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Medien & Phantastik => Sehen, Lesen, Hören => Lesen => Thema gestartet von: Darklander am 13.10.2022 | 23:35

Titel: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 13.10.2022 | 23:35
Mal ne Frage an alle Tolkien-Leser hier: Ich habe nur die analogen Werke "Herr der Ringe", "Hobbit", Silmarilion" etc. hier rumliegen, aber keine ebooks und versuche gerade herauszufinden, ob in irgendeinem seiner Werke mal der Begriff "Magie" oder "magisch" bzw "magic" im Original erwähnt wurde. Weiß das zufällig jemand oder kann das mal in seinen ebooks bei Gelegenheit suchen?

Danke schonmal im Voraus.

Namárië
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Bilwiss am 13.10.2022 | 23:54
Ich habe nur das Silmarillion als E-Buch. Da gibts 4 Mal das Wort Magie.

Seite: 321:
Zitat
Jene, welche die Neun Ringe gebrauchten, wurden Mächtige ihrer Zeit, die Könige, Magier und Krieger von einst.
Seite: 330:
Zitat
Darauf wurde es Minas Morgul genannt, die Feste der Magie;

Seite: 350:
Zitat
Dol Guldur ›Hügel der Magie‹
Seite: 366:
Zitat
Minas Morgul ›Turm der Magie‹
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Rorschachhamster am 14.10.2022 | 06:41
Hab auch nix Elektronisch, aber "Zauber" etc. wären in diesem Zusammenhang wahrscheinlich auch gute Suchbegriffe? Oder andere Synonyme bzw. artverwandte Begriffe?  :think: Je nach dem, was du bezweckst, damit.  :)
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Turgon am 14.10.2022 | 07:10
Wenn ich mich recht erinnere, fragt Sam in Lothlorien einen der Elben nach „Zauberei“ oder „Magie“ in den Artefakten, die sie dort erhalten. Dieser erklärt dann mehr oder weniger achselzuckend, dass er das nicht als „magisch“ oder besonders empfindet.
Als die Fellowship auf Lothlorien zusteuert, warnt Gimli vor der gefährlichen Zauberei von Galadriel.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: pale81 am 14.10.2022 | 07:14
Im Wiki steht etwas dazu, vielleicht reicht dir das:

https://lotr.fandom.com/wiki/Magic_in_Tolkien_Mythology
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 14.10.2022 | 08:24
Erstmal vielen Dank für eure Antworten bisher (vor allem Bilwiss :w6: ^-^). Hatte ganz vergessen, zu erwähnen, warum ich das frage, stimmt  ;D
Ich wollte einfach mal wissen, ob und wenn ja, wie inflationär Tolkien mit diesem mE modernen Begriff umgegangen ist. Damit meine ich jetzt lediglich "Magier", "Magie" und "magisch". In jedem Fantasy-Roman gibt es heutzutage magische Gegenstände und Waffen, Magier werfen magische Feuerbälle und Magie liegt überall in der Luft. Magie, Magie, Magie. ::)
Was mir an Tolkien immer so gut gefallen hat, war meine Erinnerung daran, dass er diese Begriffe (wenn überhaupt) sehr spärlich eingesetzt hat. Sein Ding war dann eben die "Zauberei" und der "Zauber" sowie ... die "Zauberer". Etwas, das in moderner Fantasy eher unüblich ist und normalerweise nur in Märchen oder Kindergeburtstagen vorkommt, weil der Begriff so antik und/oder "uncool" daherkommt und Magier einfach hipper ist.

BTW hab ich gestern noch was zugeschickt bekommen, was sich auf Bilwiss' Zitate bezieht. Hab nämlich die englischen Passagen dazu gefunden und interessanterweise nutzte Tolkien zumindest im Silmarillion das Wort "magic" überhaupt nicht:

Those who used the Nine Rings became mighty in their day, kings, sorcerers, and warriors of old.
Thereafter it was called Minas Morgul, the Tower of Sorcery;
Dol Guldur ‘Hill of Sorcery’,
Minas Morgul ‘Tower of Sorcery







Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Matz am 14.10.2022 | 08:50
Gerade für die Elben ist "zaubern" wie atmen. Nichts besonderes, etwas das für sie natürlich ist. Der Begriff "Zauberei" (Magie, Hexerei etc) wird von den "niederen" Völkern für so ziemlich alles benutzt was sie sich gerade im Zusammenhang mit den Elben eben nicht wirklich erklären können. Vielleicht ist es eher sogar Wissenschaft! Saruman zumindest hat profundes (Al)chemisches Wissen um Sprengstoff herzustellen. Oder seine Uruk-Hai zu "klonen". Getreu dem Zitat von Aasimov, das eine hinreichend fortschrittliche Technologie nicht von Magie zu unterscheiden sei. Die Magie bei Tolkien ist auch eher subtil, aber überaus mächtig. Keine expliziten Zauberformeln, sondern echte Beschwörungen, Anrufungen der Mächte der Natur (Saruman entfacht den Zorn des Caradhras, Glorfindel beschwört den Bruinen, Gandalf bringt den Mond hinter Wolken vor oder Licht auf die Nazgul herab), was wohl auch möglich ist weil beide als Maiar unmittelbar Teil der Schöpfung Mittelerdes sind. Und diese Anrufungen nachklänge des großen Gesangs darstellen könnten, der die Welt erschaffen hat, und immer noch alles durchdringt etc. pp. 
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Turgon am 14.10.2022 | 09:29
Saruman entfacht den Zorn des Caradhras, Glorfindel beschwört den Bruinen, Gandalf bringt den Mond hinter Wolken vor oder Licht auf die Nazgul herab
Das sind aber Erfindungen der Filme. Im Buch wird das bewusst unklar gelassen, bzw. zur Flut am Bruinen sagt Elrond, dass er da einen Automatismus „hinterlegt“ hatte, der von Gandalf noch spontan verstärkt wurde.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Arldwulf am 14.10.2022 | 09:36
Ich wollte einfach mal wissen, ob und wenn ja, wie inflationär Tolkien mit diesem mE modernen Begriff umgegangen ist. Damit meine ich jetzt lediglich "Magier", "Magie" und "magisch". In jedem Fantasy-Roman gibt es heutzutage magische Gegenstände und Waffen, Magier werfen magische Feuerbälle und Magie liegt überall in der Luft. Magie, Magie, Magie. ::)
Was mir an Tolkien immer so gut gefallen hat, war meine Erinnerung daran, dass er diese Begriffe (wenn überhaupt) sehr spärlich eingesetzt hat. Sein Ding war dann eben die "Zauberei" und der "Zauber" sowie ... die "Zauberer". Etwas, das in moderner Fantasy eher unüblich ist und normalerweise nur in Märchen oder Kindergeburtstagen vorkommt, weil der Begriff so antik und/oder "uncool" daherkommt und Magier einfach hipper ist.

Mhh, "Magie" und "Magier" ist doch kein "moderner" Begriff, der ist einige tausend Jahre alt.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Infernal Teddy am 14.10.2022 | 09:56
Magie als Begriff kommt aber aus dem Persischen, und passt nicht ganz zum nordischen "feeling" das Tolkien erzeugen wollte.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Turgon am 14.10.2022 | 10:15
Hat Tolkien nicht auch mal was explizit zu „sorcery“, „witchcraft“ und „magic“ gesagt? Also zu den Worten?  :think:
Ich find’s grad nicht …
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Infernal Teddy am 14.10.2022 | 10:28
Wenn, dann in den Briefen oder in der History-Reihe, und da wüßte ich nicht wo ich anfangen sollte...
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Arldwulf am 14.10.2022 | 11:24
Magie als Begriff kommt aber aus dem Persischen, und passt nicht ganz zum nordischen "feeling" das Tolkien erzeugen wollte.

Sorcerer kommt von "Sortarius" also einem lateinischem Begriff für Wahrsager. Ist das "nordischer"?
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Infernal Teddy am 14.10.2022 | 11:33
Sorcery hat den Vorteil das es negativer besetzt ist als Magic
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: felixs am 14.10.2022 | 11:39
Ich vermute, der Philologe Tolkien hätte wenig Problem mit Lehnwörtern gehabt.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Turgon am 14.10.2022 | 11:39
Ah, hab’ was gefunden, was zumindest in die Richtung geht:

https://tolkiengateway.net/wiki/Magic (https://tolkiengateway.net/wiki/Magic)

und seine Brief Nr. 155 (https://tolkiengateway.net/wiki/Letter_155):
Zitat von: Letter 155
I am afraid I have been far too casual about 'magic' and especially the use of the word; though Galadriel and others show by the criticism of the 'mortal' use of the word, that the thought about it is not altogether casual. But it is a v. large question, and difficult; and a story which . . . is largely about motives
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Feuersänger am 14.10.2022 | 13:16
Iirc redet Gandalf am Anfang des LOTR von "magic rings".

Sorcery wird bei Tolkien (afair) durchweg negativ besetzt. So bezeichnet glaub ich Gimli Galadriel als "sorceress", bevor er sie kennenlernt, danach nicht mehr.
Und auch in den obenstehenden Zitaten wird Sorcery nur für die Bösen verwendet, quasi "Hexenwerk".

Gandalf wiederum ist ja kein Sorcerer sondern ein Wizard.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 14.10.2022 | 13:20
@Arldwulf
Modern nicht im Sinne von „neu“, sondern im Sinne von „in“ bzw. „im Trend“. Es klingt wohl für viele Autoren einfach cooler als das etwas eingestaubte zaubern/Zauberer.  8) Evtl. wollen sie damit vermeiden, in die Kinderbuchecke gesteckt zu werden.

@Infernal Teddy
@Ardlwulf
Die Herkunft der Wörter ist (für mich) erstmal Nebensache.  ;) Das würde glaube ich zu weit führen, herauszudeuten, woher jedes Wort ursprünglich kommt.
Was das Feeling angeht, muss ich Teddy aber recht geben: Magier, magisch und Magie passt für mich einfach nicht nach Mittelerde, weil es (für mich) auch mit Bildern behaftet ist, die in Hollywood-Blockbustern meist sehr spektakulär in Szene gesetzt werden. Und Zauberei war bei Tolkien ja wie gesagt sehr subtil und kein Effektfeuerwerk sondergleichen. Das ist der Unterschied zu der Zeit von vor 100 Jahren, als das Fernsehen und das Visuelle dem Storytelling bzw. den Bildern im Kopf noch untergeordnet war, und heute, wo man ohne viel Krach-Bumm-Bäng keinen mehr vom Ofen weglocken kann.

@Infernal Teddy
Die „Briefe“ muss ich auch dringend noch lesen. Hab sie zwar schon auf Englisch hier, will es aber auf Deutsch lesen, weil ich seine Formulierungen größtenteils extrem anspruchsvoll und uneindeutig finde und nie wirklich sicher bin, ob ich das jetzt richtig verstanden habe.
Aber die History und Companions hab ich mir dieses Jahr auch endlich zugelegt und werde sie irgendwann mal lesen.

@Turgon
Danke fürs Raussuchen des Links und den Brief. Den Link lese ich mir noch durch bei Gelegenheit. Beim Brief bezieht er sich aber glaube ich eher auf die quantitative Verwendung der Bedeutung des Wortes an sich, also unabhängig davon, ob es jetzt „magic“ oder „sorcery“ etc. ist.

@Feuersänger
Die Filme lasse ich mal außen vor, da sie ja oft nicht den Original-Wortlaut Tolkiens benutzen. Das wurde ja umgeschrieben, um es auch dem Casual Publikum möglichst einfach zu machen, der Story zu folgen.
Das mit "sorcery" ist aber ein guter Hinweis. Danke dir. Werde ich mal im Hinterkopf behalten.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Arldwulf am 14.10.2022 | 13:26
@Arldwulf
Modern nicht im Sinne von „neu“, sondern im Sinne von „in“ bzw. „im Trend“. Es klingt wohl für viele Autoren einfach cooler als das etwas eingestaubte zaubern/Zauberer.  8) Evtl. wollen sie damit vermeiden, in die Kinderbuchecke gesteckt zu werden.
@Ardlwulf
Die Herkunft der Wörter ist (für mich) erstmal Nebensache.  ;) Das würde glaube ich zu weit führen, herauszudeuten, woher jedes Wort ursprünglich kommt.
Was das Feeling angeht, muss ich Teddy aber recht geben: Magier, magisch und Magie passt für mich einfach nicht nach Mittelerde, weil es (für mich) auch mit Bildern behaftet ist, die in Hollywood-Blockbustern meist sehr spektakulär in Szene gesetzt werden. Und Zauberei war bei Tolkien ja wie gesagt sehr subtil und kein Effektfeuerwerk sondergleichen. Das ist der Unterschied zu der Zeit von vor 100 Jahren, als das Fernsehen und das Visuelle dem Storytelling bzw. den Bildern im Kopf noch untergeordnet war, und heute, wo man ohne viel Krach-Bumm-Bäng keinen mehr vom Ofen weglocken kann.

