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Pen & Paper - Spielsysteme => D&D - Dungeons & Dragons => Thema gestartet von: Jenseher am 7.08.2022 | 10:44

Titel: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Jenseher am 7.08.2022 | 10:44
Dies ist mein Klagelied. Ich bin der Druide. Ich kannte Krieg und Frieden. Die Überlieferungen meines Volkes und die Geheimnisse der Natur. Ich kannte andere meines Ranges. Ich traf sie auf meinen Reisen. Ich hörte von ihren Taten. Sie glaubten andere Dinge, kannten andere Weisheiten, dienten anderen Göttern. Keiner war wie der andere. Doch die Zeiten haben sich geändert. Jetzt sprechen wir alle die gleiche Sprache, haben das gleiche Ethos. Wir dienen nur noch Dingen, die wir selbst nicht verstehen. Wir dienen dem Erhalt der höheren Ordnung, dem natürlichen Zyklus der Natur. Geburt, Wachstum, Tod und Wiedergeburt. Gut und Böse sind Randerscheinungen für uns. Wir tun alles, um dieses Gleichgewicht zu bewahren. Wir schützen die Natur. Das alles ergibt keinen Sinn in meinem Denken, doch ich mache es trotzdem.

Dies ist mein Klagelied. Früher war jeder von uns anders; hatte seine eigene Heldengeschichte. Jetzt sind wir alle gleich. Es gibt keine Vielfalt unter uns. Sie sagen, es wäre der romantisch verklärte, durch Wissenschaft geformte, Blick aus einer fernen Zukunft, der uns beeinflusst hätte. Doch ich verstehe diesen Zusammenhang nicht.

Dies ist mein Klagelied. Ich bin der Druide. Ich war früher anders. Doch heute bin ich nur einer von vielen. Heute bin ich nur einer von immer wieder Gleichen. Das macht mich traurig und ich möchte sterben.


Geht es nur mir so? Es demotiviert mich, wenn ich Spieler sehe, die immer wieder die gleichen uninspirierten Druiden spielen. Ja, sie halten sich an die Standardbeschreibung. Es sind immer wieder die gleichen Charaktere. Es ist so langweilig. Es ist fast noch langweiliger, als der hundertste Halblingdieb.

Geht es Euch nicht so oder hattet Ihr schon andere Ideen? Wie würdet ihr einen Druiden spielen, der nicht 0815 ist?
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: nobody@home am 7.08.2022 | 11:16
Ich kann mich tatsächlich nicht erinnern, jemals einen Druiden gespielt zu haben, und wenn mir am Tisch einer über den Weg gelaufen sein sollte (müßte dann schon eine Con-Runde gewesen sein), dann ist mir das mittlerweise auch entfallen.

Nichtsdestotrotz gehören zu meinen verflossenen Charaktererschaffungsversuchen ein knurriger Zwergendruide mit einem knurrigen Kampfhund für 3.5 und eine Shifter-Druidin, die ebenso gerne in Raubkatzen- wie in menschenähnlicher Form unterwegs ist und davon sogar eher die erstere für ihre eigentlich wahre hält, für die 4. Edition. Daß ich schon mal versucht hätte, einen "Klischee-Druiden" zu bauen...daran kann ich mich eher nicht erinnern, allerdings gehen ja auch spätestens, wenn man die D&D-Blase mal lange genug hinter sich läßt, um sich auch anderswo etwas umzuschauen, die Vorstellungen davon, was ein "Druide" eigentlich ist, recht schnell in unterschiedliche Richtungen. Von was auch immer die Historiker heute genau von ihnen denken über die DSA-Druiden und Dämonenanbeter bei Barbarians of Lemuria bis hin zu Miraculix in unser aller gallischem Lieblingsdorf halt.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: tartex am 7.08.2022 | 11:36
Der gespielte Druide ist ja nur eine Zutat im Kampagnenrezept.

Man muss nicht alle Zutaten neu erfunden, um ein neues Gericht zu entwickeln.

Ich würde einfach einen Nebenplot (sprich NSC(s) und/oder eine Location)  genau da ansetzen, wo dich eine bestimmte Charakterklasse nervt. So eine Art Deskonstruktion dadurch, was man in der Spielwelt zu sehen kriegt.

Vielleicht findet er raus, dass die alte Weisheit gar nicht so klug ist. Und dass die Natur grausam und unberechenbar.

Wenn ich selbst Druiden spiele, dann fokusiere ich gerne auf diese Aspekte. Z.B. hatte ein Charakter einen niedlichen Tiergefährten, dem ich auch viel Screentime gab. Aber in der dritten Session hat der Charakter ihn plötzlich und emotionslos geopfert.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Gunthar am 7.08.2022 | 13:27
Ich denke, dass jede Klasse im Grunde genommen dieses Problem hat. Wobei meines Erachtens der Druide dank den verschiedenen Subklassen heute besser da steht, als zur AD&D Zeit. Bei AD&D musste man zusätzlich auf höheren Leveln den Aufstieg mühsam erkämpfen. Zu 3e oder 4e kann ich nicht viel dazu sagen, da ich 3.X nie gespielt hatte und in 4e keinen Druiden gespielt hatte.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: takti der blonde? am 7.08.2022 | 13:36
Mir sind die einzelnen Figuren als Spielleitung oder Teil der Abenteuergruppe reichlich egal. Manche finde ich spannender als andere, aber das ist ein derart kleiner Teil des Spiels und der Kampagne, dass ich darüber eigentlich kaum nachdenke.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: diogenes am 7.08.2022 | 14:09
Was waren denn die so mannigfaltigen Druiden früher und was ist der 08/15 Druide von heute? Außer dem vagen "früher war mehr Lametta" lese ich da grad nix.

Ich spiele auch gerade eine Druidin. Pathfinder-inspirierter Gnom, also eher feenhaft gut-gelaunt und etwas chaotisch, vorsichtig aber neugierig auf die zivilisierte Welt abseits der Feen und Natur mit denen sie aufgewachsen ist. Ist das 08/15 oder einer von den guten von früher?
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: nobody@home am 7.08.2022 | 14:15
Ich denke, dass jede Klasse im Grunde genommen dieses Problem hat.

In gewisser Hinsicht sicher, weil genau das ja eigentlich die grundlegende Funktion von Charakterklassen ist: regeltechnisch festzulegen, inwieweit alle Angehörigen einer bestimmten Gruppe exakt gleich sein sollen. Wenn man sie alle "einfach nur jeden für sich individuell" bauen wollte, dann könnte man das Klassenkonzept auch gleich ad acta legen.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: bolverk am 7.08.2022 | 14:25
Die einzigen Druiden, an die ich mich von früher (3 und 3.5) erinnern kann, sind ein halbes Dutzend weißhaariger Halbelfendamen mit Wolf. Im Laufe der Jahre hatte ich verschiedene Neueinsteigerinnen, die beim durchblättern des Spielerhandbuches mit dem Finger auf das Bild der Druidin wiesen und "die da" spielen wollten. Irgendetwas hatte das Bild anscheinend an sich.

In meiner derzeitigen Gruppe hatte ich gleich zwei Druiden, einen Warforged der sehr gerne als Spinne unterwegs ist und eine junge Menschendame, die so eine Art Hardcore-Baumkuschlerin war und in ihrer Freizeit Rettet-die-Natur-Handzettel verteilte. Vom Wesen und den eingesetzten Zaubern waren diese beiden Charaktere so unterschiedliche wie man nur sein kann.

Mein eigener Wildfire-Druide, den ich dann nicht gespielt habe weil die Kampagne abbrach bevor der Charakter hinzustoßen konnte, sollte ein sehr lebensbejahender zwergischer Naturbursche sein, der sich unter Tage ohnehin nicht so richtig wohlfühlt und zu allem Überfluss in die Esse seiner Mutter gestürzt ist, wo das dort gebundene Feuerelementar mit ihm verschmolz. Er hatte sich bei dem Unfall ein paar ziemlich üble Brandverletzungen zugezogen und danach auch Angst vor offenem Feuer, konnte aber durch das nun an ihn gebundene Elementar diverse Feuerbasierte Zauber und Fähigkeiten widerwillig einsetzen. Ich hätte gerne einen kleinen Character Arc gehabt, in dem er seine Furcht vor Feuer überwindet und mit dem in ihm beheimateten Wesen Frieden schließt.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Jenseher am 7.08.2022 | 15:21
Was waren denn die so mannigfaltigen Druiden früher und was ist der 08/15 Druide von heute? Außer dem vagen "früher war mehr Lametta" lese ich da grad nix.

Um das klarzustellen. Das Klagelied sollte sich auf einen fiktiven Druiden beziehen. Mit einer speziellen Edition von D&D hat das nichts zu tun. Die Beschreibung der Klasse unterscheidet sich z.B. bei einem Vergleich von D&D 5E und AD&D 2E in diesem Punkt nicht wesentlich.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Alexandro am 7.08.2022 | 15:22
Druide und Anhänger von Shub-Niggurath. Kein Feind der Zivilisation, aber betrachtet Menschen als "in Städten lebende Tiere" und will die Biodiversität des "Ökosystem Stadt" erhöhen.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Weltengeist am 7.08.2022 | 15:25
Ich denke, dass jede Klasse im Grunde genommen dieses Problem hat.

This. Und zwar gerade auf Stufe 1, wenn man die Figur noch nicht ausdifferenzieren konnte. Deshalb tue ich mich mit Klassensystemen wie D&D auch so schwer und bevorzuge Baukastensysteme.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: aikar am 7.08.2022 | 18:29
This. Und zwar gerade auf Stufe 1, wenn man die Figur noch nicht ausdifferenzieren konnte. Deshalb tue ich mich mit Klassensystemen wie D&D auch so schwer und bevorzuge Baukastensysteme.
Ist halt auch primär dann ein Problem, wenn man den Charakter vor allem durch die Regeln definiert. Fluff lässt sich auch auf Stufe 1 problemlos differenzieren und die selben Regeln können sehr unterschiedliche Charaktere beschreiben.

Der Shub-Niggurath-Anhänger von Alexandro und alle Beispiele von bolverk sind jeweils SEHR unterschiedliche Persönlichkeiten, auch wenn sie sich anfangs höchstens minimal durch die Zauberauswahl regeltechnisch unterscheiden.

