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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Luxferre am 1.08.2019 | 13:14

Titel: Deine Paraderolle
Beitrag von: Luxferre am 1.08.2019 | 13:14
Du hast diese eine Rolle, die Du wirklich gut verkörpern kannst. Diese eine Rolle, die Du gerne spielst ... und die Dir von allen Mitspielern wiederkehrend aufs Auge gedrückt wird, auch wenn Dein Charakter eigentlich gar nicht dafür ausgelegt ist.

Wer bist Du? Was spielst Du? Welche Rolle verkörperst Du wirklich gut?

Kennst Du dieses Phänomen nicht? Oder hast es mal bei jemandem Anderen beobachtet?


Erzählt mal  :d
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Kardinal am 1.08.2019 | 13:19
ich leite eigentlich fast immer - aber wenn ich spiele, rutsche ich erschreckend schnell/leicht in die Face/Wortführer Rolle (was ich bei Minimalcharismatikern eigentlich lieber vermeiden würde...)
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Hotzenplot am 1.08.2019 | 13:23
Für DIE EINE Paraderolle bin ich zu wenig Specialist nach Laws.

Es gibt ein paar:
Schnetzelnde Barbaren, schießwütige Gangster, philosophische Elfen...
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: First Orko am 1.08.2019 | 13:39
Selbsteinschätzung: Sinistre Priester/Kleriker
(vermutete) Mitspielereinschätzung: Sherlock Holmes
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Issi am 1.08.2019 | 13:40
Zitat
Wer bist Du? Was spielst Du?
Ich habe keine direkte Parade Rolle. Als SL  spiele ich auch alles.
Aber es gibt Rollen, die mir leichter fallen, als andere, weil sie mir mehr entgegen kommen.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Wenn Assassine, dann nicht eiskalt. Dieb kein Problem. Magische Figuren- gerne,
Barden- hatte ich auch schon, wobei ich die nicht unbedingt muss.
Priester - eher nicht- da nervt mich die Obrigkeit zu sehr, und die Auflagen.
Heiler/Druide/Naturfigur- geht auch.
Irgendeine "verkopfte Figur" geht auch - Ermittler, Gelehrter egal.

Edit.
Zitat
Welche Rolle verkörperst Du wirklich gut?
Um eine Figur gut zu verkörpern, muss ich micht nicht mit ihr identifizieren. (Ich muss nicht ihre Werte und Motivationen übernehmen)
Wenn ich mich aber mit ihr auf irgendeine Art identifizieren kann, dann genieße ich es mehr sie zu verkörpern.
(Da ich einfach auf meine Werte zurückgreifen kann, ohne nachzudenken)

Wenn ich meine Mitspieler fragen würde: Vielleicht das magische Aschenputtel ?  ~;D  (Auf jeden Fall irgendeine Figur die eine Charakterentwicklung durchmacht- und nicht gleich als Mega Superheld startet)
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: JS am 1.08.2019 | 13:48
Ich denke, meine stärksten und beliebtesten Rollen sind immer die Parts des/der Intellektuellen oder Gewitzten.
Ob Professor bei Cthulhu, Magier/Barde/Hexenmeister/Zauberer bei D&D, Dieblomat/Spion bei Agone, Nekromantin bei Splittermond usw. usf.
Das spiele ich wohl recht gut, es macht mir am meisten Spaß und hat die wenigsten Reibungen zwischen meinem SC und mir als Spieler.
Zwischendurch machen mir aber auch Rollen abseits davon sehr viel Spaß, z.B. der bretonische Ritter bei Warhammer, die Straßensamurai bei Shadowrun oder der Waldläufer bei Midnight.

