergrundgeschichte war, die nur er kennt und die nie ins Spiel einfließt, der am Tisch selbst aber nie den Mund aufmacht und nur dabeisitzt und mitläuft. Das wäre noch der günstigste Fall, aber dieser Spieler trägt dann halt einfach nichts zum Spiel bei, und darauf kann ich schon verzichten. „… Und was machst du? Nichts? Na schön. Nächster, was machst du?“ Das ist wie eine Unterhaltung führen, aber nichts sagen wollen. Da kann ich mir auch einen Stummen Diener nebendran stellen.
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Issi am 17.03.2018 | 07:50
Im Prinzip handelt es sich hierbei, wie bei vielem anderen auch,  nur um Spiel -"Werkzeuge". Es kommt daher immer darauf an: Wer sie wie, wann, wie oft und wofuer anwendet.
Das ist als ob ein Teil sagen wuerde: Ein Hammer und Nagel sind toll! Damit kann man eine Menge anstellen.
Wieder andere sagen: Hammer und Nagel sind gar nicht toll. Mir hat schon jemand zig mal damit auf den Finger gehauen. Absichtlich und aus Versehen . Oder ich hab noch nie erlebt, dass das Bild am Ende gerade hing. Also ist es besser darauf ganz zu verzichten.

Werkzeuge gibt es ja nicht sinnlos. Sie sind da um bestimmte Dinge damit tun zu koennen. In diesem Fall Geheimnisse schaffen oder beschuetzen.
Bei Brettspielen und Kartenspielen gibt es auch verdeckte Karten, die dafuer da sind,  Geheimnisse zu schaffen.(Geheime Missionen, geheime Identitaeten , geheime Faehigkeiten, geheime Gegenstaende etc. ) Hier werden Geheimnisse  komischerweise auch nicht so als problematisch eingestuft.
Ich nehme mal an, weil genauer geregelt ist, wie und wann genau sie zum Einsatz kommen. Das beugt Willkuer und falschem Gebrauch vor.
In Rollenspiel Regelwerken wird ja oft auch beschrieben: Welchen Sinn diese Werkzeuge haben, und wie und wofuer sie am Besten angewendet werden.
Vielleicht werden diese Anleitungen weniger haeufig gelesen, als das bei Brettspielen der Fall ist.
Das wuerde zumindest erklaeren warum die teilweise falsch angewendet werden.(2h alleine warten! ::))
Oder es wird in den Anleitungen zu wenig erklaert, worauf man achten muss und was man damit falsch machen kann.

Edit. Bei Brettspielen z. B. werden Geheimnisse geschaffen um Ungewissheit zu kreieren und um Spannung aufzubauen. Die Situation bekommt absichtlich ein extra Element, wodurch sie fuer die Spieler nicht mehr so transparent, und klar kalkulierbar ist.
Im Rollenspiel ist es nichts anderes.

(Da wird es haeufig  gebraucht um sicherzustellen, dass den Spielern gewisse Abenteuer Geheimnisse nicht zu frueh verraten werden- Damit sie noch die Chance haben sie selbst herauszufinden -und damit der Spielanreiz und Spannung geschuetzt bleibt. )
Titel: Re: Zettelchen vom SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer
Beitrag von: Blizzard am 17.03.2018 | 09:29
Sind Zettelchem vom oder an den SL und geheime Gespräche im Nebenzimmer wirklich so schlimm? Oder können sie auch eine Bereicherung für das Spiel sein?

Macht ihr das? Wenn ja warum und wie findet ihr das? Wie häufig kommt es vor, in was für Situationen? Oder lasst ihr es bleiben - warum?
Nein sind sie nicht! Ganz im Gegenteil: Sie sind eine Bereicherung für das Spiel bzw. die Runde.

Wie häufig das in meinen Runden vorkommt kann ich pauschal nicht beantworten. Aber es kommt durchaus vor. Manchmal durchaus geplant bzw. gewollt-und manchmal auch spontan. Kommt auf das Abenteuer, die Situation und den Charakter an.

Warum ich das mache? Nun manchmal gibt es eben Dinge, die nur einen speziellen Charakter betreffen bzw. nur diesen etwas angehen. Und der Spieler kann dann selbst entscheiden, wie viel er davon wann wie wem preisgibt. Und während ich dem Spieler einen Zettel zuschiebe oder mit ihm was Spezielles im Nebenzimmer bespreche sorgt das für Spannung und gibt den anderen z.B. Gelegenheit zu überlegen, was sie denn jetzt als nächstes tun wollen (bei mehreren Optionen) oder sie können sich einfach intime mal unterhalten wofür vorher eventuell die Zeit gefehlt hat.

Wenn ich diese speziellen Situationen/Informationen offen am Spieltisch vor den anderen Spielern mit dem betreffenden Spieler bespreche haben die anderen in dem Moment erstmal ein Metawissen -das sie aber zu dem Zeitpunkt gar nicht haben sollen-als Spieler und Charakter-und auch gar nicht haben können als Charakter (aus Plausibilitätsgründen). Und damit kommen oder kämen wir wieder an den Punkt, wo es gilt Spieler-und Charakterwissen zu trennen bzw. trennen zu müssen. Abgesehen davon, dass das nicht jeder kann bleibt Metawissen bei den Spielern im ersten Moment einfach haften. Und hierbei geht es ja um Wissen, das sie zu diesem Zeitpunkt gar nicht haben dürften oder haben können.

Wenn ich am Spieltisch sagen würde: "Okay, diese Info ist nur für X speziell, alle anderen bitte weghören" würden mich meine Spieler vermutlich (zu Recht) komisch anschauen und fragen, warum ich sie dann nicht rausschicke/mit dem X ins Nebenzimmer gehe/ dem X einen Zettel zuschiebe.

Ich kann hier nur aus SL-Sicht sprechen da ich zu selten Spieler bin. Aber meine Spieler schätzen und mögen das. Da hat sich bislang noch keiner beschwert oder gesagt, dass er so etwas kindisch findet.