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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: HEXer am 11.11.2022 | 18:50

Titel: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: HEXer am 11.11.2022 | 18:50
Gibt es eigentlich pazifistische Rollenspiele in dem Sinne, dass sie eine Problem- und Konfliktlösung ohne irgendwie geartete physische oder psychische Gewalt böten? (Edit: Und dementsprechend auch keine Kampf- und Schadensregeln haben?)
Titel: Re: Pazifistische Rollenspiele?
Beitrag von: schneeland am 11.11.2022 | 18:53
Ich glaube, Wanderhome (https://possumcreekgames.com/pages/wanderhome) geht in diese Richtung (Besprechung z.B. hier bei den Teilzeithelden (https://www.teilzeithelden.de/2022/04/22/rezension-wanderhome-wohlfuehlprogramm-im-idyllischen-haeth/)).
Titel: Re: Pazifistische Rollenspiele?
Beitrag von: Selis am 11.11.2022 | 18:54
My little Pony: Tails of Equestria
Titel: Re: Pazifistische Rollenspiele?
Beitrag von: aikar am 11.11.2022 | 18:55
Das Doctor Who Rollenspiel belohnt auch gewaltfreie Konfliktlösung.
Titel: Re: Pazifistische Rollenspiele?
Beitrag von: HEXer am 11.11.2022 | 18:57
Belohnen okay - aber gibt es welche, die gar keine gewaltsame Konfliktlösung zulassen?
Titel: Re: Pazifistische Rollenspiele?
Beitrag von: tartex am 11.11.2022 | 19:16
Wie willst du es denn verbieten?

Doctor Who macht es ziemlich schlau, weil es Gewalt in der Initiative runterrankt.

Bei Primetime Adventures und anderen Spielen mit Conflict Resolution stehen alle Lösungswege als gleichwertig nebeneinander.

Im Setting kann Gewalt natürlich extrem sanktioniert werden, aber mir ist kein Spiel bekannt, wo das direkt in den Regeln verankert ist. (Okay, bei TSRs Marvel-FASERIP führt das Töten eines Gegners zum Verlust aller Karmapunkte, aber ansonsten steht lustig Verprügeln natürlich im Mittelpunkt.)
Titel: Re: Pazifistische Rollenspiele?
Beitrag von: CAA am 11.11.2022 | 19:32
Ich hab auf die schnelle nichts gefunden, aber vielleicht gibts irgendwas zu "No Game No Life"? In dem Setting hat Gott persönlich mittels 10 Gebote verfügt, dass es keine Gewalt mehr gibt.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Pazifistische Rollenspiele?
Beitrag von: tartex am 11.11.2022 | 19:46
Erstens: Jeglicher Mord und Körperverletzung, Krieg und Plünderung sind in dieser Welt verboten.

Wie sind sie verboten? Kann ich daran denken, aber mein Körper verweigert so etwas durchzuführen?

Gibt es Unfälle?

Kann ich unwissend und unabsichtlich jemanden verletzen?

Kann es Kettenreaktionen geben?
Titel: Re: Pazifistische Rollenspiele?
Beitrag von: Bad_Data am 11.11.2022 | 20:07
Vielleicht wäre Golden Sky Stories etwas, was du suchst?
Das Spiel macht immerhin Werbung damit, dass es nicht-gewalttätig ist.
Titel: Re: Pazifistische Rollenspiele?
Beitrag von: Outsider am 11.11.2022 | 20:12
"Tales from the Loop"

Da sind gewalttätige Lösungen zwar nicht verboten, da die SC Kinder sind, sind die Abenteuer soweit ich sie noch im Kopf habe, so geschrieben dass sie gewaltfrei gelöst werden können.

Die SC können da auch nicht sterben.
Titel: Re: Pazifistische Rollenspiele?
Beitrag von: HEXer am 11.11.2022 | 20:14
Aber es hat schon Kampf- und Schadensregeln, oder?
Titel: Re: Pazifistische Rollenspiele?
Beitrag von: CAA am 11.11.2022 | 20:14
@Tartex ich kann mich nicht daran errinern, dass wer tatsächlich versucht hätte die Regeln zu brechen... würde aber unterstellen, dass das wie mit der Einhaltung des Wetteinsatzes ist. Im Zweifelsfall machst das was der Wetteinsatz war halt unfreiwillig, quasi wie unter Hypnose.
Titel: Re: Pazifistische Rollenspiele?
Beitrag von: klatschi am 11.11.2022 | 20:24
Ich glaube, Wanderhome (https://possumcreekgames.com/pages/wanderhome) geht in diese Richtung (Besprechung z.B. hier bei den Teilzeithelden (https://www.teilzeithelden.de/2022/04/22/rezension-wanderhome-wohlfuehlprogramm-im-idyllischen-haeth/)).

Das ist tatsächlich das Einzige, das mir persönlich einfällt
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: HEXer am 11.11.2022 | 20:28
Da stelle ich mir aber die Frage: Warum gibt es nur so wenige gewaltfreie Rollenspiele? Liegt es wirklich nur am Ursprung beim Wargaming? Das ist aber doch Jahrzehnte her und es hat sich in so vielen Bereichen doch vieles geändert. Liegt es an unterbewussten Gewaltfantasien im Menschen? Ist schon irgendwie komisch, oder?
Titel: Re: Pazifistische Rollenspiele?
Beitrag von: Outsider am 11.11.2022 | 20:38
Aber es hat schon Kampf- und Schadensregeln, oder?

Ich habe lange nicht mehr in die Regeln geschaut. Ich lese da mal nach und gebe Rückmeldung!

Schaden gibt es nicht so richtig. Charaktere haben Zustände. Wenn der Char gebrochen ist, ist er erstmal aus dem Spiel. Das bezieht sich erst mal auf den seelischen Zustand der SC, kann aber auch körperlich sein.
Titel: Re: Pazifistische Rollenspiele?
Beitrag von: Turgon am 11.11.2022 | 20:39
Vielleicht wäre Golden Sky Stories etwas, was du suchst?
Das Spiel macht immerhin Werbung damit, dass es nicht-gewalttätig ist.
Jup! Gewalttätige Lösungen werden in Golden Sky Stories regeltechnisch sogar bestraft.
Titel: Re: Pazifistische Rollenspiele?
Beitrag von: HEXer am 11.11.2022 | 20:40
Ich habe lange nicht mehr in die Regeln geschaut. Ich lese da mal nach und gebe Rückmeldung!

Schaden gibt es nicht so richtig. Charaktere haben Zustände. Wenn der Char gebrochen ist, ist er erstmal aus dem Spiel. Das bezieht sich erst mal auf den seelischen Zustand der SC, kann aber auch körperlich sein.

Naja, "seelisch gebrochen" klingt aber schon nicht so richtig nach gewaltfrei? ;)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Metamorphose am 11.11.2022 | 20:53
Ich denke der Kampf ist eine Art, spannung ins Spiel zu bringen. Dafür brauchts nicht unbedingt geniale erzähltechnicken sondern nur eine Zahl, die runtergeht... und wenn sie unten ist, ist der Spielcharakter raus.

Hat nicht "Tales from the Loop" keinen Kampf bzw. die SC sterben nicht?
"Fiasko" hat des ja auch nicht... ausser man bringts rein.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: nobody@home am 11.11.2022 | 21:24
Da stelle ich mir aber die Frage: Warum gibt es nur so wenige gewaltfreie Rollenspiele? Liegt es wirklich nur am Ursprung beim Wargaming? Das ist aber doch Jahrzehnte her und es hat sich in so vielen Bereichen doch vieles geändert. Liegt es an unterbewussten Gewaltfantasien im Menschen? Ist schon irgendwie komisch, oder?

Na ja, wie will man die Spieler denn davon abhalten, irgendwie doch wieder Gewalt ins Spiel zu bringen? Mit Gewalt? 8]
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Sidekick-Kai am 11.11.2022 | 21:31
Chronosaurus. Gewaltfrei. Und zudem mit zeitreisenden Dinosauriern. Ach ja, Regeln gibt es auch keine, wenn ich das richtig auf dem Schirm habe.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Zed am 11.11.2022 | 21:35
Im Rollenspiel geht es ja darum, dass die Figuren Abenteuer erleben. In Abenteuern geht es um Konflikte und Hindernisse, die gewonnen und überwunden werden.

Nimmst Du die Konflikte raus, dann ist es zwar immer noch ein Spiel (zB wie in Keep Talking (https://store.steampowered.com/app/341800/Keep_Talking_and_Nobody_Explodes/?l=german) oder ein veganes Survivalspiel), aber in meinen Augen kein Rollenspiel mehr.

Was nicht heißt, dass man Rollenspiel nicht auch versuchen kann pazifistisch zu spielen, klar.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Outsider am 11.11.2022 | 21:39
Ich denke der Kampf ist eine Art, spannung ins Spiel zu bringen. Dafür brauchts nicht unbedingt geniale erzähltechnicken sondern nur eine Zahl, die runtergeht... und wenn sie unten ist, ist der Spielcharakter raus.

Hat nicht "Tales from the Loop" keinen Kampf bzw. die SC sterben nicht?
"Fiasko" hat des ja auch nicht... ausser man bringts rein.


s.o.

Konfliktregeln glaube ich schon.

Das ist wieder.so ein "der SL würfelt nicht" System. Greift ein an NSC würfelt nur der SC ob er ausweicht kann usw.

SC können nicht sterben...jepp das ist beim Loop so.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: unicum am 11.11.2022 | 21:45
Da stelle ich mir aber die Frage: Warum gibt es nur so wenige gewaltfreie Rollenspiele? Liegt es wirklich nur am Ursprung beim Wargaming? Das ist aber doch Jahrzehnte her und es hat sich in so vielen Bereichen doch vieles geändert. Liegt es an unterbewussten Gewaltfantasien im Menschen? Ist schon irgendwie komisch, oder?

Komisch ist es eigentlich nur wenn man sich noch nie damit beschäftigt hat.

Schau doch mal wie Spielertypen definiert werden,... da gibts "Powergamer" "Buttkicker" "tacticans" ...
zugestanden "Mauerblümchen" Gibts auch aber die wachsen manchmal auch auf Friedhofsmauern.

Also ja klar es gibt solche Dinge und es gab ja auch einen Wettberwrerb für Abenteuer ohne Konflikte (Braunschweiger Schlemin,... oder sowas?)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Maarzan am 11.11.2022 | 21:52
Nur die wenigsten und dann noch lokalen Abschnitte der Weltgeschichte waren auch nur halbwegs friedlich. Und ohne eine vollständige Überflussgesellschaft wird es immer Leute mit unbefriedigten Bedürfnissen geben und selbst dann wirst du immer noch Ausfälle wegen Langeweile oder Geltungsbedürfnis oder auch reiner Boshaftigkeit haben, selbst wenn man ideologische Quellen von Bösartigkeit abgeschafft haben sollte.

