Ich habe da eine Frage: Wie genau, glaubst du, hätte man die beschriebene Situation denn besser lösen können?
Das Gespräch im Vorhinein bringt wenig, wenn a) der SL nicht weiß, dass diese spezifische Situation überhaupt ein Trigger sein kann und b) die getriggerte Person nicht weiß, dass sie ein Problem mit genau dieser Sache im Spiel hat.
Für die Session Zero ist man ja darauf angewiesen, dass Leute schon genau wissen, dass das ein Trigger für sie ist - aber oft genug wird das doch erst klar, wenn man so eine Situation im Spiel erlebt. Kann bei häufigeren Problempunkten genauso passieren, aber grade bei so speziellen Sachen kann man ja unmöglich 100% abdecken, auch wenn man eine sehr ausführliche Liste präsentiert.
Ich habe da eine Frage: Wie genau, glaubst du, hätte man die beschriebene Situation denn besser lösen können?Ich glaube man konnte die Situation gar nicht lösen. Genau aus den Gründen die du nennst. Grundsätzlich halte ich das Gespräch im Vorfeld aber für besser, weil es kontrollierter ablaufen kann und wegen der Exposition.
Das Gespräch im Vorhinein bringt wenig, wenn a) der SL nicht weiß, dass diese spezifische Situation überhaupt ein Trigger sein kann und b) die getriggerte Person nicht weiß, dass sie ein Problem mit genau dieser Sache im Spiel hat.
Für die Session Zero ist man ja darauf angewiesen, dass Leute schon genau wissen, dass das ein Trigger für sie ist - aber oft genug wird das doch erst klar, wenn man so eine Situation im Spiel erlebt. Kann bei häufigeren Problempunkten genauso passieren, aber grade bei so speziellen Sachen kann man ja unmöglich 100% abdecken, auch wenn man eine sehr ausführliche Liste präsentiert.Ja, aber wenn jemand weiß was schon getriggert hat, kann das ein Mehrwehrt sein. Den hat man bei der X-Card so oder so nicht, beim Gespräch wenigstens im zweiten Fall.
Ich finde die Argumentation nicht besonders konsistent.Ich meine das so wie beim sprichwörtlichen Strauß der seinen Kopf im Sand versteckt um ein Problem zu lösen. Kann man machen, hilft nur nicht und löst auch rein gar nichts. Wenn es kommt, muss man damit irgendwie umgehen.
Das Argument, dass vorherige Gespräche bzw. andere Safety Tool wie Lines and Veils besser vor Exposition schützen stimmt, spricht aber nicht unbedingt gegen die X-Card, die diese ergänzt, indem sie eine schnelle Möglichkeit bietet, auf Situationen zu reagieren, die man vielleicht nicht vorhergesehen hat.
Gleichzeitig scheinst du aber Expositionen zu mögen, weil sie die Reslienz stärken würden. Was einen nicht umbringt...
Scheint mir erstmal ein Widerspruch.
Ich glaube man konnte die Situation gar nicht lösen. Genau aus den Gründen die du nennst. Grundsätzlich halte ich das Gespräch im Vorfeld aber für besser, weil es kontrollierter ablaufen kann und wegen der Exposition.Ich meine nicht, wie man sie hätte verhindern können - sondern wie hätte man als Spieler/SL in dieser Situation reagieren können, die besser gewesen wäre als mit der X-Card?
Der Titel des Themas hatte Potenzial...
Der Autor führt z.B. als eines der (in seinen Augen legitimen) Einsatzbeispiele einen rauchenden NPC an der für einen Spieler der mit dem Rauchen aufhören wollte ein Trigger war.Da stimme ich zu, dass wäre mir auch zu trivial.
So was brauche ich nicht am Tisch, schon gleich dreimal nicht wenn der entsprechende Kartenzieher dann noch nicht mal erklären braucht um was für eine trivialität es hier ging.
Ich sehe die X-Karte immer als eine Art Notstopp (den roten Buzzer an Geräten). Ja die Situation würde da bereits getriggert aber man kann trotzdem das schlimmste vlt noch abwenden.Schön gesagt. Die meisten Runden machen eine Session Zero nur zu Beginn einer Kampagne, die potentiell Jahre dauert, da kann sich viel entwickeln. In manchen Fällen kennt sich eine neu gegründete Gruppe auch noch gar nicht genug, dass alle bereit wären, bei der Session Zero über so persönliche Themen zu reden. Manche Trigger sind auch von der Tagesverfassung abhängig und wären an anderen Tagen gar keiner.
Aber ich sehe es auch so, dass die x-card nur ein Tool aus den Saftytools ist und halt eher das letzte was gezogen werden sollte.
Aber man kann zwar viel in der Session 0 besprechen aber dann müssten wir auch davon ausgehen, dass Menschen kein Leben neben den runden hätten, denn wir erleben und erfahren einiges und manchmal auf drastische Weise. Unfälle, Tode, Krankheiten und andere Dinge können Ansichten auf Szenen verändern aber auch Zuwachs von Kindern, Haustieren oder andere positive Ereignisse können Dinge in ein anderes Licht rücken. Wir sind Stimmungsmenschen und wir wollen beim Rollenspiel in die Situation reingezogen werden (Immersion) aber wenn es dann mit den neuen Dingen kollidiert, dann kann die X-Karte ggf eben das schlimmste verhindern.
Man sollte sicher immer wieder fragen ob die Lines and veiles noch bestand haben und sie ggf refreshen aber es gibt auch Dinge, die ggf situationsbedingt triggern oder man sich selbst vorher nicht im Klaren ist.
Und ja wir sind keine Psychologen und die Bewältigung gehört nicht zu unserem Job aber wir wollen ja alle Spass am Tisch und die Saftytools sollen ja dafür sorgen und wenn der Spielspaß leidet sollte man miteinander reden.
Die X-Card hilft eh nicht, weil sie die Exposition nicht verhindert, und ist deshalb schlecht; UND die X-Card verhindert Exposition und damit das Lernen von Resilienz und ist deshalb schlecht.Ich hatte Prismas Aussage anders verstanden.
Da kann eigentlich nur eines von beiden wahr sein.
