Cthulhu - Der Garten der Lüste.
Die SC sind Mitglieder der Spanischen Inquisition.
Das zynische:Thematisch hart, spielerisch anspruchsvoll.(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
"Härte" interessiert mich einfach nicht besonders. Das Leben ist an sich schon öfter mal 'ne Hühnerleiter, da muß ich mich nicht auch noch in meiner Freizeitfantasie in so etwas hineinsteigern, geschweige denn andere mit hineinziehen.Geht mir im Rollenspiel idR. auch so.
Als grobe Daumenregel würde ich einen Vergleich zum Fernsehen heranziehen: was da schon nur nachts und mit vorgeschalteter Altersfreigabe ausgestrahlt wird, kommt mir nicht ins Szenario. Und dabei fühle ich mich nicht mal großartig eingeschränkt, denn mit den Gegenstücken zu Nachmittags- und Abendprogramm kann ich immer noch wunderbar arbeiten. :)
Ich hatte ne Weile schon Spaß daran, als Spielerin auch mal meine Grenzen zu erkunden. Mit "Die Geschichte der Kati S." (https://www.cthulhu-webshop.de/cthulhu-now_todesangst_cthulhu_now.html) für Cthulhu Now war die Grenze definitiv erreicht. Sehr stimmungsvoller Abend - aber da waren einige Szenen drin, die ich echt zu verdauen hatte. Damit sind bestimmte Themen für mich im Rollenspiel abgehakt. Gewalt und Leid, wenn sie sich zu "real" anfühlen - also in der Jetztwelt spielen und glaubwürdig aufgebaut und geschildert werden - brauche ich derzeit nicht.
Als SL musste ich feststellen, dass mir allzu ernste/abgründige Geschichten nicht liegen. Ich kann das einfach nicht darstellen - zu gutmütig und naiv, zu wenig Lebenserfahrung etc. Insofern hat sich die Frage, ob ich sowas leiten wollen würde, von selbst erledigt. Das nimmt mir sowieso niemand ab. Bin halt ne Gute. ^-^
Das Abenteuer meinte ich weiter oben.Ja... das war thematisch eindeutig das krasseste, das ich bislang gespielt habe. Nicht nur wegen des Kindesmissbrauchs.
Ich glaube gerade bei Cthulhu gibt es so eine Tendenz, wenn der Autor keine guten Ideen hat, dann gibt es halt was Schockierendes mit gequälten Kindern.Das Abenteuer, so wie es für mich geleitet wurde, war wirklich stimmungsvoll und keineswegs eine Aneinanderreihung billiger Schockeffekte. Genau deswegen hat es mich ja so mitgenommen. Für mich war die Szene, in der wir einem Musiker während seines Konzerts die Nachricht vom Tod seiner Freundin überbringen mussten viel schlimmer als die Sammlung Kinderpornos im Keller. Es war gar nicht grundsätzlich die Thematik, die mich so alle gemacht hat, sondern dass sie eben für Cthulhu-Verhältnisse doch recht vorsichtig eingeführt wurde.
Das Abenteuer, so wie es für mich geleitet wurde, war wirklich stimmungsvoll und keineswegs eine Aneinanderreihung billiger Schockeffekte. Genau deswegen hat es mich ja so mitgenommen. Für mich war die Szene, in der wir einem Musiker während seines Konzerts die Nachricht vom Tod seiner Freundin überbringen mussten viel schlimmer als die Sammlung Kinderpornos im Keller. Es war gar nicht grundsätzlich die Thematik, die mich so alle gemacht hat, sondern dass sie eben für Cthulhu-Verhältnisse doch recht vorsichtig eingeführt wurde.
Mehrheitlich scheint Härte von den bisherigen Postern abgelehnt zu werden.Nein ablehnen nicht.
Mehrheitlich scheint Härte von den bisherigen Postern abgelehnt zu werden.
Ich kann die Argumentation schon verstehen, allerdings scheint mir durch den Blick auf Rollenspiele anderer Länder klar dass wir Deutschen uns ganzer Genres berauben: Moderner Polizeithriller, Horror und auch der meisten historischen Szenarien.
Die Spanier haben Aquelarre, ein mittelalterliches Horrorspiel mit Dämonen, die Franzosen unzählige Krimispiele wie COPS, wo Frauenleichen schon mal am Fleischerhaken aufgehängt gefunden werden oder auch "L' affaire Greenberg", eine legendäre FBI-Kampagne die angeblich die Inspiration für die Serie "True Detective" gewesen sein soll. Bei den Amis gibts ebenfalls reihenweise Horrorspiele, die unter die Gürtellinie gehen. Und was die Italiener angeht, einfach mal "SINE REQUIE" googlen...
