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Pen & Paper - Spielsysteme => DSA - Das schwarze Auge => Thema gestartet von: realGlorix am 13.07.2018 | 21:53

Titel: WdV Diskussionen
Beitrag von: realGlorix am 13.07.2018 | 21:53
http://www.ulisses-spiele.de/neuigkeiten/2018-07-13-wege-der-vereinigungen-ein-kontroverses-buch/

Die versprochene Stellungnahme von Ulisses zur WdV "Kontroverse", schade das sie klein beigeben und die Tabelle ändern anstatt zu dem zu stehen was die Autoren eigentlich wollten.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 13.07.2018 | 21:56
War eigentlich ab zu sehen. Ulisses will ja nich Ziel einer Hetzkampagne werden. Liebhaber von dümmlichen Kalauern sind da das kleinere Übel.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 13.07.2018 | 22:20
Ist ja letztendlich nur eine Abänderung von einem eh eher überflüssigen Band. Das Geschichtsbuch wurde ja sogar zurücl gerufen. Mal sehen ob sich das für den Verlag rechnet.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: realGlorix am 13.07.2018 | 22:25
Mit der Historia Aventurica war aber auch soweit ich das mitbekommen hatte einiges mehr im Argen als eine kleine Tabelle ;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Nocturama am 13.07.2018 | 22:37
Na ja, wenn ihr die Stellungsnahme gelesen habt (die ich als Unbeteiligte sehr nachvollziehbar finde): sie schreiben auch, dass sie extrem angefeindet wurden, weil sie homosexuelle Paare und Männer und Frauen möglichst ausgeglichen dargestellt haben sowie keine (!) Regeln zu Vergewaltigungen hatten. Man sollte hier also bitte nicht den Eindruck erwecken, dass sich nur humorlose Gutmenschen aufregen könnten. Das kann die "früher war alles besser"-Fraktion mindestens genauso gut.

Der Peniswitz war da die kleinste Sache und das war jetzt auch wirklich Penishumor für Anfänger (wobei der nicht intentionale Witz, dass die Penisgröße von der Kultur abhängt, eigentlich recht gut war). Eine Tabelle für Penisbesonderheiten (Der Penis (W20) 1. ist gebogen wie Vogelschnabel, 2. hat drei einzelne Schamhaare viel zu weit oben, ...) oder Penisnamen ("Er nennt seinen Penis seinen (W20) 1. mächtigen Purperturm, 2. einäugigen Lindwurm im Kräuseldschungel, 3. joghurtspeienden Drachen, 4. ...) als Ersatz wäre doch was.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 13.07.2018 | 23:11
Naja, man hat den Band ja nicht dahingehend verändert, dass man mehr Vergewaltigungsregeln und weniger Homosexuelle reinnimmt. Die Angst vor diesen Leuten (welche ich in keinen der bekannten Foren gesehen habe), kann ja nicht so groß sein, wie die Angst vor den Feinden der Penistabelle.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Der Nârr am 14.07.2018 | 00:01
Auf eines ist Verlass: Bei DSA sollte man keine Erstauflagen kaufen. Das gedruckte Buch wird also bereits bei Erscheinen veraltet sein! Na prima, gut dass ich das nicht gebackt habe :P.

P.S.: Ich dachte Vergewaltigung wäre in DSA 5 ein Berufsgeheimnis für Betören mit Spezialisierung Liebesspiel?!?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: rillenmanni am 14.07.2018 | 00:09
Die Ulisses-Stellungnahme finde ich klasse.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: pharyon am 14.07.2018 | 00:26
Die Ulisses-Stellungnahme finde ich klasse.
+1.

p^^
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Just_Flo am 14.07.2018 | 06:21
+1.

p^^

+22
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Weltengeist am 14.07.2018 | 08:03
Für mich zeigt das Statement des Verlags vor allem auf, wieviel Energie sie heutzutage da reinstecken müssen, das Werk nach möglichst allen Seiten abzuchecken. Damit meine ich jetzt gar nicht irgendwelchen offensichtlichen Rassismus, sondern die ganze "dies oder jenes könnte man aber so verstehen, dass..." Geschichte. Nach den Maßstäben, die heutzutage aufgrund des öffentlichen Drucks für ein Rollenspiel angelegt werden müssen, wären sehr viele berühmte Fantasywerke nie geschrieben worden. Und wenn ich dann lese, dass man stolz darauf ist, das Wort "Mann" durch "Person mit Penis" ersetzt zu haben... nun ja. Wenn ich dazu was sage, wird's Speaker's Corner. "Gronkh ist eine Orkperson mit Penis..." - nein danke.

Ich habe großen Respekt davor, dass die Verlage diese Mühe auf sich nehmen. Mir persönlich wäre es das nicht wert. Ich tue mich schwer damit, dass Verlagsmitarbeiter im Hobbybereich auch noch die letzten Political-Correctness-Hinterkommastellen ausperfektionieren sollen, während gleichzeitig der öffentliche Mainstream so tut, als wären Genitalbeschneidung und Zwangsehen eine kulturelle Besonderheit, die man halt respektieren muss.

So, und jetzt könnt ihr wieder mit den Fackeln und den Heugabeln kommen.

P.S.: Klar ist "Utulus haben einen langen" nicht wirklich witzig. Wisst ihr, was wirklich witzig gewesen wäre? Wenn Thorwaler -2 auf Penislänge gekriegt hätten. Alle arischen Muskelberge haben 'nen kleinen Diller? Das wär doch mal was gewesen... >;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Sphärenwanderer am 14.07.2018 | 09:02
Zitat
Die Ulisses-Stellungnahme finde ich klasse.
:d

Zitat
Für mich zeigt das Statement des Verlags vor allem auf, wieviel Energie sie heutzutage da reinstecken müssen, das Werk nach möglichst allen Seiten abzuchecken.
Für mich zeigt das Statement vor allem, wieviel Energie sie freiwillig da reinstecken, um ein Werk zu schaffen, das möglichst niemanden diskriminiert - was ich beachtlich finde. Dass es im Rollenspiel auch anders (und auch ohne großen Shitstorm) geht, zeigt der Großteil der anderen RPG-Produkte, in denen z.B. nicht einmal gegendert wird. Das Sexbuch war ja auch ein Sonderfall im DSA-Betreb - ich gehe nicht davon aus, dass dasselbe Level an PC in normale Abenteuer eingeht.

Die Beschreibung "Person mit Penis" solltest du in der Tat auch nur dann benutzen, wenn du entweder eine inklusive Bezeichnung für eine Gruppe suchst, die du ansprechen möchtest (eben jede Person mit Penis - was z.B. einige Männer auch ausschließt. Wäre auch sinnlos, einen Eunuchen auf der Penistabelle würfeln zu lassen, sofern er diesen nicht in einem Einmachglas mit sich herumträgt), oder aber eine bestimmte Person unbestimmter/nonbinärer Geschlechtsidentität, von der du weißt, dass sie einen Penis hat (auch wenn der Fokus auf den Penis meistens wahrscheinlich eher unpassend ist). Wenn es um einen bestimmten Mann geht, reicht Mann natürlich aus.

Zitat
Naja, man hat den Band ja nicht dahingehend verändert, dass man mehr Vergewaltigungsregeln und weniger Homosexuelle reinnimmt. Die Angst vor diesen Leuten (welche ich in keinen der bekannten Foren gesehen habe), kann ja nicht so groß sein, wie die Angst vor den Feinden der Penistabelle.
Der Unterschied ist, dass (laut Statement) die Änderungen, die gemacht werden, dem Grundgedanken des Buches folgen, während die anderen gewünschten Änderungen dies nicht tun. Ich sehe da weniger Angst als Reflektion der eigenen Aussagen.

Zitat
Der Peniswitz war da die kleinste Sache und das war jetzt auch wirklich Penishumor für Anfänger (wobei der nicht intentionale Witz, dass die Penisgröße von der Kultur abhängt, eigentlich recht gut war). Eine Tabelle für Penisbesonderheiten (Der Penis (W20) 1. ist gebogen wie Vogelschnabel, 2. hat drei einzelne Schamhaare viel zu weit oben, ...) oder Penisnamen ("Er nennt seinen Penis seinen (W20) 1. mächtigen Purperturm, 2. einäugigen Lindwurm im Kräuseldschungel, 3. joghurtspeienden Drachen, 4. ...) als Ersatz wäre doch was.
;D Bietet auch mehr Witz-Potential, als ein paar Zahlen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Xiam am 14.07.2018 | 09:13
Der Jens könnte dich dafür mit mindestens einem dunkelhäutigen Mann bekannt machen, der lachend mit den Augen rollen könnte, wenn Leute*  das "Long-Dong" Klischee dreschen und sie damit auf ihren Penis reduzieren.

*wie der Jens und einige andere
Und der Jens ist das Maß aller Dinge und die anderen sollen sich mal gefälligst nicht so haben, ja? ;)

In den USA hat mich das 95. Nazi-Klischee auch nicht mehr zum Lachen gebracht, sondern nur noch genervt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 14.07.2018 | 09:35
Und der Jens ist das Maß aller Dinge und die anderen sollen sich mal gefälligst nicht so haben, ja? ;)
Selbstverständlich nicht. Genausowenig wie deine Anekdote. Das wollte ich dir damit aufzeigen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 14.07.2018 | 09:38
Für mich zeigt das Statement des Verlags vor allem auf, wieviel Energie sie heutzutage da reinstecken müssen, das Werk nach möglichst allen Seiten abzuchecken.

Sehe ich auch als problematisch an.

Ich habe großen Respekt davor, dass die Verlage diese Mühe auf sich nehmen. Mir persönlich wäre es das nicht wert. Ich tue mich schwer damit, dass Verlagsmitarbeiter im Hobbybereich auch noch die letzten Political-Correctness-Hinterkommastellen ausperfektionieren sollen, während gleichzeitig der öffentliche Mainstream so tut, als wären Genitalbeschneidung und Zwangsehen eine kulturelle Besonderheit, die man halt respektieren muss.
Geht mir auch so. Würde ich auch nicht machen. "Kauft es oder lasst es" wäre mein Statement.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 14.07.2018 | 10:11
Also die Menschen mit schwarzer Hautfarbe, die ich kenne, haben andere Probleme als sich über die Penislänge eines Phantasie Volkes in einem satirischen Fantasy Sex Buch zu echauffieren.


Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Weltengeist am 14.07.2018 | 10:30
Das Sexbuch war ja auch ein Sonderfall im DSA-Betreb - ich gehe nicht davon aus, dass dasselbe Level an PC in normale Abenteuer eingeht.

Vielleicht nicht genau das gleiche Ausmaß, aber aus meiner Erfahrung mit den Uhrwerkern kann ich sagen: Du würdest dich wundern. Das haben die schon ziemlich auf dem Schirm, auch wenn du nur ein ganz gewöhnliches Abenteuer einreichst.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 14.07.2018 | 10:39
P.S.: Klar ist "Utulus haben einen langen" nicht wirklich witzig. Wisst ihr, was wirklich witzig gewesen wäre? Wenn Thorwaler -2 auf Penislänge gekriegt hätten.

Oder alle Nutzer von zweihändigen Schwertern und Barbarenstreitäxten... bzw Nutzer*innen mit Penis...

Wäre auch sinnlos, einen Eunuchen auf der Penistabelle würfeln zu lassen, sofern er diesen nicht in einem Einmachglas mit sich herumträgt), oder aber eine bestimmte Person unbestimmter/nonbinärer Geschlechtsidentität, von der du weißt, dass sie einen Penis hat (auch wenn der Fokus auf den Penis meistens wahrscheinlich eher unpassend ist).

Eunuchen/Kastraten wurden oft nur die Hoden entfernt...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 14.07.2018 | 11:18
Habe neulich erst eine Umfrage zum Thema "Humor" gelesen. Bei einem Vergleich mit 15 Nationen schneiden die Deutschen tatsächlich  am schlechtesten ab (Platz 15). Auf Platz 1 landen die Amerikaner. Auf Platz 2 und 3 Spanier und Italiener, und erst auf Platz 4 die Briten. Fand ich interessant.

(So zumindest die Einschätzung von anderen Ländern bzgl. des" deutschen Humors")
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: YY am 14.07.2018 | 11:39
(So zumindest die Einschätzung von anderen Ländern bzgl. des" deutschen Humors")

Die haben halt keine Ahnung von anderer Leute Humor. Dass die Amis vor den Briten landen, zeigt mir schon, wie untauglich das Ganze ist  :P ;)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 14.07.2018 | 11:45
Die haben halt keine Ahnung von anderer Leute Humor. Dass die Amis vor den Briten landen, zeigt mir schon, wie untauglich das Ganze ist  :P ;)
Angeblich neigen Deutsche, nach Ansicht anderer Länder, dazu andere ständig zu verbessern.
Und sie verstehen angeblich keine Ironie.
(Soviel zu den Vorurteilen) ;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: First Orko am 14.07.2018 | 14:10
Na ja, wenn ihr die Stellungsnahme gelesen habt (die ich als Unbeteiligte sehr nachvollziehbar finde): sie schreiben auch, dass sie extrem angefeindet wurden, weil sie homosexuelle Paare und Männer und Frauen möglichst ausgeglichen dargestellt haben sowie keine (!) Regeln zu Vergewaltigungen hatten. Man sollte hier also bitte nicht den Eindruck erwecken, dass sich nur humorlose Gutmenschen aufregen könnten. Das kann die "früher war alles besser"-Fraktion mindestens genauso gut.

Ja, da bin ich auch drüber gestolpert und musste erstmal schlucken und durchatmen. Ich meine: Das RPG-Hobby in all seinen Facetten ist meiner Erfahrung nach ein Sammelbecken für Menschen, die für ihre Interessen mindestens einmal in Leben Hohn und Spott erleben musste bis hin zu echten Mobbingerfahrungen. Und ich vermute mal, dass so spezifische Dinge wie WdV kaum jemanden außerhalb der Szene erreicht. Dementsprechen kommen solche Kommentare aus dem "Inneren"... puuh.
Ich bin da offen gesagt fassunglos ob des Levels an Kleingeistigkeit (und das ist noch der harmloseste Begriff, der mir dazu einfällt) und Rückständigkeit, in dem sich so einige aufzuhalten scheinen. Passt aber von der Geisteshaltung her zu Diskussion, die im Rahmen eines speziellen AC-Fanwerkes damals bei Nasta schon zu Empörugn (auf beiden Seiten) geführt hatte. Einige Leute sollten echt mal hart ihre Realität und Fremdwahrnehmung von sich checken (lassen)....

Ich klammere mich mal daran fest, dass es wohl auch zum Großen Teil um pure Trollerei geht und denke weiter an Blumenweisen und genderfluide Elfenwesen mit Quantenpenissen oder so  ~;D

Ansonsten: Sehr guter Kommentar von Ulisses dazu  :d
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: lowfyr am 14.07.2018 | 15:24
Mit der Historia Aventurica war aber auch soweit ich das mitbekommen hatte einiges mehr im Argen als eine kleine Tabelle ;D

aber bei weitem nicht so viel, wie manche Leute glauben machen wollten.


Das hier ist leider mal wieder ein Beispiel, wie schnell vergleichsweise Kleinigkeiten außer Kontrolle geraten können. Und das man nicht unbedingt immer die große Keule schwingen sollte.

Und die Stellungnahme gefällt mir sehr. Befürchte nur das das so manchen nicht zu frieden stellen wird.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Skyrock am 14.07.2018 | 18:24
Passt aber von der Geisteshaltung her zu Diskussion, die im Rahmen eines speziellen AC-Fanwerkes damals bei Nasta schon zu Empörugn (auf beiden Seiten) geführt hatte.
"Das Kreischen der Weiber" war kein Fanwerk, sondern direkt aus dem AC-Kompendium und offiziell abgesegnet.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 14.07.2018 | 18:56
Interessant ist, dass "Das kreischen der Weiber" als ein prinzipiell unmoralischer Move beschrieben wird, aber ständig das Kommentar in den Diskussionen kommt, dass hier ja Vergewaltigung gut geheißen wird, während DSA mit Levthans Feuer ja auch einen Vergewaltigungszauber hat (gut der hinterlässt beim Opfer kein Gefühl des Schreckens), sich aber über den so absolut niemand aufregt. Ist schon spannend, was alles Lawinen auslöst und was nicht. Da geht es meist nicht mal um das Thema an sich, sondern halt um die Empörungskraft einer Hand voll von Personen, die solche Diskussionen dann anstacheln. Merkt man ja auch bei WdV, in den diversen Foren scheinen genau die selben leute die selben Argumente zu bringen und insgesammt sieht es nach viel aus.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Eismann am 14.07.2018 | 19:05
Oh doch, Levthans Feuer wird immer wieder gern aus der Mottenkiste geholt, wenn es um das Themenfeld geht. Aber die Gründe dürften da ähnlich sein.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 14.07.2018 | 19:07
Hat jedoch noch nie einen Rückruf deswegen gegeben oder seitenlange Diskussionen auf Facebook und in anderen Foren, mit so enorm verhärteten Fronten.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Eismann am 14.07.2018 | 19:21
Das ist richtig. Vielleicht muss man es einfach nur oft genug versuchen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aedin Madasohn am 14.07.2018 | 19:38
@Levthans Feuer

- da ja gerne im Internet drauf los geballert wird, auch wenn keine Fakten vorliegen - hier mal O-Ton

Quelle, DSA 4.1, Liber Cantiones 2.unverändrete Auflage 2006 (nicht deluxe, trotzdem schick, keine Gebrauchseselsohren oder ähnliche Individualisierung) Seite 166

Wirkung: der Verzauberte entbrennt auf der Stelle nicht nur in romatischer Minne, sondern auch in rahjagefälligem Feuer für die Hexe und schon bald versinken die beiden beiden in wildem und innigen Liebesspiel...


wer mit DSA vertraut ist, weiß ja sicherlich, wofür Rahja als alveranische Gottheit steht.
Dem gespiegelt die Darkside die Erzdämonin Belkehel, wo dementsprechend die sexuelle Ausbeutung und durch Gewalt erzwungener Geschlechtsverkehr hin verortet sind (Oron).
Das aventurische Chiffre für Vergewaltigung ist übrigens Rahjafrevel  ;)
für all jene, die da nicht firm sind (es hat ja nicht jeder den Master of DSAster), wurde der Begriff Liebesspiel gesetzt (statt stumpf Sex)
(warum regt sich den niemand darüber auf, dass mit den Vorteilen wie gutes Aussehen und Talent Betören eben solches als Abschleppdisko gespielt werden kann  wtf?)


gerne wird hier ja aus Halbwissen heraus der "Betören"Zauber mit dem Levthan Mythos von Satuarias Vergewaltigung durcheinander gewirbelt.
übrigens wurde Levthan dafür auch ziemlich in die (Verwandlungs)Mangel genommen.
aber egal. eh ja alles HA Fakenews  :Ironie:
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Skyrock am 14.07.2018 | 19:39
Levthans Feuer hat zwei wesentliche Unterschiede: a.) muss es nicht unbedingt zur Vergewaltigung eingesetzt werden, sondern kann auch im gegenseitigen Einvernehmen als Heilzauber eingesetzt werden, und b.) sind die meisten Anwender Frauen, die den Spruch gegen Männer verwenden. Vergewaltigung von Männern durch Frauen ist alleine schon aus physischen Gründen ein extremes Randphänomen in der realen Welt, und hat bei weitem nicht die gesellschaftliche Ächtung wie die umgekehrte Vorgehensweise. Es ist mehr eine XXL-Version eines Verführungsversuchs, bei der das Opfer sich nicht sicher ist ob es das wollte, keine physisch erzwungene Vergewaltigung mit gepackten Armen und zerrissener Kleidung. - Es ist eher mit Mindfuckzaubern wie Bannbaladin oder Imperavi zu vergleichen die man zur Vergewaltigung einsetzen kann, aber nicht muss - und da rutscht man in einen Graubereich rein wie Schadenszauber wie Ignifaxius, die man meist mit voller gesellschaftlicher Sanktion gegen Orks und anderes Schurkenpack einsetzt, aber theoretisch auch einsetzen könnte um ein Waisenhaus abzufackeln oder ähnliche Gräueltaten zu vollbringen.

Das Kreischen der Weiber erfordert hingegen zwingend eine Vergewaltigung gegen den Willen des Opfers und dessen geistige und physische Überwältigung bei vollem Bewußtsein.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 14.07.2018 | 19:46
Naja, ist halt wie jemand unter Drogen zu setzen. Quasi ein Liebestrunk. Magie ist da leider immer ein Grauberreich, aber aus "Ich will mit dir nicht schlafen" in Sekunden ein "Ich will mit dir schlafen und werde dabei körperlich ausgebeutet zur Heilung" zu machen und das dann auch noch als gottgefällig zu bezeichnen finde ich schon eher in Richtung der Verherrlichung von Vergewaltigung, als eine Setzung, die expülizit sagt, dass dies absolut unmoralisch ist. Ist halt so, als würde jemand damit prahlen, sein Opfer so betrunken gemacht zu haben, dass die dann auch willig wurde und das noch mit voller Absicht.

Etwas OT, aber: Die Vergewaltigung von männern ist absolut kein Randphänomen und passiert so enorm häufig. Allerdings wie du geschrieben hast, interessiert es einfach keinen und damit ist es natürlich kein großer Aufreger.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Eismann am 14.07.2018 | 20:22
Und los geht die wilde Fahrt  ;)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aedin Madasohn am 14.07.2018 | 20:41
"Ich will mit dir nicht schlafen" in Sekunden ein "Ich will mit dir schlafen und werde dabei körperlich ausgebeutet zur Heilung" zu machen und das dann auch noch als gottgefällig zu bezeichnen finde ich schon eher in Richtung der Verherrlichung von Vergewaltigung,

womit wir bei "Ausbeutung" wären und das ist dämonisch Belkehel. Seite 401 im Wege der Zauberei: "...da ist Belkelels Gunst nur Raub."
alles ganz klar und säuberlich getrennt. Wo kein rahjagefälliges Feuer zu entfachen ist, ist kein rahjagefälliges Feuer zu entfachen.
(etwa wenn spätpupertäre Hexen-Spieler unter Aufbietung aller Vorteile und Besonderheiten mit dem Klassiker "kann ich jetzt den Traviahochgeweihten zum Ehebruch zwingen und in eine schwere Glaubenskrise stürzen, höhö?" um die Ecke kommen)

wenn dein Spielleiter hier euch nicht die Grenzen des Settings aufzeigt, dann liegt es definitiv nicht an den Texten des Verlages.
Wer willens ist zu lesen (und ja, DSA hat da echt viel Text), der findet in Wege der Götter im Rahja-Kapitel genug über das "beiderseitige", um die "höhö" Fraktion Richtung "dämonisch" und "Belkehel" zu verfrachten.

Nur weil Rahja auch für den Wein steht, steht sie noch lange nicht für "Abfüllen bis kein Nein mehr gesagt wird"

also, WdZ 401 ff
WdG 135 ff
was nicht im Kontext dieser Abgrenzungen Rahja-Belkehel zu "rahjagefällig" interpretiert wird, schießt wohl als Vorwurf gegen DSA ziemlich vorbei, nicht wahr?

aber dies ist ja Blubberläster, also weitermachen mit der wilden Fahrt! Popcorn für ALLE!
Roter Ball FLIEGT....!!!!  >;D 
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Edvard Elch am 14.07.2018 | 21:12
Ohne da zu tief einsteigen zu wollen: In meinen Augen ist "Die Weltbeschreibung sagt, dass es keine Vergewaltigung ist!" ein sehr schwaches Argument.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TeichDragon am 14.07.2018 | 23:14
Bitte bleibt beim Blubberblästern und versteigert euch nicht in Political Correctness Diskussion.
Thread ist unter Beobachtung...

Danke im Voraus! :)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 14.07.2018 | 23:22
Er hat "tief einsteigen" gesagt ...

kicher  ;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: rillenmanni am 14.07.2018 | 23:23
DSA ist voll doof, denn da muss ich ja Sex machen!
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 14.07.2018 | 23:25
Bitte bleibt beim Blubberblästern und versteigert euch nicht in Political Correctness Diskussion.
Thread ist unter Beobachtung...

Danke im Voraus! :)

Tja haetten die beteiligten DSA Redakteure in ihrer Freizeit eine Regionalspielhilfe rausgekloppt waere das nicht passiert, aber so.... :P
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TeichDragon am 14.07.2018 | 23:33
Tja haetten die beteiligten DSA Redakteure in ihrer Freizeit eine Regionalspielhilfe rausgekloppt waere das nicht passiert, aber so.... :P

 :o

Wobei ich mich auf Havenna und kommende RSH echt freue.

Und zum Thema: Ich bin jemand, der Zaubersprüche, die mir oder meiner Gruppe nicht passen, einfach rauswerfen.
Da verstehe ich die teilweise seitenlangen Diskussionen nicht.
Irgendjemand hat irgendwann einen Zauberspruch beschrieben. Der mir nicht behagt. Oder meiner Gruppe.
Weg damit, whats the problem?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: AngeliAter am 14.07.2018 | 23:33
Interessant ist, dass "Das kreischen der Weiber" als ein prinzipiell unmoralischer Move beschrieben wird, aber ständig das Kommentar in den Diskussionen kommt, dass hier ja Vergewaltigung gut geheißen wird, während DSA mit Levthans Feuer ja auch einen Vergewaltigungszauber hat (gut der hinterlässt beim Opfer kein Gefühl des Schreckens), sich aber über den so absolut niemand aufregt. Ist schon spannend, was alles Lawinen auslöst und was nicht. Da geht es meist nicht mal um das Thema an sich, sondern halt um die Empörungskraft einer Hand voll von Personen, die solche Diskussionen dann anstacheln. Merkt man ja auch bei WdV, in den diversen Foren scheinen genau die selben leute die selben Argumente zu bringen und insgesammt sieht es nach viel aus.

Genügend Alkohol haben mich mal zur Anmeldung hier genötigt.
Wenn ich mir die ständigen Beiträge zu AC anschaue, gerade was "Das kreischen der Weiber" angeht, so fürchte ich, das eigentlich niemand diese besagte Fähigkeit überhaupt kennt oder gar verstanden hat.
((es gibt jetzt keine Kopie des Textes weil kopiergeschützt und sehr lang))
Prinzipiel geht es bei der Fähigkeit darum, sein Opfer zu erniedrigen (ja, eine Vergewaltigung erfüllt dieses Ziel, ist aber keinesfalls die einzigste Methode!), es reicht sogar aus, wenn der Täter glaubt, das das Opfer sich erniedrigt fühlt (jep, es darf sogar nur eine gespielte Erniedrigung sein).
Keine Frage, AC bewegt sich in sich in einem sehr schwarzen-dunklen-schwarzen Bereich aber es gibt KEINE Fähigkeit welche ZWINGEND eine Vergewaltigung voraussetzt, vereinfacht vieleicht aber nicht als voraussetzung.
Das soll jetzt keine Entschuldigung für die Redax sein, ich mein, genauso wenig wie man "Kleine Ängste" irgendwie entschuldigen könnte aber es gibt halt RPGs welche an den Randbereichen des menschlichens Empfindens gehen, kann man mögen, muss man nicht. Aber ständig falsche Behauptungen in die Welt setzen.. nein, sowas sollte man auch nicht.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 14.07.2018 | 23:35
DSA ist voll doof, denn da muss ich ja Sex machen!

Ich hab nen riesigen Pimmel ... Also ausgewürfelt ... Jetzt die Frage, ob man mit so  einem richtig riesigen Gemächt auch +4 auf Charisma kriegt?  >;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: First Orko am 15.07.2018 | 00:12
Prinzipiel geht es bei der Fähigkeit darum, sein Opfer zu erniedrigen (ja, eine Vergewaltigung erfüllt dieses Ziel, ist aber keinesfalls die einzigste Methode!), es reicht sogar aus, wenn der Täter glaubt, das das Opfer sich erniedrigt fühlt (jep, es darf sogar nur eine gespielte Erniedrigung sein).

Schade, dass du dir ersparst, den Text zu zitieren. Tatsächlich wird nämlich explizit gesagt:

Zitat
Ist das Opfer bereits panisch genug, ist es für die Anwendung der Lektion nicht unbedingt erforderlich, dass es vom Plünderer auch wirklich geschändet wird.*

Schändung ist ziemlich eindeutig. Ansonsten: Was bitte sonst soll durch Wortwahl und Kontext:

grausamen Plünderer
Angst verbreiten und Zwang über andere ausüben
Kurtisanen zu nehmen
Beutesolds
andersgeschlechtlichen Person
Willen aufzwingen
geschändet
entziehen
wegschleppen

genau anderes als Vergewaltigung impliziert werden? Kannst du mir da mal ne Alternative nennen, auf die das alles ebenfalls zutrifft?
Was bleibt ist Relativierungsbullshit, sorry.

*Siehe: wörtliches Zitat durch Skyrock wiedergegeben (https://blutschwerter.de/thema/arcane-codex-kreischen-der-weiber-haben-die-einen-an-der-waffel-o_o.12717/)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Shogoth64 am 15.07.2018 | 01:22
Meines Wissens nach darf man in DSA 4.1 auch männliche Hexen erschaffen...damit wirkt Levthans Feuer also auch anders rum. Just sayin....
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: AngeliAter am 15.07.2018 | 06:47

genau anderes als Vergewaltigung impliziert werden? Kannst du mir da mal ne Alternative nennen, auf die das alles ebenfalls zutrifft?
Was bleibt ist Relativierungsbullshit, sorry.

*Siehe: wörtliches Zitat durch Skyrock wiedergegeben (https://blutschwerter.de/thema/arcane-codex-kreischen-der-weiber-haben-die-einen-an-der-waffel-o_o.12717/)

Den letzten Abschnitt des wörtlichen Zitats von Skyrock hast du aber gelesen? Oder reicht das Wort "Vergewaltigung" um das lesen einzustellen? Oder gibt es in deiner Welt nur genau einen Weg um jemanden zu demütigen?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 15.07.2018 | 08:31
Ich finde es ja gut, dass man das Thema Rassismus aufgreift. Aber irgendwann ist auch mal gut.

Du willst ja bloß deinen persönlichen Rassenvorteil nicht verlieren!


Aber ja, offenbar ist die Penisgröße ein Kulturbonus. Ziemlich interessant. "Sorry, warum ist deiner so groß?" - "Ja, bin halt in Neuseeland aufgewachsen!".

Muss am Essen liegen...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 08:50
Ich hab nen riesigen Pimmel ... Also ausgewürfelt ... Jetzt die Frage, ob man mit so  einem richtig riesigen Gemächt auch +4 auf Charisma kriegt?  >;D
Aber nur wenn die Figur dauerhaft ohne Bekleidung rum läuft.
(Zumindest unterhalb der Hüfte)
Schon ein Lendenschurz macht den Bonus zunichte ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 15.07.2018 | 08:58
Aber nur wenn die Figur dauerhaft ohne Bekleidung rum läuft.
(Zumindest unterhalb der Hüfte)
Schon ein Lendenschurz macht den Bonus zunichte ~;D

Radlerhosen sind dagegen ok.


Was Beeinflussungszauber angeht, so sind die, wenn man das durchdenkt, ein generelles Problem, auch wenn kein Sex im Spiel ist. Das ist nicht auf DSA beschränkt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 08:59
Radlerhosen sind dagegen ok.
Genau  ;D

Edit. Ein zu kurzer Kilt geht auch noch...... ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Weltengeist am 15.07.2018 | 09:02
Schon ein Lendenschurz macht den Bonus zunichte ~;D

Aber nicht doch... nennt sich "big dick ego" und gibt es wohl tatsächlich.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 15.07.2018 | 09:12
Was Beeinflussungszauber angeht, so sind die, wenn man das durchdenkt, ein generelles Problem, auch wenn kein Sex im Spiel ist. Das ist nicht auf DSA beschränkt.

Nicht mal unbedingt nur auf Zauber. Wenn ein Charakter irgendeine Fähigkeit hat, andere zu beeinflussen (und sei's nur ein +4-Charismabonus...), dann kann allein das schon zu diversen hitzigen Debatten führen -- siehe auch die eine oder andere Diskussion zum Thema "soziale Fertigkeiten im Spiel"...

...andererseits hat man natürlich, wenn gar kein Charakter irgendeinen anderen irgendwie beeinflussen/überreden/umstimmen/was-auch-immer "darf", schnell das andere Problem, daß halt gegenseitiges Abmurksen wieder zum praktischsten Weg wird, Meinungsverschiedenheiten beizulegen. Egal also, wie man's macht, es ist sowieso verkehrt. :gasmaskerly:
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 15.07.2018 | 09:19
Nicht mal unbedingt nur auf Zauber. Wenn ein Charakter irgendeine Fähigkeit hat, andere zu beeinflussen (und sei's nur ein +4-Charismabonus...), dann kann allein das schon zu diversen hitzigen Debatten führen -- siehe auch die eine oder andere Diskussion zum Thema "soziale Fertigkeiten im Spiel"...

Der wesentliche Punkt ist, dass man sich gegen Magie nicht konkret wehren kann. Wenn ich jemanden belabere, hat diese Person immer noch die Möglichkeit, sich auf Basis des eigenen freien Willens zu entscheiden. Ich setze nicht mal Gewalt oder andere Druckmittel ein, um die Person gefügig zu machen. Magie bricht dagegen den freien Willen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 15.07.2018 | 09:27
Der wesentliche Punkt ist, dass man sich gegen Magie nicht konkret wehren kann. Wenn ich jemanden belabere, hat diese Person immer noch die Möglichkeit, sich auf Basis des eigenen freien Willens zu entscheiden. Ich setze nicht mal Gewalt oder andere Druckmittel ein, um die Person gefügig zu machen. Magie bricht dagegen den freien Willen.

Kann man so allgemein nicht behaupten. Bestenfalls kann man das so für Settings annehmen, in denen tatsächlich "Magie = Ich-gewinne-Knopf, Nichtmagie = taugt-eh-nix" gilt.

Wenn der freie Wille alleine schon die ganz große Trumpfkarte wäre, dann würden nicht so viele Leute regelmäßig allein schon auf Reklame hereinfallen. ;)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 15.07.2018 | 09:39
Kann man so allgemein nicht behaupten. Bestenfalls kann man das so für Settings annehmen, in denen tatsächlich "Magie = Ich-gewinne-Knopf, Nichtmagie = taugt-eh-nix" gilt.

Was üblicherweise der Fall ist. Es gibt üblicherweise Schutzmechanismen, aber wenn die mal überwunden sind, ist das Thema durch. Schön, wenn es Ausnahmen gibt.

Wenn der freie Wille alleine schon die ganz große Trumpfkarte wäre, dann würden nicht so viele Leute regelmäßig allein schon auf Reklame hereinfallen. ;)

Freie Entscheidung. Dass man, was man in der Werbung sieht, reflektieren kann, heißt ja nicht, dass man es auch wirklich macht. Ich würde aber auch bestreiten, dass Werbung in der Lage sein soll, Menschen in ernst zu nehmendem Umfang gegen die eigenen Überzeugungen handeln zu lassen. Ich habe auch noch niemanden direkt nach dem Werbekonsum los rennen und das Produkt kaufen sehen, schon gar nicht eines, das er gar nicht haben will. Vergleiche das mal mit dem DSA-Zauber "Große Gier".
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Xiam am 15.07.2018 | 10:17
Selbstverständlich nicht. Genausowenig wie deine Anekdote. Das wollte ich dir damit aufzeigen.
Wenn es aber Leute gibt, die diese Art Diskriminierungen wirklich stören, weil sie jeden Tag Alltagsrassismus ausgesetzt sind, warum kann man diese plumpen Klischees dann nicht in einem Rollenspielprodukt einfach mal lassen--völlig unabhängig davon, dass es den einen oder anderen Dunkelhäutigen geben mag, der Alltagsrassismus einfach wegzulächeln vermag?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 15.07.2018 | 10:29
Wenn es aber Leute gibt, die diese Art Diskriminierungen wirklich stören, weil sie jeden Tag Alltagsrassismus ausgesetzt sind, warum kann man diese plumpen Klischees dann nicht in einem Rollenspielprodukt einfach mal lassen--völlig unabhängig davon, dass es den einen oder anderen Dunkelhäutigen geben mag, der Alltagsrassismus einfach wegzulächeln vermag?

Oh, das ist einfach: weil man eben genau weiß, daß man selber gaaaanz bestimmt kein Rassist sein kann, und ein bewußtes Weglassen dann aber bedeuten würde, daß man zumindest vor sich selber zugeben müßte, daß man sich da vielleicht doch geirrt hat... :o -- Und das schlucken die wenigsten gerne, also wehrt man sich halt mit Händen und Füßen dagegen und schiebt die Schuld statt dessen lieber auf die fiesen Berufsempörer und "political correctness"-Menschen, die aus jeder Mücke gleich einen völlig überflüssigen Elefanten machen müssen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 15.07.2018 | 10:32
Wenn es aber Leute gibt, die diese Art Diskriminierungen wirklich stören, weil sie jeden Tag Alltagsrassismus ausgesetzt sind, warum kann man diese plumpen Klischees dann nicht in einem Rollenspielprodukt einfach mal lassen--völlig unabhängig davon, dass es den einen oder anderen Dunkelhäutigen geben mag, der Alltagsrassismus einfach wegzulächeln vermag?

In einem offensichtlich satirischen Werk können solche Sachen gerne drin sein. Wenn man sich daran stört, ist wohl entweder der satirische Aspekt nicht offensichtlich genug, so dass man das ernst nimmt, oder man *will* sich halt über sowas aufregen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Edvard Elch am 15.07.2018 | 10:42
In einem offensichtlich satirischen Werk können solche Sachen gerne drin sein. Wenn man sich daran stört, ist wohl entweder der satirische Aspekt nicht offensichtlich genug, so dass man das ernst nimmt, oder man *will* sich halt über sowas aufregen.

Oder aber die Satire ist einfach scheiße?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 15.07.2018 | 10:44
Oder aber die Satire ist einfach scheiße?

Dann ist die Satire scheiße. Na und?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 10:47
Satire bedient nach meinem Verständnis extra abgedroschene Klischees mit dem Ziel sie durch den Kakao zu ziehen. Wohlgemerkt nicht die Personen, die von diesen Klischees betroffen sind, sondern nur die blöden und überflüssigen Klischees (mit dem Ziel die Klischees lächerlich zu machen, nicht die Personen).
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Edvard Elch am 15.07.2018 | 10:47
Satire ist ein Werkzeug und kein Freifahrtschein für alles. Sachen können halt als Satire gemeint und gleichzeitig rassistische Scheiße sein. ¯\_(ツ)_/¯
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 10:52
Und eben diese rassistische Scheiße wollte man lächerlich machen.

Wird oder wurde vermutlich nicht verstanden.
Und weil das so ist, kann man es vermutlich nicht machen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 15.07.2018 | 11:02
Und eben diese rassistische Scheiße wollte man lächerlich machen.

Wird oder wurde vermutlich nicht verstanden.
Und weil das so ist, kann man es vermutlich nicht machen.

Obligatorischer Querverweis auf Poes Gesetz (https://de.wikipedia.org/wiki/Poes_Gesetz). Sinngemäß: "Ohne ausdrückliche Kennzeichnung ist es in Textmedien letzten Endes unmöglich, zwischen Parodie und ernsthaft vertretener Meinung sicher zu unterscheiden."
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 15.07.2018 | 11:14
bezgl. Poe:
Dann wird der Rassismusvorwurf wohl auch nicht zu beweisen sein - und die Pflicht des Nachweises liegt beim Ankläger.

Nebenbei: Wenn es jetzt die Aufregung um ein +1 in der Gemächtgröße geht, kann es mit dem Alltagsrassismus auf den Bezug genommen worden ist dann ja auch nicht so schlimm sein, wenn die +1 noch so hoch aufgehängt werden müssen.

Das ist ungefähr wie #metoo und seine Auswüchse, wo echte Misszustände munter und meines Erachtens aus einer bunten Mischung von politischem Missbrauch oder auch nur Geltungsbedürfnis mit belanglosen bis hysterischen Befindlichkeiten in einen Topf geworfen worden sind - und damit den eigentlichen Opfern von tatsächlichen Übergriffen einen massiven Bärendienst erwiesen wurde.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 11:16
Obligatorischer Querverweis auf Poes Gesetz (https://de.wikipedia.org/wiki/Poes_Gesetz). Sinngemäß: "Ohne ausdrückliche Kennzeichnung ist es in Textmedien letzten Endes unmöglich, zwischen Parodie und ernsthaft vertretener Meinung sicher zu unterscheiden."
Jo das stimmt natürlich.

Aber in einem satirischen Werk über Sex in einer Fantasy Welt, das aus einem April Scherz entstanden ist, kann man mMn. zumindest etwas wohlwollender bei Interpretation sein ohne den Autoren gleich -ismus Vorwürfe zu unterstellen.


Das Thema ist ein Minenfeld, keine Frage.
Die Gefahr, dass es jemand nicht als Satire versteht, sondern den Autoren als bewusste oder unbewusste persönliche Reallife Meinung unterstellt,  ist natürlich  da.

Ein guter Grund es sein zu lassen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 15.07.2018 | 11:17
Gibt es in dem Werk ein klärendes Vorwort?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Kreggen am 15.07.2018 | 11:29
Gibt es in dem Werk ein klärendes Vorwort?

Sowohl ein Vor- als auch ein Nachwort, in dem immer wieder die Gratwanderung des Themas und die Entstehung aus einem Aprilscherz und dem passenden Humor dazu betont wird. Meiner Meinung nach ist das Nachwort ziemlich klärend.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 15.07.2018 | 11:37
Poes Gesetz greift hier nicht, da jedem klar ist, dass dies ein scherhaftes Werk ist und keine Verbreitung einer Meinung. Der Knackpunkt ist eher die Frage, ob solche Scherze erlaubt sind.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 15.07.2018 | 11:42
bezgl. Poe:
Dann wird der Rassismusvorwurf wohl auch nicht zu beweisen sein - und die Pflicht des Nachweises liegt beim Ankläger.

Zu dumm halt, daß wir gar nicht vor Gericht sind...

Klar: wenn ich jemanden ernsthaft verklagen und vor den Kadi zerren wollte, dann sollte ich mir besser im Vorfeld gute Argumente suchen. Da ginge es ja dann auch tatsächlich um eine eventuelle "echte" Bestrafung des Betroffenen mit Rechtswirkung und allem. Aber wenn's nur darum geht, mir eine eigene Meinung zu bilden und diese ggf. auch mal zu äußern, selbst wenn sie für dieselbe Person/Gruppe/wasauchimmer dann nicht unbedingt schmeichelhaft ausfällt? Überraschung, das darf ich -- meines Wissens zumindest, korrigiert mich, wenn ich da falsch liegen sollte -- immer noch, ohne erst irgendwelche selbsternannten "Wo wir kein Problem sehen, hat gefälligst auch keins zu sein!"-Diskussionswächter um allergnädigste Erlaubnis bitten zu müssen...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Megavolt am 15.07.2018 | 11:45
Ich kann mich im Sinne des Threads nur zu einer allgemeinen Aussage hinreißen lassen, nicht unbedingt zu einer konkreten. Sie lautet:

Die Kunst hat frei zu sein.

Die Freiheit der Kunst korreliert direkt mit der grundsätzlichen persönlichen Freiheit, sie ist daher ein immens hohes Gut. Man erkennt ihren Wert besonders augenfällig überall dort, wo er fehlt, nämlich überall auf der Welt, wo der Geist des Totalitarismus im Gewand der Sittenwächter durchgedrückt wird, mal auf leisen Sohlen und mal unverhohlen repressiv. Die Freiheit der Kunst impliziert ausdrücklich, dass es okay ist, dass Leute die Kunst widerwärtig finden. Die Freiheit für alle ist kategoriell wertvoller als der Ärger derjenigen, die sich daran stören.

Ein Rollenspielwerk ist kein wissenschaftliches, juristisches, pädagisches oder politisches Werk, es ist definitiv ein künstlerisches Werk.

Dementsprechend ist die Position von James Raggy IV. die richtige, denn es ist die Position von Voltaire: Man sollte hier den Ayatollahs, den Kleinbürgern, den Kulturkämpfern dieser Tage und den Nazis meiner Meinung nach nicht zu weit entgegenkommen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 11:51
@
Megavolt
+1
(Es gibt sicher Grenzen. Aber Kunst ist Kunst gefällt mir)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 15.07.2018 | 11:55
Jeder kann seine Meinung frei äußern.
Aber wer mit doch recht harten Anwürfen wie Sexismus oder Rassismus um sich wirft und das nicht belegen kann (oder auch nur versucht und damit zumindest guten Willen zeigt - über das Gelingen/die Argumente könnte man dann ja immer noch diskutieren) , darf sich eben auch nicht beschweren, wenn er genauso als extremistischer Auswurf angesehen wird, wie es die angeprangerten Leute wären, wenn sein Vorwurf richtig wäre.

Die Regeln des Rechtstaats sehen diese Vorgehensweise ja nicht vor, weil sie gottgegeben mal jemand halt dazu geschrieben hat und sie nun halt unergründbarerweise dazu gehören. Da stecken dann ja ein paar Gedanken zu der Natur und Dynamik von Anklage, Widerspruch und Verurteilung hinter, welche nicht nur einem rein formal rechtlichem Umgang, sondern auch einem sozialen gut zu Gesicht stehen würden.

In dem Sinne, du muss nichts belegen ... .

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Weltengeist am 15.07.2018 | 12:03
Jeder kann seine Meinung frei äußern.
Aber wer mit doch recht harten Anwürfen wie Sexismus oder Rassismus um sich wirft und das nicht belegen kann

Das ist der Punkt. Nicht jeder blöde Witz und jedes Klischee ist gleich ein -ismus. Und nicht jede Verhaltensweise oder Meinungsäußerung, die mir nicht in den Kram oder in mein Weltbild passt, ist ein -ismus.

Ich leide ja auch nicht unter Beamtismus, nur weil ich permanent blöden Witzen und Klischees über meinen Berufsstand ausgesetzt bin.

Es ist eine Sache, eine bestimmte Sache blöd zu finden und das auch zu äußern. Eine völlig andere, immer gleich die Ismus-Keule zu zücken. Das bagatellisiert am Ende nur die wirklichen Probleme.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Sphärenwanderer am 15.07.2018 | 12:20
Ach, Leute. Es wird niemandem hier vorgeworfen, Rassist zu sein. Versucht doch keine berechtigte Kritik dadurch lächerlich zu machen, dass ihr den Vorwurf, (ungewollt? unbewusst?) rassistische Stereotype zu reproduzieren zu dem Vorwurf eine rassistische Ideologie zu vertreten aufbauscht.

Wer den Unterschied nicht sieht, kann sich ja vlt nochmal meinen Beitrag durchlesen: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,102322.msg134646333.html#msg134646333

Die Freiheit der Kunst ist übrigens solange unangetastet, wie die staatliche Gewalt nicht einschreitet.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 15.07.2018 | 12:24
Ich leide ja auch nicht unter Beamtismus, nur weil ich permanent blöden Witzen und Klischees über meinen Berufsstand ausgesetzt bin.

Bist du dir da sicher, oder sagst du das nur, weil der Begriff einfach so noch nicht geprägt worden ist? ;)

Abgesehen davon ist das im Zweifelsfall tatsächlich noch mal 'ne andere Kiste. Ich kann mich im Moment an kein Beispiel erinnern, in dem Beamte schon mal wirklich bewußt und ernsthaft als "niedere" oder "per se weniger fähige" Menschen eingestuft worden wären (eher im Gegentum, es finden sich in der Geschichte reihenweise Belege für den Beamtenstatus als ausdrückliches Privileg) -- Frauen (Männer komischerweise eher selten) und "Andersfarbige" beispielsweise könnten davon dagegen problemlos einen ganzen Musicalzyklus zusammenstellen. Da kommen die im Abstrakt ganz ähnlich klingenden blöden Witze und Klischees dann natürlich schon ein Stück anders rüber.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 12:31
Ach, Leute. Es wird niemandem hier vorgeworfen, Rassist zu sein. Versucht doch keine berechtigte Kritik dadurch lächerlich zu machen, dass ihr den Vorwurf, (ungewollt? unbewusst?) rassistische Stereotype zu reproduzieren zu dem Vorwurf eine rassistische Ideologie zu vertreten aufbauscht.

Wer den Unterschied nicht sieht, kann sich ja vlt nochmal meinen Beitrag durchlesen: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,102322.msg134646333.html#msg134646333
Wenn man Stereotypen überzeichnen will, dann muss man sie natürlich auch verwenden.
Und zwar bewusst.
Ganz klar. Genau das macht Satire.
(Bsp. Blondinen sind... oberflächlich und dumm)

Die Feststellung das Stereotypen verwendet wurden, ist also berechtigt.
Nur der Zweck(Satire!) ist manchen Kritikern mMn. unklar.
Man verwendet Klischees um sie der "Lächerlichkeit preiszugeben."
(Indem man sie überspitzt.)
Und nicht um diese Klischees  als berechtigt darzustellen.
(Oder damit seine persönliche Meinung zu vertreten)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 15.07.2018 | 12:36
Nur der Zweck(Satire!) ist manchen Kritikern mMn. unklar.

Das ist übrigens auch noch so ein Vorurteil. Es kann ja nieeee am Künstler selber liegen, wenn er sich mißverständlich ausdrückt -- das ist alles ganz natürlich immer nur die Schuld der Kritiker und sonstigen Banausen, die sein Genie einfach nur nicht zu würdigen wissen! ;)

Kann man sich als Standpunkt zu eigen machen, scheint aber beim Ausräumen besagter Mißverständnisse in der Regel irgendwie nicht besonders weit zu führen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 15.07.2018 | 12:37
Ach, Leute. Es wird niemandem hier vorgeworfen, Rassist zu sein. Versucht doch keine berechtigte Kritik dadurch lächerlich zu machen, dass ihr den Vorwurf, (ungewollt? unbewusst?) rassistische Stereotype zu reproduzieren zu dem Vorwurf eine rassistische Ideologie zu vertreten aufbauscht.

Wer den Unterschied nicht sieht, kann sich ja vlt nochmal meinen Beitrag durchlesen: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,102322.msg134646333.html#msg134646333

Die Freiheit der Kunst ist übrigens solange unangetastet, wie die staatliche Gewalt nicht einschreitet.

Berechtigt wird Kritik durch ihre Begründung. Stattdessen wurde über den willkürlichen und unspezifischen Bezug zu Alltagsrassimus eben genau dieser rein moralisch arbeitende Schluss gesetzt.

Übergriffe gegen die Freiheit der Kunst sind außerdem effektiv nicht auf den Staat beschränkt.

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Edvard Elch am 15.07.2018 | 12:42
@ Issi: Satire ist kein Zweck für irgendwas. Satire ist ein Werkzeug, um bestimmte Zwecke zu erreichen (zum Beispiel das Anprangern von Missständen). In der plumpen Verwendung des Stereotyps (wo ich auch nicht wirklich eine Zuspitzung sehe) kann ich zugegebenermaßen keine Satire erkennen. Eine Verkehrung oder Brechung des Stereotyps (eventuell einfach ein Malus für weiße bei der entsprechenden Tabelle?) wäre zwar immer noch nicht besonders gut, würde aber wahrscheinlich als Satire viel besser wirken.

@ Marzaan: Deinen falsch verstandenen bürgerlichen Freiheitsbegriff kannst du stecken lassen. Die ursprüngliche Idee dahinter war, dass jeder seine Gedanken (und Kunst) ungehindert vortragen kann, diese aber danach vor dem Richterstuhl der Vernunft diskutiert, kritisiert und dann entweder angenommen oder verworfen wird. In der Kritik (die sich zugegebenermaßen hier auf einem recht niedrigen Niveau bewegt und bewegen muss, weil das Verständnis des Gegenstands der Kritik bei vielen Teilnehmern nicht besonders ausgeprägt ist) jetzt als einen Angriff auf die Freiheit zu werten, ist halt Käse.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 15.07.2018 | 12:52
@ Marzaan: Deinen falsch verstandenen bürgerlichen Freiheitsbegriff kannst du stecken lassen. Die ursprüngliche Idee dahinter war, dass jeder seine Gedanken (und Kunst) ungehindert vortragen kann, diese aber danach vor dem Richterstuhl der Vernunft diskutiert, kritisiert und dann entweder angenommen oder verworfen wird. In der Kritik (die sich zugegebenermaßen hier auf einem recht niedrigen Niveau bewegt und bewegen muss, weil das Verständnis des Gegenstands der Kritik bei vielen Teilnehmern nicht besonders ausgeprägt ist) jetzt als einen Angriff auf die Freiheit zu werten, ist halt Käse.
Zwischen der reinen Kritik und der echten Zensur stehen Mechanismen, die durch sozialen oder wirtschaftlichen Druck ein Unterlassen (oder Vornehmen) gewisser Dinge erzwingen. Das kann eine Einschränkung der Freiheit zur Folge haben, was problematisch ist.

Nicht, dass ich das mit einer albernen Penis-Tabelle oder deren Änderung erfüllt sehe, aber grundsätzlich denke ich, dass Maarzan hier einen Punkt hat, und das ohne i-einem "bürgerlichen Freiheitsbegriff" zu folgen, ob nun falsch verstanden oder nicht:

Zitat
Übergriffe gegen die Freiheit der Kunst sind außerdem effektiv nicht auf den Staat beschränkt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 15.07.2018 | 12:53
@ Marzaan: Deinen falsch verstandenen bürgerlichen Freiheitsbegriff kannst du stecken lassen. Die ursprüngliche Idee dahinter war, dass jeder seine Gedanken (und Kunst) ungehindert vortragen kann, diese aber danach vor dem Richterstuhl der Vernunft diskutiert, kritisiert und dann entweder angenommen oder verworfen wird. In der Kritik (die sich zugegebenermaßen hier auf einem recht niedrigen Niveau bewegt und bewegen muss, weil das Verständnis des Gegenstands der Kritik bei vielen Teilnehmern nicht besonders ausgeprägt ist) jetzt als einen Angriff auf die Freiheit zu werten, ist halt Käse.

Der Angriff auf die Freiheit liegt in der Art und Weise dieser "Kritik", nicht an Kritik an sich.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 15.07.2018 | 13:02
Satire ist ein Werkzeug und kein Freifahrtschein für alles. Sachen können halt als Satire gemeint und gleichzeitig rassistische Scheiße sein. ¯\_(ツ)_/¯

Nicht alles, was du als rassistische Scheiße identifizierst, ist rassistische Scheiße. Für deine Misinterpretation können die Autoren nur insofern etwas, als sie die Satire nicht in ausreichendem Maße als solche kenntlich gemacht haben. Wobei das zu verifizieren wäre, denn wir reden hier immerhin über einen völlig aus dem Zusammenhang gerissenen Aspekt.

Davon abgesehen finde ich es vor dem Hintergrund, in welchem Maß und mit welchen Methoden auf unserem Planeten - auch in D - diskriminiert wird, erstaunlich, dass man sich derart über einen misratenen Schwarzafrikaner-Penislänge-Scherz echauffieren kann. Als ob es keine echten Probleme gäbe.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 13:03
Das ist übrigens auch noch so ein Vorurteil. Es kann ja nieeee am Künstler selber liegen, wenn er sich mißverständlich ausdrückt -- das ist alles ganz natürlich immer nur die Schuld der Kritiker und sonstigen Banausen, die sein Genie einfach nur nicht zu würdigen wissen! ;)

Kann man sich als Standpunkt zu eigen machen, scheint aber beim Ausräumen besagter Mißverständnisse in der Regel irgendwie nicht besonders weit zu führen.
Wessen Standpunkt soll das sein?
Man kann etwas mögen oder nicht mögen.
"Richtig" oder "Falsch", "Schuld" oder " Unschuld" greifen bei Geschmacksfragen nicht immer zwingend.

Jeder hat dennoch das Recht etwas nicht zu mögen.
Und natürlich kann er die Schuld (dass er etwas nicht mag)dabei schieben auf wenn er möchte. Auf den Künstler sich selbst oder äußere Umstände.

Eine Schuld (gesetzlich, da Rechtsbruch)
(Vorsatz, Absicht, Schaden) ist nochmal ein anderes paar Schuhe.

Konsumenten von Freizeit,  Fantasy  Medien tun das idR. in ihrer Freizeit.
Und nicht als juristische, vom Staat eingesetzte Personen.

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 13:15
@ Issi: Satire ist kein Zweck für irgendwas. Satire ist ein Werkzeug, um bestimmte Zwecke zu erreichen (zum Beispiel das Anprangern von Missständen). In der plumpen Verwendung des Stereotyps (wo ich auch nicht wirklich eine Zuspitzung sehe) kann ich zugegebenermaßen keine Satire erkennen. Eine Verkehrung oder Brechung des Stereotyps (eventuell einfach ein Malus für weiße bei der entsprechenden Tabelle?) wäre zwar immer noch nicht besonders gut, würde aber wahrscheinlich als Satire viel besser wirken.
Man kann den Versuch damit Satire zu erzeugen durchaus als plump oder misslungen ansehen.
(Ich hätte mir die ganze Tabelle geschenkt)
"Euer Witz ist nicht angekommen" ist mMn. etwas anderes, als "ihr seid unterschwellig rassistisch."
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Sphärenwanderer am 15.07.2018 | 13:27
@Issi
Ein klassischer Blondinenwitz ist erstmal keine Satire, genausowenig wie ein Judenwitz.

Wenn man diese Witze in einen anderen Zusammenhang rückt, kann Satire entstehen, muss aber nicht. Im berühmten Böhmermann-Fall z.B. wäre das "Schmähgedicht" wohl keine Satire gewesen, wenn es ohne den Kontext veröffentlicht worden wäre, sondern einfach nur eine Beleidigung. Erst der Kontext hat hier Satire erschaffen - und selbst darüber gab es eine große Diskussion.

Und in diesem speziellen Fall sehe ich nicht wirklich, wie man sich in der Tabelle über das Klischee lustig macht - zumal die geäußerte Autorenintention eine biologische (vollkommen unhumoristische) Begründung enthält, keine satirische.

Zitat von: Maarzan
Berechtigt wird Kritik durch ihre Begründung. Stattdessen wurde über den willkürlichen und unspezifischen Bezug zu Alltagsrassimus eben genau dieser rein moralisch arbeitende Schluss gesetzt.
Die Kritik ist doch sogar sehr spezifisch (Reproduktion eines rassistischen Klischees). Und als Schluss sollte allenfalls gelten, dass man (wenn man so etwas schreibt), darüber nachdenken sollte, wie so etwas verstanden werden kann bzw. in welcher Tradition es steht. Niemandem wird vorgeworfen, er wollte ein "bewusst verletzendes" Schriftstück anfertigen oder sei ein verkappter Nazi mit geheimer Diskriminierungs-Agenda.

Zitat
Der Angriff auf die Freiheit liegt in der Art und Weise dieser "Kritik", nicht an Kritik an sich.
Könntest du das etwas genauer ausführen? Ich verstehe wirklich nicht, wo hier Freiheiten beschnitten werden.

Zitat
"Euer Witz ist nicht angekommen" ist mMn. etwas anderes, als "ihr seid unterschwellig rassistisch."
"ihr seid unterschwellig rassistisch" ist nochmal etwas anderes als "ihr äußert etwas, das in rassistischer Tradition steht."

Wenn man z.B. in einem Comic alle auftretenden Schwarzen mit überzeichneten Lippen und Turban darstellt, muss überhaupt keine rassistische Einstellung vorliegen. Dieses Bild steht aber in einer systematisch diskriminierenden historischen Tradition der Darstellung schwarzer Menschen, die auch eine Rolle spielt. Vielleicht hält es jemand auch einfach für cool, sein Bandlogo mit zwei Blitzen statt dem Buchstaben S zu versehen - Kontext ist hier (wie so oft) entscheidend für die Rezeption. Deswegen wird z.B. auch das Rollenspiel Starslayers nicht mit SS, sondern mit *S abgekürzt.


Ulisses hat doch außerdem selbst verlautbart, dass sie, um ihre eigenen Ansprüche zu erfüllen, in diesem Fall wohl einfach nicht achtsam genug waren: "Die Aussage, dass Waldmenschen einen größeren Penis haben, wurde von uns nicht ausreichend reflektiert und ohne böse Absicht verwendet." Ich glaube ihnen sowohl, dass sie keine böse Absicht hatten als auch dass sie die Änderung nicht nur als Lippenbekenntnis, sondern aus Überzeugung ablegen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: pharyon am 15.07.2018 | 13:31
Wenn's nicht der "Levthan's Feuer" wär, wär's der "Imperavi". Natürlich darf man sich kritisch mit den Implikationen solcher Zauber auch kritisch auseinander setzen. Auf der anderen Seite, fände ich es doof, diese Zauber vorab aus Sorgen um die Außenwahrnehmung wegzulassen. Bisher hatte ich nämlich immer das Glück, in Gruppen mitspielen zu dürfen, die reif genug waren, da nicht auf einem dunklen Pfad zu wandern.

Auch bei WdV darf man gerne kritisch die Punkte anmerken, die einem aufstoßen, allerdings sollte man in seiner Kritik auch berücksichtigen, dass eine Antwort und Begründung auch immer Zeit benötigt. Ich finde es sehr bedauerlich, dass einige "Fans" der Auffassung sind, dass ihre Kritik auch umgehend angenommen oder beantwortet werden muss. Diese Hektik und mangelnder Respekt in der ausdrucksweise können einem schon den Spaß an der Arbeit verderben.

Deshalb finde ich es umso beachtlicher, wie Ulisses reagiert hat.

Spezielle Erfahrung auf Aventurienkunde: Hexen beten vor allem Satuaria an, Rahja ist die Liebes- und Rauschgöttin (und Alkohol, und Pferde, und Hamronie, und Musik, und...). Wenn eine Hexe also Levthan's Feuer zaubert, hat das mit Rahja erstmal gar nichts zu tun. Wie gesagt, empfinde ich es als interessant, den Spielern solche Macht in die Hand zu geben (wobei DSA dafür ja nicht im Übermaß verschrien ist) und am Spieltisch zu sehen, wie der Mitspieler diese dann einsetzt.

So, nächtle allerseits.

p^^
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Sphärenwanderer am 15.07.2018 | 13:34
Zitat
Wenn's nicht der "Levthan's Feuer" wär, wär's der "Imperavi". Natürlich darf man sich kritisch mit den Implikationen solcher Zauber auch kritisch auseinander setzen. Auf der anderen Seite, fände ich es doof, diese Zauber vorab aus Sorgen um die Außenwahrnehmung wegzulassen. Bisher hatte ich nämlich immer das Glück, in Gruppen mitspielen zu dürfen, die reif genug waren, da nicht auf einem dunklen Pfad zu wandern.
Ich finde es ja im Zauberbereich auch interessant, wie die inneraventurische Wahrnehmung von Beherrschungsmagie ist. MWn (zugegeben etwas veraltet) ist die geistige Beherrschung von Personen doch vielerorts in Aventurien illegal, wird also durchaus als moralisch nicht vertretbar angesehen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 15.07.2018 | 14:28
Du willst ja bloß deinen persönlichen Rassenvorteil nicht verlieren!

Korrekt, deshalb werde ich diese Errata-Version auch ignorieren.  >;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 14:32
@Issi
Ein klassischer Blondinenwitz ist erstmal keine Satire, genausowenig wie ein Judenwitz.
Die dumme Blonde ist ein dummes Klischee.
Eines das man überspitzt.

Nicht jeder kann über jeden Witz lachen, ganz klar.
Und manche Witze sollen auch schmähen.

Letzteres ist für mich bei WdV. in keiner Weise erkenntlich gewesen.
Dass man darüber nicht unbedingt lachen konnte,  geschenkt.

Dass es nicht als echte Schmähung gemeint war (innerhalb eines Fun Fantasy  Projektes), ist aber vielen Lesern scheinbar klar genug um es nicht Betracht zu zu ziehen.

Anderen Lesern ist das scheinbar nicht klar genug.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 15.07.2018 | 14:34
Korrekt, deshalb werde ich diese Errata-Version auch ignorieren.  >;D

So ne Tabelle ist halt besser, als das Reallife, was?  >;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Edvard Elch am 15.07.2018 | 14:49
Dass es nicht als echte Schmähung gemeint war (innerhalb eines Fun Fantasy  Projektes), ist aber vielen Lesern scheinbar klar genug um es nicht Betracht zu zu ziehen.

Anderen Lesern ist das scheinbar nicht klar genug.

Das ist überhaupt nicht die geäußerte Kritik. Die wenigsten Menschen erwachen eines Morgens aus unruhigen Träumen und finden sich in ihrem Bett in einen ungeheuren Rassisten verwandelt. Die Kritik ist, dass Leute in unserer Gesellschaft übliche rassistische Stereotype und Handlungsweisen¹ unreflektiert an einigermaßen prominenter Stelle wiederholen und damit implizit ausdrücken, dass es okay ist, diese Sachen zu sagen oder zu tun. Das wird mit der (manchmal mehr, manchmal weniger freundlichen) Bitte, diese Sachen doch bitte im Sinne der Entwicklung hin zu einer weniger rassistischen Gesellschaft zu unterlassen. Es wird nicht unterstellt, dass die Leute rassistisch sein wollen, sondern dass sie aus mangelndem Problembewusstsein rassistisch sprechen.


¹ Davon gibt es in einer Gesellschaft, die sich erst in der Mitte des letzten Jahrhunderts auf den Weg gemacht hat, ihren Rassismus mal langsam loszuwerden, reichlich. Das ist den meisten Leuten aber nicht bewusst, weil sie eben in einem Umfeld aufgewachsen sind, in denen die Sachen einfach "normal" waren.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 15.07.2018 | 14:58
...
Die Kritik ist doch sogar sehr spezifisch (Reproduktion eines rassistischen Klischees). Und als Schluss sollte allenfalls gelten, dass man (wenn man so etwas schreibt), darüber nachdenken sollte, wie so etwas verstanden werden kann bzw. in welcher Tradition es steht. Niemandem wird vorgeworfen, er wollte ein "bewusst verletzendes" Schriftstück anfertigen oder sei ein verkappter Nazi mit geheimer Diskriminierungs-Agenda.
Könntest du das etwas genauer ausführen? Ich verstehe wirklich nicht, wo hier Freiheiten beschnitten werden.
"ihr seid unterschwellig rassistisch" ist nochmal etwas anderes als "ihr äußert etwas, das in rassistischer Tradition steht."

Wenn man z.B. in einem Comic alle auftretenden Schwarzen mit überzeichneten Lippen und Turban darstellt, muss überhaupt keine rassistische Einstellung vorliegen. Dieses Bild steht aber in einer systematisch diskriminierenden historischen Tradition der Darstellung schwarzer Menschen, die auch eine Rolle spielt. Vielleicht hält es jemand auch einfach für cool, sein Bandlogo mit zwei Blitzen statt dem Buchstaben S zu versehen - Kontext ist hier (wie so oft) entscheidend für die Rezeption. Deswegen wird z.B. auch das Rollenspiel Starslayers nicht mit SS, sondern mit *S abgekürzt.

Ulisses hat doch außerdem selbst verlautbart, dass sie, um ihre eigenen Ansprüche zu erfüllen, in diesem Fall wohl einfach nicht achtsam genug waren: "Die Aussage, dass Waldmenschen einen größeren Penis haben, wurde von uns nicht ausreichend reflektiert und ohne böse Absicht verwendet." Ich glaube ihnen sowohl, dass sie keine böse Absicht hatten als auch dass sie die Änderung nicht nur als Lippenbekenntnis, sondern aus Überzeugung ablegen.

Das ganze Spiel lebt letztlich in der Praxis von Clichees, weil am Spieltisch eben tiefgründige soziologische Studien die allermeisten Beteiligten und/oder den Spielumfang überfordern (und die Spielgestaltenden oft auch bzw. die auch nichts davon haben ihre allermeisten Kunden wiederum zu überfordern.) und das sit den Spielern üblicherweise auch bewußt und wird akzeptiert. D&D ist eben z.B. auch kein historisches Mittelalter, so viele Anleihen es sich auch genommen haben mag. 