Keine Lust habe ich dagegen auf Rollen, die stark religiös gefärbt sind, also Priester, Kleriker, Druiden usw.
Die spielte ich nur extrem selten und fand auch nie so richtig in diese Rollen hinein. Auch "böse" Charaktere oder Chars mit unterirdischen Intelligenzwerten spiele ich nicht gern.
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Doc-Byte am 1.08.2019 | 13:50
Ich weiß nicht, ob "Paraderolle" es trifft, aber ich neige wohl stark zu Charakteren, die von allem ein Bisschen können, aber wenig so richtig gut. Damals zu DSA4 Zeiten war mein Lieblingscharakter der Halbelfische-Viertelmagier-Geweihte. Bei Shadowrun habe ich 10 Jahre lang (aktiv) meinen bis zum Arsch vercyberten Magier gespielt. Als diese ganzen D&D PC RPGs aufkamen, hab ich "natürlich" immer Klassenkombinierer gespielt... Und selbst beim Design meines eigenen RPGs habe ich bewusst darauf geachtet, derartige Kombinationen (wenn auch eingeschränkt) möglich zu machen. - Japp, ich denke, meine Paraderolle ist wohl der "Mischcharakter".  :think:
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Sainrith am 1.08.2019 | 13:54
ich leite eigentlich fast immer - aber wenn ich spiele, rutsche ich erschreckend schnell/leicht in die Face/Wortführer Rolle (was ich bei Minimalcharismatikern eigentlich lieber vermeiden würde...)

Das kommt mir sehr bekannt vor. Ich leite auch die meiste Zeit bis auf wenige Ausnahmen und bin dann eigentlich gerne mal NICHT der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, aber das funktioniert nur schwer. Ich weiß nicht, ob meine Spieler dann zu bequem sind oder einfach froh sind, wenn sie mich in diese Rolle "drängen" können. :)
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: +12vsMentalDamage am 1.08.2019 | 13:54
Murder Hobo
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Fnord am 1.08.2019 | 14:05
Es ist mir fast ein bisschen peinlich:
Der Kern fast aller Figuren ist der einfältige, gute Kämpfer, der sich in den Weg stellt, um Wehrlose zu schützen.
Alle Parameter sind leicht verschiebbar, aber ein fast biederer, moralischer Kompass ist immer da.

Selbst der abgewrackte Straßenräuber mit Drogenproblem entwickelt sich immer leicht zu Robin Hood, der zwar das Gesetz bricht, aber moralisch tendenziell er richtig handelt.   

Diese Art und Weise lässt meine Figur aber bei jedem klassischen Abenteuer mitspielen.  Ich hatte wohl noch nie Probleme damit, dass eine Mission abgesagt wurde, weil sie zu schlecht bezahlt, denn dann galt es ja noch eine "Unrecht" zu vermeiden oder man glaubte das zumindestens.
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Niniane am 1.08.2019 | 14:07
Früher war meine Paraderolle mal "kaputte Frauengestalten" (O-Ton mein Ex und ehemaliger Mitspieler).

Inzwischen spiele ich am liebsten Männer. Keine Ahnung, ob man das als "Paraderolle" bezeichnen kann. 
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Hotzenplot am 1.08.2019 | 14:08
(vermutete) Mitspielereinschätzung: Sherlock Holmes

Nene, komm. Für mich bleibst du einfach dieser total abgefuckte Typ mit kaputter Vergangenheit, hart an der Zigarette ziehen, lakonischen Spruch auf den Lippen, ums Eck rum und Blei spucken.
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: tartex am 1.08.2019 | 14:08
Exzentriker, der/die ein schräges Weltbild hat, und mit diversen Aussagen/ Beobachtungen für Funny Relief sorgt.  ::)
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Boba Fett am 1.08.2019 | 14:24
Ich kann leider sehr gut den Edgelord.
Gar nicht mal, weil ich die Rolle irgendwie "cool" finde, sondern weil ich relativ ruhig und nachdenklich spiele (Tactican) und deswegen kommen meine Rollen meistens wortkarg und edgy rüber - und die Spielleiter und Mitspieler deuten dann den Edgelord rein. Ich versuche auch, den loszuwerden, rutsche aber viel zu oft in die Rolle rein oder kriege die "zugewiesen"...

