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Pen & Paper - Spielsysteme => RuneQuest/Mythras/BRP => Thema gestartet von: RackNar am 1.09.2020 | 19:36
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Moin,
ich habe mich jetzt durch HeroWars (deutsch Ausgabe) gequält. Es ist lange her, dass mich ein Rollenspiel so ratlos zurückgelassen hat ...
Vielleicht liegst an mir, aber es ist eine komische Mischung aus Handwedeln und Crunsh, verpackt in einer sehr chaotischen Didaktik. Wenn man Glorantha nicht wenigsten schon ein wenig kennt, wird es wohl überhaupt nichts.
Finde ich schade, da ich den Grundgedanken eines narrativen, epischen Glorantha echt super finde.
Daher meine Frage spielt es wer? Oder hat jemand eine funktionierende Konversion davon gesehen?
Gurß RackNar
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Die funktionierende Version heisst "HeroQuest Glorantha" (Hero Wars war sozugagen die Version 0.1 und dies ist die Version 2.1):
HeroQuest Glorantha (https://www.chaosium.com/heroquest-glorantha-pdf/)
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Ich konnte HeroWars spielen/leiten, da ich es 1998 und 2000 auf Cons bei Robin Lawes und Greg Stafford gespielt habe.
Bei der Übersetzung ist mir nicht aufgefallen, dass es so krude geschrieben (und übersetzt war).
Die englische Version war eigentlich noch in der Beta-Phase, musste dann aber erscheinen, da das Budget alle war. Eine ausgereiftere Version ist dann 2003 als HeroQuest RPG erschienen (dann erschien 2009 HeroQuest 2, welches die Regeln verfeinerte, aber von Glorantha gelöst wurde und als Universalsystem daherkam. Aber richtig gut wurde es erst 2015 mit HeroQuest Glorantha, welches die 2nd Edition Regeln wieder mit Glorantha vereinte).
Die deutsche Übersetzung stand unter keinem guten Stern: Zeitdruck
Die englische Ausgabe erschien im Mai 2000 und die deutsche Ausgabe sollte zur SPIEL im Oktober 2000 erscheinen (und IST auch da erschienen).
Vier Monate für die Übersetzung von zwei Büchern, inklusive Lektorat, Layout und Druckvorbereitungen.
Letzten Endes bleibt noch anzumerken, dass alle an dem Projekt mitwirkenden Übersetzer inzwischen 20 Jahre mehr Erfahrung haben und so einiges heutzutage anders übersetzen würden. :-)
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Ich hab mir Hero Wars und das dazugehörige Glorantha-Buch für je 5€ gekauft, gelesen und dann verschenkt. Ich konnte damit auch nichts anfangen.
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HeroWars war seiner Zeit deutlich voraus.
Robin Laws hat ein narratives System geschrieben, welches in der Form noch nicht gegeben hat.
Nur hat innerhalb von Chaosium keiner Robins Ansatz zunächst richtig verstanden, woraufhin das Manuskript hausintern mit mehr Regeln und Spielwerten ergänzt wurde. DAS hat nicht funktioniert.
Als man in den späteren Regeleditionen den simulationistischen Schnickschnack wieder weggelassen hat und Regelbeispiele zur Verdeutlichung der Spielmechanismen ergänzt hat funktionierte es tadellos... wenn man denn narrative Spiele mag...
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Wir spielen seit einem Jahr mit Freude die "The eleven lights" Kampagne für HeroQuest Glorantha.
Die Mechanik zur Steigerung der Spielerfiguren ist meines Erachtens für eine längere Kampagne ungeeignet, in dem Bereich haben wir ein paar ganz wenige Hausregeln eingeführt.
Ansonsten finde ich HeroQuest Glorantha prima.
Ich liebe es, einfach so heftige Beschreibungen ´raushauen zu können, ohne mich um StatBlocks für die Nichtspielerfiguren kümmern zu müssen.
Ich habe ziemlich traditionelle Rollenspieler in der Runde, die trotz narrativem System keine Probleme haben. Für die Spieler sieht das System nämlich gar nicht so sehr anders aus, als andere einfache Systeme. Sie würfeln, steigern und können versuchen Umstände herbeizuführen, die ihren Figuren das Leben leichter machen.
Auch HeroQuest Glorantha hat allerdings ein paar unklare und widersprüchliche Passagen bzw. Druckfehler.
Ich blicke relativ gut durch, seit ich QuestWorld, das universell gehaltene SystemReferenceDocument für das HeroQuest System, gelesen habe.
Das ist wirklich hilfreich und liefert auch noch ein paar Stellschrauben zum Selberbasteln.