Was hier also das definiernde und ausschlaggebende ist, ist die ex Cathedra Zuschreibung von "rassistisch" an dem Clichee (welches zumindest nach WHO-Studien schon mal gar keins ist!)

Und dafür wird jetzt speziell ein politisch passendes Fass aufgemacht (während das PC-irrelevante Behandeln von Thorwalern als einzige genetisch mit mentalen Defiziten besetzte Gruppierung <zumindest nach dem Grundset> z.B. egal ist)

Die Einschränkung dass es ja kein Rassismusvorwurf wäre, ist angesichts des Brückenschlags zum "Alltagsrassismus" bzw. Hinweisen, dass wer dass nicht so sieht vermutlich doch einer ist, wenn er seinen "unterschwelligen Rassismus" nicht demütig und schnell abstellt, belanglos, da auch nur ein Feigenblatt dessen, was da eigentlich läuft:
Eine allgemeinpolitische Agitation zum ideologisch definierten Setzen von Sprach- und folgend Denkgrenzen.

Geschmacklos kann man die Passage finden, geschmacklos kann man aber auch schon das ganze Werk an sich finden. Dann kauft man es halt nicht, aber hat nicht nach einer (Selbst-)Zensur kraft selbstdefinierter moralischer Norm zu rufen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 15.07.2018 | 15:05
Geschmacklos kann man die Passage finden, geschmacklos kann man aber auch schon das ganze Werk an sich finden. Dann kauft man es halt nicht, aber hat nicht nach einer (Selbst-)Zensur kraft selbstdefinierter moralischer Norm zu rufen.

Statt dessen hat man sich also deiner Meinung nach bei den Kommentaren selber zu zensieren, damit sich nur ja keiner über die freigiebig unterstellte "politische Agitation" aufregen muß?

Ne, du. Da ist die eine Schere im Kopf genauso von Übel wie die andere.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 15.07.2018 | 15:11
Statt dessen hat man sich also deiner Meinung nach bei den Kommentaren selber zu zensieren, damit sich nur ja keiner über die freigiebig unterstellte "politische Agitation" aufregen muß?

Ne, du. Da ist die eine Schere im Kopf genauso von Übel wie die andere.

Erzähl keinen Scheiß.
Du musst dich nicht bei deinen Kommentaren zensieren, sondern argumentieren, für das was du sagen willst, statt nur Moralismen zu platzieren.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 15.07.2018 | 15:16
Erzähl keinen Scheiß.
Du musst dich nicht bei deinen Kommentaren zensieren, sondern argumentieren, für das was du sagen willst, statt nur Moralismen zu platzieren.

Danke gleichfalls.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 15.07.2018 | 15:17
Nebenbei: ich denke, wir können diesen Teil des Fadens wirklich langsam abtrennen. Mit DSA-Blubberlästern hat das alles hier doch schon eine Weile nicht mehr wirklich zu tun.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 15:45
Das ist überhaupt nicht die geäußerte Kritik. Die wenigsten Menschen erwachen eines Morgens aus unruhigen Träumen und finden sich in ihrem Bett in einen ungeheuren Rassisten verwandelt. Die Kritik ist, dass Leute in unserer Gesellschaft übliche rassistische Stereotype und Handlungsweisen¹ unreflektiert an einigermaßen prominenter Stelle wiederholen und damit implizit ausdrücken, dass es okay ist, diese Sachen zu sagen oder zu tun. Das wird mit der (manchmal mehr, manchmal weniger freundlichen) Bitte, diese Sachen doch bitte im Sinne der Entwicklung hin zu einer weniger rassistischen Gesellschaft zu unterlassen. Es wird nicht unterstellt, dass die Leute rassistisch sein wollen, sondern dass sie aus mangelndem Problembewusstsein rassistisch sprechen.
Klar.
Aber die -ismus Vorwürfe gab es zumindest meines Wissens schon auch.

Und ich denke es gibt für die Betroffenen ganz andere Probleme, als die Tatsache das irgendwelche Fantasy Figuren in einem Spaß Buch einen Bonus haben.

Und da es wirklich keine Relevanz hat, (wer nun den Längsten hat)macht es auch Sinn das zu ändern.

Ich finde dennoch dass Humor nicht selten ein Zeichen davon ist, dass man mit etwas eben kein Problem hat.
(Im positiven Sinn)

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: K3rb3r0s am 15.07.2018 | 15:45
Nebenbei: ich denke, wir können diesen Teil des Fadens wirklich langsam abtrennen. Mit DSA-Blubberlästern hat das alles hier doch schon eine Weile nicht mehr wirklich zu tun.
Oh ja,  bitte.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 15.07.2018 | 16:14
Erzähl keinen Scheiß.
Du musst dich nicht bei deinen Kommentaren zensieren, sondern argumentieren, für das was du sagen willst, statt nur Moralismen zu platzieren.

Natürlich darf man hier moralisieren. Ein Argument auf moralischer Basis ist natürlich immer noch ein Argument, nur nicht notwendigerweise ein gutes. Ich finde das Maß an Aufregung gemessen an dem Impact, den das Buch auf den Alltagsrassismus in Deutschland haben dürfte, nur massiv zu hoch. Beides sollte sich eigentlich nahe 0 bewegen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 15.07.2018 | 16:31
Natürlich darf man hier moralisieren. Ein Argument auf moralischer Basis ist natürlich immer noch ein Argument, nur nicht notwendigerweise ein gutes. Ich finde das Maß an Aufregung gemessen an dem Impact, den das Buch auf den Alltagsrassismus in Deutschland haben dürfte, nur massiv zu hoch. Beides sollte sich eigentlich nahe 0 bewegen.

 :d

Zumal mit dem Vorwurf der geneigten Leserschaft ein unreflektierter Umgang mit diesem Thema mit-unterstellt wird.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: am 15.07.2018 | 16:55
Deinen Posts kann ich durchgehend und vollständig zustimmen, Crimson. Ich finde es toll, dass Du so freundlich und klar bleibst. Danke.

Natürlich darf man hier moralisieren. Ein Argument auf moralischer Basis ist natürlich immer noch ein Argument, nur nicht notwendigerweise ein gutes. Ich finde das Maß an Aufregung gemessen an dem Impact, den das Buch auf den Alltagsrassismus in Deutschland haben dürfte, nur massiv zu hoch. Beides sollte sich eigentlich nahe 0 bewegen.

Dieses Phänomen hingegen kann ich erklären. Da wird ein Kulturkampf ins Rollenspiel importiert. Es geht darum, was kommuniziert werden darf und was nicht.

Auf der einen Seite irgendwelche rechten Arschlöcher. Geht gar nicht, logo. Die sind nach meinem Eindruck im Hobby aber auch quasi nicht existent und ich vermute, dass entsprechende Hinweise in der Verteidigung von Ulisses gegen die massiven Angriffe von außen eher taktischer Natur sind.

Dann gibt es einen guten Teil an Leuten, die durchaus progressiv denken, aber insbesondere in der Kombination eines privaten Rahmens sowie angesichts der Gestaltung von Fantasiewelten des Rollenspiels, in denen mehr oder weniger zwangsläufig mit mannigfaltigsten Klischees gearbeitet wird, entspannter als außerhalb mit Überzeichnungen, die durchaus gewaltverherrlichende, sexistische, rassistische oder sonstwie problematische Anleihen aufweisen können, umgehen. Insbesondere reagieren sie scharf auf autoritäre Interventionen von außen...

...womit wir bei einem signifikanten Teil der dritten Interessengruppe wären: den politischen Aktivisten. Selbstredend ist es nämlich vollkommen okay, sich politisch zu äußern und das kann man angesichts eines Werkes wie WdV vortrefflich tun. Dass sich dahinter eine Agenda verbirgt, welche eine gesellschaftliche Transformation auch auf Fantasiewelten von Rollenspielen zu übertragen trachtet, leuchtet mir schon deutlich weniger ein. Wenn das aber mit einem zutiefst autoritären Impetus sowie im absoluten Glauben an die Unfehlbarkeit die eigenen Positionen nicht nur geäußert, sondern höchst aggressiv rausgetrötet und nebenbei den Diskussionspartnern wie selbstverständlich allerlei bösartige Dinge unterstellt werden, beginnt es mich sehr zu nerven.

Deshalb schließe ich mich Megavolt an:
Dementsprechend ist die Position von James Raggy IV. die richtige, denn es ist die Position von Voltaire: Man sollte hier den Ayatollahs, den Kleinbürgern, den Kulturkämpfern dieser Tage und den Nazis meiner Meinung nach nicht zu weit entgegenkommen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aedin Madasohn am 15.07.2018 | 17:23
Da wird ein Kulturkampf ins Rollenspiel importiert.


 :d

da es sich hier ja um einen gesammtgesellschaftlichen Kulturkampf handelt, war es zu erwarten, dass er auch bis in die Hobbyzone durchschlägt.

was für gremienabgesegnete (nur echt mit zertifizert moralinsaurer >;D) Produkte werden uns da den noch in Zukunft erwarten?
und wie lang soll die Pipeline in den Verlagen werden, bis man sich den traut, noch ein Buch rauszugeben?

und ganz ehrlich. So wasserdicht kann kein Autor, selbst ein professioneller, nicht schreiben, dass bei genügend Willem zum Missverständnis (inklusive vorsätzlichem Ignorieren von begrenzenden Begriffen) dem Wutbürger nicht der Rechtschaffenheitskragen platzen könnte  ;) 



Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Just_Flo am 15.07.2018 | 17:32
Ich glaube da versuchen eher die 4. Gegner von DSA5 durch geschickte Themensetzung die 3. mit ins Boot zu holen bzw. statt mag ich halt nicht Argumente der 3. vorzuschieben.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Sphärenwanderer am 15.07.2018 | 17:37
Ich für meinen Teil hoffe jedenfalls, dass ich niemandem Bösartiges unterstellt, aggressiv getrötet oder am Umsturz eines verfassungsmäßigen Grundrechts gearbeitet habe.  :) Falls doch, wäre es nett, es mir noch (möglichst mit Zitat und vlt über PN, damit das Thema hier nicht noch weiter ausgewalzt wird) mitteilen könnte, dann kann ich die Beiträge noch ändern.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 17:56
Zitat
und ganz ehrlich. So wasserdicht kann kein Autor, selbst ein professioneller, nicht schreiben, dass bei genügend Willem zum Missverständnis (inklusive vorsätzlichem Ignorieren von begrenzenden Begriffen) dem Wutbürger nicht der Rechtschaffenheitskragen platzen könnte  ;) 
Klar.
Die Möglichkeit etwas misszuverstehen oder hinein zu interpretieren gibt es (fast immer).

Letzen Endes gedeiht Kreativität nicht mehr, wenn sie große Angst im Nacken hat.
Sie benötigt, wie Megavolt schon schrieb, eine gewisse Freiheit.

Edit. Dass Fantasy Welten/ Figuren von Spielern teilweise mit dem Reallife/der Realität 1:1 gleichgesetzt werden, finde ich darüber hinaus aus verschiedenen Gründen beunruhigend.
Manchmal beschleicht mich der Verdacht, dass diese Trennung nicht bei allen Freunden dieses Hobbys immer gut funktioniert.

Für mich ist es eine Märchenwelt in einem Freizeitspiel.
(Mehr Sex und Gewalt als in einem FSK 12-Kino Film, möchte ich persönlich nicht im Spiel).
Aber ich würde mich jetzt nicht echauffieren wenn andere Gruppen lieber FSK 16/18 oder anderen Horror spielen.
Das sind idR. erwachsene Menschen, die für sich selbst verantwortlich sind.





Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Edvard Elch am 15.07.2018 | 18:18
Edit. Dass Fantasy Welten/ Figuren von Spielern teilweise mit dem Reallife/der Realität 1:1 gleichgesetzt werden, finde ich darüber hinaus aus verschiedenen Gründen beunruhigend.
Manchmal beschleicht mich der Verdacht, dass diese Trennung nicht bei allen Freunden dieses Hobbys immer gut funktioniert.

Ich habe tatsächlich eher den Eindruck, dass viele Leute der Meinung sind, Fantasywelten würden irgendwo vollkommen von dieser Realität unabhängig im Vakuum schweben, dass nichts in dieser Welt Einfluss auf diese Welten hätte – und dass auch nichts, was in diesen Welten "geschieht" Einfluss auf diese Wirklichkeit hätte. Aber das sollte man eventuell woanders erörtern.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 18:24
Ich habe tatsächlich eher den Eindruck, dass viele Leute der Meinung sind, Fantasywelten würden irgendwo vollkommen von dieser Realität unabhängig im Vakuum schweben, dass nichts in dieser Welt Einfluss auf diese Welten hätte – und dass auch nichts, was in diesen Welten "geschieht" Einfluss auf diese Wirklichkeit hätte. Aber das sollte man eventuell woanders erörtern.
Gerne

Nur soviel: Es kann gut sein, dass für viele Fantasy generell eine Art "Schonraum von der Realität ist", in der man mal Dinge tun kann die man sonst nicht kann (zaubern z.B.) oder mal jemand sein kann, der man sonst nicht ist(ein Held mit besonderen Fähigkeiten z.B.).
Manche verlieren sich evtl. dabei in dieser Welt und verlieren den Kontakt zum Reallife. (Und das ist das, was ich meine).

Dann spielen sie quasi den Realife Charakter.

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TeichDragon am 15.07.2018 | 18:27
Thema abgetrennt.
Willkürlich, weil es schwierig war ab wann und wo es genau nur noch um WdV und pc ging.

PS: Mir erschien der Hinweis auf Ulisses-Statement da am sinnvollsten.
Titel: X
Beitrag von: TaintedMirror am 15.07.2018 | 18:28
Ich für meinen Teil hoffe jedenfalls, dass ich niemandem Bösartiges unterstellt...

Die Unterstellung von Rassismus ist für mich eine Unterstellung von Bösartigkeit. Das zu verherrlichen indem man von unterbewusstem oder Alltagsrassismus spricht macht es dabei nicht besser. Insbesondere da bei solchen Anschuldigungen immer das Argument mitschwingt, dass man ja aufgrund von Rasse oder kultur dessen prinzipiell schuldig ist. Das Problem ist, dass so eine Geisteshaltung halt zu vermehrter Radikalisierung führt. Ich habe eben wegen solch einer Haltung, halt auch schon Drohungen bekommen und wurde auch schon angegriffen, einfach aus dem Grund, dass halt aufgrund meiner Abstammung mit eine rassistische Geisteshaltung vorgeworfen wurde. Sowas wird zwar gerne ignoriert, aber dieses ständige Aufwiegeln und danach noch ein mangelndes Verständnis Unterstellen führt zumindest bei mir tatsächlich zu mehr Problemen, als es wahrscheinlich die Tabelle in einem Fantasywerk für jemand anderen tun würde. Aber da bin ich mir sicher, dass wir da eh nicht auf einen Zweig kommen werden.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Darius der Duellant am 15.07.2018 | 18:39
Natürlich darf man hier moralisieren. Ein Argument auf moralischer Basis ist natürlich immer noch ein Argument, nur nicht notwendigerweise ein gutes. Ich finde das Maß an Aufregung gemessen an dem Impact, den das Buch auf den Alltagsrassismus in Deutschland haben dürfte, nur massiv zu hoch. Beides sollte sich eigentlich nahe 0 bewegen.

Falscher Ansatz der Kosten-Nutzen Rechnung ;)
Sich über vollkommen nebensächliches öffentlichkeitswirksam aufzuregen, ist ein sehr bequemes Mittel in der eigenen Peergroup Bonuspunkte zu sammeln, ohne dass man sich irgendwelchen unschönen Konsequenzen aussetzen muss. Das Theater um WdV ist da allerdings nur ein Beispiel von vielen und das beschränkt sich auch nicht auf ne spezifische politische Ausrichtung.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 15.07.2018 | 18:44

Willkürlich, weil es schwierig war ab wann und wo es genau nur noch um WdV und pc ging.

PS: Mir erschien der Hinweis auf Ulisses-Statement da am sinnvollsten.
Eigentlich kann man das sehr genau auf den 12.07.2018, 20:28 datieren, aber geschenkt. ;)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 18:48
Eigentlich kann man das sehr genau auf den 12.07.2018, 20:28 datieren, aber geschenkt. ;)
Den hätte ich auch genommen. :)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: am 15.07.2018 | 19:07
Ich habe tatsächlich eher den Eindruck, dass viele Leute der Meinung sind, Fantasywelten würden irgendwo vollkommen von dieser Realität unabhängig im Vakuum schweben, dass nichts in dieser Welt Einfluss auf diese Welten hätte – und dass auch nichts, was in diesen Welten "geschieht" Einfluss auf diese Wirklichkeit hätte. Aber das sollte man eventuell woanders erörtern.

Meinst Du das ernst? Dann schreibe ich was dazu. Allerdings finde ich das vollkommen absurd und grüble deshalb, ob da nicht einfach ein gehöriges Maß an Provokationslust mitschwingt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 15.07.2018 | 19:16
Dass Fiktion durch ihren Konsum einen Rückfluss auf die Realität hat und Medien Stereotypen reproduzieren und dadurch verstärken, bedarf eigentlich keiner weiteren Erörterung.

Aber jetzt echt, Schwanzlänge in einem offenkundig albernen DSA-Buch? Wir reden hier nicht über irgendwelche Filmhelden, die sich unter emotionaler Teflonbeschichtung durch Massen von Feinden mähen und denen sich Frauen massenhaft hingeben, nachdem sie erst mal weich geklopft wurden. Da bietet DSA selbst bereits weit schlimmere und auch ernst gemeinte Stereotype.
Titel: Re: X
Beitrag von: Sphärenwanderer am 15.07.2018 | 19:22
Die Unterstellung von Rassismus ist für mich eine Unterstellung von Bösartigkeit. Das zu verherrlichen indem man von unterbewusstem oder Alltagsrassismus spricht macht es dabei nicht besser. Insbesondere da bei solchen Anschuldigungen immer das Argument mitschwingt, dass man ja aufgrund von Rasse oder kultur dessen prinzipiell schuldig ist. Das Problem ist, dass so eine Geisteshaltung halt zu vermehrter Radikalisierung führt. Ich habe eben wegen solch einer Haltung, halt auch schon Drohungen bekommen und wurde auch schon angegriffen, einfach aus dem Grund, dass halt aufgrund meiner Abstammung mit eine rassistische Geisteshaltung vorgeworfen wurde. Sowas wird zwar gerne ignoriert, aber dieses ständige Aufwiegeln und danach noch ein mangelndes Verständnis Unterstellen führt zumindest bei mir tatsächlich zu mehr Problemen, als es wahrscheinlich die Tabelle in einem Fantasywerk für jemand anderen tun würde. Aber da bin ich mir sicher, dass wir da eh nicht auf einen Zweig kommen werden.
Ah, ich verstehe. Für mich ist dieser Rassismus-Begriff tatsächlich keine Beleidigung - ich selbst nehme mich auch auf keinen Fall heraus oder sehe mich als Alltags-Rassismus-frei an (vlt hilft das bei der Bewertung). Und ich möchte dir oder anderen in diesem Thread auch keine rassistische Ideologie oder Bösartigkeit vorwerfen. Es tut mir wirklich leid, wenn es so rüberkommt.

Pauschal-Verurteilungen aufgrund von Abstammung halte ich auch für sehr gefährlich. Wenn es um das Erleben von strukturell rassistischer Diskrimierung geht, hat man zwar als Weißer in der Regel keine großartigen Erfahrungswerte und ist zugleich (ungewollt) Profiteur dieser Strukturen, was allerdings keinesfalls bedeutet, dass man deshalb ideologischer Rassist wäre.

Hier zeigt sich eigentlich mMn ganz gut, weshalb diese Unterteilung wichtig ist, um persönliche Angriffe, Unterstellungen und Missverständnisse zu vermeiden. Dass manche der Pauschal-Verurteiler diesen Unterschied nicht sehen (oder nicht machen), führt sicherlich genauso zu erhöhtem Konfliktpotential, wie dass sich viele Leute angegriffen fühlen, wenn ihnen mitgeteilt wird, sie hätten gerade rassistisch gehandelt, auch wenn sie selbst den ideologischen Rassismus ablehnen oder sogar aktiv bekämpfen. Ich selbst habe mich früher auch angegriffen gefühlt und es deshalb verweigert, einige dieser Gedankengänge nachzuvollziehen. Seit ich mir den Unterschied zwischen klassischem Rassismus und der modernen, weiter gefassten Lesart dieses Begriffs klargemacht habe, kann ich vieles entspannter sehen und zugleich etwas ruhiger auf Kritik an meinem eigenen Verhalten reagieren.

Und ich schreibe die Beiträge hier nicht, um meine Peergroup zu beeindrucken (die ohnehin nicht hier im Forum aktiv ist), sondern um zu versuchen, ein bisschen zu sensibilisieren. Das Beispiel mit der Penislänge ist mit Sicherheit eines der unbedeutendsten und harmlosesten, die ich in letzter Zeit so mitbekommen habe, aber es springt einem vlt einfacher ins Auge und lässt sich mit Sicherheit einfacher ändern als die komplette Konzeption von aventurischen Völkern. Ich finde den Beitrag von Ulisses nach wie vor sehr professionell und empfinde ihn als ein schönes Statement für eine offene Gesellschaft.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: am 15.07.2018 | 19:29
@ Sphärenwanderer: Ich sehe das ähnlich wie TaintedMirror, auch wenn ich Deine Posts persönlich nicht so schlimm fand. Im Gegenteil kommt Deine Antwort bei mir sehr sympathisch und souverän rüber. Herzlichen Dank dafür.

Unabhängig von Sphärenwanderer: der Kern des Problems ist in meinen Augen ein zweifaches. Erstens, ein bisschen im Fahrwasser von Darius, habe ich den Eindruck, dass sich überproportional viele Leute mit einem ungesunden Machtmotiv gesellschaftlich umstrittener Themen befleißigen und sich auf die Seite der gefühlten moralischen Überlegenheit schlagen, um aus dieser Person andere von oben herab zu maßregeln.

Zweitens ist die Haltung eine normativ-ontologische. Abweichungen von der eigenen Meinung können demnach nur falsch sein und spiegeln in der einen oder anderen Form schwere persönliche Defizite. So ähnliche Prozesse hatten sich für einige Jahre auch im Zuge der ARS-Debatten verselbständigt. Da wurden Railroader ja auch pauschal zu verblendeten Idioten mit moralischen Defiziten erklärt. Gegen eine solche Radikalisierung von Debatten bin ichvtotal allergisch.

Und da ich solche Tendenzen in vielen gesellschaftlichen Debatten beobachte, brauche ich das im Hobby bitte nicht und bin sehr erfreut, dass das Tanelorn sich nach Möglichkeit politikfrei halten möchte.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Edvard Elch am 15.07.2018 | 19:29
Meinst Du das ernst? Dann schreibe ich was dazu. Allerdings finde ich das vollkommen absurd und grüble deshalb, ob da nicht einfach ein gehöriges Maß an Provokationslust mitschwingt.

Dass Fiktion durch ihren Konsum einen Rückfluss auf die Realität hat und Medien Stereotypen reproduzieren und dadurch verstärken, bedarf eigentlich keiner weiteren Erörterung.

Ja, es ist ernst gemeint, und ja, eigentlich müsste man das im Idealfall nicht besprechen, aber ich habe tatsächlich das Gefühl, dass in Rollenspielkreisen häufig nicht drüber nachgedacht wird, dass Rollenspiel- und Romanwelten eben immer von den Leuten abhängig sind, die sie erfinden, und dass sämtliche Beschäftigung mit dieses Welten einen Einfluss auf die sich damit beschäftigende Person hat.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Wellentänzer am 15.07.2018 | 19:31
Ja, es ist ernst gemeint, und ja, eigentlich müsste man das im Idealfall nicht besprechen, aber ich habe tatsächlich das Gefühl, dass in Rollenspielkreisen häufig nicht drüber nachgedacht wird, dass Rollenspiel- und Romanwelten eben immer von den Leuten abhängig sind, die sie erfinden, und dass sämtliche Beschäftigung mit dieses Welten einen Einfluss auf die sich damit beschäftigende Person hat.

Okay. Das finde ich nun deutlich naheliegender. Vermutlich habe ich Dich schlicht nicht richtig verstanden.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 19:34
Zitat
Pauschal-Verurteilungen aufgrund von Abstammung halte ich auch für sehr gefährlich. Wenn es um das Erleben von strukturell rassistischer Diskrimierung geht, hat man zwar als Weißer in der Regel keine großartigen Erfahrungswerte und ist zugleich (ungewollt) Profiteur dieser Strukturen, was allerdings keinesfalls bedeutet, dass man deshalb ideologischer Rassist wäre.
Ach sag das nicht...
Ein Bekannte von mir, wurde schon angespuckt, weil sie weiß und blond war.
Das Eis mit entsprechendem Menschen war gebrochen als er dann das Einhorn gesehen hat, das ich gezeichnet habe.

Also sagt nicht, dass Fantasy nicht (eigentlich) Menschen verbindet...... :D
(Genauso wie Kunst und Musik)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 15.07.2018 | 19:37
(...) und dass sämtliche Beschäftigung mit dieses Welten einen Einfluss auf die sich damit beschäftigende Person hat.

Ich stell mal die steile These auf, dass sich mit dieser Schwanzlängenvergleichstabelle mehr Leute bei Diskussionen wie dieser beschäftigt haben (inkl die Macher im Vorfeld), als Leute beim normalen DSA-Spielen...
Titel: Re: X
Beitrag von: Darius der Duellant am 15.07.2018 | 19:45

Und ich schreibe die Beiträge hier nicht, um meine Peergroup zu beeindrucken (die ohnehin nicht hier im Forum aktiv ist), sondern um zu versuchen, ein bisschen zu sensibilisieren.

Die Peergroup kann in diesem Fall auch "politisch aktive Rollenspieler mit Meinung XY im Forum" sein und von denen gibt es hier ja bereits im Faden mehrere. Aber ist unterm Strich auch nicht der Punkt der mir hier wichtig ist.

Deine Intention ist gut, die Ausführung halte ich für problematisch.
Meiner Erfahrung nach führen sensibilisierungsversuche über solche Aufhänger mit niedriger Akzeptanzschwelle eher zum gegenteiligen Effekt, ein bisschen wie der Junge der immer "Wölfe!" schreit, bis niemand mehr auf ihn hört. In den letzten 10 Jahren ist die Diskussion über politische Diskussion immer unentspannter und aggressiver geworden.
Jemanden "Du betreibst hier rassistische Kackscheisse!" an den Kopf zu werfen, der eigentlich was relativ harmloses macht, ist nicht unbedingt geeignet die Person davon zu überzeugen ihre Meinung zu ändern. Und gerade wenn so was öfters passiert, führt das eher zum Aufbau einer "lasst mich doch mit eurem Schwachsinn in Ruhe!" Haltung. Im schlimmsten Fall auch zu ner "Oh, ich bin also schon Rassist wenn ich Pimmelwitze reisse? Dann lach ich doch über diese Bezeichnung"-Meinung die den Weg für deutlich intensivere stufen rassistischer Diskriminierung öffnet.

Bitte einfach mal ehrlich mit sich selbst ins Gericht gehen was man eigentlich als Ziel hat:
Andere Leute für die "falsche" Meinung runterputzen oder sie davon überzeugen dass sie ihre Ansicht bitte überdenken sollen?
Letzteres funktioniert nicht mit Gebrüll und verbalen Attacken. Dieses ganze Theater um WdV ist unterm Strich einfach nur schädlich für das Gesamtbild antirassistischer Aktionen und die Präsentation nach außen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 15.07.2018 | 19:46
Ja, es ist ernst gemeint, und ja, eigentlich müsste man das im Idealfall nicht besprechen, aber ich habe tatsächlich das Gefühl, dass in Rollenspielkreisen häufig nicht drüber nachgedacht wird, dass Rollenspiel- und Romanwelten eben immer von den Leuten abhängig sind, die sie erfinden, und dass sämtliche Beschäftigung mit dieses Welten einen Einfluss auf die sich damit beschäftigende Person hat.
...haben kann...
Würde ich sagen. Als erwachsene Person ist man mMn. schon in der Lage sich mit dem Inhalt selbst auseinander zusetzen.
Man kann sich idR. entscheiden, was man davon annehmen will und was nicht.

(Diese Fähigkeit möchte ich einer erwachsenen Person erstmal nicht absprechen. Bei Kindern sieht es da natürlich nochmal anders aus, ganz klar.)


Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Sphärenwanderer am 15.07.2018 | 19:56
@Darius
Ich hoffe wirklich, meine eigene Wahrnehmung meiner Beiträge weicht nicht meilenweit von der anderer Leute ab - ich versuche ja gerade "Gebrüll und verbale Attacken" komplett zu vermeiden (auch bei anderen Themen - das ist einfach erstens keine Art zu diskutieren und zweitens wirklich schlecht dazu geeignet, jemanden auch wirklich zu erreichen) und möglichst differenziert Zuschreibungen und Vorwürfe zu vermeiden.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 15.07.2018 | 19:58
Ja, es ist ernst gemeint, und ja, eigentlich müsste man das im Idealfall nicht besprechen, aber ich habe tatsächlich das Gefühl, dass in Rollenspielkreisen häufig nicht drüber nachgedacht wird, dass Rollenspiel- und Romanwelten eben immer von den Leuten abhängig sind, die sie erfinden, und dass sämtliche Beschäftigung mit dieses Welten einen Einfluss auf die sich damit beschäftigende Person hat.

Zugespitzt übersetzt:
Du Spielleiter/Designer/Autor hast etwas geschaffen, was nicht exakt dem PC-Reinheitsgebot entspricht.
Das mag ja ein nachlässiges Versehen gewesen sein und du bist vielleicht nicht abgrundtief böse.
Sei aber darüber aufgeklärt, dass dies uns zum Schutz angewiesene Leute mit Befindlichkeiten "verletzten" könnte bzw. da Rollenspiel ja auch die Spieler formt du damit die PC-unkomforme Büchse der Pandora geöffnet hast und nun mit deinem Werk aktiv weitere -isten heranziehst.
Bereue und ändere das umgehend - dann können wir vielelicht Gnade walten lassen - oder stelle dich als Monster, das du bist, der Inquisition der Gerechten.


Konstruktiver:
Wenn es irgendwo entsprechende ungute Elemente geben sollte, dann sollten die durchaus angemerkt und kritisiert werden. In wie weit der Vorwurf stimmt, wäre aber (und das wäre dann eine Denkleistung, die jeder dann selber treffen müßte) an den entsprechenden Argumenten für die Richtigkeit des Vorwurfs zu messen und nicht daran, dass das Urteil mit der entsprechenden -ismusbezeichnung schon vorher getroffen wurde und es jetzt nur noch um Mithelfer bei der Ächtung geht.
Dazu müssten aber erst einmal die Vorwürfe entsprechend argumentativ belegt werden, damit eben auch sachliche Beurteilung und ggf. Widerrede möglich wäre, statt es ausschließlich zu einer Machfrage zur Moraldeutung zu machen. 

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 15.07.2018 | 20:23
Ich bin nun wirklich kein religiös-fanatischer Anhänger politischer Korrektheit. Die wirkt in den meisten Fällen auf mich wie der Versuch, auf Basis sich selbst zugeschriebener moralischer Überlegenheit Argumentationen ad hominem zu führen, was ironischerweise selbst massiv politisch inkorrekt ist. Ich will das hier aber niemandem unterstellen. Sowohl bei Edvard Elch als auch beim Sphaerenwanderer ist meine Wahrnehmung eine andere.

Auf der anderen Seite gehört politische Unkorrektheit auch nicht in jeden Kontext eingebettet, und die Reproduktion rassistischer Stereotypen ist auch zunächst mal nicht politisch unkorrekt, sondern einfach Rassismus. Ich kann nur nicht erkennen, dass das bei den WdV zutrifft, und selbst wenn, so ist die Wirkung dieser Reproduktion eines Stereotyps sowohl dem Inhalt als auch der Reichweite nach einfach zu unbedeutend, um der Mühe wert zu sein.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 15.07.2018 | 20:47
Mit Stereotypen wird allenthalben gearbeitet. Wer legt denn nun fest, was nun ein rassistischer Stereotyp ist?
Wenn der entsprechenden Rasse noch negativ zu wertende andere Eigenschaften zugeschrieben werden, wäre das relativ klar. Da hätten wir aber hier erst einmal nur den Thorwaler. Aber bereits hier beim Thema wird es offenbar teils deutlich anders benutzt. Wo und wer soll die Grenze da dann setzen?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 15.07.2018 | 21:06
Mit Stereotypen wird allenthalben gearbeitet. Wer legt denn nun fest, was nun ein rassistischer Stereotyp ist?

Jeder, der sich auf die ethnische oder kulturelle, in diesem Zusammenhang auch oft die religiöse, Zugehörigkeit bezieht.

Ich bin auch skeptisch in der Hinsicht, das viele Schwarze es toll finden, mit langen Schwänzen assoziiert zu werden.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 15.07.2018 | 21:27
Jeder, der sich auf die ethnische oder kulturelle, in diesem Zusammenhang auch oft die religiöse, Zugehörigkeit bezieht.
Also völlige Beliebigkeit nach Gefühlslage des Anklägers plus Religion ist eine Rasse?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bad Horse am 15.07.2018 | 21:37
Also völlige Beliebigkeit nach Gefühlslage des Anklägers plus Religion ist eine Rasse?

Willst du jetzt wirklich anzweifeln, dass "Schwarze haben lange Schwänze" ein rassistischer Stereotyp ist?  wtf?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 15.07.2018 | 21:52
Willst du jetzt wirklich anzweifeln, dass "Schwarze haben lange Schwänze" ein rassistischer Stereotyp ist?  wtf?

Exakt:
Es ist nicht einmal nur ein Stereotyp: https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/sexualitaet/tid-11625/maennlichkeit-ethnische-unterschiede_aid_328009.html (https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/sexualitaet/tid-11625/maennlichkeit-ethnische-unterschiede_aid_328009.html)

Dazu sehe ich nicht, wo da dann noch das "rassistisch" an dem Stereotyp herkommen soll, oder ist die Größe eine abwertende Eigenschaft?

Kindisch, geschmackslos wären noch alles mögliche Attribute für diese Art Betrachtung generell, je nachdem wie man zu einer solchen Betrachtung von sexuellem Inhalt stehen mag. Aber das wäre aus der Perspektive auch der Rest dieses Werks.
Wer sich da aber über "Rassimus" aufregt, will anhaltsfreien Radau.

Und die Erweiterung auf Kultur oder gar Religion für "Rassismus" zeigt doch wohl spätestens die rein politische Nutzung dieses Begriffs.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 15.07.2018 | 22:10
Also völlige Beliebigkeit nach Gefühlslage des Anklägers plus Religion ist eine Rasse?

Das ist überhaupt nicht beliebig, sondern außerordentlich konkret. Natürlich braucht es genügend Verständnis dafür, Ethnie, Kultur und Religion nicht als vollkommen voneinander getrennt zu betrachtende Elemente zu betrachten. Überhaupt könnte es nach deiner Unlogik auch keinen Rassismus geben, da es keine "Rassen" gibt.

Ein Stereotyp ist im Übrigen nicht eine Eigenschaft, die sich durch Mittelung einer Gruppe für diese ergibt, sondern der Übertrag dieser Eigenschaft auf das dieser Gruppe zugehörige Individuum. Und genau das geschieht bei den im Rollenspiel weitverbreiteten Boni und Mali für Angehörige bestimmter Volksgruppen.

Die Diskussion mit dir ist von meiner Seite aus auch beendet, da du dich mal wieder als indiskutabler Diskussionspartner heraus gestellt hast.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Just_Flo am 15.07.2018 | 22:13
Ich hab jetzt nicht in WdV nachgeschaut, aber hing es nicht an der Kultur und nicht am "Volk" damit hätten ja "schwarze" und "Weiße" der selben Kultur die selben Boni/ Mali ...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 15.07.2018 | 22:19
Ich hab jetzt nicht in WdV nachgeschaut, aber hing es nicht an der Kultur und nicht am "Volk" damit hätten ja "schwarze" und "Weiße" der selben Kultur die selben Boni/ Mali ...

Das und der Bonus verschiebt ja nur den Median der Verteilung. Von daher kann auch jemand aus Volk B trotz Bonus eine kleinere Länge als jemand von Volk A ohne Bonus haben. Damit ist es dann nach dieser Definition:

Ein Stereotyp ist im Übrigen nicht eine Eigenschaft, die sich durch Mittelung einer Gruppe für diese ergibt, sondern der Übertrag dieser Eigenschaft auf das dieser Gruppe zugehörige

kein Stereotyp.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Teylen am 15.07.2018 | 22:42
Hinsichtlich der Länge gibt es auf Länderdaten (https://www.laenderdaten.info/durchschnittliche-penisgroessen.php) eine Übersicht.
Die mir besser hinterlegt bzw. recherchiert erscheint als der Absatz im Fokus.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 15.07.2018 | 22:59
Unterscheidet sich allerdings nicht großartig. Beide scheinen sich da auch an die Wikipediaseite anzulehnen. Länderdaten nutzt es sogar direkt als Quelle.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: 6 am 15.07.2018 | 23:10
Unterscheidet sich allerdings nicht großartig.
Eigentlich schon. Wenn ich mir die Top10 auf Länderdaten anschaue, dann sind die Leute mit dem längsten Penissen eher Mestizen als Menschen mit afrikanischen Hintergrund.
Zitat
Beide scheinen sich da auch an die Wikipediaseite anzulehnen. Länderdaten nutzt es sogar direkt als Quelle.
Sie benutzt Wiki auch als Quelle und nicht nur. Wobei wir nicht wissen, wofür sie genutzt wurde.
Schon die anderen Quellen geprüft?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Skyrock am 15.07.2018 | 23:16
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Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 15.07.2018 | 23:20
Jup,, wobei "diverse pubmed" dann doch zu unspezifisch war. Hab mal selbst ein bisschen auf pubmed gesucht, dort findet man auch eher sehr unterschiedliche Angaben, wobei die Tendenz meist ist: Afrika und Länder mit hohen Anteil afrikanischestämmiger Bevölkerung im oberen Drittel, Mitte Europa und Westasien, unteres Drittel Ostasien. Die meisten Studien haben allerdings eher eine gering Zahl an Untersuchungen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 16.07.2018 | 00:12
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Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: 6 am 16.07.2018 | 00:21
Jup,, wobei "diverse pubmed" dann doch zu unspezifisch war. Hab mal selbst ein bisschen auf pubmed gesucht, dort findet man auch eher sehr unterschiedliche Angaben, wobei die Tendenz meist ist: Afrika und Länder mit hohen Anteil afrikanischestämmiger Bevölkerung im oberen Drittel, Mitte Europa und Westasien, unteres Drittel Ostasien. Die meisten Studien haben allerdings eher eine gering Zahl an Untersuchungen.
Und hast Du Dir die World Penis Average Size Studies Database angeschaut?
Kommt die auch auf eine mögliche Tendenz oder kommt da dann eher das Ergebnis mit den Mestizen als Menschen mit den längsten Penissen raus?
Und um welchen relativen Unterschied reden wir hier eigentlich?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aedin Madasohn am 16.07.2018 | 06:42
bevor sich hier jetzt zu viel in der Länge festgbissen wird, noch mal meine 50 Cent

biologisches Merkmal der Penislänge sehe ich als ersten Schritt - im zweiten kommt dann die sexuelle Aufladung als Vorurteil gegen Schwarze hinzu.
und der Vorwurf, ein ständig "bereiter" sexuell hochaktiver "Schnaksel vom Dienst" zu sein, ist dann doch eine Verunglimpfung und Herabwürdigung als libidogesteuerter Wilder; oder Ausrede dafür, wenn (Touri)Frauen als Freier auftreten und nicht von Armutsprostitution in der Karibik und sexueller Ausbeutung reden wollen.

einen solchen Hintergrund als "humorvoll" aufzubereiten (was als DSA 4 Persiflage ja eine Tabelle mit Rassen/Kultur/Konfessions Boni/Mali wäre) halte ich
für einen schlechten Scherz. Dazu hat das Thema zu viele Fallstricke.
und das im Vor- und Nachwort auf Humor und Aprilscherz verwiesen wird, ist in Zeiten von trump´scher Aufmerksamkeitsspanne keine sonderliche Sicherung.
der "DSA? ist dass nicht dieses Penislängenauswürfel Rollenspiel?" bleibt dann hängen
 





Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: pharyon am 16.07.2018 | 07:31
"Des Schwengels Ausmaß"?

Kommt es mir nur so vor, oder werden hier manchmal "Rassist sein", "rassistisch handeln" und "rassistische Motive reproduzieren" vermischt wahrgenommen/behandelt?

Um den Bogen zur WdV zu schlagen: Die Tabelle so zu gestalten, war ... unglücklich bis doof. Der "Witz" geht auf Kosten vieler. Die Autoren und Redakteure beneide ich nicht.

Nichtsdestotrotz finde ich die Diskussion hier spannend, sie hilft mir, meinen Standpunkt zu reflektieren.

p^^
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 16.07.2018 | 08:18
Ansonsten könnten wir hier auch dicht machen. Rein rational betrachtet ist der Stein des Anstoßes ja weg (zumindest aus dem PDF - Gegner der Tabelle, die dennoch das Buch besitzen werden, könnten die Tabelle ja mit der Meistermaske abkleben).

Edit: Hotzes Montagmorgenpolemik entfernt. Will ja nicht zu gemein sein, ich mieser Typ. ^^
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 16.07.2018 | 09:03
Wird eigentlich zwischen Blutschniedel und Fleischpillermann unterschieden?
Welche Begriffe werden genutzt? Sachlich-biologische oder allgemeingenutzte Verniedlichungen?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 16.07.2018 | 09:43
Wird eigentlich zwischen Blutschniedel und Fleischpillermann unterschieden?
Ja gute Frage.
Vermutlich nicht.

Das würde dann eine unüberwindbare Kluft zwischen Fantasy Spiel Welt und Reallife schaffen.....

Es gibt damit (noch)einen echten Unterschied.

....hoffentlich kann das ausreichend gut verarbeitet werden.  ~;D >;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 16.07.2018 | 09:54
Das und der Bonus verschiebt ja nur den Median der Verteilung. Von daher kann auch jemand aus Volk B trotz Bonus eine kleinere Länge als jemand von Volk A ohne Bonus haben.

Er verschiebt auch Minimum und Maximum. Das Stereotyp wird allerding in der Tat erst draus, wenn man verallgemeinert. Ich persönlich finde die Tabelle ohnehin ziemlich unproblematisch. Anders sieht es mit Implikationen aus in der Richtung des ewig virilen und triebgesteuerten Negers.


bevor sich hier jetzt zu viel in der Länge festgbissen wird, noch mal meine 50 Centimeter

Angeber! Da hofft man doch, dass sich jemand festbeißt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aendymion am 16.07.2018 | 09:56
Ansonsten könnten wir hier auch dicht machen. Rein rational betrachtet ist der Stein des Anstoßes ja weg (zumindest aus dem PDF - Gegner der Tabelle, die dennoch das Buch besitzen werden, könnten die Tabelle ja mit der Meistermaske abkleben).

Es ist nicht weniger rassistisch, dass von „Paarungsriten der Waldmenschen“ gesprochen wird. Alle anderen Kulturen haben Sex, Waldmenschen paaren sich wie Tiere. Googelt mal den Begriff...

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 16.07.2018 | 10:48
In einigen Fantasy Welten gibt es Kulturen, die Tiere als ihre Brüder und Schwestern betrachten, und so stark mit einer Tierart verbunden sind, dass sie sich zeitweise in sie verwandeln können. (Mers-Gestaltwandler, Midgard das Gleiche )

Mit einem Tier verglichen zu werden("paaren"), sollte, anders als im Reallife-(wo man Tiere als minderwertige Wesen betrachtet, die man massenweise schlachten darf, um sie zu essen)-für so ein fiktives Fantasy Volk eigentlich  keine Beleidigung sein.

Die Kultur der Waldmenschen kenne ich nicht gut genug.
Aber da sie als sehr naturnahes Volk beschrieben werden, könnte ich mir vorstellen, dass sie Tiere höher achten, als wir das(aus unserer Kultur heraus) im Reallife tun.
-Sie vielleicht sogar als gleichwertig betrachten.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Harlekin78 am 16.07.2018 | 10:56
Wenn ich Paarungsriten suche, bekomme ich (ich verwende kein Google sonder Duckduckgo) sehr viele Links, welche auch im Bezug auf Menschen von Paarungsriten sprechen. Und ich empfinde, auch im Bezug auf mich selber, den Begriff Paarungsriten nicht als minderwertig konotiert.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 16.07.2018 | 11:00
Und ich empfinde, auch im Bezug auf mich selber, den Begriff Paarungsriten nicht als minderwertig konotiert.
Dem kann ich mich anschließen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Sphärenwanderer am 16.07.2018 | 11:02
Wenn ich Paarungsriten suche, bekomme ich (ich verwende kein Google sonder Duckduckgo) sehr viele Links, welche auch im Bezug auf Menschen von Paarungsriten sprechen. Und ich empfinde, auch im Bezug auf mich selber, den Begriff Paarungsriten nicht als minderwertig konotiert.
Google spuckt zumindest erstmal ein paar Tiere aus, dann folgen Klingonen.  ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 16.07.2018 | 11:12
Star Trek war in Sachen Rassismus ja schon immer Vorreiter...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 16.07.2018 | 11:16
Google spuckt zumindest erstmal ein paar Tiere aus, dann folgen Klingonen.  ~;D
Für welche Reallife Kultur stehen Klingonen denn?
Gibt es da eine konkrete?
(und die Vulkanier?)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Boba Fett am 16.07.2018 | 11:27
„Wege der Vereinigungen“ sollte für the dark Eden als „ways to fuck“ übersetzt werden.
Dann würde der Thread entsprechend „WTF-Diskussionen“ heißen!
-scnr-
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 16.07.2018 | 11:34
„Wege der Vereinigungen“ sollte für the dark Eden als „ways to fuck“ übersetzt werden.
Dann würde der Thread entsprechend „WTF-Diskussionen“ heißen!
-scnr-
  :d  ;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 16.07.2018 | 11:58
Für welche Reallife Kultur stehen Klingonen denn?
Gibt es da eine konkrete?
(und die Vulkanier?)

Russische (?)

(Vulkanier: altgriechische Philosophen minus Emotionen mit Gegenpart Romulaner/Rom)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Eismann am 16.07.2018 | 12:09
Zumindest in der TOS waren Klingonen schon recht deutlich Weltraum-Russen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 16.07.2018 | 12:10
Zitat
Russische (?)
hmm ich kann mir nur nicht vorstellen, dass sich irgendein Russe mit Klingonen gleichsetzt oder sich durch "klingonische Paarungsrituale" diskriminiert fühlt.
Das ist, denke ich, für die meisten Fans ein Fantasy Volk( in das man alle möglichen irrdischen Reallife Realzeit Völker hinein interpretieren kann, wenn man möchte).
Man kann es auch sein lassen
Zitat
(Vulkanier: altgriechische Philosophen minus Emotionen mit Gegenpart Romulaner/Rom)
Die Zeitlinie schafft hier auch nochmal einen Abstand zum Reallife.
Für Märchen gilt idR.:
Zitat
Es war einmal(Wir wissen nicht wann), in einem fernen Land (wir wissen nicht wo).......
Das macht ansich klar, das Zeit und Ort nicht "Realzeit Erde" sein soll.
Fantasy ist idR. absichtlich vom Reallife entrückt. Und existiert in der Phantasie.

Edit. Da direkte Vergleiche zu ziehen oder ziehen zu wollen, finde ich deshalb nach wie vor problematisch.
Irridische Vorbilder gibt es klar (Und wenn es häufig nur Teilaspekte sind). Und sicher auch diverse Klischees.
Es ist mMn. trotzdem Märchen. Eine Phantasie Welt.
Diesen Filter möchte ich schon noch behalten, wenn ich Kritik übe.

Just my opinion. :)

Noch ein hinkender Vergleich:
(Solche Fantasy -Völker sind doch häufig ein Mix aus verschiedenen Kulturen, gemischt mit neuen eigenen Ideen- quasi ein Cocktail aus verschiedenen Sachen.-Mit besonderem überirrdischen Aussehen und Phantasie Sprache)- Es gibt sicher immer mal wieder Teilaspekte mit irrdischem Wiedererkennungswert.
Wie bei einem Cocktail auch- alla"oh ich schmecke Orangensaft".
Aber das macht einen "Tequila Sunrise" mMn. nicht wieder zum "O-Saft."
Oder doch? ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 16.07.2018 | 12:37
Zumindest in der TOS waren Klingonen schon recht deutlich Weltraum-Russen.

bei TNG waren Worfs Pflegeeltern  auch Russen ...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 16.07.2018 | 13:39
Etwas OT, aber: [...]
Wichtiger Einwurf. Die neueren Studien dazu verweisen gesellschaftliche Vorstellungen ins Reich der kollektiven Selbsttäuschung. (Falls es wen interessiert: Ich hab vor ner Weile einige Links zusammengetragen.)


Zitat von: https://www.gameontabletop.com/crowdfunding-97.html
Sowohl bei den Illustrationen, als auch den Sonderfertigkeiten wurde auf Gleichberechtigung Wert gelegt und das auch über das konventionelle Geschlechterverständnis hinaus.

Zitat von: http://www.ulisses-spiele.de/neuigkeiten/2018-07-09-wege-der-vereinigungen-making-of-des-artworks-der-produktreihe/
Wege der Vereinigungen hat sich zu großen Teilen an den modernen Schönheitsidealen bedient um zumindest für die meisten von euch einen schönen Anblick gewährleisten zu können [...]
Zitat von: http://www.ulisses-spiele.de/neuigkeiten/2018-07-09-wege-der-vereinigungen-making-of-des-artworks-der-produktreihe/
Namentlich also: welches Geschlecht soll es für diese Illustration sein? Dabei bin ich mit meinem eigenen Gefühl für Ästhetik an dieser Stelle etwas auf’s Glatteis geraten, denn männliche Körper sind für mich weitaus weniger interessant als weibliche Formen. So haben oft Frauen den Vortritt erhalten.


Wenn ich mir Crowdfunding-Aussagen und Making-Of anschauen, dann finde ich die sich auftuenden Differenzen übel:
Entweder mir ist Inklusivität wichtig und dann werden Handlungsimpulse und Gefühle reflektiert und angepasst oder es ist eben nicht wichtig. So einfach ist das.

Ehrlich gesagt: In meinen Augen ist die Stellungnahme von Ulisses nichts anderes als defensives Geschwurbel.
Sagt halt gleich, was ich machen wollt oder sagt halt: "So wie's wird so wirds."

Wie schon von anderen erwähnt: Ich find das Vorgehen von Jim Raggi erfrischend viel ehrlicher.

... aber was soll man von DSA schon erwarten. Das Spiel praktiziert seit längerem Wohlfühl-Liberalismus - auch um möglichst wenige Kunden zu verschrecken. Wär trotzdem schön gewesen, wenn der Band auch als "Feel Good Buch" angekündigt worden wäre, der sich auf die schönen, seltsamen und wohl studierlichen Seiten von Sexualität beschränkt. 
(Und: Wo kämen wir denn da hin, wenn plötzlich LGBTQIA ernst genommen würde und vielleicht auch die Schattenseiten von Sexualität.)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: rillenmanni am 16.07.2018 | 13:50
Damit es nicht jeder recherchieren und aus dem Gefundenen ableiten muss: Wie geht Raggilein denn vor?

Der Megavolt hat weiter oben was von Voltaire. Geschrieben. Ich meine, Voltaire, Voltaire, der soll mal nicht mit norwegischen Automarken angeben, sondern klar und konkret sagen, wie Raggilein vorgeht! >;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 16.07.2018 | 14:00
Zu Jim R. habe ich leider auch nichts gefunden.
Dafür ein Zitat von Voltaire:

» Jede Art zu schreiben
  ist erlaubt, nur nicht die
  langweilige."
  (Voltaire)
 ~;D

Edit. Ich sollte mal eine Pause von dem Strang machen. Ich lese schon....."Wege der Verunreinigung" ;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Teylen am 16.07.2018 | 15:00
Michael Masberg, ein ehmaliger DSA-Autor hat sich ausführlicher über die Stellungsnahme von Ulisses ausgelassen:
NICHTS VERSTANDEN, WENIG GELERNT (http://www.michael-masberg.de/nichts-verstanden-wenig-gelernt/)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aendymion am 16.07.2018 | 15:14
Judith Vogt und Henning Mützlitz haben ebenfalls einen Artikel auf TOR-Online veröffentlich:

https://www.tor-online.de/feature/buch/2018/07/wege-der-vereinigungen-dsa-sex-spielhilfe-sorgt-fuer-kontroversen/ (https://www.tor-online.de/feature/buch/2018/07/wege-der-vereinigungen-dsa-sex-spielhilfe-sorgt-fuer-kontroversen/)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: First Orko am 16.07.2018 | 15:15
Edit. Ich sollte mal eine Pause von dem Strang machen. Ich lese schon....."Wege der Verunreinigung" ;D

Das kleine, braungrüne Brevier zum geziehmlichen Spiele eines aventurisches Abfall- und Abwassermagus! Inklusive der brandneuen, exklusiven Zauber:
"Wo Praois nicht hinscheint": Bringt jeglichen, winzigkleinen Rest von organischen Abfall zum leuchten. Für garantiert bakteriefreie Donnerbalken!
"Sapafecta Sagrotan: Tiefenreinigung von Dreck und Schlamm"

 ~;D
(...ist schon fast wieder 30° im Büro...)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 16.07.2018 | 15:28
Michael Masberg stört sich am Aprilscherz zur Übernahme von Ulisses durch die Illuminaten? Meine Herrn, hat der den Bobbes zugepierct oder was?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 16.07.2018 | 15:35
Tja, es hat doch etwas Gutes: Es gibt weitere Folgen der Soap "WdV und wie ich nicht damit klar komme".
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: YY am 16.07.2018 | 15:40
Meine Herrn, hat der den Bobbes zugepierct oder was?

Joah...man kann z.B. in diesem Kontext mit Formulierungen um sich werfen wie:

"Nicht in unserer Zeit, in der Rücksicht und Empathie zu Schimpfwörtern werden und eine stinkende rassistische, sexistische und unmenschliche Masse nach oben quillt. Das, was unser Miteinander vergiftet, muss benannt werden."


Muss man aber nicht.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Exar am 16.07.2018 | 15:42
Es wird immer lächerlicher, aber hey, immerhin bleibt es so unterhaltsam.  ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 16.07.2018 | 15:45
TOR bekleckert sich auch nicht gerade mit Ruhm. Wat n Kokolores!
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 16.07.2018 | 15:59
Da das Ganze wie dieser Unfall ist, wo man nicht weggucken kann, habe ich mir das Statement von Michael Masberg eben zu Gemüte geführt. Großes Kino, da werden die dicken Dinger rausgeholt (no pun intended).

Zitat von: Michael Masberg
Es könnte wirklich gut sein mit meinen Äußerungen. Und ich habe es wirklich vorgehabt, um mit dem (offiziellen) Das Schwarze Auge endlich abzuschließen. Das Verlagsstatement konnte ich aber nicht unkommentiert stehen lassen. Nicht in unserer Zeit, in der Rücksicht und Empathie zu Schimpfwörtern werden und eine stinkende rassistische, sexistische und unmenschliche Masse nach oben quillt. Das, was unser Miteinander vergiftet, muss benannt werden.
(Hervorhebung durch mich)

Ich akzeptiere die Meinung von Michael Masberg und kann verstehen, dass er - in der ohnehin scheinbar schwierigen Situation mit Ulisses - emotional ziemlich eskaliert gerade. Aber solche Sätze? Rücksicht und Empathie sollten keine Einbahnstraße sein. Vielleicht sollte man auch den Befürwortern oder jenen, die keine laute Kritik üben, auch mit Rücksicht und Empathie begegnen?
Aber ach, von mir aus auch gerne so: Eigentlich ist das gesamte Geschwurbel polemische Kackscheiße, nur halbwegs literarisch stabil verpackt. Also das gleiche, was laute Typen wie ich, die gerne mit MIMIMI provozieren, auf der anderen Seite auch machen. Von mir aus können wir uns auch gerne auf dieser Ebene weiter unterhalten. Dann soll aber bitte keiner hinterher beleidigt tun.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Shogoth64 am 16.07.2018 | 16:06
*verteilt fleissig Popcorn und Drinks an alle* (http://www.greensmilies.com/smile/smiley_emoticons_popcorn_essen.gif)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 16.07.2018 | 16:07
TOR bekleckert sich auch nicht gerade mit Ruhm. Wat n Kokolores!
Find ich nicht. Wie gesagt DnD 5e hat's vorgemacht . Ein inklusiver Ansatz bringt einfach mehr Heterogenität an den Spieltisch. Eine verpasste Chance fuer Ulisses wuerde ich sagen..
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 16.07.2018 | 16:10
Find ich nicht. Wie gesagt DnD 5e hat's vorgemacht . Ein inklusiver Ansatz bringt einfach mehr Heterogenität an den Spieltisch. Eine verpasste Chance fuer Ulisses wuerde ich sagen..

Wo ist die D&D-Sexspielhilfe? Hab ich was verpasst?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 16.07.2018 | 16:15
Wo ist die D&D-Sexspielhilfe? Hab ich was verpasst?
nein . Es geht um den integrativen Ansatz von 5e der sich ua in den Illustrationen in den Grundbuecher zeigt die jenseits des bisherigen heteronormativen Geschmacks andere Zielgruppen ansprechen . Oder die explizite Gender/Sexvarianz bei Elfen in MToF...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 16.07.2018 | 16:32
Ach, jetzt sind wir gar nicht mehr bei den Mankos von WdV, sondern bei einer Generalabrechnung mit DSA?

Gut zu wissen...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Morvale am 16.07.2018 | 16:32
Wo ist die D&D-Sexspielhilfe? Hab ich was verpasst?

 ;)

[gelöscht durch Administrator]
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: YY am 16.07.2018 | 16:33
Ein inklusiver Ansatz bringt einfach mehr Heterogenität an den Spieltisch.

Heißt was genau?
Kommen dann auf einmal andere Spieler oder spielen die selben Spieler andere Charaktere?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aendymion am 16.07.2018 | 16:41
Heißt was genau?
Kommen dann auf einmal andere Spieler oder spielen die selben Spieler andere Charaktere?

Ja, genau das ist der Punkt. Es kommen im Idealfall mehr Leute ins Hobby, es fühlen sich mehr Leute repräsentiert und wahrgenommen und es werden vielleicht auch unterschiedlichere Charaktere gespielt. Und zu welchem Preis? Auf was muss man verzichten, wenn nicht mehr die überwiegende Mehrzahl an dargestellten Charakteren weiß und männlich ist?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Viral am 16.07.2018 | 16:48
Ich sehe Bücherverbrennungen auf uns zu kommen. Und ganz oben steht WdV und das ganze andere PFUI-Zeug von DSA.

In Zukunft entscheidet der Rat für moralisch guten Geschmack was erlaubt ist und was verbrannt wird, wobei die Ratsmitgliedschaft von der Anzahl der Henchmen (Followern) und der Anzahl + Qualität von Beiträgen einer Person abhängen.

Ich persönlich finde das gut. In meinem fortgeschrittenen Alter tu ich mir auch immer schwerer mit fremdartigen moralischen Einstellungen und Geschmäckern zurecht zu kommen. :korvin:

Das hat den positiven Nebeneffekt, dass in den Verkaufsregale auch ausreichend Platz für geschmackskonforme und moralkonforme Produkte bereitsteht.

Add:
Ich würde hier auch in Zukunft von Tolkien etc. weggehen. Der ist eh bedenklich. Viel besser ist der Zyklus der Flachen Erde von Tanith Lee. Das sollte in Zukunft als Standard-Fantasy-Werk gelten nicht diese ganzen tolkienesken Sachen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aedin Madasohn am 16.07.2018 | 16:57
 >;D >;D >;D >;D >;D

es ist Zeit, schmutzige Ulisseswäsche in der Rugby zu waschen - und während die gute Emma ordentlich rödelt, genießen wir das Popcorn zum Klang der Wuduselas

Ritterburgen&Spelunken aus 2007, S.176-177
Takates Hütte (Waldinseln-Rundhaus)

wenn die Helden einmal durch Zufall auf Takate stoßen, wird er sie entweder nach der blonden Frau fragen (Anmerkung: auf eine solche hat der gute Waldmenschenkrieger ein Auge geworfen und würde sie gerne "mitnehmen") oder aber, falls eine passende Heldin in der Gruppe ist, einen Tausch anbieten: Cankuna (Anmerkung: die Frau von Takate) gegen die Fremde...

ist Frauentausch jetzt ein rassistisches Vorurteil gegen Waldmenschen oder nur die harmlose und unverwerfliche Adaption einer "bekannten" RTL2 Serie nach Aventurien?

fragen wir die mumifizierten Priesterkaiser auf der Schiedsrichterbank, wie ist das vernichtende Urteil?

Mumifizerte Pristerkaiser: wo viel der PRAios hinschinet, gesegnet und gepriesen SEin Name, da sinet auch die schwärzesten Schatten

hmmmm...ratlos gebe ich zurück ins Funkhaus

 ~;D


Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TeichDragon am 16.07.2018 | 17:02
 ;D

Danke Leute, ihr erhaltet mir gerade meine geistige Stabilität...
Den "Frauentausch" muss ich mal in der Redax ansprechen. ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Zohltan am 16.07.2018 | 17:04
*verteilt fleissig Popcorn und Drinks an alle* (http://www.greensmilies.com/smile/smiley_emoticons_popcorn_essen.gif)

*MAMPF* *MAMPF* *MAMPF*

Hier

https://www.orkenspalter.de/index.php?thread/33277-weitere-meinungen-zur-wege-der-vereinigungen-debatte/

wird es jetzt auch fröhlich eskalieren - aber so richtig (Der Orkenspalter moderiert nicht sehr streng, was den Popcorn-Faktor nach oben treibt)

Ich schau immer nur mal zum Feierabend rein und wundere mich einfach nur noch.

Ich spiel jetzt ne Runde Malmsturm...  :headbang:
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: YY am 16.07.2018 | 17:11
Es kommen im Idealfall mehr Leute ins Hobby

Als Zielsetzung ist das ok.
In der Form "Es ist einfach so, dass dadurch spürbar mehr Leute ins Hobby kommen" halte ich es für eine ziemlich steile Behauptung, wenn ich so in mein Umfeld schaue.
Mag in Amiland anders sein.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 16.07.2018 | 17:13
https://www.orkenspalter.de/index.php?thread/33277-weitere-meinungen-zur-wege-der-vereinigungen-debatte/

wird es jetzt auch fröhlich eskalieren - aber so richtig (Der Orkenspalter moderiert nicht sehr streng, was den Popcorn-Faktor nach oben treibt)

Danke für den link. Zur Moderation: Beim Orkenspalter ist der eigentliche WdV-Faden seit Samstag dicht. Soviel zum nicht so strengen Moderieren ;)

Ich spiel jetzt ne Runde Malmsturm...  :headbang:
Scheint mir eine bessere Alternative zu sein  :d
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 16.07.2018 | 17:16
Als Zielsetzung ist das ok.
In der Form "Es ist einfach so, dass dadurch spürbar mehr Leute ins Hobby kommen" halte ich es für eine ziemlich steile Behauptung, wenn ich so in mein Umfeld schaue.
Mag in Amiland anders sein.
Erstmal: Ich finde mehr Diversität (sagt man das so?) gut. Und ich würde mir als Firma auch überlegen, die Produkte diesbezüglich breiter aufzustellen.

Nur das mit dem Amiland... wir wissen ja alle, was passiert ist, als der schwarze Stormtrooper seinen Helm gelüftet hat. Schnappatmung weit und breit (und ich würde da sagen: mehr in Amiland als hierzulande). Insofern könnte ich mir vorstellen, dass es dort auch viel Kritik gibt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 16.07.2018 | 17:19
Find ich nicht. Wie gesagt DnD 5e hat's vorgemacht . Ein inklusiver Ansatz bringt einfach mehr Heterogenität an den Spieltisch. Eine verpasste Chance fuer Ulisses wuerde ich sagen..

100 white zu 30 of colour
Guter Schnitt, finde ich. Für ein deutsches Rollenspiel, das von 95% white gespielt wird und übern Daumen 70% white Völker enthält.

17 hetero Paare zu 3 schwulen und 7 lesbischen Paaren.
Guter Schnitt. Im RL ist der Schnitt für homo geringer, als in diesem Buch.

Ja, es werden keine Schniepel gezeigt. So. What? Ich kann mir vorstellen, dass es dafür ganz einfache, rechtliche Grundlagen geben kann. Kann. Ich weiß nichts genaueres, aber ist das wirklich wichtig? Müssen da 27 Pillermänner und 27 Mumus in exakt gleicher Anzahl und natürlich in korrektem, gemäß Würfeltabelle nachvollziehbar großen Erregungszustand gezeigt werden?  :gaga:

Ich finde das Buch total banane!
Aber die Kritik daran ist tausendmal bananer!
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 16.07.2018 | 17:25
Zitat von: Tanelorn
20 Tanelorn-User (+ 4 Versteckte) und 14 Gäste betrachten dieses Thema.

Immerhin ist hier mal was los. Mehr Sachen wie WdV und das Mimimi dazu bitte!  ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Just_Flo am 16.07.2018 | 17:27
Ich fühle mich als weißer nichtheterosexueller Mann von der Redaktion gut behandelt.

Sind wir doch ehrlich wenn genau das jetzt geforderte gemacht worden wäre, wäre die redax von fast denselben Leuten aus der anderen Richtung kritisiert worden.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: YY am 16.07.2018 | 17:31
Insofern könnte ich mir vorstellen, dass es dort auch viel Kritik gibt.

Da gibts vor Allem Befindlichkeiten irgendwelcher Hasenhirne mit übersteigertem Sendungsbewusstsein von allen Seiten.

Gerade in Amerika könnte man ja erwarten, dass die Mehrzahl der Anbieter sagt "Wir machen einfach unser Ding und der Markt soll urteilen" und die Kundschaft das genau so sieht.
Das ist aber schon längst nicht mehr so, stattdessen versuchen die Anbieter es auch dem allerletzten Schreihals recht zu machen und die Kundschaft geht sich untereinander gegenseitig nach Kräften auf die Eier.
In diesem Ausmaß darf das von mir aus gerne weiterhin auf der anderen Seite des Erdballs stattfinden - und nur dort  :P
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Mhaire am 16.07.2018 | 17:31
Ich finde es auf jeden Fall angenehm, wie gelassen (und humorvoll) das hier diskutiert wird. Das würde ich mir allgemein mehr wünschen als dramatische "Ich bin jetzt raus und ihr seid alle scheiße!"-Aktionen oder andere Extreme.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Anro am 16.07.2018 | 17:43
Ach, wird sicher sowieso ein Erfolg und dann bekommen wir regionale Wege der Vereinigung und dann mit vollem Spektrum von Allem.
Passt schon.
Hamn doch Zeit.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TeichDragon am 16.07.2018 | 17:48
Ach, wird sicher sowieso ein Erfolg und dann bekommen wir regionale Wege der Vereinigung und dann mit vollem Spektrum von Allem.

Danke...
Jetzt versuch ich gerade mir für jede Region möglichst sinnfreie Titel auszudenken.  :o
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Coramur am 16.07.2018 | 17:50
Danke...
Jetzt versuch ich gerade mir für jede Region möglichst sinnfreie Titel auszudenken.  :o

Wenn du Unterstüzung brauchst, sag Bescheid  ;) >;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 16.07.2018 | 17:57
Erstmal: Ich finde mehr Diversität (sagt man das so?) gut. Und ich würde mir als Firma auch überlegen, die Produkte diesbezüglich breiter aufzustellen.