Den Anführer spiele ich gut und gern...
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Huhn am 1.08.2019 | 14:26
Meine Paraderolle/Jogginghose: Etwas naive und grundsätzlich in irgendeiner Form gutmütige Figuren mit Bedürfnis nach Fairness/Gerechtigkeit, die außerdem einen recht kurzen Geduldsfaden haben (neigen zu überstürzten Spontanhandlungen, wenn die Gruppe mal wieder nicht aus der Hefe kommt).

Ziemlich viel davon bringe ich (zumindest derzeit) OT mit an den Tisch und statt immerzu dagegen angehen zu wollen, habe ich mich damit arrangiert. Tatsächlich lassen sich trotz dieser festen Parameter ziemlich unterschiedliche und auch glaubwürdige Figuren schaffen. Da passt alles rein vom stumpfen, aber gutmütigen Haudrauf über den angehenden Paladin hin zu komplexeren Figuren in Changeling: the Lost.

Wenn ich doch mal in Situationen lande, in denen die oben genannten Dinge eigentlich nicht passen, gehen ich und meine Figur jämmerlich baden. Neulich ist in nem Oneshot mein Schiffsjunge plötzlich zum Kapitän gewählt worden. Befehle geben, gute Pläne schmieden, dreckige Witze reissen, mich durchsetzen und in kniffligen Situationen Kameraden zurücklassen... das ging zum Vergnügen meiner älteren Mitspieler aber mal sowas von überhaupt alles gar nicht. Passte dann schon wieder in die Rolle des überforderten Schiffsjungen, war aber einfach nur meiner OT-Unfähigkeit, solche Dinge darzustellen, geschuldet und für mich daher maßlos frustrierend.
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Megavolt am 1.08.2019 | 14:27
Mir auf den Leib geschneidert ist die Rolle des lautstarken Idioten.
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: unicum am 1.08.2019 | 14:27
Für DIE EINE Paraderolle bin ich zu wenig Specialist nach Laws.

+1
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 1.08.2019 | 14:32
Mir auf den Leib geschneidert ist die Rolle des lautstarken Idioten.
oder der mystische Krieger bzw die Kombi aus beiden
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Space Pirate Hondo am 1.08.2019 | 14:39
Zwergenkrieger! (Wobei bei D&D4e war er ein Ranger mit Skill Focus auf Dungeoneering statt Nature und er führte zwei Hämmer)
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: 6 am 1.08.2019 | 14:48
Exzentriker, der/die ein schräges Weltbild hat, und mit diversen Aussagen/ Beobachtungen für Funny Relief sorgt.  ::)
Bei mir auch.
Je naiver oder je depperter desto eher...
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: First Orko am 1.08.2019 | 14:48
Nene, komm. Für mich bleibst du einfach dieser total abgefuckte Typ mit kaputter Vergangenheit, hart an der Zigarette ziehen, lakonischen Spruch auf den Lippen, ums Eck rum und Blei spucken.

Hm jetzt wo du es erwähnst... das wohl irgendwie mein Tanelorn-Alter-Ego. Muss am Klientel liegen  >;D
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: tartex am 1.08.2019 | 14:51
Bei mir auch.
Je naiver oder je depperter desto eher...

Also bei mir geht von weltfremder Stubenhocker-Magier, über den religiösen Eiferer, bis zum exotischen Barbaren alles. Hauptsache es fehlt an gesundem Menschenverstand...

Und allein da scheitert D&D für mich schon. Niedrige Weisheit mit hoher Sinneschärfe muss sich einfach abbilden lassen.  >;D
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Crimson King am 1.08.2019 | 14:55
Ich glaube, ich habe keine klassische Paraderolle. Ich spiele aber sehr gerne Style-over-Substance-Charaktere. Ob du gewinnst oder verlierst, ist weniger wichtig, als wieviel Stil du dabei an den Tag legst. Diebe, Piraten, Musketiere, Barden sind da so Kandidaten.