Die Nutzung der X-Card trainiert Resilienz ab - das sehe ich genau anders herum. Ich denke, sie hilft es Resilienz zu trainieren, denn mit der Karte als Reißleine kann ich mich viel eher in "gefährliche" Situationen begeben um die mal auszuprobieren, weil ich weiß, dass ich da auch heil wieder rauskommen kann. Echte Therapeuten machen das in der Expositionstherapie ja auch so: Sie sorgen dafür, dass man das "gefährliche Ding" in einer sicheren Umgebung mit jederzeitiger Abbruchmöglichkeit ausprobieren kann.
Deswegen denke ich, für Edgelord-Runden sind Sicherheits-Tools sinnvoll.Mal als Anekdote aus meiner eigenen Leiterfahrung:
Aber für normale, weitgehend harmlose Runden im festen Freundeskreis? Da kann die X-Karte nichts, was Empathie nicht könnte.
Und die Geschichte vom Trigger, den die betroffene Person selbst nicht kennt - die ist schon sehr konstruiert und selten, wenn es NICHT darum geht, Grenzerfahrungen auszuloten.
Aber das Sicherheit abschreckt ist in meinem Verständnis quatsch oder man sollte es anders erklären, es geht einfach um das miteinander und man kann es ja schon alleine mit Phobien erklären und Rollenspiel ist eben immersive Beschreibung oder der der Versuch daran und daher finde ich Rücksichtnahme schon wichtig.
Regel 1 ist für mich da das Mass aller Dinge
@ Fillus: Standing Ovations von mir.
Ich frage mich auch, ob das nicht eine eher akademische Diskussion ist. Denn Hand aufs Herz: Wie oft hattet ihr denn Situationen, wo ihr eine vernünftige Vorbesprechung (einschließlich Abklären von No-Gos) gemacht habt und dann trotzdem im Spiel noch eine X-Card (oder wie auch immer das bei euch hieß) gezogen werden musste?
Auf mich wirkt das wie die Sorte Werkzeug, das genau von den Leuten genutzt wird, die es gar nicht brauchen - nämlich diejenigen, die ohnehin empathisch sind und auf die Bedürfnisse und Empfindlichkeiten der anderen achten. Und genau diejenigen, für die so ein Konzept am sinnvollsten wäre, weil sie es nicht mal mitkriegen, wenn jemandem am Tisch die Gesichtszüge einfrieren, nutzen es ohnehin nicht...
Wenn Leute meinen, ihre neu gefundene "Macht" über Nichtigkeiten auszuspielen - dann finden die auch ohne X-Card Möglichkeiten mich zu nerven.
Außerdem zeigen Studien durch die Bank weg, dass das Vorhandensein von Safety-Mechanismen dazu führt, dass Menschen schneller und härter an die Grenzen gehen, es gibt ja ein Tool, dass alle sicher sein lässt (sic) - was nicht heißt, dass alles Safety-Tools unbrauchbar sind, aber man sich klar sein muss, dass ein Implementierung auch eine unbewusste Aufforderung darstellen kann. Ihr habt vielleicht von der Geschichte gehört, dass Fahrradfahrer mit Helm mehr Risiken eingehen, als ohne. Ich möchte die Grundsatzdisku dazu nicht anstoßen, aber ich denke, ihr versteht worauf ich hinaus will.Ja. Aber wie geschrieben erachte ich das im konkreten Fall als Vorteil.
Ich brauche keine X-Karte. Aber die gegenseitige Versicherung, dass man das mal probiert und dass alle einverstanden sind, dass es OK ist, das Spiel zu unterbrechen um Bedenken zu äußern und dass das dann ernst genommen werden soll - das würde schon sehr helfen.Ziemlich treffend. Die X-Card ist die Erinnerung an eine Option. Und für Leute, die damit vertraut sind, ist eine X-Card auf den Tisch zu legen eine schnelle Möglichkeit, klar zu stellen, dass diese Option existiert.
Habe übrigens in einer früheren Diskussion auch gegen die X-Karte argumentiert, damals (meine ich) mit dem Argument, dass man damit den Spielfluss stören kann. Stimmt wahrscheinlich auch, kann man. Heute würde ich sagen: Ich meine, man braucht die X-Karte nicht, man (besser: ich) braucht aber gute und verlässliche Absprachen. Und wenn es hilft, zu Erinnerung eine X-Karte auf den Tisch zu legen - ja dann meinetwegen.
@ Fillus: Standing Ovations von mir.
Ich frage mich auch, ob das nicht eine eher akademische Diskussion ist. Denn Hand aufs Herz: Wie oft hattet ihr denn Situationen, wo ihr eine vernünftige Vorbesprechung (einschließlich Abklären von No-Gos) gemacht habt und dann trotzdem im Spiel noch eine X-Card (oder wie auch immer das bei euch hieß) gezogen werden musste?
Wie schon g und hoffen über keines zu stolpern. Aber mal ganz ab von Rollenspieltraditionen wie "Orkschädelspalten" oder "Säurefalle 10w6 Schaden, du bist geschmolzen": ich will nicht dass irgendwer pauschal auf diese Art der Selbstzensur verfällt, denn Rollenspiel soll ja an andere Orte und Erfahrungen gehen dürfen, die im realen Leben unmöglich oder zumindest viel zu unsicher wären. Man kann doch unmöglich dafür plädieren, dass in keinem Spiel mehr irgendetwas Schlimmes passieren darf?
Man muss also die X-Card durch etwas ersetzen, was ihre Probleme nicht hat, oder mehr auf die Eigenverantwortung der SpielerInnen schieben. Oder?
Niemand hat gesagt, dass nichts schlimmes mehr passieren darf. Es geht um das was und das wie.Weiß ich. Freeport hatte sich bloß gewundert, ob die Leute nicht einfach weniger furchtbare Storys und Abenteuer schreiben können, und ich habe das weitergedacht. Das ist ja abseits der Tischebene.
Man muss, denke ich, vernünftig und klar darüber kommunizieren, welche Dinge die Leute am Spieltisch OK finden und welche nicht. Das Ergebnis kann dann nahezu beliebig ausfallen, sollte aber Konsens sein.