Nur das mit dem Amiland... wir wissen ja alle, was passiert ist, als der schwarze Stormtrooper seinen Helm gelüftet hat. Schnappatmung weit und breit (und ich würde da sagen: mehr in Amiland als hierzulande). Insofern könnte ich mir vorstellen, dass es dort auch viel Kritik gibt.

Ja in USA ist da wohl die Diskussion wohl ne Nummer schärfer Stichwort GamersGate u Social Justice Warrior und wie die ganzen Kampfbegriffe da wohl heißen. Gleichwohl fuehrt WotC auch immer diesen inklusiven Ansatz als ein Grund fuer den Erfolg von 5e an. Hier ein interessanter Podcast mit DnD Chefdesigner Jeremy Crawford zum Thema Queer/DnD:

http://www.mattbaume.com/sewers-shownotes/2018/6/28/our-own-lothlorien-ep-177-dungeons-dragons
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 16.07.2018 | 18:10
@Diversität:

wir reden hier ja von einem Zusatzband, aber im GRW steht das Verhältnis white 4 zu colour 3. Für ein mitteleupäisch, märchenhaft geprägtes Rollenspiel finde ich das durchaus divers.
white: Mittelländer, Nivesen, Norbarden und Thorwaler
colour: Tulamiden, Waldmenschen, Utulus

Wie sieht es denn mit aventurischen Ikonen aus? Damit kenne ich mich nicht genug aus, um da den Vergleich zu D&D5e zu ziehen. Gibt es Ikonen? siend diese divers?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Sphärenwanderer am 16.07.2018 | 18:12
Ich glaube, das hier sind die ikonischen Charaktere in DSA 5:

(http://www.ulisses-spiele.de/media/images/DSA5_Mini-Iconics.jpg) (http://www.ulisses-spiele.de/media/images/DSA5_Mini-Iconics.jpg)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 16.07.2018 | 18:26
 :o

Zitat
*verteilt fleissig Popcorn und Drinks an alle*
Ein Glück, dass du es nur mit einem "p" geschrieben hast..... ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 16.07.2018 | 18:28
Kommen zum WdV eigentlich auch Sammelkarten und werden die Regeln in die online Regelsammlung aufgenommen?

Ansonsten muss mir mal einer das mit dem Crowdfunding erklären. So wie ich es aus dem TOR-Artikel lesewaren da 2000 Backer und es sind 200.000€ zusammengekommen. Hat da echt im Durchschnitt jeder 100 Tacken rausgeworfen oder verpasse ich das was?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Teylen am 16.07.2018 | 18:34
Naja, es ist halt Mist wenn man ein Buch damit bewirbt das man sich Rat geholt hat, alles mögliche zeigen will und es dann doch nur eine 0815-Nummer ist. Wo man die übliche Darstellung üblicher weiblicher Charaktere und üblicher lesbischer Szenen bekommt und halt kaum homosexuelle Charaktere und auch kaum bis keine ähnlich freizügig gezeigte Männer.
Wo, im Angesichts dessen das Vulven zu sehen sind, es wohl kaum ein Problem hätte sein können einige Glieder zu zeigen.

@TaintedMirror:
Das Komplettpaket bei WdV hat deutlich über 100€ gekostet. Viele haben das geholt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 16.07.2018 | 18:40
Zitat
Ja, es werden keine Schniepel gezeigt.
;D....Vielleicht kann man die ja noch nachliefern. (In verschiedenen Farben) ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 16.07.2018 | 18:43
Kommen zum WdV eigentlich auch Sammelkarten und werden die Regeln in die online Regelsammlung aufgenommen?

Ansonsten muss mir mal einer das mit dem Crowdfunding erklären. So wie ich es aus dem TOR-Artikel lesewaren da 2000 Backer und es sind 200.000€ zusammengekommen. Hat da echt im Durchschnitt jeder 100 Tacken rausgeworfen oder verpasse ich das was?

wieviel neue Regionalspielhilfen haette man mit dem Geld wohl entwerfen koennen ?  >;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 16.07.2018 | 18:54
;D....Vielleicht kann man die ja noch nachliefern. (In verschiedenen Farben) ~;D

Die nächste Ausgabe kommt mit weißen Stellen an den entsprechenden Zonen und Aufklebern zum Selbsterstellen des perfekten erogenen Idols.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 16.07.2018 | 19:00
Die nächste Ausgabe kommt mit weißen Stellen an den entsprechenden Zonen und Aufklebern zum Selbsterstellen des perfekten erogenen Idols.
.....oder gleich als-Avatar-Generator- (dann kann man nicht nur die Farbe,Form und Größe einstellen, sondern zudem auch die entsprechenden Tatoos und Piercings anbringen)! :D  ~;D


Edit.......ach....Leute... ::)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Exar am 16.07.2018 | 20:20
Ich finde es auf jeden Fall angenehm, wie gelassen (und humorvoll) das hier diskutiert wird.

Die ganze Geschichte ist doch auch ziemlich surreal.
Wie sonst sollte man darüber reden, außer mit Humor (und einer gehörigen Portion Sarkasmus natürlich)? ;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Mhaire am 16.07.2018 | 20:23
Falls es wen interessiert, ich rede gleich in einem Livestream auch ein wenig drüber. Da ich mit am Zusatzmaterial geschrieben habe und ein bisschen Einblick in Entstehungsprozesse hatte vielleicht etwas sachlicher als wenn man nichtmal reingeschaut hat ;).

Ansonsten lässt mich der Gedanke an Regional-Sexhilfen nicht los.

Bärenpelz und Körperwärme: Liebe im Hohen Norden.
Echsenei und Feuchtgebiet: Fortpflanzung der Achaz

etc ... (wird man für Kalauer verwarnt? Oder gilt das oben zu sehr als Werbung? Sorry für beides falls ja :))
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Darius der Duellant am 16.07.2018 | 20:28
Und zu welchem Preis? Auf was muss man verzichten, wenn nicht mehr die überwiegende Mehrzahl an dargestellten Charakteren weiß und männlich ist?

Lustig, Marvel oder DC haben das in den Staaten probierten, das volle Programm. Weibliche Thor, kopftuchtragende Captain London usw usf.
Stellte sich dann am Ende raus dass die Leute die über sexistische Kackscheisse in Comics lamentieren zu weiten Teilen nicht diejenigen sind, die Comics längerfristig kaufen.
Man hat also diejenigen verloren die man mit Holzhammer-Dieversity verschreckt hat und nur wenige gewonnen.
Nicht weiter verwunderlich ist man von dieser Ausrichtung dann auch wieder weggekommen.
Ich bin mal so frech zu prophezeien dass das im RPG-Sektor nicht anders ist.
Bei Shadowrun gab und gibt es auch auf beiden Seiten des Teiches immer wieder unmut über eine Politisierung des Systems durch einige Autoren.

Also ja, man kann durchaus was verlieren wenn man auf eine Gruppe hört, nur weil sie besonders laut ist.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Exar am 16.07.2018 | 20:34
Also ja, man kann durchaus was verlieren wenn man auf eine Gruppe hört, nur weil sie besonders laut ist.

Aber wer am lautesten schreit, hat doch immer recht, dachte ich? |:((
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TeichDragon am 16.07.2018 | 20:37
Falls es wen interessiert, ich rede gleich in einem Livestream auch ein wenig drüber. Da ich mit am Zusatzmaterial geschrieben habe und ein bisschen Einblick in Entstehungsprozesse hatte vielleicht etwas sachlicher als wenn man nichtmal reingeschaut hat ;).

Ansonsten lässt mich der Gedanke an Regional-Sexhilfen nicht los.

Bärenpelz und Körperwärme: Liebe im Hohen Norden.
Echsenei und Feuchtgebiet: Fortpflanzung der Achaz

etc ... (wird man für Kalauer verwarnt? Oder gilt das oben zu sehr als Werbung? Sorry für beides falls ja :))

Nein. Und nein :)
Und ahhhh....
Ich brauch noch was mit Mopsendronen (Oder so ähnlich) und Moha-Gurken :D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 16.07.2018 | 20:37
Aber wer am lautesten schreit, hat doch immer recht, dachte ich? |:((

Sieht man in diesem Faden doch ganz gut, mach' dir also deswegen keine Gedanken.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Darius der Duellant am 16.07.2018 | 20:40
Was fehlende rassische Diversität in Illustrationen angeht: Einfach alle PDFs ab sofort in günstigen S/W-Variante anbieten, dann kann sich jeder sein Aventurien so bunt machen wie er es mag. Von arischen Utulus über indische Zibiljas bis zu reptiloiden Thorwalern kann sich dann jeder sein eigenes Aventurien kolorieren.

Die ganze Diskussion ist schon absurd. Ich glaube nicht Mal zum Nazigeisterholocaust-Abenteurerplot in SR4 gab es so nen Shitstorm und das dürfte damals das zweitgrößte System in Dtl gewesen sein.

Aber wer am lautesten schreit, hat doch immer recht, dachte ich? |:((


Recht haben immer die anderen nicht, schreiend wird nur diese Wahrheit kundgetan, damit auch jeder sie hören möge.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: YY am 16.07.2018 | 20:42
Nicht weiter verwunderlich ist man von dieser Ausrichtung dann auch wieder weggekommen.

Wie ich oben sagte:
Wenn man das als Anbieter für eine gute Idee hält, kann man es ja so machen.
Ob es wirklich eine gute Idee ist, sieht man dann.
Gibt ja auch Beispiele, wo es funktioniert. Da kann man sich dann noch fragen, ob trotzdem oder deswegen - aber meistens macht vor Allem der Ton die Musik.
Das große Geschrei kommt ja meistens erst im zweiten Schritt beim Umgang mit der absehbaren Kritik von einer oder gar beiden Seiten.

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: 6 am 16.07.2018 | 20:45
Recht haben immer die anderen nicht, schreiend wird nur diese Wahrheit kundgetan, damit auch jeder sie hören möge.
Und genau das ist das Problem bei solchen Themen im Internet. Jede Seite respektiert die andere Seite nicht und versucht sie in den schlimmsten Farben darzustellen.
Und wenn dann versucht wird eine Diskussion zu führen (weil die Leute, die diskutieren wollen, eigentlich nicht zu den totalitären "Nazi-Social-Justice-Warrior-Kommunisten" gehören), kommt dann mindestens eine Seite und haut denen dann um die Ohren ideologische Propaganda zu betreiben.

Wie wäre es mal mit etwas mehr Respekt für die "andere" Seite?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 16.07.2018 | 20:45
Aber wer am lautesten schreit, hat doch immer recht, dachte ich? |:((

Bei Affen ist das so: wer am lautesten schreit, hat die kleinsten Eier. True words. Trotzdem witzig  >;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Exar am 16.07.2018 | 20:46
Bei Affen ist das so: wer am lautesten schreit, hat die kleinsten Eier.

So ganz ohne Tabelle und würfeln?  :o
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 16.07.2018 | 20:47
Zum Thema:

https://www.tor-online.de/feature/buch/2018/07/wege-der-vereinigungen-dsa-sex-spielhilfe-sorgt-fuer-kontroversen/ (https://www.tor-online.de/feature/buch/2018/07/wege-der-vereinigungen-dsa-sex-spielhilfe-sorgt-fuer-kontroversen/)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TeichDragon am 16.07.2018 | 20:48
Zum Thema:

https://www.tor-online.de/feature/buch/2018/07/wege-der-vereinigungen-dsa-sex-spielhilfe-sorgt-fuer-kontroversen/ (https://www.tor-online.de/feature/buch/2018/07/wege-der-vereinigungen-dsa-sex-spielhilfe-sorgt-fuer-kontroversen/)

Ist schon weiter oben verlinkt. :)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Boba Fett am 16.07.2018 | 20:50
Ich schlage vor, Ulisses crowdfunded einfach noch eine WdV „überarbeitete Ausgabe“ und dann wird man anhand des Crowdfundings ja sehen, wie notwendig eine Anpassung für die „Das schwarze Auge“ Käuferschicht ist.
Ich würde dann noch die WdE BDSM Edition vorschlagen.

Und ja, das ist nicht ernst gemeint.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Silent Pat am 16.07.2018 | 20:52
Ich würde dann noch die WdE BDSM Edition vorschlagen.

Lass' den Bund Der SplitterMondler da raus, ja?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TeichDragon am 16.07.2018 | 20:53
Ich schlage vor, Ulisses crowdfunded einfach noch eine WdV „überarbeitete Ausgabe“ und dann wird man anhand des Crowdfundings ja sehen, wie notwendig eine Anpassung für die „Das schwarze Auge“ Käuferschicht ist.
Ich würde dann noch die WdE BDSM Edition vorschlagen.

Und ja, das ist nicht ernst gemeint.

Ich verlange hiermit ein "BA DUMS" Smiley :)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 16.07.2018 | 20:53
Ist schon weiter oben verlinkt. :)

Sorry, da war ich zu unaufmerksam beim Überfliegen!
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 16.07.2018 | 20:56
Ich würde dann noch die WdE BDSM Edition vorschlagen.

(http://up.picr.de/33253968db.jpg)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Megavolt am 16.07.2018 | 20:56
Ich habe in diesem Thread gelernt, dass ich das Zeug zum König vom Kongo hätte, ebenso zum Gottkaiser von Korea.

 ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Eismann am 16.07.2018 | 21:01
Ich bin immer wieder beeindruckt, was da einige Leute an Energie reinstecken, um etwas nicht nur schlecht sondern auch noch moralisch verwerflich zu finden. Ansonsten folge ich da ganz Luxferre

Zitat
100 white zu 30 of colour
Guter Schnitt, finde ich. Für ein deutsches Rollenspiel, das von 95% white gespielt wird und übern Daumen 70% white Völker enthält.

17 hetero Paare zu 3 schwulen und 7 lesbischen Paaren.
Guter Schnitt. Im RL ist der Schnitt für homo geringer, als in diesem Buch.

Und wenn mal wieder einer mit Gefälligkeitsrezis kommt: So ungefähr sieht das Gegenstück aus.

(während ich schon am nächsten Aufreger bastel...)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Darius der Duellant am 16.07.2018 | 21:03
Ganz ehrlich, YY
Ich halte es gerade bei Nerdkram für absehbar dass es nicht funktioniert.
Der typische Nerd der auch bereit ist, ordentlich Geld im Hobby zu lassen ist immer noch männlich, westlich sozialisiert und steht auf klassische Schönheitsbilder.
Frauen sind weiterhin ne (wachsende) Minderheit und von denen sind die bevorzuger atypischer Schönheitsideale auch nur eine Teilmenge.
Ich weiß man soll keine anekdotische Evidenz ins Feld führen, aber ich mache es trotzdem mal: Ich drehe jetzt seit über 20 Jahren Sammelkarten seitwärts, spiele Rollenspiele und habe andere "Nerdhobbies". Ausnahmslos alle Frauen die ich aus diesen Kontexten im RL kenne bevorzugen (und die sind Dick, Dünn, Deutsch und Zugewandert, Links und Konservativ, Heten und Bi) ganz klassische Schönheitsbilder und produzieren auch selbst solche wenn sie nackte Personen malen.
Den größten (und im RL einzigen) Aufreger über ein homosexuelles Artwork auf ner Karte habe ich von ner bisexuellen Ausländerin gehört...

Ja, ja, alles fiese Extrapolationen und in Wahrheit ist es natürlich sicher ganz anders.
Nur glaube ich das erst wenn ich es sehe und das war bisher noch nicht der Fall.
Meine Erfolgsprognosen bezüglich solcher Kampagnen sind dementsprechend nicht übermäßig gut.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 16.07.2018 | 21:07
Ich würde dann noch die WdE BDSM Edition vorschlagen.

WdE? Wege der Erniedrigung? *grübel*
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Darius der Duellant am 16.07.2018 | 21:10
Und genau das ist das Problem bei solchen Themen im Internet. Jede Seite respektiert die andere Seite nicht und versucht sie in den schlimmsten Farben darzustellen.
Und wenn dann versucht wird eine Diskussion zu führen (weil die Leute, die diskutieren wollen, eigentlich nicht zu den totalitären "Nazi-Social-Justice-Warrior-Kommunisten" gehören), kommt dann mindestens eine Seite und haut denen dann um die Ohren ideologische Propaganda zu betreiben.

Wie wäre es mal mit etwas mehr Respekt für die "andere" Seite?

Respekt erarbeitet man sich, da bin ich nicht bei dir.
Und zum Teil sind solche Netzdiskussionen auch mit Propagandawerferei durchsetzt, der Vorwurf ist also nicht pauschal unangemessen. Das sei aber jetzt allgemein gehalten und ohne expliziten Bezug auf diesen Strang. Hier geht's ja (gerade wenn man die SC noch kennt) wirklich relativ gesittet zu.

Worauf man sich davon abgesehen aber einigen kann, ist Toleranz gegenüber anderen Meinungen und das man prinzipiell Willens sein sollte, auf begründete Argumente einzugehen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: 6 am 16.07.2018 | 21:16
Respekt erarbeitet man sich, da bin ich nicht bei dir.
Der Respekt kann sich nicht erarbeitet werden. Schau Dir doch einfach mal an, wie schnell dem einen oder anderen hier wieder ideologische Propaganda vorgeworfen wurde, statt mit den dahinter liegenden Argumenten auseinanderzusetzen. Gerne wird dann auch gerne wieder auf Satire ausgewichen.
Zitat
Worauf man sich davon abgesehen aber einigen kann, ist Toleranz gegenüber anderen Meinungen und das man prinzipiell Willens sein sollte, auf begründete Argumente einzugehen.
Und genau das sehe ich immer mehr schwinden in Internetdiskussionen. Egal ob hier oder sonstwo.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Darius der Duellant am 16.07.2018 | 21:27
Der Respekt kann sich nicht erarbeitet werden.

Doch, das geht schon. Das ist aber ne Waage die auf beiden Seiten mit Gewichten beladen werden kann, ebenso wie man eben bei manchem eben schon nen Vorbelastungsbias hat.
Und das ist vollkommen okay. Ich hätte z.B. gar nicht in den Faden schauen müssen um mir relativ sicher zu sein dass Rumpel und Maarzan mit hoher Wahrscheinlichkeit stark voneinander divergierende Meinungen zu diesem Thema haben.

Und, das muss man bei aller eigentlich doch hier vorherrschenden Harmonie sagen: Es ist gar nicht möglich sich mit jedem Argument angemessen ausseinander zusetzen da das unweigerlich in Richtung SC abrutschen würde und sei es nur weil der Rollenspielbezug spätestens bei der /ernsthaften/ Diskussion körperlicher Unterschiede und genetischer Ursachen nur noch mit der Lupe zu suchen ist.
Auf das folgende Theater hat hier vermutlich absolut niemand Lust und ich halte es dementsprechend für absolut legitim wenn das ganze eben nicht wie eine absolut seriöse (haha) Diskussion geführt wird.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Darius der Duellant am 16.07.2018 | 21:32
Und genau das sehe ich immer mehr schwinden in Internetdiskussionen. Egal ob hier oder sonstwo.

Man möge mir den Smartphone-bedingten Doppelpost nachsehen:

Ja, das ist leider so.
Meiner persönlichen Theorie nach liegt das (auch) an dem zu streng gewordenen Korsett an Regeln, denen man sich in Netzdiskussionen unterwerfenn muss und die darum das umgehen der Etikette immer mehr zur Norm werden lassen.
Aber ich fürchte das geht dann zu sehr in Richtung SC und ist allenfalls für ne PN-Diskussion tauglich.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: 6 am 16.07.2018 | 21:37
Doch, das geht schon. Das ist aber ne Waage die auf beiden Seiten mit Gewichten beladen werden kann, ebenso wie man eben bei manchem eben schon nen Vorbelastungsbias hat.
Und das ist vollkommen okay. Ich hätte z.B. gar nicht in den Faden schauen müssen um mir relativ sicher zu sein dass Rumpel und Maarzan mit hoher Wahrscheinlichkeit stark voneinander divergierende Meinungen zu diesem Thema haben.
Und? Hast Du irgendwas aus dieser Diskussion gelernt oder hat sich Deine vorherige Meinung danach nur verstärkt?
Siehste :)
Zitat
Und, das muss man bei aller eigentlich doch hier vorherrschenden Harmonie sagen: Es ist gar nicht möglich sich mit jedem Argument angemessen ausseinander zusetzen da das unweigerlich in Richtung SC abrutschen würde und sei es nur weil der Rollenspielbezug spätestens bei der /ernsthaften/ Diskussion körperlicher Unterschiede und genetischer Ursachen nur noch mit der Lupe zu suchen ist.
Auf das folgende Theater hat hier vermutlich absolut niemand Lust und ich halte es dementsprechend für absolut legitim wenn das ganze eben nicht wie eine absolut seriöse (haha) Diskussion geführt wird.
Klar, weil fast jede SC-Diskussion relativ schnell dem Ideologievorwurf zum Opfer gefallen ist.
Die "Gegenseite" hat nicht nur nicht recht, sondern sie versucht die "gute  Seite" zu verführen.
Habe ich mehrmals am eigenen Leib miterleben müssen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: 6 am 16.07.2018 | 21:39
Ja, das ist leider so.
Meiner persönlichen Theorie nach liegt das (auch) an dem zu streng gewordenen Korsett an Regeln, denen man sich in Netzdiskussionen unterwerfenn muss und die darum das umgehen der Etikette immer mehr zur Norm werden lassen.
Aber ich fürchte das geht dann zu sehr in Richtung SC und ist allenfalls für ne PN-Diskussion tauglich.
Well Twitter, Youtube und Reddit haben da ein ziemlich offenes Korsett. Der Theorie stimme ich daher ganz und garnicht zu.
EDIT: Vielleicht als interessante Meinung allerding auf die USA gemünzt habe ich hier: Dan Carlin (Hardcore History) - For Whom The Bell Tolls (https://www.dancarlin.com/product/common-sense-318-for-whom-the-bell-trolls/)) Aber das ist OT und ich werde logischerweise darüber nicht weiter diskutieren.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Just_Flo am 16.07.2018 | 21:48
Für mich kochen da mehrer Dinge zusammen.

a) DSA4.1 vs DSA5
b) Redaktionsanhänger (wie mich) und Redaktionsskeptiker (wie Sumaro)
c) unterschiedliche Sichtweise sowie Triggerschwellen zum Thema Rassismus, Sexismus und vielfältigem Leben.
d) politische Haltungen

 Letztendlich ist es schwer herauszufiltern was der Hauptgrund für das Handeln ist und was von der jeweiligen Position nur die Folge der erst Positionierung ist. 

Beispielsweise bin ich von meiner Lebensgechichte und meinem Auftreten eher jemand, der normalerweise auf der Seite der dies ist unsensibel das geht besser verortet ist. Jetzt überwiegt aber mein Redaktionsvertrauen, so dass ich überwiegend alle 5 gerade sein lasse.

Andere sind zum Beispiel eher Gegner des DSA5 Kurses sind aber auf der selben Gesellschaftspolitischen Linie mit Ulisses. Die stehen plötlich mit mir auf der selben Seite und positionieren sich gegen den Aufschrei.

Genau die selben Konstellationen gibt es sicher auch andersrum.

Jetzt ist es sehr schwer da zielgenau zu agieren. Argumentation am tatsächlichen Kern der wahren Gründe vorbei hilf leider nicht.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Darius der Duellant am 16.07.2018 | 21:53
Und? Hast Du irgendwas aus dieser Diskussion gelernt oder hat sich Deine vorherige Meinung danach nur verstärkt?
Siehste :)
Falscher Ansatz. Ich kann nichts neues daraus mitgenommen haben und trotzdem willig hinein gegangen sein.
Wenn halt dann doch immer nur das gleiche kommt, von den immer gleichen Disputanten, ist das nicht mein Fehler. Ein Argument wird durch stetige Wiederholung eben nicht besser.

Allerdings liegst du natürlich falsch.
Ich habe durchaus was neues gelernt, z.B. wie einige Leute zu Dingen stehen und ihre Meinung begründen, bei denen ich es bisher noch nicht wusste.
Themateilnahm hat sich also schon gelohnt.

Deine Einschätzung zu YouTube (hat automatische Zensurmechanismen die sogar die declaration of Independence als hatespeech geflaggt haben), Twitter (ermöglicht Schattenbans und verteilt auch Mal ideologische Bans) und Reddit (immer Mal wieder Säuberungswellen bei der komplette Subredits im Orkus verschwinden und im Endeffekt darüber hinaus vollkommen heterogene Moderation frei Schnauze) teile ich nicht.

Insbesondere YouTube ist ein hochtoxischer Dreckspool und imho ist selbst das Welt.de Diskussionsforum unter den einzelnen Artikeln viel zu oft toleranter gegenüber Meinungsäußerungen als diese drei Plattformen.
Und ich mag Welt.de nicht übermäßig.

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: lowfyr am 16.07.2018 | 22:02
Lustig, Marvel oder DC haben das in den Staaten probierten, das volle Programm. Weibliche Thor, kopftuchtragende Captain London usw usf.
Stellte sich dann am Ende raus dass die Leute die über sexistische Kackscheisse in Comics lamentieren zu weiten Teilen nicht diejenigen sind, die Comics längerfristig kaufen.
Man hat also diejenigen verloren die man mit Holzhammer-Dieversity verschreckt hat und nur wenige gewonnen.
Nicht weiter verwunderlich ist man von dieser Ausrichtung dann auch wieder weggekommen.
Ich bin mal so frech zu prophezeien dass das im RPG-Sektor nicht anders ist.
Bei Shadowrun gab und gibt es auch auf beiden Seiten des Teiches immer wieder unmut über eine Politisierung des Systems durch einige Autoren.

Also ja, man kann durchaus was verlieren wenn man auf eine Gruppe hört, nur weil sie besonders laut ist.

Gilt dann aber für beide Seiten

Da die meisten Serien mit neuen Charakteren nicht das erste Jahr überstehen, haben sich die neuen zum Teil gar nicht schlecht geschlagen.  Zwei laufen noch und mindestens zwei kommen wieder. Und natürlich ist nicht alles davon gut gewesen, aber das ist glaube ich bei jedem Verlag der Fall. Man siehe nur worüber wir hier diskussieren ;)

Und wenn Verlage wie Marvel nicht versuchen, sich breiter aufzustellen, ist es das dann irgendwann gewesen und es gibt mit Glück nur noch 10 Wolverine Serien. Denn allein mit dem harten Kern der Alt-Fans wird man dann keinen Blumentopf mehr gewinnen können.

Nur muss man sagen, das die Diskussionen darüber einige dieser Fans nicht unbedingt im besten Licht haben erscheinen lassen.
Aber wie man immer wieder sieht, gehört diese Art Hysterie inzwischen leider zur Normalität bei so einigen auf beiden Seiten.
Und eine andere Meinung zu haben ist fast schon ein Kapitalverbrechen ::)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: 6 am 16.07.2018 | 22:07
Falscher Ansatz. Ich kann nichts neues daraus mitgenommen haben und trotzdem willig hinein gegangen sein.
Wenn halt dann doch immer nur das gleiche kommt, von den immer gleichen Disputanten, ist das nicht mein Fehler. Ein Argument wird durch stetige Wiederholung eben nicht besser.

Allerdings liegst du natürlich falsch.
Ich habe durchaus was neues gelernt, z.B. wie einige Leute zu Dingen stehen und ihre Meinung begründen, bei denen ich es bisher noch nicht wusste.
Themateilnahm hat sich also schon gelohnt.
Super. :)
Zitat
Deine Einschätzung zu YouTube (hat automatische Zensurmechanismen die sogar die declaration of Independence als hatespeech geflaggt haben)
Die Zensurmechanismen von YouTube sind sehr querbeet. Da geht ne Menge durch, dass eigentlich geflaggt werden sollte (und dabei beziehe ich nicht nur auf ideologische Sachen, sondern auch Andere). Aber das ist es nicht nur. Kennst Du die konzertierten Aktionen mit Hilfe derer unliebsame Beiträge gehatet und geflaggt werden? Also nicht nur ein paar Hansel sondern das geht dann teilweise in die vierstellige Anzahl an User(bots), die entsprechend reagieren.
Das Gleiche gilt für
Zitat
, Twitter (ermöglicht Schattenbans und verteilt auch Mal ideologische Bans)
Falls Du mal eine richtig aggressives Beispiel davon erleben willst, dann schau Dir den Twitter-Account von Rian Johnson an. Der bekommt ungelogen, bei jedem Tweet, den er absetzt, aufs Brot geschmiert, "dass er Star Wars zerstört hätte."
Zitat
Insbesondere YouTube ist ein hochtoxischer Dreckspool und imho ist selbst das Welt.de Diskussionsforum unter den einzelnen Artikeln viel zu oft toleranter gegenüber Meinungsäußerungen als diese drei Plattformen.
Und ich mag Welt.de nicht übermäßig.
Aber genau darum geht es doch. Diese Giftigkeit blutet in die anderen sozialen Medien rein. So wie hier wieder passiert.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 16.07.2018 | 22:22
Für mich kochen da mehrer Dinge zusammen.

a) DSA4.1 vs DSA5
b) Redaktionsanhänger (wie mich) und Redaktionsskeptiker (wie Sumaro)
c) unterschiedliche Sichtweise sowie Triggerschwellen zum Thema Rassismus, Sexismus und vielfältigem Leben.
d) politische Haltungen


e) Produktpolitik : CF Hype (WdV Retrobox Havena) vs Kernproduktlinie (insb Regionalspielhilfen)...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 16.07.2018 | 22:37
Naja, es ist halt Mist wenn man ein Buch damit bewirbt das man sich Rat geholt hat, alles mögliche zeigen will und es dann doch nur eine 0815-Nummer ist. Wo man die übliche Darstellung üblicher weiblicher Charaktere und üblicher lesbischer Szenen bekommt und halt kaum homosexuelle Charaktere und auch kaum bis keine ähnlich freizügig gezeigte Männer.
Wo, im Angesichts dessen das Vulven zu sehen sind, es wohl kaum ein Problem hätte sein können einige Glieder zu zeigen.
+ 10.000

Der typische Nerd der auch bereit ist, ordentlich Geld im Hobby zu lassen ist immer noch männlich, westlich sozialisiert und steht auf klassische Schönheitsbilder.
Ich hab für mich kürzlich festgestellt, dass die fast ausschließliche Verwendung der (oft zusätzlich idealisierten/zugespitzten) westlichen Schönheitsideale des 20.Jahrhunderts  in Kombination mit unglaubwürdig knapper Bekleidung bei Frauen dazu geführt haben, dass ich kaum Comics (besonders Superhelden-Comics) kaufe oder lese. Oder wenn, dann Non-US-Kram wie Luther Arkwright (wo Variabilität drin ist) oder halt Graphic Novels.

Ja, ja, alles fiese Extrapolationen und in Wahrheit ist es natürlich sicher ganz anders.
Naja. Diese Art defensiver Haltung ist normal. Wir halten halt nun mal so lange an unseren Paradigmen und Illusionen fest, bis es nicht mehr geht. Und bis dahin ist jede Vorstellung, dass es anders sein könnte abwegig. Das ist wohl in uns Menschen so drin.


Damit es nicht jeder recherchieren und aus dem Gefundenen ableiten muss: Wie geht Raggilein denn vor?
Ich schau mal, dass ich da aussagekräftiges Anschauungsmaterial sammel ohne auf Scanner und händisches Abtippen zurückgreifen zu müssen.


Edit: Hervorhebungen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 16.07.2018 | 22:42


Insbesondere YouTube ist ein hochtoxischer Dreckspool und imho ist selbst das Welt.de Diskussionsforum unter den einzelnen Artikeln viel zu oft toleranter gegenüber Meinungsäußerungen als diese drei Plattformen.
Und ich mag Welt.de nicht übermäßig.

Sorry fuer OT aber endlich hat mich mal jemand (Darius) in meiner Meinung bestätigt:

Welt.de ist wohl das defätistische Medium was ich kenne. Fast 4/5 aller Meldungen sind Nachrichten des Tages bei denen gleich als Konsequenz der worst Case prognostiziert wird . Der Rest ist AutoMotorPenis. Kein Wunder das da die AfD-Hass-rentner Reaktion in den Kommentaren tobt. Wie gut das es da auch noch Faz.net gibt wenn man mal einen unaufgeregten konservativen Standpunkt zu einer Sache einholen will...(naja bis auf JvA)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 16.07.2018 | 22:55
Immerhin ist hier mal was los. Mehr Sachen wie WdV und das Mimimi dazu bitte!  ~;D
Nein, bitte nicht. Ich finde den Thread hier echt gerade ganz schön erschütternd.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Wellentänzer am 16.07.2018 | 23:26
Moin Athair, Du bist Dir meiner generellen persönlichen wie "fachlichen" Wertschätzung hoffentlich so bewusst, dass ein kleiner Rant drin ist? Das wünsche ich uns, denn auf Basis eines Zitate aus Deinem Beitrag lässt sich meiner Meinung nach gut veranschaulichen, was an diesen Debatten häufig fehl geht.

Naja. Diese Art defensiver Haltung ist normal. Wir halten halt nun mal so lange an unseren Paradigmen und Illusionen fest, bis es nicht mehr geht. Und bis dahin ist jede Vorstellung, dass es anders sein könnte abwegig. Das ist wohl in uns Menschen so drin.

Gegen gute Argumente hab ich nix. Aber solch ein Ton erlaubt halt schon von Beginn an keinen Austausch auf Augenhöhe. Das ist es, was ich mit demjenigen normativ-ontologischen Absatz meine, welcher echtes gegenseitiges Verständnis so erschwert und den Tonfall toxisch werden lässt. Und das Kuhnzitat wird auch zumindest schieg genutzt. Vielleicht verstehe ich aber bei all dem auch etwas furchtbar falsch. Wirkt halt auf mich irre autoritär und paternalistisch.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: pharyon am 16.07.2018 | 23:32
Nein, bitte nicht. Ich finde den Thread hier echt gerade ganz schön erschütternd.
Inwiefern?

Ich finde es gerade interessant, wo sich die Grenzen der Mit-Diskutanten bewegen. Ich finde es einerseits gut, dass im Rollenspielbereich auch solche Bücher mit (auf das Rollenspiel bezogen) Randthemen produziert werden. Unglücklich ist, dass dort einige Dinge rassistische Stereotype transportieren. Auf der anderen Seite ist es natürlich praktisch, dass man diese Stereotype dann auch als rassistischen Stereotyp benennen kann. Manche wussten bis hierhin vielleicht nicht woher ein Stereotyp kommt und mit welchen Zweck dieser erfüllt. Im Endeffekt werden wir uns über die Inernetdiskussion kaum gegenseitig aunsere Standpunkte absprechen. Ich kann jedoch für mich eure Standpunkte annehmen, überdenken und meinen Standpunkt evtl. verändern ... oder ihn beibehalten. Leider gehen die Argumente hier manchmal auch im "Du bist doof - nein du bist doof"-Spiel unter, was es mir erschwert, noch die Argumente auszumachen.

Personally:
1. Die Verteilung der Darstellungen von Nackedeis aus persönlicher Ästhetik herzuleiten halte ich für sehr nachlässig in Bezug das Pulverfass, dass hier thematisiert wird. Die Verteilung daraus herzuleiten, was es in D an Verteilungen hinsichtlich sexueller Präferenzen gibt, halte ich zwar für eine mögliche, jedoch keine gute Entscheidungsgrundlage.
2. Dass das Thema sehr verregelt wird, ist einer der Gründe, weshalb ich in DSA nicht mehr so viel (oder eher gar nichts) investiere.
3. Das rassistische Stereotype transportiert werden, ist bedauerlich, kann aber auch zu etwas Positivem führen, z.B. wenn sich die Mehrheit einig ist, ob bzw. dass sie das nicht gut, witzig, schön findet.
4. Die Diskussion darüber in unserem Hobby halte ich insgesamt nicht für schädlich. Die Art, wie hier z.T. diskutiert (bzw. eben gerade nicht diskutiert, sondern getönt) wird, bereitet mir mehr Sorgen.

@ Wellentänzer:
Was wäre denn in deinen Augen z.B. ein gutes Argument? Gerade bein einem so "heißen" (pun not intended) Thema wie hier würde mich sehr interessieren, welche Argumente ihr für besonders bedeutend bzw. gut haltet. Bisher sind mir eigentlich keine Argumente hängen geblieben außer: "Wenn ich rassistische Stereotype weitergebe, besteht ein hohes Risiko, dass andere sie (unreflektiert) übernehmen". Unter der Prämisse, dass dies zu einer Herabwürdigung von Menschen (mit einem bestimmten "Paket" an Merkmalen) führt, ist das etwas, dass ich gerne vermeiden bzw. dem vorbeugen würde. Hier würde mich z.B. auf der Gegenseite interessieren: Was verliere ich denn, wenn ich rassistische Stereotype NICHT weitergebe? Da scheinen mir ja einige Beteiligte hier durchaus eine Antwort (für sich) zu haben.

p^^
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: 6 am 16.07.2018 | 23:42
@pharion:
Kleine Randnotiz. Rassistische Stereotypen nicht nur (unbewusst) übernehme, sondern sie auch (unbewusst) bestätigt bekomme.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 16.07.2018 | 23:54
Zwar etwas OT, aber trotzdem:

Lustig, Marvel oder DC haben das in den Staaten probierten, das volle Programm. Weibliche Thor, kopftuchtragende Captain London usw usf. [...] Man hat also diejenigen verloren die man mit Holzhammer-Dieversity verschreckt hat und nur wenige gewonnen.
Thor gehört tatsächlich zu den Superhelden-Sachen, wo ich manches gelesen habe. Die weibliche Form von Thor lehne ich auch ab: Denn Holzhammer-Diversity ist grauenhaft. Ich hasse es ebenso, wenn Eltern ihren Kindern, die nicht das "passende" Geschlecht haben den ursprünglich ausgesuchten Namen in feminisierter oder maskulinisierter Form geben. Bäh!

Die (vielleicht gar nicht gewollt) mittransportierte Message solcher Wechsel-Kram-Geschichten ist doch:
"Das Geschlecht der Figur ist eigentlich nicht OK." Entweder ist die bisherige Identität einer Figur falsch oder die neue ist nur ein Abklatsch. So kommt es jedenfalls beinahe unweigerlich an. Deswegen fand ich auch den Ghostbusters-Retcon nicht gut. Hätten sie den Film als Fortsetzung mit den Töchtern der ursprünglchen Figuren gemacht, wär weniger schief gelaufen.

Respektvoller Umgang heißt, dass man seine gewählte Zielgruppen ernst nimmt. Das tun weder die gender-switch Comics noch Wege der Vereinigung. Und genau das ist ihr schuldhaftes Versagen! Jim Raggi dagegen behauptet nicht irgend welche Ziele (wie Inklusion) zu verfolgen und entsprechen gibt es viel weniger Fallstricke. Beispiel:
Zitat
CONTENT WARNING
Or not, in fact. We did have a content warning here at first, but then we realised that you're buying a book called FISH FUCKERS
from Lamentations of the Flame Princess, so you know what kind of thing you're getting.
Darüber ist ein großes Bild von der menschlichen Figur des Covers mit offenem Bademantel und eregiertem Glied zu sehen.



Zur hoffentlich hilfreichen Meta-Diskussion:

Gegen gute Argumente hab ich nix. Aber solch ein Ton erlaubt halt schon von Beginn an keinen Austausch auf Augenhöhe. Das ist es, was ich mit demjenigen normativ-ontologischen Absatz meine, welcher echtes gegenseitiges Verständnis so erschwert und den Tonfall toxisch werden lässt. Und das Kuhnzitat wird auch zumindest schieg genutzt. Vielleicht verstehe ich aber bei all dem auch etwas furchtbar falsch. Wirkt halt auf mich irre autoritär und paternalistisch.
Kann ich nachvollziehen, dass es so verstanden werden kann. Insofern ist der Versuch die vorherige normativ-onthologische Aussage samt deren gönnerhaft-sarkastischen Ton auseinander zu nehmen wohl als gescheitert anzusehen. Oder würdest du die Aussage, auf die ich reagiert habe anders lesen als etwas in der Art: "Ich habe sorgfältige Ableitungen aus der Realität vorgenommen und bin zu diesen und jenen Ergebnissen gelangt. Wer den Wahrheitsgehalt dessen bestreitet, macht mich zum Trottel. Weil ich aber meine Wahrnehmung nachvollziehbar und objektiv - also nicht trottlelhaft - beschrieben habe, kann die Gegenmeinung nicht richtig sein."

Kuhn-Zitat? Magst du mir den Literaturhinweis geben.
(Meine Einflüsse hinter dem vermuteten Zitat liegen wohl eher bei Alice Miller und einigen andern.)


FAZIT: Ich hab - auf die falsche Weise - versucht darauf hinzuweisen, dass wir alle erfahrungsgeprägte und gesellschaftlich geprägte tote Winkel in der Wahrnehmung bzw. deren Verarbeitung haben. Die falschen Mittel gewählt zu haben bedauere ich.

ADDENDUM:
Danke für deinen Eingriff! Ich glaube es ist gut und wichtig, wenn wir uns klar werden, dass dieses Thema viel mit dem Schatten in uns (und anderen und der Gesellschaft) zu tun hat. Viele unbewusste Fallstricke! Gerade, weil die Themen mit Identitäten, Normen und Unterscheidungen zu tun haben.

Was ich nochmal mitnehme: Respekt und Augenhöhe fängt bei der Empathie für die Widerstände und Abwehrmechanismen beim Gegenüber und bei mir selbst an. Alles andere hat eher ne toxische Wirkung. Selbst, wenn die Argumentation so schlüssig ist, wie die von Judith Vogt & Henning Mützlitz auf TOR Online.

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 17.07.2018 | 00:01
@ Wellentänzer:
Was wäre denn in deinen Augen z.B. ein gutes Argument? Gerade bein einem so "heißen" (pun not intended) Thema wie hier würde mich sehr interessieren, welche Argumente ihr für besonders bedeutend bzw. gut haltet. Bisher sind mir eigentlich keine Argumente hängen geblieben außer: "Wenn ich rassistische Stereotype weitergebe, besteht ein hohes Risiko, dass andere sie (unreflektiert) übernehmen". Unter der Prämisse, dass dies zu einer Herabwürdigung von Menschen (mit einem bestimmten "Paket" an Merkmalen) führt, ist das etwas, dass ich gerne vermeiden bzw. dem vorbeugen würde. Hier würde mich z.B. auf der Gegenseite interessieren: Was verliere ich denn, wenn ich rassistische Stereotype NICHT weitergebe? Da scheinen mir ja einige Beteiligte hier durchaus eine Antwort (für sich) zu haben.

Ich bin zwar nicht Wellentänzer, aber:

Das Problem ist mE die Haltung: "Wenn du meine Ansicht nicht übernimmst, bist du halt unreflektiert (oder häßlicheres)." Danach hört sich mE auch das von ihm angeführte Zitat von D. Athair an. Kann man sich nicht darauf einigen, dass man sich in manchen Punkten nicht einig ist? Ohne dass das gleich auf entweder eine völlig veraltete, unreflektierte Geisteshaltung zurück geführt wird, respektive (von der anderen Seite) auf eine völlig übertriebene political correctness von fies-gutmenschlichen Wasauchimmer-Kriegern?

Welche Argumente jetzt genau willkommen, zielführend und überhaupt der Diskussion förderlich sind kann man mE nur beurteilen, wenn klar ist, um welchen Punkt es jetzt genau geht. Bspw die Penislänge dunkelhäutiger Menschen: Ja, das Klischee gibt es. Es beruht tatsächlich auf rassistischen Stereotypen vom "triebgesteuerten Wilden", was offensichtlich rassistisch ist. Aber wird das wirklich getriggert von einem recht unwesentlichen Bonus auf einer sowieso nicht wirklich für den Spieleinsatz gedachten Tabelle in einem aus einem Aprilscherz entstandenen Regelwerk? Ohne zu betrachten, ob der entscheidende Schritt (der Sprung von der Schwanzlänge zur Triebgesteuertheit) überhaupt nachvollzogen wird?

Sicher hätte man darauf verzichten können; macht man ja jetzt auch. Man hätte auf das ganze Buch verzichten können, dass das ein integraler Spielbestanteil ist wird ja nun wirklich von niemand behauptet. Aber rechtfertigt eine Meinungsverschiedenheit in einem solchen Punkt den daraus entstandenen Aufstand inkl der umfassenden persönlichen Kritik an denen, die damit kein Problem haben? Nichts anderes ist nämlich der Vorwurf der unreflektierten Verbreitung rassistischer Stereotypen. Das Leute auf persönliche Kritik, die sie als ungerechtfertigt ansehen, mit (im besten Fall) Sarkasmus reagieren ist mE allzu naheliegend.

Ebenso auch die andere Seite: Nur weil jemand schüchtern anmerkt "Äh, so dolle finde ich jetzt Wasauchimmer nicht", muss man nicht das große Faß der bösen, autoritären Feinde der Meinungs-, Spaß- und Spielfreiheit aufmachen. Auch das kann man (an anderer Stelle) mE oft beobachten. Beides ist nicht hilfreich.

Alltagsrassismus mit seinen vielen, kleinen Facetten der (oh Wunder) Alltäglichkeit und der große Anspruch "Nie wieder Rassismus!" vertragen sich nicht gut. Alltagsrassismus zu übwerwinden ist das langwierige Bohren sehr, sehr dicker Bretter. "Nie wieder Rassismus!" (bspw anhand der NSU-Morde) ist der Aufruf, dass bestimmtes Verhalten, bestimmte Mechanismen, bestimmte Folgen (bspw Tote) SOFORT zu unterbleiben hat. Beides hat gute Gründe und ist zutiefst ehrenswert; aber beides zusammen zu schmeißen funzt nicht.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Eismann am 17.07.2018 | 00:35
Es ist meines Erachtens auch eine Frage der Eskalation. Es handelt sich um einzelne Punkte in einem Spaßprodukt mit geringer Reichweite und recht enger Zielgruppe. Dafür werden rhetorische Geschütze aufgefahren, die teilweise die ganz großen Emotionen adressieren. Ich frag mich dann schon, wie die gleichen Leute reagieren, wenn es wirklich mal relevant wird. Rassismus und Sexismus sind ein wichtiges gesellschaftliches Thema und leider mal wieder sehr aktuell. Wenn man dann vereinfacht gesagt den Verstärker bei einer Pimmeltabelle in einem Sparten-Spaßbuch auf 11 dreht, wie soll denn dann die Reaktion bei den wirklich relevanten Themen aussehen? Es geht mir hier nicht um Whataboutism, sondern um die Verhältnismäßigkeiten.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 17.07.2018 | 00:42
Es geht mir hier nicht um Whataboutism, sondern um die Verhältnismäßigkeiten.
Und, dass DSA das Flagschiff der Rollenspiele im deutschsprachigen Raum ist, spielt dann keine Rolle?
(Zumal die kontroversen Themen von WdV ja nicht auf den Band beschränkt sind. Der Band gehört zu einer populären Spiellinie.)

Edit: Ich finde, dass gerade im Bereich von Freizeit und Medien ein Miteinander-Ringen lohnt. Weil da vielleicht mehr Persönlichkeitsentwicklung stattfindet als im öffentlichen oder ökonomischen Raum.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: am 17.07.2018 | 00:43
Autsch. Nun ist der Beitrag obsolet. Ihr schreibt das viel besser als ich es könnte. Alles gut. @ Isegrim & Eismann: Danke!

Und Athair: ich ziehe den virtuellen Hut und wünschte, dass ich mich in der Hitze eines Austausches an Deine Souveränität erinnern könnte.

Inhaltlich bin ich ansonsten auch wieder bei Dir zumindest beim Post weiter oben. direkt jetzt bin ich beim Eismann. Für mein Gefühl haben wir unterschiedliche Wahrnehmungen des Punktes, an dem Holzhammer-Diversity anfängt. Aber irgendwas ist ja immer. Auf Kuhn, dachte ich, wolltest Du mit dem Paradigmenbegriff verweisen.

Kleine Anekdote am Rande, weil es so gut passt, und mildes sorry fürs Kalauern die Größe von Geschlechtsorganen ist nun wirklich nicht mein Spezialgebiet. Aber ich habe lustiger Weise jahrelang als einziger Weißer der ganzen Liga in Afrika Fußball gespielt. Da sich die Mannschaften nach dem Spiel in den meisten Stadien die Duschen geteilt haben, ist meine Stichprobe an schwarzen Penissen "aus erster Hand" nicht unbeträchtlich. Und obwohl ich an männlichen Penissen jetzt nicht so wahnsinnig interessiert bin, ist mir ein Größenunterschied äh... ins Auge gesprungen. Mir ist es jetzt zu blöd, dazu ne Literatursuche zu machen. Aber es würde mich doch sehr wundern, wenn sich da keine generalisierbaren Unterschiede zeitigen würden. Davon abgesehen: natürlich sind die genannten Peniswitze, wenn sie so im mir unbekannten Buch vorkommen, ein bisschen sehr pubertär und daneben. Aber der Wind u.a. deshalb ist doch echt vollkommen überzogen oder? Meine Güte.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Rorschachhamster am 17.07.2018 | 01:23
Für mich waren die Waldmenschen immer eher indianisch...  :)

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Eismann am 17.07.2018 | 01:43
Und, dass DSA das Flagschiff der Rollenspiele im deutschsprachigen Raum ist, spielt dann keine Rolle?
(Zumal die kontroversen Themen von WdV ja nicht auf den Band beschränkt sind. Der Band gehört zu einer populären Spiellinie.)

Edit: Ich finde, dass gerade im Bereich von Freizeit und Medien ein Miteinander-Ringen lohnt. Weil da vielleicht mehr Persönlichkeitsentwicklung stattfindet als im öffentlichen oder ökonomischen Raum.

So kategorisch wie das vorgegangen wird, seh ich da kein Ringen.
Aber es ist ein interessanter Punkt, den du aufgreifst. Wenn man so akribisch an die Sache herangeht wie an WdV könnte einem aufgefallen sein, dass es bei DSA4 beispielsweise "menschliche Rassen" gibt ab Charaktererschaffung, inklusive Wertung. Da sind die großen Blonden aus dem hohen Norden per se stärker, mutiger und jähzornig und die dunkelhäutigen (auch da eher südamerikanisch-indigenen) Waldmenschen/Mohas (mit nun anscheinend größeren Gemächten) von schwächlicher Konstitution, dafür charismatisch und gewandt (den ganzen Rassekram gibt es im übrigen bei DSA5 nicht mehr). Bei den Kulturen geht es dann weiter. Jeder Novadi ist arrogant oder rachsüchtig und die verschiedenen Waldmenschenstämme alle eitel und abergläubisch. Quasi ab Werk. Die sind alle so. (auch das gibt es in der Form bei DSA5 nicht mehr. Kulturen bringen zwar Kenntnisse und Empfehlungen mit, aber keine festen Eigenschaftsmodis oder Vor- und Nachteile, zumindest im GRW. Die anderen Bücher kenne ich schlichtweg nicht)
 
Jetzt kann man argumentieren, okay, es ist ein Fantasyregelwerk, zu Fantasy gehören Klischees usw., aber das ist ja nicht der Punkt. Es geht mir hier eher darum, dass auf einmal das große Entsetzen da ist, jetzt, wo es anscheinend interne Streitigkeiten mit dem Verlag gab, während die gleichen Leute vorher anscheinend über Jahre hinweg mit solchen viel deutlicheren Stereotypen und Klischees sehr gut klar kamen. Mag sein, dass da keine Kausalität besteht und es eine Art plötzlicher Erkenntnis gab, weil man sich beim WdV zum ersten Mal damit beschäftigt hat, aber so recht kann ich daran nicht glauben.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 17.07.2018 | 02:42
@ Eismann: Deiner Grundanalyse kann und mag ich nicht widersprechen. Finde ich einleuchtend.
Was hier mMn anders ist, ist das Thema (Sexualität) und der selbst proklamierte Anspruch.

Gerade im Letzteren liegt ein großer Unterschied:
Die "Rassen"/Ethnien/Klischees wurden tendenziell so wie sie gewachsen waren akzeptiert. Der Anspruch und das Versprechen, reale Diversität anzuerkennen und Stereotype zu vermeiden, war nicht gegeben bzw. durch die Historie und den Kontinuitätsanspruch des Spiels begrenzt. Das war hier a) anders und b) gab es - soweit ich informiert bin - kaum oder keine gewachsenen Vorbilder in der Historie des Spiels.

(Natürlich hätte man sich denken können, dass ein Mainstream-Spiel v.a. eine Mainstream-Zielgruppe ansprechen will. Kommuniziert wurde aber anders. Und: DSA war mMn schon immer irgendwie "Wohlfühl-Liberalismus" - im Guten wie im Schlechten. Damit ist das Spiel auch bisher nicht schlecht gefahren.)


@ Wellentänzer: Ich hab nochmal nachgesehen. Der Paradigma-Begriff zielte am ehesten gen Wittgenstein.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 17.07.2018 | 06:38
Zitat
Und, dass DSA das Flagschiff der Rollenspiele im deutschsprachigen Raum ist, spielt dann keine Rolle?
(Zumal die kontroversen Themen von WdV ja nicht auf den Band beschränkt sind. Der Band gehört zu einer populären Spiellinie.)
Doch auf jeden Fall.
Ich finde die ganze Tabelle (Verregelung) überflüssig. - Und das nicht nur weil da (zum Spaß) Stereotypen überspitzt wurden.
Es ist mMn. auch richtig und konsequent das zu ändern.(Weil es eben null Relevanz hat-und seinen Zweck (lustig sein) nicht erfüllt)

Zitat
Edit: Ich finde, dass gerade im Bereich von Freizeit und Medien ein Miteinander-Ringen lohnt. Weil da vielleicht mehr Persönlichkeitsentwicklung stattfindet als im öffentlichen oder ökonomischen Raum.
Ja, aber das geschieht meinem Eindruck nach eben nicht auf einer konstruktiven, sachlichen Ebene.
Sondern da wird teilweise mit harten Unterstellungen inklusive versuchtem Rufmord rangegangen.
-Und hier hört es mMn. auf eine harmlose Sache zu sein.

-Ein "Leute das ist nicht witzig (Auch nicht in einem Spaßbuch), da werden alte,dumme Stereotypen getriggert, und das steht dem Ganzen gar nicht gut, ändert das bitte."
Hätte mMn. vielleicht mehr gebracht.

Edit. "Um jemanden zu töten braucht es heute keine Leiche."
Das gilt gerade für öffentliche Medien wie das Internet.
Und die Art und Weise wie eine sogenannte "Kritik" geäußert wird, finde ich teilweise sehr bedenklich und beängstigend.
Da sie gar nicht mehr die Verbessung eines Werkes vorsieht (oder sich um Einsicht der Erschaffer bemüht), sondern mehr oder weniger bereits den "Tod des Erschaffers" zum Ziel hat.
Oder auch eines Meinungsträgers, der eine andere Sicht hat.

Das ist mMn. das "Du hast einen Fehler gemacht-stirb!" -Prinzip
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 17.07.2018 | 07:16
-Ein "Leute das ist nicht witzig (Auch nicht in einem Spaßbuch), da werden alte,dumme Stereotypen getriggert, und das steht dem Ganzen gar nicht gut, ändert das bitte."
Hätte mMn. vielleicht mehr gebracht.

Sorry, aber ist es nicht genau das, was im Großen und Ganzen als Kritik an der unrühmlichen WdV-Tabelle formuliert wurde? Oder darf deines Erachtens nur das Wort "Rassismus" nicht fallen? (Selbst, wenn man noch X Verrenkungen hinterherschiebt, um deutlich zu machen, dass man wirklich niemanden als Rassisten bezeichnen will.) Fände ich ein bisschen sehr sonderbar, wenn es einem in der Kritik um rassistische Stereotype geht, man die aber nicht als solche benennen darf, damit sich bloß niemand angegriffen fühlt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 17.07.2018 | 07:16
Sondern da wird teilweise mit harten Unterstellungen inklusive versuchtem Rufmord rangegangen.
Das ist n schlechter Witz, oder?  :o :-[

Rufmord an einem Verlag(?), indem teilweise scharf angeprangert wird, dass er gesellschaftlich weit verbreitete (und damit tendenziell normale und akzeptierte) sexistische und rassistische Stereotype REproduziert? (Das ist bitte nicht als Provokation zu verstehen, sondern als Frage, über die es sich ernsthaft nachzudenken lohnt.)


Edit: Natürlich kocht die ganze Sache hoch. Wie sollte sie das auch nicht? Als Mensch mit rassistischen und sexistischen (und homophoben und hastenichtgesehen) Einstellungen bezeichnet oder enttarnt zu werden kratzt am positiven Selbstbild und ggf. am Selbstwert. Das ist kränkend und wir fahren unsere psychischen Abwehmechanismen hoch. Doch: Solche (oft unbewusst verinnerlichten) Überzeugungen haben wir alle. Die sind überwiegend nicht auf unserem Mist gewachsen, aber es liegt an uns Verantwortung zu übernehmen und zu versuchen uns ein gutes Stück davon freizumachen. Ganz geht (aus psychologischen Gründen) mMn eh nicht. Es reicht aber, wenn Menschen die anders sind auch zu ihrem Recht kommen können bzw. kommen.

Wenn man mal den Kern von Rassismus anschaut, dann liegt der in der Diskriminierung zwischen Eigenem/Bekanntem und Fremden begründet. Und jetzt: Wer kann den ernsthaft von sich behaupten, dass sie oder er ein Familienmitglied (Partner, Kind, Elternteil) für nicht wertvoller erachtet als einen z.B. rumänischen Obdachlosen auf der Straße? 
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 17.07.2018 | 07:29
Das ist n schlechter Witz, oder?  :o :-[

Rufmord an einem Verlag(?), indem teilweise scharf angeprangert wird, dass er gesellschaftlich weit verbreitete (und damit tendenziell normale und akzeptierte) sexistische und rassistische Stereotype REproduziert?
Ich habe hier allgemein geantwortet. Nicht speziell.
Darauf "ob sich ein Miteinander Ringen im Bereich Freizeit und Medien lohnt?" (Also hier oder in anderen Foren)
Das DSA ein großer Verlag ist, ist klar.
Der "versuchte Rufmord " bezog sich hier auf das was allgemein in Diskussionen geschieht.
Du bist nicht meiner Meinung, also bist du (irgendetwas hässliches)
(Ich habe extra einen Absatz gelassen. Vermutlich war das zuwenig-hätte ich besser kennzechnen sollen)

Zitat
Sorry, aber ist es nicht genau das, was im Großen und Ganzen als Kritik an der unrühmlichen WdV-Tabelle formuliert wurde? Oder darf deines Erachtens nur das Wort "Rassismus" nicht fallen? (Selbst, wenn man noch X Verrenkungen hinterherschiebt, um deutlich zu machen, dass man wirklich niemanden als Rassisten bezeichnen will.) Fände ich ein bisschen sehr sonderbar, wenn es einem in der Kritik um rassistische Stereotype geht, man die aber nicht als solche benennen darf, damit sich bloß niemand angegriffen fühlt.
Naja in manchen Foren wurde das nicht immer so weich formuliert.
Die Schmerzgrenzen sind halt unterschiedlich.
Und dann wird auch schon mal mit großen Kanonen geschossen.

Ich finde es gut, wenn man die Details genau benennt, "rassistischer Stereotyp der triggern könnte" statt das dann gleich auf das ganze Werk zu übertragen.
(Alles ist rassistisch)


Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Viral am 17.07.2018 | 08:01
Ich sehe Bücherverbrennungen auf uns zu kommen. Und ganz oben steht WdV und das ganze andere PFUI-Zeug von DSA.

In Zukunft entscheidet der Rat für moralisch guten Geschmack was erlaubt ist und was verbrannt wird, wobei die Ratsmitgliedschaft von der Anzahl der Henchmen (Followern) und der Anzahl + Qualität von Beiträgen einer Person abhängen.

Ich persönlich finde das gut. In meinem fortgeschrittenen Alter tu ich mir auch immer schwerer mit fremdartigen moralischen Einstellungen und Geschmäckern zurecht zu kommen. :korvin:

Das hat den positiven Nebeneffekt, dass in den Verkaufsregale auch ausreichend Platz für geschmackskonforme und moralkonforme Produkte bereitsteht.

Add:
Ich würde hier auch in Zukunft von Tolkien etc. weggehen. Der ist eh bedenklich. Viel besser ist der Zyklus der Flachen Erde von Tanith Lee. Das sollte in Zukunft als Standard-Fantasy-Werk gelten nicht diese ganzen tolkienesken Sachen.

Ich fordere weiterhin Bücherverbrennungen damit die Gesellschaft vor moralunkonformen und geschmacksunkonformen Werken geschützt wird. Aufgrund der leichten Manipulierbarkeit des menschlichen Geistes ist es unabdingbar die Menschen vor moralisch verwerflichen Schund zu schützen. 99,9 % der Menschen sind einfach nicht in der Lage mit solchen Themen reflektiert umzugehen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: 6 am 17.07.2018 | 08:13
@viral: Wenn ich mich noch richtig erinnere, hast Du völlig zu Recht in einem anderen Forum den Fluch des Internets bedauert, an dem die Diskussionskultur zu Grunde geht.
Wieso versuchst Du jetzt mit aller Gewalt genau diesen Fluch zu befeuern?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hewisa (gone for good) am 17.07.2018 | 08:17
Sich selber zitieren, nachdem auf den Witz beim ersten Mal schon nicht eingegangen wurde, ist nicht wirklich bescheiden. Weiß ich aus Erfahrung.

Finde es aber beeindruckend,  wie man in einem Post die Nazi- und die SJW-Keule *gleichzeitig* schwingen kann. So bringt man wenigstens wieder Sachlichkeit in die Debatte.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 17.07.2018 | 08:20
Sorry, aber ist es nicht genau das, was im Großen und Ganzen als Kritik an der unrühmlichen WdV-Tabelle formuliert wurde? Oder darf deines Erachtens nur das Wort "Rassismus" nicht fallen? (Selbst, wenn man noch X Verrenkungen hinterherschiebt, um deutlich zu machen, dass man wirklich niemanden als Rassisten bezeichnen will.) Fände ich ein bisschen sehr sonderbar, wenn es einem in der Kritik um rassistische Stereotype geht, man die aber nicht als solche benennen darf, damit sich bloß niemand angegriffen fühlt.

Meinst Du gerade Deine Beiträge hierzuforum, oder auch die TOR-Kolumne?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Wellentänzer am 17.07.2018 | 08:59
@ Preacher: Empfindest Du Dein eigenes Agieren als konstruktiver? Den Leuten ansatzlos an den Kopf zu werfen, wie erschütternd der Thread doch sei, und dann nicht einmal auf eine freundliche Nachfrage von pharyon zu reagieren, qualifiziert Dich in meinen Augen auch nicht gerade zum Musterschüler.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Zohltan am 17.07.2018 | 09:01
Ich finde, dass gerade im Bereich von Freizeit und Medien ein Miteinander-Ringen lohnt. Weil da vielleicht mehr Persönlichkeitsentwicklung stattfindet als im öffentlichen oder ökonomischen Raum.

Da gehe ich mit. Ich finde die ganze Diskussion großartig. Auch wenn es manchmal nicht in eine richtige Diskussion ist, da viele nicht gelernt haben, wie man korrekt Feedback gibt oder kritisiert, aber das ist egal. Hauptsache man tauscht sich erstmal über dieses Thema aus. Es berührt die Leute und dann muss das auch auf den Tisch.

Und alles passiert "im Kleinen". Jede Veränderung passiert immer in einem Individuum.

Ich danke Ulisses für dieses Produkt. Ich glaube - ach ne ich weis - es hat was bewegt (den bei mir :) ). Wer will das den nicht als Schriftsteller? Ein Buch schreiben, das wirklich mal einen Impakt hat und Leute zum Denken anregt. Und das auch noch im Rollenspielbereich! Wow! (Ohne Ironie)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Viral am 17.07.2018 | 09:06
@6
Ich habe meine eigenen Fehler eingesehen und weiß nun, dass das Internet einfach das überlegene Kommunikationsmedium ist, um die Menschen in den moralkonformen und geschmackskonformen Informationsraum zu holen und sie vor schädlichen unmoralischen Einflüssen zu schützen.

@Hewisa
Bescheidenheit ist belanglos, wenn man moralkonform handelt. Es geht darum das Richtige zu tun.

An dieser Stelle möchte ich Herrn Ray Bradbury zitieren:

“A book is a loaded gun in the house next door...Who knows who might be the target of the well-read man?”
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 17.07.2018 | 09:17
Ich fordere weiterhin Bücherverbrennungen damit die Gesellschaft vor moralunkonformen und geschmacksunkonformen Werken geschützt wird. Aufgrund der leichten Manipulierbarkeit des menschlichen Geistes ist es unabdingbar die Menschen vor moralisch verwerflichen Schund zu schützen. 99,9 % der Menschen sind einfach nicht in der Lage mit solchen Themen reflektiert umzugehen.
Ich kann gut verstehen, dass man sich teilweise denkt: "Leute ihr macht aus einer Mücke einen Elefanten!"
(Wir sind doch alles reflektierte Erwachsene.-Und Himmel Herrje -es ist nur ein Spaßbuch)
Andererseits wenn es wirklich Mücken sind wie ("wer hat den längsten?") -Wen interessieren sie dann?

Wären das jetzt generell irgendwelche Änderungen, die ein ganzes Werk obsolet machen(Sinn und Zweck entfremden, den Spirit töten, whatever), dann lohnt sich ein Streit, aber so?
Sind es doch eigentlich nur Peanuts. (Ich unterstelle einfach mal dass niemand solche Klischees will oder braucht um Spaß zu haben.)

Manche stören sich massiv daran (Elefant). Anderen ist es egal (Mücke). Keiner findet sie wirklich witzig. -Also weg damit.(Fliegenklatsche)

Edit.
Die Diskussion um die Anzahl sichtbarer Geschlechtsteile kann ich wiederum nicht ernst nehmen. So sehr ich mich auch bemühe.
Man möge es mir verzeihen. ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: 6 am 17.07.2018 | 10:03
@viral:
Na denn. Viel Spass in Deiner schönen neuen Welt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Teylen am 17.07.2018 | 10:20
Die Diskussion der Anzahl bezüglich sichtbarer Geschlechtsteile wäre ggf. nicht gegeben, wenn man neben mehreren Frauen mit einer sichtbaren Vulva eine Anzahl von Männer mit einem sichtbaren Penis genommen hätte die über 0 liegt.
Gerade in einem Band der vorgab sich um eine ausgewogene Präsentation bemühen zu wollen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 17.07.2018 | 10:27
Die Diskussion der Anzahl bezüglich sichtbarer Geschlechtsteile wäre ggf. nicht gegeben, wenn man neben mehreren Frauen mit einer sichtbaren Vulva eine Anzahl von Männer mit einem sichtbaren Penis genommen hätte die über 0 liegt.
Gerade in einem Band der vorgab sich um eine ausgewogene Präsentation bemühen zu wollen.
Gibt es denn keinen DSA Zeichner der sich erbarmt, und noch ein paar Personen mit männlichen Geschlechtsteilen nachliefert? ~;D

Idee. -Vielleicht hilft ja vorab eine kleine Umfrage um rauszufinden, wie vielen Leuten eine solche Ergänzung tatsächlich wichtig ist.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 17.07.2018 | 11:01
Meinst Du gerade Deine Beiträge hierzuforum, oder auch die TOR-Kolumne?

