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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Sphinx am 8.02.2023 | 10:17

Titel: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Sphinx am 8.02.2023 | 10:17
Scheint noch keinen Thread zum Thema zu geben. Wenn doch bitte verschieben. Ist absichtlich nicht im Spielleiter forum weil es ja alle betrifft.

Ich bin jetzt über ein Video darauf aufmerksam geworden das es wohl einen immer größer werdenden Mangel an Spielleitern gibt. https://www.youtube.com/watch?v=gRQUzX_XHkk
Hier ist das ganze zwar auf DnD bezogen wo das Problem vermutlich am größten ist. Der Markt ist durch die Popularität sehr gewachsen aber die Anzahl an Spielleitern wächst nicht schnell genug mit. Schätze aber das wird man auch bei viele anderen System haben das der Spielleiter der Knackpunkt ist.
Gibt ja mittlerweile Payed DMs die richtig ordentlich Geld verlangen und wohl auch bekommen als Spielleiter. So ein Service würde ehr schlecht funktionieren wenn es keinen Mangel gäbe.

Ich will es auch ehr System Agnostisch halten und mich deshalb etwas vom Video Distanzieren. Es wird auch nicht den einen Grund geben das diese Situation existiert, aber hier mal eine Auswahl von dem was ich zu gelesen habe. Und für alles gibt es Ausnahmen und Runden wo es anders läuft.
- Spielsystem zu komplex. Spielleiter hat unverhältnismäßig viel Arbeit damit seinen "Job" zu machen.
- Zeitlicher Aufwand ist für gewöhnlich viel höher als der von Spielern.
- Angst. Es ist für viele sehr stressig die Verantwortung zu übernehmen und im Mittelpunkt zu stehen.
- Zu viel zu Managen während dem Spiel. Story im Blick behalten, NPCs ausspielen, auf die Spieler eingehen, deren Hintergrund einbeziehen,....
- Verantwortlich für alles. Termine finden, Mit nervigen Spielern auseinander Setzten, Regeln gut kennen, Spieler finden,...
- Mit Spielern Kämpfen. Diskussionen mit Spielern über Regelmechaniken, Logik, ....
- Zu wenig Wertschätzung. Spieler konsumieren zu 100% und sehen das Spiel ehr als Sightseeing Tour wo man nicht "aktiv" mitmachen muss. In letzter Minute absagen wegen < unwichtigem Grund >

Was meint ihr könnten weitere Gründe sein für den Mangel an Spielleitern. Und vor allem was können alle, von Systementwicklern über Spieler bis hin zu bestehenden DMs
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Sphinx am 8.02.2023 | 10:18
Ich persönlich bin gerne Spielleiter. Ich hadere aber auch schon gut 1 Jahr eine neue Runde anzufangen.
Ich habe aktuell eine Runde die ich online Leite die jede Woche stattfindet. Die ist echt super, ich verstehe mit allen gut, aber auch da habe ich immer mal wieder Diskussionen über Regeln und deren Auslegung die nervig sind, selbst wenn da nichts böse gemeint ist.
Auch ich hatte in all den Jahren schon 2 mal so anstrengende Spieler, das der einzige Weg nicht mehr zusammen weiter zu spielen. Aber das hat mich dann einige Nächte Schlaf gekostet und war einfach nur unangenehm. Daneben gab es noch tolerierbare Spieler, die mit ihrem Spielstiel haar scharf am noch erträglichen entlang kratzen.
Die Tischrunde die ich hatte, wurde vor Corona immer unregelmäßiger weil immer mehr Zeitlich dazwischen gekommen ist. Und ist aktuell ganz eingeschlafen.
Da ich aber sehr gerne am Tisch Spiele, möchte ich da wieder eine regelmäßige Tisch runde.
Warum Eier ich seit über einem Jahr darum herum sie ins Leben zu rufen?
Ich glaube in erster Linie meine Ansprüche an die Spieler.
- Regelmäßig Zeit haben. Ich bereite einen Spieltermin meist zielgerichtet vor, je nachdem was es ist kann das nur 30 Min dauern aber auch mal 2 Stunden. Fällt dann ein Schlüssel Spieler kurzfristig aus ist das ganze für die Katz. Ne Woche später ist das wieder aus meinem Kopf raus und ich muss viel noch mal neu aufarbeiten.
- Die Story mitgehen: Sich einbringen, wenigstens die wichtigsten Sachen auf einem Schmierzettel notieren. Versuche in Charakter zu bleiben so gut es mit dem eigenen können geht.
- Was ist wenn ich wieder einen endlos Nervigen Spieler erwische, den ich dann wieder loswerden muss. Ja ich bin nicht gut darin jemand rauszuwerfen und leide mich länger durch als ich sollte.
- Will ich es mir Zeitlich überhaupt antun. Ich hab schon zwei runden Parallel geleitet, aber auch da hab ich in Wochen wo ich wenig Lust zum Vorbereiten hab kämpfen müssen. Das geht mir selbst mit einer Runde manchmal so.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Alter Weißer Pottwal am 8.02.2023 | 10:36
Ich leite eigentlich hauptsächlich, damit was stattfindet. Je nach Situation schwankt bei mir das Spielleiten zwischen "Macht Spaß" und "mündlichem Mathe-Abi".
Meistens muss ich mich zwingen zu leiten, auch wenn es dann oft Spaß macht. Aber ganz ehrlich: Eine Runde als Spieler in einem System auf das ich Bock habe, würde ich jederzeit dem Spielleiten vorziehen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: flaschengeist am 8.02.2023 | 10:49
Ich kenne das Problem auch. Ich habe aktuell zwei Runden, die seit mehr als 10 Jahren bestehen, und wir müssen regelmäßig den Spielleiter wechseln, weil jeder lieber Spieler als Spielleiter ist. Da aber nicht jeder SL jedes System/Setting leiten möchte, sind viele Wechsel bissel "holprig". Und vor allem verhindert es etwas, dass eigentlich alle Spieler wollen: Lange Kampagnen mit ein- und demselben System oder zumindest im gleichen Setting.   

Warum Eier ich seit über einem Jahr darum herum sie ins Leben zu rufen?
Ich glaube in erster Linie meine Ansprüche an die Spieler.
- Regelmäßig Zeit haben. Ich bereite einen Spieltermin meist zielgerichtet vor, je nachdem was es ist kann das nur 30 Min dauern aber auch mal 2 Stunden. Fällt dann ein Schlüssel Spieler kurzfristig aus ist das ganze für die Katz. Ne Woche später ist das wieder aus meinem Kopf raus und ich muss viel noch mal neu aufarbeiten.
- Die Story mitgehen: Sich einbringen, wenigstens die wichtigsten Sachen auf einem Schmierzettel notieren. Versuche in Charakter zu bleiben so gut es mit dem eigenen können geht.
- Was ist wenn ich wieder einen endlos Nervigen Spieler erwische, den ich dann wieder loswerden muss. Ja ich bin nicht gut darin jemand rauszuwerfen und leide mich länger durch als ich sollte.
- Will ich es mir Zeitlich überhaupt antun. Ich hab schon zwei runden Parallel geleitet, aber auch da hab ich in Wochen wo ich wenig Lust zum Vorbereiten hab kämpfen müssen. Das geht mir selbst mit einer Runde manchmal so.

Ich teile deine Ansprüche & inneren Hürden im Wesentlichen und sehe mich interessanterweise genau deshalb (speziell wegen deinem letzten Punkt) als jemand, der nicht gerne leitet.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Auribiel am 8.02.2023 | 10:51
Ich war gerne SL, meistens wollte aber auch kein anderer leiten, so dass es auch an mir hängen blieb, wenn ich gerne mal mitgespielt hätte.

Was mich dann am meisten gestört hat war (noch zu Studienzeit bei knapper Geld), dass ich von allen Mitspielern die höchsten Ausgaben hatte, da ich neben einem kompletten Satz Regelwerke ja auch noch die Abenteuer kaufen "musste" (selbstschreiben hab ich mich da noch nicht getraut).

Aktuell ist das Finanzielle weniger das Problem. Ich würde mich aber wohl doch querstellen, wenn ich merken sollte, dass ich als SL wieder die Hauptkosten tragen müsste.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 8.02.2023 | 10:54
Ich stelle mal eine unbewiesene Kurzzeit-These in den Raum, die mit dem Video weniger zu tun hat:

Spielleiter sind die wirklich engagierten in der Runde, die auch die WotC-Krise mitgekriegt haben, und die jetzt andere Systeme suchen oder ausprobieren wollen. Die meisten Spieler wissen davon gar nichts und suchen D&D5-Runden.

Seltsam, aber so habe ich es niedergeschrieben.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 8.02.2023 | 10:57
Ich bin wie jeder hier auch über die Schiene "Wenn ich es nicht mache, passiert eh nix!" reingeraten, und Gott, bin ich froh darüber. Als SL kann ich mich kreativ um Klassen besser austoben wie als Spieler, und der Arbeitsaufwand ist mit viel Erfahrung gar nicht so schlimm. Ausserdem hab ich etliche Strategien entwickelt, wie ich schnell Abenteuer auf die Beine stellen kann und auch auf unerwartete Ansätze der Spieler eingehen kann.
Ich kann ehrlich sagen, ich liebe es.  ^-^
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: zaboron am 8.02.2023 | 11:01
Ich stelle mal eine unbewiesene Kurzzeit-These in den Raum, die mit dem Video weniger zu tun hat:

Spielleiter sind die wirklich engagierten in der Runde, die auch die WotC-Krise mitgekriegt haben, und die jetzt andere Systeme suchen oder ausprobieren wollen. Die meisten Spieler wissen davon gar nichts und suchen D&D5-Runden.

Seltsam, aber so habe ich es niedergeschrieben.
Halte ich für unglaubwürdig. Der Effekt ist eher klein.

Im Online-Bereich sind viele SL wohl in den Bezahlbereich abgewandert. Dort gibt es auch eher ein Überangebot an SL. Dafür bezahlt werden, und gleichzeitig engagiertere Spieler bekommen? Guter Deal, als SL.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Weltengeist am 8.02.2023 | 11:02
Ich hätte da noch einen möglichen Grund für die fehlenden Spielleiter: Commitment.

Gerade den Jüngeren wird ja häufig (mMn nicht ganz zu Unrecht) vorgeworfen, sie würden sich ungern wirklich für eine Sache committen. Als Spieler bin ich halt dabei, und wenn ich keinen Bock mehr habe, dann reicht eine Kurznachricht: "War geil mit euch, hab aber leider keine Zeit mehr." Als Spielleiter kann ich das nicht so leicht bringen: da beende ich für gewöhnlich mit so einem Schritt auch gleich die Runde für alle anderen. Daher könnte ich mir vorstellen, dass sich so mancher diese Verantwortung gar nicht erst ans Bein bindet. "Unverbindlicher Spielleiter" klappt nämlich nur in sehr speziellen Rundenformaten.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Grubentroll am 8.02.2023 | 11:03
Ich war irgendwie schon immer eher der Spielleiter, und hab das wahrscheinlich in meinem Leben zu 90% gemacht.

Erstens wegen der schon erwähnten "Sonst passiert ja nix"-Thematik, aber auch vor allem weil mir das einfach mehr Spaß macht als das reine nen Charakter Spielen.

Aber ich verstehe auch, dass da Leute keinen Bock drauf haben so ne Welt samt Insassen am Laufen zu halten.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Crimson King am 8.02.2023 | 11:05
Ich spiele gerne, ich leite aber auch gerne. Ich leite aber im Wesentlichen, worauf ich Bock habe, und das ist nicht DnD 5. Aktuell fehlt mir aber zugegebenermaßen die Zeit.

Ich denke davon ab, dass viele jüngere Spieler da, auch mit Bick auf Session Streaming, die Vorstellung haben, die Spielleitung sei eine Art Entertainer und man selbst mehr Konsument, als dass man aktiv kreative Beiträge leisten sollte.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 8.02.2023 | 11:08
Ich mache beides gerne.
Und jedes hat seine eigene Qualität.
Tatsächlich befinde ich mich aktuell in einer Gruppe ( in einem Umfeld), in dem verhältnismäßig viele Spaß am Leiten haben, und man quasi immer wieder verhandelt, wer denn als nächstes darf.
Ich habe mich schon gefragt, warum das so ist, und würde sagen, die meisten - haben wirklich Spaß dran, und hatten auch Zeit voneinander zu lernen. (Wie man das am besten so macht)

Was vielleicht noch hinzukommt- Wenn man beide Seiten des Schirms kennt, kann man sich leichter in die Gegenseite hineinversetzen.
Man weiß schneller, was man sich von den Spielern wünschen würde, wenn man selbst Spielleiter wäre. Und umgekehrt, was man sich von einem Spielleiter wünschen würde, wenn man jetzt Spieler in seiner Gruppe wäre.
Das sorgt schon dafür, dass ich mich bei jedem Spielleiter auch gut aufgehoben fühle.
Es gibt keinen allmächtigen "Meister" der seinen Thron alleine, bis in alle Ewigkeit, besetzt.
(Das ist ja schon so manchem zu Kopf gestiegen...)
 :D

Edit.
Spielen auch DnD 5

Noch ne Anmerkung zum Entertainment:
Es wäre gelogen, zu behaupten, dass Spielleiter nicht auch Entertainer Qualitäten brauchen.
(Ein "Meister" der eisern an seinem Thron festklebt, und dabei erwartet, dass sich seine Spieler ausschließlich selbst bespaßen, ist auch nicht das Gelbe vom Ei)

Aber das heißt natürlich nicht, dass man es sich geben muss, Spieler zu bespaßen, die nebenbei nicht von ihrem Handy lassen können oder ähnliches.

Ohne gegenseitigen Respekt und Engagement geht es nicht.


Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Zanji123 am 8.02.2023 | 11:21
naja bei D&D ist es wohl die fehlende Hilfe (offizieller Seite) für neue Spielleiter. Balancing von Encountern usw wird da wohl nicht richtig eingegangen im GM Handbook. Dazu noch die x neuen Klassen usw die das Balancing nochmal weiter raushauen.

Ja jetzt kommt wieder "ja aber dafür gibt's doch "random buch x" auf Drivethrugh das is super".... geht bitte auch von einem Neueinsteiger aus der erstmal nur das Regelbuch hat.

Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es bei vielen SLs aber auch einfach daran liegt das man keinen Bock mehr hat für die Gruppe eine Art ein Mann Unterhaltungsprogramm zu sein. Da bereitest du ein Abenteuer vor, kaufst dir Regelwerke als SL evtl. sogar Abenteuermodule (Kosten teilen? Ha lol) und dann ... hocken Spieler am Handy und zocken nebenbei Magic Arena oder sonstwas und du kommst dir dann als SL halt einfach blöd vor.

Das viele auf sowas dann auch keine Lust haben ist verständlich. Dazu kommt dann noch das es ZICH verschiedene "how to be a great GM" und "how to GM like a Pro" Videos gibt die dem Spielleiter erstmal ins Ohr schreien "DU MUSST SUPER SEIN SONST IST DAS SPIEL SCHLECHT!!!!!!!!111elfelfelf. DEN DANN WERDEN DIE SPIELER AUCH MITMACHEN!!!!!!" nur habe ich bisher nur ein oder zwei Videos gesehen bei dem es wirklcih darum geht wie die SPIELER bessere Spieler werden. Dem Spielleiter wird suggeriert, dass es wichtig ist das er quasi Matt Mercer wird aber als Spieler kannst dich einfach so an den Tisch hocken und berieseln lassen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Space Pirate Hondo am 8.02.2023 | 11:22
Spielleiter sind die wirklich engagierten in der Runde, die auch die WotC-Krise mitgekriegt haben, und die jetzt andere Systeme suchen oder ausprobieren wollen. Die meisten Spieler wissen davon gar nichts und suchen D&D5-Runden.

Das hatte schon früher begonnen. Viele dieser SLs und Spieler kennen ausschließlich D&D5e und nach Jahren merken aber irgendwann, dass das System an seine Grenzen stösst und gar nicht die Rollenspielvorlieben abdeckt. Sie versuchen erst das Regelwerk irgendwie hinzubiegen, was aber auch nur begrenzt funktioniert. Dann fangen sie an, sich mal andere Systeme anzuschauen, was natürlich dem öffnen eines Schleusentors gleicht.

@topic
Meine allererste Rollenspielrunde musste ich direkt leiten, weil es auf dem Dorf halt keine Angebote gab. Witzigerweise habe ich noch nie eine D&D-Kampagne geleitet, dafür habe ich einen SL in meiner Stammgruppe. Mein Steckenpferd sind eher moderne oder Sci-Fi Settings, daher können wir uns da auch immer gut abwechseln. Im Moment leite ich nur eine Fallout Kampagne, wo die Termine aber auch nur alle 1-2 Monate stattfinden.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Grubentroll am 8.02.2023 | 11:24
Na, für so nen Haufen Online-Menschen die ich noch nie gesehen habe würde ich mir die Mühen auch nicht aufbürden wollen.

Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 8.02.2023 | 11:25
Hi!

Ich habe vor einigen Jahren schon mal angefangen Spielleiterworkshops - zugestanden auf Midgard cons - zu halten. Irgendwie gab es da (im Midgard Forum) auch einen Thread "warum ich nicht spielleite"

Prinzipiell finde ich alles was Sphinx hier schreibt wieder, wenn auch natürlich eine besondere gewichtung.
Oft genug war die einfache antwort "ich traue mir das nicht zu" (wo ja kein wirklicher Grund in der Antwort ist).
Oder 'Ich werde das nie so gut können wie Spielleiter XYZ" (Was auch etwas wischi/waschi ist).

- Spielsystem zu komplex. Spielleiter hat unverhältnismäßig viel Arbeit damit seinen "Job" zu machen.
- Zeitlicher Aufwand ist für gewöhnlich viel höher als der von Spielern.
- Angst. Es ist für viele sehr stressig die Verantwortung zu übernehmen und im Mittelpunkt zu stehen.
- Zu viel zu Managen während dem Spiel. Story im Blick behalten, NPCs ausspielen, auf die Spieler eingehen, deren Hintergrund einbeziehen,....
- Verantwortlich für alles. Termine finden, Mit nervigen Spielern auseinander Setzten, Regeln gut kennen, Spieler finden,...
- Mit Spielern Kämpfen. Diskussionen mit Spielern über Regelmechaniken, Logik, ....
- Zu wenig Wertschätzung. Spieler konsumieren zu 100% und sehen das Spiel ehr als Sightseeing Tour wo man nicht "aktiv" mitmachen muss. In letzter Minute absagen wegen < unwichtigem Grund >
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Crimson King am 8.02.2023 | 11:28
naja bei D&D ist es wohl die fehlende Hilfe (offizieller Seite) für neue Spielleiter. Balancing von Encountern usw wird da wohl nicht richtig eingegangen im GM Handbook. Dazu noch die x neuen Klassen usw die das Balancing nochmal weiter raushauen.

Das ist aber in vielen Systemen ein Problem. Der SL-Job bedeutet generell Aufwand, und den dürften viele scheuen, weil sie eben die Konsumentenhaltung des Spielerdaseins bevorzugen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 8.02.2023 | 11:32
Ich würde ja gerne wieder mehr Spieler sein, allerdings tun mir bei der Qualität, die ich da oft geboten sehe, vor allem die Neulinge leid, die für immer vom Rollenspiel abgeschreckt werden können.

Dann bleibt nix anderes übrig und ich muss selbst wieder die Maske des Meisters aufsetzen.  :(

Das traurige ist: wenn ich jemanden anderen Angeboten habe, statt doch mir zu spielleiten (oder sie sogar selbst wollten), haben die immer wieder kurzfristig abgesagt, weil sie das Leiten für den Abend doch nicht auf die Reihe kriegten und mittelfristig sind daran die Gruppen zerbrochen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Arkam am 8.02.2023 | 11:40
Hallo zusammen,

ich habe als Spielleiter gerade meine bisher beste Zeit.
Ich spielleite meinen Lieblingshintergrund, den Alpha Komplex, endlich mit schnellen und eingängigen Regeln, Paranoia RPG 2019.
Mit Nuudel https://nuudel.digitalcourage.de (https://nuudel.digitalcourage.de) ein Onlinetool das die Terminfindung erleichtert, da ich in einem Beruf mit Wochenenddiensten, Schichtarbeit aber auch freienn Tagen in der Woche arbeite gebe ich die Termine vor. Inzwischen habe ich mir angewöhnt auch noch Mal per Descord zu schreiben welche Termine möglich sind und dann genommen werden.
Bisher habe ich nur ein Mal erlebt das ich länger über die Regeln diskutieren musste und selbst da ging es eher nicht um einen Vorteil für den Charakter sondern darum das der Spieler etwas in den Hintergrund einbringen wollte.
Ich kann auf Material auf Material aus 20 Jahren und nur 3 Spielrunden zurückgreifen. Für neues Material habe ich ein Basisdokument das das schnelle Schreiben von Missionen / Abenteuern erleichtert.
Dank vieler Onlinetools, Text to Bild KI, guten kostenlosen Programmen und einigem freien Material ist es so einfach wie nie ansprechende Handouts zu produzieren, zu verteilen und zu individualisieren.
Ich bin gleichzeitig Sammler des Systems da ist das Kostenproblem für Spielmaterial eher nicht vorhanden.

Das Wichtigste ist das ich bisher sehr viel Glück mit meinen Spielenden hatte. Sie haben fast nie das getan was ich gedacht habe aber sie haben kreativ mit dem Hintergrund gespielt und dank reichlich Materials konnte ich flexibel auf ihre Ideen eingehen.
Man spielt Mitglieder einer elite KJommandoeinheit. Da kann man mit abkommandieren auch stark wechselnde Gruppen problemlos handeln.

Gruß Jochen
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 8.02.2023 | 11:46
Ich würde ja gerne wieder mehr Spieler sein, allerdings tun mir bei der Qualität, die ich da oft geboten sehe, vor allem die Neulinge leid, die für immer vom Rollenspiel abgeschreckt werden können.
Glaube, das ist in vielen Fällen unbegründet.
( Und eine nicht ganz unbekannte Langzeit Spielleiter Sache)
- Kenne auch so einen Spielleiter, wenn der Mal auf dem Spieler Platz landet, wird's garantiert "Pulp Fiction".
Aber sicher nicht langweilig.
 Und das ist, glaube ich, worauf es vielen am Ende ankommt.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Faras Damion am 8.02.2023 | 11:46
In meiner Erfahrung waren Gruppen mit wechselnden Spielleiterinnen gesünder. Nach jeder Kampagne wird durchgetauscht, manchmal laufen auch zwei Kampagnen gleichzeitig oder jemand springt zwischendurch mit Fewshots ein.
Es gab weniger SL-Burnout, die Spielerinnen übernahmen mehr Verantwortung und die Gruppen waren insgesamt ausgewogener und harmonischer.

Bei den Influencern ist aber leider ein fixer Spielleiter die Regel. Und der kümmert sich ganz klassisch um alles. Das wird kopiert. Schade!
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Runenstahl am 8.02.2023 | 12:00
Dazu kommt dann noch das es ZICH verschiedene "how to be a great GM" und "how to GM like a Pro" Videos gibt die dem Spielleiter erstmal ins Ohr schreien "DU MUSST SUPER SEIN SONST IST DAS SPIEL SCHLECHT!!!!!!!!111elfelfelf. DEN DANN WERDEN DIE SPIELER AUCH MITMACHEN!!!!!!" nur habe ich bisher nur ein oder zwei Videos gesehen bei dem es wirklcih darum geht wie die SPIELER bessere Spieler werden.

Die meisten dieser Videos empfinde ich als hilfreiche (oder hilfreich gemeinte) Tips wie man besser werden kann. Interessant wie sehr da die Empfindungen auseinandergehen.

Es stimmt das die meisten dieser Videos sich an den GM richten. Dazu muß man aber auch sagen das sich eh nur GMs diese Videos anschauen die nach Möglichkeiten suchen noch besser zu werden. Spieler die sich nur berieseln lassen wollen werden vergleichbare "how to be a great player" Videos ohnehin nicht gucken. Naturgemäß sind SL eher daran interessiert sich zu verbessern als Spieler. Das soll nicht heißen das es nicht auch Spieler gibt die sich weiterbilden wollen. Aber deren Anzahl ist vermutlich vergleichsweise gering.

Zu meiner Person:
Ich bin überwiegend Spielleiter. Derzeit 2,5 x die Woche was mir ein bißchen zuviel ist. Das wird demnächst auf 2x die Woche reduziert in der Hoffnung das damit auch die Qualität ein bißchen steigen wird. Ich mag auch gerne Spielen, aber das ist eher so eine Love/Hate Relationship. Ich bin als Spieler oftmals innerlich am "Ranten" weil ich mich über die "Fehler" des/der jeweiligen SL aufrege.

Einen Spielleiterschwund kann ich in meinem Umfeld nicht wahrnehmen. Es gibt in den mir bekannten Gruppen etliche verschiedene Spielleiter, und sogar eine Gruppe mit regelmäßig wechselnden Spielleitern inkl. einige (relative) Neulinge.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 8.02.2023 | 12:05
Ich würde ja gerne wieder mehr Spieler sein, allerdings tun mir bei der Qualität, die ich da oft geboten sehe, vor allem die Neulinge leid, die für immer vom Rollenspiel abgeschreckt werden können.

Ich hab zwar das argument auch mal bei einer kleinen Umfrage immer wieder mal gelesen aber ich denke dabei muss man ggf anschauen was die "neulinge" sind.
Ich hab selbiges meist von "alten Hasen" des Rollenspieles gelesen, also Leute die schon lange Spielen aber eben nicht leiten.

Ich vergleiche das mal mit Fußball (etwas mit dem ich mich so garnicht auskenne), wenn es wirklich immer so wäre (schiesslich gibt es mit Bundesliga, WM, etc ja auch genügend Vorbilde wie es eben laufen soll) - gäbe es dort auch keinen Nachwuchs.

Daraus folge ich das es vieleicht so ist das je älter man ist wenn man in das Hobby einsteigt und ggf in das SL-Wesen, umso höher ist die eigene Messlatte (die ansprüche) gelegt wird und umso höher das "ich schaff das eh nicht, also lass ich es gleich"
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Space Pirate Hondo am 8.02.2023 | 12:22
Ich vergleiche das mal mit Fußball (etwas mit dem ich mich so garnicht auskenne), wenn es wirklich immer so wäre (schiesslich gibt es mit Bundesliga, WM, etc ja auch genügend Vorbilde wie es eben laufen soll) - gäbe es dort auch keinen Nachwuchs.

Der Fussball hat aber den großen Vorteil, dass die Spielregeln immer gleich sind, egal ob es Kreis- oder Bundesliga ist. Bei Rollenspielen gibt es ja fast so viele Regelwerke wie Sand am Meer.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 8.02.2023 | 12:36
Das ist aber in vielen Systemen ein Problem. Der SL-Job bedeutet generell Aufwand, und den dürften viele scheuen, weil sie eben die Konsumentenhaltung des Spielerdaseins bevorzugen.

So ist es vermutlich. Vielleicht spielen Zeitmangel und das Empfinden, vielleicht nicht geeignet für das Spielleiten zu sein, auch eine Rolle.

Spielleiten ist zeitaufwendiger und schwieriger als Spielen.

Ich habe bisher nur ein einziges Mal erlebt, dass sich in Runden, in denen ich gespielleitet habe, dann jemand bereit erklärt hat, "auch mal zu leiten".

Und ich finde das auch frustrierend; da ich auch gern als Spieler spielen würde. Daher gibt es bei mir derzeit mehr Brettspiele und Zinnfigurenspiele - da ist die Asymmetrie geringer und ich kann auch allein viel machen. Weiteres wesentliches Problem von Rollenspiel: Man braucht mindestens drei, besser vier oder gar fünf Leute. Die müssen alle Zeit haben, motiviert sein, und bitte auch in den letzten 24 Stunden geduscht haben. Da das oft nicht so klappt, ist die Alternative dann halt ein Spiel zu zweit. Das ist viel einfacher, oft auch spontan gut und angenehm zu organisieren.

Ich vergleiche das mal mit Fußball (etwas mit dem ich mich so garnicht auskenne), wenn es wirklich immer so wäre (schiesslich gibt es mit Bundesliga, WM, etc ja auch genügend Vorbilde wie es eben laufen soll) - gäbe es dort auch keinen Nachwuchs.

Fußball hat auch oft Probleme, die erforderliche Anzahl (Nachwuchs-)Spieler auf den Platz zu bekommen; es fehlt auch da an dem Willen zu festen Zusagen und deren Einhaltung - und hat aus genau diesem Grund auch eine große Menge frustrierter Trainer. Im Unterschied zu Rollenspiel kann man allerdings auch ohne Trainer und Brimborium bolzen, sog. "Straßenfußball" hat auch wieder andere Regeln. Etc.

Fußball hat ansonsten den Vorteil, ein Massen- und Breitensport mit engagierter Fanszene auf allen Ebenen zu sein. (Ich habe eine starke Abneigung gegen Fußball/Bolzen in allen Formen; ggfs. bitte entsprechend lesen).
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 8.02.2023 | 12:51
So ist es vermutlich. Vielleicht spielen Zeitmangel und das Empfinden, vielleicht nicht geeignet für das Spielleiten zu sein, auch eine Rolle.

Spielleiten ist zeitaufwendiger und schwieriger als Spielen.

In der Zeit in der ich eine Spielleiter-Pause eingelegt habe, habe ich 2 komplette Alben aufgenommen. Vorbereiten ist für mich zwar keine Arbeit, aber es kostet mich doch meinen Hirnschmalz bei Einschlafen, Aufwachen, Tagträumen, etc. Und die fehlt dann anderswo. Mir ist es das wert, aber darunter leiden doch deutlich andere Interessen. Und ja: ich könnte in der Zeit auch über nächste Schritte für die momentanen Projekte in meinem Job nachdenken. Ist ja auch interessant.

Wenn ich Spieler bin, verschwende ich keine Minute zwischen den Sessions mit Planung.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 8.02.2023 | 12:57
Zeitmangel haben wahrscheinlich auch viele Spielleiter, die sich die Zeit aber dennoch rausnehmen.

Wobei ich auch schon Spieler erlebt habe die waren sehr motiviert zu leiten, super selbstbewusst und haben beim ersten Mal aber festgestellt, dass es nicht so einfach ist, wie es bei anderen aussieht, und dass sie sich total überfordert fühlen.
Auch gutes Zureden seitens der ebenfalls motivierten Spieler a la " Mach dir keinen Stress" , " ist doch alles gut" haben nicht funktioniert.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 8.02.2023 | 13:03
Zeitmangel haben wahrscheinlich auch viele Spielleiter, die sich die Zeit aber dennoch rausnehmen.

Ja, natürlich. Das ist ja gerade der Punkt: Wer (subjektiv empfundenermaßen) findet, dass er wenig Zeit für Rollenspiel hat, der wird vielleicht als Spieler mitmachen, aber nicht den zusätzlichen Zeitaufwand der Spielleierei auch noch haben wollen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: flaschengeist am 8.02.2023 | 13:04
So ist es vermutlich. Vielleicht spielen Zeitmangel und das Empfinden, vielleicht nicht geeignet für das Spielleiten zu sein, auch eine Rolle.

Spielleiten ist zeitaufwendiger und schwieriger als Spielen.

Ich habe bisher nur ein einziges Mal erlebt, dass sich in Runden, in denen ich gespielleitet habe, dann jemand bereit erklärt hat, "auch mal zu leiten".


Das ist wahrscheinlich auch ein Kompliment an dich als Spielleiter: Denn je "besser" jemand leitet, desto größer sind gleichsam die Fußstapfen.
Besser in Anführungszeichen, weil die Bewertung eines Spielleiters neben seiner objektiven Kompetenz sicher auch einiges mit Geschmacksfragen zu tun hat.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Boba Fett am 8.02.2023 | 13:08
Ich vermute, Spielleiter-Mangel herrscht nur insofern, dass ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage entstanden ist und in den letzten Jahren die Menge an Nachfrage von Spielern, die gern spielen würden, angestiegen ist, während die Zahl der Spielleitenden konstant blieb oder zumindestens nicht im gleichen Maß mit anstieg.
Wer Critical Role oder andere Actual Plays wahrnimmt und "das will ich auch machen" denkt, nimmt ja aus der Konsumenten Perspektive wahr und wird sich da wahrscheinlich auch eher in dieser Konsumenten-Rolle am Spieltisch sehen. Die Zuschauer wollen ja den Spaß der Leute am Tisch haben und nicht die Arbeit des einen dar, der das augenscheinlich auch noch so gekonnt rüberbringt. Vor allem schreckt das "be-like-Mercer" Symptom dann ja auch noch mal ab, weil man meint, das genau so hinbekommen zu müssen und sich das einfach nicht zutraut.
Vielleicht sollte Critical Role einfach mal eine "Master Series" machen, die für Spielleitende gemacht ist und denen zeigen, wie viel Spaß das machen kann...
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 8.02.2023 | 13:08
Ja, natürlich. Das ist ja gerade der Punkt: Wer (subjektiv empfundenermaßen) findet, dass er wenig Zeit für Rollenspiel hat, der wird vielleicht als Spieler mitmachen, aber nicht den zusätzlichen Zeitaufwand der Spielleierei auch noch haben wollen.
Wahrscheinlich gehört auch ne Portion "Leidenschaft" (Masochismus) ~;D dazu, sich das trotz anderer Verpflichtungen zu geben.
Oder anders: Vermute, für Spielleiter, die das wirklich gerne machen, ist selbst die Vorbereitung eine Form von Entspannung.(Das Abtauchen in eine andere Welt zum Beispiel)



Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 8.02.2023 | 13:09
Das ist wahrscheinlich auch ein Kompliment an dich als Spielleiter: Denn je "besser" jemand leitet, desto größer sind gleichsam die Fußstapfen.
Besser in Anführungszeichen, weil die Bewertung eines Spielleiters neben seiner objektiven Kompetenz sicher auch einiges mit Geschmacksfragen zu tun hat.

Das ist nett, aber ich denke nicht, dass es das ist.
Mein Eindruck war immer, dass vor allem der Aufwand als Problem empfunden wurde. Oder halt Sachen, die damit in Zusammenhang stehen. Sich-nicht-in-der-Lage-fühlen-zu-leiten ist meist ein Euphemismus für mangelnde Motivation, sich intensiv mit Material und ggfs. auch Regeln auseinanderzusetzen.

Oder anders: Vermute, für Spielleiter, die das wirklich gerne machen, ist selbst die Vorbereitung eine Form von Entspannung.(Das Abtauchen in eine andere Welt zum Beispiel)

Mag schon sein.
Mir gelingt das manchmal und wenn ich wirklich viel Zeit dafür habe. Man kann jetzt natürlich einwenden, dass ich die Zeit, die ich für andere Sachen verschwende (Tanelorn-lesen etc.), ja auch in Rollenspielvorbereitung stecken könnte. Das Problem ist (bei mir), dass Vorbereitung eben nicht gestückelt funktioniert, sondern eher mehrere Stunden am Stück, in Ruhe und mit Konzentration verlangen. Das ist eher wie Arbeit als wie Gedaddel nebenbei. Es könnte vermutlich auch anders sein, aber (zumindest bei mir) sind die Umstände meist so. Und auch von anderen Spielleitern höre ich das. Z.B. kam in einer Gruppe mal der Wunsch auf, doch länger am Stück zu spielen - der Spielleiter hat das abgelehnt, weil er soviel Vorbereitung einfach nicht regelmäßig schafft.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: schneeland am 8.02.2023 | 13:11
Die wichtigsten Punkte wurden ja schon genannt. Speziell mit Blick auf D&D5 würde ich aber zudem mutmaßen, dass einfach der Spielerzuwachs proportional größer ist als der Spielleiterzuwachs - nicht nur, aber auch, weil das System ja auch neue Zielgruppen fürs Rollenspiel erschlossen hat, die eher über die Streaming/Influencer-Schiene zum Spiel gekommen sind und vielleicht nochmal etwas weniger Motiviation haben, sich durch mehrere hundert Seiten Regelwerk zu arbeiten (als Spieler reicht es ja auch, wenn man nur den persönlich relevanten Teil liest - wenn man nicht gleich D&D Beyond benutzt).
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 8.02.2023 | 13:20
Mag schon sein.
Mir gelingt das manchmal und wenn ich wirklich viel Zeit dafür habe. Man kann jetzt natürlich einwenden, dass ich die Zeit, die ich für andere Sachen verschwende (Tanelorn-lesen etc.), ja auch in Rollenspielvorbereitung stecken könnte. Das Problem ist (bei mir), dass Vorbereitung eben nicht gestückelt funktioniert, sondern eher mehrere Stunden am Stück, in Ruhe und mit Konzentration verlangen. Das ist eher wie Arbeit als wie Gedaddel nebenbei. Es könnte vermutlich auch anders sein, aber (zumindest bei mir) sind die Umstände meist so. Und auch von anderen Spielleitern höre ich das. Z.B. kam in einer Gruppe mal der Wunsch auf, doch länger am Stück zu spielen - der Spielleiter hat das abgelehnt, weil er soviel Vorbereitung einfach nicht regelmäßig schafft.
Glaube, Zeit ist relativ.
Bzw. Zeit ist nicht gleich Zeit.
Man braucht ja auch Zeit sich zu erholen bevor man wieder in "Freizeit Arbeit" investieren kann.