Ich mag generell keine Stock-im-Arsch-Charaktere, die naiv einem sehr einschränkenden Kodex folgen. Darunter fallen viele religiöse Kandidaten, edle Ritter, Samurai. Charaktere mit wenigen Skrupeln und emotionaler Teflonbeschichtung will ich auch nicht spielen.
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: 6 am 1.08.2019 | 15:29
Also bei mir geht von weltfremder Stubenhocker-Magier, über den religiösen Eiferer, bis zum exotischen Barbaren alles. Hauptsache es fehlt an gesundem Menschenverstand...
Mir wurde deswegen schon mehrmals verboten Charaktere zu spielen, deren Weisheit (oder Äquivalent) unter 5 liegen. Ich würde sie zu gut darstellen. ;)
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: 6 am 1.08.2019 | 15:31
Ich mag generell keine Stock-im-Arsch-Charaktere, die naiv einem sehr einschränkenden Kodex folgen. Darunter fallen viele religiöse Kandidaten, edle Ritter, Samurai. Charaktere mit wenigen Skrupeln und emotionaler Teflonbeschichtung will ich auch nicht spielen.
Die Charaktere spiele ich dagegen unheimlich gerne.
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Faras Damion am 1.08.2019 | 15:56
Meine Charaktere variieren extrem.

Meine bessere Hälfte spielt dagegen meisten eine Variation des gradlinigen Heldens.  ^-^ Und ein Freundin würde gerne nur unfassbar nervige kleine Mädchen mit Superkräften spielen, wenn wir es erlaubten.  ::)

Interessant fände ich auch einen Thread, was man nicht gut hinbekommt. ^^'

Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: tartex am 1.08.2019 | 16:16
Habe gelesen:

Meine bessere Hälfte spielt dagegen meisten eine Variation des gradlinigen Heldens.  ^-^ Und Mein Freundin würde gerne nur

 8]

Rollenspiel-Promiskuität.  ~;D
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: sindar am 1.08.2019 | 16:44
Der stille Naturmagier, der nach dem Kampf alle wieder zusammenflickt (und im Kampf die eigenen Leute bufft und / oder die Gegner debufft). Und der draussen in der Wildnis den Weg findet; in der Zivilisation sind von mir gespielte Helden meist recht hilflos.
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Rhylthar am 1.08.2019 | 16:50
Hm, den schweigsamen, eher introvertierten Charakter.

Auf bestimmte Klassen/Archetypen bin ich da gar nicht so festgelegt, eher ist es andersherum:
Manche Sachen kommen eher nicht für mich in Frage.

Bei D&D waren Paladine (bis zur 5E), Barden und Barbaren ausgeschlossen. Bei Shadowrun derjenige, den mal wohl als "Face" bezeichnen würde. Und bei Cthulhu auch eher den Bibliothekar als den Journalisten (als Beispiel).
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Daheon am 1.08.2019 | 17:04
Obwohl ich selbst nicht religiös bin, spiele ich überraschend gern religiöse Figuren.
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Dioto am 1.08.2019 | 17:16
Ich liebe es, archaische Tiermenschen (Gnolle, Warge, Echsenmenschen) und ihre physischen Eigenheiten (Mit dem Geruchssinn erkunden/Fährten folgen, nach Kontakt mit Wasser das Fell schütteln, ...) auszuspielen. Meistens sind sie etwas weltfremd (bezogen auf das städtische Leben) und leicht verfressen.

Von den regeltechnischen Rollen spiele ich gerne unterstützende Charaktere mit etwas Kampferfahrung wie Druiden, Schamanen oder Kleriker.
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Gunthar am 1.08.2019 | 17:20
Bei mir kommen primär eher Utility Charakter (Magier, Kleriker, Ranger, Heiler) in Frage. Paladin hingegen ist nicht so mein Ding.
in der zweiten Wahl stehen Zwergenkriegerinnen und Elfenbogenschützen.
Bei den Rassen steht auch Utility im Vordergrund.
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: schneeland am 1.08.2019 | 17:40
Rückblickend habe ich wohl eine hohe Affinität zu Magiern - ein größerer Teil davon mit labiler Psyche. Wobei laut meinen Mitspielern meine Paraderolle die des Magiers, der ständig einen blöden/zynischen Spruch auf Lager hat, war.
Es gab allerdings auch ein paar Paladine, Kleriker und Barbaren sowie einen (Gnom-)Barden. Nur Waldläufer/Bogenschützen fand' ich seit jeher ziemlich fad. Nachdem ich mittlerweile aber nur noch SL bin, kann ich mir aber höchstens ein paar interessante NSCs basteln.
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Weltengeist am 1.08.2019 | 22:50
Das muss ich etwas abstrakt formulieren: meine Paraderolle ist der (auf dem Charakterbogen) eher mäßig kompetente Underdog, der gar nicht wirklich prädestiniert ist, um auf Abenteuer auszuziehen, sich dann aber dank Grips, Mut und frechem Mundwerk trotzdem ganz gut schlägt.