Eigentlich beides ... wobei beides ja auch nicht frei von weniger behutsamem Gepolter ist. Aber ich bin da auch echt hin- und hergerissen. Wenn man alles fein säuberliche relativiert ("Stereotypen, die Leute mit negativen Rassismuserfahrungen triggern könnten"), dann verschleiert man irgendwann schon fast den Kern der Aussage (der lautet: "das ist ein rassitischer Stereotyp") im Dienste der Diplomatie - und liefert gleich noch dazu die Zielscheibe, dass sich alle über einen lustig machen, weil gewundene "politisch korrekte Sprache" ja auch so ein Negativklischee derjenigen ist, die das, was sie "Political Correctness" nennen, ablehnen. Kurz: Man kann da für mein Gefühl kaum richtig kommunizieren. Haut man auf den Tisch und sagt: "Das ist rassistisch!", dann hat man jemanden verleumdet, weil die Leute auf der Interpretation "Das kommt von Rassisten!" beharren; formuliert man sorgfältig und vorsichtig, dann ist man ein lächerlicher, verlogener PC-Heini, der will, dass alle sich mit Unterstrich- und Sternchensetzung die Zungen und Finger beim Reden und Schreiben verrenken.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aedin Madasohn am 17.07.2018 | 11:04
Die Diskussion der Anzahl bezüglich sichtbarer Geschlechtsteile wäre ggf. nicht gegeben, wenn man neben mehreren Frauen mit einer sichtbaren Vulva eine Anzahl von Männer mit einem sichtbaren Penis genommen hätte die über 0 liegt.
Gerade in einem Band der vorgab sich um eine ausgewogene Präsentation bemühen zu wollen.

hallo Teylen, ich finde es sehr schön, dass du dich als CF-Teilnehmerin (was im Vorläuferthread ja nachzulesen ist) dazu äußerst   :d

es wurde ja nach der "Zielgruppe" gefragt. Mit Teylen hat eine von nur "rund" 2000 Backern ihr Statement abgegeben. Sie hat aufgrund von Ankündigungen der CF-Betreiber eine Erwartungshaltung aufgebaut, gutes Geld in die Vorkasse gesteckt und nach Blick in das ihr vorliegende Original ihr Urteil gefällt.
Applaus!
welche "Umfrage" hat den schon 1/2000 seiner "Zielgruppe" wirklich befragt?! ist wohl eher ein oder gar zwei 10er Potenzen dünner.

es sind ja noch weitere Backer hier im Forum aktiv. Vielleicht könnt ihr ja auch ein Statement über eure Zufriedenheit/Erwartungsbedienung bzw. Erwartungsenttäuschung abgeben?

Vielleicht schaffen wir dann sogar die Quote von 10/2000! - und das wäre schon ein echt enges Netz für eine Kundenzufriedenheitsumfrage.  :)
 
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 17.07.2018 | 11:08
@
Rumpel
Das war deine Aussage:
Zitat
("Stereotypen, die Leute mit negativen Rassismuserfahrungen triggern könnten")
Und das war meine:
Zitat
"rassistischer Stereotyp der triggern könnte"
Dass es sich um einen rassistischen Stereotyp handelt, kam bei meiner Aussage deutlich vor.
Und wurde nicht verschleiert.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 17.07.2018 | 11:14
@
Rumpel
Das war deine Aussage:Und das war meine:Dass es sich um einen rassistischen Stereotyp handelt, kam bei meiner Aussage deutlich vor.
Und wurde nicht verschleiert.

Sorry, es ging mir gar nicht um ein genaues Zitat von dir, sondern um ein Extrembeispiel dafür, wie man sich möglichst vorsichtig ausdrücken kann, damit sich auch ja keiner auf den Schlips getreten fühlt. Ich wollte nicht sagen, dass du etwas verschleierst, sondern nur, dass man, wenn man das zu weit treibt, irgendwann an den Punkt gelangt, an dem die eigentliche Aussage nicht mehr erkennbar ist.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 17.07.2018 | 11:23
Eigentlich beides ... wobei beides ja auch nicht frei von weniger behutsamem Gepolter ist. Aber ich bin da auch echt hin- und hergerissen. Wenn man alles fein säuberliche relativiert ("Stereotypen, die Leute mit negativen Rassismuserfahrungen triggern könnten"), dann verschleiert man irgendwann schon fast den Kern der Aussage (der lautet: "das ist ein rassitischer Stereotyp") im Dienste der Diplomatie - und liefert gleich noch dazu die Zielscheibe, dass sich alle über einen lustig machen, weil gewundene "politisch korrekte Sprache" ja auch so ein Negativklischee derjenigen ist, die das, was sie "Political Correctness" nennen, ablehnen. Kurz: Man kann da für mein Gefühl kaum richtig kommunizieren. Haut man auf den Tisch und sagt: "Das ist rassistisch!", dann hat man jemanden verleumdet, weil die Leute auf der Interpretation "Das kommt von Rassisten!" beharren; formuliert man sorgfältig und vorsichtig, dann ist man ein lächerlicher, verlogener PC-Heini, der will, dass alle sich mit Unterstrich- und Sternchensetzung die Zungen und Finger beim Reden und Schreiben verrenken.

Danke schonmal.
Entschudlige, dass ich gerade im Frage-Modus bin ;)

Gehst Du denn mit den Kritiken von TOR konform?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 17.07.2018 | 11:27
es sind ja noch weitere Backer hier im Forum aktiv. Vielleicht könnt ihr ja auch ein Statement über eure Zufriedenheit/Erwartungsbedienung bzw. Erwartungsenttäuschung abgeben?

Da noch nicht alles da ist und ich längst nicht alles gelesen habe, was ich bisher habe, will ich noch nicht abschließend urteilen - sonst hätte ich auch eine Rezension geschrieben. Aber bisher habe ich das bekommen, was ich erwartet habe. Einen erweiterten Aprilscherz, der zu einem Werk wurde mit einigem Unterhaltungswert. Der Unterhaltungswert ist nun nicht immer nur ein Holzhammer-Peniswitz und nicht immer nur Spaß durch Absurdität, sondern ist auch durch Beschreibungen von Settings, NSC und Regelerweiterungen gegeben.
Also rein vom Durchblättern und Lesen einiger Teile (ich rede jetzt vom Hauptbuch) würde ich eine gute Bewertung abgeben.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 17.07.2018 | 11:29

Gehst Du denn mit den Kritiken von TOR konform?

Im Großen und Ganzen finde ich sie nachvollziehbar, kann aber schlicht deshalb nicht konform gehen, weil ich WdV nicht habe und mir deshalb nur ein Bild über die hier und an anderer Stelle zitierten Passagen machen kann.
Jedenfalls finde ich es gut, dass sie sich die Mühe gemacht haben, mal ein paar Sachen zu zählen, so albern das klingen mag ... aber letztendlich braucht es das eben doch als Werkzeug, um deutlich zu machen, dass es da vielleicht wirklich die eine oder andere Unverhältnismäßigkeit gibt.

Ob WdV jetzt insgesamt wie in dem Artikel behauptet "Altherrenwitzcharakter" hat oder nicht, kann ich wie gesagt nicht beurteilen, kann es mir aber anhand der dort genannten Beispiele schon recht gut vorstellen ... evtl. ist das Problem an dem Produkt ja einfach, dass es als Witz angefangen hat. Für Numenera ist mit "Love and Sex in the Ninth World" ja ein (kleines) Sex-Supplement erschienen, das das Thema ernst nimmt (ohne dabei humorlos zu sein) und wesentlich glaubwürdiger eine inklusive Herangehensweise vermittelt und auch gute Anstöße für's Spiel liefert. Das ist wahrscheinlich der bessere Weg, als wenn man schon mit so einer "Höhöhö, er hat Penis gesagt!"-Prämisse an die Sache rangeht.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 17.07.2018 | 11:36
Sorry, es ging mir gar nicht um ein genaues Zitat von dir, sondern um ein Extrembeispiel dafür, wie man sich möglichst vorsichtig ausdrücken kann, damit sich auch ja keiner auf den Schlips getreten fühlt. Ich wollte nicht sagen, dass du etwas verschleierst, sondern nur, dass man, wenn man das zu weit treibt, irgendwann an den Punkt gelangt, an dem die eigentliche Aussage nicht mehr erkennbar ist.
Ok, ich war mir nur nicht ganz sicher, weil  auch "triggern" vorkam.


@
All
Ich finde schon, dass man einen Stereotypen als rassistisch benennen kann, wenn es der Fall ist (da allgemein bekannt).
Nach dem Motto..."Hey Leute,  ihr habt da ein Klischee mit rassistischem Hintergrund/Touch erwischt, das muss doch nicht sein."- "Braucht doch Keiner."

Es kann natürlich sein, dass dann trotzdem keine Änderung erfolgt, weil das Gegenüber dieses Klischee (in diesem Rahmen) für unbedenklich hält.
- Wenn dann kommt. -"Und wenn ihr das nicht ändert, unterstützt ihr Rassismus."- Hm naja, dann kommt es vermutlich zu jenen Diskussionen.

Die Gefahren einer negativen Beeinflussung werden zum Teil unterschiedlich stark eingeschätzt.
Ich gebe nur kurz zu bedenken, dass jmd. der dadurch vielleicht wenig oder keine Gefahr für eine Leserschaft sieht,
nicht unbedingt ein Rassist sein muss.

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 17.07.2018 | 11:37
evtl. ist das Problem an dem Produkt ja einfach, dass es als Witz angefangen hat. Für Numenera ist mit "Love and Sex in the Ninth World" ja ein (kleines) Sex-Supplement erschienen, das das Thema ernst nimmt (ohne dabei humorlos zu sein) und wesentlich glaubwürdiger eine inklusive Herangehensweise vermittelt und auch gute Anstöße für's Spiel liefert. Das ist wahrscheinlich der bessere Weg, als wenn man schon mit so einer "Höhöhö, er hat Penis gesagt!"-Prämisse an die Sache rangeht.
Ja, das könnte ich mir eventuell auch vorstellen. Allerdings, hätte es den Witz mit der "Androhung" eines WdV nicht gegeben, dann würde es jetzt WdV vermutlich auch nicht geben.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Teylen am 17.07.2018 | 11:50
Hierzu dann als CF-Teilnehmerin.
Von mir bekommt Wege der Vereinigung soweit eine solide "Eh. Anders als erwartet, so nicht ganz den Erwartungen entsprechend, ab ins Regal"-Wertung. Was eine andere Wertung ist, als der V20 Companion bekommen hat, eines der wenigen Bücher von dem ich mich doch auf vielen Ebenen verarscht fühlte.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Swafnir am 17.07.2018 | 11:52
Ich verstehe zwei Dinge nicht:

1. Warum wird sich denn über den Bonus bei der Penisgröße aufgeregt? Eine kurze Recherche im Netz bringt doch ein recht eindeutiges Bild und zwar dass weite Teile Afrikas und Südamerikas statistisch gesehen im Durchschnitt größere Penisse haben. Wohingegen Asiaten eher zur kleineren Bestückung neigen. Wo also die einen rassistische Stereotypen sehen, sehe ich eine statistische Realität. Zumal die Penisgröße nun mal in keinster Weise positiv oder negativ wertend ist. Muss das rein? Natürlich nicht. Das trifft aber im Grunde auf den gesamten Inhalt zu. Von daher wirkt das auf mich, also würde das dem Ulisses-Verlag jetzt böswillig negativ ausgelegt werden.

2. Die Bilderauswahl ist nicht gleich verteilt. Das ist auf den ersten Blick wirklich doof. Wenn sich aber die Künstler/die Art-Direktorin eben dahingehend äußern, dass sie (männlich wie weiblich) eben lieber Frauen zeichnen, weil sie sie ästhetisch ansprechender finden, dann ist das für mich eine ausreichende Erklärung. Meine Frau zeichnet auch viel. Das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Bildern ist auch deutlich zur weiblichen Seite geneigt (drei Männer in 18 Jahren) und einen Penis hab ich noch nie auf ihren Bildern gesehen. Wenn die Glosse auf TOR dass dann als männliche Phanatsien hinstellt, dann ist das in meinen Augen ebenfalls böswillig.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: YY am 17.07.2018 | 11:53
Und jetzt: Wer kann den ernsthaft von sich behaupten, dass sie oder er ein Familienmitglied (Partner, Kind, Elternteil) für nicht wertvoller erachtet als einen z.B. rumänischen Obdachlosen auf der Straße?

Da unterscheidet dann ausnahmsweise mal wenig den rumänischen Obdachlosen vom z.B. bio-/urdeutschen Klaviervirtuosen mit Bundesverdienstkreuz.

Das Problem mit Rassismus & Co. ist doch gerade, dass er "nur" unerwünschte Nebenwirkung bzw. negativer Auswuchs von grundlegendem menschlichen Verhalten* ist und man genau deswegen nicht zu weit an der Wurzel ansetzen kann.
Mit Stumpf und Stiel beseitigen geht eben nicht, nur immer recht weit oben zurückschneiden.


*das sich auch z.B. im §35 StGB als Abgrenzung zum §34 wiederfindet.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 17.07.2018 | 13:58
Kurz: Man kann da für mein Gefühl kaum richtig kommunizieren. Haut man auf den Tisch und sagt: "Das ist rassistisch!", dann hat man jemanden verleumdet, weil die Leute auf der Interpretation "Das kommt von Rassisten!" beharren; formuliert man sorgfältig und vorsichtig, dann ist man ein lächerlicher, verlogener PC-Heini, der will, dass alle sich mit Unterstrich- und Sternchensetzung die Zungen und Finger beim Reden und Schreiben verrenken.
Ich finde schon, dass man richtig kommunizieren kann. Indem man das Kind beim Namen nennt ohne zu brüskieren. Das geht z.B., indem man Hintergrundfolien erklärt: Also, warum der rassistische Stereotyp ohne böse Absicht übersehen wurde. Indem die Schuldhaftigkeit des Handelns in Frage gestellt oder verneint wird1 und die Verantwortlichkeit2 aber trotzdem eingefordert wird, kann eine unproduktive Emotionalisierung vermieden werden. Logo, ist ne Gratwanderung und Böswilligkeiten und Ad-Hominem-Attacken können trotzdem hineingelesen werden, aber so entstandenes Gekränkt-Sein kann man i.d.R. ausräumen/auffangen. Und: Die eigene Wut zu kommunizieren ist schon auch wichtig.

Hilfreich sind also 3 Schritte:
Die eigenen Gefühle zu äußern und die Dinge beim Namen nennen.
Die Perspektive des Gegenübers erahnen und schon im Sinn von "was du nicht willst, ..." rezipieren und berücksichtigen.
Die Sachebene, die auch hinter die Dinge schaut (Dynamiken und "Psychomechanismen") ausführen.

Ist unrealistisch, ich weiß, aber sich das immer mal wieder klar zu machen hilft.

 

1 vgl.  Gesinnungsethik; Einsichtsfähigkeit wird allgemein für Schuldfähigkeit vorausgesetzt.
2 vgl. Verantwortungsethik


Es kann natürlich sein, dass dann trotzdem keine Änderung erfolgt, weil das Gegenüber dieses Klischee (in diesem Rahmen) für unbedenklich hält.
- Wenn dann kommt. -"Und wenn ihr das nicht ändert, unterstützt ihr Rassismus."- Hm naja, dann kommt es vermutlich zu jenen Diskussionen.
Naja. Erwachsen wäre zu sagen: Ja, wir unterstützen damit wahrscheinlich (ungewollt) rassistisches Denken, aber der Witz ist es uns wert. Love it or leave it! Was Ulisses stattdessen im Statement tut, ist sich in einer Opferrolle zu verstecken und eben in keine Richtung Verantwortung zu übernehmen. Find ich schade.




1. Warum wird sich denn über den Bonus bei der Penisgröße aufgeregt? Eine kurze Recherche im Netz bringt doch ein recht eindeutiges Bild und zwar dass weite Teile Afrikas und Südamerikas statistisch gesehen im Durchschnitt größere Penisse haben.
Das ist wie mit der Darstellung von Juden als Bänker. Dass verhältnisßmäßig viele große Geldhäuser jüdische Eigentümer haben ist - so weit ich weiß - der Fall. Hat auch historische Gründe. Allerdings ist mit "jüdischer Bänker" halt auch das Klischee des habgierigen, ausbeutenden Nimmersatts verbunden. Und das ist eindeutig ein rassistischer Stereotyp. Oder: Fakten sind kein Widerspruch gegen Stereotypen.
Wenn man die Verbindung von Fakt und Stereotyp aufbrechen will, dann muss man erklären können, warum der Fakt nicht den Stereotypen bedient und inwiefern der formulierte Text nicht dem Halo-Effekt (https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/halo-effekt/6232) aufsitzt.


2. Die Bilderauswahl ist nicht gleich verteilt. Das ist auf den ersten Blick wirklich doof. Wenn sich aber die Künstler/die Art-Direktorin eben dahingehend äußern, dass sie (männlich wie weiblich) eben lieber Frauen zeichnen, weil sie sie ästhetisch ansprechender finden, dann ist das für mich eine ausreichende Erklärung.
Als Frau ist die Künstlerin da nicht fein raus. Es ist ohne Belang, dass sie lieber Frauen zeichnet, denn wenn das nicht gefragt wäre, würde sie das beruflich nicht tun (können). Dass es gefragt ist und sie dass beruflich tun kann, hat ganz viel mit der Verkaufbarkeit männlicher Phantasien zu tun. Das ist sexistisch, weil die Phantasien männlicher Heteros über die Interessen anderer gestellt werden.
Dass sie Männerkörper asthetisch weniger interessant findet, hat eine Entsprechung in der gesellschaftlichen Meinung, dass Frauenkörper schön sind und Männerkörper nicht. Natürlich ist diese Unterscheidung und diese Art von Ästhetik sexistisch. Sie drückt einen Wertigkeitsunterschied aus. (Dass sie grundsätzlich trotzdem schön finden darf, was sie will, ... möcht ich jetzt nicht weiter ausführen.)

... ich hoffe, dass das ein bißchen zur Erklärung beiträgt.
(Die Unterstellung von Böswilligkeit halte ich dagegen für unangebracht. Oder würdest du mit ihr konfrontiert werden wollen, wenn du auf einen - in deinen Augen - ungerechten Missstand hinweisen willst?)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Swafnir am 17.07.2018 | 14:05
Den Juden/Bänker-Vergleich finde ich schwer daneben und passt für mich rein gar nicht zu diesem Thema. Ist nicht m,ehr als eine Keule :q

Wäre es für dich sexistisch, wenn es um Schuhgrößen gehen würde und da Frauen einen Abzug auf den Wurf bekommen?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 17.07.2018 | 14:18
Haut man auf den Tisch und sagt: "Das ist rassistisch!", dann hat man jemanden verleumdet, weil die Leute auf der Interpretation "Das kommt von Rassisten!" beharren;

Ich kann nat nur für mich sprechen, aber mit der Aussage "Das ist rassistisch!" hätte ich wenig Probleme. Wenn es denn möglich wäre, eine Gegenposition einzunehmen ("Find ich nicht!" oder "Stört mich nicht."), ohne dass dann die Empathie, politische Bildung oder generelle Ablehnung von Rassismus in Zweifel gezogen wird. Ist natürlich leicht, damit den Diskussionsgegner unter Druckzu setzen, aber ich frag mich, ob es das wert ist. So habe ich auch manche Reaktionen auf Ulysses Stellungnahme rezipiert, die den Tenor haben "Zu wenig, zu spät, rettet euch auch nicht mehr!".

Sicher gibts auch für mich Schwellen, bei denen ich da keine Kompromisse mache. Wer die überschreitet, hat mE ein paar grundlegende Dinge nicht verstanden. Dass diese Unversöhnlichkeit schon bei Dingen wie WdV erreicht ist, macht Debatten über die Grauzonen des Alltagsrassismus so anstrengend.

Ohne Beispiele anzuführen (denn das wäre dann endgültig SC): In anderen Politikfeldern fühl ich manchmal ähnlich (und hab bestimmt auch schon ähnlich "argumentiert"...). Aber bringt es mir wirklich was, wenn ich meinem halben Freundeskreis und 95 % des I-Nets entweder die politische Bildung abspreche, oder sie für unreflektierte, unsoziale, antikommunistische Nicht-Demokraten halte? ME nicht*. Es gibt halt verschiedene Einschätzungen, Ansichten oder auch Strategien, auch bei gleichen oder ähnlichen Zielvorstellungen und Idealen.

* Sag ich hier beim reflektierten Nachdenken. Hoffentlich erinnere ich mich bei der nächsten bGE-Debatte dran...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 17.07.2018 | 14:22
Den Juden/Bänker-Vergleich finde ich schwer daneben und passt für mich rein gar nicht zu diesem Thema. Ist nicht m,ehr als eine Keule :q


Das ist genau der richtige Vergleich, denn beides sind Fälle, in denen man seine Aussagen dahingehend objektivieren kann, dass sie ja "nur" etwas über die Wirklichkeit sagen; angebracht wäre es in beiden Fällen hingegen, sich klarzumachen, das mit dem jeweiligen Motiv rassistische bzw. antisemitische Ideologeme getriggert werden, die weit über die schlichte, "nicht wertende" Verbindung einer Menschengruppe mit einer bestimmten Eigenschaft oder einem Beruf hinausgeht. Tatsächlich ist das Herauspickens von "Tatsachen" (mit und ohne Anführungszeichen), mit denen man gezielt rassistische Stereotypen stärken kann, ohne sich ganz rundheraus als Rassist outen zu müssen, ja AUCH der Kernmodus "echter" zeitgenössischer Rassisten (mit denen ich die Urheber der unrühmlichen WdV Tabelle, das sei noch mal ganz ausdrücklich gesagt, an dieser Stelle explizit NICHT in einen Topf werfen will!)

Man darf gern darauf beharren, dass solche Aussagen erlaubt sein müssen (ebenso darf man dann aber darauf beharren, dass es erlaubt sein muss, sie als Teil rassistischer/antisemitischer Gedankengebilde zu bezeichnen). Gerade im Falle einer Spielhilfe für ein in einer Fantasy-Welt angesiedeltes Rollenspiel muss man sich dann aber fragen lassen, warum man eine von mir aus statistisch durchaus belegbare Vorstellung, die gleichzeitig Teil eines rassistischen Gedankengebildes ist, überhaupt verwenden will. Aventurien fühlt sich bei aller Inspiration in so vielen Dingen NICHT an irdische Vorbilder gebunden (siehe Amazonenrüstungen, historisch-technologisches Mischmasch, Geschlechterrollen), warum denn dann plötzlich schon, wen es um Penisse geht? Ich kann da als Intention nur den "ironischen Witz über Rassismus" sehen, der sich aber inhaltlich in Nichts von dem Rassismus, über den man sich lustig machen will, unterscheidet, und der damit ein Schuss in den Ofen ist.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 17.07.2018 | 14:23
Im Großen und Ganzen finde ich sie nachvollziehbar, kann aber schlicht deshalb nicht konform gehen, weil ich WdV nicht habe und mir deshalb nur ein Bild über die hier und an anderer Stelle zitierten Passagen machen kann.
Jedenfalls finde ich es gut, dass sie sich die Mühe gemacht haben, mal ein paar Sachen zu zählen, so albern das klingen mag ... aber letztendlich braucht es das eben doch als Werkzeug, um deutlich zu machen, dass es da vielleicht wirklich die eine oder andere Unverhältnismäßigkeit gibt.

Ob WdV jetzt insgesamt wie in dem Artikel behauptet "Altherrenwitzcharakter" hat oder nicht, kann ich wie gesagt nicht beurteilen, kann es mir aber anhand der dort genannten Beispiele schon recht gut vorstellen ... evtl. ist das Problem an dem Produkt ja einfach, dass es als Witz angefangen hat. Für Numenera ist mit "Love and Sex in the Ninth World" ja ein (kleines) Sex-Supplement erschienen, das das Thema ernst nimmt (ohne dabei humorlos zu sein) und wesentlich glaubwürdiger eine inklusive Herangehensweise vermittelt und auch gute Anstöße für's Spiel liefert. Das ist wahrscheinlich der bessere Weg, als wenn man schon mit so einer "Höhöhö, er hat Penis gesagt!"-Prämisse an die Sache rangeht.

Okay, wir unterhalten uns auf Augenhöhe, da ich das Produkt selbst auch nicht besitze. Finde ich schonmal gut.

Was mich wundert, sind die von mir bereits kritisierten Aufzählungen:

100 white zu 30 of colour
Guter Schnitt, finde ich. Für ein deutsches Rollenspiel, das von 95% white gespielt wird und übern Daumen 70% white Völker enthält.

17 hetero Paare zu 3 schwulen und 7 lesbischen Paaren.
Guter Schnitt. Im RL ist der Schnitt für homo geringer, als in diesem Buch.

Ja, es werden keine Schniepel gezeigt. So. What? Ich kann mir vorstellen, dass es dafür ganz einfache, rechtliche Grundlagen geben kann. Kann. Ich weiß nichts genaueres, aber ist das wirklich wichtig? Müssen da 27 Pillermänner und 27 Mumus in exakt gleicher Anzahl und natürlich in korrektem, gemäß Würfeltabelle nachvollziehbar großen Erregungszustand gezeigt werden?  :gaga:

Ich finde das Buch total banane!
Aber die Kritik daran ist tausendmal bananer!

... und ...

@Diversität:
wir reden hier ja von einem Zusatzband, aber im GRW steht das Verhältnis white 4 zu colour 3. Für ein mitteleupäisch, märchenhaft geprägtes Rollenspiel finde ich das durchaus divers.
white: Mittelländer, Nivesen, Norbarden und Thorwaler
colour: Tulamiden, Waldmenschen, Utulus

Diese Frage wollte ich TOR auf FB eigentlich auch schon stellen, aber habe es mir dann doch verkniffen:

Wie (in drei Gottes Namen zur Hölle nochamoljamei) bitteschön sollte denn eine gerechte oder diversitätische, ausgeglichene oder faire oder korrekte Aufstellung aussehen? Das würde mich wirklich mal interessieren.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 17.07.2018 | 14:28
Zitat
Naja. Erwachsen wäre zu sagen: Ja, wir unterstützen damit wahrscheinlich (ungewollt) rassistisches Denken, aber der Witz ist es uns wert. Love it or leave it! Was Ulisses stattdessen im Statement tut, ist sich in einer Opferrolle zu verstecken und eben in keine Richtung Verantwortung zu übernehmen. Find ich schade.
Es wäre vielleicht erwachsen- aber gleichzeitig auch dumm.

Allgem. So etwas zu zugeben, und trotzdem zu lassen- kann man sich in der Realität idR. nicht leisten.
D.h. man steht vor der Wahl zu sagen- "wir sehen kein rassistisches Klischee oder keine Gefahr" oder aber "wir räumen es/sie aus."
Etwas dazwischen gibt es idR. nicht.-Dafür ist der öffentliche Druck zu groß.

(In welchem Ausmaß nun diese Boni auf einer Tabelle in einem Spaßbuch denn nun tatsächlich rassistisches Denken fördern, sei mal hinten an gestellt.)
Dass man das nicht unnötig provozieren sollte, keine Frage.
Das ist dieser Mini Scherz aus meiner Sicht nicht wert.

"Wir wissen, dass das rassistisch ist, stehen dazu öffentlich, und machen es trotzdem." -ist sorry, dass ich das so schreiben muss, mMn. eine Utopie.

Allein der Vorwurf-"Rassismus zu förden" (ob nun berechtigt oder nicht, unbewusst oder bewusst ) ist keine Lappalie.
Die man eben mal so zugibt.
Es ist eigentlich eine sehr schwere Anschuldigung.

Allein die Empfindung eines Lesers (selbst ohne passende Argumentation) kann jmd. jederzeit vor ein "Gericht" stellen. (Das ohne jede echte Justiz auskommt)



Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 17.07.2018 | 14:30
Ich kann nat nur für mich sprechen, aber mit der Aussage "Das ist rassistisch!" hätte ich wenig Probleme. Wenn es denn möglich wäre, eine Gegenposition einzunehmen ("Find ich nicht!" oder "Stört mich nicht."), ohne dass dann die Empathie, politische Bildung oder generelle Ablehnung von Rassismus in Zweifel gezogen wird.

Mein Erleben ist vor allem dadurch geprägt, dass Kritik an der Verwendung rassistischer Stereotype in aller Regel als Schmähung aufgefasst, verlacht, mit Augenroll-Smileys und "Jetzt geht das wieder los!"-Sprüchen bedacht und mit persönlichen Angriffen gekontert wird.
Sicher, ist ein subjektives Erleben ...

Und was das Absprechen politischer Bildung angeht: Na, da wird's auch echt schwer. Wenn Alex Spohr im Orkenspalter stolz verkündet, sich im Studium auch mal ein bisschen mit Rassismus beschäftigt zu haben und dann subjektivistisches Zeug der Marke "Ich finde, Rassismus ist, wenn man wertet!" ablässt, das etwa zwanzig Jahre hinter dem Forschungsstand herhinkt (und ja, es gibt auch zu solchen weichen Themen einen Forschungstand), dann muss man ihm zumindest das attestieren dürfen. Er kann dann ja gerne argumentieren, warum der Forschungsstand seiner Meinung nach Blödsinn ist und seine Meinung viel vernünftiger.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 17.07.2018 | 14:30
Den Juden/Bänker-Vergleich finde ich schwer daneben und passt für mich rein gar nicht zu diesem Thema. Ist nicht m,ehr als eine Keule :q

Wäre es für dich sexistisch, wenn es um Schuhgrößen gehen würde und da Frauen einen Abzug auf den Wurf bekommen?

Der Vergleich passt meiner Meinung nach sehr gut, da ein (anderes) Beispiel aufgezeigt wird, dass Fakten und Stereotypen unterschiedlich zu beurteilen sind. Nur, weil sich ein Vorurteil als Fakt herausstellt, heißt nicht, dass es kein Vorurteil ist.

Das mit der Schuhgröße und Sexismus verstehe ich nicht richtig. Da fehlt mir ein sexistisches Stereotyp.

@Luxferre:
Ja, ich stelle mir auch die Frage, was TOR sich als perfekte Darstellung vorstellt.

Das Problem ist dann wieder, dass man als Autor darüber nachdenken (muss?), ob und inwieweit man abweichen darf. Finde ich sehr fragwürdig. Da ist man dann bei so einer Quotenregelung.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Swafnir am 17.07.2018 | 14:38
Das mit der Schuhgröße und Sexismus verstehe ich nicht richtig. Da fehlt mir ein sexistisches Stereotyp.

Die kleine schwache Frau.

Und nein das beispiel passt mitnichten, weil sie mit körperlichen Voraussetzungen nichts zu tun hat, sondern Teil des historischen Rassismus ist. Kein Jude muss Bänker werden, weil er Jude ist. Aber manche Ethnien haben halt im Schnitt trotzdem größere oder auch kleinere Genitalien. Und das ist für mich weder positiv noch negativ belegt.

Ist die Tabelle infantil und dämlich? Sehe ich auch so. Ist sie Ausdruck eines latenten Rassismus? Das sehe ich nicht so.

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 17.07.2018 | 14:39

Das Problem ist dann wieder, dass man als Autor darüber nachdenken (muss?), ob und inwieweit man abweichen darf. Finde ich sehr fragwürdig. Da ist man dann bei so einer Quotenregelung.

Ich finde die Forderung an Autoren, dass sie nachdenken sollen, erst mal kein Problem. Nur soll es dabei nicht um den erlaubten Grad der Abweichung von einer irgendwie definierten Norm gehen, sondern darum, dass man mit Kritik leben und umgehen kann und auch bereit ist, sein Verhalten durch sie beeinflussen zu lassen, wenn sie einem berechtigt erscheint.

Die Frage: "Wie mache ich ein WdV so, dass mir hinterher keiner mit Sexismus- oder gar Rassismuskritik kommen kann?" ist m.E. die falsche Frage. Richtige Fragen sind: "Ist es mir wichtig, in diesem Kontext anti-sexistisch oder anti-rassistisch zu wirken oder ist es mir in diesem Kontext egal?" Und in ersterem Fall: "Wie setze ich das um? Wie muss ich dafür meine Ideen und Konzepte hinterfragen?"

Was ich mir bei solchen Debatten eigentlich am meisten wünsche, ist eine Abkehr von der Vorstellung, sich im Vorhinein gegen Kritik absichern zu müssen und eine Hinwendung zu der Idee eines produktiven Umgangs mit Kritik.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 17.07.2018 | 14:47
Und nein das beispiel passt mitnichten, weil sie mit körperlichen Voraussetzungen nichts zu tun hat, sondern Teil des historischen Rassismus ist. Kein Jude muss Bänker werden, weil er Jude ist.

Das hast du jetzt aber hoffentlich wirklich unbedacht in die Tasten gehauen ...
Nein, kein Jude "Muss Banker werden", eine eventuelle Überrepräsentation ist eine direkte Folge von Judenfeindschaft und Antisemitismus. Als Klischee ist es gerade deshalb ein machtvoller Bestandteil antisemitischer Ideologie.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 17.07.2018 | 14:50
Mein Erleben ist vor allem dadurch geprägt, dass Kritik an der Verwendung rassistischer Stereotype in aller Regel als Schmähung aufgefasst, verlacht, mit Augenroll-Smileys und "Jetzt geht das wieder los!"-Sprüchen bedacht und mit persönlichen Angriffen gekontert wird.
Sicher, ist ein subjektives Erleben ...

Meines eher dadruch, dass auch die leiseste Infragestellung eines solchen Vorwurfes in heftigsten Vorwürfen und Diffamierungen enden können. "Du stimmst mir bei diesem Punkt nicht zu? Kann ja nur daran liegen, dass du a) keine Ahnung hast, b) dir gesellschaftlicher Probleme kein Stück bewusst bist und es sich bei dir c) überhaupt um einen ungegbildeten, des Lesens kaum mächtigen Deppen handelt."

So unterschiedlich können Wahrnehmungen respektive Erlebnisse sein. ;)

Und hiermit ziehe ich mich aus der Debatte zurück. Zum Thema "Banker" respektive "Finanzmärkte" und entsprechende Antisemitismus-Anwürfe hätte ich so einiges zu sagen... aber das ist soweit in der SC-Ecke, dass ich keine Zeit verschwenden will, es auszuformulieren...

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Swafnir am 17.07.2018 | 14:51
Ich find den Stream von Mhaire (Orkenspalter) dazu sehr gut. Sie findet einen guten Mittelweg zwischen Kritik und Unverständnis.

@Rumpel: Durchaus. Hat nur leider trotzdem rein gar nichts mit diesem Thema hier zu tun. Mir scheint aber du willst mir das negativ auslegen. Hört doch bitte auf andere Beispiele ins Feld zu führen die nichts mit WdV zu tun haben.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 17.07.2018 | 14:53
Mein Erleben ist vor allem dadurch geprägt, dass Kritik an der Verwendung rassistischer Stereotype in aller Regel als Schmähung aufgefasst, verlacht, mit Augenroll-Smileys und "Jetzt geht das wieder los!"-Sprüchen bedacht und mit persönlichen Angriffen gekontert wird.
Sicher, ist ein subjektives Erleben ...
Das interessiert mich: Woher kommt dieses Erleben? Von Facebook? Das da in manchen Kommentarspalten die Faschos (oft per trolls) übernommen haben, ist natürlich klar. Aber sonst? Oder wohntest du bis vor kurzem in einer nationalbefreiten Zone irgendwo im Osten? ;)
Ich kenne das (bis eben auf FB) nicht so. Hängt sicher auch alles mit der Sozialisation zusammen, außerdem bin ich möglicherweise weniger sensibel als du in dieser Hinsicht.

Was ich erlebe, ist allerdings eine deutliche Diskrepanz der Empörung "im Internet" und "da draußen". Bei allen rassistischen Übergriffen, die ich erlebt habe, wo waren da die ganzen Helden der Empörung, die im Netz (oft ganz fein akademisch) groß tönen? Das einzige Mal, wo mir wirklich geholfen wurde, waren diese Helfer selbst Ausländer. Der ganz große Rest hat einfach den Schwanz eingezogen - wie ich es übrigens auch erwarte. Da war es ganz still im Bus/auf der Straße/auf den Plätzen. Keine hörbare Empörung. Naja, ist wohl ziemlich OT. Ich will nur sagen, dass mich dieses Missverhältnis von Aufregung über irgendeinen trivialen Scheiß und mangelndem Eingriff in echte Bedrohungssituationen tierisch anpisst.

Und was das Absprechen politischer Bildung angeht: Na, da wird's auch echt schwer. Wenn Alex Spohr im Orkenspalter stolz verkündet, sich im Studium auch mal ein bisschen mit Rassismus beschäftigt zu haben und dann subjektivistisches Zeug der Marke "Ich finde, Rassismus ist, wenn man wertet!" ablässt, das etwa zwanzig Jahre hinter dem Forschungsstand herhinkt (und ja, es gibt auch zu solchen weichen Themen einen Forschungstand), dann muss man ihm zumindest das attestieren dürfen. Er kann dann ja gerne argumentieren, warum der Forschungsstand seiner Meinung nach Blödsinn ist und seine Meinung viel vernünftiger.
Grundsätzlich bin ich da bei dir, sein Statement dazu ist fragwürdig. Dennoch ist es eine Meinung, die man m. E. akzeptieren muss. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten Leute, die Rassismus erfahren und keinen hohen Bildungsstand haben, ziemlich genau wissen, was das ist, ohne den Forschungsstand zu kennen. Die ganze Diskussion ist m. E. sowieso viel zu akademisch. Auf der Straße sieht es anders aus als in der deutschen Durchschnittsuniversität.
Und nochmal: Es wurde ein Spaßbuch damit geschrieben. Hätte er sein "Wissen" nun in ein Lehrbuch verfasst - okay, dann ist das zweifelsohne Fehl am Platz und die Aufregung wäre berechtigter.


Allgemein möchte ich nochmal etwas festhalten: Ich (und ich glaube auch viele andere, die WdV dennoch okay bis gut finden) erkennen sehr wohl den enthaltenen Rassismus und Sexismus im Sinne von reproduzierten Stereotypen. Aber das akzeptiere ich eben genauso wie in anderen Medien, die ich konsumiere. Ich akzeptiere das in der Regel in Filmen und Büchern, die eine viel weitere Reichweite haben, als WdV. Natürlich gibt es einen Unterschied, ob ich "The Birth of a Nation" (ich meine den KKK-Film) oder die Biographie von Malcolm X lese. Mir sind Stereotype in aller Regel bewusst, aber ich bewerte gleichzeitig nach verschiedenen Punkten (eher unterbewusst), ob das jetzt eine Rolle spielt oder nicht. Ein rassistischer oder sexistischer Witz kann eben auch ein guter Witz sein und das ist, bei allem Respekt, m. E. Geschmackssache. Wenn mir ein Freund einen schlechten rassistischen Witz erzählt, werde ich ihn vermutlich weder für den Rassismus derart kritisieren, noch dafür, dass mir der Witz nicht gefallen hat. Ein schlechter Witz, okay, passiert halt. Nächstes Bier bitte!


Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 17.07.2018 | 14:54


@Rumpel: Durchaus. Hat nur leider trotzdem rein gar nichts mit diesem Thema hier zu tun. Mir scheint aber du willst mir das negativ auslegen. Hört doch bitte auf andere Beispiele ins Feld zu führen die nichts mit WdV zu tun haben.

Okay, da kann ich dich nur bitten, dir an die eigene Nase zu fassen und dich lieber auf meine Ignorierliste setzen. Für solche Spielchen ist mir meine Zeit zu schade.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Swafnir am 17.07.2018 | 14:57
Okay, da kann ich dich nur bitten, dir an die eigene Nase zu fassen und dich lieber auf meine Ignorierliste setzen. Für solche Spielchen ist mir meine Zeit zu schade.

Erstens kann ich mich leider nicht auf deine Ignore-Liste setzen und zweitens überdrehst du leider grad extrem. Erinnert mich stark an damals bei "Achtung! Cthulhu."
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Teylen am 17.07.2018 | 14:59
In Bezug auf 1.
Die Aufregung erfolgt weil es ein rassistisches Stereotyp beschreibt und dies dergestalt vollzieht das dergestalt das es stark an ein real existierende rassistisches Stereotyp erinnert und eine rassistische Denkweise nahelegt die über die in Fantasy-Rollenspiele Rassen-Boni für Stärke und dergleichen hinausgeht. Da hilft auch der Verweis auf die statistische, durchschnittliche Größe per Kontinent respektive Land nicht, die über dies eben die statistische Größe per Kontinent und nicht nach Ethnie beschreibt.

In Bezug auf 2.
Die Art-Direktion hat sich dahingehend geäußert das bei der Bildgestaltung modernen wie persönlichen ästhetischen empfinden gefolgt wurde. Der Band wiederum wurde damit beworben das man eine breite, diverse Auswahl von Bildern bemühen möchte, die vom Standard abweicht.
Wenn dies nicht gegeben ist, sondern es halt deutlich mehr lesbische Pärchen beim Sex gibt als männliche, es keine männlichen Personen mit sichtbaren Penissen gibt, kann man das kritisieren.
Das die Zeichnungen von einer Frau gemacht wurden, heißt zudem nicht zwingend das auf "den männlichen Blick" bei den Illustrationen verzichtet wurde.
Dahingehend verstehe ich auch die Kritik an der vermeintlich fehlenden Ästhetik des männlichen Geschlechtsteil, gerade im Vergleich zu dem weiblichen Geschlechtsteil nicht. Einerseits halte ich die Ablehnung dessen mitunter stark von aktuellen gesellschaftlichen Vorgaben geprägt, andererseits ist es im Bereich von gezeichneten-erotischen Werken von Frauen für Frauen doch mitunter öfters zu sehen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 17.07.2018 | 15:00
Ich finde die Forderung an Autoren, dass sie nachdenken sollen, erst mal kein Problem. Nur soll es dabei nicht um den erlaubten Grad der Abweichung von einer irgendwie definierten Norm gehen, sondern darum, dass man mit Kritik leben und umgehen kann und auch bereit ist, sein Verhalten durch sie beeinflussen zu lassen, wenn sie einem berechtigt erscheint.

Die Frage: "Wie mache ich ein WdV so, dass mir hinterher keiner mit Sexismus- oder gar Rassismuskritik kommen kann?" ist m.E. die falsche Frage. Richtige Fragen sind: "Ist es mir wichtig, in diesem Kontext anti-sexistisch oder anti-rassistisch zu wirken oder ist es mir in diesem Kontext egal?" Und in ersterem Fall: "Wie setze ich das um? Wie muss ich dafür meine Ideen und Konzepte hinterfragen?"

Was ich mir bei solchen Debatten eigentlich am meisten wünsche, ist eine Abkehr von der Vorstellung, sich im Vorhinein gegen Kritik absichern zu müssen und eine Hinwendung zu der Idee eines produktiven Umgangs mit Kritik.
Beim ersten Absatz bin ich voll bei dir. Aber bitte müssen die Kritiker dann auch damit leben, wenn der Kritisierte sagt: "Ist mir egal!"

Zweiter Absatz: Da stimme ich dir zu. Ich denke, die letzte Frage haben sie sich vermutlich nicht wirklich gestellt.

Letzter Absatz: Aber genau das entsteht m. E. durch diese Debatten. Gerade größere Unternehmen (nehmen wir mal H&M als Beispiel in Bezug auf dieses Monkey-Shirt) werden eher versuchen, sich vorher gegen Kritik möglichst gut abzusichern. Das Ergebnis gefällt mir nicht wirklich.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Nocturama am 17.07.2018 | 15:06
Das Problem ist dann wieder, dass man als Autor darüber nachdenken (muss?), ob und inwieweit man abweichen darf. Finde ich sehr fragwürdig. Da ist man dann bei so einer Quotenregelung.

Quote muss ja nicht sein, aber wenn ich ein Sexbuch mache, dann sollen da auch bitte ein paar Penisse drin sein. Ein echter Penis, der auch noch die extreme Futanari-Nische (oder so ich das verstanden habe) abdeckt, ist doch etwas mager. Ich will bitte auch mal sehen, wie so ein blumengeschmückter Elfenpenis aussieht oder den nacktschmiedenden Zwerg mit Erektion. So ein paar Schwänze können doch nicht zu viel verlangt sein!  :'(

Dahingehend verstehe ich auch die Kritik an der vermeintlich fehlenden Ästhetik des männlichen Geschlechtsteil, gerade im Vergleich zu dem weiblichen Geschlechtsteil nicht. Einerseits halte ich die Ablehnung dessen mitunter stark von aktuellen gesellschaftlichen Vorgaben geprägt, andererseits ist es im Bereich von gezeichneten-erotischen Werken von Frauen für Frauen doch mitunter öfters zu sehen.

Ich auch nicht. Sowohl das männliche, wie auch weibliche Geschlechtsteil kann in Großaufnahme und schlecht belichtet grotesk aussehen (ich empfehle hierzu "Critique my Dick Pic", wenn es die Seite noch gibt  ;)), aber so generell sehe ich da keinen Unterschied in der Ästhetik. Wenn, würden die doch eh den hübschesten Modell-Penis malen.

Ich habe aber mal eine ganz andere Frage: Wenn das Buch zum größten Teil aus Regeln besteht, kann man dann einen sexuellen Akt richtig schön von hinten nach vorne durchwürfeln, bis jegliche Erotik unter Fingerfertigkeitsproben und EP (Erregungspunkten) begraben ist? Oder ist das nur Fatales Ausgewürfel, wie lang die Nippel meines Charakter sind?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 17.07.2018 | 15:08
Woher kommt dieses Erleben?

Ich bezog mich da ehrlich gesagt konkret aufs Tanelorn und diese Diskussion hier ...

Ansonsten bin ich ganz bei dir, dass man natürlich auch mit dem Rassismus und Sexismus und Sonstwasismus in allen möglichen Medien lebt und ihn sicher auch gerne mal selbst reproduziert, mal ohne nachzudenken und mal wider besseren Wissens, und das viel davon in der Dramatik und Bedeutung gegenüber Brandanschlägen, Überfällen, Jobdiskriminierungen und auch nur Pöbeleien ziemlich verblasst; und dass es natürlich leichter ist, sich über Rassismus aufzuregen, als bei rassistischen Vorfällen einzugreifen. Geschenkt. Findet jeder, und jeder weiß, dass man nicht immer den Mut hat, auf der Straße einzugreifen, wenn man es sollte. (Die Implikation, dass die Leute, die Rassismus auf einer diskursiven Ebene kritisieren, im Alltag wahrscheinlich feige und stumm sitzen bleiben, wenn es zu einem rassistischen Vorfall kommt, empfinde ich allerdings als ärgerliches Klischee. Nein, es gibt nicht die Weicheier, die nur reden, und die starken Schweigsamen, die stattdessen tun. Klar kann es in Einzelfällen so sein; muss es aber nicht. Von mir kann ich sagen, dass ich es bei Pöbeleien ohne große Schwierigkeiten kann, bei körperlichen Auseinandersetzungen würde ich dagegen lieber schnell die Polizei rufen - war aber zum Glück noch nicht in der Situation).

Letztendlich bleibt aber die Frage, warum all das Anlass sein soll, vorgefunden Rassismus/Sexismus, über den man sich ärgert, nicht zu thematisieren. Weil es ja viel schlimmeren Rassismus/Sexismus gibt, gegen den man doch bitte zuerst vorgehen soll? Leuchtet mir nicht ein.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 17.07.2018 | 15:19
Letztendlich bleibt aber die Frage, warum all das Anlass sein soll, vorgefunden Rassismus/Sexismus, über den man sich ärgert, nicht zu thematisieren. Weil es ja viel schlimmeren Rassismus/Sexismus gibt, gegen den man doch bitte zuerst vorgehen soll? Leuchtet mir nicht ein.

Nein, bitte, es soll und kann doch thematisiert werden. Ich finde die Vehemenz eben zu stark und zu dauerhaft und die Diskussion deshalb von dieser Seite aus übertrieben. Ich kann verstehen, wenn man sich daran abarbeiten will, weil man irgendwie das Gefühl hat, das tun zu müssen. Andersherum sollte das Verständnis für diejenigen da sein, die einfach sagen: "Hey, ist mir Latte!". Auch, wenn diejenigen, die das sagen, zur Redaktion gehören. Man muss doch nicht immer auf einen Nenner kommen.

Ich bezog mich da ehrlich gesagt konkret aufs Tanelorn und diese Diskussion hier ...
Mh, das :T: empfinde ich diesbezüglich wie immer ziemlich gesittet und kuschelig. ^^
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 17.07.2018 | 15:26
@Luxferre:
Ja, ich stelle mir auch die Frage, was TOR sich als perfekte Darstellung vorstellt.

Das Problem ist dann wieder, dass man als Autor darüber nachdenken (muss?), ob und inwieweit man abweichen darf. Finde ich sehr fragwürdig. Da ist man dann bei so einer Quotenregelung.

Wenn die Quote überhaupt da ist, dann ist das SU-PER!!!1!11eins!elf.
Und im WdV ist die Quote höher, als im RL. Deut-lich höher.

EDIT: Wenn man schon eine Quote kritisiert, dann muss man auch liefern!


Mal zu meinem Hintergrund: meine Schwester ist ne (heiße!) Schwester. Sie ist 15 Jahre jünger als ich und ich wusste das schon, bevor sie zu sich selbst gefunden hatte. Ich habe jeden Schritt begleitet und unterstützt .. .wie man das als großer Bruder halt so macht. Ich bin familiär aktuell der einzige, der damit 100% d'accord ist und ich freu mich riesig für sie, dass sie ihren Weg auf diesem Tapét (und auch beruflich) geht, was ich mir beruflich meinerzeit nicht zugetraut hatte. Den Kampf, den sie ausgefochten hat, war hart. Möchte da nicht in ihrer Haut stecken. Ein Grund mehr, sie zu unterstützen.
Aber hier kann ich mir als GroßerbruderTM ein Bild über einen Teilbereich der Kritiken an diesem Buch machen, für Rassismus fehlt mir schlicht der reale-direkte Bezug (wenngleich ich immer einschreite, auch wenns weh tut ... und das tat es). Und ehrlich: die Homo-Quote, die von TOR allen ernstes kritisiert wird, ist so gut, dass es schlicht ein Schlag ins Gesicht für diejenigen ist, die diese gut Quote einfach richtig gut finden und sich darüber freuen, dass dieses Thema so erstklassik selbst in einem Witzprodukt aufgenommen wird.
Und hier kann D&D sich nämlich eine Scheibe abschneiden. Die braucht man gar nicht als das Maß der Dinge heranzuziehen mit ihren zwo'nhalb Homo-Pärchen und Quotencolours. Da sehe ich DSA aktuell besser aufgestellt und die Kritiker komplett übers Ziel hinausschießen.

Aber ich merke, dass mir diese ungerechtfertigten und teilweise ungerechten Kritiken einfach zu sehr auf den Sack gehen. Ich glaube, ich brauch mal Abstand  >;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 17.07.2018 | 15:28
Letztendlich bleibt aber die Frage, warum all das Anlass sein soll, vorgefunden Rassismus/Sexismus, über den man sich ärgert, nicht zu thematisieren. Weil es ja viel schlimmeren Rassismus/Sexismus gibt, gegen den man doch bitte zuerst vorgehen soll? Leuchtet mir nicht ein.

Schau mal, hier ist doch schon der Stein des Anstoßes: Du setzt es als sakrosankt, dass in dem Buch schlimmer Rassismus und Sexismus vorkommen. Das sehen andere Leute ... anders.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 17.07.2018 | 15:32
Schau mal, hier ist doch schon der Stein des Anstoßes: Du setzt es als sakrosankt, dass in dem Buch schlimmer Rassismus und Sexismus vorkommen. Das sehen andere Leute ... anders.

Ich bezog den "schlimmeren" Rassismus doch gerade und in erster Linie auf Diskriminierung am Arbeitsplatz, gewalttätige Übergriffe, konkrete Pöbeleien, und NICHT auf Bücher.

EDIT: Abgesehen davon: Selbst, wenn sich meine Einschätzung eines Textes als rassistisch letztendlich als nicht vernünftig begründbar erweist, dann muss ich sie doch trotzdem zumindest äußern können. Ich kann doch nicht sagen: "Hm, finde ich rassistisch, aber andere sehen das vielleicht anders oder finden es schlicht nicht so dramatisch, dann sage ich lieber nichts, will ja keinen Unfrieden produzieren." Es kann ja auch jeder anders sehen und entsprechend Gegenrede führen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 17.07.2018 | 15:34
Okay, sorry. Verlesen ... mea culpa  :d
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: lowfyr am 17.07.2018 | 16:06
Und hier kann D&D sich nämlich eine Scheibe abschneiden. Die braucht man gar nicht als das Maß der Dinge heranzuziehen mit ihren zwo'nhalb Homo-Pärchen und Quotencolours. Da sehe ich DSA aktuell besser aufgestellt und die Kritiker komplett übers Ziel hinausschießen.

Da wäre Pathfinder das zu nennende positive Beispiel. Die machen das wirklich gut.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 17.07.2018 | 16:34
Rassismus, Sexismus aber auch die Abwertung auf Grund der Nationalität, in die man reingeboren worden ist, sind ein großes Übel und werden in diesem Kulturkreis in breiter und energischer Überzeugung wie auch entsprechender Berechtigung abgelehnt - auch wenn Reste dieses Denken immer noch anzutreffen sind.
Allgemein ist aber weitestgehend allen klar, dass eine Abwertung oder Verurteilung für Zustände, für welche das Individum Kraft geburtlicher Zuordnung ganz und gar nichts kann, nichts anderes sein kann als Unrecht.   

Damit ist dieses Bewußtsein aber auch ein machtvolles Werkzeug odr bei entsprechender Verwendung Waffe, und wie alle diese ein verlockendes Ziel des Missbrauchs. Udn genau diese Verwendung denke ich sehen wir hier.

Das Unrecht wird aus seinem faktischen Fall herausgelöst und der dazu gehörende Begriff durch einen ideologisch statt argumentativ basierenden Begriff ersetzt, welcher eben nicht mehr den akuten Vorfall wertet und nach Sachlage abwägt, sondern excathedra Moralurteile fällt. Die Aussage/Anklage "-smus" gehört aber ans Ende einer Argumentation und hat diese nicht zu ersetzen - doppelt mit dem direkten oder indirekten Zusatz: Und wenn du das nicht auch so siehst dann wohl weil du selbst Mittäter bist.

So reduziert sich alles auf die/den sozialen Definitionsmacht/anspruch einer selbsternannten Gruppe von Moralhütern und hat damit so gar nichts mehr mit Gerechtigkeitsschaffung sondern rein mit Machtstreben zu tun - wie ja auch die sehr unterschiedlich und einseitige Behandlung von ähnlichen Vorfällen zeigt, bis hin zum unangemessenen, einseitigen und teils am Ende gar unerfüllbaren oder auch selbst wieder Unrecht erzeugenden Forderungskatalog in solchen Fällen.

Das ist eine ähnliche "Wortkarriere" wie der Begriff "Volksschädling", wo einem zunächst spontan sicher berechtigt erscheinende Beispiele für einfallen würden, welcher aber dann in den Händen einer entsprechend skrupellosen Definitionshoheit dann zu einem beliebigen (hier noch sozialen) Totschlagsinstrument wird - hier wie dort dann mit der netten Nebeneigenschaft, dass Widerspruch und Kritik gegen die hohen Leitlinien einen direkt selbst in die Linie derer stellt, welche so verurteilt werden. 

Mit dieser Bombe an der Basis rationalen aufgeklärten Umgangs ist die Grundlage zu einem toxischen Klima von Denkverboten und Meinungsterror gelegt, welche jeden Widerspruch gegen die Leitmeinung zum zunehmender Selbstmordmission macht und ein Gesellschaftsklima des Schweigens und der geistigen Unterwerfung bereitet, wie auch als Nebeneffekt die Gewöhnung an diese erst einmal zumindest sprachlicher Vorherrschaft - wozu auch das vergiftete Angebot der "Irrtumserklärung" gehört, wo dem Autor unkonformer Werke Verschonung in Aussicht gestellt wird gegen die Unterwerfung und Erklärung seiner Schuld und damit Verstärkung des gewünschetn Bildes.(und erklärt warum auch belanglose Nebenschauplätze trotzdem interessant sind: zum Präzedenzfälle grinden)

Und auch den nächsten Schritt des Missbrauchs sehen wir hier ja schon gegangen, wo der entsprechende Grundbereich dieser ursprünglich auf ihren Kern an Urverstößen angebrachten sozialen Ächtung dann auf weitere, ganz und gar nicht so klare bzw. angemessene Felder erweitert wird, um auch dort dann mit dem ursprünglichen guten Vorsatz die gesellschaftlichen Leitlinien missbräuchlich definieren zu können.

Entsprechendes zur Diversität etc.
Ein diverses Angebot kann nur gut sein, eröffnet es doch tatsächlich die Breite des Angebots sowohl an Mitspielern, wie auch an angebotenem Material und erhöht damit die Chance etwas zu seinem Geschmack passenden zu finden. Wobei es ja auch schon seit geraumer Zeit entsprechende kulturelle Erweiterungen und Angebote unterschiedlichen Erfolgs gibt, aber ich erinnere mich auch an entsprechende fremde Charaktere aus eigener Adaption/Erweiterung, der Bedarf also generell auch da zu sein scheint.
Und wer für sich auf die Fahne schreibt ein Massenangebot/den Standard für alle zu sein/zu setzen, sollte wohl entsprechend auch schon in seinem Grundregelwerk diese Bandbreite auch irgendwo repräsentieren, nicht zuletzt um die Betreffenden dann auch auf die spezifischeren Detailergänzungen aufmerksam gemacht zu haben.

Diese Diversität fällt aber brutal in sich zusammen, wenn so ein Gleichschaltungskommitee sich anmaßt jedem Einzelwerk seine Vorstellung von idealer Spielwelt/regeln vor zu schreiben und so das Angebot wieder auf einen idiologisch systemkonformen Einheitsbrei zusammenstreicht - oder gar nicht mehr an Produkten sondern nur an der Randale (siehe dem Meinungsgrinden oben) interessiert ist und lediglich auf die erzeugte Verunsicherung und ggf noch persönliche Befriedigung des Gutmenschentriebs abzielt.

Als Beispiel seien einmal die Forderungen zum Umgang mit nichtwestlichen Kulturen in Spielmaterial genannt: geschieht die Berücksichtigung nur oberflächlich ist es eine Art blackfacing, geschieht es auf Clicheeebene/unkorrekt ist es unrespektvoll und versucht sich jemand an einer detailiert fundierten Arbeit ist es eben kultureller Diebstahl, macht es ein Weißer ist das anmaßend udn patronisierend, sagt man dann soll es doch ein Einheimischer der Kultur machen, wird auf die Verantwortung der priviligierten Weißen hingewiesen aktiv Inklusion zu schaffen statt das dem "Opfer" aufzuerlegen.

Ich denke auch, dass Rollenspiel gerade schon als selbst schon eher soziale Nische überproportional (sicher nicht perfekt) integrativ ist und ich habe auch bei langjährigen Erfahrungen in offenen und auch reichlich mit Problemspielern gesegneten Spielgruppen keine Fälle erlebt, wo ein Mitspieler wegen seiner Abstammung Ressentiments erfahren hätte. (Im Sexismus-/intergeschlechtlichen Bereich kann ich das leider nicht sagen, aber auch da lagen die Probleme dann sicher nicht in einem +/-  0.5 Unterschied am dem oberen Ende der KK-Tabelle).
Ansonsten galt eher: vor den Würfeln sind alle gleich.

In dem Sinne sehe ich die Diskussion - in der aktuellen Form, anders und mit konstruktiver Zielsetzung könnte sie ggf. durchaus Relevanz haben, wie gesagt fehlerfrei ist die aktuelle Situation ja sicher noch nicht - als von primär von außen politisch motivierter und mit unlauteren Zielen und Mitteln geführter Stellvertreterkrieg.

Zum jüdischen Bankier:
Das Äquivalent wäre eine Berufstabelle zu einem Setting, wo es sowohl Juden wie Banker gibt (also notwendigerweise ein irdisches) und dann eine erhöhte Chance vorliegt diese Kombination zu erwürfeln.
Wer in einem realen Setting mit der Hochfinanz zu tun hat, kann halt auch davon ausgehen, dass (zumindest in enstprechendem Umfeld) ein erhöhter Teil der Häuser (oder gar spezifische aus der Realwelt übernommene Einrichtungen) jüdisch geführt ist.
In einem erdfremden Setting müßte der "Jude" erst einmal erkenntlich gemacht werden und da dürften wir schon wieder bei anderen Clichees (ggf dann tatsächlich unfreundlicher bis bösartiger Art) sein, die überhaupt erst einmal diese Identifikation erlauben und müßten dann wiederum noch an den Banker gebunden werden, dessen Überpräsenz ja ein Produkt der erdspezifischen Hiostorie ist und kein genetisch oder geographisch geprägtes Merkmal. Und zu guter letzt muss dann der Banker noch negativ besetzt sein bzw. das Paket mit weiteren negativen Kriterien verbunden werden. Das kann passieren, das hat entsprechende ungute Vorbilder, welche zu Alarmglocken berechtigen, aber da schon beim ersten Schritt Rassismus zu schreien halte ich für sehr beschränkt oder eben politisch motiviert gedacht.
Im Normalfall sollte sowohl die Religion des Bankers wie auch die Bestückung des Farbigen unsichtbar und irrelevant sein und wenn das dann doch auf den Schirm kommt genügend individuelle Persönlichkeit erkennbar sein (und vorzugsweise auch nicht nur als Einzelexemplar seiner Art), dass die reine Statistik bezüglich der Entscheidung "rassistische Darstellung" doch extrem nachrangig wird, weil die instanzierten Exemplare reichlich weitere und deutlichere Details zeigen sollten - potentiell in beide Richtungen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 17.07.2018 | 16:36
Bescheidenheit ist belanglos, wenn man moralkonform handelt. Es geht darum das Richtige zu tun.

Es geht auch darum, das Richtige richtig zu tun. Mangel an Bescheidenheit, gelegentlich auch als Arroganz bezeichnet, führt nicht notwendigerweise zu guten Ergebnissen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 17.07.2018 | 16:40
Ich bezog den "schlimmeren" Rassismus doch gerade und in erster Linie auf Diskriminierung am Arbeitsplatz, gewalttätige Übergriffe, konkrete Pöbeleien, und NICHT auf Bücher.

EDIT: Abgesehen davon: Selbst, wenn sich meine Einschätzung eines Textes als rassistisch letztendlich als nicht vernünftig begründbar erweist, dann muss ich sie doch trotzdem zumindest äußern können. Ich kann doch nicht sagen: "Hm, finde ich rassistisch, aber andere sehen das vielleicht anders oder finden es schlicht nicht so dramatisch, dann sage ich lieber nichts, will ja keinen Unfrieden produzieren." Es kann ja auch jeder anders sehen und entsprechend Gegenrede führen.
Das ist ja auch Ok.

allgemein.
Man darf mMn. nur nicht vergessen, dass Rassismis und rassistische Äußerungen strafbar sind.(sein können)-Für den Beschuldigten.
Demzufolge ist eine solche Kritik auch immer entsprechend krass.

Es gibt einen Unterschied ob ich jmd. beschuldige ein langweiliges(abgedroschenes, kitschiges etc.) Buch zu schreiben, oder ein rassistisches.
Der Unterschied ist denke ich, bzw. hoffe ich, jedem klar.  ;)

Edit.
@
all
Vielleicht erklärt das auch ein Stückweit die Dramatik, die mit einer solchen Anschuldigung mitschwingen kann.
Das sollte für mitfühlende Menschen eigentlich kein Problem sein.
Wie würde es euch gehen, wenn euch das jmd an den Kopf haut?
Einfach mal drüber nachdenken.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 17.07.2018 | 17:02
Ich nehme nebenbei bemerkt einen ausgeprägten Unterschied wahr zwischen "Oha, in WdV werden rassistische und sexistische Stereotypen reproduziert. Das sollte man reflektiert lesen und ggf. auch mal der Redaktion rückmelden, falls die das übersehen haben" und "WdV ist voll der rassistische und sexistische Kackscheiß! Mit den Ulisses-Spackos arbeite ich nie wieder zusammen!!!!!!111einself"

Es geht bei Kritik nicht nur um den grundsätzlichen Inhalt, sondern auch um Maß und Form.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 17.07.2018 | 17:05
Ich nehme nebenbei bemerkt einen ausgeprägten Unterschied wahr zwischen "Oha, in WdV werden rassistische und sexistische Stereotypen reproduziert. Das sollte man reflektiert lesen und ggf. auch mal der Redaktion rückmelden, falls die das übersehen haben" und "WdV ist voll der rassistische und sexistische Kackscheiß! Mit den Ulisses-Spackos arbeite ich nie wieder zusammen!!!!!!111einself"

Es geht bei Kritik nicht nur um den grundsätzlichen Inhalt, sondern auch um Maß und Form.
Klar, sowieso.
Es kann da echt viel bringen an seiner Formulieren zu arbeiten.
Damit Ersteres nicht wie Zweiteres wirkt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 17.07.2018 | 17:11
Ich nehme nebenbei bemerkt einen ausgeprägten Unterschied wahr zwischen "Oha, in WdV werden rassistische und sexistische Stereotypen reproduziert. Das sollte man reflektiert lesen und ggf. auch mal der Redaktion rückmelden, falls die das übersehen haben" und "WdV ist voll der rassistische und sexistische Kackscheiß! Mit den Ulisses-Spackos arbeite ich nie wieder zusammen!!!!!!111einself"

Es geht bei Kritik nicht nur um den grundsätzlichen Inhalt, sondern auch um Maß und Form.

Wie wäre es mit "Diese Tabelle könnte das unfreundliche Clichee XY auslösen und damit folgende unerwünschte Reaktion/Nebenwirkung hervorrufen, die man als rassistisch einstufen könnte."?

Und dann kann man die einzelnen Bausteine diskutieren, abwägen und dannach dann zu geeigneten Maßnahmen wie ggf auch Labeln kommen - oder eben auch feststellen, dass es nicht so heiß ist wie angenommen .
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 17.07.2018 | 17:21
Ich frage nochmals offen in den Channel:

Welche Quoten white/colour und homo/hetero, sowie Schniepi/Muschi wären nicht kritikwürdig?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: YY am 17.07.2018 | 17:26
Wie wäre es mit "Diese Tabelle könnte das unfreundliche Clichee XY auslösen und damit folgende unerwünschte Reaktion/Nebenwirkung hervorrufen, die man als rassistisch einstufen könnte."

Damit sind wir dann wieder bei den oben schon angeklungenen Absicherungsformulierungen.


"Idealerweise" (weil es noch ein bisschen besser wäre, wenn man den Dialog nicht bräuchte):

"Ich finde XYZ rassistisch (und wünsche mir offensichtlich, dass XYZ in Zukunft anders gehandhabt wird)."
"Ok."
Und alles Weitere ist dann Abstimmung mit Füßen/Geldbeutel.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 17.07.2018 | 17:31
Damit sind wir dann wieder bei den oben schon angeklungenen Absicherungsformulierungen.


"Idealerweise" (weil es noch ein bisschen besser wäre, wenn man den Dialog nicht bräuchte):

"Ich finde XYZ rassistisch (und wünsche mir offensichtlich, dass XYZ in Zukunft anders gehandhabt wird)."
"Ok."
Und alles Weitere ist dann Abstimmung mit Füßen/Geldbeutel.

