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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Grubentroll am 21.06.2018 | 09:27

Titel: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Grubentroll am 21.06.2018 | 09:27
Bei mir steht in der Wohnung natürlich relativ viel RPG-Gedöns in den Regalen, aber ich kriege da superselten auch von Leuten die zu Besuch sind bei denen ich weiß dass sie früher viel DSA oder D&D gespielt haben mal irgendeine Nachfrage oder gar eine sentimentale Anekdote erzählt drüber.

Ganz im Gegensatz übrigens zum C64 der auch rumsteht. Bei dann gerne über die eigenen Erinnerungen referiert und meistens verlangt wird, dass man ihn doch mal einschaltet und ein Spiel per Floppy-Laufwerk lädt. Und dann hockt man nicht selten da und spielt mit ein paar Leuten Winter Games gegeneinander, usw.

Auf Nachfragen zum Thema RPG krieg ich dann häufig Aussagen zu hören a la "ja, das war schon cool damals, aber ich kann mir das echt nicht mehr vorstellen zu spielen." und dann wird auf irgendwelche Brettspiele a la Cataan verwiesen die man doch stattdessen mal spielen könnte.

Ist das nur mein Eindruck, oder gibt es bei diesen ganzen Ex-Rollenspielern (von denen es ja Zehntausende in Deutschland allein geben muss) so ne Art Blockade gegen diese Art von Spiel?

Wenn ja, warum ist das so?
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Noir am 21.06.2018 | 09:39
Ja, ist mir auch aufgefallen. Ich kenne auch schon ein paar Spieler mit denen man in der Jugend ausgiebig gespielt hat und die heute gar nichts mehr damit anfangen. Interessanterweise hat gerade erst ein guter Freund von mir in einer Chatgruppe verkündet, dass er sich jetzt nach und nach aus der RPG-Welt zurückziehen wird.

Meine Frage, warum das so sei, beantwortete er damit, dass er einfach keine Zeit mehr dafür hat, weil Rollenspiele halt schon etwas Vorbereitung bedürfen und dann auch nicht in nur 2 Stunden gespielt werden können. Andere Dinge sind wichtiger geworden. Er mag das Spielen immer noch sehr ... aber die wenige freie Zeit, die er noch hat, will er lieber mit seiner Frau oder mit weniger zeitfressenden Aktivitäten verbringen. Kann ich irgendwo auch nachvollziehen.

Ich hab jetzt das Glück, das meine Freundin auch gerne mal die Würfel in die Hand nimmt ... aber angenommen die Liebe meines Lebens könnte mit Rollenspielen überhaupt nichts anfangen ... ich weiß nicht, ob ich nicht auch aufhören würde ...

Ich glaube also der heftigste Grund ist: Zeit.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Hellstorm am 21.06.2018 | 09:52
Kenn ich nicht, Leute erzählen mir Anekdoten zu allem möglichen.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Grubentroll am 21.06.2018 | 10:01
Kenn ich nicht, Leute erzählen mir Anekdoten zu allem möglichen.

Es geht mir hier nicht um Anekdoten, sondern warum so viele Ex-Rollenspieler das nicht mehr spielen wollen.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: KhornedBeef am 21.06.2018 | 10:05
Hm. Tatsächlich gibt es ja genug PC-Spiele, die man zur Zerstreuung auch mal ne halbe Stunde spielen und dabei labern kann. Rollenspiel ist involvierter und exklusiver. Und auch weniger verbreitet als Mario Kart in der persönlichen Vita. Es ist also auch ne Frage des kleinsten gemeinsamen Nenners.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Crimson King am 21.06.2018 | 10:05
Mein Eindruck ist auch, dass viele als berufstätige Familienväter und -mütter keine Möglichkeit oder Lust dazu haben, das Investment und die Verbindlichkeit einer Rollenspielrunde einzugehen.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: KhornedBeef am 21.06.2018 | 10:08
Ich glaube, die Verbindlichkeit hat generell nachgelassen...
Titel: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Cugel am 21.06.2018 | 10:15
Familie, Beruf, sowie andere Interessen und Hobbies sind meistens die Gründe. Alle diese Dinge beanspruchen jeweils einiges an Zeit.

Oft laugt die, heute weit verbreitete permanente, Erreichbarkeit im Job die Leute aus. Eventuelle Kinder möchten und sollten auch Aufmerksamkeit erhalten. Falls Rollenspiele, in der verbleibenden Zeit, keine hohe Priorität geniessen, fallen sie unter den Tisch. Brett- oder Kartenspiele sind einfach viel schneller vorbereitet und gespielt.

All das kenne ich aus persönlicher Erfahrung oder meinem Umfeld. Bei mir genießt Rollenspiel seit 1983 eine relativ hohe Priorität. Daher spiele ich es immer noch recht regelmäßig. Seitdem sind Mitspieler gekommen und gegangen; Spielrunden haben sich aufgelöst und neu gegründet. Ein passionierter Rollenspieler sollte in der Lage sein neue Mitspieler zu finden. Das ist manchmal jedoch ein recht mühseliges Unterfangen und fordert einiges an Ausdauer und Optimismus. Sollte man jedoch am Hintern der Welt wohnen und wenig mobil sein, kann es sehr schwer werden neue Mitspieler zu finden.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Moonmoth am 21.06.2018 | 10:45
Ich habe auch das Gefühl, dass Zeit der Hauptfaktor ist.
Ich glaube, einige Leute haben noch die gar nicht mal so untypischen Marathon-Sitzungen endloser Kampagnen aus ihrer Jugend im Kopf und die teils enormen "Verwaltungsarbeiten" für viele Systeme der 90er Jahre. Ich habe oft schon Gespräche mit "Ehemaligen" geführt, die gar nicht wussten dass es durchaus heute Strukturen (One- Manyshots...) und Systeme gibt, mit denen man auch mit ein paar verfügbaren Stunden sehr gut spielen kann und schnell zur Sache kommt. Einige kamen so zurück! :)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Anro am 21.06.2018 | 11:00
Ich habe auch das Gefühl, dass Zeit der Hauptfaktor ist.
Ich glaube, einige Leute haben noch die gar nicht mal so untypischen Marathon-Sitzungen endloser Kampagnen aus ihrer Jugend im Kopf und die teils enormen "Verwaltungsarbeiten" für viele Systeme der 90er Jahre. Ich habe oft schon Gespräche mit "Ehemaligen" geführt, die gar nicht wussten dass es durchaus heute Strukturen (One- Manyshots...) und Systeme gibt, mit denen man auch mit ein paar verfügbaren Stunden sehr gut spielen kann und schnell zur Sache kommt. Einige kamen so zurück! :)

Guter Punkt.
"Booten des C64 und nen Spiel starten" - Wenig vorarbeit, dabei kann man reden, das Geräusch des Diskettenlaufwerks genießen.
Bei "Mal eben nochmal nen Oneshot spielen"...
Da denkt man erstmal an 4 Stunden Charakter auswürfeln und Zusammenstellen, Feats nachlesen usw. (Wenn man damals DSA gespielt hat jedenfalls.)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: AlucartDante am 21.06.2018 | 11:11
Gute Frage. Ich haue auch mal ein paar Hypothesen raus:

1. Sie haben keine Zeit.
2. Sie verbringen die Zeit lieber mit ihrer Familie.
3. In ihrer freien Zeit können sie sich nicht auf etwas konzentrieren. Deswegen lesen sie auch keine Bücher mehr, sondern schauen Serien.
4. Sie hatten zwar Spaß, aber sie haben sich auch immer etwas nerdy gefühlt (ohne Stolz) und sind froh, jetzt in der Normalität angekommen zu sein.
5. Es langweilt sie, weil Rollenspiel (so wie Spiele, Filme, Bücher, etc.) immer ein bisschen gleich ist.
6. Sie sind enttäuscht, weil Rollenspiel immer etwas hinter den Möglichkeiten/Erwartungen zurückbleibt.
7. Sie denken an ihre Rollenspielerlebnisse mit 12 Jahren und wollen so heute nicht mehr spielen und vergessen, dass sie ja heute auch andere Filme gucken und es nicht so wie damals ablaufen müsste.
8. Es fehlt ihnen an einer guten Gruppe, diesen Makel wollen sie sich aber nicht eingestehen und erklären stattdessen sich als zu cool dafür.
9. Man müsste nochmal von vorne anfangen, obwohl man sich doch weiterentwickeln will.
10. Eigentlich hat man damals nur mitgemacht, wegen den Mitspielenden und war nie so richtig motiviert.
11. Sie haben einfach inzwischen viele tolle neue Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.

Ich kenne zwar auch viele, die aufgehört haben, aber nur bei einem bin ich sehr überrascht darüber und suche Erklärungen. Er meint, er hat einfach ein wenig das Interesse verloren. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Gründe für das Aufhören sehr nah an der Motivation zu spielen dran sind. Das heißt man könnte sich Robin Laws Unterteilung anschauen und sich fragen, wer wann warum aufhört.

Aber alle die ich kenne, die aufgehört haben, erzählen heute noch gerne Anekdoten.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: felixs am 21.06.2018 | 11:30
Zeit und Präferenzen (also: Wie man die Zeit verbringen möchte) spielen eine wichtige Rolle.

Es ist tatsächlich schwer, einen gemeinsamen Abend, an dem die ganze Gruppe Zeit hat, zu finden. Um das dann noch mehr oder weniger regelmäßig zu schaffen, müssen schon alle sehr engagiert sein.

Eine nicht in der Mehrheitsgesellschaft verankerte Aktivität - wie Rollenspiel - schafft wiederum keine Integration in selbige. Zeit für diese (von vielen als notwendig empfundene) Integration ist aber knapp. Folglich nutzen viele ihre knappe Zeit lieber für integrationsfördernde Aktivitäten.  Rollenspiel ist halt eine Nische und verlangt von ihren Teilnehmern auch soviel Aufwendung von Zeit und Aufwand, dass sie mit einer vollwertigen Teilnahme an Arbeits-, Familien- und Mehrheitsgesellschaftsleben schwer vereinbar ist.
Man kann das auch einfacher zusammenfasse als: Rollenspiel ist schon irgendwie auch nerdig.

Das ist alles dann weniger ein Problem, wenn ausreichend Zeit zur Verfügung steht, um Rollenspiel und andere Aktivitäten zu treiben.
Ich denke, dass das auch ein Grund dafür ist, warum Nischenhobbies, die ein hohes Maß an gemeinsamer Zeitinvestition verlangen, nur in Gesellschaften auftauchen, in denen es Phasen mit sehr viel Freizeit und wenig Verpflichtungen gibt. Deshalb gibt es z.B. in Ostasien nur sehr wenig Rollenspieler, Miniaturenspielspieler, Intensivbrettspieler etc. Auch den Schwund an entsprechenden Hobbyisten in Deutschland würde ich wesentlich mit gesteigertem Arbeitsaufwand und weniger Freiräumen in Schule bzw. Studium und mit der zunehmenden Entgrenzung des Arbeitstag in Zusammenhang bringen.

Dem ist unter den gegebenen Bedingungen auch nicht wirklich abzuhelfen.
Man kann gewissermaßen "Rollenspiel für Nichtrollenspieler" anbieten. Aber von den damit angesprochenen wird nicht das zurückkommen, was man sich erhofft.

Was man aber machen kann, ist Klarheit darüber gewinnen, wie es für die meisten Leute aussieht, was man erwarten kann und wie man sein Hobby demnach am besten einrichtet. Ich denke, viele der hier oft beschriebenen Enttäuschungen wären mit einer realistischen Lageeinschätzung vermeidbar.
(Gleichwohl nährt die Vermarktung von Spielen unrealistische Hoffnungen, das muss man auch durchschauen, bzw. in realistische Relation zur eigenen Position bringen).
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: KhornedBeef am 21.06.2018 | 13:25
[...]
5. Es langweilt sie, weil Rollenspiel (so wie Spiele, Filme, Bücher, etc.) immer ein bisschen gleich ist.
[...]
:o
*guckt auf Username*
Jaha, wenn man ein paar tausend Jahre alt wird, dann stellt sich so ein Kulturpessimismus wohl ein. Ansonsten halte ich das für sehr sehr traurig, well unsinnig.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: felixs am 21.06.2018 | 13:27
Ganz von der Hand zu weisen ist es doch aber nicht.

Rollenspiel kann zwar sehr unterschiedliche Formen habe. Das, was die meisten kennen und woran die meisten sich erinnern, kann aber durchaus etwas eintönig gewesen sein.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Tarin am 21.06.2018 | 13:38
Meine letzte Runde endete 2014. Seitdem sind die Gründe fürs Fernbleiben:
- Zeit(!]
- ich will keine feste Runde, weil ich aktuell einfach keine festen Termine planen kann
- die freie Zeit geht aktuell an die Familie
- hätte ich Zeit, wären mir mittlerweile andere Sachen wichtiger


Bei Gelegenheit ne Con in der Nähe oder einen One Shot würde ich mitnehmen, mehr aber nicht. Was Anekdoten angeht: ich finde tatsächlich Rollenspiel als Anekdotenquelle total lahm. Erst recht, wenn ich die mit Leuten teile, die in der jeweiligen Runde nicht mitspielten.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: KhornedBeef am 21.06.2018 | 13:48
Ganz von der Hand zu weisen ist es doch aber nicht.

Rollenspiel kann zwar sehr unterschiedliche Formen habe. Das, was die meisten kennen und woran die meisten sich erinnern, kann aber durchaus etwas eintönig gewesen sein.
Najo, dann lies halt ein Buch. Aber hier wurde die Aussage ja auf Bücher und Film erweitert. Und wer findet, Bücher sind immer dasselbe, liest wohl schlechte Bücher. Bloß dass ich halt beim Rollenspiel nicht in den Sitzungsladen in der Stadt gehen kann um zu sagen "ich hätte für Samstag gern ne narrative Runde, aber mit viel Stakes (oder wie das heißt) und echtem Erfolgserlebnis am Ende. Sollte so 5-6 Stunden haben"
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: AlucartDante am 21.06.2018 | 14:02
Genau, die Aussage von mir war eben mit einem Zwinkersmiley gemeint. Tatsächlich hatte ich selbst eine solche Erfahrung gemacht. Ein Freund meinte mal viele Abenteuer wären ähnlich. Du startest in der Taverne und jemand bittet dich einen Dungeon zu betreten. Ich habe dann mehrere Cthulhuabenteuer gespielt und jedes Mal ging es darum am Ende eine große Katastrophe zu verhindern. Ich verstand was er meinte. Dann habe ich eine Woche viele Filme geguckt und auch sich wiederholende typische Elemente gesehen. Dann 4 Psychothriller gelesen, die alle ähnlich waren. Plötzlich erschienen mir Rollenspiele wieder deutlich vielschichtiger und abwechslungsreicher.

Was ich damit sagen wollte: Ich kenne Leute, die meinen sie hätten alles erlebt im Rollenspiel, es würde sich wiederholen und sie langweilen. Für mich klingt das falsch. Genauso wie bei Büchern oder Filmen muss man halt gute Geschichten erwischen und nicht die alten langweiligen immer gleichen...
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Bildpunkt am 21.06.2018 | 14:04
Meine letzte Runde endete 2014. Seitdem sind die Gründe fürs Fernbleiben:
- Zeit(!]
- ich will keine feste Runde, weil ich aktuell einfach keine festen Termine planen kann
- die freie Zeit geht aktuell an die Familie
- hätte ich Zeit, wären mir mittlerweile andere Sachen wichtiger

(...)

Ich habe fast 15 Jahre nicht mehr gespielt und war vollkommen aus der Szene raus und spiele nun wieder einmal im Monat einen ganzen Nachmittag inkl. Abendstunden. Habe Job und Familie mit Kindern im Vorschulalter.

Zeit ist natürlich der entscheidene Faktor aber kein Ausschlussgrund, sondern das ganze steht und fällt mir der Priorität die man dem ganzen beimisst. Ich würde sogar sagen Familie und Job als Strukturstifter ist sogar förderlich eine verbindliche regelmäßige Spielgruppe zu haben: die Struktur ist eh schon da und man ist gewohnt sich früh, zum Teil Wochen im Voraus festlegen zu müssen durch div. soziale und berufliche Termine aller Familienmitglieder und dann ist es einfach ein weiter Blocktermin im Kalender. Wie gesagt eine Sache der Prioritäten und meine Freundin steht dem offen gegenüber (hat Sie ja dann dadurch  auch Zeittausch-Masse für ihre eigene Selbstzeit gewonnen  ;)).

Weiterer Vorteil : Da aufgrund der Zeitknappheit so ein ganzer Nachmittag u Abend am Stück frei sehr  kostbar ist und die überwiegende Zahl der Gruppenmitglieder auch Eltern sind und in vergleichbarer Lage sagt auch keiner ab 


Zudem Nebeneffekt, durch das weniger spielen können : Es hat sich bei mir so eine Art Meta-RPG Hobby entwickelt, mit Sachen die man alleine machen kann: Quellenbücher sammeln/lesen, in Foren schreiben&lesen /RPG Pixelart machen und Abenteuer für DM Guild und Co schreiben.


Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Megavolt am 21.06.2018 | 14:08
Ich kenne das insgesamt nicht so, dass es sonderlich viele Ex-Spieler gibt. Wer mal die 25 Lenze durch hat und immer noch spielt, der bleibt da in meiner Wahrnehmung auch dabei.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Scimi am 21.06.2018 | 14:52
Wenn ich heute noch das Rollenspiel spielen würde, was ich zu Schulzeiten gespielt habe, hätte ich auch längst aufgehört…  ;D
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Luxferre am 21.06.2018 | 15:00
"Keine Lust" und "keine Zeit" gehen für mich nicht unbedingt miteinander einher. Wenn jemand schlicht keine Lust mehr hat, das Interesse verloren hat oder einfach ausgespielt hat, dann ist das halt einfach der Grund. Sich dann der schönen Zeit zu entsinnen mag verklärt-nostalgische Gefühle wecken, aber echtes Interesse nicht.
Denn wer will, der kann und wird auch. Ich erlebe das in meinem Freundeskreis, wo inflationär viele von diesen "Kindern" auf die Welt ferkeln. Wer da will, der findet auch einen Weg. Wer keinen Weg findet: auch okay. Prioritäten verschieben sich halt.
Warum einige Leute nach dieser offensichtlich zeit- und nervenraubenden Phase nicht zurückkehren ... ? Siehe oben: zu wenig Interesse daran.

Rollenspiel ist ein zeitintensives Hobby. Dass darauf nicht jeder Böcke hat, sollte nachvollziehbar sein. Einfach zu konsumieren ist es auch nicht. Mitunter sollte man etwas vor- oder nachbereiten, Gedankenschmalz investieren ... Dazu gehört halt auch eine gewisse Ausdauer, Leidensfähigkeit und Leidenschaft.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Caranthir am 21.06.2018 | 15:04
In meinem Freundeskreis haben die Leute teilweise echt krasse Arbeitszeiten. Wenn man unter der Woche von 9 bis 20/22 Uhr arbeitet und Frau und Kinder hat, will man sich vielleicht am WE nicht noch für ein paar Stunden zum Rollenspiel veranreden. Das sind einfach Prioritäten, die ich voll nachvollziehen kann. Ist zwar schade, aber es ist einfach mal so. Da verstehe ich es auch, dass die Leute sich nicht vor mein Rollenspielregal stellen und von den guten alten Zeiten schwärmen. Es ist schon schwierig genug, zu manchen überhaupt Kontakt zu halten.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: JS am 21.06.2018 | 15:08
Ich erlebe das in meinem Freundeskreis, wo inflationär viele von diesen "Kindern" auf die Welt ferkeln.

Ich mußte schmunzeln.
:D
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Weltengeist am 21.06.2018 | 17:59
Ich gehöre gewissermaßen genau zu den im Startposting beschriebenen Leuten; ich habe 1998 aufgehört zu spielen (hat dann 10 Jahre gehalten).

Bei mir hatte das vor allem damit zu tun, dass ich "meine" Gruppe irgendwann nur noch als total pubertär empfunden habe. Ich war 27, verdammt, da will ich nicht, dass jemand im Treppenhaus meines Mietshauses rumbrüllt: "Und weißt du noch, wo wir die Space Orks da weggemoscht haben? Little Bill mit der Kettensäge, und überall Eingeweide. Und dann ist der Idiot auch noch drauf ausgerutscht!" Da habe ich mich schon gefragt, was ich da eigentlich für ein Hobby betreibe.

Ich hatte auch den Eindruck, dass die Leute immer extremere Kicks gesucht haben, weil sie alles "normale" schon erlebt hatten. Sie haben Abenteuer absichtlich zerschossen, einfach mal eine Kneipe zerstört weil sie es können, Spielleiter haben Folter und Vergewaltigung thematisiert usw. Gerade dieses "Komm-heute-sind-wir-mal-wieder-Arschlöcher" konnte ich gar nicht ab, da habe ich mich dann zurückgezogen (damals hat noch keiner groß über No-Gos und Gruppenverträge geredet).

Als ich zehn Jahre später wieder eingestiegen bin, war das Problem dann irgendwie nicht mehr so ausgeprägt. Mag auch daran gelegen haben, dass viele Mitspieler älter waren, aber auch die 20-Jährigen waren größtenteils viel reifer als meine Ex-Gruppe. Ein paar Bekloppte hat es natürlich hier und da gegeben, aber die wurden schnell aussortiert. Und seither läuft es eigentlich. Obwohl wir natürlich immer noch nicht wirklich "reifes, erwachsenes" Rollenspiel betreiben... ;)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Maischen am 21.06.2018 | 18:23
Der Witz ist, dass man so ab Ende 30 wieder gewillt ist, das Hobby zu betreiben, was einem mit Anfang 20 noch pubertär erschien. Kenne ich. 😀
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Weltengeist am 21.06.2018 | 18:28
Der Witz ist, dass man so ab Ende 30 wieder gewillt ist, das Hobby zu betreiben, was einem mit Anfang 20 noch pubertär erschien. Kenne ich. 😀

Naja, ich hätte es aber garantiert nicht mehr auf dem Niveau gespielt, das es zu dem Zeitpunkt hatte, als ich aufgehört habe. Es ist mir ja nicht pubertär erschienen, weil man da in einer Fantasywelt rumläuft und komische Geschichten erzählt. Sondern weil so viele meiner Mitspieler da ihre Komplexe kompensieren mussten. Wie dieser Tage jemand schrieb: "Real Life ist nur was für Leute, die im RPG nichts erreicht haben." ;)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: General Kong am 21.06.2018 | 18:38
Wie schon viele hier sagten, liegt die Erklärung bei der lieben Zeit, die für den Beruf, die Partnerschaft, die Kinder oder (bin schon da wohl bald) pflegebedürftige Eltern draufgeht.
Vieles davon hat nicht unbedingt den größeten Spaßfaktor, aber: Schnaps - Dienst, Leben - Ponyhof.