Soweit so klar, bloß: Ich verstehe nicht ganz wieso.

Nimm mal deine Aussage zu Hollywood Blockbustern. Was würde mir da zuerst einfallen? Wie wäre es mit Dr. Strange aus dem Marvel Kosmos?

Bloß ist der halt "oberster Zauberer" oder "Sorcerer supreme". An welche Blockbuster denkst du denn so beim Wort "Magier"? Mir würde auf Deutsch noch "Duell der Magier" einfallen, aber auch dies heißt auf Englisch natürlich eigentlich "The sorcerer's apprentice"
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 14.10.2022 | 13:38
Soweit so klar, bloß: Ich verstehe nicht ganz wieso.

Nimm mal deine Aussage zu Hollywood Blockbustern. Was würde mir da zuerst einfallen? Wie wäre es mit Dr. Strange aus dem Marvel Kosmos?

Bloß ist der halt "oberster Zauberer" oder "Sorcerer supreme". An welche Blockbuster denkst du denn so beim Wort "Magier"? Mir würde auf Deutsch noch "Duell der Magier" einfallen, aber auch dies heißt auf Englisch natürlich eigentlich "The sorcerer's apprentice"

Ja, das mag bei Filmen, die nicht auf einer Buchvorlage beruhen evtl. anders gelagert sein (wie ist das bei "Das Rad der Zeit" eigentlich? Haben die da nur diesen speziellen Namen oder heißen die auch mal einfach nur Magier oder so?), da gebe ich dir recht. Meinte auch eher die eigentliche Quelle aller Fantasy-Geschichten, sprich die Romane. Aber da kann ich halt auch keine empirische Aussage treffen, da ich bei weitem nicht alle gelesen habe. Ist also mehr so ein Gefühl.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Arldwulf am 14.10.2022 | 14:00
Ach, Gefühle sind dort doch völlig ausreichend. Ich fand es halt nur überraschend, weil "Sorcerer" aktuell viel häufiger bei Blockbustern vorkommt.

Generell glaube ich schon, dass sich Tolkien durchaus mühe gegeben hat die Begriffe konsistent zu halten und klar zwischen positiv und negativ konnotierten Begriffen zu unterscheiden. Ein anderes Beispiel wäre ja der "Witch King"
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Turgon am 14.10.2022 | 16:22
Danke fürs Raussuchen des Links und den Brief. Den Link lese ich mir noch durch bei Gelegenheit. Beim Brief bezieht er sich aber glaube ich eher auf die quantitative Verwendung der Bedeutung des Wortes an sich, also unabhängig davon, ob es jetzt „magic“ oder „sorcery“ etc. ist.

Nicht nur. Es geht auch darum, dass bei „magic“ die Intention des Anwenders ausschlaggebend ist, ob es als „gut“ oder „böse“ anzusehen ist.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Lyonesse am 25.11.2022 | 21:58
Gandalf was only a Fifth Level Magic-User! (https://forum.rpg.net/index.php?threads/gandalf-was-only-a-fifth-level-magic-user.300886/)
Man möge mir verzeihen, der Beitrag ist zwar alt, aber in meinen Augen recht passend und witzig.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Feuersänger am 26.11.2022 | 00:32
Alt, und immer noch ein genauso riesiger Haufen gequirlte Schafsch--- wie damals vor 160 Jahren as er gepostet wurde. Gandalf war kein fünftstufiger Magier, weil er überhaupt kein D&D-Charakter ist. Den 5.-stufigen Magier zeigst du mir, der ein Duell mit einem Balrog gewinnt. Oder den Fighter, der auf Stufe <=5 an einem Nachmittag 42-43 Orks plattmacht, ohne Heilung zu benötigen. Es ist und bleibt einfach Kappes.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Antariuk am 26.11.2022 | 00:34
Auch wenn du als RAW-Jünger das sicher anders siehst, es geht dabei glaube ich nicht darum, technisch korrekt zu sein, sondern eine Denkweise zu zeigen ;)
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Lyonesse am 26.11.2022 | 01:06
Es geht schlussendlich darum, dass Gandalf - wie jeder gute Zauberer - ein Showman ist, der nicht
zuletzt von seinem Renommee lebt. Bei Tolkien zeigt er aus verschiedenen Gründen (leider) äußerst
wenig von seiner Macht, und seine Stärke liegt eher in der Teambildung und -führung oder auch in
diplomatischen Unterfangen oder Nachforschungen.
Was er letztlich drauf hat, weiß vielleicht nicht einmal er selber, und der berühmte Kampf mit dem Balrog
kann ja so gewesen sein, aber am Ende ist das auch nur Hörensagen, denn wir waren nicht dabei. ;)
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Ainor am 26.11.2022 | 09:09
Es geht schlussendlich darum, dass Gandalf - wie jeder gute Zauberer - ein Showman ist, der nicht
zuletzt von seinem Renommee lebt.

Glaube ich nicht. Zumindest fällt mir keine Szene ein wo sich zeigt dass Gandalf übertreibt. Es ist doch eher so:
heutzutage sind wir (unter anderem auch durch D&D und alles was dadurch beeinflusst wurde) an viel Magie in Büchern gewöhnt. Zu Tolkiens Zeiten war das nicht so, da gab es höchstens Magie auf Märchenniveau und ganz vereinzelt mehr. Insofern ist die Beobachtung nicht falsch, auch wenn man sie veilleicht besser in etwas weniger provokantes umformuliert, z.B.: "Schon niedrigstufige D&D Magier können das meiste was Gandalf so zeigt".

Ich glaube dass der Kampf mit dem Balrog deshalb nicht beschrieben wird weil Tolkien nicht wusste wie er den Kampf zwischen mächtigen magischen Gegnern überhaupt für seine Leser verständlich beschreiben sollte.

Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 28.11.2022 | 17:21
@Ainor
Danke für den Impuls. Ich muss sagen, das mir das seit einiger Zeit auch mal wieder extrem aufgefallen ist. Mhmm ... wo fang ich am besten an ... :think:
Zuallererst sehe ich es ganz genauso, wenn es um D&D und Magie geht. Ich verfolge nämlich gerade einen deutschen YouTube-Kanal, wo regelmäßig D&D gespielt wird und ich muss sagen, dass mir diese Welt (keine Ahnung, ob das jetzt die Forgotten Realms sind oder was selbst Ausgedachtes) einfach zu "bunt" und zu überladen ist (das Rollenspiel der 5 Leute war, davon mal abgesehen, aber außerordentlich gut, auch wenn ich es zu modern von der Sprache fand ... wie gesagt ... "bunt"). Ich grenze meine Aussage an dieser Stelle aber mal ein und bezieh mich jetzt lediglich auf das Thread-Thema. In besagter Runde spielen also alle völlig unterschiedliche Charaktere, aber irgendwie können doch alle zaubern, was auch gerne und oft visuell geschildert wird. Ich weiß nicht wieso, aber ich finde das einfach too much. Wäre es eine TV-Serie, müsste man jedes Mal eine Epilepsie-Warnung vorweg einblenden. Mir ist dann auch wieder eingefallen, wieso ich diverse Fantasy-Bücher, -Serien und -Filme aus meiner Kindheit, Jugend und sogar nach der PJ-Trilogie nicht wirklich genießen konnte, ohne den Kopf schütteln zu müssen, weil es auf mich einfach kindisch und effekthascherisch wirkte. Kleines Beispiel: "Legend of the Seeker - Das Schwert der Wahrheit". Zeddicus hat glaub ich ununterbrochen mit Feuerbällen um sich geworfen und die anderen beiden Helden haben sich mit magischen Tricks und Angriffen auch nicht groß zurückgehalten. Ich hab sie aus Ermangelung an guten Fantasy-Serien trotzdem geschaut, aber eine gewisse Tiefe habe ich dort doch sehr stark vermisst. Das war allerdings NACH den HdR-Filmen. Also nicht in den 80er oder 90ern. Was man in dieser Epoche als Fantasy-Fan manchmal zu Gesicht bekam, muss ich glaub ich nicht weiter ausführen. Aber wieso hat man nicht vom Erfolg der Simplizität von Tolkiens Fantasy-Werk gelernt und sich ein wenig mit solchen Effekten zurückgehalten?
Ich finde, dass PJ die sowieso schon geniale Subtilität von Tolkiens Zauber nochmal sehr gut herausgearbeitet hat (man muss übrigens bedenken, dass Tolkien in einer Zeit lebte, in der er sich solche Effekte, wie wir sie heutzutage kennen, nicht im Traum hätte vorstellen können ... trotz dieser Einschränkung ist sein Werk aber nach wie vor DAS vorherrschende im Fantasy-Genre ... interessant oder?). Gandalf ist mE ein Wolf im Schafspelz, wohingegen andere Magier meist eher Schafe im Wolfspelz sind (viel Augenwischerei und Zaubertricks, die optisch verblüffen, aber nicht wirklich was ausrichten können, wenn's um die Tofu-Wurst geht). Man könnte es auch als "minimalistisch" bezeichnen. Statt z. B. einfach Feuerbälle auf die Wargs zu schmeißen, entzündet er ganz irdisch und aufwändig ein paar Tannenzapfen und schleudert sie auf die Bestien. Die Szene mit den drei Steintrollen ... herrlich. Andere Schreiber/Regisseure hätten wohl einen gleißenenden Sonnenstrahl, der aus dem Stab oder den Händen schießt, auf die Leinwand gezaubert. PJ dagegen entscheid sich dafür, einfach den Fels, hinter dem die Sonne bereits aufgegangen war, zu spalten. Ich weiß nicht wieso, aber bei mir hinterlassen diese einfachen Kniffe wesentlich mehr Eindruck als dieses ganze CGI-Zeugs. Kann es sein, dass man irgendwann einfach übersättigt ist und sich nach einfacheren Dingen sehnt, die mehr in die Substanz gehen und die Welt weiter ausbauen und festigen statt einfach nur mit FastFood-Effekten um sich zu schmeißen?

Ich finde übrigens, dass der Vergleich von Gandalf mit D&D-Magiern extrem hinkt. Die Besonderheit von Mittelerde im Vergleich zu den meisten anderen Welten ist ja, dass es gerade mal 3 mehr oder weniger bekannte Zauberer gibt (die blauen also außen vorgelassen), die auch genau so genannt werden. Zauberer oder Magier ist also kein Beruf, den jeder dahergelaufener Bauernbursche (wie das gefühlt sehr häufig in diversen Romanen der Fall zu sein scheint) ergreifen und dann Feuerbälle werfen kann, sodass tausende Magier in XYZ-urien rumlaufen, die Gegend unsicher machen und der nächste potentielle Dunkle Herrscher sein könnten. Der Zauber Mittelerdes scheint dagegen mehr oder weniger an die Herkunft gekoppelt zu sein. Maiar sind von Natur aus magische Wesen, genau wie Elben auch. Menschen oder Hobbits dagegen sind z. B. komplett "unmagisch" (von Zauberringen und -schwertern mal abgesehen) und können das auch nicht nachträglich erlernen. Nicht umsonst hat Gandalf ja die Gefährten zur Flucht aufgerufen, als der Balrog antrabte. Auch Andúril hätte also wohl recht blass gegen Schwert und Peitsche aus Feuer ausgesehen (oder selbst wenn es das ausgehalten hätte ... sein Träger hätte es definitiv nicht). Und wenn es im D&D-Universum ein Balrog-Pendant geben sollte, kann ich mir nicht vorstellen, dass ein niedrigstufiger Magier sich ihm genauso entschieden entgegenstellen und ihn abwehren könnte, wie Gandalf das anfangs getan hat.