Wenn man sich Abenteuer ausdenkt, dazu auch etwas Muse, und natürlich Ausdauer und Möglichkeit sich länger zu konzentrieren.
(Manche erholen sich vielleicht auch bei Computerspielen, oder Serie schauen und Schwubs ist die Zeit auf einmal weg, für andere Dinge)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 8.02.2023 | 13:22
Im übrigen denke ich das viele der Ängste vorm Spielleiten eigentlich unbegründet sind.
Ich hab seit ich anfing zu spielen auch gleich leiten ... "müssen".
Bin ich ein guter SL? Ich hab keine Ahnung, ich bin oft genug nach dem Spielabend etwas unzufrieden aber es kommen immer wieder Spieler zu mir zum Spielen die schon mal mit mir gespielt haben, (obwohl sie möglichkeiten haben auch mit anderen zu spielen) also sage ich mir kann ich nicht wirklich grottenschlecht sein.
Im gegensatz dazu gibt es nur einige wenige Leute die ich als SL meide und bei denen ich nicht mehr mitspielen würde.


Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Ludovico am 8.02.2023 | 13:25
Das ist aber in vielen Systemen ein Problem. Der SL-Job bedeutet generell Aufwand, und den dürften viele scheuen, weil sie eben die Konsumentenhaltung des Spielerdaseins bevorzugen.

Und hier beginnt schon ein Problem:
Die Rolle des SL wird als Job betrachtet.
Das lese ich hier und andernorts eher mal.

Dagegen kann ich mich nicht erinnern, sowas wie "Spieler-Job" mal gelesen zu haben.

Jobs sind Arbeit. Das kann Spaß machen, ist aber nicht zwingend für den Erfolg notwendig. Und hier das nächste: Bei der Erledigung eines Jobs sollen Aufgaben erfolgreich abgeschlossen werden.

Ich denke,  wenn die Rolle des SL auf eine Stufe mit der Rolle der Charakter-Spieler gestellt wird und man verinnerlicht, dass es kein Job, sondern ein Hobby ist.

Weiterhin und da hab ich andernorts mit Issi ja schon gestritten drüber, wenn wir uns generell entkrampfen, Mercer Mercer sein lassen und Druck von der Rolle des SL nehmen und die Verantwortung zum Spaß an der Runde gleich verteilen, also auch von der Aufgabenlast und den Anforderungen (auch in Zeit) an die Rolle des SL - kurzum die Rolle des SL entschlacken.

Und ich muss ja leider sagen, dass es zwar mehr Spieler gibt, aber die Spielersuche schwieriger denn je ist, weil Commitment fehlt oder die Leute echt freakig sind oder Runden eher unverbindlich gesehen werden.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 8.02.2023 | 13:30
Neben der Frage, ob man ein "guter Spielleiter" ist, sind sicherlich auch Dinge wie allgemeine Freundlichkeit, Ausstrahlung, Charisma etc. wichtig. Wenn ich Leute mag, dann spiele ich auch gern mit denen. Wenn ich Leute nicht mag, dann wird es schwierig, auch wenn sie technisch "gut" sind (was auch immer das ist).

"Sich etwas nicht zutrauen" ist einerseits vermutlich (oft? manchmal?) wahr, andererseits aber auch eine sehr gute Ausrede, wenn man "eigentlich" aus anderen Gründen nicht will und es schöner findet, wenn andere den Mehraufwand machen. Oder wenn man halt einfach mehr Spaß an der Teilnahme als Spieler hat.

Letzeres ist ein wichtiger Punkt: Vielen macht die Teilnahme am Spiel als Spieler einfach mehr Spaß, bereitet außerdem weniger Stress und Aufwand. Man kann zwischendurch auch mal (innerlich) was anderes machen - das geht als Spielleiter nicht so gut.
Also bleiben als Spielleiter dann die, die eigentlich auch gern spielen würden; die aber dann halt leiten, weil es sonst gar kein Rollenspiel gibt.

Ist vermutlich auch einer der Gründe, warum sich Gestaltungs"rechte" für Spieler, gemeinsames Erzählen etc. nicht so durchsetzen: Das ist von den meisten Spielern überhaupt nicht erwünscht.

Und ich muss ja leider sagen, dass es zwar mehr Spieler gibt, aber die Spielersuche schwieriger denn je ist, weil Commitment fehlt oder sehr komische Gedanken herumkreisen oder Runden eher unverbindlich gesehen werden.

Ja. Vielfalt = viele Probleme.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 8.02.2023 | 13:37
Weiterhin und da hab ich andernorts mit Issi ja schon gestritten drüber, wenn wir uns generell entkrampfen, Mercer Mercer sein lassen und Druck von der Rolle des SL nehmen und die Verantwortung zum Spaß an der Runde gleich verteilen, also auch von der Aufgabenlast und den Anforderungen (auch in Zeit) an die Rolle des SL - kurzum die Rolle des SL entschlacken.
Ich würde ja behaupten, dass auch Spieler ihren "Job" im Spiel haben.
Das Wort "Rolle" gefällt mir noch besser.
Oder das Wort "Aufgabe."

Wer als Kind schon Mal "Kaufladen" oder ähnliches gespielt hat, der hat quasi klaglos seine Rolle (Als Verkäufer oder Käufer) übernommen, damit, das, was man da zu spielen beabsichtigt, auch funktioniert.

OK, der Verkäufer ist zwar der mit dem "Job" im Spiel, und der andere der "Kunde". Aber beide leisten ihren Beitrag.
( Im Rollenspiel sehe ich das ähnlich)

Edit.
Ich würde deshalb nicht die Waage auspacken, in der Hoffnung, dass alles besser ist, wenn die Aufgaben Last genau gleich verteilt ist. - Oder allein daraus eine Spaßgarantie ableiten.

(Denn was wem zuviel ist, ist sehr subjektiv, und was wem Spaß macht, auch)

Sondern eher darauf schauen, dass sich mit dem individuellen Verhältnis beide Seiten wohlfühlen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Ludovico am 8.02.2023 | 13:40
Ich würde ja behaupten, dass auch Spieler ihren "Job" im Spiel haben.
Das Wort "Rolle" gefällt mir noch besser.
Oder das Wort "Aufgabe."

Wer als Kind schon Mal "Kaufladen" oder ähnliches gespielt hat, der hat damals quasi klaglos seine Rolle (Als Verkäufer oder Käufer) übernommen, damit, das, was man da zu spielen beabsichtigt, auch funktioniert.

OK, der Verkäufer ist zwar der mit dem "Job" im Spiel, und der andere der "Kunde". Aber beide leisten ihren Beitrag.

Der Unterschied ist: Im "Kaufladen" wird gespielt, dass jemand einen Job hat. Aber beim Rollenspiel wird der SL als Job betrachtet von vielen.
Also, einer stellt einen Job spielerisch dar und der andere erledigt einen Job.

Und auch wenn wir es umbenennen... Die Verwendung des Begriffes zeigt doch schon die Einstellung zu der Rolle.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 8.02.2023 | 13:50
Der Unterschied ist: Im "Kaufladen" wird gespielt, dass jemand einen Job hat. Aber beim Rollenspiel wird der SL als Job betrachtet von vielen.
Also, einer stellt einen Job spielerisch dar und der andere erledigt einen Job.
In dem Wort "Job" schwingt etwas mehr an Verantwortung mit, richtig.
Finde ich jetzt nicht schlimm.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Crimson King am 8.02.2023 | 13:51
Job ist hier aus Aufgabe zu verstehen. In einem kooperativen Spiel gibt es nun mal eine Aufgabenverteilung, und die Aufgabe der Spielleitung ist mit vergleichsweise hohem Aufwand verbunden. Das ist in einigen Bereichen eher tradiert, Organisation z.B. kann jeder übernehmen, aber in einigermaßen konventionell strukturierten Spielrunden hat die SL ganz spezifisch die Aufgabe, Inhalte vorzubereiten und am Spieltisch ausreichend flexibel rüber zu bringen.

Ich denke, viele Spieler, und dabei in besonderem Maße neue Spieler, haben die Spielerrolle im Blick, wollen eine Figur in der Handlung übernehmen, mit der sie sich voll identifizieren, und sich jenseits des Eigenbedarfs möglichst nicht um Regeln kümmern.

Ich denke, es könnte hier helfen, verstärkt auf die kreativen Möglichkeiten zu verweisen, die die Spielleitung hat, speziell wenn Setting und/oder Abenteuermodule in Eigenregie erstellt werden. Da steckt zwar Aufwand drin, aber der ist ja mit Spaß verbunden. Wenn das dagegen als Last und notwendiges Übel wahrgenommen wird, ist man vermutlich die falsche Person als SL.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 8.02.2023 | 14:02
Na, für so nen Haufen Online-Menschen die ich noch nie gesehen habe würde ich mir die Mühen auch nicht aufbürden wollen.

Eigentlich das Con "Problem". Da (je nach Con) hat man auch Menschen die man noch nie gesehen hat.
Die Vorbereitung ist imho die gleiche "Wo ist das conabenteuer? Sind die Handouts noch da? Die vorgefertigten Spielfiguren?"
Unter R20 muss ich eben alles rauswerfen was die vorgängerrunde verzapft hat,...

Meine Conabenteuer sind jedenfalls für mich kleine wirkliche Mühe mehr derzeit.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Ludovico am 8.02.2023 | 14:13
In dem Wort "Job" schwingt etwas mehr an Verantwortung mit, richtig.
Finde ich jetzt nicht schlimm.

In dem Wort schwingt vor allem eine verpflichtende Tätigkeit mit, die ehrenamtlich oder berufstätig ausgeübt wird.
Spaß spielt bei der Erfüllung keine Rolle. Es ist eine Pflicht.

Und ja! Verantwortung spielt auch eine Rolle. Und auch hier wird der Rolle des SL unverhältnismäßig viel Verantwortung übertragen. Dass Spieler abgeschreckt werden, verstehe ich da schon.

Der SL bleibt in vielen Runden einfach die arme Socke, die sich um alles (bis auf die Darstellung der Charaktere) kümmern muss, für das Gelingen der Runde die Verantwortung fast vollständig alleine schultert und für den Spielspaß der Spieler unverhältnismäßig verantwortlich gemacht wird.
Er muss die Hoheit über die Regeln haben, die Spotlights verteilen, das Setting in- und auswendig kennen und trägt dazu noch die Kosten für Regelwerke, Abenteuer, Druckkosten für Charakterbögen,...
Oft ist es so, dass der komplette organisatorische Teil auch dem SL übertragen wird.
Und wenn dann Spieler absagen (bzw. nicht kommen), ist auch der SL derjenige, der das berücksichtigen muss.
Und zwischendurch muß der SL immer wieder Druck machen, wenn er Rückmeldungen bekommen will.

Und das alles ohne Entlohnung!
Und wenn es nicht so gut läuft, landet man als SL from Hell auf Reddit oder im Thread "Ich würge meinen SL"...

Ich behaupte mal, dass viele Spieler keinen Bock auf die Rolle des SL haben, weil die Rolle eher als ehrenamtlicher Job verstanden wird. Also von daher passt die Bezeichnung @Crimson King.

Auf der anderen Seite haben die Spieler heutzutage nicht viel zu tun. Ich hab schon mehr als einmal erlebt, dass das Verständnis über die Regeln oder auch bloß die Kenntnis über die Fähigkeiten des eigenen SCs vom Spieler nicht gekannt werden müssen.

Und bei diesen Verhältnissen Spielern die Rolle schmackhaft machen wollen mit "Du kannst (musst) kreativ sein"?

Ich glaube, das wird nix. Das wird erst was, wenn alle am Tisch die selbe Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen und gegenseitig Aufgaben abnehmen.

PS: Ich hab übrigens das Glück nach langer Suche eine anständige Gruppe gefunden zu haben, die nicht aus Spielern mit einer solchen Konsumhaltung besteht.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Megavolt am 8.02.2023 | 14:17
Ich leite eigentlich hauptsächlich, damit was stattfindet. Je nach Situation schwankt bei mir das Spielleiten zwischen "Macht Spaß" und "mündlichem Mathe-Abi".

 ~;D ~;D ~;D Nice!

Ich stelle etwas anderes fest als der Threadersteller: Die Qualität der Spielleiter lässt gefühlt irgendwie nach.

Dude, ich will keine 90 Minuten Settingbeschreibung, bevor es los geht? Dude, ich will keine dreistündigen Würfelkämpfe, was läuft denn hier bitte schief? Dude, lass halt die Spieler auch mal was sagen oder sich untereinander unterhalten, plz? Dude, wehe du schlägst jetzt nach, wie irgendein dummes Lore Detail heißt und produzierst damit eine 12-minütige Unterbrechung des Spiels und nobody fucking cares?

Solche Sachen begegnen mir häufiger in letzter Zeit. Dass die Leute irgendwie das kleine 1x1 des Spielleiterseins nicht drauf haben.

Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Weltengeist am 8.02.2023 | 14:19
Dude, ich will keine 90 Minuten Settingbeschreibung, bevor es los geht? Dude, ich will keine dreistündigen Würfelkämpfe? Dude, lass halt die Spieler auch mal was sagen, plz? Dude, wehe du schlägst jetzt nach, wie irgendein dummes Lore Detail heißt und produzierst damit eine 12-minütige Unterbrechung des Spiels und nobody fucking cares?

Solche Sachen begegnen mir häufiger in letzter Zeit. Dass die Leute irgendwie das kleine 1x1 des Spielleiterseins nicht drauf haben.

Echt jetzt? Die Sorte gab's doch schon immer?

Was übrigens auch mein Hauptgrund ist, selbst spielzuleiten: Mir kann es als Spielleiter kaum jemand recht machen ~;D
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Megavolt am 8.02.2023 | 14:21
Echt jetzt? Die Sorte gab's doch schon immer?

Was übrigens auch mein Hauptgrund ist, selbst spielzuleiten: Mir kann es als Spielleiter kaum jemand recht machen ~;D

Kann freilich auch gut sein, dass ich nur eine Pechsträhne habe. Es fällt mir halt auf, ich würde mir sowas im Leben nicht rausnehmen, ich würde mich das gar nicht trauen. Am Ende des Spielabends mit sozialen Minuspunkten rausgehen, das ist ja brutal.

Ich will ja ein lieber Spieler sein und nehme mich dann zurück und erdulde das halt stoisch, wahrscheinlich müsste man einfach frühzeitig auf den Tisch hauen oder so.

Fun fact: Ich habe einen Bekannten, der eine desaströse Spielrunde einfach mal übernommen hat. Also in dem Moment, als der Spielleiter mal kurz rausgegangen ist, einfach selber zu spielleiten angefangen hat und alle waren erleichtert.  ~;D
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Mithras am 8.02.2023 | 14:22
Ich kann das nur aus meiner Warte schreiben: ich bin der ewige Held SL seit ich 16 bin. Ich hatte ganz wenige Möglichkeiten zu spielen. Mal ein oder Zwei Jahre als Spieler bei einer Hârnmaster Kampagne, jeweils ein paar Sitzungen bei Cthulhu, Freihändler und Midgard 5 sowie wenige One Shots mit diversen Systemen. Das wars. Warum? Keiner will den SL machen. Jeder hat nur Bock zu spielen und will sich nicht die Mühe machen zu leiten.

Aktuell leite ich wieder gerne wegen der Gruppe und dem System (DCC) aber spielen wäre schon schön. Nur wie gesagt hat keiner Lust drauf. Verstehe ich gut, ich hatte vor einer Weile, bevor ich Deadlands Savage Worlds und DCC geleitet hatte, auch keine Lust mehr auf den SL Job. Besonders auf D&D/Pathfinder bzw. Fantasy generell. Und durch meinen 43 Stunden/Woche Job + 2 Kinder wird das auch nicht besser. Ich kann auch nicht einfach mich hinsetzen und Online spielen, da "stört" die Familie. Auch vom abendlichen Ablauf hätte ich nie vor 21 Uhr Zeit und da ich um 5:30 Uhr raus muss oder uns die Kinder auch am WE teilweise um die Uhrzeit wecken kommt das Problem Müdigkeit hinzu und ich könnte nie länger als 23 Uhr spielen. Dann möchte meine Frau vielleicht auch mal Zeit mit mir verbringen. Also scheidet mal eben eine Online Runde aus. Wieder nix mit spielen als Spieler. Also muss ich leiten wenn ich überhaupt spielen will. Aber das da nicht so viele Laute Lust haben auf die Aufgabe verstehe ich absolut, würde ich auch nicht exklusiv machen wenn es anders ginge.

Plus: die Anforderungen durch "professionelle" Runden sind gestiegen, da muss man dann teilweise Erwartungen erfüllen der Spieler die einen Matt Mercer erwarten und den bekommen sie halt nicht.

Edit: Was Ludovico schreibt!
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Jiba am 8.02.2023 | 14:22
Solche Sachen begegnen mir häufiger in letzter Zeit. Dass die Leute irgendwie das kleine 1x1 des Spielleiterseins nicht drauf haben.

Uh... "das kleine 1x1 des Spielleiterseins". Staatlich zertifiziert? Klingt schon irgendwie wie ein Ausbildungszertifikat für den Spielleiterjob.  :think:
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Megavolt am 8.02.2023 | 14:27
Plus: die Anforderungen durch "professionelle" Runden sind gestiegen, da muss man dann teilweise Erwartungen erfüllen der Spieler die einen Matt Mercer erwarten und den bekommen sie halt nicht.

Das habe ich jetzt schon häufiger gehört. Meinst du echt, das ist so?
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Mithras am 8.02.2023 | 14:30
Gibt ja mehr als genug Spieler die das 1x1 des Spielens nicht drauf haben! Siehe Aussage von Ludovico bzgl. Regelkenntnis usw. Termine bestätigen/einhalten, sich mit dem Setting auseinandersetzen, einfach bespaßen lassen statt mit zu gestalten... Ich lasse es jetzt lieber statt mich in Rage zu schrieben. Seufz.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 8.02.2023 | 14:30
In dem Wort schwingt vor allem eine verpflichtende Tätigkeit mit, die ehrenamtlich oder berufstätig ausgeübt wird.
Spaß spielt bei der Erfüllung keine Rolle. Es ist eine Pflicht.

Und ja! Verantwortung spielt auch eine Rolle. Und auch hier wird der Rolle des SL unverhältnismäßig viel Verantwortung übertragen. Dass Spieler abgeschreckt werden, verstehe ich da schon.
Ich kann die Frustpunkte grundsätzlich nachvollziehen.
Gerade was die Organisation betrifft.
Das sind allerdings Dinge, die mit der Rolle, dem "Job" im Spiel selbst, nichts zu tun haben.
(Dass das allein Aufgabe des Spielleiters sein soll, steht in keinem verdammten Regelwerk)

Glaube auch nicht, dass es an einem Wort liegt.
A la " nennen wir es anders, dann wollen auf einmal viel mehr Leiten."
Wenn es um Worte gehen soll:
Ein " Dungeon Meister " zu sein, kann doch ebenso herausfordernd, wie verlockend sein.

Glaube nicht, dass das potentielle SL abschreckt.


Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Mithras am 8.02.2023 | 14:32
@Megavolt: bei manchen Neulingen die durch die ganzen Lets Plays und Streams zum Hobby gekommen sind sind bestimmt genug dabei bei denen das so ist.  Denke ich zumindest. Ich bin ja in meiner Hausgruppenbubble seit Jahren, da war das nicht so.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Ludovico am 8.02.2023 | 14:34
Die Verwendung dieses Begriffs sehe ich eher als Symptom, der die Einstellung zu der SL-Rolle ausdrückt.

Gefrustet bin ich schon seit einer Weile nicht mehr dank guter Runde.

Andere These:
Ist es möglich, dass viele SLs einfach ihre Runden gefunden haben mit passenden Spielern und nun vor allem der Ausschuss auf dem Markt nach einem SL sucht?
Nach dem Motto "Spieler sind wie Toiletten - besetzt oder beschissen".  ;D
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Megavolt am 8.02.2023 | 14:34
Und ich muss ja leider sagen, dass es zwar mehr Spieler gibt, aber die Spielersuche schwieriger denn je ist, weil Commitment fehlt oder die Leute echt freakig sind oder Runden eher unverbindlich gesehen werden.

Kann es sein, dass es hier einen selbstverstärkenden Vektor gibt? Und zwar insofern: Man kommt derzeit über das Distanzrollenspiel mMn wirklich ultra leicht an eine Spielrunde ran, aber wer lurkt denn da in Bereitschaft und sucht eine neue Runde? Diejenigen, die keine haben, und das dürfte zum Teil auch einfach ein Sammelsurium an Leuten mit Qualitätsmängeln sein. Denn die guten Leute kommen unter und spielen dann glücklich, und haben den Pool der Suchenden sozusagen erfolgreich verlassen.

Anekdotisch kann ich diese Theorie jedenfalls bestätigen.

Editiert:

Ist es möglich, dass viele SLs einfach ihre Runden gefunden haben mit passenden Spielern und nun vor allem der Ausschuss auf dem Markt nach einem SL sucht?
Nach dem Motto "Spieler sind wie Toiletten - besetzt oder beschissen".  ;D

Da war dein Beitrag schneller als meiner, wir hatten den gleichen Gedanken.  :d
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 8.02.2023 | 14:37
Dude, ich will keine 90 Minuten Settingbeschreibung, bevor es los geht? Dude, ich will keine dreistündigen Würfelkämpfe, was läuft denn hier bitte schief? Dude, lass halt die Spieler auch mal was sagen oder sich untereinander unterhalten, plz? Dude, wehe du schlägst jetzt nach, wie irgendein dummes Lore Detail heißt und produzierst damit eine 12-minütige Unterbrechung des Spiels und nobody fucking cares?

Solche Leute sind mir zum Glück nur sehr selten begegnet,... ich würde schon zu begin des ersten Satzes,... also bei "Dude" die fragliche Person rauswerfen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Megavolt am 8.02.2023 | 14:38
Solche Leute sind mir zum Glück nur sehr selten begegnet,... ich würde schon zu begin des ersten Satzes,... also bei "Dude" die fragliche Person rauswerfen.

 ~;D

Habe die Kritik verstanden, werde aber weiterhin das Wort "Dude" verwenden.

Uns bleibt der tröstliche Gedanke: In einem anderen Universum, unter anderen Umständen - sind wir bestimmt ein rollenspielerisches Traumduo.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 8.02.2023 | 14:46
Gibt ja mehr als genug Spieler die das 1x1 des Spielens nicht drauf haben! Siehe Aussage von Ludovico bzgl. Regelkenntnis usw. Termine bestätigen/einhalten, sich mit dem Setting auseinandersetzen, einfach bespaßen lassen statt mit zu gestalten... Ich lasse es jetzt lieber statt mich in Rage zu schrieben. Seufz.

Mit einer änderung beschreibst du die spielende person welche ich als lezte aus einer meiner runden entfernt habe. Wobei die verschärfung war das sie tatsächlich gestaltend tätig war,... aber eben sehr, sehr unpassend. Beispielsweise auf dem Markt herumlaufen "was ist den am nachbarstand? Was verkauft der? Wie heist der Händler?"
Stillschweigend vom Verteiler der einlandungen genommen. Manche Dinge sind gut wenn der SL der die meiste arbeit hat diese arbeit auch macht,...(*)

(*) In einer derzeit laufenden Runde gibt es den "Spielterminbeauftragten" der alles für den SL koordiniert. (Nein ich geb die adresse von dem nicht her, nicht das er davonläuft in andere runden)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: schneeland am 8.02.2023 | 14:48
Kann es sein, dass es hier einen selbstverstärkenden Vektor gibt? Und zwar insofern: Man kommt derzeit über das Distanzrollenspiel mMn wirklich ultra leicht an eine Spielrunde ran, aber wer lurkt denn da in Bereitschaft und sucht eine neue Runde? Diejenigen, die keine haben, und das dürfte zum Teil auch einfach ein Sammelsurium an Leuten mit Qualitätsmängeln sein. Denn die guten Leute kommen unter und spielen dann glücklich, und haben den Pool der Suchenden sozusagen erfolgreich verlassen.

Gibt's bestimmt auch, aber das Gesellschaftsbild dahinter ist ein bisschen statisch, weil's ein bisschen auf "Und dann spielten sie glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage" (mutmaßlich DSA ;) ) rausläuft und nur die miesepetrigen Söhne der bösen Königin über bleiben. Menschen ziehen ja auch um, driften mal aus dem Hobby raus und wieder rein, etc. Da gibt's m.E. schon genug umgängliche Leute, mit denen es Spaß macht zu spielen (vielleicht habe ich auch einfach nur mehr Glück als andere Menschen, aber die überwiegende Zahl meiner Onlinerunden - auch auf Cons - war bisher solide bis sehr gut).
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Megavolt am 8.02.2023 | 14:51
die überwiegende Zahl meiner Onlinerunden - auch auf Cons - war bisher solide bis sehr gut).

Ja, meine ja auch, fast ausnahmslos sogar.  ~;D

Vielleicht sollte man den Spieß umdrehen, sich zu dritt absprechen und dann eine random Spielrunde aufwerten? Makellose Charakterdarstellung, perfekte Regelkenntnis, überpünktliche Anwesenheit, jeder noch so blöde Plot wird gierig verfolgt, am Ende standing Ovations und postalisches Marzipan für den Spielleiter.  ~;D
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Ludovico am 8.02.2023 | 14:52
@schneeland
Klar, ist auch eher polemisch.

Gibt ja auch noch genügend Männer, die in eine Beziehung gehen oder sogar heiraten, obwohl dieser Spruch mit den Toiletten sich eigentlich auf diese bezieht.

Aber vielleicht gibt es ja durch den Zuwachs an Spielern mehr Konsumspieler, so daß die Suche schwierig ist für Gruppen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 8.02.2023 | 15:01
Da gibt's m.E. schon genug umgängliche Leute, mit denen es Spaß macht zu spielen (vielleicht habe ich auch einfach nur mehr Glück als andere Menschen, aber die überwiegende Zahl meiner Onlinerunden - auch auf Cons - war bisher solide bis sehr gut).

 :d

Ja, es liest sich manchmal so schlimm wenn man nur die schlechten Beispiele rauskrahmt. Die gibt es aber wenn die überhand genommen hätten, würde ich - und viele andere hier auch - sicher nicht in diesem Forum hier ihre Zeit todschlagen sondern uns anderen dingen zuwenden.

Ich hab auch noch nie erlebt das ein anfänger SL wirklich "fertiggemacht" wurde von "alteingesessenen" Spielern,...
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 8.02.2023 | 15:24
Solche Leute sind mir zum Glück nur sehr selten begegnet,... ich würde schon zu begin des ersten Satzes,... also bei "Dude" die fragliche Person rauswerfen.

Wie heißt es so schön: wenn außer dir nur Geisterfahrer auf der Autobahn sind, bist höchstwahrscheinlich du der Geisterfahrer.  >;D

Leute, die jemanden rauswerfen, der mal "Dude" sagt, sind vermutlich genau diejenigen, die keine permanente Runden haben, und andauernd eine freie Toilette suchen.  ;D
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Jiba am 8.02.2023 | 15:26
(*) In einer derzeit laufenden Runde gibt es den "Spielterminbeauftragten" der alles für den SL koordiniert. (Nein ich geb die adresse von dem nicht her, nicht das er davonläuft in andere runden)

Finde ich als jemand, der unbeabsichtigt auf der eher organisationschaotischen Seite unterwegs istm sehr wichtig, dass ich als SL das abgeben kann. Ich habe eine Spielerin in meiner Runde, die das übernimmt.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Rorschachhamster am 8.02.2023 | 16:05
Finde ich als jemand, der unbeabsichtigt auf der eher organisationschaotischen Seite unterwegs istm sehr wichtig, dass ich als SL das abgeben kann. Ich habe eine Spielerin in meiner Runde, die das übernimmt.
Fester Termin, einmal in der Woche (oder anders). Wer nicht kann, kann nicht. Nach ein paar Wochen hat sich das eingespielt.   8)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 8.02.2023 | 16:09
~;D

Habe die Kritik verstanden, werde aber weiterhin das Wort "Dude" verwenden.

Uns bleibt der tröstliche Gedanke: In einem anderen Universum, unter anderen Umständen - sind wir bestimmt ein rollenspielerisches Traumduo.

Begrüst du wirklich leute mit "Dude?" Ich fand den fraglichen film einfach ...

Wie heißt es so schön: wenn außer dir nur Geisterfahrer auf der Autobahn sind, bist höchstwahrscheinlich du der Geisterfahrer.  >;D

Leute, die jemanden rauswerfen, der mal "Dude" sagt, sind vermutlich genau diejenigen, die keine permanente Runden haben, und andauernd eine freie Toilette suchen.  ;D

Fühl mich 0 angesprcohen. Permanente runden seit ich '84 angefangen habe,... geisterfahrer hab ich nur einen mal gesehen und der war durch die mittelleleitplanke von mir getrennt.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Crimson King am 8.02.2023 | 16:16
Ich bin zwar selbst ein wenig chaotisch und bezüglich Organisation eher untalentiert, kriege Termine aber tatsächlich gut auf die Reihe, erwarte dafür aber auch die notwendige Verbindlichkeit bezüglich Terminzusagen von meinen Mitspielern. Mir müsste bloß jemand die Fleißarbeit bei der Vorbereitung abnehmen und das kreative Chaos aus meinem Kopf in strukturierter Form zu Papier bringen.

Was die Duderei hier angeht, empfinde ich es als etwas seltsam, davon auszugehen, dass ein User, der hier abstrakt rumflapst, die gleiche Wortwahl bei konkreten vor ihm stehenden oder sitzenden Menschen anwenden würde.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 8.02.2023 | 16:20
Fühl mich 0 angesprcohen. Permanente runden seit ich '84 angefangen habe,... geisterfahrer hab ich nur einen mal gesehen und der war durch die mittelleleitplanke von mir getrennt.

Es zuckt nicht mehr, was seit '84 spielt, bis dass die Zeit den Tod besiegt.   >;D
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 8.02.2023 | 16:35
Insgesamt ist schon meine Erfahrung, dass der Anteil von eher seltsamen Leuten unter Rollenspielern nicht gerade gering ist.
Höher, als bei Brettspielern. Etwa auf einem Niveau mit Zinnfigurenspielern (gibt ja auch viele persönliche Überschneidungen).

Einige Sachen hängen damit zusammen. Und nicht jede Eigenart ist für jeden gleichermaßen erträglich.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 8.02.2023 | 16:38
Es zuckt nicht mehr, was seit '84 spielt, bis dass die Zeit den Tod besiegt.   >;D

Ich weis jezt echt nicht auf was du herraus willst,... lustig find ich es nicht, kannst das smiley auch weglassen,... zum Thema trägst gerade auch mal weniger als 0 bei.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Megavolt am 8.02.2023 | 16:40
Ich weis jezt echt nicht auf was du herraus willst,... lustig find ich es nicht, kannst das smiley auch weglassen,... zum Thema trägst gerade auch mal weniger als 0 bei.

Jetzt chill mal, die halbe Arbeitswoche ist ja schon herum und das Threadthema ist doch auch interessant. Wir zanken jetzt hier nicht mehr.

Schau: My life in a nutshell (https://youtu.be/LlLX6KSdWcQ?t=3).

Aber mal ganz im Ernst, ich finde nicht, dass es weniger Spielleiter gibt. Mir scheint deren Anzahl mit dem Anwachsen der Spielerzahlen durch den DnD Boom eher mitgewachsen zu sein, sich vom reinen Betrag her also erhöht zu haben. Ich kenne auch tatsächlich die ein oder andere Person aus der neuen Welle persönlich, die durch das Rollenspiel entfacht wurde wie wir selbst alle einst anno Tobak und die von null auf hundert jetzt nonstop spielleiten, also dreimal die Woche oder so.

Ob die das natürlich gut machen, das steht wieder auf einem anderen Blatt.  ~;D Aber für die Größe der Spielleiterpopulation ist das ja erst mal unbeachtlich.

Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: schneeland am 8.02.2023 | 16:43
In der Tat ist einmal durchatmen nie verkehrt. Spitzen gegenüber anderen Nutzern müssen aber auch nicht unbedingt sein. Vielleicht also mal wieder ganz gemächlich zum Thema zurückschlendern.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Maarzan am 8.02.2023 | 17:38
Ich sehe, wie mit mangelnder Übung nach längerer Zeit dann auch die Zweifel kommen den eigenen Ansprüchen noch zu genügen.
Das andere ist, dass kaum noch eine alte Gruppe so wieder zusammen kommt und nun komplette Neulinge mit im potentiellen Polls stecken und ich mir zumindest unklar bin, wie ich die am Besten einbinde.
Damals (tm) reichte ja ein Einführungsdungeon zum Kennenlernen von Spiel und Mitspielern, weil eh alle irgendwo mit Dungeons groß geworden sind und verfeinert wurde dann später, aber bei so etwas seltsamen wie "Normalos", die noch gar nicht so socher sind was das ist und ob es überhaupt etwas für sie ist?!  8)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Flamebeard am 8.02.2023 | 17:44
Da weiter oben das Thema 'Commitment' angesprochen wurde:

Ich sehe da weniger den Punkt, das am Spielleiten interessierte Leute einfach mir-nichts-dir-nichts aufstecken, weil es ihnen zu viel wird. Ich habe das jetzt in den letzten Jahren eher anders herum erlebt (und ja, einmal ist mir das als Spieler auch passiert, als RL reingegrätscht hat): Dass Spieler sich nicht mehr dazu in der Lage finden, sich konsistent und längerfristig an Termine und Absprachen zu halten.
 Wenn's mit RL zu tun hat - passiert halt. Aber ich habe in den Runden, die ich selbst geleitet habe, in schöner Regelmäßigkeit Leute hocken, die dann irgendwann meinen, dass sie jetzt doch lieber das drölfzigste Mal Buffy am Stück gucken wollen oder deren Konzerttermine irgendwie immer auf die (regelmäßig, 14tägig, am selben Wochentag stattfindenden) Spieltermine fallen. Momentan habe ich noch eine Runde am Laufen, die das Thema Termine zu 85% gebacken bekommt. Aber sonst überlege ich mir echt, ob ich mir das momentan geben muss. (Ist ja nicht so, dass bei mir auf der Platte 3 grob ausgearbeitete Shadowrun-Kampagnen mit Plot und ausgearbeiteten NSCs rumliegen würden und der Seiten-Count da jeweils recht anständig (zwischen 80 und 150 Seiten) wäre...)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Rorschachhamster am 8.02.2023 | 17:47
Damals (tm) reichte ja ein Einführungsdungeon zum Kennenlernen von Spiel und Mitspielern, weil eh alle irgendwo mit Dungeons groß geworden sind und verfeinert wurde dann später, aber bei so etwas seltsamen wie "Normalos", die noch gar nicht so socher sind was das ist und ob es überhaupt etwas für sie ist?!  8)
Ich finde das ist doch klar: Genau das gleiche mit helfender Hand. Wenn ihnen das nicht gefällt, dann ist das halt nichts für sie.  :) Vielleicht noch klarmachen, das manche anders spielen, falls sie da nochmal probieren wollen. Fertig.  :d
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Shruuf am 8.02.2023 | 17:52
Hallo zusammen,

ich finde, dies ist eine sehr relevante Diskussion - die mich tatsächlich auch schon länger umtreibt.

Meines Erachtens ist der wichtigste Punkt, dass die Spieler die Mühen des Spielleiters schätzen und dies auch kundtun. Wenn stattdessen durch Absagen mit [unwichtigem Grund] (vgl. oben) die Vorbereitungszeit des Spielleiters entwertet wird, ist das m.E. sehr unschön.
Wichtig ist es hier wohl, die Verbindlichkeit der Termine abzugleichen.

Was zudem denkbar ist, um "dem SL etwas Last zu nehmen":


Man kann auch eine Co-Spielleiter finden, der auch mal NSC spielt oder bei Kämpfen untestützt etc - hatten wir einmal.

Ich habe auch hierzu mal einen Beitrag geschrieben - die Quintessenz steht aber hier bereits:
https://zum-lachenden-shruuf.de/2022/11/12/die-imparitaetische-lastenverteilung-beim-pen-und-paper-rollenspiel/


Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Maarzan am 8.02.2023 | 17:57
Ich finde das ist doch klar: Genau das gleiche mit helfender Hand. Wenn ihnen das nicht gefällt, dann ist das halt nichts für sie.  :) Vielleicht noch klarmachen, das manche anders spielen, falls sie da nochmal probieren wollen. Fertig.  :d

Das "Einspielen" unter "Veteranen" war da halt praktisch, aber es wusste auch jeder, dass das noch ein Testlauf der Maschine war und da auch mehr als Schnetzeln möglich ist.

"Bessere" = "zivilere" Szenarien mit entsprechender Einbindung von Spielwelt, sinnhafteren Konflikten etc. sind aber einiges schwerer zu händeln und erfordern eigentlich auch schon eine gewisse Mitarbeit und Denkleistung der Spieler, die viele Anfänger zumindest wohl noch nicht leisten können (und die anderen auch meist die Startrunde zum Kennenlernen von Land, Leute und Gruppe benötigen). Aber die übliche Erwartung scheint mir: Tolles Erlebnis jetzt oder Wisch.

Und das erzeugt ein gewisses Gefühl der Überforderung.