Daher liegt eine gewalttätige Lösung für nahezu alle Konflikte auch immer nahe - auch wenn sie  dann ggf. keine gute Lösung sein sollte.

Die Frage in einem Spiel bleibt da dann auch: Was macht man denn dann, wenn Konflikte quasi aus dem Spiel verbannt sind? Es reicht ja nicht einen Bereich aus dem Spiel herauszuregeln. Man muss eben auch etwas anderes wenigstens ähnlich interessantes als Ersatz anbieten sonst braucht man das alternative Spiel nicht. 

Das 10-Gebote-Beispiel stelle ich mir als kein sehr nettes Spiel vor. Eigentlich bleibt außer Gänseblümchen-Barbiespiel nur die letzte Herausforderung dieses Spiel an seinen eigenen Maßstäben zerbrechen zu lassen.

Wobei ja bisher noch unbekannt ist, wie diese Regeln in der Praxis durchgesetzt werden sollen, wie es sonst mit Besitz umgeht und welche Konflikte und Einsätze dann überhaupt erlaubt sind, wenn sie denn dann auftreten.
Stell dich mit 4 Mann passiv-"gewaltfrei" um den Wagen eines Bauern und halte ihn damit von seiner notwendigen Arbeit ab. Meckert er und triggert er damit die "Spielentscheidung", darf der Nötiger das Spiel bestimmen. Ein Vorgehen gegen die Nötiger wäre Gewalt.
Wenn ein allwissender Gott das dann doch richtig erkennt und regelt, warum braucht man diese Spiele? In einem Konflikt gibt es entweder eine Partei im Unrecht, keine richtige Lösung oder einen Kompromiss.  Warum also solche Spiele, welche wieder riskieren, dass jemand zu Unrecht zwar nicht körperlich aber sonst Schaden erleidet? Lebenswichtige Ressourcen zu verlieren kann schnell weitaus schlimmer sein als eine gehörige Tracht Prügel.



Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Metamorphose am 11.11.2022 | 21:55
Outsider: Danke für die Klarstellung. Ich hab was gemacht, was ich hasse wenns andere nicht machen: Die vorherigen Posts nicht wirklich gut gelesen :S

Zum Thema:
Sea Dracula hat keine Gewalt (wenn man die Umstände der Gerichtverhandlungen rauslässt).
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: General Kong am 11.11.2022 | 21:59
Da stelle ich mir aber die Frage: Warum gibt es nur so wenige gewaltfreie Rollenspiele? Liegt es wirklich nur am Ursprung beim Wargaming? Das ist aber doch Jahrzehnte her und es hat sich in so vielen Bereichen doch vieles geändert. Liegt es an unterbewussten Gewaltfantasien im Menschen? Ist schon irgendwie komisch, oder?

Gewalt ist unterhaltsam für Menschen, sie ist wettbewerborientiert, spannubgsgeladen, tabubehaftet, gefährlich, verboten und im realen Leben in jeder Gesellschaft kontrolliert und eingehegt, da potentiell destruktiv für das Ganze, nicht nur den Einzelnen.

Wir sind eine sehr aggressive Spezies, die einander und andere Lebewesen tötet und z.T. sogar ausrotten.

Gewalt stößt im echten Leben die meisten Menschen ab und macht ihnen Angst (die anderen sind Psychopathen oder Helden- oder beides), deshalb fasziniert Gewalt im Krimi, im Actionfilm, im Sport (nicht nur beim Kampfsport) und so auch im Rollenspiel.

Wet nun meint, dass ich ein sehr negatives Bild von den Menschen im einzelnen habe:
1. Nein, einzelne Menschen können wundervoll sein oder reine Scheusale, die meisten sind im Ganzen völlig okay.
2. Menschen in großen Gruppen sind in der Regel mit Vorsicht zu genießen.
3. Die Menschheit als Ganzes ist in der Beziehung zu anderen Spezies wie die Beulenpest gekreuzt mit Ebola in Scheiße und für sich selbst immer noch ganz schlechtes Juju.

Bin froh, dass ich ein Affe bin. Aber wir kriegen euch schon klein - uns dann geht es ab in die Verbotene Zone, ihr ... Men...schen   |:((
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: smerk am 11.11.2022 | 22:01
Sea Dracula - Konfliktlösung durch Tanz

Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: General Kong am 11.11.2022 | 22:02
Gibt ja auch Kriegstänze.
Oder Pogo.
 ~;D
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Outsider am 11.11.2022 | 22:07
Outsider: Danke für die Klarstellung. Ich hab was gemacht, was ich hasse wenns andere nicht machen: Die vorherigen Posts nicht wirklich gut gelesen :S

Sollte nicht falsch rüberkommen.  8) Wollte deine Aussage nur bekräftigen  ^-^
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: nobody@home am 11.11.2022 | 22:38
Letzten Endes sind so gut wie alle Rollenspiele halt in klassischen "Abenteuer"genres angesiedelt. Fantasy, Science Fiction, Horror, Western, Superhelden...alles Sachen, bei denen "Gewaltfreiheit" auch schon im Quellmaterial eher spärlich gesät ist.

Warum das so ist und Spiele, die statt dessen beispielsweise den Boden von Familienseifenopern und Liebesromanreihen beackern wollen (wobei man auch da im Rahmen der perfekten Gewaltfreiheit halt immer noch dafür sorgen müßte, daß niemand jemand anderen anschreit und ja bloß nie eine Hand ausrutscht), anscheinend so gut wie nicht vorkommen...tja, gute Frage. Mag schon sein, daß den meisten Produzenten schlicht die Idee im Kopf steckt, eine zu perfekte Welt wäre einfach zu langweilig, um sich gut zu verkaufen.

(Und okay, etwas philosophisch betrachtet gehört Gewalt halt wohl irgendwie schlicht mit zum Leben, das ja selbst bei allen menschlichen Zivilisationsallüren schon seit seinen Anfängen im Urschlamm zuallermindest auch ein Kampf um Selbsterhaltung und begrenzte Ressourcen war und bis heute bleibt. Das läßt sich schlecht einfach wegwünschen und hinterläßt natürlich seine ererbten Spuren auch in der Verdrahtung unserer Gehirne.)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Turgon am 11.11.2022 | 22:46
Da stelle ich mir aber die Frage: Warum gibt es nur so wenige gewaltfreie Rollenspiele? Liegt es wirklich nur am Ursprung beim Wargaming? Das ist aber doch Jahrzehnte her und es hat sich in so vielen Bereichen doch vieles geändert. Liegt es an unterbewussten Gewaltfantasien im Menschen? Ist schon irgendwie komisch, oder?
Aber das ist doch in der Unterhaltungsindustrie (bzw. in Bereichen, wo Geschichten erzählt werden) generell so. Es gibt zB auch kaum Filme, bei denen die Probleme letztendlich nicht mit Gewalt gelöst werden.
Es ist der einfache Weg, mit dem eine endgültige Problemlösung erfolgen kann. Insbesondere ist daran nichts ambivalent oder interpretationsbedürftig, was für viele anziehend wirkt.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Metamorphose am 11.11.2022 | 22:49
Microscope wär auch noch eines... oder Kingdoms :)

Ich hab gelesen, MAID wäre auch kampflos. "Für die Königin" auch.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Olibino am 11.11.2022 | 23:01
Rollenspiele für Kinder sind typischerweise gewaltfrei. Z.B. Little Wizards.

Es gibt auch viele Rollenspiele in denen Gewalt zwar möglich aber doch so untypisch ist, dasss sie nicht/kaum von den Regeln unterstützt wird.
Z.B. Pasion de las Pasiones (Telenovela) oder Dialect (Entstehung von Sprachen)

Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Sidekick-Kai am 11.11.2022 | 23:17
Ich wollte eigentlich nicht noch einmal posten...

Wahrscheinlich stimmt mit mir einiges nicht, kann sein, doch: Ich brauche in meinem Rollenspiel keinen Kampf. Und auch ansonsten keine physische oder auch psychische Bedrohung. Rollenspielt sollte sogar nahezu komplett konfliktfrei funktionieren.
Zur Erklärung:

Ich habe mit DSA 2 angefangen, bin aber recht schnell zu Dark Consp



Ich breche ab. Das ist die Sache nicht wert. Nicht für mich. Sorry. Und auch nicht sorry...
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Camo am 11.11.2022 | 23:24
Das 10-Gebote-Beispiel stelle ich mir als kein sehr nettes Spiel vor. Eigentlich bleibt außer Gänseblümchen-Barbiespiel nur die letzte Herausforderung dieses Spiel an seinen eigenen Maßstäben zerbrechen zu lassen.

Es gibt tatsächlich mindestens ein "christliches" Rollenspiel. DragonRaid (https://en.wikipedia.org/wiki/DragonRaid) heißt das Ding. Aber WEIT jenseits von gewaltfrei... die Charaktere sind "Christen", alle Dörfer drum herum werden von Ungläubigen bewohnt, die auch einfach ausgelöscht werden können und sollen. Der SL würfelt mit anderen Würfeln als die Spieler... wenn die Spieler einen W12 nutzen, darf der SL nur einen W10 nutzen und so. Sind halt nur "unwerte Heiden", die können nicht genau so gut sein wie Christen.
Aber da Rollenspiel angeblich nicht christlich ist, wird das als "Trainingsinstrument für zukünftige christliche Führungskräfte" bezeichnet. Und ja, ich hab das liegen in der Sammlung. ;)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Torsten (Donnerhaus) am 11.11.2022 | 23:55
Theoretisch: Star Trek.

Lass einfach alle Stories weg, die sich um Klingonen, Romulaner, Borg, Orions, etc drehen.

Spiel Geschichten, die sich allein um fehlverstandene Energiewesen, physikalische Phänomene und diplomatische Verhandlungen drehen.

Praktisch ist das für die meisten so langweilig, dass Star Trek von einem Krieg zum nächsten wandelt. Aber man kann auch einfach näher an Roddenberry's Utopia bleiben. Unter Roddenberry's Ägide waren die Konflikte ja vor allem als Spiegel des politischen Zeitgeists angelegt. Erst mit dessen Schwinden rückte das rein martialische häufiger in den Mittelpunkt. Und bereits die Abstraktion der Gewalt durch Lichtstrahltöt und Avatargewalt in Form von Raumschiffen ist ein Symptom für gut gemeinten und mitunter falsch verstandenen Pazifismus.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Jens am 11.11.2022 | 23:58
Golden Sky Stories und Maid waren bei mir bisher immer kampflos (und GSS auch würfellos...)

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Orok am 12.11.2022 | 00:25
Sea Dracula - Konfliktlösung durch Tanz


Das wollte ich auch vorschlagen.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Isegrim am 12.11.2022 | 00:52
Liegt es an unterbewussten Gewaltfantasien im Menschen?

