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Pen & Paper - Spielsysteme => D&D - Dungeons & Dragons => D&D5E => Thema gestartet von: Weltengeist am 18.06.2021 | 13:57

Titel: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Weltengeist am 18.06.2021 | 13:57
Jetzt habe ich mich gestern mal drangesetzt mit einem neuen Versuch, D&D eine Chance zu geben. Und fast sofort bin ich wieder über eine Eigenschaft des Systems gestolpert, die mich bei der Charaktererschaffung (auch bei anderen klassenbasierten Systemen) immer schon genervt hat: Dass sich die Stereotypen, die hier aufgebaut werden, einfach zu ähnlich sind.

Ich will gar nicht davon anfangen, dass sich bestimmte Charakterideen schlicht überhaupt nicht umsetzen lassen. Aber was mich wirklich nervt ist, dass sich letztlich alle Charaktere einer bestimmten Klasse doch sehr ähnlich anfühlen. Jeder Rogue hat Sneak Attack und muss sich zwischen Thief, Assassin und Arcane Trickster entscheiden (auch wenn er eigentlich ein Spezialist für soziale Interaktion ist, was im PHB ausdrücklich vorgesehen ist), jeder Druide ist ein Shapeshifter, jeder Kleriker bekämpft Untote, jeder Barde muss einen Song of Rest erlernen, und so weiter, und so weiter.

Wie macht ihr das in der Praxis, wenn ihr eine coole Idee habt (oder einer eurer Spieler)? Sagt ihr dann jedesmal: Nö, geht nicht, du kannst das nicht lernen, weil die am ehesten passende Klasse nun mal stattdessen Dinge vorsieht, die du nicht haben willst? Baut ihr dann lieber eine komplett neue Klasse mit den Regeln aus dem DMG? Oder habt ihr andere, elegante Lösungen dafür?
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: JS am 18.06.2021 | 13:59
Naja, wie ertrage ich in der Realität, daß in Fachbereichen viele Fachleute ungefähr die gleichen Fachkenntnisse haben? Problemlos.
Das sind Charaktere, die sich offenbaren, nicht deren Werte. Zwei wertegleiche Schurken werden von zwei unterschiedenlichen Spieler/innen ganz unterschiedlich gespielt. Die Werte sind dann für mich nur noch Arbeitsinstrumente für das Regelgedöns.
:)
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: tartex am 18.06.2021 | 14:04
Reskinnen!

Und am besten eine Klasse, die optisch ursprünglich ganz weit vom Ziel entfernt ist.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Arldwulf am 18.06.2021 | 14:09
Grob gesagt: Einfach mal was neues ausprobieren. Das kann dann eine ganz andere Klasse sein, eine neue D&D Edition oder ein ganz anderes Spiel.

Generell ist das von dir beschriebene sicher ein Problem der 5e, aber wer wirklich mehr Auswahl und Individualisierung möchte findet im D&D Kosmos genug Optionen. Die man dann ja teilweise auch als Hausregeln für die 5e klauen kann.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Crimson King am 18.06.2021 | 14:09
Möglicherweise gehst du die Sache falsch rum an? Ich überlege erst, wie mein Charakter sein und wodurch er sich auszeichnen soll. Im nächsten Schritt schaue ich, wie sich das regeltechnisch am besten abbilden lässt. Da geht ggf. eine Menge mit Multiclassing. Ansonsten, wenn ich SL bin, darf nach Herzenslust reskinned werden. Auf der anderen Seite sollte es für DnD 3 und 5 so viel Zusatzmaterial inklusive 3rd Party Kram geben, dass man da immer was finden sollte.

Davon ab, Systeme, die Klassen hart verregeln, betreiben ja Nischenschutz. Dass man nicht mit jeder Klasse alles machen kann, ist also ein Stück weit Design. Und zwischen "Was kann mein Charakter?" und "Wer ist mein Charakter und was will er?" sollte man auch noch unterscheiden.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Weltengeist am 18.06.2021 | 14:14
Das sind Charaktere, die sich offenbaren, nicht deren Werte. Zwei wertegleiche Schurken werden von zwei unterschiedenlichen Spieler/innen ganz unterschiedlich gespielt. Die Werte sind dann für mich nur noch Arbeitsinstrumente für das Regelgedöns oder "-geschiß", wie es ein Kumpel von mir gerne nennt.
:)

Also wenn einem die Regeln wurscht sind, kann man ja eigentlich auch Fate spielen, oder? Ich dachte, man spielt D&D, weil einem der Crunch wichtig ist? Da finde ich es nicht hilfreich zu sagen: Was du können willst, kannst du eben nicht, aber mach dir nix draus - Ist ja eh nur Regelgeschiss.

Möglicherweise gehst du die Sache falsch rum an? Ich überlege erst, wie mein Charakter sein und wodurch er sich auszeichnen soll. Im nächsten Schritt schaue ich, wie sich das regeltechnisch am besten abbilden lässt. Da geht ggf. eine Menge mit Multiclassing.

Natürlich überlege ich mir zuerst, wie mein Charakter sein soll - genau da kommt das Problem ja her. Multiclassing habe ich auch schon überlegt, aber auch da muss ich ständig irgendwelche Features nehmen, die null zur Figur passen.

Mit dem Begriff "reskinnen" (wurde ja hier schon mehrfach erwähnt) kann ich nichts anfangen - kann das mal jemand erklären?
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Maarzan am 18.06.2021 | 14:17
Ich habe es nicht ertragen und mit D&D damals gebrochen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Zed am 18.06.2021 | 14:19
Ich liebe Multiklassencharaktere, die brechen das, was man stereotyp nennen kann, auf und geben dem Charakter einen anderen Touch.

Ja, der Rogue hat immer seinen hinterhältigen Angriff, Du kannst Dich "als Variante" aber auch für einen wortkargen, weniger fertigkeitenmeisternden Mönch entscheiden, oder für einen magischeren Schurken in Form eines Barden. Ähnlich beim Kämpfer: Barbaren, Paladine und Kriegspriester lassen sich als Varianten des stereotypen Kämpfers deuten.

Und wenn das noch nicht reicht: dann multiklassen :-)
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Crimson King am 18.06.2021 | 14:22
Mit dem Begriff "reskinnen" (wurde ja hier schon mehrfach erwähnt) kann ich nichts anfangen - kann das mal jemand erklären?

Du spielst in Bezug auf Klassenklischees einen anderen Charakter, als den, den du baust. das braucht aber auch ausreichend viele Optionen.

Beispiele: wir haben DnD 4 auf Aventurien gespielt. Mein Goliath Warden war im Spiel ein Thorwaler.

Wenn du einen Priester spielen willst ohne das Untoten-Gedöns, nimm ggf. einen Druiden, Schamanen oder sowas als Basis, je nachdem, was die Regeln her geben.

Alternativ do it yourself. Verwende als Chassis die Klasse, die am nächsten an der Zielvorstellung dran ist, und tausche abgestimmt mit der SL Klassenspezifika geeignet aus.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Moonmoth am 18.06.2021 | 14:25
Davon ab, Systeme, die Klassen hart verregeln, betreiben ja Nischenschutz. Dass man nicht mit jeder Klasse alles machen kann, ist also ein Stück weit Design. Und zwischen "Was kann mein Charakter?" und "Wer ist mein Charakter und was will er?" sollte man auch noch unterscheiden.
Dies.

Schritt 0: Du willst D&D spielen und lässt dich darauf ein, dass es hier nicht darum geht, eine Charakteridee möglichst frei umzusetzen. Entscheide dich dafür, dieses Rollenspiel nach seinen Gesetzmäßigkeiten zu erleben.

1.  Man entscheide sich also am besten gleich zu Beginn bewusst, eine bestimmte ikonische Klasse zu verkörpern, die bestimmte Sachen kann und versuche besser nicht, eine vorab bestehende Charakteridee in eine bestimmte Klasse zu quetschen. Das mit den archetypischen Eigenschaften der Klassen kann man stereotyp finden, ist hier aber ein gewolltes Feature, kein Bug. Also: Ich bin nun ein Kämpfer. Ok. *würfel würfel*. Ich sehe klar... : Der ist so drauf...

2. Der nächste Schritt bei mir wär der eigentliche Charakter, nämlich dessen Herkunft, Ziele, Wünsche und Persönlichkeit.

3. Weitere crunchige Entscheidungen bei der Charaktererschaffung, Ausrüstung...

Wie ich damit umgehe? Ziemlich gut, ehrlich gesagt: Es ist nicht mein einziges Rollenspiel. Wenn ich komplett freie Charakterentwicklung und viel Mitsprache in der Welt haben will, spiele ich Fate, wenn ich wildes Zufallsgeballer und Wahnsinn spielen wil, spiele ich DCC und für eine tiefe Welt und freie Charakterentwicklung Runequest. D&D hat seine eigenen Stärken und setzt seine Klassen hervorragend mit viel Charakter in Szene.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Raven Nash am 18.06.2021 | 14:28
Dass sich die Stereotypen, die hier aufgebaut werden, einfach zu ähnlich sind.
1. Nimm ein klassenloses System.
2. Verzweifle daran, dass die Spieler trotzdem wieder Kämpfer, Magier, Dieb, etc. bauen. >;D

Der Mensch hat bestimmte archetypische Vorstellungen verinnerlicht, die aus seiner persönlichen Erfahrung und dem kulturellen Umfeld entstehen. Somit gibt es für Fantasy-Fans meist einen bestimmten Archetyp für eine bestimmte Art Charakter. Beim Waldläufer ist das z.B. Aragorn. Ich möchte gar nicht nachrechnen, wieviele Aragorn-Klone ich schon gesehen habe.

5e geht mit den Subklassen da wenigstens den Weg, ganz bewusst Alternativen dazu anzubieten.

Ansonsten: Xanathar und Tasha haben einige interessante Subklassen, und Unearthed Arcana bietet auch einiges abseits der archetypischen Bilder. Das PHB beschränkt sich natürlich auf eine klassische Basis mit einer Variante.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Space Pirate Hondo am 18.06.2021 | 14:30
Ich liebe Multiklassencharaktere, die brechen das, was man stereotyp nennen kann, auf und geben dem Charakter einen anderen Touch.

Ja, der Rogue hat immer seinen hinterhältigen Angriff, Du kannst Dich "als Variante" aber auch für einen wortkargen, weniger fertigkeitenmeisternden Mönch entscheiden, oder für einen magischeren Schurken in Form eines Barden. Ähnlich beim Kämpfer: Barbaren, Paladine und Kriegspriester lassen sich als Varianten des stereotypen Kämpfers deuten.

Und wenn das noch nicht reicht: dann multiklassen :-)

Darum fand ich damals, von den ganzen D20 Systemen, die Star Wars Saga Edition sehr gut, weil du nur wenige feste Class Features hattest, sondern Talent Tree und dir da unterschiedlichesten Talente aussuchen konntest und durch multiclassig auch sehr coole Konzepte umsetzen konntest. In der Runde, die ich lange geleitet hatte, war der Wookiee ein laufender Panzer, dessen Faustschlag mehr Schaden gemacht hatte, als eine Panzerfaust (inkl. Feuerschaden, durch eine Machtfähigkeit).
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Arldwulf am 18.06.2021 | 14:31
Dies.

Schritt 0: Du willst D&D spielen und lässt dich darauf ein, dass es hier nicht darum geht, eine Charakteridee möglichst frei umzusetzen.

Wobei man dazu sagen sollte: die oben angesprochenen Charakterideen wären durchaus mit anderen D&D Editionen problemlos möglich. Zumindest in dieser Ausprägung ist das schon eher ein  5e Problem
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 18.06.2021 | 14:34
Ich habe den Verdacht, dass du mit D&D nicht glücklich wirst.
Wenn man ganz offen und vorbehaltlos an die Regeln herangeht, dann sieht man tausend Möglichkeiten.
Wenn man jedoch stattdessen nur Stereotype erblickt, dann wäre ein anderes RPG möglicherweise besser.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Moonmoth am 18.06.2021 | 14:36
Wobei man dazu sagen sollte: die oben angesprochenen Charakterideen wären durchaus mit anderen D&D Editionen problemlos möglich. Zumindest in dieser Ausprägung ist das schon eher ein  5e Problem
Ich persönlich brauche keinen Regelcrunch und weitere Sub-/Prestige-/etc-Klassen, um z.B. einen Samurai-artigen Kämpfer umzusetzen: Das ist ein Kämpfer. Punkt.
Daher: Kein Problem :)

Wenn die 5E durch Multiklassen und Zusatzregeln aufgebläht wird, verliert das Spiel viel von seiner schwungvollen, eleganten Klarheit und man sollte dann vielleicht doch eher zu Pathfinder 1/2 greifen - das sind ja auch wirklich keine schlechten Regeln. Alternative: Ein sehr sehr schlaues und viel freieres Klassensystem findest du in Whitehack, das regeltechnisch auch noch einmal viel knapper ist. Aber das ist alles schon wieder ein Stück weg.

Aber: D&D hat ein eigenes Feeling und ist eine Runde oder ein Dutzend wert. Viele von uns haben ja offensichtlich auch ihre ganz eigenen Vorurteile und Klischeevorstellungen, was Rollenspiel mit D&D angeht.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tegres am 18.06.2021 | 14:38
Also wenn einem die Regeln wurscht sind, kann man ja eigentlich auch Fate spielen, oder? Ich dachte, man spielt D&D, weil einem der Crunch wichtig ist? Da finde ich es nicht hilfreich zu sagen: Was du können willst, kannst du eben nicht, aber mach dir nix draus - Ist ja eh nur Regelgeschiss.
Ich verstehe JS so, dass ihm Regeln eben nicht egal sind, sondern dass Regeln nicht das einzige sind, was einen Charakter definiert. Das sehe ich auch. Mechanik sorgt nicht für Einzigartigkeit, sondern die Entscheidungen und Erlebnisse der Charaktere (siehe hier (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,95764.msg134993229.html#msg134993229) + hier (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,95764.msg134993241.html#msg134993241)).
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: nobody@home am 18.06.2021 | 14:43
1. Nimm ein klassenloses System.
2. Verzweifle daran, dass die Spieler trotzdem wieder Kämpfer, Magier, Dieb, etc. bauen. >;D

Die dann aber wahrscheinlich im Detail doch wieder anders aussehen als der stereotype D&D-Kämpfer, -Magier, oder Dieb. ;)

Zitat
Der Mensch hat bestimmte archetypische Vorstellungen verinnerlicht, die aus seiner persönlichen Erfahrung und dem kulturellen Umfeld entstehen. Somit gibt es für Fantasy-Fans meist einen bestimmten Archetyp für eine bestimmte Art Charakter.

Das ist zwar prinzipiell richtig, aber die genauen Vorstellungen des einzelnen Menschen, was genau diesen oder jenen Archetypen jetzt ausmacht, können immer noch deutlich variieren. Ist etwa der klassische "Waldläufer" jetzt tatsächlich mehr Aragorn (streng genommen primär der König im Exil), Robin Hood (grundsätzlich guter Kerl auf der falschen Seite des Gesetzes, der halt mit seiner Bande im Wald lebt), oder vielleicht doch eher Winnetou (ist von den dreien noch am deutlichsten der, der sich definitiv in der Wildnis so richtig mit Anschleichen, Spurenlesen usw. auskennt)?

Und da steckt dann halt einer der subtileren Haken: wenn der Spieler sich unter dem theoretisch selben Archetypen nicht hinreichend genau dasselbe vorstellt wie der oder die Designer der Klasse, dann passen die beiden gegebenenfalls am Ende doch nicht besonders gut zusammen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Arldwulf am 18.06.2021 | 14:45
Ich persönlich brauche keinen Regelcrunch und weitere Sub-/Prestige-/etc-Klassen, um z.B. einen Samurai-artigen Kämpfer umzusetzen: Das ist ein Kämpfer. Punkt.
Daher: Kein Problem :)

Wenn die 5E durch Multiklassen und Zusatzregeln aufgebläht wird, verliert das Spiel viel von seiner schwungvollen, eleganten Klarheit und man sollte dann vielleicht doch eher zu Pathfinder 1/2 greifen - das sind ja auch wirklich keine schlechten Regeln. Alternative: Ein sehr sehr schlaues und viel freieres Klassensystem findest du in Whitehack, das Regeltechnisch auch noch einmal viel knapper ist.

Aber: D&D hat ein eigenes Feeling und ist eine Runde oder ein Dutzend wert. Viele von uns haben ja offensichtlich auch ihre ganz eigenen Vorurteile und Klischeevorstellungen, was Rollenspiel mit D&D angeht.