Die Druidin meiner Frau (D&D5, Zirkel des Hirten) ist übrigens eine gefürchtete und launische Seehexe (Vorbild Tia Dalma/Calypso aus Fluch der Karibik) und Kapitänin des Gruppen-Piratenschiffs.

Auch in den Regelbänden zu D&D5 sind da etliche Varianten drin, wie der von bolverk angesprochene Wildfire-Druide, der sich auf Feuer und Wiedergeburt konzentriert, aber auch der Sporendroide, der mit Zombies und Pilzen arbeitet und der Zirkel der Sterne, der Omen liest und eine Lichtgestalt annehmen kann.
Und selbst wenn man nicht über Fluff differenzieren könnte, die Subklassen-Eigenschaften fangen mit Stufe 2 an, ist also jetzt auch keine Ewigkeit.
Und auch die Settings schränken da nicht wirklich ein. Eberron liefert z.B. (ab D&D3 und bis D&D5) schon mal von Haus aus verschiedene Druidensekten, von Vermittlern zwischen Natur und Menschen, über Feenfreunde, Verteidigern gegen extraplanare Bedrohungen und Rudelführern der Gestaltwandler bis zu Apokalyptikern, die die Welt von der Zivilisation reinigen wollen und mehr.
Bei Eigenbau-Settings ist man da noch freier.

Insofern kann ich dem Klagelied nicht zustimmen.

Und selbst wenn jemand einen absolut "klassischen" Druiden spielen will - Wenn er/sie genau das will und damit Spaß hat, warum sollte ich darüber klagen?
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: nobody@home am 7.08.2022 | 18:48
Ist halt auch primär dann ein Problem, wenn man den Charakter vor allem durch die Regeln definiert. Fluff lässt sich auch auf Stufe 1 problemlos differenzieren und die selben Regeln können sehr unterschiedliche Charaktere beschreiben.

Eh...klar kann man zu jedem x-beliebigen Charakter (auch einem Basis-D&D-Kämpfer mit 3W6 in Folge und allem) erst mal zwei A4-Seiten hochindividuelle Hintergrundgeschichte komponieren. Wenn aber dann regelseitig so oder so nur der "Standardstartcharakter Klasse X" dabei herauskommt, fühlt sich das nichtsdestotrotz schnell zunächst mal etwas lasch an -- vor allen Dingen dann, wenn das nicht mehr der allererste Charakter dieser Art ist und sich der Glanz des Neuen bereits etwas verflüchtigt hat. Und gerade D&D ist ja bewußt so angelegt, daß sich die mechanische Tiefe von Charakteren des leichteren Einstiegs wegen am Anfang in mitunter sogar recht engen Grenzen hält.

Insofern kann ich Weltengeists Kritikpunkt also schon nachvollziehen. Natürlich könnte man das Problem ein Stück weit dadurch umschiffen, daß man seine Kampagne gleich auf einer höheren und hoffentlich befriedigenderen Stufe anfängt -- das macht Stufe 1 selbst zwar nicht besser und ist insofern weniger eine Lösung als ein Workaround, aber immerhin...
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: aikar am 7.08.2022 | 19:06
Insofern kann ich Weltengeists Kritikpunkt also schon nachvollziehen. Natürlich könnte man das Problem ein Stück weit dadurch umschiffen, daß man seine Kampagne gleich auf einer höheren und hoffentlich befriedigenderen Stufe anfängt -- das macht Stufe 1 selbst zwar nicht besser und ist insofern weniger eine Lösung als ein Workaround, aber immerhin...
Stufe 1 ist bei D&D5 ohnehin ein Sonderfall, den ich eigentlich eher vermeide. Gerade mit erfahreneren Spieler:innen (und nur bei solchen kann sich das Problem der Wiederholung einstellen) spricht ja nichts dagegen, auf Stufe 1 oder 2 zu starten.

Vor allem verstehe ich die Argumentation dann im Vergleich zu "früher" nicht (wie im Eingangs-Post). Denn mehr regeltechnische Auswahl hatte man bei frühen D&D-Editionen wohl auch nicht.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Tudor the Traveller am 7.08.2022 | 19:12
Lässt man die Unkenrufe der Min-Maxer mal beiseite, gibt es auch auf Level 1 hinreichend viele Optionen, um einen Char zu differenzieren. Volk-Klasse-Kombination, verschiedene Schwerpunkte bei den Attributen und Fertigkeiten, Ausrüstung und Classfeatures... der Einheitsbrei entsteht doch erst, wenn man auf die Unken hört und den Großteil der Möglichkeiten als minderwertig gar nicht beachtet.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Runenstahl am 7.08.2022 | 19:22
Meinen letzten 5e (Mond) Druiden habe ich als Werwesen gespielt und weniger als klassischen Druiden. Und es gibt noch viele andere Möglichkeiten einen nicht-klassichen Druiden zu spielen.

Nur weil die Klasse "Druide" heißt muß man den Charakter nicht automatisch so spielen. MMn gibt die Klasse nur Regelmechaniken vor. Den Fluff kann man ignorieren und was eigenes draus machen.

Halbwegs Off-Topic
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Ansonsten: Selbst wenn man sich an den Fluff halten möchte kann man das auch noch stark variieren.
Beispiel: Im Einklang mit der Natur leben ?
- Charakter A lebt selbst im Einklang mit der Natur und ist glücklich damit. Entspannt sich und trinkt einen Tee.
- Charakter B möchte andere durch vorbildliches Verhalten und Diplomatie davon überzeugen im Einklang mit der Natur zu leben. "Wir alle können der Welt soviel zurückgeben. Wenn wir die Natur ehren so gibt sie uns viel zurück."
- Charakter C möchte die bestehenden Zivilisationen notfalls auch mit Gewalt stürzen damit wieder alle im Einklang mit der Natur leben. "Tod den Bauern die Welt mit ihren gleichförmigen Äckern überziehen ! Laßt und Naturgewalten und Schwärme von Kreaturen der Wildniss beschwören um sie zu vernichten !"
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: nobody@home am 7.08.2022 | 19:23
Lässt man die Unkenrufe der Min-Maxer mal beiseite, gibt es auch auf Level 1 hinreichend viele Optionen, um einen Char zu differenzieren. Volk-Klasse-Kombination, verschiedene Schwerpunkte bei den Attributen und Fertigkeiten, Ausrüstung und Classfeatures... der Einheitsbrei entsteht doch erst, wenn man auf die Unken hört und den Großteil der Möglichkeiten als minderwertig gar nicht beachtet.

Wobei die Klassen ihren Teil zum Einheitsbrei, wie oben schon ausgeführt, halt fleißig beitragen. Aber okay -- das ist halt bei D&D eine heilige Kuh, die wird auch in den nächsten fünf Editionen nicht geschlachtet.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Tudor the Traveller am 7.08.2022 | 19:40
Wobei die Klassen ihren Teil zum Einheitsbrei, wie oben schon ausgeführt, halt fleißig beitragen. Aber okay -- das ist halt bei D&D eine heilige Kuh, die wird auch in den nächsten fünf Editionen nicht geschlachtet.

Naja, meiner einer sieht das als Feature. Ich bezweifle zudem, dass in der Praxis die Ergebnisse bei Baukastensystem signifikant vielfältiger ausfallen. Man wird imo auch da primär die verbreiteten Stereotypen finden.

@Druide: Wenn es nur um Fluff geht, lohnt sich ein Blick auf die Druiden von Eberron. Ein Gatekeeper wird sehr anders ausfallen als ein Ashbound oder Child of Winter...
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Weltengeist am 7.08.2022 | 19:53
Ich bezweifle zudem, dass in der Praxis die Ergebnisse bei Baukastensystem signifikant vielfältiger ausfallen. Man wird imo auch da primär die verbreiteten Stereotypen finden.

Das kommt sehr auf die Spieler an, die du am Tisch hast. Wenn du Leute hast, die primär die üblichen Stereotype spielen wollen, liegst du mit D&D natürlich meist richtig. Aber wenn nicht, dann kommt man mit einem guten Baukastensystem dem, was man haben will, für gewöhnlich viel näher. Und gerade erfahrene Spieler nutzen das auch aus, damit der Crunch wirklich zum Fluff passt.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: nobody@home am 7.08.2022 | 20:18
Naja, meiner einer sieht das als Feature. Ich bezweifle zudem, dass in der Praxis die Ergebnisse bei Baukastensystem signifikant vielfältiger ausfallen. Man wird imo auch da primär die verbreiteten Stereotypen finden.

Archetypen gibt's natürlich immer, das gehört schon zum Thema Fiktion allgemein. Ist halt aus meiner Sicht kein Grund, Zwangsjacken daraus zu machen -- und anscheinend stimmen Wizards mir dabei sogar ein Stück weit zu, sonst wären Multiklassen wohl kaum seit der 3. Edition plötzlich etwas, wofür man sich mitten in der bis (TSR-)AD&D2 noch ab Start fix vorgegebenen Klassenkarriere entscheiden kann. In einem noch freieren System brauche ich dann halt nicht mal das Hilfskonstrukt "Multiklasse" mehr, aber natürlich werden zumindest die meisten Spieler auch dann immer noch wollen, daß der Charakter insgesamt "Sinn ergibt".

(Und ja, einige klassenlose Systeme sind aus meiner Sicht auch nicht so viel besser -- GURPS etwa mit seinem klassischen "Ganz egal, wen und was du spielst, erst mal willst du hohe Geschicklichkeit und Intelligenz"-Ansatz, der bestimmte Charaktertypen favorisiert und andere mehr oder weniger hart abstraft, ist für mich ein recht klares Negativbeispiel. Insgesamt komme ich ohne fest in den Regeln verdrahtete Klassen dieser Tage trotzdem meist besser zurecht.)