Von mir aus auch so - vom Ausdruck her wäre das schon so OK denke ich - Meinungssache dann halt, aber wenn drüber diskutiert werden soll oder gar "Maßnahmen" gefordert werden, gehört dann denke ich eben auch dazu, warum das jetzt rassistisch sein soll.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: YY am 17.07.2018 | 17:42
Zumindest da, wo es nicht auf Anhieb erkennbar ist, ja.
Wobei man sich da innerhalb kürzester Zeit im Kreis dreht oder über die Stränge schlägt - daher: Meinung vermitteln, ggf. erläutern und fertig.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Skyrock am 17.07.2018 | 17:52
Judith Vogt und Henning Mützlitz haben ebenfalls einen Artikel auf TOR-Online veröffentlich:

https://www.tor-online.de/feature/buch/2018/07/wege-der-vereinigungen-dsa-sex-spielhilfe-sorgt-fuer-kontroversen/ (https://www.tor-online.de/feature/buch/2018/07/wege-der-vereinigungen-dsa-sex-spielhilfe-sorgt-fuer-kontroversen/)
Richtig cool hätte ich noch gefunden, wenn Vogt und Mützlitz darauf hingewiesen hätten, dass sie mit Krzywik-Groß zusammen im Autorenkollektiv AKzwanzig13 (https://mmccjsh.wordpress.com/mit-dabei/) aktiv sind. Ohne Disclaimer bleibt für mich ein Geschmäckle und der Eindruck, dass da einem guten Freund und Kollegen bei seinem Passierschlag gegen seinen scheidenden Verlag Schützenhilfe geleistet werden sollte unter dem Deckmantel von ergebnisoffenem Journalismus.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: am 17.07.2018 | 18:28
Richtig cool hätte ich noch gefunden, wenn Vogt und Mützlitz darauf hingewiesen hätten, dass sie mit Krzywik-Groß zusammen im Autorenkollektiv AKzwanzig13 (https://mmccjsh.wordpress.com/mit-dabei/) aktiv sind. Ohne Disclaimer bleibt für mich ein Geschmäckle und der Eindruck, dass da einem guten Freund und Kollegen bei seinem Passierschlag gegen seinen scheidenden Verlag Schützenhilfe geleistet werden sollte unter dem Deckmantel von ergebnisoffenem Journalismus.

Hm, bevor nun die allgemeine Hexenjagd beginnt: natürlich ist das ebenso uncool wie inakzeptabel. Wer sich derartig wertend über moralisch-ethische Themen auslässt, sollte zumindest selbst die grundlegenden Hausaufgaben gemacht haben. Das disqualifiziert diese Leute in meinen Augen für die vorliegende Diskussion und so ein bisschen darüber hinaus. Allerdings sind wir alle nur Menschen und womöglich haben die die Nennung nur vergessen oder waren sich nur unzureichend bewusst, dass es redlicher Weise eigentlich eines Hinweises bedurft hätte.

Parallel ändert das natürlich die grundsätzliche Ausrichtung der Kritk an WdV nicht wesentlich. Da sind ein paar Macken drin und die wurden nach meinem Eindruck benannt und dem Verlag übermittelt. Über das Ausmaß der Verfehlungen lässt sich ebenso streiten wie über Form und Umfang der Kritik. Für mich sind das angemessene Schlussworte. Viel Spaß noch beim Diskutieren. Vermutlich ist das Thema damit für mich durch.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aedin Madasohn am 17.07.2018 | 18:43
mit Dank an Teylen und Hotzenplot für ihr Statement als Backer zu dem kritisierten Produkt

einmal jetzt im Gegenzug mein Statement

- ich habe früher viel DSA gespielt, jetzt aber nicht mehr
- ich habe viel Geld in DSA 4.1 gesteckt (Wege der *, RSHn, Blaubänder...) - mangels Spiel ist aber DSA 5 für mich gegenstandslos
- 100 Euro für´s Hobby hätte ich übrig. daran scheitert es nicht

- ich habe in der Vergangenheit auch die Frechheiten Kiepenherr und Handelskerl sowie die HA finanziell unterstützt. Leidensfähigkeit ist auch gegeben

warum hat WdV mich nicht hinter dem Ofen vorgelockt?

- ein Verhohnepippelung der bis kürzlich von Ulisses vermarkteten Regelmaschinerie DSA 4.1 in Form eines Aprilscherzes funktioniert super,
  wird aber nicht besser, nur weil es das jetzt in Ausgewalzt und mit ein paar nackte  Bilder gibt.
- ganz ehrlich, für mich bedient WdV die Pornoschiene und das brauche ich weder von DSA noch in gezeichnet

ich bin nicht prüde und Porno ist in unsere liberalen Gesellschaft legal  ;) daher halte ich auch nicht viel von der TOR-Kritik.
Erst wird groß und breit der "no-Porno" Persilschein bemüht (neee habe ich eine andere Meinung zu) um dann mit dem Kunstgriff der Erhöhung doch die Keule zum Kleinschlagen auszupacken "da ja Kunst, aber dann doch nicht künstlerisch ausgewogen, weil zu schön/schlank/wohlgeformt"

der klassische Porno verkauft sich halt über jung&knackig in nackich. Erprobtes Geschäftsmodell

Außerdem gehört es zum FantaRe, dass in einer Fäntelalterwelt (also keine zenterweise Chips mit literweise Zuckerwasser runtergespült Wohlstandssünden) der Kalorienbedarf und das verfügbare Nahrungsquantum nicht bierbauchweit auseinander liegen  ;)
Hungerhaken haben auch ein Recht auf Rahjas Freuden  ~;D

interessant wird es erst, wenn die weiblichen Backer als Kunden das Gefühl haben, dass Ankündigungen nicht erfüllt wurden
und lecker anzusehende Männer (die sich auch gegenseitig im Arm liegen können) in aller Pracht fehlen    ;)






 
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Darius der Duellant am 17.07.2018 | 18:59
Nein, kein Jude "Muss Banker werden", eine eventuelle Überrepräsentation ist eine direkte Folge von Judenfeindschaft und Antisemitismus.

Verstehe ich dich gerade falsch oder hast du gerade ernsthaft geschrieben das Antisemitismus und Judenfeindschaft der Grund für eine statistische Überrepräsentation von Angehörigen jüdischer Glaubenssysteme im heutigen Bankensektor sind?
Ganz ernst gemeinte Frage, so wirkt der Satz gerade auf mich und da wollte ich doch zur Sicherheit Mal klärend Nachfragen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 17.07.2018 | 19:13
Verstehe ich dich gerade falsch oder hast du gerade ernsthaft geschrieben das Antisemitismus und Judenfeindschaft der Grund für eine statistische Überrepräsentation von Angehörigen jüdischer Glaubenssysteme im heutigen Bankensektor sind?
Ganz ernst gemeinte Frage, so wirkt der Satz gerade auf mich und da wollte ich doch zur Sicherheit Mal klärend Nachfragen.

Historisch betrachtet: Ja, das entspricht meinem Verständnis nach den Tatsachen. Du kannst dazu hier auf Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Zinsverbot#Zinsverbote_im_fr%C3%BChen_und_mittelalterlichen_Judentum) ein paar Absätze finden; mit Sicherheit gibt's auch Quellen, die das detaillierter aufarbeiten, aber als erster schneller Querverweis sollte es reichen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Swafnir am 17.07.2018 | 19:17
Historisch betrachtet: Ja, das entspricht meinem Verständnis nach den Tatsachen. Du kannst dazu hier auf Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Zinsverbot#Zinsverbote_im_fr%C3%BChen_und_mittelalterlichen_Judentum) ein paar Absätze finden; mit Sicherheit gibt's auch Quellen, die das detaillierter aufarbeiten, aber als erster schneller Querverweis sollte es reichen.

Das ist es was ich versucht habe Rumpel klar zu machen: Dieser Vergleich geht hier weit am Thema vorbei und ich denke nicht, dass wir sowas hier diskutieren sollten.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Viral am 17.07.2018 | 19:57
mit Dank an Teylen und Hotzenplotz für ihr Statetment als Backer zu dem kritisierten Produkt

Er heißt Hotzenplot OHNE "z"
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 17.07.2018 | 20:28
Historisch betrachtet: Ja, das entspricht meinem Verständnis nach den Tatsachen. Du kannst dazu hier auf Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Zinsverbot#Zinsverbote_im_fr%C3%BChen_und_mittelalterlichen_Judentum) ein paar Absätze finden; mit Sicherheit gibt's auch Quellen, die das detaillierter aufarbeiten, aber als erster schneller Querverweis sollte es reichen.

Genau das.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 17.07.2018 | 20:54
Er heißt Hotzenplot OHNE "z"
OT: Ach, das nehme ich nicht so genau. Der Profilname ist erst seit einiger Zeit Hotzenplot und anderswo bin ich auch als Hotzenplotz angemeldet. ;)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 17.07.2018 | 21:06
*MAMPF* *MAMPF* *MAMPF*

Hier

https://www.orkenspalter.de/index.php?thread/33277-weitere-meinungen-zur-wege-der-vereinigungen-debatte/

wird es jetzt auch fröhlich eskalieren - aber so richtig (Der Orkenspalter moderiert nicht sehr streng, was den Popcorn-Faktor nach oben treibt)

Ich schau immer nur mal zum Feierabend rein und wundere mich einfach nur noch.



danke fuer den Hinweis. Popcorn leider schon alle bei den ganzen Beitraegen dort...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: pharyon am 17.07.2018 | 21:08
Ich frage nochmals offen in den Channel:

Welche Quoten white/colour und homo/hetero, sowie Schniepi/Muschi wären nicht kritikwürdig?
Aus meiner Sicht gäbe es da 2 Herangehensweisen, die nicht/kaum kritikwürdig sind:
1. Ich orientiere mich an dem in der Fantasywelt gesetzten Anteil ggf. mit leichtem Überproporz der Minderheiten (etwa durch aufrunden auf ganze Darstellungsfälle).
2: Wenn ich mich an der irdischen Relation orientiere und dabei inklusiv sein möchte, nehme ich auch mindestens 1 Fall der Minderheiten ohne weitere Vermengung hinzu. In dem Fall hätte ja zumindest ein schwules Paar mit offen gezeigten Penissen durchaus genügen können.
Das darf natürlich gerne auch anders gesehen werden. Deine Frage verstehe ich jedoch als Meinungsbildabfrage. Eine Definitionshoheit traue ich mir nicht zu.

Inwieweit 0 gezeigte Penisse (von Männern) vom vermarkteten Inklusionsgedanken entfernt sind, können andere bestimmt besser beurteilen als ich.

p^^
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Settembrini am 17.07.2018 | 22:43
Gerade ein bißchen ins Thema eingelesen...vgl. https://krzywikgross.wordpress.com/2018/07/12/beendigung-der-zusammenarbeit-mit-ulisses-spiele/

Heilige Mutter, gebenedeit seist Du, daß ich in dieser heutigen Zeit keinerlei Drang verspüre an solcherlei Flamewars einzugreifen!

Was waren das noch für Zeiten, als wir beschimpft haben, weil die anderen falsch gespielt haben, und DSA ganz allgemein zu railroady war.  :headbang:

Jetzt geht es immer um so heftige gesellschaftspolitische Themen und dann Boykotte und Abgänge also irgendwie...da komme ich nicht mehr mit.  wtf?

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Samael am 18.07.2018 | 07:02
Setti, es geht noch wilder:

http://www.michael-masberg.de/nichts-verstanden-wenig-gelernt/
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 18.07.2018 | 07:10
Dann sollte man diesen supi-dupi, tippi-toppi Artikel auf keinen Fall verpassen:

https://www.tor-online.de/feature/buch/2018/07/wege-der-vereinigungen-dsa-sex-spielhilfe-sorgt-fuer-kontroversen/

 >;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Just_Flo am 18.07.2018 | 07:14
Um ehrlich zu sein hatte ich mir bei dem Tor Artikel schon Verflechtungen gedacht. Schade, dass ich recht behalten habe.

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 18.07.2018 | 07:39
Ich frage nochmals offen in den Channel:

Welche Quoten white/colour und homo/hetero, sowie Schniepi/Muschi wären nicht kritikwürdig?

Ich finde absolut nachvollziehbar, dass gewisse Kundenkreise sich am Frauenüberschuss bei den Abbildungen stören. An der Stelle sollte es schon Richtung 50/50 gehen. Ansonsten wäre aus meiner Sicht eine passende Repräsentanz eine, die sich im Wesentlichen an den Anteilen unserer Gesellschaft orientiert, übertragen auf die aventurische Gesellschaft als Ganzes, d.h. auch der Anteil an weiß/farbig sollte locker bei 50/50 oder so liegen. Das ganze sollte mit mit ein paar Extrapunkten für nicht-heteronormative Abbildungen garniert werden. Außerdem sollte man sich meines Erachtens auch dem ganzen BDSM-Thema widmen und diverse Fetische verarbeiten.

Da ich dem Werk aber ohnehin eine minimale Bedeutung beimesse, halte ich auch größere Abweichungen davon generell für unkritisch. Wenn's einen stört, kauft man's halt nicht. Ist jetzt nicht so, dass DSA ohne diese Buch irgendwie unvollständig wäre.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Coramur am 18.07.2018 | 07:48
Die ganze Thematik hat jedenfalls das Prädikat "Geilster Sommerlochshit der letzten Jahre" mehr als verdient.  >;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 18.07.2018 | 07:54
Die ganze Thematik hat jedenfalls das Prädikat "Geilster Sommerlochshit der letzten Jahre" mehr als verdient.  >;D
Ich bin mir auch nicht sicher was besser passt:
"Ein Sommernachts (Alb)traum" oder "Viel Lärm um (fast) nichts. " ~;D

Aber vielleicht muss man einfach mehr Verständnis mitbringen. -Immerhin ist die WM so mies gewesen. ;)  :D

Naja, hoffentlich/vielleicht hat das Ganze irgendwo  noch was Gutes.

Edit. Das hat sicher mal historischen Stellenwert..... das Jahr 2018 ....als das Fantasy Sexbuch....erschien.

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 18.07.2018 | 08:23
Um ehrlich zu sein hatte ich mir bei dem Tor Artikel schon Verflechtungen gedacht. Schade, dass ich recht behalten habe.

Was denn für Verflechtungen?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maischen am 18.07.2018 | 08:27
Unabhängig von dem oben genannten Autorenkombinat, hat der Autor auch in Werken der Vogts schon mitgewirkt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Zohltan am 18.07.2018 | 08:30
Heilige Mutter, gebenedeit seist Du, daß ich in dieser heutigen Zeit keinerlei Drang verspüre an solcherlei Flamewars einzugreifen!

Dabei hast du die hl. Handgranate von Antiochia in der rechten Hand und nennst das AK20 des guten Geschmack dein eigen! Deine Linke ist schon kümmerlich verbrannt von den heißen kontroversen an dem Keyboard der Gerechtigkeit. Komm schon Digga, spiel uns das Lied von Tod im Deichkind Beat  :headbang:
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 18.07.2018 | 08:33
@
Rumpel
Es handelt sich um AKzwanzig13
(Ich zitiere mal Skyrock)
Da ist der Link dabei-einfach draufklicken.
Richtig cool hätte ich noch gefunden, wenn Vogt und Mützlitz darauf hingewiesen hätten, dass sie mit Krzywik-Groß zusammen im Autorenkollektiv AKzwanzig13 (https://mmccjsh.wordpress.com/mit-dabei/) aktiv sind. Ohne Disclaimer bleibt für mich ein Geschmäckle und der Eindruck, dass da einem guten Freund und Kollegen bei seinem Passierschlag gegen seinen scheidenden Verlag Schützenhilfe geleistet werden sollte unter dem Deckmantel von ergebnisoffenem Journalismus.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: lowfyr am 18.07.2018 | 08:40
Inzwischen habe ich das Gefühl, manche wären erst dann zufrieden, wenn die gesamte Redaktion als Wiedergutmachung Seppuku begeht.

Aber das ist ja inzwischen bei solchen Shitstorms fast schon die Regel.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 18.07.2018 | 08:45
Inzwischen habe ich das Gefühl, manche wären erst dann zufrieden, wenn die gesamte Redaktion als Wiedergutmachung Seppuku begeht.

Aber das ist ja inzwischen bei solchen Shitstorms fast schon die Regel.

Ach, das gleicht sich mit denen aus, die erst zufrieden wären, wenn jeder, der auch nur ein bißchen Kritik in Redaktionsrichtung denkt, aus Scham über das unverzeihliche Abrutschen in die Tiefen des Gutmenschentums dasselbe täte. Das paßt schon. 8]
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 18.07.2018 | 08:54
Inzwischen habe ich das Gefühl, manche wären erst dann zufrieden, wenn die gesamte Redaktion als Wiedergutmachung Seppuku begeht.

Aber das ist ja inzwischen bei solchen Shitstorms fast schon die Regel.
Shitstorms werden bereits wissenschaftlich untersucht.

Es gibt dabei Stärken von 0(Keine kritische Rückmeldung)bis 6(aufpeitschende Kommentare mit Schneeball Effekt).
Die durchschnittliche Dauer liegt bei ca. 1-2 Wochen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Xiam am 18.07.2018 | 09:23
Kann mir mal jemand auseinander setzen, was an der Kritik von Krzywik-Gross, Masberg und tor-online so sachlich falsch ist, dass man sie milde lächelnd als "Gutmenschentum" abtun kann?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: lowfyr am 18.07.2018 | 09:26
Ach, das gleicht sich mit denen aus, die erst zufrieden wären, wenn jeder, der auch nur ein bißchen Kritik in Redaktionsrichtung denkt, aus Scham über das unverzeihliche Abrutschen in die Tiefen des Gutmenschentums dasselbe täte. Das paßt schon. 8]

Das ist genaus so falsch.

Kritik ist eine Sache, aber vieles schießt dann doch etwas übers Ziel hinaus. Vor allem da viele das Produkt selbst nicht gelesen haben und ihre  Infos nur aus zweiter oder dritter Hand haben. Da kann es dann schon mal zu Verzerrungen bei Fakten kommen.

Aber das hat ja nicht nur bei DSA schon Tradition.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maischen am 18.07.2018 | 09:41
Das Problem ist, denke ich, die Verhältnismäßigkeit. Wenn ich mir eine entsprechend sensible Lupe zur Hand nehme, und ein Werk danach durchsehe, ob irgendwo etwas geschrieben oder gezeigt wurde, so dass ich den Vorwurf des fahrlässig begangenen Alltagsrassismus oder Sexismus erheben kann (oder dieses anmerken möchte), so findest du viel. Die Frage ist dann, ob ich mich dazu äußere und insbesondere wie (Vorwurf oder Anmerkung, dass dies nicht meinem Geschmack entspricht).

Nehmen wir mal Die Güne Fee, 2. Dieses Werk wurde auch von den Vogts herausgegeben. In einer Geschichte kommt das Wort Stamm bzw. Stämme vor. Das ist in Zusammenhang mit Menschen zumindest problematisch. Das werfe ich den Machern aber nicht vor. Daneben enthält das besagte Werk Bilder von Frauen mit nacktem Oberkörper, ein Bild mit einer Frau, der unter den Rock gegriffen wird und die Abbildung einer leicht bekleideten Dame, die von einem Biest getragen wird. Von Männern habe ich keine vergleichbaren Bilder darin entdecken können. Deshalb werfe ich denen aber nicht Sexismus vor.

Solche Beiträge haben halt auch eine zerstörerische Wirkung. Da kann man sich mE nicht immer auf den Rücken klopfen und sagen - Heute habe ich den Kampf gegen Rassismus und Sexismus wieder einmal erfolgreich weitergeführt - da kenne ich keine Verhältnismäßigkeit, denn Rassismus ist stets Rassismus.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 18.07.2018 | 09:44
@
Rumpel
Es handelt sich um AKzwanzig13
(Ich zitiere mal Skyrock)
Da ist der Link dabei-einfach draufklicken.

Danke für den Hinweis ... die Information ist in meinem Ignore-Filter gelandet.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: rillenmanni am 18.07.2018 | 10:24
@
Rumpel
Es handelt sich um AKzwanzig13
(Ich zitiere mal Skyrock)
Da ist der Link dabei-einfach draufklicken.

Das hat nix zu sagen. Die Autorenwelt ist so klein - und das weiß ich als langjähriger Teil des Autorenkreises im Zweifelsfall besser als ihr. Wenn es danach ginge, müssten sich im Falle einer "ernsten Diskussion" stets alle offenbaren inkl Beziehungsdiagrammen. Und dann würde stets jemand mit dem Finger draufzeigen können, dass das jetzt doch "ein Geschmäckle habe".
Lasst diese Kirche nun bitte mal im Dorf! Bleibt bei den TOR-Inhalten!

Davon abgesehen finde ich die hier teils gebrachten Höhö-artigen Beiträge ziemlich widerlich.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 18.07.2018 | 10:27
Das hat nix zu sagen. Die Autorenwelt ist so klein - und das weiß ich als langjähriger Teil des Autorenkreises im Zweifelsfall besser als ihr. Wenn es danach ginge, müssten sich im Falle einer "ernsten Diskussion" stets alle offenbaren inkl Beziehungsdiagrammen. Und dann würde stets jemand mit dem Finger draufzeigen können, dass das jetzt doch "ein Geschmäckle habe".
Lasst diese Kirche nun bitte mal im Dorf! Bleibt bei den TOR-Inhalten!

Davon abgesehen finde ich die hier teils gebrachten Höhö-artigen Beiträge ziemlich widerlich.
Ich habe es zitiert, weil Rumpel danach gefragt hatte.
Ich kann am Handy leider nur das ganze Zitat zitieren.
Keinen einzelnen Link.

Etwas mit Humor zu betrachten, schafft  manchmal den nötigen Abstand.
"Humor fängt da an, wo der Spaß aufhört. " ;)

Würde ich niemanden zum Vorwurf machen wollen.
Es geht hier im Kontext um ein Fantasy-Spaß-Sexbuch in einem Freizeit Spiel.
Also Lachen verboten? wtf? :D

No Way! ;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 18.07.2018 | 10:31
Ach Leute, lasst uns das doch einfach zivilisiert lösen.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 18.07.2018 | 10:40
Ach Leute, lasst uns das doch einfach zivilisiert lösen.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Aber wie wollen wir feststellen ob jmd schummelt? ~;D
(die Messwerte können ja gefälscht sein )
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 18.07.2018 | 10:45
Ach Leute, lasst uns das doch einfach zivilisiert lösen.

Ich wäre für ein weniger rassistisches Urteil und ohne Gott sowieso, denn das finde ich jetzt für diese Atheisten, Agnostiker und Polytheisten nicht gerecht. Und Gott ist so männlich konnotiert, das geht wirklich nicht. Und rassistisch, weil die armen Weißen ja total benachteiligt würden.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: am 18.07.2018 | 10:45
Das hat nix zu sagen. Die Autorenwelt ist so klein - und das weiß ich als langjähriger Teil des Autorenkreises im Zweifelsfall besser als ihr. Wenn es danach ginge, müssten sich im Falle einer "ernsten Diskussion" stets alle offenbaren inkl Beziehungsdiagrammen. Und dann würde stets jemand mit dem Finger draufzeigen können, dass das jetzt doch "ein Geschmäckle habe".
Lasst diese Kirche nun bitte mal im Dorf! Bleibt bei den TOR-Inhalten!

Mit Verlaub und bei aller Wertschätzung, aber das sehe ich anders. In der Wissenschaft gibt es nicht ohne Grund die Praxis, etwaige Geschäftsbeziehungen mit potentiellen Verbindungen zum Untersuchungsgegenstand offenzulegen. Hinzu kommt der Umstand, dass sich diese Leute laut Maischen nicht mal in ihren eigenen Büchern an diejenigen Standards halten, die sie von anderen Leuten extrem lautstark einfordern. Ne sorry.

Selbstredend weist das Buch WdV ganz offensichtlich verschiedene Verfehlungen auf. Siehe Teylen und Penistabelle und what not. Das kann man anmerken und kritisieren. Das generelle Ausmaß des Aufschreis ist dabei aber aus meiner Sicht nicht sachangemessen und ich bin der Ansicht, dass auch dieser Umstand durchaus Erähnung finden darf. Diese Schreiberlinge von TOR würde ich dabei aber außer Acht lassen, denn die haben sich in meinen Augen für diese Diskussion in diesem Moment schlicht selbst diskreditiert.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Exar am 18.07.2018 | 10:45
Das hat nix zu sagen. Die Autorenwelt ist so klein - und das weiß ich als langjähriger Teil des Autorenkreises im Zweifelsfall besser als ihr. Wenn es danach ginge, müssten sich im Falle einer "ernsten Diskussion" stets alle offenbaren inkl Beziehungsdiagrammen. Und dann würde stets jemand mit dem Finger draufzeigen können, dass das jetzt doch "ein Geschmäckle habe".

Auf mich als ahnungslosen Außenstehenden wirkt das aber nunmal so und ich vermute, da bin ich nicht der Einzige.

Natürlich muss das nicht zwingend so sein, aber dieser Eindruck wird dadurch erweckt:
Masberg beendet seine Mitarbeit --> der zweite, wesentlich unbekanntere Autor sieht wie ein Trittbrettfahrer aus --> seine Kumpels springen ihm in einem weiteren Artikel zur Seite

Wie gesagt, ohne tiefer in der Materie zu stecken, kann man genau sowas denken.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 18.07.2018 | 10:48
Ich wäre für ein weniger rassistisches Urteil und ohne Gott sowieso, denn das finde ich jetzt für diese Atheisten, Agnostiker und Polytheisten nicht gerecht. Und Gott ist so männlich konnotiert, das geht wirklich nicht. Und rassistisch, weil die armen Weißen ja total benachteiligt würden.
Ok, wie wäre es dann mit einem Wett Schweigen?
Wer am längsten nix schreibt, hat Recht...  :D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 18.07.2018 | 10:51
Tzt, das kannich am allerbesten von allen.


Warte

...

..

.

äh  >;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 18.07.2018 | 10:58
Auf mich als ahnungslosen Außenstehenden wirkt das aber nunmal so und ich vermute, da bin ich nicht der Einzige.

Natürlich muss das nicht zwingend so sein, aber dieser Eindruck wird dadurch erweckt:
Masberg beendet seine Mitarbeit --> der zweite, wesentlich unbekanntere Autor sieht wie ein Trittbrettfahrer aus --> seine Kumpels springen ihm in einem weiteren Artikel zur Seite

Wie gesagt, ohne tiefer in der Materie zu stecken, kann man genau sowas denken.

Man kann auch einfach denken, dass Leute, die am gleichen Rollenspiel mitarbeiten und feststellen, dass sie gut miteinander können und viele Sichtweisen zum Thema Schreiben teilen, gemeinsam ein AutorInnenkollektiv gründen, in dem sie sich Austauschen, einander unterstützen und Projekte anstoßen. Und dass die dann innerhalb dieses Kollektivs auch darüber kommunizieren, wenn für den einen oder anderen etwas Einschneidendes, das Schreiben Betreffendes passiert, und vielleicht zu ähnlichen Schlüssen gelangen, und die auch äußern.

Klar ist das irgendwie Klüngelei, aber in einem ganz normalen und kein bisschen verwerflichen oder gar "verschwörerischen" Maße: Leute kennen sich, Leute interessieren sich, Leute vertreten ähnliche Standpunkte (oder entzweien sich auch mal über unterschiedliche Standpunkte). Wenn Leute aus der Ulisses-Mannschaft sich zur Verteidigung äußern, schreit schließlich auch keiner: "Klüngelei! Die gehören ja alle zum aktiven DSA-Autorenstamm!"

Ich kann mir übrigens nach wie vor nicht vorstellen, dass irgendwelche der Beteiligten Autorinnen wirtschaftlich einen Gefallen durch ihre Kritik tun. Oder meint jemand ehrlich, dass Judith Vogt mit einem Mal mehr Romane verkauft, weil jemand ihren Artikel auf Tor-Online gut findet? Kann ich mir nur schwer vorstellen. Eine fortgesetzte gute Zusammenarbeit mit Ulisses wäre da sicher weit einträglicher.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 18.07.2018 | 11:21
Aber wie wollen wir feststellen ob jmd schummelt? ~;D
(die Messwerte können ja gefälscht sein )
Mit "öffentlich" meinte ich auch öffentlich! Irgendwo treffen und die Dinger rausholen. Dürfte irgendwo in so nem FKK-Bereich auch ohne Anzeigen wegen Sitte und so möglich sein.

Ich wäre für ein weniger rassistisches Urteil und ohne Gott sowieso, denn das finde ich jetzt für diese Atheisten, Agnostiker und Polytheisten nicht gerecht. Und Gott ist so männlich konnotiert, das geht wirklich nicht. Und rassistisch, weil die armen Weißen ja total benachteiligt würden.
Und sexistisch, weil über die Größe von Vaginas nur halb so viel geschrieben wird wie über Schwanzlängen.

Sexismus-Spoiler
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Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 18.07.2018 | 11:25
Dass sich die Autoren kennen, finde ich übrigens auch nicht wild. Klar, hätte man am Anfang der Kritik vielleicht mal erwähnen können (aber nicht müssen m. E.). Das hätte in meinen Augen nochmal Glaubwürdigkeitspunkte gegeben. Aber so, wie es jetzt ist, finde ich es auch okay und man kann den sachlichen Inhalt der Kritik ja trotzdem nachvollziehen. Viel besser als bei Masbergs Emo-Rundumschlag letztens. Schade, dass ich ihn nicht persönlich kenne. Der ist mir immer ziemlich sympathisch und ich würde gerne wissen, wie viele LEGO-Klötze ihm unter die Füße geworfen werden mussten, dass er so pissed wird.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Settembrini am 18.07.2018 | 11:32
Ach, das gleicht sich mit denen aus, die erst zufrieden wären, wenn jeder, der auch nur ein bißchen Kritik in Redaktionsrichtung denkt, aus Scham über das unverzeihliche Abrutschen in die Tiefen des Gutmenschentums dasselbe täte. Das paßt schon. 8]

Ich finde KRITIK toll, fände es auch gut, wenn die Ak2013er einfach mal die Redax als Vollspasten, Deppen und kryptorassistische Arschlöcher bezeichnet hätte (vermutlich zu Recht) - aber dieses ganz hohe Roß der Zusammenarbeitskündigung des maraskanischen Fachlektors [sic!] und das was dann vom Masberg kam:

Zitat
Das Verlagsstatement konnte ich aber nicht unkommentiert stehen lassen. Nicht in unserer Zeit, in der Rücksicht und Empathie zu Schimpfwörtern werden und eine stinkende rassistische, sexistische und unmenschliche Masse nach oben quillt. Das, was unser Miteinander vergiftet, muss benannt werden.

Alter! Bitte. Eine. Nummer. Kleiner.
War das Verlagsstatement wogenglättend oder souverän oder auch nur komplett durchdacht? Ich sage nein. Aber...stinkend rassistisch und unmenschlich*, ist das Werk doch jetzt nicht, oder war das doch so gemeint?

*Übrigens wird da gerade so krypto-mäßig, eine "Masse" entmenschlicht, die in unserer Zeit "nach oben quillt"? Ich will gar nicht zu lange darüber nachdenken, welchen cthuloiden Horror der arme Masberg da emporkriechen sieht.

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: rillenmanni am 18.07.2018 | 11:39
Danke, Rumpel und Hotze.
Issi, ich schrieb das mal eher prophylaktisch. Dass Du zitiert hast, hat mich in keinster Weise gestört.
Welli, der der Tor-Beitrag bleibt dennoch die fundierteste der drei Meldungen. Wie ich schon schrieb, diskreditierten sich aufgrund der von mir geschilderten Situation bei jeder "ernsten Diskussion" große Teile der Autorenschaft, sobald sich die jeweiligen Autoren einmischten.

Bleibt bei den Inhalten, bitte.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Sphärenwanderer am 18.07.2018 | 11:46
Zitat
Alter! Bitte. Eine. Nummer. Kleiner.
War das Verlagsstatement wogenglättend oder souverän oder auch nur komplett durchdacht? Ich sage nein. Aber...stinkend rassistisch und unmenschlich*, ist das Werk doch jetzt nicht, oder war das doch so gemeint?

*Übrigens wird da gerade so krypto-mäßig, eine "Masse" entmenschlicht, die in unserer Zeit "nach oben quillt"? Ich will gar nicht zu lange darüber nachdenken, welchen cthuloiden Horror der arme Masberg da emporkriechen sieht.
;D Ich muss auch sagen, dass ich seine rhetorische Zusammenführung von dem, was er da als "stinkende Masse" benennt und dem ziemlich harmlosen Buch, über das es geht, wirklich daneben finde. Solche Bemerkungen kann man ruhig fallen lassen, wo tatsächlich Opfer verunglimpft werden, zu Straftaten aufgerufen oder ein Klima des Hasses geschürt wird - aber die Ausrutscher in WdV gehören mit Sicherheit nicht dazu.

Auch die von einigen Vertretern der Polical Correctness angeschlagene sprachliche Härte bei bereits Kleinigkeiten untergräbt mMn die Intention dahinter: Auf die verwendete Sprache zu achten, um möglichst niemanden zu verletzen. Wenn damit hardcore Rassisten gemeint sind, kann ich das durchaus verstehen - in unserer Demokratie sollte solchen Menschen möglichst kein Zentimeter Raum geschenkt werden. Doch bei anderen Fällen sollte man Verhältnismäßigkeit wahren und keine Fronten aufmachen, wo keine sind, da alle im Grunde dasselbe Menschenbild haben.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Settembrini am 18.07.2018 | 11:51
Weil ich gerade in Plauderlaune bin; etwas mehr zur menschlichen, privaten Dimension, die mich gerade umtreibt:

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Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 18.07.2018 | 11:55
Nicht unter jedem Treibeis versteckt sich der Eisberg, der das Treibeis gebar.

Das ist in meinen Augen ein ziemlich gutes Bild für das, worum es geht!

Und ja, die Schlussbemerkung von Masbergs jüngstem Artikel finde ich auch nicht besonders angemessen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aedin Madasohn am 18.07.2018 | 13:00
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nur für jene geeignet, die keine Scheu vor mehr als nur zweideutigen Wortspielereien haben.
Disclaimer
Könnte mehr als nur Spuren von schlechten Geschmack und Sexismus enthalten!
wer genügend Zeit und Mühe investiert, könnte sogar einen halb verwehten Ätherschatten von unaussprechlichen unterschwelligen Bösartigekeiten noch nicht näher bestimmter Art diagnostizieren 

...ich denke, dass deckt  >;D doch alle Eventualitäten ab?

PS
ihr habt ja doch geguckt! tja, Masche zieht immer >;D >;D >;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Settembrini am 18.07.2018 | 13:09

wer genügend Zeit und Mühe investiert, könnte sogar einen halb verwehten Ätherschatten von unaussprechlichen unterschwelligen Bösartigekeiten noch nicht näher bestimmter Art diagnostizieren 


Du spielst auf den alten Aufdruck auf D-Mark-Scheinen an. Das ist ggf. Ausdruck einer nicht-regierungskonformen Sicht auf den Euro als basales Friedensinstrument. Du bist also ein Kriegstreiber?

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 18.07.2018 | 13:11
Könnte mehr als nur Spuren von schlechten Geschmack und Sexismus enthalten!

Ähm, meinst du im Ernst, dass das die Sorte Witze ist, über die sich irgendwer aufregt? Harmloser und unbedenklicher geht es ja wohl kaum ...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Alex am 18.07.2018 | 13:29
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Ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals sage, aber du hast Recht.  :d Mit allem ...
(und nein, das ist nicht ironisch gemeint)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 18.07.2018 | 16:39
Late Nerd Show Special: DSA Wege der Vereinigungen + Bonuskram Teil 1(Live) (https://www.youtube.com/watch?v=FOtT_woLTJ8)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Deep One am 18.07.2018 | 18:32
Ich verstehe zwei Dinge nicht:

1. Warum wird sich denn über den Bonus bei der Penisgröße aufgeregt? Eine kurze Recherche im Netz bringt doch ein recht eindeutiges Bild und zwar dass weite Teile Afrikas und Südamerikas statistisch gesehen im Durchschnitt größere Penisse haben. Wohingegen Asiaten eher zur kleineren Bestückung neigen. Wo also die einen rassistische Stereotypen sehen, sehe ich eine statistische Realität. Zumal die Penisgröße nun mal in keinster Weise positiv oder negativ wertend ist. Muss das rein? Natürlich nicht. Das trifft aber im Grunde auf den gesamten Inhalt zu. Von daher wirkt das auf mich, also würde das dem Ulisses-Verlag jetzt böswillig negativ ausgelegt werden.


Zitat von: Engl. Wikipedia
The belief that penis size varies according to race is not supported by scientific evidence. [8 ][18]

War mir auch neu. Hab' ich doch tatsächlich durch Long Dong Silver unrealistische, rassistische Vorstellungen entwickelt. Hätte grad wer Sack, Asche und eine Geissel zur Hand?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Samael am 18.07.2018 | 19:30
https://www.laenderdaten.info/durchschnittliche-penisgroessen.php
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: am 18.07.2018 | 19:40
War mir auch neu. Hab' ich doch tatsächlich durch Long Dong Silver unrealistische, rassistische Vorstellungen entwickelt. Hätte grad wer Sack, Asche und eine Geissel zur Hand?

Holy shit! Habe jetzt doch gerade mal gesucht. Krass. Selbst die Diskussion um Penislängen im internationalen Vergleich ist schwer toxisch. Einen Artikel zum Thema, der durchaus signifikante Unterschiede findet, habe ich angehängt. Eigentlich ist das kein schlechtes Journal. Keine absolute Weltklasse, aber solide. Zu genau diesem Artikel habe ich aber einen bitterböse, furchtbar aufgeregten Beitrag in Psychology Today gefunden namens "The Pseudoscience of Race Differences in Penis Size (https://www.psychologytoday.com/us/blog/unique-everybody-else/201210/the-pseudoscience-race-differences-in-penis-size)". Habe das Ding nur überflogen. Nun ist Psychology Today nicht peer reviewed, aber für mich klingt das erstens nachvollziehbar und zweitens hört sich diese r-K life theory von diesem Rushton tatsächlich nach haarsträubendem Rassistenscheiß an. Von der Kontroverse zwischen diesem Lynn auf der einen und McGreal auf der anderen Seite gibt es sogar eine unappetitliche Fortsetzung (https://www.psychologytoday.com/us/blog/unique-everybody-else/201602/androgens-dodgy-penis-size-data-and-differential-k-theory). Ein dritter Artikel, ne Meta-Analyse, kommt zu keinen klaren Ergebnissen. Das ist zugleich der Artikel, auf dem der Link von Samael weitestgehend zu basieren scheint. Die Originalquelle hängt ebenso an wie der erste genannte Artikel.

Insofern ist der von Deep One zitierte Satz definitiv falsch, denn es gibt durchaus ne ernstzunehmende, wissenschaftliche Evidenz, die nach meinem Eindruck auch nicht zugezogen wurde. Allerdings sieht das Paper bei nährerer Betrachtung doch dubios aus. Leider hat die Kritik daran ihrerseits so viel Schaum vor dem Mund, dass ich ebenfalls skeptisch reagiere. Boah Leute, die Beschäftigung mit derlei Fragen bringt anscheinend nur das schlechteste in den Menschen heraus. Puh. Keine halbe Stunde hab ich mir das jetzt angeschaut und schon bin ich angeekelt. Hätte nicht gedacht, wie tief sich Rassismus und Rassismuskritik selbst in seriöse Wissenschaft geschlichen hat. Not my cup of tea. Kann auch alles Quatsch sein, was ich da schreibe. Weiter wollte ich mich in diese Kloake aber nicht begeben.

[gelöscht durch Administrator]
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 18.07.2018 | 19:46
https://www.laenderdaten.info/durchschnittliche-penisgroessen.php
und wo ist da jetzt Aventurien?  >;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Samael am 18.07.2018 | 19:47
Danke, dass du dir für uns die Augen beschmutzt hast.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Swafnir am 18.07.2018 | 19:49
Holy shit! Habe jetzt doch gerade mal gesucht. Krass. Selbst die Diskussion um Penislängen im internationalen Vergleich ist schwer toxisch. Einen Artikel zum Thema, der durchaus signifikante Unterschiede findet, habe ich angehängt. Eigentlich ist das kein schlechtes Journal. Keine absolute Weltklasse, aber solide. Zu genau diesem Artikel habe ich aber einen bitterböse, furchtbar aufgeregten Beitrag in Psychology Today gefunden namens "The Pseudoscience of Race Differences in Penis Size (https://www.psychologytoday.com/us/blog/unique-everybody-else/201210/the-pseudoscience-race-differences-in-penis-size)". Habe das Ding nur überflogen. Nun ist Psychology Today nicht peer reviewed, aber für mich klingt das erstens nachvollziehbar und zweitens hört sich diese r-K life theory von diesem Rushton tatsächlich nach haarsträubendem Rassistenscheiß an. Von der Kontroverse zwischen diesem Lynn auf der einen und McGreal auf der anderen Seite gibt es sogar eine unappetitliche Fortsetzung (https://www.psychologytoday.com/us/blog/unique-everybody-else/201602/androgens-dodgy-penis-size-data-and-differential-k-theory). Ein dritter Artikel, ne Meta-Analyse, kommt zu keinen klaren Ergebnissen. Das ist zugleich der Artikel, auf dem der Link von Samael weitestgehend zu basieren scheint. Die Originalquelle hängt ebenso an wie der erste genannte Artikel.

Insofern ist der von Deep One zitierte Satz definitiv falsch, denn es gibt durchaus ne ernstzunehmende, wissenschaftliche Evidenz, die nach meinem Eindruck auch nicht zugezogen wurde. Allerdings sieht das Paper bei nährerer Betrachtung doch dubios aus. Leider hat die Kritik daran ihrerseits so viel Schaum vor dem Mund, dass ich ebenfalls skeptisch reagiere. Boah Leute, die Beschäftigung mit derlei Fragen bringt anscheinend nur das schlechteste in den Menschen heraus. Puh. Keine halbe Stunde hab ich mir das jetzt angeschaut und schon bin ich angeekelt. Hätte nicht gedacht, wie tief sich Rassismus und Rassismuskritik selbst in seriöse Wissenschaft geschlichen hat. Not my cup of tea. Kann auch alles Quatsch sein, was ich da schreibe. Weiter wollte ich mich in diese Kloake aber nicht begeben.

Ich stimme dir da zu. Auf meine Frage kamen ja dann auch direkt Judenvergleiche und Unterstellungen, dann der Post von  Deep One - ich denke wir sollten das Thema nicht weiter verfolgen. Aber das haben ja Hotzeploz und Issi oben auch schon alles gut geschrieben. Schön findet es keiner, nur die Stärke der reaktion darauf ist unterschiedlich.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 18.07.2018 | 19:57
Auch wenn ich es vermutlich bereuen werde:

Die Abmessung jeglicher Körperteile wär überhaupt nicht das Ding. Daran alleine ist nichts rassistisch. Wie schon zu dem hier diskutierten Beispiel festgestellt gilt ja eher die entgegengesetzte Behauptung als ehrabschneidend...

Rassistisch ist die Behauptung, manche Ethnien (Populationen, Menschengruppen, Völker etc) wäre von Trieben gesteuert, mit den ganzen unguten Assoziationen und Folgerungen, die da dran hängen. Dafür wurde früher (warum auch immer) die Genitalgröße als Indiz, Beweis, Sinnbild, whatever angeführt.

Inwieweit die WdV sich da in die Nesseln setzt und auch diese Folgerung nachvollzieht kann ich mangels WdV natürlich nicht sagen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Deep One am 18.07.2018 | 20:02
In jedem Falle hat dieser Faden - und besonders Eure Beiträge nach meinem - die Summe meines Wissens erhöht, und das ist doch schon mal fein.  :)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 18.07.2018 | 20:09
Nun ist Psychology Today nicht peer reviewed, aber für mich klingt das erstens nachvollziehbar und zweitens hört sich diese r-K life theory von diesem Rushton tatsächlich nach haarsträubendem Rassistenscheiß an.

Das kann man sogar beurteilen, ohne den Artikel gelesen zu haben. Die Überschrift reicht da schon. Kollege Sarrazin hat vor Jahren im Übrigen den selben Bullshit geäußert.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Samael am 18.07.2018 | 20:15
Die Theorie mit den r-Strategien und K-Strategien scheint durchaus anerkannt zu sein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Fortpflanzungsstrategie

Das auf Menschenethnien* und deren Penisgrößen zu übertragen scheint mir aber tatsächlich ziemlich daneben zu sein.

*Ethnie ist eigentlich falsch an dieser Stelle. Volk auch. Wie nennt man denn heute auf deutsch das, was früher "Rasse" geheißen hätte und im englischen immer noch heißt? Das scheint es im deutschen echt nicht mehr zu geben (man schalte man den englischen Wikipedia Artikel über "Race" auf deutsch um!!), was ich schon irgendwie verrückt finde.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 18.07.2018 | 20:21
Die Theorie mit den r-Strategien und K-Strategien scheint durchaus anerkannt zu sein.

Ja, das steht völlig außer Frage. Wie du aber sagst, ist die Übertragung auf menschliche "Rassen" wissenschaftlich betrachtet völliger Unsinn.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Samael am 18.07.2018 | 20:22
Ist das hier eigentlich nicht alles schon SC?

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 18.07.2018 | 20:27
r-K ist halt, wenn man sehr unterschiedliche Tierarten vergleicht sogar eine ganz gute Theorie, da halt die Varianz innerhalb einer Spezies sehr klein ist, verglichen mit der den Unterschieden verschiedener Tierarten. Man könnte das ganze auf menschliche Populationen runterbrechen, aber da erhält man halt keine gut Signifikanz, insbesondere wenn man bedenkt, dass sich ja jeder mit jedem paaren kann und je weiter man von kulturellen und Umweltgegebenheiten weg kommt, um so mehr unterscheiden sich da die Individuen zu stark. Das ist die große Kritik an Rushton’s Theorie über r-K beim Menschen. Zudem sind die untersuchten Stichproben wesentlich zu klein, dafür, dass es auf 113 Populationen angewandt wurde.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 18.07.2018 | 20:39
Die Theorie mit den r-Strategien und K-Strategien scheint durchaus anerkannt zu sein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Fortpflanzungsstrategie

Das auf Menschenethnien* und deren Penisgrößen zu übertragen scheint mir aber tatsächlich ziemlich daneben zu sein.

Ja, ist es. Menschen (und auch andere große Menschenaffen) weisen eine unter Säugetieren sehr extreme "Fortpflanzungsstrategie" auf: Kaum ein anderes Lebewesen steckt so viel Sorge und Arbeit in die Aufzucht neuer Generationen. Und selbst Säugetiere generell (wie auch Vögel) investieren da wiederum mehr als andere Tiergruppen.

*Ethnie ist eigentlich falsch an dieser Stelle. Volk auch. Wie nennt man denn heute auf deutsch das, was früher "Rasse" geheißen hätte und im englischen immer noch heißt? Das scheint es im deutschen echt nicht mehr zu geben (man schalte man den englischen Wikipedia Artikel über "Race" auf deutsch um!!), was ich schon irgendwie verrückt finde.

Das wird tatsächlich gar nicht mehr wirklich benannt, und da es ohnehin nie eine eindeutige oder trennscharfe Kategorisierung war, ist das wohl auch besser so.

Hmmm, ich bin gerade am überlegen, ob ich noch einen Erklärungsversuch liefern soll, woher die Vorstellung der Triebhaftigkeit, die manchen Populationen zugeschrieben wurde, kommen könnte; vor dem Hintergrund, dass europäische Kolonisatoren natürlich eine rassistische Weltsicht hatten. Aber das ist vielleicht zuviel des Guten Provozierenden...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Skyrock am 18.07.2018 | 20:42
Das Kernproblem der Übertragung der r/K-Strategie auf menschliche Ethnien ist, dass auch im westlichen Kulturkreis  jahrtausendelang eine r-Strategie verfolgt haben - Großfamilien mit 5+ Kindern waren bis Anfang des 20. Jahrhunderts noch die Norm, und angesichts hoher Kindersterblichkeit auch notwendig.

Eine abgegrenzte menschliche K-Strategie ist ein extrem junges Phänomen, das nur durch große Fortschritte in der Medizin ermöglicht wurde und nur durch die Arbeitsteiligkeit der modernen Ökonomie intensive Förderung weniger Nachkommen anstatt minimale Förderung von mit der Gießkanne verteilten Nachkommen forciert, und bislang hauptsächlich in der ersten Welt stattfand. In jedem Fall standen bei diesem Strategiewechsel Umwelteinflüsse im Vordergrund, nicht die Genetik.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TeichDragon am 18.07.2018 | 20:45
Ist das hier eigentlich nicht alles schon SC?

Wir schrammen dran vorbei, aber da es bislang keine Aussetzer gab, lasse ich es laufen.
Aber ich denke das Thema, und der Umgang von ALLEN Seiten damit, ist von für uns als PRGler insgesamt schon sehr relevant.

Und da es sowieso irgendwann hier landen wird, es gab noch ein 2tes Statement von Krzywik-Groß:
https://krzywikgross.wordpress.com/2018/07/17/unterhaltung-kommt-von-haltung/

So langsam fühle ich mich aber an die unsägliche Landser-Diskussion erinnert, bei der auch auf Biegen und Brechen Ulisses eine Nazi-nähe zugeschrieben werden sollte.
Nichts gegen Kritik an einem Produkt, das sicherlich NOCH feinfühliger gemacht hätte werden können.
Der Verlag hat aus meiner Sicht einen extremen Versuchsballon gestartet, so ein Produkt für Rollenspiele überhaupt zu produzieren.
Und sei es irgendwo zwischen Scherz und Ernsthaftigkeit angesiedelt, nichtsdestotrotz doch mit viel Ehrgeiz und (mMn) auch recht viel Fingerspitzengefühl.

Das bei so einem Wälzer Fehler passieren... Wenn es danach geht, dürfte ich wahrscheinlich überhaupt kein RPG Produkt mehr kaufen.
Für mich ist aber langsam das Ende der Fahnenstange erreicht, was das Auspacken sämtlicher Keulen und Klischees angeht.
Ich fühle mich langsam sogar persönlich angegriffen, weil ich das gesamte Produkt nicht per se "Scheiße" finde und dem Verlag vor die Haustür kacke. (Man entschuldige die flapsige Formulierung.)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 18.07.2018 | 20:55
...
Und da es sowieso irgendwann hier landen wird, es gab noch ein 2tes Statement von Krzywik-Groß:
https://krzywikgross.wordpress.com/2018/07/17/unterhaltung-kommt-von-haltung/

...

Was halt nur noch einmal deutlich zeigt, dass der Aufruhr aus politischen Agitationskreisen kommt und nicht von irgendeiner Sachebene bestimmt wird.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Samael am 18.07.2018 | 21:01
Sehe ich auch so. Ich hoffe, dass dieser Shitstorm den Mitarbeitern von Ulisses nicht zu viel Kopfzerbrechen, zerrüttete Nerven und schlaflose Nächte bereitet.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Eismann am 18.07.2018 | 21:35
Ich schätze mal spurlos geht das an keinem vorbei, aber wer für DSA schreibt, muss glaube ich allgemein ein dickes Fell haben.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 18.07.2018 | 21:47
Sehe ich auch so. Ich hoffe, dass dieser Shitstorm den Mitarbeitern von Ulisses nicht zu viel Kopfzerbrechen, zerrüttete Nerven und schlaflose Nächte bereitet.

Glaube nicht das einseitige Haßtiraden ernst genommen werden. Ich meine je reflektierter ein Gegenargument daherkommt desto ernster nimmt man es  (ggf sich auch zu Herzen). Auch als Mitglied einer "grün linksversifften" ( Zitat Jörg Meuthen) Partei und eher auf der PC Linie (weil Sprache und hier auch Bilder doch etwas bewirken) finde ich das solche Post wie der zweite von Krzywik-Groß der Sache eher schaden.

 Diese WdV Diskussion hat doch jetzt das Gute, dass man ggf. den eigenen Alltagsrassismus und wenn gegeben die eigene Heternormativität in Zukunft besser reflektieren kann, insb gut wenn man es wie im Rollenspiel eh dauernd mit (pop-)kulturell vorskizzierten Schablonen (Settings/Klassen/Rassen etc) zu tun hat, die man dann am Spieltisch gemeinsam und auch individuell umsetzt oder sogar transformiert.

Wir hatten dazu ja übrigens schon mal eine lange u z.T. fruchtbare Diskussion angestoßen von Aendymion zum Thema Antidiskrimierung und Diversität in Rollenspielen (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,105196.msg134574986.html#msg134574986).

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TeichDragon am 18.07.2018 | 21:51
Glaube nicht das einseitige Haßtiraden ernst genommen werden. Ich meine je reflektierter ein Gegenargument daherkommt desto ernster nimmt man es  (ggf sich auch zu Herzen).

Da unterschätzt Du Ulisses und deren Autoren glaube ich.
Soweit mir bekannt, nimmt man das alles SEHR ernst.

Immerhin steckt da nicht nur ein Öffentlichkeits-Mensch hinter der Arbeit, sondern ganz viele (auch freie) Mitarbeiter, die sehr viel Energie (teilweise wohl auch in Freizeit) da hinein gesteckt haben.
Das zu ignorieren dürfte eher schwierig sein.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 18.07.2018 | 21:57
Da unterschätzt Du Ulisses und deren Autoren glaube ich.
Soweit mir bekannt, nimmt man das alles SEHR ernst.

Immerhin steckt da nicht nur ein Öffentlichkeits-Mensch hinter der Arbeit, sondern ganz viele (auch freie) Mitarbeiter, die sehr viel Energie (teilweise wohl auch in Freizeit) da hinein gesteckt haben.
Das zu ignorieren dürfte eher schwierig sein.
Du meinst wohl überschätzt ? :-)

Nunja aber wenn ich mir den zweiten Beitrag so durchlese kann ich ihn spätestens als konstruktive Kritik bei "...und Blogger wollen nun nicht mehr über DSA berichten. Mich erreichten Solidaritätsbekundungen von mehreren Illustrator*innen sowie ein Jobangebot von einem Verlag, für den ich bisher noch nicht gearbeitet habe. Ich erhielt bestürzte Mitteilungen von Menschen, die fassungslos auf die Veröffentlichung „Wege der Vereinigung“ blickten, sowie liebevolle und kämpferische Wortmeldungen. Euch allen vielen, vielen Dank. nicht mehr ersnt nehmen. Er hätte noch eine Sitzung des UN Sicherheitsrates als Eskalationsstufe hinzufügen sollen.  Das ist doch spätestens dann nur noch Selbstprofilierung.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TeichDragon am 18.07.2018 | 22:01
Nein, ich meine schon "unterschätzt".
Auch solche möglicherweise einseitigen Aussagen und Angriffe treffen Verlag und Autoren hart.
Also ja, so etwas wird schon "ernst" genommen.

Und auch wenn wir im Zeitalter von Trump leben: Nicht jede Werbung ist gleich eine gute Werbung.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Haselnuss am 18.07.2018 | 22:04
Der Autor hat in einem seiner Romane offenbar eine erotische Episode über Zwerge verfasst, in der zudem eine Art "speziell zwergischer dirty talk" beschrieben wird.

Hier kriegt man vielleicht einen grundsätzlichen Eindruck:
https://dsaforum.de/viewtopic.php?f=85&t=29800&p=1412933&hilit=Angbar+Mortis#p1412933

Ist das jetzt okay, so etwas zu schreiben (weil: fiktiv, Satire) oder ist es nicht okay (weil: rassisch stereoptypisierte körperliche Aspekte und Gepflogenheiten)?

Je nachdem, welche Antwort man wählt, beißt sich beim Übertrag auf die Utulus die Katze irgendwie in den Schwanz. Ich bin da relativ ratlos.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Just_Flo am 18.07.2018 | 22:51
Du meinst wohl überschätzt ? :-)

Nunja aber wenn ich mir den zweiten Beitrag so durchlese kann ich ihn spätestens als konstruktive Kritik bei "...und Blogger wollen nun nicht mehr über DSA berichten. Mich erreichten Solidaritätsbekundungen von mehreren Illustrator*innen sowie ein Jobangebot von einem Verlag, für den ich bisher noch nicht gearbeitet habe. Ich erhielt bestürzte Mitteilungen von Menschen, die fassungslos auf die Veröffentlichung „Wege der Vereinigung“ blickten, sowie liebevolle und kämpferische Wortmeldungen. Euch allen vielen, vielen Dank. nicht mehr ersnt nehmen. Er hätte noch eine Sitzung des UN Sicherheitsrates als Eskalationsstufe hinzufügen sollen.  Das ist doch spätestens dann nur noch Selbstprofilierung.

Ich glaube ihm vieles davon. Wenn ich bei Herrn M. von M.'s politischem Engagement lese, wenn ich von dem anderen Verlag lese, wenn ich von seine Selbstpositionierung betrachte, dann gehe ich davon aus, dass wohl ein politisches Amt, ein Vereins-/ Verbandsamt oder ein Vertrag mit einem Queeren Verlag in Gefahr war.

Von daher mache ich ihm keine Vorwürfe. Wenn ich mich entscheiden müsste ob ich für Bruno Gmümder, Himmelsstürmer, (falls es die noch gibt) oder für Ulissess schreibe, dann dürfte mein Geldbeutel (wenn ich auch ihn angewiesen bin) nicht für den RPG Verlag sprechen.   

Da ist einfach das potenzielle Zielpublikum (1-20% je nachdem welcher, wie erhobenen Statistik / Behauptung man glaubt) viel größer als der Anteil der PnP Spieler.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aendymion am 18.07.2018 | 23:36
Ist es nicht eigentlich auch politischer Aktivismus, wenn man sich in zig Forenbeiträgen immer und immer wieder negativ darüber äußert, wenn jemand seine politische Einstellung kundtut und aufgrund derer ein Produkt kritisiert?

Oder mal anders ausgedrückt: Ist es nicht genauso politisch, wenn ich fordere, dass man "linkspolitische" Forderungen nach sensibler Sprache gefälligst nicht ins Hobby lässt? Kann ich eine politische Einstellung ablehnen, ohne dadurch schon automatisch selbst politisch zu handeln?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 18.07.2018 | 23:46
Nein kann man nicht aber der Ton macht wie immer die Musik.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Pyromancer am 19.07.2018 | 00:12
Oder mal anders ausgedrückt: Ist es nicht genauso politisch, wenn ich fordere, dass man "linkspolitische" Forderungen nach sensibler Sprache gefälligst nicht ins Hobby lässt? Kann ich eine politische Einstellung ablehnen, ohne dadurch schon automatisch selbst politisch zu handeln?

Und ein Gespräch über Bäume ist fast ein Verbrechen...

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Just_Flo am 19.07.2018 | 00:17
Ist es nicht eigentlich auch politischer Aktivismus, wenn man sich in zig Forenbeiträgen immer und immer wieder negativ darüber äußert, wenn jemand seine politische Einstellung kundtut und aufgrund derer ein Produkt kritisiert?

Oder mal anders ausgedrückt: Ist es nicht genauso politisch, wenn ich fordere, dass man "linkspolitische" Forderungen nach sensibler Sprache gefälligst nicht ins Hobby lässt? Kann ich eine politische Einstellung ablehnen, ohne dadurch schon automatisch selbst politisch zu handeln?

Ja, das ist es. Aber leider laufen hier mehrere Konflikte gleichzeitig ab:

Die einen Streiten wegen ihrer Position im Editionskrieg.

Die anderen Streiten wegen ihrer politischen Haltung.

Wieder ganz andere streiten sich um konkrete Sachverhalte.

Nochmal andere Streiten sich darüber ob diese Sachverhalte überhaupt zutreffen.



Entscheidend für die Einordnung eines Posts ist dann die tatsächlich hinter der Postmotivation stehen.


Wenn mir meine Position im Editionskrieg wichtiger ist als meine gesellschaftspolitische Position (ich und vermutlich Sumaro), dann diskutiere ich mit Leuten mit, deren Einstellung ich nicht teile sondern normalerweise bekämpfen würde.

Wenn mir die gesellschaftspolitische Sache wichtiger ist, dann werde ich selbst als DSA4.1 / DSA5 Fanboy mich auf die gesellschaftspolitisch richtige Seite (egal wie diese auch aussieht) unabhängig davon ob sie pro oder contra DSA5 ist, positionieren.

Wenn für mich volksabhängige Penislängentabellen, das Wort Paarung und das Bilderverhältnis keine / eine Diskriminierung bzw. eine / keine korrekte Wiedergabe der Realität sind und andere dies bestreiten, dann streite ich unabhängig von meiner politischen Meinung und der Edition darum, was davon jetzt zutrifft.

Ob die Penislängentabelle Volks- oder Kulturabhängig und ob das Bilderverhältnis ausschlaggebend ist (man könnte noch Pronomen zählen, ...) darüber kann man auch streiten.

Auch kann man darüber streiten, wer durch was genau diskriminiert wird, ...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Wellentänzer am 19.07.2018 | 00:21
Ist es nicht eigentlich auch politischer Aktivismus, wenn man sich in zig Forenbeiträgen immer und immer wieder negativ darüber äußert, wenn jemand seine politische Einstellung kundtut und aufgrund derer ein Produkt kritisiert?

Oder mal anders ausgedrückt: Ist es nicht genauso politisch, wenn ich fordere, dass man "linkspolitische" Forderungen nach sensibler Sprache gefälligst nicht ins Hobby lässt? Kann ich eine politische Einstellung ablehnen, ohne dadurch schon automatisch selbst politisch zu handeln?

Natürlich nicht. Kommt nicht die Parole "Alles ist politisch!" sogar aus dem Feminismus? Unter Politik versteht man nach meinem Kenntnisstand Maßnahmen zum Führen einer Gemeinschaft. Politik im Tanelorn ist es, auf die Diskussion von gesellschaftspolitischen Themen zu verzichten. Das finde ich gut und richtig, es ist in Gänze aber logischer Weise nicht möglich, weil halt alles politisch ist. Entsprechend schwappen gesellschaftspolitische Themen immer mal wieder ins bemüht apolitische Tanelorn herüber. Ich habe darauf keinen Bock. Ob AfD oder Feministen oder yogische Flieger: bitte keine politischen Botschaften im Tanelorn verklappen. Da wende ich mich bewusst, wahrnehmbar und im vollen Einkang mit Wort und Geist der Forenrichtlinien dagegen. Entsprechende Aktivitäten meinerseits, welche diese Haltung nach außen kommunizieren, sind selbstverständlich Maßnahmen zum Führen einer Gemeinschaft und also politisch im oben genannten Sinne.

Wogegen ich mich überdies noch deutlicher wehre und was ich absolut unredlich finde, sind Unterstellungen einer tiefergehenden gesellschaftspolitischen Agenda angesichts von Interventionen zum Schutz eines vornehmlich auf das Hobby gerichteten Forums. Solche Unterstellungen lese ich aus Deinem, Aendymion, Post aber zwischen den Zeilen heraus. Ein ähnliches Muster in generalisierter Form findet sich bei diesen beiden DSA-Autoren. Die Dämonisierung von Widerspruch führt nur zu verhärteten Fronten. Um das im Tanelorn zu verhindern, helfe ich gerne mit. Plattformen zur politischen Teilhabe gibt es sehr, sehr viele. Da muss man nicht auch noch Deutschlands einziges ernstzunehmendes Rollenspielforum zwangsbeglücken - vollkommen unabhängig von der politischen Coleur.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 19.07.2018 | 00:54
Ich stimme dir da zu. Auf meine Frage kamen ja dann auch direkt Judenvergleiche und Unterstellungen, [...]
Mit Leuten zu diskutieren, die sich im Recht wähnen ist echt anstrengend und frustrierend. (Und genau deswegen ist die Diskussion hier so mühsam. Jede und jeder hat irgendeine Art von Sexualität und dazu eine Meinung, die durch Erfahrungen gereift ist und die durch - z.T. folglich - fehlende andere Erfahrungen bestimmt ist. Natürlich ist das Thema schwierig, denn Sexualität ist eine Kerndimension von Persönlichkeit und jede und jeder will sich als Person verstanden und wertgeschätzt wissen.)


Ich versuch nochmal zu erläutern, warum jüdischer Bänker und Schwarzer mit großem Penis toxische Stereotype erzeugen.
Selbst wenn Bankhäuser überdurchschnittlich von Juden geführt werden (i.S.v. In-Besitz-Sein) und Schwarze überdurchschnittlich große Penisse haben, dann ist deren Verwendung als Kischee insofern problematisch, als dass - ausgelöst durch einen kollektiv bedingen Halo-Effekt - negative Zuschreibungen hinzukommen: jüdischer Bänker => habgierig, feindlich, intrigant;  Schwarzer mit großem Penis => primitiv, triebgesteuert, willig.
Diese Zuschreibungen und Stereotype sind fest im kollektiven Bewusstsein verankert. Dass sie rassistisch bzw. antisemitisch sind, darauf können wir uns hoffentlich einigen.

Wenn nun die Merkmale "Schwarzer" und "großer Penis" zusammen kommen, dann werden die zugehörigen Zuschreibungen automatisch getriggert. Das heißt: Man muss, wenn man "Schwarzer" und "großer Penis" kombiniert und gleichzeitig kollektiv fixierte/automatisierte negative Zuschreibungen unterbinden will, an der Stelle einen bewussten Break setzten. Das bedeutet, dass man "langschwänzige schwarze" Waldmenschen mit Merkmalen versehen muss, die  negativen Zuschreibungen ("primitiv, triebgesteuert, willig") aufheben. Ob und wie man das überzeugend tun kann, weiß ich nicht. Ich bin mir aber sicher, dass es Möglichkeiten gibt oder ob man Kombinationen, die Teil von diskriminierenden Stereotypen sind einfach rauslassen sollte. Der Zug "das ist als nicht-wertende Fakten gemeint" ist leider schon längst abgefahren. Den holt man auch so leicht nicht mehr ein.
Im Zweifelsfall sollte man das geplante Vorgehen von einer Gruppe Betroffener (Einzelpersonen reichen nicht!) prüfen lassen.


Ich weiß nicht. Das Kernproblem von WdV scheint mir zu sein, dass es den Weg vom Scherz zur ernstzunehmenden inklusiven Spielhilfe nur halbherzig gegangen ist. Gerade im Versuch allen sexuellen Orientierungen, Geschlechtern und Vorstellungen idealer Körpermaße gerecht zu werden steckt große Sprengkraft.

Das ist so, Und: Natürlich ist das Versprechen in einem Rollenspielbuch über Sexualität repräsentiert zu werden ein zentraler Kaufgrund.
Das bei einem Crowdfunding auszusprechen und im Nachhinein nicht einhalten zu können ist mehr als ärgerlich.

 1 In der Praxis: Gemäß "1,2,3, viele" würde ich sagen, dass tendenziell mind. 4 Bilder von Pimmeln drin sein müssten, jeweils 4 schwule und lesbische Szenen, 4 Situationen mit recht eindeutigen Transgender, Bi-Sexuelle Bilder könnte man mMn mit Homo- und Heterosexuellen Darstellungen verrechnen (ergibt dann aber auch wieder 4 Bilder: Ein Mann, der einmal mit einer Frau und einmal mit einer Frau abgebildet wird und eine Frau, die einmal mit einem Mann und einmal mit einer Frau abgebildet wird); Bilder zu körperlichen Handlungen asexuell Orientierter, ... und dann kommen noch verschiedene Körpermaße, "Rassen" und Kulturen dazu.

Wenn man das alles so berücksichtigen will, kommt man ganz schnell auf eine ziemlich große Bilderzahl. Dass man Abstriche machen muss, weil die Hauptkäuferschicht heterosexuell, weiß, männlich (oder weiblich) und am gängigen Schönheitsideal orientiert ist, ist klar.
Aber genau deswegen sind ist die ästhetische Herangehensweise (http://www.ulisses-spiele.de/neuigkeiten/2018-07-09-wege-der-vereinigungen-making-of-des-artworks-der-produktreihe/) an WdV vollkommen ungenügend. (Was nicht heißt, dass die Bilder schlecht sind. Das sind sie nicht.)


Natürlich nicht. Kommt nicht die Parole "Alles ist politisch!" sogar aus dem Feminismus?
Ist bei mir unter "Frankfurter Schule" abgespeichert. Wie dem auch sei: So fern stehen die einander nicht. (Und glaub, dass es in der griechischen Antike auch Anklänge davon gab.)