Was die Beschreibung des Kampfes an sich anging, denke ich, dass das einfach nicht seine Stärke war oder wenn es das doch war, es eher eine Art absichtliches Stilmittel war, das so abstrakt und unscharf zu halten (wie sicherlich in allen Quellen, derer er sich bedient hat. Damals hat man vielleicht einfach nicht so sekundengenau und nachvollziehbar beschrieben, wie eine Szene abläuft). Ich kenne keinen modernen Roman, wo die Beschreibungen sowohl der Figuren als auch der Kämpfe so vage gehalten wurden wie bei Tolkien (wir wisssen nicht mal, welche Haarfarbe Legolas in HdR hat). Bei Schlachten bringt er mal etwas Taktik mit rein aber wenn er normaleweise ins Detail gehen müsste ("Aragorn duckte sich keuchend unter dem Schwerthieb des nahenden Orks, vollführte geschickt eine Drehung und stieß ihm Andúril mit voller Kraft von hinten durchs Herz.") liest man dann lediglich sowas wie "Und Aragorn erschlug viele."  ;D
Von daher ist auch der Kampf gegen den Valaraukar eher nur grob beschrieben und eben nicht so detailliert und ausschöpfend, wie wir das von modernen Autoren kennen und gewohnt sind. Aber ich finde es gar nicht mal so schlecht. Dadurch wird der Fokus mehr auf das Wesentliche gelegt. Und das ist nunmal der Zauber von Mittelerde (wobei ich mit Zauber die Welt, ihre Figuren und die Geschichte meine und nicht die Magie an sich ;))

Ich komme irgendwie doch immer zum gleiche Fazit wie bereits Anfang der 90er, als ich den Herrn der Ringe dann das erste Mal gelesen hatte: Hat man erstmal Tolkien als Einstiegsdroge gelesen, ist man für den Rest seines Lebens versaut und findet kaum bis gar keinen Gefallen mehr an anderer Fantasy-Literatur.
Das war in der Tat lange mein Credo. Ich bin großer Star Wars Fan, hatte aber komischerweise nie ein Problem damit, auch andere SF-Filme anzuschauen, sogar zu genießen und auch als gut bis genial einzustufen.
Ich glaube, bei der üblichen Fantasy (Harry Potter als Urban Fantasy also ausgenommen) hat sich das minimal gewandelt, als ich 2011 am Bahnhof ganz zufällig auf "Die Herren von Winterfell" gestoßen bin. Ich bin sehr oberflächlich, wenn es um Cover geht. In dem Klappentext gab es nichts, was nicht auch auf anderen Büchern hätte stehen können (und wie gesagt immer Tolkien im Hinterkopf habend). Dafür hat mich das Cover aber rumgekriegt. Tja, was soll ich sagen ... ein paar Monate später kam dann die erste Staffel raus und der Rest ist wohl Geschichte. Ich bin also tatsächlich nicht auf den Hype-Train aufgesprungen, sondern habe Martin ganz zufällig entdeckt (wie ich fast 10 Jahre nach dem Lesen des letzten Bandes zu Westeros stehe und auch zu Martins Veröffentlichungspolitik, gehört dann aber wohl in einen anderen Thread  ::)). Vielleicht hat mich die vollkommene Abwesenheit von Magie dazu gebracht, alle 10 Bände zu lesen. Wäre zumindest eine Erklärung. Drachenbeinthron hab ich irgendwann angefangen aber ... mhhh ... bisher hat's mich nicht gepackt. "Das Rad der Zeit" (was auch auf meiner Liste stand)  brauch ich jetzt erst gar nicht mehr anfangen zu lesen. Das hat mir amazon definitiv verdorben.  :(
Aktuell bin ich ganz mutig und versuche es mal mit deutscher Fantasy .... "Die Zwerge" als Hörbuch. Bisher gar nicht mal so schlecht. Aber im Kopf vergleiche ich halt doch immer wieder mit Mittelerde.
It's a curse!  :o
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 29.11.2022 | 01:38
"Legend of the Seeker - Das Schwert der Wahrheit". Zeddicus hat glaub ich ununterbrochen mit Feuerbällen um sich geworfen
Hat er nicht

Zitat
wohingegen andere Magier meist eher Schafe im Wolfspelz sind
Xaltotun, ....
möchten mal ein Paar Worte usw. der Untote Hohepriester von Acheron vernichtet Armeen mit seinen Zaubern, genau wie die Zauberpriester Stygiens, Elric hat da auch nettes zu bieten, ein hochstufiger DnD Wizard kriegt da auch ganz nette Dine hin aber da gibt es das Balance Problem wenn ein SC ne Armee auslöschte.
Gandalfs Feuerzapfen übersetze ich als Feuerbälle oder Bolzen

Zitat
PJ dagegen entscheid
gar nichts das war Tolkien


Zitat
Auch Andúril hätte also wohl recht blass
die Klinge die den Ring von Saurons Hand schnitt, Bruder der Klinge mit der Beren den Silmaril von Morgoths Krone schnitt sollte Probleme mit einem Balrog haben

Zitat
Und wenn es im D&D-Universum ein Balrog-Pendant
gibt es und hat je nach Edition auch ne gute Magieresistenz

Zitat
Bei Schlachten bringt er mal etwas Taktik mit rein aber wenn er normaleweise ins Detail gehen müsste
Tolkien beschreibt dortSchlachten, und Schlachten gewinnt man nicht indem man alle Feinde tötet sondern indem man ihre Kampfmoral erschüttert
Fehlt in deinem HdR der Kampf in der Grabkammer in Moria


Zitat
Das war in der Tat lange mein Credo. Ich bin großer Star Wars Fan, hatte aber komischerweise nie ein Problem damit, auch andere SF-Filme anzuschauen, sogar zu genießen und auch als gut bis genial einzustufen.
Nun, Star Wars ist auch nur eine schäbige Kopie von Dune

Versuch es mal mit Howard, Moorcrock, und McKiernan
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 29.11.2022 | 16:17
Hat er nicht
Ich hab jetzt natürlich nicht Buch geführt sondern gebe mit dieser Aussage lediglich meine subjektive Wahrnehmung wieder.

Xaltotun, ....
möchten mal ein Paar Worte usw. der Untote Hohepriester von Acheron vernichtet Armeen mit seinen Zaubern, genau wie die Zauberpriester Stygiens, Elric hat da auch nettes zu bieten, ein hochstufiger DnD Wizard kriegt da auch ganz nette Dine hin aber da gibt es das Balance Problem wenn ein SC ne Armee auslöschte.
Gandalfs Feuerzapfen übersetze ich als Feuerbälle oder Bolzen
Den Anfang hab ich nicht verstanden. Aber ja, natürlich gibt es prominente Ausnahmen. Was ich damit aussagen wollte war lediglich, dass es mir so vorkommt, dass je mächtiger ein Zauberer ist, desto weniger muss er sich auf visuelle Tricks verlassen, um seine Gegner zu beeindrucken oder zu besiegen (schau dir mal das letzte "Duell" zwischen Kenobi und Darth Maul an und vergleich das mit ihrem allerersten). Jeder Stufe 1 Magier in so ziemlich jedem Spiel darf mE schon Feuerbälle o. ä. werfen. Die sind dann halt aber nur optisch beeindruckend, machen aber natürlich kaum Schaden.
Aber auch hier wieder: rein subjektive Wahrnehmung meinerseits. Hab also keine empirischen Studien dazu angestellt.

gar nichts das war Tolkien
Mhhh ... also in meinem Hobbit steht folgendes:
Zitat von: J.R.R. Tolkien
"Der Tag soll euch treffen und zu Stein werden lassen! ....Denn in diesem Augenblick drang der erste Lichtstrahl über den Hügel, und durch alle Zweige lief ein starkes Zittern."
Das liest sich im Buch soweit ohne Probleme. Nur wenn man das dann szenisch in einem Film umsetzen möchte, wäre das einfache Abwarten Gandalfs nicht wirklich glaubhaft rübergekommen. Der gesunde Menschenverstand eines jeden Zuschauers hätte ihnen gesagt, dass die Trolle nach Gandalfs Warnung sich noch durchaus hätten verstecken können. So schnell geht die Sonne ja jetzt auch wieder nicht auf. Von daher war es notwendig, die Sonnenstrahlen schlagartig auf die Trolle scheinen zu lassen und nicht mit sekundenlanger Verzögerung. Von daher war das keine Entscheidung, die Tolkien getroffen hatte, sondern eine, wie ich finde, gelungene Interpretation PJs, die der Buchvorlage aber auch keinen Abbruch tut (da gibt es wesentlich schlimmere).


die Klinge die den Ring von Saurons Hand schnitt, Bruder der Klinge mit der Beren den Silmaril von Morgoths Krone schnitt sollte Probleme mit einem Balrog haben
Richtig. Genau das war ja auch meine Aussage bzw. Vermutung.


gibt es und hat je nach Edition auch ne gute Magieresistenz
Also kann ein niedrigstufiger Magier einen solchen Feuerdämon mit hoher Magieresistenz besiegen?

Tolkien beschreibt dortSchlachten, und Schlachten gewinnt man nicht indem man alle Feinde tötet sondern indem man ihre Kampfmoral erschüttert
Fehlt in deinem HdR der Kampf in der Grabkammer in Moria

Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Klar muss man nicht alle Feinde töten. Habe nie was anderes behauptet. Mir geht es aber um die beschriebenen Details, WENN denn mal welche angegriffen bzw. getötet werden. Anbei mal eine kurze Passage aus der Grabkammer Balins in Moria (dieses Kapitel ist in meinen Büchern also durchaus vorhanden), um das zu verdeutlichen:
Zitat von: J.R.R. Tolkien
"Der Ansturm war heftig, aber die erbitterte Verteidigung entmutigte die Orks. Legolas schoß zweien durch die Kehle. Gimli hieb einem [...] die Beine ab. Boromir und Aragorn erschlugen viele. Als dreizehn gefallen waren ..."
Drei sehr kurze Sätze (den Einleitungssatz nicht mitgerechnet) mit quasi null Details, aber schwupps.... sage und schreibe 13 Orks plötzlich tot. Das könnte ein modernen Autor heutzutage nicht mehr bringen und seine Leser mit solch kargen Kampfbeschreibungen abspeisen. Man würde ihn, wohl auch zurecht, als schreibfaul bezeichnen.


Nun, Star Wars ist auch nur eine schäbige Kopie von Dune
Was ist denn KEINE Kopie von IRGENDWAS? Tolkien hat sich auch viel von europäischen Sagen und Mythen (teils 1:1) bedient. Ist der HdR deswegen schäbig? Würden wir alte Dinge nicht immer wieder neu interpretieren und dadurch Neues schaffen (damit meine ich wirklich neue Sachen und nicht Adaptionen, welche die Quelle nicht respektieren), würden wir uns heute noch Geschichten von Mammuts und Säbelzahntigern erzählen. Tolkien griff alte Geschichten auf und moderne Autoren greifen dann wiederum seine Geschichte, Figuren oder einzelne Elemente auf und verpacken sie in ihrer eigenen Geschichte (so geschehen bei z. B. Markus Heitz mit den Elben in "Die Zwerge"). Und so geht das immer weiter. Und wenn durch Kopieren schlussendlich was Besseres rauskommt, ist es doch umso vorteilhafter oder (damit meine ich allerdings kein dreistes Kopieren)? Ich weiß nicht, ob wir ohne diese "schäbige" Dune-Kopie heute im SF- und Fantasy-Bereich da wären, wo wir jetzt sind. Dune allein hätte das nie geschafft. Star Wars kennt so ziemlich jeder, Dune dagegen kein durchschnittlicher Kinogänger oder Leser. Insofern können wir den Menschen dankbar sein, wenn sie sich dieser Geschichten annehmen und sie auf ihre Weise (neu) erzählen, ohne die Original-Geschichte selbst lediglich zu verdrehen, weil sie zu faul sind, selbst kreativ zu werden. Und einen Wüstenplaneten zu klauen ... na ja ... so kreativ ist die Idee jetzt auch wieder nicht, dass ich es als schäbig bezeichnen würde. Wüsten gibt es ja auch auf der Erde. Also wäre Dune ja dann eigentlich eine schäbige Kopie von "Prinz von Ägypten" (sprich: das Buch Mose im Alten Testament) oder?