Zu den unterschiedlichen Punkten:
Die X-Card ist nur bedingt nützlich (keine Schutz vor grundlegender Exposition)
Die Feststellung ist korrekt. Die X-Card ist nicht dafür da eine grundlegende Konfrontation mit Themen zu verhindern.
Wobei die X-Card auch zu keinem Zeitpunkt behauptet das zu tun oder der einzige Sicherheitsmechanismus ist den man einsetzen kann oder sollte. Wenn man nach Mitteln sucht um eine grundsätzliche Exposition zu vermeiden hat man dafür die "Sitzung 0" sowie Lines & Veils als zwei offensichtlich andere Methoden.
Als weitere Anmerkung es geht bei der X-Card nicht um die Vermeidung von Triggern, schon gar nicht im Sinne von Auslösern von psychischen Belastungen, sondern um die Markierung von Spielinhalten die man nicht möchte.
Rollenspiel ist nicht da um Resilienz aufzubauen und die X-Card kann Resilienz schaffen
Zunächst dient Rollenspiel, außerhalb des therapeutischen Rahmen, nicht dazu Resilienz zu trainieren oder zu verstärken.
Wenn es das machen würde, wäre es nicht in der Form das man mit dem Schrottgewehr einmal Sachen an die Wand schießt mit der Hoffnung ein erwünschtes Trainingsfeld zu treffen.
Darüber hinaus ist die X-Card kein Mittel mit dem man auf die Frage "Was machst du ?" reagiert und wenn man positiven Streß ausgesetzt ist muss man die X-Card nicht benutzen.
Wenn man es auf biegen und brechen auf Resilienz schieben mag setzt die Verwendung der X-Card die Schwelle zur Analyse und der Kommunikation eigener Bedürfnisse herab. Das heißt, wenn man beim Chef im Büro ist und dieser Dinge fordert wie unentgeltliche Überstunden, es keine Gehaltserhöhung gibt oder anderweitig eine Überschreitung vorliegt, kann eine Einstellung bei der die Verwendung der X-Card im Hobbybereich normal ist dazu führen das man eher einen Widerspruch gegen die Setzung wagt.
Ich halte es ansonsten für Paradox bzw. hypokritisch wenn man erst fordert das die X-Card nicht verwendet werden soll um ein Therapieziel zu erreichen (Aufbau von Resilienz) nur um dann die These in den Raum zu werfen das die X-Card das macht. Gerade auch unter der Betrachtung das die X-Card nicht dafür gestaltet wurde um die Konfrontation mit Triggern im psychologischen Sinn zu vermeiden.
Man gibt durch die Nutzung der X-Card nicht mehr von sich Preis als man mag
Wenn man nicht preisgeben möchte, dann benutzt man die X-Card nicht.
Wenn man nicht konkret eingrenzen mag was man störend findet so bietet einem die X-Card deutliche Möglichkeiten es so vage wie möglich zu halten.
Das spiegelt sich dadurch wieder das unter anderen in der präsentierten Anekdote unklar ist was genau der Auslöser war und es sich bei Mutmaßungen respektive Spekulationen belässt. Es fehlt mir auch der Einblick wie der skizzierte Intrigant die Information für den niederträchtigen Umgang mit dem X-Card Nutzer einsetzen kann. Zumal hinzukommt das bei einem Versuch die Information auch den nicht-intriganten Spielern zur Verfügung steht und diese entsprechende Manipulationsversuche erkennen und eingreifen können.
In Bezug auf entsprechende Informationen halte ich Tools die sich an tatsächliche Trigger richteten (Lines & Veils, Sitzung 0, Checklisten) für brisanter als die X-Card. Heißt wenn man auf dem Ankreuzzettel einmal rote Punkte bei allen Sachen zum Thema "Sex" setzt gibt das mehr Informationen preis als wenn man jetzt die X-Card zieht weil man gerade keine Interaktion mit einem Hund haben mag.
Sowohl in Bezug auf die schwere als auch auf den Umstand das vielleicht gar kein z.B. Hund vorkommt.
Jede Handlung ist politisch respektive ideologisch
Die bis dahin vorgebrachten Argumente, auf allen Seiten, zeugen von einer Wertvorstellung respektive eine Ideologie.
Man kann sich davon nicht befreien und die X-Card macht das Zusammenspiel nicht mehr oder weniger ideologisch oder politisch.
In Bezug auf Conventions ist es zudem das der Zwang zu einer X-Card damit argumentiert werden kann, dass man Personen welche die Ideologie haben das es gut sei im Rollenspiel Resilienzen durch Konfrontation aufzubauen in der Umsetzung dieser Wertevorstellung einschränken kann.
Die Nutzung der X-Card trainiert Resilienz ab
Ja. Aber wie geschrieben erachte ich das im konkreten Fall als Vorteil.Tatsächlich geht es dabei nicht um die Betroffenen, sondern um die gesamte Gruppendynamik. Die Helmgeschichte ist eine der bekanntere Fälle, aber Studien zeigen diese Entwicklung in allen Bereichen (Politik, Schulsituationen und ein paar andere sehr sinistre Beispiele, wie Casinos und Scientology-Recruitment - aber das hat nichts mit der X-Card zu tun. ;) ), auch wenn Rollenspiel meines Wissens nach nie gesondert studiert wurde. Aber der Hang ein bisschen weiter zu gehen, wenn es eine institutionalisierte Reißleine gibt, kommt bei so etwas wie der X-Karte klar zum Tragen. Und das ist eben nicht immer eine gute Sache, sondern kann schnell zu einer "Radikalisierung" führen (klingt mal wieder hochdramatisch, der Scope ist hier natürlich sehr klein), die gerade bei sensiblen Themen eben näher an die Grenze schlägt, die zum Triggern führt (oder im kleineren zu einer unangenehmen Situation. Das ganze nennt sich übrigens "Opt-Out-Fallacy".
Im Rollenspiel ist es doch im Gegensatz zum Straßenverkehr meistens etwas positives, wenn die Spieler:innen sich trauen?
Ich finde die Einwände von Freeport durchaus wichtig zur Abwägung.
Ich finde aber nicht, dass die "Ursache" dafür, dass es Sicherheitsüberlegungen braucht, abgestellt werden soll.