Plattformen zur politischen Teilhabe gibt es sehr, sehr viele. Da muss man nicht auch noch Deutschlands einziges ernstzunehmendes Rollenspielforum zwangsbeglücken - vollkommen unabhängig von der politischen Coleur.
Hast du mal nen Link zu ner Plattform, bei der das im Rahmen von Geek-Hobbies passiert?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Wellentänzer am 19.07.2018 | 01:25
Hast du mal nen Link zu ner Plattform, bei der das im Rahmen von Geek-Hobbies passiert?

Politische Diskussionen? Ich halte Rollenspiel und Politik für ziemlich disjunkte Themen. Entsprechend halt ich eine Verbindung für wenig sinnvoll und unterstütze die Trennung im Tanelorn. Wenn man die Themen trotzdem unbedingt miteinander verquicken möchte, stellt Skyrock extra genau dafür eine Plattform zur Verfügung: https://voat.co/v/tanelornsc . Beim RPGPundit soll es letztlich sehr viele, wenn auch unschöne politische Entwicklungen gegeben haben. Das weiß ich aber nur vo. Hörensagen. Da wäre sicherlich viel Überzeugungsarbeit leistbar - zwar mit geringer Erfolgsaussicht, dafür aber im Gegensatz zum Tanelorn mit echten und nicht mit überwiegend herbeidelirierten politischen Gegnern.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Skyrock am 19.07.2018 | 01:39
v/TanelornSC ist weitgehend tot - da gab es gerade mal 11 Submissionen in über 2 Jahren, davon 7 zu Malifaux-Gate und 2 zur letzten Bundestagswahl. Wirklichen Bedarf scheint es nicht zu geben, und diejenigen die sich an mir persönlich stören haben sich auch nicht dazu aufgerafft eine Alternative zu schaffen.

Im übrigen moderiere ich das Subversum schon lange nicht mehr aktiv, sondern habe es schon vor Monaten in die Hände globalen Administration gegeben, nachdem sich Leute an der Möglichkeit gestört haben, ich könnte die Moderationswerkzeuge mißbrauchen und/oder wäre ein toxischer Einfluss. Aktivität gebracht hat das auch nicht.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 19.07.2018 | 01:53
Mit Leuten zu diskutieren, die sich im Recht wähnen ist echt anstrengend und frustrierend.

Und danach erklärst du uns ganz genau, was es mit Stereotypen, kollektivem Bewusstsein und "kollektiv bedingten Halo-Effekten" (whatever this is) auf sich hat.

Okay...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 19.07.2018 | 02:13
Wirklichen Bedarf scheint es nicht zu geben, und diejenigen die sich an mir persönlich stören haben sich auch nicht dazu aufgerafft eine Alternative zu schaffen.
Würd ich nicht sagen.  In Bezug auf das voat-Ding ist mMn die ungewohnte Form/Plattform und das  Fehlen an kritischer Masse (Content & User & User-Diversity). So von jetzt auf gleich entsteht keine Community. Zumindest dann nicht, wenn sich nicht genug Leute darum kümmern. Im Disputorium gibts immer mal wieder Themen mit politischem Bezug - da ist die Zahl der Protagonisten aber auch fast? zu klein und es gibt ne gewisse Grundwertschätzung, die nicht erst erarbeitet werden muss.


Kollektives Bewusstsein = Die Prägungen, Beurteilungen und normativen Überzeugungen, die eine Gesellschaft/Kultur (die deutsche, europäische, westliche) angesammelt hat. "Hetero = normal", das gehört z.B. dazu. "Pünktlichkeit ist eine sehr wichtige Tugend" ... gehört auch dazu.

Halo Effekt (https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/halo-effekt/6232); kollektiv bedingt heißt, dass eine Gruppe von Menschen sich dazu entschlossen hat bei Mitgliedern einer anderen Gruppe ... X und Y zu vermuten und zwar aufgrund eines besonderen Merkmals Z. Tatsächlich aber gibt es keine wirkliche Verbindung von X und Y zu Z. Man könnte es also als "assoziative Konstruktion" beschreiben. Beispiel: Westler gelten in den Augen der islamischen Welt als hedonistisch, verlogen und ungläubig, weil Liberalität und nicht der Islam gesellschaftliche Richtschur ist. Dabei hat Liberalität per se nichts mit Unglauben, Lüge und Hedonismus zu tun. Oder: Schöne Menschen werden für intelligenter und durchsetzungsfähiger gehalten.

Stereotyp: Da gibt es ne ganz gute, sich schrittweise vertiefende Erklärung (https://karrierebibel.de/stereotyp/).
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 19.07.2018 | 06:15
Sollen wir WdV jetzt auf Voat diskutieren? Oder ist das hier schon OT?  :d
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 19.07.2018 | 06:33
Ich weiß nicht. Das Kernproblem von WdV scheint mir zu sein, dass es den Weg vom Scherz zur ernstzunehmenden inklusiven Spielhilfe nur halbherzig gegangen ist. Gerade im Versuch allen sexuellen Orientierungen, Geschlechtern und Vorstellungen idealer Körpermaße gerecht zu werden steckt große Sprengkraft.

Du bist ja grundsätzlich ein sehr sachlicher und ernster User hierzuforum. Und ich glaube, dass Dir diese Wahrnehmung des Hobbys in diesem Falle, mit diesem Produkt, etwas im Wege steht. Das Buch ist nicht auf dem Weg zu einer "ernstzunehmenden inklusiven Spielhilfe". Never ever. War es aber auch nie. Und warum sollte es das werden?
Dass dieses Scherzprodukt dennoch nicht genügend Fleisch auf dem Knochen hat, hat es ja zur Genüge bewiesen.


Schade nach wie vor finde ich, dass die große Kritikerriege (in Sachen Diversity, Rassen, Diskriminierung) es nicht schafft mal klare und konstruktive Vorschläge zu machen, wie solch ein Produkt denn aussehen solle. Das zeigt mir nachhaltig auf, dass einige Leute hier lediglich ihre politische Agenda verfolgen und dieses Thema in ein Rollenspielforum tragen, in denen das per Hausordnung untersagt ist. Siehe, was Wellentänzer sagte  :d
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 19.07.2018 | 06:47
Ich glaube die Hausordnung wird bei solchen Dingen eigentlich nie ganz durchgesetzt, zumindest so lange es zivilisiert zugeht oder die starken Spitzen nicht all zu regelmäßig kommen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 19.07.2018 | 06:54
Ich glaube die Hausordnung wird bei solchen Dingen eigentlich nie ganz durchgesetzt, zumindest so lange es zivilisiert zugeht oder die starken Spitzen nicht all zu regelmäßig kommen.

Finde ich bedingt auch okay. Aber ... erinnerst Du Dich an den Thread mit dem Aufruf zu mehr Diversity in Rollenspielen?
Darin gab es seinerzeit einen (1) Post, in dem sehr sachlich und vorsichtig für einen offeneren und verbreiteteren Umgang mit den dort im Thread diskutierten Themen angeregt wurde. Danach gab es vor Allem Missverständnisse und viel Unsachlichkeit von vielen Seiten.
Solche Themen in Rollenspielkontexten sind fast genau so entzündlich, wie die geschlossene Speakers Corner.

Und bevor das hier als Kritik an der Moderation oder dem Admin missverstanden wird: das ist so nicht gemeint.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 19.07.2018 | 07:20
Ich erinnere mich daran und da war ja schon der Eingangspost sehr grenzwertig und provokativ aus meiner Sicht. Das konnte ja nur in eine Richtung laufen und genau wie bei der Diskussion hier, hat es ja auch nur 1-2 Seiten gebraucht, bevor die ersten "Nazi"- und "Drittes Reich"-Argumente kamen. Selbst hier kamen schon Dinge, die so rein gar nichts mit dem Thema zu tun hatten, sondern einfach nur Ausdruck politischer Meinung waren, wie Kommentare über Trump oder die AfD. Das ist ja wohl rein politisch, da keine der beiden irgendetwas auch nur in Richtung WdV oder deren Inhalte gesagt hatte.
Letztlich kommt es auch immer darauf an, was für ein Tag ein entsprechender Moderator hat. Meiner Erfahrung nach wird ein Thread, unabhängig vom gerade diskutierten Thema, geschlossen, wenn der Moderator prinzipiell etwas pissed ist. Ist ja auch nur normal.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 19.07.2018 | 07:29


Schade nach wie vor finde ich, dass die große Kritikerriege (in Sachen Diversity, Rassen, Diskriminierung) es nicht schafft mal klare und konstruktive Vorschläge zu machen, wie solch ein Produkt denn aussehen solle. Das zeigt mir nachhaltig auf, dass einige Leute hier lediglich ihre politische Agenda verfolgen und dieses Thema in ein Rollenspielforum tragen, in denen das per Hausordnung untersagt ist. Siehe, was Wellentänzer sagte  :d

Gute Frage. Zunaechst bei den Illus ansetzen hat jedenfalls bei DnD 5e funktioniert . Aber WotC fahrt ja auch einen expliziten LGBTQIA Kurs u a auch bei den Merchandising Artikeln wie das Ampersand in Regenbogenfarben etc..  Und nichtstraightes Personal einstellen um eine gewisse Sensibilität zu erzeugen, denn Kochrezepte glaub funktionieren hier eher weniger...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 19.07.2018 | 08:06
Und nichtstraightes Personal einstellen um eine gewisse Sensibilität zu erzeugen, denn Kochrezepte glaub funktionieren hier eher weniger...

Du siehst aber schon, dass das ein riesen Problem ist, vor das du die Redaktion stellst? Einmal wurden ja schon nicht-heterosexuelle Personen zu Rate gezogen, was aber auch hier verächtlich abgetan wurde, ebenso wenn eine Frau nach ihrem Geschmack Illustrationen anfertigt ja auch vorgeworfen wird, damit nur das männliche Auge zu bedienen, andererseits ist Ulisses nicht so groß, dass sie es sich erlauben können auch noch bei der Einstellung von Personal nach Geschlecht oder Sexualpräferenz zu diskriminieren. Da arbeiten doch an DSA eh nur so 3,14 Leute (zumindest nach meinem Gefühl), die dazu auch noch angeben, nicht mal lukrativ bezahlt zu werden. Wünsche können gerne so angebracht werden, aber etwas realistisch sollte es schon sein, bei Forderungen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Bildpunkt am 19.07.2018 | 08:23
Du siehst aber schon, dass das ein riesen Problem ist, vor das du die Redaktion stellst? Einmal wurden ja schon nicht-heterosexuelle Personen zu Rate gezogen, was aber auch hier verächtlich abgetan wurde, ebenso wenn eine Frau nach ihrem Geschmack Illustrationen anfertigt ja auch vorgeworfen wird, damit nur das männliche Auge zu bedienen, andererseits ist Ulisses nicht so groß, dass sie es sich erlauben können auch noch bei der Einstellung von Personal nach Geschlecht oder Sexualpräferenz zu diskriminieren. Da arbeiten doch an DSA eh nur so 3,14 Leute (zumindest nach meinem Gefühl), die dazu auch noch angeben, nicht mal lukrativ bezahlt zu werden. Wünsche können gerne so angebracht werden, aber etwas realistisch sollte es schon sein, bei Forderungen.

Ich das eher als allgemeine  Antwort an meinen Vorredner zur Herstellung von mehr Bewusstsein hinsichtlich Nichtheteronormativitaet im  RPG Produktbereich gemeint und nicht als explizite/normative Aufforderung an einen spezifischen Verlag.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 19.07.2018 | 08:32
Ich das eher als allgemeine  Antwort an meinen Vorredner zur Herstellung von mehr Bewusstsein hinsichtlich Nichtheteronormativitaet im  RPG Produktbereich gemeint und nicht als explizite/normative Aufforderung an einen spezifischen Verlag.

Und WdV ist doch divers in jeder Form. Außer Schniepis, die gibbet ganz objektiv zu wenige.


(Könnte aber rechtliche FSKirgendwas Gründe haben. Sind ja in Deutschland, wo Du nachts nackte Frauen im TV zeigen darfst, aber keine nackten Männers ...  :gaga:)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aendymion am 19.07.2018 | 09:06
Und WdV ist doch divers in jeder Form. Außer Schniepis, die gibbet ganz objektiv zu wenige.

Diversität und ihre Repräsentation ist mMn aber nicht allein eine Frage der Quantität der Darstellungen, sondern auch um das Wie. Ein "Quoten-XY" nützt hier niemandem was. Es kommt für mich auch immer darauf an, ob die entsprechende Gruppe möglichst frei von ausgelutschten Stereotypen dargestellt wird. Sonst wird mit Repräsentation das Gegenteil erreicht.

Eine Spielhilfe, die in ihrem Inhalt mehrere Seiten darauf verwendet, klar zu machen, wie inklusive und gleichberechtigt Aventurien ist, möchte glaub ich in diesem Punkt durchaus ernst genommen werden. Und da liegt mMn der Hase im Pfeffer: Wenn ich ernst genommen werden will bei einem solch sensiblen und gesellschaftspolitisch explosivem Thema (ist ja nicht die erste hitzige Diskussion dazu hier), dann muss ich meine Hausaufgaben gemacht haben. Und mich vielleicht mal mit aktueller Literatur zum Thema Diversity in Medien oder Antidiskriminierung auseinandergesetzt haben. Oder jemanden externes fragen, der sich mit diesen Themen auskennt. Tue ich das nicht, muss ich hinnehmen, dass mir das später um die Ohren gehauen wird.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 19.07.2018 | 09:22
Das Ding ist ja, dass man genau das laut Aussage des Verlages getan hat. Das kann man glauben oder auch nicht, jedoch muss einfach auch in Betracht gezogen werden, dass sich eben jemand mit diesen Themen ernsthaft bescjäftigen kann und am Ende nicht auf die gleiche Meinung rauskommt. Könnte ja gut sein, dass zum Beispiel ein geringes Maß an Witzen über Stereotypen eher positive Auswirkungen hat auf die Inklusion. Asterixcomics werden zum Beispiel weltweit gelesen und füjren Liebhaber dessen zusammen.
Das Schisma entsteht jedoch schon früher. Ich sehe, wie hier manche auch, WdV als Witzwerk, was eben genau nicht ernstgenommen werden will. Die Absurdität einer Penistabelle ist da für mich Beweis genug. So wirklich konnte ich hier kein Argument erkennen, dass mich dahingehend zweifeln lies. Für andere ist es wohl ein ernsthaftes Werk. Wenn hier schon keine Einigkeit herrscht, werden Argumente, die auf der jeweiligen Position aufbauen auch eher schwierig.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 19.07.2018 | 09:27
Diversität und ihre Repräsentation ist mMn aber nicht allein eine Frage der Quantität der Darstellungen, sondern auch um das Wie. Ein "Quoten-XY" nützt hier niemandem was. Es kommt für mich auch immer darauf an, ob die entsprechende Gruppe möglichst frei von ausgelutschten Stereotypen dargestellt wird. Sonst wird mit Repräsentation das Gegenteil erreicht.

Sind die in WdV gezeigten colours und homos für Dich also nur eine Quote? Denn das ist, was Dein Absatz suggerieren könnte. Du relativierst nämlich eine objektive Aussage mit Deinem Kommentar.
Was ist dann keine Quote? Was ist für Dich ausgeglichen und fair repräsentiert?

Zitat
Eine Spielhilfe, die in ihrem Inhalt mehrere Seiten darauf verwendet, klar zu machen, wie inklusive und gleichberechtigt Aventurien ist, möchte glaub ich in diesem Punkt durchaus ernst genommen werden. Und da liegt mMn der Hase im Pfeffer: Wenn ich ernst genommen werden will bei einem solch sensiblen und gesellschaftspolitisch explosivem Thema (ist ja nicht die erste hitzige Diskussion dazu hier), dann muss ich meine Hausaufgaben gemacht haben. Und mich vielleicht mal mit aktueller Literatur zum Thema Diversity in Medien oder Antidiskriminierung auseinandergesetzt haben. Oder jemanden externes fragen, der sich mit diesen Themen auskennt. Tue ich das nicht, muss ich hinnehmen, dass mir das später um die Ohren gehauen wird.

Aha. Und das haben die also anhand welcher Dir bekannten Fakten nicht getan? Und warum muss man sich bei so einem Buch mit Antidiskriminierung intensiv auseinandersetzen? Wer zwingt mir das denn auf? Meinst Du nicht, dass ein Vorwort und ein Nachwort, in dem vieles erklärt wird ausreichen sollte?

Ich möchte wissen, was die hätten besser machen können! Und dazu bleibt hier die gesamte Kritiker-Fraktion eine sachdienliche, konkrete und objektive Antwort schuldig.

Nochmal: ich finde das Buch total banane. Aber die meisten Kritiken daran finde ich noch tausendmal bananer!
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 19.07.2018 | 09:31
Du bist ja grundsätzlich ein sehr sachlicher und ernster User hierzuforum. Und ich glaube, dass Dir diese Wahrnehmung des Hobbys in diesem Falle, mit diesem Produkt, etwas im Wege steht. Das Buch ist nicht auf dem Weg zu einer "ernstzunehmenden inklusiven Spielhilfe". Never ever. War es aber auch nie. Und warum sollte es das werden?
Dass dieses Scherzprodukt dennoch nicht genügend Fleisch auf dem Knochen hat, hat es ja zur Genüge bewiesen.
Mehr als, dass das Buch nicht weiß, was es will, hab ich ja gar nicht behauptet. (Und halb-spaßig halb seriös - Letzteres war seit DSA 4.X  immer irgendwie Anspruch - bedeutet bei dem Thema sich ein Fettnäpfchen-Meer aufzuschütten. Kann man machen, muss man aber nicht.)
Und ja, ich hatte mich für das Buch interessiert. Als Spielhilfe für die Darstellung diverser Sexualität im Rollenspiel. Dafür hätte ich großherzig sogar in Kauf genommen, dass es DSA ist.  ;)

Nachdem ich aber das Zeugs von Nadine Schäkel (http://www.ulisses-spiele.de/neuigkeiten/2018-07-09-wege-der-vereinigungen-making-of-des-artworks-der-produktreihe/) gelesen hatte, ist der Kram für mich gestorben. Ich denke da ist für mich nix zu holen.
Da ist dann doch wieder nur die - auch öde - liberale Spielart von Mainstream drin. Find ich schon in (v.a. US-)Comics affig, weswegen ich die auslasse.
Oder: Warum sollen immer die Gleichen was Interessantes bekommen? Weil es OK ist, wenn Minderheiten untergehen? Oder, weil es OK ist, wenn die Mehrheit nicht/kaum teilen muss?

Wie gesagt: Ich hatte es so verstanden, dass die Redax sich wirklich um Diversity bemühen mag.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Schade nach wie vor finde ich, dass die große Kritikerriege (in Sachen Diversity, Rassen, Diskriminierung) es nicht schafft mal klare und konstruktive Vorschläge zu machen, wie solch ein Produkt denn aussehen solle.
Ich hab versucht Kriterien zu nennen. Am Ende müssen die Macher bestimmen, was sie veröffentlichen wollen. Harte Kriterien können nur intern - und unter Zuhilfenahme derjenigen, die repräsentiert werden sollen - festgelegt werden.

Aber so als Gegenfrage: Wie viele Bilder, die deinen sexuellen und ästhetischen Präferenzen entsprechen, müssten denn drin sein, dass du dich nicht abwendest?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 19.07.2018 | 09:43
Oder: Warum sollen immer die Gleichen was Interessantes bekommen? Weil es OK ist, wenn Minderheiten untergehen? Oder, weil es OK ist, wenn die Mehrheit nicht/kaum teilen muss?

Immer die Gleichen heißt in dem Fall was? DSA-Spieler und Liebhaber, die ein Werk unterstützt haben, dass als Aprilscherz gedacht war? Welche Minderheiten sind denn untergegangen? Denkst du, dass es nicht einen Spieler aus irgendeiner Minderheitengruppe gibt, der Gefallen an dem Buch findet? Gab es überhaupt eine Untersuchung, wer Gefallen daran findet und wer nicht? Du scheinst ja nicht das Buch zu mögen, aber hast du sonst das Gefühl, dass niemals Spielmaterial für deinen Geschmack produziert wird?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aendymion am 19.07.2018 | 09:56
Aha. Und das haben die also anhand welcher Dir bekannten Fakten nicht getan? Und warum muss man sich bei so einem Buch mit Antidiskriminierung intensiv auseinandersetzen? Wer zwingt mir das denn auf? Meinst Du nicht, dass ein Vorwort und ein Nachwort, in dem vieles erklärt wird ausreichen sollte?

Niemand zwingt irgendwem was auf, das habe ich nicht gesagt und deshalb finde ich die "Zensur"-Vorwürfe auch so unsinnig: Das Buch kann geschrieben sein, wie es will. Ich sage nur, man hätte diese krassen Reaktionen vermeiden können, wenn man sich vorher intensiver mit Themen wie Diversity und Antidiskriminierung auseinander gesetzt hätte. Dann hätte man eher ein Bewusstsein dafür gehabt, dass gewisse Inhalte unangenehm auffallen könnten. Und hätte sie eventuell einfach weggelassen, weil sie keinen Mehrwert haben.

Zitat
Ich möchte wissen, was die hätten besser machen können! Und dazu bleibt hier die gesamte Kritiker-Fraktion eine sachdienliche, konkrete und objektive Antwort schuldig.

Ok, dann nochmal kurz, sachlich und unaufgeregt ein paar Beispiele, wie es mir eher gewünscht hätte:
- Verzicht von stereotypen, "animalischen" Beschreibungen bei der Darstellung der Waldmenschen-Sexualität
- Weniger starker Fokus auf Frauen bei den Illustrationen, mehr Unterschiedlichkeit (mehr Männer, mehr PoCs in unterschiedlichen Situationen). Wie gesagt, mir gehts nicht um nur um die Quote, aber hier ist die Verteilung schon sehr in der Schieflage - warum wurde ja erklärt)
- Gleichberechtigung homosexueller Beziehungen überall in Aventurien, keine homosexuellenfeindlichen Novadis oder Andergaster
- keine XP-bringender Nachteil "Homosexualität"
- Verzicht auf eine "Begutachtung" von transsexuellen Charakteren vor der geschlechtsangleichenden Liturgie
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 19.07.2018 | 09:57
Da Mike Krzywik-Groß die Kommentarfunktion (verständlicherweise) ausgeschaltet habe, antworte ich ihm mal hier, auch wenn er es hier vermutlich nie lesen wird.  ;)


Lieber Mike,

ein Freund von mir meinte kürzlich so ungefähr, dass du ziemlich knorke bist und unter anderem deshalb mache ich mir hier mit diesem Post etwas Mühe.

Vorab: Ich gehe mit dem Thema in aller Regel relativ unaufgeregt um und beurteile Menschen in aller Regel auch nicht allein anhand ihrer politischen Meinung (die müsste dann schon ziemlich extrem sein). Ich muss deshalb auch nicht mit allen auf einen Nenner kommen.

Zitat von: Mike Krzywik-Groß
Verrückte Tage
Mein Blog hatte in den letzten Tagen mehr als 5000 Aufrufe. Hunderte Foreneinträge und Beiträge wurden in den Sozialen Netzwerken geschrieben. Ich erhielt warme Worte von (ehemaligen) Ulisses-Mitarbeitern und darüber hinaus Zustimmungen von Menschen, mit denen ich schon viele Jahre nicht mehr gesprochen hatte. Rollenspielautoren nahmen sich den Vorfall zu Herzen und kündigten an, homosexuelle Figuren in ihre Texte zu schreiben und Blogger wollen nun nicht mehr über DSA berichten. Mich erreichten Solidaritätsbekundungen von mehreren Illustrator*innen sowie ein Jobangebot von einem Verlag, für den ich bisher noch nicht gearbeitet habe. Ich erhielt bestürzte Mitteilungen von Menschen, die fassungslos auf die Veröffentlichung „Wege der Vereinigung“ blickten, sowie liebevolle und kämpferische Wortmeldungen. Euch allen vielen, vielen Dank.
Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Feedback, der Unterstützung und dem Erfolg. Freut mich für dich.

Zitat von: Mike Krzywik-Groß
Kritik an der Kritik
Natürlich gab es auch Gegenwind. Das war zu erwarten, wenngleich mich der offene Sprachjargon der alt-right Bewegung und Pegida / AfD-Sprech doch zusammenzucken ließ. Es sind wenige dieser Stimmen, aber sie sind laut und deutlich. Ein Problem für die Community.

Selbstredend erhielt ich den Vorwurf der Profilierung, wie er wohl immer genannt wird, wenn man für sein Anliegen die Öffentlichkeit sucht. Wer mich kennt, meine Arbeit oder auch nur meinen Blog verfolgt, hat ein ziemlich genaues Bild davon, dass ich meine Überzeugung klar und deutlich artikuliere. Mein letzter Blogbeitrag war nicht meine erste gesellschaftspolitische Wortmeldung und nicht meine letzte. Natürlich geht es auch in diesem Fall um die konkret von mir formulierten Punkte und nicht um Scheingefechte, Verschwörungstheorien oder gar simples Nachtreten. Für solche Spielereien gibt es schlichtweg keinen Grund, und derartige Behauptungen dienen lediglich der Bagatellisierung der geäußerten Kritik.

Hier hätte ich mir gewünscht, dass du vielleicht auch mal auf die Kritik bzw. die Kritiker eingehst. Mich interessiert als Leser deines Blogs durchaus, ob und inwieweit du dir über die Kritik an deiner Kritik Gedanken gemacht hast. Gab es sowas wie eine Reflexion bei dir?
Auch wenn du schreibst, die Alt-right/AfD/Pegida-Schreie wären nur "wenige Stimmen" gewesen, geht das etwas unter. Ich gewinne beim Lesen des Absatzes den Eindruck, als wäre eher die Mehrheit der Gegner deiner Kritik pöbelnde Idioten gewesen. So empfinde ich das nicht. Ich selbst pöbele ja gerne rum, aber es gab durchaus auch sachliche Kritik an deiner Kritik.

Zitat von: Mike Krzywik-Groß
Ich bin doch kein Rassist, aber…
Die Unkenntnis vieler Stimmen zu den Themen Sexismus und Rassismus hatte mich etwas erschreckt. Diskriminierung ist durchaus wissenschaftlich behandelt, und in der heutigen Zeit sollte es keine große Schwierigkeit sein, um auf entsprechende Erkenntnis zuzugreifen. Dabei will ich nicht ausblenden, dass z. B. Rassismus ein komplexes und schwer zugängliches Thema ist, welches ich sicherlich nicht in diesem Beitrag (er-)klären kann. Und doch habe ich die Hoffnung, dass sich die eine oder der andere auf den Weg macht, um es für sich zu entdecken. Erlaubt mir zwei kurze, inhaltliche Impulse.

Bei rassistischem Verhalten ist die Intention irrelevant. (Zweimal durchatmen und den Satz bitte noch einmal lesen). Ja, genau. Es interessiert schlichtweg nicht, warum jemand rassistische Stereotypen benennt oder gar publiziert. Ein schlechter Witz oder Boshaftigkeit? Völlig egal! In der Rassismusforschung wird davon ausgegangen, dass die Intention für die Wirkungsmacht der geäußerten Diskriminierung weitgehend keine Rolle spielt. Sehr wohl jedoch die Akzeptanz der Gesellschaft für derlei Diskriminierungen. Vielleicht ändert dieser Umstand die eine oder Bewertung der Debatte.

Rassismus ist ein System, welches bestimmte Menschen diskriminiert und der Mehrheitsgesellschaft Privilegien gewährt, zu denen People of Color keinen Zugang erhalten. Menschen in diesem System abzuwerten, weil man sie mit animalischen (und weniger intelligenten) Attributen markiert, ist rassistisches Handeln.

Das System Rassismus fängt im Kopf, in der Sprache und in den Büchern an, wo herabwürdigende, auf kolonialem Boden konstruierte Stereotypen gebildet werden, und nicht erst bei einem Brandanschlag oder Ertrinkenden im Mittelmeer. Das System Rassismus hat Auswirkungen auf Biographien, Karrierechancen, gesellschaftliche Teilhabe, psychische Gesundheit und körperliche Unversehrtheit. Deshalb ist es wichtig, ebendieses System an den Stellen zu benennen, wo es sich zeigt, selbst wenn es eine fragwürdige Spielhilfe für ein von mir geliebtes Rollenspiel ist.

Ich finde diesen Abschnitt insgesamt gut und es ist auch m. E. richtig, hier nochmal kurz in die Materie einzusteigen (auch wenn manche das als oberlehrerhaft empfinden werden).
Aber mich stören einige Aspekte:
1. Das Thema wird wissenschaftlich behandelt, ja. Aber gibt es bei einer wissenschaftlichen Behandlung und Forschung so ein eindeutiges Ergebnis? Keine Gegenstimmen, keine anderen wissenschaftlichen Thesen? Ich als Laie finde das merkwürdig.
2. Innerhalb dieses Abschnittes müsste m. E. erklärt werden, wie man von der Attributierung von Menschen in einem fiktiven Setting zum realweltlichen Rassismus kommt. "Isso" reicht mir da nicht. Ich glaube kaum, dass es da einen einheitlichen "wissenschaftlichen" Stand zu gibt. Gerade in der größten Branche, die das betrifft, der Filmbranche, wird ja auch gerne darüber diskutiert. Das ist eine Hürde, die noch mit Argumenten genommen werden müsste - falls das überhaupt geht. Ich bin mir da nicht so sicher. Wie nah müssen die fiktiven Menschen den realweltlichen sein, dass eine Übertragung möglich ist. Kann ich die als triebhaft bezeichneten Orks in DSA oder anderen Settings schon als Stereotyp bestimmter realweltlicher Menschengruppen auffassen? Ab wann konnte der nichtschwarze Moha dem schwarzen Menschen in der Realität gleichgesetzt werden?
3. Was ist mit denen, die sagen "Ja, weiß ich - ist mir aber egal" - so wie mir? Ich habe mich auch jahrelang mit Rassismus beschäftigt - oder sagen wir lieber: musste mich damit beschäftigen. Nicht wissenschaftlich natürlich. Hat nicht immer Spaß gemacht. ;) Das macht meine Aussagen übrigens weder besser noch schlechter. Wenn du mir einen guten rassistischen Witz erzählst (ich weiß, würdest du vermutlich nicht tun), werde ich darüber lachen. Was sagt das jetzt aus?
Konkret auf WdV bezogen heißt das: Dass die Mohas längere Pimmel haben, geht an mir komplett vorbei und ich hätte es vielleicht nie gesehen, wenn manche sich darüber nicht geäußert hätten. Vielleicht hätte ich es irgendwann von allein gemerkt. Dann hätte ich darüber gelacht und es Leuten erzählt, die auch darüber lachen können.
4. Wie beurteilst du den bewussten Umgang mir Rassismus in Rollenspielen, wenn man versuchen würde, den Stereotypen bewusst auszuweichen. Ich schreibe ein Abenteuer und lasse im Badehaus einen dunkelhäutigen Diener mit kleinem Penis auftreten. Wie wird das bewertet?

Kurzum zu diesem Abschnitt: Ich habe nicht das Gefühl, dass du diese Sichtweise, die ich und einige andere haben, verstanden hast oder überhaupt hören willst.

Zitat von: Mike Krzywik-Groß
Deutungshoheit
Darüber hinaus finde ich es bemerkenswert, wer hier alles Rassismus zu beurteilen sucht. Wenn die Deutungshoheit ein so umstrittenes Gut ist, wie die Debatte in den Foren zeigt, dann bitte ich die Kritiker meiner Worte sich an Betroffene von Rassismus zu wenden. Ich meine dabei explizit nicht den besten Kumpel, sondern Organisationen wie z. B. die Initiative Schwarzen Menschen in Deutschland e.V. oder die Amadeu-Antonio-Stiftung. Es wäre sicherlich interessant, was sie zu Zitaten wie: „…sind die meisten Mohastämme recht gut mit den Zusammenhängen von Sexualität und Empfängnis vertraut – was sie sich vermutlich aus der eigenen Lebenserfahrung sowie aus der Beobachtung der sie umgebenen Natur abgeleitet haben.“ (Wege der Vereinigung, S.28). Dass hier der aus der Tierwelt bekannte Begriff der „Paarung“ verwendet wird, rundet die koloniale Perspektive ab.
Ganz schwierig. Du möchtest, dass deine Kritiker sich an eine Institution wenden, die bereits absolut auf deiner Linie ist (so lese ich das)? Finde ich maximal unglücklich. Wenn überhaupt, sollte man doch versuchen, sich dem Thema so neutral wie möglich zu nähern und sich dann eine Meinung zu bilden. Des Weiteren erweckst du den Eindruck der Homogenität der beiden Institutionen. Für die Amadeu-Stiftung mag das noch eher gelten (kenne ich nur flüchtig), aber die Initiative Schwarze Menschen? Puh. Mit Inhalten der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland habe ich mich längere Zeit auseinandergesetzt, natürlich weil sie auch meine Positionen teilweise vertreten und ich mich fragte, ob sie mich insgesamt vertreten. Schwierige Sache. Ich sage es mal ganz flapsig: Die können sich nicht mal auf die Farbe von Scheiße einigen.
Deutungshoheit kriegen die von mir jedenfalls nicht oder anders gesagt: Deutungshoheit über Rassismus gibt es nicht und wenn, sollten sie alle haben.

Spoiler zu den Buchtipps, die ich im Gegenzug auch gebe, da das ziemlich OT ist.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Das war´s erstmal.

Viele Grüße
Hotze aka Patrick
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aedin Madasohn am 19.07.2018 | 10:11
Ich sehe, wie hier manche auch, WdV als Witzwerk, was eben genau nicht ernstgenommen werden will

dies sehe ich genau so  und stimme dir zu
für mich ist WdV ein aufgeblasener Aprilscherz, der die Verregelungswut der DSA4.1 auf´s Korn nimmt, indem man den rahjagefälligen Liebesakt wie einen schwerfälligen und SF-Moves dominierten 4.1 K(r)ampf aufzieht.
Überspitzung eines Details (es gibt fisselige Regel für fusseligen Kleinkramm), bis die Satire schmerzhaft auf die RAW-gläubigen Füße fällt.

Mhaire hat sich ja bereits einmal hier schon geäußert und
(ja, bereits verlinkt, nur zur Vollständigkeit, damit interessierte sich nicht totsuchen müssen im Thread https://youtu.be/FOtT_woLTJ8 (https://youtu.be/FOtT_woLTJ8) )
sie hat an WdV mitgearbeitet. Sie erklärt sich per Late nerd show und man kann ihr dabei ins Gesicht+Augen schauen. Ihr geht der Flamewar an die Nieren.
Wer also die Impaktzone des "um die Ohren hauens" erkunden möchte, das Video hilft.

So wie hier einige im Pauschalen über "die Macher" von WdV reden wäre hier die ersten 50 Minuten mal anzuschauen angebracht.
Ein unverstellter Blick in den Maschinenraum eines RPG-Projekts in Verlagshänden durch eine Betroffene.

Gleichzeitig erhellt es auch in anderer Hinsicht: Mhaire spricht es zwar an, dass WdV eine Aprilscherz-Ausgangslage hat, um dann aber so ernsthaft über WdV als Sex-Spielhilfe für Aventurien mit objektiv feststellbaren Schwächen zu reden, dass ganz klar ist: sie als Autorin einiger Texte sah das ganze nie als satirische Spielerei und aufgeblasenen Aprilscherz.

upsss

wenn selbst eine (es waren ja mehre Autoren, die Texte geliefert haben) der direkt daran arbeitenden Personen NICHT von Aprilscherzniveau ausgeht, dann sind natürlich Verwerfungen im Gesamtwerk, welches ja ein Konglomerat diverser Addons ist, im Bezug auf "nicht scheibenweltflach abgedreht genug, um auch sicher als Satire erkannt zu werden" zu erwarten.

Oder jemanden externes fragen, der sich mit diesen Themen auskennt


Mhaire reflektiert hier (sie hat sich als LARP-Rahja-Geweihte tief/etwas/überhaupt/setztdocheinwasihrwollt in die Materie eingearbeitet) einmal zu dem Thema.
da sie gleichzeitig ein Belegexemplar zur Hand hat, sind ihre Ausführungen darum, wo zum Beispiel über selbstbewusste Frauen in Aranien (wer sich wirklich für DSA interessiert kennt deren Gesellschaftsmodell "wo die Ehefrauen für ihre Ehemännerpaschas herrschen") und dortige Clubstrukturen, wo lesbisch sein seine anerkannte Position hat und gelebt werden kann, glaubwürdig.

übrigens hatte auch irgendeiner dieser "Macher" die geniale Idee, in einer Welt voller "realkarmatischer" Götter die Liturgie zur Geschlechtsumwandlung einzubringen. Es ist also kein Problem, einen Char zu spielen, der sein Geschlecht gewechselt hat - und das per 12-Götter TSA-Liturgie gegen jede Einwürfe von Moralaposteln abgesichert. Denn wenn Alveran dahinter steht, kann es keine Sünde sein  ;)

Maraskan bringt dann auch noch Bewegung in das Geschlechterselbstverständnis, wo Mann und Frau nicht als 0-1 Dualismus wahrgenommen werden, sondern nur als Endpfosten in einem regenbogensanft übergehenden Spektrum mit gesellschaftlich anerkannten Zwischenstufen. Bruderschwester, was brauchst du noch zum Glücklich sein?

also, meine lieben mumifizierten Priesterkaiser, ist den alles schlecht unter der WdV-Sonne?   
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 19.07.2018 | 10:12
Es gab doch hier auch schon Leute für die das Thema Diverisität hohe Priorität hat, und die geschrieben haben, dass sie zufrieden waren.
Es gab sicher auch Leute die mehr erwartet haben(Vielleicht auch aufgrund der Ankündigung)

Wie geht man jetzt mit enttäuschten Erwartungen um?
Jetzt ist das Ding ja raus.
"die Leiche ist tot. Vom drauf herum trampeln wird sie auch nicht wieder lebendig. "

Vielleicht selbst was auf die Beine stellen und einem Verlag anbieten?
Da könnten sich die Unzufriedenen evtl. zusammen tun, und zeigen, wie und was sie sich wünschen.
Kreativ werden statt destruktiv.

Und wem das Thema ernster ist, als es ein Spaßbuch vorsieht, der kann es zudem auch noch etwas ernster behandeln.

Wenn es genügend Interessenten gibt, vielleicht verkauft sich das sogar auch als reines Fan Produkt.
Vielleicht erhalten die Enttäuschten auch Unterstützung von jenen Autoren, die damit ebenfalls nicht zufrieden waren.
Und die ja evtl. auch Interesse daran haben und die nötigen Connections.
Die werden sicher gerne ihre Hilfe und Erfahrung anbieten.
(Fragen kostet ja nichts)

Tut euch zusammen und macht etwas Neues nach eurem Geschmack.


Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: YY am 19.07.2018 | 10:15
- Gleichberechtigung homosexueller Beziehungen überall in Aventurien, keine homosexuellenfeindlichen Novadis oder Andergaster

Das braucht man nicht sehr viel weiter führen, bis ein Setting völlig rundgelutscht und entkernt ist.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 19.07.2018 | 10:17
- Verzicht von stereotypen, "animalischen" Beschreibungen bei der Darstellung der Waldmenschen-Sexualität

Würde halt enorm mit dem bisher beschriebenen Glauben und der Kultur brechen. Wie schon weiter oben erwähnt, ist die Nähe zum Tierreich und der Glaube an Tier- und Naturseelen ein starker Bestandteil der Kultur. Dies sollte sich idealer Weise in meiner Sicht auch in der Sexualität wiederspiegeln. Klar hätte es auch lacher bringen können, hier dann einen sehr pragmatischen Sexualakt zu beschreiben, aber wo wäre dann die Diversität? Wilder animalistischer Sex existiert und wird praktiziert. Diejenigen, die diesen praktizieren wollen ihn evtl. auch hier repräsentiert sehen, oder nicht?

- Weniger starker Fokus auf Frauen bei den Illustrationen, mehr Unterschiedlichkeit (mehr Männer, mehr PoCs in unterschiedlichen Situationen). Wie gesagt, mir gehts nicht um nur um die Quote, aber hier ist die Verteilung schon sehr in der Schieflage - warum wurde ja erklärt)

Aber dann nenn doch mal eine Anzahlt, die akzeptabel wäre? Andererseits wäre es halt so, dass Utulus und Mohas in Darstellung auch ein Problem darstellen können, wenn der Sexakt nicht stimmt oder die Gliedgröße zu groß ist, etc. Andere würden sich evtl beschweren, dass eine weiße Künstlerin hier andere Rassen zum Fetischobjekt degradiert. Könntest du einige Beschreibungen von Bildern geben, die allen Ansprüchen genügen würden?


- Gleichberechtigung homosexueller Beziehungen überall in Aventurien, keine homosexuellenfeindlichen Novadis oder Andergaster

Absoluter Bruch mit dem bisherigen hintergrund und es nimmt komplett die Möglichkeit kulturelle Homophobie zu thematisieren. Willst du solche Themen echt weißwaschen und damit eine Behandlung im Rollenspiel verhindern?

- keine XP-bringender Nachteil "Homosexualität"

*AP, aber ok, da bin ich voll bei dir. Das kann ersatzlos gestrichen werden.

- Verzicht auf eine "Begutachtung" von transsexuellen Charakteren vor der geschlechtsangleichenden Liturgie

Es gibt endlich eine geschlechtsangleichende Liturgie? Das ist so coll. Damit gibt man die Möglichkeit zur Bespielung von Transsexuellen Charakteren im vollen Spektrum, sowie das Prädikat " Ist in Ordnung", da damit Transsexuelle als göttlich top eingestuft werden. Das ist doch mal ein riesen Ding. Frohlocket. Ansonsten ist es halt so, dass man mit der Begutachtung so viel Rollenspielpotential hat, um die Umwandlung auch in die Tiefe auszuspielen. Ist ja in Realität nicht anders mit den ganzen Gutachten und Arztterminen. Das ist ein tolles Teil und sollte so beibehalten werden? Schade, dass das in der ganzen kritik so unterging.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Settembrini am 19.07.2018 | 10:27
Irgendwie komme ich nicht ganz dahinter, was für eine Einstellung überhaupt die Kritiker aller Seiten zu (Kunst)-Werken an sich haben.

Wenn ein Rapper einen Track macht, dann um einen oder zwei Aspekte, die im wichtig sind zu betonen. Wenn ein Maler was macht ebenso. Bei Büchern doch nicht anders! Welcher Roman erhebt den Anspruch alles aus alllen Perspektiven treffend zu beschreiben? Egal ob Hoch- oder Popkultur: Ich bekomme innerhalb eines Werks immer nur ein paar Gedanken und Ideen von ein paar wenigen Einzelpersonen aus ihrer Perspektive. Das ist der Sinn von solchen Werken! Aus der Summe des Konsumierten bilde ich mir dann zusammen mir eigener Anschauung mein Weltbild.
Und im Umkehrschluß, wenn meine Aspekte und Perspektiven nicht vertreten sind, dann muß ich selber das einrappen, bloggen oder malen. Ich kann doch nicht Kool Savas erwarten, er rappt darüber, wie DSA-ler sich fühlen, wenn der Spieleabend abgesagt wird? Und wenn er es doch tut, dann halt aus seinem Blickwinkel? Mehr kann ich doch nicht erwarten?

Irgendwie wird hier von den Kritikern über WdV so gesprochen, als sei es kein Werk im obigen Sinne, sondern eine allumfassende, alles-zu-regelnde, für immer, die Gesamtheit aller DSA Spieler bindende Beschlußlage. Quasi die Sex-Satzung des DSA-Vereins.

Kann mir jemand mal diesen Aspekt erläutern? Ich komme da nicht hinter, welches gedankliche Modell die Kritiker haben. Da seien mal die beteiligten Fachlektoren ausgenommen, die können sich ja zurecht beschweren, daß ihr Song nicht auf dem Album ist.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Shogoth64 am 19.07.2018 | 10:30
Ich habe gestern mir mal das Video von Mhaire Stritter zum WdV angeschaut (LINK (https://www.youtube.com/watch?v=FOtT_woLTJ8)) und muss sagen, dass ich das zu einem Großteil sehr gut fand. Ich kann zwar selber den Inhalt nur maginal Beurteilen, da ich das Werk schlicht und einfach nicht vorliegen haben (was ja aber viele in der Regel auch nicht daran hindert, sich über etwas aufzuregen :D). Doch es war besonders die Kritik daran, dass das Buch die innerweltliche Logik hätte weiterstricken können, statt nur zusammenzufassen und zu verregeln, die mich aufhorchen ließ.

Ich finde gerade diesen Punkt sehr interessant, denn das ist tatsächlich eine Sache, die mich an Aventurien schon immer gestört hat: Man hat zwar beschlossen, dass (in den meisten Regionen) absolute Gleichbereichtigung herrscht, aber dies immer nur (meiner Meinung nach) halbherzig durchgezogen, besonders wenn man sich die meisten NSCs, Plothooks und innerweltliche Logiken anschaut. Ja da gibt es immer die "starke Frau"® in den meisten Abenteuern, aber die Auswirkungen einer so Gleichberechtigten Welt sieht man nur spärlich.
Fragen über Fragen, die mir dabei durch den Kopf schießen (und vielleicht auch schon mal irgendwo angeschnitten wurden (habe keinen Abschluss in Aventurologie)):
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Natürlich wäre Wege der Vereinigung kein Heilsbringer gewesen, aber es gibt immer unzählige Fragen, welche man sich hierzu stellt und welche (nach meiner Auffassung) immer nur so beantwortet werden, dass man zumeist einfach Frauen in die Rolle eines männlichen Stereotypen steckt. Es wäre zumindest hilfreicher gewesen als Regeln für Felatio...

Aber das ist nur meine bescheidene Meinung dazu. Kein Anspruch auf absolute Wahrheit®

Edit: Blöden Rechtschreibfehler entfernt
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aendymion am 19.07.2018 | 10:32
Die Begründung "Es war in der Fantasywelt immer schon so gesetzt, das kann man nicht ändern" halte ich für wenig geeignet...da wurden schon ganz andere Dinge geretconned. Und auch Aventurien darf sich gesellschaftlich weiterentwickeln ;-)

Ich bin nicht der Meinung, dass man realweltliche Diskriminierungsformen aus dramaturgischen Gründen in eine Fantasywelt übernehmen muss. Stattdessen kann man Diskrimierung aufgrund von Aspekten, die Teil der Fantasy-Welt sind, aber keinen so direkten realweltlichen Bezug haben, genauso gut nutzen, um Plots zu spielen, in denen das Thema der Kampf für Gerechtigkeit ist. Aber das ist meine Meinung und auch nur ein Wunsch.

Ich stimme aber zu, dass in der ganzen Kritik die gelungenen Aspekte und auch die gut gemeinte Intention des Buchs untergehen. Und allein, dass sich Leute so intensiv mit dem Inhalt beschäftigen, mit der Frage nach der Darstellung gleichgeschlechtlicher Liebe in nem Rollenspielprodukt und mit der Frage, ob etwas rassistisch ist oder nicht, finde ich sogar einen Gewinn für das Hobby. Kein Gewinn ist allerdings die Art und Weise, wie hier und anderswo diskutiert wird...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Sphärenwanderer am 19.07.2018 | 10:39
Zitat
Es gibt endlich eine geschlechtsangleichende Liturgie? Das ist so coll. Damit gibt man die Möglichkeit zur Bespielung von Transsexuellen Charakteren im vollen Spektrum, sowie das Prädikat " Ist in Ordnung", da damit Transsexuelle als göttlich top eingestuft werden. Das ist doch mal ein riesen Ding. Frohlocket. Ansonsten ist es halt so, dass man mit der Begutachtung so viel Rollenspielpotential hat, um die Umwandlung auch in die Tiefe auszuspielen. Ist ja in Realität nicht anders mit den ganzen Gutachten und Arztterminen. Das ist ein tolles Teil und sollte so beibehalten werden? Schade, dass das in der ganzen kritik so unterging.
So, wie ich es verstanden habe, ist das Gespräch mit den Geweihten doch weitaus (!) weniger rigide, als die in Deutschland zurzeit nötigen Anforderungen an eine Umwandlung (mWn muss man z.B. mindestens ein Jahr lang bereits offen mit dem gewünschten Geschlecht als Gender gelebt haben). Die unangreifbare göttliche Legitimation sehe ich da auch als ein viel krasseres Statement an.

Zitat
Absoluter Bruch mit dem bisherigen hintergrund und es nimmt komplett die Möglichkeit kulturelle Homophobie zu thematisieren. Willst du solche Themen echt weißwaschen und damit eine Behandlung im Rollenspiel verhindern?
Sehe ich genauso. Dass Homophobie in den meisten (und vor allem meistbespielten) Ländern Aventuriens keinen Platz hat, es aber durchaus Ausreißer gibt, ist mMn eine schöne Mischung. Dass aber gerade der aventurische Islam-Klon die anti-schwule Haltung einnimmt, hat mMn wieder ein Gschmäckle.

Wenn man das ändern würde, wäre das wahrscheinlich aber nur wieder durch Retcon möglich. Dass viele der für einige Leute problematischen Stellen in WdV eher in den bisherigen aventurischen Setzungen wurzeln, stellt Dominik ganz nett in seinem Blog dar: https://rakshazarer.wordpress.com/2018/07/13/rassismus-sexismus-shitstorm-in-der-rollenspielcommunity-teil-1-wege-der-vereinigungen/

Zitat
Aber dann nenn doch mal eine Anzahlt, die akzeptabel wäre? Andererseits wäre es halt so, dass Utulus und Mohas in Darstellung auch ein Problem darstellen können, wenn der Sexakt nicht stimmt oder die Gliedgröße zu groß ist, etc. Andere würden sich evtl beschweren, dass eine weiße Künstlerin hier andere Rassen zum Fetischobjekt degradiert. Könntest du einige Beschreibungen von Bildern geben, die allen Ansprüchen genügen würden?
Ich glaube, die Anzahl der POC in abenturischen Illustrationen kann man gar nicht so endlos erhöhen, ohne die Glaubwürdigkeit bisheriger Setzungen zu untergraben. Der Großteil der aventurischen Kulturen ist weiß, wie auch alle Zwerge und Elfen weiß sind. Wenn nun haufenweise Utulus unter Thorwalern aufwachsen, um als Archehelden einen schwarzen Wikinger zu erzwingen, sollte man mMn schon eine inneraventurische Begründung dafür liefern.

Dass Aventurien mal eine kleine Überholung vertragen könnte, scheinen die Ulisses-Leute ja aber auch bei der Erschließung des weitaus heterogeneren englischsprachigen Marktes bemerkt zu haben. Es hat sehr lange gedauert, bis die Relevanz solcher Themen in Deutschland (wo der Anteil der schwarzen Bevölkerung z.B. laut Wikipedia bei etwa 1% liegt, vs. z.B: 14% in den USA) überhaupt diskutiert wurde.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 19.07.2018 | 10:45
Aventurien ist doch idR. eine mittelalterliche Fantasy Welt.
Sie repräsentiert zumindest meines Wissens, deshalb auch keine modernen, realweltlichen Anschauungen.

Das könnte ein moderneres oder futuristisches Setting sicher viel besser.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Sphärenwanderer am 19.07.2018 | 10:48
Aventurien ist doch idR. eine mittelalterliche Fantasy Welt.
Sie repräsentiert zumindest meines Wissens, deshalb auch keine modernen, realweltlichen Anschauungen.

Das könnte ein moderneres oder futuristisches Setting sicher viel besser.
Aventurien ist vor allem eine europäisch-deutsche mittelalterlich/neuzeitliche Fantasywelt. Irgendwo hat mal jemand geschrieben, dass ihm aufgefallen sei, dass Aventurien eigentlich ein riesiges Deutschland mit den liebsten Urlaubsländern der Deutschen in direkter Nachbarschaft beschreibt.  ;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: YY am 19.07.2018 | 10:50
Aventurien ist doch idR. eine mittelalterliche Fantasy Welt.
Sie repräsentiert zumindest meines Wissens, deshalb auch keine modernen, realweltlichen Anschauungen.

Schau da mal genauer hin. Aventurien ist an ganz vielen Stellen ziemlich progressiv und modern ausgerichtet, mit allen zugehörigen IT- und OT-Brüchen.
 
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 19.07.2018 | 10:57
Aventurien ist vor allem eine europäisch-deutsche mittelalterlich/neuzeitliche Fantasywelt. Irgendwo hat mal jemand geschrieben, dass ihm aufgefallen sei, dass Aventurien eigentlich ein riesiges Deutschland mit den liebsten Urlaubsländern der Deutschen in direkter Nachbarschaft beschreibt.  ;D

Das halte ich etwas fü Unsinn, wobei ich meinen nächsten urlaub schon im orkbewohnten Steppenland gebucht habe.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 19.07.2018 | 10:59
Schau da mal genauer hin. Aventurien ist an ganz vielen Stellen ziemlich progressiv und modern ausgerichtet, mit allen zugehörigen IT- und OT-Brüchen.
Das glaube ich gern.
Ich denke die Schaffer müssen sich halt Gedanken machen, in welchem Verhältnis mittelalterlich/ progressiv das ganze sein soll.
Haben sie vielleicht ja auch (das unterstelle ich mal).
Und manche Spieler sind mit dem festgelegten Verhältnis vielleicht auch nicht zufrieden.

So kann ich mir zumindest erklären warum gewisse Fantasy Kulturen mittelalterliche Anschauungen haben.
Das ist quasi Absicht.
Was in meinen Augen auch Ok ist.
Es ist ein Spiel bei dem manche Spieler vielleicht auch gerne eine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen.
"Wie fühlt sich das als Held an, in einer mittelalterlichen Welt, mit Schwert und Degen?"
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Achamanian am 19.07.2018 | 11:07
Ich habe gestern mir mal das Video von Mhaire Stritter zum WdV angeschaut (LINK (https://www.youtube.com/watch?v=FOtT_woLTJ8)) und muss sagen, dass ich das zu einem Großteil sehr gut fand. Ich kann zwar selber den Inhalt nur maginal Beurteilen, da ich das Werk schlicht und einfach nicht vorliegen haben (was ja aber viele in der Regel auch nicht daran hindert, sich über etwas aufzuregen :D). Doch es war besonders die Kritik daran, dass das Buch die innerweltliche Logik hätte weiterstricken können, statt nur zusammenzufassen und zu verregeln, die mich aufhorchen ließ.

Ich finde gerade diesen Punkt sehr interessant, denn das ist tatsächlich eine Sache, die mich an Aventurien schon immer gestört hat: Man hat zwar beschlossen, dass (in den meisten Regionen) absolute Gleichbereichtigung herrscht, aber dies immer nur (meiner Meinung nach) halbherzig durchgezogen, besonders wenn man sich die meisten NSCs, Plothooks und innerweltliche Logiken anschaut. Ja da gibt es immer die "starke Frau"® in den meisten Abenteuern, aber die Auswirkungen einer so Gleichberechtigten Welt sieht man nur spärlich.
Fragen über Fragen, die mir dabei durch den Kopf schießen (und vielleicht auch schon mal irgendwo angeschnitten wurden (habe keinen Abschluss in Aventurologie)):
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Natürlich wäre Wege der Vereinigung kein Heilsbringer gewesen, aber es gibt immer unzählige Fragen, welche man sich hierzu stellt und welche (nach meiner Auffassung) immer nur so beantwortet werden, dass man zumeist einfach Frauen in die Rolle eines männlichen Stereotypen steckt. Es wäre zumindest hilfreicher gewesen als Regel für Felatio...

Aber das ist nur meine bescheidene Meinung dazu. Kein Anspruch auf absolute Wahrheit®

Ach ja, von so was darf man halt träumen ... damit hätte DSA mich wieder!
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Sphärenwanderer am 19.07.2018 | 11:13
Das würde ich auch kaufen.  :d Allein schon die spärlichen Fragen, die Mhaire in ihrem Stream zur Homosexualität unter Zwergen gestellt hat, fand ich recht interessant.

Wird vlt schon Zeit für ein drittes ( :o) aventurisches Sexbuch.  ;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Faras Damion am 19.07.2018 | 11:35
Ich habe gestern mir mal das Video von Mhaire Stritter zum WdV angeschaut (LINK (https://www.youtube.com/watch?v=FOtT_woLTJ8)) und muss sagen, dass ich das zu einem Großteil sehr gut fand. Ich kann zwar selber den Inhalt nur maginal Beurteilen, da ich das Werk schlicht und einfach nicht vorliegen haben (was ja aber viele in der Regel auch nicht daran hindert, sich über etwas aufzuregen :D). Doch es war besonders die Kritik daran, dass das Buch die innerweltliche Logik hätte weiterstricken können, statt nur zusammenzufassen und zu verregeln, die mich aufhorchen ließ.

Ich finde gerade diesen Punkt sehr interessant, denn das ist tatsächlich eine Sache, die mich an Aventurien schon immer gestört hat: Man hat zwar beschlossen, dass (in den meisten Regionen) absolute Gleichbereichtigung herrscht, aber dies immer nur (meiner Meinung nach) halbherzig durchgezogen, besonders wenn man sich die meisten NSCs, Plothooks und innerweltliche Logiken anschaut. Ja da gibt es immer die "starke Frau"® in den meisten Abenteuern, aber die Auswirkungen einer so Gleichberechtigten Welt sieht man nur spärlich.
Fragen über Fragen, die mir dabei durch den Kopf schießen (und vielleicht auch schon mal irgendwo angeschnitten wurden (habe keinen Abschluss in Aventurologie)):
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Natürlich wäre Wege der Vereinigung kein Heilsbringer gewesen, aber es gibt immer unzählige Fragen, welche man sich hierzu stellt und welche (nach meiner Auffassung) immer nur so beantwortet werden, dass man zumeist einfach Frauen in die Rolle eines männlichen Stereotypen steckt. Es wäre zumindest hilfreicher gewesen als Regeln für Felatio...

Aber das ist nur meine bescheidene Meinung dazu. Kein Anspruch auf absolute Wahrheit®

Edit: Blöden Rechtschreibfehler entfernt


Fände ich sehr cool.   :)

Würde ich aber nicht im Internet erarbeiten und präsentieren wollen. Da fehlt mir das dicke Fell.  :-[
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: rillenmanni am 19.07.2018 | 12:11
Hey Hotze!

Cooler Beitrag! Danke dafür. Das ist eine Reaktion, die mich dazu bringt, mir Gedanken zu machen. Meinethalben hättest Du noch die Vorabbemerkung mit der Dramatik weglassen können.
Mike wird das garantiert lesen. Nur, ob er antworten wird, muss uns schließlich er verraten, darüber kann ich nur spekulieren. :) Ich finde aber, er sollte antworten, schließlich hat er, das müsste ihm bewusst gewesen sein, als er sich medial von Ulisses verabschiedet hat, seine Komfortzone dadurch verlassen. Mike hat in seinem zweiten Beitrag was von angestoßenem Diskurs (?) erzählt, und in den sollte er mE auch persönlich und unmittelbar eintauchen. Auch wenn es mal wehtut.


Vielleicht noch zwei, drei Sätze zu Mhaires Video: Ich finde es im Wesentlichen gelungen und ausreichend differenziert. Bei ein paar Punkten musste ich aber mit dem Kopf schütteln:
1. Um ein Rollenspielbuch solle man nicht so ein Gewese machen. - Doch! Klar ist die Szene einigermaßen klein (wobei ich das gar nicht mal so sehr unterschreibe), aber die Szene ist ja das Zielpublikum. Und innerhalb dieser deutschen Szene stellt WdV mE einen nennenswerten Beitrag dar. Referenz ist primär die (kleine) Szene, nicht die Gesellschaft.
2. Mehr Titten als Pimmel zeigen ist OK, weil Pimmel weniger hübsch sind. (De facto ist der Band ja pimmelfrei.) - WTF?! Das Argument ist megaschwach, gerade vor dem Hintergrund der laufenden Diskussion und vor dem angelegten aventurischen Hintergrund.
3. Ulisses hört auf mein Feedback ... Oh, nein, doch nicht! (Die nicht erfolgten Modifikationen / Erläuterungen für den einen Text da, die Alex zugesagt hatte.) - Tja. Wobei das wahrscheinlich nur ein weiterer Kombi-Fall von Vergesslichkeit&Zeitdruck bei Alex war und nicht eine bewusste Entscheidung gegen das Feedback. Das sind ja schließlich keine Vollspacken bei Ulisses.

Ich persönlich bin eigtl auch eher unaufgeregt, weil ich grundsätzlich, also auch abseits des aktuellen Themas, ein nicht stark be-wertender Mensch bin, dessen primäre Abwehrstrategie überdies der Humor ist. Im Zweifel lache ich. Auch über Scheiße. (Nur nicht am Fuß. Hundebesitzer, die die Kacke ihrer Hunde nicht wegmachen, gehören mE ... ganz schlimm bestraft.) Daher fällt es mir schwer, eine wie auch immer geartete "Haltung" ("Unterhaltung kommt von Haltung" - Mike) zum Thema im Detail zu entwickeln. Um aber Farbe zu bekennen: Ich bin auf meinen zweiten Blick hin argumentativ eher bei Mike. Aber das Lesen fraglicher Textstellen (der erste Blick) ruft bei mir idR entweder keine Reaktion hervor oder eine hochgezogene Augenbraue, während ich dann ruhig zur weiteren Informationsaufnahme übergehe.

Die Welt steht hier also nicht auf dem Spiel. Aber nichtsdestotrotz finde ich die Diskussion (oder edler: den Diskurs :) ), dh deren Existenz super. Denn die Menschen können nun einmal miteinander sprechen und streiten, statt die Probleme nonverbal zu lösen, und das ist eine ganz große und - von einem gewissen Standpunkt aus - selten Gabe. Davon sollte man Gebrauch machen.

Ich fand auch Settembrinis ("Bin in einer Laune" oder so) Beitrag von gestern töfte. Und D. Athairs ruhige Vorbringungen sowieso. Und ich will immer noch wissen, das Raggilein und Voltaire miteinander verbindet! :)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 19.07.2018 | 12:18
Irgendwie wird hier von den Kritikern über WdV so gesprochen, als sei es kein Werk im obigen Sinne, sondern eine allumfassende, alles-zu-regelnde, für immer, die Gesamtheit aller DSA Spieler bindende Beschlußlage. Quasi die Sex-Satzung des DSA-Vereins.
DSA ist aber nicht Jim Raggi. Der sagt: Ich mach XY - vielleicht so und so, vielleicht ganz anders. Schaut euch den Kram an, wenn's euch taugt, dann kauft es, wenn nicht, dann nicht.

Gleichzeitig sagt er auch: LotFP ist weird, enthält explizit Sex und Gewalt. Ich mach was ich mag. Die Autoren, machen was sie wollen und müssen es lediglich bei mir durchbekommen. Vergesst political correctness und Ästhetik. Wir tun was wir für richtig halten.


DSA hat ne andere Tradition. Die des ausführlichen Beschreibens, die der Kompendien-Bildung und will eigentlich auch Fanbeteiligung.
Wenn Ulisses sich als liberaler Verlag präsentiert und die Redax sagt: Wir machen Diversity - in echt und richtig, dann ist doch klar, dass es Probleme gibt, wenn das recht eindeutig nicht umgesetzt wird. Und wenn dann ungeschickt, unbemerkt oder "aus Spaß" rassistische und sexistische Motive bedient werden, dann ist der Aufstand da. Die große Fannähe, die der Verlag pflegt wird an der Stelle zum Bummerang.


... halbwegs nachvollziehbar?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: am 19.07.2018 | 12:48
@ Hotze: ich stimme Rille vollkommen zu. Hatte Dir ja direkt per PM mitgeteilt, dass ich Deinen Post wirklich toll fand und daraufhin meinen eigenen Schmarren gelöscht hab. Du schreibst mir da nicht nur von der Seele, sondern formulierst das informierter, entspannter und sympathischer als mir das je möglich wäre. Hut ab und vielen Dank für Deine positive Energie!

Darüber hinaus fand ich den Link von Sphärenwanderer zu einem Blogeintrag (https://rakshazarer.wordpress.com/2018/07/13/rassismus-sexismus-shitstorm-in-der-rollenspielcommunity-teil-1-wege-der-vereinigungen/) klasse. Danke auch dafür!

Generell finde ich es übrigens höchst begrüßenswert, wenn man sich gemeinsam und konstruktiv Gedanken darüber macht, wie man das Hobby inklusiver gestalten könnte. Wogegen ich halt allergisch bin, sind Posts, bei denen ich mich entweder manipuliert fühle oder bei denen ich eine politische Agitation fürchte. In der Summe lohnt es sich im Leben insgesamt wie auch in diesem Thread aber vermutlich am meisten, wenn man sich auf die positiven Aspekte konzentriert. Und davon gibt es ja sehr viele.

Besonders gut gefallen hat mir in diesem Zusammenhang übrigens die Liste von der Shogotte. Hier (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,107418.msg134648474.html#msg134648474). Da steht kein Gemecker, sondern ganz konkret umsetzbares Zeugs mit kreativen Ideen. In diesem Sinne würde ich vorschlagen, die Diskussion in einem größeren Zusammenhang zu sehen. Außerdem würde das womöglich allen Beteiligten eine gute Gelegenheit verschaffen, ihren jeweiligen Interessen Ausdruck zu verleihen.

Hier der konkrete Vorschlag:

Die Vorschläge im oben genannten Post wurden nach meinem Eindruck unabhängig von den vertretenen Positionen sehr gut aufgenommen. Zur Sicherheit noch mal als Zitat:

Zitat
Ich finde gerade diesen Punkt sehr interessant, denn das ist tatsächlich eine Sache, die mich an Aventurien schon immer gestört hat: Man hat zwar beschlossen, dass (in den meisten Regionen) absolute Gleichbereichtigung herrscht, aber dies immer nur (meiner Meinung nach) halbherzig durchgezogen, besonders wenn man sich die meisten NSCs, Plothooks und innerweltliche Logiken anschaut. Ja da gibt es immer die "starke Frau"® in den meisten Abenteuern, aber die Auswirkungen einer so Gleichberechtigten Welt sieht man nur spärlich.
Fragen über Fragen, die mir dabei durch den Kopf schießen (und vielleicht auch schon mal irgendwo angeschnitten wurden (habe keinen Abschluss in Aventurologie)):
Wer wird im Kriegsfalle herangezogen (Lose ziehen? Nur die Frauen? Nur die Männer? Alle?)?
Wenn nicht mehr der Mann auf die Frau zugeht, um sie aufzureissen, ist dann das männliche Aussehen wichtiger als sein Selbstbewusstsein?
Gibt es sowas wie Leihmutterschaft? Besonders bei Zwergen eine interessante Frage...
Gibt es "Lappen" in einer Welt in der es kein "Slutshaming" gibt? Wie kompensieren und was kompensieren verunsicherte Jugendliche?
Wenn Frauen in Männerkleidung niemanden stören, stört es niemand, wenn ein Mann Frauenkleider trägt? Gibt es sowas wie Unisex in Aventurien?
Was bedeutet überhaupt "Männlichkeit" und "Weiblichkeit" in so einer Welt wie Aventurien?
In einer Welt, in der es eine hedonistische Kirche seit Jahrtausenden gibt: Welche Auswirkungen auf die Gesellschaft hat das? Und warum wird nicht jeder Rahjageweihter?  ;D Haben die andere Triebe als wir?
Ja ich weiss...es ist nur eine Fantasywelt, aber diese Themen sind doch spannend, oder? :)

Daraus könnten sich doch wunderbar tolle, rollenspielbezogene Ideen ableiten lassen, welche ins Setting einfließen könnten. Oder nicht? Vermutlich wäre eine Ausweitung direkt auf ganz Aventurien ein bisschen maßlos für einen ersten Schritt. Aber als Hinweis und Leuchtturm für eine inklusive Beschäftigung könnte man all diese Fragen anhand einer konkreten Region des Settings einmal durchdeklinieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass man beim Verlag in der jetzigen Situation damit auf offene Ohren stößt, halte ich für durchaus beträchtlich. Denn seien wir mal ehrlich: egal, was Ulisses aktuell macht, es löst nur weitere Shitstorms aus. Das ist eine echte lose-lose-Situation, die eigentlich niemand möchte. Parallel könnten Proponenten eines inklusiveren Ansatzes ihren Vorstellungen in offiziell zumindest sanktionierter, womöglich sogar publizierter Form Ausdruck verleihen. Das wäre aus meiner Sicht eine sehr coole Gelegenheit.