Versuch es mal mit Howard, Moorcrock, und McKiernan
Howard hab ich seit kurzem da. Moorcock hab ich früher den ersten Band sogar zweimal gelesen, mich aber nie dazu durchringen können, die Geschichte dann weiterzuverolgen. Die Bücher hab ich aber auch auf jeden Fall da und irgendwann ringe ich mal dazu durch. McKiernan hab ich noch nie gehört. Denn würde ich mal ganz ans Ende der ToRead-Liste stellen wollen.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 29.11.2022 | 18:32

Den Anfang hab ich nicht verstanden.
Hour of the Dragon
https://en.wikisource.org/wiki/The_Hour_of_the_Dragon

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

btw mir fällt jetzt kein Stufe 1 Magier mit Feuerball ein außer bei DSA und der machte schon für DSA Verhältnisse "Schaden"

Bei den Trollen ging es mir um macht Sonnenlicht

https://forgottenrealms.fandom.com/wiki/Balor

Ich bezog mich eigentlich auf den Uruk Häuptling, der Boromir mit dem Schild aus dem Weg rammte und Frodo mot seinem Speer zu töten versuchte bevor Anduril ihm den Schädel spaltete

Was ich betreffs Dune meinte, das kann sich mit LotR vergleichen lassen Star Wars eher nicht.

McKiernan ist der einzige Autor den ich als tolkienesk beschreiben würden und das im positiven Sinn
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Ainor am 5.12.2022 | 12:51
Ich verfolge nämlich gerade einen deutschen YouTube-Kanal, wo regelmäßig D&D gespielt wird und ich muss sagen, dass mir diese Welt (keine Ahnung, ob das jetzt die Forgotten Realms sind oder was selbst Ausgedachtes) einfach zu "bunt" und zu überladen ist. ... In besagter Runde spielen also alle völlig unterschiedliche Charaktere, aber irgendwie können doch alle zaubern, was auch gerne und oft visuell geschildert wird. Ich weiß nicht wieso, aber ich finde das einfach too much.

Das ist der Unterschied zwischen Buch/Film und Rollenspiel. Als Leser ist es völlig ok wenn Legolas nur für das Bogenschoessen verantwortlich ist und ansonsten in der Versenkung verschwindet. Als Spieler wäre mir das aber zu wenig. Entsprechend wollen halt alle Spieler Magie oder sonstige Spezialfähigkeiten.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 13:03
Das ist der Unterschied zwischen Buch/Film und Rollenspiel. Als Leser ist es völlig ok wenn Legolas nur für das Bogenschoessen verantwortlich ist und ansonsten in der Versenkung verschwindet. Als Spieler wäre mir das aber zu wenig. Entsprechend wollen halt alle Spieler Magie oder sonstige Spezialfähigkeiten.

Spezialfähigkeiten sind ja nicht das Thema. Aragorn kann vielleicht z. B. Heilen, Legolas hat Falkenauge und Resistenz gegen Gifte/Krankheiten, Gimli hat Boni auf Willenskraft und Ausdauer etc. Nur wenn jeder ein zweiter Gandalf sein möchte, frage ich mich, warum überhaupt noch diverse Charaktere spielen? HdR hat uns ja gezeigt, dass die interessantesten Figuren nicht unbedingt die größten oder stärksten sind. Gerade die, die keine Superkräfte haben, lassen sich doch am Interessantesten spielen. Das ist dann der Unterschied zwischen Videospiel (alles muss flashy und krass sein, siehe "The Force Unleashed") und Pen&Paper-RPG (wo es mE eben vor allem um die Geschichte und Charaktere geht und nicht darum, möglichst cool Sauron persönlich in den Allerwertesten zu treten und einen blutigen Finish-Move hinzulegen).  8)
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 5.12.2022 | 13:28
Das ist deine Sicht auf Spielweisen - die wird nicht jeder teilen.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 13:37
Und das ist auch vollkommen in Ordnung. Deswegen schreib ich ja auch meist sowas dazu wie: "mE", "subjektive Wahrnehmung", "frage ich mich" etc.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: unicum am 5.12.2022 | 14:38
Imho hat Tolkien die Magie auch "zu ende gedacht".

Ich erinnere mich etwa an einen Comic im Dragon "What does a Room cost, for a Mage who can level this building without blinking?"
Will sagen ich kann mir nicht vorstellen wie D&D Welten in denen Helden und Monster so rum laufen wie .. eben in D&D wirklich funktionieren würden.

Bei Tolkien kann ich das ... die Magie ist eben mehr "subtil"
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 15:01
Imho hat Tolkien die Magie auch "zu ende gedacht".

Ich erinnere mich etwa an einen Comic im Dragon "What does a Room cost, for a Mage who can level this building without blinking?"
Will sagen ich kann mir nicht vorstellen wie D&D Welten in denen Helden und Monster so rum laufen wie .. eben in D&D wirklich funktionieren würden.

Bei Tolkien kann ich das ... die Magie ist eben mehr "subtil"

Ja, das ist definitiv ein weiterer Punkt. Wenn es tausende von magischen und nicht-magischen Monstern gibt, fragt man sich, wie das Ökoystem überhaupt funktionieren kann. Jetzt werden einige wahrscheinlich darauf hinweisen, dass es ja Fantasy wäre und daher nicht weiter relevant. Ich bin aber der Meinung, dass eine ordentliche Portion Realismus eine Welt nur umso lebendiger und glaubhafter erscheinen lässt. Siehe Mittelerde. 8)

Natürlich hat das Ganze aber auch einen großen Nachteil: Lässt man normale Raubtiere wie Bären, Tiger etc. raus, bleiben nur noch wenig abwechslungsreiche Gegnertypen übrig, die man in Tolkiens Welt bekämpfen kann: Orks, Trolle, Spinnen, Untote, Warge... und wenn man ganz mutig ist auch mal ein Drache oder ein Balrog ... und das war's dann eigentlich auch schon.
Wenn einem also die Welt an sich mit seiner reichen Lore nicht genug Stoff für Unterhaltung und Spaß bietet, könnte manch einer also schnell aufgrund nicht-diverser Fauna schnell die Lust verlieren und das System wechseln. Das kann ich sogar nachvollziehen. Hatte mich mit diesem "Problem" nämlich auch erst kürzlich auseinandergesetzt, als ich mir die Frage gestellt habe, wie viele Gegner es in "The One Ring" eigentlich gibt und ob das auf Dauer nicht langweilig werden könnte. Bin dann von selbst drauf gekommen, dass ein Herr der Ringe sicherlich auch nicht langweilig war (generell gab es da gar nicht mal so viele Kämpfe). Eine gute Geschichte lebt nunmal von Qualität, nicht von Quantität (mehr Monster und Zaubersprüche retten eine Story also auch nicht unbedingt). Daher würde ich das "triste" Mittelerde jederzeit einer "D&D-bunten" Welt vorziehen.
Aber ich akzeptiere dennoch jeden, der das anders sieht. Ist, wie so vieles, einfache eine Frage des Geschmacks.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: unicum am 5.12.2022 | 15:10
Natürlich hat das Ganze aber auch einen großen Nachteil: Lässt man normale Raubtiere wie Bären, Tiger etc. raus, bleiben nur noch wenig abwechslungsreiche Gegnertypen übrig, die man in Tolkiens Welt bekämpfen kann: Orks, Trolle, Spinnen, Untote, Warge... und wenn man ganz mutig ist auch mal ein Drache oder ein Balrog ... und das war's dann eigentlich auch schon.

Nun ja mit einem Tolkien Bestiarium lässt sich halt kein Geld drucken wie mit dem Monster Kompendium 1,2,3,4....

Auf der anderen Seite in einem Bestiarium das hier auf der Erde in unserer Zeit spielt braucht man auch nur eine Kreatur: den Menschen und kann schon viele, viele Abenteuer darum schreiben. Oder ist hier etwa jemand der meinung das es ... derzeit ... auf der Erde "langweilig" wäre?
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 15:20
Nun ja mit einem Tolkien Bestiarium lässt sich halt kein Geld drucken wie mit dem Monster Kompendium 1,2,3,4....
Klar. D&D will, wie Disney bei Star Wars und Marvel auch, die Kuh so lange wie möglich melken. Nichts anderes erwartet man schließlich von einem Unternehmen, das auf Gewinn ausgelegt ist.

Auf der anderen Seite in einem Bestiarium das hier auf der Erde in unserer Zeit spielt braucht man auch nur eine Kreatur: den Menschen und kann schon viele, viele Abenteuer darum schreiben. Oder ist hier etwa jemand der meinung das es ... derzeit ... auf der Erde "langweilig" wäre?
Richtig. Selbst Mittelerde würde nur mit den intelligenten Rassen (Menschen, Zwerge, Elben) wunderbar auskommen. Teilweise tut es das ja auch (siehe Teile vom Silmarillion oder Der Untergang Númenors). Es kommt immer drauf an, wie gut die Story geschrieben ist.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 5.12.2022 | 15:29
Ja, das ist definitiv ein weiterer Punkt. Wenn es tausende von magischen und nicht-magischen Monstern gibt, fragt man sich, wie das Ökoystem überhaupt funktionieren kann.
Magie ist Teil des Ökosystems, wenn man will.
Deryni hat mkn keine magischen Kreaturen

Jetzt werden einige wahrscheinlich darauf hinweisen, dass es ja Fantasy wäre und daher nicht weiter relevant. Ich bin aber der Meinung, dass eine ordentliche Portion Realismus eine Welt nur umso lebendiger und glaubhafter erscheinen lässt. Siehe Mittelerde. 8)

Zitat
und das war's dann eigentlich auch schon.
du hast Elben, Zwerge und Menschen vergessen

Zitat
Eine gute Geschichte lebt nunmal von Qualität,
Die Anzahl /Macht von Kämpfen, Magie und Kreaturen sagen wenig über die Qualität einer Story aus

Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Bilwiss am 5.12.2022 | 15:37
Klar. D&D will, wie Disney bei Star Wars und Marvel auch, die Kuh so lange wie möglich melken. Nichts anderes erwartet man schließlich von einem Unternehmen, das auf Gewinn ausgelegt ist.
Genau.
Dass Menschen sich fantastische Kreaturen ausdenken beginnt mit der Gründung von Disney und TSR... 8]
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 15:39
du hast Elben, Zwerge und Menschen vergessen
Hatte ich als Freie Völker bewusst ausgelassen, weil sie meist entweder Helden oder mind. neutrale NPCs sind und nicht immer Gegner per se. Bei den anderen genannten kann man aber davon ausgehen, dass sie einem immer ans Leder wollen, wenn man auf sie trifft. Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Rassen immer in solchen Monsterkompendien zu finden sind.

Die Anzahl /Macht von Kämpfen, Magie und Kreaturen sagen wenig über die Qualität einer Story aus
Richtig. Mehr != besser.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 15:40
Genau.
Dass Menschen sich fantastische Kreaturen ausdenken beginnt mit der Gründung von Disney und TSR... 8]
Wo hab ich das behauptet?
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Bilwiss am 5.12.2022 | 15:59
Nun ja mit einem Tolkien Bestiarium lässt sich halt kein Geld drucken wie mit dem Monster Kompendium 1,2,3,4....

Klar. D&D will, wie Disney bei Star Wars und Marvel auch, die Kuh so lange wie möglich melken. Nichts anderes erwartet man schließlich von einem Unternehmen, das auf Gewinn ausgelegt ist.


Ich habe aus diesem Gespräch den Eindruck gewonnen, dass hier die These vertreten wird, dass eine abgehobene Fantasy im Gegensatz zu bodenständigeren Fantasy aus eher betriebswirtschaftlichen Zwängen gemacht wird. Da in Geschichten seit Jahrtausenden schon Chimären etc. statt "normalen" Raubtieren verwendet werden, würde ich diese These bezweifeln.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 16:09
Ich habe aus diesem Gespräch den Eindruck gewonnen, dass hier die These vertreten wird, dass eine abgehobene Fantasy im Gegensatz zu bodenständigeren Fantasy aus eher betriebswirtschaftlichen Zwängen gemacht wird. Da in Geschichten seit Jahrtausenden schon Chimären etc. statt "normalen" Raubtieren verwendet werden, würde ich diese These bezweifeln.
Nicht nur. Ich denke aber, dass es den Lizenzhabern durchaus zupasskommt, dass es quasi keine Grenzen und kein Ende gibt. Hab das aber auch nicht verurteilt. Besäße ich so eine IP wie D&D, würde ich das wahrscheinlich nicht anders machen. Bei Tolkien dagegen wären mir durch die Lore wesentlich stärker die Hände gebunden und ich müsste mich, statt zahlreicher Monsterkompendien rauszubringen, eben auf andere Inhalte fokussieren (Abenteuer, Locations, Events etc.).
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 5.12.2022 | 16:40
Hatte ich als Freie Völker bewusst ausgelassen,
Die Sippenmorde etc, des Hauses Feanor , Eol der seine Frau ermordete als sie ihren Sohn vor im schützte, Maeglin der Gondolin verriet - Die Königsmannen von Numenor, die schwarzen Numenorer(Saurons Mund), Korsaren von Umbar,  Denethor,
das Imperium Gondors?

