Tanelorn.net

Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Fire am 22.06.2004 | 16:24

Titel: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Fire am 22.06.2004 | 16:24
Kann es sein, daß die aktuellen Regelwerke unverschämt teuer sind??
Ich kann nicht verstehen, wie man für so manches buch bis zu 40 euro zahlen soll?! Dabei ist mir egal, ob es ein campaign setting, ein grundregelwerk oder sonst was ist!
Ich denke, wenn es früher möglich war für umgerechnet ca. 28 euro ein grundbuch rauszubringen, muß das doch jetzt immer noch möglich sein, oder täusche ich mich da??
Natürlich kann man sagen, daß die bilder oder die texte jetzt viel besser geworden sind, aber ein preiszuwachs von über 30 % finde ich zu happig!
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Fredi der Elch am 22.06.2004 | 16:40
Ich werde nicht müde (ok, ein wenig schon) zu erwähnen, wie viele kostenlose und sehr gute Regelwerke es im Internet zum Download gibt. Hinzu kommen noch viele billige (<10 Euro) und wurderbare Regelwerke im PDF-Format.

Ich kann nur sagen: wer sich teure Reglwerke kauft ist selber schuld! Ich kaufe teure (>20 Euro) Regelwerke nur noch  selten und auch dann nur, wenn sie den Preis wirklich wert sind. Vorbei die Zeit, in der ich für D&D einfach mal 90 Euro gelazt habe!

Also: nicht nörgeln! Die Entscheidung liegt bei euch.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Boba Fett am 22.06.2004 | 16:42
Earthdawn kam Anfang der 90er raus und kostete damals DM 65.
Jetzt, 10 Jahre später, liegt es bei EUR 35.

Ich kann grundsätzlich keine wirkliche Teuerung feststellen... ;D

Sicherlich gibt es einige Wucherer-Verlage, aber grundsätzlich hat doch der Konsument die Wahl, was und wieviel er konsumieren möchte. Ansonsten hat Fredi recht...
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Gast am 22.06.2004 | 16:48
Naja... ich habe vor beinahe Jahresfirst das DORP-GRW drucken lassen:

110 Seiten, farbiges, nicht celofanietes Hardcover.
Alleine das hat 25 EUR gekostet und ich habe die Texte selbst geschrieben und die Bilder steuerten die Künstler gratis beim hätte ich die auch noch bezahlen müssen wäre ich jenseits der 40 EUR oder gar 50 gelandet. Das Buch war nur aufgrund von vielen, vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern so billig. Entsprechen lang ist die Dankesliste.
Gut, im Normalfall hätte ich eine um vielfach höhere Auflage gehabt, aber dafür auch Lektoren, Korrektoren und Künstler bezahlen müssen, natürlich hätte ich dann die Bücher celofanieren lassen (macht im übrigen knapp 2 EUR pro Ausgabe ... unabhängig von der Auflage).
Ich weiß mittlerweile wo die hohen Preise herkommen. Das ist sicherliche keine bösartige absicht.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Fire am 22.06.2004 | 16:59
Komischerweise sind diese preise erst mit der euroeinführung so teuer geworden?! ist mir halt aufgefallen!
Natürlich kann ich mir auch günstig die sachen als pdf besorgen, aber ich bin ein freund von richtigen büchern! ausdrucken treibt den preis leider wieder in die höhe! :(

Ich bin leider der meinung, daß gerade relativ große verlage versuchen immer den ganz großen reibach zu machen! und das indem sie die preise anziehen! natürlich gibt es im allgemeinen nicht die große auflage, aber hey, das hat vorher auch funktioniert!
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Klaus am 22.06.2004 | 16:59
Grundsätzlich denke ich nicht das RPG-Bücher im Vergleich zur allgemeinen Preissteigerung teurer geworden sind.

Die Qualität von heute Büchern ist oftmalig um einiges höher und in vielen Fällen scheinen mir die Kosten zu allgemeinen Druckereikosten gar nicht so hoch, doch gibt es sicherlich auch manche die bewußt Neuauflagen und neue überarbeitete Versionen alter Syteme teuer auf den Markt werfen.
 
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Selganor [n/a] am 22.06.2004 | 16:59
Man vergleiche aber mal die Grundregelwerke aus den 80ern (oder 90ern) mit den heutigen Regelwerken...

Professionelles Layout, gute Bindung, gutes Papier (um mal nur das "visuelle" zu sehen und den Inhalt komplett zu ignorieren)
Wenn dann noch qualitativ hochwertiger Inhalt dazu kommt (und Autoren/Zeichner auch nicht umsonst arbeiten) dann ist klar wo die Kosten herkommen.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Selganor [n/a] am 22.06.2004 | 17:01
Komischerweise sind diese preise erst mit der euroeinführung so teuer geworden?! ist mir halt aufgefallen!
Ist dir aufgefallen dass mit der Euroeinfuehrung fast alles teurer geworden ist? (Man will gar nicht mehr "zurueckrechnen" was das in Mark waere)

Aber DAS ist ein Thema das nicht nur Rollenspiele betrifft und nicht hierher gehoert (da gibt/gab es doch garantiert in der Speaker's Corner mindestens einen Thread dazu)
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Rauthorim am 22.06.2004 | 17:04
Wenn ich mir überlege was für laufende Kosten hinter so einem Regelwerk stecken (die Autoren etc. wollen ja auch von etwas leben) und mir die Qualität, die Rollenspielbücher mittlerweile erreicht haben, anschaue, dann sind die 35-40€ pro Grundregelwerk wirklich angemessen. (z.B. Degenesis!)
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Kendra Lotos am 22.06.2004 | 23:53
Es kommt aber auch drauf an, wo man die kaut....
Beim Games In im Laden zum Beispiel...da sind es Wucherpreise...da frag ich mich auch immer wie kann man nur so viel für Regelwerke bezahlen?!?
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Lord Verminaard am 23.06.2004 | 07:59
Ich bin leider der meinung, daß gerade relativ große verlage versuchen immer den ganz großen reibach zu machen!

Ich glaube nicht, dass irgendwer mit Rollenspielprodukten in Deutschland "den großen Reibach" macht. Keiner von denen wohnt in ner Villa und raucht teure Zigarren. Dass die andererseits versuchen, ihren Gewinn zu optimieren, indem sie die Preise erhöhen, ist legitim. Das sind Unternehmer, keine gemeinnützigen Vereine. Wenn irgendwann wegen der hohen Preise die Verkaufszahlen einbrechen, werden sie die Preise schon wieder senken.

Also: den Ärger über die Preise verstehe ich, den über die Rollenspielverlage aber nicht.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Visionär am 23.06.2004 | 08:37
Den einzigen, denen man IMHO vorwerfen kann, den großen Reibach machen zu wollen, sind GW und WoTC. Letztere sind ja eher auf dem RSP - Markt aktiv und liefern und zwar hervorragende Qualität in Sachen Layout, Satz, Druck und Bindung. Die Qualität des Inhaltes ist manchmal aber sehr fragwürdig. Ich sag' nur: MM 1 & 2, Fiend Folio, Monsters of Krynn, Monsters of Faerun, und angekündigt: MM3 sowie  Liber Mortis <-- Alles Monsterkompendien! Soviele braucht niemand! Ich habe ja in den letzten 10 Jahren nicht mal alle aus dem MC1 bzw. jetzt MM 1 verbraten!
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Catweazle am 23.06.2004 | 08:43
Es ist auch eine strategische Frage. Ein gutes Beispiel finde ich hier Midgard. Das Grundregelwerk mit den drei Heften (3. Ausgabe??) enthielt alles Notwendige, war im Paperback und hatte einen fairen Preis. Das neue Regelwerk ist in drei Hardcover-Bücher untergebracht, enthält nicht mehr (wo ist der Beschwörer?) und kostet locker das Dreifache. Der teure Preis ist hier keine Notwendigkeit, sondern einfach eine strategische Zielrichtung der Macher.

Ein anderes Beispiel ist AEon. Dieses wurde zwei mal aufgelegt. Einmal in nobler Hülle und einmal in der billig-Variante. Beide Versionen haben den exakt gleichen Inhalt, jedoch sind Preis und Aufmachung unterschiedlich. Leider ein Einzelfall.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Selganor [n/a] am 23.06.2004 | 08:47
Ein anderes Beispiel ist AEon. Dieses wurde zwei mal aufgelegt. Einmal in nobler Hülle und einmal in der billig-Variante. Beide Versionen haben den exakt gleichen Inhalt, jedoch sind Preis und Aufmachung unterschiedlich. Leider ein Einzelfall.
Nope... schau' dir mal die letzten Erscheinungen von Guardians of Order, White Wolf und Eden Studios (da z.B. die Buffy "Special Edition") an...

Wer eine "Special Edition" haben will kann die kaufen, wer es "billiger" haben will auch...
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Samael am 23.06.2004 | 08:51
Wobei da die "Limited" bzw. "Special Edistions" jeweils astronomische Preise und die Standardausgaben immer noch sehr hohe haben.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Roland am 23.06.2004 | 09:49
Ich bin leider der meinung, daß gerade relativ große verlage versuchen immer den ganz großen reibach zu machen! und das indem sie die preise anziehen! natürlich gibt es im allgemeinen nicht die große auflage, aber hey, das hat vorher auch funktioniert!

Genau.

Jedesmal wenn ich bei FanPro verbeikomme und den alten Golf, den etwas neueren Peugeot und die Fahrräder vor dem Eingang sehe, sage ich zu mir "Alles Tarnung, die haben die dicken Dienst-Benze in der Tiefgarage.".

Tatsache ist, wer Rollenspiele produziert, hat sich für einen Job mit eher niedrigem Einkommen entschieden, viele Verlage stehen dauernd an der Grenze zur Pleite oder ergänzen die mageren Rollenspieleinnahmen mit profitableren Dingen. Den großen Reibach kann man nur machen, wenn man ein erfolgreiches Miniaturen- oder Sammelkartenspiel an einen größeren Spielehersteller verkauft, so geschehen mit Wizards of the Coast und WizKidz.

Drei Vergleiche:



Chaosium, Call of Cthulhu 1st Edition, 1981: 4 Würfel, mehrere Papierhefte in einer nicht besonders hochwertigen Box, insgesamt ca. 160 Seiten, fast amateurhafte Präsentation - ca. 18$

Chaosium, Call of Cthulhu 6th Edition, 2004: Hardcover 320 Seiten, gutes Papier, gute Bindung, schönes (ok, zumindest sauberes) Layout - 40$

Selbst wenn man die Preise nicht um die Inflation von 23 Jahren bereinigt, hat die 6th Edition immer noch einen fairen Preis.



Atlas Games, Unknown Armies 1st Edition, 1998 - Softcover, 224 Seiten, anständiges Layout (wirkt ein bisschen gedrängt) und gute Gestaltung - 25$

Atlas Games, Unknown Armies 2nd Edition, 2002 - Hardcover, 336 Seiten, sehr gutes Layout und gute Gestaltung - 40$

Beide Bücher haben ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs Verhältnis.