Ansonsten ist dies aber bei vielen Hobbies/ Freizeitbeschäftigungen, die Leute gemeinsam machen, nicht viel anders: Einfach mal herumfragen, wie das den so ist im Vereinssport, bei Parteien oder bloß bei Stammtischen.
Sieht zum Teil nur marginal besser aus.

Gleichzeitig gilt ebenso: Wer es abgesehen von den Notwendigkeiten und Fährnissen wirklich will, der spielt weiter! Oder geht zum Verein, zur Partei, zum Stammtisch. Egal wie selten.

Eine Spielerin mit einem behinderten Kind kommt zu unseren in der Regel jeden Sonntag stattfindenden Sitzung vielleicht drei- oder vielmal im Jahr, weil es sonst nicht geht. Sie gehört aber weiterhin zur Gruppe und alle freuen sich sehr, wenn sie es mal schaftt!
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Deep One am 21.06.2018 | 18:39
Deshalb gibt es z.B. in Ostasien nur sehr wenig Rollenspieler, Miniaturenspielspieler, Intensivbrettspieler etc. Auch den Schwund an entsprechenden Hobbyisten in Deutschland würde ich wesentlich mit gesteigertem Arbeitsaufwand und weniger Freiräumen in Schule bzw. Studium und mit der zunehmenden Entgrenzung des Arbeitstag in Zusammenhang bringen.

Aha. U.A. gibt es deshalb ein in Japan, für Japan aufgelegtes Tunnels&Trolls, daher sind einige der führenden Magic: the Gathering-Spieler Japaner und darum hat WotC explizit für den chinesischen Markt ein eigenes M:tG-Set entworfen.

... jaja, immer diese Ostasiaten, immer nur Arbeiten und abends mit den Kollegen saufen, wie die kleinen Ameisen.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: felixs am 21.06.2018 | 18:44
Aha. U.A. gibt es deshalb ein in Japan, für Japan aufgelegtes Tunnels&Trolls, daher sind einige der führenden Magic: the Gathering-Spieler Japaner und darum hat WotC explizit für den chinesischen Markt ein eigenes M:tG-Set entworfen.

... jaja, immer diese Ostasiaten, immer nur Arbeiten und abends mit den Kollegen saufen, wie die kleinen Ameisen.

Das habe ich so nicht gesagt.

Ich habe "sehr wenige" geschrieben. Und das stimmt auch.

Und im wesentlichen stimmt das mit Arbeiten-und-abends-ist-saufen auch. Ausnahmen gibt es natürlich immer.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Selganor [n/a] am 21.06.2018 | 19:06
Ich hatte auch den Eindruck, dass die Leute immer extremere Kicks gesucht haben, weil sie alles "normale" schon erlebt hatten. Sie haben Abenteuer absichtlich zerschossen, einfach mal eine Kneipe zerstört weil sie es können, Spielleiter haben Folter und Vergewaltigung thematisiert usw. Gerade dieses "Komm-heute-sind-wir-mal-wieder-Arschlöcher" konnte ich gar nicht ab, da habe ich mich dann zurückgezogen (damals hat noch keiner groß über No-Gos und Gruppenverträge geredet).
Lass mich raten... in der Gruppe (ich nehme mal an Shadowrun) hatten solche Aktionen aber auch keinen nennenswerten Auswirkungen fuer die Charaktere?
Dann ist ja klar, dass man so rumwutzen kann (wenn man davon nicht angeekelt ist), denn das ist sicherlich "einfacher" als einen ernsthaften Run zu machen ;)

Komischerweise hatte ich in ca. jeder zweiten Champions Runde mindestens einmal den Fall, dass ein "Superheld" wegen uebertriebener Gewaltanwendung (z.B. mit voller Power auf jemanden schiessen dessen Forcefield gerade vorher ausgegangen ist) vor Gericht stand oder sonstwie mal von den Behoerden "erwischt" wurde.

Aber zum Thema: Ich denke mal, dass sich auch die Erwartungshaltung an Systeme durchaus aendert. Das Problem ist nur wenn man sich das nicht eingestehen will oder trotzdem "beim Alten" bleiben will, sich dann aber wundert dass das nicht mehr so geht wie "frueher"...

Ich erinnere mich da an Spielrunden in den Ferien bei denen wir nach dem Mittagessen beim SL aufgekreutzt sind, dort zu Abend gegessen haben, irgendwann dort auf Matratzen/Schlafsaecke/... gefallen sind, am Tag drauf kurz beim Baecker noch ein Fruehstueck geholt und dann nach Hause gefahren, dort kurz hingelegt bis zum Mittagessen, zuhause gegessen und dann wieder zum SL...

Oder die Leute die es (damals) geliebt haben, dass sie stundenlang am Charakter rumbasteln koennen und da noch ein Stellschraeubchen drehen koennen und zwischen den Spielrunden mindestens genausoviel (wenn nicht mehr) Zeit mit dem Charakter verbringen koennen als am Spieltisch...

Ich mag da dann (im Normalfall) inzwischen lieber Kram den ich einfach mal so auspacken und gleich losspielen kann (PbtA-Kram, Chill, Torg, ...) obwohl das Hero System irgendwo noch einen Ehrenplatz in den Raengen meiner Lieblingssysteme hat (ich aber da so gut wie keine Runden kenne/finde)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: felixs am 21.06.2018 | 19:35
Ich hatte auch den Eindruck, dass die Leute immer extremere Kicks gesucht haben, weil sie alles "normale" schon erlebt hatten. Sie haben Abenteuer absichtlich zerschossen, einfach mal eine Kneipe zerstört weil sie es können, Spielleiter haben Folter und Vergewaltigung thematisiert usw. Gerade dieses "Komm-heute-sind-wir-mal-wieder-Arschlöcher" konnte ich gar nicht ab, da habe ich mich dann zurückgezogen (damals hat noch keiner groß über No-Gos und Gruppenverträge geredet).

Das hört sich jetzt aber so an, als wäre das auch wirkich schon im ungesunden Bereich gewesen. Sowas habe ich noch nie irgendwo erlebt.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: AlucartDante am 21.06.2018 | 19:53
Für jugendliche halbstarke Jungs - die ohne Mamis Erlaubnis nix dürfen - ist es schon häufig eine coole Sache gewesen, den super starken Ork zu spielen, der sich alles erlauben darf. Für die Rolle werden viele irgendwann zu alt und mit denen die es nicht werden, will man nicht mehr spielen. Dann hört man auf, muss über sich lachen, dass man das mal gemacht hat.

Leute die so nie gespielt haben, müssen auch nicht aufhören und manche fangen wieder an und lernen, dann eine neue Perspektive kennen.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Rhylthar am 21.06.2018 | 20:02
Zitat
Gleichzeitig gilt ebenso: Wer es abgesehen von den Notwendigkeiten und Fährnissen wirklich will, der spielt weiter! Oder geht zum Verein, zur Partei, zum Stammtisch. Egal wie selten
Leider nicht (bei mir). Deshalb bin ich (momentan?) weitestgehend beim von Pixellance beschriebenen Meta RPG Hobby.

"Selten" ist für mich keine Option. "Ganz oder gar nicht", das war schon immer so. Egal, ob Sport, MMORPG oder Rollenspiel. Ab und an One-Shots...nichts für mich auf Dauer.
Andererseits (und das ist das fatale) kann ich eben nicht die Zeit investieren, um eben "ganz" einzusteigen. Hier, im Ruhrgebiet, eine wöchentliche Gruppe finden? Würde ich hinkriegen. Passt nur leider überhaupt nicht in meine Zeitplanung rein. In der Woche wäre eh schlecht, am Wochenende ist halt Familienzeit. Da müsste quasi hier um die Ecke eine wöchentliche Runde in der Woche stattfinden, damit das passt...
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Selganor [n/a] am 22.06.2018 | 16:26
Anderer Vorschlag: Online-Runde.

Die ist sogar naeher als "um die Ecke".

Und ehe jetzt Kommentare kommen wie "Noe... online spielen ist fuer mich kein 'richtiges' Rollenspielen", dann stell dir die Frage: Was ist fuer dich stoerender: Keine Runde zu haben oder eine Runde mit Leuten die sonstwo sitzen koennen (sich aber mal auf eine Zeit geeinigt haben an der sie alle Zeit haben egal wo auf der Welt sie sind) die meistens noch mehr "Sprechdisziplin" an den Tag legen als eine Tischrunde (bei der kann man ja evtl. noch was mitkriegen wenn jemand anderes was sagt, online spricht besser nur einer auf einmal) bei der man gleich nach Ende der Runde zuhause ist und der einzige Dreck den man dann noch wegmachen muss ist der eigene? ;)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: eldaen am 22.06.2018 | 16:39
Ja, ist für mich inzwischen auch eine ganz passable Notlösung geworden. Richtig am Tisch find ich immernoch besser, aber mit Videochat und AWW geht es doch auch ganz gut online. Ich verzichte dabei aber auf Roll20 oder ähnliches. Ich mach in richtigen Runden keine detaillierten Bodenpläne, guck nicht auf Charakterbögen oder Würfelwürfe, warum sollte ich das dann online tun. Damit hab ich dann sogar noch mehr effektive Spielzeit online, weil ich mich nicht um Technik und Verwaltung kümmern muss. Probier‘s ruhig mal, Rhylthar!
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Rowlf am 22.06.2018 | 16:45
Alle Ex-Spieler, die ich so sprach, würden durchaus wieder mitmachen, haben aber inzwischen (viele) andere Prioritäten (meist Familie) und sehen deswegen kaum Zeitfenster. Den Typus, der zwar zugibt, mal (mehr als nur einmal) gespielt zu haben und das definitiv nicht mehr will, habe ich noch nicht kennen gelernt.

Natürlich kann man argumentieren, dass es bei echtem Willen immer einen Weg gibt, aber ganz so leicht ist es dann doch nicht. Im Normalfall muss man immer etwas anderes schieben, verändern oder aufhören, um ein Zeitfenster zu bekommen und hier ist halt die Frage, ob die eigene Priorisierung das hergibt.

Ich merke gerade selbst, dass bei mir nach gut 25 Jahren regelmäßigem Spiel die Luft raus ist und ich pausieren will. Und ja, mir ist auch schon eine Weile auf keiner Seite des SL-Schirms etwas wirklich Neues untergekommen, sodass ich durchaus eine gewisse Langeweile bezüglich des Spielens empfinde. Mag auch daran liegen, dass ich bis vor wenigen Monaten regelmäßig drei- bis viermal die Woche spielte und so auf wirklich viel Spielzeit komme...

Ergo lasse ich nun dieses Wochenende meine letzte Kampagne zu einem hoffentlich befriedigenden Zwischenstopp kommen und nehme mir mal wenigstens zwei Monate RSP-Urlaub in der Hoffnung, dass ich danach wieder Bock und kreative Energie habe. Meine Gruppe weiß schon Bescheid.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Weltengeist am 22.06.2018 | 17:11
Ja, ist für mich inzwischen auch eine ganz passable Notlösung geworden. Richtig am Tisch find ich immernoch besser, aber mit Videochat und AWW geht es doch auch ganz gut online. Ich verzichte dabei aber auf Roll20 oder ähnliches. Ich mach in richtigen Runden keine detaillierten Bodenpläne, guck nicht auf Charakterbögen oder Würfelwürfe, warum sollte ich das dann online tun. Damit hab ich dann sogar noch mehr effektive Spielzeit online, weil ich mich nicht um Technik und Verwaltung kümmern muss. Probier‘s ruhig mal, Weltengeist!

Wie belieben?

Der Weltengeist ist schon seit vielen Jahren Onlinespieler und hat in seinen heftigsten Zeiten 3 Onlinerunden gleichzeitig gehabt. Und auf Rulesets und ähnliches verzichtet er mittlerweile beim Onlinespiel auch. Sie müssen also jemand anderen meinen, Sir!
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: eldaen am 22.06.2018 | 17:18
Ach, sorry! Ich meinte Rhylthar...  ich editier das mal.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Rhylthar am 22.06.2018 | 17:47
Ach, sorry! Ich meinte Rhylthar...  ich editier das mal.
Löst das Problem nicht. ;)

Das Engagement, das ich erreichen wollen würde (und von mir selbst einfordere), kann ich zur Zeit nicht aufbringen. Online-Runden gehen prinzipiell, habe ich durchaus ausprobiert (als Few Shots in 5E). Aber ich bin ehrlich: Da hänge ich mich dann, wenn ich spontan mal die Zeit habe, lieber vor meine Bücher oder spiele ein paar Runden/Stunden PC (zur Zeit Witcher 3).
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Selganor [n/a] am 22.06.2018 | 18:21
Damit hast du deine Prioriataeten ja klar gesetzt...
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Rhylthar am 22.06.2018 | 20:00
Damit hast du deine Prioriataeten ja klar gesetzt...
Wurden gesetzt (ohne, dass dies jetzt negativ gewertet werden sollte).  ;)

Jede Woche einmal 4 - 5 Stunden online an einem festen Termin? Wäre toll. Kann ich nur nicht einhalten. Und wenn ich es schon nicht kann, wie sollte ich das dann von Mitspieler/-innen verlangen?
Und dann ist spontanes Einloggen in die Drachenzwinge, weil es gerade passt, eben nicht das, was ich dauerhaft suche.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 22.06.2018 | 20:22
Klingt auch ein wenig nach Rollenspiel-Tinder. ;D
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: eldaen am 22.06.2018 | 20:23
was ist Tinder?
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 22.06.2018 | 20:32
Hetero-Grindr. ;)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Crizzl am 22.06.2018 | 20:37
Anderer Vorschlag: Online-Runde.

Die ist sogar naeher als "um die Ecke".

Und ehe jetzt Kommentare kommen wie "Noe... online spielen ist fuer mich kein 'richtiges' Rollenspielen", dann stell dir die Frage: Was ist fuer dich stoerender: Keine Runde zu haben oder eine Runde mit Leuten die sonstwo sitzen koennen (sich aber mal auf eine Zeit geeinigt haben an der sie alle Zeit haben egal wo auf der Welt sie sind) die meistens noch mehr "Sprechdisziplin" an den Tag legen als eine Tischrunde (bei der kann man ja evtl. noch was mitkriegen wenn jemand anderes was sagt, online spricht besser nur einer auf einmal) bei der man gleich nach Ende der Runde zuhause ist und der einzige Dreck den man dann noch wegmachen muss ist der eigene? ;)

Danke für den Post.
Ich bin einer dieser Väter die reguläres RPG nicht mehr auf die Reihe bekomnen hat. Ich spiele jetzt seit 4 Monaten online und es klappt gut. Ich muss nicht um  18 Uhr meine Frau mit den drei Kleinen alleine lassen, sondern setzte mich um 19:45 an den Rechner und bin um 23:15 im Bett und nicht um 0:30.

Und der Rollenspielanteil ist höher als in jeder anderen Tischrunden, die ich hatte.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: eldaen am 22.06.2018 | 20:39
Hetero-Grindr. ;)

Du sprichst in Zungen...
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Der Läuterer am 22.06.2018 | 20:49
Verfügbarkeit und Verbindlichkeit sind bei uns mitunter Themen und bereiten Probleme.
Das liegt nicht an der mangelnden Zeit, sondern mitunter am geringen Stellenwert.
Versetzt mich mein Jogging Partner, laufe ich halt meine Strecke alleine. Versetzen mich aber Teile meiner sozialen Gruppe, schaue ich dumm aus der Wäsche.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: ArneBab am 22.06.2018 | 20:51
Meine Zeit ist viel knapper geworden, so dass ich nur noch einmal im Monat spielen kann, und dann meist nur 6 Stunden, nicht wie früher 8-10. Die 8-10 Stunden gefallen mir auch heute noch besser, aber Wochenenden mit genug Zeit (und innerfamiliärer Akzeptanz, dass ich einen Abend weg sein kann) sind sehr knapp geworden.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: ArneBab am 22.06.2018 | 20:51
Hetero-Grindr. ;)
;D
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: ArneBab am 22.06.2018 | 21:10
Versetzt mich mein Jogging Partner, laufe ich halt meine Strecke alleine. Versetzen mich aber Teile meiner sozialen Gruppe, schaue ich dumm aus der Wäsche.
Das gilt nur dann, wenn du sie alle brauchst.

Leute, die Kinder haben, fallen potenziell häufiger aus (sie haben z.B. mindestens doppelt so viele Geburtstage zu feiern), aber auch sonst gilt außerhalb von Schulzeiten (wo alle zu ähnlichen Zeiten frei haben), dass Gruppen mit fehlenden Leuten klar kommen müssen — und schon so organisiert sein müssen, dass Fehlende kein Problem sind (oder so klein, dass sie trotz Fehlzeiten oft genug alle zusammen sind).

Ich habe das mal durchgerechnet … ( :-) ) → http://www.1w6.org/deutsch/anhang/gedanken/statistische-zwaenge-im-rollenspiel-und-kampagnendesign#stat1
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 22.06.2018 | 21:16
Du sprichst in Zungen...

Google ist dein Freund.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: TaintedMirror am 22.06.2018 | 21:26
Ich habe auch fast das RPG aufgegeben, als sich damals meine feste Runde auflöste, ich mit Studium fertig und Vater wurde und dann auch noch umgezogen bin. Zum Glück hat mich die Drachenzwinge da aufrechterhalten. Anders ginge es auch nicht. Ich kann nicht groß weg und herkommen kann mit mittlerweile 2 Kleinkindern auch niemand zum Spielen. Da ist es schon eine riesen Erleichterung, sich 20:30 einmal in der Woche an den Rechner zu setzen und bis Mitternacht zu spielen.  Aus der Runde steigen zwar auch ab und zu welche aus oder haben keine Zeit, aber solange der kern bleibt und wir uns für Nachwuchs einsetzen, ging das die letzten 2 Jahre auch sehr gut. Allerdings muss ich aber auch sagen, dass ansonsten halt nicht viel mit sozialer Freizeitgestaltung ist: 45h+ Stunden die Woche arbeiten, teils auch am WE, dazu Fortbildungen von mehreren Stunden die Woche, eigenständige Weiterbildung, Kinder großziehen und nötige private und Haushaltsaufgaben fressen da unglaublich viel Zeit. Das mit dem Rollenspiel klappt ja auch nur, weil ich mir einmal die Woche Schlafmangel erlaube.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: posbi am 23.06.2018 | 18:21
Jede Woche einmal 4 - 5 Stunden online an einem festen Termin? Wäre toll. Kann ich nur nicht einhalten. Und wenn ich es schon nicht kann, wie sollte ich das dann von Mitspieler/-innen verlangen?
Und dann ist spontanes Einloggen in die Drachenzwinge, weil es gerade passt, eben nicht das, was ich dauerhaft suche.
Das Problem haben Schichtarbeiter auch, und es gibt dafür eine Zwischenlösung: Feste Runden mit unregelmäßigen Terminen.
Für die Terminfindung kann man z.B. Doodle oder einen gemeinsamen Google-Kalender nutzen.

Wichtiger Tipp: besprecht, in welchem Zeitrahmen die Termine abgesprochen werden. Manche können am Monatsanfang den ganzen Monat planen, andere können erst ab Samstag die nächste Woche planen.

Auch hier gilt: 1-2 Spieler mehr in der gruppe zu haben als notwendig sind für ein schönes Spiel, hilft bei der Terminfindung.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Teylen am 26.06.2018 | 17:18
Ist das nur mein Eindruck, oder gibt es bei diesen ganzen Ex-Rollenspielern (von denen es ja Zehntausende in Deutschland allein geben muss) so ne Art Blockade gegen diese Art von Spiel?
Manchmal endet die Teilnahme an einem Hobby nicht nur, das Interesse sinkt auf den Nullpunkt.
Selbst bei Hobbies welche man recht intensiv betrieben hat. Das Leben ist halt manchmal so.

Ich konnte mich früher sehr intensiv für Manga und Anime begeistern.
Ich bin einmal monatlich knapp 300 Kilometer gefahren, dazu auf Conventions und habe jedesmal so einen Sack voller Comics und Manga mitgebracht. Teilweise auch angefangen japanisch zu lernen. Wenn mir heute wer sagt das gerade ein Anime im TV läuft (mein Vater zB), Leute über aktuelle Animeserien reden, oder man mir erzählt das ich doch mal nach Japan könne anstelle in die USA (meine Patentante zB). Dann gucke ich mitunter wie ein Auto und schaffe es nicht einmal Interesse zu heucheln.

Im sehr viel kleineren Rahmen gilt das auch für Handyspiele, selbst solche für die ich Geld aufgab.

Insofern denke ich nicht das es besonders spezifisch auf das Hobby Rollenspiel ist, das man es vielleicht irgendwann einmal sehr vollständig hinter sich lässt. Da findet man eventuell vor einem Regal mit dem Zeug gar nichts was man jetzt als teilenswerte, interessante Erinnerung dazu hervorbringen kann, worüber man reden will. Und mag vielleicht lieber Siedler spielen.

Das hat imho nichts mit Zeitaufwand, Familie, Zugänglichkeit oder so zu tun, sondern ist einfach etwas das Menschen passiert weil sie Menschen sind.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Lord Verminaard am 26.06.2018 | 17:43
Das Zeit/Logistik-Problem ist das eine. Ich habe da Online-Runden auch nicht wirklich als die Lösung empfunden. Für mich ging es eher darum, habe ich es überhaupt in mir, mich jetzt und hier auf Rollenspiel einzulassen, hier bei der Sache und voll da und kreativ zu sein, oder bin ich einfach zu platt und spuken mir zu viele Dinge im Kopf rum? Das war, als die Kinder sehr klein waren, leider wirklich so, seit unsere Jüngste 3 ist, geht es wieder etwas besser, momentan habe ich zwei Runden mit jeweils monatlichem Rhythmus, toi toi toi. Aber auch sonst bin ich zum Tanelorn-Treffen immerhin noch gefahren, und habe ständig übers Hobby geredet. Also nicht wirklich das vom OP beschriebene Phänomen.

Dann habe ich da noch die Leute, mit denen ich früher gezockt haben, wie jedes Mal, wirklich jedes Mal, wenn wir uns sehen, sagen: "Wir müssen mal wieder Rollenspiel spielen." Und ich antworte dann, leidgeprüft: "Klar, gerne, melde dich mal, wir machen dann was aus." Und dann kommt natürlich nix. Und dann erzählt mir der eine, er lernt jetzt Kitesurfen. Da geht's dann halt einfach um Prioritäten. Aber mit denen kann ich, wenn wir irgendwo mit nem Bier in der Hand sitzen, den ganzen Abend über die "gute alte Zeit" und die Runden, die wir gespielt haben, abnerden, und die fangen auch jedes Mal davon an, die brauchen nicht mal ein Rollenspielregal als Aufhänger. Da geht es dann eher mir so, dass ich mir auf die Zunge beißen muss, weil für die halt vor 20 Jahren die Rollenspiel-Zeit stehengeblieben ist.