Man kann doch unmöglich dafür plädieren, dass in keinem Spiel mehr irgendetwas Schlimmes passieren darf?
Man muss also die X-Card durch etwas ersetzen, was ihre Probleme nicht hat, oder mehr auf die Eigenverantwortung der SpielerInnen schieben. Oder?
Und ich persönlich halte eine offene, persönliche und emphatische Kommunikation immer für den besten Weg, wenn da alles stimmt, braucht man keine Karten.Und da stimme ich dir zu. In der eigenen Runde, im eigenen Freundeskreis. Aber ich kann und will nicht mit jeder Vereins- oder Con-Runde mit Wildfremden offene Gespräche über ihre Probleme führen und sie wohl auch nicht mit mir.
Ich mache mir immer Gedanken vor einem Abenteuer darüber, was die Thematik mit meinen Spielern machtUnd das ist löblich. Aber man weiß halt nicht immer, was die Thematik mit den Spieler:innen macht. Klar vermeide ich gerade wenn ich mit Fremden spielen Extremthemen wie Gewalt gegen Kinder (gut, das vermeide ich sowieso, weil ich es selber nicht haben will). Aber hier wurde als Beispiel Kochen genannt, weil es an einen kürzlich Verstorbenen erinnert. So was kann man nicht vorhersehen.
Und es geht mir hier nicht um offensichtliche Dinge, wie Kinder abschlachten (wo immer das Beispiel jetzt herkam :D)Mich stören Kinder NSC in Vampire schon lange bevor denen irgendwas angetan wird.
Und bei Fremden gehe ich eh anders vor, ich spiele keine problematischen Inhalte mit Menschen, die ich nicht kenne.Ja, halte ich auch so. Du weißt aber tatsächlich nicht, was alles für diese Personen problematische Inhalte sein könnten. Und da kommt die X-Card ins Spiel.
@Fillus etc.:
Denke schon, dass es grundsätzlich Bedarf für einen behutsameren Umgang miteinander und mit schwierigen Themen aller Art gibt. Und einige dieser schwierigen Themen gehören mehr oder weniger zum Kern einiger beliebter Genres (Gewalt, alle möglichen Arten von Monster, Grausamkeiten, Gefangenschaft, Folter etc.)
Ich habe keine Phobien oder so, weiß aber, dass Dinge mich schnell mitnehmen und dass ich die dann nicht mehr "los werde" und tagelang schlechte Gedanken und manchmal Alpträume habe. Braucht kein Mensch. Ist mir auch nicht unangenehm, kann gern jeder wissen, nimmt mir nichts an Männlichkeit, ich komme zurecht. Glaube schon, dass ich ziemlich gefestigt bin und kann auch im "echten Leben" gut mit allen möglichen schwierigen Situationen umgehen. Nur im Spiel muss ich wirklich keinen Stress dieser Art haben.
Die X-Card schützt nicht vor Exposition. Denn um sie auslösen zu können, muss man den Trigger am Tisch erleben, bzw. erfahren. Nun kann der Betroffene auf die Karte tippen oder sie hochhalten und die Fortführung des Themas stoppen, aber die Exposition hat dennoch stattgefunden.
Zumindest meine Rollenspielsitzungen sind keine Therapiesitzungen. Das meine ich nicht böse, ich kann das einfach nicht leisten, weil ich kein Fachmann bin.Volle Zustimmung, die wenigsten hier sind erfahren und befugt, Therapien durchzuführen.
Die Nutzung der X-Card trainiert Resilienz abSpielst Du auf die Konfrontationstherapie (https://de.wikipedia.org/wiki/Konfrontationstherapie)an? Wie Du schreibst, ist Rollenspiel aber keine Therapiesitzung, und wir sind keine psychotherapeutischen Fachleute. Es verbleiben als einzig relevante Experten ihres Traumas die Betroffenen selbst. Und wenn sie sich dem Risiko einer Konfrontation aussetzen - was Du ja im Grunde zum Resilienzaufbau gut findest - und beim Hantieren mit ihrem Trauma feststellen, dass es ihnen doch noch zu weit geht, dann ist die X-Card eine weitere Möglichkeit, das zu kommunizieren. Damit gibt die X-Card eine weitere Hilfestellung, Resilienz aufzubauen, wenn Du mit Deiner These richtig liegst.
Obwohl unser klassisches Unterhaltungsrollenspiel kein psychologisches Werkzeug ist, kann es dennoch nützlich sein um bestimmten Situationen zu begegnen, bzw. den Umgang mit ihnen in einem gewissen Umfang zu trainieren.
Es muss bei der betroffenen Person eine gewisse Mündigkeit vorliegen. Wenn die Person PTSD hat, dann setzt er sich besser nicht in eine Runde wo viel gekämpft wird. Hat jemand eine Vergewaltigungserfahrung gemacht, dann ist Vampire möglicherweise nichts für diese Person, da es da auch um Kontrollverlust gehen kann. Da hilft auch die beste X-Card nicht, weil sie die anfängliche Exposition nicht verhindern kann.Vergewaltigungen können auch bei Nicht-Vampire-RPGs auftauchen, ein anderes Spiel als Vampire zu spielen gibt also keine Sicherheit. Du kannst ja nur für Deine eigenen Traumata und Deinem Umgang sprechen, nicht von denen anderer, das wäre Bevormundung. "Anfängliche Exposition" muss außerdem noch nicht belastend sein, aber das "tiefe Eintauchen" vielleicht schon, hier können wir auf den mündigen Umgang der Betroffenen hoffen.
Durch die Nutzung der X-Card gibt man gefährlich viel von sich preisIn dem von Dir beschriebenen Szenario stimme ich Dir zu. Wobei, wie jemand schon gesagt hat, in Deinem Szenario auch andere Formen des Zeigens, dass hier etwas unangenehm ist, die Gefahr heraufbeschworen hätte. Die X-Card löst nicht das Problem, dass es manipulative Arschlöcher gibt.
Das ist eine unterschätzte aber sehr reale Gefahr, die ich schon am Spieltisch erlebt habe. Vielleicht ist das sogar die größte Gefahr von allen.