Aber ich denke, wir entfernen uns ein wenig weit vom Thema. :-[ Es ist richtig, daß ich mit dem Druidenkonzept erst mal allgemein, und dann erst recht bei D&D, eigentlich wenig Festes verbinde -- bei allen diversen Versuchen über die Editionen, mir das zu verklickern, ist schlicht nicht mehr hängengeblieben als "vage definierter Naturzauberpriesterirgendwas mit mal mehr, mal weniger ausgeprägten Gestaltwandelkünsten". Insofern gibt's für mich persönlich also gar keinen besonders konkret definierten "Standard", dem ich mich zwingend verbunden fühlen oder an dem ich mich auch nur gut orientieren könnte -- wenn ich denn mal so was wie einen grob "druidischen" Charakter bauen will, egal, für welches System genau, dann wird der so oder so eine recht weitgehende Eigenschöpfung, wie sie mir gerade in mein aktuelles Bild paßt, und der es piepegal ist, ob Leute insbesondere an anderen Tischen sie nun als "08/15-Druiden von der Stange" einstufen würden oder nicht. (Die Wahrscheinlichkeit für "nicht" mag halt etwas größer sein.)
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Tintenteufel am 8.08.2022 | 08:57
Mir sind die einzelnen Figuren als Spielleitung oder Teil der Abenteuergruppe reichlich egal. Manche finde ich spannender als andere, aber das ist ein derart kleiner Teil des Spiels und der Kampagne, dass ich darüber eigentlich kaum nachdenke.

Eigentlich schade, oder?
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: takti der blonde? am 8.08.2022 | 09:13
Eigentlich schade, oder?

Nö, geht eigentlich. ;) Die Menschen dahinter sind mir ja nicht egal. Was ich spannender finde als "Charakterkonzepte" ist die Interaktion innerhalb der Abenteuergruppe und mit der Welt.

Edit: Oder vielleicht etwas weicher formuliert: ich lege keine literaturkritischen Kategorien an die Figuren meiner Mitspieler an. :)
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Grubentroll am 8.08.2022 | 09:23
Es ist richtig, daß ich mit dem Druidenkonzept erst mal allgemein, und dann erst recht bei D&D, eigentlich wenig Festes verbinde
Echt?
Für mich ist das eindeutig Miraculix mit bisschen Naturzauberkräfte-Klimmbimm dran.

Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: aikar am 8.08.2022 | 09:42
Eigentlich schade, oder?
Ich sehe es nicht als meine Aufgabe oder Berechtigung eine Bewertung über die Originalität und Coolness der SC abzugeben. Der Charakter muss dem/der Spieler:in gefallen, nicht mir. Klar gibt es Charaktere, die mir persönlich besser gefallen als andere, aber das ist nicht relevant.
Was ich natürlich machen kann (und gerne mache) ist gerade Neuling-Spieler:innen die Optionen aufzeigen, die es für die Charakterwahl gibt. Aber die Entscheidung liegt bei dem/der Spieler:in.

Die einzige Anforderung, die ich stelle ist, dass sich der Charakter gut in die Gruppe und in die Kampagne einfügt.

Für mich ist das eindeutig Miraculix mit bisschen Naturzauberkräfte-Klimmbimm dran.
Bei D&D ist seine primäre Besonderheit erst mal das Gestaltwandeln.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Grubentroll am 8.08.2022 | 09:44
Bei D&D ist seine primäre Besonderheit erst mal das Gestaltwandeln.

Gut, war bei mir eher auf das "allgemein" gemünzt.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Arldwulf am 8.08.2022 | 09:46
Echt?
Für mich ist das eindeutig Miraculix mit bisschen Naturzauberkräfte-Klimmbimm dran.

Och, eigentlich war der Druide bei D&D doch häufig ein Beispiel für jemanden besonders vielfältiges. Mit Möglichkeiten für Zauber, sowohl verteidigend als auch agressiv, Nahkampf in Tierform und auch Möglichkeiten für Schleichen und Investigation.

Und gefühlt ist das eigentlich immer noch so. Klar gab es immer wieder mehr oder weniger Optionen und gerade in der 5e sorgen gemeinsame Zauberlisten bei allen Charakteren für gleichermaßen sinkende Individualität und mehr 08/15.

Aber trotzdem bleibt der Druide eine der vielfältigeren Klassen aus dem man auch viele Charakterkonzepte entwickeln kann.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Arldwulf am 8.08.2022 | 09:48
Bei D&D ist seine primäre Besonderheit erst mal das Gestaltwandeln.

Ja auch nicht einmal für alle Druiden. Wie stark und ob ein Druide überhaupt gestaltwandelt ist ja auch von den konkreten Wahl der Charakteroptionen abhängig.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: takti der blonde? am 8.08.2022 | 09:57
Druiden in AD&D1 sind in meiner Lesart ja ohnehin "highlander mit Sense", weshalb ich speziell über den Druiden mich nicht beklagen kann und sehr glücklich mit meiner Interpretation bin.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Raven Nash am 8.08.2022 | 09:58
Ich denke, bei vielen Spielern liegt der Knackpunkt in der vermittelten Vorstellung, wenn der Begriff "Druide" verwendet wird.
Da kommt eben Miraculix vor den Vorhang.

Jetzt entspricht der D&D-Druide aber eigentlich viel mehr einem indianischen Schamanen, was seine Fähigkeiten betrifft. Und da gäbe es bereits eine ganze Menge an Varianten, wenn man sich die diversen Stammestraditionen ansieht - oder nach Mittelamerika blickt.
Ebenso finden sich im asiatischen Raum genug unterschiedliche Ansätze, wie so ein "Druide" sein kann. Vom Shugenja bis zum Bön-Priester oder Kopfjäger-Schamanen.

Und ein "echter" keltischer Druide würde wohl auch ein deutlich anderes Konzept ergeben.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Grubentroll am 8.08.2022 | 09:59
Och, eigentlich war der Druide bei D&D doch häufig ein Beispiel für jemanden besonders vielfältiges. Mit Möglichkeiten für Zauber, sowohl verteidigend als auch agressiv, Nahkampf in Tierform und auch Möglichkeiten für Schleichen und Investigation.

Und gefühlt ist das eigentlich immer noch so. Klar gab es immer wieder mehr oder weniger Optionen und gerade in der 5e sorgen gemeinsame Zauberlisten bei allen Charakteren für gleichermaßen sinkende Individualität und mehr 08/15.

Aber trotzdem bleibt der Druide eine der vielfältigeren Klassen aus dem man auch viele Charakterkonzepte entwickeln kann.

Hier nochmal die Antwort von der letzten Seite, dass das eher auf "allgemein" gemünzt war wenn ich an Druide denke. ;)

Und das ist eben Miraculix.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Arldwulf am 8.08.2022 | 10:07
Sorry, hatte ich zu spät gelesen.  :)

Aber auch ein Miraculixdruide ist ja eigentlich ein interessantes Konzept und durchaus unterschiedlich zum wilden Waldbeschützer der mit Wölfen den Wald durchstreift.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: nobody@home am 8.08.2022 | 10:34
Sorry, hatte ich zu spät gelesen.  :)

Aber auch ein Miraculixdruide ist ja eigentlich ein interessantes Konzept und durchaus unterschiedlich zum wilden Waldbeschützer der mit Wölfen den Wald durchstreift.

Auf jeden Fall. Der Knackpunkt ist hier halt einfach, daß sich ein Miraculix für D&D-Zwecke wahrscheinlich mit einer anderen Klasse besser abbilden läßt als ausgerechnet über den Druiden -- schließlich beschränkt sich seine Zauberei bei Asterix so ziemlich aufs Brauen von Tränken, Sprücheklopfen und Gestaltwechselei wären also nur überflüssiger Ballast. :)
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Arldwulf am 8.08.2022 | 12:07
Wobei es dort durchaus auch "zaubernde" Druiden gibt - das Miraculix selbst sich darauf beschränkt Tränke zu brauen ist ja mehr sein eigenes Ding.

Und es geht ja weniger darum genau ihn nachzubauen sondern eher einen generell weisen, naturverbundenen Beratertypus mit Zauberkraft.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: nobody@home am 8.08.2022 | 12:45
Wobei es dort durchaus auch "zaubernde" Druiden gibt - das Miraculix selbst sich darauf beschränkt Tränke zu brauen ist ja mehr sein eigenes Ding.

Und es geht ja weniger darum genau ihn nachzubauen sondern eher einen generell weisen, naturverbundenen Beratertypus mit Zauberkraft.

Dann sind wir aber schon wieder ziemlich weit weg von Miraculix (bei dem sich die Naturverbundenheit ja auch im Wesentlichen darauf beschränkt, ab und zu zum Mistelschneiden in den Wald zu gehen) und eher bei einem zaubernden Grizzly Adams (https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Mann_in_den_Bergen_(Fernsehserie)).
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Tintenteufel am 8.08.2022 | 16:05
@hassran und aikar:
Ich glaube ihr habt mich missverstanden. Es geht mir nicht um die Einschränkung der Kompetenzen (wie bspw. Kreativität und Schaffensfreiheit) der Spielenden. Als schade empfinde ich es wenn die SC und ihr Hintergrund bzw. deren Wurzeln in der Spielwelt völlig losgelöst vom Geschehen der Kampagne/Abenteuer ist/sind. Versteht ihr was ich meine?

Das ist oft nicht so einfach bzw. ohne Weiteres zu bewerkstelligen, aber Verknüpfungen und Verzahnungen bringen für die gemeinsam erzählte Geschichte und das Investment der Spielenden mMn immer immens viel.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: takti der blonde? am 8.08.2022 | 16:19
@hassran und aikar:
Ich glaube ihr habt mich missverstanden. Es geht mir nicht um die Einschränkung der Kompetenzen (wie bspw. Kreativität und Schaffensfreiheit) der Spielenden. Als schade empfinde ich es wenn die SC und ihr Hintergrund bzw. deren Wurzeln in der Spielwelt völlig losgelöst vom Geschehen der Kampagne/Abenteuer ist/sind. Versteht ihr was ich meine?

Das ist oft nicht so einfach bzw. ohne Weiteres zu bewerkstelligen, aber Verknüpfungen und Verzahnungen bringen für die gemeinsam erzählte Geschichte und das Investment der Spielenden mMn immer immens viel.

Ich denke, da gibt es auf jeden Fall einen sweet spot. Meine Erwartung ist, dass die Leute das zusammen mit dem Rest der Gruppe anspielen, aber ich möchte keine "plot points" oder so von meinen Mitspielern vorgeschrieben (in beiderlei Sinne) kriegen.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Chaos am 8.08.2022 | 16:27
Dann sind wir aber schon wieder ziemlich weit weg von Miraculix (bei dem sich die Naturverbundenheit ja auch im Wesentlichen darauf beschränkt, ab und zu zum Mistelschneiden in den Wald zu gehen) und eher bei einem zaubernden Grizzly Adams (https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Mann_in_den_Bergen_(Fernsehserie)).