Also zumindest ich schließe "Härte" gar nicht aus. Die von dir genannten Beispiele find ich auch nicht unbedingt übermäßig hart, weil sie alle fantastisch genug sind, um sie eindeutig als "Spiel" zu sehen. Splatter, Gewalt und Sexualität empfinde ich nicht zwingend als "krasse" Themen und die kommen ja auch in jedem besseren Dungeoncrawl zur Genüge vor. Ich spiele sehr gerne Urban Fantasy und mag Horror als Genre grundsätzlich auch. Der unterhaltsamste Teil von Shadowrun war für mich immer Stadtkrieg. Und in DCC haben wir neulich versehentlich wen kopfüber in eine Weinpresse geworfen. Ist also echt nicht so, als hätte ich mit sowas ein Problem.
"Härte" bedeutet für mich eben eine starke Nähe zur Realität und ein gewisses Maß an Ohnmacht dem Horror gegenüber. Wenn ich das Gefühl habe, dass das, was ich hier zum Vergnügen bespiele in Wahrheit zwei Straßen weiter einer Person wirklich passieren könnte, dann fühle ich mich mies, dann beschäftigt mich das lange nachher und dann kriege ich Magenschmerzen ob der Ungerechtigkeit dieser Welt. Auf sowas hab ich keine Lust, wenn ich mich gerade erholen möchte. DIESE Art Härte mag ich gerade nicht. Da muss auch nicht gleich der Kinderporno-Ring gesprengt werden. Diese Art "Härte" kann auch sein, dass ein Kind ohne Abendbrot ins Bett geschickt wird. Oder jemand einem Obdachlosen 'nen Zahnpasta-Keks verfüttert. So etwas ist für mich krass, weil da die Grenze zwischen Spiel und Realität verschwimmt und ich mit dem unguten Gefühl zurückbleibe, dass ich so etwas in der Realität zulasse oder schlicht nichts daran ändern kann...
Um das mal mit Serien/Filmen zu illustrieren: Ich habe keine Lust auf Handlungen wie "The Wire", "Requiem for a Dream", "Die Wolke" oder so. Sowas geht mir derzeit zu nah.
Die wenigen Settings, die mir durch meine derzeitige Abneigung gegen diese "realistischen" Härte entgehen, sind zumeist Settings, auf die ich unabhängig davon auch keine Lust hatte. So pseudo-historische Settings rollen mir bloß die Fußnägel hoch (allein die Tatsache, dass Realismus mit besonderer Grausamkeit gleichgesetzt wird, ist ja irgendwie schon absurd) und Polizeiarbeit finde ich uninteressant. Insofern ist es für mich kein Verlust, die nicht zu nutzen.
Also eigentlich hast Du jetzt aber nur noch mal bekräftigend wiederholt, was alle Deine Vorposter bereits geschrieben hatten.Hm, empfand ich nicht so. Aber sorry, wenns so rüberkam, wollte nicht doppelt moppeln. .__.
Es gibt Genres, die in anderen Ländern (wie den USA oder auch Frankreich) bedient werden können und bei uns in Deutschland nicht, weil eben die Einstellung zur "Härte" anders ist. Dass es grundsätzlich kein Interesse an diesen Genres in Deutschland gibt glaube ich nicht so ganz, die Fernsehserien und die einschlägigen Krimis und Historienromane in den Bestsellerlisten sagen etwas Anderes aus.Naja hier im Thread spricht ja bloß ein Teil der Tanelorn-Community und nicht ganz Deutschland. Daraus jetzt zu schlussfolgern, in ganz Deutschland sei "Härte" im RPG nicht gewünscht, ist gewagt. Wenn ich an Spiele wie Cthulhu, die WoD oder auch Kleine Ängste denke, würde ich auch nicht sagen, dass deutsche Rollenspieler_innen "Härte" meiden und sich nur auf Kuschel-DSA einlassen. Lese ich im Übrigen auch aus diesem Thread hier nicht raus. Klar sagen hier alle, dass sie irgendwo eigene Grenzen haben. Es würde wohl auch ziemlich merkwürdig rüberkommen, wenn wir unreflektiert sagen würden: "Ich hab keine Grenze, ich spiel alles und je extremer, abartiger und abgründiger, desto besser!". Entsprechend wirst du bei solchen Umfragen wie hier immer auf das wenig überraschende Ergebnis kommen, dass Leute schildern, wo genau ihre Grenze (aka das härteste Szenario) für sie liegt.