Die Pettydwarves unter Min
Der Mord an Thingol für den Silmaril durch Zwerge....

Zitat
Richtig. Mehr != besser.
du meinst wie Fingolfin gegen Melkor, Turin durch Horden von Balrogs etc etc
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 17:29
Die Sippenmorde etc, des Hauses Feanor , Eol der seine Frau ermordete als sie ihren Sohn vor im schützte, Maeglin der Gondolin verriet - Die Königsmannen von Numenor, die schwarzen Numenorer(Saurons Mund), Korsaren von Umbar,  Denethor,
das Imperium Gondors?
Die Pettydwarves unter Min
Der Mord an Thingol für den Silmaril durch Zwerge....

--> "... und nicht immer Gegner per se ..."
Dass die Völker der Menschen, Elben und Zwerge auch mal die Antagonisten stellen, hab ich nie angezweifelt. Es soll sogar tatsächlich böse Hobbitse gegeben haben. :o
Im Verhältnis zu ihren Artgenossen, die weniger Zorn, Neid und Missgunst an den Tag legten, sind die oben genannten aber eher in der Minderheit. Zudem würden sich Feanors Familie, Maeglin, Eol etc. schlecht in einem herkömmlichen Monsterkompendium machen, da sie keine generischen sondern größtenteils "unique" (einmalige) Gegner zu einer bestimmten Epoche und das auch nicht die ganze Zeit über waren. Oder kann ich die "Mîm-Zwerge" auch in beliebiger Anzahl und in einem beliebigen Zeitraum als Gegner einführen? Müssten Boromir, Frodo, Lotho Sackheim-Beutlin und dessen Büttel dann nicht auch in einem solchen Monsterbuch aufgeführt werden, da sie ja per genannter Definition dann ebenfalls Monster waren? Darf ich die dann als Player Character alle töten, weil: Monster? :think:
Also ja: die Auslassung meinerseits war nach wie vor bewusst. Ich denke, sie wären in einem Event- oder Location-Sourcebook (wie unten erwähnt) besser aufgehoben (siehe "Schwarze Númenorer" in "Ruins of the Lost Realm")

du meinst wie Fingolfin gegen Melkor, Turin durch Horden von Balrogs etc etc
Es kommt immer auf die Dosis an. Ein scharfes bzw. starkes Gewürz streust du ja auch nur in Prisen und sehr bewusst aufs Essen und nicht gleich eimerweise. Das würde den gegenteiligen Effekt bewirken oder es sogar ungenießbar machen. Klar waren die von dir genannten Szenen genial, keine Frage (genauso wie die Schlacht auf den Pelennor-Feldern oder das plötzliche Auftauchen Gandalfs vor Helms Klamm)!
Warum? Weil nicht auf jeder Seite des Buchs irgendein Hansel gegen Morgoth oder einen Balrog angetreten ist. Das waren außergewöhnliche Charaktere in außergewöhnlichen Zeiten/Situationen. Hätte Tolkien das gemacht, wäre das Silmarillion spätestens nach 20 Seiten bedeutunglos und extremst langweilig gewesen.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: unicum am 5.12.2022 | 17:30
Ich habe aus diesem Gespräch den Eindruck gewonnen, dass hier die These vertreten wird, dass eine abgehobene Fantasy im Gegensatz zu bodenständigeren Fantasy aus eher betriebswirtschaftlichen Zwängen gemacht wird. Da in Geschichten seit Jahrtausenden schon Chimären etc. statt "normalen" Raubtieren verwendet werden, würde ich diese These bezweifeln.

Herkules und die Schlange,... Herkules und der Löwe,...  Romolus und Remus und die Wölfin,... zumindest 2/3 davon sind ganz normal.

Wieviele Sagen mit Drachen kennst du denn? Und wieviele Drachen gibt es in den D&D Manuals? Also bei mir ist das ziemlich eindeutig.

Und D&D wäre nicht so erfolgreich wenn es nicht ständig neues Futter für die Gemeinde geben würde, insofern: ja es ist ein betriebswirtschaftlicher Zwang, wie es im Mittelalter, in der Antike ein wirtschaftlicher Zwang für den Gesichtenerzähler war interressante Geschichten zu erzählen.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: unicum am 5.12.2022 | 17:35
du meinst wie Fingolfin gegen Melkor, Turin durch Horden von Balrogs etc etc

Ja, der Herr der Ringe ist imho sehr Bodenständige Fanatsy,... das was in den Zeitaltern davor passierte war mehr in richtung D&D,...
Die Balrogmetzelei in den "altvorderen Zeiten" und dann kommt dieser gandalf nicht mal mit einem klar!
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Ainor am 5.12.2022 | 17:37
Nur wenn jeder ein zweiter Gandalf sein möchte, frage ich mich, warum überhaupt noch diverse Charaktere spielen? HdR hat uns ja gezeigt, dass die interessantesten Figuren nicht unbedingt die größten oder stärksten sind.

Wie gesagt. Da ist ein großer Unterschied zwischen Roman und Spiel. Wenn einer Gandalf spielen darf, warum soll ich dann nicht auch jemand mächtiges spielen ?

Gerade die, die keine Superkräfte haben, lassen sich doch am Interessantesten spielen.

Interessant im Roman bedeutet nicht interessant als SC. Die meisten Spieler wollen halt auf dauer nicht nur den Koch spielen sondern zu den großen Herrausforderungen im Abenteuer etwas beitragen. "Flieht ihr Narren" ist cool. Zuzuschauen wie ein SC mit dem Balrog kämpft eher nicht so.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: unicum am 5.12.2022 | 17:37
Darf ich die dann als Player Character alle töten, weil: Monster? :think:

Ich bin mir nicht 100% sicher ob es im Buch auch so ist aber was sagte Gandalf zu Sam wieder bezüglich Gollum?
(retorische Frage)
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: unicum am 5.12.2022 | 17:45
Wie gesagt. Da ist ein großer Unterschied zwischen Roman und Spiel. Wenn einer Gandalf spielen darf, warum soll ich dann nicht auch jemand mächtiges spielen ?

Interessant im Roman bedeutet nicht interessant als SC. Die meisten Spieler wollen halt auf dauer nicht nur den Koch spielen sondern zu den großen Herrausforderungen im Abenteuer etwas beitragen. "Flieht ihr Narren" ist cool. Zuzuschauen wie ein SC mit dem Balrog kämpft eher nicht so.

Ich muss im Rollenspiel natürlich auch die interressen der Spieler berücksichtigen.

Wenn die Gruppe alle Hobittse spielen wollen und mit Tavernenspiel ausreichend glücklich sind kann ich durchaus auch 120% Tolkien-Canon spielen. Wenn es eher richtung "klassisches Rollenspiel richtung D&D geht" kann es eben auch mit den Mittelerde Rollenspiel funktionieren, oder auch mit D&D.

The Balrog LV 66/36 420 HP PL/AC20 DB60 Ob+240Whip/THW +120Missile Move50 ...  (hab ich aus ICE:Moria gestern abgeschrieben)

Und wenn halt die einen in der Gruppe so und die anderen so wollen geht es eben schief, schon dutzendenmale hier durchgekaut. Ich denke deswegen wäre die Diskussion hier "ich will aber gandalf spielen" etwas derailing.

Ich weis auch nicht wie die moderneren Rollenspiele in Mittelerde die Magie so abbilden, ich glaube beim Durchblättern von einem durchaus die meinung bekommen zu haben das die Abbildung besser ist. (als bei MERS / Rolemaster)
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 18:24
Wie gesagt. Da ist ein großer Unterschied zwischen Roman und Spiel. Wenn einer Gandalf spielen darf, warum soll ich dann nicht auch jemand mächtiges spielen ?
Aber wenn plötzlich alle Gandalf spielen wollen? Mich erinnert das ein wenig an die Jedi-Problematik damals in Star Wars Galaxies. Verständlicherweise wollte in einem SW-MMORPG-Spiel so ziemlich jeder ein Jedi sein oder zumindest ein Lichtschwert schwingen. Das wiederum passte halt nicht so ganz in das Bürgerkriegs-Setting und zudem wäre dieser besondere Zauber, einer von wenigen zu sein, damit auch dahin. Wenn alle besonders sind, ist man nichts besonders mehr. Vor allem musst du dann auch das Niveau der Gegner an die Allmacht der Spielergruppe anpassen und dann ist der Krieg des Zorns, in dem die Valar selbst eingegriffen haben, plötzlich nur noch Kindergarten. Evtl. geht es ja nur mir so, aber ich will nicht (vor allem nicht von Anfang an) eine Überfigur namens "Mary Sue" spielen sondern mir jede Beförderung, jeden Rang und jedes besondere Item wirklich redlich verdient haben. Sonst fühlt es sich irgendwie "hohl" an. Als würde ich bei einem Film, einer Serie oder einem Buch direkt zum guten Ende der finalen Schlacht blättern. Oder stell dir vor, du würdest bei einem Videospiel gleich mit vollen Stats direkt zum Endboss laufen und ihn direkt beim ersten Versuch platt machen. Da wäre mir mein Geld für die 2 Minuten schalem Spaß zu schade. Also wenn mächtiger SC, dann verdient und evtl. auch nur mit Einschränkungen (temporär oder mit Nachspiel, siehe Marvels Morbius).


Interessant im Roman bedeutet nicht interessant als SC. Die meisten Spieler wollen halt auf dauer nicht nur den Koch spielen sondern zu den großen Herrausforderungen im Abenteuer etwas beitragen. "Flieht ihr Narren" ist cool. Zuzuschauen wie ein SC mit dem Balrog kämpft eher nicht so.
Ja, verstehe, was du meinst. Die Frage wäre nur, ob Herausforderungen bzw. der Wert eines Abenteuers immer nur in Kämpfen gemessen werden müssen oder man das nicht auch an gutem Rollenspiel oder dem gemeinsamen Spaß festmachen kann? Also worum geht es der Gruppe überhaupt, wenn sie zusammenkommt (kann ja durchaus variieren, je nach Vorliebe, Alter und Erfahrung)? Nur coole Kämpfe, looten und hochleveln oder einfach gemeinsam eine gute und unterhaltsame Zeit verbringen (wo man durchaus auch mal keinen einzigen Kampf und keine epischen Begegnungen haben kann)? Ich würde z. B. einen harmlosen Hobbit a la Bilbo in Der Hobbit, der einen Drachen durch intelligentes Rollenspiel (also (Über-)Reden, NICHT Würfeln!) in die Knie zwingt jederzeit einem übermächtigen Zwergenkrieger vorziehen, der ihn dank seiner 10W20 Fähigkeit/Schadenswirkung mit wenigen flammenden Axthieben niedermacht.
Was die Moria-Szene angeht, muss ich zugeben, dass ich mir darüber in Bezug auf TTRPG und ob man das gut in einem Abenteuer hätte abbilden können, auch schon so meine Gedanken gemacht hatte. Ich mein, so wirklich viel wurde in "Die Gefährten" ja nicht gekämpft. Hier wurde hauptsächlich gewandert und ohne Ende geredet. Hätte die Gruppe gegen den Balrog gekämpft und ihn wahrscheinlich auch noch besiegt, wären aber alle anderen "kleineren" Gefahren ("10.000 Uruk-hai vor Helms Klamm? Pah, gib mir nen Löffel, ich töte sie alle im Alleingang!") dagegen verblasst und der Bedrohungs-Maßstab direkt im ersten Drittel der Geschichte verrutscht. Ich mein: Boromir starb gegen ein paar Orks! Das sind die Standardgegner in den meisten Fantasy-Rollenspielen. Ich hätte die Gefahr, die der NPC Gandalf auf sich nimmt, um uns alle zu retten, durchaus wahrgenommen (evtl. hätte man ja zumindest einmal zuhauen dürfen, um zu sehen, dass man in der Tat absolut nichts ausrichten kann) und wäre froh gewesen, es rechtzeitig und an einem Stück raus zu schaffen. Man kann Adrenalin und Spannung durch Kampf aber eben auch schon durch Angst/Flucht aufkommen lassen. Und wenn mir damals als Minor Jedi der Dunkle Lord der Sith aka Darth Vader persönlich gegenüber gestanden hätte, wäre mir eine erfolgreiche Flucht mind. genausoviel wert gewesen wie wenn ich als einer der mächtigeren Elben einen Balrog erschlagen hätte (und ich hätte mir direkt ein "I survived Vader!"-T-Shirt anfertigen lassen). Es muss Sinn machen, in die Welt und Story passen und nicht einfach nur darauf ausgerichtet sein, dass der Spieler wie in einem Freizeitpark möglichst alles mitnehmen kann, was angeboten wird. Sonst hat man spätestens nach dem 2. Abenteuer keine Lust mehr, weiterzuspielen, weil man schon alles gesehen und erreicht hat.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 18:29
Ich bin mir nicht 100% sicher ob es im Buch auch so ist aber was sagte Gandalf zu Sam wieder bezüglich Gollum?
(retorische Frage)