Bei mir geht die Vorstellung zum Standard-Druiden mehr so in Richtung Radagast der Braune, so wie er in der Hobbit-Trilogie dargestellt wurde.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Arldwulf am 8.08.2022 | 16:47
Wenn ich mal so rekapituliere was für Druiden so in meiner aktuellen Kampagne auftauchten, dann sind dort der gutherzige Hengeyokai Spatz mit viel Tierverwandlung und dem Hang sich irgendwo hin zu verkrümeln um den Leuten zuzuschauen, ein bösartiger Druide der mit dem Wetter spielt und Tiere nutzt um Informationen zu sammeln oder Schiffe zu attackieren, eine verträumte Walddame die einfach nur ihren Hain schützen will und eine Gruppe Bewahrer eines geheimen Ortes welche Tiere trainieren und zähmen um sie für diesen Zweck zu nutzen.

So richtig "Standard" ist da für mich gar nichts.

Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Tudor the Traveller am 8.08.2022 | 16:52
Bei mir geht die Vorstellung zum Standard-Druiden mehr so in Richtung Radagast der Braune, so wie er in der Hobbit-Trilogie dargestellt wurde.

Ja, da ist was dran. Was witzig ist, weil er ja eindeutig unter Zauberer läuft...

Woher kommt eigentlich dieses Gestaltwandelding? Bei AD&D war das afaik noch gar nicht im Portfolio und tauchte dann bei 3.0 einfach so als Prime Feature auf.. ?!
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Samael am 8.08.2022 | 16:55
Doch, ab Stufe 7 konnte der AD&D2 Druide gestaltwandeln.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: takti der blonde? am 8.08.2022 | 16:55
Ja, da ist was dran. Was witzig ist, weil er ja eindeutig unter Zauberer läuft...

Woher kommt eigentlich dieses Gestaltwandelding? Bei AD&D war das afaik noch gar nicht im Portfolio und tauchte dann bei 3.0 einfach so als Prime Feature auf.. ?!

Ab Stufe 7 können Druiden bei AD&D1 ihre Gestalt wandeln.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Ainor am 9.08.2022 | 01:53
Jo, es war immer schon sowas wie die Signaturfähigkeit. Aber in 3E gab es das ab Stufe 5 und man stieg schneller auf, so dass die Fähigkeit deutlich präsenter war. In 3.5
wurde sie dann auch noch extrem mächtig und kam noch weiter in den Vordergrund.


Ja, da ist was dran. Was witzig ist, weil er ja eindeutig unter Zauberer läuft...

Na das liegt vermutlich daran dass er zaubern kann...
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Feuersänger am 9.08.2022 | 06:30
Zur Ausgangsklage: ist ja noch viel schlimmer!
Auf den untersten Stufen sind fast alle Charaktere jeder beliebigen Klasse quasi gleich. Vor allem in 5E; in anderen Eds ist die Varianz etwas größer.

Dass das nur die Mechanik betrifft und man jederzeit beliebig strange Persönlichkeiten spielen kann, wurde ja schon festgestellt.

Naja, und dann später raus kann sich freilich in 5E eher mal was wiederholen, da es halt pro Klasse nur eine kleine Zahl Archetypen gibt, nicht hunderte Klassen mit tausenden Wahlmöglichkeiten wie in 3E.
5E ist halt ein Spielzeug, das man aus der Packung holt und loslegt, und nicht erst tagelang einen Roboter aus Einzelteilen konstruiert.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: tartex am 9.08.2022 | 08:01
@hassran und aikar:
Als schade empfinde ich es wenn die SC und ihr Hintergrund bzw. deren Wurzeln in der Spielwelt völlig losgelöst vom Geschehen der Kampagne/Abenteuer ist/sind. Versteht ihr was ich meine?

Die meisten Spieler sind halt mit Klischees zum Einstieg zufrieden. Bei so einigen tut sich dann später im Spiel eh noch mehr - zumindest wenn man es anspielt. Kenne aber auch Leute, die daran explizit kein Interesse haben.

Ausgefallener Hintergrund kann halt auch gut im Spielen erforscht werden. Man muss ja nicht alles vorher festlegen. Ich lerne meine Charaktere eigentlich auch erst im Spiel besser kennen. Anfangs reichen mir 2 Sätze und ich decke während des Spiels mehr auf und erkläre langsam scheinbare Widersprüche und Inkonsistenzen - IMO das Salz in der Suppe von interessanten Charakteren.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Tudor the Traveller am 9.08.2022 | 12:04
Naja, und dann später raus kann sich freilich in 5E eher mal was wiederholen, da es halt pro Klasse nur eine kleine Zahl Archetypen gibt, nicht hunderte Klassen mit tausenden Wahlmöglichkeiten wie in 3E.

Hunderte Klassen mit tausenden Optionen führen imo das Konzept der Klassen auch ad absurdum. Das ist doch dann mehr ein verkapptes Baukastensystem.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Arldwulf am 9.08.2022 | 12:38
5E ist halt ein Spielzeug, das man aus der Packung holt und loslegt, und nicht erst tagelang einen Roboter aus Einzelteilen konstruiert.

Ehrlich gesagt würde ich noch hinzufügen: ...und bei dem man oft feststellt, das die Einzelteile von Spielzeug A aus Kostengründen für Spielzeug B wieder verwendet werden.

Die gemeinsamen Zauberlisten der Charaktere, in Verbindung mit dem hohem Anteil zaubernder Charaktere und dem nicht allzu durchdachten Balancing der einzelnen Optionen sorgt halt für eine sehr niedrige Individualisierung.

Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: aikar am 9.08.2022 | 12:44
Ich glaube ihr habt mich missverstanden. Es geht mir nicht um die Einschränkung der Kompetenzen (wie bspw. Kreativität und Schaffensfreiheit) der Spielenden. Als schade empfinde ich es wenn die SC und ihr Hintergrund bzw. deren Wurzeln in der Spielwelt völlig losgelöst vom Geschehen der Kampagne/Abenteuer ist/sind. Versteht ihr was ich meine?
Es gibt Charaktere, die von Anfang an eingebunden werden und es gibt, wie Tartex sagt solche, die als unbeschriebenes Blatt starten (wollen) und ihren Platz in der Geschichte im Spiel finden.
Ich persönlich mag vom Start an verzahnte Charaktere, aber beides sind valide Herangehensweisen.

Und das ist auch völlig unabhängig vom Eingangspost. Ein "klassischer" Druide kann genauso verzahnt oder lose sein wie irgendeine Spezialvariante.

Das einzige, worauf ich wie gesagt bestehe ist, dass der Charakter nicht dem Setting, Szenario und Gruppe konträr angelegt ist (z.B. ein Apokalyptiker der Winter-Druiden in Eberron in einer eigentlich positiven Gruppe, die Unschuldigen helfen will oder ein strahlend rechtschaffener Paladin in einer Sword & Sorcery-Kampagne mit Ganoventruppe).

Hunderte Klassen mit tausenden Optionen führen imo das Konzept der Klassen auch ad absurdum. Das ist doch dann mehr ein verkapptes Baukastensystem.
+1

Es gibt Gründe für Klassensysteme, es gibt Gründe für Baukastensysteme. Keines davon ist inhärent "besser", das ist eine reine Geschmacksfrage. Manche wollen jedes Detail in Regeln abgebildet haben, andere halt nicht.

5E ist halt ein Spielzeug, das man aus der Packung holt und loslegt, und nicht erst tagelang einen Roboter aus Einzelteilen konstruiert.
Die gemeinsamen Zauberlisten der Charaktere, in Verbindung mit dem hohem Anteil zaubernder Charaktere und dem nicht allzu durchdachten Balancing der einzelnen Optionen sorgt halt für eine sehr niedrige Individualisierung.
Es gibt Spieler:innen, die genau so viele Liebe und Zeit in die Fluff-Details ihres Charakters legen, wie Fans von Baukastensysteme in die regeltechnische Optionsauswahl. Wenn man sich eben in der ersten oben genannten Gruppe sieht und Individualisierung nur im regeltechnischen Sinne begreift, ist man bei D&D5 natürlich eingeschränkt. Mir wäre es nie so vorgekommen, weil ich die wichtigen, erinnerungswürdigen Merkmale der Charaktere nicht in ihren Regeln sehe.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Feuersänger am 9.08.2022 | 12:46
Hunderte Klassen mit tausenden Optionen führen imo das Konzept der Klassen auch ad absurdum. Das ist doch dann mehr ein verkapptes Baukastensystem.

Das ist schon richtig. Theoretisch bleibt aber als Vorteil des Klassensystems, dass man seinen Mitspielern durch die Klassenwahl signalisiert, welche Aufgaben man übernehmen will.

"Theoretisch", weil sich speziell bei der 3E viele Klassen komplett gegen den Strich spielen lassen, vor allem die völlig imba Vollcaster. Aber das ist ja wieder eine andere Geschichte.

Und Klassen sind halt Paketdeals. Du kannst nicht einfach sagen "1 Wild Shape zum mitnehmen bitte", sondern musst halt den Rest der am Druiden dranhängt auch mitnehmen und einbauen, auch wenn es dir anderswo Platz zum bauen wegnimmt.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Gunthar am 9.08.2022 | 12:48
Ich finde die Auswahl beim Druiden mit all den Subklassen in 5e schon einiges besser als zu AD&D Zeiten. Wer noch mehr Tuning will, kann zu Pathfinder 2e greifen.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Arldwulf am 9.08.2022 | 12:50

Es gibt Spieler:innen, die genau so viele Liebe und Zeit in die Fluff-Details ihres Charakters legen, wie Fans von Baukastensysteme in die regeltechnische Optionsauswahl. Wenn man sich eben in der ersten oben genannten Gruppe sieht und Individualisierung nur im regeltechnischen Sinne begreift, ist man bei D&D5 natürlich eingeschränkt. Mir wäre es nie so vorgekommen, weil ich die wichtigen, erinnerungswürdigen Merkmale der Charaktere nicht in ihren Regeln sehe.

Definitiv. Aber es wäre auch naiv zu glauben die Regelmechanik und der Fluff der Charaktere sei unabhängig voneinander und das niemand sich davon beeinflussen lassen würde. Gute Regeln setzen die Ideen der Spieler um und inspirieren sie zu neuen Ansätzen.