Es besteht die Gefahr, dass die Nutzung ideologisch wirdÄhm, nein. Stattdessen besteht die Gefahr, dass die Nicht-Nutzung ideologisch
Ja, halte ich auch so. Du weißt aber tatsächlich nicht, was alles für diese Personen problematische Inhalte sein könnten. Und da kommt die X-Card ins Spiel.
Grundsätzlich muss ich aber sagen das ich in meinen Runden und auch Conrunden mittlerweile keine X-Card mehr auf dem Tisch habe.
Warum?
Weil es auf dem Tisch ohnehin zu wenig Platz gibt.
Habe noch nie mitgekriegt, dass die X-Card eine echte Karte ist. Dachte, "X-Card" wäre einfach was, was man ausspricht. Zumindest wird das in allein Online-Video-Runden, die ich kenne so gehandhabt.
Habe noch nie mitgekriegt, dass die X-Card eine echte Karte ist. Dachte, "X-Card" wäre einfach was, was man ausspricht. Zumindest wird das in allein Online-Video-Runden, die ich kenne so gehandhabt.Ich hatte bisher immer kleine X-Karten gemalt.
Karte ist eh ein großes Wort. In der einfachsten Form ist das ja wirklich nur ein gefaltetes Stück Notizpapier wo man mit dem Stift kurz ein "X" draufmalt.
Ich benutze als Spielleiter einen gesunden Menschenverstand und Empathie.Ich denke, das tun wir alle. Zu wieviel % bist Du Dir sicher, dass Du unter Einsatz von Empathie und Menschenverstand mit jeder Gruppe unnötiges Vertiefen von Triggern verhinderst?
Außerdem frage ich mich, warum gerade in der Rollenspielszene alles mit Sensibilität „abgesichert“ wird. Liegt das daran, dass es Freizeit ist und man mit Gleichgesinnten eine schöne Zeit verbringen will? Dann würde ich nur mit Leuten spielen, deren Hintergrund ich kenne und die mir sympathisch sind.
Wobei ich überlege was haptischeres zu machen.
Ich könnte meine alte X-Box auf den Tisch stellen. ~;D(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Außerdem frage ich mich, warum gerade in der Rollenspielszene alles mit Sensibilität „abgesichert“ wird. Liegt das daran, dass es Freizeit ist und man mit Gleichgesinnten eine schöne Zeit verbringen will? Dann würde ich nur mit Leuten spielen, deren Hintergrund ich kenne und die mir sympathisch sind.
Und ich finde das ziemlich angenehm. Wir sind zwar nerdig und teilweise seltsam, aber wenig konsequent unangenehme Leute dabei.
Das liegt aber möglicherweise auch nur an der individuellen Verknüpfung von persönlichen Vorlieben und an der Definition von "unangenehme" würde ich sagen.
Das liegt aber möglicherweise auch nur an der individuellen Verknüpfung von persönlichen Vorlieben und an der Definition von "unangenehme" würde ich sagen.
Mir war mehr oder weniger klar, dass es da Einwände gibt. Wäre sonst nicht das Tanelorn ~;D
Ja klar hat es was damit zu tun. Aber ich würde schon sagen, dass die Rollenspielszene eine Insel der Seeligen ist, was viele unangenehme Verhaltensweisen angeht. Ich würde schon sagen, dass der Umgang miteinander ganz OK ist.
Gewiss fühlen sich auch viele andere Leute in ihren jeweiligen Biotopen sehr wohl. Ich finde das zwar ein wenig gruselig, nehme das aber durchaus interessiert zur Kenntnis.
Ich bin mir zu 99% sicher, dass ich mir bekannte Spieler nicht realweltlich in einem Maße triggern werde, die ihnen das Spiel madig machen. Wenn das passiert, bin ich mir zu 100% sicher, dass wir das ad hoc geklärt bekommen.Das deckt sich mit meinem Gefühl: Ich spiele mit meiner alten Truppe seit fast 30 Jahren. Da bin ich mir auch zu 99% sicher.
Mit Fremden verschieben sich diese Prozentsätze. Daher spiele ich nicht mit Fremden, weil ich spielen möchte - und nichts anderes.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Spielleiter die sie benutzen, sie gar nicht unbedingt bräuchten, weil solche Spielleiter überdurchschnittlich viel Wert drauf legen, dass es ihren Mitspielern "gut geht" und "nichts passiert". Wer so eine Grundeinstellung hat, dem traue ich zu, von vornherein sensibel für die Belange des Einzelnen zu sein.
Und wer sie bräuchte, dem traue ich wiederum zu, sie missbräuchlich zu verwenden, sich also drauf auszuruhen oder irgendwelchen kranken Mist zum Thema in der Spielrunde zu machen, weil, es gibt ja die X-Card.
Würde mir ein Spielleiter vor dem Spiel Listen mit möglichen Triggern und No-Gos hinknallen, würde ich das als übergriffig empfinden und mich weigern so etwas auszufüllen.
Will sagen: So passiert das doch gar nicht.
Habe noch nie mitgekriegt, dass die X-Card eine echte Karte ist. Dachte, "X-Card" wäre einfach was, was man ausspricht. Zumindest wird das in allein Online-Video-Runden, die ich kenne so gehandhabt.
Ist das wirklich, und ich wieder hole die Frage aus einem früherem Post in diesem Thread, "gefährlich"? Oder einfach nur etwas, was Ihr für Eure Bedürfnisse in Eurem Spiel nicht unbedingt braucht?
Ich hab keine große Erfahrung damit als Spieler, weil ich eigentlich auch nie spiele sondern nur leite und so Sachen bei uns im Verein überhaupt keine Verbreitung habe. Ich habe nur mal solche Listen im Netz gesehen (war handwerklich schon eher gut gemacht) und da hab ich mir gedacht: Niemals würde ich so etwas ausfüllen.
Da macht jemand im Internet etwas anders,
Wie ist denn das korrekte Vorgehen, wenn jemand von der X-Card getriggert ist, es sich aber nicht zu sagen traut?
Ist das Ironie, oder meinst Du das ernst?
Wie ist denn das korrekte Vorgehen, wenn jemand von der X-Card getriggert ist, es sich aber nicht zu sagen traut?