Von: Es sind ein halbes Hundert Leute auf der Interessensliste, für einen Kennenlerntermin melden sich ein halbes Dutzend, von denen dann 2 kommen ... ganz zu schweigen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Gunthar am 8.02.2023 | 18:02
Ich will es auch ehr System Agnostisch halten und mich deshalb etwas vom Video Distanzieren. Es wird auch nicht den einen Grund geben das diese Situation existiert, aber hier mal eine Auswahl von dem was ich zu gelesen habe. Und für alles gibt es Ausnahmen und Runden wo es anders läuft.
- Spielsystem zu komplex. Spielleiter hat unverhältnismäßig viel Arbeit damit seinen "Job" zu machen.
- Zeitlicher Aufwand ist für gewöhnlich viel höher als der von Spielern.
- Angst. Es ist für viele sehr stressig die Verantwortung zu übernehmen und im Mittelpunkt zu stehen.
- Zu viel zu Managen während dem Spiel. Story im Blick behalten, NPCs ausspielen, auf die Spieler eingehen, deren Hintergrund einbeziehen,....
- Verantwortlich für alles. Termine finden, Mit nervigen Spielern auseinander Setzten, Regeln gut kennen, Spieler finden,...
- Mit Spielern Kämpfen. Diskussionen mit Spielern über Regelmechaniken, Logik, ....
- Zu wenig Wertschätzung. Spieler konsumieren zu 100% und sehen das Spiel ehr als Sightseeing Tour wo man nicht "aktiv" mitmachen muss. In letzter Minute absagen wegen < unwichtigem Grund >
Das spricht mir so aus der Seele. Ich mache demnächst den SL in einer neuen Gruppe. Doch schon die Systemwahl ist eine harte Nuss. Denn ich möchte es nicht mehr zu komplex haben. Man möchte ja nicht dauernd in den Regeln suchen müssen. Ich werde es jedoch nach dem Motto machen: Keep it simple! Also keine ausufernde Technologie. Standees und eine Battlemap müssen reichen. Vielleicht nutze ich auch ein VTT auf einem Laptop. Auch suche ich ein System, das den Spielleiter gut unterstützt.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 8.02.2023 | 18:04
@
Maarzan

Für Startrunden mit Unbekannten - klappt, glaube ich, auch einfach ein "keep IT simple".

Es kommt, denke ich, weniger darauf an, ob das alles detailliert ausgearbeitet ist, als darauf - sie schnell, und mit einem Schuss Spannung - in die Welt zu ziehen.

Sowas wie " zur falschen Zeit am falschen Ort." Z.B.
Plötzlich- Überfall- und alle müssen zusammen halten.

Oder plötzlich - in Seenot - irgendwas was schnell Action bringt.

Dungeon würde ich tatsächlich nicht empfehlen. Aber ich bin auch kein Dungeon Fan.( Vorsichtig ausgedrückt)  :D

Edit.
Für größere Abenteuer Projekte, ist später immer noch Zeit.

@
Gunthar
(Jetzt erst gelesen: "Keep it simple"- Du auch? Das ist ja fast gruselig... :D)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Rorschachhamster am 8.02.2023 | 18:10
Das "Einspielen" unter "Veteranen" war da halt praktisch, aber es wusste auch jeder, dass das noch ein Testlauf der Maschine war und da auch mehr als Schnetzeln möglich ist.
Wo hat denn einer was von Schnetzeln geschrieben?  wtf?
Zitat
"Bessere" = "zivilere" Szenarien mit entsprechender Einbindung von Spielwelt, sinnhafteren Konflikten etc. sind aber einiges schwerer zu händeln und erfordern eigentlich auch schon eine gewisse Mitarbeit und Denkleistung der Spieler, die viele Anfänger zumindest wohl noch nicht leisten können (und die anderen auch meist die Startrunde zum Kennenlernen von Land, Leute und Gruppe benötigen). Aber die übliche Erwartung scheint mir: Tolles Erlebnis jetzt oder Wisch.
Ah! Zivile Langeweile! Da wird doch klar, warum Neueinsteiger Wegbleiber werden...  ~;D Nee, aber im Ernst, du interessierst dich doch nicht für Rollenspiel, weil du gehört hast, wie cool die Interaktion mit dem Dorfschulzen war (was cool sein kann!) sondern weil du hörst "Drachen! Herr der Ringe! Orks! Schätze!" Das mußt du schon ein wenig anfüttern. Sobald die mitlaufen, merken die dann schon von alleine wie der Hase läuft.
Zitat
Und das erzeugt ein gewisses Gefühl der Überforderung.

Von: Es sind ein halbes Hundert Leute auf der Interessensliste, für einen Kennenlerntermin melden sich ein halbes Dutzend, von denen dann 2 kommen ... ganz zu schweigen.
Das Problem kenne ich nicht, weil ich nur Leute in die Hausrunde einlade. Das macht das ganze natürlich einfacher.

 :think: Oder willst du Runden nur für Neulinge machen? Das halte ich für von vorneherein - naja- nicht zum Scheitern verurteilt, aber schon sehr schwierig. Veteranen (die als rücksichtsvoll bekannt sind) und Neulinge halb und halb höchstens!  :d
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Rorschachhamster am 8.02.2023 | 18:18
Dungeon würde ich tatsächlich nicht empfehlen. Aber ich bin auch kein Dungeon Fan.( Vorsichtig ausgedrückt)  :D
Seltsamerweise  ;D sind es gerade die Neulinge, die bei mir im Moment eher dungeongeil sind...  ;)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Maarzan am 8.02.2023 | 18:23
Wo hat denn einer was von Schnetzeln geschrieben?  wtf?Ah! Zivile Langeweile! Da wird doch klar, warum Neueinsteiger Wegbleiber werden...  ~;D Nee, aber im Ernst, du interessierst dich doch nicht für Rollenspiel, weil du gehört hast, wie cool die Interaktion mit dem Dorfschulzen war (was cool sein kann!) sondern weil du hörst "Drachen! Herr der Ringe! Orks! Schätze!" Das mußt du schon ein wenig anfüttern. Sobald die mitlaufen, merken die dann schon von alleine wie der Hase läuft.  Das Problem kenne ich nicht, weil ich nur Leute in die Hausrunde einlade. Das macht das ganze natürlich einfacher.

 :think: Oder willst du Runden nur für Neulinge machen? Das halte ich für von vorneherein - naja- nicht zum Scheitern verurteilt, aber schon sehr schwierig. Veteranen (die als rücksichtsvoll bekannt sind) und Neulinge halb und halb höchstens!  :d

Schnetzeln war unser Testlauf früher: trivialer Aufwärmdungeon um System und Leute kennen zu lernen.

Meine Vorstellung (berechtigt?) ist, dass so unbedarfte erwachsene Neulinge (also solche, die nicht z.N. von Computerspielen rüberwachsen) da eher etwas erleben wollen, was eher nach "Kultur" statt Bolzplatz aussieht.

Der Anteil der Neulinge dort scheint schon so an die 50% zu liegen und der Rest, der schon mal (irgendwie irgendwo irgendwas) gespielt hat, kennt sich auch meist noch nicht.

Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 8.02.2023 | 18:28
Ja, es liest sich manchmal so schlimm wenn man nur die schlechten Beispiele rauskrahmt. Die gibt es aber wenn die überhand genommen hätten, würde ich - und viele andere hier auch - sicher nicht in diesem Forum hier ihre Zeit todschlagen sondern uns anderen dingen zuwenden.

Ich würde die These vertreten, dass Mitmachen hier im Forum einerseits und tatsächlich Rollenspiele zu spielen andererseits nicht notwendig eine große Überschneidung haben.

Online stinkt z.B. niemand. Ein großer Vorteil im Bereich von Nerd-Spielen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Sphinx am 8.02.2023 | 18:50
Da hier viel Zeit angesprochen wurde. Früher wie heute hat das Spielleiter sein mehr Zeit gekostet als zu Spielen. Also was hat sich von vor sagen 10 Jahren zu heute geändert?
Das spannende ist ja in der Tat das Ungleichgewicht. Es war schon immer schwierig eine ordentliche Gruppe zusammen zu bauen. Aber es scheint ja in den letzten paar Jahren noch merklich schwieriger geworden zu sein.

Ich hab aber auch mal überlegt wieso ich fast nur Spielleiter bin.
Am Tisch hab ich auch als Spieler kein Problem, selbst wenn ich nicht im focus ist es interessant den anderen zuzuschauen in ihrer Spotlight Scene. Online dagegen langweile ich mich extrem schnell wenn ich nicht aktiv mitspiele. Da ist das Spielleiter sein definitiv gut weil ich da immer ab Ball bleiben muss.

Aber ich leite in der Tat so oft weil ich will das es ordentlich läuft. Sehr häufig ist die alternative zum selbst leiten nämlich gar nicht Spielen oder in schlechter Qualität spielen.
Das geht schon bei der Terminfindung los, ich hab zum Glück immer Runden die die Termine ganz gut selbst organisiert bekommen. Aber auch da kommt manchmal eine Rückmeldung spät, bin ich Spielleiter frage ich nach, erinnere am Spieltag morgens noch mal an den Termin,... Bin ich Spieler in einer Runde merke ich teilweise das ich nicht mal vom Spielleiter 100% sicher weiß das der Termin auch stattfindet. Da kann dann in letzter Minute ein "Hab Kopfschmerzen" den Termin Platzen lassen. Ich hab schon mit derben Kopfschmerzen geleitet oder war Schlags kaputt, klar ist das ne Persönliche Sache wer was wie kann. Und natürlich leidet die Qualität etwas darunter, aber zumindest findet es statt. Noch dazu bin ich während ich leite so Fokussiert das ich von meinen Körperlichen gebrechen nix mitbekomme. Inkl. Tinken/aus Klo gehen.
Kurzum ich bin da ein Kontrollfreak, ich will rechtzeitig wissen wer da ist und das es stattfindet. Sofern nicht irgendwas ganz schlimmes passiert hat die Runde zu laufen.

Dann ist da natürlich noch etwas das eigene Ego. Ich freue mich wenn es den Spielern Spaß gemacht hat und sie Dankbar sind das ich das möglich gemacht habe. Ich bin der Mittelpunkt der alle Fäden in der Hand hält und der Kitt der die Gruppe zusammen hält. Aber dafür hängt natürlich auch alles an mir was die Kehrseite der Medaille ist.
Die Frage ist ist "ich fühle mich gebauchpinselt wenn ich lob für die Runde bekomme" der Hauptgrund warum ich bereit bin die Mehrarbeit auf mich zu nehmen?

Ha da ist im letzten Satz wieder das Wort "Arbeit". Ja es gibt glückliche Leute 100% Spaß an ihrer Arbeit haben. Ich mache meine Arbeit gerne, aber glaubt mal nicht das ich weiter Arbeiten würde wenn ich nicht das Geld bräuchte.
Also warum mache ich Arbeit des Spielleiters? Vermutlich aus den gleichen Gründen warum es in Deutschland so viele Ehrenamtliche gibt. Das sind so viele das ohne die das Land zusammenbrechen würde. Ist es auch da das, ja wenn wir nicht in der Freiwilligen Feuerwehr sind, gibt es hier keine. Und wenn es brennt müssen wir warten bis die Berufsfeuerwehr der nächsten Stadt irgendwann anrückt.

Ich hab schon viel gemacht irgendwie hab ich wenn ich Konsumiere (ohne Geld als Gegenleistung zu bezahlen) das Gefühl der fairnesshalber müsste ich was zurück geben. Irgendwas zur Gemeinschaft der Menschen zurückgeben, selbst wenn es nur ist einer kleinen Gruppe etwas Erholung vom Alltag zu ermöglichen.
KA evtl. bin ich mit dem Gedanken auf einem Holzweg, aber könnten heute mehr meinen das sie schon zu viel Geben? Sei es das sie zu viel Arbeiten für zu wenig Geld, sie Steuernzahlen aber das Steuergeld nur verplempert wird,...
So etwas der Zeitgeist...wie Klopapier...alles horten was geht. Nur nehmen und möglichst wenig geben?
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Maarzan am 8.02.2023 | 19:03
Mir einer festen Gruppe sind die Vorbereitungen noch recht sichere "Investitionen". Mit einer noch zu gründenden Gruppe ... .
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 8.02.2023 | 19:14
So etwas der Zeitgeist...wie Klopapier...alles horten was geht. Nur nehmen und möglichst wenig geben?

Interessante Idee.
Das könnte einerseits daran liegen, dass die meisten von uns die (nachträglich verklärten) Jugendjahre hinter sich gelassen haben und jetzt andere Prioritäten setzen. Die immer-noch-Interessierten sind in der Minderheit. Und es ist für die Findung von potentiellen Mitmachenden immer blöd, eine Minderheit zu sein.
Es könnte in der Tat aber auch an einem veränderten Klima liegen. Einerseits vielleicht mehr Egoismus (bin nicht so überzeugt), andererseits vielleicht auch weniger Bereitschaft, sich auf Dinge intensiv einzulassen (weil mehr, oft nur scheinbare, Auswahl).
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Derewanderer am 8.02.2023 | 20:35
Sind ja schon viele gute Sachen gesagt.
Bei unserer Gruppe von 6 haben sich jetzt auch 3 Leute bereit erklärt mal zu meistern, aber das verlässt unsere Runde halt nicht.
Meisterzüchter teilen nicht. 😏

Und unsere Nachwuchsmeister haben halt einfach Bedingungen gestellt.
Wir spielen meist Shadowrun und da war schon der Deal.
Du bist Decker, verantwortlich für Matrix Regeln ich sag nur ob es schwer bist und wir handwedeln.
Dasselbe mit Magie und einem anderen Spieler.
Denke wenn man länger miteinander spielt, helfen solche Abkürzungen Hürden abzubauen. So was ist bei adhoc Runden schwieriger.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Nodens Sohn am 8.02.2023 | 21:57
 Ich verstehe das nicht, wie kann es eine DM-Krise geben? Ich stelle mir gerade einen Raum vor, in welchem 10 Leute sitzen und gerne D&D spielen würden, aber nicht dazu kommen, da die SL fehlt. Ich glaube nicht, dass so etwas passieren würde. Irgend jemand von den 10 würde sich breit schlagen lassen und dann einfach die SL-Rolle übernehmen.

(Kameraschwenk über eine schlecht beleuchtete Eckbank vollgepackt mit traurig dreinblickenden Leuten. Eine tiefe Stimme aus dem Off: "Ist ihnen das nicht auch schon passiert? Sie treffen sich mit all ihren Freunden, haben ihren ausgefüllten Charakterbogen mit dabei und würden gerne D&D spielen?" ... Zustimmendes trauriges Nicken am Tisch ..."Und es fehlt nur noch die Spielleitung?") ... neee so was kann ich mir nicht vorstellen.

Ich könnte mir das nur dann so vorstellen, wenn viele einzeln im Internet Let's Plays gesehen haben, dann gerne spielen würden aber niemanden kennen, der mit ihnen das spielt. Sollte dies der Fall sein, würden wir auch nichts davon mitbekommen, da niemand einzelne Leute zählt die einsam zu Hause sitzen. Wie sollte man das also mitbekommen? Also woher weiß man was über eine SL-Krise?

Ich postuliere also, dass es keine SL-Krise gibt.

oder (und jetzt ziehe ich meinen Aluhut auf)
Es wird so lange in den sozialen Netzwerken über das Fehlen von SL geheult, bis die Masse das glaubt und dann auf die neue OneD&D-Plattform einschwenkt um sich dann von einer KI als SL gegen D&D_Gems mit Freuden bespaßen zu lassen. (So - setze den Aluhut wieder ab)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 8.02.2023 | 22:02
Also hier gibt es Meet Ups, wo so 30 oder 40 Leute auftauchen, die gerne mal D&D ausprobieren wollen, aber aber nur 2 oder 3, die als Spielleiter antreten.

Ich mache bei sowas auch nicht mit - weder als Spieler noch Spielleiter -, weil mir das eine zu große Menschenansammlung ist und weil ich immer die weirdesten Leute (aus Mitleid) in meine Spontangruppe packen würde. Ich kann halt nicht anders.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Weltengeist am 8.02.2023 | 22:37
Ich verstehe das nicht, wie kann es eine DM-Krise geben? Ich stelle mir gerade einen Raum vor, in welchem 10 Leute sitzen und gerne D&D spielen würden, aber nicht dazu kommen, da die SL fehlt. Ich glaube nicht, dass so etwas passieren würde. Irgend jemand von den 10 würde sich breit schlagen lassen und dann einfach die SL-Rolle übernehmen.

Und wo kommen dann auf Plattformen wie der Drachenzwinge (und manchmal auch hier) immer wieder die Gesuche her: "Wir sind 5 Leute, die gerne mal D&D ausprobieren würden - wer leitet für uns?" Ich fürchte also: Doch, die Konstellation gibt's.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Rorschachhamster am 8.02.2023 | 22:45
Meine Vorstellung (berechtigt?) ist, dass so unbedarfte erwachsene Neulinge (also solche, die nicht z.N. von Computerspielen rüberwachsen) da eher etwas erleben wollen, was eher nach "Kultur" statt Bolzplatz aussieht.
:think: dir ist schon bewußt, das Leute die nicht mit Computerspielen in Berührung gekommen sind, über mindestens 60 sein müßten? In meinem Alter jedenfalls war das ganz normal... und ich bin nicht mehr der Jüngste. Damals ohne Zweifel etwas unüblicher bei Frauen (bzw. Mädchen ~;D).  :think:
Und ich bleibe dabei, wer sich aktiv für Rollenspiele interessiert, der sucht eher nach Bolzplatz als Kultur - oder dem fällt der Einstieg mit Bolzplatz zumindest leichter.  :) Du fängst ja auch nicht an mit dem Lesen von altgriechischen Texten, wenn du dich für Alexander den "Großen" interessierst. Das muß erst gelernt werden.  ;)
 
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Nodens Sohn am 8.02.2023 | 22:50
Und wo kommen dann auf Plattformen wie der Drachenzwinge (und manchmal auch hier) immer wieder die Gesuche her: "Wir sind 5 Leute, die gerne mal D&D ausprobieren würden - wer leitet für uns?" Ich fürchte also: Doch, die Konstellation gibt's.

Naja vielleicht ist das aber auch der derzeitige Weg sich Hilfe und Informationen zu holen.

Wenn ich Fragen zu bestimmten Problemen meines Autos habe suche ich mittlerweile zuerst Anleitungen bei Youtube, bevor ich mir irgendwas anlese.
Vielleicht ist das ja auch mit neuen Rollenspielern so. Brauchst du Hilfe - Such im Netz. Möchtest du etwas? - Frag danach. Mag ja (ganz wertfrei) erst auch mal nicht schlimm zu sein. Das heißt aber immer noch nicht, dass es eine SL-Kriese gibt, sondern dass die Erwartungshaltung ans Netz eine andere geworden ist.

Die 5 Leute könnten sich ja auch selbst organisieren und eine eigene Gruppe samt SL gründen. Das ist für mich keine SL-Kriese, sondern eine etwas verrutschte Erwartungshaltung, dass das Netz alles bietet was man möchte.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: flaschengeist am 9.02.2023 | 00:54
Oder anders: Vermute, für Spielleiter, die das wirklich gerne machen, ist selbst die Vorbereitung eine Form von Entspannung.(Das Abtauchen in eine andere Welt zum Beispiel)

Das ist ein guter Punkt und leider hat mir genau dieser Aspekt schon sehr lange nicht mehr über Stunden Spaß gemacht.

Man braucht ja auch Zeit sich zu erholen bevor man wieder in "Freizeit Arbeit" investieren kann.

Auch ein wichtiger Punkt: Es wird bisweilen vergessen, dass nicht die Zahl der wachen Stunden unsere "Produktivität" begrenzt, sondern die Menge an Energie, die wir pro Wachphase für (kognitive) Anforderungen zur Verfügung haben. Das ist einer wesentlicher Grund, warum Experimente, in denen Firmen die Arbeitszeit von "Kopfarbeitern" von 8 auf 6 Stunden reduzieren, keine reduzierte Produktivität beobachten.

Online stinkt z.B. niemand. Ein großer Vorteil im Bereich von Nerd-Spielen.

Ich musste gerade echt hart lachen >;D. Ich finde, der Spruch gehört eindeutig in diesen Faden:https://www.tanelorn.net/index.php/topic,90844.0.html (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,90844.0.html)

Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 9.02.2023 | 09:47
Und wo kommen dann auf Plattformen wie der Drachenzwinge (und manchmal auch hier) immer wieder die Gesuche her: "Wir sind 5 Leute, die gerne mal D&D ausprobieren würden - wer leitet für uns?" Ich fürchte also: Doch, die Konstellation gibt's.

Ich habe das einmal.gemacht. Da war wohl einer vom Freundeskreis interessiert und hat den Rest mitgeschleppt. Nach dem ersten Termin hat die Gruppe - naja, ihr Sprecher - jedes Mal 30 Minuten oder weniger vorher abgesagt. Nach 3 nicht stattgefundenen Terminen haben wir es sein lassen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Alter Weißer Pottwal am 9.02.2023 | 10:50
Da hier viel Zeit angesprochen wurde. Früher wie heute hat das Spielleiter sein mehr Zeit gekostet als zu Spielen. Also was hat sich von vor sagen 10 Jahren zu heute geändert?
Das spannende ist ja in der Tat das Ungleichgewicht. Es war schon immer schwierig eine ordentliche Gruppe zusammen zu bauen. Aber es scheint ja in den letzten paar Jahren noch merklich schwieriger geworden zu sein.

Ich hab aber auch mal überlegt wieso ich fast nur Spielleiter bin.
Am Tisch hab ich auch als Spieler kein Problem, selbst wenn ich nicht im focus ist es interessant den anderen zuzuschauen in ihrer Spotlight Scene. Online dagegen langweile ich mich extrem schnell wenn ich nicht aktiv mitspiele. Da ist das Spielleiter sein definitiv gut weil ich da immer ab Ball bleiben muss.

Aber ich leite in der Tat so oft weil ich will das es ordentlich läuft. Sehr häufig ist die alternative zum selbst leiten nämlich gar nicht Spielen oder in schlechter Qualität spielen.
Das geht schon bei der Terminfindung los, ich hab zum Glück immer Runden die die Termine ganz gut selbst organisiert bekommen. Aber auch da kommt manchmal eine Rückmeldung spät, bin ich Spielleiter frage ich nach, erinnere am Spieltag morgens noch mal an den Termin,... Bin ich Spieler in einer Runde merke ich teilweise das ich nicht mal vom Spielleiter 100% sicher weiß das der Termin auch stattfindet. Da kann dann in letzter Minute ein "Hab Kopfschmerzen" den Termin Platzen lassen. Ich hab schon mit derben Kopfschmerzen geleitet oder war Schlags kaputt, klar ist das ne Persönliche Sache wer was wie kann. Und natürlich leidet die Qualität etwas darunter, aber zumindest findet es statt. Noch dazu bin ich während ich leite so Fokussiert das ich von meinen Körperlichen gebrechen nix mitbekomme. Inkl. Tinken/aus Klo gehen.
Kurzum ich bin da ein Kontrollfreak, ich will rechtzeitig wissen wer da ist und das es stattfindet. Sofern nicht irgendwas ganz schlimmes passiert hat die Runde zu laufen.

Dann ist da natürlich noch etwas das eigene Ego. Ich freue mich wenn es den Spielern Spaß gemacht hat und sie Dankbar sind das ich das möglich gemacht habe. Ich bin der Mittelpunkt der alle Fäden in der Hand hält und der Kitt der die Gruppe zusammen hält. Aber dafür hängt natürlich auch alles an mir was die Kehrseite der Medaille ist.
Die Frage ist ist "ich fühle mich gebauchpinselt wenn ich lob für die Runde bekomme" der Hauptgrund warum ich bereit bin die Mehrarbeit auf mich zu nehmen?

Ha da ist im letzten Satz wieder das Wort "Arbeit". Ja es gibt glückliche Leute 100% Spaß an ihrer Arbeit haben. Ich mache meine Arbeit gerne, aber glaubt mal nicht das ich weiter Arbeiten würde wenn ich nicht das Geld bräuchte.
Also warum mache ich Arbeit des Spielleiters? Vermutlich aus den gleichen Gründen warum es in Deutschland so viele Ehrenamtliche gibt. Das sind so viele das ohne die das Land zusammenbrechen würde. Ist es auch da das, ja wenn wir nicht in der Freiwilligen Feuerwehr sind, gibt es hier keine. Und wenn es brennt müssen wir warten bis die Berufsfeuerwehr der nächsten Stadt irgendwann anrückt.

Ich hab schon viel gemacht irgendwie hab ich wenn ich Konsumiere (ohne Geld als Gegenleistung zu bezahlen) das Gefühl der fairnesshalber müsste ich was zurück geben. Irgendwas zur Gemeinschaft der Menschen zurückgeben, selbst wenn es nur ist einer kleinen Gruppe etwas Erholung vom Alltag zu ermöglichen.
KA evtl. bin ich mit dem Gedanken auf einem Holzweg, aber könnten heute mehr meinen das sie schon zu viel Geben? Sei es das sie zu viel Arbeiten für zu wenig Geld, sie Steuernzahlen aber das Steuergeld nur verplempert wird,...
So etwas der Zeitgeist...wie Klopapier...alles horten was geht. Nur nehmen und möglichst wenig geben?

Das kenne ich gut. Auch mit der ehrenamtlichen Arbeit und dem Ungleichgewicht der Investitionen innerhalb der Gruppe.
 
Ich hab teilweise Runden geleitet an Tagen an denen ich davor diverse familiäre Notfälle hatte. Aber eine Runde ausfallen zu lassen, und die (Mit-)Spieler zu versetzen war für mich ein völliges Unding. Dementsprechend ungehalten hab ich dann auf Absagen reagiert. Der Gipfel war dann damals eine Absage 5 Minuten vor Spielbeginn mit den Worten: "Meine Frau hat gerade gesagt, ich muss auf den Geburtstag meines Schwiegervaters."
Da war dann so langsam der Punkt erreicht, an dem ich mal über die Prioritäten nachgedacht habe. Es hat aber lange gedauert, bis ich die Konsequenzen gezogen und etwas langsamer gemacht habe.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Crimson King am 9.02.2023 | 11:07
Wobei ich es völlig nachvollziehbar finde, den Geburtstag des Schwiegervaters hoch zu priorisieren. Geburtstage fallen aber nicht vom Himmel. Die kann man planen. Selbst wenn man das Datum des Geburtstags des Schwiegervaters nicht im Kopf hat, reicht da höchstwahrscheinlich ein "an dem Tag habe ich ne Rollenspielrunde. Kollididiert das ggf. mit nem anderen Termin?" in Richtung der eigenen Ehefrau. Dann muss man nicht erst kurz vorher vorher absagen. Bei sowas werde ich ansonsten auch ungehalten, vor allem weil andere sich den Termin freihalten und unter Umständen schon auf dem Weg sind. Das ist einfach respektlos gegenüber den anderen Teilnehmern.

Davon abgesehen, um noch mal zum Hauptthema zurückzukommen: ich denke, viele von uns haben in der Jugend oder zu Unizeiten mit dem Rollenspiel angefangen, als man a) recht viel Zeit hatte und b) sich in Kreisen bewegt hat, in denen man leicht auf Menschen stoßen konnte, die für das Hobby das gleiche Maß an Enthusiasmus an den Tag legten wie man selbst. Das Hobby war auch so konstruiert, dass man eben ganz viel selbst machen sollte oder sogar musste. Im Ergebnis hatte man wenige Casuals in den Runden und so gut wie jeder war bereit, auch mal die Spielleitung zu übernehmen. Ich glaube, dass sich gerade diese Dinge aktuell anders darstellen. Da gibt es viele, die "mal DnD ausprobieren wollen", aber eben nur als konsumierende Spieler. DnD wird auch stärker als all inclusive-Konsumgut vermarktet, in dem die Spielleitung eine Dienstleistung erbringt, und weniger als Spielanleitung, die einem die Möglichkeit gibt, darauf aufbauend das eigentliche Spiel zu spielen. Die Quote an Casual Playern ist bei den Neueinsteigern von heute wesentlich größer, was sich sowohl auf die Verbindlichkeit als auch auf den Enthusiasmus und die Bereitschaft zur Spielleitung auswirkt.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Alter Weißer Pottwal am 9.02.2023 | 11:38
Wobei ich es völlig nachvollziehbar finde, den Geburtstag des Schwiegervaters hoch zu priorisieren. Geburtstage fallen aber nicht vom Himmel. Die kann man planen. Selbst wenn man das Datum des Geburtstags des Schwiegervaters nicht im Kopf hat, reicht da höchstwahrscheinlich ein "an dem Tag habe ich ne Rollenspielrunde. Kollididiert das ggf. mit nem anderen Termin?". Dann muss man nicht erst kurz vorher vorher absagen. Bei sowas werde ich ansonsten auch ungehalten, vor allem weil andere sich den Termin freihalten und unter Umständen schon auf dem Weg sind. Das ist einfach respektlos gegenüber den anderen Teilnehmern.

Davon abgesehen, um noch mal zum Hauptthema zurückzukommen: ich denke, viele von uns haben in der Jugend oder zu Unizeiten mit dem Rollenspiel angefangen, als man a) recht viel Zeit hatte und b) sich in Kreisen bewegt hat, in denen man leicht auf Menschen stoßen konnte, die für das Hobby das gleiche Maß an Enthusiasmus an den Tag legten wie man selbst. Das Hobby war auch so konstruiert, dass man eben ganz viel selbst machen sollte oder sogar musste. Im Ergebnis hatte man wenige Casuals in den Runden und so gut wie jeder war bereit, auch mal die Spielleitung zu übernehmen. Ich glaube, dass sich gerade diese Dinge aktuell anders darstellen. Da gibt es viele, die "mal DnD ausprobieren wollen", aber eben nur als konsumierende Spieler. DnD wird auch stärker als all inclusive-Konsumgut vermarktet, in dem die Spielleitung eine Dienstleistung erbringt, und weniger als Spielanleitung, die einem die Möglichkeit gibt, darauf aufbauend das eigentliche Spiel zu spielen. Die Quote an Casual Playern ist bei den Neueinsteigern von heute wesentlich größer, was sich sowohl auf die Verbindlichkeit als auch auf den Enthusiasmus und die Bereitschaft zur Spielleitung auswirkt.

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Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Crimson King am 9.02.2023 | 12:00
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 >;D
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: CK am 9.02.2023 | 12:41
Ich habe damit in der Regel keine Probleme (und ich spiele seit über 30 Jahren mindestens 1x/Woche), da ich mit den Leuten das vorher sehr deutlich und eindringlich kommuniziere. Ich ziehe immer das Beispiel Fußballverein hinzu: "Das ist wie im Fußballverein, wenn Du hier mitmachst. Da kannst Du auch nicht ständig nicht zum Training erscheinen.".
Klar kann es immer Ausnahmen geben, aber die Priorität muss da halt stimmen. Und falls das dann nicht klappt: Auf Wiedersehen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Gunthar am 9.02.2023 | 12:44
Da in meiner Gruppe auf Grund der Lokalität die Termine ziemlich fix sind, überlege ich mir eine Rückfallebene. In der Gruppe sind ca. 6 Spieler. Davon nehme ich mal an, dass 4 ziemlich regelmässig spielen können. Wenn es mal so sein sollte, dass mal nur 3 Spieler könnten, können wir auf Grund der Lokalität (Gamer-Bar) auch Gesellschaftsspiele spielen. Oder man spielt nur mit 3 Spieler.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Megavolt am 9.02.2023 | 12:51
Lokalität (Gamer-Bar)

Bitte nimm mich in die Schweiz auf! Das dialektale Gekrächze schaffe ich mir schon drauf, versprochen!
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 9.02.2023 | 13:04
Interessant wäre, woher eigentlich der Wunsch kommt, zu einer Gruppe zugehörig zu sein, gleichzeitig aber nicht an den Treffen teilnehmen zu wollen.
Ist es das Zugehörigkeitsgefühl? Ist es die Option, die man sich wahren möchte? Ist es die Sorge vor der Reaktion auf den "Austritt"?
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Zanji123 am 9.02.2023 | 13:18
Ich verstehe das nicht, wie kann es eine DM-Krise geben? Ich stelle mir gerade einen Raum vor, in welchem 10 Leute sitzen und gerne D&D spielen würden, aber nicht dazu kommen, da die SL fehlt. Ich glaube nicht, dass so etwas passieren würde. Irgend jemand von den 10 würde sich breit schlagen lassen und dann einfach die SL-Rolle übernehmen.

(Kameraschwenk über eine schlecht beleuchtete Eckbank vollgepackt mit traurig dreinblickenden Leuten. Eine tiefe Stimme aus dem Off: "Ist ihnen das nicht auch schon passiert? Sie treffen sich mit all ihren Freunden, haben ihren ausgefüllten Charakterbogen mit dabei und würden gerne D&D spielen?" ... Zustimmendes trauriges Nicken am Tisch ..."Und es fehlt nur noch die Spielleitung?") ... neee so was kann ich mir nicht vorstellen.


wenn ich ehrlich bin... ist das genau der Fall den wir in meiner Region auf der Con haben. Es gibt da genug die gerne Spielen würden aber es melden sich kaum Spielleiter. Die Spielleiter in den Privatrunden würden natürlich gerne mal selber spielen... die Spieler haben aber keine Lust zu Spielleiten
-> kann natürlich damit zusammenhängen das auf der Con DSA natürlich DAS system ist und alles andere eher so "naja das gibt's auch noch" ist.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 9.02.2023 | 13:20
Interessant wäre, woher eigentlich der Wunsch kommt, zu einer Gruppe zugehörig zu sein, gleichzeitig aber nicht an den Treffen teilnehmen zu wollen.
Ist es das Zugehörigkeitsgefühl? Ist es die Option, die man sich wahren möchte? Ist es die Sorge vor der Reaktion auf den "Austritt"?

Wenn ich alleine zu Hause sitze, hätte ich öfters gerade voll Laune auf Rollenspielen, also suche ich eine Runde. Bis der erste Termin steht, wirft das Leben mir aber mehrere Knüppel zwischen die Beine und ich schaffe es gerade noch so zu balancieren. Außerdem habe ich schon 10 andere glitzernde Dinge gesehen, die ich reiben muss. Beim nächsten Termin geht es dann aber bestimmt! Ooops, jetzt wurde bei der Arbeit eine tighte Deadline eingeschoben. Oder jemand, den ich 10 Jahre nicht mehr gesehen habe, ist gerade im Land und fragt nach einem Treffen an.

Zumindest wäre es so, wenn ich noch unerfahren in Sachen Leben wäre, und mich jedes Mal einer Runde beitreten würde, wenn ich Laune habe. Stattdessen bleibe ich aber beinhart bei zwei Runden, die jeweils zweiwöchig stattfinden. Als Teenager und bis Mitte 20 war ich allerdings unmöglicher Double-Dater, der dachte, er kriegt es auf die Reihe 2 unterschiedliche Leute an unterschiedlichen Orten innerhalb von 2 Stunden zu treffen.

Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Maarzan am 9.02.2023 | 13:27
:think: dir ist schon bewußt, das Leute die nicht mit Computerspielen in Berührung gekommen sind, über mindestens 60 sein müßten? In meinem Alter jedenfalls war das ganz normal... und ich bin nicht mehr der Jüngste. Damals ohne Zweifel etwas unüblicher bei Frauen (bzw. Mädchen ~;D).  :think:
Und ich bleibe dabei, wer sich aktiv für Rollenspiele interessiert, der sucht eher nach Bolzplatz als Kultur - oder dem fällt der Einstieg mit Bolzplatz zumindest leichter.  :) Du fängst ja auch nicht an mit dem Lesen von altgriechischen Texten, wenn du dich für Alexander den "Großen" interessierst. Das muß erst gelernt werden.  ;)

Nicht "mit Computerspielen in Berührung gekommen " aka habe mal auf dem Handy Tetris gespielt oder zumindest davon gehört, sondern habe einschlägige Spiele gespielt, für gut befunden und will jetzt in der Richtung mehr davon.

Und bei dem "aktiv für Rollenspiele interessieren" sehe ich nicht wirklich durchgehend ein bereits bestehendes Verständnis des Themas und entsprechende Überzeugung sondern häufiger auch: hört sich ja auch interessant an - vielleicht mal schauen ... irgendwann. 
In Einzelfällen sind Verwechslungen mit Improtheater sogar belegt.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Klingenbrecher am 9.02.2023 | 15:05
Mir scheint es logisch das wir kaum bis keine Spielleitende haben.