Man kann bei jedem Rollenspiel auf der Welt sagen "aber meine Spieler machen den tollsten Fluff daraus" und dennoch darüber diskutieren wie unterschiedliche Regeln dabei helfen können.

Oder eben nicht.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: nobody@home am 9.08.2022 | 12:54
Hunderte Klassen mit tausenden Optionen führen imo das Konzept der Klassen auch ad absurdum. Das ist doch dann mehr ein verkapptes Baukastensystem.

Stimmt. Andererseits leiten sich "Charakterklassen" als Konzept aus meiner Sicht und speziell im Hinblick auf D&Ds historische Ursprünge ja auch eher aus den verschiedenen "Einheiten" des taktischen Brettspiels ab, bei denen es auf Individualität in der Regel auch noch nicht ankommt. Ein Speerträger ist halt ein Speerträger (oder zwanzig) und leichte Kavallerie ist leichte Kavallerie und viel mehr als das muß man nicht wissen, nicht wahr? Und da Menschen sich traditionell leicht damit tun, alles Mögliche ihrerseits zumindest in Gedanken selbst wieder zu vermenschlichen, kann man auf dieser Ebene sogar schon ein Stück weit "rollenspielen"...daß ich das fürs Rollenspiel als eigenständiges Hobby noch nicht so wirklich für das Gelbe vom Ei halte, ändert daran ja erst einmal nichts. ;)
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Ainor am 9.08.2022 | 13:07
Hunderte Klassen mit tausenden Optionen führen imo das Konzept der Klassen auch ad absurdum. Das ist doch dann mehr ein verkapptes Baukastensystem.

Eigentlich eher ein Puzzlespiel weil die meisten Teile nur ineinanderpassen wenn man mit Gewalt nachhilft...

Theoretisch bleibt aber als Vorteil des Klassensystems, dass man seinen Mitspielern durch die Klassenwahl signalisiert, welche Aufgaben man übernehmen will.

Naja, Shadowrun macht das mit seinen Archetypen. Es gibt klar definierte Funktionen obwohl die Charaktere alle aus demselben Baukasten kommen.

Stimmt. Andererseits leiten sich "Charakterklassen" als Konzept aus meiner Sicht und speziell im Hinblick auf D&Ds historische Ursprünge ja auch eher aus den verschiedenen "Einheiten" des taktischen Brettspiels ab, bei denen es auf Individualität in der Regel auch noch nicht ankommt.

Findest du ? Also ich hab bei Krieger, Magier, Dieb eher den Hobbit im Kopf.

Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Koruun am 9.08.2022 | 13:10
Das Problem des TE hat nichts mit unterschiedlichen Editionen zu tun.
Abgesehen davon, dass er das bereits selbst schrieb, haben Einzigartigkeit und Persönlichkeit von Charakteren nichts mit Spielmechaniken zu tun.

Zu wenige Subklassen sind kein Hindernis.

Das, was einen daran hindert, ist: "a lack of creativity and a reliance on words printed by other people."


In meinen D&D games der letzten Jahre (5E und AD&D) gab es nur einen Druiden, daher hatte ich jetzt selbst nicht genug Berührung mit "immer gleichen Druiden" um das Problem zu fühlen.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: aikar am 9.08.2022 | 13:12
Aber es wäre auch naiv zu glauben die Regelmechanik und der Fluff der Charaktere sei unabhängig voneinander und das niemand sich davon beeinflussen lassen würde
Das habe ich nicht behauptet. Aber es ist auch naiv zu glauben, dass jeder seinen Charakter primär mit Blick auf die Regeln erstellt und wer das nicht tut, automatisch ein nicht-individualisiertes Abziehbild spielen würde.
Detaillierte Regeln können bei der Individualisierung helfen, wenn sie einem wichtig sind, aber sie sind keine zwingende Notwendigkeit.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Koruun am 9.08.2022 | 13:26
Das habe ich nicht behauptet. Aber es ist auch naiv zu glauben, dass jeder seinen Charakter primär mit Blick auf die Regeln erstellt und wer das nicht tut, automatisch ein nicht-individualisiertes Abziehbild spielen würde.
Detaillierte Regeln können bei der Individualisierung helfen, wenn sie einem wichtig sind, aber sie sind keine zwingende Notwendigkeit.

Detaillierte Regeln können auch ein Kreaitivitätshemmnis sein. Die Schublade der einzelnen AD&D-Klassen ist sehr weit offen und ermöglicht beinahe unendlich kreative Freiheit. Der Magic-User kann von Gandalf und Merlin über Miraculix eine Morgana Le Fey oder einer der drei biblischen Magi sein, die Fighterklasse repräsentiert vermutlich 90% der Akteure in der ASoIaF-Reihe mit ihren unterschiedlichen Eigenheiten.
Die Prestigeklassen der 3.x im Vergleich sind, auch wenn es viele zur Auswahl gibt, in ihrem Typus und dem was sie verkörpern sollen by design eingeschränkt.
Du hast dann also in der 3E nicht mehr die Möglichkeit, dir einen frei Charakter zu überlegen der zwar bspw. die Klasse Fighter hat, in seiner Persönlichkeit und dem was er darstellt aber in jede Richtung gehen kann, sondern hast die Auswahl zwischen für eine bestimmte Spielwelt veröffentlichten Prestigeklassen. Und wenn du da beim Vanilla-Fighter bleibst, wird in der 3E auch davon ausgegangen dass du eben ein 0815-Fighter Abziehbild aus dem PHB bist, weil du hattest ja die Wahl was cooles zu sein.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 9.08.2022 | 13:30
Ja, da ist was dran. Was witzig ist, weil er ja eindeutig unter Zauberer läuft...

Woher kommt eigentlich dieses Gestaltwandelding? Bei AD&D war das afaik noch gar nicht im Portfolio und tauchte dann bei 3.0 einfach so als Prime Feature auf.. ?!
Wobei in 5E eigentlich nur der Mond Druide an die Gestallt Wandlungsfähigkeiten eines 3.5 Druiden ran kommt.

Die meisten der neueren Druiden Subklassen, haben sogar mittlereile andere Features die deine Wildshapes Uses als Ressource verwenden.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: nobody@home am 9.08.2022 | 13:34
Findest du ? Also ich hab bei Krieger, Magier, Dieb eher den Hobbit im Kopf.

Den Dieb gab's ja in der allerersten Version noch gar nicht, der kam erst mit dem Greyhawk-Zusatzband. Vorher wäre Bilbo also -- da weder Magier noch Kleriker wirklich auf ihn passen und das allererste Set nur drei Klassen hatte -- auch nur ein "fighting-man" gewesen wie die Zwerge auch, nur halt in Hobbit. ;)

(Was aus meiner Sicht nebenbei durchaus Sinn ergibt, denn schon die Trennlinie zwischen Kämpfer und Dieb wirkt auf mich bei genauerem Hinsehen recht künstlich. Wer soll denn da in berühmten Räuber- und Piratenbanden nun eigentlich genau was bzw. was von beiden nicht sein, und reicht ein zufällig gefundener Unsichtbarkeitsring wirklich schon aus, um einen vergleichsweise anständigen Hobbit gleich zum "Dieb" a la Klasse zu stempeln?)
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Arldwulf am 9.08.2022 | 13:46
Das habe ich nicht behauptet. Aber es ist auch naiv zu glauben, dass jeder seinen Charakter primär mit Blick auf die Regeln erstellt und wer das nicht tut, automatisch ein nicht-individualisiertes Abziehbild spielen würde.
Detaillierte Regeln können bei der Individualisierung helfen, wenn sie einem wichtig sind, aber sie sind keine zwingende Notwendigkeit.

Ja, so sehe ich dies auch.

Aber dies bedeutet halt auch: Geringere Individualisierungsmöglichkeiten im Regelwerk schlagen sich am Ende auch auf weniger individuelle Charaktere durch. Es ist kein Automatismus, dass dies dann nun jeden Spieler und jeden Charakter betrifft...aber manche.

Um bei einem konkretem Beispiel zu bleiben: Natürlich wäre es für die Frage wie individuell so ein Charakter sein kann besser wenn nicht in einer Gruppe von 4 Charakteren 3 die gleichen Zauber wirken. Kann einem in der 5E aber halt schnell mal geschehen.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: aikar am 9.08.2022 | 13:57
wenn nicht in einer Gruppe von 4 Charakteren 3 die gleichen Zauber wirken. Kann einem in der 5E aber halt schnell mal geschehen.
Wäre mir noch nie passiert. Sprechen sich eure Spieler beim Charakterbau denn gar nicht ab?
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 9.08.2022 | 14:23
sondern hast die Auswahl zwischen für eine bestimmte Spielwelt veröffentlichten Prestigeklassen. Und wenn du da beim Vanilla-Fighter bleibst, wird in der 3E auch davon ausgegangen dass du eben ein 0815-Fighter Abziehbild aus dem PHB bist, weil du hattest ja die Wahl was cooles zu sein.
Ich wüsste nicht das man 3 ed Prestigeclassen nehmen musste oder das die Base Classes auf uncolle Abziehbilder reduziert waren

Mir geht der Druide mittlerweile viel zu sehr in Shapechange
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Arldwulf am 9.08.2022 | 14:26
Wäre mir noch nie passiert. Sprechen sich eure Spieler beim Charakterbau denn gar nicht ab?

In dem Fall nicht... allerdings glaube ich auch nicht, das ich einen Charakter soweit vorbauen wollen würde, das wir wirklich so etwas auch schon absprechen.

Und manche Charaktere können ja ohnehin prinzipiell alle Zauber auf ihrer Liste.

So etwas wie der Fall oben ist natürlich ein Extrembeispiel aber das zwei Charaktere das gleiche tun gibt es halt durchaus öfter mal. Gemeinsame Zauberlisten und der Wegfall der individuellen Kampfmanöver machen dort halt durchaus einen großen Unterschied.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: aikar am 9.08.2022 | 14:33
Und manche Charaktere können ja ohnehin prinzipiell alle Zauber auf ihrer Liste.
Das heißt trotzdem nicht automatisch, dass sie einen bestimmten Zauber vorbereiten müssen, wenn ein anderer ihn schon hat.
Bei uns gibt es da eigentlich immer beim Charakterbau und bei den Vorbereitungs-Zauberern nach der langen Rast absprachen, wer sich um was kümmert.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Koruun am 9.08.2022 | 14:37
Ich wüsste nicht das man 3 ed Prestigeclassen nehmen musste oder das die Base Classes auf uncolle Abziehbilder reduziert waren
Fakt ist: der 3E Vanilla-Fighter auf sagen wir Stufe 10 muss sich vergleichen lassen bspw. mit: Eldritch Knight, Blackguard, Cavalier, Red Avenger, Gladiator, Knight Protector, Bladesinger, Dervish, Justicar, Ronin, Purple Dragon Knight, Thayan Knight, Exotic Weapon Master, Kensai, usw.
Die Wahl des Vanilla-Fighter ist also schon ein definierender Moment, da du dich gegen eine PrC entschieden hast, oder gegen Multiclassing.

