Irgendwo hatte ich die Tage gelesen, dass die Seestadt nach Smaugs BBQ an anderer Stelle neu errichtet wurde, aber wohl nicht ganz so groß. Nagel mich aber nicht drauf fest. ;D Von daher denke ich, dass es Seestadt zur Zeit von 2e wieder gibt, allerdings quasi nur als Wiederneuaufbau. Da eine Kultur sich ja nicht allein am Namen einer Stadt festmachen lässt, wäre daher die Frage, ob die Seestädter aus 1e nicht eher die neuen Bardinger sind, da diese ja aus ersterern hervorgegangen sind. Bis sich die Seestadt zu einer neuen, eigenständigen und losgelösten Kultur entwickelt, müssten wahrscheinlich noch ein paar Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte vergehen. Es sei denn, man spielt es so, dass die Neu-Seestädter ein renitentes kleines Völkchen sind, das eben nicht ins "gemachte Nest" nach Thal umziehen, sondern weiterhin ländlich leben wollte. Die könnten also an der ein oder anderen Stelle durch ihren Charakter auch andere Werte haben.
Just my 2 cent ;)
Edit: Ardapedia sagt folgendes dazu "Schließlich wurde Esgaroth großzügiger und schöner wieder aufgebaut. Doch verlagerte man die Stadt diesmal etwas weiter nach Norden, höher das Ufer hinauf."
Im Hobbit wird das von Tolkien auch ziemlich klar gesagt, das Zitat aus der Ardapedia basiert da drauf (Zitat aus der alten deutschen Übersetzung - Bilbos Unterhaltung mit Balin und Gandlaf bei deren Besuch Jahre später: "Natürlich sprachen sie über die gemeinsam verlebten Zeiten, und Bilbo fragte, wie es in den Ländern um den Einsamen Berg aussah. Gut ging es anscheinend dort allen. Bard hatte die Stadt Dal wieder erbaut. Menschen waren von der Seestadt und weiter aus dem Süden und Westen zu ihm gekommen. Das ganze Tal war wieder reich bestellt. Im Frühling erfüllten Vogelruf und blühende Blumen das verwüstete Land und im Herbst Früchte und fröhliche Feste. Auch die Seestadt war wieder aufgebaut worden und wohlhabender denn je. Reiche Frachten fuhren das Eilige Wasser stromauf und stromab. Freundschaft herrschte hier zwischen Elben, Zwergen und Menschen.")
Die Darstellung der Kultur von Seestadt in der 1st Ed war sehr kanonkonform (wobei natürlich ne ziemliche Grauzone zwischen Bardingern und Esgarothern da sein sollte) - "ländliches Leben" trifft es eher nicht.
Esgaroth 2.0 ist definitiv Esgaroth Reloaded - noch mehr Handel, noch mehr städtische Kultur.
Bei den Waldmenschen weiß man es schlicht und einfach nicht, wie es mit denen zur Zeit Frodos aussieht. Dominierend in den Anduintälern sind eindeutig die Beorninger, nach dem was Gloin in Bruchtal Frodo erzählt. Sagt aber nichts über die Waldmenschen aus. Dass die in den Bardingern aufgegangen sein sollten, das bezweifele ich - die sind relativ weit von Thal entfernt, und haben auch zumindest in ihren Traditionen auch andere Abstammungsmythen (im Hobbit heißt es, dass sie vom Süden den Anduin hochgekommen sind).
Es spricht eigentlich auch nichts dagegen, dass zur Zeit Frodos Esgaroth weiterhin blüht. Immerhin wissen wir, dass Bilbo auf seiner letzten Reise dort war und dann nach Thal, weitergezogen ist.
Die heroische Kultur der Seemenschen im alten DER-SL-Schirm-Set fand ich eigentlich ganz gut, weil die durchaus neben den Bardingern was Eigenständiges abbildeten. Weniger heldenhaft und mehr auf Händler getrimmt.
Übrigens, weil ich es gerade zur Hand habe, hier Gloins Bericht, was er in Bruchtal Frodo so über den Stand der Dinge in 3018DZ in Wilderland erzählt - man beachte, dass das alles ziemlich vage ist, mit reinem Fokus auf eine Handvoll Akteure, die Gloin kennt und für die sich Frodo interessiert. Das sagt nichts über andere Völker aus. Was spieltechnisch super ist, weil man dann relativ freie Hand hat, was bei den anderen so abgeht (wie es die Macher von TOR 1st Ed ja dann auch mit ihrer Wilderlandkampagne gemacht haben, wo die SC durchaus beeinflussen können, ob die Waldmenschen verschwinden oder gedeihen)
Gloin erzählt Frodo
Während der weiteren Mahlzeit unterhielten sie sich miteinander, aber
Frodo hörte mehr zu, als daß er redete; denn abgesehen vom Ring schie-
nen die Neuigkeiten aus dem Auenland unbedeutend und entrückt und
unwichtig, während Gloin viel zu berichten hatte von Ereignissen in den
nördlichen Gebieten von Wilderland. Frodo erfuhr, daß Grimbeorn der
Alte, Beorns Sohn, jetzt der Herrscher über viele standhafte Menschen
war, und daß in ihr Land zwischen dem Gebirge und Düsterwald weder
Ork noch Wolf einzudringen wagten.
»Ja«, sagte Gloin, »wenn die Beorninger nicht wären, wäre es schon
lange unmöglich, von Thal nach Bruchtal zu gelangen. Es sind tapfere
Männer, und sie halten den Hohen Paß und die Furt von Carrock offen.
Aber ihr Zoll ist hoch«, fügte er hinzu und schüttelte den Kopf. »Und wie
Beorn früher schätzen sie Zwerge nicht übermäßig. Immerhin sind sie
vertrauenswürdig, und das ist viel heutzutage. Nirgends sind Menschen
so freundlich zu uns wie die Menschen von Thai. Das sind gute Leute, die
Bardinger. Der Enkel von Bard, dem Bogenschützen, herrscht über sie,
Brand, Bains Sohn, der Bards Sohn war. Er ist ein starker König, und sein
Reich erstreckt sich jetzt weit südlich und östlich von Esgaroth.«