Und dann gibt es noch die letzte Kategorie, diejenigen, die dem Rollenspiel entwachsen sind. Die einfach irgendwann, keine Ahnung, zu cool geworden sind, um sich an einen Tisch zu setzen und so zu tun, als wären sie ein Zwerg oder ein Vampir. Denen die Fähigkeit abhandengekommen ist, zu phantasieren, oder die das wenigstens nicht mehr mit anderen teilen, die das vielleicht sogar peinlich berührt. Meine Datenbasis ist sehr, sehr dünn, aber diejenigen Fälle, die ich kenne, sind Leute, denen ihre Karriere, ihr gesellschaftlicher Aufstieg oder ihr Erfolg bei Frauen sehr wichtig waren. Möglicherweise war es da dann einfach nicht zuträglich, sich als Rollenspieler zu identifizieren.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Luxferre am 26.06.2018 | 17:50
Ich möchte zu der traurigerweise 1A Aufstellung von Vermi noch diejenigen hinzufügen, die das Hobby nicht mehr betreiben, weil es der werten Ehefrau nicht in den Kram passt, dass ihr Ehegatte einem Nerdhobby frönt. Erzwungener Verzicht  :q
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: KhornedBeef am 26.06.2018 | 18:09
Ich möchte zu der traurigerweise 1A Aufstellung von Vermi noch diejenigen hinzufügen, die das Hobby nicht mehr betreiben, weil es der werten Ehefrau nicht in den Kram passt, dass ihr Ehegatte einem Nerdhobby frönt. Erzwungener Verzicht  :q
Oh. Da würde ich jetzt gerne drüber reden aber habe Sorge dass ich nicht bloß wem auf die Füße trete, sondern gleich ganze Kohorten an Zehen planiere. Betrifft dich selbst?
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Tarin am 26.06.2018 | 18:17
Ich bekenne mich teilschuldig. RPG war (und irgendwie trotz langem Verzicht) immer mein Hobby. Überhaupt hatten meine Liebste und ich oft sehr unterschiedliche Zeitvertreibe. Dann kam zweimal Nachwuchs, der Kleine wird im September 2. Mittlerweile würde ich keine der gemeinsamen Hobbies, die wir für uns gefunden haben, für RPG wieder aufgeben, da mit den Kindern einfach weniger Zeit als zuvor da ist. Damit sind regelmäßige Runden quasi raus. Insofern ja, sie fände es doof, wenn ich wöchentlich zum Rollenspiel ginge und wir dafür die wenige gemeinsame Zeit beschneiden würden. Ich fände es aber umgekehrt ebenfalls doof, wenn sie wieder allein reiten ginge.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Rhylthar am 26.06.2018 | 18:27
Oh. Da würde ich jetzt gerne drüber reden aber habe Sorge dass ich nicht bloß wem auf die Füße trete, sondern gleich ganze Kohorten an Zehen planiere. Betrifft dich selbst?
Ach, ich glaube, da planierst Du nicht unbedingt Zehen.

Tarin zeigt es ja:
Man sucht mit dem Partner ein gemeinsames Hobby. Gut, Reiten wäre definitiv keine Alternative für mich, aber natürlich kann eine Verpflichtung, wie Rollenspiel es genauso ist wie andere Vereinsaktivitäten z. B., irgendwann nicht mehr die ganz hohe Priorität haben.

Wobei ich Luxferre allerdings auch so verstanden hatte, dass es weniger um Zeit geht, als das gesellschaftliche Ansehen von Rollenspielen. Nach dem Motto: "Du kannst gerne Deinem Hobby nachgehen, aber dann such Dir was Vernünftiges!".
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Lord Verminaard am 26.06.2018 | 18:34
Ah, so einen Fall hatten wir auch in der Runde. Wobei der auch noch Fußball gespielt hat und dann eines von beidem aufgeben musste, und das war dann eben Rollenspiel. Es bestand immer so ein bisschen auch die Vermutung, dass seine Frau mit dem Fußball besser leben konnte, weil sie da (a) wenigstens verstand, worum es geht, und (b) da keine Frauen dabei waren. Aber das war letztendlich nur eine Unterstellung und ob das fair war, weiß ich wirklich nicht. Die beiden hatten sehr früh Kinder bekommen und ich hatte damals echt noch keinerlei Dimension davon, wie lebensverändernd das ist.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Tarin am 26.06.2018 | 18:40
Kurze Richtigstellung, weil mein Post da missverständlich war: Reiten ist ihr alleiniges Ding und ebenso aktuell inaktiv wie bei mir RPG. In beiden Fällen fänden wir es halt doof, wenn unsere „alten“ Solohobbies gemeinsam gefundene neue Sachen einschränken.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Fezzik am 26.06.2018 | 19:15
Und dann gibt es noch die letzte Kategorie, diejenigen, die dem Rollenspiel entwachsen sind. Die einfach irgendwann, keine Ahnung, zu cool geworden sind, um sich an einen Tisch zu setzen und so zu tun, als wären sie ein Zwerg oder ein Vampir. Denen die Fähigkeit abhandengekommen ist, zu phantasieren, oder die das wenigstens nicht mehr mit anderen teilen, die das vielleicht sogar peinlich berührt. Meine Datenbasis ist sehr, sehr dünn, aber diejenigen Fälle, die ich kenne, sind Leute, denen ihre Karriere, ihr gesellschaftlicher Aufstieg oder ihr Erfolg bei Frauen sehr wichtig waren. Möglicherweise war es da dann einfach nicht zuträglich, sich als Rollenspieler zu identifizieren.

Hm..das sind die wegen denen dann Phantasien vom Nichts zerstört wird.
Hab letztens  einen alten Kumpel getroffen, in Begleitung seiner Frau, der auf die Frage was denn so aus unseren alten MIDGARD Kumpels wurde, einen Gesichtsausdruck bekommen hat als hätte ich grad im beisein seiner Frau von seiner neuen Geliebten gesprochen. Da war mir klar, den Kontakt brauch ich nimmer.  :(

Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Megavolt am 26.06.2018 | 19:26
Dein Kumpel liest bestimmt heimlich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke Soloabenteuer.  ~;D
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Maischen am 26.06.2018 | 19:29
Noch schlimmer: Am Ende werden alle Dauer-LARPer in der Realität. 😀
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Weltengeist am 26.06.2018 | 20:40
Ich möchte zu der traurigerweise 1A Aufstellung von Vermi noch diejenigen hinzufügen, die das Hobby nicht mehr betreiben, weil es der werten Ehefrau nicht in den Kram passt, dass ihr Ehegatte einem Nerdhobby frönt. Erzwungener Verzicht  :q

Jeder muss selbst wissen, wen er sich da anlacht...
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Luxferre am 26.06.2018 | 20:56
Oh. Da würde ich jetzt gerne drüber reden aber habe Sorge dass ich nicht bloß wem auf die Füße trete, sondern gleich ganze Kohorten an Zehen planiere. Betrifft dich selbst?

Bevor das hier jemand in den falschen Hals bekommt: meine Frau lässt mir alle Freiheiten, was meine Hobbys angeht. Sie ist schließlich ein Pferdenerdmädchen und verbringt damit genug Zeit ... ja, auch beruflich ;) ich habe Zeit für Rollenspielen, wenn sie wochenends mit ihrem Hottie unterwegs ist und nutze das mittlerweile 1-3x pro Monat. Die Quote war schon besser, aber hey ... 1-3x pro Monat  :headbang:
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: KhornedBeef am 26.06.2018 | 23:13
[...] wochenends mit ihrem Hottie unterwegs[...]
Gute Güte, wording!
Ansonsten, freut mich für dich und plane ich bei uns auch so ein. Solange die familiären Verpflichtungen das erlauben.*

*Mal vorauschauend an die Eltern unter euch: Kommt mir das nur so vor oder muss man ab dem Kleinstkindalter ständig zu irgendwelchen "sozialen" "Ereignissen" "des Kindes", die die Erwachsenen sich ausdenken?
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: D. M_Athair am 27.06.2018 | 00:36
*Mal vorauschauend an die Eltern unter euch: Kommt mir das nur so vor oder muss man ab dem Kleinstkindalter ständig zu irgendwelchen "sozialen" "Ereignissen" "des Kindes", die die Erwachsenen sich ausdenken?
Ich kann das nur aus der Beobachtung sagen: Bei meinem Bruder und seiner Frau war es so, dass "Kind" heißt: 24/7 für dessen Bedürfnisse verantworlich zu sein. Die Erfüllung von Zeitwünschen der Eltern (auch was Schlafenszeit angeht) sind da absolut nachrangig, wenngleich Lebensverpflichtungen (Job) natürlich trotzdem erledigt werden müssen. [Na und dann: Was man in den ersten drei Lebensjahren kaputt macht, bleibt kaputt oder ist nur schwer reparierbar.]
Krabbelgruppe und so gibt's schon auch, sind jetzt aber nicht so wirklich zusätzliche Zeitfresser.

Kurz: Kinder sind das Ereignis. Kinder sind die soziale Verpflichtung.
Ein Kind bedeutet ne harte Umstellung. (Vielleicht vergleichbar mit nem neuen Job, dessen Einarbeitungsphase 2 Jahre braucht und bei dem wegen Unterbesetzung der Belegschaft massiv Überstunden nötig sind, um die Anforderungen zu erfüllen. Das Ganze als Schichtarbeit mit eher spontaner Einteilung in Schichten.)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Feuersänger am 27.06.2018 | 01:56
Tja, wie sagte mal irgendein deutscher Comedian... weiß nicht mehr wer:
"Schatz, schau uns an, es geht uns gut, wir haben gute Jobs,  wir haben Geld, wir unternehmen viel mit unseren Freunden, wir haben tolle Hobbies, wir machen schöne Reisen... lass uns das alles ändern!" >;D
(es ging natürlich ums Kinderkriegen.) 

--

Ich habe überlegt, ob ich Leute kenne die früher Rollenspiel mochten und jetzt nicht mehr, aber festgestellt dass ich dafür der falsche Ansprechpartner bin, da ich mit niemandem aus Schulzeiten oder frühen Uni-Rollenspielkontakten noch irgendeinen Kontakt habe.
Aber wenn mir jetzt jemand sagen würde, "Was du spielst immer noch RPGs? Werd erwachsen" oder sowas in der Art? -- I don't need that kind of negativity in my life.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Luxferre am 27.06.2018 | 06:37
Gute Güte, wording!

Whats wrong?  8]
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: YY am 27.06.2018 | 06:40
"Was du spielst immer noch RPGs? Werd erwachsen"

An der Stelle kommt von mir meist die Frage, ob es pseudointellektuellerweise das passende C.S. Lewis-Zitat sein muss oder ob es reicht, wenn ich einfach so lache :P ;D

Aber ich werte es als erfolgreiche Gestaltung meines sozialen Umfelds, dass ich diesen Quatsch höchst selten höre ;)


Whats wrong?  8]

Bemühe Er mal mit dem besagten Wort die Bildersuche und erkenne Er, was Er bei KhornedBeef für ein Kopfkino ausgelöst hat  ~;D
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Luxferre am 27.06.2018 | 06:46
Bemühe Er mal mit dem besagten Wort die Bildersuche und erkenne Er, was Er bei KhornedBeef für ein Kopfkino ausgelöst hat  ~;D

 :o

Okay, ich bin ja mit diesem Internetzdingens ausfgewachsen und habe sicherlich schon fast alles gesehen ... aber ... aber ... jaja, ihr habt ja recht. Pferde werden trotzdem seit jeher Hotties genannt. Irgendwie bin ich darüber echt nicht gestolpert.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Weltengeist am 27.06.2018 | 07:01
Okay, ich bin ja mit diesem Internetzdingens ausfgewachsen und habe sicherlich schon fast alles gesehen ... aber ... aber ... jaja, ihr habt ja recht. Pferde werden trotzdem seit jeher Hotties genannt. Irgendwie bin ich darüber echt nicht gestolpert.

Und ich hätte geschworen, die Zweideutigkeit sei Absicht gewesen. Kann man mal sehen...
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Feuersänger am 27.06.2018 | 07:26
An der Stelle kommt von mir meist die Frage, ob es pseudointellektuellerweise das passende C.S. Lewis-Zitat sein muss oder ob es reicht, wenn ich einfach so lache :P ;D

Der hat viel gesagt, aber welches meinst du? Mir fällt da jetzt nichts passendes ein. ^^
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Luxferre am 27.06.2018 | 07:44
Und ich hätte geschworen, die Zweideutigkeit sei Absicht gewesen. Kann man mal sehen...

Ist ungewöhnlich ... aber wahr  >;D
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 27.06.2018 | 09:46
Der hat viel gesagt, aber welches meinst du?
I second that
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: schneeland am 27.06.2018 | 10:22
Pferde werden trotzdem seit jeher Hotties genannt.

Ich dachte immer die informelle Bezeichnung wäre Hottehü - auch wenn das viel zu freundlich klingt für so eine niederträchtige Kreatur wie das Pferd ;)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Boba Fett am 27.06.2018 | 10:29
:btt:
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Teylen am 27.06.2018 | 11:01
Und dann gibt es noch die letzte Kategorie, diejenigen, die dem Rollenspiel entwachsen sind. Die einfach irgendwann, keine Ahnung, zu cool geworden sind, um sich an einen Tisch zu setzen und so zu tun, als wären sie ein Zwerg oder ein Vampir. Denen die Fähigkeit abhandengekommen ist, zu phantasieren, oder die das wenigstens nicht mehr mit anderen teilen, die das vielleicht sogar peinlich berührt.
Ich glaube nicht das sie unbedingt zu cool geworden sind, die Fähigkeit verloren zu phantasieren oder verklemmt wurden. Manchmal verliert man einfach das grundlegende Interesse an einem Hobby. Ohne das man gleich drauf treten muss.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: bolverk am 27.06.2018 | 11:24
Der hat viel gesagt, aber welches meinst du? Mir fällt da jetzt nichts passendes ein. ^^
Wahrscheinlich das hier
Zitat von: C.S. Lewis
“When I became a man I put away childish things, including the fear of childishness and the desire to be very grown up.”
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Pyromancer am 27.06.2018 | 11:27
Ich habe einen Fall im Bekanntenkreis, da hat die frisch gebackene Ehefrau dem Mann nicht nur Rollenspielen, sondern gleich jeglichen Kontakt mit den Personen der Rollenspielgruppe verboten. Er hat sich's gefallen lassen. Tragisch.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Mithras am 27.06.2018 | 11:28
Ich muss jetzt mal aus meiner Sicht schildern: meine Ehe und meine Tochter gibt es nur wegen Rollenspiel! Ich habe meine Frau beim Rollenspiel kennengelernt und das ist unser wichtigstes Hobby. Wir sind jetzt seit 13 Jahren zusammen und obwohl ich mittlerweile auch fast keine Manga mehr lese oder wenig Anime sehe (genau wie meine Frau). Da fehlt mir aber auch nicht wirklich was, der Inhalt ist eine immer neue Variation von gleichen Themen die eben alle auf ihr Zielpublikum, nämlich Schüler und Teenager, ausgerichtet sind. Da vermisse ich anspruchsvolle Stories für Erwachsene.

Jedenfalls hatten wir 2017 nach der Geburt erstmal ne Zwangspause von 1 Jahr weil ich nicht mehr die Zeit hatte immer den SL zu machen und die anderen Spieler, trotz Versprechungen als SL einzuspringen, nichts auf die Reihe bekommen haben zum leiten. Das ist auch oftmals ein Problem, das es viele Ex-Spieler (!) gibt (und keine Ex-Spielleiter, die den Aufwand kennen und schätzen) die nur bespaßt werden wollen und sich deswegen was anderes suchen. Oder eben doch lieber Fußball spielen statt zum Spieltermin zu kommen.
Danach ist die Gruppe auseinandergegangen, da waren auch diverse andere Faktoren ausser Kind mit drin. Aber meine Frau und ich haben seit letztem September bereits versucht einen Ersatz zu finden und für uns war klar das wir nur gemeinsam spielen wollen, nicht jeder für sich. Online kam nicht in Frage und seit März dieses Jahres haben wir endlich wieder eine Gruppe die sich 1 x Monat trifft. Das ist vielen hier in der Community zu wenig aber besser als gar nichts. Und dieses Hobby werden wir beide betrieben bis wir 60+ sind, da bin ich mir sicher. Das Hobby hat mir an sich schon viel geholfen und aktuell ist es unser einziger sozialer Kontakt ausserhalb von kinderbedingten Themen, dafür brauchten wir eben auch eine Betreuung für das Wochenende an dem gespielt wird. Nur leider wird man als Eltern ausgegrenzt, selbst wenn man spielen möchte. Wie hat es Feuersänger z. B. mal gesagt? Er spielt nicht mehr mit Eltern, weil die jederzeit einfach den Termin platzen lassen können, wenn das Kind was hat.

Ich kenne auch ein paar Ex-Spieler die kein Rollenspiel mehr machen, aus welchen Gründen auch immer. Aber zum Glück gibt es auch Ausnahmen, ein Spieler in der letzten Runde ist jetzt 51 und spielt seit den 80ern immer noch begeistert diverse Systeme. Der andere dürfte Mitte 40 sein und leitet auch noch seine Cyberpunk oder Hârnmaster Runde.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Pyromancer am 27.06.2018 | 11:38
Mal als positives Gegenbeispiel: In meinem näheren Bekanntenkreis gibt es auch drei rollenspielende Ehepaare, und etliche Rollenspieler, die das Hobby trotz Partner, Kinder und stressigem Beruf weiter ausüben. Es war in meiner alten Runde schon der Running Gag, dass der einzige unzuverlässige Spieler der Student war.

Viele prominente Ex-Rollenspieler, die ich kenne, haben das Hobby auch erst in der Midlife-Crisis verlassen, zu Gunsten von schnellen Sportwagen und Freizeitbeschäftigungen wie Fallschirmspringen und Tiefseetauchen.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: KhornedBeef am 27.06.2018 | 11:41
Ich habe einen Fall im Bekanntenkreis, da hat die frisch gebackene Ehefrau dem Mann nicht nur Rollenspielen, sondern gleich jeglichen Kontakt mit den Personen der Rollenspielgruppe verboten. Er hat sich's gefallen lassen. Tragisch.
Böse gesprochen: Was hat er Depp sie auch geheiratet.
Mal als positives Gegenbeispiel: In meinem näheren Bekanntenkreis gibt es auch drei rollenspielende Ehepaare, und etliche Rollenspieler, die das Hobby trotz Partner, Kinder und stressigem Beruf weiter ausüben. Es war in meiner alten Runde schon der Running Gag, dass der einzige unzuverlässige Spieler der Student war.

Viele prominente Ex-Rollenspieler, die ich kenne, haben das Hobby auch erst in der Midlife-Crisis verlassen, zu Gunsten von schnellen Sportwagen und Freizeitbeschäftigungen wie Fallschirmspringen und Tiefseetauchen.
Was natürlich lächerlich ist, weil niemand härter mit einem Sportwagen Fallschirm springt als Vin Diesel, und der zockt ja immer noch, wenn ich mich recht erinnere :D
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Achamanian am 27.06.2018 | 11:47
Bei mir war das Rollenspiel tatsächlich auch immer mal wieder Konfliktpunkt in der Beziehung - anfangs hat meine Frau immer mal mitprobiert, konnte aber letztendlich einfach nichts damit anfangen, und spätestens mit unserem ersten Kind wurde die Frage, wie wir uns unser Freizeitbudget gemeinsam oder getrennt einteilen, natürlich ziemlich akut.

Inzwischen läuft das aber ganz gut. Ich kann zwei bis drei Rollenspieltreffen im Monat machen (habe dafür allerdings auch sonst keine zeitaufwändigen Hobbys), meine Frau hat auch so ihren Kram, bei dem ich nicht mitmache, und das schöne am Rollenspiel ist, dass man es sogar gelegentlich zuhause machen kann, wenn die Kinder schlafen, und sie dann noch weg kann.

Ich glaube, am Ende ging's da auch weniger um die Organisierbarkeit und mehr um die Aushandlung davon, wer welche Bereiche für sich bekommt.

Ich habe jedenfalls nach wie vor mehr Lust als Gelegenheit zum Rollenspiel ...
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Unspeakable am 27.06.2018 | 11:48
Bei mir war das Rollenspiel tatsächlich auch immer mal wieder Konfliktpunkt in der Beziehung - anfangs hat meine Frau immer mal mitprobiert, konnte aber letztendlich einfach nichts damit anfangen, und spätestens mit unserem ersten Kind wurde die Frage, wie wir uns unser Freizeitbudget gemeinsam oder getrennt einteilen, natürlich ziemlich akut.

Inzwischen läuft das aber ganz gut. Ich kann zwei bis drei Rollenspieltreffen im Monat machen (habe dafür allerdings auch sonst keine zeitaufwändigen Hobbys), meine Frau hat auch so ihren Kram, bei dem ich nicht mitmache, und das schöne am Rollenspiel ist, dass man es sogar gelegentlich zuhause machen kann, wenn die Kinder schlafen, und sie dann noch weg kann.

Ich glaube, am Ende ging's da auch weniger um die Organisierbarkeit und mehr um die Aushandlung davon, wer welche Bereiche für sich bekommt.

Ich habe jedenfalls nach wie vor mehr Lust als Gelegenheit zum Rollenspiel ...

Irgendwie kommt mir dieses Thema bekannt vor ;)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Boba Fett am 27.06.2018 | 11:53
Ich habe da noch meine alte Runde, die mir gerade einfällt...

Mit der habe ich wirklich ewig lang gespielt.
Mit zweien von denen seit 1985, mit zwei anderen seit 1989 und mit dem fünften seit 1991.
Bis 2008...
...jeden Freitag Abend...

2008 habe ich dann kapitulieren müssen - der Grund war schlicht: Stress (im Job, privat, Schicksalsschläge, ... real Life eben)
Die Gruppe selbst war auch anstrengend, weil extrem dysfunktional und so eingefahren wie ein altes Ehepaar, das sich immer über die ewig gleichen Dinge in die Wolle kriegt.
Jeder wollte was anderes, keiner war in der Lage sich diesbezüglich auszuformulieren. Es kam keine funktionierende Struktur oder Dynamik, und das,
obwohl man sich seit gut 20 Jahren kannte...
Dementsprechend bin ich ausgestiegen, was letztendlich die Gruppe auch komplett zerlegt hat, und das obwohl sie noch einen zweiten Spielleiter hatten...

Ich habe schnell gemerkt, dass ich ohne Rollenspiel nicht auskomme und habe mir nach ein paar Monaten Auszeit eine neue Runde gesucht.
Die ist dankbar, funktional, die Chemie stimmt. Anfangs hatten wir ein bisschen Systemhopping, bis wir rausgefunden hatten, was funktioniert,
aber seit dem ist es prächtig (so prächtig, dass wir die Gruppe zweimal laufen haben, eine Dienstagsrunde und eine Freitags, jeweils alle 2 Wochen).