Ne, das liegt an bewussten Gewaltphantasien. Die Hälfte des Film-, Buch- und Videospielmarkts wird nicht durch das Unterbewusstsein am Leben erhalten... ;)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Runenstahl am 12.11.2022 | 01:05
Do - Pilgrims of the Flying Temple
Tatsächlich kann bei den Geschichten auch durchaus um Krieg und Gewalt gehen, aber das ist ein kleiner Teil und es gibt keine Kampfregeln. Letztlich werden Kämpfe genauso wie alle anderen Probleme abgehandelt.

Auch wenn gewaltfreie Rollenspiele die Ausnahmen sind, so gibt es immerhin scheinbar doch so einiges was hier im Thread zusammenkommt.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Camo am 12.11.2022 | 01:12
Tatsächlich ist Tails of Equestria aber NICHT gewaltfrei. Man KANN das gewaltfrei spielen, aber selbst die fertigen Abenteuer enthalten durchaus Gewalt. Und ja, es gibt Kampfregeln.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Runenstahl am 12.11.2022 | 01:16
Panty Explosion
Man kann zwar Kämpfen, aber ähnlich wie in "Do" gibt es keine besonderen Kampfregeln sondern Kämpfe sind nur eine andere Konfliktform. Schwerpunkt des Spiels ist definitiv eher Drama als Gewalt.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: unicum am 12.11.2022 | 01:57
Gewalt ist unterhaltsam für Menschen, sie ist wettbewerborientiert, spannubgsgeladen, tabubehaftet, gefährlich, verboten und im realen Leben in jeder Gesellschaft kontrolliert und eingelegt, ...

Nun ja das kommt auf die Gesellschaft an, demokratien weltweit sind am bröckeln, die anderen Staatsformen tendieren die Gewalt einfach gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen.

Wir sind eine sehr aggressive Spezies, die einander und andere Lebewesen tötet und z.T. sogar ausrotten.

Das machen andere Spezien imho auch, nur weniger Professionell wie wir. Stichwort Invasive Arten. (geht auch ohne die zuhilfename des Menschen, aber zugestanden wenn wir da helfen wird es "professioneller"

Positiv gesehen sind die die einzige Spezies welche es "dem Leben" ermöglichen können die vernichtung der Erde (welche auch ohne unst stattfinden wird wenn die Sonne einen auf Heliumbrennen macht, dann ist die Erdumlaufbahn nämlich in der "Atmorphäre" der Sonne. Wir haben noch ein paar Millionen jahre zeit dafür, aber wenn man sich wegen 1,5° schon (imho sehr berechtigter weise) sorgen macht ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Sonne#/media/Datei:Sonnenleben+.svg

Bleibt aber im Grundsatz schon: Gewalt ist eine hier und da akzeptable Lösung von Problemen.
Ich warte immer noch darauf das in der BILD man die Headline ist "Jugendlicher hilft alter Dame über die Strasse" oder irgendwas anderes belangloses aber wie sagte mir einer der im Reportergeschäft unterwegs ist: Solche Nachrichten will niemand lesen, nur "bad news is good news".

Im Bezug auf Tiere sind wir - durch die Sprache (wobei ich durchaus weis das es kommunikation auch zwischen Tieren gibt) - in der Lage Konflikte auch ohne gewalt zu lösen,... aber eben nicht alle und eben nicht immer.

Das macht es manchmal schwer.

Im Hinblick auf "gewalt in Rollenspielen" erinnere ich mich daran das unser Rollenspielverein für den Kinderferienspass mal "Rollenspiel für Kinder angeboten hat. Es wurde ein Abenteuer designed das sehr gewaltlos gelöst werden konnte,.... einige Eltern hatten aber bedenken und so wurde angeboten am Abend vorher wird das Abenteuer mit den Eltern gespielt.
Die Krux war das "die alten Säcke" also die Eltern - die gewaltlose Lösung NICHT wählten und es erst in der Diskussion nach dem Spiel diese wirklich sahen.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Maarzan am 12.11.2022 | 08:11
Es bleibt immer noch offen, was dann im Spiel abseits eines auch durch Gewalt lösbaren Konflikts (weil wenn die Option auf dem Tisch ist, kann man auch nicht ausschließen, dass es doch zu Gewalt kommt) behandelt werden soll.
Zweites Kriterium denke ich - es sollte etwas sein, was typischerweise alle Mitspieler gleichzeitig beteiligt. Lovestories fallen da z.B. raus.

Sea Dracula - Konfliktlösung durch Tanz
Frag mal die Leute, deren Fuß unten steht ...  >;D
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: tartex am 12.11.2022 | 08:31
Es gibt tatsächlich mindestens ein "christliches" Rollenspiel. DragonRaid (https://en.wikipedia.org/wiki/DragonRaid) heißt das Ding. Aber WEIT jenseits von gewaltfrei...

Und ja, ich hab das liegen in der Sammlung. ;)

DragonRaid wude ja öfters im Dargon-Magazine erwähnt, ist also allgemein bekannt.

Aber wir freuen uns für deine Sammlung.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Raven Nash am 12.11.2022 | 10:03
Gewalt ist ... verboten und im realen Leben in jeder Gesellschaft kontrolliert und eingelegt, da potentiell destruktiv für das Ganze, nicht nur den Einzelnen.
So hätte der Mitteleuropäer seine Welt gerne. Die Welt schert sich da halt nicht viel drum.
Im Großteil der Welt ist Gewalt ein absolut anerkanntes Mittel der Konfliktbewältigung. Überall dort, wo man kein Geld für Anwälte und Gerichte hat, oder man kein Geld zum schmieren letzterer hat...

@topic: Ginge es nicht primär mal um das Setting? Im 08/15-Fantasy wird man sich schwer tun als Pazifist. Hat was vom Touristen in einer Favela von Rio - das Ergebnis steht fest.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: General Kong am 12.11.2022 | 10:17
Nein, so IST das in der Welt.

Auch wenn Gewalt in anderen Gebieten oder zu anderen Zeiten anders angewendet wird/ wurde, ist/ war man sich durchaus bewusst, dass man sie irgendwie kontrolieren muss. Ach bei einer Blutfehde kann man nicht machen, was man will. Und das germanische Wergeld (oder Zahlungen für Tötungen oder Körperverletzungen im außereuropäischen Bereich heute) unterliegen regelungen.

Auch da kann icht jeder Rumballern, wie er will und fröhlich vor sich hinmorden oder von den Mitmenschen achselzuckend hingenommen von der Milchbar aus Passanten beschießen.

Selbst Warlord versuchen die Gewalt zu konzentrieren und ihre Anwendung zu kontrollieren - bei und durch sie selbst.

Alle Religionen und Gesetzestextes verbieten das unprovozierte Töten. Warum nicht nur in Mitteleuropa, frage ich dich?

Dass nicht jede Kultur schon vor "Mikroaggressionen" durch die Nutzung falscher Wörter aus dem Häuschen ist, versteht sich hingegen von selbst.
Und einfaches Prügeln mag auch kaum als "Gewalt" wahrgenommen werden:
Aufgestanden, Frau verhauen, Kind beim frühstück geohrfeigt, zur Arbeit, Lehrling in den Hintern getreten, selbst vom Chef eine gefangen, nach Hause, gefrustet alle verprügelt, Abendessen, schlafen gegangen - ein normaler Tag.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: General Kong am 12.11.2022 | 10:26

Ich warte immer noch darauf das in der BILD man die Headline ist "Jugendlicher hilft alter Dame über die Strasse" oder irgendwas anderes belangloses aber wie sagte mir einer der im Reportergeschäft unterwegs ist: Solche Nachrichten will niemand lesen, nur "bad news is good news".


Ich will hoffen, dass ich so eine Überschrift NIE sehen werde. Berichtet wird die Ausnahme. "Jugendlicher hilft alter Dame über die Strasse" - also hat er sie nicht - wie sonst üblich - in den fließenden Straßenverkehr gestoßen und danach ausgeraubt? Ui! Nachricht!

In Bürgerkriegsgebieten berichtet keiner mehr über normale Straftaten. Ist zu pillepalle.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: nobody@home am 12.11.2022 | 10:34
Nein, so IST das in der Welt.

In der Welt ist es erst mal so, daß keiner Opfer der Gewalt sein will. Bei der eigenen Ausübung derselben wird's dann schon schnell differenzierter... :gasmaskerly:
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Olibino am 12.11.2022 | 10:44
Brindlewood Bay wäre auch ein Beispiel. Es gibt keine spezifischen Regeln für Kämpfe und es ist definitiv sehr untypsich für alte Damen, ihre Ziele mit Gewalt zu erreichen.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Maarzan am 12.11.2022 | 11:06
Brindlewood Bay wäre auch ein Beispiel. Es gibt keine spezifischen Regeln für Kämpfe und es ist definitiv sehr untypsich für alte Damen, ihre Ziele mit Gewalt zu erreichen.
Was machen die alten Damen da?
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: RackNar am 12.11.2022 | 11:08
Was machen die alten Damen da?

Kriminalfälle lösen. À la Mord ist ihr Hobby usw.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Raven Nash am 12.11.2022 | 11:09
Alle Religionen und Gesetzestextes verbieten das unprovozierte Töten. Warum nicht nur in Mitteleuropa, frage ich dich?
Ist ja nicht richtig. Religionen verbieten das Töten von Gläubigen. Ungläubige hingegen dürfen in allen abrahamitischen und den meisten anderen Religionen hingeschlachtet werden. Das kann man inzwischen anders sehen, aber laut der Bibel ist ja z.B. auch Sklaverei kein Problem.  ;)
Bei Gesetzen geht es wiederum vor allem darum, dass nur der Staat Gewalt ausüben darf. Eigentlich wäre es dem Staat völlig egal, ob du aus der Milchbar heraus Leute abknallst - aber wenn das jeder tut, bricht das Staatsgefüge zusammen.

Diese undifferenzierte "Keiner will Gewalt!" ist Wunschdenken. Gewalt war und ist ein Mittel zur Macht (im Kleinen wie Großen), die Regulierung daher eines zum Machterhalt.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Maarzan am 12.11.2022 | 11:09
Kriminalfälle lösen. À la Mord ist ihr Hobby usw.
Ah, sehr gewaltfrei ...  ::)

Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: RackNar am 12.11.2022 | 11:11
Ah, sehr gewaltfrei ...  ::)

Nun, die Frage war ja auch nicht, gibt es eine gewaltfreie Rollenspielwelt, oder?  ::)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Maarzan am 12.11.2022 | 11:14
Nun, die Frage war ja auch nicht, gibt es eine gewaltfreie Rollenspielwelt, oder?  ::)

Dann ist es auch gewaltfreies Spiel, wenn eine Gruppe Summoners aller Art durch klassische Abenteuer zieht. Sie selbst greifen ja wenn dann nur im äußersten Notfall zur Selbstverteidigung zur Waffe.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: RackNar am 12.11.2022 | 11:17
Dann ist es auch gewaltfreies Spiel, wenn eine Gruppe Summoners aller Art durch klassische Abenteuer zieht. Sie selbst greifen ja wenn dann nur im äußersten Notfall zur Selbstverteidigung zur Waffe.