Ja, so würde ich dies auch sehen - also gerade den Aspekt mit dem eigenem Feeling der 5E. Es ist halt einfach ein System zum schnell loslegen, nicht lange rumüberlegen, spielen und auch mal ein Auge zuzudrücken wenn etwas hakt. Aber der Threaderöffner scheint ja durchaus eher an einem anderem Feeling interessiert zu sein...und dann sollte man schon dazu sagen: Natürlich gibt es auch im D&D Kontext Systeme mit wesentlich mehr Freiheit bei der Umsetzung eines Charakters. Wenn mich jemand fragt "Kann ich einen Druiden ohne Wild Shape machen" sag ich halt: Klar, welche Variante hättest du denn gern?
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 18.06.2021 | 14:52
Das ist zwar prinzipiell richtig, aber die genauen Vorstellungen des einzelnen Menschen, was genau diesen oder jenen Archetypen jetzt ausmacht, können immer noch deutlich variieren. Ist etwa der klassische "Waldläufer" jetzt tatsächlich mehr Aragorn (streng genommen primär der König im Exil), Robin Hood (grundsätzlich guter Kerl auf der falschen Seite des Gesetzes, der halt mit seiner Bande im Wald lebt), oder vielleicht doch eher Winnetou (ist von den dreien noch am deutlichsten der, der sich definitiv in der Wildnis so richtig mit Anschleichen, Spurenlesen usw. auskennt)?

Und da steckt dann halt einer der subtileren Haken: wenn der Spieler sich unter dem theoretisch selben Archetypen nicht hinreichend genau dasselbe vorstellt wie der oder die Designer der Klasse, dann passen die beiden gegebenenfalls am Ende doch nicht besonders gut zusammen.

Ich sehe hier ein Missverständnis.
Laut PHB kann eine Figur durch verschiedene Klassen/Hintergründe/Archetypen dargestellt werden.
Da gibt es glaube ich sogar Beispiele im PHB.

Was du da aufzählst würde eventuell gar nicht mit der Waldläufer-Klasse dargestellt werden.
D&D5 macht auch deutlich, dass eine Klasse etwas Abstraktes ist das keine Entsprechung in der Spielwelt hat.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: nobody@home am 18.06.2021 | 14:57
Ich sehe hier ein Missverständnis.
Laut PHB kann eine Figur durch verschiedene Klassen/Hintergründe/Archetypen dargestellt werden.
Da gibt es glaube ich sogar Beispiele im PHB.

Was du da aufzählst würde eventuell gar nicht mit der Waldläufer-Klasse dargestellt werden.
D&D5 macht auch deutlich, dass eine Klasse etwas Abstraktes ist das keine Entsprechung in der Spielwelt hat.

Okay, wenn eine Klasse kein Archetyp sein und auch nichts in der Spielwelt entsprechen will, was ist sie dann eigentlich überhaupt noch und warum soll ausgerechnet sie den Charakter am tiefgreifendsten definieren dürfen? :think:
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Infernal Teddy am 18.06.2021 | 15:00
Vielleicht wäre D&D4 mit seinen modularen at will, encounter und dailys eine alternative? Wähle eine klasse mit dessen basispowers, und gebe danach alle powers für alle klassen beliebig frei?
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 18.06.2021 | 15:00
Okay, wenn eine Klasse kein Archetyp sein und auch nichts in der Spielwelt entsprechen will, was ist sie dann eigentlich überhaupt noch und warum soll ausgerechnet sie den Charakter am tiefgreifendsten definieren dürfen? :think:

Was eine Klasse ist steht im PHB auf Seite 45.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 18.06.2021 | 15:08
Ich will gar nicht davon anfangen, dass sich bestimmte Charakterideen schlicht überhaupt nicht umsetzen lassen.
Hast du mal ein Beispiel dafuer? (Oder besser: mehrere)
Dabei sollte man aber beruecksichtigen, dass nicht jede Charakteridee schon auf Stufe 1 (von 20!) so umsetzbar ist wie man sich das wuenschen wuerde. Dafuer hat D&D ja die Aufstiegsregeln ;)
Zitat
Aber was mich wirklich nervt ist, dass sich letztlich alle Charaktere einer bestimmten Klasse doch sehr ähnlich anfühlen. Jeder Rogue hat Sneak Attack und muss sich zwischen Thief, Assassin und Arcane Trickster entscheiden (auch wenn er eigentlich ein Spezialist für soziale Interaktion ist, was im PHB ausdrücklich vorgesehen ist), jeder Druide ist ein Shapeshifter, jeder Kleriker bekämpft Untote, jeder Barde muss einen Song of Rest erlernen, und so weiter, und so weiter.
Wenn es dich stoert, dass eine bestimmte Klasse ein ganz bestimmtes Class Feature hat dann zwingt dich niemand dieses Feature auch einzusetzen.
Evtl. kannst du mit deinem SL ja ein "alternatives Feature" aushandeln das du anstelle des Features hast.

Und wenn man mal vom PHB (das ja auch erstmal nur ein Anfang an Moeglichkeiten ist) weggeht und sich andere Varianten anschaut dann geht schon einiges mehr.
Der (Celestial) Warlock den ich in der Curse of Strahd-Kampagne gespielt habe wurde schon spaetestens ab der 2.-3. Session von der Gruppe nur als "der Priester" bezeichnet ;D
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Weltengeist am 18.06.2021 | 15:15
Okay, Zwischenstand:

Vielen Dank für die vielen Antworten. Wie es in der Natur der Sache liegt, konnte ich mit manchen mehr und mit anderen weniger anfangen. Das, was ich mir vorstelle, lässt sich wohl tatsächlich am besten mit Multiclassing und/oder dem Austauschen einzelner Elemente der Klassen (wie im DMG S. 287/288 beschrieben) lösen. Eventuell auch mit alternativen Klassen oder Subklassen aus anderen Quellenbüchern (gerade den Tipp mit Xanathar's und Tasha's finde ich interessant). Damit ist meine Frage eigentlich auch schon beantwortet.

Da hier aber schon diverse Nebendiskussionen losgebrochen sind, lasse ich den Thread einfach auf - macht damit, was ihr wollt ;).
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Raven Nash am 18.06.2021 | 15:17
Ist etwa der klassische "Waldläufer" jetzt tatsächlich mehr Aragorn (streng genommen primär der König im Exil), Robin Hood (grundsätzlich guter Kerl auf der falschen Seite des Gesetzes, der halt mit seiner Bande im Wald lebt), oder vielleicht doch eher Winnetou (ist von den dreien noch am deutlichsten der, der sich definitiv in der Wildnis so richtig mit Anschleichen, Spurenlesen usw. auskennt)?
Wo genau wären denn regeltechnisch der Unterschied zwischen den dreien?
Alle können Bögen verwenden (Winnetou halt auch Gewehr), alle können Spuren lesen, sich anschleichen und eine Nahkampfwaffe benutzen. Alles andere macht crunchtechnisch keinen Unterschied.
Bringst du da Werte und deren Interpretation ein wenig durcheinander?
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: 1of3 am 18.06.2021 | 15:18
Ich mag ja die große Vielfalt an Rassen, die D&D5 vorsieht. Und natürlich kannst du massiv weitere Klassen und insbesondere Subklassen finden.

1. Nimm ein klassenloses System.
2. Verzweifle daran, dass die Spieler trotzdem wieder Kämpfer, Magier, Dieb, etc. bauen. >;D

Jap. Jedes Spiel ohne klare Core Story kriegt D&Ds Core Story (wenn überhaupt) und jedes Spiel ohne eingängige Klassen kriegt D&Ds Klassen.

Okay, wenn eine Klasse kein Archetyp sein und auch nichts in der Spielwelt entsprechen will, was ist sie dann eigentlich überhaupt noch und warum soll ausgerechnet sie den Charakter am tiefgreifendsten definieren dürfen? :think:

Die Klassen eines Spiels sind diejenigen Toplevel-Auswahlen eines Spiels, die auf die Frage antworten: "Was spielst du für einen Charakter?" Hier fiel schon mal der Punkt "Nischenschutz", so ganz gehe ich da nicht mit, denn Nischen und deren Schutz sind komplizierter. Aber Klassen vermitteln auf jeden Fall großflächig Flags für den Rest der Spielrunde, also wie du spielen und angespielt werden willst. Sie sind also ein Mittel um Kommunikation über Charaktere zu vereinfachen.

Grundsätzlich sind die Klassen bei D&D dann allerdings auch nicht das, was D&D Klassen nennt, sondern die Kombination aus Rasse und Klasse(-n) und eventuell Hintergrund.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 18.06.2021 | 15:28
Grundsätzlich sind die Klassen bei D&D dann allerdings auch nicht das, was D&D Klassen nennt, sondern die Kombination aus Rasse und Klasse(-n) und eventuell Hintergrund.

Guter Punkt. Bei D&D5 ist ein Charakter mindestens dreidimensional, also definiert durch Klasse. Hintergrund und Archetyp/Karriere.

Man könnte hierzu noch sowas wie Volk, Magische Ausrüstung und Mitgliedschaft in Organisationen (DMG) packen.

Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: SeldomFound am 18.06.2021 | 15:30
Grundsätzlich: Die offiziellen Publikationen von D&D sind Produkt eines gordischen Knotens anglosaxische Rollenspielgeschichte, wo Wargamer auf Amateuer-Schauspieler und Pulp-Action auf "Herr der Ringe" -Romantik treffen.

Die Klassen sind ein Produkt eines Konfliktes von "D&D is a thinking man's game" vs. Rule of Cool und in der Regel Kompromisse zwischen beiden Richtungen, wobei aktuell das Pendel mehr in Richtung Rule of Cool schwingt. Wobei ich denke, dass man hier Rule manchmal mehr als "Herrschaft" verstehen sollte, wie im Sinne von "Rule of Law".

Die Stereotypen kann man dann als die Manifestation dieser Herrschaft betrachten. Du spielst halt bei einem offiziellen System nicht dein Spiel, sondern das Spiel der Autoren des Regelwerkes. Und diese kennen dich und deine Wünsche nicht, sondern nur die der Rule of Cool.


Als Gegenstück dazu blieb und bleibt dem D&D-Spieler aber nach wie vor die Do-it-yourself-Tradition von Homebrew und Third-Party-Content.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: aikar am 18.06.2021 | 15:33
Naja, wie ertrage ich in der Realität, daß in Fachbereichen viele Fachleute ungefähr die gleichen Fachkenntnisse haben? Problemlos. Das sind Charaktere, die sich offenbaren, nicht deren Werte. Zwei wertegleiche Schurken werden von zwei unterschiedenlichen Spieler/innen ganz unterschiedlich gespielt. Die Werte sind dann für mich nur noch Arbeitsinstrumente für das Regelgedöns.:)
Das. In der Praxis reichen die Unterschiede durch die Subklassen problemlos aus, und selbst mit der selben Subklasse ist es nicht der selbe Charakter, weil sie einfach massiv unterschiedlich gespielt werden..

In meiner einen Runde spielt eine Spielerin eine junge naiv-übermütige goblinsche Schurken-Draufgängerin, ein Waisenkind aus einer Piratensiedlung, die als Schifssmädchen angeheuert hat um die Seelen ihrer Eltern zu retten.

Und in der anderen spielt ein anderer einen menschlichen Schurken-Draufgänger, einen weitgereisteten Charmeur und Intriganten, dem es gefällt, andere zu täuschen.

Und der nächste Schurken-Draufgänger ist vielleicht dann ein abgebrühter Auftragskiller mit tiefschwarzem Humor.

Es besteht definitiv keine Verwechslungsgefahr. Die Regeln sind eine Basis, bei weitem nicht der ganze Charakter.

Ich will gar nicht davon anfangen, dass sich bestimmte Charakterideen schlicht überhaupt nicht umsetzen lassen.
Abgesehen von absoluten DSA-Extremfällen wie Schleiertänzerin oder übergewichtiger Händler hatten wir noch nie den Fall, dass sich etwas nicht umsetzen hätte lassen. Und sowas wollte in den D&D-Runden eigentlich nie jemand spielen.
Rebranding und im absoluten Extremfall Multiclassing haben noch jede gewünschte Abenteurer-Vorstellung möglich gemacht.

Man muss sich nur von der Vorstellung verabschieden, dass sich jedes Detail des Charakters, egal wie unwichtig, in den Regeln widerspiegeln muss und ebenso, dass Regeln nur so wie sie wörtlich geschrieben sind ihre Entsprechung in der Welt finden. Ein Zauberer mit wilder Magie kann genauso gut ein Feenwechselbalg sein wie das Ergebnis eines magischen Unfalls oder eines grässlichen Experiments.

Ich dachte, man spielt D&D, weil einem der Crunch wichtig ist?
Nein. Zumindest nicht D&D5. D&D5 bietet eine feine Balance. Ich spiele D&D5 weil es mir genau so viel Crunch liefert wie ich haben will und nicht mehr.
Wenn mir der Crunch extrem wichtig wäre würde ich Pathfinder, GURPS oder DSA spielen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Prisma am 18.06.2021 | 15:39
Ich will gar nicht davon anfangen, dass sich bestimmte Charakterideen schlicht überhaupt nicht umsetzen lassen.
Das ist einer der Gründe wieso ich damals auf Arcane Codex umgeschwenkt bin. Aber ich habe mich von meiner D&D-Lieblingsversion (AD&D 2nd) nie völlig abgewendet.

Aber was mich wirklich nervt ist, dass sich letztlich alle Charaktere einer bestimmten Klasse doch sehr ähnlich anfühlen. Jeder Rogue hat Sneak Attack und muss sich zwischen Thief, Assassin und Arcane Trickster entscheiden (auch wenn er eigentlich ein Spezialist für soziale Interaktion ist, was im PHB ausdrücklich vorgesehen ist), jeder Druide ist ein Shapeshifter, jeder Kleriker bekämpft Untote, jeder Barde muss einen Song of Rest erlernen, und so weiter, und so weiter.
Dieses Problem habe ich bei 2nd so nie wahrgenommen, da die Klassenvariatonen aus den Zusatzbüchern das verhindert haben. Zwar sind sie im Kern immer noch Kämpfer, Kleriker, etc. fühlen sich aber mMn anders an. 5E hingegen hat nicht so viele Variationen, allerdings auch weit weniger Spielmaterial.

Wie macht ihr das in der Praxis, wenn ihr eine coole Idee habt (oder einer eurer Spieler)? Sagt ihr dann jedesmal: Nö, geht nicht, du kannst das nicht lernen, weil die am ehesten passende Klasse nun mal stattdessen Dinge vorsieht, die du nicht haben willst? Baut ihr dann lieber eine komplett neue Klasse mit den Regeln aus dem DMG?
Wir haben uns mit der am ehesten passenden Klasse beholfen, viel gab es auch wie gesagt in Zusatzbüchern. Oder wir haben dann das Spiel gewechselt. D&D kann viel aber nicht alles. Das was es kann, kann es aber gut.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 18.06.2021 | 15:40
Was ich spannend finde, bin aber erst Anfänger bei D&D5 und lese mich ein:
D&D5 bietet mir als Spieler völlig neue Ideen und Konzepte, die nur in D&D5 möglich sind.

Also anstatt dass die Regeln viele Ideen verhindern liefern sie einzigartige und ganz neue Charakterideen, die man so aus anderen Rollenspielen (DSA) nicht kennt.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: nobody@home am 18.06.2021 | 16:15
Grundsätzlich gilt: wenn ich meinen eigenen Charakter bauen will, ohne mir dabei irgendein Industrienormprogramm für alle Angehörigen derselben "Klasse" um die Ohren hauen lassen zu müssen, dann nehme ich eben von vornherein kein Klassensystem und also auch nicht D&D. (Irgendein grundlegender Archetyp wird sich bei der Charaktererschaffung wahrscheinlich immer noch einschleichen, weil ich mir zu meiner kreativen Originalität keine übertriebenen Illusionen mache, wird aber in einem freien System eben nicht oder wenigstens deutlich weniger ausgeprägt als Zwangsjacke wirken.) Das ist denn wohl auch einer der Hauptgründe, aus denen ich schon vor X Jahren im Wesentlichen auf den klassenlosen "Universalsystem"-Zug aufgesprungen bin -- D&D in allen Editionen interessiert mich dieser Tage weniger zu konkreten Spielzwecken als als gelegentlicher Ideensteinbruch und natürlich, um bei einem der (aus unerfindlichen Gründen ;)) populäreren Vertreter des Hobbys ein bißchen mitreden zu können.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 18.06.2021 | 16:29
Die Beliebtheit von D&D5 liegt wohl darin, dass es eine sympathische Mitte zwischen den rudimentären 'denk dir alles selbst aus'-Spielen auf der einen und den hochkomplexen 'für alles gibt es eine Regel'-Systemen auf der anderen Seite bildet.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: aikar am 18.06.2021 | 16:33
Die Beliebtheit von D&D5 liegt wohl darin, dass es eine sympathische Mitte zwischen den rudimentären 'denk dir alles selbst aus'-Spielen auf der einen und den hochkomplexen 'für alles gibt es eine Regel'-Systemen auf der anderen Seite bildet.
Amen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Megavolt am 18.06.2021 | 16:42
Ich ertrage die Stereotypen von DnD, indem ich selten DnD spiele. Dadurch machen sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Klassen besonders stark bemerkbar, Binnenunterschiede innerhakb der Klassen sind dann nicht so wichtig, bzw. die drei bis fünf verschiedenen Pfade sind spannend genug.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Raven Nash am 18.06.2021 | 16:56
Ich habe ja die längste Zeit klassen- und stufenlose Systeme gespielt. Sobald es Fantasy ist, sind die SCs aber doch irgendwie wieder D&D.
D&D bezieht seine Klassen ja nicht aus dem hohlen Raum. Es sind Archetypen, die in der Pop-Kultur geprägt und implementiert wurde.
Sei es der Barbar, egal ob er nun einen steirischen Akzent hat oder einen italienischen, der Schurke, der mit charmantem Lächeln der Dame die Hand küsst, während er mit dem Inhalt der Schatztruhe ihres Ehemannes durchs Fenster abhaut - wir alle haben sie in unzähligen Inkarnationen gesehen.
Die Figuren in StarWars sind ja auch nur solch archetypischen Charaktere.