Fantasy Productions, Apltraum ohne Ende, Unsterbliche Gier, Grenzenlose Macht, ca.1994, Gesamtpreis ca. 30 Euro

Fantasy Productions. Die Rückkehr der Finsternis, 2004 - Hardcover, 256 Seiten,  Sammelband der 3 oben genannten Abenteuer plus sehr viel "Bonusmaterial", verbessertes Layout, verbesserte graphische Gestaltung  - 25 Euro




Der Trend wird in Zukunft zu hochwertigeren, teureren Ausgaben gehen. Da die Auflagen kleiner werden, müssen die Verlage ihre Kosten mit  weniger Exemplaren decken. Gut aufgemachte Hardcover haben zwar keine höhren Gewinnspannen, aber durch den höhren Preis einen höhren absoluten Gewinn.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: wjassula am 23.06.2004 | 10:09
Zitat
Ich bin leider der meinung, daß gerade relativ große verlage versuchen immer den ganz großen reibach zu machen

Es gibt in Deutschland keine grossen Verlage in diesem Marktsektor. Nicht mal relativ grosse. Fanpro hat zwei fest angestellte Redakteure.
Und wie andere schon festgestellt haben, sind die Preise gemessen an der Ausstattung und der allgemeinen Marktlage nicht so hoch.
Neben allen anderen Argumente, die hier schon auftauchen, möchte ich auch noch mal sagen, dass Rollenspiele eben ein echtes Nischenprodukt sind, das für ein wahnsinnig kleines Publikum gemacht wird. Die DSA-Boxen verkauften imho etwa 10 000 Stück, und das dürfte schon die grösste Stückzahl sein, die am deutschen Markt so abgesetzt wird. Und bei so geringen Auflagen sind die Preise wohl zwangsläufig-relativ- hoch.

Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Ein am 23.06.2004 | 10:10
Das CoC-Beispiel ist schön, denn wenn man das ganze um die Inflation bereinigt, ist die 6th Edition wenig teurer als die 1st Edition und das für mehr Leistung.

Ich denke, dass man noch nie Rollenspiel mit einem so guten Preis-Leistungsverhältnis wie heutzutage bekommen hat. Und in Zukunft wird sich dieser Trend wohl sicherlich noch fortsetzen..
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Boba Fett am 23.06.2004 | 11:03
@Fire: Über welches spezielle Regelwerk ärgerst Du Dich denn?
Vielleicht will das ja jemand loswerden, oder es gibt günstige Alternativen...
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Monkey McPants am 23.06.2004 | 11:13
Das einzige, was mich in letzter Teit am Rollenspielmarkt etwas stört ist, das die Verlage in letzter Zeit immer mehr zu Vollfarben-, Hochglanz-Produkten tenbdieren, was den Preis natürlich auch in die Höhe treibt. (Zusätzlich zu gestiegenen Druckkosten, vor allem in Amerika, dem Hauptproduzenten. Darum drucken viele am. Verlage auch in China und anderen Teilen Asiens, wo es sogar mit Transport noch billiger ist.)

Ich hoffe halt auf einen etwas breiteren Umschwung hin zu pdf-Veröffentlichungen, sowohl durch kleinere "Independant"-Verlage, als auch durch die großen. (Wobei vor allem letzere hier auch noch einiges an Arbeit reinstecken müssen.)

Aber im allgemeinen bin ich auch bereit hohe Preise zu zahlen, wenn das Buch es mir Wert ist. (zB werd ich irgendwann HQ in meinen Händen halten, obwohls wahrscheinlich 43 Euros kostet.)

M
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Ein am 23.06.2004 | 11:17
Wobei ich nicht den Nutzen von PDF-Publikationen verstehe. Sicherlich haben sie einige Vorteile, z.B. Suchfunktion, aber im Endeffekt ist eine Hardcopy immernoch komfortabler. Die aber selbst zu drucken ist rein von den Kosten her recht unsinnig.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Selganor [n/a] am 23.06.2004 | 11:18
Kommt darauf an. Es gibt genug Leute die "kostenlos" drucken koennen ;)

Ausserdem ist es immer praktisch einfach mal die paar Seiten ausdrucken zu koennen um sie einem Spieler (oder Spielleiter) zukommen zu lassen ohne gleich das Buch auf den Kopierer legen zu muessen ;)
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Ein am 23.06.2004 | 11:20
Kommt darauf an. Es gibt genug Leute die "kostenlos" drucken koennen ;)

Mache ich auch, ist aber faktisch Diebstahl an deinem Arbeitgeber wie du weißt. ;)

Zitat
Ausserdem ist es immer praktisch einfach mal die paar Seiten ausdrucken zu koennen um sie einem Spieler (oder Spielleiter) zukommen zu lassen ohne gleich das Buch auf den Kopierer legen zu muessen ;)

Gut, das ist ein Punkt. Allerdings, ist das wirklich ein triftiger Grund für PDF? Ich zumindest verteile selten Auszüge aus Büchern, sondern verleihe eher das ganze Buch an den Spieler.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Boba Fett am 23.06.2004 | 11:27
Wobei ich nicht den Nutzen von PDF-Publikationen verstehe. Sicherlich haben sie einige Vorteile, z.B. Suchfunktion, aber im Endeffekt ist eine Hardcopy immernoch komfortabler. Die aber selbst zu drucken ist rein von den Kosten her recht unsinnig.

Genau da möchte ich widersprechen...
Ich finde PDF's ziemlich nützlich.
Als Spielleiter kann ich entscheiden, was ich auf Papier brauche und was nicht.
Ich kann den Spielern bestimmte Dinge ausdrucken und zukommen lassen.
Zum Beispiel bekommt bei mir jeder Spieler einen Passus mit den Grundregeln und für die Charaktererschaffung.
Zauberkundigen kann ich die Magie-Regeln ausdrucken und speziell die Zaubersprüche, die sie beherrschen.

Andere Dinge, zum Beispiel Hintergrundsinfos, brauche ich meistens, wenn überhaupt nur einmal.


Abgesehen davon muss ich Minx zustimmen, dass ich die hochglanz farb regelwerke auch lieber schlicht und günstig hätte. Wichtig sind doch die Informationen, die ich finde. Während des Spiels ist das Buch eher Nachschlagewerk.
Da brauche ich keine Farben und Schnickschnack.
Also bezahle ich für etwas, das man als Luxus ansehen kann. Auf diesen Luxus kann ich aber gut verzichten, wenn das Regelwerk gut ist.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Selganor [n/a] am 23.06.2004 | 11:29
Das ist ein Grund warum ich Sachen die in PDF sind gerne habe, aber bei einigen Dingen (z.B. den Malhavoc-Sachen) habe ich beide Versionen. Die Papierversion zum mitnehmen und gut lesen und die elektronische um sie Spielern zum Nachlesen oder Spielleitern (zum "Absegnen" von neuen Spruechen, ...)  gut zukommen lassen zu koennen (als Ausdruck versteht sich...)
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Ein am 23.06.2004 | 11:38
Okay, zumindest bei der Charaktererschaffung muss ich eine Gedächtnislücke eingestehen, die habe ich auch schon öfters rausgegeben. ;)

Aber trotzdem haben PDF gegen über Bücher einen enormen Nachteil: In der Badewanne vom Laptop lesen ist problematisch. ;)
Das ist auch der Grund warum PDFs nie Rollenspielbücher vertreiben werden, ebensowenig wie sich eBooks gegen echte Bücher durchgesetzen konnten. Ich sehe das nur als Hype, wenn es denn überhaupt einer ist.

Ich persönlich nehme auch gerne ein schön layoutes Buch. Warum auch nicht? Die Bücher aus den 80er sind in der Regel grottenschlecht, mit schrecklichen Design und hässlichen Bildern. Hat ja auch einen gewissen Sammlerwert solch ein Rollenspielbuch (den ein PDF nicht hat).
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Selganor [n/a] am 23.06.2004 | 11:42
Aber trotzdem haben Bücher gegen über PDF einen enormen Nachteil: In der Badewanne vom Laptop lesen ist problematisch. ;)
Ich denke du meinst es andersrun ;D
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Ein am 23.06.2004 | 11:44
Aber trotzdem haben Bücher gegen über PDF einen enormen Nachteil: In der Badewanne vom Laptop lesen ist problematisch. ;)
Ich denke du meinst es andersrun ;D

Perkele. Ja, wie Selganor es schon angemerkt hat, meinte ich es anders herum.. ;)
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Rauthorim am 23.06.2004 | 11:49
Ein PDF ist einer Hardcoverausgabe nicht überlegen. Selbst dann nicht, wenn es ums ausdrucken geht. Wozu gibts Kopierer oder Scanner...? ;)
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Ein am 23.06.2004 | 11:50
@Rauthorim
Ich denke, sie sprechen auf die Belastung auf das Buch an, wenn man es kopiert.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Boba Fett am 23.06.2004 | 12:02
Von Überlegenheit hat auch keiner was gesagt.
Es ging darum, dass PDFs nicht automatisch sinnlos sind.

Ich habe auch lieber (!) ein gutes Hardcover. Trotzdem würde ich mich bei einigen Werken über PDFs freuen.
Earthdawn beispielsweise (die ganzen talente ausdrucken), oder Exalted...

Ein Vorteil hat das PDF - die Produktionskosten und die Wartbarkeit.
Wenn mehr als die Hälfte der Produktionskosten beim Druck und Versand liegen, kaufe ich doch lieber ein PDF.
Wenn ich (jetzt als Verlag) ein Errata habe, kann ich das nachträglich in die Version noch einbauen.
Andere können sich bei bedarf das Errata aus dem Netz ziehen. Das kann dann einfach die korrigierte Seite sein,
die ausgedruckt und dazugeheftet wird.
Außerdem kann man so besser zwischen Setting und System trennen. So könnte man beispielsweise das System updaten auf eine neue Version, während das Setting gültigkeit behält.
Kunden könnten dann die Version updaten, das Setting nicht (Geld sparen), neue Kunden könnten beides im Bundle kaufen, etc.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Selganor [n/a] am 23.06.2004 | 12:05
Malhavoc bietet auch "Patches" an die aus dem "alten PDF" das "neue PDF" machen (z.B. als sie die ersten paar Buecher, bei denen sie noch nicht so viel ERfahrung hatten, druckfreundlicher und mit besserem Layout versehen haben)
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Arbo am 23.06.2004 | 14:03
Kurz zu den PDFs ... unabhängig vom kommerziellen Vertrieb sind gerade diese eine komfortable Lösung für die freie Rollenspielszene un die bietet tlw. sehr origielle Lösungen und Ideen kostenlos (zum Materialpreis) - die, welche sich mit kommerziellen Produkten in Punkt Spielbarkeit durchaus messen können.

Zurück zur Eingangsfrage, ob die Regelwerke zu teuer sind.

Vielleicht ist die Frage etwas "falsch" gestellt. Vielleicht müsste eher gefragt werden, ob die Preise der Regelwerke angemessen sind bzw. ob das Preis/Leistungsverhältnis stimmt. Diesbezüglich kann ich klar meine Bedenken äußern.