Naja so ein Schriftstück auszufüllen, in dem vorab die persönlichen roten Linien geklärt werden müssen, erinnert schon ein bisschen an "Fifty Shades of Grey."
~;D
Ist das Gatekeeping oder willst du nur die Frage nicht beantworten?
Was ist "anders"? Die Nutzung oder die Nichtnutzung?
Naja so ein Schriftstück auszufüllen, in dem vorab die persönlichen roten Linien geklärt werden müssen, erinnert schon ein bisschen an "Fifty Shades of Grey."
~;D
Naja so ein Schriftstück auszufüllen, in dem vorab die persönlichen roten Linien geklärt werden müssen, erinnert schon ein bisschen an "Fifty Shades of Grey."
~;D
Wie ist denn das korrekte Vorgehen, wenn jemand von der X-Card getriggert ist, es sich aber nicht zu sagen traut?
Ich könnte hier jetzt hinschreiben, daß sich das jeder selbst aussuchen darf ;)...aber in diesem Fall ging's mir schon um die Nutzung, denn die ist ja recht offensichtlich für die meisten hier das "Andere" und aus welchem Grund auch immer als bedrohlich Empfundene.
Das Problem mit der X-Card ist doch, dass sie bedingungslos als Trumpf-Karte angelegt ist um beliebige Inhalte aus dem Spiel zu entfernen und damit keinerlei Abwägung beinhaltet ist.Das halte ich für im höchsten Maße missinterpretiert (5 Missinterpretationen fett hervorgehoben)
Naja ich kenne eine die dort "unterwegs" ist (und nein nicht mit mir, sie steht auf Frauen) und bei ihr in der Community gilt das Buch (und film) als so ziemliche Lachplatte und abseitz von der gelebten realität.
Das ist übrigens rausgekommen nach einer Diskussion mit Ihr über Rollenspiele (hüstel) also unsere P&P Rollenspiele, was denkt ihr denn wieder?
Da ich mich selbst in dieser Szene über Jahre bewegt habe sind die Aussagen der Dame legetim. Jedoch die in klammern getätigt Aussagen Schrecken mich ab. Sehr geschwätzig für eine so verschlossene Gemeinschaft.
Oder sie hat sich dir anvertraut und du pustet das hier raus. Das wäre noch widerlicher. Am besten nennst du gleich Namen und Clubs. Sorry hier ist meine XCard
Da steht doch nichts drin, was man irgendwie verwenden könnte. Denke, die Aufregung ist ein wenig unnötig.
Da ich mich selbst in dieser Szene über Jahre bewegt habe sind die Aussagen der Dame legetim. Jedoch die in klammern getätigt Aussagen Schrecken mich ab. Sehr geschwätzig für eine so verschlossene Gemeinschaft.
Oder sie hat sich dir anvertraut und du pustet das hier raus. Das wäre noch widerlicher. Am besten nennst du gleich Namen und Clubs. Sorry hier ist meine XCard
Für alle, die nicht verstehen worum es geht. Sie meinen eindeutig DSA ~;D ~;D
Ja, was den sonst. In keinem RPG glüht die XCard so auf wie hier. ~;D
Da ich mich selbst in dieser Szene über Jahre bewegt habe sind die Aussagen der Dame legetim. Jedoch die in klammern getätigt Aussagen Schrecken mich ab. Sehr geschwätzig für eine so verschlossene Gemeinschaft.
Oder sie hat sich dir anvertraut und du pustet das hier raus. Das wäre noch widerlicher. Am besten nennst du gleich Namen und Clubs. Sorry hier ist meine XCard
Das Problem mit der X-Card ist doch, dass sie bedingungslos als Trumpf-Karte angelegt ist um beliebige Inhalte aus dem Spiel zu entfernen und damit keinerlei Abwägung beinhaltet ist.
Ich stelle mir eh die Frage wie oft sie (X-Card) benuzt werden. Vieleicht ist in meiner Blase der Rollenspielenden die Resilenz so hoch, die Triggerpunkte so gering und die Spielleitung so einfühlsam/vorrausschauend das es einfach nie zu irgendwas triggerndem kommt?
Ich stelle mir eh die Frage wie oft sie (X-Card) benuzt werden. Vieleicht ist in meiner Blase der Rollenspielenden die Resilenz so hoch, die Triggerpunkte so gering und die Spielleitung so einfühlsam/vorrausschauend das es einfach nie zu irgendwas triggerndem kommt?
Wenn Du das als Problem wahrnimmst, dann existiert doch ein grundlegendes Problem in dieser (fiktiven) Runde - nämlich, dass da willkürlich die Spielinhalte diktiert werden ohne auf Konsens zu setzen.
Das ist doch kein Exit Karten Problem, sondern ein Problem von Rücksichtslosigkeit und Egoismus. Nimm die Exit Karte raus aus einer solchen Runde - glaubst Du ernsthaft, die befürchteten Probleme wären dann plötzlich weg? Dann wird ein anderes Werkzeug genommen, um seine Vorstellungen über legitime Inhalte durchzusetzen.
(Ja, ich X-karte den Begriff jetzt quasi!)Danke, damit habe ich mein Unwort des Jahres 2024 gefunden.
Also eigentlich wollte ich gestern Abend, nachdem der Thread noch einigermaßen taufrisch war, etwas dazu schreiben. War aber zu müde und zu platt. Dass der Thread in der kurzen Zeit derart explodieren würde, war schon ein wenig unerwartet. Wobei...im Nachhinein betrachtet wohl auch nicht .
Als SL habe ich gewisse Werkzeuge zur Hand (nein, keine X-Card), dank derer ich solche Sachen wie die X-Card nicht einsetzen und einer von den Spielern die dann raushaut. Ich kann z.B. Szenen oder Aktionen nur andeuten und muss sie nicht bis ins kleinste Detail schildern. Die meisten Spieler haben zumindest genug Fantasie und kennen vielleicht solche oder ähnliche Szenen aus Filmen/Büchern, so dass sie sich den Rest selbst denken können. Und das genügt oftmals schon.
Denn die X-Card wird - meinem Verständnis nach- in genau den Momenten eingesetzt, die eigentlich am dramatischtesten/spannendsten...sind.