Die Wahl des 1E Fighters im Vergleich dagegen ist keine bewusste Entscheidung gegen andere Subklassen, da es die gar nicht erst gibt. Der Fighter ist dort ein loses Konzept.

Ich muss noch hinzufügen, dass die 3E diese "Klassenvielfalt" mMn ins Absurde getrieben hat, angefangen hat es aber schon bei der 2E mit den Splatbooks wie Complete Figher, Complete Book of Elves etc.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Arldwulf am 9.08.2022 | 15:12
Das heißt trotzdem nicht automatisch, dass sie einen bestimmten Zauber vorbereiten müssen, wenn ein anderer ihn schon hat.
Bei uns gibt es da eigentlich immer beim Charakterbau und bei den Vorbereitungs-Zauberern nach der langen Rast absprachen, wer sich um was kümmert.

Ist das nicht gegenüber "man macht was zum Charakter passt und das Regelwerk setzt die Ideen um" schlichtweg die einschränkendere Variante? Ich meine, wie entscheidet ihr dann warum nicht alle Charaktere den Zauber wählen den sie im Spiel passender empfinden?

"Max, du darfst nicht Polymorph lernen, das kann der Paul schon und Paul: Keine Tiere beschwören! Das ist Thomas Ding" stell ich mir eher anstrengend vor, als das es mir helfen würde in den Charakter einzutauchen.

Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Ainor am 9.08.2022 | 15:34
Das heißt trotzdem nicht automatisch, dass sie einen bestimmten Zauber vorbereiten müssen, wenn ein anderer ihn schon hat.
Bei uns gibt es da eigentlich immer beim Charakterbau und bei den Vorbereitungs-Zauberern nach der langen Rast absprachen, wer sich um was kümmert.

Jo, ich sehe da auch kein Problem. Klar können zwei Charaktere dieselben Zauber wählen, aber das ist auch nichts anderes als wenn beide dieselbe Klasse wählen.

Ich muss noch hinzufügen, dass die 3E diese "Klassenvielfalt" mMn ins Absurde getrieben hat, angefangen hat es aber schon bei der 2E mit den Splatbooks wie Complete Figher, Complete Book of Elves etc.

Ja. Vor allem waren die ja nicht wirklich durchdacht im Sinne von "Welche Konzepte wollen wir denn abdecken ?", sondern wurden über die Jahre angehäuft.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 9.08.2022 | 15:40
Fakt ist: der 3E Vanilla-Fighter auf sagen wir Stufe 10 muss sich vergleichen lassen bspw. mit:
und verliert er bei dem Vergleich?

Das fing mit OdnD mit Paladin, Knight und IIRC Blackguard an
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: aikar am 9.08.2022 | 15:46
"Max, du darfst nicht Polymorph lernen, das kann der Paul schon und Paul: Keine Tiere beschwören! Das ist Thomas Ding" stell ich mir eher anstrengend vor, als das es mir helfen würde in den Charakter einzutauchen.
Läuft bei uns genau so und wäre noch nie ein Problem gewesen. Die Spieler machen sich das auch untereinander aus, da greif ich als SL gar nicht ein.

Jeder respektiert einfach den Spotlight-Bereich der anderen. Das ist eine alte und geheime Kunst, die sich "Miteinander reden und Rücksicht auf die Mitspieler nehmen" nennt  ;)
Außerdem hilft es auch, sich taktisch in der Gruppe abzustimmen.

Da stell ich es mir eher anstrengend vor, wenn jeder seinen Charakter unabhängig baut und levelt und sich dann raus stellt, dass 3/4 das selbe können und für die Gruppe wichtige Fähigkeiten gar nicht abgedeckt sind, wie du es erzählst. Das Problem existiert bei uns einfach nicht.

Ich starte auch jede Kampagne mit einer Session Zero, wo alle ihren Charakter gemeinsam am Tisch bauen und sich dabei absprechen. Dass jeder seinen Charakter einzeln baut und dann zur ersten Kampagnenrunde auftaucht hat immer nur Probleme gemacht.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Arldwulf am 9.08.2022 | 16:00
Da stell ich es mir eher anstrengend vor, wenn jeder seinen Charakter unabhängig baut und levelt und sich dann raus stellt, dass 3/4 das selbe können und für die Gruppe wichtige Fähigkeiten gar nicht abgedeckt sind, wie du es erzählst. Das Problem existiert bei uns einfach nicht.

Bei uns auch üblicherweise nicht, zumindest je nach Edition. Das oben geschilderte stammte ja aus der 5E, aber gerade wenn es um Individualisierung geht gibt es sicher bessere Optionen. Weil die Charaktere dann schlichtweg eigene Optionen haben. Sprich: Ich muss nicht absprechen das der Druide und der Barde keine Magierzauber nimmt, weil der Druide Druidenzauber hat und der Magier halt Magierzauber und der Barde eben mit seiner Musik zaubert. Oder um dort nicht nur die Zauberwirker mit zu nennen - dies ist generell so wenn Charaktere eigene Charakteroptionen haben. Ohne gemeinsame Zauberlisten entfällt die Abstimmung halt.

Ist natürlich am Ende das gleiche Ergebnis wie bei eurer Variante. Jeder macht etwas eigenes. Aber persönlich mag ich es lieber wenn direkt das Regelwerk hier individuelle Optionen bereit stellt, anstatt das der Aufwand dafür auf die Spieler abgeladen wird, weil es dann auch eher möglich ist die Optionen stimmiger auf die einzelnen Grundkonzepte hin anzupassen.

Der einzige Nutzen gemeinsamer Zauberlisten ist aus meiner Sicht eigentlich eine Zeit - Ersparnis für die Designer (welche dann in Abstimmungsaufwand für die Spieler übertragen wird).
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: aikar am 9.08.2022 | 16:04
Bei uns auch nicht - aber dort halt, weil die Charaktere schlichtweg eigene Optionen haben. Sprich: Ich muss nicht absprechen das der Druide und der Barde keine Magierzauber nimmt, weil der Druide Druidenzauber hat und der Magier halt Magierzauber und der Barde eben mit seiner Musik zaubert. Oder um dort nicht nur die Zauberwirker mit zu nennen - dies ist generell so wenn Charaktere eigene Charakteroptionen haben. Ohne gemeinsame Zauberlisten entfällt die Abstimmung halt.
Von welchem System/Edition redest du?
Heißt dass dann, dass es z.B. für jede Klasse, die mit Magie heilen kann, eigene Heilzauber gibt? Finde ich halt ziemlich redundant.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Arldwulf am 9.08.2022 | 16:10
Von welchem System/Edition redest du?
Heißt dass dann, dass es z.B. für jede Klasse, die mit Magie heilen kann, eigene Heilzauber gibt? Finde ich halt ziemlich redundant.

Oben von der 4E - und ja, das heißt es dort. Der Zauber des Klerikers der dich heilt ist dort regeltechnisch etwas anderes als die magische Infusion des Magieschmieds oder die aufmunternden Worte des Kriegsherren, mit auch jeweils verschiedenen mechanischen Auswirkungen (auch wenn alle dich natürlich wieder auf die Beine kriegen können)

Und ja - Redundanz ist dort etwas wichtiges. Es geht halt darum mehrere Wege zu haben um das gleiche Ziel zu erreichen. Weil genau dieses "es gibt mehrere Wege, der eine macht es anders als der andere" halt Individualisierung und Charakterentscheidungen fördert.

Ist aber eigentlich auch kein rein auf eine Edition bezogenes Thema - eigentlich kennen alle D&D Editionen individuelle Zauber, der Unterschied liegt eher in der Frage wie viel Überschneidung zwischen den Zauberlisten existiert. Die 4E mit ihrem Extremansatz "jeder hat was eigenes" ist dort ja nur ein Ausreißer, auch bei der 5E gibt es z.B. noch individuelle Zauber welche ebenfalls genutzt werden können um Charakterkonzepte besser unterscheidbar zu machen.

Nur halt viel, viel weniger.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Koruun am 9.08.2022 | 16:14
und verliert er bei dem Vergleich?

Das fing mit OdnD mit Paladin, Knight und IIRC Blackguard an
Was heißt verliert - ihm wird mit jeder PrC ein Stück weit kreative Freiheit genommen. Und ab einer gewissen Anzahl an "Subklassen" (so wie Paladin eine Subklasse des Fighter ist) steht der Fighter nicht mehr universell für jeden erdenklichen "fighting-man", sondern ist sinnbildlich für Vanille, die Defaultoption ohne irgendetwas Besonderes.

Machen wir es konkreter mit dem OD&D- oder 1E-Paladin.
Wenn ich mir ein Konzept für meinen Fighter ausdenke, in dem der Fighter ein Ritter des Guten mit einem strengen Kodex ist, der göttliche Kräfte erhält um Menschen durch Handauflegen zu heilen und ein intelligentes Reittier hat, würde man dich fragen warum du nicht einen Paladin erstellst. Und schon ist zumindest dieses Konzept für einen Fighter nicht mehr ohne weiteres möglich, weil bereits durch eine Subklasse dargestellt.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: aikar am 9.08.2022 | 16:24
Und ja - Redundanz ist dort etwas wichtiges. Es geht halt darum mehrere Wege zu haben um das gleiche Ziel zu erreichen. Weil genau dieses "es gibt mehrere Wege, der eine macht es anders als der andere" halt Individualisierung und Charakterentscheidungen fördert.
OK, da werden wir nicht zusammenkommen. Ich bin ein Anhänger von möglichst wenig Redundanzen in Systemen.
Ist aber halt Geschmackssache und wie gesagt sehe ich für mich künstlich erzeugte (weil nichts anderes ist Redundanz) regeltechnische Unterschiedlichkeit auch nicht als notwendig für die Individualisierung des Charakters, daher setze ich da andere Anforderungen als du.