- Kosten
- Zeit
- Ab unbestimmten alter Familie
- Unfreundliche, unverschämte Menschen im Hobby
- Psychospielchen wie "Du könntest was verpassen!" Seitens Hersteller
- Systeme mit tausenden von Seiten Regeltext
- Kein Interesse anderen Personen das Hobby zu finanzieren wie auch zu gestalten. Die Spielerbasis ist auch für meinen Geschmack zu fordernd und geizig geworden. Bis jetzt der beste Spieler war der ohne alles am ersten Tag. Der Vogel meinte nur ich müsste doch alles haben.  ::)
- Diebstahl
- System festgefahren Spielende die sich einer Gro anschließen um dann das System heimlich zu wechseln und so sich einen SL zu erschleichen. So passiert mit jemanden aus der DSA-Ecke

Für mich kein Wunder das niemand mehr diesen Teil des Hobbys betreut. Lieber mit fi##en als gefi##t werden.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Kajus Berghof am 9.02.2023 | 15:39
Meine ganze Gruppe besteht aus Spielleitern. Ich leite die Kampagne jetzt, aber wir (4 Leute) haben auch noch weitere Runden, die jeweils von einem andren geleitet werden. Nach einer Kampagne hat jemand so viel Zeit wie er/sie eben braucht um was neues zu finden. Manche halt nur sehr selten aber das is ja auch okay. Allerdings spielen wir auch zwei mal die Woche übers Internet...
aber das macht einfach auch ungalublich Spaß mit anderen, die so besessen von dem Hobby sind so zu spielen. Die Quali is einfach ne andere.
Meiner Erfahrung nach sind die SLs immer die, die richtig tief eintauchen in das Hobby und den größten Bock haben. Ich kann allen SLs empfehlen andere Spielleiter zu suchen. Verknappung hin oder her, hauptsache eure Runden machen Spaß :D
Spielleiter sein ist ja kein Sozialberuf, den man ausführt um Menschen, die bock auf RPGs haben zu helfen... Ne Gruppe die Bock hat zu spielen und ihren Spielleiter richtig respektiert wird nie probleme haben einen zu finden. Denn dann traut sich auch jemand aus der Gruppe zu leiten, weil man sich sicher aufgehoben fühlt und nicht ausgenutzt.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Megavolt am 9.02.2023 | 15:56
Die Spielerbasis ist auch für meinen Geschmack zu fordernd und geizig geworden. Bis jetzt der beste Spieler war der ohne alles am ersten Tag. Der Vogel meinte nur ich müsste doch alles haben.  ::)

Ich hatte mal einen Spieler, der hat sicher beinahe eine Dekade lang mit hoher Begeisterung mitgespielt. Aber erst als wir ihn wirklich nonstop und mit einem hohen Grad an Gemeinheit damit aufgezogen haben, war er bereit, das Geld in die Hand zu nehmen und sich mal eigene Würfel zu kaufen.  ~;D
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Klingenbrecher am 9.02.2023 | 16:21
Ich hatte mal einen Spieler, der hat sicher beinahe eine Dekade lang mit hoher Begeisterung mitgespielt. Aber erst als wir ihn wirklich nonstop und mit einem hohen Grad an Gemeinheit damit aufgezogen haben, war er bereit, das Geld in die Hand zu nehmen und sich mal eigene Würfel zu kaufen.  ~;D

Und dessen bin ich müde.

Aktuell gibt es halt auch würfel die kann man nicht so einfach mal aus dem Ärmel Schütteln.

Du möchtest Mutant Jahr Null spielen. Gut, denke an die Würfel.
Och, DCC spricht dich an. DENK AN DIE WÜRFEL!

Wir sind halt nicht mehr bereit für die Spielenden alles zu stellen. Oh, du magst Battlemap und Minis? DANN BRING AUCH DEINE MINI MIT!
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Ludovico am 9.02.2023 | 16:30
- Unfreundliche, unverschämte Menschen im Hobby
...
- Diebstahl
....

Krass! Ich mag Dir in vielen zustimmen, aber Diebstahl ist mir noch nicht passiert. Und unfreundliche Menschen hatte ich auch nicht viele erlebt (asoziale durchaus).
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Jiba am 9.02.2023 | 16:41
Was ist denn bitte der Unterschied zwischen "unfreundlich" und "asozial"?  wtf?
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 9.02.2023 | 16:55
Ich wundere mich etwas warum hier doch recht häufig die Spieler als Grund gennant werden nicht zu leiten,... (ja es gibt andere Gründe).

Gerade im hinblick darauf das AUCH postuliert wird das es
- viele Spieler gibt
- wenige Spielleiter.

Das sollte doch - und zumindest für mich stimmt die folgende Aussage - es den Spielleiter in die möglichkeit geben sich die zu dem eigenen Spielstiel passenden Spieler "rauszupicken".
Zugestanden wenn man in einer Stadt lebt in welcher alle Leute scheuklappen haben und nur das eine System vor der Nase als heiligen Gral verehren mag es etwas schwerer werden aber eigentlich hab ich auch mit einem exotensystem schon gruppen zum laufen bekommen. Conabenteuer gespielt, gruppe fand es toll, am ende frägt einer "können wir das weiterspielen?" - Terminfrage überraschenderweise einfach zu regeln, und ich hatte wieder eine Rollenspielrunde an der backe (hätte die Gruppe mir ich gefallen hätte ich die Terminfrage negiert).
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 9.02.2023 | 17:00
Für mich kein Wunder das niemand mehr diesen Teil des Hobbys betreut. Lieber mit fi##en als gefi##t werden.

ich wundere mich schon etwas,... zugegeben mit "f##en oder gefi##t" werden finde ich schon starke ausdrücke aber wenn ich als SL das mit mir machen lasse ist die Schuld auch etwas bei mir zu suchen. Wenn man meint das es einem nicht gut tut sollte man eben auch den - und da benutze ich auch mal starke ausdrücke "den Arsch in der Hose haben" das zu ändern. Siehe meinen Post von oben, imho hat man als SL die schöne möglichkeit sich seine Spieler ausssuchen zu können.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Nodens Sohn am 9.02.2023 | 17:15
Wenn ich das hier alles so mitlese merke ich langsam, dass ich in meiner bubble bisher wohl auf einer Insel der Glückseligen gelebt habe.

Mir war gar nicht bewusst, womit sich manche SL so rumschlagen müssen. Aber ich spiele Rollenspiel mit mir nicht bekannten Personen auch nur auf Cons. Daher habe ich die echte Relevanz dieses Threates zu Beginn nicht wirklich verstanden.
Da könnte man ja schon fast eine Selbsthilfegruppe für Spielleitungen daraus machen.

Aber dennoch glaube ich nicht, dass viele SL aufgehört haben zu leiten, sondern, dass einige Interessierte, die vom Rollenspiel im Internet gehört haben auch irgendwo im Internet Anlaufstellen suchen mal ungezwungen ins Rollenspiel reinschnuppern zu können (Aber nur dann, wenn alle Sterne günstig stehen und man wirklich bock drauf hat, die ausgemachten Termine auch wirklich einzuhalten. - aber vielleicht ist es nächste Woche ja doch besser.) Und dadurch entsteht der Eindruck von einem SL-Mangel, der sofort behoben wäre, wenn diese Spieler sich einfach, wie wir damals, zusammensetzen und spielen würden.

Wobei man sagen muss, das Rollenspiel ist durch die Let's Plays zwar im Internet viel präsenter geworden, aber die gängigsten Regelbücher bieten keinen wirklich leichten Einstieg. Selbst die aktuellen Einsteigerboxen hinken der damaligen roten Box um Meilen hinterher. Da ist es vielleicht auch ein logischer Schritt sich in Foren/Discord u.ä. erst Hilfe zu holen, bevor man selbst Geld in die Hand nimmt um sich die Regelbücher zu kaufen. Das verzerrt dann vielleicht den Blick und man hat einen vermeintlichen SL-Mangel.
Das macht man ja auch in jedem Sportverein so. Erst wird getestet, bis man sich die teuere Ausrüstung besorgt.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 9.02.2023 | 17:30
Wenn ich das hier alles so mitlese merke ich langsam, dass ich in meiner bubble bisher wohl auf einer Insel der Glückseligen gelebt habe.

Das glaube ich auch,...

In meinem Brett und Rollenspielverein mit ein paar hundert Mitgleidern gibt es nur eine Person(*) mit der ich mich nicht an einen Tisch setzen würde und rollenspiel schon garnicht.
Auf Cons habe ich bisher nur ~4 Leute als Spieler(*) erlebt mit denen ich nie wieder zusammenspielen will.
Spielleiter die Nieten sind, kenne ich prinzipiell keine, es gibt welche deren Spielstiele nicht mit meinem kompatibel sind aber das ist eine andere Sache.

Ich finde das dann doch recht überschaubar.

(*) im detail: Meist sind es Leute die ich als sozial inkompetent ansehe. Etwa anderen Leuten ins Wort fallen, ständig alles alleine machen wollen, immer recht haben, leute die regeln immer so auslegen wie es ihnen gerade passt aber wenn 10 minuten später eine andere auslegung besser für sie ist dann diese nehmen,.. ich denke es wird klar was ich meine.

Das sind also insgesammt 5 Leute, ich war zeitweise etwa 5x im Jahr auf Cons mit vieleicht so 3-4 Runden pro con,... ich denke ich hab so eine ganze Menge an Spielern und Spielleitern erlebt. Ich find das mit den 5 jezt nicht besonderst signifikant.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 9.02.2023 | 17:44
Was ist denn bitte der Unterschied zwischen "unfreundlich" und "asozial"?  wtf?
Wenn du mich fragst:
Asoziale Leute können im ersten Moment auch super freundlich rüber kommen.
(Was auf der Dose draufsteht, ist aber nicht unbedingt in der Dose  drin)
Unfreundliche Menschen können sich (Trotz ihres rauen Tones) dennoch weitgehend sozial kompatibel verhalten (In einem gewissen Rahmen).

Oder anders (noch weiter runtergebrochen): Freundlichkeit ist kein Gradmesser dafür, wie sozial jemand (wirklich) ist.
(Wie empathisch, wie ehrlich, wie loyal...etc.)
Es kann sogar uU.  das Gegenteil der Fall sein.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Klingenbrecher am 9.02.2023 | 18:21
Wenn ich das hier alles so mitlese merke ich langsam, dass ich in meiner bubble bisher wohl auf einer Insel der Glückseligen gelebt habe.

Weißt du was, ich freue mich für dich. Jede Gruppe die ohne WTF momente ist sollte genossen werden.
Daher hoch das Glas!

Krass! Ich mag Dir in vielen zustimmen, aber Diebstahl ist mir noch nicht passiert.

Person X habe ich alleine gelassen um für uns Kaffee zu kochen. Als ich wieder zurück ins Wohnzimmer kehrte schloss er schnell den Schrank mit Büchern.
Da ich mir nichts dabei dachte, so richtig naiv, habe ich das ignoriert und mit ihm seinen Charakter gebaut.
Ende vom Lied ist nie zum spielen erschienen.
Drei Bücher und 6 Hefte gestohlen Wert ca. 300 Euro.

---------------------------------------
Also nicht das es heißt ich bashe nur Spieler über Spielleiter kann ich genauso üble Geschichten erzählen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Gunthar am 9.02.2023 | 18:28
Ach, ich hatte auch schon ein Spieler, der mir diverse Boxen geklaut hatte. Schwerter & Dämonen, Sternengarde usw. kam weg. Und das Schlimme war, dass der Typ als Klauer bei den Leitern bekannt war.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 9.02.2023 | 18:34
unerfahren in Sachen Leben

Das könnte echt ein Punkt sein. Und der Zeitaufwand wird vielleicht auch oft unterschätzt. Ist eines meiner Lieblingsthemen: Unrealistische Einschätzungen von Zeitdauern im Nerd-Spektrum.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Kajus Berghof am 9.02.2023 | 18:52
ich würd aber bei dem ganzen gebashe nicht vergessen, dass Spielleiten auch gewisse Fähigkeiten erfordert, die einfach auch nicht jeder mitbringt.
Klar sollte jeder respektiert werden, gar keine Frage.
Ich habe auch durchaus Spielleiter erlebt, die besser nicht Spielleiter sein sollten, oder wo zumindest der Spielleiter und alle Spieler der Gruppe auf einer komplett anderen Frequenz waren und der SL auch gar nicht bereit war auf irgendetwas einzugehen. Marke "Ich spiel mein Spiel und ihr könnt froh sein, dass ich leite. Pöh!"
Man spielt ja ZUSAMMEN...
wenn ich so drüber nachdenke könnte der SL Schwund also auch einfach daran liegen, dass diese Kohäsion zwischen den Menschen weniger wird, in so Gruppen?
Wenn man das Hobby früher von Freunden gelernt hat und dann dadurch nur noch mehr zusammengewachsen ist und vielleicht vereinzelt andere mit reingeholt hat, ist es heute eben anders. Da wird Critical Role geschaut und online werden Leute zum Spielen gesucht und jeder will Matt Mercer als SL haben, während man seinen Briarwood arc mit seinem eigenen Char ausspielt. Dazu kommt, dass es viele Online Angebote gibt, oder man schon irgendwelche Runden in der Umgebung findet übers Internet, aber im Gegensatz zu seinen Freunden, man sich nicht wirklich benehmen muss/will, weil die persönliche Bindung fehlt?
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 9.02.2023 | 19:02
wenn ich so drüber nachdenke könnte der SL Schwund also auch einfach daran liegen, dass diese Kohäsion zwischen den Menschen weniger wird, in so Gruppen?

Wie oben schon gesagt: Vielfalt = viele Probleme.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 9.02.2023 | 19:52
Wenn es zu wenig Spielleitungen gibt, ist das nicht der perfekte Zeitpunkt, seine Fähigkeiten als Spielleitung zu monetarisieren? 
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Weltengeist am 9.02.2023 | 20:19
Wenn es zu wenig Spielleitungen gibt, ist das nicht der perfekte Zeitpunkt, seine Fähigkeiten als Spielleitung zu monetarisieren?

Ach, du meinst, die gleichen Leute, die nicht bereit sind, 5 Euro für Würfel auszugeben (s.o.), bezahlen jetzt nennenswerte Summen für Spielleiter? >;D
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Prisma am 9.02.2023 | 20:45
Ich habe vor einiger Zeit hier (https://weltenwandel.wordpress.com/2015/03/01/von-spielern-und-spielleitern/) ein paar Gedanken zu dem Thema formuliert.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Alter Weißer Pottwal am 9.02.2023 | 21:02
Ich habe vor einiger Zeit hier (https://weltenwandel.wordpress.com/2015/03/01/von-spielern-und-spielleitern/) ein paar Gedanken zu dem Thema formuliert.

Teilweise etwas drastisch formuliert, aber es trifft schon den Kern  :d Ich hab mir auch mal vorgenommen immer so viel zu spielen wie zu leiten. Hat nicht geklappt. Dann standen wir auf dem nächsten Vereinstreff und es gab zu wenig Runden. Dann bin ich wieder heimgefahren. Und wenn ich mir dann die Arbeit mache, was vorzubereiten, dann will ich das nicht umsonst tun. Also leite ich jetzt wieder regelmäßig und mit Ankündigung. Ist irgendwie ein Teufelskreis.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Weltengeist am 9.02.2023 | 21:27
Auch wenn du (Prisma) dir das gar nicht vorstellen kannst: Ich will gar nicht mehr Spieler sein. Ich habe es probiert, viele Male und mit vielen Spielleitern. Und ich habe gelernt: In den allermeisten Fällen macht es mir tatsächlich mehr Spaß, Spielleiter zu sein. An der Sache mit dem Arbeitsaufwand ändert das natürlich nichts, aber eine Regel wie "mindestens 50% als Nicht-Spielleiter" würde meine Freude am Hobby nicht vergrößern, sondern verringern. Mal ein One-Shot bei jemandem, den ich als Spielleiter wirklich schätze - okay. Aber mehr brauche ich nicht.

Wichtiger ist für mich: Ich habe gelernt, mir nicht zu viele Runden aufzuhalsen, damit es nicht in Stress ausartet. Wer mehr will, muss sich eben noch eine zweite Runde woanders suchen. Und damit können eigentlich alle ganz gut leben.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 9.02.2023 | 21:57
Ich habe vor einiger Zeit hier (https://weltenwandel.wordpress.com/2015/03/01/von-spielern-und-spielleitern/) ein paar Gedanken zu dem Thema formuliert.

Ich kenne jemanden der auch gar nicht mehr Spielen will sondern nur noch Leiten,... und ich bin mir zu 99% sicher das es nicht Weltengeist ist den ich meine.

Einer der wichtigen Punkte für mich beim Spielleiten ist aber auch:
Ich kann sehr, sher viel mehr vorgeben. Etwa das Regelwerk und das Setting das ich bespielen will, ansonsten müsste ich ja vieleicht ... DSA spielen ;)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Tele am 9.02.2023 | 22:30
Ich leite auch gerne und habe jahrelang nur geleitet, aber in meinen Stammgruppen wechseln wir uns inzwischen ab. So habe ich die Freude am Spieler-Sein wieder entdeckt.

Ich verlasse aber meine Bubble nicht mehr. Ich hatte eine neue Präsenz Gruppe Hexxen. Die Leute waren ganz okay. Doch die eine Mitspielerin hat sich null mit dem Setting beschäftigt: "Ich will eine Vampir-Ninja sein, die Untote jagt." Normalerweise will ich den Spielern immer ihre Vorstellungen ermöglichen und dachte: Ja gut, kriegen wir hin, aber du musst das Vampir-Sein geheim halten, weil der Kreuzritter und der Hexenjäger in der Gruppe dich sonst tot hauen.
Was in Session 1 passierte, kann sich jeder denken. Gut, aber das war nur nervig und kein Grund nicht weiter zu spielen.

Aber der Spieler, der sich 2 Mal beim spielen so besoffen hat, dass er nicht mehr verstanden hat, was passiert und beide Male so richtig einfach in ein Besoffen-Koma gefallen ist, hat mir den Rest gegeben.

Ich bereite was vor, gebe mir Mühe, fahre dahin, statt mit meiner Frau einen netten Abend zu verbringen und er besäuft sich (in der Woche) hemmungslos....
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Prisma am 9.02.2023 | 22:34
Witzigerweise kenne ich auch jemanden der lieber leitet und ganz und gar nicht spielt. Im Verhältnis dürften diese Personen in der deutlichen Minderheit sein.

Einer der wichtigen Punkte für mich beim Spielleiten ist aber auch:
Ich kann sehr, sher viel mehr vorgeben. Etwa das Regelwerk und das Setting das ich bespielen will, ansonsten müsste ich ja vieleicht ... DSA spielen ;)
Ich verstehe Dich ganz genau. Tatsächlich würde ich bei manchen Konstellationen auch lieber leiten (und habe es auch schon getan).
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Tudor the Traveller am 9.02.2023 | 22:37
Auch wenn du (Prisma) dir das gar nicht vorstellen kannst: Ich will gar nicht mehr Spieler sein. Ich habe es probiert, viele Male und mit vielen Spielleitern. Und ich habe gelernt: In den allermeisten Fällen macht es mir tatsächlich mehr Spaß, Spielleiter zu sein. An der Sache mit dem Arbeitsaufwand ändert das natürlich nichts, aber eine Regel wie "mindestens 50% als Nicht-Spielleiter" würde meine Freude am Hobby nicht vergrößern, sondern verringern. Mal ein One-Shot bei jemandem, den ich als Spielleiter wirklich schätze - okay. Aber mehr brauche ich nicht.

Wichtiger ist für mich: Ich habe gelernt, mir nicht zu viele Runden aufzuhalsen, damit es nicht in Stress ausartet. Wer mehr will, muss sich eben noch eine zweite Runde woanders suchen. Und damit können eigentlich alle ganz gut leben.

Kann ich verstehen und tendenziellbestätigen. Es ist aber bei mir nicht so, dass ich nicht gerne spiele. Aber ich glaube, meine gewünschte Aufteilung wäre irgendwie so 75-80% SL. Es ist auch nicht wirklich "Arbeit", finde ich. Es ist in etwa so Arbeit, wie zu basteln oder mit Lego zu bauen.

Aber es ist natürlich Druck drin. Runde vorbereiten. Die einzige Person sein, die nicht absagen kann, ohne dass es ausfallen muss. Aktuell bin ich da auch dankbar, dass ich gerade nicht leite, aber das liegt nicht am RPG, sondern an meiner sonstigen Lebenssituation.

Leider habe ich keine Zeit für mehr als 1 Gruppe. Sonst würde ich viel mehr leiten. Einfach, weil es mir Spaß macht.

[
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Kaskantor am 9.02.2023 | 22:47
Ich leite auch mehr, als ich spiele und habe da deutlich mehr Spaß dabei.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Klingenbrecher am 10.02.2023 | 04:26
Ich habe vor einiger Zeit hier (https://weltenwandel.wordpress.com/2015/03/01/von-spielern-und-spielleitern/) ein paar Gedanken zu dem Thema formuliert.

+ 1

Ich küsse deine Augen, den du triffst hier den Nagel auf den Kopf.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: klatschi am 10.02.2023 | 06:05
Ich bin auch sehr sehr gerne Spielleitung, solange das  Drumherum passt: Die Spieler müssen commitment zeigen. Das äußert sich in Selbstverständlichkeiten (man nimmt die Termine wahr bzw. sagt frühzeitig ab, damit jeder den Termin streichen kann, man weiß, was der Charakter kann, man ist geistig präsent beim Spiel). Wenn das nicht klappt, trenne ich mich vom Mitspieler oder - wenn es durch die Bank vorkommt - von der ganzen Gruppe. Dann mache ich halt was neues.

Ich schätze sehr an der Rolle der Spielleitung dass garantiert etwas gespielt wird, worauf ich Lust habe und dass ich - wenn ich Lust auf mehr habe - einfach ein paar FewShots einwerfe. Ich kann mein Bedürfnis nach Rollenspiel also anpassen. Ich denke mir gerne den Rahmen für die Geschichten aus und ich habe sehr viel Spaß dran, die Karten zu machen, die Minis zu bemalen, die "Bastelei" drumherum. Das ist für mich alles Teil des Hobbies an dem ich viel Freude habe und solange mache, wie ich Freude dran habe. Bin ich verpflichtet zu? Nein.  Aber solange ich Spaß dran habe, sehe ich es nicht als belastend. Und ich fühle mich auch nicht verpflichtet dazu.
Meine Abendvorbereitung besteht aus der LazyDM Methode und das klappt super :-)
Ich bin sogar der Meinung, dass vieles in der Vorbereitung leichter geworden ist: Ich kann einfach mal Maps aus dem Netz laden oder bei Dungeon Alchemist auf "go crazy" drücken, Autopilot, ab dafür. Als ich angefangen habe, habe ich Dungeon Maps immer selbst gezeichnet, jetzt gibt's Generatoren und Programme für - das geht schneller. Es gibt viele Tips online, man muss sich einmal damit beschäftigen - klar - aber danach kann man viel experimentieren und schauen, was für einen selbst passt.
Klar, ich hab weniger Zeit als früher, aber ich nehme sie mir bewusst und gerne, weil ich  eben Spaß dran habe.

Und zuletzt: Ich könnte einen Charakter nie zu lange spielen, ich denke, ich bin eher Material für FewShots. Ich habe da zu viel Spaß am Systemdenken, dass ich gerne noch mal diese und jene Konstellation ausprobieren wollen würde.
Darüber hinaus habe ich in der Vergangenheit auch echt schlechte Erfahrungen gemacht mit SLs, da kam das Gefühl auf, dass die SL eher gegen die Spieler arbeitet als mit ihnen, Charaktere wurden bewusst manipuliert, damit sie besser in eine gewisse Rolle passen und NSCs waren omnipotent, so dass sie die Gruppe überschatteten. Das Finale des Storyarcs war dann ein gescriptetes Event, weil viel zu viel Fallhöhe aufgebaut, die unsere Gruppe gar nicht schaffen konnte.
Ich kann sicher nicht alles besser und bin sicher nicht die beste Spielleitung. Aber solche Sachen vermeide ich. Und es passiert mir nicht nochmal, dass ich als Spieler so viel Frust ertrage. Als Spieler also nur noch in Runden, wo ich die SL gut kenne bzw. denke, ich kann sie gut einschätzen :-)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Prisma am 10.02.2023 | 08:49
Die Spieler müssen commitment zeigen.
Das sehe ich auch so. Es muss ja nicht gleich der seitenlange Charakterhintergrund, usw. sein, aber ich habe öfter festgestellt, dass es schon am Lesen der Charaktererschaffung mangelt, obwohl die Regeln für alle zur Verfügung standen und Zeit genug da war. Wenn ich dann sage: "Leute, bitte lest wenigstens die Charaktererschaffung, damit ihr die Optionen kennt. Wir diskutieren und bauen dann in der nächsten Sitzung. Ihr könnt auch gern schon mal vorbauen, wenn ihr Ideen habt." Es aber dann nicht gemacht wird, der oder diejenigen aber die Tage über lieber auf Steam, etc. spielt, während ich mich mit Regelstudium und Abenteuerdesign beschäftigen darf, ärgert mich das schon. Denn offensichtlich ist meine Freizeit in den Augen derer dann weniger wert als die eigene. Das hat kurz über lang Konsequenzen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Murphy am 10.02.2023 | 08:54
Das sehe ich auch so. Es muss ja nicht gleich der seitenlange Charakterhintergrund, usw. sein, aber ich habe öfter festgestellt, dass es schon am Lesen der Charaktererschaffung mangelt, obwohl die Regeln für alle zur Verfügung standen und Zeit genug da war. Wenn ich dann sage: "Leute, bitte lest wenigstens die Charaktererschaffung, damit ihr die Optionen kennt. Wir diskutieren und bauen dann in der nächsten Sitzung. Ihr könnt auch gern schon mal vorbauen, wenn ihr Ideen habt." Es aber dann nicht gemacht wird, der oder diejenigen aber die Tage über lieber auf Steam, etc. spielt, während ich mich mit Regelstudium und Abenteuerdesign beschäftigen darf, ärgert mich das schon. Denn offensichtlich ist meine Freizeit in den Augen derer dann weniger wert als die eigene. Das hat kurz über lang Konsequenzen.

Word!

Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 10.02.2023 | 09:15
Denn offensichtlich ist meine Freizeit in den Augen derer dann weniger wert als die eigene. Das hat kurz über lang Konsequenzen.

Diese Einschätzung gab es ja in unterschiedlicher Form hier schon öfter. Ich glaube nicht, dass dahinter Absicht steckt. Die Leute glauben eher, dass der SL das schon alles weiß und auch gern macht. Und natürlich haben diese Spieler auch keine Lust dazu - für sie gehört das aber auch nicht zum Konzept .

Muss man dann sehr deutlich kommunizieren. Und recht wahrscheinlich wird es dann kein Spiel geben.

Was ich sagen will: stimmt alles. Aber es steckt keine Absicht, keine Reflexion dahinter.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: klatschi am 10.02.2023 | 09:29
Das sehe ich auch so. Es muss ja nicht gleich der seitenlange Charakterhintergrund, usw. sein, aber ich habe öfter festgestellt, dass es schon am Lesen der Charaktererschaffung mangelt, obwohl die Regeln für alle zur Verfügung standen und Zeit genug da war. Wenn ich dann sage: "Leute, bitte lest wenigstens die Charaktererschaffung, damit ihr die Optionen kennt. Wir diskutieren und bauen dann in der nächsten Sitzung. Ihr könnt auch gern schon mal vorbauen, wenn ihr Ideen habt." Es aber dann nicht gemacht wird, der oder diejenigen aber die Tage über lieber auf Steam, etc. spielt, während ich mich mit Regelstudium und Abenteuerdesign beschäftigen darf, ärgert mich das schon. Denn offensichtlich ist meine Freizeit in den Augen derer dann weniger wert als die eigene. Das hat kurz über lang Konsequenzen.

Word!

Diese Einschätzung gab es ja in unterschiedlicher Form hier schon öfter. Ich glaube nicht, dass dahinter Absicht steckt. Die Leute glauben eher, dass der SL das schon alles weiß und auch gern macht. Und natürlich haben diese Spieler auch keine Lust dazu - für sie gehört das aber auch nicht zum Konzept .

Muss man dann sehr deutlich kommunizieren. Und recht wahrscheinlich wird es dann kein Spiel geben.

Was ich sagen will: stimmt alles. Aber es steckt keine Absicht, keine Reflexion dahinter.

Hier sehe ich das Problem ähnlich wie felixs. Am Ende ist es Kommunikation und die klare Ansage: Wenn ich mir die Arbeit mache, wünsche ich mir, dass ihr auch dieses und jenes übernehmt. Die Wahrnehmung, dass dies eine fehlende Wertschätzung deiner Zeit sei, ist ja vor allem erst einmal deine Interpretation. Dass es sich so anfühlt verstehe ich komplett, die Frage ist aber, ob das Gegenüber das beabsichtigt.
Für mich ist es deswegen auch wirklich wichtig, schnell und konsequent die Probleme anzusprechen und im schlimmsten Fall jene Spieler aus der Gruppe zu nehmen, mit denen es einfach nicht klappt, weil ich mit allen Spielern und Spielerinnen in meinen Gruppen auch über das Rollenspiel hinaus ein freundschaftliches Miteinander anstrebe.
Habe gerade wieder einen solchen Fall gehabt und der Spieler hat das selbst eingesehen, dass es besser ist, auszusteigen.

Das sehe ich auch so. Es muss ja nicht gleich der seitenlange Charakterhintergrund, usw. sein, aber ich habe öfter festgestellt, dass es schon am Lesen der Charaktererschaffung mangelt, obwohl die Regeln für alle zur Verfügung standen und Zeit genug da war. Wenn ich dann sage: "Leute, bitte lest wenigstens die Charaktererschaffung, damit ihr die Optionen kennt. Wir diskutieren und bauen dann in der nächsten Sitzung. Ihr könnt auch gern schon mal vorbauen, wenn ihr Ideen habt." Es aber dann nicht gemacht wird, der oder diejenigen aber die Tage über lieber auf Steam, etc. spielt, während ich mich mit Regelstudium und Abenteuerdesign beschäftigen darf, ärgert mich das schon. Denn offensichtlich ist meine Freizeit in den Augen derer dann weniger wert als die eigene. Das hat kurz über lang Konsequenzen.

Hier nochmal eine Nachfrage: Wie nimmst du deine investierte Zeit als GM wahr? Die Art, wie du es schreibst deutet darauf hin, dass du das Ungleichgewicht im Vorbereitungsaufwand als nervig empfindest. Dein Blogartikel unterstreicht das, so dass ich schätze, du hast eigentlich gar nicht so wirklich Lust auf die Rolle hast und das Verhalten der Spieler befeuert das noch, stimmt das?
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: flaschengeist am 10.02.2023 | 09:42
Hier sehe ich das Problem ähnlich wie felixs. Am Ende ist es Kommunikation und die klare Ansage: Wenn ich mir die Arbeit mache, wünsche ich mir, dass ihr auch dieses und jenes übernehmt. Die Wahrnehmung, dass dies eine fehlende Wertschätzung deiner Zeit sei, ist ja vor allem erst einmal deine Interpretation. Dass es sich so anfühlt verstehe ich komplett, die Frage ist aber, ob das Gegenüber das beabsichtigt.
Für mich ist es deswegen auch wirklich wichtig, schnell und konsequent die Probleme anzusprechen und im schlimmsten Fall jene Spieler aus der Gruppe zu nehmen, mit denen es einfach nicht klappt, weil ich mit allen Spielern und Spielerinnen in meinen Gruppen auch über das Rollenspiel hinaus ein freundschaftliches Miteinander anstrebe.
Habe gerade wieder einen solchen Fall gehabt und der Spieler hat das selbst eingesehen, dass es besser ist, auszusteigen.

Dem kann ich nur beipflichten: Klare Kommunikation - so schwer sie manchmal sein mag - ist hier der Königsweg. Gerade jemand, der noch nie selbst SL war, hat es schwer zu verstehen wie groß der Aufwand ist.
Und ganz generell haben Menschen Schwierigkeiten, Dinge zu begreifen, mit denen persönliche Erfahrung fehlt. Dieses Prinzip wird schön von folgendem Sprichwort illustriert, das den amerikanischen Ureinwohnern zugeschrieben wird: "Urteile nie über einen anderen, bevor du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist".
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Grubentroll am 10.02.2023 | 09:46
Das ist aber auch ein Grund, warum ich extrem regelleichte eher narrative Systeme inzwischen lieber mag.

Ich will beim TTRPG ne gute Zeit mit Freunden, und mich nicht stressen müssen mit Regeln und co.

So sehr ich regellastigere Systeme auch faszinierend finde, letzten Endes wirds dann immer zäh am Tisch wenn da nicht wirklich alle am gleichen Strang ziehen.

Aber doof quatschen, Dinge und Szenen gemeinsam im Kopf herbeizaubern und Spaß haben dabei kann eigentlich jeder, und es zieht auch meistens jeden mit.

Aber nur meine 5cents, YMMV wie der Engländer sagt.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: flaschengeist am 10.02.2023 | 09:57
Das ist aber auch ein Grund, warum ich extrem regelleichte eher narrative Systeme inzwischen lieber mag.

Ich will beim TTRPG ne gute Zeit mit Freunden, und mich nicht stressen müssen mit Regeln und co.

So sehr ich regellastigere Systeme auch faszinierend finde, letzten Endes wirds dann immer zäh am Tisch wenn da nicht wirklich alle am gleichen Strang ziehen.

Aber doof quatschen, Dinge und Szenen gemeinsam im Kopf herbeizaubern und Spaß haben dabei kann eigentlich jeder, und es zieht auch meistens jeden mit.

Aber nur meine 5cents, YMMV wie der Engländer sagt.

Als jemand, der es nie lange mit regelleichten System aushält, weil er stark Mittelgewichte präferiert, volle Zustimmung: Die Einstiegerfreundlichkeit ist eindeutig ein Pluspunkt für regelleichte Systeme jeglicher Art. 

Edit: Früher habe ich Schwergewichte bevorzugt. Dass solche Systeme aber viel Einarbeitung benötigen und für den SL am Tisch zudem schwer zu handeln sind (sehr schön bildhaft hier von 1:04-01:19: https://www.youtube.com/watch?v=vMUn5A6Sztw (https://www.youtube.com/watch?v=vMUn5A6Sztw) ;D), ist mit ausschlagend für meinen Schwenk Richtung Mittelgewichte.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 10.02.2023 | 10:08
Witzigerweise kenne ich auch jemanden der lieber leitet und ganz und gar nicht spielt. Im Verhältnis dürften diese Personen in der deutlichen Minderheit sein.
Da würde ich dagegen wetten.
Kenne mehr Spielleiter, die lieber leiten als spielen.(Meine Gruppe mal ausgenommen - da wird tatsächlich abgewechselt)

Ich habe diese Spielleiter natürlich auch nach den Gründen gefragt.
Antworten:
1. Als Spieler wird ihnen schneller langweilig. Da sie zu wenig zu tun haben.
(Im Vergleich zur SL Rolle)
2. Manche sagen auch, weil sie nur bei SL spielen würden, die ihren Ansprüchen genügen, und da gibt es wenige.

In meiner Gruppe sind viele tatsächlich beides: Spielleiter und Spieler. Und können sich gegenseitig bedienen.

Was mir aber schon auffällt, wenn ich Mal spiele statt leite, ist, dass sich so eine SL Omnipräsenz gar nicht so leicht ablegen lässt.

Manchmal will ich mit meiner Figur irgendwas machen oder sagen und höre dann von Mitspielern: "Du bist doch gar nicht dabei." ~;D
Dann kommt dieser Aha- Effekt. A la..
(Stimmt ja, meine Figur ist nicht hier, also habe ich in der Situation auch die Klappe zu halten)

Sprich als Spieler ist wesentlich mehr Geduld und Zurückhaltung gefragt.
Die können manche Langzeit Spielleiter gar nicht mehr so leicht aufbringen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Radulf St. Germain am 10.02.2023 | 10:10
Ich leite gerne. Ich bin auch gerne Spieler, aber bei mir war es meistens so, dass ich nur eine Runde gleichzeitig hatte und das war dann ein "entweder/oder" und da gewinnt bei mir das Leiten.

Ich finde es ist wichtig zu Spielen um zu lernen besser zu Leiten.

Und ja, manchmal erhofft man sich mehr von den Spielern aber ich habe auch schon das Gegenteil negativ erlebt. Ein Spieler drückt mir 4-6 Seiten Hintergrundgeschichte in die Hand, eher langweilig und schwer verständlich und erwartet dann, dass ich das alles präsent habe und in die Welt einbaue. Da ist mir doch ein "sag' mir wo die Story ist und ich töte die Monster"-Dude tausendmal lieber.

Sweetspot sind Leute mit Ideen, die etwas zu Deiner Welt beisteuern was passt. Aber das ist vielleicht ein anderes Thema.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Grubentroll am 10.02.2023 | 10:15
Meine "Captain Obvious" These hierzu: Ein Spielleiter kann auch nur so gut sein wie seine Spieler es zulassen.

Die soziale Interaktion der Leute miteinander sind locker 80% vom Spiel.

Deswegen haben mir früher Cons nie groß Spaß gemacht, und Onlinerunden mit Fremden heutzutage genau so wenig.

Wenn ich zwischen netten Menschen und "spannenden Regeln" wählen dürfte, würde ich mittlerweile immer ersteres wählen. Schön wäre natürlich beides, aber das Leben ist bekanntermaßen kein Wunschkonzert.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 10.02.2023 | 10:31
Was der Grubentroll da sagt: 10.000% zustimmung. :d
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 10.02.2023 | 10:53
Meine "Captain Obvious" These hierzu: Ein Spielleiter kann auch nur so gut sein wie seine Spieler es zulassen.
Jein
Angenommen du hast eine Gruppe voller motivierter Spieler, die wirklich wollen.
Aber einen Spielleiter von dem so gar nichts kommt, dann tötet das auf Dauer auch den Spaß.