5e beschränkt sich aber darauf abzubilden, was die Chars können. Was sie ausmacht, das ist dem Spieler überlassen.

Wenn ein Ranger einen Pfeil abschießt, sagt das nichts darüber aus, wer er ist. Festgestellt wird, ob er trifft und wie stark die Verletzung ist.
Wenn er nach Spuren sucht, ist es völlig egal, wie seine Vorgeschichte ist. Festgestellt wird, ob er welche findet und ob er ihnen folgen kann.

Das Entscheidende ist das Narrativ, in das der Char eingebunden ist - und das obliegt der Gruppe, nicht dem System.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: flaschengeist am 18.06.2021 | 17:02
Ich hatte selbst nie den Eindruck, dass sich alle Charaktere einer Klasse gleichen - auch nicht rein "mechanisch". Du hast zumindest in der 5e eine Vielzahl von Subklassen (für den sozialen Dieb ist z.B. der "Mastermind" eine gute Wahl), Charaktere einer Klasse können zudem verschiedener Rasse (mit je eigenen Rassenfähigkeiten) sein oder unterschiedliche Fertigkeiten, Zauber und Attributswerte haben. Außerdem ist Multiclassing möglich (je nach Edition einfach oder kompliziert, in der 5e einfach).

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Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 18.06.2021 | 17:06
Durch die Hintergründe und die Übung mit Werkzeug kann man bei D&D5 auch Charaktere bauen, die zwischen den Klassen liegen: Du willst einen Krieger spielen, der gut im Waffenkampf ist, der aber wie ein Dieb Schlösser öffnen und Fallen entschärfen kann?

Kein Problem: Nimm die Klasse 'Kämpfer' und den Hintergrund 'Krimineller'.
Im weiteren Verlauf der Kampagne kannst du diese Schwerpunkte je nach Gusto ausbauen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Gunthar am 18.06.2021 | 17:50
Habt ihr Luxusprobleme. ;) Bei D&D 1e oder AD&D 1e gab es noch viel weniger Variationen als in der 5e.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Rorschachhamster am 18.06.2021 | 18:07
Habt ihr Luxusprobleme. ;) Bei D&D 1e oder AD&D 1e gab es noch viel weniger Variationen als in der 5e.
Das ist vielleicht Teil des Problems, wenn es nur "Kämpfer" gibt und keine sonderfähigkeiten, bist du frei daran, zu interpretieren was dein Kämpfer für einer ist, aber der dritte Tiertotemkrieger (Bär) sieht schon ganz automatisch eher gleich aus.  :)
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 18.06.2021 | 18:12
Das ist vielleicht Teil des Problems, wenn es nur "Kämpfer" gibt und keine sonderfähigkeiten, bist du frei daran, zu interpretieren was dein Kämpfer für einer ist, aber der dritte Tiertotemkrieger (Bär) sieht schon ganz automatisch eher gleich aus.  :)

Problematisch ist nur dass dann das System die Kreativität des Spielers nicht belohnt, weil es sich nicht beim Würfeln auswirkt. Wenn es keine Sonderfahigkeiten gibt, die besondere Charaktere damit dann ausstatten, würde ich mir als Spieler gar keine besonderen Figuren überlegen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarin am 18.06.2021 | 18:30
Problematisch ist nur dass dann das System die Kreativität des Spielers nicht belohnt, weil es sich nicht beim Würfeln auswirkt. Wenn es keine Sonderfahigkeiten gibt, die besondere Charaktere damit dann ausstatten, würde ich mir als Spieler gar keine besonderen Figuren überlegen.


Faszinierend, ist bei mir komplett umgekehrt. Gib mir eine generische Klasse "Kämpfer" und mir steht ein Universum verschiedener Figuren zur Verfügung, die alle gut darin sind, andere zu verhauen. Das finde ich viel angenehmer, als da Sonderfertigkeiten zu finden.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 18.06.2021 | 18:36
Faszinierend, ist bei mir komplett umgekehrt. Gib mir eine generische Klasse "Kämpfer" und mir steht ein Universum verschiedener Figuren zur Verfügung, die alle gut darin sind, andere zu verhauen. Das finde ich viel angenehmer, als da Sonderfertigkeiten zu finden.

Mir gefällt ja der D&D5-Ansatz: Du hast den generischen,universalen Kämpfer der alles sein kann, aber bei Bedarf kannst du für deine kreativen Ideen auch die passenden Sonderfähigkeiten wählen, um die Idee auch noch durch Regeln zu verstärken.

Also die Mischung aus beidem.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: schneeland am 18.06.2021 | 18:41
D&D5 hat (wie seine unmittelbaren Vorgänger) aber schon relativ viele Sonderfertigkeiten in die Klassenprogression eingebaut. Da ist die zentrale Entscheidung dann, welche Subklasse ich nehme, und komme quasi gar nicht drumherum, die zu haben. Gefühlt führt das eher zu mehr Stereotypen, weil man eben auf bestimmte Schienen gesetzt wird - will man dann mehr, braucht es mehr Gleise (sprich: Klassen + Subklassen, wie in Xanathar oder Tasha).
Keine Frage, das kann auch Spaß machen, aber präferenzmäßig wäre ich da eher bei Tarin (ggf. ergänzt um Multiclassing).
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarin am 18.06.2021 | 18:41
Ok, kann ich nachvollziehen, passt.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 18.06.2021 | 18:46
D&D5 hat (wie seine unmittelbaren Vorgänger) aber schon relativ viele Sonderfertigkeiten in die Klassenprogression eingebaut. Da ist die zentrale Entscheidung dann, welche Subklasse ich nehme, und komme quasi gar nicht drumherum, die zu haben. Gefühlt führt das eher zu mehr Stereotypen, weil man eben auf bestimmte Schienen gesetzt wird - will man dann mehr, braucht es mehr Gleise (sprich: Klassen + Subklassen, wie in Xanathar oder Tasha).
Keine Frage, das kann auch Spaß machen, aber präferenzmäßig wäre ich da eher bei Tarin (ggf. ergänzt um Multiclassing).

Ich glaube dir geht es eher darum, mit wenigen Regeln zu spielen.
Der generische Krieger (Archetyp Champion) har gar keine großen Sonderfähigkeiten sondern haut nur immer feste drauf.

Mystischer Ritter und Kampfmeister wiederum bedienen dann die Leute die Sonderfähigkeiten mögen.

Man kann allerdings mit Talenten, den generischen Champion wiederum mit coolen Sonderfähigkeiten einzigartig machen, wenn man das will
Aber wer einfach nur einen simplen Kämpfer haben will, der nimmt den Champion + Hintergrund.



Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 18.06.2021 | 19:01
Ehrlich gesagt freue ich mich über jeden Stereotypen Charakter an meinem Tisch. Diese ganzen Chars mit kreativem Clicheebruch finde ich ermüdend.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Issi am 18.06.2021 | 23:31
Ich spiele wahrscheinlich noch nicht lange genug..... ~;D
Kann mir aber gut vorstellen, dass es nervt, wenn man länger spielt.

Des einen Bug ist scheinbar des anderen Feature.
Einer meiner Mitspieler findet D&D deshalb so gut, weil da jede Charakterklasse was ganz eigenes hat.
Ist halt Geschmackssache.

Ich würde jetzt ein flexibleres Baukasten System vorziehen.
Kann dann im Worst Case zwar sein, dass sich SC Klassen untereinander zu wenig unterscheiden.
- Aber das ist mir jetzt lieber.

Was ich bei D&D 5 gut finde: Der Kämpfer kann auch mal was.  :D





Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Alexandro am 19.06.2021 | 00:18
Werte sind nicht alles. Charaktere können nahezu gleich gebaut sein, aber wenn sich Spieler reinhängen, dann sind sie trotzdem unterschiedlich.

Und umgekehrt (diese Lektion habe ich durch GURPS lernen müssen: da wird viel Detail auf die unterschiedliche Ausgestaltung gelegt, aber wenn der Spieler nicht in den Charakter investiert ist (idR bei Conrunden mit vorbereiteten Charakteren), dann spielen die sich alle zu 100% gleich).
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Runenstahl am 19.06.2021 | 01:17
Das ist vielleicht Teil des Problems, wenn es nur "Kämpfer" gibt und keine sonderfähigkeiten, bist du frei daran, zu interpretieren was dein Kämpfer für einer ist, aber der dritte Tiertotemkrieger (Bär) sieht schon ganz automatisch eher gleich aus.  :)

Aber "Bär" ist nicht die einzige Barbarenklasse. "Wolf" ist z.B. mMn stärker (sofern man andere Nahkämpfer im Team hat die davon profitieren). Und der Berserker ist bei weitem nicht so "unspielbar" wie im Netz gerne behauptet wird. Ich sage sogar das er gleichauf mit dem Totembarbaren ist.

Und selbst wenn man eine Gruppe aus 3 Totembarbaren hat die allesamt "Bär" gewählt haben. Man kann dann immer noch eine ganze Reihe unterschiedlicher Charaktere haben. Der eine ist vielleicht ein charismatischer Bäcker der vermeintlichen Feinden erstmal Kekse anbietet um mit ihnen ins Gespräch zu kommen, der zweite ist ein schweigsamer Eigenbrötler der jedoch ein guter Jäger und Fährtenleser ist und der dritte hat was in der Birne und kann mit diversen Wissenfähigkeiten wichtige Infos zu allem möglichen Beisteuern.

Und wenn es rein Kampfmechanisch sein soll: Der erste Charakter Tankt ohne Rüstung mit guten Werten und Schild (was ihn auch im Schleichen recht gut macht). Der zweite schwingt lieber eine zweihändige Waffe und trägt einen Brustpanzer zum Schutz, während der dritte Barbar vielleicht mit zwei Handäxten kämpft die er notfalls auch werfen kann wenn ein Gegner mal weiter weg ist.

Kombiniert man das dann noch mit Feats und Multiklassing, so hat man letztlich selber Schuld wenn alle Charaktere gleich sind.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: schneeland am 19.06.2021 | 01:26
Ich glaube dir geht es eher darum, mit wenigen Regeln zu spielen.
Der generische Krieger (Archetyp Champion) har gar keine großen Sonderfähigkeiten sondern haut nur immer feste drauf.

Ich glaube, wir missverstehen uns. Zum einen weiß ich nach 25 Jahren Rollenspiel ganz gut, was ich möchte und was nicht ;) - zum anderen ist mein Kernpunkt der, den auch Alexandro anbringt, nämlich:

Werte sind nicht alles. Charaktere können nahezu gleich gebaut sein, aber wenn sich Spieler reinhängen, dann sind sie trotzdem unterschiedlich.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Issi am 19.06.2021 | 06:33
Glaube es gibt einen Unterschied zwischen "Können" und "Sein."
Was bei D&D 5 mMn  der Schwerpunkt ist, ist das " Können."
Jede Charakterklasse hat was ganz Eigenes. Und wenn man noch unterschiedliche Klassen in seiner Gruppe hat, stiehlt dir idR. niemand die "Show."
Das ist etwas, was bei Baukasten Systemen durchaus vorkommen kann.
Bsp. "Ich habe mir irgendeinen SC gebaut. Aber mein Mitspieler hat ähnliche Prioritäten gesetzt.Also sticht meine Figur durch ihr "Können" nicht mehr so heraus.
Um sowas zu vermeiden, müsste man sich vorher untereinander genau absprechen.

Und selbst dann sind die gewählten "Alleinstellungsmerkmale" noch lange nicht so spezifisch wie bei D&D.
Das haben sie wirklich gut gemacht.
Nachteil: Was so ne Charakterklasse alles "Kann" hat mehr Grenzen. Bzw. ist stärker vorgegeben.

Was eine Figur " Kann" ist jetzt natürlich noch lange nicht alles.
Es sagt noch nicht aus wie sie "Ist."
Welchen Charakter und  Hintergrund sie hat, welche Motivationen etc.
Hier kann man immer Unterschiede setzen.
Auch wenn das was die Klasse "kann" stärker vorgegeben ist.

Ich kann mir aber Vorstellen, dass unter Umständen der Eindruck entsteht: ,"Kennst du einen (Schurken, Druiden...etc.) kennst du alle."
Das stimmt natürlich nicht.
Aber vielleicht verliert sich der Reiz einer bestimmten Klasse , mit spezifisch vorgegebenen Wegen schneller als beim etwas breiter gefächerten Baukasten.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Rorschachhamster am 19.06.2021 | 07:55
Ehrlich gesagt freue ich mich über jeden Stereotypen Charakter an meinem Tisch. Diese ganzen Chars mit kreativem Clicheebruch finde ich ermüdend.
Ich sage immer Klischees sind/ist(???) eines der mächtigsten narrativen Werkzeuge im Rollenspiel, jeder weiß sofort, was los ist. :)

Und außerdem gibt es die Möglichkeit zur Charakterentwicklung, die ein entwickelter Charakter gar nicht hat...  ;)
Aber "Bär" ist nicht die einzige Barbarenklasse. "Wolf" ist z.B. mMn stärker (sofern man andere Nahkämpfer im Team hat die davon profitieren). Und der Berserker ist bei weitem nicht so "unspielbar" wie im Netz gerne behauptet wird. Ich sage sogar das er gleichauf mit dem Totembarbaren ist...
~;D Ich hatte keine Ahnung das es so eine Klasse in 5e gibt...
Aber all das was du da beschrieben hast funktioniert mit einem Old-School-Krieger auch. Nur die technischen Unterschiede gibt es nicht, abgesehen von Waffen und Rüstungen und Anwendung derselben. Ist halt eher Abstrakt. Ich mag das viel lieber, aber ist nicht jedermanns Sache. ¯\_ (ツ)_/¯
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Raven Nash am 19.06.2021 | 08:26
Was bisher völlig außer Acht gelassen wurde, ist die Gruppe.
Man liest ja immer von Effektivität der Klasse X - es wird aber nie dazu gesagt, wie der Rest der Gruppe aussieht. Allein die Gruppengröße verändert, wie eine bestimmte Klasse sich spielt.
Wenn die Gruppe nur aus 3 SCs besteht, kann der Wolfsbarbar seine Fähigkeiten nur bedingt ausspielen - er wird vermutlich eher allein im Nahkampf stehen.

Ebenfalls wesentlich ist die Gruppenzusammensetzung. Unsere Trickery-Klerikerin übernimmt z.B. die Funktion des Rogue und tankt auch ganz ordentlich. Der Char hat nur wenig vom klassischen Priester, außer den Heilzaubern (außerdem ist sie die einzige Anhängerin eines Gottes, den sonst keiner kennt, aber das ist Fluff)...
Unser Sorceror übernimmt mit seinem hohen Charisma die Funktion des Face-Charakters, der Pact of the Blade Warlock ist ein heftiger Nahkämpfer und der Ranger ist eher der Supporter (seine Riesenspinne ist außerhalb des Kampfes oft nützlicher).

Stereotype erfordern IMHO auch, dass genug Spieler da sind, damit jeder Char nur eine Funktion ausfüllen muss.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 19.06.2021 | 08:30
Und selbst wenn man eine Gruppe aus 3 Totembarbaren hat die allesamt "Bär" gewählt haben. Man kann dann immer noch eine ganze Reihe unterschiedlicher Charaktere haben. Der eine ist vielleicht ein charismatischer Bäcker der vermeintlichen Feinden erstmal Kekse anbietet um mit ihnen ins Gespräch zu kommen, der zweite ist ein schweigsamer Eigenbrötler der jedoch ein guter Jäger und Fährtenleser ist und der dritte hat was in der Birne und kann mit diversen Wissenfähigkeiten wichtige Infos zu allem möglichen Beisteuern.

In der Theorie. In der Praxis wirst du keine Barbaren mit hoher Int haben. Genauso wie du keine kräftigen Magier hast. Das ist bei D&D generell etwas schade.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 19.06.2021 | 08:32
Stereotype erfordern IMHO auch, dass genug Spieler da sind, damit jeder Char nur eine Funktion ausfüllen muss.

Außerdem hat man bei D&D5 als Charakter die Möglichkeit, auf einer Stufe Fähigkeiten auszutauschen.
Wenn mein Char eine neue Funktion ausüben soll in der Kampagne, wechsle ich einfach paar Dinge aus (Zauber, Talent usw.)  Die neuen Fähigkeiten machen meinen Charakter dadurch sehr flexibel und veränderbar im Laufe der Kampagne.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: aikar am 19.06.2021 | 08:41
In der Theorie. In der Praxis wirst du keine Barbaren mit hoher Int haben. Genauso wie du keine kräftigen Magier hast. Das ist bei D&D generell etwas schade.
Das wirst du auch in klassenlosen Systemen in der Praxis nie finden. Weil die Charaktere optimiert werden und die Abstriche dann bei den nicht das Konzept unterstützenden Attributen und Fähigkeiten erfolgen. Ich verweise nur mal auf die üblichen DSA-Magier, die vor lauter körperlichen und sozialen Nachteilen kaum mehr lebensfähig sind, damit sich noch eine Sonderfähigkeit für ihre Magie ausgeht.