Ich finde drei Charaktere, die mit unterschiedlichen Zaubern heilen jetzt in dieser Hinsicht nicht unterschiedlicher als drei Charaktere, die mit dem selben regeltechnischen Zauber heilen und das unterschiedlich beschreiben/ausspielen. Ich würde stattdessen hinterfragen, ob es wirklich drei Charaktere mit Heilungszaubern in der Gruppe braucht.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 9.08.2022 | 16:52
Was heißt verliert - ihm wird mit jeder PrC ein Stück weit kreative Freiheit genommen.
Nein, sehe ich nicht so



Zitat
Machen wir es konkreter mit dem OD&D- -Paladin.
den konnte man IIRC ab St 9 dann nehmen

Zitat
Wenn ich mir ein Konzept für meinen Fighter ausdenke, in dem der Fighter ein Ritter des Guten mit einem strengen Kodex ist
, dann reden wir von einem Fighter der den klassischen Weg des Champions des guten geht
Ritter der Tafelrunde
Solomon Kane
etc
Knight of the Crown

Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Koruun am 9.08.2022 | 17:43
Zitat
den konnte man IIRC ab St 9 dann nehmen
, dann reden wir von einem Fighter der den klassischen Weg des Champions des guten geht
Ritter der Tafelrunde
Solomon Kane
etc
Knight of the Crown
Ja, es hat schon einen Grund warum mein Satz länger als das Zitierte war.

Nein, sehe ich nicht so

Agree to disagree in dem Fall.
Ich bleibe weiterhin dabei, dass das Problem von einzigartigen Charakteren losgelöst ist von Spielmechaniken.
Es liegt nicht an Editionen oder daran, dass manche Klassen zu wenig spielmechanische Optionen haben. Und auch wenn sich ein 1E Druide spielmechanisch nicht groß vom nächsten unterscheiden wird, abgesehen von den eingeprägten Sprüchen, heißt das nicht, dass das der Grund dafür ist, dass sie nicht einzigartig sind. Der Grund ist Mangel an Kreativität und eine Abhängigkeit von Worten, die von anderen Leuten gedruckt wurden.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 9.08.2022 | 17:56
Ja, es hat schon einen Grund warum mein Satz länger als das Zitierte war.
Ich sehe den Rest aber nicht als Domäne des Fighters sondern des Paladins, mit anderen Worten da wildert der
ich sehe dessen Uniqueness in seiner "Flexibilität"

Agree,
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Arldwulf am 9.08.2022 | 18:07


Ich finde drei Charaktere, die mit unterschiedlichen Zaubern heilen jetzt in dieser Hinsicht nicht unterschiedlicher als drei Charaktere, die mit dem selben regeltechnischen Zauber heilen und das unterschiedlich beschreiben/ausspielen

Fängt halt schon damit an, das nicht alles was oben genannt ist überhaupt unter "Zauber" fällt. Und das hat dann eben auch rollenspielerische Auswirkungen. Beispielsweise könnte ich problemlos eine Runde mit wenig oder keiner Magie spielen und hätte dennoch Möglichkeiten für Heilung.

Aber natürlich hast du recht, das so etwas Geschmackssache darstellt.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Feuersänger am 10.08.2022 | 02:59
Hm, bei uns ist das mit den Zaubern, wenn überhaupt darüber gesprochen wurde, meist eher so gelaufen, dass man halt drauf geachtet hat, bestimmte Zauber _mindestens_ einmal dabei zu haben. Über Redundanzen gab es selten Beschwerden, ausser wenn der SL genölt hat dass wir zu viel Heilung hätten.

Jdf erinnere ich mich noch an den Unfrieden, den es gab, als in der ganzen Gruppe nur einer Zugriff auf Resist Energy hatte, und der hat sich aus purem Trotz geweigert, ihn zu lernen. Hat seine Gratis-Slots lieber für irgendeinen Rotz verbraten (sowas wie "Wellenreiten") und sich sogar geweigert, als wir angeboten haben die Lernkosten zu übernehmen.
Nahm kein gutes Ende mit dem.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Jenseher am 12.08.2022 | 21:39
Die einzigen Druiden, an die ich mich von früher (3 und 3.5) erinnern kann, sind ein halbes Dutzend weißhaariger Halbelfendamen mit Wolf. Im Laufe der Jahre hatte ich verschiedene Neueinsteigerinnen, die beim durchblättern des Spielerhandbuches mit dem Finger auf das Bild der Druidin wiesen und "die da" spielen wollten. Irgendetwas hatte das Bild anscheinend an sich.

Ähnliches meinte ich, zu Anfang. Aber das ist ja noch schlimmer als angenommen.  :'(
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Jenseher am 12.08.2022 | 21:40
Hier mal Zitate aus den entsprechenden Editionen:

D&D 5E
For druids, nature exists in a precarious balance. The four elements that make up a world—air, earth, fire, and water—must remain in equilibrium. If one element were to gain power over the others, the world could be destroyed, drawn into one of the elemental planes and broken apart into its component elements. Thus, druids oppose cults of Elemental Evil and others who promote one element to the exclusion of others.

Druids are also concerned with the delicate ecological balance that sustains plant and animal life, and the need for civilized folk to live in harmony with nature, not in opposition to it. …

AD&D 2E
As protectors of nature, druids are aloof from the complications of the temporal world. Their greatest concern is for the continuation of the orderly and proper cycles of nature – birth, growth, death, and rebirth. Druids tend to view all things as cyclic and thus, the battles of good and evil are only the rising and falling tides of time. Only when the cycle and balance are disrupted does the druid become concerned. Given this view of things, the druid must be neutral in alignment.

Druids are charged with protecting wilderness – in particular trees, wild plants, wild animals and crops. … However, Druids do not tolerate unnecessary destruction and exploitation of nature for profit.  …
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: La Cipolla am 12.08.2022 | 23:13
Der Thread erinnert mich an meinen mumienhaften LN Druiden, der als Bauer in seinem Feld verbrannt ist und so den Weg zur Natur gefunden hat (heißt: Erneuerung durch Abbrennen des Bösen). Ging selbst in der 3E schon sehr gut mit ein bisschen Handwedeln, viel Feuerzauberei, vielen Insekten und Gezücht und später Feuerelementaren. Ich hatte ihm auch noch ne Stufe Mönch gegeben, weil ich die Vorstellung mochte, dass er praktisch nackt in seinen Bandagen rumrennt und Leute mit brennenden Händen verbrennt. 8D

Ich weiß noch, damals hat mich gestört, dass ich theoretisch so viele "unpassende" Zauber hätte wirken können (Heilung, Pflanzenshit und so - was ich natürlich nicht gemacht, sondern einfach ausgeblendet habe!), aber heute würde ich das anders sehen: Das sind nun mal Fähigkeiten, die so jemand kriegt, und die Frage, welche davon er benutzt, sagt eine Menge über seinen Charakter aus.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Jenseher am 13.08.2022 | 10:00
Vielen Dank übrigens an alle für für die angeregte Diskussion und die guten Vorschläge für die Ausgestaltung von Druiden.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Jenseher am 13.08.2022 | 10:07
Hier mal Zitate aus den entsprechenden Editionen:

D&D 5E
For druids, nature exists in a precarious balance. The four elements that make up a world—air, earth, fire, and water—must remain in equilibrium. If one element were to gain power over the others, the world could be destroyed, drawn into one of the elemental planes and broken apart into its component elements. Thus, druids oppose cults of Elemental Evil and others who promote one element to the exclusion of others.

Druids are also concerned with the delicate ecological balance that sustains plant and animal life, and the need for civilized folk to live in harmony with nature, not in opposition to it. …

AD&D 2E
As protectors of nature, druids are aloof from the complications of the temporal world. Their greatest concern is for the continuation of the orderly and proper cycles of nature – birth, growth, death, and rebirth. Druids tend to view all things as cyclic and thus, the battles of good and evil are only the rising and falling tides of time. Only when the cycle and balance are disrupted does the druid become concerned. Given this view of things, the druid must be neutral in alignment.

Druids are charged with protecting wilderness – in particular trees, wild plants, wild animals and crops. … However, Druids do not tolerate unnecessary destruction and exploitation of nature for profit.  …

Zum Hauptproblem gehören für mich diese sehr einengenden Beschreibungen der Klasse. Ich würde dafür plädieren diese Anfangsbeschreibungen für den Druiden zu ändern. Hier mal ein Versuch von mir:

Die Kräfte und Fertigkeiten von Druiden sind in der Natur verwurzelt. Die Möglichkeiten, wie Druiden ihre Fähigkeiten erlernt haben, sind vielfältig. Diese Mannigfaltigkeit ist bedingt durch die verschiedenen Ausprägungen der natürlichen Umwelt und den zivilisatorischen Hintergrund der Völker. Beispiele für das Erlernen der Fähigkeiten können sein:
•   Mündliche Überlieferung von Naturweisen
•   Alte Runenschriften in Buchenrinde
•   Einflüsterung aus der Natur als über Visionen und Träume
•   Druidenzirkel
•   Anbetung von Naturgeistern oder Gottheiten
•   Plötzliche Entdeckung eigener Kräfte
•   Kulte
•   Etc.

Druiden folgen keinem allgemeinen Ethos. Sie zeichnen sich einzig durch ihre mysteriöse Verbindung zur Natur aus. Je nach Gestaltung der Fantasiewelt ist zu überlegen, ob Druiden überhaupt den Begriff eines Gleichgewichtes oder eines Ökosystems verstehen können. Druiden haben keine Beschränkung in der Gesinnung. Ihre Rolle in einer Welt sollte ihre Prägung durch Kultur und Umwelt erfahren haben. Es folgen einige Beispiele für die Gestaltung des „Ethos“ von Druiden:

Druidin aus Mount Celestia (LG). In einem Land von Harmonie, wo es keinen Tod gibt, hütet sie über die Tierwelt. Auf dass die Tiere nicht in ursprüngliche Muster zurückverfallen und sich nicht gegenseitig auffressen. Durch den Blutkrieg ist sie auf die Prime Material Plane geschleudert worden und hat bis jetzt keinen Weg zurückgefunden. Sie hat gesehen was Tiere sich hier gegenseitig antun. Sie hat die Taten des Menschen und anderer Rassen gesehen. Wie Tiere gequält und geopfert – für Profit verkauft - wurden. Sie hat ihr Herz und ihre Liebe in einen dunklen Schleier von Trauer gehüllt. Den ersten Menschen, die Tieren Schmerzen zufügten, hat sie wehgetan. Doch sie würde weitergehen. Sie würde töten…

Druide eines Berserkerkultes (CN). Er hütet das Geheimnis des Berserkerrausches und der Tierformen. Er kann kriegerisch sein und reist mit seinen Stammesleuten auf Beutezüge und Plünderungen. Er wählt die heiligen Bäume aus, die für den Bau der Drachenboote gewählt werden.