Hm, empfand ich nicht so. Aber sorry, wenns so rüberkam, wollte nicht doppelt moppeln. .__.
Naja hier im Thread spricht ja bloß ein Teil der Tanelorn-Community und nicht ganz Deutschland. Daraus jetzt zu schlussfolgern, in ganz Deutschland sei "Härte" im RPG nicht gewünscht, ist gewagt. Wenn ich an Spiele wie Cthulhu, die WoD oder auch Kleine Ängste denke, würde ich auch nicht sagen, dass deutsche Rollenspieler_innen "Härte" meiden und sich nur auf Kuschel-DSA einlassen. Lese ich im Übrigen auch aus diesem Thread hier nicht raus. Klar sagen hier alle, dass sie irgendwo eigene Grenzen haben. Es würde wohl auch ziemlich merkwürdig rüberkommen, wenn wir unreflektiert sagen würden: "Ich hab keine Grenze, ich spiel alles und je extremer, abartiger und abgründiger, desto besser!". Entsprechend wirst du bei solchen Umfragen wie hier immer auf das wenig überraschende Ergebnis kommen, dass Leute schildern, wo genau ihre Grenze (aka das härteste Szenario) für sie liegt.
Ich für meinen Teil würde furchtbar gerne Lover in the Ice spielen. Eine ausgesprochen graphische Mischung aus gleich mehreren "Erwachsenenthemen".
Allerdings hat es ja auch immer etwas tröstendes, wenn die Monster Schuld sind
Ich habe mal eine Weile "Midnight (d20)" geleitet. So, wie es im Buch steht bzw. angedeutet wird.
Hat irgendwann allen keinen wirklichen Spaß gemacht, wir waren einfach zu zarte Gemüter. ;)
Das Setting liebe ich. Spiele ich aber nur mit Leuten, die ich lange kenne.Einziges Setting, welches ich verkauft habe, obwohl ich es eigentlich gut finde, aber es wirklich 0 Chancen hätte, von oder mit mir bespielt zu werden.
Es muss da draußen Spielleiter und Spieler geben, die auch mal eine härtere Gangart bevorzugen und diese Erfahrungen auch positiv abspeichern können.
Natürlich würde mich dazu auch interessieren, was für Erfahrungen ihr mit diesen Szenarien hattet
Die genannten Themen hier sind ja doch übersichtlicher als gedacht. Meist irgendeine Form von Gewalt. Habt ihr unabhängig von den Themen auch mal Spiel - bzw Erzähltechniken angewandt die das Extreme verstärkt haben? Oder Techniken die selbst extrem und gewagt wären? Als Beispiel wäre zu nennen: Spielern die Augen verbinden und mit Kabelbinder oder ähnlichem ab den Stuhl zu binden um eine fixation nach einer Augen-Operation zu simulieren...
Habt ihr unabhängig von den Themen auch mal Spiel - bzw Erzähltechniken angewandt die das Extreme verstärkt haben?
Die genannten Themen hier sind ja doch übersichtlicher als gedacht. Meist irgendeine Form von Gewalt. Habt ihr unabhängig von den Themen auch mal Spiel - bzw Erzähltechniken angewandt die das Extreme verstärkt haben? Oder Techniken die selbst extrem und gewagt wären? Als Beispiel wäre zu nennen: Spielern die Augen verbinden und mit Kabelbinder oder ähnlichem ab den Stuhl zu binden um eine fixation nach einer Augen-Operation zu simulieren...
Nö. Kein Interesse, kein Bedarf. Wird bei mir nicht passieren. Empfinde das auch schon als zu übergriffig, mal ab von dem gewalttätigen Inhalt.
Kratzt zwar nur das Thema aber als Spieler mal erlebt: Eingesprochene Erzählung von Alpträumem per Kopfhörer angehört. Waren vergleichsweise harmlos (DSA halt - ging schon um Menschenopfer aber halt... Fantasy) aber trotzdem (oder deshalb?) eine positiv eindringliche Erfahrung.
Deine Beispiele - insbesondere Fixierung - würde ich vermutlich eher ablehnen. Aber ich bin LARP-Elementen im PnP ggü. sowieso eher skeptisch bis ablehnend eingestellt.