-gruß,
Arbo

Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Ein am 23.06.2004 | 14:26
Vielleicht ist die Frage etwas "falsch" gestellt. Vielleicht müsste eher gefragt werden, ob die Preise der Regelwerke angemessen sind bzw. ob das Preis/Leistungsverhältnis stimmt. Diesbezüglich kann ich klar meine Bedenken äußern.

Hast du auch Argumente, die deine Bedenken untermauern?
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Gast am 23.06.2004 | 14:45
Ich lass mich immer öfter zu einem "kommt ganz darauf an" hinreissen.

Wenn ich überlege wie viel Geld ich schon für Rollenspiele ausgegeben habe und durch die damit verbrachten Abende (in Stunden) teile, dann muß ich sagen, dass ich damit billig wegkomm.

Wer natürlich aus Powergamer Motiven jedes erscheinende Werk kauft um das kleinste Quentchen Vorteil gegenüber der Gruppe herauszuholen und sich nicht auf ein bisschen Storytelling einlässt kommt etwas teurer.

Was ich aber nicht ganz versteh (kenn mich mit dem Verlagswesen nicht so aus) ist:
Warum sind die Kosten für eine Seite Regelwerk so teuer im Vergleich zu anderen Sachbüchern?

Nagelt mich nicht darauf fest aber das SR SSG mit 23.-€ / 131 Seiten macht 0.175 € pro Seite
im Vergleich zu Perridon/Steiner Finanzwirtschaft der Unternehmung mit 25.-€ / 720 Seiten macht 0.034 € pro Seite

Liegt es an den Künstlern, welche die Bilder beisteuern?
Oder an den bunten Hochglanzseiten in der Mitte vom SR Grundbuch?
Oder am Gehalt für Autoren, Lektoren...
Oder an der Auflage?

Viele Bücher werden ja mittlerweile aus "Book on Demand" hinterlegt und nur bei Bestellung extra gedruckt . Ist billiger als auf einem vollen Lager mit ner gesamten Auflage sitzen zu bleiben.

Hat da einer von Euch genauere Infos?

Gruß Josh
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Ancoron Wolkentanz am 23.06.2004 | 14:49
Hobbis sind immer teuer, auch wenn man es nicht wahrhaben möchte. Und Rollenspiele machen da keine Ausnahme, vor allem bei rückgängigen Verkaufszahlen. Ich habe lieber ein gutes Hardcover für 40 Euro in der Hand, als mich durch ein 300 Seiten pdf.-Datei zu quälen.
Im Vergleich zu dem Aufwand und der Recherchen, die für einige Bücher investiert werden, sind die Preise zwar im oberen Sektor angesiedelt, aber stets angemessen.

Und von einem deutlichen Anstieg der Preise kann auch nicht gesprochen werden, höchstens von einem Wandel in den letzten zehn Jahren, der aber nicht auf die RPGs allgemein bezogen, sondern auf die Inflation zurückgeführt. Ich unterstütze gerne Verlage durch den kauf von RPGs, denn wenn nun auch noch Diskussionen aufkommen, noch nicht einmal ein gut gemachtes Regelwerk zu erwerben, dann wird bald keiner mehr das Risiko eingehen, neue Rollenspiele auf den Markt zu bringen.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Suro am 23.06.2004 | 14:49
Also ich denke schon, dass das auf keinen Fall wenig Geld ist was man da zahlt, aber ich tu das totzdem.
Ich hab viel Spaß an den Regelwerken, aber wenn ich mir anschau, wieivel ich für Playstation-Spiele zahl, ist das noch wahnsinniger.
Wenn ich mir Legacy of Kain:defiance hol zahl ich grandiose 60 Euro, um 30 Stundne zu spielen (natürlich ist auch einfach geil (imho), und da haben mehr Leute dran gearbeitet als an nem Rpg-Buch(so ein Spiel Abspann ist desöfteren dreimal so lang wie der von nem Film)), und da sind 35 Euro für ein Regelwerk wirklich noch akzeptabel.Mag sein dass ich dsa mal anders sehe, aber ich werde vielleicht auch eines Tages keine Multimedia-Spiele mehr zocken, aber jetzt nehm ich das noch in kauf.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Fredi der Elch am 23.06.2004 | 14:50
Liegt es an den Künstlern, welche die Bilder beisteuern?
Oder an den bunten Hochglanzseiten in der Mitte vom SR Grundbuch?
Oder am Gehalt für Autoren, Lektoren...
Oder an der Auflage?
Ja.  ~;D
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Boba Fett am 23.06.2004 | 14:58
Was man nicht vergessen darf:
Bei einem Rollenspielverlag sitzen Leute, die davon leben.

Wenn ein kleiner Verlag 2-3 Mitarbeiter hat, die alles machen, dann sind das Locker EUR 100.000+ im Jahr, die die verdienen wollen. (Steuern nicht mitgerechnet!)
Soviel muss ein Rollenspielverlag erstmal erwirtschaften. Rechnet man Druckkosten, Marge und dergl. ab, verdienen die Verlage vielleicht 10 EUR pro Exemplar. (Schätzung, genaue Zahlen habe ich nicht). Das heisst, dass sie 10.000+ Exemplare im Jahr umsetzen müssen. Regelwerke kommen etwa in 5.000er Auflagen raus.
Das heisst, man muss mindestens 2 Produkte im Jahr komplett verkaufen, um über die Runden zu kommen.

Mich wundert der Preis nicht. Mir ist es das Geld auch wert. Wenn mir etwas nicht wert wäre, würde ich es nicht kaufen.
Rechnet man mal den Anschaffungspreis eines Regelwerkes mit dem Nutzen, und vergleicht das mal mit anderen Freizeitbeschäftigungen, dann ist Rollenspiel verhältnismäßig preiswert.
regelmäßige Kino-, Fitness-Studio, Disko - oder Kneipen- besuche sind da wesentlich kostspieliger.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Rauthorim am 23.06.2004 | 15:01
@Boba Fett

Meine vollste Zustimmung!!
wenn ich bedenke, dass ich damals für das MERS Regelwerk einen Batzen Geld hingeblättert habe und ich rund 6 Jahre MERS gespielt habe sind das noch nicht mal 5€ pro Jahr, die ich so in meine Hobby investiert habe...
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: wjassula am 23.06.2004 | 15:57
Zitat
Das ist auch der Grund warum PDFs nie Rollenspielbücher vertreiben werden, ebensowenig wie sich eBooks gegen echte Bücher durchgesetzen konnten.

Ich könnte mir denken, dass die Schnittmenge zwischen starken Ciomputerusern und Rollenspielern grösser ist als im Rest der Bevölkerung. Vielleicht ist die Bereitschaft zum elektronischen Buch da höher.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Roland am 23.06.2004 | 15:59

Warum sind die Kosten für eine Seite Regelwerk so teuer im Vergleich zu anderen Sachbüchern?

Nagelt mich nicht darauf fest aber das SR SSG mit 23.-€ / 147 Seiten macht 0.156 € pro Seite
im Vergleich zu Perridon/Steiner Finanzwirtschaft der Unternehmung mit 25.-€ / 450 Seiten macht 0.055 € pro Seite

Liegt es an den Künstlern, welche die Bilder beisteuern?

Bilder kosten, für die Seitenzahl, die sie bedecken, relativ viel  Geld, Fotos sind meist billiger, Diagramme (z.B. Sach- und Lehrbüchern) kosten ein paar Minuten Arbeitszeit für Assistenten oder Hiwis.

Oder an den bunten Hochglanzseiten in der Mitte vom SR Grundbuch?

Die kosten schon was extra, sind aber nicht ganz so teuer.

Oder am Gehalt für Autoren, Lektoren...

Im RSP Bereich wird eher wenig verdient.

Oder an der Auflage?

Daran vor allem. Die Druckkosten pro Buch sinken mit steigenden Auflagen stark, außerdem bleibt bei einer höhen Auflage natürlich mehr Spielraum für die Preisgestaltung, da die Fixkosten des Verlags zuverlässiger gedeckt werden.
Wenn man 8.000 Euro Fixkosten auf eine 1000er Auflage verteilen will muß man einen bestimmten Mindestpreis nehmen.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Selganor [n/a] am 23.06.2004 | 16:12
Was man nicht vergessen darf:
Bei einem Rollenspielverlag sitzen Leute, die davon leben.
Oder auch nicht... Ich weiss dass ein guter Teil der d20-Produzenten die d20-Sachen nur "nebenbei" (also neben dem Job von dem sie leben KOENNEN) machen...
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Boba Fett am 23.06.2004 | 16:21
In diesem Fall ermöglicht der Markt es nicht, den Leuten das Leben von ihrer Berufung zu finanzieren.
Soll heissen: Das bestätigt nur meine Aussage, dass die Teile nicht zu teuer sind.
In Deutschland sind ja auch fast alle Verlage eigentlich Rollenspiel-Shops mit Nebenverdienst im Verlagswesen...
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Ludovico am 23.06.2004 | 16:26
Es gibt schon einige dreiste Sachen, wobei ich da aber manchmal die Händler in Verdacht habe (Beispiel: Bei Dragonworld kostet das Exaltet-Regelwerk irgendwie 28 € oder so, bei einem hiesigen Fantasy-Laden 34 € und bei einem anderen Laden in der Landeshauptstadt 36 €).
Das Härteste, was ich gesehen habe, war das Villains Kit für 7th Sea von AEG (ein hauchdünnes Heftchen, Softcover) für 31 € in letzterem Laden.
Natürlich hab ich es nicht gekauft und nun dank guter Kontakte für 10 €.

Wer nun aber über den Euro meckert, der sollte sich auch mal seine Lohnabrechnung anschauen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber seit der Euroeinführung werd ich wesentlich besser bezahlt.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Boba Fett am 23.06.2004 | 16:38
Lokale Shops müssen Miete zahlen, das muss ein Versand nicht unbedingt.
Und auch hier definiert wieder die Stückzahl den Rabatt.
Frag Deinen lokalen Händler mal, wieviel Exalted er insgesamt verkauft hat und kalkulier mal, wie viel Dragonworld verkauft. Ausserdem könnte der Versandshop-Betreiber (hinter denen ja auch ein Shop steht), theoretisch arbeiten gehen und die Bestellungen abends abfertigen. Dein Händler steht aber täglich Stundenlang im Laden.

Und zu guter letzt hat der Händler auch noch mindestens ein Exemplar vorzufinanzieren, das im Laden steht.
Der VErsandshop muss "nur" die Beschreibung ins Web setzen und könnte rein theoretisch danach auf Deine Bestellung mit einer Bestellung beim Hersteller reagieren - hätte also keine Vorfinanzierung.