Und das ist für mich der Hauptgrund, keine X-Card zu benutzen: Sie wirkt (unweigerlich) immersions(zer)störend.
In den letzten Jahren habe ich etliche Call of Cthulhu & Dread (Jengaturm)-Runden geleitet. Und einige waren wirklich heftig, teilweise nichts für schwache Nerven. Ja, da waren auch Spieler dabei, die irgendwann geweint haben.
Und das mag jetzt vielleicht etwas hart klingen, aber ich bin der Ansicht: " Wer eine X-Card (als Spieler) braucht oder verlangt, der sollte einfach keine Horror-Rollenspiele spielen."
Wenn dann auf einmal jemand mitbekommt, dass er zart besaitet ist und die Facegugger skippt, dann hätte ich dafür null Verständnis. Das macht dann allen anderen Mitspielern die Runde kaputt.
Das sehe ich auch so. Wenn ich eine offensichtliche Horrorrunde anbiete, dann hätte ich auch null Verständnis für jemanden der eine X-Karte braucht. Mache ich beispielsweise Alien, dann wissen alle um was es geht und haben Bock darauf. Wenn dann auf einmal jemand mitbekommt, dass er zart besaitet ist und die Facegugger skippt, dann hätte ich dafür null Verständnis. Das macht dann allen anderen Mitspielern die Runde kaputt.
Vielleicht solltest Du einfach vorher mal fragen, ob der Begriff so gemeint war, wie Du ihn wahrnimmst, denn Du interpretierst hier eine sehr spezielle Bedeutung, während der umgangssprachliche oder technische Begriff genau so legitim sein kann. Du gehst hier von Deiner Perspektive als absoluten Maßstab aus.
Entschuldige, aber wie, wenn nicht psychologisch, soll er denn hier gemeint sein? Es geht hier doch um psychologische und emotionale Zugänge zu Spielinhalten, oder nicht?Du fragst den falschen - nämlich nicht den, der den Begriff verwendet hat. Ich bin der, der nur sagte: Das Wort muss nicht so gemeint sein.
Resilienz kann umgangssprachlich als „seelisches Immunsystem“ beschrieben werden.
Es geht dabei um die psychische Kraft, Belastbarkeit und Flexibilität von Menschen, wenn sie mit schwierigen, belastenden Situationen und Lebensereignissen konfrontiert werden.
Das sehe ich auch so. Wenn ich eine offensichtliche Horrorrunde anbiete, dann hätte ich auch null Verständnis für jemanden der eine X-Karte braucht. Mache ich beispielsweise Alien, dann wissen alle um was es geht und haben Bock darauf. Wenn dann auf einmal jemand mitbekommt, dass er zart besaitet ist und die Facegugger skippt, dann hätte ich dafür null Verständnis. Das macht dann allen anderen Mitspielern die Runde kaputt.
Wird wohl auch kaum einer so machen.
Aber es ist doch legitim, im Vorfeld zu fragen, welche Art von Gruselzeug vorkommt.
Es gibt bei Cthulhu sehr viele Szenarien, die ich gern mitspiele und leite. Und dann gibt es ein paar Sachen, die ich mir nicht antun möchte. Kann man doch kommunizieren.
Anders wird ein Schuh draus: Als SL spoilere ich das Abenteuer, wenn ich sagen was dran kommt. Meldet sich der Spieler vorher und sagt was er nicht will, kann ich einfach was anderes raussuchen.
Das sehe ich auch so. Wenn ich eine offensichtliche Horrorrunde anbiete, dann hätte ich auch null Verständnis für jemanden der eine X-Karte braucht. Mache ich beispielsweise Alien, dann wissen alle um was es geht und haben Bock darauf. Wenn dann auf einmal jemand mitbekommt, dass er zart besaitet ist und die Facegugger skippt, dann hätte ich dafür null Verständnis. Das macht dann allen anderen Mitspielern die Runde kaputt.Und wenn irgendwer in derselben Runde z.B. sexuelle Gewalt anspielt? Ist das für dich auch so klar?
Anders wird ein Schuh draus: Als SL spoilere ich das Abenteuer, wenn ich sage was dran kommt. Meldet sich der Spieler vorher und sagt was er nicht will, kann ich einfach was anderes raussuchen.
@maarzan @BlizzardDas war, mit Verlaub, vor JollyOrcs Moderations-Anweisung.
JollyOrcs Beitrag nachgefasst:
Warum bringt Ihr hier missbräuchliche, unwahrscheinliche, nicht der Intention der X-Card entsprechende Anwendungsfälle ein?
@maarzan @Blizzard
JollyOrcs Beitrag nachgefasst:
Warum bringt Ihr hier missbräuchliche, unwahrscheinliche, nicht der Intention der X-Card entsprechende Anwendungsfälle ein?
Weil die Intention hinter der X-Card auf die Realität trifft und nicht auf einen bestmöglichen Fall.
Und die Realität ist dann immer der schlechtmöglichste Fall? Und: Ist der bestmögliche Fall keine Realität?
Weil die Intention hinter der X-Card auf die Realität trifft und nicht auf einen bestmöglichen Fall. Da treffen missbräuchliche und unwahrscheinliche Fälle dann halt ein. Mag bei deiner - offenbar rein theoretischen Sicht - auf das Problem vielleicht keine Rolle spielen. Für uns am Spieltisch aber schon.
Frag mal den TÜV ;)
Ich hätte jetzt gesagt, gerade in einer Horrorrunde sehe ich Raum für eine X-Karte, weil dort ja das Bedürfnis da ist, unangenehme Dinge auftauchen zu lassen. Und wo da die Grenze zwischen "erwünschter Grusel" und "nicht mehr erträglich" verläuft, kann letztlich nur jeder Spieler für sich beantworten. Jetzt ist es natürlich so, dass es nicht Sinn der Sache sein kann, alle Horrorelemente "weg-zu-X-en", aber die Chance, dass es hier zu kritischen Situationen kommt, ist ja viel höher als wenn wir die üblichen heimatlosen Problemlöser und Verlieserkunder spielen.