Vollständige Anpassbarkeit der Charaktere ist daher in der Theorie nett, aber in der Praxis oft gar nicht relevant, weil die Charaktere ja doch wieder auf ihre Gruppenrolle hin gebaut werden. Und sie geht immer auf Kosten von Balance (ob einem das jetzt wichtig ist oder nicht ist ein anderes Blatt), Geschwindigkeit und Übersichtlichkeit. Meiner Meinung nach ist es das nicht wert.

Es mag Spieler oder sogar ganze Gruppe geben, die Charaktere bauen, die weit vom Mainstream abweichen, trotz des Risikos, dass ihr Charakter nicht "konkurrenzfähig" ist. Aber die sind in etwa genauso häufig wie die D&D-Spieler, die ihrem Magier vor allem Punkte auf Stärke und Konstitution geben (und möglich ist ja auch das).

btw., die Möglichkeiten von D&D5 sind gar nicht so klein was Optionen angeht.
Attribute - Volk - Hintergrund - Klasse - Subklasse - Fertigkeitsauswahl - Zauberauswahl - Kampftechnikauswahl - Multiclassing
Das ergibt viele (zehn)tausend mögliche Kombinationen
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Crimson King am 19.06.2021 | 09:11
Das wirst du auch in klassenlosen Systemen in der Praxis nie finden.

Das hängt von der Konstruktion des Systems ab. Je mehr Resourcen du in einen bestimmten Bereich buttern musst, um in dem richtig gut zu sein, umso weniger bleibt für die sekundären Sachen übrig. Systeme, die eher generalistische Charaktere wollen, sind da besser drin. Aber das nur am Rande.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: aikar am 19.06.2021 | 09:13
e mehr Resourcen du in einen bestimmten Bereich buttern musst, um in dem richtig gut zu sein, umso weniger bleibt für die sekundären Sachen übrig. Systeme, die eher generalistische Charaktere wollen, sind da besser drin.
Kannst du da ein Beispielsystem nennen?
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Crimson King am 19.06.2021 | 09:17
Kannst du da ein Beispielsystem nennen?

FATE und PDQ fallen mir da als erstes ein. 7te See 1st und L5R funktionieren da auch recht gut. DSA 3 konnte das nach meiner Erinnerung auch ganz gut. Ich schätze, die ganze WoD-Schiene legt nicht notwendigerweise großen Wert darauf, dass die Charaktere sich spezialisieren. Das hängt aber vermutlich wieder damit zusammen, ob man eher die dramatischen Aspekte des Settings in den Vordergrunfd stellt oder ob man Antihelden mit Superkräften spielt.

Ich will das hier aber gar nicht großartig entgleisen. Wenn das weiter diskutiert werden soll, würde ich das in einen eigenen Thread auslagern.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Rorschachhamster am 19.06.2021 | 09:21
In der Theorie. In der Praxis wirst du keine Barbaren mit hoher Int haben. Genauso wie du keine kräftigen Magier hast. Das ist bei D&D generell etwas schade.
Old School teilweise schon, 3W6 in Reihenfolge und so...  ;)
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 19.06.2021 | 09:28
Der Witz bei D&D5 ist ja, dass es gar nicht so viele Ressourcen braucht um eine Rolle abseits der klassischen zu spielen.

Habe nicht alles gelesen den, aber oft braucht es nur einen Hintergrund, Gegenstand, Talent oder Zauber, um das zu machen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 19.06.2021 | 09:31
Old School teilweise schon, 3W6 in Reihenfolge und so...  ;)

Ja, Würfeln ohne Verschieben kann das liefern. Wobei das dann andere Probleme aufwirft. Imo ist ber das eigentliche Problem, dass die Klassen mit bestimmten Attributen einfach wenig anfangen können. Könnte der Barbar auch von hoher Int ernsthaft profitieren,  sähe das halt anders aus.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Gunthar am 19.06.2021 | 09:32
Mein Divine Soul Sorcerer mimmt nicht nur den Kleriker sondern auch noch teilweise den Dieb.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Arldwulf am 19.06.2021 | 09:33
Letztlich ist bei diesem Thema so oder so das ganze nie schwarz weiß zu betrachten.

Was man sagen kann ist, das einige der Designentscheidungen der 5e vorher bestehende Möglichkeiten zur Individualisierung abbauen. Es gibt kein Thema mehr, es gibt wieder gemeinsame Zauberlisten, die Konzentrationsmechanik schränkt mögliche Zauberkombinationen ein, Nichtmagische Charaktere machen wieder häufiger simple Standardangriffe oder unterscheiden sich nur durch Schadensboni und weder kann ich meine eigenen Aktionen weiter individualisieren noch sind die vorherigen Möglichkeiten zur Improvisation von Aktionen übernommen worden. Und natürlich sind auch auf Monster-/Gegnerseite ebenfalls zwei Beschreibungsebenen weggefallen und beim Abenteuerdesign Einschränkungen hinzugekommen.

Das sind alles in allem schon sehr spürbare Regeländerungen welche das System und auch die Charaktere darin stärker "auf Linie" bringen.

Aber trotz allem gibt es halt immer noch Möglichkeiten - und seien sie auch etwas weniger als zuvor - den eigenen Charakter individuell zu gestalten.

Es gibt dort eben keine klare Abgrenzung wann ein System eher Stereotypen vorgibt, man kann nur die konkreten Regeländerungen betrachten.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 19.06.2021 | 09:45
Wobei ich finde, dass 13th Age eindrucksvoll zeigt, wie einfach es wäre. Jede Klasse hat feste Features und wählt dann noch 3+ Features aus einem Pool. Das geht soweit, dass man teilweise das Hauptattribut komplett austauschen kann. Der Muscle Wizard kann z.B. dem Gegner seine Magie buchstäblich um die Ohren hauen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 19.06.2021 | 09:50
Das sind alles in allem schon sehr spürbare Regeländerungen welche das System und auch die Charaktere darin stärker "auf Linie" bringen.

Aber trotz allem gibt es halt immer noch Möglichkeiten - und seien sie auch etwas weniger als zuvor - den eigenen Charakter individuell zu gestalten.

Du scheinst ein Fan von D&D 3.5 zu sein.
Klar, für 3.5-Fans ist die 5e bestimmt zu simpel.
Aber wir haben die 3.5 irgendwann aufgehört weil es zu komplex war. Die 5e ist eine gute Mitte zwischen 3.5 (zuviele Optionen) und A&D 2nd Edition und ältere (Zuwenig Optionen).
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Issi am 19.06.2021 | 09:52
Ich sage immer Klischees sind/ist(???) eines der mächtigsten narrativen Werkzeuge im Rollenspiel, jeder weiß sofort, was los ist. :)
Das stimmt schon.

Und nur weil es bestimmte Klischees gibt, heißt das ja noch lange nicht, dass alle gleich sind.
Mir fallen da immer die Zwerge aus dem "Hobbit " (Trilogie) ein, die bestimmte Klischees voll erfüllen (Für das was die in Bruchtal so essen, konnte sich z.B keiner von ihnen begeistern), und doch sind sie von der Persönlichkeit her unterschiedlich.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 19.06.2021 | 09:59
Ich denke übrigens, dass gemeinsame Zauberlisten die Individualisierbarkeit tatsächlich erhöhen und nicht senken. Mit Klassenlisten kann man ja den Standard der Klasse eben nicht verlassen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 19.06.2021 | 10:03
In der Theorie. In der Praxis wirst du keine Barbaren mit hoher Int haben.
Warum nicht? Dummheit ist in der Wildnis tödlich!

Nur  weil sie die gleiche Klasse, Attribute etc haben müssen sie noch lange nicht die gleiche Persönlichkeit haben!

Nebenbei Barbaren müssen nicht dumm sein, das ist eher silly Klischees wie dem Film Barbaren geschuldet
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: nobody@home am 19.06.2021 | 10:05
Ja, Würfeln ohne Verschieben kann das liefern. Wobei das dann andere Probleme aufwirft. Imo ist ber das eigentliche Problem, dass die Klassen mit bestimmten Attributen einfach wenig anfangen können. Könnte der Barbar auch von hoher Int ernsthaft profitieren,  sähe das halt anders aus.

Conan hebt zustimmend den Humpen. ;)

(Es ist schon etwas ironisch, daß sich die D&D-Barbarenklasse ausgerechnet mit der Darstellung des ikonischen Fantasybarbaren überhaupt spätestens seit der 3. Edition -- den Unearthed Arcana-Barbaren aus AD&D1 kenne ich nur vage vom Hörensagen, kann das da also nicht beurteilen, und bei AD&D2 gab's den allenfalls als "Kit" für die eigentliche Kernklasse -- einigermaßen schwertäte. Natürlich ließe sich da leicht argumentieren, daß der populärste Cimmerier aller Zeiten eben schon gar kein "gewöhnlicher" Barbar mehr ist...aber dann landen wir schnell wieder bei dem Punkt, daß Protagonisten qua Hauptpersonenstatus die 08/15-Durchschnittsklischees für andere schon immer gerne einfach gesprengt haben und "Klassen" für sie also allein schon deswegen nicht mehr viel Sinn ergeben.)
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: SeldomFound am 19.06.2021 | 10:09
Warum nicht? Dummheit ist in der Wildnis tödlich!
Aber der Skill Survival benutzt nicht Intelligenz, sondern Weisheit.

Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 19.06.2021 | 10:13
Aber der Skill Survival benutzt nicht Intelligenz, sondern Weisheit.

Und 'Naturkunde' nutzt wiederum Intelligenz.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Kaskantor am 19.06.2021 | 10:13
Ich mag Conan, aber in DnD ist Wulfgar mein Referenz-Barbar.

Conan wurde mMn nach viel zu krass ausgebildet um noch als „Barbar“ durchzugehen.

Edit: und damit es nicht nur attributsabhängig ist, gibt es noch den Können-Bonus (oder wie der auf deutsch heißt).

MMn kann der Barbar auch schon die Wildnis-Geschichte mit abdecken, wenn kein Druide oder Waldläufer mit in der Gruppe ist.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: SeldomFound am 19.06.2021 | 10:13
Und 'Naturkunde' nutzt wiederum Intelligenz.
Interessanterweise nicht in PF 2e.


Gesendet von meinem FIG-LX1 mit Tapatalk

Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 19.06.2021 | 10:15
Interessanterweise nicht in PF 2e.



Gesendet von meinem FIG-LX1 mit Tapatalk

Das hier ist ein D&D5-Thread.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Arldwulf am 19.06.2021 | 10:16
Du scheinst ein Fan von D&D 3.5 zu sein.
Klar, für 3.5-Fans ist die 5e bestimmt zu simpel.
Aber wir haben die 3.5 irgendwann aufgehört weil es zu komplex war. Die 5e ist eine gute Mitte zwischen 3.5 (zuviele Optionen) und A&D 2nd Edition und ältere (Zuwenig Optionen).

Nein, bin ich nicht. Hauptsächlich spiele ich AD&D und diverse Rettoklone davon sowie eben die 4e auf die die oben genannten Regeländerungen bezogen waren. 5e habe ich einige Jahre gespielt und würde es auch wieder tun. Wie oben schon gesagt, man sollte das ganze nicht in Extremen betrachten.
Ich denke übrigens, dass gemeinsame Zauberlisten die Individualisierbarkeit tatsächlich erhöhen und nicht senken. Mit Klassenlisten kann man ja den Standard der Klasse eben nicht verlassen.

Nur hat die 5e ja Klassenlisten. Es stehen halt nur für mehrere Klassen die gleichen Zauber drauf. Was dann schonmal dazu führt das (gab es bei uns mal) Barde, Magier und Hexer die gleichen Zauber wirken. Es verringert halt die Gesamtzahl der Optionen und verstärkt die Anfälligkeit gegenüber Balancingproblemen.

Und natürlich ist dies gleichsam Bug wie auch Feature, denn gemeinsame Zauberlisten haben ja auch einen Vorteil: sie sind für Designer leichter zu entwerfen, sparen Aufwand. D&D 5e hat eine Menge solcher Designentscheidungen, nur sind diese halt selten zum Vorteil der Spieler und Spielleiter.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Runenstahl am 19.06.2021 | 10:17
In der Theorie. In der Praxis wirst du keine Barbaren mit hoher Int haben. Genauso wie du keine kräftigen Magier hast. Das ist bei D&D generell etwas schade.

Das liegt am Benutzer, nicht am System. Ein Barbar der mit Point-Buy auf Stufe 4 die Attribute Str 16, Dex 14, Con 14 und Int 14 (und noch Cha 10) mit drei Wissensfertigkeiten (Arcana, History & Religion) hat ist möglich. Als Variant Human sogar mit GWM.

Klar, wer auf maximale Kampfkraft aus ist, hat stattdessen lieber Str 18, Dex 15 und Con 16 und ne 8 in allen anderen Werten. Kann man so machen, ist aber auch nur minimal besser (+1 Str und +1 Con) hat jedoch -3 Intbonus und (-1 Charisma). Ist halt die Frage ob man seinen Charakter NUR auf Kampf optimiert oder ob einem auch andere Dinge wichtig sind.

Mein derzeitiger Barbar in Rise of Tiamat hat auf Stufe 4 (ohne ASI weil Multiklass mit Krieger) Str 14, Dex 14, Con 16, Wis 13 (wird später mal auf 14 erhöht) und Cha 10. Er ist übrigens ein völlig untypischer Barbar der vor allem die Gruppe schützt (dank "Protection" vom Krieger und "Wolf" vom Barbaren). Da er keine Rüstung trägt und Stealth gelernt hat, ist er außerdem noch recht gut im Schleichen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: SeldomFound am 19.06.2021 | 10:17
Das hier ist ein D&D5-Thread.
Dann würde ich darauf verweisen, dass die vorgeschlagene Attribut-Skill-Zuordnung in D&D 5e flexibel ist und es erlaubt werden kann, Naturkunde mit Weisheit zu würfeln.


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Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 19.06.2021 | 10:22
Dann würde ich darauf verweisen, dass die vorgeschlagene Attribut-Skill-Zuordnung in D&D 5e flexibel ist und es erlaubt werden kann, Naturkunde mit Weisheit zu würfeln.



Gesendet von meinem FIG-LX1 mit Tapatalk

Kann man machen. Hauptsächlich verwenden die Regeln aber die normalen Fertigkeiten.
Z.B. ist weisheitsbasierte Wahrnehmung wichtig für das Entdecken von Dingen, aber das Durchschauen von Illusionen funktioniert über intelligenzbasierte Wahrnehmung ('Nachforschen').

Ähnlich ist es auch gedacht beim Unterschied zwischen 'Uberlebenskunst' und 'Naturkunde'.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 19.06.2021 | 10:26
Und wie genau profitiert ein Barbar von Naturkunde? Alles Praktische läuft ja über Survival.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Alexandro am 19.06.2021 | 10:33
Niemand zwingt den Barbaren auf Weisheit zu gehen. Nicht jeder Barbar muss automatisch auch Naturbursche sein (Conan hat z.B. nie Spuren verfolgt oder Wildbret gejagt - oder zumindest erinnere ich mich nicht an Geschichten, wo das mal Thema war). In D&D5 ist das genauso viabel wie Builds mit INT oder CHA (die PG-Variante ist halt alles auf STR, DEX und KON - unter kompletter Vernachlässigung der mentalen Werte - aber selbst dann hat man noch einige Varianz bei der Skillauswahl, je nachdem ob man die schwachen Attruibute etwas ausgleichen oder die Stärken noch weiter ausbauen will).
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 19.06.2021 | 10:38
Conan wurde mMn nach viel zu krass ausgebildet um noch als „Barbar“ durchzugehen.

In den Werken Howards wird nicht einmal seine Ausbildung erwähnt, aber selbst als König von Aquilonien war der cimmerische Barbar unter der Krone vorhanden

Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 19.06.2021 | 10:47
Niemand zwingt den Barbaren auf Weisheit zu gehen. Nicht jeder Barbar muss automatisch auch Naturbursche sein (Conan hat z.B. nie Spuren verfolgt oder
doch er hat siehe Red Nails oder Wolves beyond the border

Als Berserker ginge auch ein Streettough oder Arthurs Rittern
siehe Gilian Bradshaws Gawain

@Tudor the Traveller

Genauso wie ein Handwerker von Physik und Mathematik
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: flaschengeist am 19.06.2021 | 11:03
...und weder kann ich meine eigenen Aktionen weiter individualisieren noch sind die vorherigen Möglichkeiten zur Improvisation von Aktionen übernommen worden.

Da empfehle ich eine Blick in den Kasten "Improvising An Action" auf S. 193 des englischen D&D 5 PHB sowie den DMG zur Verwendung der Vorteils- und Nachteilsmechanik. So wie ich es verstehe, lässt sich damit ähnliches abbilden, wie mit S. 42 im D&D 4 DMG.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 19.06.2021 | 11:10
Und wie genau profitiert ein Barbar von Naturkunde? Alles Praktische läuft ja über Survival.