Ab 2013 (Gedächtnisprotokoll ist unpräzise) packte mich die Nostalgie und ich wollte mal gucken, ob es mit den alten Säcken nicht doch noch mal klappen könnte.
Ergebnis: Kein Interesse...
Die spielen jetzt irgendwelche online MMORPGs, jeder sitzt bei sich zu Hause am PC und daddelt für sich, obwohl keiner weiter als 20 Minuten mit dem Rad auseinander wohnt.
Und es spielt mit, wer Lust hat, wer nicht da ist, spielt eben nicht...
Bequemlichkeit und Unverbindlichkeit waren die Eindrücke, die ich da gewinnen konnte. Blos nicht einen festen Termin, vielleicht sogar das Haus verlassen müssen, mit "fremden" Menschen interagieren,
vielleicht sogar selbst Gastgeber mimen. Und "keine Zeit", "keine Zeit", ist ja dieses und jenes.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Weltengeist am 27.06.2018 | 11:57
Ich habe einen Fall im Bekanntenkreis, da hat die frisch gebackene Ehefrau dem Mann nicht nur Rollenspielen, sondern gleich jeglichen Kontakt mit den Personen der Rollenspielgruppe verboten. Er hat sich's gefallen lassen. Tragisch.

Wie schon oben gesagt: Jeder muss wissen, wen er da heiratet.

Meine Frau ist auch bekennende Nicht-Rollenspielerin, es ist mir nie gelungen sie zu bekehren. Aber keiner von uns käme auf die Idee, dem anderen seine Hobbies auszureden.

Zumal die allermeisten Hobbies bei näherem Hinsehen auch nicht "sinnvoller" sind als Rollenspiel. Ich kann mich stundenlang darüber aufregen, wieso es gesellschaftlich akzeptiert ist, Telenovelas oder Fußball-Liveübertragungen zu gucken, Playstation zu zocken, mit einem Sportwagen durch die Gegend zu ballern oder sich schlicht jeden Abend zulaufen zu lassen, aber Rollenspiel soll ein Zeichen von mangelnder Reife sein. Klar, es gibt schon sehr unreife Rollenspieler - aber es gibt auch sehr unreife Fernsehserien, Fußballspieler, Gamer usw. Also eigentlich alles wie gehabt. Wer in seiner Freizeit nicht gerade Sprachkurse für Flüchtlinge gibt, sollte vorsichtig sein, auf wen er hier herabschaut.

Ein völlig anderes Argument ist, wer (gerade mit Kindern) wieviel Zeit für seine Freizeitaktivitäten hat. Aber wenn man das fair organisiert, bleibt schon für jeden was übrig. Natürlich nicht mehr so viel wie Studentenzeiten, aber wer mir ernsthaft erzählt, dass es für einen Spielabend in der Woche nicht reicht, der hat schlicht andere Prioritäten. Was natürlich okay ist, aber man sollte es dann nicht auf Frau oder Kind schieben.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: AlucartDante am 27.06.2018 | 12:13
Ich habe da noch meine alte Runde, die mir gerade einfällt...
Mit der habe ich wirklich ewig lang gespielt.
Ab 2013 (Gedächtnisprotokoll ist unpräzise) packte mich die Nostalgie und ich wollte mal gucken, ob es mit den alten Säcken nicht doch noch mal klappen könnte.
Ergebnis: Kein Interesse...

Ich kenne das auch, dass Leute immer nur in der einen Runde gespielt haben und wenn es die nicht mehr gibt oder sie in der die Lust verlieren, sie ganz aufzuhören. Ich habe auch meine alte Runde 1995-2009 verlassen und mir eine neue gesucht und plötzlich flutscht wieder alles. Generell wird oft von der eigenen Runde auf Rollenspiel generell geschlossen. Sich eine neue Runde zu suchen gilt dann als zu stressig.

Das ist aber auch bei anderen Hobbys so. Nur bei romantischen Beziehungen habe ich den Eindruck, dass die Leute doch immer wieder eine neue suchen, wenn sie Single sind. Aber selbst da wundere ich mich oft, warum Leute nicht aussteigen und sich was neues suchen.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: YY am 27.06.2018 | 12:22
Wahrscheinlich das hier

Ja, genau das. Das ist der Schluss eines kleinen Absatzes, aber i.d.R. reicht der eine Satz ;)


Ich glaube, am Ende ging's da auch weniger um die Organisierbarkeit und mehr um die Aushandlung davon, wer welche Bereiche für sich bekommt.

Dass man sich da anders organisieren muss, ist ja kein Thema. Genau so wenig, wie es dabei umständehalber ein paar hobbymäßig grundsätzlich ziemlich schmale Jahre geben kann.


Eine ganz andere Hausnummer ist das angesprochene Verbieten durch den Partner.
In "schönster" Form dann, wenn damit bis nach Hochzeit, gemeinsamer Wohnung/Haus, Kind etc. pp. gewartet wird, damit auch ja die Hemmschwelle schön hoch ist, die klar indizierte Notbremse wirklich zu ziehen.


obwohl keiner weiter als 20 Minuten mit dem Rad auseinander wohnt.

Ich könnte meine alte WG-Besatzung immer noch kollektiv erwürgen - da hatte zwar jeder seine Runde(n), teils auch personell überschneidend, aber die naheliegende WG-eigene Runde haben wir nie auf die Reihe bekommen. Sonst wurde aber enorm viel miteinander unternommen.
War wohl so ein bisschen der Hometrainer-Effekt: Man könnte ja jederzeit...
Und hätte wohl auch anders ausgesehen, wenn es die "auswärtigen" Runden nicht gegeben hätte.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Lord Verminaard am 27.06.2018 | 13:54
Kommt mir das nur so vor oder muss man ab dem Kleinstkindalter ständig zu irgendwelchen "sozialen" "Ereignissen" "des Kindes", die die Erwachsenen sich ausdenken?

Oh ja, ganz genau so ist es. War bei uns anfangs ganz schlimm. Habe es inzwischen eindämmen können. :P Aber das Problem liegt eher da, dass die Kinder halt betreut sein müssen. Bei demjenigen zocken, der (kleine) Kinder hat, funktioniert nicht, weil der Störfaktor zu hoch ist. D.h. du musst dich dann wirklich verdrücken. Und je nachdem, wie krass und anstrengend es gerade zu Hause ist, und je nachdem, wie viel du eh durch Arbeit und andere Verpflichtungen schon weg bist, ist es dann eben die Frage, ob du deiner besseren Hälfte das zumuten kannst, dann auch noch öfter mal für Rollenspiel weg zu sein. Weil, die geht dann ggf. wenn du nach Hause kommst echt auf dem Zahnfleisch, besonders im ersten Jahr. Bei mir wurde es wie gesagt besser, als beide Kinder 3+ waren.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Tarin am 27.06.2018 | 14:08
Kann ich ebenfalls bestätigen. Das Betreuungsproblem ist ein großes. Boni wie „bei Oma und Opa übernachten lassen“ geht nicht in den ersten Jahren, bzw. während der Stillzeit und sind generell wertvolle Joker, die nicht leichtfertig genutzt werden. Im Alltag sind die Kinder halt dabei, daher werden Spielplatzdates am Nachmittag einfacher durchzuführen als die abendliche RPG Runde.
Zuhause spielen, wenn Kinder schlafen? Birgt das Risiko, dass sie eben nicht pennen und man dann keine Ruhe hat. Woanders spielen ist besser, aber dann muss die Betreuung geregelt sein.

Zeit ohne Kinder muss man sich in den ersten Jahren krass einteilen. Und ja, diese Zeit Krempels evtl. ein Leben komplett um, weil du nach Jahren eben auch zu anderen Sachen findest, als zu lange unmöglichemRPG. Daher vielleicht dann auch die geringere Priorität eines Wiedereinstiegs.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Exar am 27.06.2018 | 14:12
Natürlich nicht mehr so viel wie Studentenzeiten, aber wer mir ernsthaft erzählt, dass es für einen Spielabend in der Woche nicht reicht, der hat schlicht andere Prioritäten. Was natürlich okay ist, aber man sollte es dann nicht auf Frau oder Kind schieben.

So sehe ich das auch, es liegt in der Regel nicht an mangelnder Zeit. Die Ausrede hört man bei so ziemlich jedem Hobby.
Kaum jemand hat wirklich keinerlei Freizeit (und bei wem das tatsächlich so ist, der hat mein tiefstes Mitgefühl).
Es geht am Ende eigentlich nur darum, welche Hobbies und Freizeitaktivitäten einem wie wichtig sind. Und wenn man dann lieber vor der Glotze versumpft, zum Sport geht, um die Häuser zieht, oder Videospiele zockt, dann sind diese Dinge eben wichtiger und Rollenspiel nicht (mehr).

So ehrlich sollte man dann sein, auch zu sich selbst.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Boba Fett am 27.06.2018 | 14:30
Oh ja, ganz genau so ist es. War bei uns anfangs ganz schlimm. Habe es inzwischen eindämmen können. :P Aber das Problem liegt eher da, dass die Kinder halt betreut sein müssen. Bei demjenigen zocken, der (kleine) Kinder hat, funktioniert nicht, weil der Störfaktor zu hoch ist. D.h. du musst dich dann wirklich verdrücken. Und je nachdem, wie krass und anstrengend es gerade zu Hause ist, und je nachdem, wie viel du eh durch Arbeit und andere Verpflichtungen schon weg bist, ist es dann eben die Frage, ob du deiner besseren Hälfte das zumuten kannst, dann auch noch öfter mal für Rollenspiel weg zu sein. Weil, die geht dann ggf. wenn du nach Hause kommst echt auf dem Zahnfleisch, besonders im ersten Jahr. Bei mir wurde es wie gesagt besser, als beide Kinder 3+ waren.

Bei mir ging das die ganze Zeit.
Meine Frau hat mir aber auch teilweise den Rücken freigehalten, wohl auch mit dem Wissen, dass ich sonst nervlich auf dem Zahnfleich gegangen wäre, wenn ich nicht zum Spielen hätte gehen können.
Und ab 20:00 haben wir auch bei uns spielen können. Unsere Kinder sind aber auch sehr easy - wenn die schlafen (meist ab 19:00, spätestens 19:30), dann schlafen die.

Aber grundsätzlich hast Du natürlich recht: Entspannt zum Rollenspiel kommt man erst, wenn die Kinder ein gewisses Alter erreicht haben. 3+ Jahre ist, denke ich, ziemlich treffend.
Und generell ist das "Kleinkind zu Hause haben, dass Fürsorge, Aufmerksamkeit und Geduld braucht" zum normalen Faktoren wie beruflicher Stress, Haushalt, etc. natürlich ein zusätzlicher Faktor, der einen Abends gern mal mit 125g auf die Sofacouch zieht.
Und wie bei vielem: Wenn erst einmal eine Pause da ist, kommt man schwer wieder rein.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: felixs am 27.06.2018 | 14:44
Kaum jemand hat wirklich keinerlei Freizeit (und bei wem das tatsächlich so ist, der hat mein tiefstes Mitgefühl).
Es geht am Ende eigentlich nur darum, welche Hobbies und Freizeitaktivitäten einem wie wichtig sind. Und wenn man dann lieber vor der Glotze versumpft, zum Sport geht, um die Häuser zieht, oder Videospiele zockt, dann sind diese Dinge eben wichtiger und Rollenspiel nicht (mehr).

Teilweise stimmt das.

Es gibt aber eben auch sehr viele Hobbies, die leichter zu organisieren sind, weil man nicht die Problemfaktoren von Rollenspiel hat:
- eingeschränkter Mitspielerkreis
- benötigt längere Zeit, drei Stunden oder mehr, am Stück
- benötigt feste und mehr oder weniger vollzählig erscheinende Gruppe*

Das sind Faktoren, die es wesentlich erschweren.

Dazu kommen die beschriebenen Probleme der Sozialakzeptanz von Rollenspiel, zu denen ich oben auch schon, vielleicht etwas verschwurbelt, etwas geschrieben hatte.

(*geht auch anders, aber das dürfte der Normalfall sein).
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Weltengeist am 27.06.2018 | 14:50
Aus den genannten Gründen habe ich die "harten Jahre" auch per Online-Rollenspiel überbrückt. Das macht vieles einfacher, ist aber natürlich nichts für die "perfekt oder gar nicht" Fraktion.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Boba Fett am 27.06.2018 | 14:57
Kaum jemand hat wirklich keinerlei Freizeit ...

Das stimmt natürlich.

Die Frage ist nur, wie die Freizeit aussieht und was sie an Tätigkeiten ermöglicht.

Ich nehme mal mich als Beispiel:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: AlucartDante am 27.06.2018 | 15:24
Hm, ich glaube ich mache mal einen Thread auf: Diese vielen Ex-Eltern die keine Lust mehr drauf haben.

Dort können wir diskutieren, warum so viele Rollenspieler ihre Kinder zur Adoption freigeben, weil sie Mo-Fr Abends  und am Wochenende zocken und eben einfach keine Zeit dafür haben.

Spaß beiseite, ich glaube ich achte demnächst wirklich wieder stärker auf Verhütung. So richtig motiviert ihr mich hier nicht Papa zu werden.

Naja ich habe zum 15.8. immerhin mal meinen Job gekündigt um perspektivisch wieder mehr Rollenspiele und mehr Romanzen zu haben, das ist vielleicht der wichtigere Schritt.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: JS am 27.06.2018 | 15:39
Ich habe auch schon gedacht, daß dieser Thread eher eine Art Gruselkabinett der Partnerschaften, des Elterndaseins und Älterwerdens ist. Der Schreck steckt mir in den Knochen.
 :o
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Fezzik am 27.06.2018 | 15:42
Naja Fakt ist halt das man immer mehr Scheiße an der Backe hat wenn man Älter wird. ABER..wo ein Wille ist ist ein Weg, das sollte man auch nie aus den Augen verlieren.
Und trotz gemeinsamen Haus, Ehe und Kinderwunsch, würde ich meine Frau fragen welchen Scheidungsanwalt sie denn gerne hätte, wenn sie so ne Nummer wie weiter oben beschrieben abziehen würde.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: D. M_Athair am 27.06.2018 | 15:44
So sehe ich das auch, es liegt in der Regel nicht an mangelnder Zeit. Die Ausrede hört man bei so ziemlich jedem Hobby.
Stimmt. Jede und jeder hat 24 Stunden pro Tag. Das ist bei allen gleich. Wie die Zeit gefüllt wird und was da wichtig ist, ist individuell zu entscheiden. Natürlich gibt es Verpflichtungen, die allgemein als wichtiger zu bewerten sind als Rollenspiel.

"Keine Zeit" heißt immer: "Ich will mir die dafür nötige Zeit nicht nehmen."
Am Ende geht's immer um die Frage: "Was soll in meinem Leben welche Rolle spielen?" Ein Hobby wie Rollenspiel gehört in diese Rechnung.
Es ist auch legitim zu sagen: Rollenspiel ist mir nicht (mehr) wichtig genug, um dafür Zeit aufzuwenden. Was nervt ist eher, das Jammern: "Ich wollte ja, aber ich kann nicht." Da kann man nur drauf sagen: "Sei ehrlich und krieg deine Prioritäten sortiert!"


So richtig motiviert ihr mich hier nicht Papa zu werden.
Muss ja auch nicht. Soweit ich das beurteilen kann, ist es wunderschön, bringt nochmal ne ganz eigene Weiterentwicklung der Persönlichkeit mit sich, heißt aber auch viel Verantwortung. Es ist eh ratsam vor der Reproduktion seine persönlichen "Themen" auf der Kette zu haben. Wenn nicht sind die Chancen groß, dass man sie an die Kinder weitergibt und die dann therapeutische Behandlung nötig haben/hätten (vgl. Alice Miller - Das Drama des begabten Kindes).
Am Ende ist es aber trotzdem so, dass sich Elternschaft lohnt, dass sie auch leicht und schön sein darf. Wenn es nicht so wäre, dann würden sich viel mehr Leute dagegen entscheiden. (Denn seien wir ehrlich: Das Problem, dass unsere Spezies durch Reproduktionsmangel untergehen wird, werden wir auf absehbare Zeit nicht haben.)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Luxferre am 27.06.2018 | 15:52
Für mich kristallisierte sich zunehmend heraus, dass es sich deutlich besser spielt, wenn die Väter/Mütter weg von zu Hause sind, ergo nicht in Kindernähe spielen. Wir hatten teilweise Momente, wo der kindliche Lärmpegel an der Grenze des Erträglichen war. Leider waren die dazugehörigen Eltern eher von der Sorte: bei mir oder gar nicht, müsst ihr halt wissen. (erzählte ich schon von meiner Aversion gegen passiv-aggressives Verhalten im Freundeskreis?)
Das waren so Situationen, wo die Tochter geschlagene 90min mit einem Bleistift Würfel in einem Plastikbecher umgerührt hat. Neunzig. Minuten.
Oder die andere Familie, wo die Tochter 3 Stunden lang richtig Terz veranstaltet hat, weil ihr es nciht passte, dass die Eltern Besuch im Hause haben.
Oder der eine Sohnemann, der plötzlich bitterlich anfing zu weinen, weil der SL ein Kampfgeschehen beschrieb und irgendjemand gestorben ist.
Oder ... oder ... oder ...
Es ist für die Eltern sicherlich um einiges stressiger und sicherlich unangenehm. Das möchte ich unbedingt loswerden.
Für die anderen Spieler aber auch.
Daher: auswärtig spielen oder auswärtig Kinder verhaften  :d (an der Raststätte anbinden empfiehlt sich übrigens nicht)
Damit mache ich die besten Erfahrungen.

Und jetzt die Krönung: meine Frau (wir sind in der groben Kinderplanung) hat von sich aus gesagt, dass sie mir gern ein oder zweimal im Monat für einen Tag (wochenends) den Rücken für mein Hobby freihalten wird. Das war ... <3
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: First Orko am 27.06.2018 | 16:15
Ich muss hier mal kurz ne Lanze brechen: Wir haben vor ein paar Wochen das erste mal seit laaanger Zeit (>10 Jahre) mit der alten Gruppe gespielt. Außer mir: Allesamt Väter (vier an der Zahl). Gastgeber: Vater mit 2 Kindern, beide oben im Bett und die ganze Nacht ruhig (bis um 6:30, da ich ebenfalls da übernachtet hab war also für mich auch kein Ausschlafen angesagt ;)).
Das Ganze hat von "Ey wir müssten mal wieder ne Runde DSA zusammen zocken" bis zur Ausführung allerdings auch 3 Monate gedauert. Aber der nächste Termin ging umso schneller.

Also: Wenn alle wollen geht das!
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: bolverk am 27.06.2018 | 16:34
Das waren so Situationen, wo die Tochter geschlagene 90min mit einem Bleistift Würfel in einem Plastikbecher umgerührt hat. Neunzig. Minuten.
Das klingt doch super. Neunzig Minuten der Selbstbespaßung kann ich von meinem Zweijährigen nicht erwarten. ;D :P

Bei uns läuft es so:
Wir treffen uns wöchentlich, jeden Freitagabend ab 8:00 Uhr, richtiges Spielen ist aber tatsächlich erst möglich, wenn der Schnurpsel im Bett liegt und schläft, was in Einzelfällen auch schon mal bis 22:00 Uhr dauern kann. Dummerweise herrscht gerade eine Nur-Papa-darf-mich-ins-Bett-bringen-Phase, was doppelt blöd ist, weil ich gewöhnlich den Spielleiter gebe. Das Fremdübernachten haben wir noch nicht geprobt (meine Eltern wohnen 50m Luftlinie entfernt, das ist also nicht das Problem) und bei einem anderen Spieler spielen bedeutet natürlich, dass ein Elternteil zu Hause beim Kind bleibt. Meine Frau hat schon angeboten, die Gruppe zu verlassen um die Kinderversorgung zu übernehmen, aber meine wirklich toleranten Spieler wollten das keinesfalls zulassen, auch weil ihr Haudrauf-Charakter wirklich gebraucht wird.

Wir haben übrigens auch eine einjährige, kinderbedingte Spielpause eingelegt, während der ich gedanklich schon mal mit dem Rollenspiel abgeschlossen hatte - zumindest für die nächsten Jahre. Der Nichtspieler-Leidensdruck war dann allerdings doch zu groß. Vorher haben wir uns alle vierzehn Tage Samstags zum späten Frühstück getroffen und bis spät in die Nacht hinein gespielt. Die allgemeine Spielzeit ist also deutlich zusammengedampft, aber immerhin treffen wir uns momentan wirklich regelmäßig und kommen auch Stück für Stück voran. Man kann das also unter einen Hut bringen, braucht aber, wie gesagt, dickfellige Spieler/Partner.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: KhornedBeef am 27.06.2018 | 16:55
Ich nehme aus all dem hier mit, dass ich goldrichtig damit liege, weder nicht-jugendfreie Schauer-Atmosphären-Kammerspiele a la CoC noch buchhalterisch-mental fordernde Blutschinken, bei denen ein vergessenes Talent nachher den knappen Sieg wegen Dopings disqualifiziert, in mein Regal zu stellen, sondern so etwas wie Fate, wo eh immer mal was auf der Metaebene diskutiert wird und die Hälfte der Aspekte auf dem Tisch liegen darf. Ich prognostiziere: Ich werde keiner von diesen Ex-Rollenspielern !
 :d
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Weltengeist am 27.06.2018 | 17:02
Also nur mal zur Klarstellung: Ich bin Papa. Und ich habe die ganze Zeit über gespielt, auch als der Kleine noch sehr klein war (und er war damals einer von der stressigen Sorte, ganz besonders abends/nachts). Geht tatsächlich. Wie oben gesagt wurde: Man muss seine Zeit managen, sich mit dem Partner (m/w) absprechen und auch mal Kompromisse machen. Aber es geht.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Luxferre am 27.06.2018 | 20:26
Also nur mal zur Klarstellung: Ich bin Papa. Und ich habe die ganze Zeit über gespielt, auch als der Kleine noch sehr klein war (und er war damals einer von der stressigen Sorte, ganz besonders abends/nachts). Geht tatsächlich. Wie oben gesagt wurde: Man muss seine Zeit managen, sich mit dem Partner (m/w) absprechen und auch mal Kompromisse machen. Aber es geht.

Dazu sind nicht alle bereit. Nicht alle rollenspielenden Väter. Nicht alle alleinaufpassenden Frauen. Nicht alle Kids spielen mit.
Wenn Papa im Keller Rollenspiele spielt, dann kann das liebe Kind doch mal von Muddern ins Bett gebracht werden, oder? Ich erlebte das so, dass dann -und zwar genau DANN!- vom Kind so ein Zinnober veranstaltet wird, dass a) Papa ins Bettchen bringt und b) die restliche Truppe bis zu anderthalb Stunden ohne den SL im Keller rumdümpelt. Tatsachengeschichte.