Ich glaube, das war die Szene zwischen Gandalf und Frodo: "Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben? Dann sei auch nicht so rasch mit einem Todesurteil bei der Hand."
Das meinst du oder? Und ja, sehr gutes Beispiel. Ab wann ist man denn böse bzw. ein Monster? Wir leben in einer Zeit, in der sogenannte Anti-Helden, die durchaus auch mal Unschuldige töten oder Stratftaten begehen, gefeiert werden, als wären sie die Guten (Venom z. B.). Die Grenzen verschwimmen da immer mehr. Und dass jemand mal einen schwachen Moment hat (siehe Boromir oder Frodo) ist glaube ich eine sehr menschliche (hobbitliche) Eigenschaft, die einer Figur nur umso mehr Tiefe verleihen.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 18:34
Ich weis auch nicht wie die moderneren Rollenspiele in Mittelerde die Magie so abbilden, ich glaube beim Durchblättern von einem durchaus die meinung bekommen zu haben das die Abbildung besser ist. (als bei MERS / Rolemaster)

Also wenn ich mir TOR 2e anschaue, gibt es dort quasi gar keine Magie. Zumindest nicht für Spieler. Und Zauberer als Klasse schonmal gar nicht. Verzauberte Waffen sind da glaub ich das Höchste der Gefühle. Und auch die machen kein Flammenschwert aus nem normalen Langschwert sondern verbessern lediglich die sowieso schon vorhandenen Stats. Zuminderst hab ich das noch so im Kopf (man möge mich verbessern, wenn dem nicht so sein sollte  :))
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 5.12.2022 | 18:49
Aber wenn plötzlich alle Gandalf spielen wollen?
dann hast du eine Themengruppe, aka seven sisters

Zitat
so ziemlich jeder ein Jedi sein
Nein, Sith auf der anderen Seite


Zitat
dann ist der Krieg des Zorns, in dem die Valar selbst eingegriffen haben, plötzlich nur noch Kindergarten.
Welcher  Valar nahm an der an der Schlacht "teil" außer  Melkor


Zitat
sondern mir jede Beförderung, jeden Rang und jedes besondere Item wirklich redlich verdient haben.
ich will im Spiel nichts verdienen sondern Spaß haben

Interssant das du Herausforderungen = Kämpfe I= gutes Rollenspiel und Spaß setzt


Zitat
Nur coole Kämpfe, looten und hochleveln oder einfach gemeinsam eine gute und unterhaltsame Zeit verbringen
oder? warum nicht und oder weil A dann B

Zitat
Ich würde z. B. einen harmlosen Hobbit a la Bilbo in Der Hobbit, der einen Drachen durch intelligentes Rollenspiel (also (Über-)Reden, NICHT Würfeln!) in die Knie zwingt
A tat Bilbo nicht
B wäre das auch ein Kampf
C Bard tötete den Drachen
D las bitte die DSA RichtigstimmungsvollesKlischeespiel Polemik

Zitat
Hätte die Gruppe gegen den Balrog gekämpft und ihn wahrscheinlich auch noch besiegt, wären aber alle anderen "kleineren" Gefahren ("10.000 Uruk-hai vor Helms Klamm? Pah, gib mir nen Löffel, ich töte sie alle im Alleingang!") dagegen verblasst und der Bedrohungs-Maßstab direkt im ersten Drittel der Geschichte verrutscht
.= die Geschichte vor kompetenten SCs beschützen und NSC haben Plot Schutz....

Teja wurde von einem Speer wurf getötet, Julian von einem Stoß
Karl der Kühne von einigen Hellebardenhieben - die machten eben mehr Schaden als 1w6 + 3 gegen jemand mit 110 LP und Karl hatte auch keinen Plotschutz


Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Ainor am 5.12.2022 | 19:36
Ja, verstehe, was du meinst.

Ich glaube das nicht. Mir geht es darum: wenn alle Hobbits spielen ist das ok. Wenn alle Gandalf spielen auch. Aber einer Hobbit und einer Gandalf ist halt unausgeglichen. Und ich habe wirklich oft gesehen wie Spieler genau wie du hier gepredigt haben dass Charaktermacht doch nicht so wichtig ist, aber dann die ersten waren die sich beschwerten wenn ihr Charakter zu schwach war.

Ungleiche Spotlightverteilung stört im Buch niemanden. Im Spiel schon.

Ich würde z. B. einen harmlosen Hobbit a la Bilbo in Der Hobbit, der einen Drachen durch intelligentes Rollenspiel (also (Über-)Reden, NICHT Würfeln!) in die Knie zwingt jederzeit einem übermächtigen Zwergenkrieger vorziehen, der ihn dank seiner 10W20 Fähigkeit/Schadenswirkung mit wenigen flammenden Axthieben niedermacht.

Das ist eine falsche Alternative. Auch wenn ich einen mächtigen Charakter habe kann ich intelligent spielen. Wenn er mehr kann kann ich sogar mehr Ideen umsetzen, z.B. Gandalf bei den Trollen.

Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Tudor the Traveller am 5.12.2022 | 19:56
Von "intelligentem Rollenspiel" zu reden sieht mir arg nach Framing aus...  :q

Spiel so, wie es dir Spaß macht, kein Ding. Niemand MUSS D&D und High Magic mögen. Das würde vermutlich auch nicht das Spielgefühl liefern, das man bei LotR üblicherweise erwartet.

Das D&D Bashing finde ich aber völlig deplatziert.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 5.12.2022 | 20:00
Geht auch ziemlich vom Threadthema weg, das ganze "Mein Spielstil ist der einzig richtige"-Anteil.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 20:59
Nein, Sith auf der anderen Seite
Ersetze "Jedi" durch "Machtnutzender Lichtschwertschwinger". Ich denke, der Sinn meiner Aussage ist trotz dieser Unschärfe rübergekommen.

Welcher  Valar nahm an der an der Schlacht "teil" außer  Melkor

Öhm ... so ziemlich alle?

Wenig wird in allen Erzählungen davon gesagt, wie das Heer der Valar in den Norden von Mittelerde zog ...
... denn die Valar erschienen in Gestalten von Jugend, Schönheit und Schrecken, und die Berge bebten unter ihren Schritten.
... die Väter der Menschen kämpften auf Seiten der Valar ...
... und so überraschend und vernichtend war der Angriff dieser entsetzlichen Flotte, dass das Heer der Valar zurückgeschlagen wurde ...
Dann ging die Sonne auf, und das Heer der Valar errang den Sieg
... und das Heer der Valar stieg in die Tiefen der Erde hinab.

ich will im Spiel nichts verdienen sondern Spaß haben

 .. den jeder anders definiert und herbeiführt.

Interssant das du Herausforderungen = Kämpfe I= gutes Rollenspiel und Spaß setzt


Wäre dem anders, wären Anwaltserien nicht so beliebt. Meist wird da nämlich nur geschickt mit Worten gefochten und nicht mit Klingen. Wortwitz kann mind. genausoviel Spaß machen wie ein gekonnt ausgeführter und ansehnlich in Szene gesetzter Schwerthieb. 

 
oder? warum nicht und oder weil A dann B

Klar geht auch beides.

A tat Bilbo nicht
B wäre das auch ein Kampf
C Bard tötete den Drachen
D las bitte die DSA RichtigstimmungsvollesKlischeespiel Polemik


a) Ich glaube, du willst mich bewusst missverstehen. Das Bilbo das nicht getan hat wissen wir beide. Ich schrieb:
Ich würde z. B. einen harmlosen Hobbit a la Bilbo ...
Sprich: Irgendein namenloser, nahezu UNERFAHRENER Spieler-Hobbit (NICHT Bilbo), der irgendeinem weiteren Drachen (NICHT Smaug) begegnet und, anders als sein Hobbit-Genosse (Bilbo), es schafft, mit geschickten Worten (NICHT durch Bards Pfeil) den Drachen (NICHT Smaug) in sein wie auch immer geartetes Verderben (KEIN Tod durch Pfeil) zu schicken.
Es gab in besagter Geschichte übrigens auch keinen Zwerg mit flammender Axt, der einen Drachen erschlug. Spätestens da hätte klar sein müssen, worauf ich mit diesem Beispiel hinauswollte.

b) Eben nicht. Wenn er den Drachen überredet hätte, seinen Kopf 100 mal mit aller Wucht gegen den Berg zu schlagen, wäre es kein Kampf gewesen (ich sags lieber gleich dazu, bevor jetzt der Einwand kommt, dass kein Drache sowas jemals machen würde: das war ein überspitztes Beispiel, um meinen Standpunkt klar zu machen, dass man Gegner nicht immer nur durch unmittelbare Gewalteinwirkung töten muss. Ich denke, Literatur, Filme und Videospiele liefern mittlerweile genug Futter für solche alternativen Szenarien. Siehe z. B. Sauron in seiner Rolle als Berater des Königs auf Númenor). Es gibt sicherlich ein Dutzend andere bessere Beispiele, die besser in eine Hobbit-Drache-Auseinandersetzung passen ("Oh mächtiger Draug. Ich hörte, Ihr wäret das mächtigste aller Wesen auf dieser Welt. Doch kennt Ihr den Balrog in Moria? Vielleicht ist dieser ja noch mächtiger als Ihr es seid? Es wäre doch zu schade, wenn Ihr nur das zweitmächstigste Wesen wärt...!" --> Nein, auch damit gewinne ich natürlich keinen Pulitzerpreis oder den Tolkien-Nachwuchs-Award-of-Awesome-Story-Writing. Aber jetzt dürfte hoffentlich klar sein, wie man Gegner in den Tod schicken kann, ohne selbst auch nur einen einzigen Finger zu krümmen).

c) siehe oben ... sollte damit also bereits geklärt sein

d) Ich verstehe leider wieder nicht, was du mir damit sagen willst. Was genau soll ich bitte lesen?

.= die Geschichte vor kompetenten SCs beschützen und NSC haben Plot Schutz....
Teja wurde von einem Speer wurf getötet, Julian von einem Stoß
Karl der Kühne von einigen Hellebardenhieben - die machten eben mehr Schaden als 1w6 + 3 gegen jemand mit 110 LP und Karl hatte auch keinen Plotschutz

Ersetze "Balrog" durch "Sternenzerstörer" und du hast ein Real-Life-Beispiel, was uns ein X-Wing-Pilot namens Excaliburior einmal auf einer Con als Errungenschaft in der Einführungsrunde aufgezählt hat. Mein Beispiel ist diesmal also nicht überspitzt sondern spiegelt tatsächlich das Ansinnen mancher Spieler wider, die auf Teufel komm raus der nächste Über-SC werden wollen und daher auch nicht vor unmöglichen Tasks zurückschrecken (die manche DMs zudem noch durchgehen lassen).
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 20:59
Ich glaube das nicht. Mir geht es darum: wenn alle Hobbits spielen ist das ok. Wenn alle Gandalf spielen auch. Aber einer Hobbit und einer Gandalf ist halt unausgeglichen. Und ich habe wirklich oft gesehen wie Spieler genau wie du hier gepredigt haben dass Charaktermacht doch nicht so wichtig ist, aber dann die ersten waren die sich beschwerten wenn ihr Charakter zu schwach war.
Ich glaube, das kommt ganz drauf an, wie die Gruppenzusammensetzung ist und wie gespielt werden soll. Wenn sich einer beschwert, dass sein SC zu schwach ist, war die Prämisse für die Gruppe evtl. vorher nicht ganz richtig geklärt. Es wäre lediglich unausgeglichen und somit für die nicht-mächtigen SC langweilig, wenn sich vorher alle darauf geeinigt hätten, dass lediglich Würfelskills zum Erfolg und somit einem gelungenen Abend führen. Wenn aber auch der erzählerische/unterhaltsame Aspekt mit einbezogen wird, kann auch ein Rittersporn neben einem Geralt durchaus bestehen und glänzen. Denn allein das Erlegen von einem Monster nach dem anderen, abwechselnd begleitet von lediglich "Mhmm" und "Fuck" seitens des Spielers, mag vielleicht nicht ganz so viel Spaß machen wie ein Spieler, der mit seiner vorlauten Klappe manches in Bewegung setzen kann, die ein oder andere ge-/miss-lungene Gesangsdarbietung abliefert und somit vor allem für viele Lacher und interessante Szenen sorgt.
Wenn man sich mal das Starter-Set von "The One Ring" anschaut bzw. auch diverse Lets-plays auf Youtube, kann man ganz gut sehen, dass teilweise kein einziger Kampf stattgefunden haben muss, damit die Gruppe einen schönen Abend miteinander verbringen kann (auch wenn da jetzt natürlich alle Hobbits gespielt haben).