Der Barbar braucht beides: 'Ueberlebenskunst' zum Spurenlesen, Nahrung sammeln und zur Orientierung in der Wildnis.

Er braucht aber auch 'Naturkunde' um gelerntes Faktenwissen zur Natur zu haben, also Naturphänomene zu identifizieren und zu verstehen und um Wildnisgefahren zu meistern (DMG 110).


Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Arldwulf am 19.06.2021 | 11:47
Da empfehle ich eine Blick in den Kasten "Improvising An Action" auf S. 193 des englischen D&D 5 PHB sowie den DMG zur Verwendung der Vorteils- und Nachteilsmechanik. So wie ich es verstehe, lässt sich damit ähnliches abbilden, wie mit S. 42 im D&D 4 DMG.

Leider deutlich weniger als in der Vorgängerversion. Dort konnte man beispielsweise mit allen Skills improvisieren, also auch mit so etwas wie Magiewissen oder Gassenkunde.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 19.06.2021 | 12:00
Der Barbar braucht beides: 'Ueberlebenskunst' zum Spurenlesen, Nahrung sammeln und zur Orientierung in der Wildnis.

Er braucht aber auch 'Naturkunde' um gelerntes Faktenwissen zur Natur zu haben, also Naturphänomene zu identifizieren und zu verstehen und um Wildnisgefahren zu meistern (DMG 110).

Joa, da wird es mal relevant. Aber auch nur in der Hälfte der Fälle, weil ich laut DMG in den anderen Fällen keinen Check brauche. Bleibt also eiskaltes Wasser, Treibsand und dünnes Eis; wobei sich ersteres spätestens beim ersten Kontakt auch ohne Check offenbart.

Da stellt sich für den Spieler dann die Kosten-Nutzen-Frage. Und es lohnt sich imo einfach nicht, für die 3-4 Momente, wo das im ganzen Abenteurerleben mal relevant wird, da rein zu investieren. Vor allem nicht, wenn der Wizard da ganz automatisch genauso gut drin ist, ohne dass er an anderer Stelle auf etwas verzichten muss.

edit: das ist es ja, was ich damit meine, wenn ich eine che Unterstützung für Nebenattribut fordere. Das könnte z.B. seinsso etwas sein wie, dass man mit einem erfolgreichen INT (Nature) Check +1d6 Schaden gegen Pflanzen und Tiere machen kann. Oder das es überhaupt eine wichtige Grundfunktion für den INT-Bonus gäbe; in der 3.x war das immerhin die Anzahl zusätzlicher Skillpoints; das war für Klassen mit niedrigen Skillpoints schon interessant.

Wobei ich ideal fände, wenn jede Klasse für jedes Attribut eine klasseneigene Anwendung hätte.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 19.06.2021 | 12:08
Joa, da wird es mal relevant. Aber auch nur in der Hälfte der Fälle, weil ich laut DMG in den anderen Fällen keinen Check brauche. Bleibt also eiskaltes Wasser, Treibsand und dünnes Eis; wobei sich ersteres spätestens beim ersten Kontakt auch ohne Check offenbart.

Da stellt sich für den Spieler dann die Kosten-Nutzen-Frage. Und es lohnt sich imo einfach nicht, für die 3-4 Momente, wo das im ganzen Abenteurerleben mal relevant wird, da rein zu investieren. Vor allem nicht, wenn der Wizard da ganz automatisch genauso gut drin ist, ohne dass er an anderer Stelle auf etwas verzichten muss.

Das sind doch nur Beispiele. So wie bei den Fallen im DMG.
Es zeigt aber einem SL, wie es gemeint ist.

Wenn es in deinem Spiel hauptsächlich um Spurenlesen, Orientierung und Nahrungssuche geht und weniger um Konfrontation mit Naturphänomenen und Gefahren (also 'was ist das für ein Ding? Was ist das für ein Tier?' usw.) bräuchte ein Barbar in deiner Kampagne wirklich nur die Überlebensfertigkeit.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 19.06.2021 | 12:12
Das sind doch nur Beispiele. So wie bei den Fallen im DMG.
Es zeigt aber einem SL, wie es gemeint ist.

Dann ist es aber alles handgewedelt. Das ist eine "Alles-geht-nichts-muss"-Option. Und du wirst immer die (imo berechtigte) Diskussion haben, warum das eine über INT(Nature) und das andere über WIS(Survival) laufen soll.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 19.06.2021 | 12:17
Dann ist es aber alles handgewedelt. Das ist eine "Alles-geht-nichts-muss"-Option. Und du wirst immer die (imo berechtigte) Diskussion haben, warum das eine über INT(Nature) und das andere über WIS(Survival) laufen soll.

Eigentlich nicht weil das Regelsystem klar definiert was unter 'Uberlebenskunst' fällt: Spurenlesen, Orientierung und Nahrung sammeln. That's it.

So wie ich es verstehe, integriert die Fertigkeit einfach ehemalige Fertigkeiten zu einer. Statt Track, Survival (Nahrung sammeln) und Navigation hat ein D&D5 Char halt nur 'Ueberlebenskunst'.



Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 19.06.2021 | 12:20
Das sind doch alles nur Beispiele  ;)
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 19.06.2021 | 12:27
Spurenlesen, Orientierung und Nahrung sammeln.
Dead du bist erfroren, an unterkühlung verstorben, an Hitzschlag eingegangen etc
Shelter etc fällt unter was ?
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 19.06.2021 | 12:32
Das sind doch alles nur Beispiele  ;)

Wenn es euch Spaß macht so zu spielen, dann ist doch okay.
Wäre ich Spieler in deiner Kampagne und würde Wissen dass du nicht hart zwischen den beiden Fertigkeuten unterscheidet, würde ich 'Naturkunde' ignorieren und alles in 'Uberlebenskunst' packen.

Dead du bist erfroren, an unterkühlung verstorben, an Hitzschlag eingegangen etc
Shelter etc fällt unter was ?

'Überlebenskunst' (PHB auf Seite 159)

Sich bei Kälte, Hitze und Sturmhagel an eine sicheren Ort zu ziehen, fällt meiner Meinung unter GMV. Ich glaube da brauchte ein Char gar keine Fertigkeit
 Oder wenn der SL so gehässig ist dann wohl einen Intelligenzwurf.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 19.06.2021 | 12:37
Das liegt am Benutzer, nicht am System. Ein Barbar der mit Point-Buy auf Stufe 4 die Attribute Str 16, Dex 14, Con 14 und Int 14 (und noch Cha 10) mit drei Wissensfertigkeiten (Arcana, History & Religion) hat ist möglich. Als Variant Human sogar mit GWM.
Liegt aber auch halt klar an der Kosten nutzen Relation um ein viertes Attribut auf 14  zu bringen macht dich halt an derer stelle Schwächer, und die +1 auf ein paar Skill-Checks die es dafür gibt werden halt selten spiel relevant sein.

Wobei das natürlich auch davon abhängt welche Klasse du spielst, Fighter und Rogue können noch am einfachsten ein ungewöhliches Attribut auf einem Hohen Wert haben, da die in der Regeln nur zwei Gute Stats brauchen, beim Mönch wird es hin gegen richtig hart.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 19.06.2021 | 12:45


Sich bei Kälte, Hitze und Sturmhagel an eine sicheren Ort zu ziehen, fällt meiner Meinung unter GMV. Ich glaube da brauchte ein Char gar keine Fertigkeit
.
You failed by intent of acting stupid
Ron Hood würde dir nicht zustimmen, oder genauer einen guten Ort zu finden und zu präparieren erfordert die entsprechenden Fertigkeiten
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 19.06.2021 | 12:49
You failed by intent of acting stupid
Ron Hood würde dir nicht zustimmen, oder genauer einen guten Ort zu finden und zu präparieren erfordert die entsprechenden Fertigkeiten

Jau, Robin Hood ist Selbstversorger im Sinne von PHB 159.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 19.06.2021 | 12:55
Jau, Robin Hood ist Selbstversorger im Sinne von PHB 159.
Entschuldige aber du machst gerade wenig Sinn, abgesehen davon das die Merry Men ziemlich gut im Shelterbau, finden und Versorgung mit Shelter bzw. entsprechenden Rohstoffen, Werkzeugen und Nahrung gewesen sein müssen

Die Merry men schwommen durch Nottingham wie der Fisch durchs Wasser
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 19.06.2021 | 13:02
Wenn es euch Spaß macht so zu spielen, dann ist doch okay.
Wäre ich Spieler in deiner Kampagne und würde Wissen dass du nicht hart zwischen den beiden Fertigkeuten unterscheidet, würde ich 'Naturkunde' ignorieren und alles in 'Uberlebenskunst' packen.

Ich halte es halt für willkürlich, zu sagen, das eine sei abschließend, das andere aber nicht. Bei Survival steht u.a. explizit "avoid quicksand and other natural hazards". Laut DMG S. 110 kann Qicksand mit einem INT (Nature) Check identifiziert werden. Es liegt also nicht an mir persönlich, dass die beiden Fertigkeiten nicht hart unterschieden werden. Es liegt bereits an den Regeln  ;)
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tarendor am 19.06.2021 | 13:06
Ich halte es halt für willkürlich, zu sagen, das eine sei abschließend, das andere aber nicht. Bei Survival steht u.a. explizit "avoid quicksand and other natural hazards". Laut DMG S. 110 kann Qicksand mit einem INT (Nature) Check identifiziert werden. Es liegt also nicht an mir persönlich, dass die beiden Fertigkeiten nicht hart unterschieden werden. Es liegt bereits an den Regeln  ;)

Okay,wenn es dir wichtig ist dass dein persönlicher Spielstil und deine Anwendung der Regeln der einzig richtige ist, und das was ich weiter oben aus meiner Perspektive anhand der Regeln gezeigt habe,der objektiv falsche Weg ist:
Meinetwegen, du hast Recht und ich nicht.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Crimson King am 19.06.2021 | 13:36
Ich finde es schon ziemlich befremdlich, dass man über so eine Diskussion ins Persönliche abdriftet. Ich bitte um Sachlichkeit.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: aikar am 20.06.2021 | 07:52
Was mir gerade noch eingefallen/aufgefallen ist:
@Weltengeist  und die anderen die zu sehr Stereotypen sehen: Habt ihr die Anpassungsoptionen (Austausch von Volks- und Klassenfähigkeiten und zusätzliche Talente/Feats) in Tasha's Cauldron eigentlich schon mit einbezogen? Die bieten, gerade in Kombination mit den vielen Subklassen aus Xanathars Ratgeber und Tasha's Cauldron immens viele Möglichkeiten Charaktere noch zu modifizieren.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.06.2021 | 09:24
Ich denke die Optionen aus Taschas helfen bis zu einem Gewissen Grad, wobei bestimmte Rassen die Racial-Features (und zum Teil auch die Racial Feats) einen immer noch für bestimmte Builds besser sind als andere.

Ich frag mich ehrlich gesagt ob diese Regeln nicht vorallem dazu führen das jetzt bestimmte Rassen mit überpowerten Features (Aarakocra, Kobold, Yuan-Ti) noch mehr gespielt werden.

Und Natürlich hast du jetzt mit Custom Linieage eine neue Beste Rasse, die (es sei denn du willst zunag zu einem Bestimmten Racial Feature oder Feat) eingentlich immer optimal ist und dir den Fluff komplett selbst überlässt.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Swafnir am 20.06.2021 | 09:31
Also ich spiele aktuell einen Tritonen-Magier der als Hintergrund Anthropologe hat. Er ist dabei die Oberflächenbewohner zu erforschen. Welche Art von Magier er ist, ist bei der Sache völlig irrelevant. Das ist halt sein Job.

Ich hab da eine andere Herangehensweise: Ich überlege erst was ich spielen möchte und schaue dann mit welcher Klasse ich das umsetzen kann. Dabei wird aber erst der Charakter der Figur und die Hintergründe ausgearbeitet. Erst danach schaue ich, wie ich diese Persönlichkeit umsetzen kann.
Und dabei könnte ich den Werten nach fünfmal den gleichen Krieger bauen, es würde sich nicht gleich anfühlen.   
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Boba Fett am 20.06.2021 | 10:39
Ich muss ehrlich gestehen: Ich sehe da bei D&D5 so viele Optionen, eben nicht die gleichen Stereotypen zu spielen, dass ich nicht wüsste, Spezies / Klasse / Hintergrund / Spezialisierungs Kombination ich nehmen würde, wenn ich einen Charakter machen müsste.

Und auch meine aktuelle Runde hat zwar ein paar Klassiker dabei, aber hauptsächlich deswegen, weil die Spieler weder D&D noch das Setting kannten und deswegen erst einmal auf Nummer Sicher gegangen sind.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 20.06.2021 | 11:18
Wobei halt der Char Bau in D&D auch oft stark mit dem Teambuilding verknüpft ist. Ich weiß nicht, wie oft ich auf die Frage "hast du schon eine Idee, was du spielen wirst?" als Antwort bekam "was fehlt denn in der Gruppe noch?"

Da wird dann ganz klar, dass man versucht  bestimmte Rollen bzw. Funktionen zu besetzen*. Und welche das sind, hängt von den Erfahrungen der Spieler ab. Der eine sagt "wir brauchen einen Natur- Charakter" und für ihn ist auch der Nature Skill ganz zentral da wichtig. Die andere sagt "kann auch die Gruppe insgesamt abdecken, ist eh nicht so wichtig."

Das wiederum liegt imo daran, wie die SL die drei Säulen des Spiels umsetzt. Während Kampf relativ klar geregelt ist, sind soziale Encounter und Exploration recht frei, sodass die einen viel erzählerisch machen, und die anderen möglichst viele Skills abrufen.

UND die zwei letzteren Säulen können oft von einem einzelnen Char gemanagt werden, anders als der Kampf.

*edit: da haben sich halt Standards = Stereotype etabliert.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Ainor am 20.06.2021 | 11:31
Jetzt habe ich mich gestern mal drangesetzt mit einem neuen Versuch, D&D eine Chance zu geben. Und fast  Dass sich die Stereotypen, die hier aufgebaut werden, einfach zu ähnlich sind.

Die Bezeichnung "Stereotypen" ist nicht ideal wenn es um eine MAngel an mechanischen Optionen geht. Da denkt man eher an "arrogante Elfen" oder "saufende Zwerge".

Aber was mich wirklich nervt ist, dass sich letztlich alle Charaktere einer bestimmten Klasse doch sehr ähnlich anfühlen.

Klasse (im Sinne von Klassifikation) bedeutet ja grade dass man ähnliches zusammenfast.

Wie macht ihr das in der Praxis, wenn ihr eine coole Idee habt (oder einer eurer Spieler)? Sagt ihr dann jedesmal: Nö, geht nicht, du kannst das nicht lernen, weil die am ehesten passende Klasse nun mal stattdessen Dinge vorsieht, die du nicht haben willst? Baut ihr dann lieber eine komplett neue Klasse mit den Regeln aus dem DMG? Oder habt ihr andere, elegante Lösungen dafür?

Eine andere Herrangehensweise ist es einfach das Problem nicht zu haben. Man kann einfach die angebotenen Optionen anschauen und eine auswählen. Und wenn einem die Speisekarte nicht passt geht man halt in ein anderes Restaurant.

Natürlich gibt es Systeme die das anders sehen. Die sind dann entweder Punktebasiert oder haben extrem viele Optionen, wie etwa PF1. Aber solche Systeme haben eben auch gravierende Nachteile.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Weltengeist am 20.06.2021 | 12:45
Was mir gerade noch eingefallen/aufgefallen ist:
@Weltengeist  und die anderen die zu sehr Stereotypen sehen: Habt ihr die Anpassungsoptionen (Austausch von Volks- und Klassenfähigkeiten und zusätzliche Talente/Feats) in Tasha's Cauldron eigentlich schon mit einbezogen? Die bieten, gerade in Kombination mit den vielen Subklassen aus Xanathars Ratgeber und Tasha's Cauldron immens viele Möglichkeiten Charaktere noch zu modifizieren.

Wie ich oben schon schrieb: Xanathar's und Tasha's hatte ich bisher tatsächlich nicht auf dem Schirm. Mein Problem - das hauptsächlich darin besteht, dass jeder SC einer bestimmten Klasse bestimmte Features und Proficiencies wählen MUSS, auch wenn sie null zum Figurenkonzept passen - kann man (kooperationsbereiter DM vorausgesetzt) wohl schon teilweise lösen, indem man die Anpassungsoptionen aus dem DMG benutzt. Die beiden Zusatzregelbücher werde ich mir aber tatsächlich in nächster Zeit mal anschauen. :d
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Timrix am 20.06.2021 | 13:03
Mein Problem - das hauptsächlich darin besteht, dass jeder SC einer bestimmten Klasse bestimmte Features und Proficiencies wählen MUSS, auch wenn sie null zum Figurenkonzept passen

Kannst du bitte ein Beispiel nennen?
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Weltengeist am 20.06.2021 | 13:42
Kannst du bitte ein Beispiel nennen?