Nun bin ich kein Hardcore-Aventurien-Spezialist. Aber aus meiner Sicht bietet sich Aranien für einen solchen Vorstoß an. Erstens gibt es im Seting bereits - bedingt durch Oron - eine nachvollziehbare Sensibilisierung für (im weitesten Sinne) Brauch und Missbrauch sexueller und machtbezogener Thematiken. Es wäre also durchaus erklärlich, wie sich im Setting an einer zentralen Stelle das entsprechende Gedankengut entwickeln würde. Zweitens tauchte Aranien meines Wissens bislang noch nicht auf der Liste der Planungen für Regionalspielhilfen auf. Das kann aber auch täuschen oder es gibt im Hintergrund schon diverse Leute, die damit im engeren Sinne befasst sind und Ihre Verantwortlichkeiten mit heiligem Ernst hüten.

Sollten diese beiden Punkte jedoch geklärt werden können, würde sich daraus eine wunderbare Agenda ableiten lassen. So bekämen die Proponenten einen sensibleren Umgangs mit derlei Themen eine tolle Plattform und dem Verlag würde sich die Gelegenheit bieten, einen konkreten Beitrag zu liefern und seinen guten Willen sichtbar zu dokumentieren.

Das wäre aus meiner Sicht doch eine Idee mit einigem Potential, weil sie die Ebene des Austausches von starren Positionen verlässt und die dahinterliegenden Interessen vereinigt.

Falls an so etwas Interesse besteht, kann ich gerne mal schauen, ob ein Kontakt herstellbar wäre. Andererseits sind hier so viele Leute mit Bezug zu inklusiven Themen einerseits sowie mit direkter Verlagsanbindung andererseits, dass meine Intervention auf das Unterbreiten dieses Vorschlags beschränkt bleiben könnte (was vermutlich die weiseste Lösung für die Zukunft mit Blick auf ein konstruktives Miteinander in diesem Fahrwasser darstellt).

Soweit ein paar Ideen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Settembrini am 19.07.2018 | 12:58
DSA ist aber nicht Jim Raggi. Der sagt: Ich mach XY - vielleicht so und so, vielleicht ganz anders. Schaut euch den Kram an, wenn's euch taugt, dann kauft es, wenn nicht, dann nicht.

Gleichzeitig sagt er auch: LotFP ist weird, enthält explizit Sex und Gewalt. Ich mach was ich mag. Die Autoren, machen was sie wollen und müssen es lediglich bei mir durchbekommen. Vergesst political correctness und Ästhetik. Wir tun was wir für richtig halten.


DSA hat ne andere Tradition. Die des ausführlichen Beschreibens, die der Kompendien-Bildung und will eigentlich auch Fanbeteiligung.
Wenn Ulisses sich als liberaler Verlag präsentiert und die Redax sagt: Wir machen Diversity - in echt und richtig, dann ist doch klar, dass es Probleme gibt, wenn das recht eindeutig nicht umgesetzt wird. Und wenn dann ungeschickt, unbemerkt oder "aus Spaß" rassistische und sexistische Motive bedient werden, dann ist der Aufstand da. Die große Fannähe, die der Verlag pflegt wird an der Stelle zum Bummerang.


... halbwegs nachvollziehbar?

Also doch eher das Modell Sex-Satzung und der Vereinsvorstand wehrt sich gegen die Mitgliederbeschwerden. Das macht es mir auch leichter, die "überzogenen" Reaktionen einzuordnen. Durch Streits in Vereinsvorständen über die Anzahl der jährlichen gemeinsamen Ausfahrten des Oldtimerclubs sind ja schon Gerichtsprozesse entstanden (true story).

Das macht auch nochmal den ironiefreien Hinwies auf die Position als maraskanischer Fachlektor [sic!] verständlicher.

Danke, ich glaube ich habe es jetzt einigermaßen. Am Ende ist es tatsächlich doch sehr DSA-spezifisch; eine krasse Erwartungshaltung, die die Redaktion zu bedienen hat, auf eine Weise.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 19.07.2018 | 14:02
Also doch eher das Modell Sex-Satzung und der Vereinsvorstand wehrt sich gegen die Mitgliederbeschwerden. Das macht es mir auch leichter, die "überzogenen" Reaktionen einzuordnen. Durch Streits in Vereinsvorständen über die Anzahl der jährlichen gemeinsamen Ausfahrten des Oldtimerclubs sind ja schon Gerichtsprozesse entstanden (true story).

Das macht auch nochmal den ironiefreien Hinwies auf die Position als maraskanischer Fachlektor [sic!] verständlicher.

Danke, ich glaube ich habe es jetzt einigermaßen. Am Ende ist es tatsächlich doch sehr DSA-spezifisch; eine krasse Erwartungshaltung, die die Redaktion zu bedienen hat, auf eine Weise.
Ich finde es dabei auch spannend, dass DSA, laut eigener Aussage, nicht politisch ist oder sein will.

Das beißt sich natürlich mit solchen Themen(Sex und Co), die genau das sind.
Wahrscheinlich gibt es da wenig zwischen" entweder lassen oder befassen. "





Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 19.07.2018 | 14:14
Hey Hotze!

Cooler Beitrag! Danke dafür. Das ist eine Reaktion, die mich dazu bringt, mir Gedanken zu machen. Meinethalben hättest Du noch die Vorabbemerkung mit der Dramatik weglassen können.
Danke. Hast recht, war eigentlich unnötig. Hab es rausgenommen.


Ansonsten:
Ich finde die Idee ziemlich charmant, aus der Kritik an WdV etwas Positives zu schaffen. Wie Welltentänzer in diesem Post (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,107418.msg134648508.html#msg134648508) vorschlägt, könnte man u. a. anhand der Fragestellungen von @shogoth eine neue Spielhilfe verfassen, die sich genau mit diesen Themen beschäftigt. Müsste nur halt wer machen ;)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 19.07.2018 | 14:48
Ansonsten:
....könnte man u. a. anhand der Fragestellungen von @shogoth eine neue Spielhilfe verfassen, die sich genau mit diesen Themen beschäftigt. Müsste nur halt wer machen ;)
Gerade Zwerge (super interessant!),
Gibt es eigentlich Zahlen, wieviele Zwergenmänner es im Vergleich zu Zwergenfrauen gibt?

Ich würde 10 :1 tippen aber es könnte natürlich auch 100:1 sein........1000:1...?.das wäre schon krass.  :D





Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Faras Damion am 19.07.2018 | 14:51
Zitat
Auf drei männliche Zwerge kommt eine Zwergin.
Quelle: https://de.wiki-aventurica.de/wiki/Zwerge
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 19.07.2018 | 14:52
Quelle: https://de.wiki-aventurica.de/wiki/Zwerge
Hey, das ist ja entspannter, als ich dachte.  :D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Faras Damion am 19.07.2018 | 15:00
Naja, durchschnittlich muss jede Zwergin 4 Kinder haben, um den Fortbestand zu sichern. Sie haben ja aber auch lange Zeit und die Kinder kommen fast immer im Doppelpack.

Bei 100+ würde ich über Eiablage nachdenken.  ;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 19.07.2018 | 15:01
Ich finde die Idee ziemlich charmant, aus der Kritik an WdV etwas Positives zu schaffen.

Das könnte ein sehr spannendes Projekt zum Thema world building sein. Ich würde es eher nicht auf Aventurien beziehen, da gibt es so unendlich viele schon gesetzte Vorgaben und Vorlieben etc, aber die Frage "Wieviel Emanzipation kann man in einer standardpseudomittelalterlichen Fantasy-Welt unterbringen, und welche Folgen müsste das für diese Welt haben?" klingt interessant.

Zuerst würde ich wohl fragen "Wie phantastisch darfs denn sein?" Will man sich weitgehend oder völlig von realen Inspirationsquellen bspw zu Kulturen und Gesellschaftsaufbau lösen, oder (a la DSA ua Fantasy-Welten) durchaus auf solche zurückgreifen, ohne die daran hängenden realen Stereotypen (rassistisch, sexistisch etc) zu übernehmen?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Faras Damion am 19.07.2018 | 15:15
Es geht nicht nur um gleichberechtigte Werte, sondern auch um alle mögliche andere Setzungen.

Beispiel: Hohe Heilraten, kaum Krankheiten, kaum Altersauswirkungen und viele Perainegeweihte- Solche Setzungen hat man natürlich aus gamistischen Gründen eingeführt, da man nicht nach jedem Kampf Monate pausieren muss, Raidri als alter Mann noch was reißen konnte und die Helden nicht ständig Zahnschmerzen haben.  :) Aber das sollte eigentlich auch Auswirkungen auf die Lebenserwartung insgesamt, sowie Kindersterblichkeit und Kindbetttod haben. Was zur Frage führt, wie viel Kinder die durchschnittliche aventurische Frau hat. Und wie alt sie wird? Und wie fit sie im Alter ist? Und damit wie viel Lebenszeit sie schwanger oder stillend verbringt. Und wie sehr sich die Familie um Alte kümmern muss...

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 19.07.2018 | 15:20
Das könnte ein sehr spannendes Projekt zum Thema world building sein. Ich würde es eher nicht auf Aventurien beziehen, da gibt es so unendlich viele schon gesetzte Vorgaben und Vorlieben etc, aber die Frage "Wieviel Emanzipation kann man in einer standardpseudomittelalterlichen Fantasy-Welt unterbringen, und welche Folgen müsste das für diese Welt haben?" klingt interessant.

Zuerst würde ich wohl fragen "Wie phantastisch darfs denn sein?" Will man sich weitgehend oder völlig von realen Inspirationsquellen bspw zu Kulturen und Gesellschaftsaufbau lösen, oder (a la DSA ua Fantasy-Welten) durchaus auf solche zurückgreifen, ohne die daran hängenden realen Stereotypen (rassistisch, sexistisch etc) zu übernehmen?
Jepp
Das sind, finde ich, wichtige Fragen.
 :)
@
Fara D.
Es geht doch bei solchen "Fantasy -History - Realismus" hauptsächlich um die Stimmung im Spiel die man zu haben wünscht, bei Spiel relevanten Situationen.
(Auf die Toilette gehen gehört idR. auch nicht dazu)

Häufig bezieht sich das auf Interaktionen mit anderen Figuren(Verhalten,Sprache). Auf Bilder der Umgebung. (Lebensituation des Umfeldes) bzw. auf alles was Figuren im Rahmen eines Abenteuers erleben können und sollen.
-da es ein Spiel ist- idR. Dinge, die die Spieler amüsieren.

Deshalb ist die Bezeichnung  es ja "Pseudo-Historisch."
Nicht "Historisch. "



Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Mike Krzywik-Groß am 19.07.2018 | 15:49
Hallo Hotze (& alle Anderen)

Vielen Dank für die direkte Ansprache und auch einen Dank an rillenmanni für seine motivierende Worte, auch wenn sie nicht nötig gewesen wären.
Ja, ich lese hier (und an vielen anderen Stellen) mit, auch wenn ich für gewöhnlich nicht kommentiere. Herrje, ich besuche seit Jahren das Tanelorn-Forum und hatte noch nicht mal einen account! Nun gut.
Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, dass ich recht ausgelastet damit bin alle Beiträge halbwegs im Blick zu behalten und so fehlt mir noch mehr die Zeit auf einzelne Punkte einzugehen. Ehrlich gesagt bin ich mir auch gar nicht sicher, ob das so sinnstiftend ist, denn der Diskurs  ~;D soll sich ja nicht um mich und meine Aussagen drehen, sondern gerne eng am Thema sein. Vielleicht ist manchmal auch besser einen Impuls zu geben und das war es dann.
Aber schauen wir mal, ob ich etwas Produktives der Diskussion hier hinzufügen kann.
Zu den Kritikern:
Nene, natürlich waren die meisten Kritiker keine pöbelnden Idioten. Aus diesem Grund schrieb ich auch bewusst von wenigen Stimmen. Ich fand es trotzdem erwähnenswert, da sich da ein ganz anderes Problem zeigt, was man im Auge behalten sollte. Neben dem toxischen Verhalten hatte ich das Gefühl, dass dort einige wenige von weit rechts kamen, einen Umstand, den ich so in der Rollenspielszene noch nicht kannte.
Darüber hinaus gab es natürlich auch sehr gute Beiträge, viele die (wie üblich in virtuellen Debatten) aneinander vorbei diskutierten etc. Dementsprechend unterstreiche ich gerne was Hotze gesagt hat: konstruktive Kritik nehme ich gerne an.
Zur Abhandlung über Rassismus:
Eigentlich wollte ich in meinem zweiten öffentlichen Statement nichts mehr inhaltliches sagen, sondern mich lediglich für die Unterstützung bedanken, die mich wirklich berührt hat. Allerdings habe ich gesehen, dass viele Diskussionen krumm abliefen, da es zu einem schlichten Missverständnis gekommen war. Viele Beteiligte schrieben: "Er hat gesagt, die DSA-Redaktion besteht aus Rassisten!". Das ist natürlich eine Aussage, in ihrer verkürzten Form so nicht stimmt. Wenn ich mich in meiner ersten Stellungnahme da missverständlich ausgedrückt habe, tut mir das natürlich leid.
Aus diesem Grund habe ich einen kurzen inhaltlichen Schwenker eingebaut, der aufzeigen sollte, was Rassismus für mich bedeutet und was nach meiner Beobachtung den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs widerspiegelt. Ich hoffe nicht allzu viele empfanden diesen Abschnitt als Oberlehrerhaft, denn auch das wäre nicht mein Wunsch gewesen.
Selbstredend gibt es in (fast) allen wissenschaftlichen Bereichen zahlreiche Meinungen zu einzelnen Themen. Ich hatte und habe nicht den Anspruch die gesamte universitäre Auseinandersetzung rund um Themen wie Diskriminierung, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit oder Rassismus abzubilden. Dafür ist ein blog nicht die richtige Plattform. Ich gebe Dir recht, mein Impuls war nicht viel mehr als eben ein Impuls.
Wenn ich Deinen zweiten Punkt zum Thema richtig verstanden habe, geht es Dir um Untersuchungen, inwieweit schädliche Menschenbilder (z.B. Sexismus & Rassismus) durch den Konsum von Medien übernommen werden. Stimmt das soweit? Nach meinem Kenntnisstand gibt es keine haltbare Erhebung über so eine Transferleistung, wie z.B. die zyklisch auftauchende Killerspiel-Debatte zeigt. Auf der anderen Seite haben recht viele Leute den Bonus auf der Penislängentabelle recht schnell mit dem entsprechenden irdischen Stereotyp in Verbindung gebracht (war nach meinem Empfinden ja auch so beabsichtigt - Spekulation!). Nichtsdestotrotz finde ich das Verbreiten von sexistischen oder rassistischen Inhalten falsch. Als ebendieses habe ich z.B. das Scriptorium-Cover empfunden oder die Darstellung der Moha / Waldmenschen in WdV. Dem möchte ich entgegentreten.
Wenn Du, Hotze, oder jemand anderes sagt, dass ihm meine Kritik egal ist, dann ist das so. Ich bin ein wenig über die Frage von Dir verwundert. Wie sollte es denn anders sein? Ich habe nicht den missionarischen Auftrag Dich oder jemand anderes zu etwas zu bekehren. Ich freue mich sehr über differente Meinungen. Mir war lediglich wichtig darauf hinzuweisen (deswegen öffentlich) und nicht mehr mit dem Verlag zusammenzuarbeiten, da sie das Thema offensichtlich anders bewegen als ich. Was Du (und alle anderen) mit diesen Informationen machst, ist natürlich völlig Dir überlassen. Ich hatte lediglich die Hoffnung und den Wunsch, dass es zu einer Diskussion führt. Aber auch das entscheidet ihr und nicht ich.
Generell soll Rassismus in Rollenspielen stattfinden. Shadowrun z.B. lebt in großen Teilen von dem Umgang mit weltinternen Rassismen. Rassismus kann, wenn es für alle Beteiligten stimmig ist, ein toller Plot für ein Abenteuer sein. Keine frage. Somit plädiere ich keinesfalls dazu Rassismus (oder auch Sexismus, Antisemitismus oder Antiziganismus) zu negieren und auszuklammern. Ganz im Gegenteil. Genauso klasse finde ich es mit Klischees zu brechen. Das kann das von Dir genannte Beispiel sein oder das ich den harten Söldnerführer in einem Abenteuer mit einer Frau besetzte. Ähnliches habe ich gerade in einem publizierten Abenteuer gemacht und es funktioniert gut. Das Brechen von Erwartungen ist mindestens genauso schön, wie das Spielen mit Klischees.
Ich muss Dir zu teilen jedoch auch widersprechen. Natürlich möchte ich Kritik hören. Ob ich sie immer verstehe oder gar teilen kann, steht auf einem anderen Blatt, aber ich höre sie mir (halbwegs ;-)) gerne an.
Deutungshoheit:
Hier sind wir wirklich unterschiedlicher Meinung. Ich finde es eine ausgezeichnete Idee die Betroffenen von Diskriminierung zu fragen, wie sie Diskriminierung bewerten. Sie sind, ob gewollt oder nicht,  die Experten auf dem Gebiet. Schwierig finde ich Einzelmeinungen zu generalisieren, weshalb mein Vorschlag auf organisierte Zusammenschlüsse, wie die beiden von mir genannten Vereinigungen, fiel. Das würde auch die etwas schräge Situation auflösen, dass überwiegend weiße Männer über Sexismus und Rassismus debattieren. Aber auch das war nur eine Idee und kein Dogma.
Ich hoffe, dass ich etwas zum Verständnis beitragen konnte und die meisten Deiner Fragen (halbwegs verständlich) beantworten konnte.
Wünschen würde ich mir - da der Diskurs(!) ja durchaus konstruktive Fragestellungen beinhaltet - dass sich Verlage (egal ob Ulisses oder andere) für das Thema sensibilisieren. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass man seine Belegschaft nach statistischen Repräsentanzen zusammenstellt, sondern vielleicht mal eine Schulung für seine Mitarbeiter andenkt. Es gibt tolle Dozenten zu dem Thema, dass würde sicherlich helfen.
So, nun habe ich weitaus mehr geschrieben als geplant. Nehmt diese Aussagen bitte nicht als monolithische Feststellungen, sondern als spontanen Gesprächsbeitrag, der er sein soll. Danke vor allem noch mal an Hotze für die klugen Fragen und auch für die Büchertipps. Ich schaue sie mir sehr gerne an.

Viele Grüße
Mike

www.krzywikgross.de
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Viral am 19.07.2018 | 16:31
Müsste nur halt wer machen ;)

Ulisses ist bestimmt für die nächsten Jahrzehnte aus solchen Themen raus. Vermutlich ist das Eisen auch anderen zu heiss. Der digitale Empörungsmob wird bestimmt wieder ein Haar in der Suppe findet und die Mistgabeln wetzt. Von denen kommt bestimmt auch kein Produkt ... auf der anderen Seite wer braucht denn NOCH ein DSA Supplemental!?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Shogoth64 am 19.07.2018 | 16:35
Freut mich, dass mein Input so positiv ankam :) ich mag persistente Welten einfach und war schon immer ein großer Freund vom Worldbuilding und DSA war schon immer so nen Problemkind für mich: Ich mag Aventurien ungemein, gerade wegen seiner Tradition, der Geschichte und den 2 Millarden Seiten an Hintergrund. Die Welt macht an einigen Ecken Null Sinn aber die Annahmen, auf denen Aventurien basiert, waren schon immer sehr interessant.
Ich denke auch, dass WdV ja wohl gezeigt hat, dass das Themen sind, über die viel diskutiert wird und die Leute teils sehr konträre Meinungen haben. ich bin ein sehr konservativer Typ aber vielleicht gerade deswegen ist die Annahme von völliger Gleichbereichtigung etwas so exotisches in einer Fantasywelt, dass ich davon gerne mehr sehen würde und damit anscheinend nicht alleine bin. Natürlich wäre so ein Werk auch wieder politisch angehaftet, aber ich teile da Wellentänzers Meinung: Aktuell kann man da nur gewinnen! :)

Ulisses ist bestimmt für die nächsten Jahrzehnte aus solchen Themen raus. Vermutlich ist das Eisen auch anderen zu heiss. Der digitale Empörungsmob wird bestimmt wieder ein Haar in der Suppe findet und die Mistgabeln wetzt. Von denen kommt bestimmt auch kein Produkt ... auf der anderen Seite wer braucht denn NOCH ein DSA Supplemental!
ich denke das man das auch als Teil einer der kommenden Regionalbeschreibungen machen könnte. Wenn man z.B. ein Regionalband über Gareth und das Mittelreich schreiben würde (oder einen anderen Ort, wo es Gleichbereichtigung gibt), könnte man doch sicher ein Kapitel dort reininvestieren, wie denn der Alltag so ausschaut und welche Auswirkungen das dort hat!  :)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 19.07.2018 | 17:19
Ich bin nicht der Meinung, dass man realweltliche Diskriminierungsformen aus dramaturgischen Gründen in eine Fantasywelt übernehmen muss. Stattdessen kann man Diskrimierung aufgrund von Aspekten, die Teil der Fantasy-Welt sind, aber keinen so direkten realweltlichen Bezug haben, genauso gut nutzen, um Plots zu spielen, in denen das Thema der Kampf für Gerechtigkeit ist. Aber das ist meine Meinung und auch nur ein Wunsch.

Muss man nicht, kann man aber - und das völlig berechtigter Weise, solange man da nicht extra noch einen drauflegt, um den Anschein zu erwecken Diskriminierung wäre so gut.
Und die Alternative funktioniert doch auch nicht. Es wird mit heiliger Vehemenz nach Gründen gesucht um Dreck zu werfen undd letztlich wird es so oder so dann unkorrekt.
Entsprechendes mit den "unguten Assoziationen". Das sind wenn die Assoziationen des unfreundlichen Anteils der Realweltler und sagt meines Erachtens mehr über diejenigen aus, die da Schmuh wittern als über die Clicheebenutzer selbst, solange diese die Clichees nicht selber einschlägig aufbereiten und settingintern z.B. Gemächtgröße mit Lüsternheit und fehlender Triebkontrolle verbinden.

Dazu ist der Umgang von Persoenn der betroffenen Gruppen mitr entsprechenden Mustern ja auch erheblich unterschiedlich. Da ich am Spieltisch noch keinen Rassismus hatte weiche ich mal auf die Geschlechterproblematik aus, doch strukturell dürfte das ja entsprechend sein. Da gibt es Frauen, die spielen dann einfach einen Mann, es gibnt welche, die genua die frauenrolle in dem Setting erkunden, es gibt welche, die dagegen rebellieren wollen (mit zu überwindendem Widerstand), es gibt welche die wollen rebellieren, aber ohne persönlichen Widerstand, es gibt welche, die diese Thematik ganz aus dem Spiel raus haben wollen und dann sogar welche, die das auf die Spitze treiben, dass den Kerlen schon die Luft weg bleibt.

Und jetzt wollen die moralischen Aktivisten für alle eine gleichgeschaltete Norm des Guten parat haben? Wohl kaum. Und ich sehe auch nicht, wie das besser wird als die Leute selbst entscheiden zu lassen und statt dessen irgendeine selbsternannte und auch unlegitimierte Organisation mit ggf zweifelhafter allgemeinpolitischer Gesinnung da als Richtschnur zu nehmen.

Zur Vielfalt gehört auch die Vielfalt an Formen und Facetten der Betrachtung zu erhalten (und wenn dieser akzeptable Rahmen irgendwo doch gesprengt sein soll, wäre die Verurteilung zu belegen und begründen) und nicht die Anbetung einer Einheitsquote/darstellung über alle möglichen Werke. Dann kann sich jeder eine Passung zu seinen Bedürfnissen bei raussuchen.

Bezgl. Wissenschaft:
Gibt es eigentlich spezifischere Forschung zum Ursprung von Homophobie. Meinem ersten Eindruck nach ist das eine reine angelegenheit des Monotheismus, oder? Damit wäre in Aventurien zumindest im Bereich des 12-Glaubens doch wohl wenn man von Ähnlichkeitsentwicklung ausgeht eh keine ausgeprägte Homophobie zu erwarten sein.

Sehe ich genauso. Dass Homophobie in den meisten (und vor allem meistbespielten) Ländern Aventuriens keinen Platz hat, es aber durchaus Ausreißer gibt, ist mMn eine schöne Mischung. Dass aber gerade der aventurische Islam-Klon die anti-schwule Haltung einnimmt, hat mMn wieder ein Gschmäckle.

Geschmäckle? Weil die auch im RL schon so tolerant sind?

Interessant wäre ein Weltenbau unter Berücksichtigung der Fantasy-Setting-Rahmenbedingungen sicher. Aber auch das funktioniert ja nur, wenn nicht einer das PC-korrekte Idealbild als festgefügtes und nicht zu diskutierendes Dogma frontlädt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Sphärenwanderer am 19.07.2018 | 17:40
Zitat
Geschmäckle? Weil die auch im RL schon so tolerant sind?
Homophobie hat sich in der islamischen Welt größtenteils erst durch den Kolonialismus der christlichen Staaten verbreitet. Vorher gab es beeindruckende Beispiele von Toleranz und Unaufgeregtheit aus dem Islam, von denen das Christentum sogar heute noch zu großen Teilen weit entfernt ist.

Erst den eigenen Dreck in anderen Ländern abzuladen und sich dann über den Gestank zu beschweren, hat in meinen Augen mehr als nur ein Gschmäckle, ja.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 19.07.2018 | 17:51
Ich finde die allgemeine Gemütslage hier zum WdV übrigens gerade als ziemlich angenehm. Ich glaube, der Diskurs hier ist nur halb so toxisch, wie manche befürchten. Finde ich super!  :headbang:

@Mike
Erstmal: Cool, dass du dich hier angemeldet hast und antwortest. Das :T: ist in Bezug auf Rollenspiele einfach großes Kino. Ich habe dank dem Tanelorn meinen Rollenspielhorizont deutlich erweitern dürfen, nicht zuletzt auch wegen der Tanelorn-Treffen. Okay, mein Geldbeutel ächzt hin und wieder, aber der hat eh nix zu melden.  ~;D

Ich will jetzt deinen Beitrag nicht völlig unnötig in Einzelzitate aufteilen, nicht zuletzt, weil ich mit vielen von dir gesagten Dingen grundsätzlich konform gehe, aber ich möchte ein paar Dinge noch kommentieren.

Zu den Kritikern:
Nene, natürlich waren die meisten Kritiker keine pöbelnden Idioten. Aus diesem Grund schrieb ich auch bewusst von wenigen Stimmen. Ich fand es trotzdem erwähnenswert, da sich da ein ganz anderes Problem zeigt, was man im Auge behalten sollte. Neben dem toxischen Verhalten hatte ich das Gefühl, dass dort einige wenige von weit rechts kamen, einen Umstand, den ich so in der Rollenspielszene noch nicht kannte.
Darüber hinaus gab es natürlich auch sehr gute Beiträge, viele die (wie üblich in virtuellen Debatten) aneinander vorbei diskutierten etc. Dementsprechend unterstreiche ich gerne was Hotze gesagt hat: konstruktive Kritik nehme ich gerne an.

Okay, mit der obigen Klarstellung ist das dann auch nochmal mehr als deutlich geworden. Hatte ich mir ja auch so gedacht. Die Kommentare von weit rechts (typischerweise Facebook) haben mich auch in der Häufigkeit überrascht, weil ich die Rollenspielcommunity ebenfalls als sehr offen gegenüber Sexualität und "Ethnokram" halte. Zumindest in meinem Umfeld ist die RPG-Community auch relativ divers (und das sage ich als jemand, der auf einem ostwestfälischem Kaff wohnt).

Zur Abhandlung über Rassismus:
Wenn ich Deinen zweiten Punkt zum Thema richtig verstanden habe, geht es Dir um Untersuchungen, inwieweit schädliche Menschenbilder (z.B. Sexismus & Rassismus) durch den Konsum von Medien übernommen werden. Stimmt das soweit? Nach meinem Kenntnisstand gibt es keine haltbare Erhebung über so eine Transferleistung, wie z.B. die zyklisch auftauchende Killerspiel-Debatte zeigt.

Ja, zum Teil. Ich dachte genau wie du auch an die Diskussion, die es damals bei den sogenannten Killerspielen oder auch hier schon mal zu Darstellungen weiblicher Charaktere in Videospielen gab. Irgendwo muss für mich noch eine Verbindung her von dem festgestellten Rassismus/Sexismus im Rollenspiel zur Auswirkung auf die Psyche der spielenden Menschen her.
Der andere Teil war, aber das gehört da mit rein: An welchem Punkt glaubt man, können diese Menschenbilder übertragbar sein, weil es in einer Fantasywelt eine realweltliche Entsprechung gibt. Oder anders: Wie sehr müsste ich die Mohas ändern, dass niemand sich durch die Ähnlichkeit mit indigenen Völkern negativ dargestellt fühlt? Möchte ich, dass meine SpielerInnen/KäuferInnen sich einerseits mit den Zahori identifizieren können bzw. diese Kultur sich gut vorstellen können und wie kann ich gleichzeitig Antiziganismus verhindern? Denn dem Ork kann ich ja einen 30cm-Prügel verpassen, weil ich keinem realweltlichen negativen Stereotyp (Jim Crow und co) entspreche. Ich erwarte da von niemandem eine eindeutige Antwort, aber eigentlich müssten Verlage genau darüber nachdenken.

Auf der anderen Seite haben recht viele Leute den Bonus auf der Penislängentabelle recht schnell mit dem entsprechenden irdischen Stereotyp in Verbindung gebracht (war nach meinem Empfinden ja auch so beabsichtigt - Spekulation!). Nichtsdestotrotz finde ich das Verbreiten von sexistischen oder rassistischen Inhalten falsch. Als ebendieses habe ich z.B. das Scriptorium-Cover empfunden oder die Darstellung der Moha / Waldmenschen in WdV. Dem möchte ich entgegentreten.

Ich kann da natürlich auch nur spekulieren. Ich denke es war ein Gedanke nach dem Motto "muhahaha BBC" (nicht der Radiosender ;)). Das ist vielleicht der Punkt, an dem wir nicht wirklich zusammenkommen. Ich bin da auch zugegebenermaßen etwas zwiegespalten. Du sagst, Rassismus hat nichts mit der Intention zu tun, aber ich kann sowas nicht ohne die - in diesem Fall aus meiner Sicht positiv ausfallende - Bewertung einer Intention lesen. Ich denke, sie wollten das Klischee bewusst mit einbringen und damit für einen derben Spaß sorgen. So hätte ich es jedenfalls gemacht. Klar, damit tritt man einigen Leuten auf den Schlips. Aber andere finden es halt witzig. Muss man abwägen. Nun steht es aber da (bzw. stand, im PDF ist es ja wohl dann geändert). Ich verstehe deine Sichtweise (Verbreitung von sexistischen und rassistischen Inhalten ist falsch) aber absolut. Bei mir gibt es eben noch die Bewertung der Intention. Agree to disagree. ;)

Wenn Du, Hotze, oder jemand anderes sagt, dass ihm meine Kritik egal ist, dann ist das so.
Egal ist sie mir ja nicht, schließlich bin ich auch deshalb in diesem thread relativ aktiv. Ich habe für mich z. b. mitgenommen, dass ich in der Zukunft kritische Beiträge wie deinen nicht so einfach mit MIMIMI abtue (wie ich es vor kurzem noch getan habe). Ich habe gelernt, dass einige Menschen sich offenbar sehr stark angegriffen fühlen, bzw. in ihrer Ethik verletzt sehen, dass sie sich genötigt fühlen zu dieser Art der Kritik. Es kommt natürlich auch immer etwas auf den Ton an - da muss ich sagen, dass mir nach wie vor Michael Masbergs vorletzter Absatz in seinem Blog (https://www.michael-masberg.de/blog/) einfach zu weit geht. Das ist nur ein Beispiel unter vielen Beiträgen, u. a. auch im Orkenspalter-Forum. Ich sehe die Folgen eines existierenden WdV eben nicht so dramatisch und mir geht deshalb der Teil der reißerischen Kritik auf die Nerven.

Generell soll Rassismus in Rollenspielen stattfinden [...]
Sehe ich ähnlich. Vielleicht muss man den Leuten einfach auch klarer machen, z. b. durch Disclaimer. "Rassismus spielen ja, Rassismus leben nein" - sowas in der Art auf einen Slogan runtergebrochen. In eine Almada-Spielhilfe zu DSA gehören dann eben ein paar Worte zum Antiziganismus. Kann ja mit zum Vorwort. Sensibilisiert und schützt gleichzeitig die Autoren vor unnötiger Feindseligkeit der betroffenen Gruppe.

Ich muss Dir zu teilen jedoch auch widersprechen. Natürlich möchte ich Kritik hören. Ob ich sie immer verstehe oder gar teilen kann, steht auf einem anderen Blatt, aber ich höre sie mir (halbwegs ;-)) gerne an.
Fein, umso besser ;)

Deutungshoheit:
Hier sind wir wirklich unterschiedlicher Meinung.
Bin ich mir noch nicht so sicher. Da das aber ziemlich offtopic ist, lasse ich das mal so stehen, ohne darauf noch näher einzugehen.

Wünschen würde ich mir - da der Diskurs(!) ja durchaus konstruktive Fragestellungen beinhaltet - dass sich Verlage (egal ob Ulisses oder andere) für das Thema sensibilisieren.

Ich denke, das passiert gerade automatisch und das ist vielleicht der größte Gewinn, den die Kritiker von WdV erreichen konnten. Wenn die Kritik zu einem Umdenken führt, hat man wohl einen Sieg errungen. So sehr die Augen zudrücken kann man gar nicht bei Ulisses.
Dennoch bleibe ich auch in einer Sache bei meiner Grundeinstellung: Es ist m. E. das gute Recht des Verlages wenn er schlicht bei seiner Linie bleibt. Ich hatte im Laufe meines Berufslebens mehrfach die Situation, dass ich mir mit einer Entscheidung Feinde machen würde, entweder in Lager A oder Lager B. Gehst du Weg 1, ist Lager A knatschig, gehst du Weg 2, ist Lager B sauer (ich rede hier von sportpolitischen Entscheidungen auf kommunaler Ebene; Kommunalpolitik ist schlimmer als die Dämonenbrache). Man kann es eben nicht allen Recht machen. Man muss eine Entscheidung treffen. Ich bin da ganz gespannt, wie es weiter geht.

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 19.07.2018 | 17:56
Homophobie hat sich in der islamischen Welt größtenteils erst durch den Kolonialismus der christlichen Staaten verbreitet. Vorher gab es beeindruckende Beispiele von Toleranz und Unaufgeregtheit aus dem Islam, von denen das Christentum sogar heute noch zu großen Teilen weit entfernt ist.

Erst den eigenen Dreck in anderen Ländern abzuladen und sich dann über den Gestank zu beschweren, hat in meinen Augen mehr als nur ein Gschmäckle, ja.

Sieht tatsächlich so aus, als ob der ursprünglich dünne Reisig islamischer Homophobie durch jede Menge christlichen Benzins zum aktuellen Höllenfeuer entfacht worden ist. Etwas dazu gelernt, danke.
Ändert aber dann ja leider nichts an der aktuellen Lage.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 19.07.2018 | 17:58
Gibt es eigentlich spezifischere Forschung zum Ursprung von Homophobie. Meinem ersten Eindruck nach ist das eine reine angelegenheit des Monotheismus, oder?

Nein, nicht wirklich. Selbst im an diesem Punkt angeblich so "liberalen" antiken Griechenland war die Situation weit komplizierter:
Zitat
„Hingegen waren gleichgeschlechtliche Beziehungen zwischen erwachsenen und mit dem [athenischen] Bürgerrecht ausgestatteten Männern während der klassischen Epoche Griechenlands gesellschaftlich verpönt und galten für die betreffenden Männer als ‚unehrenhaft‘“;[7] sie scheinen jedoch nicht strafrechtlich verfolgt worden zu sein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_im_antiken_Griechenland

Im polytheistischen Rom wars auch nicht unbedingt einfach:

https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_im_R%C3%B6mischen_Reich#Rechtliche_Behandlung_und_moralische_Bewertungen
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Swafnir am 19.07.2018 | 18:04
Wie bewertet ihr, dass Thorwaler offenbar auch einen Bonus auf die Penisgröße bekommen?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 19.07.2018 | 18:08
Homophobie hat sich in der islamischen Welt größtenteils erst durch den Kolonialismus der christlichen Staaten verbreitet. Vorher gab es beeindruckende Beispiele von Toleranz und Unaufgeregtheit aus dem Islam, von denen das Christentum sogar heute noch zu großen Teilen weit entfernt ist.
Nein. Es gab zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Ländern mit verschiedenen islamischen Strömungen/Rechtsschulen verschiedene Haltungen dazu. Mit dem Christentum hat das erstmal gar nix zu tun.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 19.07.2018 | 18:09
Zitat
Wie bewertet ihr, dass Thorwaler offenbar auch einen Bonus auf die Penisgröße bekommen?

An Thorwalern ist alles groß: Die Gestalt, die Waffen, die Muskeln, der Durst, der Fan-Faktor; warum sich über große Schwengel wundern?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 19.07.2018 | 18:35
Ich finde die allgemeine Gemütslage hier zum WdV übrigens gerade als ziemlich angenehm. Ich glaube, der Diskurs hier ist nur halb so toxisch, wie manche befürchten. Finde ich super!  :headbang:

@Mike
Erstmal: Cool, dass du dich hier angemeldet hast und antwortest. ..

Dennoch bleibe ich auch in einer Sache bei meiner Grundeinstellung: Es ist m. E. das gute Recht des Verlages wenn er schlicht bei seiner Linie bleibt. Ich hatte im Laufe meines Berufslebens mehrfach die Situation, dass ich mir mit einer Entscheidung Feinde machen würde, entweder in Lager A oder Lager B. Gehst du Weg 1, ist Lager A knatschig, gehst du Weg 2, ist Lager B sauer (ich rede hier von sportpolitischen Entscheidungen auf kommunaler Ebene; Kommunalpolitik ist schlimmer als die Dämonenbrache). Man kann es eben nicht allen Recht machen. Man muss eine Entscheidung treffen. Ich bin da ganz gespannt, wie es weiter geht.
+1
(wollte nicht alles zitieren)
 :)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aedin Madasohn am 19.07.2018 | 18:53
Ich finde die allgemeine Gemütslage hier zum WdV übrigens gerade als ziemlich angenehm. Ich glaube, der Diskurs hier ist nur halb so toxisch, wie manche befürchten. Finde ich super!  :headbang:


 :d
die Rahja-Heilige Dorlen von Joborn und ihr Friedenslicht stehen halt für Versöhung unter selbst Erb-Feinden
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Kreggen am 19.07.2018 | 19:04
Ich bedanke mich bei allen Beteiligten hier in diesem Strang für Ihre Ausführungen.

Vieles hat mich in meiner Meinung zu WdV bestärkt, manches ist mir immer noch zu abstrus und was die eine oder andere "Personal-Entscheidung" angeht, so habe ich bereits für mich persönlich die Konsequenzen gezogen und einen Deckel auf die Schachtel geklebt.

Toll, dass sich so viele hier - und auch anderswo - zu WdV geäußert haben. Manchmal hat man halt einen Tunnelblick. Viele Meinungen helfen einem, ein wenig aus dem Tunnel rauszukommen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: rillenmanni am 19.07.2018 | 19:08
Jetzt wird es aber langweilig hier! :) Kann mich vielleicht wenigstens mal jemand beleidigen? Ganz klassisch reicht schon. Wer dafür keine gelbe Forenkarte riskiert, der hat nen Kurzen! >;D (Ach nee, das war ja die Sache mit den Eiern. ...)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Kreggen am 19.07.2018 | 19:09
Kann mich vielleicht wenigstens mal jemand beleidigen?

Du scharchst. Ich weiß das.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: rillenmanni am 19.07.2018 | 19:13
Du scharchst. Ich weiß das.


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Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Kreggen am 19.07.2018 | 19:16

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Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: rillenmanni am 19.07.2018 | 19:21
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Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 19.07.2018 | 19:30
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So! Damit ihr mal lernt, wie man richtig beleidigt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Boba Fett am 19.07.2018 | 20:04
Sind wir wieder beim Seite 10 Niveau angelangt?
Supi, dann haben wir ja nur noch 5 Seiten Besserwisserei und Haarspaltereien in nicht relevanten vom Thema abkommenden Subthemen vor uns, bis der Thread langsam ins Nirvana des Desinteresse abdriftet...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Alex Spohr am 19.07.2018 | 20:36
Hey Hotze!


3. Ulisses hört auf mein Feedback ... Oh, nein, doch nicht! (Die nicht erfolgten Modifikationen / Erläuterungen für den einen Text da, die Alex zugesagt hatte.) - Tja. Wobei das wahrscheinlich nur ein weiterer Kombi-Fall von Vergesslichkeit&Zeitdruck bei Alex war und nicht eine bewusste Entscheidung gegen das Feedback. Das sind ja schließlich keine Vollspacken bei Ulisses.

Ich glaube, das ist in der Hektik der Liveschaltung einfach überlesen worden. Ich habe Mhaires Kritik damals erhalten, wie sie völlig richtig angemerkt hat erklärt und ihr geschrieben, dass ich einen kleinen Warnhinweis setze. Übrigens auch nicht nur für die Geschichte die sie angemerkt hat, sondern auch bei anderen, wo ich es für angebracht hielt, einen solchen Hinweis zu setzen. Ist auch im Booklet des Hörbuchs vorhanden. In der Printausgabe steht Folgendes (Auszug aus dem Vorwort):

Bei  einigen  Geschichten  möchte ich im Vorfeld darauf hinweisen, dass sie Themen beinhalten, die man nur lesen sollte, wenn man damit umgehen kann.
Die Chroniken  von Zirbel und Lutti sind weniger explizit, dafür spielen hier, wie in der Geschichte Fesseln der Lust, die Themen Dominanz und Unterwerfung eine größere Rolle.


Fesseln der Lust ist die Geschichte, weswegen Mhaire mich angeschrieben hat. Vermutlich hat sie es überlesen, weil die Anthologie auch so heißt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Boba Fett am 19.07.2018 | 21:08
Hallo Alex!

Vielen Dank, daß Du Dich beimuns zu Wort meldest! :d
Kleiner Hinweis: Falls Dir jemand PMs sendet, wirst Du diese erst beantworten können, wenn du in Summe 5 Beiträge im Forum geschrieben hast - das ist ein Spambotschutz...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: rillenmanni am 19.07.2018 | 21:22
Vielen Dank, Alex!

Und an Dich freilich auch noch, Mike! :)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TeichDragon am 19.07.2018 | 21:50
Und da wir schon beim Bedanken sind:

Ganz vielen Dank an alle, das hier ruhig, bedacht und ernsthaft diskutiert wurde.

Das fand ich die letzten Tage extrem toll!
(Musste mal gesagt werden.)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 19.07.2018 | 22:12
Hallo Alex!

Vielen Dank, daß Du Dich beimuns zu Wort meldest! :d

+1

Ach, wir sind doch meistens einfach ein Kuschelforum  ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: YY am 19.07.2018 | 22:31
ich bin ein sehr konservativer Typ aber vielleicht gerade deswegen ist die Annahme von völliger Gleichbereichtigung etwas so exotisches in einer Fantasywelt, dass ich davon gerne mehr sehen würde und damit anscheinend nicht alleine bin.

Gleichberechtigung und Emanzipation sind allerdings immer noch was anderes als Gleichartigkeit und völliges Fehlen von Geschlechterrollen und -identitäten, wie das in deiner kleinen Auflistung teils anklingt.

Bei Aventurien knirscht die Kombination so vieler moderner Vorstellungen mit "klassischem" Fäntelalter mMn ohnehin schon an einigen Stellen. Da ist man mit so einem Projekt schon nach wenigen Schritten ganz woanders unterwegs.
Will heißen: Kann man machen, dann aber besser gleich von Aventurien abgekoppelt, weil man das hinterher ohnehin kaum wiedererkennen wird.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Shogoth64 am 20.07.2018 | 01:29
Gleichberechtigung und Emanzipation sind allerdings immer noch was anderes als Gleichartigkeit und völliges Fehlen von Geschlechterrollen und -identitäten, wie das in deiner kleinen Auflistung teils anklingt.
Wenn per göttlicher Liturgie das geändert werden kann wäre das "geschlechterlose" vielleicht auch möglich....aber eigentlich meinte ich schon die Themen Gleichberechtigung und Emanzipation, da muss ich ggf. aufs Wording achten.


Bei Aventurien knirscht die Kombination so vieler moderner Vorstellungen mit "klassischem" Fäntelalter mMn ohnehin schon an einigen Stellen. Da ist man mit so einem Projekt schon nach wenigen Schritten ganz woanders unterwegs.
Will heißen: Kann man machen, dann aber besser gleich von Aventurien abgekoppelt, weil man das hinterher ohnehin kaum wiedererkennen wird.
Ist halt die Frage, ob man es zu etwas Neuem fortführen will oder man versucht etwas Altes zu reparieren. Ich denke das Problem ist, dass mit solch einem Band man Gefahr läuft, am Ende ungewollt ins Politisch abzudriften und am Ende mit Personen aus etwaigen Kreisen im Krieg der Deutungshoheiten steht. Schön wäre es natürlich, wenn man gelöst von Politik einfach ein Werk über die Gleichberechtigung in einer Fantasywelt namens Aventurien schreiben könnte, so ganz ohne Argwohn, Politik und Glaube, nur als Worldbuilding. Aber ich glaube heutzutage kann man sowas nicht mehr machen... Schöne neue Welt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 20.07.2018 | 01:32
Das kann das von Dir genannte Beispiel sein oder das ich den harten Söldnerführer in einem Abenteuer mit einer Frau besetzte.
Was natürlich nichts anderes ist als das Klischee weibliche Führungskräfte müssen besonders tough sein...


Wie wäre es mit

Come i early come i late, i found Agnes at the gate.

oder  Grace O’ Malley

Mary Ann Brown Patten, The Captains Wife, die Schwanger mit ihrem 1 Kind die Neptunes Car nach San Francisco steuerte, ihren Mann pflegte und nebenbei die Kontrolle über die Mannschaft behielt

Theophanu und Adelheid
Hildegard von Bingen

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: YY am 20.07.2018 | 01:42
Schön wäre es natürlich, wenn man gelöst von Politik einfach ein Werk über die Gleichberechtigung in einer Fantasywelt namens Aventurien schreiben könnte, so ganz ohne Argwohn, Politik und Glaube, nur als Worldbuilding. Aber ich glaube heutzutage kann man sowas nicht mehr machen...

Freilich kann man - nur muss dann wahrscheinlich in der Außenkommunikation ein gutes Stück weit das Prinzip Deutsche Eiche her. Ähnlich wie es der erwähnte Herr Raggi hält. 

Das meiste Geschrei aus allen Richtungen ist unterm Strich eben nur genau das und ich habe irgendwie nicht das Gefühl, als würde man mit so einem Werk signifikante Teile der tatsächlichen Käuferschaft vergraulen ;)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 20.07.2018 | 07:03
Niemand zwingt irgendwem was auf, das habe ich nicht gesagt und deshalb finde ich die "Zensur"-Vorwürfe auch so unsinnig: Das Buch kann geschrieben sein, wie es will. Ich sage nur, man hätte diese krassen Reaktionen vermeiden können, wenn man sich vorher intensiver mit Themen wie Diversity und Antidiskriminierung auseinander gesetzt hätte. Dann hätte man eher ein Bewusstsein dafür gehabt, dass gewisse Inhalte unangenehm auffallen könnten. Und hätte sie eventuell einfach weggelassen, weil sie keinen Mehrwert haben.

Ok, dann nochmal kurz, sachlich und unaufgeregt ein paar Beispiele, wie es mir eher gewünscht hätte:
- Verzicht von stereotypen, "animalischen" Beschreibungen bei der Darstellung der Waldmenschen-Sexualität
- Weniger starker Fokus auf Frauen bei den Illustrationen, mehr Unterschiedlichkeit (mehr Männer, mehr PoCs in unterschiedlichen Situationen). Wie gesagt, mir gehts nicht um nur um die Quote, aber hier ist die Verteilung schon sehr in der Schieflage - warum wurde ja erklärt)
- Gleichberechtigung homosexueller Beziehungen überall in Aventurien, keine homosexuellenfeindlichen Novadis oder Andergaster
- keine XP-bringender Nachteil "Homosexualität"
- Verzicht auf eine "Begutachtung" von transsexuellen Charakteren vor der geschlechtsangleichenden Liturgie

Erstmal danke für Deine Antwort  :d

Einen Mehrwert hat dieses Buch für mich auch nicht. Aber Hand aufs Herz: wer hätte das denn erwartet? Ich glaube, dass Deine Erwartungshaltung an sozialkritischen Themen in Freizeitprodukten sehr viel zu ernst und auch schlicht zu hoch ist. Aber das hatten wir schon, dass ich das etwas anders sehe ;)

Aber eine Sache fällt mir auf: wäre Aventurien wirklich besser für Dich, wenn dort überall Gleichberechtigung herrschte? Wenn alle Kulturen dort aufgeklärt, fortschrittlich und in Einklang miteinander lebten? Denn das wäre ja die Konsequenz. Wer so aufgeklärt ist, dass alle Geschlechter, Hautfarben und Penislängen akzeptiert würden und ihren Platz in allen Gesellschaften hätten, dann gäbe es doch genau Null Konfliktpotential. Wer so aufgeklärt ist, würde niemals Krieg führen, keine Greultaten begehen ... wo wären die Abenteuer und Abenteurer? Was gäbe es zu erleben oder gar zu verbessern? Hey, wir Abenteurer ziehen doch auch aus, um diese (also Dere oder where-ever) Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Mir würde total was fehlen, wenn Fantasywelten nicht voller Arschlöcher, Dreckskerle und -kerlinnen, Schwarzmagier, Entführern, Sackgesichtern, bösen maximalpigmentierten Teufelsanbetern, reinblütigen Arier-Besser-Elfen, Mistzwergen, Nymphomaninnen und -manen, Nordmännern mit Riesenschniepi (Alter, beschreib mal nen hünenhaften Nordmann, der sein Gemächt in hautengen Lederhosen zur Schau stellt ... so unsympathisch kann kein Bösewicht in meiner Gruppe ankommen  ~;D ) , ... ach ich könnte echt weit ausholen ... aber ich liebe es mit diesen veralteten und chauvinistischen Stereotypen zu spielen, damit zu provozieren und die Spieler/innen zu motivieren, meine Fantasywelt zu einem besseren Ort zu machen. Warum sollte das in einem veröffentlichten DSA-Produkt anders sein? Reibungspunkte erzeugen Spannung. Win-win  :d

Ha! Ich werde meine Dragon Age Kampagne mit einer zünftigen Weiberkeilerei starten. Aber so, dass die sich richtig aufs Fressbrett geben  :headbang:
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 20.07.2018 | 07:25
Was man halt mMn. so oder so nicht vergessen darf, ist, dass Rollenspiel  ein Spiel ist. Und, dass dieses Spiel in einer Fantasy Welt spielt.
D. h.  wenn Erfinder entscheiden: Es gibt nur männliche Zwerge. Und die legen alle Eier um sich fortzupflanzen.
Oder es gibt in der Welt nur weibliche Elfen und die klonen sich selbst, um ihre Art am Leben zu erhalten......dann können die das machen.
Den Fans möglichst entgegen zu kommen, ist ein wohlwollendes Angebot. Aber eben keine Verpflichtung.
Es ist nur ein Spiel, das in seiner Funktion, als unterhaltendes Produkt erst mal keinen anderen Anspruch hat, als zu amüsieren.
Solange es den meisten Spaß macht, wird es mehrheitlich vermutlich auch gekauft.

Da sich so ein Spiel idR. an Erwachsene richtet, gibt es auch keine explizite pädagogische Verantwortung.
Wenn es also darum ginge,  böse Riesenkröten platt zu machen, die die Fantasy Welt angreifen, dann könnte das ein Vereinsmitglied von "Rettet die Kröte" evtl. massiv stören aber es hätte dennoch keinen Anspruch darauf, dass Riesenkröten in dieser Welt "gut" sein müssen. Und von allen geschützt werden.
 (Bei menschlichen Fantasy Kulturen und Gruppen kommt es dagegen vermutlich darauf an, wie stark der Reallife Bezug tatsächlich ist. Und ob man da wirklich irgendwen verunglimpfen will )


Im Zweifels Fall kauft man dann das Spiel halt nicht. Oder äußert, dass es einem nicht gefällt.
Man kann die Erfinder natürlich auch als Tierquäler und Krötenhasser bezeichnen. Um Druck aufzubauen. Aber viel mehr meistens auch nicht.
Da eine Fantasy Welt idR.  nicht das normale Leben abbildet oder abbilden muss.


Was man generell  machen kann, ist Wünsche äußern. In der Hoffnung, dass vielleicht der ein oder andere Vorschlag angenommen wird.
Oder sich selbst sein eigenes Produkt machen.
Rollenspiel ist ansich ein kreatives Hobby. Viele schreiben ihre Abenteuer selbst, warum nicht auch mal einen anderen Band ?
(Und wenn es erst mal nur für sich oder einen kleinen Kreis ist)

Was öffentlich als Buch erscheint, und was dann wie am Tisch gespielt wird kann ja (und tut es sicherlich auch häufig mal) von einander abweichen.
Im Prinzip sind das Spielvorschläge. Aber jeder baut sich darüber hinaus auch seine eigene Welt. Und nimmt dort die Änderungen vor, wo er sie für nötig erachtet.

So ein Band ist mEn. nie ein "Maßanzug" der jedem genau passt oder passen muss. Es ist auch keine "Bibel"  an die man sich unbedingt halten muss.

Edit. Vielleicht liege ich auch total falsch aber kann es sein, dass manche Spieler vielleicht einfach unnötig Angst haben das WdV fortan als ernstzunehmender Band("heilige Sex Bibel" ~;D) gesehen wird?
(Vielleicht auch aufgrund der ausgefeilten Regeln )
Kann ja sein... bzw. wäre mMn. verständlich
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Settembrini am 20.07.2018 | 08:14
Ha! Ich werde meine Dragon Age Kampagne mit einer zünftigen Weiberkeilerei starten. Aber so, dass die sich richtig aufs Fressbrett geben  :headbang:

Was ich mental gerade nicht zusammenkriege, in Bezug auf die persönliche Dimension:

- Die meisten deutschen Rollos/Nerds sind Metal-affin (früher sah man immer Blind Guardian Longsleeves, heutzutage ganz viel Sabaton-Shirts)
- Metal ist ja von Gestus und Texten nahe an Conan & Co
- Die meisten deutschen Rollos spielen DSA
- Aventurien wird von Jahr zu Jahr immer mehr zu Bullerbü (Gareth ist ja eigentlich, vor dem großen Retcon eine übles Sündenbabel mit Sklaverei, ein Rauxes, gewesen)

Deswegen die konkrete Frage an    Mike Krzywik-Groß und AK2013:

Welche Musik hört ihr so?
Sportfreunde Stiller?

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 20.07.2018 | 08:32
Annett Louisan  >;D



edit: hat die nicht sogar irgendwas mit "ich will doch nur spiel'n" oder so gesungen ... das wird ja immer besser  ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 20.07.2018 | 08:49
Schön wäre es natürlich, wenn man gelöst von Politik einfach ein Werk über die Gleichberechtigung in einer Fantasywelt namens Aventurien schreiben könnte, so ganz ohne Argwohn, Politik und Glaube, nur als Worldbuilding. Aber ich glaube heutzutage kann man sowas nicht mehr machen... Schöne neue Welt.

Ich weiß nicht, ob das wirklich so am "heutzutage" hängt. So furchtbar viel toleranter waren die Menschen früher auch schon nicht, die hätten sich dann halt einfach eher über genau die Dinge als großen unverzeihlichen Tabubruch aufgeregt, die heute anderen noch lange nicht weit genug gehen. ;)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Nocturama am 20.07.2018 | 09:03
Edit. Vielleicht liege ich auch total falsch aber kann es sein, dass manche Spieler vielleicht einfach unnötig Angst haben das WdV fortan als ernstzunehmender Band("heilige Sex Bibel" ~;D) gesehen wird?
(Vielleicht auch aufgrund der ausgefeilten Regeln )
Kann ja sein... bzw. wäre mMn. verständlich

Ich glaube tatsächlich, dass das nicht ganz falsch ist. Andere haben schon mal darauf hingewiesen, aber DSA hat schon eine spezielle Spielkultur. Nach meinem Eindruck - der falsch sein mag - werden Spielhilfen im allgemeinen sehr ernst genommen und weniger optional gesehen, als es in anderen Spielen der Fall ist. Für den Verlag ist das natürlich nicht schlecht, weil es mehr Leute gibt, die wirklich alles kaufen. Das heißt jetzt nicht, dass jeder Spieler die Regeln rausholen wird, wenn die rollenspielerischen Hüllen fallen, aber irgendwieso hat man doch das Gefühl, da gäbe es jetzt eine offizielle Setzung, die eben Kanon ist.

DSA hat auch kein losgelöstes Regelwerk und bietet weniger Motivation zum "selbst Machen", aber dafür zum "Mitmachen". Eine starke Identifizierung mit der Marke und Einbeziehung der Fans kann gut sein (siehe Kaufverhalten), aber eben auch schnell ins Gegenteil umschlagen. Wenn ich das Gefühl habe, DSA gehört mir, bin ich auch eher vergrätzt, wenn es in eine Richtung geht, die ich nicht mag. Das ist ja nun kein neues Phänomen, aber vermutlich durch das Internet verschärft (siehe "ihr macht Star Wars kaputt" oder Todesdrohungen über Änderungen an digitalen Schießgewehren). Kontroverse Entscheidungen erhalten ein entsprechend lautes Echo, egal in welche Richtung. Das ist natürlich in der Regel überzogen, aber rein emotional fühlt es sich halt für einige Fans so an, als würde jemand in ihrem Haus die Möbelgarnitur ohne ihre Mitsprache austauschen.

Damit sollen weder persönliche Beleidigungen noch massive Pöbeleien entschuldigt werden, aber in der DSA-speziellen Kultur erstaunt es mich nicht, dass man sich laut zu Wort meldet, wenn einem was nicht gefällt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 20.07.2018 | 09:18
@
Nocturama
Das deckt sich auch mit meiner Beobachtung.
Und ist vermutlich in vielen Rollenspielen so.
Es gibt Spieler, die einen festen Kanon wollen und brauchen. (Nicht selten kennen sie sich auch ziemlich gut damit aus. Und wissen viele Details)
Und Spieler, die Spielhilfen, eher optional betrachten und benutzen. ("Ich bau mir meine Welt, wie sie mir gefällt.")

Wahrscheinlich ist WdV trotzdem zu detailliert gemacht um es als reinen Scherz abzutun. Bzw. aufwendig genug um es als Teil des Kanons sehen zu können. 
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Darius der Duellant am 20.07.2018 | 09:29
Historisch betrachtet: Ja, das entspricht meinem Verständnis nach den Tatsachen. Du kannst dazu hier auf Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Zinsverbot#Zinsverbote_im_fr%C3%BChen_und_mittelalterlichen_Judentum) ein paar Absätze finden; mit Sicherheit gibt's auch Quellen, die das detaillierter aufarbeiten, aber als erster schneller Querverweis sollte es reichen.

Historisch ist mir eigentlich hier egal, ich schrieb "heute". Und da finde ich diese Aussage schon... speziell
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 20.07.2018 | 10:03
Historisch ist mir eigentlich hier egal, ich schrieb "heute". Und da finde ich diese Aussage schon... speziell

Du würdest jede Aussage "speziell" finden, die nicht mit deinem Standpunkt 100% konform geht. Insofern -- sei's drum.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Darius der Duellant am 20.07.2018 | 10:15
🤣🤣🤣
Ich mag solche Qualitätsantworten, die stehen so wunderbar für sich selbst.🤭
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 20.07.2018 | 10:16
- Metal ist ja von Gestus und Texten nahe an Conan & Co

Verallgemeinerungen sind scheiße.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 20.07.2018 | 10:19
Verallgemeinerungen sind scheiße.
Wobei das natürlich auch gleich wieder eine sehr verallgemeinernde Aussage ist -- auch wenn ich ihr tendenziell schon zustimme. ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 20.07.2018 | 10:48
Wenn ich das Gefühl habe, DSA gehört mir, bin ich auch eher vergrätzt, wenn es in eine Richtung geht, die ich nicht mag. Das ist ja nun kein neues Phänomen, aber vermutlich durch das Internet verschärft (siehe "ihr macht Star Wars kaputt" oder Todesdrohungen über Änderungen an digitalen Schießgewehren). Kontroverse Entscheidungen erhalten ein entsprechend lautes Echo, egal in welche Richtung. Das ist natürlich in der Regel überzogen, aber rein emotional fühlt es sich halt für einige Fans so an, als würde jemand in ihrem Haus die Möbelgarnitur ohne ihre Mitsprache austauschen.

Guter Hinweis, du hast sicher Recht. Dieser Aspekt verstärkt gewissermaßen die Reaktionen. Ein zusätzlicher Grund könnte sein, dass die Leute sich mit dem Spiel überdies seit vielen Jahren oder Jahrzehnten verbunden fühlen. Es ist nicht irgendein Indie-Game, dass du seit ein paar Monaten kennst und drei Mal gespielt hast. Mit der Marke DSA lebe ich persönlich ja seit Jahrzehnten (und ja, ich habe jetzt mal bewusst "lebe" gesagt, da Rollenspiele in meiner Freizeitpriorität sehr weit oben stehen) und da kann ich durchaus emotionale Reaktionen verstehen. Dazu kommt natürlich noch, dass einige von den in der WdV-Diskussion beteiligten Leuten auch über das Hobby hinaus beruflich mit DSA verbunden sind, teilweise recht eng. Ich selbst fühle mich meistens noch relativ distanziert, weil ich denke, dass alle Quellen erstmal "nur" Inspiration sind und ich mein DSA und Aventurien an meinem Spieltisch erzeuge. Aber ich rege mich ja auch gerne mal über den Regelwust von DSA 4.1 auf oder irgendwas anderes, was mich stört. Die Antwort "musst du ja für dich nicht gelten lassen" ist meistens relativ unbefriedigend, zugegebenermaßen.
Allerdings ist WdV für mich irgendwie noch viel weiter weg davon, mehr als nur (teilweise spaßige und derbe) Inspiration zu dienen als andere Regel- und Quellenbände. Die Relevanz für die Spielwelt an meinem Spieltisch ist aus meiner jetzigen Perspektive verschwindend gering. Da hätte "Handelsherr und Kiepenkerl" noch mehr Relevanz. ^^
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Crimson King am 20.07.2018 | 14:05
Wobei das natürlich auch gleich wieder eine sehr verallgemeinernde Aussage ist

Du hast den Witz verstanden. Gratuliere!
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 20.07.2018 | 14:27
Ich hätte ja mal ne Frage als DSA Dummie:
Ist es jetzt eigentlich offiziell Kanon (den man optional verwenden kann aber nicht muss) -so habe ich das zumindest verstanden.
Oder ist es irgendein Zwischen Ding, das ich nicht verstehe?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: First Orko am 20.07.2018 | 15:06
Ich hätte ja mal ne Frage als DSA Dummie:
Ist es jetzt eigentlich offiziell Kanon (den man optional verwenden kann aber nicht muss) -so habe ich das zumindest verstanden.
Oder ist es irgendein Zwischen Ding, das ich nicht verstehe?

Also ich glaube mittlerweile es ist ein soziales Experiment....
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 20.07.2018 | 15:13
Also ich glaube mittlerweile es ist ein soziales Experiment....
;D :d

Edit. Ich vermute einen Art  semi-offiziellen Kanon.
( für Spaßvögel)
(Falls es das für Aventurien schon mal gab)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Isegrim am 20.07.2018 | 15:52
Ich denk schon, dass die IG-Infos als Kanon gelten können. Sind halt nur Infos, die bei den meisten Runden eh keine wirkliche Rolle spielen werden, also who cares?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Eismann am 20.07.2018 | 16:01
Die Regeln dürften Fokusregeln sein. Die kann man komplett außen vorlassen oder teilweise oder komplett benutzen, sie sind aber kein Teil der eigentlich relevanten Kernregeln. Auch wenn ich den Eindruck habe, dass einige eher tradtionelle DSA-Spieler mit diesem Konzept so ihre Schwierigkeiten haben.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 20.07.2018 | 18:03
Ich weiß nicht, ob das wirklich so am "heutzutage" hängt. So furchtbar viel toleranter waren die Menschen früher auch schon nicht, die hätten sich dann halt einfach eher über genau die Dinge als großen unverzeihlichen Tabubruch aufgeregt, die heute anderen noch lange nicht weit genug gehen. ;)

Hey, es gab zeiten, da wurde allein schon das Rollenspiele spielen als große Sünde angesehen. Die ja dazu führt, dass wir zu massenmordenden Sadisten werden. Wurde auch mit unterbewusster Verseuchung des Verstandes und Abkehr von Moral erklärt. Ebenso wie bei Ballerspielen oder Computerspielen allgemein immer dieses Argument kommt. Eigentlich könnte man ja mal wirklich nachschauen, wie es tatsächlich ist. DSA gibts ja nun gut 3 Jahrzehnte und das mit allen diesen als negativ dargestellten Stereotypen. Interessant wäre, ob DSA-Spieler, dadurch nun tatsächlich insgesamt intoleranter und diskriminierender geworden sind, als Spieler von eher progressiveren Rollenspielen oder Nichtrollenspieler.
Ansonsten kann man glaube ich auch erstmal ruhig an die Sache rangehen. Nicht jede Hysterie über die Jahrzehnte war ernst zu nehmen. Sexuelle Liberalisierung und Akzeptanz einer breiteren Masse an Sexualität und Sexualpraktiken hat nun auch nicht zum Untergang des Abendlandes geführt, wie früher viele Prophezeiten. Allzuviele Rollenspieler sind auhc keine Satanisten geworden. Und wer weiß, vielleicht liege ich auch falsch und in 20 Jahren sind dann die Rollenpielrentner der Auslöser von massenhaft Genoziden aufgrund ihrer verqueren Vorstellung, oder halt nicht.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Darius der Duellant am 20.07.2018 | 18:33
"progressiver" finde ich spannend.
DSA ist imho auf der politischen Schiene schon ziemlich progressiv und war das auch schon Jahrzehnte vor den meisten anderen so.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aendymion am 20.07.2018 | 20:26
Hey, es gab zeiten, da wurde allein schon das Rollenspiele spielen als große Sünde angesehen. Die ja dazu führt, dass wir zu massenmordenden Sadisten werden. Wurde auch mit unterbewusster Verseuchung des Verstandes und Abkehr von Moral erklärt. Ebenso wie bei Ballerspielen oder Computerspielen allgemein immer dieses Argument kommt. Eigentlich könnte man ja mal wirklich nachschauen, wie es tatsächlich ist. DSA gibts ja nun gut 3 Jahrzehnte und das mit allen diesen als negativ dargestellten Stereotypen. Interessant wäre, ob DSA-Spieler, dadurch nun tatsächlich insgesamt intoleranter und diskriminierender geworden sind, als Spieler von eher progressiveren Rollenspielen oder Nichtrollenspieler.
Ansonsten kann man glaube ich auch erstmal ruhig an die Sache rangehen. Nicht jede Hysterie über die Jahrzehnte war ernst zu nehmen. Sexuelle Liberalisierung und Akzeptanz einer breiteren Masse an Sexualität und Sexualpraktiken hat nun auch nicht zum Untergang des Abendlandes geführt, wie früher viele Prophezeiten. Allzuviele Rollenspieler sind auhc keine Satanisten geworden. Und wer weiß, vielleicht liege ich auch falsch und in 20 Jahren sind dann die Rollenpielrentner der Auslöser von massenhaft Genoziden aufgrund ihrer verqueren Vorstellung, oder halt nicht.