Ungleiche Spotlightverteilung stört im Buch niemanden. Im Spiel schon.
Wie gesagt: Definitionssache. Ein redegewandter Rittersporn und seine Aktionen stand vielleicht schon öfters im Mittelpunkt des gesamten Dorfes als der lakonische Hexer. Wenn ich wüsste, wie die Abenteuer bzw. die Gruppe und der DM gestrickt sind, hätte ich auch kein Problem damit, einen Charakter zu spielen, der einen völlig anderen Fokus hat als upgelevelte Skills.

Das ist eine falsche Alternative. Auch wenn ich einen mächtigen Charakter habe kann ich intelligent spielen. Wenn er mehr kann kann ich sogar mehr Ideen umsetzen, z.B. Gandalf bei den Trollen.
Damit wollte ich auch nicht sagen, dass es nur "entweder" "oder" gibt. Das waren lediglich zwei Extreme an jeweils unterschiedlichen Enden der Skala.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 21:00
Von "intelligentem Rollenspiel" zu reden sieht mir arg nach Framing aus...  :q
Mit "intelligent" meine ich die Bemühung des Spielers, mit seiner Figur auch mal eine vielleicht ungewöhnlichere Herangehensweise zur Lösung eines Problems in Betracht zu ziehen, als das, was die Mehrheit in dieser Situation machen würde. Weiß jetzt ehrlich gesagt nicht, was daran geframed sein soll, wenn man Herausforderungen auch mal abseits des Schwertes anzugehen versucht. Aber wenn alle damit fine sind, dass alles immer nur mit Kampffertigkeiten zu lösen ist, ist das doch vollkommen in Ordnung. Dann haben alle ihren Spaß und spielen es genauso, wie sie das am liebsten machen möchten. Keiner muss sich dazu genötigt fühlen, einen anderen Stil anzunehmen, der ihm nicht liegt und sich verbiegen. Ich wollte lediglich Impulse und Einblicke in meine Erfahrungen geben. So zumindest hatte ich den Sinn dieser Foren verstanden: Anregungen und Überlegungen anzustoßen und in den Raum zu stellen, die durchaus auch mal kontrovers diskutiert werden können. Ich lerne gerne dazu, wenn man meine eigenen bisherigen Ansichten hinterfragt und ich dadurch neue Perspektiven aufgezeigt bekomme. Manchmal gehe ich dann aus solchen Diskussionen mit einer völlig anderen Einstellung heraus als ich reingekommen bin. Oder soll es nur drum gehen, sich in einer "echo chamber" aufzuhalten, wo lediglich die eigene Ansicht zurückgespiegelt und man überhaupt nicht gechallenged wird? Das fände ich schade ...
 
Spiel so, wie es dir Spaß macht, kein Ding. Niemand MUSS D&D und High Magic mögen. Das würde vermutlich auch nicht das Spielgefühl liefern, das man bei LotR üblicherweise erwartet.
Das D&D Bashing finde ich aber völlig deplatziert.
Wenn das als Bashing rüberkam, entschuldige ich mich hiermit ganz offiziell. Ich gehe mit den Vorzügen und Schwächen eines Systems bzw. einer Welt aber nun mal recht offen um und spreche aus, was ich davon halte. Zu Mittelerde hätte ich an anderer Stelle auch das ein oder andere zu sagen, was kritischer ist. Hat sich jetzt aber kontextuell nicht ergeben. Falls es also zu einseitig contra-D&D war, nochmal: Sorry ...
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 21:00
Geht auch ziemlich vom Threadthema weg, das ganze "Mein Spielstil ist der einzig richtige"-Anteil.
Das war nicht meine Intention. Ich wollte lediglich meine bisherige Sichtweise darstellen, mich angeregt darüber austauschen, wie andere das sehen, neue Eindrücke mitnehmen und meine bisheriger Sichtweise dadurch vielleicht auch anpassen, weil ich neue interessante Ansätze mit an die Hand bekommen habe. Ich kann von mir sagen, dass ich eure Gedanken dazu als sehr wertvoll empfunden habe. Auch wenn sie meinen teilweise widersprechen. Und dass mein Spielstil der einzig richtige ist, würde ich nie behaupten wollen. Ich habe ja auch gar nicht DEN Stil. Das hängt immer von der Gruppe, dem DM, dem System und meinem Charakter ab.
Aber du hast recht. Vielleicht ist bereits der Punkt gekommen, wo sich das Thema zu sehr verselbständigt hat. Von daher:  :btt:
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Tudor the Traveller am 5.12.2022 | 21:24
Ok, danke für diese Stellungnahme.

Ich empfinde es als Framing, weil damit alle anderen Herangehensweisen automatisch als nicht intelligentes Rollenspiel bewertet werden müssten. Also quasi dummes Rollrnspiel.

Zum Thema: ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man eine Gruppe mächtiger Magiewirker in Mittelerde spielt. Quasi Gandalf, Galadriel & Co. Klar, das ist nicht das, was die meisten mit ME verbinden dürften.

Zum Wording: meinem Empfinden nach kommen sich die Begriffe Magier und Zauberer in ihrer Häufigkeit in modernen Werken gleich.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 5.12.2022 | 21:40
Ok, danke für diese Stellungnahme.
<3

Ich empfinde es als Framing, weil damit alle anderen Herangehensweisen automatisch als nicht intelligentes Rollenspiel bewertet werden müssten. Also quasi dummes Rollrnspiel.
Nein, so war das nicht gemeint. Ich hatte mich damit auf die Intelligenz der Herangehensweise bzw. des Charakters bezogen. Nicht auf die des Spielers selbst. Ich kann ja auch als intelligenter Spieler bewusst einen Barbaren spielen, der zwar gut zuhauen kann aber sonst nicht viel gebacken kriegt. Grog aus Critical Role hat z. B. sicherlich keinen allzu hohen Intelligenz-Wert und wird daher auch nicht die intelligentesten Vorschläge einbringen. Deswegen ist Travis aber nicht automatisch dumm oder gar sein Rollenspiel. Im Gegenteil: Ich glaube, eine Figur bewusst trottelig darzustellen ist wesentlich schwieriger, als einen durchschnittlich klugen oder hochbegabten. 

Zum Thema: ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man eine Gruppe mächtiger Magiewirker in Mittelerde spielt. Quasi Gandalf, Galadriel & Co. Klar, das ist nicht das, was die meisten mit ME verbinden dürften.
Das finde ich z. B. eine geniale Idee. Z. B. eine Fortführung (oder Re-enactment) des Kampfes, den der Weiße Rat im Hobbit gegen die Nazgul und Sauron ausgetragen hat. Quasi eine Serie oder ein One-Shot analog zu den Einsteiger-Hobbit-Abenteuern, nur eben auf höchstem Niveau (bei so ziemlich allem). Muss ich mir mal notieren. Für mich ist das definitiv Mittelerde. Halt die High Society und nicht das einfache Volk, aber...wieso nicht?  :)

Zum Wording: meinem Empfinden nach kommen sich die Begriffe Magier und Zauberer in ihrer Häufigkeit in modernen Werken gleich.
Ja, in modernen auf jeden Fall. Wobei ich immer noch das Gefühl habe (eigentlich, seit ich damals das erste Mal von Gandalf gehört habe), dass Zauberer einen leicht "märchigen" Touch haben. Also verspielter, kindlicher ... Auch, wenn Gandalf spätestens im HdR alles andere als der nette Onkel sein kann, der dich in eine Unke verwandelt, wenn du nicht brav bist. Ich glaube, von diesem Image wollen sich moderen Autoren etwas abheben. Aber ich kann mich irren. Habe wohl kaum schon die erforderliche Anzahl an Fantasy-Werken gelesen, um dazu aussagekräftige Statements von mir geben zu können. Ist mehr so ein Bauchgefühl.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 5.12.2022 | 22:31
Ersetze "Jedi" durch "Machtnutzender Lichtschwertschwinger". Ich denke, der Sinn meiner Aussage ist trotz dieser Unschärfe rübergekommen.
Es war als Scherz gemeint gewesen

IIRC zogen  nämlich nur die Maiar und Elven in den Krieg des Zorns
 
 

Zitat
Meist wird da nämlich nur geschickt mit Worten gefochten und nicht mit Klingen.
du hast nie L5R gespielt
sozialer Kampf ist auch eine Form des Kampfes sei es Rhetorik, Rechtskunde oder Intrige bur als Beispiele

 
Zitat
b) Eben nicht. Wenn er den Drachen überredet hätte, seinen Kopf 100 mal mit aller Wucht gegen den Berg zu schlagen, wäre es kein Kampf gewesen
 ("Oh mächtiger Draug. Ich hörte, Ihr wäret das mächtigste aller Wesen auf dieser Welt. Doch kennt Ihr den Balrog in Moria? Vielleicht ist dieser ja noch mächtiger als Ihr es seid? Es wäre doch zu schade, wenn Ihr nur das zweitmächstigste Wesen wärt...!" -->

Genau sowas meinte ich oder um das klassische FR Beispiel zu bringen, in der Stadt sitzen sowohl Zhents als auch Red Mages bub  spielen wir mal um eine Handvoll Goldmünzen
https://www.youtube.com/watch?v=4z9fxf_7Vik


Zitat
d) Ich verstehe leider wieder nicht, was du mir damit sagen willst. Was genau soll ich bitte lesen?
lassen
 
Zitat
jederzeit einem übermächtigen Zwergenkrieger vorziehen, der ihn dank seiner 10W20 Fähigkeit/Schadenswirkung mit wenigen flammenden Axthieben niedermacht.
solche Besserspielerpolemik


c) siehe oben ... sollte damit also bereits geklärt sein

Excaliburior

Geschwader Blau und Orange
aka Apollo und Starbuck gegen einen Basisstern und feindlichen Planeten
oder Wedge Antilles der Mann der 2 Todessterne auf dem X Wing hat

Also was wolltest du uns sagen Nur Kofferträger spielen ist gutes Rollenspiel
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 6.12.2022 | 17:51
Das war nicht meine Intention. Ich wollte lediglich meine bisherige Sichtweise darstellen, mich angeregt darüber austauschen, wie andere das sehen, neue Eindrücke mitnehmen und meine bisheriger Sichtweise dadurch vielleicht auch anpassen, weil ich neue interessante Ansätze mit an die Hand bekommen habe. Ich kann von mir sagen, dass ich eure Gedanken dazu als sehr wertvoll empfunden habe. Auch wenn sie meinen teilweise widersprechen. Und dass mein Spielstil der einzig richtige ist, würde ich nie behaupten wollen. Ich habe ja auch gar nicht DEN Stil. Das hängt immer von der Gruppe, dem DM, dem System und meinem Charakter ab.
Aber du hast recht. Vielleicht ist bereits der Punkt gekommen, wo sich das Thema zu sehr verselbständigt hat. Von daher:  :btt:

Ich find's cool, dass du dich weiterhin so intensiv hier im Thread einbringst und viele interessante Sichtweisen anstößt. :d
Gestern hatte ich das nicht so richtig gelesen und deswegen meine Einzeiler abgesetzt. Dass Spielweisen und - im Kontext des Threads - Sichtweisen auf how to play LotR unterschiedlich sind, ist ja normal und wollte ich gar nicht so herabwürdigen. Also äh: sorry.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 7.12.2022 | 10:11
Ich find's cool, dass du dich weiterhin so intensiv hier im Thread einbringst und viele interessante Sichtweisen anstößt. :d
Gestern hatte ich das nicht so richtig gelesen und deswegen meine Einzeiler abgesetzt. Dass Spielweisen und - im Kontext des Threads - Sichtweisen auf how to play LotR unterschiedlich sind, ist ja normal und wollte ich gar nicht so herabwürdigen. Also äh: sorry.