Ein anderer Vater aus meinem Freundeskreis (Listir, Du bist gemeint!) organisiert das so, dass sein Kind an den seltenen Rollenspieltagen mit Muddern ausm Haus ist. Das finde ich richtig knorke. Von ihm, dem als Vollblutvater sicherlich das Herz blutet ... und von seiner Frau, die ihm mal eben einen ganzen Tag schenkt. Klasse. Danke  :d
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Luxferre am 27.06.2018 | 20:27
Ich finde es übrigens toll, dass dieses Reizthema sehr sachlich diskutiert wird und sich die werten Väter von Kritik nicht angefasst zeigen  :headbang:
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Lord Verminaard am 27.06.2018 | 22:22
Es gilt ja übrigens generell für den Freundeskreis und die Freizeitaktivitäten: Wenn man Kinder kriegt, gibt es zwei Sorten von kinderlosen Freunden. Die, die sich dafür interessieren, wie sich dein Leben verändert, und die bereit sind, dir auf halbem Wege entgegen zu kommen. Und die, die dazu keinen Bezug haben und die letztendlich davon ausgehen, dass die gemeinsamen Aktivitäten mehr oder weniger in derselben Weise stattfinden wie bisher, und dass du in der Bringschuld bist, das zu ermöglichen. Ich muss gestehen, dass ich, als ich noch keine Kinder hatte, auch eher zur letzteren Sorte gehörte, ich hatte auch einfach keine besonders gute Vorstellung davon, wie das für die Eltern ist, zumal einige meiner Freunde deutlich früher Kinder gekriegt haben, als ich. Und als wir dann selber Eltern wurden, gab es definitiv eine ganze Reihe von Leuten, die einfach aus unserem Leben verschwunden sind, nachdem wir dann bei drei, vier Anlässen nicht erschienen waren. Die haben vermutlich auch bei sich gedacht, war denen wohl nicht wichtig genug, und waren enttäuscht. Ganz fair ist das aber nicht.

Und das gilt natürlich auch fürs Rollenspiel. Wenn jemand, der gerade ein Kind bekommen hat, es ermöglicht, genauso wie vorher an einer Rollenspielrunde teilzunehmen, dann geht das nur unter deutlich erhöhten Anstrengungen und Zumutungen, die auch im Zweifel nicht der Mitspieler allein, sondern die ganze junge Familie trägt, während der Rest der Gruppe sich null anstrengt und nichts zumutet. Ich finde es ehrlich gesagt weder für das junge Elternteil, noch für den Rest der Spielrunde eine besondere Auszeichnung, wenn das so abläuft. Sind ja auch ein paar Beispiele in diesem Thread genannt worden, wie es anders geht.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: TaintedMirror am 27.06.2018 | 22:27
Das klngt hier tatsächlich schon nach Traumzuständen. Sowas würde ich tatsächlich bei mir nicht schaffen. Meine Frau hat schon genug Probleme, wenn ich wegen Fortbildung oder Nachtschicht aus dem haus muss und sie die beiden Kleinen allein am leben halten muss. Da mir jetzt noch regelmäßig heraus zu nehmen, mich mit Leuten zu treffen, würde wohl den Rahmen sprengen. Zu mir einladen ist aufgrund der kleinen Wohnungsgröße auch nicht möglich (mal von den sehr meckrigen Nachbarn abgesehen), könnten die Kiddies da wohl nicht schlafen. Online bekomm ich jedoch gut hin, zumindest seit die Kleinen einen einigermaßen regelmäßigen Einschlaftermin haben. Ist halt auch einfacher, da schonmal die Wegezeiten wegfallen und man leichter auch mal Pause machen kann. Plus Leute, die in zeitlicher Nähe noch einen Termin haben, können einfacher nebenher einsteigen. Ist freilich nicht das selbse, aber schlecht ist es auch nicht und man hat ein paar kleinere Vorteile auch während des Spielens, wie etwa Makros oder Regeln als pdfs zu haben.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Caranthir am 27.06.2018 | 22:30
Und als wir dann selber Eltern wurden, gab es definitiv eine ganze Reihe von Leuten, die einfach aus unserem Leben verschwunden sind, nachdem wir dann bei drei, vier Anlässen nicht erschienen waren. Die haben vermutlich auch bei sich gedacht, war denen wohl nicht wichtig genug, und waren enttäuscht. Ganz fair ist das aber nicht.

Natürlich ist erstmal der in der Bringschuld, der weniger Zeit hat. Wenn ich ständig derjenige bin, der neue Termine vorschlägt und von der anderen Seite nicht viel kommt, darf man sich nicht wundern, wenn ich meine Freizeit mit Leuten verbringe, die Zeit haben. Das ist schade, ist aber so.

Ich verstehe die Spieler mit Kindern, gar keine Frage oder Kritik. Aber sie sind es doch, die keine Zeit haben. Sagst du mir dreimal hintereinander ab, erwarte ich, dass du als nächstes mit einem Vorschlag kommst, wann wir uns mal treffen könnten. Leute ohne Kinder haben auch ein Leben neben den Hobbys und Freunden, das man respektieren darf.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: felixs am 27.06.2018 | 22:45
Das ist vielleicht ein wenig sehr offensichtlich - aber es hilft, über sowas zu sprechen.

Wenn man Gründe hat, aus denen Planung schwierig ist, dann ist es immer gut, dass möglichst realistisch zu kommunizieren.

Ich bin in meinen Spielfreundeskreisen fast der einzige mit ohne Kinder (bin ich übrigens froh drüber, wäre nichts für mich). Frustfreie Zeitabsprachen funktionieren dann, wenn jeder sagt was er gern hätte und man dann sieht, was man realistisch hinbekommt. Manche Leute sieht man dann eben seltener, als man gern würde. Denke, das kann später wieder besser werden.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Rhylthar am 27.06.2018 | 23:28
Zitat
Wenn Papa im Keller Rollenspiele spielt, dann kann das liebe Kind doch mal von Muddern ins Bett gebracht werden, oder? Ich erlebte das so, dass dann -und zwar genau DANN!- vom Kind so ein Zinnober veranstaltet wird, dass a) Papa ins Bettchen bringt und b) die restliche Truppe bis zu anderthalb Stunden ohne den SL im Keller rumdümpelt. Tatsachengeschichte.
Könnte bei mir auch hier passieren. Und auf Klo (oben) müsste wohl auch mal einer.  ^-^

@ Caranthir:
Auch als Vater bin ich da ganz bei Dir. Ich möchte eben nicht der sein, der immer absagt. Weil ich es muss, nicht, weil ich nicht spielen will. Habe auch damals eine Runde aufgegeben (aus anderen Gründen), einfach, weil ich eben nicht mehr "100 %" geben konnte und dies sowohl für mich unbefriedigend war und ich es als unfair empfand, ständig absagen zu müssen.

Und noch ein Nachtrag zum Faktor Freizeit:
Freizeit habe ich durchaus genug bzw. kann sie mir freischaufeln. Wer hat noch Di./Mi. um 12:00 Feierabend und hat Lust, bis ca. 18:00 Uhr zu spielen?  ;)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Issi am 28.06.2018 | 06:09
Naja Rollenspiel ist, so schön es auch sein mag, ein unglaublicher Zeitfresser.
Das ist nichts, was man mal schnell irgendwo reinschieben kann, wie eine Stunde Tennisspielen, Joggen, Fußball spielen whatever. Unter drei Stunden lohnt es sich manchmal gar nicht.
Weshalb das Wochenende als Termin oft einfach näher liegt.
Wenn der Partner das Hobby teilt, ist es idR. leichter, weil man dann an den freien Tagen zumindest Zeit zusammen verbringt, und dazu noch einen gemeinsamen Freundeskreis pflegt.
Ist das nicht der Fall, dann muss das der Partner (Kinder/Familie) mittragen wollen.
Das ist nicht immer selbstverständlich so, und gilt es vermutlich zu akzeptieren und zu respektieren.
Der innere Kreis kommt idR. zuerst. -Und das sind im Zweifelsfall nicht die Kumpels und Freunde.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Caranthir am 28.06.2018 | 07:24
@ Caranthir:
Auch als Vater bin ich da ganz bei Dir. Ich möchte eben nicht der sein, der immer absagt. Weil ich es muss, nicht, weil ich nicht spielen will. Habe auch damals eine Runde aufgegeben (aus anderen Gründen), einfach, weil ich eben nicht mehr "100 %" geben konnte und dies sowohl für mich unbefriedigend war und ich es als unfair empfand, ständig absagen zu müssen.

Wenn du das so klar kommunizierst, ist das ja auch kein Problem, das würde ich so auch nachvollziehen können. Was mich ein wenig emotionaler werden ließ  ;), war die Aussage, dass Spieler ohne Kinder das oft nicht verstehen würden und sich abwenden. Nach meiner Erfahrung waren es bisher leider immer die Spieler mit Kindern, die sich von mir und meinen Runden abwendeten. Frage ich nach und es kommt null Reaktion oder eben die Antwort "Keine Zeit mehr", ist die Sache für mich geklärt.

Sonst würde ich schon immer wieder versuchen, auch mit Leuten, die weniger Zeit haben, Termine zu finden. Aber eben nicht auf Kosten meiner Nerven  ;)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Lord Verminaard am 28.06.2018 | 08:46
Natürlich ist erstmal der in der Bringschuld, der weniger Zeit hat. Wenn ich ständig derjenige bin, der neue Termine vorschlägt und von der anderen Seite nicht viel kommt, darf man sich nicht wundern, wenn ich meine Freizeit mit Leuten verbringe, die Zeit haben. Das ist schade, ist aber so.

Ich verstehe die Spieler mit Kindern, gar keine Frage oder Kritik. Aber sie sind es doch, die keine Zeit haben.

Sie sind es, die keine Möglichkeit haben, ins Kino zu gehen. Oder spät abends bis nachts in Clubs feiern zu gehen. Und wenn das eben vorher das war, was man im Wesentlichen zusammen unternommen hat, und die jungen Eltern da dann wegbleiben, dann stellt sich halt die Frage, war nur das die Grundlage der Freundschaft? Oder sind Freunde bereit, an nem Samstagnachmittag zu uns zu Besuch zu kommen, auch wenn das mit nem schreienden Baby dann ziemlich unentspannt sein kann? Bei uns gab es ein paar wenige von den letzteren, und viele von den ersteren.

Oder um beim Rollenspiel zu bleiben. Als der erste Mitspieler Vater wurde, war ich noch Student. Die anderen haben teilweise gearbeitet aber hatten alle keine Kinder. Überlicherweise haben wir am Wochenende gespielt und dann bis 2, 3 Uhr nachts. Unser Mitspieler hatte uns mehrfach gebeten, früher Schluss zu machen, weil er es einfach nicht packt, so lange zu spielen. Aber wir hatten damals nicht sehr viel Verständnis dafür, und wenn es dann um Mitternacht, wo er eigentlich gesagt hatte, dass er allerspätestens los möchte, gerade spannend war, dann wurde er von allen Seiten gedrängt ("diese Szene noch") und dann war es meistens doch 1 Uhr, bis er los kam. Da ist er dann irgendwann ausgestiegen und heute verstehe ich das sehr gut. Heute enden meine regulären Runden zwischen 22 und 23 Uhr und selbst auf dem Tanelorn-Treffen versuche ich, vor Mitternacht fertig zu sein.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: D. M_Athair am 28.06.2018 | 08:56
Und als wir dann selber Eltern wurden, gab es definitiv eine ganze Reihe von Leuten, die einfach aus unserem Leben verschwunden sind, nachdem wir dann bei drei, vier Anlässen nicht erschienen waren. Die haben vermutlich auch bei sich gedacht, war denen wohl nicht wichtig genug, und waren enttäuscht. Ganz fair ist das aber nicht.
Warum sollte das "nicht ganz fair" sein?
Durch Partnerschaft und v.a. Kinder verändern sich Beziehungen zu Freunden, Geschwistern, ... Die Ressourcen, die alten Beziehungen so zu pflegen wie zuvor, sind nicht gegeben. Dass das nicht alle Leute mittragen können und wollen, finde ich normal. Insofern: Wenn Du lieber in die Beziehung zu Partner/Partnerin und v.a. Kinder (die mehr als alle anderen ein Recht darauf haben, dass ihre Bedürfnisse gestillt werden) investierst und damit die Wertigkeit von Freundschaften etc. verringerst, dann ist es völlig legitim, dass Freunde zu diesen neuen Bedingungen diese Freundschaft nicht aufrecht erhalten wollen oder können. Ganz normaler "trade off". Nichts daran ist unfair.

Soll heißen: Wenn sich Lebensbedingungen verändern müssen Beziehungen neu ausgehandelt werden. Das kann gelingen, muss aber nicht. Es gehen auch viele Beziehungen über der Situation "schwer krankes Kind" kaputt, weil unter den Bedingungen die Partnerschaft für einen Teil "nicht genug" ist. So ist das Leben.

Für Rollenspiel gelten dieselben sozialen Regeln wie für alles andere.
Verfügbarkeit ist ein zentrales Kriterium.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Issi am 28.06.2018 | 09:11
Naja es gibt Menschen mit denen macht man zusammen  Rollenspiel .Und es gibt Menschen mit denen macht man auch abseits vom Spieltisch Unternehmungen. Oder tauscht sich aus. Weil es um den Menschen selbst geht, nicht nur ums Spielen.
Ich habe Lord V. jetzt so verstanden, dass er dachte erste Sorte wäre auch zweite. Was aber nicht der Fall war.
Das enttäuscht vielleicht ein Wenig.
Man hat sich getäuscht.
Unfair ist vielleicht das falsche Wort.
Enttäuschung trifft es vermutlich besser.

Edit.
Bin ich mit jmd befreundet, weil ich ihn als Mensch mag und schätze? (Egal ob man sich nur ein paar mal im Jahr sieht)
Oder gründet diese Freundschaft alleine darauf, dass man das gleiche Hobby teilt?
(Fällt das Hobby weg, dann auch der Kontakt)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: First Orko am 28.06.2018 | 09:25
Die Frage ist halt: Hab ich Freunde, mit denen ich auch Rollenspiel betreibe - oder habe ich Freunde UND Leute fürs Rollenspiel.
Ich bin ganz froh, dass es in meinem Rollenspiel-Bekannten/Freundeskreis um ein Miteinander geht und man versucht, _gemeinsame_ Lösungen zu finden für veränderte Situationen und plörtlich auftretende Schwierigkeiten bei Zeitplanung usw. angeht - auch wenn dabei eine Seite deutlich mehr zurückstecken muss als die andere. Weil man weiß, was man aneinander hat. Das geht natürlich gut, wenn es über die reine Spielzeit hinaus Bindungen gibt.

Deshalb bin ich auch sehr irritiert, wenn ich hier von Businesskasper-Sprech wie "Trad-Off" (immerhhin in Anführungszeichen  ;)) und Neuverhandlungen über Zeiteinheiten etc. lese. Aber vielleicht ist das auch ein Auswuchs unserer Zeit: Das "Managen" von Freizeit. Ich versuche, sowas so gut es geht zu minimieren* und dabei so flexibel wie möglich zu bleiben - ohne Kinder kann man sich das eher leisten also warum nicht?

Ich bin da also grundsätzlich bei Vermi und denke, dass man schon ein bißchen auf veränderte Lebensumstände eingehen kann, wenn man selbst halt weniger bindende Verpflichtungen als Schichtarbeit und/oder Kind hat. Und das ist auch nicht einseitig, man hat ja im Zweifel was davon: Zeit mit wertvollen Menschen zu verbringen.

Wenn mein Gegenüber seine Kosten-Nutzen-Rechnung anders aufstellt: Sei's drum. Dann ist es aber auch tendenziell weniger schade, wenn derjenige dann raus ist.

*Natürlich teilt jeder irgendwie seine Zeit ein. Aber zwischen fixen Planungen von Zeitslots auf Monate und einer lockeren Wochenplanung ist doch noch ein Unterschied!

EDIT: Issi war dank Ninja-Edit schneller  ;D
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Lord Verminaard am 28.06.2018 | 09:37
Warum sollte das "nicht ganz fair" sein?

Weil dadurch mir allein die Schuld am Ende der Freundschaft zugewiesen ist. Die Logik ist, wenn er unbedingt Kinder haben will, ist das ja sein Problem, bei mir hat sich ja nichts geändert, er ist es, der ja unbedingt sein Leben verändern musste, warum sollte ich mich in irgend einer Form darauf einstellen müssen? Sieht man ja auch schon an den Antworten hier, dass das die gängige Reaktion ist. Ist übrigens bei beruflichen Veränderungen genau die gleiche Reaktion und genau so wenig fair.

Ich habe das ja früher ganz genau so gesehen und gehandhabt, habe ich ja auch geschrieben. Aber wenn ich heute noch mal die Chance hätte, würde ich versuchen, es anders zu machen. Eben versuchen, den anderen auf halbem Weg entgegen zu kommen. Wenn sich das dann als fauler Kompromiss erweist, der keinem was bringt, okay, dann muss man eben noch mal neu denken. Aber früher habe ich es nicht einmal versucht, sondern, genau wie das hier jetzt auch anklingt, gedacht, "nicht mein Problem", und dann, schlimmer, war ich enttäuscht von den anderen, denen mit dem Kind, denen mit dem verantwortungsvollen Job. Und dieses Enttäuschtsein, das ist sehr selbstgerecht und, wie ich schrieb, nicht fair. Jedenfalls dann nicht, wenn der andere durchaus noch Interesse an der Freundschaft zeigt, man selber nur keine Lust hat, sich den geänderten Umständen in irgend einer Weise anzupassen.

Ich hatte z.B. mal Rollenspielfreunde für ein Wochenende eingeladen. Die trafen um 17 Uhr an einem Freitag ein. Ich hatte gehofft, dann Feierabend machen zu können. Ich hatte aber einen Job mit Verantwortung, und es war dann etwas, das an dem Tag noch fertig werden musste, also gelang es mir erst um 18 Uhr, Feierabend zu machen. Einer meiner Freunde war darüber furchtbar angepisst.

Ein anderer Freund gefiel sich in der Rolle des "schlechten Einflusses", der die Väter in seinem Freundeskreis dann am Samstag zum Feiern mitschleppte und sie überredete, länger zu bleiben und mehr zu trinken, als sie eigentlich wollten. Erzählte das ganz selbstgefällig und voller Stolz. Und während er dann gegen mittag am Sonntag aufstand, sich ein Katerfrühstück machte und sich dann wieder auf die Couch legte, dachte er recht wenig darüber nach, dass die besagten Väter um 6:30 von ihren Kindern geweckt wurden und am Montag wieder arbeiten mussten. Wenn aber jemand sich nicht so leicht überreden ließ, wenig trank und früh nach Hause ging, dann sagte er nicht: "Naja, schön dass er es möglich gemacht hat, dabei zu sein." Sondern er sagte: "Bah, mit dem ist echt nichts mehr los, seit er Kinder hat."
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Wellentänzer am 28.06.2018 | 09:48
Hach Vermi, das sind extrem weise Worte. Das hast Du toll zusammengefasst. Herzlichen Dank dafür.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Boba Fett am 28.06.2018 | 09:59
@Vermi:
Das ist mir zum Glück nicht wirklich passiert, abgesehen von den Rollenspielern, die jetzt zu bequem geworden sind, aber da bedauere ich das "den Arsch nicht hochkriegen" und nicht, dass sie mir meine Lebenssituation zum Vorwurf machen...
Allerdings muss man sich - glaube ich - in der von Dir geschilderten Situation einfach mal fragen, wie gut (oder wie egoistisch) diese Freundschaften von der anderen Seite eigentlich waren.
Wenn Freundschaften nur zu einseitigen Bedingungen funktionieren (oder sogar existieren), dann sind sie zu hinterfragen. Und dann sollte man sich fragen, ob das früher nicht auch eher einseitige Dinger waren - bei denen man nur zufällig das Glück hatte, die Bedingungen leicht erfüllen zu können.
Die Schuldfrage dürfte sich damit schlicht umkehren.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Hotzenplot am 28.06.2018 | 10:28
Mangelnde Zeit durch Kinder sehe ich eher als Symptom an. Ein Symptom der Prioritätenverschiebung. Rollenspiel ist einen Platz nach unten gerutscht, denn das Kind steht an erster Stelle (sollte zumindest so sein). Die erste Zeit mit Kind ist eine Zeit der Neusortierung, unter anderem genau dieser Prioritäten. Was möchte ich in meiner noch übrigen Freizeit machen? Wofür möchten wir, möchte ich, noch Geld ausgeben? Wenn man strukturiert da rangeht, hat man ziemlich deutliche eine Liste vor sich. Wenn Rollenspiel immer noch relativ weit oben steht, sollte es kein Problem sein, es hinzubekommen.
Ich bin auch Vater seit 2014, dennoch leite ich leidenschaftlich gerne meine Kampagne weiter und bin derjenige mit den wenigsten Ausfällen und als SL wohl mit Abstand mit der meisten eingesetzten Energie und Zeit.
Erst war ich alleiniger Vater in der Runde, seit einem halben Jahr ungefähr ist ein Spielerpärchen auch in den Genuss der Elternschaft gekommen. Da sie beide spielen wollen, gestaltet sich das ganze da schon etwas schwieriger, aber das wird man sehen.

Keine Zeit mehr zu haben wegen Kind, ist, jedenfalls länger als die erste Zeit, eine Ausrede für mangelndes Zeitmanagement. Ausgehend von einem gesunden und gewissermaßen "normalen" Kind in einer durchschnittlichen Partnerschaft (alleinerziehend sieht das direkt ganz anders aus). Gerade, wenn von einem Kind die Rede ist. Meine Schwiegermutter mit 9 Kindern lacht sich jedes Mal kugelrund, wenn die klassischen 1,5-Kinder-Ehen vom Megastress mit ihrem Kind reden.
Ich habe mit Eltern in Rollenspielrunden (bei meiner alten Runden sind bis auf einen inzwischen alle Eltern) fast durchweg gute Erfahrungen.

Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass wir (natürlich nicht alle, aber die meisten von uns) eher zu viel als zu wenig Freizeit haben (bzw. ohne Kinder hatten). Das führt dann auch dazu, dass viele Menschen ihre freie Zeit überhaupt nicht einteilen können. Spätestens mit der Elternzeit lernen viele Leute aber, diese geringer werdende freie Zeit zu verwalten und potenziell sinnvoller zu nutzen - wobei eine sinnvolle Nutzung auch bewusstes Gammeln sein kann. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Isegrim am 28.06.2018 | 10:31
Ich hatte z.B. mal Rollenspielfreunde für ein Wochenende eingeladen. Die trafen um 17 Uhr an einem Freitag ein. Ich hatte gehofft, dann Feierabend machen zu können. Ich hatte aber einen Job mit Verantwortung, und es war dann etwas, das an dem Tag noch fertig werden musste, also gelang es mir erst um 18 Uhr, Feierabend zu machen. Einer meiner Freunde war darüber furchtbar angepisst.