Dunkelelfendruidin aus dem Unterreich (CE). Sie glaubt an die Überlegenheit der feindlichen Tier- und giftigen Pflanzenwelt in der ewigen Nacht. Sie möchte die Oberwelt überkommen. Sie möchte die Oberwelt in ewige Nacht stürzen. Auf dass die Natur der Unterwelt sich im Oberen ausbreitet. Für sie zählt nur das Gesetz des Stärkeren.

Druide des Waldes (N). Als Einsiedler lebt er mit Tieren und Pflanzen des Waldes. Er sieht den Wald als den Hort von Geheimnissen und Grundlage seines Lebens. Er spricht mit Tieren und Pflanzen. Er ist in seiner Einsiedlerzeit leicht verrückt geworden (den natürlichen Zyklus kennt er, von einem Gleichgewicht oder gar Ökosystem hat er noch nie etwas gehört).

Druidin der Feuerinsel (NG => NE). Sie lebt mit ihrem Volk auf einer Vulkaninsel. Der Vulkan nimmt immer wieder Leben. Sie konnte mit ihren Prophezeiungen Leben retten, doch seit einiger Zeit versagen ihre Drogen und Kräuterrituale. Sie hatte im Rausch eine Eingebung. Große Statuen zur Ehrung der Naturgötter müssen errichtet werden. Dazu werden gewaltige Steine bewegt – Bäume werden abgeholzt. Eine Zeitlang funktioniert das Vorhaben. Dann gibt es keine Bäume mehr auf der Insel. Sie plant die ersten Menschenopfer, wenn die nächste große Sonnenfinsternis kommt.

Druidenkult der Waldgöttin (CE). Als das Land von Hungersnöten und Seuchen heimgesucht wurde, haben sich die Druiden entschieden ihre Waldgöttin zu fangen. Jetzt ist sie durch die Magie der Runen in eine ausgehöhlte Eiche gesperrt. Anfangs haben sie ihr Tiere verfüttert. Die Natur begann sich zu erholen. Doch dann funktionierte der Trick nicht mehr. Die Druiden begannen schließlich Menschen abzuschlachten und an ihre Naturgöttin zu verfüttern.

Dunkeldruidin (NE, CE). Sie lebt im Zirkel der Natur, doch sie zieht ihre Kräfte aus der Natur. Sie zerstört alles um sie herum. Tiere sterben, Blumen verwelken, Singvögel gehen zu Grunde. Sie möchte ihre Kräfte von Tieren auf höhere Lebensformen ausweiten. Sie möchte das Leben aus Menschen saugen.

Mondsteindruiden (NG). Dieser Druidenzirkel lebt im Mondsteinhain. Sie bewachen ein uraltes Heiligtum um den Stein auf einer Lichtung. Andere Dinge sind ihnen nicht wichtig. Man sagt, der Stein sei aus einer fernen Welt hinabgefallen. Im Licht des Vollmondes fängt der Stein an zu bluten und sein Blut…

Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: nobody@home am 13.08.2022 | 10:16
Zum Hauptproblem gehören für mich diese sehr einengenden Beschreibungen der Klasse.

Das mag in der Tat Teil des Problems sein, weil es ein Stück weit so klingt, als ob sich der Druide nie so recht entschieden hätte, ob er nun eine Standard- oder eine Prestigeklasse sein will. Gibt's Druiden nun überall auf der Spielwelt und mit ihren jeweiligen Kulturen und örtlichen Landschaften verbunden, so wie Kämpfer und Magier auch (Standard)...oder sind sie "ganz speziell" nur eine ganz eng definierte Glaubensgemeinschaft unter vielen und gibt es sie womöglich gar ausdrücklich nur in fäntelkeltischen Landstrichen (dann eher Prestige oder meinetwegen Kit)?
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: takti der blonde? am 13.08.2022 | 10:21
Hier mal Zitate aus den entsprechenden Editionen:

D&D 5E
For druids, nature exists in a precarious balance. The four elements that make up a world—air, earth, fire, and water—must remain in equilibrium. If one element were to gain power over the others, the world could be destroyed, drawn into one of the elemental planes and broken apart into its component elements. Thus, druids oppose cults of Elemental Evil and others who promote one element to the exclusion of others.

Druids are also concerned with the delicate ecological balance that sustains plant and animal life, and the need for civilized folk to live in harmony with nature, not in opposition to it. …

AD&D 2E
As protectors of nature, druids are aloof from the complications of the temporal world. Their greatest concern is for the continuation of the orderly and proper cycles of nature – birth, growth, death, and rebirth. Druids tend to view all things as cyclic and thus, the battles of good and evil are only the rising and falling tides of time. Only when the cycle and balance are disrupted does the druid become concerned. Given this view of things, the druid must be neutral in alignment.

Druids are charged with protecting wilderness – in particular trees, wild plants, wild animals and crops. … However, Druids do not tolerate unnecessary destruction and exploitation of nature for profit.  …

Auch nochmal die relevanten Abschnitte aus dem PHB der 1e:

"The druid is a sub-class of clerics. They are the only absolute neutrals (see ALIGNMENT), viewing good and evil, law and chaos, as balancing forces
of nature which are necessary for the continuation of all things. [...]

Druids can be visualized as medieval cousins of what the ancient Celtic sect of Druids would have become had it survived the Roman conquest.
They hold trees (particularly oak and ash), the sun, and the moon as deities. Mistletoe is the holy symbol of druids, and it gives power to their
spells. They have an obligation to protect trees and wild plants, crops, and to a lesser extent, their human followers and animals. Thus, druids will
never destroy woodlands or crops no matter what the circumstances. Even though a woods, for example, were evilly hostile, druids would not destroy
it, although nothing would prevent them from changing the nature of the place if the desire and wherewithal existed. In similar fashion, they avoid
slaying wild animals or even domestic ones except as necessary for self-preservation and sustenance.

If druids observe any creature destroying their charges, the druids are unlikely to risk their lives to prevent the destruction. Rather, it is probable
that the druids will seek retribution and revenge at a later date as opportunity presents itself.

[...]

Druids as a class do not dwell permanently in castles, or even in cities or towns. All druids prefer to live in sacred groves, dwelling in sod, log, or
stone buildings of smallish size. When attaining levels above the 11th, characters will generally inhabit building complexes set in woodlands and
similar natural surroundings."

Edit: OCR-Fehler
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Gunthar am 13.08.2022 | 13:44
Druids as a class do not dwell permanently in castles, or even in cities or towns. All druids prefer to live in scared groves, dwelling in sod, log, or
stone buildings of smallish size. When attaining levels above the 11th, characters will generally inhabit building complexes set in woodlands and
similar natural surroundings."
ist das fett geschriebene ein Schreibfehler und hatte sacred heissen sollen, was auch besser passen würde.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: takti der blonde? am 13.08.2022 | 13:47
ist das fett geschriebene ein Schreibfehler und hatte sacred heissen sollen, was auch besser passen würde.

Richtig, Übertragungsfehler von PDF hier her. Mea culpa. Aber lustig. :D
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Gunthar am 13.08.2022 | 14:28
Richtig, Übertragungsfehler von PDF hier her. Mea culpa. Aber lustig. :D
Bei einem bösen Druiden könnte das scared grove schon passen.  8] >;D
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: nobody@home am 13.08.2022 | 15:45
Bei einem bösen Druiden könnte das scared grove schon passen.  8] >;D

Ja, aber in der Edition sind die Druiden halt noch die EINZIG WAHREN NEUTRALEN (tm). ;)

Insgesamt bin ich mittlerweile für mich zu dem Schluß gekommen, daß ich "den Druiden" als großen Fantasyarchetypen gar nicht brauche. Es ist ja schön und gut, in einem Setting so etwas wie dedizierte "Naturmagie" zu haben, mit der man Wind und Wetter beeinflussen, Tiergestalt annehmen, und noch ein paar andere nette Tricks kann...aber der ganze andere Konzeptballast, der mit dem D-Wort bei D&D gerne verbunden wird, kann weg. Ob nun Druide in Fäntelkeltland oder Haihäuter auf den fernen Paradiesinseln, solange sie in etwa dieselben magischen Fähigkeiten haben, kann man diese Leute auch ohne Mitgliedschaft in ein und derselben weltweiten Glaubensverschwörung schon in alle möglichen Kontexte packen -- gegebenenfalls sogar besser.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Gunthar am 13.08.2022 | 16:49
Wobei, was ist überhaupt ein Druide? Die Bandbreite über diverse RPG-Systeme hier ist im Gegensatz zu einem Krieger oder Schurken schon extrem breit. Viele Variationen wurden in den Posts oben schon erwähnt.
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Jenseher am 13.08.2022 | 21:27
Bei einem bösen Druiden könnte das scared grove schon passen.  8] >;D

Der Hain ist verängstigt, wenn der Druide auftaucht.  ;D
Titel: Re: Lamentations of the Core Druid (LotCD)
Beitrag von: Jenseher am 13.08.2022 | 21:38
Ich habe übrigens nochmal im Skills and Powers nachgeschaut. Hier das Zitat:

The druids of history lived among the Germanic tribes of Western Europe and Britain during the days of the Roman Empire. They acted as advisors to tribal chieftains. They believed the earth was the mother of all things, and they revered it, the sun, the moon, and certain trees as deities.

Druids in the AD&D game are nature priests, protecting pristine woodlands from the depredations of monsters and civilisation. They are only loosely based on their historical namesakes.


...

Im Spells and Magic gibt es ja auf Seite 38-41 die "Customised Priest Characters" Liste, die eine relativ freie Erstellung des Druiden erlaubt. Allerdings gibt es noch die Einschränkung der Gesinnung auf "Neutral". Der Text zum Ethos ist ähnlich zum Skills & Powers, freier.