Gibt es in ganz verschiedenen Spielarten. Den Illusionisten, der gar nicht wirklich zaubern kann, aber alle glauben macht, er könne es. Der jugendliche, prollige Rattenfänger, der einfach nicht blickt, auf was er sich da einlässt, der aber irre Ideen und abgedrehte Mechaniken mitbringt, wenn es ernst wird. Der gnomische Assistent des irren Chimärologen, der Leute zusammenflickt und auch sonst irgendwie genau das kann, was die anderen vergessen haben zu lernen. Der verträumte Halbling-Koch, der auch mal so berühmt sein will wie Bilbo Beutlin, aber außer Kochen und schnell Denken wenig abenteurertaugliche Fähigkeiten mitbringt.

Aber ja, ich kann auch den ausgemaxten Kämpfer oder Magier, so ist das nicht...
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: rillenmanni am 1.08.2019 | 23:28
Im Eingangsbeitrag schwingt ja auch mit, was die Mitspieler am liebsten bei einem sähen. Und da "erwarten" die Spieler in meiner langjährigen Cthulhu-Runde durchaus, dass ich den verschlagenen und mit einigen negativen Zügen (Rachsucht bspw) versehenen, intelligenten. leicht affektierten und körperlich schwachen Kerl spiele, der es schafft, selbst dann integrativ zu sein, wenn er mal gegen die Gruppe arbeitet. Anderes, aber nicht alles, ist akzeptiert. Inakzeptanz drückt sich in leichter Langeweile oder Gleichgültigkeit meinem Zutun ggü aus. Ich gelte als der "Meister des Wahnsinns", weil ich es wohl ganz gut hinbekomme, meinen SC leicht abdriften zu lassen, aber eben nicht überbetont oder theatralisch. Sie lassen sich auch gern überraschen, wobei ich gern entgegenkomme: Es ist toll zu merken, dass sie sich gerade unsicher sind, ob ich als nächstes wirklich etwas angedeutetes Krasses tun werde oder nicht. Oft passiert dann nämlich gar nichts. Es geht ja auch nicht darum, etwas Krasses zu tun, sondern sich geschickt im Optionenraum zu bewegen.

Dann gibt es da noch meine zwei OSR-Gesichter. (Achtung mit "OSR", ich habe gerade gelernt, dass es OSR und NuOSR und Ist-gar-nicht-OSR etc gibt. Aber ich bin so frei und werfe alles in einen Topf.) Bei beiden bin ich mir nicht sicher, ob die Spieler daraufhin wirklich nur den SC hassen oder ihn mit mir velwechsern und in Wahrheit mich hassen. :) ... Dabei bin ich selbst wirklich ganz lieb, wirklich!

# Da gibt es den arroganten Elf. (Einer lief auch schon mal mit einer imaginierten Elf auf dem Rücken herum. :)) Es ist so hervorragend, das größte Maul am Platz zu sein und trotzdem zu überleben. (Einmal sogar: Alle anderen zu überleben! Harharhar!). Wohlgemerkt: Ich habe den Kooperationsaspekt bei OSR schon verstanden. Meine Elfen kooperieren auch gut, es wird geholfen, abgestimmt, niemand wird im Stich gelassen. Aber der Beste im Dorf bin nun einmal ich, der Elf! :)