Kann alles mal passieren. Sich allerdings hinzustellen und ob des eigenen, ach so wichtigen Jobs zu denken "Ist mir doch egal, wenn andere sich Zeit frei schauffeln. Über diese Zeit kann ich frei verfügen, weil ich ja ach so wichtig bin", ist mehr als selbstgerecht: Es ist arrogant.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: D. M_Athair am 28.06.2018 | 10:36
Weil dadurch mir allein die Schuld am Ende der Freundschaft zugewiesen ist.
OK. Verständlich.
Es hat halt zwei Seiten: Jede Beziehung ist ein Miteinander und beruht normalerweise darauf, dass jede.r die Zuneigung, Zeit, Anerkennung, Empathie, ... bekommt, die sie oder er braucht bzw. will. Das ist letztlich ein tragfähiger Kompromiss. Den herzustellen, dafür sind alle Seiten verantwortlich. Wenn die gute Beziehung - so wie sie besteht - dadurch aufgekündigt wird, dass wer nen Partner/ne Partnerin ins Spiel bringt oder noch krasser durch ein Kind, dann muss die Freundschaft neu ausgehandelt werden.
Und klar ist dir faktisch die Freundschaft weniger wert. Dein emotionales Investment geht ja nun vornehmlich in deine Familie. Ist völlig legitim. Ist ja dein Leben. Nur kann oder will das nicht jede Freundin, jeder Freund oder jede Rollenspielrunde mittragen.

Insofern: Deine Schuld ist den "status quo" aufgehoben zu haben (was bei anderen zu Enttäuschung führen kann).
Die gemeinsame Schuld ist, die Feundschaftsbeziehung nicht auf neue Füße stellen zu wollen oder können. Das schuldhafte Versagen liegt da meist viel eher auf Seiten der Nicht-Verpartnerten oder der Kinderlosen. Vielleicht auch, weil sie mit ihrer Enttäuschung nicht gut klar kommen. (Auch das ist enttäuschend.)
Es bleibt dabei: Ne Beziehung funktioniert nur dann, wenn alle das für einen tragfähigen Kompromiss Nötige einbringen.

Und dieses Enttäuschtsein, das ist sehr selbstgerecht (...)
Ist es. Sowohl bzgl. "wie konnte der nur den guten Status Quo" aufheben als auch in der Form von "wie kann er die Freundschaft nicht mehr wollen, nur weil ich jetzt Familie habe."

Es ist tragisch und bitter wenn Beziehungen sich nicht veränderten Lebensumständen anpassen können, aber Fakt ist, dass Anpassungsfähigkeit von Menschen unterschiedlich und nicht unendlich ist. Daran kann keine noch so gute Beziehung was ändern. Man kann es bloß versuchen und guten Willen zeigen. Ob es gelingt oder ob es überhaupt Chancen des Gelingens gibt, bleibt trotzdem offen.
(Viele Beziehungen halten auch z.B. eine langwierige schwere Krankheit eines der Partner oder das Leben mit einem schwer behindertes Kind nicht aus. Traurig, aber ist so.)


Die Schuldfrage dürfte sich damit schlicht umkehren.
Ich denke nicht. Selbst gesunde Beziehungen leben davon, dass alle beteiligten die emotionale Zuwendung bekommen, die sie wollen und brauchen. Wenn diese Gegenseitigkeit nicht mehr läuft - warum auch immer - dann ist eben Schluss. That's life.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Issi am 28.06.2018 | 10:38
Rollenspiel geht(wenn es nicht bei den Eltern Zuhause ist), 1.wenn einer von beiden Zuhause bleibt und bereit ist auf das Kind oder die Kinder aufzupassen. (Während der andere spielt)
2.Wenn Beide spielen wollen brauchen sie entweder einen Babysitter. Oder sie müssen das Kind zum fremd Übernachten mitbringen (dürfen).
D. h. das ist IdR. keine Entscheidung, die jemand ganz alleine trifft. (Egal was für Prioritäten er hätte)

Das funktioniert nur wenn mehrere Menschen mitmachen und das unterstützen.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Ninkasi am 28.06.2018 | 10:51
Hach Vermi, das sind extrem weise Worte. Das hast Du toll zusammengefasst. Herzlichen Dank dafür.
+1

Selbstreflexion und Komunikation sind wichtig.

Meine Rollenspielbekanntschaften sind ganz grob gespalten in zwei Gruppen:
1. In der Woche muss ich früh raus, da tu ich mir den Rollenspielfreizeitstress nicht an.
Lasst uns am Wochenende spielen.
2.  Wochenende ist Familienzeit oder sind so viele andere Freizeitaktivitäten am Konkurieren, dass ein "regelmäßiger" Rollenspieltermin nicht mehr zur Diskussion steht.

Ansonsten kann ich nur sagen: Zeit mit der zugehörigen Prioritätszuordnung.
Nicht immer einfach eine Runde zu gestalten.

Zum Thema Ex-Rollenspieler:
Habe auch zwei alte Kumpels die nix mehr in der Richtung machen. Für mich teilweise unverständlich. Faulheit & Bequemlichkeit bei dem einem und der andere hat, nach einem Umzug und eingeschlafener Runde, mir seine Kiste RSP-Bücher vermacht und Ende.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Caranthir am 28.06.2018 | 10:56
Weil dadurch mir allein die Schuld am Ende der Freundschaft zugewiesen ist. Die Logik ist, wenn er unbedingt Kinder haben will, ist das ja sein Problem, bei mir hat sich ja nichts geändert, er ist es, der ja unbedingt sein Leben verändern musste, warum sollte ich mich in irgend einer Form darauf einstellen müssen? Sieht man ja auch schon an den Antworten hier, dass das die gängige Reaktion ist. Ist übrigens bei beruflichen Veränderungen genau die gleiche Reaktion und genau so wenig fair.

Ich würde hier nicht von "Schuld geben" sprechen wollen. Es gibt Leute, die aufgrund von Kindern das Rollenspiel aufgeben und zu denen ich keinen Kontakt mehr habe. Dann war da anscheinend Rollenspiel das verbindende Element. Was hier die Spielzeiten angeht, wurde in meinen Runde immer Rücksicht auf jeden genommen und niemand wird unter Druck gesetzt (was richtig scheiße ist, gebe ich dir recht).

Es gibt aber auch Leute, die kenne ich seit über 30 Jahren, bei denen es mir selbst ohne das Hobby Rollenspiel schwerfällt, den Kontakt zu halten. Dass die nicht mehr spielen, kann ich nachvollziehen (Arbeitszeit von 9-20 Uhr + zwei Kinder). Dass man sich ein, oder zweimal im Jahr sieht, liegt aber auch nur daran, dass ich ihnen ständig hinterherlaufe.

Was ich irgendwie cool fände, wäre, beiden Seiten Verständnis entgegen zu bringen. Ich find's persönlich schwierig, wenn sich Freunde verabschieden, egal ob Rollenspieler oder nicht. Daher auch mein Stirnrunzeln ob der Eingangsfrage, warum Leute nicht staunend vor dem Rollenspieregal stehen. Das ist in der Work-Life-Situation - wenn es ums Thema Freunde geht - wirklich sowas von egal.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Lord Verminaard am 28.06.2018 | 10:59
Die gemeinsame Schuld ist, die Feundschaftsbeziehung nicht auf neue Füße stellen zu wollen oder können. Das schuldhafte Versagen liegt da meist viel eher auf Seiten der Nicht-Verpartnerten oder der Kinderlosen. Vielleicht auch, weil sie mit ihrer Enttäuschung nicht gut klar kommen. (Auch das ist enttäuschend.)

Ich denke, es ist oft eher das Thema, dass sie es einfach nicht verstehen können. Und es ist auch wirklich schwer, wenn man keine eigene Erfahrung damit hat, ging mir ja früher ganz genau so, ich hatte einfach überhaupt keinen Bezug dazu. Leute, die selber schon Pateneltern sind oder vielleicht sehr viel jüngere Geschwister haben und daher eher wissen, wie es ist, haben dann auch nicht diese Enttäuschung, weil sie es nicht so auf sich selbst beziehen.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Exar am 28.06.2018 | 11:05
Sie sind es, die keine Möglichkeit haben, ins Kino zu gehen. Oder spät abends bis nachts in Clubs feiern zu gehen. Und wenn das eben vorher das war, was man im Wesentlichen zusammen unternommen hat, und die jungen Eltern da dann wegbleiben, dann stellt sich halt die Frage, war nur das die Grundlage der Freundschaft?

Das ist natürlich auch ein Faktor. Nicht alle Freundschaften sind tief und innig. Eigentlich sind es wohl eher nur die, bei denen man von "besten Freunden" spricht.
Viele der restlichen Freundschaften/Bekanntschaften verbindet eben nur ein Hobby (oder auch 2). Wenn dann die Möglichkeit ganz oder größtenteils wegfällt, dieses Hobby gemeinsam auszuüben, dann leidet logischerweise auch die Freundschaft darunter bzw. endet sogar.

Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass wir (natürlich nicht alle, aber die meisten von uns) eher zu viel als zu wenig Freizeit haben (bzw. ohne Kinder hatten). Das führt dann auch dazu, dass viele Menschen ihre freie Zeit überhaupt nicht einteilen können.

Das dürfte vielen Schülern und Studenten so gehen bei der Transformation in einen Vollzeitjob evtl. sogar + Familie.
Die vorher massig vorhandene Freizeit ist nun plötzlich auf ein sehr viel kleineres Maß geschrumpft und man kommt nicht damit klar alle früheren Freizeitaktivitäten sinnvoll daran anzupassen (ja, auch das Rumgammeln, Fernsehen, Schlafen, Prokrastinieren, etc).
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Achamanian am 28.06.2018 | 11:05
Hach Vermi, das sind extrem weise Worte. Das hast Du toll zusammengefasst. Herzlichen Dank dafür.

+1

Es ist immer Unsinn, Freunden eine sich verändernde Lebenssituation zum Vorwurf zu machen, weil es keinen Anspruch darauf gibt, dass ein Mensch sich gleich bleibt. Schön ist es in einer Freundschaft oder einfach bei gemeinsamen Hobbys wie RSP, wenn alle sich zumindest ein Stück weit auf das einlassen, was bei den anderen gerade Sache ist.

Ich erlebe mich in meiner derzeitigen Runde als der einzige mit Kindern im Haus übrigens nicht als der Flaschenhals; da fallen die anderen Beteiligten durch ihre Arbeitssituation oder sonstige Lebensumstände mindestens genauso oft aus. Ich freue mich dann trotzdem über jedes Treffen, das zustande kommt.

Ich habe allerdings auch einen alten RSP-Freund, der mir mein verändertes Leben zum Vorwurf macht; der war es gewohnt, immer die Ansagen zu machen ("Wir treffen uns dann dort und spielen Pathfinder, und wer nicht erscheint, ist eben nicht dabei.) - was eine Weile lang auch durchaus gut für alle funktioniert hat. Für mich dann eben nicht mehr, und da habe ich irgendwann (da er noch dazu absolut auf Pathfinder eingeschossen war) gesagt, dass ich bei seinen Runden nicht mehr mitspielen werde, weil es für mich einfach zu kompliziert ist, mich nach seinen Terminwünschen zu richten. Bei dem war ich auch etwas angepisst, als er mir in der Folge meinen "heteronormativen Lebensstil" als das Problem vorwarf. Klar, voll heteronormativ, wenn man sich als Vater in erster Linie um die Kinder kümmert, anstatt zu sagen: "Das macht meine Frau schon" und sich am Wochenende mit den Kumpels zu treffen. (Der ganze Konflikt fiel auch noch in eine Zeit, als meine Frau deutlich mehr arbeiten musste als ich und ich deshalb "Haupt-Elternteil" war).
Von diesem Freund bin ich tatsächlich meinerseits etwas enttäuscht, weil er überhaupt keine Kompromissbereitschaft mitgebracht und mir die Veränderungen in meinem Leben zum Vorwurf gemacht hat.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Hotzenplot am 28.06.2018 | 11:07
ich hatte einfach überhaupt keinen Bezug dazu.
Jap, ging mir als kinderloser Typ auch so. Vor allem mit meinem Lotterleben ( ~;D) musste ich ziemlich krass Schluss machen. Hat meiner Gesundheit aber gut getan, würde ich sagen. Selbst als mein Bruder dann Kinder bekam, war mir das immer noch fremd. Bis ich selbst ein Kind hatte, konnte ich auch nicht mit Kindern umgehen. Hat glaube ich auch jeder bei mir gemerkt. Nur eine Dame hat das mal behauptet, weil ich ihr unerzogenes Blag im Büro mal so derbe angeschnauzt habe, dass sogar Klein-Rambo lieb in der Ecke saß.  ;D
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Ninkasi am 28.06.2018 | 11:08

Es gibt aber auch Leute, die kenne ich seit über 30 Jahren, bei denen es mir selbst ohne das Hobby Rollenspiel schwerfällt, den Kontakt zu halten. Dass die nicht mehr spielen, kann ich nachvollziehen (Arbeitszeit von 9-20 Uhr + zwei Kinder).

Aber wenn die Leute dann noch 1-2x in der Woche zum Sporttraining gehen sollten, am Wochenende noch einen Spieltag dazu, dann liegt es an der Priorität und nicht am Zeitmangel.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Caranthir am 28.06.2018 | 11:23
Aber wenn die Leute dann noch 1-2x in der Woche zum Sporttraining gehen sollten, am Wochenende noch einen Spieltag dazu, dann liegt es an der Priorität und nicht am Zeitmangel.

Ich würde Leuten jetzt auch keinen Vorwurf machen, wenn sie ein, bis zweimal die Woche Sport machen wollten und dafür Rollenspiel streichen müssten. Das würde ich auch so entscheiden. Die Prioritäten liegen bei mir Familie/Gesundheit - Arbeit - Freunde/Rollenspiel. Klar liegt es an den Prioritäten. Aber ganz ehrlich, bei Arbeitszeiten von 9-20 Uhr würde es mich echt überraschen, wenn man noch Zeit zum Rollenspiel hätte.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: D. M_Athair am 28.06.2018 | 11:24
Das funktioniert nur wenn mehrere Menschen mitmachen [...]
Richtig. Der "Basis-Mechanismus" ist genau der Gleiche, wie bei jeder anderen Rollenspielrunde.
Nur sind die Anforderungen an die (alle?) Beteiligten, wenn kleine Kinder im Spiel sind, um einiges höher. Entsprechend sind die nötigen Anpassungsleistungen auch viel höher. Die kann und will nicht jeder erbringen.

Ich denke, es ist oft eher das Thema, dass sie es einfach nicht verstehen können. Und es ist auch wirklich schwer, wenn man keine eigene Erfahrung damit hat, ging mir ja früher ganz genau so, ich hatte einfach überhaupt keinen Bezug dazu. Leute, die selber schon Pateneltern sind oder vielleicht sehr viel jüngere Geschwister haben und daher eher wissen, wie es ist, haben dann auch nicht diese Enttäuschung, weil sie es nicht so auf sich selbst beziehen.
Klar. Müsste trotzdem nicht so sein. Wer (verstehen) will, findet Wege. Im Internet kann man zu fast allem was finden. Man kann mit frischgebackenen Eltern sprechen oder sich mit ihnen über ein Forum austauschen. Es gibt Bücher, ... Man kann mit offenen Augen durch die Welt gehen und beobachtend lernen. (Ich hab als Patenonkel über die Bedeutung der Kinder-Fürsorge für Eltern jetzt nicht sooo viel Neues dazu gelernt. Auch wenn es natürlich neue Qualitäten ergänzt hat. Andererseits durfte und musste ich sehr früh lernen alles genau zu beobachten und hab einschlägige fachliche Vorbildung.)

Das Problem ist eher, dass Enttäuschung und Kränkung früh eintreten oder stärker sind und dadurch eine wirklich faire/offene Beschäftigung mit dem Thema blockiert ist ... (Funktioniert anders rum ja auch so: "Wie kann er nur gleich gekränkt reagieren, ich will ja trotz Kindern, aber ...")


Ein schlauer Mensch hat mal gesagt:
Zitat
Wer will findet Wege. Wer nicht will findet Gründe.
Genau so ist es. In Bezug auf sehr vieles im Leben.
Wer will und trotzdem keine Wege findet, muss die Blockaden finden und lösen, nötige Ressourcen erwerben, ... Ein unbewusstes Nicht-Wollen kann z.B. ziemlich nervig sein. Ein sich-selbst-nicht-eingestehbares Nicht-Wollen auch. Dasselbe gilt für: Nicht zu wissen, ob man eigentlich will oder nicht.

Aber ganz ehrlich, bei Arbeitszeiten von 9-20 Uhr würde es mich echt überraschen, wenn man noch Zeit zum Rollenspiel hätte.
Keiner wird hierzulande gezwungen solche Arbeitszeiten zu haben.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Feuersänger am 28.06.2018 | 11:45
Ich hab ja in der Vergangenheit auch schonmal ziemlich genau das gesagt, was Vermi angesprochen hat: Eure Lebensentscheidung, nicht meine. Ich seh nicht ein, warum ich das ausbaden soll.
Allerdings entstand das im Kontext einer für mich sehr frustrierenden Runde, in der ein Elternpaar (sie war SL) wirklich _ständig_ die zweiwöchentlich angesetzten Runden gesprengt hat, teilweise die Absagen erst kamen als ich schon halb im Auto saß, teilweise nach 1 Stunde Spielzeit abgebrochen wurde weil die babysittende Oma keine Lust mehr hatte, und und und. Auch auf die Idee, dass die BEIDEN sich dann halt vielleicht mal abwechseln könnten, dass einer spielt und der andere daheim bleibt, sind sie nicht gekommen -- da wurden lieber 5 andere Mitspieler im Regen stehen lassen. Bei so viel Entgegenkommen und Kompromissbereitschaft elterlicherseits blieb mir nur, irgendwann erst per innerer Kündigung (habe aufgehört mir die Spieltermine frei zu halten), dann endgültig einen Cut zu machen.
Zu der Zeit war ich auf Eltern generell schlecht zu sprechen.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Issi am 28.06.2018 | 11:46
Wenn jmd. merkt,  er schafft Rollenspiel aufgrund von Erschöpfung, Zeitmangel andere Prioritäten nicht mehr.
Dann kann man ja auch schauen ob man sich mal kürzer sehen kann. Ab und zu mal treffen. Wenn der Freund daran auch nicht interessiert ist, dann war es halt eine Rollenspiel Kumpelschaft. Was auch OK. ist.
Nicht alle Freundschaft haben die gleiche Qualität.
Mehr als 2-3  beste Freunde schafft man gar nicht.

Es braucht idR. auch einen Grund Freundschaften aufrecht zu erhalten, keinen um Freundschaften zu lösen.
Und findet der sich auf einer der beiden Seiten nicht, dann ist das so.
Manche Menschen begleiten einen auch nur eine gewisse Zeitlang. Oder man entwickelt sich in unterschiedliche Richtungen.
Was für Freundschaften ohnehin für Bestand sorgt sind weniger die gemeinsamen Interessen, als die gemeinsamen Werte.
Wenn Familie für den einen einen großen Wert hat und für den anderen nicht, dann passt es vermutlich auf Dauer auch nicht zusammen.(Job wäre ähnlich und hängt oft zusammen )

Eine Rollenspiel Gruppe ist erstmal eine Interessen Gemeinschaft. Die Werte können zusammen passen.
Es kann aber auch genau das Gegenteil der Fall sein.
(ganz wertfrei)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Boba Fett am 28.06.2018 | 11:59
Kann alles mal passieren. Sich allerdings hinzustellen und ob des eigenen, ach so wichtigen Jobs zu denken "Ist mir doch egal, wenn andere sich Zeit frei schauffeln. Über diese Zeit kann ich frei verfügen, weil ich ja ach so wichtig bin", ist mehr als selbstgerecht: Es ist arrogant.

Sag das bitte mal dem Arzt in der Notaufnahme...
oder dem DHL/DPD/Hermes Fahrer, der noch einer Arschkarten-Tour bekommen hat und die ausliefern darf, denn wenn nicht, steht sein Job auf dem Spiel.
oder dem Banker, der noch einen Beratungstermin hat, dessen Kunden ihn stundenlang belabern oder eben auch erst verspätet eintreffen.
oder der Tankstellenkassen-Angestellten, deren Schichtnachfolge nicht auftaucht.
oder tausend anderen, die schlicht weg existentiell von ihrem Job abhängen.

Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 28.06.2018 | 12:01
oder in Bereitschaft
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Lord Verminaard am 28.06.2018 | 12:09
@Feuersänger: Es gibt Eltern, die verhalten sich rücksichtslos und fühlen sich dabei auch noch im Recht. Es gibt andere Eltern, die setzen Himmel und Hölle in Bewegung, damit ihre Umwelt nur ja nicht in irgendeiner Form durch ihr Elternsein, oder das Kindsein ihres Nachwuchses, behelligt wird. Wer darunter dann vor allem leidet, ist übrigens das Kind. Und ganz nebenbei wird dadurch übrigens auch eine gesellschaftliche Erwartungshaltung zementiert, die ich bescheuert finde und die auch in vielen anderen Ländern so nicht existiert. Und zuguterletzt gibt es dann auch noch die Väter, die sich zu Hause aus der Verantwortung rausziehen und das komplett den Müttern überlassen, und es dann auch noch wagen, ernsthaft mit ihren Frauen zu schimpfen, weil es nicht aufgeräumt ist, wenn sie nach Hause kommen.

Und wirklich jeder hat eine Meinung dazu, wie Eltern zu sein haben. Wie oft ich es erlebt habe, dass Väter, sie sich selber zu Hause aus der Verantwortung komplett rausgezogen haben, mir einzureden versuchen, ich müsste das auch machen, weil das in unserem Job gar nicht anders geht. Weil natürlich, wenn ich es nicht tue, das sie in keinem guten Licht dastehen lässt. Andere Eltern wiederum finden, dass ich schon viel zu wenig mache, oder meinen Kindern viel zu viel erlaube, oder, oder, oder…

Ich finde es manchmal schon etwas anstrengend, wie viel die Leute projizieren und eigentlich geht es ihnen dabei um sie selbst, nicht um mich. Das hat, seit ich Kinder habe, echt exponentiell zugenommen. Daher versuche ich, das zu vermeiden und anderen Eltern nicht meine Vorstellungen aufzudrängen. Was nicht heißt, dass ich nicht im Stillen manchmal denke, gute Güte. ;)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: KhornedBeef am 28.06.2018 | 12:17
Die Welt hat echt Probleme genug, ohne dass man sich wegen sowas beharkt.
Job auf Abruf: Wenn man auf Abruf ist, sagt man das vorher transparent. Dann entscheiden alle, ob sie unter der Bedingung spielen wollen. Wer sich dafür entscheidet und dann nicht spielen kann, weil der Jobber ausfällt, ist selbst schuld. Ohne Job kann man sich übrigens auch Hobbies erheblich schwerer leisten, wollte ich nur mal sagen.
Eltern mit Kinderaufsicht: Gleichfalls. Auch die Entscheidung für Kinder fällt nicht ganz so willkürlich vom Himmel, wie Mr."Heteronormativ" Rumpel wohl verkaufen wollte. Das ist nicht wie Nackt-Paragliden, in unserer Gesellschaft, Leute. Und denkt dran, eure Rente, euer bewindelter Rentnerhintern, etc.
Alle die das nicht betrifft: Jeder kann sein Leben, unter Beachtung der Freiheit der anderen, führen wie er will. Nur weil Kinderlosigkeit nicht die Regel ist, braucht man sich nicht bei ALLEM anhören "du kannst ja..., du hast ja nicht..." als wäre man ein verdammter Deserteur. Und es gibt auch noch mehr wichtige Sachen zu tun außer Kinderaufziehen, das hält ja die Welt nicht alleine am Laufen.