Dass dem bei Dragonworld nicht so ist, ist hoffentlich klar! Ich möchte die Hanseaten nicht schlecht machen, die leisten nämlich einen tollen Job. Sie sind sehr günstig und superschnell!
Dragonworld sollte hier nur als ein Beispiel dienen um zu zeigen, dass Shop-Besitzer (zu denen DW ja auch gehören) es nicht so einfach haben, wie reine Versandshops.

in diesem Sinne

Boba Fett
Stammkunde bei Dragonworld
(aber auch Stammkunde im lokalen Shop)
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Ludovico am 23.06.2004 | 17:38
@Boba
Ich meinte immer, daß Dragonworld auch Ladenverkauf macht.
Dein Beispiel paßt jedenfalls richtig gut auf Amazon zu, die aber leider auch nicht sonderlich günstiger sind als lokale Fantasy-Shops.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Roland am 23.06.2004 | 19:00
Es gibt schon einige dreiste Sachen, wobei ich da aber manchmal die Händler in Verdacht habe (Beispiel: Bei Dragonworld kostet das Exaltet-Regelwerk irgendwie 28 € oder so, bei einem hiesigen Fantasy-Laden 34 € und bei einem anderen Laden in der Landeshauptstadt 36 €).

36,- Euro sind der empfohlene Verkaufspreis der deutschen Großhändler (zumindest derer, mit denen ich in Kontakt stehe/stand) Dollarpreis x 1,2.
Die 20% Aufschlag ergeben sich aus Mehrwertsteuer (die im US Dollar Preis noch nicht enthalten ist) un der zusätzlichen Gewinnspanne der deutschen Großhändler (die in den USA logischerweise nicht anfällt). Damit hat ein kleiner Händler eine Gewinnspanne von 40%, ein gößerer ca. 45%.
Wer weniger nimmt, muß sich das leisten können. Dragon World kauft wahrscheinlich mit gutem Mengen-Rabatt in den USA, spart also schon mal die Kosten für den Großhändler und bekommt sie Ware zusätzlich noch billiger. Da kann man gute Preise machen.

Das Härteste, was ich gesehen habe, war das Villains Kit für 7th Sea von AEG (ein hauchdünnes Heftchen, Softcover) für 31 € in letzterem Laden.

Das entspricht fast dem empfohlenen Verkaufspreis. 24,95 $ x 1,2. Im Villains Kit war die Mitgliedschaft in der NOM enthalten, daher der hohe Preis.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Arbo am 23.06.2004 | 19:55
@ Ein:

Ich gebe zu, mich etwas "interpretierfreudig" geäußert zu haben ... ich wollte auf jeden Fall darauf hinweisen, dass "angemessen" und "zu teuer" nicht das Gleiche sind.

Ich persönlich halte Preise jenseits der 30 Euro doch für recht hoch und alles was über 36 Euro geht für teuer. Dies liegt aber daran, dass ich mir nicht andauernd Regelwerke in diesen Preislagen leisten kann. Anderen wird es ähnlich gehen. Interessant wäre nun für mich die Frage, ob es sich nicht lohnt, "günstigere" Produkte zu herzustellen (im Sinne von: "die werden nicht gekauft"; wir haben damit keinen Absatz usw.).

Mich als Kunde hat es herzlich wenig zu interessieren, welche Konstenstruktur usw. hinter einem Rollenspiel steckt. Ich halte es auch für wenig sinnvoll beim Konsumenten auf Verständnis zu drängen - für Produkte, die ER bezahlt. So schade dies auch für Hersteller sein wird ...

Was die Angemessenheit konkret betrifft. Da stört mich das Argument, dass heute alles qualitativ so viel besser als früher wäre. Klar ist das so. Aber heute werden keine bleiernen Buchstaben per Hand gesetzt. Mit anderen Worten: Die Technik usw. hat sich verändert, so dass tlw. auch wiederum günstiger produziert werden kann. Gut, eingefleischte Kenner werden argumentieren, dass auch heute noch Qualität ihren Preis hat. In Ordnung ... nur sollte auch da das Preis-Leistungsverhältnis stimmen.

Wenn ich für 12 bis 20 Euro ein komplettes Regelwerk bekomme, ärgere ich mich über Druckfehler nicht unbedingt. Dann würde es mich auch nicht stören, wenn das RS-Buch - was ein Gebrauchsgut ist - nach einiger Zeit "Blätter" lässt. Aber ab 30,00 Euro möchte ich resistente Bücher haben ... keine Pappcover usw. Und Druckfehler möchte ich dort auch minimiert sehen. Statt dessen gibt es bei gleichartigen Produkten aus dem gleichen Haus zu gleichem Preis erhebliche Unterschiede in Papierqualität und tlw. auch Graphik.

Darüber hinaus habe ich auch oft den Eindruck, dass über "Kernregelwerke" oft div. Hintergrundsachen "subventioniert" werden.

Über all das kann man natürlich streiten. Für wichtiger halte ich jedoch erstere Argumentation bzgl. des "zu teuer" (gemessen an der Geldbörse).

-gruß,
Arbo
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Ludovico am 23.06.2004 | 20:13
@Roland
Aber das war zu einer Zeit, in der es die NOM schon gar nicht mehr gab.
Außerdem liegt diese in der USA. Welcher Deutsche bewirbt sich da schon?

Außerdem hab ich Zweifel daran, daß Dragonworld überhaupt auf Menge kauft (sie bestellen ja auch Einzelwerke bei Anfragen zu gleichen Preisen nach und unterhalten jede Menge unbekannte RPGs). So günstig ist das nämlich auch nicht, da man dann noch eine ganze Menge für die Lagerung bezahlen darf. Außerdem wird Dragonworld auch nicht von der Umsatzsteuer oder der Einkommenssteuer verschont (Der Laden ist keine Kapitalgesellschaft, also zahlen sie Einkommenssteuer). Auf Produkte aus den USA kommen teilweise noch Zölle und hohe Lieferkosten drauf.
Die müssen irgendeinen anderen Trick haben.

Übrigens find ich die Gewinnspannen, die Du nennst, ziemlich beträchtlich.

Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Roland am 23.06.2004 | 22:33
@Roland
Aber das war zu einer Zeit, in der es die NOM schon gar nicht mehr gab.
Außerdem liegt diese in der USA. Welcher Deutsche bewirbt sich da schon?

Das stört Alderac und die Großhändler bei der Preisgestaltung offensichtlich eher wenig.  :-[

Außerdem hab ich Zweifel daran, daß Dragonworld überhaupt auf Menge kauft (sie bestellen ja auch Einzelwerke bei Anfragen zu gleichen Preisen nach und unterhalten jede Menge unbekannte RPGs).

Mischkalkulation. Außerdem gibts bei Großhändlern meist umsatzabhängigen Rabatt auf den Rechnungsendbetrag. Man muss ja nicht bei den Verlagen direkt kaufen.

So günstig ist das nämlich auch nicht, da man dann noch eine ganze Menge für die Lagerung bezahlen darf.

Betreibt man neben einem normalen Laden noch einen erfolgreichen Versand, sind die Lagerkosten pro Kubikmeter Spiele wesentlich niedriger als in einem reinen Präsenzvertrieb.  Die Miete für Lagerräume ist nun mal wesentlich geringer als die für ein Ladenlokal.
Ich arbeite noch an einem Konzept, wie man Laden und Internetversand bei verderblichen Waren unter einen Hut bringen kann.  :)

Auf Produkte aus den USA kommen teilweise noch Zölle und hohe Lieferkosten drauf.

Zölle fallen fast keine an, zumindest habe ich bis jetzt auf USA Importe maximal 3,5 % bezahlt, auf Bücher und Spiele 0%. Die Lieferkosten halten sich so weit in Grenzen, das man bei größeren Mengen mit Direktimport besser fährt.

Übrigens find ich die Gewinnspannen, die Du nennst, ziemlich beträchtlich.

Ein Händler mit 5000 Euro Kosten im Monat (Miete, bescheidenes Gehalt, Aushilfe usw.) müßte bei 40% Gewinnspanne einen Umsatz von 12.500 Euro im Monat machen, um über die Runden zu kommen.  Nimmt er den normalen Dollarkurs als Preis braucht er schon (da 20% Gewinnspanne) 25.000 Euro Umsatz. Das ist nicht gerade wenig, ungefähr 20 dicke Grundregelwerke pro Tag.


Ich persönlich halte Preise jenseits der 30 Euro doch für recht hoch und alles was über 36 Euro geht für teuer. Dies liegt aber daran, dass ich mir nicht andauernd Regelwerke in diesen Preislagen leisten kann. Anderen wird es ähnlich gehen. Interessant wäre nun für mich die Frage, ob es sich nicht lohnt, "günstigere" Produkte zu herzustellen (im Sinne von: "die werden nicht gekauft"; wir haben damit keinen Absatz usw.).

Es lohnt sich nicht unbedingt, da mit einem Produkt die Kosten gedeckt werden müssen.
Wenn die Autoren, Illustratoren, Layouter und Lektoren insgesamt 15.000 Euro kosten muß man, bei 20% Gewinnspanne für den Verlag, mindestens 75.000 Euro umsetzen, möglichst noch mehr, da man ja auch seine Miete usw. bezahlen will.
Verkauft man das Buch für 40 Euro hat meine sein Ziel schon bei weniger als 2000 Exemplaren erreicht, nimmt man nur 20 Euro muß man mehr als 3500 Bücher verkaufen. Da der Rollenspielmarkt sehr klein ist, ist es sehr fraglich ob, selbst wenn das Produkt sehr gut ist, mit der Halbierung des Preises eine Verdopplung der verkauften Stückzahl einhergeht.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Boba Fett am 24.06.2004 | 08:59
Mich als Kunde hat es herzlich wenig zu interessieren, welche Konstenstruktur usw. hinter einem Rollenspiel steckt. Ich halte es auch für wenig sinnvoll beim Konsumenten auf Verständnis zu drängen - für Produkte, die ER bezahlt. So schade dies auch für Hersteller sein wird ...
Und für den Kunden, der irgendwann feststellt, dass sein Lieblingsprodukt nicht mehr gefertigt wird,
weil genau diese Einstellung dazu führte, dass alle Kunden abspringen.

Deswegen Widerspruch gegen die Aussage "Mich als Kunde hat es herzlich wenig zu interessieren..."!
Es muss den Kunden nicht interessieren, aber es sollte, denn Informationen sind nie verkehrt.

Abgesehen davon habe ich die Erfahrung gemacht, dass Systeme, die nicht gekauft werden, nicht preiswerter werden, sondern sterben. Deswegen kann es keine Lösung sein, zu verlangen "Macht die Regelwerke preiswerter, mir egal, ob Ihr dann Verluste einfahrt!". Das ist mehr als kurzsichtig.

Es gibt Systeme, die man sicherlich nicht so wertvoll bewertet, wie der Preis es angibt. Andere finden diese vielleicht gerade toll. Wenn man meint, ein System wäre das Geld nicht wert, sollte man es ohnehin nicht spielen, denn dann ist es ja scheinbar nicht besonders gut.
Auch die "Geiles System, ich habs mir als PDF 'geedonkeyed'" Lösung ist kurzsichtig. Klar ist das zunächst preiswert. Nur wenn dann kein weiterer Support mehr geschieht muss man sich nicht wundern...