Also jemanden mit Gewalt beauftragen ist für dich das gleiche wie selbst keine Gewalt anwenden? Interessante Sicht der Welt ...
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Ludovico am 12.11.2022 | 11:29
Little Wizards ist so ein Spiel
Es ist für Kinder gemacht, die kleine Hexen und Zauberer spielen und ihre Tierbegleiter. Es gibt verschiedene Zauberdisziplinen, mit denen sie Probleme lösen.
Es gibt kein Kampfsystem, keine Schadensarten,...
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: nobody@home am 12.11.2022 | 11:40
Letzten Endes gibt es, vermute ich, so wenige ausdrücklich "gewaltfreie" Rollenspiele deswegen, weil die meisten von uns zumindest in unseren eigenen privaten imaginären Abenteuern auch wenigstens gelegentlich ebenso imaginäre Gewalt einsetzen können und dürfen wollen und ein hypothetischer Versuch, selbst das noch zu verbieten, von zumindest denen als unfreundlicher Akt und (mehr oder weniger selbst gewaltsamer...) Übergriff in die eigene Privatsphäre aufgefaßt werden dürfte.

Das heißt jetzt nicht im Umkehrschluß, daß in jedem von uns zwangsläufig ein kleiner Mörderhobo sitzt und nur nach ständigem Blutvergießen hechelt. Aber ich denke, etwas Durchsetzungsvermögen wollen viele von uns ihren Charakteren dann doch mitgeben...und dazu gehört dann eben auch die Möglichkeit, im Zweifels- oder Notfall einfach stärker zu schubsen als der Gegenüber.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Raven Nash am 12.11.2022 | 12:15
Das heißt jetzt nicht im Umkehrschluß, daß in jedem von uns zwangsläufig ein kleiner Mörderhobo sitzt und nur nach ständigem Blutvergießen hechelt. Aber ich denke, etwas Durchsetzungsvermögen wollen viele von uns ihren Charakteren dann doch mitgeben...und dazu gehört dann eben auch die Möglichkeit, im Zweifels- oder Notfall einfach stärker zu schubsen als der Gegenüber.
Wie schon gesagt: Setting matters.

Man kann ala Agatha Christie spielen - die Gewalt wird nur vom Mörder ausgeübt, die Spieler lösen nur den Fall und der Täter lässt sich widerstandslos festnehmen.
Aber sobald es auch nur einen Hauch Gegenwehr gibt, muss darauf reagiert werden. Und das zu vermeiden ist kaum möglich, wenn man nicht ins Lächerliche abdriften will.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Olibino am 12.11.2022 | 12:22
Ich verstehe teilweise nicht in welche Richtung die Diskussion geht. Natürlich gibt es Gewalt in der Welt. Das war doch gar nicht die Frage. Die Frage war, welche Rollenspiele fokussieren sich auf andere Themen.

Beispielsweise liegt der Fokus bei Brindlewood Bay darauf das alte Damen einen Kriminalfall lösen. Er liegt nicht darauf mit der Waffe in der Hand den Täter zu überwältigen. Dafür gibt es andere Spiele.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: HEXer am 12.11.2022 | 12:26
Naja, die Frage war, ob es Systeme gibt, die Gewalt regeltechnisch (oder ggf. auch settingmäßig) gar nicht erst ermöglichen.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Isegrim am 12.11.2022 | 12:33
Wenn ein Spiel Gewalt regeltechnisch überhaupt nicht möglich macht, ist es verdammt weit weg von dem Gedanken, dass man seinen SC so handeln lassen kann, wie man will.

RPGs, die den Fokus so stark auf andere Gebiete lege, dass sie für Gewalt keinen eigenen Regelkomplex anbieten, gibt es offensichtlich zu hauf. Aber selbst in denen kann man doch dem NSC, dem man gegenübersteht, eine aufs Maul geben. Rein technisch, auch wenns eine schlechte Idee ist, nur Komplikationen bringt, und regeltechnisch mit den vorhandenen Regeln gehandwedelt werden muss (also so, wie viele andere Systeme mit nicht-gewaltsamen Auseinandersetzugnen umgehen...).

Naja, meins ist es ohnehin nicht. "Shooting at the bad huys is fun." Star Wars RPG, 198irgendwas ;)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: nobody@home am 12.11.2022 | 12:42
Ich meine, es gibt für Fate beispielsweise "Rockalypse", wo's einfach zu den ausdrücklichen Settingregeln gehört, daß Kämpfe in der postapokalyptischen Welt (in mehreren Versionen angeboten) halt mit Musik statt mit regulären Waffen ausgetragen werden und man dabei auf den Realismus fröhlich pfeift. Ob das nun schon zur Gewaltfreiheit reicht, muß jeder für sich entscheiden. ;)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Isegrim am 12.11.2022 | 12:49
Hmm, was macht dann der Wachhund des Studiogeländes, wenn er jemand beißen will? Wird's dann n Disney-Film?  ;D ;)

Wie jesagt, nicht meine Welt. "Wenn ich hier niemand hauen kann, ist das nicht mein Rollenspiel." Emma Goldmann oder Bud Spencer oder so...
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Olibino am 12.11.2022 | 12:49
Es gibt Menschen, denen Gewalt keinen Spaß macht. Meine Frau z.B.. Für die ist eine Sammlung von Spielen die sich auf andere Themen fokussieren schon interessant.

Naja, die Frage war, ob es Systeme gibt, die Gewalt regeltechnisch (oder ggf. auch settingmäßig) gar nicht erst ermöglichen.
Warum hast du denn diese Frage gestellt, was ist der Hintergrund?
Und welchen Mehrwert bietet das gegenüber Spielen, die einfach nur ihren Fokus auf anderen Themen haben?
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: HEXer am 12.11.2022 | 12:50
Es gibt keinen Hintergrund. Mir kam halt der Gedanke, dass es ja "in echt" keine valide Option ist, Leuten auf die Mütze zu geben. Warum ist das in Rollenspielen Gang und Gebe?
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: YY am 12.11.2022 | 13:01
Mir kam halt der Gedanke, dass es ja "in echt" keine valide Option ist, Leuten auf die Mütze zu geben.

Nicht immer, gibts aber. Je nach Umfeld und/oder Beruf sogar recht häufig. 

Im Rollenspiel ist das Ganze überzeichnet, idealisiert und ganz besonders gibt es dort öfter keine Verhältnismäßigkeit - aber die Konstellationen, in denen die Option grundsätzlich gegeben ist, sind doch sehr nah an denen der echten Welt.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Isegrim am 12.11.2022 | 13:02
Es gibt keinen Hintergrund. Mir kam halt der Gedanke, dass es ja "in echt" keine valide Option ist, Leuten auf die Mütze zu geben. Warum ist das in Rollenspielen Gang und Gebe?

Die Diskussion hatten wir schon; mehrfach, glaub ich... ;)

https://www.tanelorn.net/index.php/topic,116030.0.html

Einfache Antwort: Weil Menschen es toll finden, Gewalt zu konsumieren. Nicht unbedingt zu erleben, obwohl auch da der Anteil, besonders bei jungen Männern, nicht zu klein ist, aber sie anhand Geschichten in welcher Form auch immer erlebbar zu machen, dürften einer der erfolgreichsten Longseller der Menschheintsgeschichte sein. Ist einfach so. Man kann sich fragen, warum es so ist, dann ist man tief in der Evolutionsgeschichte, aber das es so ist kann niemand sehenden Auges bestreiten.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: nobody@home am 12.11.2022 | 13:17
Es gibt keinen Hintergrund. Mir kam halt der Gedanke, dass es ja "in echt" keine valide Option ist, Leuten auf die Mütze zu geben. Warum ist das in Rollenspielen Gang und Gebe?

Natürlich ist es "in echt" grundsätzlich auch eine Option. Nur, wenn man sich dabei nicht geschickt genug anstellt, dann kommen halt andere Leute und hauen einem selber auf die Mütze, und das will dann doch so gut wie keiner...

...und jetzt nimm das Medium Rollenspiel, in dem man Abenteuererlebnisse ohne reale Risiken und Konsequenzen dieser Art haben kann, denn egal, was dem Charakter zustößt, der Spieler fällt davon am Tisch normalerweise nicht einfach tot um oder geht nach der Spielsitzung mit Fleischwunden und Knochenbrüchen nach Hause. Ich denke, das macht schon einen klitzekleinen Unterschied. 8]
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Olibino am 12.11.2022 | 13:45
In Deutschland ist Gewalt normalerweise nicht notwendig, aber in Ausnahmesituationen schon. Z.B. kaufen sich ganz normale Frauen Pfefferspray.

Ein Rollenspiel, dass seinen Fokus nicht auf Gewalt hat, aber Gewalt nicht künstlich ausschließt, entspricht also genau der Realität.
In Abgrenzung zu den Rollenspielen, bei denen die Anwendung von Gewalt im Fokus steht.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: nobody@home am 12.11.2022 | 13:49
Hmm, was macht dann der Wachhund des Studiogeländes, wenn er jemand beißen will? Wird's dann n Disney-Film?  ;D ;)

Selbst in einem Spiel mit Kampfregeln wird ein Wachhund normalerweise eher durch sein Bellen als sein Beißen zum Problem. Die Frage ist also eher: kann die Gruppe es tatsächlich mit einem ganzen Lager von wilden Punkrockbarbaren aufnehmen, wenn die erst mal aufmerksam geworden und in Stellung gegangen sind und der Anführer schon fingerschnipsend "A-one, a-two..." zählt? ;)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Outsider am 12.11.2022 | 13:55
Es gibt keinen Hintergrund. Mir kam halt der Gedanke, dass es ja "in echt" keine valide Option ist, Leuten auf die Mütze zu geben. Warum ist das in Rollenspielen Gang und Gebe?

Naja, kommt ja auf die Situation drauf an und ob man selbst die Wahl hat.  :think:

Besonders wenn man an Rollenspielsituationen denkt  8)

(https://i.ibb.co/N7y6Kjk/WINWORD-f-LQv-Xh-ZEfb.png)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Maarzan am 12.11.2022 | 14:14
Also jemanden mit Gewalt beauftragen ist für dich das gleiche wie selbst keine Gewalt anwenden? Interessante Sicht der Welt ...

Nein, genau das habe ich ja bemängelt.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: unicum am 12.11.2022 | 14:15
Mir kam halt der Gedanke, dass es ja "in echt" keine valide Option ist, Leuten auf die Mütze zu geben.