Kenne da so ein paar SL Exemplare, die unterschiedliche Gruppen nie lange halten können, weil ihnen über kurz oder lang die Spieler davon laufen.

Zu den netten Menschen volle Zustimmung.
Würde ich auch immer vorziehen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 10.02.2023 | 11:00
Jein
Angenommen du hast eine Gruppe voller motivierter Spieler, die wirklich wollen.
Aber einen Spielleiter von dem so gar nichts kommt, dann tötet das auf Dauer auch den Spaß.


Hat der Grubentroll ja so gesagt:
Zitat
Ein Spielleiter kann auch nur so gut sein wie seine Spieler es zulassen
(Hervorhebung von mir).
Ob der SL dann auch tatsächlich so gut ist, wie die Spieler es zulassen, hängt dann immer noch von ihm selber ab.  ;)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 10.02.2023 | 11:13
Hat der Grubentroll ja so gesagt:  (Hervorhebung von mir).
Ob der SL dann auch tatsächlich so gut ist, wie die Spieler es zulassen, hängt dann immer noch von ihm selber ab.  ;)
Würde sagen, dass auch der motivierteste Spielleiter aufgeschmissen ist, wenn nicht wenigstens ein Spieler in der Gruppe ist, der mit ihm/ihr spielt. ( Also ich meine aktiv)
Wie beim Ping Pong auch, braucht es ein Gegenüber.

Das gilt eigentlich für beide Seiten.
Ein paar extrem passive, stille Spieler, kann eine Gruppe durchaus vertragen. Einen solchen Spielleiter nicht.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 10.02.2023 | 12:04
Jo, eine gute Rollenspielsitzung ist halt Teamarbeit.
Zumindest ein paar Leute (SL inklusive) müssen sich die Bälle zuschmeißen, dann läuft das.

Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 10.02.2023 | 13:41
Der Punkt ist aber halt immer noch, dass es praktisch immer die Spieler sind, die sich mehr einbringen müssten.
Als Spieler kann man in der Gruppe einfach so mitlaufen (und das muss auch nicht schlecht sein - es mag soziale und neuronale Konfigurationen geben, in denen das gut passt). Als SL geht das schlecht oder gar nicht.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Sphinx am 10.02.2023 | 13:42
Jetzt doch mal etwas Spezifischer DnD, aber das hab ich auch bei DSA damals so erlebt. Speziell bei DnD sind ja jetzt so einige Zahlen am rumgeistern das die Spielleiter für den überragenden teil des Umsatzes verantwortlich sind.
Da stellt sich mir die Frage wieso wird nicht für den Spielleiter geschrieben? Da hat man Abenteuerbücher die überhaupt nicht zum Spielleiten aufbereitet sind. Wo wichtige Details in Fließtexten versteckt sind, wo es Raumbeschreibungen gibt, aber die "Schätze/Wertsachen" erst 3 Zeilen später aufgeführt sind und General wo man einfach Arbeit reinstecken muss damit man es am Tisch überhaupt nutzten kann.
Selbst Einstiegsabenteuer sind Teilweise so schlecht aufbereitet das ein ungeübter Spielleiter sich fragen muss wie er das überhaupt leiten soll.

F-IT wenn ich komplett neu in das Hobby reinkommen würde und leiten wollte. Mir die Grundbücher gekauft hab und ein einfaches Abenteuer, ich hätte vermutlich gar keine Ahnung wo ich anfangen soll. Jup ich kann anfangen mir Youtube Videos anzuschauen wo Runden. Ich hab erst selbst wieder ein paar andere Systeme anschauen wollen und nach Actual play dazu geschaut...das meist turned ehr ab als das es lust aufs Spiel macht oder ist z.B. im Falle von Critical Role so weit über dem was jede normale runde hinbekommt das es Angst macht.

Oder sagen wir ich bin 15 Jahre alt, hab 5 Freunde und wir sind grad voll so "Ey lass mal Rollenspiel austesten". Gut einer erklärt sich bereit dazu zu Leiten, bekommt das so halbwegs holprig hin. Sofern nicht einer total Blut geleckt hat, ist das doch dann ein "Jo beim nächsten mal machen wir wieder was anderes" sehr wahrscheinlich.
Das merke ich ja selbst bei Brettspielen, man Spielt es einmal (dauert ja auch gerne mal den ganzen Abend je nach Spiel), irgendwie fängt es einen nicht gleich ein weil es halt das erste mal ist. Aber beim nächsten mal wählt man dann den einfacheren Weg und Spielt wieder was anders. Anstatt dem Spiel eine richtige chance zu geben.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Megavolt am 10.02.2023 | 13:45

Da stellt sich mir die Frage wieso wird nicht für den Spielleiter geschrieben? Da hat man Abenteuerbücher die überhaupt nicht zum Spielleiten aufbereitet sind. Wo wichtige Details in Fließtexten versteckt sind, wo es Raumbeschreibungen gibt, aber die "Schätze/Wertsachen" erst 3 Zeilen später aufgeführt sind und General wo man einfach Arbeit reinstecken muss damit man es am Tisch überhaupt nutzten kann.
Selbst Einstiegsabenteuer sind Teilweise so schlecht aufbereitet das ein ungeübter Spielleiter sich fragen muss wie er das überhaupt leiten soll.

Ja, genau das hat mich auch immer irritiert. Hinzu kommt noch, dass es auch irgendwie peinlich ist, wenn das Rollenspiel, das es am längsten gibt und das am intensivsten bespielt wird, so einen mittelmäßigen bis unterdurchschnittlichen Kram liefert und dass so viele offensichtliche Macken drin sind. Mir ist das völlig schleierhaft.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: klatschi am 10.02.2023 | 13:49
Ja, genau das hat mich auch immer irritiert. Hinzu kommt noch, dass es auch irgendwie peinlich ist, wenn das Rollenspiel, das es am längsten gibt und das am intensivsten bespielt wird, so einen mittelmäßigen bis unterdurchschnittlichen Kram liefert und dass so viele offensichtliche Macken drin sind. Mir ist das völlig schleierhaft.

Meine Vermutung:
a) weil es sich trotzdem verkauft und dann
b) leichter und schneller ist, mehr oder minder einfach runterzuschreiben, als sich genau Gedanken darüber zu machen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 10.02.2023 | 13:53
Oder sagen wir ich bin 15 Jahre alt, hab 5 Freunde und wir sind grad voll so "Ey lass mal Rollenspiel austesten". Gut einer erklärt sich bereit dazu zu Leiten, bekommt das so halbwegs holprig hin. Sofern nicht einer total Blut geleckt hat, ist das doch dann ein "Jo beim nächsten mal machen wir wieder was anderes" sehr wahrscheinlich.

Das beschreibt so fast wie es mit mir und rollenspielen angefangen hat, ich wusste das es zwei freistunden gab, weswegen ich die regel dabei hatte die ich tags zuvor ausgeliehen bekommen hatte,... zwei klassenkameraden kamen dazu und das war dann meine erste Runde.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 10.02.2023 | 13:58
Ja, genau das hat mich auch immer irritiert. Hinzu kommt noch, dass es auch irgendwie peinlich ist, wenn das Rollenspiel, das es am längsten gibt und das am intensivsten bespielt wird, so einen mittelmäßigen bis unterdurchschnittlichen Kram liefert und dass so viele offensichtliche Macken drin sind. Mir ist das völlig schleierhaft.

Ein verlagsmensch meinte mal zu mir das an abeneteuern generell am wenigsten umsatz gemacht wird. Regelwerke verkaufen sich tatsächlich am besten.
Aber ehrlich gesagt gibt es auch genügend grottig "geschriebene" Regelwerke da draussen,... (* ich meine geschrieben und alles was dazugehört, layoutl, schrift, bilder, etc).
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 10.02.2023 | 14:00
Ein verlagsmensch meinte mal zu mir das an abeneteuern generell am wenigsten umsatz gemacht wird. Regelwerke verkaufen sich tatsächlich am besten.
Aber ehrlich gesagt gibt es auch genügend grottig "geschriebene" Regelwerke da draussen,... (* ich meine geschrieben und alles was dazugehört, layoutl, schrift, bilder, etc).

Und trotzdem hat WotC bei D&D5 so gut wie alle Publikationen nach den großen 3 als Abenteuer vermarktet und hat gleichzeitig D&D in unerreichte Höhen katapultiert.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Alter Weißer Pottwal am 10.02.2023 | 14:02
Meine "Captain Obvious" These hierzu: Ein Spielleiter kann auch nur so gut sein wie seine Spieler es zulassen.

Die soziale Interaktion der Leute miteinander sind locker 80% vom Spiel.

Deswegen haben mir früher Cons nie groß Spaß gemacht, und Onlinerunden mit Fremden heutzutage genau so wenig.

Wenn ich zwischen netten Menschen und "spannenden Regeln" wählen dürfte, würde ich mittlerweile immer ersteres wählen. Schön wäre natürlich beides, aber das Leben ist bekanntermaßen kein Wunschkonzert.

Sehr guter Punkt. Als Spieler hab ich immer gesagt: Ich brauch einen guten Mitspieler, dann ist mir ziemlich egal wer leitet.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Jiba am 10.02.2023 | 14:05
Und an dieser Stelle müssen wir uns ehrlicherweise fragen:

Wieso überhaupt Bücher?

Ich meine: Warum kommen Regelwerke in Büchern daher, wenn wir sie auch in mehreren handlichen Heften haben könnten... oder auf laminierten Karten oder Papaufstellern, die man in die Tischmitte legt?

Warum sind Abenteuer schlankere Bücher und nicht etwa eine Box A6 Karteikarten mit den Szenen und NSC-Werten drauf, wovon die SL dann nur so viele mitnimmt, wie sie für den Spielabend braucht.

(Das sind jetzt nur undurchdachte Beispiele, aber vielleicht macht es tatsächlich Sinn, noch einmal über Auslieferungsformate nachzudenken).  :think:

Zitat
Sehr guter Punkt. Als Spieler hab ich immer gesagt: Ich brauch einen guten Mitspieler, dann ist mir ziemlich egal wer leitet.
Macht jetzt natürlich die Rolle des SLs auch kleiner, als sie ist.

(Aber ich wundere mich sowieso extrem über die Abneigung der Menschen gegenüber fremden Spielern auf Cons hier. In 20 Jahren Con-Erfahrung habe ich mal den ein oder anderen doofen Mitspieler gehabt da, aber das Gros war völlig in Ordnung, ebenso wie die dortigen Runden. Einige waren sogar überraschend genial. Und ich leitete auf Cons auch eine Menge, prä-Corona.)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Crimson King am 10.02.2023 | 14:05
Sehr guter Punkt. Als Spieler hab ich immer gesagt: Ich brauch einen guten Mitspieler, dann ist mir ziemlich egal wer leitet.

Ich garantiere dir, ich kenne Spielleiter, die dich diese Aussage überdenken lassen. Und die sind nicht mal böswillig, nur scheiße.

Grundsätzlich reicht ein Depp, um die Spielrunde zu ruinieren. Die Spielleitung hat es aber in den meisten Runden aufgrund ihre exponierten Position deutlich leichter, das zu erreichen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 10.02.2023 | 14:19
Wieso überhaupt Bücher?

Weil das ein praktisches Format ist - alles in einem Band, alles bleibt zusammen.
Bei Karten, Loseblatt etc. setzt sehr schnell der Prozess der Entropie ein (alles verteilt sich im Raum).
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Megavolt am 10.02.2023 | 14:24
Meine Vermutung:
a) weil es sich trotzdem verkauft und dann
b) leichter und schneller ist, mehr oder minder einfach runterzuschreiben, als sich genau Gedanken darüber zu machen.

Da hast du bestimmt Recht, aber ich empfinde das trotzdem als total leichtfertig.

Die könnten da auch auf Qualität achten, diese ganzen Mängel sind einfach unnötig. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es sich für WotC unterm Strich rentiert, wenn sie beim Einsteigerbox-Abenteuer 2000 Dollar beim Abenteuerautor einsparen, wenn sie die Box 50 000 Mal verkaufen (Zahl geraten).

Und mich als Kunde stößts auch einfach ab. Ich erwarte da mittlerweile ziemlichen Müll und den bekomme ich auch, das ist doch lächerlich. Die könnten mich stattdessen ja auch verzaubern mit ihren pfiffigen, sinnvoll strukturierten und präsentierten Abenteuern. Aber ne, stattdessen 200 Seiten lang wall of (mediocre) text, na vielen Dank.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Jiba am 10.02.2023 | 14:28
Zitat
Ich erwarte da mittlerweile ziemlichen Müll und den bekomme ich auch, das ist doch lächerlich.
Den musst du nicht bekommen. Du könntest es auch einfach nicht kaufen.  ;)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 10.02.2023 | 14:33
Und trotzdem hat WotC bei D&D5 so gut wie alle Publikationen nach den großen 3 als Abenteuer vermarktet und hat gleichzeitig D&D in unerreichte Höhen katapultiert.

Naja gerade D&D sezt meines erachtens (ich bin seit der 4.0 nicht mehr dabei, die hab ich noch gekauft und nach dem ersten durchlesen war D&D für mich geschichte) aber darauf das in einer Spielrunde sich irgendwann viele oder "fast alle" das Players Handbook kaufen. nehmen wir eine runde mit 6 leuten, gibt es also vieleicht 3-6x das Players. Ein Abenteuer kauft sich aber nur der SL und eben dann nur einmal. Ein gespieltes Abenteuer hat auch optional eher die Chance danach auf Ebay zu landen,...

Aber ich denke das ist nur ein Teilaspekt des Spieles. Ich hab bei meinem ersten D&D schon improvisieren müssen und traue es mir auch heute noch zu ein Abenteuer komplett zu improvisieren. Ich selbst brauch kaum "Abenteuerbände" - und ja ich bin auch eigentlich immer wieder enttäuscht von Abenenteuern.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Alter Weißer Pottwal am 10.02.2023 | 14:45
Ich garantiere dir, ich kenne Spielleiter, die dich diese Aussage überdenken lassen. Und die sind nicht mal böswillig, nur scheiße.

Grundsätzlich reicht ein Depp, um die Spielrunde zu ruinieren. Die Spielleitung hat es aber in den meisten Runden aufgrund ihre exponierten Position deutlich leichter, das zu erreichen.

Ich hatte schon bei wirklich schlimmen SLs Spaß, weil ich mit nem Mitspieler Spaß hatte und der Rest dann nur noch tertiär war. Wichtig: Das ist auf Oneshots oder Conrunden gemünzt.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Crimson King am 10.02.2023 | 14:48
Ich hatte schon bei wirklich schlimmen SLs Spaß, weil ich mit nem Mitspieler Spaß hatte und der Rest dann nur noch tertiär war. Wichtig: Das ist auf Oneshots oder Conrunden gemünzt.

Ja, ich weiß. ich kenne das Phänomen, hatte beim gleichen Spielleiter mit praktisch den gleichen Spielern beim nächsten Mal aber keinen Spaß mehr.  Manchmal kriegt die Gruppe die Kurve und schafft es ggf. sogar, die schlechte SL mitzunehmen, an anderen Tagen aber nicht.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Sphinx am 10.02.2023 | 14:58
Der Sinn von fertigen Abenteuern sollte ja an sich sein das jemand der nicht so Kreativ ist was zum Bespielen hat. Aber auch das es weniger Zeit kostet es vorzubereiten als sich selbst was auszudenken. Ich würde im besten Falle sagen das ein fertiges Abenteuer gleich viel Aufwand ist wie was selbst ausgedachtes. Mein Stiel wenn ich selbst was baue kostet sogar weniger Zeit als ein fertiges Abenteuer vorzubereiten/umzuschreiben.
Teilweise würde ja auch schon ein Layout helfen was übersichtlicher gestaltet ist.
Die Dinger sind mittlerweile in Farbe gedruckt oder eh PDFs, warum werden wichtige Sachen nicht Farblich hervorgehoben oder Eingerahmt. Warum nicht ne Liste mit den wichtigen NPC Namen für das Dorf damit man diese Schnell findet, anstatt sie unter Hütte 3b aus dem Fließtext fischen zu müssen.

Ach ja zu den 5 Freunden die es nur mal testen aus meinem letzten Post wollte ich noch schreiben:
Heute Konkurriert das Rollenspiel mit mehr Freizeitbeschäftigen den Je um die Freizeit. Da kann man als angehender Spielleiter entweder Dreck fressen bis man den dreh halbwegs raus hat, oder bläst den kram ab und Spielt lieber irgend ein Call of Duty sonst was Multiplayer spiel mit seinen Freunden.

Deshalb meine These um das Problem mit dem Spielleiter Mangel zu lösen muss man angehenden sprichwörtlich den Arsch Pudern damit die es so einfach wie möglich haben erste erfolge zu haben. Hier haben super viele inkl. mir geschrieben das sie gerne Leiten, mitunter sogar lieber als selbst zu Spielen. Aber bis zu diesem Punkt muss man es erst mal schaffen. Das man richtig in dem Hobby angekommen ist und ich schätze das klappt immer schlechter -> deshalb fehlt es vor allem bei den Potentiellen Neueinsteigerin an Spielleitern.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Megavolt am 10.02.2023 | 15:08
deshalb fehlt es vor allem bei den Potentiellen Neueinsteigerin an Spielleitern.

Vielleicht ist das auch einfach ein natürlicher Erkenntnisprozess, der einsetzen muss, bis man versteht, dass die guten Spielleiter nicht auf Bäumen wachsen und man a) die, die man schätzt, hegt und pflegt oder b) dass man gegebenenfalls selber ranmuss.

Insofern ist der "Spielleiterschwund" vielleicht einfach nur das Symptom eines Ausleseprozesses?
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: flaschengeist am 10.02.2023 | 15:32
Heute Konkurriert das Rollenspiel mit mehr Freizeitbeschäftigen den Je um die Freizeit. Da kann man als angehender Spielleiter entweder Dreck fressen bis man den dreh halbwegs raus hat, oder bläst den kram ab und Spielt lieber irgend ein Call of Duty sonst was Multiplayer spiel mit seinen Freunden.

Das finde ich einen wichtigen Punkt: Was Mensch tut oder lässt hat auch mit den jeweils verfügbaren Alternativen zu tun. Speziell Multiplayer-Computerspiele scheinen mir eine harte Konkurrenz fürs Hobby Rollenspiel. Ich meine mich zu erinnern, dass z.B. in Hochzeiten von World of Warcraft einige Pen & Paper für tot erklärten und Zahlen für diese These auf ihrer Seite hatten.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Tudor the Traveller am 10.02.2023 | 16:00
Weil das ein praktisches Format ist - alles in einem Band, alles bleibt zusammen.
Bei Karten, Loseblatt etc. setzt sehr schnell der Prozess der Entropie ein (alles verteilt sich im Raum).

Ist es imo nicht. Ich glaube, es sind einfach nur Bücher weil isso und waimmaso.

Bücher sind m.E. ein mäßig geeignetes Medium sowohl für Regelwerke als auch für Anleitungen und Nachschlagewerke.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 10.02.2023 | 16:42
Vielleicht ist das auch einfach ein natürlicher Erkenntnisprozess, der einsetzen muss, bis man versteht, dass die guten Spielleiter nicht auf Bäumen wachsen und man a) die, die man schätzt, hegt und pflegt oder b) dass man gegebenenfalls selber ranmuss.

Insofern ist der "Spielleiterschwund" vielleicht einfach nur das Symptom eines Ausleseprozesses?

Ich greif das mal auf und spinn es weiter:
Sie wachsen nicht auf Bäumen, zusammen mit "die Messlatte liegt sehr hoch" (Matt Mercer hat sie dahin gelegt) und dann noch ein weiterer vergleicht mit Pflanzen: Es wird vieleicht zuviel unkraut gejätet.

Will sagen: Anfangs-SL (aus denen noch etwas hätte werden können) welche an die falschen Spieler kommen und die dann "toxische Kritik" bekommen und sich demotiviert in ihr Schneckenhaus zurückziehen und nie mehr rauskommen.

Da gibt es auch ein Sprichwort "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen"
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 10.02.2023 | 16:55
Wieder so ein Conbeispiel (Mit einem der Menschen mit denen ich nicht mehr spielen will).

Spielleiterin leitet CoC,... und wir hatten einen Spieler in der Gruppe der partou immer quergeschossen ist. (*)

Am Ende war das Abenteuer dann irgendwie zu ende gebracht, wirklich spass gemacht hat es mir nicht (auch aus dem Grund da ich es schonmal gespielt habe bei meinem "weltbesten CoC Spielleiter" der aber nicht den Namen des Abeneteures rausgehauten hat und den Anfang so strickte das es eben am teastertext nicht zu erkennen war) aber die Spielleiterin hat danach, als von den 5 Spielern nur noch ich und ein anderer da war gemeint das sie jezt nach der Runde so überhaupt gar keinen Spass mehr aufs Spielen und erst recht nicht aufs Leiten hätte.
Will sagen wir haben zu dritt dann noch schlappe 3 Stunden über den Spielabend gesprochen und am Ende war aus dem "ich hab keinen Spass mehr" ein "Ich biete morgen nochmal was an" geworden.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 10.02.2023 | 17:02
queergeschossen

Ist das die nicht-genderbinäre Form von querschießen?  ~;D (Pardon, das konnte ich mir nicht verkneifen)

Will sagen wir haben zu dritt dann noch schlappe 3 Stunden über den Spielabend gesprochen und am Ende war aus dem "ich hab keinen Spass mehr" ein "Ich biete morgen nochmal was an" geworden.

Einerseits super  :d Andererseits; die Zeit muss man erstmal haben.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 10.02.2023 | 17:05
Speziell Multiplayer-Computerspiele scheinen mir eine harte Konkurrenz fürs Hobby Rollenspiel. Ich meine mich zu erinnern, dass z.B. in Hochzeiten von World of Warcraft einige Pen & Paper für tot erklärten und Zahlen für diese These auf ihrer Seite hatten.

Als jemand der WoW lange gespielt hat (ich bin seit etwa einem Jahr "clean") und in dem Spiel sicher über ein Jahr Uptime hatte (d.h. ich hatte mehr als 365*24 Stunden in dem Spiel verbracht - und sei es auch nur wenn ich irgendwas gecampt habe und auf dem anderen Monitor etwas anderes tat).

Auf der anderen Seite sage ich mir heute: Wow ist tod und Rollenspiel mache ich immer noch. Es ist einfach immer das gleiche bei Wow, wirkliche inovationen gibt es kaum welche, die möglichkeiten die ich in einem normalen Rollenspiel habe - habe ich eben in einem MMO nicht (bzw noch nicht). Mit NSC reden, die nach einer eigenen Meinung fragen? Nein das geht (noch) nicht in solchen Spielen. Oder etwa in Wow auf einen Berg steigen - ist im Spiel nicht vorgesehen - also geht es nicht (gut Flugmount raus und hochfliegen, frag mich nicht wie meine Figur 120 verschiedene Reittiere in ihrer Tasche drin hat,...)

Ich hab mit Wow aufgehört als der lezte andere den ich auch noch privat kannte auch mit Wow aufgehört hat. Es war die Community die mich dort hielt, das "etwas zusammen machen" und nicht mehr das den 245 Run zu machen um "Unbesiegbar" (untotes Pegassi des Lichkönigs) zu bekommen.

Also: Meines wissens sind die Hochzeiten von Wow ziemlich lange her.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Prisma am 10.02.2023 | 17:14
Hier nochmal eine Nachfrage: Wie nimmst du deine investierte Zeit als GM wahr? Die Art, wie du es schreibst deutet darauf hin, dass du das Ungleichgewicht im Vorbereitungsaufwand als nervig empfindest. Dein Blogartikel unterstreicht das, so dass ich schätze, du hast eigentlich gar nicht so wirklich Lust auf die Rolle hast und das Verhalten der Spieler befeuert das noch, stimmt das?
Ich brauche da die Ausgeglichenheit. Ich bin gerne SL, ich erfinde gern Welten, Szenarien, usw. und erwecke sie auch zum Leben. Ich bin aber auch gerne Spieler. Das Ideal sehe ich darin beides in Abwechslung zu machen. Ich brauche das zum  richtig glücklichen Rollenspiel. Bei manchen Gruppen hat es geklappt, bei anderen nicht. Wenn es nicht klappt, dann sollten die Spieler sich doch wenigstens mit dem Spiel beschäftigen. Mit der Charaktererschaffung zum Beispiel, oder jene Regelteile die ihre Charaktere betreffen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich manche Leute trotz klarer Kommunikation an den Tisch setzen und nicht einen Finger krumm gemacht haben. Oder, eigentlich noch schlimmer, wenn sie dann mit knirschenden Zähnen doch mal leiten, wissentlich eine Minimalstleistung abliefern. (Bei mir wird aber die ganze Epik erwartet.)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: nobody@home am 10.02.2023 | 17:22
Ist es imo nicht. Ich glaube, es sind einfach nur Bücher weil isso und waimmaso.

Bücher sind m.E. ein mäßig geeignetes Medium sowohl für Regelwerke als auch für Anleitungen und Nachschlagewerke.

Dabei war's gar nicht mal "immer" so. An die Zeit, in der Rollenspiele noch wie andere Spiele auch standardmäßig in richtigen Schachteln daherkamen (so daß die Hersteller z.B. auch gleich die nötigen Würfel beilegen konnten), kann ich mich zumindest noch recht gut erinnern -- Bücher haben sich später, wenn ich das noch richtig im Gedächtnis habe, aus schlichten Kostengründen (Ausnutzen niedrigerer Steuer- und Zollsätze eingeschlossen) durchgesetzt.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 10.02.2023 | 17:24
Ich hatte schon bei wirklich schlimmen SLs Spaß, weil ich mit nem Mitspieler Spaß hatte und der Rest dann nur noch tertiär war. Wichtig: Das ist auf Oneshots oder Conrunden gemünzt.
Das glaube ich.
Mit meinen lieblings Spielern zusammen, haben wir ( als Spieler) sogar Mal über Monate Gruppen unterhalten, in denen der Spielleiter ( vorsichtig ausgedrückt), nicht gerade eine Unterhaltungskanone war.
 
Nur irgendwann kommt der Punkt, wo man sich denkt: Jetzt ist auch Mal gut.

Vor allem wenn die Spieler, die das Ding unterhaltungstechnisch am Leben halten, Mal weg sind, laufen auch deren Gruppen nicht mehr.

Edit.
Umgekehrt gibt es Spielleiter die bereits mit ein bis zwei aktiven Spielern am Tisch, das Ding so rocken, dass selbst stillere, passive Spieler sich irgendwann trauen aus sich rauszukommen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 10.02.2023 | 17:33
Einerseits super  :d Andererseits; die Zeit muss man erstmal haben.

Zeit haben - oder Zeit nicht haben,... da kann man trefflich philosophieren, oder sich über die physikalischen Aspekte der Raumzeit austauschen.
Zeit nimmt man sich, haben tut jeder die gleiche Zeit. Ich habe mir damals die Zeit genommen weil da jemand war der sie brauchte.
Und ja ich würde es sehr begrüßen wenn Menschen sich zeit nehmen um anderen Menschen, die Menschen brauchen, zu helfen.

Ich hatte gerade gestern wieder meinen "alle 2 jahre" erste Hilfe kurs: da wurde zu anfang gefragt "warum helfen?"
Mein Grund: Ganz einfach - weil ich will, das wenn ich hilfe brauche, mir auch jemand hilft, und da ist es mir herzlich egal ob der "zeit hat"
Und für jene die in diesem fall (also erste hilfe) meinen das sie keine Zeit haben gibt es einen § im Strafgesetzbuch (das ist das büchlen das die Leute hinter Gitter bringt). Oder anderst gesagt: wer keine Zeit hat für andere Menschen, sollte mal über seine Soziale kompetenz nachdenken.

Was wäre denn die alternative gewesen?
Nach hause fahren und 3 Stunden Wow spielen (um etwas von weiter oben aufzugreifen),... und dafür dann eine recht passable Spielleiterin zu haben welche keine Runden mehr auf Cons anbietet.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 10.02.2023 | 17:35
@unicum: Gewiss, ich möchte Dir ja auch explizit meine Wertschätzung dieser, Deiner Hilfe ausgesprochen haben.

"Zeit haben" und "Zeit nehmen", bzw. "Zeit haben wollen". Stimmt alles. Kann-Nicht wohnt nicht selten in der Will-Nicht-Straße.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Crimson King am 10.02.2023 | 17:36
Will sagen wir haben zu dritt dann noch schlappe 3 Stunden über den Spielabend gesprochen und am Ende war aus dem "ich hab keinen Spass mehr" ein "Ich biete morgen nochmal was an" geworden.

 :d
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 10.02.2023 | 17:46
So, und nun?
Ist das thema nun so weit ziemlich durch?

Analysiert haben wir es ja denke ich schon,... das problem was ich aber sehe ist das hier hauptsächlich Leute schreiben die schon SL aktiv machen.
Die sind ja nicht das Problem - es ist doch ein Problem, oder?

Nicht das ich erwarte das uns etwas einfällt (*) und schwupps ist ein Spielleiter überschuss da, aber ... naja was ist die Kurx aus der Diskussion?
Meine ist eigentlich "Seid nett zu anderen Spielleitern, selbst wenn sie mies sind können sie ja noch viel besser werden." - Was jezt aber nicht heisst das unbedingt ich derjenige sein muss der unter ihnen zu leiden hat bis sie soweit sind  >;D

(*) Tatsächlich könnte es sein das wir in ~20 Jahren Rollenspiel mit dem VR headset machen und unsere Spielleiterin Alexa heist, der ich durchaus zutraue das sie aberdutzende Spielrunden gleichzeitig laufen hat,...
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Weltengeist am 10.02.2023 | 18:23
Meine ist: Es gibt Trainermangel, Schiedsrichtermangel, Lehrermangel, Handwerkermangel, Spielleitermangel...
Woran es aber scheinbar keinen Mangel gibt, ist an Leuten, die erwarten, dass andere die Arbeit für sie machen (und zwar möglichst für lau und genau nach ihren Wünschen).

Wobei das für mich im Bereich "Rollenspiel" jetzt kein echtes Problem ist. Ich hab ja die Runden, die ich möchte. Und wenn Leute, die sich nicht weiter engagieren, keine haben, dann bricht mir das jetzt nicht das Herz. Böser Weltengeist.

Edit (bevor es jetzt zu den unvermeidlichen Missverständnissen kommt): Ich habe keinerlei Problem damit, wenn jemand nur Spieler sein möchte. Aber in meinen Gruppen käme keiner von den Nur-Spielern auf die Idee, sich über Spielleitermangel zu beklagen. Sie freuen sich halt, dass es eine Gruppe gibt, und wenn es keine gäbe, würden sie etwas anderes machen. Aber rumjammern ohne selbst aktiv zu werden würde keiner von ihnen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Klingenbrecher am 10.02.2023 | 19:24
Meine ist: Es gibt Trainermangel, Schiedsrichtermangel, Lehrermangel, Handwerkermangel, Spielleitermangel...
Woran es aber scheinbar keinen Mangel gibt, ist an Leuten, die erwarten, dass andere die Arbeit für sie machen (und zwar möglichst für lau und genau nach ihren Wünschen).

Wobei das für mich im Bereich "Rollenspiel" jetzt kein echtes Problem ist. Ich hab ja die Runden, die ich möchte. Und wenn Leute, die sich nicht weiter engagieren, keine haben, dann bricht mir das jetzt nicht das Herz. Böser Weltengeist.

Was habe ich böse lachen müssen. Sehr schön Weltengeist warum ein Skapell wenn es den Vorschlaghammer gibt.  ;D
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Alter Weißer Pottwal am 10.02.2023 | 22:39
Das ist wirklich eine gute Beobachtung  :d Ist halt immer so wenn einer den Job machen muss, den eigentlich sonst keiner machen will. Im Fußball gibt es in Brasilien Miet-Torhüter, die damit richtig Kohle verdienen bei Freizeitkicks im Tor zu stehen, weil da sonst keiner Bock drauf hat.

Das Ungleichgewicht ist aber insofern da, dass man als SL auch noch die Kosten hat und den Job macht, der den meisten weniger Spaß macht.
Trainer, Schiedsrichter usw. bekommen normal eine Aufwandsentschädigung.

Ich hatte früher mit einem anderen SL ein Arrangement: Ich leite coole Sachen und du spielst und er hat coole Sachen geleitet und ich hab gespielt. Das war im Grunde das perfekte Arrangement. Leider hat sich das auf persönlicher Ebene dann zerschlagen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 10.02.2023 | 22:51
Und die Moral von der Geschicht: Pflege gut deine Spielleiter, soviele gibt's davon nicht ?
 ~;D
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 10.02.2023 | 23:48
Und die Moral von der Geschicht: Pflege gut deine Spielleiter, soviele gibt's davon nicht ?

Dann pflege ich mich mal selbst und esse etwas schokolade,...
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: flaschengeist am 10.02.2023 | 23:53
Auf der anderen Seite sage ich mir heute: Wow ist tod und Rollenspiel mache ich immer noch. Es ist einfach immer das gleiche bei Wow, wirkliche inovationen gibt es kaum welche, die möglichkeiten die ich in einem normalen Rollenspiel habe - habe ich eben in einem MMO nicht (bzw noch nicht). Mit NSC reden, die nach einer eigenen Meinung fragen? Nein das geht (noch) nicht in solchen Spielen. Oder etwa in Wow auf einen Berg steigen - ist im Spiel nicht vorgesehen - also geht es nicht (gut Flugmount raus und hochfliegen, frag mich nicht wie meine Figur 120 verschiedene Reittiere in ihrer Tasche drin hat,...)

Also: Meines wissens sind die Hochzeiten von Wow ziemlich lange her.

Da sind wir einer Meinung: Rollenspiel kann so vieles, was Computerspiele nicht können - das macht sie ja so unheimlich toll, diese theoretisch nahezu unendliche Flexibilität & Vielfalt :). World of Warcraft, dessen besten Zeiten tatsächlich lange vorbei sind, sollte lediglich als Beispiel dienen - die Zeit der Computerspiele als weit verbreitete Unterhaltungsmöglichkeit ist alles andere als vorbei.

Und zur Moral der Geschicht? Gute Daten wir haben nicht ;). Der Spielleiterschwund ist ja durch unsere hiesige Vermutung, er bestünde, noch nicht empirisch belegt. Aber deswegen macht die Diskussion zum Thema trotzdem Spaß und nett zu neuen Spielleitern im Speziellen sowie Menschen im Allgemeinen zu sein, schadet auch nie.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: schneeland am 11.02.2023 | 00:03
Und zur Moral der Geschicht? Gute Daten wir haben nicht ;).

Wir haben aber zumindest ein paar Artikel im Web wie diesen hier: It’s Not Just You: NYC Has a Serious Dungeon Master Shortage (https://hellgatenyc.com/no-on-wants-to-dungeon-master-any-more). Und bezahltes Spielleiten als Phänomen, das ausreicht, um Menschen Plattformen für sowas bauen zu lassen. Eher Indiz als echter Beweis, aber so ganz aus der Luft gegriffen scheint mir zumindest im D&D5-Bereich eine Knappheit an SLs nicht.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: nobody@home am 11.02.2023 | 00:42
Wir haben aber zumindest ein paar Artikel im Web wie diesen hier: It’s Not Just You: NYC Has a Serious Dungeon Master Shortage (https://hellgatenyc.com/no-on-wants-to-dungeon-master-any-more). Und bezahltes Spielleiten als Phänomen, das ausreicht, um Menschen Plattformen für sowas bauen zu lassen. Eher Indiz als echter Beweis, aber so ganz aus der Luft gegriffen scheint mir zumindest im D&D5-Bereich eine Knappheit an SLs nicht.

Na ja, D&D allgemein mag auch deswegen ein Stück schwerer zu leiten sein als manche andere Systeme, weil es ja von vornherein so angelegt ist, daß sich die Ansprüche an sowohl Spieler wie auch SL im Lauf der Zeit und Stufenaufstiege unausweichlich recht drastisch verändern sollen -- und speziell bei D&D5 soll das Hochleveln dem Hörensagen nach nicht gerade eins der langsamsten unter den diversen Editionen und nahen Verwandten sein. Und natürlich kommt da auch die Platzhirschstellung mit dazu: das populärste Spiel braucht eben auch die meisten SL...die sind aber, denke ich, tendenziell am ehesten gerade die Leute am Tisch, die auch mal in andere Systeme hineinschnuppern (schließlich müssen sie am häufigsten in die Läden, sei es nun on- oder offline, und kriegen dadurch mit am besten mit, was es anscheinend überhaupt noch sonst alles gibt) und D&D dann auch ggf. wieder untreu werden.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: schneeland am 11.02.2023 | 00:58
Ich bin mir nicht sicher, ob ich verstehe, was mir diese Antwort sagen möchte. Soll das Fazit sein: es gibt kein Spielleiterproblem, weil das Ganze ja nur D&D betrifft? Falls ja, scheint mir das eine möglicherweise individuell gültige, aber auf den gesamten Rollenspielmarkt bezogen eher schwierige Position zu sein.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: nobody@home am 11.02.2023 | 02:27
Ich bin mir nicht sicher, ob ich verstehe, was mir diese Antwort sagen möchte. Soll das Fazit sein: es gibt kein Spielleiterproblem, weil das Ganze ja nur D&D betrifft? Falls ja, scheint mir das eine möglicherweise individuell gültige, aber auf den gesamten Rollenspielmarkt bezogen eher schwierige Position zu sein.