Außerdem bleibe ich bei der Aussage: 35 oder 40 Euro sind für ein gutes (und da liegt die Crux!) System nicht zu teuer.
Ein gutes System unterhält mich über mehrere Jahre hinweg. 40 Euro können möglicherweise viel Geld sein, aber dann spart man eben das Geld zusammen, legt zusammen oder lässt es sich bei nächster Gelegenheit schenken (sonst wissen die Freunde oder Verwandtschaft doch nie was sie zum geburtstag schenken sollen!).
Auch für einen Schüler finde ich 40 Euro nicht zuviel, wenn ich mir anschaue, wofür heute Geld ausgegeben wird.
Manche Schüler verrauchen mehr Zigarettengeld in der Woche als ein Regelwerk kostet... ;)
Und über Handies, oder SMS brauche ich nichts verlieren...
Und über Trading-Card Games schon gar nicht. (und das Wort "Pokemon" habe ich nie gesagt!)

Zu guter Letzt:
Das Leben ist seit der Einführung des Euros teurer geworden. Auch die Produktionskosten für Druckwerk sind teurer gewordern.
Also ist es eine logische Konsequenz, dass die Produkte teurer werden, da die Produzenten auch mehr Geld in die Produktion stecken müssen. Sich über teure Regelsysteme aufzuregen bringt imho nichts, dann müsste man sich über die generelle Preissteigerung aufregen und das gleitet schnell ins Stammtischniveau ab.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Arbo am 24.06.2004 | 09:51
@ Boba:

Zitat
Deswegen Widerspruch gegen die Aussage "Mich als Kunde hat es herzlich wenig zu interessieren..."!
Es muss den Kunden nicht interessieren, aber es sollte, denn Informationen sind nie verkehrt.

Gut, war meinerseits vielleicht etwas provokant gestellt, aber verwechsle bitte nicht Produktinformationen mit "Hintergrundinfos". Warum sollte der Kunde für einen Preis "Verständnis" zeigen?  Was soll das für eine Argumentation sein, wenn im Produktvergleich der Kunde anfängt die Produktpolitik/Produktionskosten usw. für den von IHM gezahlten Preis zu rechtfertigen a la "Ach, ich zahl auch 80, 00 Euro ... die armen Hersteller haben es ja nicht leicht"? Warum soll der Kunde Verständnis für eine schlechte Verlagslage haben, wenn diese wiederum scheinbar kein Verständnis für seine desolate Einkommenslage haben?

Aber gut ... auf was ich eigentlich hinaus möchte, war die Frage, warum kein "billigeres" Segment bedient wird. Gibt es keine Absatzchancen dafür? Wenn ja, was sind die Argumente? usw.

Zitat
Abgesehen davon habe ich die Erfahrung gemacht, dass Systeme, die nicht gekauft werden, nicht preiswerter werden, sondern sterben. Deswegen kann es keine Lösung sein, zu verlangen "Macht die Regelwerke preiswerter, mir egal, ob Ihr dann Verluste einfahrt!". Das ist mehr als kurzsichtig.

Ist aber Marktwirtschaft. Und außerdem fragt denn auch niemand, warum div. Systeme nicht gekauft werden. Wer "lieblos" produziert, schlechten Service leistet usw. braucht sich nicht zu wundern, wenn sein Zeug nicht gekauft wird.

Zitat
Es gibt Systeme, die man sicherlich nicht so wertvoll bewertet, wie der Preis es angibt. Andere finden diese vielleicht gerade toll. Wenn man meint, ein System wäre das Geld nicht wert, sollte man es ohnehin nicht spielen, denn dann ist es ja scheinbar nicht besonders gut.

Naja, aber was ist, wenn man das System zwar gut finden, sich das System selbst nicht leisten kann. Und was ist mit jenen, die sich so ein System (Quellenband usw.) vielleicht zulegen würden, aber nicht für DIESEN Preis?

Zitat
Auch die "Geiles System, ich habs mir als PDF 'geedonkeyed'" Lösung ist kurzsichtig. Klar ist das zunächst preiswert. Nur wenn dann kein weiterer Support mehr geschieht muss man sich nicht wundern...

Habe ich auch nicht befürwortet, sondern darauf verwiesen, dass PDF für die freie Rollenspielszene eines der wichtigsten Verteilungs-/Vertriebsmechanismen IM Netz ist. Und dort - in der freien Rollenspielszene - gibt es sehr schöne Perlen darunter, und zwar kostenlos. Darauf wollte ich hinaus, als ich die PDFs ansprach.

Zitat
Außerdem bleibe ich bei der Aussage: 35 oder 40 Euro sind für ein gutes (und da liegt die Crux!) System nicht zu teuer.

Tja, was ist ein gutes System? Ist Deine Aussage nich auch vom jeweiligen Geldbeutel abhängig? Ich glaube, so einfach kann man es sich nämlich nicht machen. So habe ich mir damals z.B. Fading Suns zugelegt ... eigentlich ein schönes Regelwerk, wenngleich m.E. auch schon recht teuer (für ein Softcover, also kein "richtiges" Buch - Rollenspielbücher sind Gebrauchsgüter!). Glaube abe nicht, dass ich das jemals gespielt habe ... leider sind dazu in meinem Bekanntenkreis kaum Spieler zu bewegen. Folglich habe ich die Kohle praktisch zum Fenster rausgeworfen ... Deine Rechnung mit dem Verteilen und lange "Spielen" zieht da nicht.

Ähnlich wird es sich mit sämtlichen Zweitregelwerken usw. handeln. Ich bin überzeugt, dass der ein oder andere mehr im Regal hätte, wenn die Preise niedriger wären. Darüber hinaus habe ich auch nicht den Eindruck, dass man sich wirklich um Neukunden bemüht, mit der Folge, dass es auch keine Preissenkungseffekte geben kann.

Zitat
Das Leben ist seit der Einführung des Euros teurer geworden. Auch die Produktionskosten für Druckwerk sind teurer gewordern.
Also ist es eine logische Konsequenz, dass die Produkte teurer werden, da die Produzenten auch mehr Geld in die Produktion stecken müssen. Sich über teure Regelsysteme aufzuregen bringt imho nichts, dann müsste man sich über die generelle Preissteigerung aufregen und das gleitet schnell ins Stammtischniveau ab.

Wir sollten hier aber strikt zwischen Preissteigerung und Preis/Leistungs-Verhältnis unterscheiden. Zu ersterem würde ich mich Dir anschließen, bei zweiterem glaube ich, dass man durchaus diskutieren darf/muss.

-gruß,
Arbo
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Selganor [n/a] am 24.06.2004 | 10:16
Naja, aber was ist, wenn man das System zwar gut finden, sich das System selbst nicht leisten kann. Und was ist mit jenen, die sich so ein System (Quellenband usw.) vielleicht zulegen würden, aber nicht für DIESEN Preis?
Dann sollte man schauen dass man es billiger kriegt.
Nur deutsche Buecher unterliegen der Preisbindung, bei anderen kann man durchaus Rabatte kriegen.
Oder sie bei E-Bay (oder sonstwo) guenstiger finden
Oder sich schenken lassen

Alles legitime (und legale) Moeglichkeiten an Dinge zu kommen die einem zum "normalen" Preis zu teuer sind...
Zitat
Tja, was ist ein gutes System? Ist Deine Aussage nich auch vom jeweiligen Geldbeutel abhängig?
Die Qualitaet eines Systems ist nicht vom Geldbeutel abhaengig.
Ein System wird nicht besser/schlechter wenn ich mehr/weniger Geld habe...
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Boba Fett am 24.06.2004 | 10:43
@Arbo:

Ohne jetzt lange zu zitieren.
Ich fasse mal zusammen:

Beim Verständnis von Situationen der Rollenspieler kommen wir nicht zusammen. Ich bin nämlich der Meinung, dass man da durchaus soetwas wie "Solidarität" beweisen sollte, auch wenn die andere Seite es durch die Anonymität des Konsumenten nicht macht oder kann.
Für ein System aus einem kleinen Verlag, das / der mir am Herzen liegt gebe ich gern Geld aus. Mit dem Bewustsein, dass ich ihn damit am Leben erhalte. Ich kaufe auch oft beim lokalen Shop, obwohl Dragonworld preiswerter ist und fast genauso schnell liefert (Beim lokalen Shop muss ich zeit investieren und nach der Arbeit hinfahren, bei Dragonworld habe ich das Werk genau einen Tag später in der Post, wenn ich heim komme). Es ist mir einfach das Geld wert, dass ich weiss, dass es diesen Laden gibt, und so die Chance besteht, dass z.B. Nichtrollenspieler dran vorbeilaufen und mal reinschnuppern und so zu Rollenspielern werden. Und genauso kaufe ich auch mal ein Produkt eines Systems, das ich gern mag, obwohl ich es nicht brauche, einfach um die Nachfrage für dieses System zu stärken.
Ich kaufe auch grundsätzlich deutsche Produkte, auch wenn die englische Übersetzung schon ein Jahr vorher erhältlich und preiswerter ist.
Ich würde auch eher ein System kaufen, das nicht im Ausland gedruckt wurde und ich kauf Klamotten auch bei Trigema und fahr ein Auto dass in Deutschland zusammengeschraubt wurde - auch wenn es preiswertere Autos gleicher Qualität gibt.
Das sind aber grundsätzliche Einstellungen. Man kann auch anderer Meinung sein.

Warum kein billiges Segment bedient wird? Wird es. TriStat ist als PDF for free, als Buch für 10 EUR zu haben.
PDF ist ausserdem ein Medium, dass für kommerzielle Werke erst jetzt durch den Acronat Reader 6 interessant wird, weil man die Produkte schützen kann. Ich denke, die Produktpreise werden dadurch auf PDF Seite sinken, einfach weil die Druckkosten nicht mehr anstehen.

Über lieblos produzierte Produkte brauchen wir uns nicht unterhalten, da sind wir einer Meinung. Die werden nicht gekauft (oder von Leuten, die zu viel Geld haben). Ein Auto, das regelmäßig Pannen hat oder schon im Katalog rostet wird auch niemand mehr kaufen.