Daraufhin fällt mir eigentlich sofort:
§ 127 Abs. 1 Satz 1 der Strafprozessordnung (StPO) "jedermann ist befugt, eine Person ohne rechtliche Anordnung vorläufig festzunehmen, wenn die Person auf frischer Tat betroffen oder verfolgt wird, der Flucht verdächtig ist oder ihre Identität nicht sofort festzustellen ist."
ein,... der wird umgangssprachlich auch "jedermannparagraph" genannt und ist somit eine rechtlich valide Option "Gewalt gegen andere anzuwenden" - in einem begrenzten rahmen versteht sich.
Was natürlich vorraussetz das es Leute gegeben hat die deinen Gedanken schon irgendwie "gebrochen" haben. Dann können andere Leute auch gewalt einsetzen.

Und meistens spielt man in Rollenspielen ja diese "anderen Leute",...

Ich denke diese Abenteuer wurden unter der Auflage geschrieben möglichst Gewaltfrei zu sein, kann mich aber auch täuschen:
http://www.drachenland-verlag.de/Programm/Schelmin.shtml
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Maarzan am 12.11.2022 | 14:17
Es gibt keinen Hintergrund. Mir kam halt der Gedanke, dass es ja "in echt" keine valide Option ist, Leuten auf die Mütze zu geben. Warum ist das in Rollenspielen Gang und Gebe?

Nur für Leute, die "in echt" in einer der besseren Gegend der 1. Welt leben. Überall sonst läuft man durchaus häufiger Gefahr Gewalt zu begegnen - nur eben nicht als austrainierter Held, ggf mit Superkräften.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 12.11.2022 | 14:23
Es gibt keinen Hintergrund. Mir kam halt der Gedanke, dass es ja "in echt" keine valide Option ist, Leuten auf die Mütze zu geben. Warum ist das in Rollenspielen Gang und Gebe?

Doch, es ist in vielen Fällen eine Option und viele greifen ja auch zu Gewalt. Wir wissen aber auch, dass es moralisch, gesellschaftlich und rechtlich eine schlechte Option ist und viele verwerfen diese Option entsprechend automatisch (was imo gut ist).

Da kommt imo der Eskapismus im RPG zum Tragen. Weil es manchmal so viel einfacher und auch befriedigender wäre - oder vielleicht sein könnte - zu Gewalt zu greifen, um sich durchzusetzen, anstatt eine diplomatische, zähe und anstrengende Lösung zu finden, die meist auch noch in einem Kompromiss resultiert. Wenn diese Gewalt dann auch noch legitim und fiktiv-gesellschaftlich erwünscht ist, entfällt das Dilemma.

Für richtig tief überzeugte Pazifisten sieht das natürlich anders aus.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: RackNar am 12.11.2022 | 14:30
Nein, genau das habe ich ja bemängelt.

Gut, dann war Deine Aussage wohl missverständlich für mich. Bist Du also der Meinung, dass die alten Damen Gewalt ausüben? Oder fällt eine Verhaftung ohne Gegenwehr schon unter Gewalt?
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Maarzan am 12.11.2022 | 14:34
Gut, dann war Deine Aussage wohl missverständlich für mich. Bist Du also der Meinung, dass die alten Damen Gewalt ausüben? Oder fällt eine Verhaftung ohne Gegenwehr schon unter Gewalt?
Ich halte die Prämisse der durchgehenden Verhaftung ohne Gegenwehr für ein beschönigendes Konstrukt, welches nur über die eigentliche Gewalt oder Gewaltandrohung hinwegtäuscht(Frau X (86j) die ihren Mann vergiftet hat wird halt wenig gegen die verhaftenden Beamten körperlich noch ausrichten können oder eben beim Versuch absehbar überwältigt) - ungefähr wie wenn in einem PC-Spiel die Erschossenen nicht als blutüberströmte Leichen rumliegen sondern sich nur in Wölkchen auflösen.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: RackNar am 12.11.2022 | 14:35
Was mich wieder zu der wichtigen Frage bringt: @HEXer, wie definierst du Gewalt im Rahmen dieses Threads und inkludierst du da auch psychische Gewalt? Und unterscheidest du zwischen legitimierter und unlegitimierter Gewalt?
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: RackNar am 12.11.2022 | 14:39
Ich halte die Prämisse der durchgehenden Verhaftung ohne Gegenwehr für ein beschönigendes Konstrukt, ...

Was halt Teil des Tropes ist, ohne dass dieses spezielle Genre keinen Sinn ergibt. Muss man ja nicht mögen, aber isso ...
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Maarzan am 12.11.2022 | 14:41
Was halt Teil des Tropes ist, ohne dass dieses spezielle Genre keinen Sinn ergibt. Muss man ja nicht mögen, aber isso ...

Ja ist Teil des Genres, aber ich würde es damit eben nicht als wirklich gewaltfrei zählen.

Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: RackNar am 12.11.2022 | 14:44
Ja ist Teil des Genres, aber ich würde es damit eben nicht als wirklich gewaltfrei zählen.

Das Problem ist, dass es schlecht und ergreifend keine Gewaltfreiheit gibt. Wenn, kann man sich nur mit einer Annäherung derselben befassen.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Maarzan am 12.11.2022 | 15:23
Das Problem ist, dass es schlecht und ergreifend keine Gewaltfreiheit gibt. Wenn, kann man sich nur mit einer Annäherung derselben befassen.

Das würde ich als eine gültige Antwort sehen.

Dann wäre die Antwort auf die Eingangsfrage : Nein.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Jenseher am 12.11.2022 | 21:06
Die Frage ist insofern interessant, da sie zu neuen Impulsen im Spiel führen kann. Für mich hat die Frage der Gewaltfreiheit aber nichts mit einer Systemfrage zu tun. Oder andersherum: Wieso sollte man mit einem System, welches detaillierte Regeln für Kämpfe hat, nicht gewaltfrei spielen können?

Viel wichtiger als Verbote oder Belohnung durch Regeln ist für mich die Schaffung und Erhaltung der „Willentlichen Aussetzung der Ungläubigkeit (https://de.wikipedia.org/wiki/Willentliche_Aussetzung_der_Ungl%C3%A4ubigkeit)“ im Spiel. Es müsste also eine Utopie sein, in der Gewaltfreiheit auf allen Ebenen funktioniert und die auch glaubhaft ist. Konkret fällt mir hierzu ein Beispiel ein, das man beliebig ausgestalten könnte.

Abenteuer in den sieben Himmeln von Celestia (Mount Celestia), gestaltet als Utopie eines harmonischen Zusammenlebens im Himmelreich. Z.B. mit folgenden Eigenschaften:
• Bewohner haben sich über Körperlichkeit transzendiert (es gibt z.B. keine körperliche Liebe, keine Fortpflanzung, keine Geburten).
• Genährt werden sie durch die positiven Energien der Ebene.
• Es gibt keinen Tod durch Alterung.
• Es gibt keine Naturgewalten (die Ebene selbst hat eine Art Bewusstsein).
• Einwohner habe die inhärente Fähigkeit Erinnerungen an jede Form von Gewalt zu vergessen.
• Es müsste sich um einen inneren Zirkel der sieben Himmel handeln, da die Randbereiche ja mit dem gewalttätigen Rest des Multiversums interagieren (wo alleine die Physik schon gewalttätig ist (Naturgewalten) und auch Engel sich in kriegerischen Fähigkeiten üben).

Wie könnte man also Abenteuer in einer solchen Utopie spannend gestalten? Ideen?
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Torsten (Donnerhaus) am 13.11.2022 | 05:18
[Kein Sex, kein Essen, kein Tod, kein Alter, keine externen Kräfte, keinerlei Traumata, keine Objektpermanenz]

Wie könnte man also Abenteuer in einer solchen Utopie spannend gestalten? Ideen?

Im klassischen Sinn? Überhaupt nicht. Spannung entsteht durch Konflikt. Konflikt irgendeiner Art. Interessenskonflikt, Machtkonflikt, inneren Konflikt… In einer Welt ohne Konflikt ist nichts spannend. Und Abenteuer gibt es auch nicht. Allein das Wort Abenteuer impliziert bereits irgendeine Form von Herausforderung. Die erfordert irgendeine Chance zu versagen oder negative Konsequenzen zu erleiden.

Utopien sind inhärent langweilig, wenn man sie von innen betrachtet. Genau deshalb betrachtet man sie in der Literatur, in Film und Theater üblicherweise von außen, wenn überhaupt. Und oft dann nur, um sie zu entzaubern.

Die einfachste, völlig gewaltfreie Unterhaltung haben Wissenschaftler in Experimenten erforscht. Je nach Modell ist das wahlweise Kokain oder elektrischer Strom ins Lustzentrum des Gehirns. Tiere die das in beliebiger Menge haben konnten starben einen langsamen Hungertod. Aber sie waren dabei "glücklich". Spannend war das aber nicht. Und wirklich gewaltfrei auch nicht, weil sie ja, wenn auch unwissend, Gewalt gegen sich selbst anwendeten.

Daher müssten wir jetzt doch erstmal fragen, wie genau denn "Gewaltfreiheit" im Kontext dieser Fragestellung überhaupt zu definieren ist.

Ist damit nur direkte körperliche Gewalt gemeint? Oder auch indirekte? Was ist mit seelischer Gewalt? Fiesen Worten und boshafter Intention?
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.11.2022 | 07:49
Naja, man kann den Gewaltbegriff natürlich überspitzen. Wenn ich aber Hexers OP lese, sehe ich da eher Gewalt im Sinne von bewaffnetem Kampf. Ok, er inkludiert auch psychische Gewalt. Aber er verneint keine Konflikte und auch keine Naturgewalten.

Da bleibt imo noch Potential übrig. Man schaue sich (Klein)Kindergeschichten an. Unglücke und Probleme fast jeder Art liefern Herausforderungen, die gewaltfrei gelöst werden*. Ich meine selbst die RPG klassische Queste nach dem McGuffin erfordert nicht zwingend gewalttätige Gegner.

Tales of Equestria / My Little Pony ist zwar annähernd frei von körperlicher Gewalt, aber psychisch geht da schon viel ab, imo (diverse Schurken).

*theoretisch auch Erwachsenengeschichten der Kategorie "Katastrophenfilm" oder Survival, aber da packt man meist doch auch Gewalt mit rein, obwohl es für den Plot nicht nötig wäre.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Olibino am 13.11.2022 | 08:37
Es gibt auch genug Erwachsenengeschichten die nichts mit Gewalt zu tun haben. Liebesgeschichten, Komödien, Umgang mit Trauer, Überstehen von Krisen, z.B. Scheidung oder Wirtschaftskrise. Es gibt z.B. diverse Krankenhausserien wo es letztlich darum geht anderen zu helfen. Reisegeschichten wo es darum geht fremde Kulturen kennenzulernen. Märchen in denen man oftmals mit cleverem Vorgehen und nciht mit Gewalt zum Ziel kommt.

Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: HEXer am 13.11.2022 | 08:41
Bleibt die Frage: wieso ist Rollenspiel häufig so gewaltzentriert?
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: nobody@home am 13.11.2022 | 08:57
Bleibt die Frage: wieso ist Rollenspiel häufig so gewaltzentriert?

Vielleicht, weil das so formuliert ein Strohmann ist? :think:

Ich meine, aus der bloßen Tatsache, daß in den meisten Rollenspielen Gewalt vorkommen und auch von den Spielern gegen die imaginären Gegner ihrer ebenso imaginären Charaktere eingesetzt werden kann, folgt ja nicht automatisch, daß die Gewalt der eine und einzige Punkt ist, um den sich das ganze Spiel dann dreht. Ich denke, den Extremstandpunkt "Rollenspiel ist nun mal nix anderes als eine von dünnen Entschuldigungen zusammengehaltene Abfolge von Kämpfen und da muß man halt durch!" vertreten von vornherein nicht so wirklich viele hier. :)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Olibino am 13.11.2022 | 09:05
Bleibt die Frage: wieso ist Rollenspiel häufig so gewaltzentriert?
Ist das denn so? Vielleicht wäre da eine Umfrage angebraucht?
Bei mir persönlich würde ich schätzen, dass ich in 80% meiner Sessions keine Kämpfe habe. Und die 20% in denen es Kämpfe gibt, machen die auch nur 10-20% des Spielabends aus. Taktische Kämpfe mit Battlemap usw. die mehrere Stunden dauern sind für mich tatsächlich ein Relikt der Vergangenheit.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: General Kong am 13.11.2022 | 09:38
Bleibt die Frage: wieso ist Rollenspiel häufig so gewaltzentriert?

Bleibt die Gegenfrage:
Wenn dem so sie, wieso sollte das ein Problem sein?

Von Zusammenrottungen von Dungeons ausmetzelnden Rollenspielern, die nach Cons randalierend durch die Innenstädte ziehen, ist mir nichts bekannt.
Und auch Rhooligans, die sich auf einsamen Waldlichtungen treffen und sich gegenseitig mit Würfeln bewerfen bis der Förster dann mal ein Machtwort spricht ("Lasst den Scheiß! Und hebt die Plastikdinger da auf!"), gibt es seit den 80ern kaum noch ...

Wer "gewaltfrei" spielen will, der soll das tun:
Detektivabenteuer gibt es zuhauf, Bauergaming ("Heute gehen wir auf den Markt und feilschen um die Kuh und von dem übriggebliebenen Silbermünzen gehen wir in die Kneipe, kaufen ein kleines Bier, ein Schnitzelbrötchen und geben dem Barden noch ein Trinkgeld!" - "Oh! Wie schön! Hoffentlich klappt das mit dem Feilschen!") geht immer und mit jedem System (und am besten ganz ohne), bei Traveller kann man prima raumhandeln und sich mit dem Raumzoll rumärgern ("Das aslanische Einfuhrformular X-7-102ApG09 entspricht nicht imperialen Standards in diesem Sektor ..."), bei Cthulhu wird man selbst gefressen oder wahnsinnig (kann aber vorher noch prima im Wahn einen anderen Ermittler erschießen) und als Vampir intrigiert man und ruf voll Weltschmerz "Oh du meine Fast-Unsterblichkeit! Wie wird mir werden nach allem, was aus mir geworden ist ... Oh du mein Prinz von Wanne-Eickel!" - DAS ALLES IST VÖLLIG OKAY.
Es muss den Beteiligten nur Spaß machen.
Ich werfe da keinen Stein.
Es ist auch kein Problem.

Warum sollte es also ein Problem sein, wenn in anderen Runden die Leute auf mehr Action im Sinne von imaginierter Gewalt stehen?
1.000.000 tote Kobolde und Orks machen und machten noch niemanden auch nur zum Apfeldieb, geschweige denn was Schlimmeres.

Finde ich gewaltfreies Spiele dennoch besser? Nein.
Also sind gewaltätige Spiele des Kongs Ding? Nein.

Ich mag Szenarios mit vielen Optionen und Herangehensweisen. "Im Zweifel immer druff" ist genauso öde und langweilig wie "Gewalt führt nur zu bösem - deshalb NEIN! NEIN! NEIN!" Alles muss immer theoretisch eine Option sein - und für alles ist dann der Preis zu zahlen (im Spiel). So macht mir das Spaß.

In einem Star Wars-Abenteuer hatten wir jede Menge Spaß, mussten in einen Gebäudekomplex einsteigen und  jemanden befreien. Es war aufregend, spannedn und es wurde vile gewürfelt. erst am Ende der guten Unterhaltung durch das Spiel fiel uns auf - wir haben gar nicht gekämpft!
War es deshalb so gut? Nein. Es war GUT! SEHR GUT! Es war halt ein tolles Abenteuer.

Und beim nächsten Mal hatte ich wieder den Lichtsäbel in der Hand und ließ den kreisen. War auch gut. Das andere Abenteuer war aber besser. Weil es eben besser war.
Der Gewaltfaktor hatte damit nicht zu tun.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.11.2022 | 10:10
Bleibt die Frage: wieso ist Rollenspiel häufig so gewaltzentriert?

Weil Buttkicker wie ich es so mögen.  ;)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: YY am 13.11.2022 | 10:12
Bleibt die Frage: wieso ist Rollenspiel häufig so gewaltzentriert?

Wie schon angerissen ist "gewaltzentriert" in der Gesamtbetrachtung wohl überzogen.
Ich ziehe mir den Schuh trotzdem an: Mein Rollenspiel ist gewaltzentriert. Da wird auch mal 1-2 Sitzungen nicht gekämpft oder nur ganz am Rande, aber ein signifikantes Gewaltpotential als Grundströmung ist eigentlich immer da.

Und das ist so, weil zumindest zu Unterhaltungszwecken idealisierte und verbrämte Gewalt inhärent interessant ist.
So blöd kann man fast gar nicht sein, das Ganze langweilig umzusetzen (ja, ich weiß, es gibt - auch prominente - entsprechende Beispiele).
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Jens am 13.11.2022 | 10:26
Im klassischen Sinn? Überhaupt nicht. Spannung entsteht durch Konflikt. Konflikt irgendeiner Art.
Minecraft creative mode kann auch sehr spannend sein, selbst wenn sich die Spieler da nicht in die Haare bekommen oder "pranken". Oder wenn die Spieler da zusammen arbeiten. Es muss nicht immer ein Konflikt sein, finde ich, der Dinge spannend macht, Neugier und Kreativität können genau so Faktoren sein. Selbst Lernen kann super spannend sein. Womit ich beim Thema wäre...

(postet irgendwas)
Wollte dir schon immer Mal sagen dass deine Postings zu den Highlights in diesem Forum gehören! :D
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Maarzan am 13.11.2022 | 10:42
Bleibt die Frage: wieso ist Rollenspiel häufig so gewaltzentriert?

Weil die Pazifisten es bisher nicht geschafft haben ein als Gruppe interessantes Alternativsystem zu schaffen. Oder einsolchs überzeugend zu präsentieren.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: General Kong am 13.11.2022 | 13:10
Dabei wäre das nicht unmöglich. Man nehme die uralt Krimi-/Anwaltserie "Matlock": Anwalt übernimmt Fälle und Gehilfen helfen bei Zusammentragen von Entlastungsmaterial. Am Ende dann die Verhandlung.

Wie sähe das vieleicht asu:
1. Die Gruppe erschafft IHREN Anwalt mit Fähigkeiten wie Argumentativ Angreifen, Legale Kniffe, Argumente Abwehren usw. und einer Argumentationsstärke analog zu Trefferpunkten. lebenspunkte bekommt er auch.
2. Die Spieler erschaffen je einen Ermittler, die im Spiel die fakten des Falls zusammentragen. Diese Spuren geben dann Angriffs- oder Verteidigungsboni.
3. Am End egibt es eine Verhandlung, der dann der Anwalt mit dem Staatsanwalt um ein Urteil der Geschworenen (funktioniert in dem antagonistischen Rechtssystem der USA besser als in den Inquisitionsverfahren in Deutschland) kämpft. dabei kann erd ann auch "Argumentationsmanöver" einsetzen (wie ine inem kampf) und die Beweise als Boni einsetzen. Jede Runde spielt ein anderer den Anwalt. So haben allew as zu tun.
4. Am Ende wird dann gesehen, wer den "kmapf" gewonnen hat. Ein erfahrener., gewitzer Anwalt entkräftet dabei die stichhaltigsten Beweise (O.J. Simpson) und erwirkt enen Freispruch. Und unerfahrener oder Anwalt mit einem schlechten Tga (mies gewürfelt) bringt selbst noch Passanten und sich selbst in den Knast.

So könnte das vielelicht aussehen.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Camo am 13.11.2022 | 19:15
Gibt genug Detektivsysteme... ist halt nur ein Nischenthema, weil nur eine Minderheit der Leute das spielen möchte. Das Angebot ist da, wird aber nur von wenigen angenommen. Die Mehrheit möchte halt körperliche Gewalt als (fiktive) Option haben. Völlig OK, warum auch nicht?
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Eiserne Maske am 13.11.2022 | 22:26
Ich nenne mal 2 Beispiele aus der französischen Indieszene. Die Eingangskriterien des Thread-Erstellers erfüllen sie zwar auch nicht hundertprozentig, aber es sind Spiele die eine gewaltfreie Lösung im Spiel klar bevorzugen.

„Argyropée (https://www.facebook.com/ArgyropeeJDR)“ (Achtung, der Link weist auf Facebook) ist ein Spiel das erst im März gecrowdfundet werden soll, das Spiel ist laut Autor bereits fertig geschrieben und auch gelayoutet (hört, hört). Hier (https://lefix.di6dent.fr/archives/19111) ein Interview ihm auf lefix. Selbst wenn das Crowdfunding nicht erfolgreich ist wird das Spiel publiziert werden, mir scheint diese Ansage glaubwürdig.

„Argyropée“ spielt vorgeblich in einer Renaissance-Welt mit totalem Fokus auf das Spiel in einer Fantasy-Megapolis, man konzentriert sich dabei auf Fantasy-Urbanismus mit Mysterien – aber im Gegensatz zu Lankhmar und Ptolus soll der Begriff der Renaissance nicht nur wie so oft in amerikanischen Rollenspielen als dankbarer Aufhänger für die Einführung von Steampunk-Elementen in das jeweilige Setting dienen, sondern sich auf die Entwicklung der Gesellschaft in Sachen Gedankenreichtum, Erfindergeist, kritischem Denken, usw. fokussieren. Um eine optimistische, idealisierte Fantasy-Stadt erzählerisch zu begründen gibt es dann ein paar Kniffe.