Die soll zunächst mal einfach nur sagen, daß es absolut keine Überraschung ist, wenn sich ein "SL-Schwund" zuallererst mal bei D&D5 bemerkbar macht -- wenn nicht da, wo denn sonst? (Und: Wenn's statt dessen "nur" ein vergleichsweise kleines Nischensystem beträfe, würden wir uns dann hier wirklich gleichermaßen die Köpfe heißreden? Hmmmm? 8])

So, jetzt habe ich den Schlaf für diese Nacht aber lange genug aufgeschoben. Bin erst mal wieder wech.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Aedin Madasohn am 11.02.2023 | 08:10
vielleicht mal zwischen

Schwund = es waren (genügend) Spielleiter für System/Runden/Spieler XYZ mal da, jetzt aber nicht mehr

und

Mangel = es gab&gibt nicht genug Spielleiter für die vielen Neueinsteiger

unterscheiden.

Schwund kann in D&D Foren durch Abwanderung in neue Systeme entstehen (die nehmen aber ihre Runde mit) = accounts sind noch da, aber halt nicht aktiv bespielt und suggieren nur "Masse"
Neueinsteiger sehen eine riesige Zahl an "accounts" in Forum/board/Plattform/oneD&D XYZ, kriegen aber keinen SL für eine Einsteigerrunde ran.

und nicht zuletzt als Reaktion auf die ganzen "Con-Runden-Skandale" der letzten Zeit.
Wer von euch ist bereit, als neuer "Drachenlord" ans digitale Kreuz geschlagen zu werden, weil "seine" Interpretation von Shadowrun, D&D, CoC, Vampires zu "hardcore", Fetishtrigger, pervers blutig, gemein fordernd, abartig sexistisch, vorgestrig rassistisch etc.pp. sei?  >;D

da spielt man doch lieber nur mit Freunden, wo die rote Linie in der SR-Mafiakampagne vorher abgesprochen wurde
(etwa, dass es niemals Kinder als Zeugen gibt - auch wenn FantaRe was anderes suggeriert -, weil dadurch sich eine bekannte SR Frage niemals stellt  ;) )
 

Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Weltengeist am 11.02.2023 | 08:25
Interessanter Artikel.

Mal ein paar Samstag-Morgen-vor-dem-Frühstück-Gedanken (vermutlich hier und da im Thread auch schon erwähnt, aber ich versuche mich mal an so etwas wie einem roten Faden):
Und spätestens an der Stelle merke ich: Der Weg, der vermutlich nötig ist, um das neu erwachte Interesse auch tatsächlich in eine aktive Spielerschaft zu übersetzen, wird nicht mehr meiner sein. Vielleicht macht es jemand - WotC versucht es ja gerade - aber an mir wird das vorbeigehen. Neue Generationen brauchen neue Spiele, und ich bin die alte Generation...
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Crimson King am 11.02.2023 | 09:04
Es gibt ja für DnD 5 ein Einsteigerset mit 100 Seiten Material statt 900. Ggf. ist das nicht prominent genug? Oder man will nicht Geld dafür ausgeben und anschließend noch die dicken Bücher kaufen, in denen das Einsteigerset noch mal komplett enthalten ist? Die Red/Blue/Black/Cyan Box-Reihe hat das meines Erachtens gut gemacht und die Komplexität nicht auf ein mal, sondern sukzessive erhöht.

Die Problematik der Erwartungshaltung - nicht nur von den Spielern, sondern auch von sich an sich selbst, sehe ich aber auch als Hürde.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Ma tetz am 11.02.2023 | 09:06
Mein Sohn ist fast neun wir haben ein paar mal So nicht Schurke, vereinfachtes DnD und Heroquest gespielt. Als wir letztens bei Freunden waren, haben die Kinder So nicht Schurke entdeckt. Und mein Sohn wollte meistern. Die Kinder waren glücklich.
Bei Heroquest sitzt er jetzt meist auch lieber hinter dem Schirm.

Man braucht nicht zwingend digitalen Schnick Schnack. Man muss die Kinder einfach nur ranführen und dann loslassen.



Es hilft natürlich die digitale Medienzeit der Kinder zu begrenzen ;D
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: flaschengeist am 11.02.2023 | 09:30
Wir haben aber zumindest ein paar Artikel im Web wie diesen hier: It’s Not Just You: NYC Has a Serious Dungeon Master Shortage (https://hellgatenyc.com/no-on-wants-to-dungeon-master-any-more). Und bezahltes Spielleiten als Phänomen, das ausreicht, um Menschen Plattformen für sowas bauen zu lassen. Eher Indiz als echter Beweis, aber so ganz aus der Luft gegriffen scheint mir zumindest im D&D5-Bereich eine Knappheit an SLs nicht.

Danke für den Link :d. Das Phänomen würde ich auch nicht bestreiten, nur für die Antwort auf folgende Fragen fehlen Daten:

1. Ist das Phänomen neu?
2. Wie hat sich das Phänomen entwickelt? Ist der Mangel heute größer als früher (was das Wort "Schwund" suggeriert) oder gar kleiner?

Die mediale Präsenz eines Themas ist jedenfalls ein Indikator, der leicht in die Irre führt. Gerade Menschen, die (wie ich) gerne "Qualitätsmedien" konsumieren, glauben z.B. häufig, die Welt werde immer schlechter, während viele Zahlen das Gegenteil belegen: Global beoachten wir im langfristigen Trend eine Abnahme absoluter Armut, eine zunehmende Alphabetisierung & Frauenbildung, mehr Zugang zu Gesundheitsversorgung und eine Abnahme von Gewalt - um nur einige Beispiele zu nennen. Weitere Details führen aber in die Rubrik "Gesellschaft ohne Rollenspiel", daher lass ich es hier damit bewenden, Interessierten die Beschäftigung mit dem Thema "konstruktiver Journalismus" ans Herz zu legen.

Zurück zu fehlenden Spielleitern: Ich finde, sich mit dem Thema beschäftigen lohnt selbst dann, wenn es ein Randphänomen wäre - nahezu jede einzelne Runde, die aufgrund von Spielleitermangel endet oder nicht zustande kommt, bewerte ich als Verlust.


Edit:
Es gibt ja für DnD 5 ein Einsteigerset mit 100 Seiten Material statt 900. Ggf. ist das nicht prominent genug? Oder man will nicht Geld dafür ausgeben und anschließend noch die dicken Bücher kaufen, in denen das Einsteigerset noch mal komplett enthalten ist?

Hier wäre es klug, zumindest einen "Rabattcoupon" in die Einsteigerboxen zu packen. Aber das gibt in Deutschland vermutlich Probleme mit der Buchpreisbindung.


Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Weltengeist am 11.02.2023 | 09:30
Mein Sohn ist fast neun wir haben ein paar mal So nicht Schurke, vereinfachtes DnD und Heroquest gespielt. Als wir letztens bei Freunden waren, haben die Kinder So nicht Schurke entdeckt. Und mein Sohn wollte meistern. Die Kinder waren glücklich.
Bei Heroquest sitzt er jetzt meist auch lieber hinter dem Schirm.

Man braucht nicht zwingend digitalen Schnick Schnack. Man muss die Kinder einfach nur ranführen und dann loslassen.

Aber letztlich: Um einen neuen Spielleiter (= deinen Sohn) zu kriegen, braucht man erstmal einen Spielleiter (= dich)... und den haben halt viele gar nicht.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: flaschengeist am 11.02.2023 | 09:36
Eine Lösung nach meiner Erfahrung: Anfangen, wenn man noch ein Kind ist. Kinder haben diese "ich mache das vielleicht nicht richtig"-Angst noch nicht so sehr, und sie sind besser darin, sich für Ronaldo zu halten, obwohl sie gerade erst gelernt haben, gegen einen Ball zu treten.

Sehr schöner Punkt  :d. Also, liebe Eltern unter den Hobbyisten: Werdet gefälligst wie Ma tetz eurer Verantwortung gerecht, die Zukunft des Hobbys zu sichern  ;).
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Ma tetz am 11.02.2023 | 09:42
Aber letztlich: Um einen neuen Spielleiter (= deinen Sohn) zu kriegen, braucht man erstmal einen Spielleiter (= dich)... und den haben halt viele gar nicht.

Ja, für mich ist Rollenspiel ein Spiel, dass man von anderen Menschen lernt. Aber es braucht garnicht viel. Ich selbst habe nur 2x bei eher durchschnittlichen Spielleitern gespielt und dann meine eigene Gruppe gegründet.

Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: nobody@home am 11.02.2023 | 10:35
Ja, für mich ist Rollenspiel ein Spiel, dass man von anderen Menschen lernt. Aber es braucht garnicht viel. Ich selbst habe nur 2x bei eher durchschnittlichen Spielleitern gespielt und dann meine eigene Gruppe gegründet.

Man fragt sich unwillkürlich, wie eigentlich die ersten Rollenspieler außerhalb des persönlichen Gygax-Arnesonschen Dunstkreises ihre SL gefunden haben. Gerade damals muß es doch auch schon den Fall gegeben haben, daß einer Gruppe Neugieriger einfach nur das Spiel an sich in die Hände gefallen ist...und die sind bestimmt auch nicht alle erst mal zu Gary nach Lake Geneva gepilgert und haben "Meister, lehre uns!" gerufen. :think:
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Mithras am 11.02.2023 | 10:54
Wieviel Mitglieder im Tanelorn haben denn Kinder? Ich vermute die wenigsten, evtl. auch weil so gewollt. Vielleicht noch Neffen und Nichten...
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Sphinx am 11.02.2023 | 11:04
  • Was es noch schwerer macht ist nicht etwa, dass keine Vorbilder vorhanden wären, sondern dass richtig gute Vorbilder vorhanden sind. Als ich mein erstes mal "gemeistert" habe, kannte ich absolut niemanden, der so etwas spielt. Da gab es demnach auch keine Erwartungshaltung - weder bei mir noch bei den Spielern. Das ist heute sehr anders: man weiß aus den Medien (oder vom erfahrenen Spielleiter am eigenen Tisch), wie es bei guten Spielleitern aussieht, und man weiß, dass man es (zumindest am Anfang) so nicht hinkriegen würde. Nicht mal annähernd. Das schreckt ab.
  • Wurzel des Ganzen ist also letztlich das Bedürfnis, "es richtig machen zu wollen", und das Gefühl, noch nicht bereit zu sein. Das gibt es im wirklichen Leben ja auch reichlich, sogar wenn es offensichtlicher Unsinn ist (deshalb lassen ja Leute einen Verletzten auch lieber auf der Straße verbluten, als "schlecht" Erste Hilfe zu leisten).
  • Eine Lösung nach meiner Erfahrung: Anfangen, wenn man noch ein Kind ist. Kinder haben diese "ich mache das vielleicht nicht richtig"-Angst noch nicht so sehr, und sie sind besser darin, sich für Ronaldo zu halten, obwohl sie gerade erst gelernt haben, gegen einen Ball zu treten. Aber: Heutige Kinder holt man nicht mehr mit 300-Seiten-Regelbüchern ab, die man erst mal lesen muss. Auch nicht mit 100-Seiten-Heften in Einsteigerboxen. Klar, den einen oder anderen schon, aber in der Masse: Nö. Da braucht es Video-Tutorials, Gamification, Online-Ressourcen etc. So gesehen könnte es sein, dass WotC (egal wie sehr wie alten Säcke das hassen) auf dem richtigen Weg ist.
  • Eine andere Lösung wäre ein Neustart mit deutlich regelleichteren Spielen. Klar, die gibt es, aber die sind für die Masse der Spielinteressierten nicht sichtbar und vielleicht auch gar nicht erwünscht. Wie der Artikel erwähnt (und das deckt sich mit meinem Eindruck): Die Leute wollen am Anfang nicht Rollenspiele ausprobieren, sie wollen D&D spielen "wie die Großen". Und das ist ein Problem, wenn die Großen sie nicht mitspielen lassen.
  • Dieses neue, leichtgewichtige Einsteiger-Rollenspiel müsste aber genauso gut sichtbar sein und als genauso cool wahrgenommen werden wie D&D. Das ist eine Mammutaufgabe, dazu bräuchte es einen entschlossenen kommerziellen Anbieter, der das (auch in Sachen Vermarktung) in Angriff nimmt. Und dazu braucht es einen ganz anderen Businessplan als bisher: nix "drei fette neue 60-Euro-Regelbücher pro Jahr", dafür haufenweise optionale coole Gadgets, Online-Tools, Abos, Merchandise...
Und spätestens an der Stelle merke ich: Der Weg, der vermutlich nötig ist, um das neu erwachte Interesse auch tatsächlich in eine aktive Spielerschaft zu übersetzen, wird nicht mehr meiner sein. Vielleicht macht es jemand - WotC versucht es ja gerade - aber an mir wird das vorbeigehen. Neue Generationen brauchen neue Spiele, und ich bin die alte Generation...

Hab mal die Punkte rausgepickt die zumindest noch nicht so oft hier erwähnt wurden.
Beim ersten gehe ich mit, wie gesagt auch mit der dem umgekehrten Fall das es auch echt schlechte Streamer gibt wo ich nie mitspielen wollte.
Das der Effekt existiert aus Spielleitersicht und es wohl auch genug Spieler mit unrealistischen Vorstellungen gibt ist klar. Aber ich kann ihn persönlich nicht nachvollziehen. Wenn ich als jemand der noch nie Tennis gespielt hat auf den Platz gehe, wäre selbst bei einer Ballmaschiene doch klar das ich viele Schläge nicht dahin schlage wo sie hin sollen und nach kurzer Zeit Pudding Arme hätte. Das es aber komische Vögel gibt die meinen bei Rollenspiel wäre/müsste man instant perfekt sein ist echt komisch. Ich hab jetzt auch wieder die Bekanntschaft von ein paar Rollenspielern gemacht die sogar mehrmals die Woche spielen. Aber deren Spielstiel hat für mein dafürhalten nix mit Rollenspiel zu tun. Also auch Spieler brauchen mal irgend jemand der ihnen Zeigt was geht und das Spiel über ein Brettspiel erhebt.

Bei was wichtigem wie einem Menschenleben hätte ich auch angst es falsch zu machen, bei was unwichtigem wie Spielleiten war mein erstes Rangehen "Ach mal schauen was dabei rauskommt", ging und das obwohl ich echt zwei Spieler hatte die zum Kotzen waren, aber das ist eine andere Story. Aber ja auch da denke ich schwinnt dieses "Wenn ich es schlecht mache, hab ich mehreren anderen ihren Abend versaut". Ich finde den Absatz aus "Arbiter of Worlds" super, der sollte in jedem Spielleiterhandbuch dick am Anfang stehen. Spielleiter sein ist wie eine Party ausrichten. Man kann nicht dafür sorgen das alle auf der Party Spaß haben. Man kann nur die Rahmenbedingungen setzte das alle die Möglichkeit haben Spaß zu haben (Musik, Snacks, Deko,...).
Deepl übersetzt
Zitat
Wenn du der Spielleiter bist, ist es nicht deine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Leute Spaß haben. Der Glaube, dass, wenn ein Spieler keinen Spaß hat, dies bedeutet, dass der Spielleiter versagt hat, hat mehr Spielleitern Kummer und Sodbrennen bereitet als jeder andere Mythos im Spiel. Man kann ein hervorragender Spielleiter sein, aber ein Spieler hat vielleicht keinen Spaß. Denn ob die Spieler Spaß haben oder nicht, hängt von Faktoren ab, die außerhalb deiner Kontrolle liegen: Wie hat ihr Ehepartner sie auf dem Weg hierher behandelt? Wie war ihr Tag auf der Arbeit? Wie gut können sie würfeln? Spielen sie das Spiel so gut wie die anderen Spieler? Sie können diese Dinge nicht kontrollieren und sollten sich deshalb auch nicht für sie verantwortlich fühlen. Das ist Stoizismus 101.
Sie sollten sich dafür verantwortlich fühlen, ein Umfeld zu schaffen, in dem alle Spaß haben können. Stellen Sie sich vor, Sie sind Gastgeber einer Party: Ihre Aufgabe ist es, für die richtige Mischung aus Häppchen, Getränken, Ambiente und Publikum zu sorgen, damit die Leute Spaß haben können. Es geht nicht darum, sich wie ein Clown aufzuführen, weil Rob einen schlechten Tag bei der Arbeit hatte. Das ist ein subtiler Punkt, aber wenn Sie ihn im Hinterkopf behalten, vermeiden Sie eine Menge selbstverschuldeter Zweifel und Stress in Bezug auf Ihre Rolle.

Kinder sind in der Tat ein sehr wichtiger Ansatzpunkt. Ich selbst nicht, aber viele haben ja in Schul-/Studienzeit angefangen mit dem Rollenspiel. Deshalb versuche ich ja immer mit allen Kindern in der Verwandtschaft deren Interesse zu wecken. Gibt ja einige einfach gehaltene Systeme. Aber auch hier ist es gar nicht so einfach zu sagen "Hier einfaches Ding, Spiel das mal mit freunden Familie". Hatte zu Weinachten "Mein erstes Rollenspiel" an meine Nichte verschenkt. Ist so halb Brett halb Rollenspiel. Als Spielleiter wäre es für mich kein Problem das Kindgerecht cool umzusetzen (hab's auch angeboten). Sie wollten es aber, soweit ich weiß, beim Familien Spieleabend Spielen. Und auch wenn ich es denke ich gut erklärt hab, denke ich das es schon beim "Spieler/Spielleiter" Wissen trennen scheitern wird, das keiner aus der einfachen Raum Beschreibung eine Spannende erzählung am Tisch macht,...
Ist also echt schwer Interesse zu wecken, wenn es für manche keine wirklichen Schnittpunkte gibt. Außer mal bei Stranger Things einen Mini ausschnitt von Rollenspiel gesehen zu haben. Was eigentlich interessant ist, so viele Sachen wie Rollenspiel (Speziell DnD) in Beeinflusst hat, hat es das ehr im Hintergrund gemacht ohne irgendwie "Nicht Rollenspielern" aufzufallen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Sphinx am 11.02.2023 | 11:13
Man fragt sich unwillkürlich, wie eigentlich die ersten Rollenspieler außerhalb des persönlichen Gygax-Arnesonschen Dunstkreises ihre SL gefunden haben. Gerade damals muß es doch auch schon den Fall gegeben haben, daß einer Gruppe Neugieriger einfach nur das Spiel an sich in die Hände gefallen ist...und die sind bestimmt auch nicht alle erst mal zu Gary nach Lake Geneva gepilgert und haben "Meister, lehre uns!" gerufen. :think:
Ich glaub das kommt wieder beim "Wie viele alternativen gibt es" an. Damals™ gab es nicht so viel. Selbst in meiner Jugend ende der 80er/90er gab es nicht so viele Optionen wie heute. Wir, Freunde und ich,  haben draußen irgend welchen Unfug angestellt oder drinnen eins von wenigen Brettspielen gespielt. Haben Burgen aus Bauklötzen gebaut und die mit selbstgebauten Katapulten versucht die vom anderen Kaputt zu schießen, war reines Kopfkino (Mit Holzklotz untersützung), und hatte seine eigenen Regeln.
Will sagen "Wir haten ja nix". Hätte jemand da eine Einstiegsbox von Rollenspiel angeschleppt, wir hätten wir uns durchgewurschtelt. Egal ob das jetzt gut oder schlechtes Rollenspiel gewesen wäre, hatten wir es mit Sicherheit ein paar mal versucht.

Die Zeiten haben sich aber eben geändert, dieser Ansatz der damals geklappt hat, hat heute keine Chance. Da schaut man, als Kind/Jugendlicher, im Zweifelsfalle lieber Videos wo sich Leute auf die Fresse legen und blödelt rum, anstatt sich in sowas einzuarbeiten.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: YY am 11.02.2023 | 11:20
Witzigerweise kenne ich auch jemanden der lieber leitet und ganz und gar nicht spielt. Im Verhältnis dürften diese Personen in der deutlichen Minderheit sein.

Sind sie recht offensichtlich - und sie sind auch längst nicht genug, um durch "fehlende" Spielzeiten einen allgemeinen SL-Mangel auszugleichen.

Und fürs Protokoll: Ich leite auch fast ausschließlich.

Hinzu kommt noch, dass es auch irgendwie peinlich ist, wenn das Rollenspiel, das es am längsten gibt und das am intensivsten bespielt wird, so einen mittelmäßigen bis unterdurchschnittlichen Kram liefert und dass so viele offensichtliche Macken drin sind. Mir ist das völlig schleierhaft.

Bei dem Verweis auf Alter und Größe schwingt mir zu sehr die Vorstellung von einer linearen Entwicklung mit.
Da gab es doch immer - teils recht harte - Brüche und manch eine deutliche Veränderung hinter den Kulissen mit anderen Schreibern und Entscheidern bekommt man gar nicht unmittelbar mit.

"Einfach" die besten Produkte abzuliefern ist eine mögliche Strategie, sich am Markt zu behaupten - aber auch eine, von der WotC augenscheinlich nicht allzu viel hält :P

Heute Konkurriert das Rollenspiel mit mehr Freizeitbeschäftigen den Je um die Freizeit. Da kann man als angehender Spielleiter entweder Dreck fressen bis man den dreh halbwegs raus hat, oder bläst den kram ab und Spielt lieber irgend ein Call of Duty sonst was Multiplayer spiel mit seinen Freunden.

Diese Konkurrenz gab es zu meinen Jugendzeiten auch schon, nur die Spiele waren andere.

Da darf und sollte man auch einfach mal sagen: Rollenspiel kann Sachen, die andere Spiele schlecht bis gar nicht können - und das bleibt absehbar so.

Wenn ein angehender Rollenspieler das mal erkannt hat, kommt er tendentiell auch wieder.

Und man sollte bei dem Gedanken von der insgesamt verfügbaren Freizeit auch unterscheiden zwischen den Sachen, die man schnell verfügbar hat und zum eher stumpfen Zeitvertreib macht und jenen, die man plant und für die man sich vorbereitet.
Völlig unabhängig davon, was man denn genau mit etwas Vorlaufzeit macht (also auch etwas anderes als Rollenspiel): Wenn man diese Dinge nicht (mehr) macht und nur noch den jederzeit verfügbaren Unterhaltungsschlotz konsumiert, macht man mittel- und langfristig deutlich was falsch.

Der Spielleiterschwund ist ja durch unsere hiesige Vermutung, er bestünde, noch nicht empirisch belegt.

Schwund im Sinne einer neuen oder akuter werdenden Entwicklung vielleicht nicht.
Ein Mangel an Spielleitern ist aber eine so universelle Beobachtung, dass sich der Aufwand einer Datenerhebung zumindest für die reine Untermauerung nicht lohnt.

Wieviel Mitglieder im Tanelorn haben denn Kinder? Ich vermute die wenigsten, evtl. auch weil so gewollt. Vielleicht noch Neffen und Nichten...

Man erstelle eine Umfrage 8)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 11.02.2023 | 11:22
Wieviel Mitglieder im Tanelorn haben denn Kinder? Ich vermute die wenigsten, evtl. auch weil so gewollt. Vielleicht noch Neffen und Nichten...

Hab eines, ist gerade 21 Monate alt, ist der Grund warum ich seit ~2 jahren kein Spielleiter mehr mache. Werde ich aber wieder machen wenn es geht. Versuchen will ich es wenn die Kindergartenzeit anfängt und eine gewisse Regelmäsigkeit sich einstellt. Ich sehe mich nur als temporärer Schwund, und auf einem Con anfang Januar hab ich ja auch was geleitet.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: flaschengeist am 11.02.2023 | 11:48
Hab eines, ist gerade 21 Monate alt, ist der Grund warum ich seit ~2 jahren kein Spielleiter mehr mache. Werde ich aber wieder machen wenn es geht. Versuchen will ich es wenn die Kindergartenzeit anfängt und eine gewisse Regelmäsigkeit sich einstellt. Ich sehe mich nur als temporärer Schwund, und auf einem Con anfang Januar hab ich ja auch was geleitet.

Was mich daran erinnert, dass ich schon Spielleiter durch Geburt von Kindern (bzw. daraus resultierende Anforderungen) verloren habe. Deswegen haben rollenspielende Eltern erst Recht die Pflicht, solche Schäden wieder gut zu machen und ihre Kinder ans beste Hobby der Welt heran zu führen ;).
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Oberkampf am 11.02.2023 | 11:50
Also ich bin so ein Schwindespielleiter, mir macht das zu wenig Spaß für den Aufwand und ich leite noch zuende, was ich angefangen habe, dann versuche ich das drastisch zu reduzieren. Vielleicht biete ich nur noch Superheldenrollenspiele an, die werden nicht nachgefragt. Hauptgrund ist: Andere Sachen machen mir einfach mehr Spaß, als mir ein Abenteuer auszudenken, es vorzubereiten und am Tisch zu präsentieren. Als Spieler am Tisch sitzen ist ok, aber nicht unbedingt SL.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 11.02.2023 | 12:45
Was mich daran erinnert, dass ich schon Spielleiter durch Geburt von Kindern (bzw. daraus resultierende Anforderungen) verloren habe. Deswegen haben rollenspielende Eltern erst Recht die Pflicht, solche Schäden wieder gut zu machen und ihre Kinder ans beste Hobby der Welt heran zu führen ;).

Kenne eigentlich keine Rollenspielenden Eltern deren Kinder nicht auch das mitbekommen haben,... zugestanden von einigen weis ich es einfach nicht.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 11.02.2023 | 14:14
Es reicht doch eigentlich schon, einmal oder ein paar Mal bei einer Rollenspiel Sitzung dabei zu sein, um zu wissen, was das ist.

Nur drüber reden, schafft den Effekt nicht.
Man kann Neulingen noch soviel erklären- Mitmachen ist besser.
Und wenn mitmachen nicht geht, dann eben zuschauen.
Von mir aus auch per Video.

Wenn man darüber die Motivation aufbringt, sich in Regeln einzulesen, sollte einer ersten Sitzung eigentlich nichts mehr im Weg stehen.
(Außer vielleicht die Regeln selbst)

Was vielleicht auch noch hinzukommt- Hier schreiben Leute, dass sie schon seit Jahrzehnten Rollenspiel machen.
Die hatten dann vermutlich das (nicht zu unterschätzende) Glück mit den ersten Editionen diverser Systeme anzufangen.
- und die sind im Vergleich zu den Folgeversionen tatsächlich Pippifax.
(DSA 1, D&D 1, und Co)

Etwas was die "Altmeister" vielleicht nicht mehr mit der Kneifzange anfassen würden aber was für Neueinsteiger genau richtig wäre.

Ich frage mich aber sowieso, was an Komplizierter , komplexer noch besser sein soll.
Wenn es nach mir ginge, könnten Charakter Werte auch auf einen Bierdeckel passen.
Und alles mit einem Würfel gewürfelt werden.

Edit.
Klein Issi durfte auch bei den Großen mitspielen - dadurch lernt es sich leichter.
Aber wenn man ganz allein damit starten soll, dann würde ich auch sagen: Je leichter das Regelkorsett desto leichter der Einstieg für Neulinge.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Mogelpack am 11.02.2023 | 14:28
@ISSI
Zitat
Ich frage mich aber sowieso, was an Komplizierter , komplexer noch besser sein soll.
Wenn es nach mir ginge, könnten Charakter Werte auch auf einen Bierdeckel passen.
Und alles mit einem Würfel gewürfelt werden.

Da ist was dran. Mir sind Shadowrun, Ars Magica und DSA wegen der Regeln ein Gräul. Es gibt einen Grad von Regelkomplexität, welchen ich als ungangenehm und abschreckend empfinde. Gerade als Einsteiger im Spielen und vor allem Leiten sollte Neulinge sich vom System animieren lassen - und dann kommt erst der Hintergrund.

Mal abgesehen davon muss sich jeder Spieler zumindest auch mal als Spielleiter versuchen. Das ist eine Pflicht...schließlich hat das Hobby zwei Seiten im Tisch. Ich würde nie von einem Spieler verlangen, eine Runde Pathfinder zu leiten. Für den Anfang mal ne Runde Dungeonslayer ist auch O.K.

Wenn ich dann höre, das ist mir zu viel Arbeit, dann kommt bei mir nur an: "Wir haben doch so einen Typen hier, der macht das auch noch freiwillig. Den können wir auspressen wie eine Zitrone und zusätzlich auch noch Vorgaben machen, wie wir unsere Abenteuer gerne hätten."

Aktuell befindet sich in meiner fünfköpfigen Runde nur eine Person, der noch nie geleitet hat.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: YY am 11.02.2023 | 15:23
Was vielleicht auch noch hinzukommt- Hier schreiben Leute, dass sie schon seit Jahrzehnten Rollenspiel machen.
Die hatten dann vermutlich das (nicht zu unterschätzende) Glück mit den ersten Editionen diverser Systeme anzufangen.
- und die sind im Vergleich zu den Folgeversionen tatsächlich Pippifax.

Ich weiß zwar nicht genau, wann ich angefangen habe, aber das dritte Jahrzehnt mache ich entweder demnächst voll oder habe es kürzlich erreicht.
Und ich habe längst nicht mehr mit irgendwelchen Urversionen angefangen, sondern mit damals schon recht weit gewucherten Zweit- und Dritteditionen.
Auch da haben wir uns reingefuchst - der Knackpunkt ist aber: Das Hobby folgt schon seit einer kleinen Ewigkeit nicht mehr der allgemeinen Entwicklung der frühen Phase hin zu mehr Komplexität.
Eine flächendeckende Gegenbewegung gibt es zwar auch nicht, aber unterm Strich findet heute - und das schon seit Längerem - jeder etwas auf dem ihm genehmen Komplexitätsgrad, ob sich das am unteren Ende nun explizit an Anfänger richtet oder nicht.


Etwas was die "Altmeister" vielleicht nicht mehr mit der Kneifzange anfassen würden aber was für Neueinsteiger genau richtig wäre.

Andersrum fasse ich so gut wie nichts mehr an, was unnötig komplex (geworden!) ist.
Dazu:
Ich frage mich aber sowieso, was an Komplizierter , komplexer noch besser sein soll.

Per se ist das nicht besser.
Allgemein gesprochen würde ich eher sagen, das ist grundsätzlich schlecht und wird nur im Einzelfall davon aufgewogen, dass man von der erhöhten Komplexität einen relevanten spielerischen Mehrwert hat. Das begegnet mir aber sehr selten.

Da schon das Stichwort Charakterbogen fiel: Es muss für mich schon einen verdammt guten Grund haben, dass ein Charakterbogen zwei Seiten hat bzw. "braucht".
Das taugt mMn gerade so nicht als pauschales K.O.-Kriterium, aber trägt schon ziemlich weit.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 11.02.2023 | 15:43
Ich weiß zwar nicht genau, wann ich angefangen habe, aber das dritte Jahrzehnt mache ich entweder demnächst voll oder habe es kürzlich erreicht.
Und ich habe längst nicht mehr mit irgendwelchen Urversionen angefangen, sondern mit damals schon recht weit gewucherten Zweit- und Dritteditionen.
Auch da haben wir uns reingefuchst - der Knackpunkt ist aber: Das Hobby folgt schon seit einer kleinen Ewigkeit nicht mehr der allgemeinen Entwicklung der frühen Phase hin zu mehr Komplexität.
Eine flächendeckende Gegenbewegung gibt es zwar auch nicht, aber unterm Strich findet heute - und das schon seit Längerem - jeder etwas auf dem ihm genehmen Komplexitätsgrad, ob sich das am unteren Ende nun explizit an Anfänger richtet oder nicht.
Ja, mit den fünften Editionen versucht man gefühlt etwas zurück zu rudern.
(Nach dem, was in den vierten zum Teil verbrochen wurde)
Aber auch nicht in dem Maß, das man sagen könnte, es kommt ganz frühen Editionen nahe ( und deren Einfachheit*).

Aber vielleicht bräuchte es genau die wieder, um Neueinsteiger (selbständig/eigenständig )zum  Leiten zu motivieren.

*
Rollenspiel Einstieg war zu Beginn Mal "Kinderleicht."
Manche würden vielleicht sagen: "So eine "Kinderkacke" spiele ich heute nicht mehr."
Und das ist vielleicht auch der Grund, warum man nicht mehr dazu zurückkehrt.
Sondern die Komplexität nur noch, so gut es geht, abmildert.

Edit.
Was möglicherweise dazukommt (Das kann ich nicht einschätzen, nur vage in den Raum stellen):
An Regeln, die auf ein paar Seiten passen, lässt sich weniger verdienen, als wenn man erst mehrere dicke Bände braucht, bevor man in der Lage ist zu spielen.

Will sagen- selbst wenn ich mir noch gar nicht sicher bin, ob Rollenspiel überhaupt was für mich ist, bin ich als Neuling (Ohne Support) nicht selten gezwungen, erstmal eine ganze Stange Geld auszugeben, nur um das Herauszufinden.

Und das dürfte vermutlich ebenfalls einige abschrecken.
Eigentlich klar, dass sich das Leute lieber vorher erstmal unverbindlich anschauen wollen (Durch Probespiel z.B) bevor sie darin investieren.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Maarzan am 11.02.2023 | 18:44
Auch damals wurde (auch) aufgehört, weil nach dem einfachen Einstieg dann nichts mehr erkennbares nachkam, also vor der DSA Ausbaubox oder wenn die blaue D&D Box regional nicjht verfügbar war.
Leichter Einstieg ist nicht alles. Der Fisch muss auch solange nach dem ersten Beißen gehalten werden, dass er tatsächlich schluckt.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 11.02.2023 | 21:42
Ich glaube übriegens nicht das die ganz einfachen Rollenspiele mich dabei gehalten hätten, aber ich sehe durchaus die Sache das es anfänger abschrecken kann wenn man ihnen ein 500 Seiten hardcover hinknallt und sagt "das sind die Regeln zum Spiel".

Mir wurde gesagt das "derzeit" viele Regelwerke mit einer Anfängerbox auf den Markt kommen,.... da ich aber mit dem was ich habe reichlich glücklich bin schaue ich derzeit auch nicht auf den Markt. Ich könnte mir durchaus vorstellen das "die Entwckler" das durchaus im Blick haben.

Aber man kann es eh nie allen recht machen ;)  (und das ist ja auch gut so)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Eismann am 11.02.2023 | 21:48
Halbwegs in dem Kontext: In D&D5 kommt man als Spieler recht leicht rein, weil man über die Stufen verteilt nach und nach Auswahloptionen erhält, die das Spiel über viele Spielsitzungen verteilt nach und nach komplexer machen. Als SL hingegen muss man deutlich mehr auf dem Zettel haben. Der Unterschied in den benötigten Fähigkeiten dürfte nicht allzu gering sein. Könnte mir vorstellen, dass das ein Faktor ist, warum gerade bei D&D5 mit seinen vielen Einsteigern mit dem SL-Nachwuchs so seine Schwierigkeiten hat. In den SL-Job kann man nicht so einfach reinrutschen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 11.02.2023 | 22:13
Halbwegs in dem Kontext: In D&D5 kommt man als Spieler recht leicht rein, weil man über die Stufen verteilt nach und nach Auswahloptionen erhält, die das Spiel über viele Spielsitzungen verteilt nach und nach komplexer machen. Als SL hingegen muss man deutlich mehr auf dem Zettel haben. Der Unterschied in den benötigten Fähigkeiten dürfte nicht allzu gering sein. Könnte mir vorstellen, dass das ein Faktor ist, warum gerade bei D&D5 mit seinen vielen Einsteigern mit dem SL-Nachwuchs so seine Schwierigkeiten hat. In den SL-Job kann man nicht so einfach reinrutschen.

ich weis zwar nicht wie groß die unterschiede zwischen der 3.5 und der 5 sind aber es war tatsächlich die schwirigkeit alle feats der Gruppe zu überblicken welche den SL dazu brachte es hinzuwerfen. Er hatte uns etwas vorgesezt was er dachte es wäre eine herausforderung und tatsächlich war in der ersten Runde der Hauptgegner tod.

Und ja wenn ich die paar heftchen mit denen ich angefangen habe (D&D rote box) mit etwa dem "Runequest Rollenspiel in Gloarnta" (dem dicksten Wälzer den ich gerade in griffnähe hier habe) vergleiche ist das schon etwas das ich durchaus als mögliches hemniss sehe. (Das die D&D regeln dann alle zusammen von allen boxen durchaus auf ähnliches Volumen kommen könnten mal dahingestellt.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: nobody@home am 11.02.2023 | 22:16
Halbwegs in dem Kontext: In D&D5 kommt man als Spieler recht leicht rein, weil man über die Stufen verteilt nach und nach Auswahloptionen erhält, die das Spiel über viele Spielsitzungen verteilt nach und nach komplexer machen. Als SL hingegen muss man deutlich mehr auf dem Zettel haben. Der Unterschied in den benötigten Fähigkeiten dürfte nicht allzu gering sein. Könnte mir vorstellen, dass das ein Faktor ist, warum gerade bei D&D5 mit seinen vielen Einsteigern mit dem SL-Nachwuchs so seine Schwierigkeiten hat. In den SL-Job kann man nicht so einfach reinrutschen.