Hab ich doch im Startposting schon getan, aber hier gerne nochmal etwas ausführlicher. Nehmen wir mal an, du willst einen Rogue spielen mit Schwerpunkt auf "Betrüger" (was im PHB auch ausdrücklich vorgesehen ist). Zwar kannst du nützliche Fähigkeiten über den Background: Charlatan erwerben, ansonsten aber MUSST du "Sneak Attack" lernen, du MUSST Proficiencies: Thieves' Tools nehmen, du musst dich (wenn du nur das PHB hast) auf Thief, Assassin oder Arcane Trickster spezialisieren usw. Natürlich könntest du stattdessen auch versuchen, das Konzept mit einem Barden umzusetzen, aber da kommst du vom Regen in die Traufe und bekommst jede Menge Features, mit denen du nur andere unterstützen kannst, was für einen egoistischen Betrüger ebenfalls nicht passt.

Oder nehmen wir an, du willst einen naturverbundenen Zauberer mit Heilfähigkeiten spielen (was ja nun wirklich ein 08/15 Trope in so gut wie jedem Fantasyroman/film ist, egal ob es sich da nun um eine Dorfhexe, einen Schamanen oder einen Druiden handelt). Bei D&D 5E landest du dann wahrscheinlich bei einem Druiden, und auch wenn hier ständig behauptet wird, dass die Klassen ja nur Hülsen sind, die man ganz unterschiedlich interpretieren kann, MUSST du als wichtigste Features Wild Shape nehmen, ob das nun dein Konzept war oder nicht. Klar, die sind supermächtig und supernützlich, aber am Ende bleibt eben hängen: Jeder Rogue ist auch ein Meuchler und ein Dieb. Jeder Barde verteilt Inspiration und Regeneration an seine Verbündeten. Jeder Druide ist ein Gestaltwandler. Jeder Kleriker (auch wenn seine Domäne "Bier" lautet wie bei "Midgard") vertreibt ab Stufe 5 Untote. Und so weiter. Außer, dein Spielleiter erlaubt dir das Austauschen oder du verzichtest freiwillig auf die Nutzung deiner mächtigsten Fähigkeiten.

Bei den Skill Proficiencies und den Spells ist das besser gelöst, weil du da eine Wahlfreiheit hast. Die Subklassen sind ebenfalls nett (jedenfalls wenn man besagte Zusatzbände hat und es somit genügend Auswahl gibt). Aber die festgeschriebenen Features und Proficiencies sorgen dafür, dass sich am Ende doch vieles ähnlich anfühlt - man schaut sich eben eine gegnerische Gruppe kurz an, folgert "Das ist der Rogue, der kann Sneak Attack" und behandelt ihn entsprechend. Unterschiedliche Interpretation my ass.

Die Lösung besteht mMn darin, hier mehr Flexibilität zuzulassen, was im DMG auch angedacht, allerdings nur sehr händewedelnd verregelt und von der Zustimmung des DM abhängig ist. Trotzdem löst das zumindest mein Problem.

tl;dr: Ich habe aus dem Thread mitgenommen, was ich daraus mitnehmen wollte, und werde mir insbesondere die Ergänzungen aus Xanathar's und Tasha's anschauen. Danke an alle, die sich konstruktiv eingebracht haben!
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: aikar am 20.06.2021 | 14:09
Wie ich oben schon schrieb: Xanathar's und Tasha's hatte ich bisher tatsächlich nicht auf dem Schirm. Mein Problem - das hauptsächlich darin besteht, dass jeder SC einer bestimmten Klasse bestimmte Features und Proficiencies wählen MUSS, auch wenn sie null zum Figurenkonzept passen
Genau da kann auch Tashas helfen. Wenn du dir einen Eindruck verschaffen willst, kannst du in die Unearthed Arcana Class Feature Variants (https://dnd.wizards.com/articles/unearthed-arcana/class-feature-variants) reinschauen. Das war praktisch die Beta zu den Klassenoptionen in Tashas.

Dazu gibt es in Tashas auch noch Feats, die dir Klassenfähigkeiten anderer Klassen geben können, ohne gleich komplett Multiclassen zu müssen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.06.2021 | 14:16
Also abgesehen vom Moon Druid, ist Wildshape für Druiden keine Zentrales Klassenfeature, viele der späteren Druiden Subklassen haben auch alternative Anwedungen von Wildshape. Gleiches gilt auch für das vertreiben von Untoten.

Durch Sneak Attack wirst du nicht gleich zum Meuchler, das ist im Prinziep auch nur eine Form von Schadensbonus und ohne sind Rogues (leider) auf höheren Stufen ziemlich nutzlos im Kampf und Charactere die im Kampf nichts machen können passen nunmal nicht ins Konzept von DnD.

Und beim Barden gibt auch in den Zusatzbüchern Subklassen die ihre Inspiration Eingensüchtiger verwenden können (Whispers und Swords).

Allerdings ist DnD numal auch als Team Spiel konzipiert, bei dem die Chars zusammen arbeiten müssen um Schwierigkeiten zu überwinde und bei dem jeder Char bestimmte Aufgaben für die Gruppe übernimmt.

Es stimmt allerdings schon das die Subklassen im PhB vorallem die Klassischen Stereotypen abdecken, in den Zusatzbüchern wird es dann zum Teil doch etwas exotischer.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: aikar am 20.06.2021 | 14:24
Also abgesehen vom Moon Druid, ist Wildshape für Druiden keine Zentrales Klassenfeature, viele der späteren Druiden Subklassen haben auch alternative Anwedungen von Wildshape. Gleiches gilt auch für das vertreiben von Untoten.
Gutes Beispiel: Eine Option aus Tashas (Wild Companion) erlaubt es dir Wild Shape zu nutzen um "Vertrauten finden" zu wirken.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: nobody@home am 20.06.2021 | 14:29
Durch Sneak Attack wirst du nicht gleich zum Meuchler, das ist im Prinziep auch nur eine Form von Schadensbonus und ohne sind Rogues (leider) auf höheren Stufen ziemlich nutzlos im Kampf und Charactere die im Kampf nichts machen können passen nunmal nicht ins Konzept von DnD.

Es ist halt ein Schadensbonus, den andere Klassen so schlicht nicht bekommen (auch nicht der Kämpfer, der doch eigentlich der Experte darin sein sollte, Gegner vom Leben zum Tode zu befördern :think:) und dem sowohl aus uralter D&D-Tradition als auch aufgrund seiner Wirkungsweise ein gewisses Geschmäckle speziell vom Abstechen eines ahnungs- und/oder hilflosen Opfers vorzugsweise in den Rücken anhängt. Den Faden beißt auch keine Riesenratte ab.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Timrix am 20.06.2021 | 14:47
Es ist halt ein Schadensbonus, den andere Klassen so schlicht nicht bekommen (auch nicht der Kämpfer, der doch eigentlich der Experte darin sein sollte, Gegner vom Leben zum Tode zu befördern :think:)

Insgesamt ist in D&D5 der Kämpfer dem Schurken haushoch überlegen, was den Kampf betrifft.
Der Schurke ist gut im (wie der Name schon sagt) hinterhältigen Angriff. Er benötigt zwingend den Kämpfer, der einen Gegner nach dem anderen fällt, um dann aus der Sicherheit heraus den todbringenden Angriff gegen einen Obermotz anzubringen.
Wenn es um das Austeilen von reinem Schaden geht, sind beide wiederum dem Barbaren unterlegen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.06.2021 | 14:53
Also ein Swashbuckler kann auch im Duell Sneak Attack einsetzen.

Und im prinzip kriegen viele (Sub-)Klassen Schadensboni die andere so nicht bekommen können, ein Hunter Ranger kann z.B. Zusatzschaden bekommen wenn er Gegner angreift die schon verwundet sind. Und nach Taschas können Rannger einfach jemaden zu ihrem Favourit Foe machen und kriegen dann Bonus schaden gegen ihn.

Battlemaster Fighter können dafür Manöver durchführen was kein anderer Martial kann.

Was den Rogue angeht wäre ich eigendlich froh wenn er nicht so abhängig von der Sneak Attack wäre (schon weil ständig überschätzt wird wie gut die eigendlich ist, was dann andersrum dazu führt das der Schaden den der Rogue raushauen kann eigendlich nicht so spektakulär ist) und die Klassen die Waffenbenutzen halt nicht so abhängig von Klassenfeatures wären um guten Schaden auszuteilen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Timrix am 20.06.2021 | 14:54
Also ein Swashbuckler kann auch im Duell Sneak Attack einsetzen.

Trotzdem hat der Kämpfer bessere Rüstungsklasse, höhere Treffergenauigkeit (Rerolls), bessere Waffen, bessere Kampfmanöver, mehr Trefferpunkte...
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.06.2021 | 15:04
Wenn es um das Austeilen von reinem Schaden geht, sind beide wiederum dem Barbaren unterlegen.
Also in bezug auf Fighter und Barbara hängt das stark vom Build/Subklasse und der Stufe ab, sobald der Fighter die 3te Attacke kriegt verschiebt sich das Gleichgewicht schon deutlich zu seinen Gunsten.

Der Rogue hat halt das Problem das er (durch den Mangel an extra Attack und Fightingstyle) weit weniger von Feats profitiert als die anderen Waffennutzer.

Der Schurke ist gut im (wie der Name schon sagt) hinterhältigen Angriff. Er benötigt zwingend den Kämpfer, der einen Gegner nach dem anderen fällt, um dann aus der Sicherheit heraus den todbringenden Angriff gegen einen Obermotz anzubringen.
Nicht wirklich er kann sich auch mit Cunning Action als Bonus Action verstecken, sich (entweder über Arcane Trickster oder Magic Initiate) einen Familiar besorgen der eine Help Action durch führt oder seit Tashas Steady Aim benutzen.
Darüber hinaus haben ein paar der Subklassen auch noch Features die Sneak Attack ohne fremde Hilfe ermöglichen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: nobody@home am 20.06.2021 | 15:04
Trotzdem hat der Kämpfer bessere Rüstungsklasse, bessere Trefferchance (Rerolls), bessere Waffen, bessere Kampfmanöver, mehr Trefferpunkte...

Und trotzdem ist der Schurke nach wie vor der designierte "Meuchler". Mir geht's hier (immer noch im Sinne des Fadens, denke ich) schlicht um das Klischee, nicht um die mathematische Kampfeffektivität.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.06.2021 | 15:06
Trotzdem hat der Kämpfer bessere Rüstungsklasse, höhere Treffergenauigkeit (Rerolls), bessere Waffen, bessere Kampfmanöver, mehr Trefferpunkte...
Das streit ich nicht ab, ich wollte nur aufzeigen das man einen Gegner nicht hinterhältig meucheln muss um Sneak Attack Schaden zu machen.
Und mit Steady Aim kann das seit Tashas eigendlich jeder Rogue.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Timrix am 20.06.2021 | 15:12
Und trotzdem ist der Schurke nach wie vor der designierte "Meuchler". Mir geht's hier (immer noch im Sinne des Fadens, denke ich) schlicht um das Klischee, nicht um die mathematische Kampfeffektivität.

Wenn es danach ginge könnte man alle Einträge im Regelbuch kurzerhand zum Klischee erklären.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: nobody@home am 20.06.2021 | 15:18
Wenn es danach ginge könnte man alle Einträge im Regelbuch kurzerhand zum Klischee erklären.

Womit wir ja wieder beim Thema wären... 8]
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: aikar am 20.06.2021 | 16:05
Und trotzdem ist der Schurke nach wie vor der designierte "Meuchler". Mir geht's hier (immer noch im Sinne des Fadens, denke ich) schlicht um das Klischee, nicht um die mathematische Kampfeffektivität.
Ein Kernpunkt von D&D(5) ist: Jeder Charakter kann im Kampf etwas reißen. Und ja, damit kommen so Sachen zusammen wie Schurke = Meuchler aus dem Hinterhalt. Weil es einfach das naheliegendste ist, um dem Charakter Kampfeinfluss zu geben.
Das ist dann auch die eine Grenze, die man beim D&D-Charakterbau nie überschreiten wird: (Kampf)unfähige Charaktere zu bauen.
Wenn einem diese Möglichkeit wichtig ist, ist D&D(5) das falsche System.

Ich persönlich finde es super, dass kein Charakter beim Kampf (der einen nicht unbeträchtlichen Teil der Spielzeit einnimmt) an der Seitenlinie steht, wie bei DSA so oft geschehen.
Und bis dato hatte noch jeder Schurkenspieler in meinem Gruppen einfach Spaß daran, die Voraussetzungen für einen Hinterhältigen Angriff herzustellen. Beschwert hat sich nie einer.
Womit ich nicht sagen will, dass das jedermann/frau Sache ist. Aber wenn sowas ein Problem ist, sollte man sich vielleicht wirklich eher bei DSA, FATE oder GURPS umschauen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Timrix am 20.06.2021 | 16:15
Womit ich nicht sagen will, dass das jedermann/frau Sache ist. Aber wenn sowas ein Problem ist, sollte man sich vielleicht wirklich eher bei DSA, FATE oder GURPS umschauen.

Volle Zustimmung. Wer bei D&D überall Klischees entdeckt und keine Chance sieht, ihnen jemals zu entkommen; und wer sich daran stört, dass alle Charaktere im Kampf nützlich sind, der sollte vielleicht kein D&D spielen.

Man kann natürlich mit dem Spielleiterbuch D&D extremst umbauen und entfremden. Das wäre dann sicherlich im Sinne der oben genannten Personen. Es fragt sich dann jedoch, ob man bei potenziellen D&D-Mitspielern damit einen Blumentopf gewinnen kann.
Der normale D&D-Spieler erwartet schon das Spielerhandbuch-D&D, und wenn ihm der Spielleiter nun ein D&D ohne Kämpfe, ohne Fertigkeiten, dafür mit narrativen Regeln, die Persönlichkeitsmerkmale aufgreifen (siehe SL-Handbuch), krass umgebauten Grundklassen und weiteren tiefgreifenden Änderungen des Grundbuches daherkommt, weiß ich nicht, ob er dann doch lieber "richtiges" D&D bei einem anderen Spielleiter spielen will.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.06.2021 | 22:50
Ist es denn euer Erfahrung nach eigetlich so das bei freien Generirungs Systemen weniger Stereotype Charactere heraus kommen?

Und sowas wie ein Betrüger ohne Kampf und Magie, ist mEn auch in Systemen wo man sie Erstellen kann nicht unbedingt ein Char der gut funktioniert.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Crimson King am 20.06.2021 | 23:07
Ist es denn euer Erfahrung nach eigetlich so das bei freien Generirungs Systemen weniger Stereotype Charactere heraus kommen?

Und sowas wie ein Betrüger ohne Kampf und Magie, ist mEn auch in Systemen wo man sie Erstellen kann nicht unbedingt ein Char der gut funktioniert.

In auf Kampf ausgelegten Spielen wird ein Charakter ohne Kampf und Magie vermutlich nix reißen. Es braucht für einen solchen Charakter schon einen passenden Kontext. Dann geht das natürlich ohne Probleme.

Ob ein Charakter nun einem Stereotyp entspricht oder nicht, liegt in den meisten Fällen wohl im Auge des Betrachters. Systeme mit Klassen und Nischen liefern aber zumindest in Bezug auf die Kompetenz eher stereotype Charaktere.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: nobody@home am 20.06.2021 | 23:17
Ist es denn euer Erfahrung nach eigetlich so das bei freien Generirungs Systemen weniger Stereotype Charactere heraus kommen?

Sagen wir mal, die Möglichkeit besteht zumindest. ;) Außerdem wird, denke ich mir, für wenigstens einige von uns das Problem weniger in den Stereotypen an sich liegen als in der Frage, ob das nun wenigstens unsere eigenen Klischees sein dürfen oder eben nur die, die das System uns vorschreiben will...

Zitat
Und sowas wie ein Betrüger ohne Kampf und Magie, ist mEn auch in Systemen wo man sie Erstellen kann nicht unbedingt ein Char der gut funktioniert.

Hängt von der Kampagne ab -- an der Idee, daß man speziell als Dungeonplünderer entweder Kampf oder Magie unbedingt braucht, mag ja etwas dran sein, aber nicht mal jede D&D-Kampagne (oder zumindest nicht jede selbstgestrickte, über die Fertigangebote kann man sicher streiten) wird auch nur ihren Schwerpunkt da haben.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 20.06.2021 | 23:19
Ich kann die Kritik von Weltengeist nachvollziehen, finde sie aber grundsätzlich deplatziert. Die Klassen in D&D sind so wie sie sind im Kern seit Jahrzehnten tradiert. Das kann man kritisieren, aber damit greift man eben den Kern des Spiels an.

Ich kann sehr wohl einen Rogue als Betrüger auslegen. Dabei stört imo Sneak Attack nicht im Geringsten. Und auch die Tools nicht. Ein Arcane Trickster ist als Betrüger prädestiniert. Kampf und Magie gehören da ebenso zum Kern des Spiels und m.E. kommt ein kompetenter Betrüger ingame an Magie gar nicht vorbei. Es stellt sich eben auch die Frage, wie der Betrüger die drei Säulen des Spiels bedienen soll. Eine einseitige Auslegung auf eine einzelne Säule ( soziale Encounter) eben nicht vorgesehen und der Rogue bekommt halt sein Handwerkzeug für alle drei Säulen automatisch mit.