Die umliegenden Gebiete von „Argyropée“ sind aufgrund eines magischen Fluchs für die Bewohner der Stadt nicht bereisbar  (sie werden in der Ferne mit der Zeit von einer unbekannten, tödlichen Melancholie ergriffen). Weiterhin rötet sich bei jedem im Lauf der Zeit die Iris, der innerhalb der Mauern der Stadt jemanden tötet. Aus offensichtlichen Gründen wird Gewaltausübung im Spiel damit schwierig. Magie kann in diesem Universum nur auf sich selbst oder magische Objekte angewandt werden, sie soll „intimer“ als beispielsweise bei Dungeons & Dragons sein. Damit wird eine große Reihe der üblichen Fantasy-Erzählungen über Massenmanipulation und magische Atombomben in Form von Zauberei ad acta gelegt.

„Friponnes (https://folandes.blogspot.com/p/friponnes-rpg.html)“ ist Tolkien auf einer Archipelwelt mit Fantasy-Rassen, die alle mit einer Hippie-Mentalität unterwegs sind. Alle Völker auf diesem Archipel sind Pazifisten und werden durch eine Bedrohung von außen gefährdet, natürlich spielt man die Auserwählten die für Schutz sorgen. Es wird fröhlich geschnackselt und Drogen konsumiert, die freie Liebe führt im Vergleich mit dem vom Katholizismus beinflussten Mittelerde zu völlig anderen Gesellschaftsstrukturen und Formen des Miteinanders. Durch Magiesystem und Kampagnenwelt wird sichergestellt dass die Gegner immer mit Disneyfilmmethoden besiegt werden können. Oder man schläft gleich mit ihnen so dass Ihnen die Lust an der Gewalt vergeht.

Wie gut diese beiden Spiele funktionieren – keine Ahnung. Ich will mir aber in absehbarer Zeit zumindest eins holen, ich bin schon neugierig. Es ist auf jeden Fall der erzählerisch ungleich schwierigere Ansatz - über Gewalt kann ja schließlich jeder schreiben.

Ist dieses Thema übrigens nicht dann doch eine Variante von „Warum gibt es so wenig positive, lebensbejahende Settings im Rollenspiel?“ Darüber wurde im Forum ja bereits diskutiert.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: nobody@home am 13.11.2022 | 22:40
Ist dieses Thema übrigens nicht dann doch eine Variante von „Warum gibt es so wenig positive, lebensbejahende Settings im Rollenspiel?“ Darüber wurde im Forum ja bereits diskutiert.

Variante vielleicht, aber nicht unbedingt besonders nahe verwandt. Lebensbejahend und Gewalt schließen sich ja nicht gegenseitig aus -- da muß ich nur an geeignete (insbesondere also nicht so ganz bierernste) Filme mit beispielsweise Bud Spencer oder Jackie Chan denken. ;)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Nodens Sohn am 14.11.2022 | 06:51
"Tales from the Loop"

Da sind gewalttätige Lösungen zwar nicht verboten, da die SC Kinder sind, sind die Abenteuer soweit ich sie noch im Kopf habe, so geschrieben dass sie gewaltfrei gelöst werden können.

Die SC können da auch nicht sterben.

Um darauf nochmals zurückzukommen: Tales from the Loop hat keine Kampfregeln. (Jedenfalls hab ich keine gefunden) Man kann nur „großen Ärger“ bekommen. Der Kampf selbst, wird glaube ich gar nicht ausgespielt. Aber ganz Konfliktfrei ist es nicht.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Miles am 14.11.2022 | 11:35
Irgendwie weird aber ich würde fast sagen, "World Wide Wrestling" hat auch keine Kampfregeln.

Zumindest nicht im herkömlichen Sinne, d.h. einen Konflikt mittels Gewalt für eine Seite zu entscheiden.
Es sind eher Regeln, die einen Tanz beschreiben, eine Show erzeugen.
Also Wrestling als das darstellen was es ist, eine Show.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: unicum am 14.11.2022 | 12:00
Bleibt die Frage: wieso ist Rollenspiel häufig so gewaltzentriert?

Weil Rollenspieler oft genug so sozialisiert wurden das ihre Spielfiguren deutlich wiederstandsfähiger sind als die ganzen NSC um sie herrum.
Wenn man sich vorstellt sich durch horden und aberhorden von Gegnern zu metzeln und danaach auf einem Berg von leichen stehend sagt "Mist ich hab mir bei dem Kampf einen Fingernagel abgebrochen".

Wenn "Mörderhobo-Spieler" jeden Abend mehrmals sich neue Spielfiguren machen müssen weil die eigene Figur ins Grass gebissen haben werden sie sich auch ändern,... oder eben gehen.

Die meisten Menschen gehen Gewalt aus dem Weg, warum? Weil sie immer zurückschlagen kann. Bei den "gewalttätigen" Auseinandersetzungen die ich in meinem Leben erleben musste waren immer gewisse Nebenfaktoren im Spiel: Gruppenzwang und/oder Alkohol. In der Gruppe hofft dann der Potentielle Einzeltäter (der mich, eben in dieser Gruppe, vieleicht gerade überfallen will) das er es nicht ist dem ich eine auf die Nase gebe wenn ich mich wehre und bei Alkohol ist es sowieso egal da halten sich manche wirklich für unsterblich.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Nodens Sohn am 14.11.2022 | 12:29
Bleibt die Frage: wieso ist Rollenspiel häufig so gewaltzentriert?

Naja, Rollenspiel bedient oft das Genre des Fantelalters oder einer Dystophie. Da ist es nicht wirklich verwunderlich, dass Gewalt oft als die Lösung angesehen wird.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Ludovico am 14.11.2022 | 13:02
Bleibt die Frage: wieso ist Rollenspiel häufig so gewaltzentriert?

Aus meiner Sicht sind Rollenspiele für Eskapisten hauptsächlich gemacht. Diese wollen die Medien, die die meisten Menschen als Zuschauer erleben als Teilnehmer erleben.

In den Medien (insbesondere in Film und Fernsehen) ist Gewalt ein akzeptiertes Lösungsmittel. Sie ist bei Autoren generell akzeptiert, dient teilweise auch als Stilelement.

Einem denkenden Lebewesen physisch zu schaden, ist deshalb in Rollenspielen aus meiner Sicht ebenfalls ein anerkanntes Lösungsmittel
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Outsider am 14.11.2022 | 14:32
Um darauf nochmals zurückzukommen: Tales from the Loop hat keine Kampfregeln. (Jedenfalls hab ich keine gefunden) Man kann nur „großen Ärger“ bekommen. Der Kampf selbst, wird glaube ich gar nicht ausgespielt. Aber ganz Konfliktfrei ist es nicht.

Dann war meine Erinnerung richtig.  :d
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: felixs am 14.11.2022 | 16:00
In den Medien (insbesondere in Film und Fernsehen) ist Gewalt ein akzeptiertes Lösungsmittel. Sie ist bei Autoren generell akzeptiert, dient teilweise auch als Stilelement.

Kann man - denke ich - so pauschal nicht sagen. Es gibt viel gewaltkritische Bücher, Filme etc.

Reden wir freilich von qualitativ mittelmäßiger Unterhaltungsliteratur und von Hollywood-Filmen, dann ja.

Ich bin nicht sicher, wo das hinführen soll. Im nächsten Schritt müsste man jetzt eine grundsätzliche Diskussion führen, ob Gewalt in Ordnung sein kann und wie man Gewalt überhaupt definiert.
Die Tendenz scheint zu sein, "Gewalt" als "physische Gewalt" zu verstehen. Das greift natürlich zu kurz. Psychische Gewalt, Einschüchterung, Schaffung günstiger Verhandlungssituationen, Ausnutzen von Schwächen der Gegenseite - alles das kann letztlich als Gewalt verstanden werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Strukturelle_Gewalt
Vermutlich ist die Diskussion zum Thema schon weiter. Aber ich denke, das Konzept "struktureller Gewalt" (jetzt ca. 50 Jahre alt) ist komplex genug und zeigt die Schwierigkeiten. Oder halt das Brecht-Zitat (auch dort aus dem Artikel):
Zitat
„Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.“
Und das ist nur die strukturelle Gewalt mit Todesfolge.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Runenstahl am 18.11.2022 | 11:17
Nochmal ein Nachtrag zu der Frage nach gewaltfreien Rollenspielen: Teatime Adventures. Soweit ich das nach der Beschreibung beurteilen kann geht es da eher um Teeparties, Kuchenbacken und Gespräche mit Dorfbewohnern. Obgleich es 5e kompatibel sein soll scheint es da absolut keine Kämpfe zu geben.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Jenseher am 19.11.2022 | 09:44
Abenteuer in den sieben Himmeln von Celestia (Mount Celestia), gestaltet als Utopie eines harmonischen Zusammenlebens im Himmelreich. Z.B. mit folgenden Eigenschaften:
• Bewohner haben sich über Körperlichkeit transzendiert (es gibt z.B. keine körperliche Liebe, keine Fortpflanzung, keine Geburten).
• Genährt werden sie durch die positiven Energien der Ebene.
• Es gibt keinen Tod durch Alterung.
• Es gibt keine Naturgewalten (die Ebene selbst hat eine Art Bewusstsein).
• Einwohner habe die inhärente Fähigkeit Erinnerungen an jede Form von Gewalt zu vergessen.
• Es müsste sich um einen inneren Zirkel der sieben Himmel handeln, da die Randbereiche ja mit dem gewalttätigen Rest des Multiversums interagieren (wo alleine die Physik schon gewalttätig ist (Naturgewalten) und auch Engel sich in kriegerischen Fähigkeiten üben).

Wie könnte man also Abenteuer in einer solchen Utopie spannend gestalten? Ideen?

Übrigens war die Frage nicht rhetorisch gemeint. Ich könnte mir durchaus Rollenspiel in einem solchen Szenario vorstellen. Ich hätte auch eine Idee, die trotzdem spannend sein könnte:

Die Spieler treten beispielsweise als getarnte Agenten eines Höllenfürsten in dieses Szenario ein (Wandlung der Gestalt, Schutzzauber vor Entdecken der Gesinnung, etc.) und müssen beispielsweise ein altes Artefakt des Himmels oder eine versteckte Weisheit finden (die den Verlauf des Blutkrieges ändern soll). Die Spieler müssen dabei in Gänze gewaltfrei vorgehen (wo fängt also Gewalt an?), da Gewalt, die von ihnen ausgeht, durch die Ebene entdeckt wird und zur unweigerlichen Vernichtung oder Flucht führt. Das Szenario würde vor allem von der immanenten Bedrohung der Entdeckung der eigenen verrotteten Natur bestehen. Die Spieler würden aber auch als vollwertige Bewohner des Himmels anerkannt werden und alle Liebe, Zuneigung, Freundschaft, Sorglosigkeit, Freude, Kreativität, Schaffensdrang etc. erfahren. Sie erleben also vielleicht auch eine Bedrohung/Konflikt durch die langsame Wandlung ihres bösen Inneren und das Vergessen ihrer bösen Taten. Vielleicht bricht das Böse aber auch aus ihnen hervor, wenn sie ihre gesamte ursprüngliche Identität vergessen haben.