# Und dann gibt es die Knieholde. Kniehold [der X] ist mein OSR-Standardname. Ein Kniehold allein kann tatsächlich alles mögliche sein: Jede Klasse, jedes Benehmen. Ich bin hier also nicht spezialisiert, bin nur eben Kniehold. Etwa Kniehold der Starke (bei hoher STR) etc oder auch schon einmal Kniehold le Beau (als Paladin in Warhammer Quest). Aber die Spezialisierung beginnt mit einigen Henchmen oder Hirelings (oder Level0-Verwandten wie bei einem DCC-Funnel) im Schlepptau: Dann gibt es immer Kniehold [der X], wobei ich eine Affinität zu hoher INT habe, der voll der Bestimmer über alles sein will. Das geht bis hin zur Zwangsumbenennung aller Hirelings in Kniehold der X, etc etc. Davon unbenommen bleibt natürlich der Kooperationsaspekt, nichtsdestotrotz gibt es da gewisse Reibungspunkte. :) Der Alpha-Kniehold gibt sich redlich Mühe, aber natürlich fehlt ihm der Bonus der natürlichen Überlegenheit von Elfen.

Davon abgesehen spiele ich wohl so ganz allgemein schon ganz gern "großkotzig, freundlich und mutig". Aber anderes geht auch. Von gelegentlichen Ausschlägen beim Alpha-Kniehold mal abgesehen suche ich aber nicht wirklich den Konflikt zu anderen SC.
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Luxferre am 2.08.2019 | 06:23
Im Eingangsbeitrag schwingt ja auch mit, was die Mitspieler am liebsten bei einem sähen.

Richtig, das schwingt doch immer mit, oder?

Spieler1: *fragender Blick zu Lux*
Spielerin2: *fragender Blick zu Lux*
Spielerin3: *fragender Blick zu Lux*
SL: *fragender Blick zu Lux*
...
Lux entscheidet für die Gruppe, es wurde eh schon zu lange und ergebnislos diskutiert.
...
auf der Rückfahrt:
Spieler1: "Mal so als Feedback, Lux, Du spielst doch nur den Schurken der Gruppe und reißt alle Entscheidungen an Dich, dabei spiele ich doch das Face der Gruppe ..."
[Tiefling Warlock, CN mit Tendenz zu CB, CHA20 und völlig inakzeptablem, unterschwellig aggressiven und überheblichen Auftreten ggü Jedermann und -frau]
...
Lux:  8]



Meine innere Paraderolle ist aber DieGuteSeeleTM der Gruppe. Meist Leute, die sich um das Gruppenwohl kümmern und auch gern Ausrüstung und Kasse verwalten. Dann spiele ich gern heimliche Leute mit schönen Tricks, die nicht unbedingt alltäglich sind. Außerdem dürfen die gern kompetent sein in dem, was sie tun. Dazu bevorzugt Fernkampf und eine edle, schnelle Nahkampfwaffe, tendenziell elegante Leute.
FrüherTM wollte ich immer den Anführer spielen. Irgendwann war ich es leid und wollte mich schön in Zweitereiherollen verkriechen, da ich im RL schlicht schon sehr viel führe und das nicht im Rollenspiel kompensieren oder ausprobieren möchte. Der Anspruch ist ja auch, sich nicht nur selbst mit Extras zu spielen, sondern auch aus seiner Haut raus zu kommen und jemanden darzustellen, den man im RL eben nicht verkörpert.
Sehr schöne Erinnerungen habe ich an meinen Midgard 4 Hexer in Corrinis, der wirklich mal anders war zu spielen. Oder auch an meinen heilkundigen Kreuzritter in HârnMaster.
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Seraph am 2.08.2019 | 06:56
Als SL definitiv der betrunkene Tavernengast oder der nervige Fistelstimmen-Gnom.
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Chiarina am 2.08.2019 | 11:33
Meine Paraderolle ist der etwas trottelige, mühsam seine Brötchen zusammenklaubende Typ mit ein paar Kilo zuviel, der angestrengt versucht, durchzublicken, auch mal Panik entwickelt, wenn´s aufregender wird und dabei dann doch hin und wieder mal den ein oder anderen Überraschungserfolg landet.