Wenn ich mir ein System wirklich nicht leisten kann, dann kann ich es mir nicht leisten. Dann kann ich es nicht kaufen.
Das ist schade, aber die Preise orientieren sich nach Angebot und Nachfrage und der Mindestpreis wird immer die Produktionskosten decken müssen. Man könnte (um mal bei den Autos zu bleiben) Neuwagen in Deutschland auch preiswerter verkaufen, trotzdem kosten sie mehr als im europäischen Umland. Einfach, weil die Kunden das Geld zu zahlen bereit sind. Es gibt nur einen Umkehrschluss: Kauf es nicht. Kauf ein anderes, bau Dir Dein eigenes, spiele nicht.
Und dabei machen die Systeme es einem sogar leicht. Nimm ein preiswertes System (oder schaff ein eigenes) und klau Dir die Ideen aus den neuen Produkte. Shadowrun ist genau das System aber zu teuer? Kein Problem. Nimm TriStat und bau Dir Dein eigenes. Plötzlich wird Exalted cool? Auch kein problem. Lies eine Rezi im Internet und Du kennst das System grundsätzlich. Bau es Dir nach. Noch dazu kommt jetzt jede Woche ein gratis PDF raus.
Welcher Auto-Hersteller verschenkt jede Woche einen PKW? ;D

Was ist ein gutes System? letztendlich bestimmt das jeder für sich selbst. Ein solides Machwerk mit für mich geeigneten Regeln und einem inspirierendem Setting würde ich sagen. Wenn ein System das zu sein scheint, lese ich mehrere Rezis und schau es mir an und dann kaufe ich es ggf.
Das Problem des "Gutes System aber nicht spielen können" (Dein Fading Suns Beispiel) ist doch kein Problem des Preises, sondern eines der Koordination. Wenn Du weisst, dass Du das System nicht spielen wirst, weil Du keine Spieler findest, aber nur Geld für Systeme ausgeben möchtest, die Du auch spielen wirst, dann darfst Du es Dir nicht kaufen.
Oder aber Du musst intensiv nach Spielern suchen, die das spielen würden und es Dir dann kaufen.
Es zu kaufen und dann am Preis kritisieren, weil es keiner mit Dir spielt, ist doch reichlich albern.
Das wäre so, als würde man sich einen Ami-Schlitten kaufen und dann jammern, dass der Sprit-Preis so hoch ist. Ja ist er, aber man hat doch vorher gewusst, dass so ein Ami-Schlitten 25 Liter auf 100 km braucht. Wenn der Spritpreis ein Kriterium ist, darf man eben keinen Ami-Schlitten kaufen, sondern muss sich ein sparsames Auto zulegen (und dann könnte man ggf. sogar über den Spritpreis jammern - und selbst dann eigentlich nicht, denn man könnte ja Fahrrad.. ach egal!). Genug davon!

Natürlich darf man die generelle Preisentwicklung diskutieren. Aber bitte im "Preachers Corner". Genauso kann man sich über hohe Preise für schlechte Systeme (oder Systeme schlechter Qualität) ärgern. Aber wenn man diese kauft ist man selbst schuld. Gegen hohe Preise für gute Rollenspiele zu wettern finde ich aber ungerechtfertigt.
Denn da finde ich die Preisspanne angemessen und das Preis- / Leistungverhältnis durchaus gerechtfertigt. Und bisher kamen auch keine Argumente, die das widerlegt haben.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Klaus am 24.06.2004 | 12:21
Ich muß sagen das das teuerste System das ich mir je gekauft habe ein System war das eine Gruppe für sich selbst erstellt und der Vater von einem zum Selbstkostenpreis bei der Druckerei bei der er gearbeitet hat drucken ließ.

Die geringe Auflage macht einfach viel vom Preis, ist die Auflage zu klien geht der Preis dann auch gleich deutlich nach oben und ein System wird nicht mehr gekauft, Teufelskreis das System stirbt.
Denke dies sollte allen klar sein, niemand wird bewußt etwas unter Verlust produzieren so dies nicht als Werbung oder Vorbereitung auf zukünftige Gewinne dient und wenn ein System nicht gekauft wir weil es zu teuer ist dann stirbt es.

Ich glaube nicht das ein Produzent für Verständnis für seine Preise werben sollte, es liebt mehr am Fan sich zu interessieren warum der Preis für ein System dann wirklich so hoch ist.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Arbo am 24.06.2004 | 13:48
@ Selganor:

Zitat
Die Qualitaet eines Systems ist nicht vom Geldbeutel abhaengig.
Ein System wird nicht besser/schlechter wenn ich mehr/weniger Geld habe...

Tja, wenn die Qualität des Systems nicht vom Geldbeutel abhängig ist, dann möchte ich jetzt alle Regelwerke ab 1 Euro haben ... und zwar in der gleichen Qualität wie für 35+ ;)

@ Boba:

Zitat
Ich bin nämlich der Meinung, dass man da durchaus soetwas wie "Solidarität" beweisen sollte, auch wenn die andere Seite es durch die Anonymität des Konsumenten nicht macht oder kann.

Ich denke, dass wir da auch nicht sooo sehr auseinander liegen. Wenn es Verlage gibt, die sich bemühen usw. ... kurz: die mich als Kunden auch irgendwie "begleiten" ... dann werde ich sicherlich auch "solidarisch" sein. Bei der Diskussion um "hohe Preise" habe ich allerdings immer "Massenware" im Hinterkopf ... und dort hapert es meistens beträchtlich, so dass ich in diesen Fällen schon der Meinung bin, dass man sich aufregen - oder (und) sich zum Nichtkauf entschließen - sollte.

Um das vielleicht etwas unmißverständlicher auszudrücken: Der Kunde/Konsument muss sich nichts vorschreiben und auch nicht nichts auftischen lassen. Der Kunde soll kaufen oder nicht kaufen und zwar aus eigenem Gutdünken.

Es hält sich u.a. auch ein Gerücht, dass man sich bisweilen auch mal um jene Spezies (Kunde) bemühen muss, um Geld zu verdienen ;)

Zitat
Wenn ich mir ein System wirklich nicht leisten kann, dann kann ich es mir nicht leisten. Dann kann ich es nicht kaufen.

Dann darf ich doch aber trotzdem diese Preise als zu hoch empfinden, oder?

Zitat
Das ist schade, aber die Preise orientieren sich nach Angebot und Nachfrage und der Mindestpreis wird immer die Produktionskosten decken müssen.

Will ich nicht abstreiten, soll ja schließlich hinten etwas rauskommen. Trotzdem kann man auch diesen Mindestpreis versuchen langsam zu senken, indem man sich z.B. um Neukunden kümmert.

Die Forderung nach niedrigeren Preisen ist m.E. trotzdem legitim, da ein "Normalkunde" eben nicht die Produktionsstruktur kennt. Der jeweilige Unternehmer muss dann schauen, was er am Markt absetzen kann.

Zitat
Es gibt nur einen Umkehrschluss: Kauf es nicht. Kauf ein anderes, bau Dir Dein eigenes, spiele nicht.

Naja, letzteres wollen wir als engagierte Rollenspieler mal ganz schnell vergessen. Ansonsten Zustimmung  ;D

Zitat
Das Problem des "Gutes System aber nicht spielen können" (Dein Fading Suns Beispiel) ist doch kein Problem des Preises, sondern eines der Koordination. Wenn Du weisst, dass Du das System nicht spielen wirst, weil Du keine Spieler findest, aber nur Geld für Systeme ausgeben möchtest, die Du auch spielen wirst, dann darfst Du es Dir nicht kaufen.
Oder aber Du musst intensiv nach Spielern suchen, die das spielen würden und es Dir dann kaufen.
Es zu kaufen und dann am Preis kritisieren, weil es keiner mit Dir spielt, ist doch reichlich albern.

Naja, so albern ist das eigentlich nicht. Denn letztlich macht man so einen "Fehlgriff" nur einmal. Bei mir ist es so, dass ich aufgrund des Preises mir dreimal überlege, ob ich mir etwas, was auf den ersten Blick interessant ausschaut, kaufe. Wäre der Preis hier und da niedriger, so würde dies vielleicht schon längst in meinem Regal stehen. Außerdem bezweifle ich, dass ein "Konsument" so rational, wie Du oben geschrieben hast, vorgeht.

Im Normalfall ist es doch so, dass man sich etwas "cooles" zulegt. Der "Ärger" setzt erst hinterher ein. Und dann beginnt das Kalkül, welches Du oben beschrieben hast |=>  prüfen ob es einen interessiert; schauen, ob Spieler da sind; Spieler anwerben usw. => wenn das nicht klappt = Nichtkauf; klappt das, dann Rollenspiel olè  ;D

Zitat
Genauso kann man sich über hohe Preise für schlechte Systeme (oder Systeme schlechter Qualität) ärgern. Aber wenn man diese kauft ist man selbst schuld. 

Stimmt.

Zitat
Gegen hohe Preise für gute Rollenspiele zu wettern finde ich aber ungerechtfertigt.
Denn da finde ich die Preisspanne angemessen und das Preis- / Leistungverhältnis durchaus gerechtfertigt. Und bisher kamen auch keine Argumente, die das widerlegt haben.

[Haarspaltermodus] Wenn Du von "hohen Preisen" für gute Rollenspiele ausgehst, impliziert dies, dass es auch einen "niedrigen" Preis für Rollenspiele gibt. Folglich ist die Forderung nach "niedrigeren" Preisen durchaus berechtigt. Konsequenter wäre hier der Begriff "angemessener Preis".  [/Haarspaltermodus]

Ansonsten behalte ich mir als Kunde auch hier vor, zu fragen, ob es nich auch günstiger geht. Wenn nicht und das Regelwerk (!!!) schaffte es, mich zu überzeugen, dann wird es gekauft ... allerdings auch mit dem Vorbehalt, sich ggf. später doch kritisch äußern zu dürfen!

-gruß,
Arbo

Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Boba Fett am 24.06.2004 | 14:37
Gut, ich glaube wir sind mit eigentlich allem im Konsens (mein neues Lieblingswort ;D )!
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Fredi der Elch am 24.06.2004 | 14:39
Konsens (mein neues Lieblingswort ;D )!
Das muss Liplinksvord heißen... ;D
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Boba Fett am 24.06.2004 | 14:43
Tu Chelm, tu! 8)
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Arbo am 24.06.2004 | 17:08
Man werfe ihn auf den Poden  ~;D
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Roland am 24.06.2004 | 18:29
@ Selganor:

Zitat
Die Qualitaet eines Systems ist nicht vom Geldbeutel abhaengig.
Ein System wird nicht besser/schlechter wenn ich mehr/weniger Geld habe...

Tja, wenn die Qualität des Systems nicht vom Geldbeutel abhängig ist, dann möchte ich jetzt alle Regelwerke ab 1 Euro haben ... und zwar in der gleichen Qualität wie für 35+ ;)

Da kann ich Dir nicht ganz folgen - ich verstehe schon, das Du möglichst alles geschenkt haben willst, aber die Logik Deiner Argumentation erschließt sich mir nicht.


Zitat
Wenn ich mir ein System wirklich nicht leisten kann, dann kann ich es mir nicht leisten. Dann kann ich es nicht kaufen.

Dann darf ich doch aber trotzdem diese Preise als zu hoch empfinden, oder?


Über Deine Gefühle will ich Dir keine Vorschriften machen. Wenn ich aber zu meinem Mercedes-Benz Vetragshändler um die Ecke gehe und ihm sage er soll die Preise senken, damit auch ich als Nichtreicher einen dicken Benz fahren kann, was denkt der sich dann wohl?




Zitat
Gegen hohe Preise für gute Rollenspiele zu wettern finde ich aber ungerechtfertigt.
Denn da finde ich die Preisspanne angemessen und das Preis- / Leistungverhältnis durchaus gerechtfertigt. Und bisher kamen auch keine Argumente, die das widerlegt haben.