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Du schreibst die ganze Zeit HeroQuest, aber hier gehts doch um das HeroWars-Buch.
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Ich habe doch explizit nach Alternativen gefragt ;)
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Erst mal danke für die Informationen.
@Chiarina Ich habe deinen Thread zu dem Thema gefunden und bin nich sehr zuversichtlich, dass ich mit dem System warm werde. Die Änderungen von V1 zu V2 schein nicht so gewaltig zu sein.
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@ Swafnir:
HeroWars ist der Vorgänger aus dem Jahr 2000
Seit der Auflage von 2003 heißt das Spiel HeroQuest.
Die verschiedenen Editionen wurden jedesmal etwas verändert, vieles blieb aber auch, wie es war.
@ RackNar
Du schreibst, HeroWars sei eine "komische Mischung aus Handwedeln und Crunsh, verpackt in einer sehr chaotischen Didaktik".
Bei der "chaotischen Didaktik" bin ich bei dir.
Seit "QuestWorlds" ist die Sache aber gut verständlich.
Die Mischung aus narrativ und crunchig mag dir komisch vorkommen, ich finde sie aber super.
Zunächst mal ist das ein System mit Scene Resolution.
Wer das nicht mag, der kann´s eben vergessen.
Ich find´s großartig.
Einen Kampf mit einem Wurf zu entscheiden und hinterher zurechtspinnen, was geschehen ist, ist eine Art von Spiel, die mir liegt.
Es gibt keine Werte für Nichtpielerfiguren.
Der Spielleiter schätzt einfach ab, wie schwierig es gerade wird.
Das ist sicherlich für einige gewöhnungsbedürftig.
Ich find´s genau richtig.
Endlich bin ich diesen Blödsinn mit den Statblocks für Nichtspielerfiguren los und kann einfach erzählen.
Und um einem beliebten Vorurteil entgegenzutreten:
HeroQuest ist ein Erzählspiel, ich habe dabei aber noch nie einen "Würfel gedreht".
Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass das bei HeroQuest geschieht, denn die Ergebnisse sind schlicht und einfach auslegebedürftig. Würfeldrehen ist daher unnötig.
QuestWorlds lässt sich übrigens umsonst downloaden. Und zwar hier (https://www.chaosium.com/questworlds-system-reference-document/).
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:d
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Moin Chiarina,
danke für deine Rückmeldung :)
Grundsätzlich mag ich ja Scene Resolution, aber beim Lesen finde ich irgendwie keine Zugang zu HQ. Es kann sein, das ich es einfach mal ich Aktion erleben muss. Daher werde ich es weiter im Auge behalten. Evtl. finde ich ja eine ein Möglichkeit es probe zu spielen. Jetzt werde ich erst einmal das Gloranthabuch, das ich mit ergattert habe, lesen. Es ist schon gut 20 Jahre her, das ist RuneQuest in den Händen hatte.
VG RackNar
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Moin Chiarina,
danke für deine Rückmeldung :)
Grundsätzlich mag ich ja Scene Resolution, aber beim Lesen finde ich irgendwie keine Zugang zu HQ. Es kann sein, das ich es einfach mal ich Aktion erleben muss. Daher werde ich es weiter im Auge behalten. Evtl. finde ich ja eine ein Möglichkeit es probe zu spielen. Jetzt werde ich erst einmal das Gloranthabuch, das ich mit ergattert habe, lesen. Es ist schon gut 20 Jahre her, das ist RuneQuest in den Händen hatte.
VG RackNar
Das Gloranthabuch ist NICHT dafür gedacht von vorne bis hinten gelesen zu werden.
Blätter durch und suche die Illus (jedes Kapitel hat eine), und lese das Kapitel welches Bild dich anspricht.
Achtung: Das Bild ist dazu da eine Erwartungshaltung in dir zu wecken, welche in der Regionalbeschreibung dann Stück für Stück auseinandergenommen wird (weil Glorantha viel cooler ist, als die irdische Assoziation , die diese Bilder in dir wecken sollen).
In jedem Kapitel tauchen Namen von Orten, Göttern, Personen etc. auf die dir erst mal nichts sagen werden. Dies ist auch nicht schlimm.
Wenn du das Kapitel durch hast, dann fahre mit einem der Kapitel fort welche in Interaktion mit der Region steht über die du gerade gelesen hast.
Fahre weiter mit dieser Methode fort, bis du letztendlich doch das ganze Buch gelesen hast... aber in einer Reihenfolge der Kapitel die DU bestimmt hast.
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Keine Sorge. So ganz unbekannt ist mir Gloratha nicht ;) es ist nur sehr lange her