Zumindest nicht bei D&D, gerade auch, weil sich die Ansprüche mit steigenden Stufen zwangsläufig ändern -- es weigert sich gewissermaßen gerade durch die regelmäßigen Level- und sonstigen Powerups, auf längere Sicht überhaupt dasselbe Spiel zu bleiben, und damit ergibt sich für Spieler und insbesondere SL die Zusatzanforderung, mit dieser Entwicklung bitteschön Schritt zu halten. Systeme mit weniger drastischen Aufstiegskurven (es ist ja beispielsweise längst nicht alles, was sich Rollenspiel schimpft, überhaupt klassen- und stufenbasiert) würden da mMn so mancher SL deutlich eher entgegenkommen...aber von denen muß man dann auch erst mal wieder erfahren, daß sie da sind, weil sie weniger Hypefeuerwerker zur Verfügung haben als eben D&D & Co.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: YY am 12.02.2023 | 09:23
Rollenspiel Einstieg war zu Beginn Mal "Kinderleicht."
Manche würden vielleicht sagen: "So eine "Kinderkacke" spiele ich heute nicht mehr."
Und das ist vielleicht auch der Grund, warum man nicht mehr dazu zurückkehrt.
Sondern die Komplexität nur noch, so gut es geht, abmildert.

Wie ich schrieb: Die Zeiten sind aber auch schon lange vorbei und die Mehrzahl jener, die im Jugendalter eingestiegen und noch aktiv sind, ist mit mittel komplexen Spielen "aufgewachsen".

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir damals auch sehr schnell "mehr Futter" wollten und uns jede Regelerweiterung zumindest angeschaut haben.
Das hat sich im Vergleich zu früher bei mir deutlich geändert, weil ich da heute viel strenger auswähle, was ich überhaupt dazunehme und was ich - wenn überhaupt - selber mache.

Ja, wer als Anfänger in eine bestehende Gruppe, die bereits mit zig Erweiterungen spielt, reinkommt, muss sich erstmal in vieles einlesen.
Aber da ist es doch auch der Normalfall, dass der Neuling etwas spielt, wo er nicht unbedingt alle Erweiterungen verinnerlicht haben muss.

Mir kommt dieser Gedanke, dass der Einstieg heute für Anfänger "technisch" so viel schwerer wäre, immer ein bisschen schräg vor.
Auch früher hat doch keiner erst mal auf Verdacht eine komplette Reihe gekauft und dann einsam und ratlos vor dem Bücherberg gesessen.

Da trägt eher die angeklungene Perspektive von verschobenen Erwartungshaltungen.

aber von denen muß man dann auch erst mal wieder erfahren, daß sie da sind, weil sie weniger Hypefeuerwerker zur Verfügung haben als eben D&D & Co.

Ich tue mir nach wie vor schwer mit der Vorstellung, dass ein "moderner" junger Mensch nicht in kürzester Zeit herausbekommen kann, was es da alles gibt, sobald D&D5 oder auch nur das Grundkonzept Rollenspiel bekannt sind.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Weltengeist am 12.02.2023 | 09:48
Mir kommt dieser Gedanke, dass der Einstieg heute für Anfänger "technisch" so viel schwerer wäre, immer ein bisschen schräg vor.
Auch früher hat doch keiner erst mal auf Verdacht eine komplette Reihe gekauft und dann einsam und ratlos vor dem Bücherberg gesessen.

Das nicht, aber heute sind ja bereits die Basisregelwerke absolute Klopper. Um mal das Beispiel D&D zu nehmen: Schon das Player's Handbook als absolutes Grundwerk hat 312 Seiten. Das kann man zumindest mit meinem Rollenspieleinstieg (64 Seiten "Buch der Regeln" für DSA, dazu mit weniger Text pro Seite) nun wirklich nicht mehr vergleichen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Undwiederda am 12.02.2023 | 09:54
Ich habe mit ad&d und d&d 3 angefangen, was wesentlich komplexer war und es ging auch und ich denke, dass es immer auf die Zeit ankommt wo man ins Hobby kam und heute gibt es eben wesentlich leichtere Systeme und halt auch komplexere
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: YY am 12.02.2023 | 10:04
Schon das Player's Handbook als absolutes Grundwerk hat 312 Seiten. Das kann man zumindest mit meinem Rollenspieleinstieg (64 Seiten "Buch der Regeln" für DSA, dazu mit weniger Text pro Seite) nun wirklich nicht mehr vergleichen.

Mit (m)einem Shadowrun 2 mit knapp 300 Seiten allerdings schon.
Und mein DSA-Einstieg war das Abenteuer-Basis-Spiel plus MSZ, das bewegte sich dann auch in ähnlichen Dimensionen. 

Da kann man jetzt noch philosophieren, was ich als Einsteiger von dem ganzen Zeug überhaupt unmittelbar lesen und kennen muss, aber das gilt dann auch wieder für 5E und wird unterm Strich genau so vergleichbar sein.


Ich bleibe dabei: "technisch" schwerer geworden ist der Einstieg seit 30 Jahren nicht.
Höchstens hat sich die Erwartungshaltung der Anfänger geändert und beim Einstieg in seit Urzeiten bestehende Gruppen wird natürlich gerne mal übertrieben bei der Frage, was man denn in absehbarer Zukunft alles wissen und kennen sollte. Das ist dann aber eben ein Fehler der jeweiligen Gruppe und nicht der Präsentation des Regelwerks.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: nobody@home am 12.02.2023 | 10:09
Das nicht, aber heute sind ja bereits die Basisregelwerke absolute Klopper. Um mal das Beispiel D&D zu nehmen: Schon das Player's Handbook als absolutes Grundwerk hat 312 Seiten. Das kann man zumindest mit meinem Rollenspieleinstieg (64 Seiten "Buch der Regeln" für DSA, dazu mit weniger Text pro Seite) nun wirklich nicht mehr vergleichen.

Oder etwas anders ausgedrückt: das "D&D" von heute entspricht ziemlich genau dem "Advanced Dungeons & Dragons" der späten Siebziger, nebenbei auch schon mit PHB/DMG/MM-Dreiteilung und in reiner Buchform mit "Die Würfel müßt ihr anderswo finden". Ich will nicht ausschließen, daß auch damit seinerzeit schon Leute von Null auf gleich ihren Weg ins Hobby gefunden und ohne vorherige Spielerfahrung eine Gruppe gegründet haben, aber mir persönlich wäre der Gedanke damals gar nicht gekommen -- für Einsteiger gab's ja neben natürlich "Basic D&D" schon früh auch leichtgewichtigere komplette Systemalternativen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 12.02.2023 | 11:12
@
YY
Und bist Du damit direkt ins Rollenspiel eingestiegen, ohne zu wissen, wie das funktioniert?
Oder hast Du vorher schon Mal irgendwo mitgespielt?

(Das ist mMn. ein entscheidender Unterschied)

Und auch mein Punkt. - Wenn du als Neuling quasi unwissend ins kalte Wasser springst, dann können (müssen nicht) viele Regeln ein Hindernis sein.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Weltengeist am 12.02.2023 | 11:16
Höchstens hat sich die Erwartungshaltung der Anfänger geändert und beim Einstieg in seit Urzeiten bestehende Gruppen wird natürlich gerne mal übertrieben bei der Frage, was man denn in absehbarer Zukunft alles wissen und kennen sollte. Das ist dann aber eben ein Fehler der jeweiligen Gruppe und nicht der Präsentation des Regelwerks.

Meiner Meinung nach schon. Denn wir reden ja hier im Thread über fehlende Spielleiter, insbesondere solche, die nicht von der Gruppe angelernt wurden, sondern sich ihr Handwerk selbst beibringen. Und da halte ich es didaktisch schlicht für eine Katastrophe, wenn die eigentlichen Spielregeln beispielsweise bei D&D ab Seite 171 (irgendwo hinter "Customization Options") kommen. Auf D&D beschränkt ist das natürlich auch nicht - der Aufbau "erst einmal präsentieren wir auf 100+ Seiten sämtliche Regeln für den Charakterbau bis einschließlich Stufe 20, dann kommen irgendwann die eigentlichen Spielregeln" ist ja geradezu der Standard geworden.

Und nein, dass du oder ich seinerzeit auch damit zurecht gekommen sind, finde ich hier als Argument hier wenig zielführend. Das ist so, als ob Klatschi schreiben würde, dass er ja schließlich auch für alle Figuren und Props baut und dass das ja deshalb machbar ist. Wir reden hier von der breiten Masse der heutigen Rollenspielinteressierten, nicht davon, was besonders engagierte Einzelexemplare (noch dazu aus einer Zeit, als man generell noch mehr gelesen hat und weniger Ablenkungen hatte) hinbekommen haben.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Crimson King am 12.02.2023 | 11:31
Das nicht, aber heute sind ja bereits die Basisregelwerke absolute Klopper. Um mal das Beispiel D&D zu nehmen: Schon das Player's Handbook als absolutes Grundwerk hat 312 Seiten. Das kann man zumindest mit meinem Rollenspieleinstieg (64 Seiten "Buch der Regeln" für DSA, dazu mit weniger Text pro Seite) nun wirklich nicht mehr vergleichen.

Die Einstiegsbox hat glaube ich 32 Seiten für Spieler und weitere 64 für die SL.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 12.02.2023 | 12:38
Bezüglich dieser "Einsteigerboxen" frage ich mich: wie viele Spieler da draussen kommen zum Rollenspiel dadurch das sie  aus sich selbst herraus, ohne jemals kontakt gehabt zu haben, sich die Regeln kaufen?

Ich weis das ich damals in den frühen 80ern immer wieder mal vor der roten box gestanden bin und mich fragte "was ist das eigentlich?" aber zum kaufen auf gut glück war es mir damals einfach zu teuer,... schliesslich hatte jemand im Schachclub die Box dabei und brauchte sie nicht mehr (wegen umstieg auf ... Rolenmaster (?)) und ich hab sie mir ausgeliehen.

Aber es gibt eben auch die andere Möglichkeit in das Hobby zu kommen die ich deutlich häufiger erlebt habe, man erwähnt beiläufig das man rollenspiel macht und jemand frägt 'was ist denn das?' und man erklärt etwas und hat am nächsten Spielabend einen neuen spieler an der backe,...
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: YY am 12.02.2023 | 12:52
@
YY
Und bist Du damit direkt ins Rollenspiel eingestiegen, ohne zu wissen, wie das funktioniert?
Oder hast Du vorher schon Mal irgendwo mitgespielt?

Ein Kumpel hat die DSA-Box angeschleppt und wir haben einfach drauflosgespielt - mit mir als Spielleiter.

Kurz danach haben wir festgestellt, dass ein paar Ältere aus dem Freundes- und Bekanntenkreis schon eine Weile spielen und sind da auch noch mit eingestiegen. Das war dann natürlich ein großer Schritt nach vorne, aber ich bin mir sicher, dass wir auch ohne diesen Umstand weitergespielt hätten. Dann hätte es eben etwas länger gedauert, bis der Horizont sich erweitert.

Und nein, dass du oder ich seinerzeit auch damit zurecht gekommen sind, finde ich hier als Argument hier wenig zielführend.
...
Wir reden hier von der breiten Masse der heutigen Rollenspielinteressierten, nicht davon, was besonders engagierte Einzelexemplare (noch dazu aus einer Zeit, als man generell noch mehr gelesen hat und weniger Ablenkungen hatte) hinbekommen haben.

Die geringere Zahl an Ablenkungen sehe ich zumindest für mein damaliges Umfeld so nicht.
Da finde ich eher die Frage interessant und relevant, ob und warum wir es damals besser hinbekommen haben, das Wichtige aus der stellenweise ungünstigen Präsentation rauszupicken (kulturpessimistisches Gefasel in Richtung Smartphone-Verdummung & Co. hätte ich natürlich parat ;D).
Gerade Shadowrun 2 ist da eher ein Hindernis als eine Hilfe, wenn ich so ins Buch schaue. Aber es hat mich damals nicht gestört und ich habe relativ früh in meiner "Systemfresserzeit" ausufernde Einführungsabschnitte als überflüssig empfunden und hätte die lieber gar nicht im Buch gehabt, weil die mich gefühlt nur anfüttern und ich dann später noch mal den "richtigen" Inhalt beackern muss.

Heute sage ich: Im Brettspielbereich könnte man sich da durchaus was abgucken. Dort gibt es Regelwerke, die einen vom kleinen zum großen führen, bei denen der Anfangs-/Einstiegsbereich aber nie überflüssig wird.
Das ist aber auch dort keine Selbstverständlichkeit und auf Autorenseite schon eine ziemlich hohe Kunst.


Als etwas banaleres Beispiel sei auf das aktuelle Mongoose Traveller verwiesen:
Da gibts nach wenigen Seiten allgemeiner Einführung (inklusive Inhaltsverzeichnis) eine Zusammenfassung der Charaktererschaffung, ein Flowchart (!), ein kommentiertes Charakterblatt (!) und dann gehts an den eigentlichen Regelteil.
Wer davon nicht abgeholt wird, dem ist nicht mehr zu helfen.
 
Mit dem direkten Vergleich zu Shadowrun 2 könnte man da vielleicht etwas fies sein und sagen: weil Traveller "halb" settingagnostisch ist, hat man es da geschafft, sich nicht in Timeline und Kurzgeschichten zu verzetteln... :P ;)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 12.02.2023 | 12:52
Bezüglich dieser "Einsteigerboxen" frage ich mich: wie viele Spieler da draussen kommen zum Rollenspiel dadurch das sie  aus sich selbst herraus, ohne jemals kontakt gehabt zu haben, sich die Regeln kaufen?
Von den wenigen, die ich kenne, die schon sehr lange spielen:
Tatsächlich keiner.

Die, die ihre Runden quasi aus dem Nichts gestartet haben, haben ihre Einsteigerboxen geschenkt bekommen.
Die einen von den Eltern (Die ebenfalls keine Ahnung hatten, was das ist)
Die anderen von den Paten.

Und da man das Ding Mal hatte, hat man eben angefangen, sich damit zu beschäftigen. (So die Erzählungen)
War glaube ich in allen Fällen - DSA.

Edit.
Ich habe leider keine Ahnung, was so eine Box damals gekostet hat.
Weiß das zufällig jemand?
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: nobody@home am 12.02.2023 | 13:17
Bezüglich dieser "Einsteigerboxen" frage ich mich: wie viele Spieler da draussen kommen zum Rollenspiel dadurch das sie  aus sich selbst herraus, ohne jemals kontakt gehabt zu haben, sich die Regeln kaufen?

Na ja, ich persönlich bin wahrscheinlich ohnehin der Ausnahmefall: zum Rollenspiel gekommen bin ich eigentlich über das Thema Computerspiele (damals gab's noch kein Internet wie heute und den PC als spätere Standardplattform mußte IBM auch erst noch erfinden, also war auch das noch eine recht andere Welt), die Idee, das eine oder andere in Ermangelung eines eigenen Rechners mal mit Bleistift und Papier umzusetzen zu versuchen, und eine Rezension der Urversion von Wizardry in einem damaligen Computermagazin. Der Erstkontakt mit "richtig offiziellem" Rollenspiel (in meinem Fall DSA1) kam bei mir also erst nach den ersten eigenen unbeholfenen Gehversuchen.

Ich vermute allerdings, daß auch heute noch eine Reihe von Spielern übers Computerrollenspiel und dann die Entdeckung, daß es so was auch in ganz offline zusammen mit anderen Menschen um einen altmodischen Spieltisch herum gibt, ins Hobby kommen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 12.02.2023 | 14:19
Ein Kumpel hat die DSA-Box angeschleppt und wir haben einfach drauflosgespielt - mit mir als Spielleiter.

Kurz danach haben wir festgestellt, dass ein paar Ältere aus dem Freundes- und Bekanntenkreis schon eine Weile spielen und sind da auch noch mit eingestiegen. Das war dann natürlich ein großer Schritt nach vorne, aber ich bin mir sicher, dass wir auch ohne diesen Umstand weitergespielt hätten. Dann hätte es eben etwas länger gedauert, bis der Horizont sich erweitert.

Die geringere Zahl an Ablenkungen sehe ich zumindest für mein damaliges Umfeld so nicht.
Da finde ich eher die Frage interessant und relevant, ob und warum wir es damals besser hinbekommen haben,
Weil ihr es musstet?

Die frühen Rollenspieler hatten ja gar keine andere Wahl als mit dem klarzukommen, was es gab. (Bzw. mit dem, was es alles noch nicht gab)

Heute gibt es die Wahl sich den Einstieg leichter zu machen, sehr wohl.
(Mehr Gruppen, mehr Bekanntheit etc. aber auch genug Fantasy Alternativen , z.B  in Form von PC Games)
Ist eigentlich klar, dass man die gegebenen Möglichkeiten auch nutzen möchte.

Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Bad_Data am 12.02.2023 | 14:21
Bezüglich dieser "Einsteigerboxen" frage ich mich: wie viele Spieler da draussen kommen zum Rollenspiel dadurch das sie  aus sich selbst herraus, ohne jemals kontakt gehabt zu haben, sich die Regeln kaufen

Von den wenigen, die ich kenne, die schon sehr lange spielen:
Tatsächlich keiner.

Ich habe so angefangen. Ich habe mir damals DSA Kram geholt, Leute zusammen gesucht und rumgestümpert, bis es funktioniert hat.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: YY am 12.02.2023 | 14:25
Weil ihr es musstet?

Die frühen Rollenspieler hatten ja gar keine andere Wahl als mit dem klarzukommen, was es gab. (Bzw. mit dem, was es noch nicht gab)

Nein, weil wir es wollten.

Und immer wieder: wir hatten sehr wohl noch mehr Optionen als uns entweder mit Schweiß und Tränen in das völlig unerschließ- und ungenießbare DSA einzufuchsen oder eben weiter der Kuhscheiße beim Trocknen zuzugucken.

Heute gibt es die Wahl sich den Einstieg leichter zu machen, sehr wohl.

Also gibt es gar kein Einstiegsproblem? :think: wtf?
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 12.02.2023 | 14:33
Nein, weil wir es wollten.

Lass es mich so ausdrücken:
Weil ihr spielen wolltet, musstet ihr.

Dass ihr nichts gemusst hättet, hättet ihr nicht gewollt, ist klar.  ;D
Ändert aber rein gar nichts an der Sache, dass die Möglichkeiten sich Hilfe zu holen damals begrenzter war.

Einsteiger heute, steigen unter anderen Bedingungen ein.
Was auf den ersten Blick vielleicht leichter erscheint, muss es auf den zweiten nicht sein.

Edit folgt.
Gerade als Fantasy Fan gibt es unzählige Alternativen, die man stattdessen machen könnte.
Dazu gibt es andere Gruppen nicht nur vom Hören, Sagen, oder per Zufall. - Es gibt sie zu Hauf- klar, dass Anfänger auch diese Ressource nutzen wollen, bevor sie selbst ins Blaue hinein starten oder investieren.
Kann man ihnen eigentlich nicht vorwerfen, oder?

Hättet ihr sicher auch gemacht.
Und habt ihr auch damals getan.
- Ihr habt von einer Gruppe gehört, die schon länger spielt, und seid dort eingestiegen.
 Das ist absolut nachvollziehbar.
Auch weil es euch geholfen hat, wie Du selbst schreibst.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: YY am 12.02.2023 | 15:06
Einsteiger heute, steigen unter anderen Bedingungen ein.
Was auf den ersten Blick vielleicht leichter erscheint, muss es auf den zweiten nicht sein.

Und was macht den nur scheinbar leichteren Einstieg jetzt schwerer?
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 12.02.2023 | 15:18
Und was macht den nur scheinbar leichteren Einstieg jetzt schwerer?
Lass es mich so ausdrücken:
Würde ich heute oder morgen in das Hobby einsteigen, würde ich vorher auch erstmal irgendwo Probe spielen wollen, bevor ich irgendwas kaufe oder mich alleine durchwälze.
Weil es aus meiner Sicht dumm wäre, das nicht zu tun.
Gerade, wenn ich noch nicht Mal weiß ob mir Rollenspiel überhaupt Spaß macht.

Und ein: Wir mussten das früher schließlich auch! (Weil wir es wollten) :korvin:
Würde das nicht ändern.

Edit.
Problem ist, wenn es zu wenig erfahrene SL für zu viele Neu Spieler gibt, die das erst Mal testen wollen.

Zum - " Ich akzeptiere, dass ich nirgendwo Probespielen kann, kaufe mir das Spiel trotzdem auf Verdacht, und wälze mich alleine dadurch, wie einst die ersten Rollenspieler"- reicht es dann verständlicherweise bei vielen nicht.
(So meine Vermutung)

Was heute frisch rauskommt, hat auch nicht mehr DSA 1 Niveau.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: YY am 12.02.2023 | 15:36
Das passt doch immer noch nicht mit dem Problem bzw. der Frage zusammen, ob die Regelwerke heute so viel unzugänglicher sind.

Wie ist denn "ich will mir das erst mal angucken" anders als wenn da ein Kumpel mit einer schon gekauften Box steht und fragt: Willst du mitspielen?
Ich persönlich musste doch selbst damals auch in keiner Weise in Vorleistung treten.

Den Schritt können wir also getrost abhaken, weil die Unterscheidung, ob die Information "Es gibt Rollenspiel" zeitlich perfekt mit dem ersten Spielangebot zusammenfällt oder nicht, völlig irrelevant ist.

Jetzt wissen wir, dass es Rollenspiel gibt und sind in einer Erstrunde gelandet.
Was macht ein heutiges Regelwerk jetzt unzugänglicher oder zugänglicher als die Regelwerke von vor 30 Jahren, die eben nicht mehr die schlanken Erstlinge waren?
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 12.02.2023 | 15:41
Das passt doch immer noch nicht mit dem Problem bzw. der Frage zusammen, ob die Regelwerke heute so viel unzugänglicher sind.

Wie ist denn "ich will mir das erst mal angucken" anders als wenn da ein Kumpel mit einer schon gekauften Box steht und fragt: Willst du mitspielen?
Ich persönlich musste doch selbst damals auch in keiner Weise in Vorleistung treten.

Den Schritt können wir also getrost abhaken,
Sorry aber Rollenspiel ist nicht nur eine Zeit, sondern auch eine Geldfrage.

Wenn ich nicht das Glück habe, dass ein Freund bei mir vorbei schneit, mit der Box in der Hand, dann muss ich mir das Spiel kaufen, idR. von meinem Geld, (ohne zu wissen, ob das was für mich ist)
Und häufig auch ohne zu wissen ob ich überhaupt (einen) Mitspieler habe.

Edit.
Mit einem Buch ist es bei vielen Systemen auch längst nicht getan.
Was bedeutet, dass idR. noch mit viel größeren Investitionen zu rechnen ist, möchte man das Hobby irgendwann ernsthaft betreiben.

Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: YY am 12.02.2023 | 15:52
Und ich finde nicht heraus, dass es legal kostenlose Spiele gibt?

Klar, wenn ich ausgerechnet einzig und allein D&D spielen will, muss ich mir dann vielleicht unter Heulen und Zähneklappern eine Einsteigerbox kaufen (im Extremfall sogar alleine und nicht mit meinen potentiellen Mitspielern zusammen), wenn ich sie mir nicht schenken lasse oder in der Stadtbücherei ausleihe (wo ich dann aber wieder 30 km hinlaufen muss - hin und zurück bergauf, versteht sich).

Mit einem Buch ist es bei vielen Systemen auch längst nicht getan.
Was bedeutet, dass idR. noch mit viel größeren Investitionen zu rechnen ist, möchte man das Hobby irgendwann ernsthaft betreiben.

Wenn man das Hobby "ernsthaft" betreiben will, macht man möglichst viel selbst ;)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 12.02.2023 | 16:11
Und ich finde nicht heraus, dass es legal kostenlose Spiele gibt?

Klar, wenn ich ausgerechnet einzig und allein D&D spielen will, muss ich mir dann vielleicht unter Heulen und Zähneklappern eine Einsteigerbox kaufen (im Extremfall sogar alleine und nicht mit meinen potentiellen Mitspielern zusammen), wenn ich sie mir nicht schenken lasse oder in der Stadtbücherei ausleihe (wo ich dann aber wieder 30 km hinlaufen muss - hin und zurück bergauf, versteht sich).

Wenn man das Hobby "ernsthaft" betreiben will, macht man möglichst viel selbst ;)
Ich bin mir nicht sicher, ob und wie viele  Neueinsteiger du kennst.
Deshalb nur so als Tipp: Wenn sie mit Rollenspiel das erste Mal in Kontakt kommen, dann idR. mit den bekannten Platzhirschen.
Nicht/selten mit irgendwelchen Geheimtipps und Nischensystemen.

Und bevor sie verstehen, dass sie viel selbstmachen können, müssen viele erstmal wissen, wie Spielen überhaupt funktioniert.
Wie Abenteuer überhaupt funktionieren.

Ich habe bereits etliche Neueinsteiger ins Hobby und auch zum Leiten gebracht.
Nur falls Du dich fragst, wie ich zu dieser gewagten Einschätzung komme.
 :)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: YY am 12.02.2023 | 16:31
Wenn sie mit Rollenspiel das erste Mal in Kontakt kommen, dann idR. mit den bekannten Platzhirschen.

"Meine" Neueinsteiger nicht ;)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 12.02.2023 | 16:39
"Meine" Neueinsteiger nicht ;)
Das glaube ich.

Gerade wenn jmd. als SL ein alternatives System für Neueinsteiger anbietet, dann kann auch das locken.

Wenn Du jetzt aber hier und heute, weltweit  lauter "Nicht - Rollenspieler" oder "Noch-nicht Rollenspieler" fragen würdest, von welchem Rollenspielsystem sie schon mal gehört haben, dann würden viele eben doch "DnD" antworten, nicht "Heartbreaker X."
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Arkam am 12.02.2023 | 22:56
Hallo zusammen,

ich denke bei den heutigen Regelwerken sind es drei Sachen die den Einstieg erschweren.
1) Es beginnt nicht mit der Charaktererschaffung und den Basisregeln sondern gerne mit dem Hintergrund. Bei Shadowrun 5. Edition komme ich erst auf Seite 64 zur Charaktererschaffung. Ich kann mir vorstellen das man bis dahin schon das Interesse verloren hat. Frostzone hat mich da mit der Charaktererschaffung auf Seite 128 auch als Altrollenspieler abgehängt.
2) Eine freie Charaktererstellung oder Klassensysteme mit sehr vielen Klassen und möglichst noch verschiedenen Klassen sorgen dafür das ich viele mögliche Kombinationen habe. Gerade wenn man mit vielen Herausforderungen spielt, also viele D&D Editionen und von D&D inspirierte Spiele ist der Weg zu einem Charakter der sich fähig anfühlt schwierig.
3) Die Auswahl an Zusatzbänden ist so groß das man, nur mit den Informationen aus den Grundregeln, das Gefühl hat nur ein unvollständiges Spiel zu spielen oder zumindest seinen Charakter damit zu schwächen.

Für Anfänger kommt dann noch das Ding mit den Würfeln. Klar kann man die auch durch eine App ersetzen aber wissen das auch Anfänger? Im dümmsten Falle will man also losspielen und das nötige Zubehör fehlt.

Wenn ich mich dann durch die Regeln nicht habe abschrecken lassen kommt mit dem nötigen Abenteuer der nächste Stolperstein. Bei DSA 1. Edition konnte man erst Mal ein Soloabenteuer spielen aus dem man dann in ein anschließendes Gruppenabenteuer entlassen wurde. Wieder eine Komponente die fehlen kann und dann entweder zu einer Verzögerung und eventuell einer Aufgabe führen kann.

Da brauche ich dann als Spielleiter noch nicht Mal ein extrem gutes und erfahrenes Beispiel eines anderen Spielleiters um aufzugeben. Denn alleine der Mehraufwand für den Hintergrund reicht gerade bei den Metaplot orientierten Systemen schon.
Bei D&D kann dann ja auch noch die Wahl einer Hintergrundwelt und der Zusatzband oder gar die Zusatzbände für Spielleitung und Spieler dazu kommen. Mal abgesehen davon das ja die Auswahl immer noch groß ist.
Je nach System und Abenteuer brauche ich dann noch einen Band mit Monstern weil die Werte bei den Abenteuern auch nicht mehr genannt werden.

Wenn ich das so in geballter Form lese wundere ich mich das es überhaupt noch neue Spielleiter gibt.Auf der anderen Seite verstehe ich jetzt sehr viel besser warum man sich an offiziellem Material entlanghangelt und nichts eigenes schreibt. Die Sorge etwas zu übersehen was meinen Mitspielenden aufstoßen könnte ist einfach zu groß.

Gruß Jochen
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 13.02.2023 | 10:54
3) Die Auswahl an Zusatzbänden ist so groß das man, nur mit den Informationen aus den Grundregeln, das Gefühl hat nur ein unvollständiges Spiel zu spielen oder zumindest seinen Charakter damit zu schwächen.

Stört das denn Neueinsteiger wirklich? Okay, es gibt extra DLC, aber vom Gefühl ein unvollständiges Spiel zu spielen, habe ich bei Einsteigern noch nie gehört. Klar: es gibt die, die sofort alles in erster Euphorie dazukaufen wollen, aber die sind in der Minderheit und dadurch eher mehr motiviert.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 13.02.2023 | 11:04
@
tartex
Versuch Mal als Spielleiter -Neuling eine Runde anzubieten, und alles was du an Material aufbieten kannst, ist eine Einsteigerbox.
Das mag vielleicht die besten Freunde nicht schrecken-  aber noch unbekannte Spieler erwarten von einem Spielleiter idR. eine etwas umfassendere Ausrüstung, und auch etwas umfassendere Welt und Regelkenntnisse.
(So mein Eindruck)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 13.02.2023 | 11:16
Stört das denn Neueinsteiger wirklich? Okay, es gibt extra DLC, aber vom Gefühl ein unvollständiges Spiel zu spielen, habe ich bei Einsteigern noch nie gehört. Klar: es gibt die, die sofort alles in erster Euphorie dazukaufen wollen, aber die sind in der Minderheit und dadurch eher mehr motiviert.

Nunja man müsste mal klären was denn "der Neueinsteiger" ist.

Aber insofern: Mir ist es mehr als einmal passiert das jemand irgendwie "erschreckt" vor der "Bücherwand" im Rollenspielladen stand, dann zögerlich fragte "Was brauch ich den um DSA zu spielen?" und irgendjemand ihm dann sagte "von hier bis hier,..." (Soviel zu "kunden werben kunden")

Also ich kann dahingehend sagen das sich tatsächlich welche davon abschrecken lassen. Auch auf einer Messe, ältere Dame mit Teenager Enkelin, die sich am Stand des Rollenspielvereines sich erst mal alles anschauen wollte und dann nach einem Testspiel begeistert war und mir genau das sagte das sie abgeschreckt war von den massen an büchern die man dazu brauchte - und ich nur auf das kleine heftchen Zeigte das wir beim Testspiel gerade gebraucht haben. Das Testspiel hat jedenfalls dann die ältere Dame davon überzeugt ihrer Enkelin ein Einsteigerset zu kaufen,...

Ich glaube für die ein oder andere Spekulation hier fehlen uns einfach auch ... Zahlen.
War bei den lezten Umfragen irgendwie auch dabei "Wie sind sie zum Rollenspielen gekommen?" ich kann mich gerade nicht daran erinnern.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 13.02.2023 | 12:20
@
tartex
Versuch Mal als Spielleiter -Neuling eine Runde anzubieten, und alles was du an Material aufbieten kannst, ist eine Einsteigerbox.
Das mag vielleicht die besten Freunde nicht schrecken-  aber noch unbekannte Spieler erwarten von einem Spielleiter idR. eine etwas umfassendere Ausrüstung, und auch etwas umfassendere Welt und Regelkenntnisse.
(So mein Eindruck)

Also ich habe schon für viele Einsteiger Old School Bastard von 2 ausgedruckten und zerknitterten A4-Seiten geleitet. Okay: die Würfel habe ich zur Verfügung gestellt.

Die selbsternannten Regelfreaks, die ich kenne, haben sich fast alle ihre Komplettsammlung von PDFs fleißig zusammengeraubt - auf windigen Websites oder über Torrents.

Meine meisten Mitspieler, egal ab Neueinsteiger oder Veteranen aus den 90iger, schlagen nichtmals eine Regelbuch auf, wenn man es ihnen druckfrisch zum Geburtstag schenkt.

Einsteigerbox macht natürlich Sinn für alle jene, die selbst eine Gruppe gründen und ich liebe sie auch - aber sonst?

Das Problem sind natürlich Leute, die Neueinsteiger-Tipps geben wie - und davon gibt es ja mehr als genug: "Du interessierst dich für DSA? Also DSA5 ist ja voll Schrott, da kann man gar nicht alles spielen. Du solltest mit DSA4 einsteigen. Kann man zwar nicht mehr kaufen, aber es ist das einzig wahre! Und nein, die Basis-Box, kannst du vergessen, um wirklich rollenzuspielen brauchst du die 4 Wege-Bände. Sonst kannst du es ja gleich lassen!" Will gar nicht zählen, wie oft ich sowas gehört habe.

Bei D&D5 ist es ja dasselbe: Leute, die von der Einsteigerbox abraten, weil zum "wirklichen Spielen" braucht man zumindest PHB, DMG und MM.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.02.2023 | 12:33
@
tartex
Versuch Mal als Spielleiter -Neuling eine Runde anzubieten, und alles was du an Material aufbieten kannst, ist eine Einsteigerbox.
Das mag vielleicht die besten Freunde nicht schrecken-  aber noch unbekannte Spieler erwarten von einem Spielleiter idR. eine etwas umfassendere Ausrüstung, und auch etwas umfassendere Welt und Regelkenntnisse.
(So mein Eindruck)

Glaube ich nicht. Es gibt imo zwei Konstellationen:
 

1. SL Neuling will für alte Hasen leiten

Die meisten alten Hasen werden sich mit Ansprüchen an einen Einsteiger SL doch sehr zurückhalten, denke ich.

2. SL Neuling will für andere Einsteigende leiten

Dann sind alle mehr oder weniger auf einem Level und die Spieler können mangels Erfahrung hinsichtlich Welt und Material gar keine große Erwartungshaltung haben.

Es kann also allenfalls an einer Fehlkommunikation liegen  Wenn sich ein Neuling natürlich als total kompetente SL verkauft... ja, dann mag das so sein.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 13.02.2023 | 12:37
Glaube ich nicht. Es gibt imo zwei Konstellationen:
 

1. SL Neuling will für alte Hasen leiten

Die meisten alten Hasen werden sich mit Ansprüchen an einen Einsteiger SL doch sehr zurückhalten, denke ich.

2. SL Neuling will für andere Einsteigende leiten

Dann sind alle mehr oder weniger auf einem Level und die Spieler können mangels Erfahrung hinsichtlich Welt und Material gar keine große Erwartungshaltung haben.

Es kann also allenfalls an einer Fehlkommunikation liegen  Wenn sich ein Neuling natürlich als total kompetente SL verkauft... ja, dann mag das so sein.
Es gibt doch noch jede Menge dazwischen.
Die Chance, dass ein Spielleiter Neuling auf dem "freien Markt" ausschließlich auf Spieler Neulinge (Spieler, die noch nie gespielt haben) trifft, ist eher gering.

Viele werden schon irgendwo Mal gespielt haben. Wie oft ist dabei einigermaßen irrelevant.
Da die meisten Spielleiter eben doch eine große Auswahl an Bänden haben.
Oder zumindest eine größere.

Edit folgt.
Wenn mich jetzt irgendein Spieler fragt (Ob schon einmal oder tausend Mal irgendwo mitgespielt) ob er Mal Buch X haben kann, in dem Regel Y steht, und ich muss als Spielleiter sagen: Ne sorry hab ich nicht, ich habe nur die Einsteigerbox, dann stehe ich idR. einigermaßen blöd da.

Eine größere Auswahl an Bänden bedeutet für gewöhnlich eine größere Auswahl an Regeln.
Und wenn die an anderen Tischen, bei anderen Spielleitern, Standard sind, dann entsteht bei Spielern eben eine gewisse Erwartungshaltung.
(Ohne bösen Willen)

Einige bringen auch lieber ihre fertigen Figuren mit, unter einer anderen Spielleitung erstellt, unter einer größeren Auswahl von Regeln.
Und da schaust Du als Spielleiter dann extra doof aus der Wäsche, wenn du die Regeln selbst weder kennst, noch nachschlagen kannst.
 
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 13.02.2023 | 13:18
Bei D&D5 ist es ja dasselbe: Leute, die von der Einsteigerbox abraten, weil zum "wirklichen Spielen" braucht man zumindest PHB, DMG und MM.

Also von den Starter Sets würde ich auch abraten und stattdessen das Basis Set empfehlen. Bietet deutlich mehr und es reicht um mindestens 1 Jahr zu spielen. Mit den Weberweiterungen sogar bis Stufe 11.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.02.2023 | 13:22
Es gibt doch noch jede Menge dazwischen.
Die Chance, dass ein Spielleiter Neuling auf dem "freien Markt" ausschließlich auf Spieler Neulinge (Spieler, die noch nie gespielt haben) trifft, ist eher gering.

Viele werden schon irgendwo Mal gespielt haben. Wie oft ist dabei einigermaßen irrelevant.
Da die meisten Spielleiter eben doch eine große Auswahl an Bänden haben.
Oder zumindest eine größere.