Alles gut   ^-^
Ohne Mimik, Gestik und Tonfall ist immer schwierig einzuschätzen, wie jemand drauf ist bzw. wie etwas gemeint ist. Von daher verstehe ich, falls das falsch rübergekommen sein sollte. Muss mich selbst da auch ein wenig am Riemen reißen und nicht 1:1 so schreiben, wie ich im engeren Freundeskreis sprechen würde.  o:)
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: unicum am 7.12.2022 | 12:53
Ich hab gerade mal versucht zusammenzutragen an was ich mich an Magie im HdR erinnern kann (ich beziehe mich auf die Filme, das lezte mal das ich die Bücher gelesen hab ist zu lange her) hab ich was signifikantes vergessen?

Allgemein:
Feuerwerk (gandalf bei den Hobbits - später Saroman gegen die Reiter von Rohan)
Heilen mit Kräutern (Aragorn)
Wachsen (Hobitts die Entwasser trinken)
Licht machen (Gandalf in Moria)
Sprechen mit Tieren (Arwen/Gandalf)
Einschüchtern, ggf "Angst-Zauber" (Galadriel)
Wahrsagerei (Galadriel)


Artefaktmagie: (da könnt auch Galadirels Wahsagerei mit reinspielen,... keine Ahnung)
Unsichtbar werden per Ring (Frodo und Bilbo)
Fernkommunikation per Palantir (Ziemlich mistig da Sauron am längerem Hebel sitzt)
Warnleuchten von Waffen
(öffter mal nachdem die Hobbitze die Waffen haben)
Und zum Schluss natürlich der zerfall von Saurons Zeugs als sein Ringchen kaputt ist.

Fluchmagie:
Aragon holt die Geisterarmee aus den Bergen
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 7.12.2022 | 13:11
Ich hab gerade mal versucht zusammenzutragen an was ich mich an Magie im HdR erinnern kann (ich beziehe mich auf die Filme, das lezte mal das ich die Bücher gelesen hab ist zu lange her) hab ich was signifikantes vergessen?

Allgemein:
Feuerwerk (gandalf bei den Hobbits - später Saroman gegen die Reiter von Rohan)
Heilen mit Kräutern (Aragorn)
Wachsen (Hobitts die Entwasser trinken)
Licht machen (Gandalf in Moria)
Sprechen mit Tieren (Arwen/Gandalf)
Einschüchtern, ggf "Angst-Zauber" (Galadriel)
Wahrsagerei (Galadriel)


Artefaktmagie: (da könnt auch Galadirels Wahsagerei mit reinspielen,... keine Ahnung)
Unsichtbar werden per Ring (Frodo und Bilbo)
Fernkommunikation per Palantir (Ziemlich mistig da Sauron am längerem Hebel sitzt)
Warnleuchten von Waffen
(öffter mal nachdem die Hobbitze die Waffen haben)
Und zum Schluss natürlich der zerfall von Saurons Zeugs als sein Ringchen kaputt ist.

Fluchmagie:
Aragon holt die Geisterarmee aus den Bergen

Mir fallen da spontan noch folgende ein:

Gibt aber bestimmt noch mehr. Müsste mal alle aufschreiben, wenn ich die Filme wieder schaue.  8)
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: melkvie am 7.12.2022 | 13:31
Mir fällt noch der "Angstzauber" von Gandalf gegen Bilbo ein (kurz vor Bilbos Abreise aus Hobbingen).
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Turgon am 7.12.2022 | 19:22
Die hier aufgezählten Zauber Gandalfs und Sarumans sind aber fast ausschließlich Erfindungen des Films.
Bei Tolkien selbst ist das Zaubern deutlich subtiler und wird selten erklärt wie im Film.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Darklander am 7.12.2022 | 19:45
Die hier aufgezählten Zauber Gandalfs und Sarumans sind aber fast ausschließlich Erfindungen des Films.
Bei Tolkien selbst ist das Zaubern deutlich subtiler und wird selten erklärt wie im Film.

Ja, das stimmt (hatte unicum weiter oben auch erwähnt). Ich selbst hatte zwar das Hörbuch erst vor kurzem noch gehört, aber kann das ehrlich gesagt so aus dem FF auch nicht mehr zitieren, wo welche Art von Zauber beschrieben wurde. Das müsste man wohl alles nochmal genau unter diesem Gesichtspunkt lesen/hören. Von daher haben wir erstmal nur das, was uns noch aus den Filmen bekannt war, hier gepostet. Der Zauber im Buch ist mE sogar noch wesentlich besser, da noch subtiler, integriert. Aber ist Geschmackssache. Hätte PJ das 1:1 so in den Film übernommen, wäre es vielleicht auch nicht so gut rübergekommen wie im Buch. Die Leinwand muss visuell doch mehr vorgeben als die eigene Fantasie es vermag.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: torben am 7.12.2022 | 22:55
N'Abend  :)

Nachdem ich die vielen spannenden Wortmeldungen hier gelesen bis teilweise überflogen habe und dabei gesehen habe, dass die Frage aufgekommen ist, ob denn in Mittelerde auch eine Gruppe von starken Charaktern à la Gandalf und Co. rollenspielerisch umgesetzt werden könnte, resp. was wäre, wenn alle einen Gandalf spielen wollten.

Ich möchte Euch dazu eine ganz persönliche Erfahrung aus über 20 Jahren Spielleitung in Mittelerde mit MERS/Rolemaster/Hausregel-Verschnitt als Beispiel nennen... wer es noch nicht gesehen haben sollte, die aktuelle Kampagne kann beide den Spielberichten nachgelesen werden und ich würde mich dort auch über Eure Kommentare (und die Spieler über etwas Mitleid  >;D ~;D ) freuen.
Wie ich dort schon im Vorwort zu den Sessionberichten geschrieben habe, spielen wir sehr starke und herausragende Charaktere mit hohen Stufen, Helden mit Verbindungen zu den Mächtigen von Mittelerde des 3. Zeitalters. Der Noldo Tinulin etwa ist mittlerweile auf Stufe 31, wie auch der Zwergen-Kämpfer Bóin II. Daneben haben wir aber auch "tieferstufige" Charakter, etwa den Dunadan-Rohir-Mischling Arrohir mit Stufe 15. Die neu zur Gruppe gestossene Yuzuki ist als "Frischling" mit Stufe 6 unterwegs.
Und ja, wir haben die Charakter beim Start zum Teil direkt auf diese Stufen hochgelevelt, denn sie sollen die "Creme de la zweite Reihe" sein, also richtig herausragende Figuren sein, die aber in der zweiten Reihe stehen und daher von den Geschichtsschreibern nicht namentlich erwähnt wurden... Tolkien hat es ja so aufgezogen, dass der Herr der Ringe das von Bilbo, Frodo und Sam geschriebene Buch ist, das später von den Geschichtsschreibern von Gondor übersetzt wurde, oder so... hab's grade nicht ganz korrekt auf dem Schirm, ist aber für die Sache auch nicht weiter wichtig.

Wichtig ist, dass wir zwar sehr starke Charakter spielen, ihre ihnen von MERS/Rolemaster zustehenden Magiefähigkeiten aber massiv eingeschränkt haben, um ein tolkiengerechteres Feeling von Mittelerde zu bekommen. Die Magie steckt bei uns vor allem noch in den Waffen der Gruppe, wobei es sich dabei auch um jeweils sehr einzigartige Artefakte handelt.
Also ja, wenn man mit der Originalmagie von MERS und Rolemaster zu Gange wäre (das sind wir grundsätzlich nur bei der Heilerin, denn auch hochstufige Charakter können mal ordentlich drunterkommen), dann wäre das wohl recht weit von Tolkien entfernt. Ich wollte spätestens davon weg, als eine Magierin nach einer Blitztriade zu einer Massenvibration ansetzte, die allen ca. 20 Gegnern einen Waffen-Patzer pro Runde eingebracht hätte (und das für ca. 15 Minuten, also 90 Runden), während sie fröhlich weitergeblitzt hätte...
Heute haben vor allem die Elben noch eine gewisse "Magie", die ihre Heilung unterstützt oder ihr Sinne/Einsichten schärfen kann oder dann kann ein elbischer Gesang eine beruhigende Wirkung entfalten oder so, eben eher subtil.
Die Gegner haben demgegenüber teilweise durchaus Zugriff auf "Magie", wobei das vor allem die Schattenwesen betrifft, die den Charaktern z.B. den Geist rauben können, wenn sie unvorsichtigerweise ihr Hügelgrab betreten haben. Aber auch so ein untotes Wesen wird bei mir nicht mit Blitzstrahlen um sich werfen.

Die Gegner der Gruppe sind immer wieder mal Orks, Wölfe, Trolle. Daneben legen sie sich aber auch immer wieder mit mehr oder weniger starken untoten Wesen aus der Schattenwelt an. Soweit ich es erkennen kann, vermisst keiner meiner Spieler so etwas wie einen wandelnden Misthaufen oder was es bei D&D noch so alles geben mag. Die Spannung und das Spielgefühl kommt nicht (oder kaum) von der "Varianz" der Gegner, sondern von der Geschichte, welche zu diesen Zusammenstössen führt. Sehr häufig sind die Gegner der Gruppe nämlich auch Menschen und ihre den Absichten der Gruppe zuwiderlaufenden Motivationen.

Warum wir so hochstufige Charakter spielen? Weil die Spieler irgendwann mal gesagt haben "Stufe 1 haben wir schon so oft gespielt. Wir wollen mal richtig fähige Charakter haben, die auch etwas bewirken und Einfluss im grösseren Stil nehmen können." Und das geht bestens, ohne dass man dabei Mittelerde und seine Geschichte aushebeln muss... z.B. war es bei uns unsere Gruppe, die Barahirs Ring von den Forodwaith zurückgeholt haben. Dass so etwas geschehen ist, steht in den Annalen der Könige, aber wir haben unsere eigene Geschichte dazu gemacht  :)

Je nachdem wie man die Themen wählt, denke ich, dass man sowohl niederstufiges wie auch hochstufiges Charakterspiel in Mittelerde problemlos spannend und abwechslungsreich umsetzen kann.

Grüsse
torben
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Ainor am 22.12.2022 | 08:27
Wichtig ist, dass wir zwar sehr starke Charakter spielen, ihre ihnen von MERS/Rolemaster zustehenden Magiefähigkeiten aber massiv eingeschränkt haben, um ein tolkiengerechteres Feeling von Mittelerde zu bekommen.

Jo, das ist das wesentliche. Ob man jetzt 10 oder 100 Orcs besiegt macht für die Story keinen grossen Unterschied, aber wenn man teleportieren kann dann ist es mit dem Tolkien feeling vorbei. The One Ring 5E macht das ja ähnlich. Man kann hochstufige quasi-D&D Charaktere spielen, aber keine Magier.
Titel: Re: Magie in Tolkiens Werken
Beitrag von: Tudor the Traveller am 22.12.2022 | 14:00
So gesehen... was zaubern Gandalf & Co überhaupt? Das wurde hier schon angerissen aber so richtig durchgearbeitet nicht, finde ich. Es ist imo so ähnlich wie bei Merlin; was der genau an Magie konnte, bleibt auch vage. Vor allem war er Arthurs Mentor / Lehrer.

Insofern sind Magier bei Tolkien imo vor allem Weise Männer (ja, auch alte weiße Männer  ;) ). Ihre "Magie" ist dann vor allem so etwas wie ein tieferes Verständnis vom Großen Ganzen und das Wissen darum, welche Knöpfe und Schalter die Welt bewegen.

Magie äußert sich dann primär technisch,  also Magic Items; eine Magie der Dinge, wie man sie auch häufig in irdischen Sagen und Märchen findet (Tarnkappe, goldenes Vlies, Zauberspiegel, Siebenmeilenstiefel...).

Imo!  :)