Und mal generell, man sagt vorher an, das kann ich mitbringen und das nicht, und dann einigt man sich auf Ja oder Nein zur Runde. Völlig rational betrachtet ist es das und alles andere Privatbereich bei dem sich die anderen mal gehackt legen können. Dass das "Warum" der persönlichen Einschränkungen einen Einfluss auf die jeweilige Ja/Nein-Entscheidung haben kann ("ich weiß, es fällt mal was aus, aber ich finde das ok wegen der Kinder, wäre das wegen Ich-wollte-lieber-kiffen-lol würde mich das mehr stören") hat mit dem Vorgang formal nichts zu tun. Das ist wie bei einem Vertrag.

Edit: Tippfehler
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: JS am 28.06.2018 | 12:20
Und wirklich jeder hat eine Meinung dazu, wie Eltern zu sein haben.

Hmja, ich eigentlich weniger, weil mir Kinder bisher immer total egal waren, solange sie mich nicht durch zuviel Krach nervten. Und selbst dann waren für mich nicht gleich die Eltern "die Bösen".
Ich erwarte einfach nur, daß jemand - ob mit oder ohne Kinder -, der/die sich für eine Rollenspielrunde mit Wissen um das Organisatorische dauerhaft verpflichtet hat, auch relativ regelmäßig zu den Spielterminen erscheint. Ansonsten sind mir nostalgische Ex-Rollenspieler nämlich lieber als permanent fehlende Nicht-Ex-Rollenspieler.
:)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Lord Verminaard am 28.06.2018 | 12:30
@ D.Athair: Dieses „wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe“, ist aus meiner Sicht ein blöder Spruch. Er ist eng verwandt mit „man kann alles schaffen, wenn man es nur wirklich will“. Was letztendlich bedeutet, immer, wenn man es nicht schafft, war es nur, weil man es nicht genug wollte. In Wirklichkeit stößt man aber manchmal einfach an Grenzen, Grenzen der eigenen Belastbarkeit und Gesundheit, Grenzen von Verpflichtungen, die einfach nicht verhandelbar sind. Ändert nichts am Ergebnis, aber an der Bewertung, und das ist mir schon wichtig.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Weltengeist am 28.06.2018 | 12:57
Ich erwarte einfach nur, daß jemand - ob mit oder ohne Kinder -, der/die sich für eine Rollenspielrunde mit Wissen um das Organisatorische dauerhaft verpflichtet hat, auch relativ regelmäßig zu den Spielterminen erscheint. Ansonsten sind mir nostalgische Ex-Rollenspieler nämlich lieber als permanent fehlende Nicht-Ex-Rollenspieler.
:)

Würde ich so auch unterschreiben. Oder anders formuliert: das Zeitmodell, das ich als Papa beim Rollenspiel anwende, sollte auch dann noch tragfähig sein, wenn alle in der Gruppe Kinder haben. Die spielenden Eltern in meinem Umfeld kriegen das aber eigentlich auch hin.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Achamanian am 28.06.2018 | 12:59
Eltern mit Kinderaufsicht: Gleichfalls. Auch die Entscheidung für Kinder fällt nicht ganz so willkürlich vom Himmel, wie Mr."Heteronormativ" Rumpel wohl verkaufen wollte.

Hä? Wo wollte ich das denn verkaufen? Und was hat das "vom Himmel fallen" mit der ganzen Sache zu tun? Meinst du, man muss halt damit leben, der Arsch zu sein, wenn man sich für Kinder entschieden hat?
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Lord Verminaard am 28.06.2018 | 13:08
Was mich übrigens viel mehr erschüttert als alles andere, sind die vielen Mütter in unserem Bekanntenkreis, wirklich kein Einzelfall, die dann, wenn sie mitkriegen, dass ich abends oder am Wochenende die Kinder hüte, damit meine Frau was unternehmen kann, zu mir sagen: "Also, das würde mein Mann ja nie machen." Das mal so ganz am Rande.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: JS am 28.06.2018 | 13:11
Das ist leider normal. Andere Ehepaare kriegen Gesichtsstarre und schockschwere Augen, wenn sie erfahren, wieviele Freiheiten meine Frau und ich uns gegenseitig mit Hobbys und Unternehmungen lassen und wie entspannt und gut dadurch das Zusammenleben sein kann.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Weltengeist am 28.06.2018 | 13:14
Das ist leider normal. Andere Ehepaare kriegen Gesichtsstarre und schockschwere Augen, wenn sie erfahren, wieviele Freiheiten meine Frau und ich uns gegenseitig mit Hobbys und Unternehmungen lassen und wie entspannt und gut dadurch das Zusammenleben sein kann.

Das kann ich bestätigen...  ;D
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Shihan am 28.06.2018 | 13:15
Hä? Wo wollte ich das denn verkaufen? Und was hat das "vom Himmel fallen" mit der ganzen Sache zu tun? Meinst du, man muss halt damit leben, der Arsch zu sein, wenn man sich für Kinder entschieden hat?
Vermutlich meinte er es im Dativ:
Auch die Entscheidung für Kinder fällt nicht ganz so willkürlich vom Himmel, wie Mr."Heteronormativ" unserem lieben Forenkollegen Rumpel wohl verkaufen wollte.

@Topic:
Finde eure Berichte total interessant. Erklärt, wie die Dynamik derjenigen meiner alten Runden, die Eltern wurden, zu verstehen ist.
Leider dauert es einige Zeit, bis es in den jeweiligen Cliquen akzeptiert ist, dass die Eltern nunmal ihre Prioritäten anders setzen.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Boba Fett am 28.06.2018 | 13:19
Was mich übrigens viel mehr erschüttert als alles andere, sind die vielen Mütter in unserem Bekanntenkreis, wirklich kein Einzelfall, die dann, wenn sie mitkriegen, dass ich abends oder am Wochenende die Kinder hüte, damit meine Frau was unternehmen kann, zu mir sagen: "Also, das würde mein Mann ja nie machen." Das mal so ganz am Rande.

"Und Du kannst das?" ist auch eine beliebte Reaktion, gefolgt von "Wo essen die denn dann am Mittag?", wenn ich meinen Elterteilzeitfreitag erwähne.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: D. M_Athair am 28.06.2018 | 13:20
@ D.Athair: Dieses „wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe“, ist aus meiner Sicht ein blöder Spruch. Er ist eng verwandt mit „man kann alles schaffen, wenn man es nur wirklich will“.
Verständlich. Der Satz ist auch nur nützlich, wenn er nicht dogmatisch verwandt wird. Der Wille allein reicht nämlich nicht, aber er ist unverzichtbare Voraussetzung.

Oder: Es geht um Wege, bei denen es zuerst ums Unterwegs-Sein geht; Dass man versucht sich dem Ziel zu nähern und das Nötige dafür unternimmt oder das dem Entgegenstehende sein lässt. Auf dem Weg kann sich dann auch das Ziel nochmal verschieben. Wer will kommt ins Tun, Lassen von Anderem, Zulassen, Aushandeln und Wege-Suchen in Bezug auf das Ziel. Der findet trotz aller Begrenzungen neue Möglichkeiten - auch wenn die nicht unbegrenzt sind. Wer bei Begründungen stehen bleibt, warum etwas nicht geht, der wird keinen Schritt auf das Ziel hin tun.

Wege sind ja gerade was Nicht-Absolutes. Gründe dagegen (erstmal) schon. (Wobei es schon wichtig sein kann, sich zuerst mit den Gründen, warum etwas nicht gehen sollte zu beschäftigen, um sie auszuräumen und ihren Road-Block-Character zu verändern. Aber dann ist man ja eigentlich schon auf nem Weg.  ;))

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Meinst du, man muss halt damit leben, der Arsch zu sein, wenn man sich für Kinder entschieden hat?
In einer Gesellschaft, die immer sagt, wie wichtig Kinder seien und die trotzdem kaum Räume oder ein Bewusstsein für die Konsequenzen von Kindern bereit hält, ist das - glaube ich - schon irgendwie so. Ist mega zum Kotzen, weil sich das doppelt negativ auf die Kinder auswirkt: Gestresste Mitmenschen und gestresste Eltern. Was Kindern früh die Botschaft vermittelt: "Eigenlich sollte es dich gar nicht geben."
(Gerade im sozialen Bereich - wie in der Krankenpflege - ist es immer wieder ein Drama, wenn ein oder zwei Kolleginnen "plötzlich" schwanger werden. Damit kann das System Krankenhaus ganz schlecht umgehen. Die fehlende Arbeitskraft kann i.d.R. bestenfalls mittelfristig und selbst dann nur unzureichend aufgefangen werden. In Kinderkrippen ist das ähnlich. Da trifft es dummerweise die Kinder doppelt. Durch die Schwangerschaft verlieren sie ne wichtige Bezugsperson und die anderen sind mehr als sonst gestresst. Aber nicht nur der soziale Bereich, sondern die Arbeitswelt insgesamt rechnet kaum damit, dass Leute Kinder kriegen. Find ich ziemlich armselig.)
Anders gesagt: Als Eltern muss man "der Arsch sein" wollen, die Mitwelt auch mal enttäuschen, damit die eigenen Kinder gut leben können.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Achamanian am 28.06.2018 | 13:33
Vermutlich meinte er es im Dativ:

Ah, danke! Stand total auf dem Schlauch und hab mich gleich überflüssig angepisst gefühlt ... jetzt kapier' ich's!
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: AlucartDante am 28.06.2018 | 13:34
Alle die das nicht betrifft: Jeder kann sein Leben, unter Beachtung der Freiheit der anderen, führen wie er will. Nur weil Kinderlosigkeit nicht die Regel ist, braucht man sich nicht bei ALLEM anhören "du kannst ja..., du hast ja nicht..." als wäre man ein verdammter Deserteur.

Moment mal, Deserteure die der Armee den Rücken gekehrt haben und sich an meinem Wohnzimmertisch verstecken werden bestimmt nicht zu Ex-Rollenspielern, zumindest nicht solange sie bei mir bleiben und noch von der Militärpolizei gesucht werden.  ~;D
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Megavolt am 28.06.2018 | 13:38
Nur weil Kinderlosigkeit nicht die Regel ist, braucht man sich nicht bei ALLEM anhören "du kannst ja..., du hast ja nicht..." als wäre man ein verdammter Deserteur.

Okay, ich habe lachen müssen.  ~;D "Was wisst ihr denn schon, ihr scheiß kinderlosen Deserteure!"

Das sagt sich super.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: First Orko am 28.06.2018 | 13:49
Aber ganz ehrlich, bei Arbeitszeiten von 9-20 Uhr würde es mich echt überraschen, wenn man noch Zeit zum Rollenspiel hätte.

Ich hatte letztes Jahr das erste Mal einen Job, in dem ich _richtig_ pendeln musst (~1,25h pro Strecke, dank Bahn durchschnittlich dann doch eher 3h pro Tag). Das hieß im schlimmsten Fall: Um 4:45 aufstehen, um 7:00 anfangen, um 16:30 los um gegen 18:30 zu Hause zu sein. Am Ende lief es auf 3-4h Freizeit pro Tag hinaus.
Was mich aber richtig fertig gemacht hat war, dass ich Rollenspielrunden reduziert habe und dafür lieber Zeit "für mich" hatte. Da hab ich gemerkt, wie wichtig mir Rollenspiel zum Abschalten ist und das auch totale Qualitäts- und Regenerationszeit sein kann!
Tatsächlich ging es besser, als ich dann wieder regelmäßig gespielt habe (Mit Ansage "Um 22:00 muss ich los" damit ich dann spätestens 22:15 nach Hause konnte).

Da tickt aber jeder anders, und jeder hat andere Dinge, die seine Batterien wieder auffüllen. Für manche ist es Sport, für andere Meditation oder halt Rollenspiel. Je enger der Freizeitrahmen ist, desto wichtiger zu wissen, woher man seine Kraft zieht und das zu pflegen. Und das könne auch vordergründig "stressige" Dinge sein.
War zumindest für mich ne interessante Erkenntnis  ^-^
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: +12vsMentalDamage am 28.06.2018 | 13:49
Wir haben das Problem innerhalb der Spielgruppe ganz elegant gelöst: wir sind alle in den letzten paar Jahren Väter geworden...

Problem ist jetzt nur, dass es jetzt insgesamt neun Kinder sind. Wir versuchen seit ein paar Monaten regelmäßige wöchentliche Treffen hinzubekommen und bisher haben es nie alle vier geschafft. Daher sind wir zunächst einmal auf Brettspiele umgestiegen.
Aber andersherum: die harte Phase sind ja auch nur ein paar Jahre und dann haben wir wieder Zeit und sind spießige alte Herren, die sich mit Genuß auf Drachenbefreiungen und Prinzessinenmorde stürzen werden.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Boba Fett am 28.06.2018 | 13:53
Anders gesagt: Als Eltern muss man "der Arsch sein" wollen, die Mitwelt auch mal enttäuschen, damit die eigenen Kinder gut leben können.

Das würde ich nicht pauschal unterschreiben.
Es hängt sehr stark von den Lebensumständen der Familie und vom Lebensumfeld ab.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Nocturama am 28.06.2018 | 14:21
Als rollenspielende Mutter ist das leider mit wirklich kleinen Kindern noch mal doppelt schwer. So lange noch voll gestillt wird, sind 5-6 Stunden physische Trennung vom Baby nun mal mit ziemlichem Aufwand verbundem (Milch pumpen ist ziemlich nervig und nicht so leicht, wie man sich das von außen vielleicht vorstellt, nicht jede Muttermilch lässt sich auf Vorrat einfrieren - mal abgesehen davon, dass einem irgendwann die Brüste wehtun und eventuell auslaufen), da überlegt man es sich mehrmals ob man den auf sich nehmen möchte. Bei Tischrunden bleibt dann halt nur "bei uns und mit Babygeräuschen und Stillen am Tisch oder gar nicht", das hat gar nichts mit passiv-aggressiven Sprüchen zu tun, sondern mit der Realität. Da werde ich echt ein bisschen grantig, wenn mir jemand mit "wo ein Wille ist, ist auch ein Weg" kommt.
(Abgesehen davon, dass Kind Nr. 1 nur an der Brust eingeschlafen ist, entsprechend also alle Abendbeschäftigungen für Mama gestrichen waren.)

Online lässt sich das Spielen zum Glück etwas besser arrangieren. Ich bin auch dabei geblieben, allerdings kenne ich in meinem Bekannntenkreis gerade mal zwei aktive rollenspielende Mütter.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Boba Fett am 28.06.2018 | 14:26
Nur weil Kinderlosigkeit nicht die Regel ist, braucht man sich nicht bei ALLEM anhören "du kannst ja..., du hast ja nicht..." ...

In diese Gedankenfalle stolpert man aber eben sehr schnell als Elternteil.
Zum einen wird man sich bewusst, dass man sich vorher eben überhaupt nicht vorstellen konnte, was es heißt ein Kind zu haben, was das mit sich bringt.
Und das legt man eben auf den Kinderlosen Freundes- und Bekanntenkreis um. Die können sich ja gar nicht vorstellen.
Zum anderen wird man sich bewusst, wie wenig Zeit man plötzlich hat und münzt das dann (fälschlich) auf die Überlegung um, wie viel Zeit man angeblich vorher hatte.
Und überträgt das eben auf die Freunde.
Allerdings ist ja nicht so, dass man vorher jeden Tag stundenlang unruhig im Kreis gerannt ist, weil man nicht wusste, was man tun sollte. Man ja irgendwas gemacht.
Die Freunde haben dementsprechend nicht mehr Zeit, sie verbringen ihre Zeit nur anders...
Der Tag hat nach wie vor 24h.
Natürlich wäre es nett, wenn die Freunde, die ihre Tätigkeiten flexibler gestalten können, weil viele Elterndinge eben Notwendigkeiten mit fest definierten Zeitpunkten sind, Rücksicht üben
und sich diesen Notwendigkeiten anpassen würden. Aber das ist ein Bonus, über den man sich freuen und nichts was man voraussetzen und erwarten kann.
Ob sich Freundschaft so definiert, dass man dieses Entgegenkommen leisten möchte, um die gemeinsame Freundschaft zu pflegen und zu erhalten, muß natürlich jeder selbst definieren.

Aber generell muss man auch sagen: Elternteile dürfen sich auch mal bedanken, wenn ihre Freunde sowas leisten.
Sie dürfen natürlich auch enttäuscht sein, wenn die anderen nicht dazu bereit sind. ;)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Lord Verminaard am 28.06.2018 | 14:32
Aber ganz ehrlich, bei Arbeitszeiten von 9-20 Uhr würde es mich echt überraschen, wenn man noch Zeit zum Rollenspiel hätte.

Ich habe knapp 10 Jahre von 9-20 Uhr gearbeitet, und nein, ein Rollenspieltermin unter der Woche war da nicht wirklich sinnvoll. Anfangs habe ich das probiert, aber das waren dann halt immer nur so 3 Stunden von 20:30 bis 23:30 und dann war ich immer vorher schon total platt, Spielleiten ging sowieso nicht und auch als Spieler war ich nicht wirklich auf der Höhe. Und noch dazu war ich immer ein Wackelkandidat, weil es immer passieren konnte, dass ich einen Tag vorher von meinem Chef erfahre, dass ich irgendwo hin muss oder einen späten Termin habe. Das dürfte bei den meisten Jobs mit solchen Arbeitszeiten der Fall sein. Ergo war ich dann einer von diesen "nur am Wochenende" Kandidaten, und ja, natürlich gab es bei uns dann auch "nicht am Wochenende" Kandidaten.

Inzwischen habe ich den Job gewechselt und bin nun in der Lage, mich für einen Donnerstagabend um 18:30 verbindlich zu verabreden, was für mich einen gewaltigen Gewinn an Lebensqualität bedeutet. Wenn sich dann allerdings Rollenspieltermine und Geschäftsreisen häufen und ich dann vielleicht auch noch mal einen Tag lange im Büro bin oder mit einem Freund was trinken gehe, komme ich irgendwann auch mal an den Punkt, wo ich sage, jetzt ist es zu viel, ich muss mal wieder mehr Zeit für die Kinder haben.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: KhornedBeef am 28.06.2018 | 14:33
Hä? Wo wollte ich das denn verkaufen? Und was hat das "vom Himmel fallen" mit der ganzen Sache zu tun? Meinst du, man muss halt damit leben, der Arsch zu sein, wenn man sich für Kinder entschieden hat?
GRammatikFAil, sorry! Ich meinte deinen Kumpel, der dir das aufgetischt hatte! Sorry, hätte ich sehen müssen *kopfklatsch*
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: AlucartDante am 28.06.2018 | 14:36
So lange noch voll gestillt wird ... bleibt dann halt nur "bei uns und mit Babygeräuschen und Stillen am Tisch oder gar nicht", das hat gar nichts mit passiv-aggressiven Sprüchen zu tun, sondern mit der Realität. Da werde ich echt ein bisschen grantig, wenn mir jemand mit "wo ein Wille ist, ist auch ein Weg" kommt.

Verstehe deinen Ärger, fand die Perspektive auch unterrepräsentiert, aber damit hast du ja auch schon einen Weg beschrieben. Kenne das auch so mit Baby am Tisch. Stört zwar immer ein wenig die Immersion und Konzentration, aber in der Stillzeit ist das immer noch das Unkomplizierteste...
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Megavolt am 28.06.2018 | 15:29
Der Fehler ist nicht die Rollenspielwelt, der Fehler ist die Arbeitswelt, die trotz aller kleinen Zuckerchen für die Eltern für Menschen, die Kinder betreuen müssen, einfach nicht gemacht ist. Und zwar nicht mal ansatzweise.

Man zieht IMMER den Kürzeren gegen alle kinderlosen Kollegen, man schiebt in Wirklichkeit ständig de facto 80-Stunden-Wochen, kleinste Schwankungen in den Abläufen bringen einen total raus, wehe einem, wenn alle acht Wochen die Krankheitswellen in der Krippe rumgehen, dann ist man echt multimäßig am Arsch, usw. usf.

Dagegen ist es doch Kokolores, sich ein bisschen Rollenspiel organisiert zu kriegen.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: felixs am 28.06.2018 | 15:54
Das mit der Arbeitswelt und der Betreuungssituation kann ich voll bestätigen.
Alle Fälle, die ich kenne, in denen das alles irgendwie halbwegs klappt, sind die Modelle mit engagierten Großeltern um die Ecke, mit traumhaft abgesicherten Arbeitsverhältnissen (Anstellung in der Firma der Eltern, öffentlicher Dienst o. Ä.) und mit gutem Einkommen eines Partners, so dass der (bzw. meist die) andere zumindest vorübergehend nicht arbeiten muss.
Alles andere ist Mist.

Dagegen ist es doch Kokolores, sich ein bisschen Rollenspiel organisiert zu kriegen.

Trägt aber alles dazu bei, dass man sich bei 150% Belastung nicht noch zusätzliche 10% in den Kalender schreiben möchte.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Boba Fett am 28.06.2018 | 16:21
Trägt aber alles dazu bei, dass man sich bei 150% Belastung nicht noch zusätzliche 10% in den Kalender schreiben möchte.

Wer das für sich entscheidet, der hat ja eine Lösung geschaffen. Die vielleicht auch manche enttäuscht, aber dem ist dann so.
Und einer Rückkehr muß ja nichts im Weg stehen. Kinder werden auch älter - sagte Vermi schon.
Es geht ja eher um die Leute, die gern spielen würden, sich auch Freiräume schaffen könnten - diese aber eben nur mit eingeschränkten Zeitfenstern und zu gewissen Bedingungen...
Und da muß man halt schauen, inwieweit die Mitspieler zu Kompromissen bereit sind,
inwieweit einem der Mitspieler wichtig ist (dass er eben dabei ist) und wie sehr man bereit ist, Abstriche zu machen.