Auch das Wildshape des Druiden ist Kern von D&D. Und es passt auch durchaus zu Hexen und Schamanen. D&D Settings sind nunmal tendenziell hochmagisch. Und Magier können nicht heilen, daher sind die raus. Wobei es da in anderen Editionen ja durchaus Wege gab.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: aikar am 21.06.2021 | 07:12
Insgesamt ist in D&D5 der Kämpfer dem Schurken haushoch überlegen, was den Kampf betrifft.
Der Schurke ist gut im (wie der Name schon sagt) hinterhältigen Angriff. Er benötigt zwingend den Kämpfer, der einen Gegner nach dem anderen fällt, um dann aus der Sicherheit heraus den todbringenden Angriff gegen einen Obermotz anzubringen.
Wenn es um das Austeilen von reinem Schaden geht, sind beide wiederum dem Barbaren unterlegen.
Falsch. Rein statistisch hat der Schurke den höchsten Schadensoutput aller Klassen, sagt sogar Wizards selbst. Üblicherweise bringt er den hinterhältigen Angriff nicht nur "einmal gegen den Obermotz", sondern so gut wie jede Runde (Entweder durch Freund im Nahkampf oder Angriff aus der Deckung, nachdem er sich mit einer Bonusaktion versteckt hat oder als Draufgänger alleine oder seit Taschas mit Zielen). Von Wizards kam mal wo die Aussage, dass das Balancing des Schurken sogar davon ausgeht, dass er jede Runde seinen hinterhältigen Schaden macht.
Der Barbar ist vor allem der Einstecker der Gruppe, mit endlos vielen Lebenspunkten und Resistenzen. Aber beim durchschnittlichen Schadensoutput steht er üblicherweise weit hinter dem Schurken und vielen magischen Klassen zurück.

Und das alles ist gut so. Der Kampf bei D&D5 funktioniert als Teamaufgabe. Jeder hat was zu tun, jeder kann was beitragen.
Und die Einhaltung von gewissen Kernstereotypen ist der einzige Weg, einigermaßen Fairness zwischen den Charakteren zu garantieren. Ja, ich weiß, dass das manchen nicht wichtig ist. Mir schon. Ich habe oft genug erlebt, wie in klassenlosen Systemen genau einer der Gruppe Kompetenzen in einem Bereich hatte und der Rest der Gruppe über 1-2h zuschauen musste. Das ist einfach doof.

Sagen wir mal, die Möglichkeit besteht zumindest. ;) Außerdem wird, denke ich mir, für wenigstens einige von uns das Problem weniger in den Stereotypen an sich liegen als in der Frage, ob das nun wenigstens unsere eigenen Klischees sein dürfen oder eben nur die, die das System uns vorschreiben will...
Nochmal: Die Möglichkeit existiert auch bei D&D(5). Nimm einen Barbaren mit Intelligenz 15 und dem Hintergrund Gelehrten. Einen Krieger (oder Paladin!) mit Hintergrund Krimineller. Einen Goblin-Barden mit dem Hintergrund Volksheld. Einen Elfen-Magier mit INT8, CHA17 und Hintergrund Scharlatan, der sich durchs Leben schummelt.
Kannst du alles machen.
Wird nicht oft passieren, aber das wird es bei klassenlosen Systemen auch nicht.

In einer meiner laufenden Gruppen haben wir eine adelige Waldläuferin (Stichwort Merida) mit Feenpakt. Ihr Kernthema ist die adelige Tochter, dass sie Waldläufer ist, hat mit ihren Erlebnissen im Krieg zu tun und den Feenpakt hat sie in der Kampagne geschlossen (Was mit einem Subklassenwechsel von Jäger auf Fey Wanderer einherging).

Selbst viele Klassenfähigkeiten sind seit Taschas austauschbar. Und Subklassen gibt es sowieso jede Menge.
Das einzige woran es eben kein Rütteln gibt, sind die absoluten Kernkompetenzen der Klasse. Hinterhältiger Angriff, Bardische Inspiration, Hand auflegen, KI-Punkte ausgeben. Das sind aber nicht mehr als 1-3 Fähigkeiten pro Charakter. Und selbst die kannst du seit Taschas über Talente zum Teil in andere Klassen integrieren, du kannst sie nur der Hauptklasse nicht weg nehmen.

Hängt von der Kampagne ab -- an der Idee, daß man speziell als Dungeonplünderer entweder Kampf oder Magie unbedingt braucht, mag ja etwas dran sein, aber nicht mal jede D&D-Kampagne (oder zumindest nicht jede selbstgestrickte, über die Fertigangebote kann man sicher streiten) wird auch nur ihren Schwerpunkt da haben.
Jein. Nicht jede D&D-Kampagne ist eine Folge von Dungeon Crawls. In einer meiner Kampagnen hatte ich in 3 Jahren genau einen einzigen kurzen. Aber praktisch alle D&D(5)-Kampagnen sind kampforientiert. Nicht so extrem, wie es im DMG angegeben ist (mit zig Encountern pro Tag) und nicht so extrem wie es noch in D&D4 war, aber es wird doch immer wieder Kämpfe geben. Einfach weil die Klassen eben auf den Kampf gebalanced sind, viele Fähigkeiten vor allem im Kampf etwas bringen und die Spieler diese dann natürlich auch nutzen wollen.
Fun Fact: Das oft als "erzählerisches D&D" hingestellte 13th Age hat ausschließlich Kampf-Sonderfähigkeiten und Talente. Was einer der Gründe war, warum wir von 13th Age zu D&D gewechselt sind.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 21.06.2021 | 07:28
In auf Kampf ausgelegten Spielen wird ein Charakter ohne Kampf und Magie vermutlich nix reißen. Es braucht für einen solchen Charakter schon einen passenden Kontext. Dann geht das natürlich ohne Probleme.
Aber wie oft hast du diesen Kontext?
Kaufabenteuer für die mainstream Systeme die ich kenne haben eigentlich fast immer Kämpfe, Nichtkämpfer funktionieren dann eigentlich nur in relativ großen Gruppen wo es auf einen Mehr oder weniger nicht an kommt.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Issi am 21.06.2021 | 07:46
Ich spiele aktuell einen Druiden (Elf, weiblich) und in 90% der Fälle ist es für meine Figur einfach das Sinnvollste sich in einen großen Direwolf zu verwandeln, und den Gegnern in den Allerwertesten zu beißen.
Die Figur macht auch Spaß.
Ich weiß damit genau wo mein Platz in der Gruppe ist, und was ich damit zu tun habe.
Ich habe mein Steckenpferd, und das kann mir niemand wegnehmen.

Aber klar, je nach Spielvorliebe kann man das auch als Nachteil empfinden.
Figuren sind in D&D 5 eben keine " flexiblen  Alleskönner"  sondern eher" spezialisierte Teamplayer."
Das ist schlicht ne Geschmackssache, was man lieber mag. :)

Je nachdem worauf man den Schwerpunkt legt, hat das Naturgegebene Vor- und Nachteile.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 21.06.2021 | 07:52
Falsch. Rein statistisch hat der Schurke den höchsten Schadensoutput aller Klassen, sagt sogar Wizards selbst.
Nicht wirklich jedenfalls nicht mehr sobald mit Feats, Multiclassing ect. gespielt wird oder man Zauber mit in die Gleichung schmeißt.

Aber selbst ohne groß Optimierte Chars ist das extrem Level Abhängig, gerade so ab Level 5 wird der Vorteil den ein Rogue durch Sneak Attack hat, durch das Fehglen von EXtra Attacke und Kampfstil weites gehend ausgeglichen.

Mal Als Beispiel für Level 5:

Schurke mit 2 Kurz Schwertern: 1W6+4+1W6 (Waffen)+3W6 (Sneak Attack) = 5W5+4= 21,5
Kämpfer mit 2 Kurz Schwertern: 3*(1W6+4) = 3W6+12 = 22,5
Kämpfer mit Zweihänder: 2*(2W6+4)=4W6+8= 22 (bzw. etwa 24,6 mit Kampfstil)
Warklock mkt Elderich Blast+ Antagonzinig Blast und Hex = 2*(1W10+4+1W6)=2W10+2W6+8= 26

Oder für Richtig viel Schaden:
Zealot Barabar in Rage mit Zweihänder: 2*(2W6+4+2)+(1W6+2) = 30,5
Berserker Barbar in Rage und Frenzy mit Zweihänder:  3*(2W6+4+2) = 39

Ja ich weiß der Rogue hat noch einen gewissen statistischen Vorteil dadurch, das er zwei Chancen hat seine Sneak Attack zu landen, aber massiv viel schaden als die Anderen macht er damit dann auch nicht. Zumal die Anderen halt auch oft noch mal einen Boost des Schadens über die Subklasse kriegen können.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Raven Nash am 21.06.2021 | 08:14
Was soll eigentlich ein "Stereotyp" in diesem Kontext sein?
Dass ein Krieger mit Waffen umgehen kann? Dass ein Schurke weiß, wie man dreckig kämpft? Dass ein Barde Heldenepen rezitieren kann?

Ist ein wenig so, als würde man sich darüber aufregen, dass ein Elektroniker Ahnung von Mathematik hat...

Überlegen wir mal: Ein Betrüger in der durchschnittlichen Fantasy-Welt (also Mittelalter bis Frühe Neuzeit) mit ihren Diebesgilden - ganz ohne die Fähigkeit, dreckig zu kämpfen (und nichts anderes ist Sneak Attack - von hinten, Gegner abgelenkt, etc.) wäre er wohl kaum erwachsen geworden. Ob er das dann später noch braucht, hängt halt davon ab, wie's läuft.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Issi am 21.06.2021 | 08:22
Ich würde aus "Stereotyp"  einfach "Spezialist" machen.
Der Begriff "Stereotyp" bezieht sich ja auch auf die Persönlichkeit der Figur. (Die das System nicht festlegt) und ist außerdem für Viele noch negativ besetzt.

Edit.
Oder wenn es schon "Typen" sein müssen, würde ich zumindest das "Stereo" weglassen.  :D
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Arldwulf am 21.06.2021 | 08:24
Überlegen wir mal: Ein Betrüger in der durchschnittlichen Fantasy-Welt (also Mittelalter bis Frühe Neuzeit) mit ihren Diebesgilden - ganz ohne die Fähigkeit, dreckig zu kämpfen (und nichts anderes ist Sneak Attack - von hinten, Gegner abgelenkt, etc.) wäre er wohl kaum erwachsen geworden. Ob er das dann später noch braucht, hängt halt davon ab, wie's läuft.

Mhh, das erste was mir bei dieser Überlegung einfallen würde wäre: Es sollte viele Verschiedene Wege geben damit umzugehen, viele unterschiedliche Aktionen welche mein Schurke machen könnte.

Weil dies Rollenspiel und Individualisierung fördert, die Unterscheidbarkeit der Charaktere verbessert.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Ainor am 21.06.2021 | 08:28
Mal Als Beispiel für Level 5:

Nicht nötig sich auf eine bestimmte Stufe festzulegen:

https://www.tanelorn.net/index.php/topic,119462.0.html
 (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,119462.0.html)
Ich wusste doch dass so eine Frage wieder auftauchen wird  :)

Aber die genauen Zahlen sind nicht so wichtig. Der Punkt ist: wir reden hier von kleinen Unterscheiden, vielleicht 10 - 20%, und da kann ich mich nur dem anschließen was hier schon mehrfach gesagt wurde: sich nicht aussuchen zu können (und damit müssen) ob man einen kampfstarken Charakter macht oder nicht ist ein Feature von 5E, kein Bug.


Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: flaschengeist am 21.06.2021 | 08:47

Aber die genauen Zahlen sind nicht so wichtig. Der Punkt ist: wir reden hier von kleinen Unterscheiden, vielleicht 10 - 20%, und da kann ich mich nur dem anschließen was hier schon mehrfach gesagt wurde: sich nicht aussuchen zu können (und damit müssen) ob man einen kampfstarken Charakter macht oder nicht ist ein Feature von 5E, kein Bug.

Dem schließe ich mich auch an.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: aikar am 21.06.2021 | 08:51
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass bei der Stereotyp-Diskussion oft "Es geht nicht alles" (richtig, wenn man nicht die Balance brechen will) mit "Es geht fast gar nichts" (definitiv falsch) gleichgesetzt wird.

Ja, man kann nicht wie bei DSA jeden noch so unfähigen Charakter bauen.
Nein, man ist nicht auf eine Handvoll immer gleicher Charaktere beschränkt.

Spielerhandbuch+Xanathars+Taschas macht:
15 Volksvarianten (+16 in Volos + 19 weitere in Eberron)
102 (!) Subklassen
13 Hintergründe (+1 in Eberron und Hintergründe können problemlos selbst gebaut(angepasst werden)

Das allein macht 24.480  mögliche Kombinationen, 71.400 (!) wenn man Volos und Eberron noch dazu nimmt.
Dazu kommen dann variable Attribute, Fertigkeiten und Zauber, Talente, Multiclassing und seit Taschas auch noch austauschbare Klassen-Features. Damit geht die Anzahl möglicher Varianten in die Millionen.
Und dann kann man auf Wunsch noch weitere Produkte von Wizards (Wildemount, Theros, Ravnica) oder von Drittanbietern z.B. aus der DMs Guild dazu nehmen. Ein freundlicher Spielleiter lässt einen SC vielleicht auch noch coole Artefakte finden um seine Fähigkeiten zu ergänzen.

Wer da immer die gleichen Stereotypen spielt ist selbst schuld.

Und falls jetzt das Argument kommt "Ja aber das geht nur mit Zusatzbänden": Auch DSA und GURPS, die Vorzeige-Alles-geht-Systeme haben Zusatzbände. Und zwar deutlich mehr als D&D5.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: flaschengeist am 21.06.2021 | 08:58
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass bei der Stereotyp-Diskussion oft "Es geht nicht alles" (richtig, wenn man nicht die Balance brechen will) mit "Es geht fast gar nichts" (definitiv falsch) gleichgesetzt wird.

Ja, man kann nicht wie bei DSA jeden noch so unfähigen Charakter bauen.
Nein, man ist nicht auf eine Handvoll immer gleicher Charaktere beschränkt.

Spielerhandbuch+Xanathars+Taschas macht:
15 Volksvarianten (+16 in Volos + 19 weitere in Eberron)
102 (!) Subklassen
13 Hintergründe (+1 in Eberron und Hintergründe können problemlos selbst gebaut(angepasst werden)

Das allein macht 24.480  mögliche Kombinationen, 71.400 (!) wenn man Volos und Eberron noch dazu nimmt.
Dazu kommen dann variable Attribute, Fertigkeiten und Zauber, Talente, Multiclassing und seit Taschas auch noch austauschbare Klassen-Features. Damit geht die Anzahl möglicher Varianten in die Millionen.
Und dann kann man auf Wunsch noch weitere Produkte von Wizards (Wildemount, Theros, Ravnica) oder von Drittanbietern z.B. aus der DMs Guild dazu nehmen. Ein freundlicher Spielleiter lässt einen SC vielleicht auch noch coole Artefakte finden um seine Fähigkeiten zu ergänzen.

Wer da immer die gleichen Stereotypen spielt ist selbst schuld.

Und falls jetzt das Argument kommt "Ja aber das geht nur mit Zusatzbänden": Auch DSA und GURPS, die Vorzeige-Alles-geht-Systeme haben Zusatzbände. Und zwar deutlich mehr als D&D5.

Schön zusammengefasst  :d. Und dass trotz  all dieser Optionen das balancing funktioniert, finde ich eine sehr beeindruckende Leistung.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Boba Fett am 21.06.2021 | 09:00
Ja, man kann nicht wie bei DSA jeden noch so unfähigen Charakter bauen.

Ich nehme einen Menschen, Klasse Schurke (eigentlich egal), Hintergrund: Handwerker (Bäcker).
Schwubbeldidup, hab ich einen Zuckerbäcker gebaut, mit dem Unterschied, dass der für kommende Abenteuer gewappnet ist.
Je nach Attributsverteilung kann ich den auch hübsch unfähig bauen (also, wenn man es wirklich drauf ankommen lassen möchte, das DSA Feeling einzuholen).
Sagen wir mal als Schurke nehmen wir ST und KO als höchste Werte, weil ein Bäcker Mehlsäcke schleppen muss und durchs Teig rühren ordentlich was in den Armen hat.
Konsti weil er ja gut genährt ist. Als Kämpfer nehmen wir natürlich GE statt ST auf Max, weil ein Konditor ja filigrane Feinarbeit hat und In statt Ko, um die Rezepte im Kopf behalten zu können...
Würd ich nicht machen, aber wer es darauf ankommen lassen will...
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: 1of3 am 21.06.2021 | 09:08
Wer da immer die gleichen Stereotypen spielt ist selbst schuld.

Das ist als Ergebnis auch nicht nützlich. Wenn Leute den Eindruck haben, dass immer wieder die gleichen Stereotypen kommen, sollte man versuchen herauszufinden, wie es dazu kommt. Da kann ich nur spekulieren.

Zu klären ist vielleicht, ob die Kritik ist: "Ich finde nichts Interessantes / keine Abwechslung.", oder aber: "Leute, mit denen ich spiele, machen immer wieder das selbe."