Edit folgt.
Wenn mich jetzt irgendein Spieler fragt (Ob schon einmal oder tausend Mal irgendwo mitgespielt) ob er Mal Buch X haben kann, in dem Regel Y steht, und ich muss als Spielleiter sagen: Ne sorry hab ich nicht, ich habe nur die Einsteigerbox, dann stehe ich idR. einigermaßen blöd da.

Eine größere Auswahl an Bänden bedeutet für gewöhnlich eine größere Auswahl an Regeln.
Und wenn die an anderen Tischen, bei anderen Spielleitern, Standard sind, dann entsteht bei Spielern eben eine gewisse Erwartungshaltung.
(Ohne bösen Willen)

Einige bringen auch lieber ihre fertigen Figuren mit, unter einer anderen Spielleitung erstellt, unter einer größeren Auswahl von Regeln.
Und da schaust Du als Spielleiter dann extra doof aus der Wäsche, wenn du die Regeln selbst weder kennst, noch nachschlagen kannst.

Wenn das so läuft, kommunizierst du imo nicht gut. Das kann man alles vorher abstecken.

Ich halte das auch für seltsam. Wer setzt denn bitte Splatbooks einfach voraus? Käme mir nicht in den Sinn.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 13.02.2023 | 13:23
Bei D&D5 ist es ja dasselbe: Leute, die von der Einsteigerbox abraten, weil zum "wirklichen Spielen" braucht man zumindest PHB, DMG und MM.

Das einzige was ich so an "einsteigerboxen" nicht mag ist das sie entweder obsoloet sind, wenn ich mir "Die Bücher" danach dann doch kaufe, oder das in "den Büchern" irgendwas fehlt, was in "der einsteigerbox" als wichtiges Element schon drinliegt. Also zusammengefasst: wenn es Geldmacherei ist. Alles andere? Wenn Verlage meinen das sie so etwas brauchen (und derzeit scheinen sie ja genau das zu meinen) dann ist es halt so, ich hätte aber gerne dann die kommunikation was man da dann braucht, vieleicht nicht unbedingt vom Verlag (die vieleicht nicht so kommunizieren werden,...)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Klingenbrecher am 13.02.2023 | 13:31
Wenn jemand gerne eine Starternox nutzen möchte gibt es für mich da drei Stück:

Warhammer Fantasy 4th Starter
Pathfinder Beginner Box
Starfinder Beginner Box

Preis und Leistung sind für mich da noch so im grünen Bereich.Das betrifft besonders die Paizo Boxen die platzen vor Material.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 13.02.2023 | 13:33
Wenn das so läuft, kommunizierst du imo nicht gut. Das kann man alles vorher abstecken.
Nur wird die Nachfrage, dann uU. entsprechend gering(er) sein.

Auf einer Con z.B., hat selten jemand Lust und Zeit sich für jeden neuen Spielleiter eine neue Figur auszuwürfeln.
(Also werden viele auch fertig mitgebracht)
Ich könnte keinem Neuling guten Gewissens empfehlen, dort nur mit einer Einsteigerbox (Als einziges Material und Hintergrundwissen) aufzukreuzen.

Und auch bei Heimrunden, dürfte die Aussicht auf begrenzte Möglichkeiten nicht unbedingt einladend sein.
Gerade Spieler Neulinge würden ja häufig gern wissen, was so alles geht. ( Die Regeln und die Welt genauer kennenlernen)
Das kriegen sie eben schneller dort, wo die entsprechenden Informationen und Möglichkeiten zumindest verfügbar sind.

Edit.
Dann müsstest Du schon wirklich Spieler finden, die bereit sind, auf all das zu verzichten.
A la " Du weißt nix, ich weiß nix, macht auch nix."  ~;D
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 13.02.2023 | 13:40
Das einzige was ich so an "einsteigerboxen" nicht mag ist das sie entweder obsoloet sind, wenn ich mir "Die Bücher" danach dann doch kaufe, oder das in "den Büchern" irgendwas fehlt, was in "der einsteigerbox" als wichtiges Element schon drinliegt.

Das geht mir auch so. Und das ist bei eigentlich allen (?) der verbreiteten Systeme so.

Andererseits: Wir haben damals DSA 3 ständig mit "eigentlich zu wenig Material" gespielt. Das ging gut und das restliche Material kam dann halt irgendwann nach und nach dazu. Ich glaube, der Perfektionismus ist weniger das Problem - es fehlt eher allgemein am Willen und am Engagement.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Zanji123 am 13.02.2023 | 13:42
Nur wird die Nachfrage, dann uU. entsprechend gering(er) sein.

Auf einer Con z.B., hat selten jemand Lust und Zeit sich für jeden neuen Spielleiter eine neue Figur auszuwürfeln.
(Also werden viele auch fertig mitgebracht)
Ich könnte keinem Neuling guten Gewissens empfehlen, dort nur mit einer Einsteigerbox (Als einziges Material und Hintergrundwissen) aufzukreuzen.

Und auch bei Heimrunden, dürfte die Aussicht auf begrenzte Möglichkeiten nicht unbedingt einladend sein.
Gerade Spieler Neulinge würden ja häufig gern wissen, was so alles geht. ( Die Regeln und die Welt genauer kennenlernen)
Das kriegen sie eben schneller dort, wo die entsprechenden Informationen und Möglichkeiten zumindest verfügbar sind.

ich weis nicht ob "Neulinge im Hobby" direkte auf Con's gehen ....
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 13.02.2023 | 13:48
ich weis nicht ob "Neulinge im Hobby" direkte auf Con's gehen ....
Schrieb hier tatsächlich schon jmd.
(Weiß nur nicht mehr wer)

In Heimrunden kannst Du aber ein ähnliches Problem haben.
A la " Ich habe gehört ( gelesen/gesehen) man kann das auch so spielen. Möchte ich gerne machen."
"Ja, kann man wohl. Aber geht nicht, da ich die Regel nicht kenne."
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Zanji123 am 13.02.2023 | 13:51
Schrieb hier tatsächlich schon jmd.
(Weiß nur nicht mehr wer)

In Heimrunden kannst Du aber ein ähnliches Problem haben.
A la " Ich habe gehört ( gelesen/gesehen) man kann das auch so spielen. Möchte ich gerne machen."
"Ja, kann man wohl. Aber geht nicht, da ich die Regel nicht kenne."

ja aber dann verstehe ich das Problem nicht. dann wird das besprochen "sorry ich hab die Erweiterung noch nicht, kannst du bitte mal rausfinden wo das drin steht in welchem Buch?" und fertig :)
Auch werden Einsteiger in den ersten 10 Sessions erstmal andere Probleme haben als sich über Erweiterungsregeln den Kopf zu zerbrechen oder ob im Buch "super Mega geile Kämpfer die mehr können als zuhausen" jetzt noch zusatz Zeug für den Kämpfer drin steht. Ich seh's ja selber bei SdDf. Als wir angefangen haben habe ich kurz nachdem Anfang der Kampagne mir gleich so ziemlich alles besorgt was es gibt und dies bei der zweiten Kampagne zugelassen....mit der Rückmeldung das man jetzt erstmal erschlagen ist von dem ganzen Material

KOMMUNIKATION :-) nicht nur beschreiben wie dein Ork dem Elf den Kopf abschlägt.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 13.02.2023 | 13:57
ja aber dann verstehe ich das Problem nicht. dann wird das besprochen "sorry ich hab die Erweiterung noch nicht, kannst du bitte mal rausfinden wo das drin steht in welchem Buch?" und fertig :)
Wenn das Buch nicht kostenlos ist, nicht kostenfrei lesbar ist, muss es idR. erstmal. jmd kaufen. Für Geld.

Regeln in irgendwelchen Büchern nützen nur dann was, wenn man sie auch jederzeit nachschauen kann.
Nur auf Verdacht und Erinnerung nützen sie wenig.

Edit.
Auf Dauer ist es eben in vielen Systemen auch eine Kostenfrage. Vor allem auf lange Sicht.
Auch dann, wenn man seinen Spielerkreis irgendwann Mal erweitern möchte zu: " Ich biete an Regelmaterial das, was man Standard mäßig in den meisten anderen Runden auch kriegt."
Und kann deshalb auch für eine breitere Schar an Spielern leiten.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.02.2023 | 14:02
@Issi: ich glaube manchmal, wir leben in unterschiedlichen Welten.

Wenn ich - Neuling oder auch nicht - als SL für ein System mit einer Einsteigerbox leiten will, dann sage ich das auch so. Wenn dann Spieler mit Erwartungen ankommen, die über die Box hinausgehen, dann haben die erstmal Pech gehabt.*

Hier geht es doch darum, dass es zu wenige SL gibt. Also geben die vorhandenen SL doch vor, was geht und was nicht. Die sind ja die entscheidende Größe an der Stelle.

* dann sag ich auch nicht "Uhr sorry, kann ich nicht, wie peinlich" sondern "was an 'nur Einsteigerbox' ist unverständlich?"
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Arldwulf am 13.02.2023 | 14:06
Ich denke das problematischere Szenario ist eher: Neuspieler kommt in eine Gruppe mit "ausgerüstetem SL" und spielt dort eine Weile.

Ob selbiger Neuspieler anschließend aber auch mal selbst zum Spielleiter wird hängt durchaus davon ab wie zugänglich und leicht die Systeme verfügbar sind, und wie teuer der Spaß denn wird.

(und um das noch hinzuzufügen: Eigentlich hat sich hier viel getan, Regelwerke sind heutzutage oft online und häufig sogar kostenlos verfügbar)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: dicemice am 13.02.2023 | 14:07
ich weis nicht ob "Neulinge im Hobby" direkte auf Con's gehen ....

Ja tun sie, ich bin da jetzt eher zufällig gelandet, aber dennoch bin ich nicht einfach direkt wieder gegangen, sondern habs probiert und spiele jetzt seit ca. 15 Jahren. Den Sprung zur Spielleitung habe ich nie wirklich geschafft, zum einen hatte ich immer Spielleiter, die ihre Sache gut machen und keinen Anlass geboten haben sich da meinerseits zu engagieren, zum anderen schrecken mich wirklich die vielen Regeln ab, die man dann eben kennen muss/die ganzen Bücher die man gelesen haben muss. Ich weiß idR die Regeln die für meine Charaktere wichtig sind, dass war es dann aber auch schon, ich bin weit davon entfernt Minmaxing oä betreiben zu können. Ich denke ich könnte den Teil des Geschichtenerzählens irgendwie abbilden/hinbekommen, das wars dann aber auch schon. Gibt ja auch extrem regelarme Systeme, das würde sich evtl. für mich anbieten, aber ich hab gerade echt viele kuhle Runden und beschäftige mich eher damit den SL zB bei der Terminfindung zu unterstützen oder dafür zu Sorgen, dass der ein Geburtstagsgeschenk bekommt, damit er merkt wie gerne wir mit ihm spielen und dass er das toll macht.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 13.02.2023 | 14:09
@Issi: ich glaube manchmal, wir leben in unterschiedlichen Welten.

Wenn ich - Neuling oder auch nicht - als SL für ein System mit einer Einsteigerbox leiten will, dann sage ich das auch so. Wenn dann Spieler mit Erwartungen ankommen, die über die Box hinausgehen, dann haben die erstmal Pech gehabt.

Hier geht es doch darum, dass es zu wenige SL gibt. Also geben die vorhandenen SL doch vor, was geht und was nicht. Die sind ja die entscheidende Größe an der Stelle.

Mir geht's eigentlich um die Basisausstattung, in die man als SL- Neuling mindestens investieren muss, damit man sagen kann: Damit kann ich wirklich spielen, nicht nur mit meinen Homies und ausgewählten Spielern, sondern so solide, wie die meisten Spielleiter und Runden, die dieses System spielen, auch.

Und da geht's idR. über ein Buch hinaus.
Was, wie vor Beiträgen schon erwähnt, einzelne Neu Spielleiter - uU. abschrecken kann.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 13.02.2023 | 14:11
Das einzige was ich so an "einsteigerboxen" nicht mag ist das sie entweder obsoloet sind, wenn ich mir "Die Bücher" danach dann doch kaufe, oder das in "den Büchern" irgendwas fehlt, was in "der einsteigerbox" als wichtiges Element schon drinliegt. Also zusammengefasst: wenn es Geldmacherei ist. Alles andere? Wenn Verlage meinen das sie so etwas brauchen (und derzeit scheinen sie ja genau das zu meinen) dann ist es halt so, ich hätte aber gerne dann die kommunikation was man da dann braucht, vieleicht nicht unbedingt vom Verlag (die vieleicht nicht so kommunizieren werden,...)

Und ich spiele nach Jahrzehnten immer noch gerne mit den Einsteigerboxen und es flutscht gut. Ein 250-Seiten-Buch kann ich am Tisch sowieso nicht gut handhaben - mehr Seiten schon gar nicht.

Ihr geht die Rechnung halt völlig verkehrt an. Wenn ihr einmal bei einem Event vorbeischaut, und gar nicht wisst, ob euch das gefallen wird, wollt ihr auch kein Jahresabo oder Jahrzehnteabo - das sich bei einer Neuausrichtung des Lebensschwerpunkts sicher rentiert. Als Neueinsteiger will ich 2 oder 3 spassige Stunden verbringen und dafür zahlen und nicht lebenslänglich einem Kult beitreten. Für 5 oder 6 Leute kosten die Snacks und Getränke für ein Spiel heute wahrscheinlich gleich viel wie die 20€-Einsteigerbox.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 13.02.2023 | 14:23
* dann sag ich auch nicht "Uhr sorry, kann ich nicht, wie peinlich" sondern "was an 'nur Einsteigerbox' ist unverständlich?"

Einem potentiellen Jung-SL könnte aber so ein schuss vor den Bug durchaus die Lust nehmen, und zumindest vorstellbar ist so eine Situation imho schon.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.02.2023 | 14:28
Einem potentiellen Jung-SL könnte aber so ein schuss vor den Bug durchaus die Lust nehmen, und zumindest vorstellbar ist so eine Situation imho schon.

Ja, möglich. Aber dann sind wir bei dem Gatekeeping in der Szene, das es ja laut  :t: hier nicht gibt.

Vielleicht ist dann das Fazit, dass Jung-SL als erstes Regel Null gelehrt werden sollte: Spiel nicht mit Idioten.  ;)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 13.02.2023 | 14:33
Ihr geht die Rechnung halt völlig verkehrt an. Wenn ihr einmal bei einem Event vorbeischaut, und gar nicht wisst, ob euch das gefallen wird, wollt ihr auch kein Jahresabo oder Jahrzehnteabo - das sich bei einer Neuausrichtung des Lebensschwerpunkts sicher rentiert. Als Neueinsteiger will ich 2 oder 3 spassige Stunden verbringen und dafür zahlen und nicht lebenslänglich einem Kult beitreten. Für 5 oder 6 Leute kosten die Snacks und Getränke für ein Spiel heute wahrscheinlich gleich viel wie die 20€-Einsteigerbox.

Du hast das wichtige Detail übersehen ich schrieb "was ich (an einsteigerboxen) nicht mag" und ich bin definitv kein Anfänger.
Das diese Boxen sinn machen können habe ich nicht in frage gesetllt, in frage stelle ich ob sie wirklich in signifikanter Zahl neue Spieler (und damit ggf auch Spielleiter siehe Überschrift) in unser Hobby bringen. Für mich kann ich sagen das die rote Box von D&D schon masgeblich daran beteiligt war das ich heute Rollenspiel mache, aber ich habe wirklich viele, viele neue Spieler an das Hobby herangeführt die eben keine "Einsteigerbox" gebraucht hätten.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 13.02.2023 | 14:34
Ja, möglich. Aber dann sind wir bei dem Gatekeeping in der Szene, das es ja laut  :t: hier nicht gibt.

Vielleicht ist dann das Fazit, dass Jung-SL als erstes Regel Null gelehrt werden sollte: Spiel nicht mit Idioten.  ;)
Das müssen doch deshalb keine Idioten sein.

Wenn etwas nicht verfügbar ist, was an anderen Tischen (in diesem System) Standardmäßig vorhanden ist, dann wird das eben uU. (ohne bösen Willen) als Defizit empfunden werden.

Selbst wenn es niemand ausspricht.
Selbst wenn niemand verbal einen Vorwurf macht.
Man kann nicht "nicht kommunizieren".
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 13.02.2023 | 14:49
Ja, möglich. Aber dann sind wir bei dem Gatekeeping in der Szene, das es ja laut  :t: hier nicht gibt.

Vielleicht ist dann das Fazit, dass Jung-SL als erstes Regel Null gelehrt werden sollte: Spiel nicht mit Idioten.  ;)

Und,... gibt es genaue hinweise wie man einen Idioten erkennt?
Das erste mal kann sehr prägend sein (egal was für ein erstes mal es denn ist,...).

So und weil es so schön passt: Die Regel "Spiel nicht mit Idioten" ist .... Gatekeeping.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 13.02.2023 | 14:56
Du hast das wichtige Detail übersehen ich schrieb "was ich (an einsteigerboxen) nicht mag" und ich bin definitv kein Anfänger.

War nicht direkt an dich gerichtet, sondern an alle Leute, die Neueinsteigern Einsteigerboxen als Geldverschwendung ausreden wollen, weil ich der Rechnung einfach nicht zustimme.

Was ich darüber geschrieben habe, war eigentlich als Antwort gemeint.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 13.02.2023 | 15:06
Und,... gibt es genaue hinweise wie man einen Idioten erkennt?
Das erste mal kann sehr prägend sein (egal was für ein erstes mal es denn ist,...).

So und weil es so schön passt: Die Regel "Spiel nicht mit Idioten" ist .... Gatekeeping.

Naja, ich hab schon mit Idioten gespielt, das hat mir das Hobby nicht versaut, aber ich würde mit Leuten, von denen ich genau weiß, dass sie arschig und assi sind und auch so spielen, eben inzwischen nicht mehr spielen. Bin ich auch nicht dazu verpflichtet.

Wie man die erkennt? Manchen merkt man es sehr schnell an. Bei manchen eben nicht. C'est la vie. Ich geb sowieso mir unbekannten Menschen immer erst einmal die Chance, sich als nette Mitmenschen zu entpuppen. Kontakte beenden ist ja immer noch möglich, wenn sie sich dann als unerträglich erweisen.

Was man eigentlich auch genauso mit seinem Nicht-Rollenspiel-Umfeld so machen kann.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 13.02.2023 | 15:11
War nicht direkt an dich gerichtet, sondern an alle Leute, die Neueinsteigern Einsteigerboxen als Geldverschwendung ausreden wollen, weil ich der Rechnung einfach nicht zustimme.
Einsteigerboxen sind idR.keine Geldverschwendung.

Die Frage, war doch, ob es mit einer Einsteigerbox denn getan ist.

Da würde ich sagen: In nicht wenigen bekannten Systemen nicht.(Wenn man das Standard Repertoire an Regeln zur Verfügung haben möchte)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.02.2023 | 15:14
Und,... gibt es genaue hinweise wie man einen Idioten erkennt?
Das erste mal kann sehr prägend sein (egal was für ein erstes mal es denn ist,...).

So und weil es so schön passt: Die Regel "Spiel nicht mit Idioten" ist .... Gatekeeping.

Wenn ich euch lese, würde ich meinen,  die RPG Szene sei voller unempathischer asozialer Vollhonks... kapier ich nicht, ist nicht meine Erfahrung.

Nochmal: SL sucht eine Runde. Da gibt man nach meiner Erfahrung ein paar Rahmenbedingungen an: "vorzugsweise Samstag 15 Uhr bis open end, Räumlichkeiten vorhanden,  bitte Nichtraucher, Haustiere vor Ort, gespielt werden soll Basisbox + Buch X, Weiteres nur nach Absprache und wenn vorhanden..."

Guckt euch doch mal die Gesuche an und die Empfehlungen, wie man sinnvoll eine Runde sucht. Ist doch keine Raketenwissenschaft und habe ich auch von Einstiegern so oder ähnlich erlebt.

Wer ist denn dann so drauf, dem SL schief zu kommen, weil er nunmal das Lieblingssplatbook nicht hat?! Klar kann man mal nett fragen, aber wie schon gesagt: Kommunikation hilft, und gegenseitige Rücksicht ist auch keine neue Erfindung. Gehen die Leute dann laut motzend "die hat ja nichtmal lXY, und die will leiten?!?" Glaub ich nicht.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.02.2023 | 15:16
Einsteigerboxen sind idR.keine Geldverschwendung.

Die Frage, war doch, ob es mit einer Einsteigerbox denn getan ist.

Da würde ich sagen: In nicht wenigen bekannten Systemen nicht.(Wenn man das Standard Repertoire an Regeln zur Verfügung haben möchte)

Ja später, aber dann ist der Einstieg doch schon vollzogen.   :think:
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 13.02.2023 | 15:25
Wenn ich euch lese, würde ich meinen,  die RPG Szene sei voller unempathischer asozialer Vollhonks... kapier ich nicht, ist nicht meine Erfahrung.

Nochmal: SL sucht eine Runde. Da gibt man nach meiner Erfahrung ein paar Rahmenbedingungen an: "vorzugsweise Samstag 15 Uhr bis open end, Räumlichkeiten vorhanden,  bitte Nichtraucher, Haustiere vor Ort, gespielt werden soll Basisbox + Buch X, Weiteres nur nach Absprache und wenn vorhanden..."

Guckt euch doch mal die Gesuche an und die Empfehlungen, wie man sinnvoll eine Runde sucht. Ist doch keine Raketenwissenschaft und habe ich auch von Einstiegern so oder ähnlich erlebt.

Wer ist denn dann so drauf, dem SL schief zu kommen, weil er nunmal das Lieblingssplatbook nicht hat?! Klar kann man mal nett fragen, aber wie schon gesagt: Kommunikation hilft, und gegenseitige Rücksicht ist auch keine neue Erfindung. Gehen die Leute dann laut motzend "die hat ja nichtmal lXY, und die will leiten?!?" Glaub ich nicht.
Glaube ich auch nicht. An das laute Gemotze, meine ich.
Nonverbale Kommunikation gibt's ja auch noch. Und ist mMn. sogar wahrscheinlicher.
Muss niemand was sagen - Es reicht, wenn die Spieler sich das denken oder denken könnten - um einen SL - Neuling zu verunsichern.

Nicht jeder hat so einen breiten Rücken.
Um zu sagen: Mehr als die Einsteigerbox gibt's bei mir nicht, auch nicht in Zukunft, und wer deshalb unzufrieden ist, kann ja gerne woanders spielen.

Soviel Selbstbewusstsein bringt nicht jeder Neuling mit. Never.
Gerade, wenn man noch nicht soviel Erfahrung im Hobby hat.
Oder sich da irgendwie als Spielleiter, abseits einer Spieler- Nische etablieren möchte.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 13.02.2023 | 15:27
Ich komme da allmählich nicht mehr so richtig mit. Wieso soll der Einstieg bei den Regeln denn das Problem sein?

Wenn jemand nicht in der Lage ist, von der Einsteigerbox aus seinen Weg in das weitere Material zu finden, wenn das zu unlösbaren Problemen in der Gruppe führt, wenn man nicht in der Lage ist, irgendeinen pragmatischen Umgang mit dem Material zu finden - dann ist das mit dem gemeinsamen Spiel vielleicht einfach keine so richtig gute idee.

Wer Rollenspiel spielen möchte, der findet einen Weg. Das Material wird nicht das Problem sein. Eher schon, passende Leute zu finden.

Ich denke auch, darauf läuft es hinaus: Das Problem bei Rollenspiel ist, dass man 1) eine Gruppe von vier, besser fünf verlässlichen Leuten braucht und dass 2) alle diese Leute bereit sein müssen, einen gewissen Aufwand in das Spiel zu investieren. Und natürlich 3) dass einer der Spieler erheblich mehr Aufwand investieren muss, damit er leiten kann. Um letzteres geht es hier eigentlich, dachte ich...
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Gunthar am 13.02.2023 | 15:29
Eine Abschreckung von Spielleitern ist auch die Anzahl von angebotenen Bücher bei gewissen Systemen. Nicht jeder Spielleiter hat das Geld, etliche Bücher kaufen zu wollen/müssen. DSA 5 ist da schon ein Negativbeispiel. Je nach Charakter braucht es bis zu ca. 8 Bücher. Bei einem Against the Darkmaster, das nur ein einzelnes Buch ist, ist der Zugang sicher günstiger.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 13.02.2023 | 15:29
Ja später, aber dann ist der Einstieg doch schon vollzogen.   :think:
Mit deinen Homies, die das mit dir zum erstemal testen- ja.
Als Spielleiter, ohne Probe - Homies, - musst du dich idR. auf dem "Freien Markt" nach Spielern umsehen, und da sind die Ansprüche uU. eben andere, als bei den best Friends.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 13.02.2023 | 15:35
Eine Abschreckung von Spielleitern ist auch die Anzahl von angebotenen Bücher bei gewissen Systemen. Nicht jeder Spielleiter hat das Geld, etliche Bücher kaufen zu wollen/müssen. DSA 5 ist da schon ein Negativbeispiel. Je nach Charakter braucht es bis zu ca. 8 Bücher.
Jepp.

Aber das Problem gibt es ja offiziell nicht.
Niemand muss irgendwas kaufen, alles ist kostenlos. Einsteigerboxen sind alles was man braucht, und wenn man das nicht als Spielleiter so behauptet, fehlt es einem nur an Selbstbewusstsein, und wenn man an Spieler gerät, die sich mehr wünschen, dann sind das natürlich Idioten.... ~;D
 :Ironie:
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 13.02.2023 | 15:37
Als Spielleiter, ohne Probe - Homies, - musst du dich idR. auf dem "Freien Markt" nach Spielern umsehen, und da sind die Ansprüche uU. eben andere, als bei den best Friends.

Mir sind Spieler mit dem Anspruch nur bei kompletter Bibliothek dabei zu sein eigentlich noch nie untergekommen. Und wenn wäre das wohl auch eine gute Red Flag, dass wir nicht wirklich harmonieren würden. Aber als Spielleiter schaue ich mir die Charakterbögen der Spieler eigentlich schon aus Zeitgründen sowieso nie an, wenn sie nicht um Hilfe bitten. Würde an mir einfach vorbeigehen. Und Powergamer? Da habe ich immer noch den Optimismus, dass ich sie mit allen dem Spielleiter zu Verfügung stehenden Mitteln in der nächsten Session unter Kontrolle haben werde. Aber eigentlich habe ich auch schon Jahrzehnte keine Powergamer mehr am Spieltisch angetroffen. Dafür spiele ich wahrscheinlich einfach die falschen Systeme.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 13.02.2023 | 15:40
Die Frage, war doch, ob es mit einer Einsteigerbox denn getan ist.

Da würde ich sagen: In nicht wenigen bekannten Systemen nicht.(Wenn man das Standard Repertoire an Regeln zur Verfügung haben möchte)

Wer sich weiter reinfuchsen will, der kann. Das ist doch super, oder? Je mehr es dafür gibt, desto besser für sie. Und die große Mehrheit der Spieler interessiert sich dafür nicht, die kaufen sowieso nie ein Buch.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 13.02.2023 | 15:46
Mir sind Spieler mit dem Anspruch nur bei kompletter Bibliothek dabei zu sein eigentlich noch nie untergekommen.
Um eine komplette Bibliothek geht's doch gar nicht ( Mir zumindest nicht)
Sondern um Bücher die über Einsteigerboxen hinaus gehen, und quasi zum Basisrepertoire gehören.
Bände wie man sie Standard mäßig an vielen Spieltischen finden würde.
(Spezialbände  und Co sind also nicht gemeint)

Und dafür interessieren sich die Spieler dann auch, versprochen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 13.02.2023 | 15:48
Und dafür interessieren sich die Spieler dann auch, versprochen.

Also die geschätzten 200 Spieler, mit denen ich persönlich Erfahrung hatte nicht - außer ein paar notorische File-Sammler. Versprochen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.02.2023 | 15:49
Mit deinen Homies, die das mit dir zum erstemal testen- ja.
Als Spielleiter, ohne Probe - Homies, - musst du dich idR. auf dem "Freien Markt" nach Spielern umsehen, und da sind die Ansprüche uU. eben andere, als bei den best Friends.

Normal läuft es doch aber ja anders herum: die Spielrunde sucht (verzweifelt) eine SL. Und die macht dann nach meiner Erfahrung erstmal "Sondierungsgespräche". Dass sich ein SL ohne Gruppe nach Spielern umsieht, beobachte ich höchst selten. Allenfalls einzelne freie Plätze. Oder für One Shots. Und das sind dann auch keine Einsteiger.

Imo ist es allerdings auch schwierig als SL zu schüchtern und introvertiert zu sein. Immerhin ist Kommunikation der Hauptbestandteil der Rolle. Daher scheint mir das etwas konstruiert. SLs werden tendenziell Leute, die nicht auf den Mund gefallen sind. Da sehe ich eher die Einstiegshürde. Das ist wie beim Präsentieren vor Publikum.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.02.2023 | 15:52
Um eine komplette Bibliothek geht's doch gar nicht ( Mir zumindest nicht)
Sondern um Bücher die über Einsteigerboxen hinaus gehen, und quasi zum Basisrepertoire gehören.
Bände wie man sie Standard mäßig an vielen Spieltischen finden würde.
(Spezialbände  und Co sind also nicht gemeint)

Und dafür interessieren sich die Spieler dann auch, versprochen.

Ja, und dabei helfen Einsteigerboxen, weil man nicht gleich von Null auf 100% muss, sondern einen Zwischenschritt hat, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Ich stimme dir insofern zu, dass angehende SL sich darauf einstellen müssen, früher oder später auf das "normale" Level zu müssen. Aber imo ist das eben genau durch die Starthilfe KEINE Hürde.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 13.02.2023 | 15:53
Also die geschätzten 200 Spieler, mit denen ich persönlich Erfahrung hatte nicht - außer ein paar notorische File-Sammler. Versprochen.
Du schriebst Mal, du spielst eher mit Causual Gamern - was genau du spielst, weiß ich nicht.

Bei anderen Spielertypen und anderen Systemen( Vor allem Platzhirsch Systemen) kann das anders aussehen.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 13.02.2023 | 16:02
Ja, und dabei helfen Einsteigerboxen, weil man nicht gleich von Null auf 100% muss, sondern einen Zwischenschritt hat, um sich einen Überblick zu verschaffen.
Klar helfen die.
Nur hat man als Neuling im Hinterkopf, dass es damit in vielen Systemen längst nicht getan ist.
Man weiß, dass man irgendwann nochmal mehr Zeit und auch Geld investieren muss.

Oder anders:
Stell dir vor, du spielst erstmal als Spieler irgendwo mit, lernst das System und die Regeln kennen, entwickelst ein Gefühl dass dir Rollenspiel Spaß macht, leitest dort Mal eine Probesitzung.
Merkst, dass dir auch Leiten Spaß macht - und dann, erst dann, fängst du nach und nach an dir alles Wichtige zuzulegen.

Das ist ein ganz anderes Gefühl, als wenn du versuchst alleine, ohne Vorwissen, eine Gruppe zu gründen.
Dass da die Hemmschwelle bei manchen zu groß ist, kann ich gut nachvollziehen.


Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.02.2023 | 16:17
Das ist ein ganz anderes Gefühl, als wenn du versuchst alleine, ohne Vorwissen, eine Gruppe zu gründen.
Dass da die Hemmschwelle bei manchen zu groß ist, kann ich gut nachvollziehen.

Ja klar. Das hat aber imo nichts mit dem zu erschließenden Regelwerk zu tun, sondern mit dem grundsätzlichen Ansatz geführte "Ausbildung" vs Autodidakt. Wie in jedem anderen Hobby auch. Wenn du z B. in die Aquaristik oder in die Musik einsteigen willst, ganz alleine und ohne Vorerfahrung, stehst du vor demselben Problem.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: felixs am 13.02.2023 | 16:21
Wenn du z B. in die Aquaristik oder in die Musik einsteigen willst, ganz alleine und ohne Vorerfahrung, stehst du vor demselben Problem.

Ich denke, das ist der wesentliche Punkt - man muss sich halt ein wenig einarbeiten.

Der Unterschied, die zusätzliche Erschwernis, ist, dass Rollenspiel eine Gruppenaktivität mit ziemlich hohen Anforderungen ist.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: tartex am 13.02.2023 | 16:36
Du schriebst Mal, du spielst eher mit Causual Gamern - was genau du spielst, weiß ich nicht.

Ich habe z.B. auch mit Leuten, die hier beim Tanelorn relativ viel posten, jahrelang Savage Worlds gespielt. Ein Regelwerk haben sie sich trotzdem nie angeschafft. Ansonsten rekrutiere ich nicht bewußt Casual Gamers - die meisten sind aber im Endeffekt dann aber doch welche.

Und selbst bei den D&D5-Runden: die Leute, die sich auskannten, hatten trotzdem nie ein Buch dabei. Die haben nur auf 5e.tools/ (https://5e.tools/) etc zurückgegriffen - manche Spielleiter ausgenommen. Die Chance, dass man bei Indie-Spielern ein Buch in der Sammlung fand war eigentlich größer.

Was sonst so spiele: Monster of the Week, Torg Eternity, DSA1&5, SotDL, Lancer, DCC, LotFP, Kult: Divinity Lost, D&D4
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 13.02.2023 | 16:46
Ich habe z.B. auch mit Leuten, die hier beim Tanelorn relativ viel posten, jahrelang Savage Worlds gespielt. Ein Regelwerk haben sie sich trotzdem nie angeschafft. Ansonsten rekrutiere ich nicht bewußt Casual Gamers - die meisten sind aber im Endeffekt dann aber doch welche.#

Und selbst bei den D&D5-Runden: die Leute, die sich auskannten, hatten trotzdem nie ein Buch dabei. Die haben nur auf 5e.tools/ (https://5e.tools/) etc zurückgegriffen - manche Spielleiter ausgenommen. Die Chance, dass man bei Indie-Spielern ein Buch in der Sammlung fand war eigentlich größer.
Machen wir uns nichts vor, viele Spieler sind bequem. (Da will ich mich selbst gar nicht ausnehmen) Warum sich selbst ein Buch kaufen, wenn man es sich wo kurz ausleihen kann?
Ich weiß, es ist doof. Und würde man mich bitten, würde ich mir das Ding auch anschaffen aber solange es keiner tut, vergesse ich das irgendwie.

So ist es auch mit meinen Spielern. Ich habe das Zeug halt da, damit die anderen sich das nicht anschaffen müssen.
Könnte auch anders sein, keine Frage.
Und wenn nicht Mal die Spielleiter den Band hätten, wäre das Gejammer wohl groß.

Was auch erwartet wird, ist dass die Spielleitung sich halbwegs gut mit den Regeln auskennt, daher hilft meist sowieso nichts anderes als sie sich zu kaufen.
Die Spieler profitieren davon. Ohne selbst investieren zu müssen.

Edit.
Ich hatte aber tatsächlich auch schon Spieler, die sich das Zeug ungefragt angeschafft haben, aus Eigeninteresse.
Das waren dann eher solche vom Typ Figuren Optimierer.
Nach eingehender Lektüre, weiß man irgendwann, was man wie wo am Besten rausholen kann.
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: unicum am 13.02.2023 | 17:57
Das waren dann eher solche vom Typ Figuren Optimierer.
Nach eingehender Lektüre, weiß man irgendwann, was man wie wo am Besten rausholen kann.

Die sind ja fast ohne eigenes Regelwerk aufgeschmissen,... also - wenn man will - die eigentliche Zielgruppe der Rollenspielverlage.

Würde mich fragen wie die Verlage dieses "problem (aka Spielleiterschwund)" sehen, denn irgendwie verdienen die ja ihr Geld damit.
Gibt ja so einige Dinge da draussen für Spielleiter auch als Print oder auf YToube. Und die meisten Regelwerke kommen auch mit Handreichungen daher,...
Bläht halt die Wall of Books trozdem auf.

Seis wies ist, neue Rollenspieler braucht das Land, und irgendwer muss halt leiten!
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Klingenbrecher am 14.02.2023 | 04:40
Seis wies ist, neue Rollenspieler braucht das Land, und irgendwer muss halt leiten!

Selbst wenn es die KI von WotC ist!  ;)
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Kajus Berghof am 14.02.2023 | 10:03
Ich habe meinen Teil beigetragen. Der eine Regelmäßige Zuschauer meiner Streams, leitet jetzt auch seine eigene Gruppe. Alle Spieler, inklusive ihm selbst, haben keine Vorerfahrung mit spielen oder leiten gehabt. Er wiederum hat eine seiner Spielerinnen dazu gebracht auch mal zu leiten.

I am doing my part! What about you? :D :D  :w20:
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Klingenbrecher am 14.02.2023 | 10:14
I am doing my part! What about you? :D :D  :w20:

Ein WtA SL angelernt.
Einen D&D 3.5 SL uns ins Hobby gebracht
Pathfinder einen SL ins Spiel gebracht nach Kingmaker.
SdDF ebenfalls einen SL ins Hobby geholt. Der wechselte jedoch auf Lotfp
Titel: Re: Spielleiter Schwund
Beitrag von: Issi am 14.02.2023 | 10:43
I am doing my part! What about you? :D :D  :w20:
Seven in one Go
 ~;D
Ist uns wohl nicht gelungen, Spieler genug zu verschrecken. Sodass sie sich sogar Leiten zutrauen.