Wenn ich an meine Teenager-Zeit denke, wo die Mitspieler ihre erste Freundin hatten und plötzlich Rollenspiel völlig unwichtig wurde,
und die erst wieder angekrümelt kamen als die Beziehung zu Ende war (und kurz darauf die nächste hatten und wieder weggebeamt waren),
muss ich sagen, dass ich Kompromisse wegen "ich bin jetzt Vater" wesentlich eher erwarte, als wegen so einem Mist.
Wir hatten auch mal jemanden mit einer schweren Erkrankung - da ist die Gruppe eben einmal die Woche 30 km ins Krankenhaus gefahren und wir haben dort gespielt.
"Eltern sein" ist doch nicht die einzige Einschränkung, die Leute mitbringen. Früher hatte man Abi, Klausurenphase, Diplomphase, Beziehungsendetrauerphase, Beziehungsanfangsvögelphase, bin-im-Urlaub-Phase und was weiß ich für Einschränkungen.
Ich hab manchmal den Eindruck, die Leute wollen heute alles nur noch serviert bekommen, nur unverbindlich, nur ohne Aufwand, ohne Mühe, ohne Verpflichtung, darf nichts kosten, muss aber affengeil sein, wehe jemand stellt Bedingungen oder irgendwas schmälert den Genuß, und bloß nicht irgendwelche Erwartungen in mich stecken.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: KhornedBeef am 28.06.2018 | 16:23
Ich glaube, die "alles, aber easy, und ich muss gar nichts"-Phase endet bei nicht völlig asozialen Haushalten mit dem Kind, darum würde ich das den Eltern erstmal nicht vorwerfen, bis jemand das Gegenteil beweist :)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Megavolt am 28.06.2018 | 16:31
Trägt aber alles dazu bei, dass man sich bei 150% Belastung nicht noch zusätzliche 10% in den Kalender schreiben möchte.

Keine Ahnung, Kinder plus Beruf (plus, ich traue es mich kaum sagen, a) menschenübliches Sozialleben, b) minimale Gesundheitsvorsorge (aka "Sport"), c) üblicher Störungsbewältigungsaufwand, d) "über die banale Existenz hinausweisende Dinge" (=Diverses) ), das zusammen ist ja eh schon herkuleisch, da scheiß ich doch auf noch einen Schlappen mehr Arbeit, denn diese letzten zehn Prozent - in unseren Kreisen glücklich für Rollenspiel verbraten - die erlösen mich ja.

Also du hast schon völlig Recht, aber man kann die Perspektive auch umstülpen.

Ich weiß nicht, die zehn Prozent für Rollenspiel, das ist für mich kein Mehr-an-Arbeit.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Maarzan am 28.06.2018 | 16:41
Ich weiß nicht, die zehn Prozent für Rollenspiel, das ist für mich kein Mehr-an-Arbeit.

Du outest dich gerade als Nichtspielleiter?

Ich glaube, die "alles, aber easy, und ich muss gar nichts"-Phase endet bei nicht völlig asozialen Haushalten mit dem Kind, darum würde ich das den Eltern erstmal nicht vorwerfen, bis jemand das Gegenteil beweist :)

Mein Gefühl ist - mit einem Kind sieht sich die Bedienmich-Fraktion erst recht mit einem allumfassenden Trumpf ausgestattet.
Allerdings ist diese anteilig doch nicht so groß, wie der Staub, den diese aufwirbelt, es manchmal erscheinen lässt.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Megavolt am 28.06.2018 | 16:45
Du outest dich gerade als Nichtspielleiter?

Als Lazy-Gamemaster.

Mein Gefühl ist - mit einem Kind sieht sich die Bedienmich-Fraktion erst recht mit einem allumfassenden Trumpf ausgestattet.
Aha, aber selber ein Deserteur sein.  ~;D
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Caranthir am 28.06.2018 | 16:46
Der Fehler ist nicht die Rollenspielwelt, der Fehler ist die Arbeitswelt, die trotz aller kleinen Zuckerchen für die Eltern für Menschen, die Kinder betreuen müssen, einfach nicht gemacht ist. Und zwar nicht mal ansatzweise.

Das betrifft jetzt natürlich nicht nur uns Rollenspieler, sondern generell Leute, die Hobbys haben und gleichzeitig noch Zeit mit der Familie verbringen wollen. Ich muss da für mich ganz klar sagen, dass mir die Karriere in den vergangenen Jahren nicht mehr so wichtig war. Ich hatte früher eigentlich immer Chefs, die irgendwie davon ausgingen, dass Ihnen meine Freizeit zur freien Verfügung steht. Sprich, Abend- und Wochenendtermine. Wenn man mal Urlaub machen wollte, wurde man als "vergnügungssüchtig" hingestellt.

Ich finde, zu einer "gesunden" Familie gehören zwei halbwegs ausgeglichene Eltern, die auch mal Zeit für sich haben. Schöner Wunschtraum, ich weiß, aber das, was da in der Arbeitswelt teilweise abgeht, finde ich schon abartig.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Maarzan am 28.06.2018 | 17:12
Als Lazy-Gamemaster.
Da bin ich inszwischen zu alt für. Jetzt brauche ich meinen Vorbereitungsrollator.

Aha, aber selber ein Deserteur sein.  ~;D

Als an der Vermehrungskultur unbeteiligter Umweltschützer wie auch Melkvieh, versuche ich das Beste aus der Situation zu machen :  DESSERTeur.


Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Issi am 28.06.2018 | 20:48
Zitat
Ich finde, zu einer "gesunden" Familie gehören zwei halbwegs ausgeglichene Eltern, die auch mal Zeit für sich haben. Schöner Wunschtraum, ich weiß, aber das, was da in der Arbeitswelt teilweise abgeht, finde ich schon abartig.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)



Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: schneeland am 28.06.2018 | 21:33
Die meisten Aspekte wurden ja hier schon hinreichend diskutiert, deshalb möchte ich an dieser Stelle nur nochmal die Aussage von D. Athair unterstreichen:

Soll heißen: Wenn sich Lebensbedingungen verändern müssen Beziehungen neu ausgehandelt werden. Das kann gelingen, muss aber nicht. Es gehen auch viele Beziehungen über der Situation "schwer krankes Kind" kaputt, weil unter den Bedingungen die Partnerschaft für einen Teil "nicht genug" ist. So ist das Leben.

Ich gehöre eher zu der "arbeitet tendenziell zu viel"-Fraktion und bin zudem berufsbedingt nach dem Studium zweimal umgezogen (jeweils nicht aus der Welt, aber weit genug, dass man nicht mal eben abends für ein Bier die alten Freunde besucht). Ich bin also an der Notwendigkeit zum Neuaushandeln der Beziehungen durchaus nicht unschuldig - gescheitert ist das Ganze aber (zu meinem anhaltenden Bedauern) in zwei Fällen, wo dann noch Kinder auf der anderen Seite ins Spiel kamen. Wobei das nur in einem Fall auch einen Rollenspielaspekt hatte - das ist wohl wirklich eher ein generelles Problem/Muster.

Für Rollenspiel gelten dieselben sozialen Regeln wie für alles andere.
Verfügbarkeit ist ein zentrales Kriterium.

Hier würde ich allerdings gern ergänzen: Rollenspiel leidet zusätzlich zum hohen Zeit- und Koordinationsaufwand, wie auch andere "Nerdhobbies", m.E. unter seinem eher geringen Sozialprestige. Für Leute, die mit Leidenschaft dabei sind, ist das vermutlich weniger ein Problem, aber ein Eindruck aus dem weiteren Bekanntenkreis ist schon, dass einige das Ganze nach Studienende durch Smalltalk-tauglichere Hobbies ersetzt haben. Gelegentliche abfällige Kommentare werden ihr übriges getan haben (welche mir vor allem auf weiblicher Seite begegnet sind, aber ich will da nicht generalisieren - die meisten meiner männlichen Freunde und Bekannten sind Ingenieure und Naturwissenschaftler, also nicht unbedingt repräsentativ für die Gesamtbevölkerung). Vielleicht ändert sich das auch irgendwann - in den USA spielen ja jetzt auch einige von den coolen Kids D&D und nach dem, was so über Twitter rüberschwappt, ändert sich da die kulturelle Wahrnehmung gerade etwas. In Deutschland merke ich allerdings noch nicht viel davon.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 28.06.2018 | 22:25
Ich hatte früher eigentlich immer Chefs, die irgendwie davon ausgingen, dass Ihnen meine Freizeit zur freien Verfügung steht.
Mein Chef wird diesen Monat sehr froh sein, das sind jetzt 2 Monate in Folge wo sich mein Stundenüberschuss im grünen Bereich befindet,  seit ca. 3 Jahren  der 2te Monat
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Issi am 29.06.2018 | 08:13
@
Schneeland.
Interessant. Ich nehme das mit dem schlechten Ruf ganz und gar nicht wahr.
Sondern im Gegenteil:große Neugier.

Ich kenne ebenso viele Mädels wie Jungs die gerne Rollenspiel machen. (Das Klischee des bleichgesichtigen, unsportlichen, ausnahmslos männlichen Rollenspielers ist doch mittlerweile längst überholt, und betrifft vielleicht auch eher manche ältere Semester unter den Ur-Nerds  ~;D)

Das Klischee mit den Studis und Akademikern  kann ich leider nicht so einfach widerlegen. Aber ich hoffe sehr jmd. anderes kann es.

Edit. Aber ich muss sagen, dass ich auch niemanden kenne, der mit Rollenspiel aufgehört hat. (Vermutlich ist meine Sicht deshalb auch nicht repräsentativ)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Lord Verminaard am 29.06.2018 | 10:24
Ich weiß nicht, die zehn Prozent für Rollenspiel, das ist für mich kein Mehr-an-Arbeit.

Sie sind aber ggf. dann das einzige, was optional ist. Und wenn man sowieso schon über der persönlichen Belastungsgrenze weit drüber ist, dann muss man sich halt überlegen, was man macht. Bei mir war es in der Zeit ein hin und her, zwischen „ich muss jetzt auch mal was für mich machen“ und „ich kann einfach nicht“. Ein paar Wochen bin ich um 22 Uhr ins Bett gegangen, habe alle Verabredungen abgesagt und einfach nur versucht, meine Kraftreserven einzuteilen. Dann hab ich wieder nen Rappel gekriegt, bis 0:30 gelesen oder Computer gespielt, mich verabredet, war todmüde, reizbar und dann bald auch krank.

Im ersten Jahr mit dem ersten Kind hatten wir das volle Programm: 3-Monats-Koliken, dann krasse Einschlafprobleme, dann in der Lauflernphase kein „Klappmesserreflex“, also musste man die ganze Zeit hinter dem Kind her und es auffangen, wenn es umkippt. Dazu ein Stimmvolumen, bei dem andere Eltern regelmäßig kugelrunde Augen kriegten. Wir haben das alles gelöst aber zwischendurch sind wir echt dran verzweifelt, alle sagen dir zwar immer es wird besser, aber beim ersten Kind fällt es tw. halt schwer, das zu glauben, und du zweifelst auch immer, ob es nicht irgendwie an dir liegt, das belastet schon alles sehr, und vor allem halt der Schlafmangel. Aus purer Verzweiflung wurden dann Lösungen geboren und heute schlafen unsere beiden Kinder so problemlos ein, dass andere Eltern uns dafür beneiden, aber es hat uns streckenweise echt alles gekostet, da hin zu kommen.

Gleichzeitig hatte ich damals noch den 9-20 Uhr Job, und auf der Arbeit war zu der Zeit eine sehr angespannte und unschöne Situation, weil es eine Art Sezessionskrieg in der Firma gab, das war dann zusätzlicher Stress und natürlich war die Arbeit selbst auch nicht unstressig und ich musste tw. auch Sachen machen, die mir nicht lagen bzw. die ich moralisch nicht richtig fand.

Hinzu kommt dann bei mir halt noch, dass ich, wenn ich ein D&D-Charakter wäre, eine Konsti von 6 oder 7 hätte.

Es gibt Leute, die das alles besser wegstecken. Aber bei mir war dann irgendwo halt der Punkt, wo ich so dermaßen fertig war, dass ich gesagt habe, ich kann jetzt gar nichts mehr. Hier ist jetzt alles gestrichen, bis sich die Dinge wieder normalisiert haben. Sonst wär ich wahrscheinlich irgendwann einfach umgekippt. Inzwischen, wie gesagt, sind die Kinder älter, ich habe meinen Job gewechselt, verdiene zwar weniger Geld aber es geht mir deutlich besser damit. Insofern könnte man natürlich sagen, ich habe eine Lösung gefunden. Hat halt einige Jahre gedauert. ;)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Mann mit Ukulele am 29.06.2018 | 10:58
Ich habe einfach das Gefühl, dass ich im Großen & Ganzen alle Geschichten mal gesehen/erlebt habe und alle Charaktere gespielt habe, die mich reizen.
Jetzt bin ich satt.
Es kann allerdings gut sein, dass ich zurückkomme.

Und dann gibt es noch ein paar andere Faktoren, die sich damit vermischen. Der markanteste davon dürfte sein, dass sich für mich aus den Runden kaum mehr entwickelt hat.
Soll heißen: die Runden, in denen es mir wichtig gewesen wäre, sind einfach Spielrunden geblieben und haben sich nicht zu Freundesgruppen entwickelt, die auch über das Spiel hinaus tragen.
Oder umgekehrt hat es sich freundschaftlich entwickelt, aber das zugehörige Spiel war für mich so unsäglich langweilig, dass ich nicht weitermachen wollte.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: KhornedBeef am 29.06.2018 | 11:26
Das mit den Geschichten und Charakteren mag bei dir so sein, aber dann bist du außergewöhnlich. Das ist keine mögliche Erklärung für die vielen Ex-Spieler. Möglich wäre allenfalls, dass die Menschen alle so geistig beschränkt sind, dass sie glauben es gäbe nichts mehr zu erzählen.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Weltengeist am 29.06.2018 | 11:37
Das mit den Geschichten und Charakteren mag bei dir so sein, aber dann bist du außergewöhnlich. Das ist keine mögliche Erklärung für die vielen Ex-Spieler. Möglich wäre allenfalls, dass die Menschen alle so geistig beschränkt sind, dass sie glauben es gäbe nichts mehr zu erzählen.

Na - der Tonfall muss aber wohl nicht sein?

Tatsächlich gibt es mMn viele Gruppen, die immer wieder ähnliche Sachen spielen und wo die Leute irgendwann das Interesse verlieren. Aus einem ähnlichen Grund habe ich jahrelang keine Fantasy-Romane mehr gelesen - es war einfach immer wieder das gleiche.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: felixs am 29.06.2018 | 11:41
Es kann auch sein, dass das Medium Rollenspiel dazu neigt, die Dinge auf eine Weise zu filtern, die es immer ähnlich erscheinen lassen.

In ähnlicher Weise kann man sich an Büchern sattgelesen und an Filmen sattgeschaut haben. Und dann gibt es Leute, bei denen tritt das nicht ein.

Denke, das hat auch was mit individueller Langzeitbegeisterungsfähigkeit zu tun - die variiert nun mal.

Das kann aber auch wiederkommen. Irgendwann hat man dann vielleicht doch wieder Lust.
Wahrscheinlich könnte man die Ursachen für den gegenwärtigen Lustverlust finden und "therapieren". Aber warum sollte man das tun, wenn man mit dem gegenwärtigen Zustand zufrieden ist? Schadet ja keinem, ob man nun gegenwärtig rollenspielt oder halt nicht.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: KhornedBeef am 29.06.2018 | 12:21
Na - der Tonfall muss aber wohl nicht sein?

Tatsächlich gibt es mMn viele Gruppen, die immer wieder ähnliche Sachen spielen und wo die Leute irgendwann das Interesse verlieren. Aus einem ähnlichen Grund habe ich jahrelang keine Fantasy-Romane mehr gelesen - es war einfach immer wieder das gleiche.
Du wirst feststellen dass ich niemanden beleidigt oder angegriffen habe, außer der hypothetischen Gruppe derer, die nach zehnmal Stock-im-Arsch-und-fromm-dabei-Paladin spielen tatsächlich glauben sie hötten alle möglichen Charaktere und Geschichten der menschlichen Daseinsform bespielt. Diejenigen die jahrzehntelang mehr als 20 sessions im Jahr gespielt haben, dürften in der Minderheit sein, und Rollenspiel als abgelegte "Jugendschwörmerei" wurde hier ja schon thematisiert.
Kann jemand nach sehr reichhaltigem Spiel an den Punkt kommen, wo ihm nichts Neues mehr einfällt  (zu dem er auch als Spieler Zugang findet)? Klar. Aber in der Masse kann ich mir das nur vorstellen, wenn man das auch nach 7 Bänden Harry Potter glaubt und deswegen Bücher aufgibt.
Ich persönlich weiß, dass meine Lebenszeit nicht ausreicht, um alle lesenswerten Bücher zu lesen, oder mehr als eine Übersicht aller Geschichten.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: bobibob bobsen am 29.06.2018 | 12:33
Zitat
Ich persönlich weiß, dass meine Lebenszeit nicht ausreicht, um alle lesenswerten Bücher zu lesen, oder mehr als eine Übersicht aller Geschichten.

Wohl wahr. Nur wenn du irgendwann feststellst das du nur noch jedes 10 gelesenen Buch auch als lesenswert empfindest, kommt irgendwann die Erkenntnis das man mit der verschwendeten Zeit
(9 Bücher) auch etwas anderes anfangen kann. So in etwa hat es mir ein Bekannter vermittelt. Der hatte einfach keine Lust mehr auf die eine wirklich gute Session zu warten.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: YY am 29.06.2018 | 12:36
Man beachte auch:
die mich reizen.

Dazu kommt dann noch, dass man je nach Gruppe(n) auch bei Weitem nicht alles tatsächlich spielen kann, was man gerne spielen würde.


Was theoretisch alles denkbar ist, ist die eine Sache.
Dass man im blödesten Fall in Hintertupfingen mit genau drei anderen Rollenspielern Ursuppen-DSA spielen kann oder gar nichts, ist die andere ;)
Da hat man dann wirklich relativ schnell "alles" gesehen - zumindest alles, was sich in dem Kontext so tun wird.

Und natürlich heißt das, dass viele nur deswegen aufgehört haben, weil sie nicht wussten, was es sonst noch so alles gegeben hätte - das stellt man dann tatsächlich öfter mal im Gespräch fest.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Megavolt am 29.06.2018 | 12:41
Gleichzeitig hatte ich damals noch den 9-20 Uhr Job, und auf der Arbeit war zu der Zeit eine sehr angespannte und unschöne Situation, weil es eine Art Sezessionskrieg in der Firma gab, das war dann zusätzlicher Stress und natürlich war die Arbeit selbst auch nicht unstressig und ich musste tw. auch Sachen machen, die mir nicht lagen bzw. die ich moralisch nicht richtig fand.

Heutzutage würdest du darüber nur lachen, weil du ja auch dem Weg zur Arbeit und zurück deine Sanitiy reparieren würdest,  indem du dir von einem schönen Rollenspiel-Podcast zart die Seele streicheln ließest. (https://www.eskapodcast.de/) Gratis und ohne jeden organisatorischen Aufwand.

Wir sind so selbstlos, bald können wir über Wasser laufen.

Ursuppen-DSA

 ~;D
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: KhornedBeef am 29.06.2018 | 13:02
Man beachte auch:
[...]
Und natürlich heißt das, dass viele nur deswegen aufgehört haben, weil sie nicht wussten, was es sonst noch so alles gegeben hätte - das stellt man dann tatsächlich öfter mal im Gespräch fest.
Das ist vielleicht etwas netter ausgedrückt als bei mir, ja. Aber letztendlich hat nur einer die Verantwortung, meinem Hirn Anregendes zuzuführen: Ich. Wenn ich dazu in Hintertupfing erstmal einzelne Aminosäuren zu neuen Mitspielern zusammensetzen muss, klar, das ist ein längerer Leidensweg, und mancher gibt den vielleicht auf. Aber dann wird er nicht mehr behaupten, es gäbe da nichts, schätze ich.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Mann mit Ukulele am 29.06.2018 | 15:04
Das ist vielleicht etwas netter ausgedrückt als bei mir, ja. Aber letztendlich hat nur einer die Verantwortung, meinem Hirn Anregendes zuzuführen: Ich. Wenn ich dazu in Hintertupfing erstmal einzelne Aminosäuren zu neuen Mitspielern zusammensetzen muss, klar, das ist ein längerer Leidensweg, und mancher gibt den vielleicht auf. Aber dann wird er nicht mehr behaupten, es gäbe da nichts, schätze ich.

YY hat schon drauf hingewiesen, aber ich kanns auch so formulieren: Momentan kann Rollenspiel meinem Hirn nicht das Anregende zuführen, das es möchte. :)
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: KhornedBeef am 29.06.2018 | 15:32
YY hat schon drauf hingewiesen, aber ich kanns auch so formulieren: Momentan kann Rollenspiel meinem Hirn nicht das Anregende zuführen, das es möchte. :)
Ok, das versteh ich schon eher. Ist ja auch ein Unterschied "nichtmal mehr potentiell, in der besten Runde der Welt" und "funkt einfach gerade nicht"
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: Issi am 29.06.2018 | 15:59
YY hat schon drauf hingewiesen, aber ich kanns auch so formulieren: Momentan kann Rollenspiel meinem Hirn nicht das Anregende zuführen, das es möchte. :)
Rollenspiel ist auch nicht gleich Rollenspiel.
Spieler sind nicht gleich Spieler.

Muss man herausfinden was man im Spiel gerne erleben möchte. Wenn man das weiß, weiß man mMn. schon eine Menge.
Titel: Re: Diese vielen Ex-Rollenspieler die keine Lust mehr drauf haben.
Beitrag von: D. M_Athair am 29.06.2018 | 17:11
Es kann auch sein, dass das Medium Rollenspiel dazu neigt, die Dinge auf eine Weise zu filtern, die es immer ähnlich erscheinen lassen.

In ähnlicher Weise kann man sich an Büchern sattgelesen und an Filmen sattgeschaut haben. Und dann gibt es Leute, bei denen tritt das nicht ein.


Ich find schon, dass es sowas gibt. Hatte ich auch schon. Allerdings trügt da der Schein. Das sind einfach nur eigene Ermüdungserscheinungen. Geht in Richtung Hobbykrise (https://www.die-dorp.de/index.php/dorpcast/2177-dorpcast-116-die-hobby-krise).

Um jetzt mal beim Rollenspiel zu bleiben: Geh nicht in den Winterwald, D&D 4, Luther Arkwright (Mythras), Night Witches (pbtA) und Crypts & Things (OSR) bieten sehr sehr unterschiedliche Herangehensweisen an Spiel und Erzählung.

Bei Büchern oder Filmen ist es genauso: Es gibt Gedichtbände, gedichtartige Romane (wie Parzifal), Sachen wie Ulysses (Gedankenstrom), dramatische Stücke (wie "Der gute Mensch von Sezuan"), Kurzgeschichtenbände, Novellen, biographische Romane, ...

... wenn man in den immergleichen Bahnen bleibt, passiert der "Ödnis-Effekt" schneller.
Ging mir mit Netflix-Serien z.B. recht schnell so.