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Die genannten Themen hier sind ja doch übersichtlicher als gedacht. Meist irgendeine Form von Gewalt. Habt ihr unabhängig von den Themen auch mal Spiel - bzw Erzähltechniken angewandt die das Extreme verstärkt haben? Oder Techniken die selbst extrem und gewagt wären? Als Beispiel wäre zu nennen: Spielern die Augen verbinden und mit Kabelbinder oder ähnlichem ab den Stuhl zu binden um eine fixation nach einer Augen-Operation zu simulieren...
Das 'härteste' Szenario, das ich als Spieler gespielt habe war eine Gruppe von 10-13 jährigen Krebspatienten im Endstadium, kurz vor einer finalen OP mit minimaler Überlebenschance. Das Spiel lief als gemeinsamer Traum in einem surrealer 'Dungeon' ab. Wenn ein SC im Traum aufgegeben hat oder an einem Hindernis im Traum gescheitert ist, hatte die Krankheit vorzeitig gesiegt. Am Ende stand für jeden Überlebenden die Entscheidung an, die gefährliche OP zu wagen, mit einer winzigen Chance auf Heilung oder sie abzublasen und dann sicher, aber erst in einigen Wochen oder Monaten, zu sterben.
Jeder der Spieler hatte einen Luftballon mit seinem Namen und eine Nadel.
Das 'härteste' Szenario, das ich als Spieler gespielt habe war eine Gruppe von 10-13 jährigen Krebspatienten im Endstadium, kurz vor einer finalen OP mit minimaler Überlebenschance. Das Spiel lief als gemeinsamer Traum in einem surrealer 'Dungeon' ab. Wenn ein SC im Traum aufgegeben hat oder an einem Hindernis im Traum gescheitert ist, hatte die Krankheit vorzeitig gesiegt. Am Ende stand für jeden Überlebenden die Entscheidung an, die gefährliche OP zu wagen, mit einer winzigen Chance auf Heilung oder sie abzublasen und dann sicher, aber erst in einigen Wochen oder Monaten, zu sterben.
Jeder der Spieler hatte einen Luftballon mit seinem Namen und eine Nadel.
Mit dem Ballon und der nadel hört sich auf jeden Fall cool an, werde ich mir merken :headbang:
Welches System war das denn?Fate, bzw. konkret Turbo-Fate
Cool ist das mit den Luftballons schon...
Bei solchen Grenzerfahrungen im Rollenspiel geht es ja fast immer um etwas, das man im wahren Leben auf gar keinen Fall erleben will...ich will im RL auch nicht gefangen genommen, entführt, gefoltert oder mit dem Tod bedroht werden (oder meine nächsten Angehörigen... whatever). Aber diese krasse Situation in einem eigentlich sicheren Rahmen durchzumachen ist halt spannend.
Mein "härtestes" Szenario ist Time to Go (CR #5).
Ich wollte mit der Cthulhu-Matrix brechen und Horror persönlicher machen als Tentakel aus dem All.
Die Grundprämisse des Szenarios:Schock- und Ekeleffekte gibt es kaum, aber es wurde am Tisch oft emotional und mitunter tränenreich und im Allgemeinen war die Stimmung ziemlich niedergeschlagen. Für mich als SL war es irgendwann auch zuviel, d.h. nachdem ich es 2x am selben Tag geleitet habe (Con), war ich ziemlich down.(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Zu LARP-artigen Methoden: Ich habe auch mal eine Rundenankündigung gesehen, wo die Spieler für den Horror-Effekt Gasmasken tragen und über Kopfhörer die gesamte Zeit über mit Lärm beschallt werden sollten. Ich kann mir vorstellen, dass das effektiv ist, habe aber dankend abgelehnt.
Mein "härtestes" Szenario ist Time to Go (CR #5).
Ich wollte mit der Cthulhu-Matrix brechen und Horror persönlicher machen als Tentakel aus dem All.
Die Grundprämisse des Szenarios:Schock- und Ekeleffekte gibt es kaum, aber es wurde am Tisch oft emotional und mitunter tränenreich und im Allgemeinen war die Stimmung ziemlich niedergeschlagen. Für mich als SL war es irgendwann auch zuviel, d.h. nachdem ich es 2x am selben Tag geleitet habe (Con), war ich ziemlich down.(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Zu LARP-artigen Methoden: Ich habe auch mal eine Rundenankündigung gesehen, wo die Spieler für den Horror-Effekt Gasmasken tragen und über Kopfhörer die gesamte Zeit über mit Lärm beschallt werden sollten. Ich kann mir vorstellen, dass das effektiv ist, habe aber dankend abgelehnt.