[Haarspaltermodus] Wenn Du von "hohen Preisen" für gute Rollenspiele ausgehst, impliziert dies, dass es auch einen "niedrigen" Preis für Rollenspiele gibt. Folglich ist die Forderung nach "niedrigeren" Preisen durchaus berechtigt. Konsequenter wäre hier der Begriff "angemessener Preis".  [/Haarspaltermodus]


Wenn wir schon beim Haare spalten sind, Boba schreibt nicht, daß er von hohen Preisen ausgeht, sondern

Zitat
Gegen hohe Preise für gute Rollenspiele zu wettern finde ich aber ungerechtfertigt.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Catweazle am 26.06.2004 | 23:13
Exkurs: früher bekam man Regelwerke noch in Schul-Schnelheftern zu kaufen. Na, wer ist alt genug und erinnert sich noch an Ars Magica im Schnellhefter?

Ich finde schon, dass eine schöne Aufmachung des Regelwerks zum Spielspaß beiträgt. Ich konnte bei mir beobachten, dass ich mich leichter in die jeweilige Welt hineinversetzen kann, wenn alles stimmungsvoll z.B. mit schönen Illustrationen versehen ist. Die Frage ist nur, wieviel ist man bereit dafür zu zahlen. Es ist natürlich schade, wenn man sich ein schönes Regelwerk nicht leisten kann, nur weil der Hersteller einen höheren Qualitätsmaßstab anlegte, als man ihn selbst als Kunden hat. Hier liegt das Problem! Genau hier.

 
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Catweazle am 27.06.2004 | 14:01
Natürlich kann auch eine Schwarzweiß-Darstellung schön und stimmungsvoll sein. Aber auch hier kann man wieder unterschiedliche Qualitäten bringen: Hochglanzpapier / Recyclingpapier, teure gute Zeichner / billige schlechte Zeichner,  Hardcover / Softcover. Ehrlich gesagt trug damals die hohe Qualität der Bilder Elmores und Easleys ein gutes Stück dazu bei, dass ich D&D stimmungsvoller fand als DSA.

Manchmal reicht natürlich auch eine Primitivdarstellung. So fände ich es zum Beispiel für ein viktorianisches System sehr stimmungsvoll, wenn man es auf Zeitungspapier drucken würde. Da könnte man Geld sparen und es würde dennoch funktionieren. Auf der anderen Seite finde ich die Hochglanzbilder der Monster-Companions sehr, sehr schön.

*Schulterzuck* wie ich bereits schrieb ist dies wohl eine Frage des persönlichen Anspruchs und des Geldbeutels.

Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: azentar am 27.06.2004 | 14:19
Dailor schrieb:
Zitat
Manchmal reicht natürlich auch eine Primitivdarstellung. So fände ich es zum Beispiel für ein viktorianisches System sehr stimmungsvoll, wenn man es auf Zeitungspapier drucken würde. Da könnte man Geld sparen und es würde dennoch funktionieren. Auf der anderen Seite finde ich die Hochglanzbilder der Monster-Companions sehr, sehr schön.

Druckfarben & Papier sind nicht der größte Faktor im Preis eines Regelwerks:

- Entwicklungszeit
- Professionalität des Layouts & der Illus (irrelevant ob sw oder farbig)
- Auflage (wichtigster Faktor für den Preis)
- Übersetzungskosten
- Lizenzkosten für Dritthersteller
- Hardcover = +10 €

Das alles treibt die Preise in die Höhe & macht Rollenspielen derzeit zu einem überraschend teurem Hobby... Aber die Regelwerke werden gekauft, die Preise sinken nicht.
Also liegen die Preise nicht über der Akzeptanzschwelle der Szene & die Anbieter haben vielleicht keinen Anlass zur Preissenkung?
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Roland am 27.06.2004 | 14:28
Tatsache ist, das ein Buch seinen Preis hat, auch wenn man auf teure Optionen verzichtet.

Degenesis (http://www.degenesis.de/) z.B. hat bei ca. 380 Seiten in schwarzweiß, Hardcover, mit guter garfischer Gestaltung einen Preis von 37,95 Euro. Ich glaube nicht, das der Verlag mehr ein paar Euro pro Stück verdient
Inspectres (http://www.inspectres.de/) kommt als 72seitiges Softcover mit ebenfalls guter Gestaltung für 15,- Euro daher.

In beiden Fällen hätte man sicher durch Einsparungen in der Produktion (schlechteres Papier, einfacher Umschlag) ca. 10% Kosten sparen können, weitere 10% - 20% wenn man mit kleinstem Schriftsatz und dem Verzicht aus Illustrationen die Hälfte der Seiten eingespart hätte. aber ist es das wirklich wert?
Die paar Euro lege ich gern noch drauf, lieber ein schönes Buch für 38,- als eine hässliche, schlecht gebundene Bleiwüste für 29,95.

Die höhren Preise der heutigen Rollenspiele erklären sich fast alle aus dem wesentlich erweiterten Inhalt der aktuellen Auflagen, von Cthulhu über DSA bis zur neuen WoD Auflage.
Für (fast) alle Rollenspiel gibts es mittlerweile preiswerte Einsteigeroptionen, viele kann man sogar fast kostenlos downloaden. Falll 1800 Seiten DSA zu teuer sind  kauft man die Basisbox für 30,- Euro uns ist dabei. Dazu noch die Weltbeschreibung für weitere 30,- Euro, schon hat man ein komplettes Rollenspiel inkl. Hintergrund, das man auf Jahre hinaus spielen kann. Wem die neue Ars Magica Auflage mit über 50 Dollar zu teuer ist, der bekommt die alte gratis im Internet.


Also liegen die Preise nicht über der Akzeptanzschwelle der Szene & die Anbieter haben vielleicht keinen Anlass zur Preissenkung?

Selbst wenn sie wollten, könnten die meisten nicht, es sei denn sie wollten das Verlagswesen als Ehrenamt oder Hobby betreiben. Die Tendenz geht eher zu höheren Preisen, bzw. mehr Inhalt, was die Spiele automtische teurer macht. Darauf angesprochen sagen viele Verlagschefs übereinstimmend, daß sich das Projekt ansonsten nicht rechnet, da die Auflagen leider nicht hoch genug sind.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Arbo am 27.06.2004 | 18:15
@ Roland:

Entschuldigung, wenn ich erst jetzt poste ... also, mit etwas Verspätung. Mir ging es in allererster Linie um den mündigen Konsumenten, der vielleicht auch mal kritisch ist, seinen Mund aufmacht, hinterfragt usw. ... nicht jedes Argument als vom Rollenspielgott gegeben hinnimmt.

Darüber hinaus scheint es mir oft so, dass Beschwerden immer als "Belastung" dargestellt werden. Der sich beschwerende Kunde als Querulant und Dummkopf, der eh nicht weiß was läuft.

-gruß,
Arbo
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Roland am 27.06.2004 | 18:31

Die höhren Preise der heutigen Rollenspiele erklären sich fast alle aus dem wesentlich erweiterten Inhalt der aktuellen Auflagen, von Cthulhu über DSA bis zur neuen WoD Auflage.
Für (fast) alle Rollenspiel gibts es mittlerweile preiswerte Einsteigeroptionen, viele kann man sogar fast kostenlos downloaden. Falll 1800 Seiten DSA zu teuer sind  kauft man die Basisbox für 30,- Euro uns ist dabei. Dazu noch die Weltbeschreibung für weitere 30,- Euro, schon hat man ein komplettes Rollenspiel inkl. Hintergrund, das man auf Jahre hinaus spielen kann. Wem die neue Ars Magica Auflage mit über 50 Dollar zu teuer ist, der bekommt die alte gratis im Internet.

Und mit letzterer macht der Verlag kein Geld. Sie sind allenfalls eine Verzweiflungslösung, um den Nachwuchsschwund einzudämmen. Wobei die Tatsache, dass Ars Magica nicht gerade einen Ruf als Einsteigerspiel hat das noch erschwert. Was DSA angeht, so ist es naiv, auf diese zwei Elemente zu verweisen.

Hier im Forum gibts einige Leute die diverse WoD Spiele jahrelang nur mit dem Grundregelwerk bestritten haben, bei DSA kenne ich auch mehrere Fälle.

Es ignoriert den psychologischen Effekt von einem halben Dutzend Boxen plus Zusatzbände im Regal.

Der Effekt wäre?

Und selbst wenn sie von diesen zwei Boxen auf Jahre hinaus zehren, dann hat der Verlag davon auch nix, weil die Folgekäufe fehlen.

Worauf willst Du hinaus?
Willst Du nun einsteigerfreundliche Systeme bei denen man mit wenig Material auskommt oder möglichst vielschichtige Spiele damit der Absatz auf lange Zeit gesichert ist?

Darauf angesprochen sagen viele Verlagschefs übereinstimmend, daß sich das Projekt ansonsten nicht rechnet, da die Auflagen leider nicht hoch genug sind.

...um sich bei nächster Gelegenheit darüber zu wundern, wo der Nachwuchs bleibt. Es hat noch keine Firma gerettet, kompromisslos in Extremen zu denken.

Hast Du eine gute Methode um Nachwuchs zu werben?


@ Roland:

Entschuldigung, wenn ich erst jetzt poste ... also, mit etwas Verspätung. Mir ging es in allererster Linie um den mündigen Konsumenten, der vielleicht auch mal kritisch ist, seinen Mund aufmacht, hinterfragt usw. ... nicht jedes Argument als vom Rollenspielgott gegeben hinnimmt.

Das sollte Dir unbenommen bleiben.

Darüber hinaus scheint es mir oft so, dass Beschwerden immer als "Belastung" dargestellt werden. Der sich beschwerende Kunde als Querulant und Dummkopf, der eh nicht weiß was läuft.

Das liegt wahrscheinlich am idellen Einsatz, mit dem viele in der Branche am Werk sind. Wenn man sowieso fast ohne Gewinn produziert und für einen Hungerlohn arbeitet weil die Arbeit Spaß macht, hört man die Meinung "Ihr seid viel zu teuer!" nicht besonders gern. 
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Arbo am 27.06.2004 | 19:03
@ Roland:

Wir sollten vielleicht noch ne Unterscheidung zwischen "Independent"- und "Major"-Schmieden machen. Bei Kleinverlagen kann ich mir durchaus vorstellen, dass die dort vielleicht für nen Hungerlohn arbeiten. Aber da kommt ja jenes zum Tragen, was oben unter "Solidarität" geschrieben wurde - ich kauf mir schon aus Sympathie die Produkte und unterstütze den Verlag.

Allerdings habe ich auch den Eindruck, dass man sich zu wenig um Neukunden kümmert. Die Folge ist, dass man dies durch den Preis zu kompensieren versucht ... der Kunde wird dann aber immer wieder mit dem "Kostenargument" konfrontiert.

Dies muss nicht immer so sein. Es scheint mir aber eine weit verbreitete Tendenz.

-gruß,
Arbo
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Roland am 27.06.2004 | 19:13
@ Roland:

Wir sollten vielleicht noch ne Unterscheidung zwischen "Independent"- und "Major"-Schmieden machen. Bei Kleinverlagen kann ich mir durchaus vorstellen, dass die dort vielleicht für nen Hungerlohn arbeiten. Aber da kommt ja jenes zum Tragen, was oben unter "Solidarität" geschrieben wurde - ich kauf mir schon aus Sympathie die Produkte und unterstütze den Verlag.