Darum geht’s auch glaube ich bei der aktuellen Diskussion nicht: Ich glaube keiner der Kritiker*innen hat gesagt, dass ein Buch wie WdV oder ein kolonialistisch geprägtes Aventurien aus Rollenspieler*innen Rassist*innen macht. Das halte ich für völligen Unsinn, ebenso wie die diversen Killerspieldebatten.

Eine sensiblere Sprache bzw. ein Abbau von stereotypen Darstellungen wäre aber mMn positiv und könnte zu mehr Offenheit, Akzeptanz und einer einladenderen Haltung ggü. den betroffenen Personen führen. Wäre zumindest meine Hypothese. Rassistische Klischees könnten nach und nach abgeschwächt und dekonstruiert werden. Verzichtet man aber darauf, bleibt halt alles beim Alten und der Status Quo bzw. vorhandene Stereotype werden aufrechterhalten. Kann man auch machen, finden nur nicht alle gut ;)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 20.07.2018 | 20:44
Darum geht’s auch glaube ich bei der aktuellen Diskussion nicht: Ich glaube keiner der Kritiker*innen hat gesagt, dass ein Buch wie WdV oder ein kolonialistisch geprägtes Aventurien aus Rollenspieler*innen Rassist*innen macht. Das halte ich für völligen Unsinn, ebenso wie die diversen Killerspieldebatten.

Eine sensiblere Sprache bzw. ein Abbau von stereotypen Darstellungen wäre aber mMn positiv und könnte zu mehr Offenheit, Akzeptanz und einer einladenderen Haltung ggü. den betroffenen Personen führen. Wäre zumindest meine Hypothese. Rassistische Klischees könnten nach und nach abgeschwächt und dekonstruiert werden. Verzichtet man aber darauf, bleibt halt alles beim Alten und der Status Quo bzw. vorhandene Stereotype werden aufrechterhalten. Kann man auch machen, finden nur nicht alle gut ;)

Das sind zwei Seiten derselben Medaille. Geht das eine nicht, gibt es auch das andere nicht.
Wobei ich annehme, dass wenn extreme Darstellungen und ideologische Vorbelastungen aufeinander treffen das tatsächlich verstärken kann, wie auch eine als glaubhaft empfundene "selbsterlebte" Situation da zu einer gewissen dazu passenden Emphatie führen kann.
Der typische derartige Shitsturm und entsprechende Belehrungen, Bevormundungen oder rein ideologisch aufgemachte Utopien werden meiner Erfahrung nach (auch bezgl. entsprechenden Versuchen in Schule oder auch Bundeswehr) im Idealfall ignoriert, eher aber als selbst übergriffig gewertet und mit Trotz oder Gegenreaktionen "belohnt".

Da hier wie da letztlich das reale Leben zählt, ist die große Masse an Spielkritik sowieso völlig an der Sache vorbei - wenn sie nicht gar direkt schadet - und bindet Aufmerksamkeit wie Energie, welche besser im realen Leben investiert wäre.
Spieler, die sich begegnen und gemeinsam eine Aufgabe bestehen, sind meiner Erfahrung nach erheblich weniger motiviert sich dann offgame an die Gurgel zu gehen - so das Spiel eben nicht wiederum politisch/religiös aufgeladen wurde, bzw. sie selbst bereit sind ihre RL-Ideologien zurück zu lassen.

Vor den Würfeln sind alle gleich...!
 
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 20.07.2018 | 22:06
Darum geht’s auch glaube ich bei der aktuellen Diskussion nicht: Ich glaube keiner der Kritiker*innen hat gesagt, dass ein Buch wie WdV oder ein kolonialistisch geprägtes Aventurien aus Rollenspieler*innen Rassist*innen macht. Das halte ich für völligen Unsinn, ebenso wie die diversen Killerspieldebatten.

Eine sensiblere Sprache bzw. ein Abbau von stereotypen Darstellungen wäre aber mMn positiv und könnte zu mehr Offenheit, Akzeptanz und einer einladenderen Haltung ggü. den betroffenen Personen führen. Wäre zumindest meine Hypothese. Rassistische Klischees könnten nach und nach abgeschwächt und dekonstruiert werden. Verzichtet man aber darauf, bleibt halt alles beim Alten und der Status Quo bzw. vorhandene Stereotype werden aufrechterhalten. Kann man auch machen, finden nur nicht alle gut ;)

Da wiedersprichst du dir. Wenn du meinst, es wäre aktuell nicht einladend für jeden, dann untermauerst du doch damit, dass das Spiel rassistisch macht. Ich meine, wie soll man das sonst verstehen? Ich postuliere, dass das Spiel so offen ist, dass jeder, der prinzipiell an Rollenspiel und der Art und Weise des Spieles interessiert ist, willkommen ist und das auch entsprechende Gruppen eine offene Haltung haben. Du scheinst ja zu sagen, dass der Rassismus und Sexismus und x-ismus des Spieles aktuell Spieler fernhält. Das finde ich gewagt und würde mich über zumindest ein beispiel dahingehend interessieren, wo jemand eigentlich Welt und System mag, aber durch irgendetwas von dieser Art abgeschreckt wird.
Und wie gesagt, "Stereotype werden erhalten" ist auch etwas, wo ich 180° gegen argumentieren würde. Aus meiner Sicht sind gerade solche Werke, die das ganze nicht so ernst nehmen und mit diversen klischees spielen der beste motor für eine tollerantere Gesellschaft. Dieses ständige Vereinheitlichen, und auf Oktroyren von Labels und Schuldvorwürfen hält viel mehr Leute von etwas ab und kreiiert eine ganze Menge mehr Spaltungen. Gerade wenn wie hier Forderungen kommen, ala "man solle einfach sagen, dass man rassistisch sei und alles tun werde, dies zu verhindern". Das ist eine Herangehensweise, die schon in den neuen christlichen Strömungen nicht funktioniert, wo auch herumgegangen wird und versucht wird, einzureden, dass man akzeptieren solle, ein Sünder zu sein und dann zu sagen, dass es einem Leid tut. Diese Unterwerfung durch Schuldgefühle ist nicht der Weg zur Toleranz.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: pharyon am 20.07.2018 | 22:37
Ich habe gerade den Beitrag von Mhaire geschaut und muss sagen, dass er mir insgesamt sehr gefallen hat. Dafür auf jeden Fall:  :d

Bei einem Mitspieler konnte ich gestern auch mal einen Blick ins WdV werfen. Von den bereits angesprochenen Unbedachtheiten abgesehen fand ich einfach in den Regelteilen so manches ... gaga. Erregung VI? Vorteile bzgl. der weiblichen Ejakulation? Aus dem Zusammenhang gelesen habe ich vielleicht den großen Humor-Disclaimer verpasst, aber gerade mit solchen Beispielen fand ich mich eher vertrieben als angelockt.

Wie Mhaire hätte ich es eher sinnvoll gefunden, sich damit auseinanderzusetzen, wie sich eine Rahja-Kirche und die ganzen anderen aventurientypischen Gegebenheiten denn auf das Thema Sexualität, Beziehungen und Liebe auswirkt.

Das Thema und die Diskussion hier haben mich aber auch nochmal Einiges gelehrt. So habe ich selbst bislang nie einen Zusammenhang zwischen der Größe des Penis und der Größe des männlichen Triebes hergestellt. Wenn ich eine Grundannahme gehabt habe, dann vielleicht zwischen Größe des Penis und der Befriedigung der Frau (über Männer oder andere Gender habe ich mir dazu noch keine Gedanken gemacht) - wobei diese "Vorstellung" auch schon lange weiter ausdifferenziert ist. Auch wie "rassistisch"/unbedacht stereotyp schon in DSA 4.1 die "menschlichen Rassen" waren ist mir durch die Diskussion nochmal bewusster geworden. Früher habe ich mir das eher durch die magischen und karmalen Gegebenheiten erklärt. Thorwaler? Von Swafnir (Sohn Rondras und Efferds) gesegnet, was mit gewissen Vor- und Nachteilen verbunden ist. So sehr war es mir nicht als Transport rassistischer Klischees gegenwärtig. Aber durch den Diskurs sind da einfach weitere Perspektiven hinzugekommen, die meinen Horizont erweitert haben. Und das finde ich absolut super.

Und für die Rollenspiel-Community bietet es halt nochmal einen Anlass über das Thema Sexualität & Rollenspiel sowie (sowohl political als auch jede andere) Correctness & Rollenspiel zu reflektieren.

p^^
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 21.07.2018 | 09:03
So wie ich das verstehe, sind menschliche Fantasy Kulturen idR an weltliche angelehnt.  Aber eben nicht identisch.
Da die Fantasy Welt historisch ist, werden idR.  eher Anlehnungen an historische Völker da sein: Wie zum Beispiel die alten Römer, die alten Griechen, die Wikinger oder die Kelten, Normannen.. whatever.
Wenn also irdische Anlehnungen da sind, dann eher an Klischees aus der Geschichte.
Es geht idR. nicht um moderne Griechen oder Schweden etc.
sondern um Klischees aus historischen Romanen und Geschichten. Auch Geschichtsbüchern.
Die Themen, die man in einer historischen Welt behandelt,  die Abenteuer die man dort spielt, haben viel mit "Prinz Eisenherz" und "Robin Hood" gemeinsam.
Eine 1:1 Übertragung auf die moderne heutige Welt und Gesellschaft ist deshalb aus meiner Sicht nicht machbar.

Die Spielwelt ist nicht die Realwelt.
Die Spielzeit ist nicht die heutige Zeit.

Man kann die Frage stellen, warum Spieler sich so gerne gedanklich in einer mittelalterlichen Welt aufhalten, in der es Ritter und Drachen gibt, Magier und Hexen-keine Schusswaffen sondern Schwert und Degen?
(Manche nennen das ja Weltflucht ) ~;D

Edit. Wenn bestimmte historische Klischees heute immer noch jmd. verunglimpfen könnten, sollte man natürlich vorsichtig sein.
Aber grundsätzlich sollte man mMn.  erst mal im Blick haben, dass da idR. nicht irgendwelche Jetzt- Zeit Kulturen gemeint sind.
Vielleicht auch verstehen, warum die Klischees alt (historisch)sind.
Edit 2.
Da es sich um Fantasy handelt, kommen auch noch Dinge aus Helden- Sagen und Märchen dazu.
 z. B.  Dinge wie lebendige Götter und lebendige Magie. Aber auch sicher einiges aus dem Bereich Aberglauben.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 21.07.2018 | 10:55
Die Spielwelt ist nicht die Realwelt.
Die Spielzeit ist nicht die heutige Zeit.

Man kann die Frage stellen, warum Spieler sich so gerne gedanklich in einer mittelalterlichen Welt aufhalten, in der es Ritter und Drachen gibt, Magier und Hexen-keine Schusswaffen sondern Schwert und Degen?

Allerdings. Man kann z.B. auch fragen, warum eigentlich in so vielen Fantasywelten die "Bösen" immer noch meist auch gleich die Häßlichen oder sonstwie auf den ersten Blick erkennbaren "Anderen" sind und es immer noch (wo nicht mehr oder weniger ausdrücklich parodiert) in erster Linie die männlichen Ritter zu sein scheinen, die die natürlich schönen Jungfrauen in Not vor den Drachen retten...da wäre dann die Frage halt vielleicht weniger "Hm, wer könnte sich da im Richtigen Leben (tm) verunglimpft fühlen?" als vielmehr "ja, wessen Wunschvorstellungen zum Geier bedienen wir hier eigentlich damit?". Immerhin gilt ja gerade, weil die Spielwelt nicht die Realwelt ist, daß alles, was in ihr ausdrücklich vorkommt, dies nur aus dem einen Grund tut, daß es irgendjemand auf der "Macher"-Seite auch erst mal mehr oder weniger bewußt genau so in sie eingebaut hat...da gibt's im Gegensatz zur Realität schlicht und ergreifend kein "ist halt so, kann ich auch nicht ändern".

Aber das geht dann natürlich um einiges über speziell das Thema WdV hinaus.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Rhylthar am 21.07.2018 | 11:20
Interessantes Thema, das ich deutlich anders sehen.

Gehört hier aber nicht hin.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 21.07.2018 | 11:35
Allerdings. Man kann z.B. auch fragen, warum eigentlich in so vielen Fantasywelten die "Bösen" immer noch meist auch gleich die Häßlichen oder sonstwie auf den ersten Blick erkennbaren "Anderen" sind und es immer noch (wo nicht mehr oder weniger ausdrücklich parodiert) in erster Linie die männlichen Ritter zu sein scheinen, die die natürlich schönen Jungfrauen in Not vor den Drachen retten...da wäre dann die Frage halt vielleicht weniger "Hm, wer könnte sich da im Richtigen Leben (tm) verunglimpft fühlen?" als vielmehr "ja, wessen Wunschvorstellungen zum Geier bedienen wir hier eigentlich damit?". Immerhin gilt ja gerade, weil die Spielwelt nicht die Realwelt ist, daß alles, was in ihr ausdrücklich vorkommt, dies nur aus dem einen Grund tut, daß es irgendjemand auf der "Macher"-Seite auch erst mal mehr oder weniger bewußt genau so in sie eingebaut hat...da gibt's im Gegensatz zur Realität schlicht und ergreifend kein "ist halt so, kann ich auch nicht ändern".

Aber das geht dann natürlich um einiges über speziell das Thema WdV hinaus.
Hier müsste man wirklich weiter ausholen.
Weil Fantasy mit dem Märchen verwandt ist, und man hier zu den klassischen "Archetypen"kommt.
Ein Archetyp steht oft weniger für eine Person als für den Persönlichkeitsanteil eines Menschen. (egal welchen Geschlechts.)
Und die Geschichten die sich daraus spinnen gehören oft zur klassischen Heldenreise.
Die männlichen bzw. weiblichen Aspekte eines Menschen hängen hier nicht an irgendwelchen physischen Geschlechtsteilen,sondern sind geistiger Natur.

So steckt z. B. in einer weibl. Spielerin ebenso ein mutiger Held (männlicher Aspekt ),wie in einem männl. Spieler eine schöne, liebenswerte Jungfrau steckt(weiblicher Aspekt).

Dynamik, Aggression, etc. werden hier sinnbildlich dem "männlichen Prinzip " zugeordnet.
Und
Emotionalität, Mitgefühl dem weiblichen Prinzip.

Mit diesen mittelalterlichen Rollen Klischees und Märchen Archetypen kann man auch bewusst spielen. Und diese  brechen.
Bei GoT z. B.   Brienne v. T.,  oder Arya Stark.
Jeanne d`Arc ist hier kein schlechtes, irdisches Vorbild.

In einer Welt in der Frauen eigentlich eher die Lady Rolle zugeschrieben bekommen, ist das dann umso besonderer, spannender.

Die Diskussion warum das Böse in Märchen oft hässlich ist, hatten wir ja auch schon mal.
Monster stehen in Märchen mMn. für Angstgestalten. Die Hässlichkeit für Entmenschlichung.  Quasi Angst vor Unmenschlichkeit.
Um die Unmenschlichkeit besser darzustellen hat man ja in Märchen oft Fabeltiere, wie den bösen Wolf z. B.
Auch "der Wolf im Schafspelz" steht für einen Menschen, dem man nicht trauen kann.
Im Fantasy Bereich ist der "Werwolf" nur eines der Wesen mit großen scharfen Zähnen oder gefährlichem Aussehen.
(Nehme mal an, du spielst auf Orks, Oger und Trolle etc. an)

Gehört hier aber wirklich nicht hin.  ;)
 :btt:
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 21.07.2018 | 12:01
Eine wichtige Frage wäre, ob ein Produkt, wie dieses auch gewisse Wünsche und Bedürfnisse erfüllen darf oder darauf ausgelegt sein muss, diese zu hinterfragen und zu ändern. Je nachdem, wie man das beantwortet kommt man dann natürlich zu unterschiedlichen Bewertungen diverser Rollenspielprodukte. Eine Sache, die mir hier und im anderen Forum aufgefallen ist, dass viele der sehr aggressiven Kritiker überhaupt kein DSA spielen und schon mit der Grundspielrichtung von DSA unzufrieden sind. Aus so einem Standpunkt teils radikale Änderungen zu fordern ist natürlich einfacher, als für jemanden, der sich mit dem Produkt verbunden fühlt. Wenn wir mal beim Jungfrauen Beispiel bleiben: Gibt es denn eigentlich viele, die sich hühnenhafte weibliche Ritter wünschen, welche zierliche sanfte Prinzen retten? Macht es Sinn für einen Verlag, der eh nicht viel mit den Abenteuern verdient, dahingehend mehr zu produzieren und dabei auch zu riskieren, eben keine Käuferschaft zu erhalten?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 21.07.2018 | 12:27
Eine wichtige Frage wäre, ob ein Produkt, wie dieses auch gewisse Wünsche und Bedürfnisse erfüllen darf oder darauf ausgelegt sein muss, diese zu hinterfragen und zu ändern. Je nachdem, wie man das beantwortet kommt man dann natürlich zu unterschiedlichen Bewertungen diverser Rollenspielprodukte. Eine Sache, die mir hier und im anderen Forum aufgefallen ist, dass viele der sehr aggressiven Kritiker überhaupt kein DSA spielen und schon mit der Grundspielrichtung von DSA unzufrieden sind. Aus so einem Standpunkt teils radikale Änderungen zu fordern ist natürlich einfacher, als für jemanden, der sich mit dem Produkt verbunden fühlt. Wenn wir mal beim Jungfrauen Beispiel bleiben: Gibt es denn eigentlich viele, die sich hühnenhafte weibliche Ritter wünschen, welche zierliche sanfte Prinzen retten? Macht es Sinn für einen Verlag, der eh nicht viel mit den Abenteuern verdient, dahingehend mehr zu produzieren und dabei auch zu riskieren, eben keine Käuferschaft zu erhalten?

Dass so eine Umkehrung der Rollen auch mal spannend sein kann, denke ich schon.
Ist vielleicht eine Frage der Dosierung.
Soll die Fantasy Welt noch eine mittelalterliche bleiben? Dann sollte man eine Umkehrung der Rollen vermutlich nicht überstrapazieren.

Bei weiblichen SC ist es doch sowieso möglich eine starke weibliche Figur zu spielen. Und auch bei männlichen SC hat man alle Freiheiten.
Was das angeht hat man als Spieler keine Einschränkungen.
Man kann problemlos "Klischee Brecher Figuren" spielen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Auribiel am 21.07.2018 | 13:12
Kann ich nachträglich zusammenfassen?

Männlicher Grafikentscheider packt nur Brüste und Mumus in den Band, weit und breit kein Bild von an Mann befindlicher männlicher Bestückung. Überwiegend männliche Forumleserschaft verteidigt das unter ästhetischem Gesichtspunkt und Kritikerschaft soll sich nicht haben. Mangelnde Dunkelhäutige Bebilderung sorgt für mehr Empörung.

Abgesehen davon, dass ich fassungslos darüber bin, wie man sich 21 Seiten lang über WdV ereifern kann: Ich will gefälligst Gleichberechtigung und eine Nachlieferung der fehlenden <=====3 !!!!!11

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: pharyon am 21.07.2018 | 13:17
War das nicht eine weibliche Grafikentscheiderin?

Ich finde es auch höchst unschmeichelhaft ein inklusives (wenn auch irgendwo auch humorvoll gemeinte) Produkt aus rationalen Erwägungen heraus anzustreben, bei der der Entscheidung über die Bilder dann ästhetische Kriterien dem Vorzug vor anderen rationalen (und vor allem leicht messbarer) Kriterien zu geben. Das ist ... sehr unglücklich.

p^^
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 21.07.2018 | 13:30
Dass so eine Umkehrung der Rollen auch mal spannend sein kann, denke ich schon.
Ist vielleicht eine Frage der Dosierung.
Soll die Fantasy Welt noch eine mittelalterliche bleiben? Dann sollte man eine Umkehrung der Rollen vermutlich nicht überstrapazieren.

Bei weiblichen SC ist es doch sowieso möglich eine starke weibliche Figur zu spielen. Und auch bei männlichen SC hat man alle Freiheiten.
Was das angeht hat man als Spieler keine Einschränkungen.
Man kann problemlos "Klischee Brecher Figuren" spielen.

Dass man alles spielen kann, ist eh klar. Wenn man es so macht, wie ich und quasi nur eigene Abenteuer spielt, dann kommen da auch nur Klischees, die meine Gruppe will. Die Kritik an den prinzessinenrettenden Rittern ist jedoch eine Kritik an offiziellen Abenteuern (in Hintergrundbänden kommt sowas ja im Prinzip nicht vor). Da ist halt die Frage, ob man diese verändern will und auch in welchen Rahmen. Wer noch das Computerspiel Rent-a-Hero kennt, da wird ja auch am Anfang ein weinerlicher Prinz gerettet, jedoch halt aus humoristischen Gründen, während so Abenteuer wie "Silvanas Befreiung" sich nicht über die gefangene Prinzessin lustig machen will. Auf der anderen Seit gab es ja auch schon bei DSA einige Abenteuer, wo man junge Prinzen retten musste. Ich erinnere mich an eines, wo man zwei Adlige Jungen, von denen einer auch gutaussehend war, aus Answins Schloss retten musste. Ich weiß halt nicht, ob Zweiteres nun größeren Anklang gefunden hat, als Ersteres und wie viele Spielende da mit muskelbepackten edlen Damen reingegangen sind.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 21.07.2018 | 15:13
Dass man alles spielen kann, ist eh klar. Wenn man es so macht, wie ich und quasi nur eigene Abenteuer spielt, dann kommen da auch nur Klischees, die meine Gruppe will. Die Kritik an den prinzessinenrettenden Rittern ist jedoch eine Kritik an offiziellen Abenteuern (in Hintergrundbänden kommt sowas ja im Prinzip nicht vor). Da ist halt die Frage, ob man diese verändern will und auch in welchen Rahmen. Wer noch das Computerspiel Rent-a-Hero kennt, da wird ja auch am Anfang ein weinerlicher Prinz gerettet, jedoch halt aus humoristischen Gründen, während so Abenteuer wie "Silvanas Befreiung" sich nicht über die gefangene Prinzessin lustig machen will. Auf der anderen Seit gab es ja auch schon bei DSA einige Abenteuer, wo man junge Prinzen retten musste. Ich erinnere mich an eines, wo man zwei Adlige Jungen, von denen einer auch gutaussehend war, aus Answins Schloss retten musste. Ich weiß halt nicht, ob Zweiteres nun größeren Anklang gefunden hat, als Ersteres und wie viele Spielende da mit muskelbepackten edlen Damen reingegangen sind.
Ich bin mir fast sicher dass Spieler die gerne abseits der gängigen Klischees spielen ihre Abenteuer auch mal selbst schreiben.
So ein Abenteuer könnte man mal zur Probe irgendwo umsonst einstellen und sich Feedback einholen.
Von Spieler zu Spieler.
Nur als Idee.
Vielleicht gibt es sowas auch schon.
Z. B. auf Blogs, Websiten etc.

Edit. Ich selbst kann nicht einschätzen, wie groß die Nachfrage nach diesen Abenteuern wäre.
Da gibt es sehr wahrscheinlich  Leute, die das viel besser beurteilen können.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aedin Madasohn am 21.07.2018 | 18:02
So ein Abenteuer könnte man mal zur Probe irgendwo umsonst einstellen und sich Feedback einholen.

Grundplot nennen wäre ja schon hilfreich.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
mal ein paar typische Klisches durch den Kakao gezogen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 21.07.2018 | 20:32
Auf die Schnelle mit der Schönheit:
Wie kann man nur so engstirnig humanozentrisch sein. Als wenn Orks z.B. nicht ganz andere, eigene Schönheitsideale anlegen würden ...  8)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 22.07.2018 | 08:07
Auf die Schnelle mit der Schönheit:
Wie kann man nur so engstirnig humanozentrisch sein. Als wenn Orks z.B. nicht ganz andere, eigene Schönheitsideale anlegen würden ...  8)
Kein schlechter Einwand.
In menschlichen Augen sind Monster natürlich nicht schön.
Bzw. sollen auch gar nicht schön sein, sondern tatsächlich abschreckend.
Aber das hat ja noch nichts zu sagen.
Hier noch ein super hinkender Vergleich:
Vermutlich finden sich Spinnen gegenseitig auch wunderschön.- Und die Menschen furchtbar hässlich.
Es soll auch Menschen geben die Spinnen schön finden.
Aber den meisten geht es vermutlich anders.

Ich frage mich gerade, warum sich noch niemand darüber aufgeregt hat, dass Orks in WdV nicht vorkommen. ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Keuner am 22.07.2018 | 08:47
Spinnen werden kaum das gleiche Bewusstsein für Ästhetik wie Menschen (oder vergleichbare höhere Tiere) besitzen.
Der Trigger ist sicherlich auch ein anderer. Aber der Ablauf und das Empfinden danach sind schlicht ganz anderes.
Der Vergleich hinkt also nicht nur, er ist für die Frage bezüglich Orks schlicht unbrauchbar.

Momentan sind aber doch Orks, Goblins und Achaz nicht spielbar, oder? Deshalb fehlen die wohl...

Dunkelelfen, Trolle, Marus, Riesen, Risso,.... sind ja auch alle nicht vertreten.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 22.07.2018 | 09:01
Auf die Schnelle mit der Schönheit:
Wie kann man nur so engstirnig humanozentrisch sein. Als wenn Orks z.B. nicht ganz andere, eigene Schönheitsideale anlegen würden ...  8)

Tja -- frag' das mal die Verlage... ;)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 22.07.2018 | 09:56
Spinnen werden kaum das gleiche Bewusstsein für Ästhetik wie Menschen (oder vergleichbare höhere Tiere) besitzen.
Der Trigger ist sicherlich auch ein anderer. Aber der Ablauf und das Empfinden danach sind schlicht ganz anderes.
Der Vergleich hinkt also nicht nur, er ist für die Frage bezüglich Orks schlicht unbrauchbar.

Momentan sind aber doch Orks, Goblins und Achaz nicht spielbar, oder? Deshalb fehlen die wohl...

Dunkelelfen, Trolle, Marus, Riesen, Risso,.... sind ja auch alle nicht vertreten.

Naja, man hört ja hin und wieder mal,  dass es z. B.  Halborks gibt.
Auch als SC.
Irgendwie sind die ja auch entstanden.
Aber das gehört dann schon zur Darkside des Themas.
Was man in WdV verständlicher Weise auch nicht behandeln will.

Dass man Spinnen nicht direkt mit Menschen vergleichen kann, ist klar. Es sind einfach Lebewesen mit einem für uns sehr befremdlichen Aussehen.
Darum ging es mir.
Ich finde allerdings, dass man Orks auch nicht direkt mit Menschen vergleichen kann. (Sie stehen ja eher für  einen Mangel an Menschlichkeit)
Aber natürlich wesentlich leichter als Spinnen.

Ich habe ja bereits geschrieben, dass der Vergleich super hinkt.  ;)

Dass man Orks, Halborks und andere Monster und Mischwesen nicht spielen kann bzw. könnte, würde ich jetzt nicht sagen.

Dennoch
 :btt:
(Ist ja ein Spaßbuch, da gehört das nicht rein)

Edit.
Es gibt zwar Märchen, die das Thema am Rande streifen:
Wie "die Schöne und das Biest" und teilweise auch "Rotkäppchen ".Aber das geht hier ziemlich sicher zu weit.

Ein weiterer großer Unterschied zwischen dem Reallife und einer Fantasy Welt ist ja der, dass da Monster rumlaufen, die es real nicht gibt. (zumindest als eigene Spezies)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 27.07.2018 | 09:09
War das nicht eine weibliche Grafikentscheiderin?

Ich finde es auch höchst unschmeichelhaft ein inklusives (wenn auch irgendwo auch humorvoll gemeinte) Produkt aus rationalen Erwägungen heraus anzustreben, bei der der Entscheidung über die Bilder dann ästhetische Kriterien dem Vorzug vor anderen rationalen (und vor allem leicht messbarer) Kriterien zu geben. Das ist ... sehr unglücklich.

p^^
Das gehört hier mMn. tatsächlich  in den Bereich der " Kunstfreiheit. "
Ein Künstler/in stellt hier ja eigene Werke der Öffentlichkeit zur Verfügung. Kunst ist Kunst und keine Dienstleistung.
IdR. ist sie auch persönlicher Ausdruck des Schaffenden.
Und eine persönliche Schmerz oder Schamgrenze des Künstlers ist deshalb mMn. auch zu respektieren und zu akzeptieren.
Gerade bei diesem heiklen Thema.
Vielleicht kann man das besser verstehen, wenn man selbst Künstler ist.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 27.07.2018 | 15:58
Das gehört hier mMn. tatsächlich  in den Bereich der " Kunstfreiheit. "
Ein Künstler/in stellt hier ja eigene Werke der Öffentlichkeit zur Verfügung. Kunst ist Kunst und keine Dienstleistung.
Rollenspiel-Illustration ist mMn in den meisten Fällen nicht Kunst (eher noch Design), weil es sich meist um Auftragsarbeiten handelt, die einen Sachverhalt bildnerisch in Szene setzen. Illustration ist also gerade nicht frei und steht erstmal nicht für sich sondern beruht auf Texten, einer zu vermittelnden Werbebotschaft, ...

Natürlich können Illustrationen einen Wert als Kunst bekommen (wenn sie gar nicht auf den urspünglichen Auftragskontext angewiesen sind) und Kunst kann auch als Illustration verwendet werden (vgl. v.a. Arbeiten von Zak Smith).

Klassische Mainstream-Spiele wie DSA oder Pathfinder arbeiten ganz klar mit Illustrationen (Eye Candy, gängige Klischees, visuelles Zeigen von Sachverhalten, Auftragscharakter), die nicht Kunst sind.
Bei Indie-Sachen ist das schwieriger. Veins of the Earth hat mindestens künstlerische Aspekte drin. Wo Kunst anfängt? MMn bei Sachen wie DCC RPG (bei dem die Bilder zwar Auftragscharakter haben, aber den Zeichnern freier Ausdruck zugestanden wird - jenseits von Eye Candy und unter der Möglichkeit soziokulturelle Normen von Attraktivität zu verletzen).


Kurz: Gerade, weil WdV auftragsmäßig und innerhalb gängiger State-of-the-Art Fantasy-Artwork-Normen illustriert wurde, ist das Argument "Freiheit der Kunst" zur Rechtfertigung der (sexistischen) nicht-inklusiven Bebilderung mMn völlig ganz fehl am Platz.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maischen am 27.07.2018 | 16:06
Natürlich ist das Kunst! Das schließt aber nicht aus, das es sich um Auftragsarbeiten gehandelt haben dürfte.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 27.07.2018 | 16:26
Rollenspiel-Illustration ist mMn in den meisten Fällen nicht Kunst (eher noch Design), weil es sich meist um Auftragsarbeiten handelt, die einen Sachverhalt bildnerisch in Szene setzen. Illustration ist also gerade nicht frei und steht erstmal nicht für sich sondern beruht auf Texten, einer zu vermittelnden Werbebotschaft, ...

Natürlich können Illustrationen einen Wert als Kunst bekommen (wenn sie gar nicht auf den urspünglichen Auftragskontext angewiesen sind) und Kunst kann auch als Illustration verwendet werden (vgl. v.a. Arbeiten von Zak Smith).

Klassische Mainstream-Spiele wie DSA oder Pathfinder arbeiten ganz klar mit Illustrationen (Eye Candy, gängige Klischees, visuelles Zeigen von Sachverhalten, Auftragscharakter), die nicht Kunst sind.
Bei Indie-Sachen ist das schwieriger. Veins of the Earth hat mindestens künstlerische Aspekte drin. Wo Kunst anfängt? MMn bei Sachen wie DCC RPG (bei dem die Bilder zwar Auftragscharakter haben, aber den Zeichnern freier Ausdruck zugestanden wird - jenseits von Eye Candy und unter der Möglichkeit soziokulturelle Normen von Attraktivität zu verletzen).


Kurz: Gerade, weil WdV auftragsmäßig und innerhalb gängiger State-of-the-Art Fantasy-Artwork-Normen illustriert wurde, ist das Argument "Freiheit der Kunst" zur Rechtfertigung der (sexistischen) nicht-inklusiven Bebilderung mMn völlig ganz fehl am Platz.
Darf ich mal als eine Illustratorin antworten:
Doch, selbstverständlich ist das Kunst.
Selbst innerhalb eines Auftrags bleibt meist noch genug künstlerische Freiheit.
Oder kurz- in den seltensten Fällen beinhaltet ein Auftrag solche expliziten Detail Vorgaben.
(wie etwas genau zu sein hat)
Und der Bereich sexuelle Darstellungen ist ein besonders heißes Pflaster, bei dem ein Künstler diese Freiheit(Was möchte ich als "ein von mir geschaffenes Werk "darstellen und was nicht?) auch bekommen sollte.
Unabhängig von einem Auftraggeber steht man trotzdem für seine geschaffenen Kunstwerke ein.
Ein Schauspieler muss sich ja z. B.  auch dafür verantworten, wenn er in einem Porno mitspielt. (oft lebenslang).
Ebenso ein Regisseur.
Oder auch ein Schriftsteller bzw. Softporno Schreiber.
Einmal in so eine Sparte einsortiert, streift man das schwer wieder ab.
Den Wunsch in der Darstellung nicht zu weit zu gehen, kann ich vollkommen nachvollziehen.
Es gehört schon Mut dazu das überhaupt zu machen- Für Autoren und Illustratoren.

Edit. Rollenspiel Illustration als "Nicht-Kunst" zu bezeichnen,  ist zugegeben das Krasseste, was ich hier gelesen habe.
Mir fehlen die Worte..
Ich gehe deshalb mal lieber das schöne Wetter genießen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 27.07.2018 | 21:52
Darf ich mal als eine Illustratorin antworten [...]
Rollenspiel Illustration als "Nicht-Kunst" zu bezeichnen,  ist zugegeben das Krasseste, was ich hier gelesen habe.
Mir fehlen die Worte..
Fühlt sich da wer verletzt?
Bei deiner Vorlage [zugespitzt: "Kunstfreiheit darf alles"] konnte ich nicht widerstehen ...

Du wirst viele Interviews (von Künstler.inne.n und Illustrator.inn.en) finden, welche eine ähnliche Unterscheidung treffen, wie ich.
Du wirst auch Gegenmeinungen finden. So what?

Persönliche Proto-Expertise lass ich jetzt mal raus. So viel hab ich da nicht vorzuweisen. (Jedoch genug, um im Zweifelsfall damit argumentieren zu können.)
Was ich damit wahrscheinlich zeigen wollte: Wenn das gar keine Kunst ist - und diese Meinung kann man begründen - dann zieht das Verteidigungsargument "Kunstfreiheit" gar nicht. (Oh Schreck!)


Wie dem auch sei:
Die Ästhetik-Argumentation der Künstlerin mindert trotzdem nicht den internalisierten Sexismus (= gesellschaftlich anerzogen), den sie damit transportiert. Das ist unabhängig davon, ob man die Bilder als Kunst ansieht oder nicht.
Und das kann ich - bei Bedarf - tatsächlich fachlich ausführen. (Auch Kunst kann sexistisch und anderes sein ... Und ich glaube, dass wir uns darauf einigen können, dass Menschen- und Persönlichkeitsrechte in der Regel höher zu bewerten sind, als Kunstfreiheit.)

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maischen am 27.07.2018 | 22:00

Und ich glaube, dass wir uns darauf einigen können, dass Menschen- und Persönlichkeitsrechte in der Regel höher zu bewerten sind, als Kunstfreiheit.)

Kunstfreiheit ist auch ein Menschenrecht - schau mal ins Grundgesetz. Und der Schutzbereich ist weiter als du denkst.

Aber darauf willst du doch garnicht hinaus. Du willst darauf hinaus, dass dir die Auswahl/Gewichtung missfällt.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 28.07.2018 | 00:27
Fühlt sich da wer verletzt?
Nein, ich war nur schockiert.
Auf deine weiteren Unterstellungen, gehe ich mal nicht ein.

Ich werde auch nicht den Versuch starten, dir deine Meinung auszureden (wie auch immer du zu dieser gekommen bist )
Oder über  "Kunstfreiheit" diskutieren.

Wer sich dafür interessiert, kann das auch jederzeit selbst recherchieren. Dafür braucht es diesen Strang nicht.

Gute Nacht
 :)




Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 28.07.2018 | 05:53
Wie dem auch sei:
Die Ästhetik-Argumentation der Künstlerin mindert trotzdem nicht den internalisierten Sexismus (= gesellschaftlich anerzogen), den sie damit transportiert. Das ist unabhängig davon, ob man die Bilder als Kunst ansieht oder nicht.
Und das kann ich - bei Bedarf - tatsächlich fachlich ausführen. (Auch Kunst kann sexistisch und anderes sein ... Und ich glaube, dass wir uns darauf einigen können, dass Menschen- und Persönlichkeitsrechte in der Regel höher zu bewerten sind, als Kunstfreiheit.)

Das Verletzten persönlicher ästhetischer oder politischer Empfindlichkeiten sind noch lange keine - insbesondere automatischen und damit generell und ohne Einzelnachweis so zu behandeln/bezeichnende automatischen-   Menschenrechts- oder Persönlichkeitsverletzungen. Sonst kämen die Anhänger der Idee der "entarteten" Kunst ja auch wieder zum Zug.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 28.07.2018 | 13:45
Kunstfreiheit ist auch ein Menschenrecht - schau mal ins Grundgesetz. Und der Schutzbereich ist weiter als du denkst.
Der zweite Satz ist bloße Unterstellung. Es sei denn du könntest in meinen Kopf schauen, was ich bezweifle.
Dasselbe gilt für das hier:

Aber darauf willst du doch garnicht hinaus. Du willst darauf hinaus, dass dir die Auswahl/Gewichtung missfällt.
Nein. Ich will darauf hinaus, dass die Auswahl/Gewichtung interalisierten sexistischen Strukturen folgt.
Und ja: Ästhetisches Empfinden ist und wird generell (und potentiell) bei allen Menschen einer Kultur davon geprägt.

Das ist erstmal unabhängig davon, was mir gefällt.


Das einzige Zugeständnis, das machbar ist: Wenn die eigenen Interessen/Präferenzen verletzt werden, fallen solche Mechanismen eher auf. Weil man aus der Illusionsblase, "dass doch alles schön und gut ist" rausfällt. Entsprechend kann man die "Schön-&-Gut"-Brille nicht länger aufsetzen.

Das Verletzten persönlicher ästhetischer oder politischer Empfindlichkeiten sind noch lange keine - insbesondere automatischen und damit generell und ohne Einzelnachweis so zu behandeln/bezeichnende automatischen-   Menschenrechts- oder Persönlichkeitsverletzungen. Sonst kämen die Anhänger der Idee der "entarteten" Kunst ja auch wieder zum Zug.
Sagt ja auch keiner, oder? Sexismus ist nicht in jedem Fall ein Menschenrechtsverstoß. Wenn das nicht der Fall ist (wie hier), dann bleibt es trotzdem sexistisch.
Und: Gut, dass wir darüber geredet haben, dass persönliche Empfindlichkeiten nichts zu tun haben mit der Abwägung von potentiell zu einander im Widerspruch stehenden Rechtsgütern wie Meinungsfreiheit, Kunstfreiheit, Menschen- und Persönlichkeitsrechten.
Mir war wichtig zu zeigen, dass die Argumentation mit abstrakten Rechtsgütern in Bezug auf WdV nichts als windig konstruiert ist. Dass das Dir (und wahrscheinlich auch anderen) nicht ersichtlich war, ist vermutlich meiner Tendenz zur gedanklichen Abkürzung zuzurschreiben.

Auch wenn das Rollenspiel MYFAROG nicht als Menschenrechtsverletzung zu werten ist, so ist es doch rassistisch. Sehr sogar.
Das dürfte den meisten Menschen auffallen. Es gibt aber auch YT-Rezensenten, die das nicht erkennen (können).

Edit:
Auch Blue Rose, das besonders inklusiv sein will - und das in einigen Bereichen auch gut schafft - ist das in Bezug auf Religion genau nicht. Jorzan folgt da links-liberalen Stereotypisierungen und Klischees.

Edit2:
Es ist auch OK, blinde Flecken zu haben. Die hat jede und jeder. Erwachsen wäre das anzuerkennen und dazu zu stehen und es beim nächsten Mal besser machen zu wollen (es ist gleich, ob das in der Kommunikation ist, in den Versprechungen, in der Umsetzung oder, oder, oder ...)
Niemand muss sich gegen Sexismus, Rassismus, ... engagieren. Es ist auch nicht per se "böse" oder "schlimm" - innerhalb gewisser Grenzen - Stereotypen und Klischees zu reproduzieren. Die sind eh gesellschaftliche Realitäten - und sie nicht zu bringen erzeugt Widerstand. Nur wenn man es richtig machen will, wenn das der Anspruch ist, dann sollte man mit dem Scheitern auch produktiv umgehen können und eben nicht mit fadenscheinigen Argumenten ne Rechtfertigung dafür abliefern, dass Ziel und Ergebnis auseinander fallen. Man kann doch dazu stehen, dass man falsche Hoffnungen geweckt hat. Man kann dazu stehen Inklusivität nur in beschränktem Maß verwirklichen zu wollen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maischen am 28.07.2018 | 14:11
Der zweite Satz ist bloße Unterstellung. Es sei denn du könntest in meinen Kopf schauen, was ich bezweifle.


Da brauche ich nicht in deinen Kopf schauen. Weiter oben hast du geschrieben, dass die Bilder deiner Meinung nach keine Kunst darstellen. Das tun sie. Und fallen damit in den Schutzbereich eines Menschenrechts namens Kunstfreiheit. Das mit dem Menschenrecht stelltst du ja offenbar auch nicht mehr in Frage. Soweit so gut.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 28.07.2018 | 14:30
...

Auch wenn das Rollenspiel MYFAROG nicht als Menschenrechtsverletzung zu werten ist, so ist es doch rassistisch. Sehr sogar.
Das dürfte den meisten Menschen auffallen. Es gibt aber auch YT-Rezensenten, die das nicht erkennen (können).

Edit:
Auch Blue Rose, das besonders inklusiv sein will - und das in einigen Bereichen auch gut schafft - ist das in Bezug auf Religion genau nicht. Jorzan folgt da links-liberalen Stereotypisierungen und Klischees.

Kann sein, vielleicht aber auch nicht. Ich kenne die Spiele jetzt nicht (und habe vom ersten noch nicht einmal gehört) und du schreibst nicht einmal, was da rassistisch sein soll.

Ich werde aber kein Spiel oder Autor verurteilen, wo es nicht einmal eine plausible "Anklage" gibt - was nicht heißt, dass es nicht eine solche geben könnte. Ich verlasse mich jedenfalls nicht auf das reine Labe/Urteill, welches jemand anderes verteilt/erstellt hat.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 28.07.2018 | 14:35
Da brauche ich nicht in deinen Kopf schauen. Weiter oben hast du geschrieben, dass die Bilder deiner Meinung nach keine Kunst darstellen. Das tun sie. Und fallen damit in den Schutzbereich eines Menschenrechts namens Kunstfreiheit. Das mit dem Menschenrecht stelltst du ja offenbar auch nicht mehr in Frage. Soweit so gut.
... Ok, wenn du nicht differenzieren magst ist das deine Sache.


Wie dem auch sei: In deinem letzen Beitrag finde ich 3 Fehlannahmen.
Ob ne Diskussion auf so ner Grundlage Sinn macht? Ich glaub nicht. Aber: Überzeug mich, wenn du magst.


Ich werde aber kein Spiel oder Autor verurteilen, wo es nicht einmal eine plausible "Anklage" gibt - was nicht heißt, dass es nicht eine solche geben könnte. Ich verlasse mich jedenfalls nicht auf das reine Labe/Urteill, welches jemand anderes verteilt/erstellt hat.
Zu WdV steht hier im Thema alles. Inklusive Links. Wenn du deine Hausaufgaben in der Hinsicht gemacht hast, bin ich auch bereit die Sachen zu Blue Rose und MYFAORG rauszusuchen und darzustellen. Du kannst mir dann gern ne PM schicken.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 28.07.2018 | 15:01
Zu WdV steht hier im Thema alles. Inklusive Links. Wenn du deine Hausaufgaben in der Hinsicht gemacht hast, bin ich auch bereit die Sachen zu Blue Rose und MYFAORG rauszusuchen und darzustellen. Du kannst mir dann gern ne PM schicken.

Icuh habe mich in dem Beitrag eben auch nur auf Bluerose und Myfaorg bezogen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 28.07.2018 | 16:07
Icuh habe mich in dem Beitrag eben auch nur auf Bluerose und Myfaorg bezogen.
OK. Ehe ich mir die Mühe mache ins (alte) Blue-Rose-PDF zu schauen und sobald MYFAROG angekommen ist, würde mich interessieren, ob sich die Sache lohnen kann. Kannst du den (unabsichtlich reproduzierten) Sexismus und Rassismus in WdV erkennen, obwohl er das gesellschaftlich normale Maß nicht verlässt?

... wenn ja, dann werde ich wohl nen kurzen Abriss vorab machen, ehe ich zu MYFAROG, Blue Rose und WdV ne kurze Blog-Serie machen werde.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 28.07.2018 | 17:22
OK. Ehe ich mir die Mühe mache ins (alte) Blue-Rose-PDF zu schauen und sobald MYFAROG angekommen ist, würde mich interessieren, ob sich die Sache lohnen kann. Kannst du den (unabsichtlich reproduzierten) Sexismus und Rassismus in WdV erkennen, obwohl er das gesellschaftlich normale Maß nicht verlässt?

... wenn ja, dann werde ich wohl nen kurzen Abriss vorab machen, ehe ich zu MYFAROG, Blue Rose und WdV ne kurze Blog-Serie machen werde.

Ne, mach dir dann mal ein schönes Wochenende ...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 28.07.2018 | 17:53
D. Athair - Irgendwie erinnern mich deine Beiträge mehr und mehr an die Televangelisten aus den USA. Diese absolute Sicherheit nur allein die Wahrheit zu erkennen und Menschen, die dies nicht tun, als unwillig oder dumm zu brandmarken und dazu immer mitschwingen zu lassen, dass diese es ja nicht wert wären mit ihnen zu kommunizieren, wenn sie nicht die Bedingung akzeptieren, dass deine Sicht die einzige Wahrheit ist, das vergiftet das Diskussionsthema hier schon sehr. Das Marzaan auf solche verbale Erpressungen keine Lust hat, kann ich verstehen. Ein etwas weniger aggressiver Ton würde der Diskussion besser tun.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: pharyon am 28.07.2018 | 19:05
Das gehört hier mMn. tatsächlich  in den Bereich der " Kunstfreiheit. "
Für das einzelne Bild stimme ich dir zu. Es geht mir hier jedoch um die Auswahl der Bilder bzw. um die Art Direction. Und von mir aus darf die auch nach persönlichem ästhetischem Befinden entscheiden. Wenn die Auswahl dann jedoch einem selbst gesteckten Ziel "Inklusivität/Diversität" nicht (ganz) entspricht, hilft die Kunstfreiheit da wenig. Ziel verfehlt ist halt Ziel verfehlt, aus welchen (guten) Gründen auch immer.

p^^
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 28.07.2018 | 20:18
War ja aber nicht das einzige Ziel, Fanservice und Ästhetik waren ebenfalls Ziele des Bandes und der Künstler. Letztendlich kann man immer sagen, dass es einem nicht gefällt, sei es das Einzelwerk oder die Compilation. Man kann auch sagen, dass bestimmte Kriterien nicht erfüllt wurden. Ist alles legitim. Ebenso bin ich auch der Meinung, dass Kunst auch Auftragsarbeit sein kann. Ich würde da keine harte Grenze zwischen Kunst und Nichtkunst ziehen, sonst kommt man zu so dämlichen Ergebnissen wie: Filme können Hakenkreuze als Ausdruck künstlerischer Freiheit zeigen, Videospiele nicht. Macht aus meiner Sicht wenig Sinn.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: D. M_Athair am 29.07.2018 | 00:05
D. Athair - Irgendwie erinnern mich deine Beiträge mehr und mehr an die Televangelisten aus den USA. Diese absolute Sicherheit nur allein die Wahrheit zu erkennen und Menschen, die dies nicht tun, als unwillig oder dumm zu brandmarken und dazu immer mitschwingen zu lassen, dass diese es ja nicht wert wären mit ihnen zu kommunizieren, wenn sie nicht die Bedingung akzeptieren, dass deine Sicht die einzige Wahrheit ist, das vergiftet das Diskussionsthema hier schon sehr.
Es geht nicht darum, ob meine Ansichten das einzig WahreTM sind, sondern darum herauszufinden, ob wir ne gemeinsame Gesprächsgrundlage haben oder finden können.

Und: Blinde Flecken haben erstmal nichts mit Unwilligkeit oder Dummheit an sich zu tun, sondern mit unbewussten Prägungen.
Es geht darum Hinzuschauen und Wahrzunehmen - auch wenn's weh tut und nicht zu dem passt, was man über die Welt zu wissen glaubt. Wer die super-schicken und günstigen Primark-Klamotten liebt, wird sich auch nur ungern erzählen lassen, dass den wirklichen Preis dafür Textilarbeiterinnen aus Bangladesch bezahlen. Insofern ist Offenheit und Lernbreitschaft (die ich gern selbst einbringe und die bei sensiblen Themen nie ohne innere Widerstände zu haben sind) etwas das dem Dialog hilft. Da hatte ich einige mühsame Diskussionen in der Vergangenheit z.B.mit Rumpel, die insgesamt etwas sehr Wertvolles erzeugt haben. Wenn aber nur (vorhersehbare) Abwehrmechanismen aufgefahren werden, um der Benennung von schädlichen Einstelllungen (wie - nehmen wir was jenseits des Kontextes - Islamophobie) zu begegnen, dann sind Diskurs-Versuche zwecklos.

Wie dem auch sei: Mittlerweile verstehe ich die Mechanismen, welche den Grünen den Ruf einer moralinsauren Verbotspartei eingebracht haben (auch wenn ich sie deswegen immer noch nicht super toll finden muss). "Weil mir gefällt, wie allgemein oder schon immer mit Thema X umgegangen wird", lässt sich halt auch super schnell und einfach rationalisieren. Sich wirklich an die Auseinandersetzung mit Gegenargumenten zu wagen ist viel schwerer. Und genau den Versuch vermisse ich. Sowohl bei den meisten, die hier WdV für nicht sexistisch oder rassistisch halten als auch bei den Verantwortlichen bei Ulisses.

Und ja: Irgendwann schwindet die Geduld die Zusammenhänge und Eindrücke wieder und wieder zu wiederholen und sich mit Erwiderungen auseinanderzusetzen, welche nur die spiegelde Oberfläche berücksichtigen und die nicht tiefer blicken.


War ja aber nicht das einzige Ziel, Fanservice und Ästhetik waren ebenfalls Ziele des Bandes und der Künstler.
Wenn Fanservice sich bloß an das Kernklientel richten soll, bei einem sensiblen Thema, welches über das wichtigste deutschsprachige Rollenspiel hinaus interessant ist, dann möge das bitte vorher! so kommuniziert werden.
Ästhetik dagegen ist nichts, was sich zwangsläufig nur mit dem Üblichen verbinden muss.

Jetzt doch noch mal ein Bild aus LotFP, das zeigt, dass es anders geht - ohne Fanservice, Ästhetik und Diversität zu missachten
und mit Beachtung gängiger Schönheitsideale ohne einen 1:1-Rekurs. 

(https://www.tanelorn.net/index.php?action=dlattach;topic=107418.0;attach=25531)


[gelöscht durch Administrator]
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Maarzan am 29.07.2018 | 06:58
"Gestehe dass ich recht habe" ist jedenfalls keine Basis für eine Diskussion.

Es kommen eben in der Regel keinen Argumente, sondern rein ideologisch Setzungen, garniert mit direkten oder indirekten daraus abgeleiteten Forderungen und Kraft des missbräuchlichen Verzerrung öffentlicher anerkannter Werte auch entsprechender sozialer Drohungen. Doppelt, wenn man sich die entsprechenden Forderungen und deren Folgen dann selbst einmal ansieht. 

Und da triggert es bei mir viel eher die Mustererkennung zu politischen Übergriffen als bei den typischerweise angeprangerten  Details in Spielen oder am Spieltisch.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aedin Madasohn am 29.07.2018 | 08:25
könnte dieser totale Kulturkampf bitte in Speakers corner ausgelagert werden?

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Boba Fett am 29.07.2018 | 08:32
Bitte bleibt beim Thema und diskutiert hier kein Speakers Corner Allgemeingut.
Persönliche Meinungsverschiedenheiten - können auch per PM ausgetragen werden.
Es geht hier ausschließlich um WdV und NICHT um Diskussionsverhalten, Sexismus im allgemeinen, Rassismus im Allgmeinen, es geht nicht um Weltprobleme im allgemeinen! Auch endlose Wiederholungen des Standpunktes bringen niemanden weiter. Das gilt genauso für Verurteilungen von Leuten, die einfach nur anderer Meinung sind!

Wer nichts neues mehr zur WdV Thematik beitragen kann, weil vielleicht alles schon gesagt wurde, kann dazu beitragen, in dem er nichts beiträgt!
Wir möchten ungern das Thema schließen müssen.

Versteht das bitte als Moderationsanweisung.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 29.07.2018 | 15:03
Das Ding ist, dass Sexismus im Allgemeinen und Rassismus im Allgemeinen bereits seit Seite 1 auch Themen sind. Ich finde es etwas ungünstig, diese Themen im Kpntext des WdV zu diskutieren, ohne eine gemeinsame Diskussionsgrundlage insbesondere was die Begrifdlichkeit angeht zu haben. Wenn es danach ginge, hätte man spätestens nach den Blogbeiträgen schon zumachen sollen.

Ich werde keine weiteren Beiträge zum Thema Diskussionskultur hier mehr reinschreiben, bitte aber, dass dann die Moderation etwas mit drauf achtet, wenn hier zu scharf Diskussionsteolnehmer oder Autoren/Künstler angegangen werde, die huer anscheinend zumindest mitlesen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Darius der Duellant am 30.07.2018 | 15:15
Jetzt doch noch mal ein Bild aus LotFP, das zeigt, dass es anders geht - ohne Fanservice, Ästhetik und Diversität zu missachten
und mit Beachtung gängiger Schönheitsideale ohne einen 1:1-Rekurs. 

(https://www.tanelorn.net/index.php?action=dlattach;topic=107418.0;attach=25531)

Wow, heterosexueller Geschlechtsverkehr zwischen zwei schlanken Personen mit kaukasischem Typus, schön so viel Diversity auf einem Haufen zu sehen.
Wo ist das jetzt relevant besser als WdV?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: JAW6 am 30.07.2018 | 18:49
Ohne mich and er Debatte beteiligen zu wollen stelle ich als Backer mal die Frage in den Raum, ob denn schon jemand das physiyche Produkt inzwischen bekommen hat oder
ebenso wartet wie ich ??
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: EvilinRose am 30.07.2018 | 19:29
Ich warte auch noch. Wird aber wohl diese oder die nächste Woche versendet. (Wenn man nach dem Boxing-Video geht zumindest)


Gesendet von meinem SM-G900F mit Tapatalk

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Salaza Lautenspieler am 31.07.2018 | 11:32
Habe meins gerade von der Post bekommen.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: EvilinRose am 31.07.2018 | 17:56
So, meins is auch da...und puhh, der Chemiegeruch der Totholzbände ist diesmal wieder echt schlimm. Nach dem auslüften werde ich mir das genauer zu Gemüte führen.


Gesendet von meinem SM-G900F mit Tapatalk

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 1.08.2018 | 13:29
Meins war gestern auch da.

@Urdo: Das ist der Mief des schweinischen Inhaltes.  ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Nocturama am 1.08.2018 | 13:42
"Stretchgoal: Alle Bände werden vom Chefautor eine Woche in der Unterhose (vornerum) getragen, für die passende Duftnote."
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: EvilinRose am 1.08.2018 | 13:45
Dann würde ich mir echt Sorgen machen...wer so riecht, ist entweder bald ein Superheld...oder tot. Bei soviel Chemie im Körper....


Gesendet von meinem SM-G900F mit Tapatalk

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Issi am 1.08.2018 | 13:50
Die Chemie muss halt auch stimmen...  ~;D
(Nicht nur die Technik)

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 1.08.2018 | 14:12
"Stretchgoal: Alle Bände werden vom Chefautor eine Woche in der Unterhose (vornerum) getragen, für die passende Duftnote."
  :pray:  ;D ;D ;D

Ah, deshalb sind die DSA-Sachen im Wiederverkauf so teuer. Die sind nicht gebraucht, die sind getragen.

Dann würde ich mir echt Sorgen machen...wer so riecht, ist entweder bald ein Superheld...oder tot. Bei soviel Chemie im Körper....
~;D ~;D ~;D man, ich habe fast mein Bonbon ausgespuckt.

Allerdings war der Geruch gegen den Pesthauch des SPRAWL-Grundregelwerkes fast erholsam.

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Alex Spohr am 1.08.2018 | 20:27
"Stretchgoal: Alle Bände werden vom Chefautor eine Woche in der Unterhose (vornerum) getragen, für die passende Duftnote."

Wer sagt dir, dass ich eine Unterhose trage. ;)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Boba Fett am 1.08.2018 | 20:36
Wer sagt dir, dass ich eine Unterhose trage. ;)

:d
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Nocturama am 1.08.2018 | 22:12
Wer sagt dir, dass ich eine Unterhose trage. ;)

Das macht es ja noch besser ;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Engor am 5.08.2018 | 11:24
Nach all den Diskussionen ist es schon sehr interessant, das Endresultat in den Händen zu halten. Hier mal mein erster Eindruck: https://engorsdereblick.wordpress.com/2018/08/04/wege-der-vereinigungen-ein-ersteindruck/

Ist schon Wahnsinn, wie breit man so ein Thema aufstellen kann, das sind alles zusammen über 1000 Seiten (ich klammere dabei bewusst die Frage aus, ob das alles auch sinnvoll ist). 
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Calris am 5.08.2018 | 20:14
Es ist auf jedenfall ein schönes Produkt, liegt gut in der Hand und schmeichelt dem Auge. Es wirkt wertig und wenn ich bedenke dass es aus einem Aprilscherz entstanden ist, will ich hier doch meinen Respekt zollen, auch wenn ich nicht vorhabe das jemals für das Spiel zu nutzen :) Reines Fun-Gimmik das sich im Regal einfach gut macht und sicherlich in Zukunft bei Besuchern, die immer wieder gerne in meine Bücherregale schauen, für ein paar Schmunzler und Kicherer sorgen wird.

Gruß

Calris
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Breston am 7.08.2018 | 12:17
Meines ist auch da.
Aber ich habe festgestellt, das fast alle Zusatzprodukte im F-Shop billiger sind als im CF.
Ok, nur je 5ct. aber immerhin :D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Engor am 11.08.2018 | 10:13
Den Hauptband hab ich jetzt durch und tatsächlich bin ich abseits des eher narrativen ersten Kapitels leider nicht besonders angetan, besonders der Regelbereich ist für mich völlig sinnlos, weil hier verregelt wird, was für mich nicht verregelt gehört. Teilweise wird es für meinen Geschmack sogar absurd.
Meine ausführliche Kritik findet sich hier: https://engorsdereblick.wordpress.com/2018/08/10/rezension-wege-der-vereinigungen/
Letztlich scheitert der Band für mich daran, dass ich kaum Bereiche sehe, in denen ich mir vostellen kann, dass sie je zur Anwendung kommen werden. Umgekehrt hätte ich mir das Ganze viel eher als großangelegte Belhanka-Spielhilfe vorstellen können.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: GTStar am 21.08.2018 | 20:59
Meines ist auch da.
Aber ich habe festgestellt, das fast alle Zusatzprodukte im F-Shop billiger sind als im CF.
Ok, nur je 5ct. aber immerhin :D
Das ist normal und war bisher immer so. Dafür hast du beim CF das pdf inklusive ;)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Koronus am 19.12.2018 | 00:15
Wenn auch spät nun etwas von mir nachdem ich es mir durchgelesen habe. Wenn man die Regeln davon auch als Fluff nimmt scheint es in Aventurien nur Fleischpenise zu geben. Da nämlich das Suspensorium mehr kostet je größer der Penis ist. Falls es jemand nicht weiß es gibt zwei grundlegend unterschiedliche Arten von Penisen. Zum einen der Fleischpenis der errigiert einfach sich steif aufrichtet und nicht nennenswert größer wird und der Blutpenis welcher im erschlafften Zustand klein ist und im errigierten Zustand das zwei bis fünffache wächst. Ich zum Beispiel habe einen Blutpenis der im schlaffen Zustand ein Mikropenis ist und wenn er steif wird bis zur Standardgröße anschwillt. Da weder das Suspensorium noch die Größenregeln das berücksichtigen scheinen auf Aventurien nur Fleischpenise zu existieren.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: TaintedMirror am 19.12.2018 | 08:27
Ich zum Beispiel habe einen Blutpenis der im schlaffen Zustand ein Mikropenis ist und wenn er steif wird bis zur Standardgröße anschwillt.

Zu viel Info.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: rillenmanni am 19.12.2018 | 09:43
Aber voll im Thema! Es sind DSA-Regeln, und da muss man diskutieren, ob sie gut simulieren. :) Und das geht natürlich nur per Abgleich mit der Realität! Der Suspensorium-Schnitzer hätte den Verantwortlichen offensichtlich nicht passieren dürfen! Ich muss es wissen, schließlich bin DSA-Nerd unter Hotzes Artenschutz!
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Aedin Madasohn am 19.12.2018 | 09:55
ob sie gut simulieren

substituiere simulieren gegen stimulieren und beziehe auch die so gerne in diesem Hobby vernachlässigten Lachmuskeln mit ein,
so wirst du ein bares Wunder der  Funktionalität erleben  ;D

außerdem, gehören Fleisch- und Blutpenise nicht in die Kategorie der dämonischen Fleischgolem "Erhebungen"? Mirham müsste da mehr wissen, vielleicht dort mal anfragen?

 :Ironie:
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Koronus am 19.12.2018 | 09:58
Nun die DSA Redaktion hatte freie Auswahl zu Verfügung ob in DSA es Blut und Fleischpenise oder nur eines davon gibt aber es fällt hallt auf vor allem da 79% einen Blutpenis hat und man sich so fragt, ob sie schlicht bei WdV sich einen Schnitzer leisteten und das nicht beachteten oder es zu gunsten von nicht zu viel Regeln hinschreiben wollten und oder konnten wobei meiner Meinung nach bei Größe bloß eine weitere Tabelle gefehlt hätte und man beim Blutpenis halt zwei Mal Größe würfeln müssen für Größe Erschlafft und Steif. Bei Suspensorium würde dann nur die Erschlaffte Größe zählen und das man ihn nicht hinein  kriegt wenn man derzeit erregt ist.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: tartex am 19.12.2018 | 10:19
Umso bedauerlicher, weil wir schon bei DSA2 mit insgesamt nur einer Zeile Regeln zur Penisgröße alles abdecken konnten.

Zitat
Penisgröße wird mit 2W20 festgelegt, wobei das niedrigere Resultat für schlaff und das höhere für eregiert steht.

Zugegebenermaßen waren die Brustregeln umständlicher, aber dafür auch detaillierter.  :Ironie:
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: rillenmanni am 19.12.2018 | 10:36
Koronus, Danke für den wichtigen Input!

Perfekt, tartex! Die Regel übernehme ich!

 :) Aedin: Ein Penis geht nur dann als Golem durch, wenn er laufen kann. Für Lamentations of the Flame Princess gibt es ein Modul, in dem ein wandelnder Fleischpenis Leute umbringt. Warum hat DSA so etwas nicht?!

Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 19.12.2018 | 11:06
:) Aedin: Ein Penis geht nur dann als Golem durch, wenn er laufen kann. Für Lamentations of the Flame Princess gibt es ein Modul, in dem ein wandelnder Fleischpenis Leute umbringt. Warum hat DSA so etwas nicht?!

Wegen der Größendiskussion, ob es nun ein weißer oder schwarzer Fleischpenisgolem ist.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 19.12.2018 | 11:13
Wegen der Größendiskussion, ob es nun ein weißer oder schwarzer Fleischpenisgolem ist.

Kann ich als Weißer auch einen schwarzen Blutfleischpenis haben?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: rillenmanni am 19.12.2018 | 11:14
Wegen der Größendiskussion, ob es nun ein weißer oder schwarzer Fleischpenisgolem ist.

Sorry für folgendes OT!
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 19.12.2018 | 11:14
Kann ich als Weißer auch einen schwarzen Blutfleischpenis haben?

Nur mit der Fokusregel des Penisgolembauers. Ist aber ein Berufsgeheimnis.
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Luxferre am 19.12.2018 | 11:18
Nur mit der Fokusregel des Penisgolembauers. Ist aber ein Berufsgeheimnis.

Gibts da nicht was Homöopathisches oder ein essentiellel Öl? Oder vielleicht einen Edelstein, den ich mir bei Vollmond zur Mittagszeit um den Schniepie binden kann?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: nobody@home am 19.12.2018 | 12:18
...sind wir hier eigentlich noch in Aventurien, oder doch eher schon in einem der dekadenteren Teile des Imperiums in der Welt von Malmsturm? ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Teylen am 19.12.2018 | 15:54
Ich persönlich fand Koronus Einwurf interessant.
Immerhin etwas gelernt, das ich zuvor nicht wusste.
Vielleicht ging es der DSA Redaktion ähnlich?
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Weltengeist am 19.12.2018 | 17:24
Dieser Thread macht mich fertig...
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Coramur am 21.12.2018 | 07:34
WdV ist im F-Shop übrigens ausverkauft. Ende Februar kommt angeblich die 2. Auflage  ~;D
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Hotzenplot am 21.12.2018 | 07:41
WdV ist im F-Shop übrigens ausverkauft. Ende Februar kommt angeblich die 2. Auflage  ~;D

Waaaas? Das muss aber eine niedrige Auflage gewesen sein. Dieses sündenhafte Teufelswerk hat doch niemand gekauft.  >;D

Bestimmt ist die Auflage mit dem PENISGATE demnächst richtig viel Kohle wert.  :think:
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Coramur am 21.12.2018 | 08:19
Genau das habe ich an die feedback-Adresse geschrieben wegen der Diskussion. Die Antwort war sinngemäß, der Sekundärmarkt ist halt so  :think:
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: Spellington am 21.12.2018 | 10:45
Umso bedauerlicher, weil wir schon bei DSA2 mit insgesamt nur einer Zeile Regeln zur Penisgröße alles abdecken konnten.

Zugegebenermaßen waren die Brustregeln umständlicher, aber dafür auch detaillierter.  :Ironie:

Also, auf meinem ersten DSA Sheet den ich aus dem Internet gezogen habe hatte ich ein Feld für die Penisgröße,..
Titel: Re: WdV Diskussionen
Beitrag von: tartex am 22.12.2018 | 12:20
Also, auf meinem ersten DSA Sheet den ich aus dem Internet gezogen habe hatte ich ein Feld für die Penisgröße,..


Tja, und unser Charakterbogen hatte 2 Felder dafür.