Ein solches Spiel braucht aber sehr viel Vorbereitung (Spielleitung + Spieler) und verlangt von allen ein derart hohes Niveau, das ich noch in keiner öffentlich verfügbaren Rollenspielrunde gesehen habe.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 19.11.2022 | 11:14
Bei all den Wesen mit True Seeing etc.? Das funktioniert imo so nicht. Allein die gewaltige Lüge würde in der Ebene vermutlich ein Leuchtfeuer sein.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: nobody@home am 19.11.2022 | 11:32
Bei all den Wesen mit True Seeing etc.? Das funktioniert imo so nicht. Allein die gewaltige Lüge würde in der Ebene vermutlich ein Leuchtfeuer sein.

Ist aus meiner Sicht ein etwas spezielles Problem der (A)D&D-Kosmologie. Einerseits sollen die äußeren Ebenen von enormer kosmischer Bedeutung sein (Wohnsitze der Götter, gesinnungssortiertes Leben nach dem Tod für so ziemlich alle außer vielleicht Elfen...) -- und dann wieder andererseits "nur" schnöde Abenteuerspielplätze, die man mit den richtigen magischen Mitteln und insbesondere als hochstufiger Charakter auch einfach mal eben so ohne Einladung besuchen kann, um die Einheimischen zu belästigen. Das beißt sich rein vom Ansatz her schon etwas miteinander.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Vampirwurst am 21.11.2022 | 21:47
Ich bin verwundert, dass 1W6 Freunde nicht genannt wurde.

Spielt in einer nicht benamsten Großstadt und zielt auf die Hörspielkassettennostalgie um "Banden" wie TKKG, 5 Freunde oder Drei ??? Ab.

Sieht man auch auf den Heldendokumenten;
Keine Lebenspunkte, Attacke, Parade oder Waffen

https://www.die-dorp.de/downloads/dorp-downloads/1w6-freunde/1w6-freunde-dritte-edition/
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: tartex am 22.11.2022 | 10:42
Ich bin verwundert, dass 1W6 Freunde nicht genannt wurde.

Spielt in einer nicht benamsten Großstadt und zielt auf die Hörspielkassettennostalgie um "Banden" wie TKKG, 5 Freunde oder Drei ??? Ab.

Wie war denn TKKG gewaltfrei?
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Sphyxis am 22.11.2022 | 11:43
Ich bin verwundert, dass 1W6 Freunde nicht genannt wurde.

Spielt in einer nicht benamsten Großstadt und zielt auf die Hörspielkassettennostalgie um "Banden" wie TKKG, 5 Freunde oder Drei ??? Ab.

Sieht man auch auf den Heldendokumenten;
Keine Lebenspunkte, Attacke, Parade oder Waffen

https://www.die-dorp.de/downloads/dorp-downloads/1w6-freunde/1w6-freunde-dritte-edition/

Würde dir da eigentlich recht geben, allerdings ganz ohne Gewalt kommt auch 1w6-Freunde nicht aus. Seite 31 "Einem am Horn ziehen" beschreibt eindeutig auch Kampfsituationen. Allerdings achtet 1w6 schon sehr stark darauf, dass die Inhalte im Spiel jugenfreundlich gestaltet sein sollten. Wenn hier gewaltfreie Rollenspiele gesucht werden, würde ich aber daher 1W6-Freunde wirklich nicht nennen.

Gerade Tim in TKKG ließ auch einmal die Fäuste sprechen oder drohte Schläge zur Einschüchterung an, ja.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Vampirwurst am 22.11.2022 | 12:10
Ich meinte damit das Konzept Jugendbande, die Kriminalfälle löst. Und eher der Nostalgie Faktor der da mitschwingt (walkie talkies statt Smartphones, Beobachtung von einer Telefonzelle aus).

Es steht sogar im Regelwerk, bin ich mit ganz sicher. Ich schau aber gerne nochmal nach :)


TKKG habe ich mir übrigens nie angehört, nachdem ich mitbekam dass Gaby nur den Hund streichelt und den Papa nach Sachen fragt.


Am Ende zum Thema Gewalt in Rollenspielen:

Man kann ja dennoch als Meister steuern. Da bekommt die Gruppe eben den  Auftrag den durchgeknallten Hexer bitte nicht umzubringen oder zu verletzen, weil man im Zirkel doch pazifistisch drauf ist.

Sollte ein Spieler  sich da nicht dran halten kann man das mit Ingame Konsequenzen oder AP Abzug Regeln.

Ich brauche Kämpfe nicht immer - hatte auch schon in Gruppen einfach nur Sclice of Life Sitzungen gehabt, die ganz schön waren.
Aber ab und an mal ingame der Gefahr ins Auge blicken erhöht die Spannung.

Wie gesagt bedarf es kein "Monster der Sitzung" aber ab und an mal ein Kampf ist nicht schlecht.
Das liegt bei mir nicht daran, dass ich gerne Blut sehe, aber ich liebe bei Filmen waghalsige Stunts, schöne Choreographien und auch Materialschlacht.

Das kann der Haudegen sein, der mit einem FlikFlak seinem Gegner die Waffe aus der Hand tritt, der Elb der mit zwei Dolchen Kämpft oder die ausgelöste Lawine gegen die Hunnenschar oder das ungleiche Duo das sich nur mit den Fäusten verteidigt.

EDIT: OK, danke Sphyxis. Ich  hätte in der Tat einfach so geleitet, dass es halt keine Kämpfe gibt. Hatte ich wohl falsch in Erinnerung.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: tartex am 22.11.2022 | 12:26
TKKG habe ich mir übrigens nie angehört, nachdem ich mitbekam dass Gaby nur den Hund streichelt und den Papa nach Sachen fragt.

Zu zwei Dritteln hattest du eh recht und TKKG war ein übles reaktionäres Machwerk. Hast du damals gut erkannt.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 22.11.2022 | 12:32
Am Ende zum Thema Gewalt in Rollenspielen:

Man kann ja dennoch als Meister steuern. Da bekommt die Gruppe eben den  Auftrag den durchgeknallten Hexer bitte nicht umzubringen oder zu verletzen, weil man im Zirkel doch pazifistisch drauf ist.
Kommt z.T. auch auf das System an, bei DnD o.ä. gibt es eben zum Teil auch Klassen die außer Kampf nicht wirklich was können.

TKKG habe ich mir übrigens nie angehört, nachdem ich mitbekam dass Gaby nur den Hund streichelt und den Papa nach Sachen fragt.
Naja bei TKKG hast du halt einen Hauptcharacter und der Rest sind Quasi Sidekicks, aber ist bei den anderen Reihen in dem Genre auch nicht unbedingt so anders.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Turgon am 22.11.2022 | 15:06
Naja bei TKKG hast du halt einen Hauptcharacter und der Rest sind Quasi Sidekicks, aber ist bei den anderen Reihen in dem Genre auch nicht unbedingt so anders.
Bei TKKG war es schon extra schlimm.
Zudem sind dort nicht nur die Hauptcharaktere, sondern praktisch alle auftauchenden Figuren reaktionäre Klischees.

Wenn mich nicht alles täuscht, wurden in den Büchern die meisten Fälle schlussendlich durch T.s Karatekünste gelöst.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: JAW6 am 22.11.2022 | 16:25
Moment Moment, Tarzan (ab Folge 38 Tim) könnte erst Judo, dann Karate, dann King fu und ab Folge 3865 bestimmt grafmaga  :headbang:
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Turgon am 22.11.2022 | 16:35
Moment Moment, Tarzan (ab Folge 38 Tim) könnte erst Judo, dann Karate, dann King fu und ab Folge 3865 bestimmt grafmaga  :headbang:
Oha, da hatte ich wohl etwas verdrängt  ;)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: tartex am 22.11.2022 | 16:53
(https://cdn.smehost.net/hcmssmeappscom-delabelsprod/produktcover/tkkg_cd_065.jpg)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: JAW6 am 22.11.2022 | 17:02
Jaja, Tim hat als 13 jähriger Knirps alle trainierten erwachsenen Kämpfer niedergestreckt. In der oben gezeigten Folge gibt er übrigens sein umfangreiches Wissen über deutsche Philosophen bei einer Befragung der high society preis. Der Mann kann alles!
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 22.11.2022 | 17:30
Bei TKKG war es schon extra schlimm.
Zudem sind dort nicht nur die Hauptcharaktere, sondern praktisch alle auftauchenden Figuren reaktionäre Klischees.

Wenn mich nicht alles täuscht, wurden in den Büchern die meisten Fälle schlussendlich durch T.s Karatekünste gelöst.
Das will ich auch garnicht abstreiten.

Worauf ich hinaus wollte ist das Karl und Klößchen auch nicht wirklich viel mehr machen als Gabi, und es bei anderen Serien oft ähnlich wenn vielleicht auch nicht ganz so extrem war (ich weiß jetzt nicht in wie weit sich das in neueren Folgen geändert hat).
Ich mein bei den Drei ??? sind Bob und Peter ja auch ehr Sidekicks für Justus, und außer "Georg" von den 5 Freunden fällt mir zumindest spontan kein Mädchen in einer solchen "Bande" ein, das jetzt wirklich dramatisch mehr gemacht hätte als Gabi.
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Faras Damion am 22.11.2022 | 17:43
(...) und außer "Georg" von den 5 Freunden fällt mir zumindest spontan kein Mädchen in einer solchen "Bande" ein, das jetzt wirklich dramatisch mehr gemacht hätte als Gabi.

Die "Scotland Yard"-Hörbücher finde ich recht gut gealtert.
https://hoerspielbaer.de/jugendkrimi/scotland-yard/

Die alten TKKG-Folgen finde ich mittlerweile auch recht problematisch.

Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Vampirwurst am 22.11.2022 | 17:46
Bei Geheimnis um... hat Betty oft zu den Lösungen  beigetragen.
Die Reihe ist allerdings auch wieder von Enid Blyton.

(Frage: wollen wir da vielleicht einen eigenen Thread zu eröffnen?)
Titel: Re: Gewaltfreie Rollenspiele?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 22.11.2022 | 17:49
(Frage: wollen wir da vielleicht einen eigenen Thread zu eröffnen?)
Wäre vermutlich besser das hier wird etwas off topic.