In Deutschland verdient wohl niemand in der Rollenspielbranche gut, egal ob sie bei FanPro oder für einen 2-Mann Verlag arbeiten.

Allerdings habe ich auch den Eindruck, dass man sich zu wenig um Neukunden kümmert.

Wie gesagt, die meisten Verlage wären für (nützliche) Tips zur Kundenaquise dankbar.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Arbo am 27.06.2004 | 19:13
@ Roland:

Und weil ich es gerade noch erhascht habe ...

Zitat
Hast Du eine gute Methode um Nachwuchs zu werben?

Wie wäre es mit Vorstellungen, angebotenen Runden, mit spielen? Darüber hinaus verstärkte Unterstützung von Vereinen usw.

-gruß,
Arbo
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Arbo am 27.06.2004 | 19:20
@ Roland:

Nachtrag:

Zitat
Wie gesagt, die meisten Verlage wären für (nützliche) Tips zur Kundenaquise dankbar..

Sorry, wenn ich das mal so schreibe. Ersten glaube ich nicht, dass man diese Tipps möchte. Zweitens bin ich auch der Meinung, dass jemand, der damit Geld verdienen will, sich auch gefälligst selbst DARUM zu kümmern hat. Wenn die Entsprechenden nicht das Wissen um sowas aufbringen, kein Problem. Dafür kann man Leute einstellen. Zu verlangen, dass man im großen Stil solche Tipps für lau gibt, ist illusorisch. Anschließend kommt dann vielleicht auch noch der Vorschlag, diese Kundenaquise kostenlos (selbst) durchzuführen ... Ne Roland, letzteres wäre schon fast dreist.

Was die Verlage betrifft ... es macht m.E. einen erheblichen Unterschied, ob Du in einem Großunternehmen oder einem privaten Kleinunternehmen arbeitest. Erst recht, wenn Du im Großunternehmen nur eine "Abteilung" darstellst.

-gruß,
Arbo
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Roland am 15.08.2004 | 10:31
@ Roland:

Anschließend kommt dann vielleicht auch noch der Vorschlag, diese Kundenaquise kostenlos (selbst) durchzuführen ...


Gibts bei fast jedem Verlag, nennt sich Support Team/MIBs/Alveraniere usw.  ;)
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Bad Horse am 16.08.2004 | 14:34
Für ein Grundregelwerk halte ich 40.- Euro ja noch als Preis für vertretbar... aber dann gibt es da Supplements mit ca. 100 Seiten, die genauso viel kosten (das Arabien-Werk für Ars Magica, zum Beispiel) - und das ist dann vielleicht ein bißchen viel. Zumal ich einige von den recherchierten Fakten ja auch in der Bibliothek aus einem Buch holen kann (klar, das bedeutet mehr Arbeit für mich. Andererseits muß man ein Regelwerk ja auch lesen und einarbeiten, also ist der Mehraufwand nicht sooo hoch).

Wie dem auch sei - ich weiß, daß selbst "Großverlage" wie Mario Truant sehr knapp kalkulieren. Sooo viele Regelwerke werden halt einfach nicht verkauft.

Um "Nachwuchs" zu züchten - grade für ein neues System - bietet es sich auch an, mal im örtlichen Rollenspielladen vorbeizuwandern und dort eine Testrunde anzubieten.  ;)
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Arkam am 31.08.2004 | 00:06
Hallo zusammen,

also ich habe mir in letzter Zeit ein paar Regelwerke gekauft und habe so pro Hardcoverband knapp 40€ gezahlt. Und was soll ich sagen ich fühle mich nicht ausgenutzt. Die Bände (Chroniken der Engel / WOD) umfaßen jeweils Hintergrund und Regelwerk. Wenn ich überlege das das bei DSA 3. Edition insgesamt 3 oder sogar 4 Boxen gewesen wären die jeweils gegen 35 DM also etwa 17-18€ gekostet hätten kann ich die Diskussion über zu teure Regelwerke nicht ganz verstehen.
Natürlich ist ein Problem das Regelwerke die weniger aufwendig gemacht sind an der Spitze der Preise orientieren und so auch nach meinem Geschmack recht teuer sind.
Noch ärgerlicher kann die Sache natürlich werden wenn man die diversen Zusatzbände einer Spielserie kaufen möchte die sich am gleichen Standard orientieren. Der Gipfel ist dann erreicht wenn die Zusatzbände den Standard den die Grundregeln aufgebaut haben nicht halten können also etwa als Softcover statt als Hardcover herauskommen.

Nun mag es ja sein das die Grundregelwerke mischkalkuliert preiswerter gemacht werden als die Zusatzbände aber das sollte mich als Kunde wirklich nur am Rande interessieren.

Gruß Jochen
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Roland am 31.08.2004 | 00:26
Für ein Grundregelwerk halte ich 40.- Euro ja noch als Preis für vertretbar... aber dann gibt es da Supplements mit ca. 100 Seiten, die genauso viel kosten (das Arabien-Werk für Ars Magica, zum Beispiel)

Naja, Blood and Sand kostet eher um die 30 Euro. Die 5th edition von Ars Magica wird wohl zusammen genommen auch 50 Euro kosten.
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Wombel am 16.09.2004 | 13:29
Hi,

ich bin der Ansicht, dass Rollenspielrprodukte keineswegs teurer geworden sind (absolut) und bei etwa gleichem Preis deutlich höhere Qualität zu bieten haben, als damals.

Da ich aus der D&D Ecke komme, kommen auch die Beispiele daher:

- Grundregeln für AD&D kosteten damals rund 40 Mark pro Buch (2 Bücher + MM Ringbinder) - heute liegen die Grundregelwerke bei 23,95€ pro Buch - wenn man den Gift Set Binder nimmt bei rund 70 € für alle drei.

Das sind 4 Euro mehr für
- 10 Jahre Inflation
- Wesentlich hochwertigeres Buch
- 80 - 100 Seiten mehr Inhalt
- Mehr und bessere Illustrationen

Anderes Beispiel sind Camapign Settings - damals als Box (Forgotten Realms 67,50 DM - werd ich nie vergessen, da das teueste Setting, was bis dahin rausgekommen war). Heute krieg ich das Harcover in wesentlich hochwertigerer Ausstattung für rund 32 € - also sogar preiswerter.

Was viele nicht berücksichtigen ist, dass die Sachen keineswegs teurer geworden sind, sondern dass einfach die Preise in den Läden zum Teil extrem hoch sind. Wenn ich immer höhre, dass ein Grundregelwerk 40 € und mehr gekostet hab, dann bin ich mir sicher, dass man das beim Online Händler auch wesentlich preiswerter bekommen könnte.

Die niedergelassenen Händler mit Ladenlokal haben sehr hohe Kosten und verkaufen auch weniger als damals, so dass sie höhere Gewinnspannen einkalkulieren müssen - das ändert aber nichts daran, dass ich die 10 Euro, die ich dann dort mehr zahle auch für mich als "Sponsoring meines lokalen Händlers" sehen muss - denn ich krieg es auch jederzeit preiswerter im Versand. Jeder muss sich selbst überlegen, ob einem der hohe Mehrpreis das ganze wert ist oder ob man doch lieber preiswert bestellt.

Was ich nicht verstehe sind Online Versender, wo die Preise noch höher als im Laden sind - da tun mir die Leute immer Leid, die 15€ für ein Hardcover mehr berappen :)

Sers
Wombel
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Jestocost am 16.09.2004 | 14:34
Rollenspiele werden nur billiger, wenn sie in höherer Auflage produziert werden. Und das geht nur, wenn der Markt größer wird. Wird er aber derzeit nicht.

Und 40 Euro für ein 300 bis 400 Seiten Hardcover: Jetzt mal ehrlich: Da ich sonst auch richtige Bücher kaufe (Nicht-Taschenbücher), sind mir solche Preise durchaus geläufig: 29 Euro für die Verlaines Gesammelte Werke auf 360 Seiten bei Insel, Die kommentierte Ulysses-Übersetzung für 50 Euro. Das kostet.

Aber mit sowas habe ich genauso viel Spaß wie mit einem Grundregelwerk um den gleichen Preis. Und wenn ich daran denke, dass ein dämliches Computerspiel auch so um die 44-47 Euro kostet, auch wenn ich es in 10 Stunden durch habe, dann ist unser Hobby durchaus noch günstig.

Nervig und teuer wird's halt, wenn man glaubt, jeden Scheiß haben zu müssen (ja, und ich kenne die Schrankwände voller Rollenspiele. Ich hab immer noch drei Rollenspielkisten im Keller, die ich dem nächsten Rollenspielverein vermachen werde, wenn ich da mit dem Auto hinkomme)...

Noch zu Degenesis: Der Preis von knapp 40 Euro geht nur, weil a) viele Beteiligte unentgeltlich mitgemacht haben und b) Marko und Chris im Endeffekt einen Stundenlohn hatten, der in die Cents geht:

Ein Rollenspiel, das 38 Euro kostet, wird vom Großhändler für ca. 15 Euro erstanden. Druckkosten bei einer Aufflage von 1000/2000 liegen bei ca 7-8 Euro. Bleiben noch rund 7 Euro pro Buch übrig. Das sind bei einer Auflage von 1000 also 7000 Euro. Für zwei Leute: 3500 Euro pro Person. Klar ist es vielleicht ein bisserl mehr, weil ja auch vielleicht 300 Leute das Teil im Direktvertrieb gekauft haben. Das sind nochmal 1500 Euro pro Person - macht also 5000 €. Und das für die Arbeit eines Jahres?

Und bei InSpectres sieht's auch nicht besser aus - da liegen vielleicht die Druckkosten ein wenig geringer, aber das macht den Braten nicht fett...

Und wenn man bedenkt, dass man ja eigentlich noch so was wie Werbungskosten, normalerweise Kosten für den Grafiker, Lagerkosten oder Kohle für einen Messestand zu berappen ist- dann wird's klar, warum sich das alles nicht rentiert. Und dann noch das Risiko, das die Teile wie Blei im Regal liegen...

Aber nur die wenigsten Rollenspiele werden wohl 5-stellige Auflagen in Deutschland haben... Und ab der Höhe rentiert sich das schon eher... Was heißt, dass man ein wenig davon leben kann...
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: NiceGuyEddie am 18.09.2004 | 12:59
Was ich nicht verstehe sind Online Versender, wo die Preise noch höher als im Laden sind - da tun mir die Leute immer Leid, die 15€ für ein Hardcover mehr berappen :)

Entschuldigung fürs OT: Welche Online Versender empfielst du denn?
Titel: Re: Unverschämte Preise für Regelwerke
Beitrag von: Bentley Silberschatten am 18.09.2004 | 14:03
Dragonworld

Die sind mitteilsam wenn man mal Fragen per Mail hat,
sie sind sehr günstig und sie sind verdamt schnell, vorausgesetzt das Zeug ist da.