(Nur nicht drüber nachdenken, ob das ´was mit mir selbst zu tun hat!)
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Roach am 2.08.2019 | 11:54
Mir wurde deswegen schon mehrmals verboten Charaktere zu spielen, deren Weisheit (oder Äquivalent) unter 5 liegen. Ich würde sie zu gut darstellen. ;)

Ach – kommt daher dein Benutzername? ~;D
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Issi am 2.08.2019 | 11:54
Noch ein Punkt: Meine Mitspieler drücken mir tatsächlich gar nix aufs Auge.
Ich habe da relative Freiheit, was ich wie spiele.
Eine Figur mochten sie besonders:
Als es darum ging den Stand auszuwürfeln, hatte ich das Maximal Ergebnis.
Da hat der SL beschlossen : Muss irgendwie aus der Königsfamilie kommen.
(Aber warum sollte die auf Abenteuer ziehen?)
Also habe ich daraus dann eine Adlige auf der Flucht vor einer arrangierten Ehe gemacht.
Sie ist von Zuhause ausgerissen, und hat dabei alles mögliche an Wertgegenständen mitgehen lassen.
Problem : Sie war das Leben ohne Diener nicht gewohnt, und hatte überhaupt keinen Bezug zu Geld. War daher auch immer spendabel. Ist ja genug da. Irgendwann ist da der Spruch:" Lady Adelin bezahlt." Daraus geworden. Was bedeutet : Es sind alle eingeladen, egal was es kostet.
 
Dafür ist meine jetztige Figur als unfrei gestartet. Hatte also weniger als nichts,  und war die Sklavin eines verrückten NSC Magiers, der sich allerhand seltsame Wesen hält.
(Um die sich ja irgendjemand kümmern muss)
Da sie kaum Freunde hatte,  waren diese Wesen anfangs auch ihre einzige Familie.

Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: 6 am 2.08.2019 | 11:56
Ach – kommt daher dein Benutzername? ~;D
Wenn Du meine Mitspieler fragst, wohl eher vom geistigen Alter meiner Charaktere. ;)
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Schlangengott am 2.08.2019 | 12:03
Ich neige meist zu den magischen Kämpfern, die Kampf und Magie oder ne drittes Element, auf eine besondere Art und Weise nutzen und immer aus der Rolle fallen.

Also, der Elementarist der sich selbst entzündet, und mit flammenden Waffen angreift oder der Schütze, der sich sich als Alchemist für Diebesbanden verdingt und tödlichste Gifte herstellen kann, der Gargyl Schamane, der einen Gargyl als Mount hat, bei Splittermond ein Verwandler-Vollzauberer, der auch mit den Bogen schießen kann...oder ein Magier der über Schwärme herrscht und durch Verwandlung teil des Schwarms wird usw...  :headbang: :w20:
Titel: Re: Deine Paraderolle
Beitrag von: Daniel E. am 2.08.2019 | 12:48
Wie einige andere hier rutsche ich oft in die Anführerrolle, weil andere nicht gerne Entscheidungen treffen - völlig unabhängig davon, ob der Charakter darauf ausgelegt war. Das liegt zum einen daran, dass meine Figuren immer etwas Konkretes erreichen wollen, und zu anderen daran, dass ich als Spieler in der Sitzung gerne etwas erreichen möchte und nicht so viel Geduld habe, lange Informationen zu suchen oder alle Eventualitäten durchzuplanen. Ich möchte aktiv sein und scheue Risiko nicht (vielleicht ist es aber auch nur naives Vertrauen zum Spielleiter).

Tatsächlich habe ich immer einmal wieder die Sorge, zu viel Rampenlicht einzunehmen, aber mir wird immer zurückgemeldet, dass es in Ordnung sei.

Was meine selbst gewählte Rolle anbelangt, neige ich scheinbar zur "Determinator"-Trope (TVTropes), was natürlich zur Anführerrolle passt. Determinatoren sind gut darin, den plot voranzubringen, weil sie ruhelos sind, und bringen viel Potential für Konflikt mit sich selbst und der Gruppe mit. Deshalb mag ich sie.