Unabhängig davon glaube ich, dass Multiplizieren hier keine vernünftige Methode ist. Dies setzt voraus, dass alle Faktoren als gleich stilbildend wahrgenommen werden. Bei Hintergründen zweifle ich das aufgrund ihrer begrenzten Wirkung und häufigen thematischen Übeschneidung mit Klassen an. Ebenso werden Leute bei 102 Subklassen keine sinnvollen Unterscheidungen mehr machen können. Wir müssten das also irgendwie logarithmisieren. Keine Ahnung wie.

Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Arldwulf am 21.06.2021 | 09:13
Naja, am einfachsten wäre es sich die konkreten Regeländerungen anzuschauen und zu hinterfragen wie das System dazu beiträgt tatsächlich unterschiedliche Aktionen zu fördern. Bringt ja nix wenn an einer Klasse dransteht "das ist ein Kämpfer" und an der anderen "das ist ein Schurke" und wenn der Spielleiter dann fragt "was machst du" sagen beide: "Ich hau halt drauf".

Und es ist auch nicht so als ob die 5E dort nichts bieten würd, nur weil es etwas weniger geworden ist. Es gibt immer noch einige Optionen um tatsächlich unterschiedliche Aktionen durchzuführen die sich nicht nur im Schaden oder der Schadensberechnung unterscheiden.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: aikar am 21.06.2021 | 09:25
Das ist als Ergebnis auch nicht nützlich. Wenn Leute den Eindruck haben, dass immer wieder die gleichen Stereotypen kommen, sollte man versuchen herauszufinden, wie es dazu kommen. Da kann ich nur spekulieren.
Zugegeben, das war von mir etwas offensiv/unhöflich.

Das gilt dann aber auch für die initiale "Anklage" "Bei D&D(5) gehen nur Stereotypen".

Warum das Gefühl aufkommt, dass man Stereotypen spielt, da sehe ich ein paar Ursachen:


Ebenso werden Leute bei 102 Subklassen keine sinnvollen Unterscheidungen mehr machen können.
Bis jetzt hatten alle Subklassen (meiner Meinung nach) ihre Berechtigung und Eigenständigkeit.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Issi am 21.06.2021 | 09:27
Naja, am einfachsten wäre es sich die konkreten Regeländerungen anzuschauen und zu hinterfragen wie das System dazu beiträgt tatsächlich unterschiedliche Aktionen zu fördern. Bringt ja nix wenn an einer Klasse dransteht "das ist ein Kämpfer" und an der anderen "das ist ein Schurke" und wenn der Spielleiter dann fragt "was machst du" sagen beide: "Ich hau halt drauf".
Sind halt beides Nichtmagische Figuren.
(Ist aber nicht nur ein D&D Problem)
Nichtmagische Figuren sind häufig gegenüber magisch begabten Figuren benachteiligt.

Und die Zusatzbände machen das oft nicht besser- a la "Oh cool! - Jetzt kann ich mir meine Wunschfigur bauen. Und natürlich hat die auch Magie (Wäre ich ja schön blöd darauf zu verzichten)."

Vielleicht machen das die 6e mal besser.
Es braucht mMn. einfach mehr Anreize auf Magie zu verzichten.
Anderenfalls macht es für viele Spieler keinen Sinn solche Figuren noch zu spielen.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Arldwulf am 21.06.2021 | 09:43
Sind halt beides Nichtmagische Figuren.
(Ist aber nicht nur ein D&D Problem)
Nichtmagische Figuren sind häufig gegenüber magisch begabten Figuren benachteiligt.

Klar, bloß handelt es sich hierbei ja um eine konkrete Änderung zum Vorgänger in dem durchaus auch nichtmagische Figuren unterschiedliche, individuelle Aktionen haben konnten. Insofern würde ich da das System nicht ganz vom Haken lassen - dies ist durchaus etwas was die 5E explizit (wieder) einführt und bei dem die Möglichkeiten zur Individualisierung gesenkt werden.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 21.06.2021 | 10:15
Leute, er hatte doch geschrieben, was er mit "Stereotype" meint: dass bestimmte Fähigkeiten in die Klasse fest einprogrammiert sind und daher zwangsläufig für jeden Charakter dieser Klasse reproduziert werden.

Das waren explizit Sneak Attack für Rogues, Wildshape für Druiden oder Turn Undead für Kleriker. Das sind eben Class-Features, die die jeweilige Klasse definieren, und die an sich nicht austauschbar sind (über irgendwelche Optionalregeln aber vielleicht doch).

Und da darf man sich ja durchaus dran stören. Ich muss an der Stelle mit den Bausteinen spielen, die das System bietet, und wenn mir die Farbe eines Bausteins nicht gefällt, ist das halt blöd.
Alles was man dagegen sagen kann, ist, dass die Bausteine so wie sie sind halt einerseits die Spielbarkeit des Charakters sichern und andererseits teilweise schlicht Tradition sind.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Raven Nash am 21.06.2021 | 11:21
Zitat
dass bestimmte Fähigkeiten in die Klasse fest einprogrammiert sind und daher zwangsläufig für jeden Charakter dieser Klasse reproduziert werden.
Genau darum geht's doch: Er stört sich an Dingen, die man auch als "Berufsausbildung" bezeichnen könnte.
Wenn man heute Elektrotechnik studiert, muss man damit leben, Mathematik lernen zu müssen. Damit hat jeder Absolvent automatisch "Mathematik".
Wenn man Kleriker wird lernt man, Untote zu vertreiben.
Wenn man als Schurke lange genug überlebt hat, um auf Abenteuer gehen zu können, hat man Straßenkampf gelernt und wie man jemandem die Kehle durchschneidet (egal, ob man's auch schon gemacht hat, oder nicht).

Der Druide stellt einen Sonderfall dar, da er eigentlich der Verteidiger der Natur ist und ihre Kraft anzapft. Die Verwandlung ist also ein "Geschenk"
Will ich das nicht - Kleriker mit Nature-Domain. Das ist dann eher der Hippie in weißer Robe und Blümchen im Haar.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 21.06.2021 | 12:02
Nur ist die Berufsausbildung halt D&D typisch und nicht universell für das Fantasy-Genre. Gerade bei den Klerikern sehe ich das auch etwas kritisch, weil die martialische Grundauslegung und das Anti-Undead auf viele Gottheiten imo nicht passt. Deshalb meine ich, dass man sich daran stören darf und das auch ansprechen kann, besonders die tradierten Teile. Da gehört für mich einiges halt in die Kategorie "nicht logisch, aber ist halt so".

Will ich das nicht - Kleriker mit Nature-Domain. Das ist dann eher der Hippie in weißer Robe und Blümchen im Haar.

Naja, eben nicht. Also, man KANN den so spielen, aber verzichtet dabei halt auf einige eingebaute Features. Sonst ist es nämlich mehr der Typ mit Rüstung und Schild, der sein heiliges Symbol emporstreckt und die Untoten bannt. Klar, dann kriegt der halt eine Fellrüstung, einen Lederschild und das hl. Symbol ist dann eh ein Mistelzweig oder so. Aber der Hippie in weißer Robe ist halt mechanisch nicht wirklich attraktiv.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: nobody@home am 21.06.2021 | 12:19
Rein grundsätzlich und abstrakt betrachtet, läßt sich, denke ich, das Problem auf eins mit Klassensystemen allgemein reduzieren:

1.) Klassen funktionieren immer als Zwangsjacken bzw. höflicher ausgedrückt Korsette, weil das nun mal ihre Funktion ist. Eine Klasse legt immer nicht nur fest, wie mein Charakter am Anfang aussieht, sondern auch, wie er sich in Zukunft entwickeln darf; täte sie das nicht, wäre sie weniger eine "Klasse" als schlicht ein "Startpaket".

2.) Nun kann ich, wenn mich beziehungsweise Kunden Punkt 1.) stört, natürlich zusätzliche Optionen anbieten: mehr Klassen, Unterklassen, kombinierbare Klassen, Wahlmöglichkeiten wie Talente für prinzipiell alle Klassen...und oberflächlich betrachtet hilft das erst mal und verkauft außerdem zusätzliche Bücher. Das kann aber nur bis zu einem gewissen Punkt die Tatsache verdecken, daß ich damit den Klassenansatz selbst zunehmend aushöhle -- wenn ich als Antwort auf die Frage, wie ich meinen Charakter am besten umsetze, etwas wie "nimm Klasse X mit Dip in Klasse Y, Hintergrund Z, und Zusatzoptionen A1, A2, und A3 (hey, du hast gerade meinen Kreuzer versenkt!)" zurückbekomme, dann verwischen sich die Unterschiede zwischen Klassen- und klassenlosem Ansatz schlicht irgendwann bis zur Bedeutungslosigkeit.

Letzten Endes und konsequent durchgedacht sind also, wenn ich mich mit Punkt 1.) wirklich nicht anfreunden kann, klassenbasierte Systeme einfach nichts für mich. Kann ich es natürlich, dann habe ich mit ihnen auch kein Problem.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Runenstahl am 21.06.2021 | 12:46
D&D geht hierbei mMn den Mittelweg. Man hat Klassen, hat aber durch die Subklassen Optionen, und die meisten Subklassen haben wiederum unteroptionen. Das führt dazu, das man gleichzeitig eine große Flexibilität hat, andererseits Neulinge aber nicht völlig überfordert.

Wenn ich Klasse X Spielen möchte, dann hält sich der Regelumfang in Grenzen. Man bekommt auf jeder Stufe häppchenweise zusätzliche Optionen. Bei den meisten Klassen muß ich dann auf Stufe 3 ein bißchen mehr lesen wenn es dann um die Wahl der Subklasse geht und bei Wahlmöglichkeiten auf späteren Stufen (welches Barbarentotem, welche Fähigkeit des Hunter-Waldläufers) muß ich jeweils nur ein paar wenige Fähigkeiten studieren. Auf Stufe 4 kann man sich dann mal die Feats angucken sofern mit dieser Option gespielt wird. Selbst wenn, sind diese längst nicht mehr so unüberschaubar wie bei 3.5.

Es gibt zwar mittlerweile deutlich leichtere Systeme für Einsteiger, aber wie gesagt: 5e schafft hier mMn einen durchaus gelungenen Spagat zwischen Optionsvielfalt und Streamlining.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Weltengeist am 21.06.2021 | 12:52
Leute, er hatte doch geschrieben, was er mit "Stereotype" meint: dass bestimmte Fähigkeiten in die Klasse fest einprogrammiert sind und daher zwangsläufig für jeden Charakter dieser Klasse reproduziert werden.

Das waren explizit Sneak Attack für Rogues, Wildshape für Druiden oder Turn Undead für Kleriker. Das sind eben Class-Features, die die jeweilige Klasse definieren, und die an sich nicht austauschbar sind (über irgendwelche Optionalregeln aber vielleicht doch).

Und da darf man sich ja durchaus dran stören. Ich muss an der Stelle mit den Bausteinen spielen, die das System bietet, und wenn mir die Farbe eines Bausteins nicht gefällt, ist das halt blöd.
Alles was man dagegen sagen kann, ist, dass die Bausteine so wie sie sind halt einerseits die Spielbarkeit des Charakters sichern und andererseits teilweise schlicht Tradition sind.

Danke. Genau so war das Ganze gemeint.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass es mir nicht darum ging, den Fans ihre geliebte 5E madig zu machen. Ich habe einen dreiviertel Meter (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,114080.msg134845667.html#msg134845667) 5E-Sachen im Regal stehen (und viele, viele PDFs auf der Festplatte), das wäre wohl kaum so, wenn ich die 5E total kacke finden würde. Und ich habe auch keine "Anklage" oder "Vorwürfe" erhoben, wie hier teilweise geschrieben wurde. Ich habe ein konkretes Problem geschildert, das ich mit dem System habe, und nach Reparaturmechanismen gefragt, weil ich das Problem für durchaus reparierbar halte. Kein Grund also, sich angegriffen zu fühlen.

Und damit bin ich hier auch raus, weil ich wie bereits mehrfach geschrieben die Antworten bekommen habe, die ich gesucht habe.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: 1of3 am 21.06.2021 | 12:59
1.) Klassen funktionieren immer als Zwangsjacken bzw. höflicher ausgedrückt Korsette, weil das nun mal ihre Funktion ist. Eine Klasse legt immer nicht nur fest, wie mein Charakter am Anfang aussieht, sondern auch, wie er sich in Zukunft entwickeln darf; täte sie das nicht, wäre sie weniger eine "Klasse" als schlicht ein "Startpaket".

Das kannst du so festlegen. Dann hat D&D3.x aber jedenfalls eher keine Klassen wegen dem Multiclassing und Prestigeklassen. Ich würde eher in die andere Richtung gehen und sagen: Natürlich sind Startpakete Klassen, sogar wenn du nicht mal unbedingt eins nehmen musst, sondern dir das nur nahe gelegt wird. Also Vampire und Shadowrun sind Systeme mit Charakterklassen. Egal wie mans macht, einen Tod muss man bei der Definition sterben.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 21.06.2021 | 12:59
DnD liefert keine Priester sondern Adventuring Clerics, nicht Priester die das Wort ihres Gottes weitergeben sondern Jene die den Zorn, Richtspruch, Schutz ihres Gottes bringen.

Sie sollten die Tools haben, die sie dafür brauchen
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: nobody@home am 21.06.2021 | 13:16
Das kannst du so festlegen. Dann hat D&D3.x aber jedenfalls eher keine Klassen wegen dem Multiclassing und Prestigeklassen. Ich würde eher in die andere Richtung gehen und sagen: Natürlich sind Startpakete Klassen, sogar wenn du nicht mal unbedingt eins nehmen musst, sondern dir das nur nahe gelegt wird. Also Vampire und Shadowrun sind Systeme mit Charakterklassen. Egal wie mans macht, einen Tod muss man bei der Definition sterben.

Du hast den zweiten Punkt gar nicht erst gelesen, oder? wtf?

Das Multi- und Prestigeargument taugt nicht viel; eine jeweilige neue Klasse legt mich auf ihre Weise natürlich genauso fest wie die alte, und aus der bloßen Tatsache, daß ich prinzipiell aufhören kann, in einer Klasse überhaupt weiter aufzusteigen (notfalls halt, indem ich den Charakter ganz zur Ruhe setze), ließe sich nach dieser Logik genausogut ableiten, daß D&D noch nie Klassen gehabt hat. Da würden sich aber wahrscheinlich bei noch ein paar Leuten mehr die Zehennägel aufrollen. ;)

Und ja, die klassischen White-Wolf-Spiele (Vampire, Werewolf, Exalted...) sind grundsätzlich auch noch klassen-, wenn auch vielleicht etwas weniger konkret stufenorientiert. (Siehe auch "Splat" -- genau darum geht's da doch.) Mit Shadowrun habe ich mich nie genug befaßt, um mir in dieser Hinsicht ein Urteil zu bilden, kann's mir aber vorstellen, auch wenn ich da rein vom Genre her gar keinen rechten Bedarf für Klassen sehen würde.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Sashael am 21.06.2021 | 15:44
Mit Shadowrun habe ich mich nie genug befaßt, um mir in dieser Hinsicht ein Urteil zu bilden, kann's mir aber vorstellen, auch wenn ich da rein vom Genre her gar keinen rechten Bedarf für Klassen sehen würde.
Genre: Heists.
Klassen: Oceans Eleven in all ihrer Pracht.

Tadaa! ;D
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 21.06.2021 | 15:48
DnD liefert keine Priester sondern Adventuring Clerics, nicht Priester die das Wort ihres Gottes weitergeben sondern Jene die den Zorn, Richtspruch, Schutz ihres Gottes bringen.

Sie sollten die Tools haben, die sie dafür brauchen

Ja, meinetwegen. Aber dass sie Abziehbilder sind, egal welcher Gottheit sie anhängen? Der Zornesbote der Sonnengottheit macht das genauso, wie der der Trickster-Gottheit? Da könnte ich ein Stück weit mit leben, wenn z.B. Untote per se sozusagen als Setzung (Setting!) Feinde aller Götter wären. Aber dem ist ja nicht so.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Sashael am 21.06.2021 | 16:01
Der Zornesbote der Sonnengottheit macht das genauso, wie der der Trickster-Gottheit?
Also wenn der Zornesbote des Sonnengottes alles genauso macht wie der Schattenbote des Tricksergottes ... dann stimmt aber entschieden was mit den Spielern nicht. ;)

Don´t blame the system, when the users do it "wrong".

Btw: Da fand ich die "Regeln" der Götter für ihre Anhänger in D&D 4 ziemlich gut. Da waren die generellen Agenden für Palas und Clerics der jeweiligen Götter schon mal gut definiert.
Titel: Re: D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 21.06.2021 | 17:51
Mit Shadowrun habe ich mich nie genug befaßt, um mir in dieser Hinsicht ein Urteil zu bilden, kann's mir aber vorstellen, auch wenn ich da rein vom Genre her gar keinen rechten Bedarf für Klassen sehen würde.
Shadowrun ist ähnlich wie WoD, du hast Grundsätzlich ein freies Generierungs System, aber im end Effekt hast du trotzdem werden die meisten Klassen am Ende, Straßensamurai, Decker, Rigger, Magier oder Ki-Adept (oder eine Mischung davon) sein.