Das halte ich für im höchsten Maße missinterpretiert (5 Missinterpretationen fett hervorgehoben)
Die X-Card ist nur bedingt nützlich
Die X-Card schützt nicht vor Exposition. Denn um sie auslösen zu können, muss man den Trigger am Tisch erleben, bzw. erfahren. Nun kann der Betroffene auf die Karte tippen oder sie hochhalten und die Fortführung des Themas stoppen, aber die Exposition hat dennoch stattgefunden. Die betroffene Person wurde bereits getriggert. Ja, die Fortführung wurde gestoppt, so das es nicht noch schlimmer werden kann, doch ein echter Schutz ist die X-Card nicht. Das kann sie auch nicht leisten. Da ist ein Gespräch während der Session Zero wesentlich effektiver und sicherer als der Gebrauch der X-Card.
Alles in allem mag die X-Card gut gemeint sein, aber in meinen Augen schützt sie nicht besonders gut und hat gefährliche Fehler. Ein im Vorfeld klärendes Gespräch sehe ich als effektiver an.
Wenn Du das als Problem wahrnimmst, dann existiert doch ein grundlegendes Problem in dieser (fiktiven) Runde - nämlich, dass da willkürlich die Spielinhalte diktiert werden ohne auf Konsens zu setzen.
Das ist doch kein Exit Karten Problem, sondern ein Problem von Rücksichtslosigkeit und Egoismus. Nimm die Exit Karte raus aus einer solchen Runde - glaubst Du ernsthaft, die befürchteten Probleme wären dann plötzlich weg? Dann wird ein anderes Werkzeug genommen, um seine Vorstellungen über legitime Inhalte durchzusetzen.
Wenn Du das als Problem wahrnimmst, dann existiert doch ein grundlegendes Problem in dieser (fiktiven) Runde - nämlich, dass da willkürlich die Spielinhalte diktiert werden ohne auf Konsens zu setzen.
Das ist doch kein Exit Karten Problem, sondern ein Problem von Rücksichtslosigkeit und Egoismus. Nimm die Exit Karte raus aus einer solchen Runde - glaubst Du ernsthaft, die befürchteten Probleme wären dann plötzlich weg? Dann wird ein anderes Werkzeug genommen, um seine Vorstellungen über legitime Inhalte durchzusetzen.
@maarzan @Blizzard
JollyOrcs Beitrag nachgefasst:
Warum bringt Ihr hier missbräuchliche, unwahrscheinliche, nicht der Intention der X-Card entsprechende Anwendungsfälle ein?
Ich bin, wenn ich ehrlich bin, eigentlich ziemlich dauergetriggert:
- Wenn meine Mitspieler zu viel herumalbern.
- Wenn sie zu wenig herumalbern.
- Wenn sie zu spät zur Session kommen.
- Wenn sie sich echt blöd anstellen.
- Wenn sie pfiffiger und oder besser sind als ich.
- Erst letzte Woche hat mir tatsächlich einer einen Pfeil in den Rücken geschossen, weil er in den Nahkampf geballert hat, das war sehr fahrlässig. Anschließend nur eine halbherzige Entschuldigung!
- Ein anderer hat eineinhalb Packungen Chips in sich reingefressen, aber wir hatten insgesamt nur zwei Packungen für alle da (zwar aufgrund von schlechter Chips-Logistik meinerseits, trotzdem war das nicht die feine englische Art).
Solche Sachen sind absolut realistisch und kommen dauernd vor.
Handelt es sich dabei um Fälle, die von der Karte legitim abgedeckt sind oder nicht?
In meinen Augen macht es die X-Card einfach deutlich leichter, destruktive Verhaltensweisen mit einer niedrigen Ausführungsschwelle an den Tisch zu bringen.Ohne jetzt den ganzen Thread gelesen zu haben, will ich hierauf eingehen. Denn:
Auch und insbesondere wenn man mit Fremden spielt.
Das von einem anderen Tanelorni angeführte Beispiel aus einer Shadowrun-Runde ist für mich da sehr exemplarisch für eines der Szenarien an denen ich kein Interesse habe.
@maarzan @Blizzard
JollyOrcs Beitrag nachgefasst:
Warum bringt Ihr hier missbräuchliche, unwahrscheinliche, nicht der Intention der X-Card entsprechende Anwendungsfälle ein?
Zusätzlich fühle ich mich in dieser Ansicht (und der Annahme zur missbräuchlichen, wenn auch nicht so plakatierten Intention) bestärkt, wenn genau der Missbrauchhebel für die Befürworter so relevant ist, dass dort abgeschwächte Varianten der X-Card nicht akzeptiert werden. :think:
Zusätzlich fühle ich mich in dieser Ansicht (und der Annahme zur missbräuchlichen, wenn auch nicht so plakatierten Intention) bestärkt, wenn genau der Missbrauchhebel für die Befürworter so relevant ist, dass dort abgeschwächte Varianten der X-Card nicht akzeptiert werden. :think:
Im Gegenteil, ich halte die missbräuchliche Anwendung der X-Card für erheblich wahrscheinlicher als die Fälle, wo das so stark triggert, dass nur die X-Card retten kann.
Heißt das, du gehst wirklich als Grundhaltung davon aus, dass ein Spieler, der die X-Card benutzen will eher darauf aus ist, dich absichtlich zu übervorteilen als sich eine Ausstiegsoption offenzuhalten, wenn ihm Inhalte emotional unangenehm sind?
Exakt.
Ich kann ihm aber die Variante aus Post #86 anbieten.
Wenn das nicht passt, gehe ich von Missbrauchsvorsatz aus.
Etwas weniger provokant formuliert wäre es also so, dass Du eine Spielunterbrechung und die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Mitspieler zwar in Ordnung findest, aber gern eine Erklärung hättest?
Die Situation mit manipulativen Mitmenschen halte ich für ziemlich konstruiert; es sitzt ja nicht an jedem Spieltisch jemand, der nur darauf lauert, die Schwächen anderer zu erfahren. Und wenn doch, würde er sie doch in der Session Zero sowieso mitkriegen?Ich versichere dir, die Situation mit dem Intriganten ist nicht konstruiert. Ich wünschte, sie wäre es.
Zum Thema "Resilienz": Es ist schlicht nicht deine Angelegenheit, wie andere Leute mit ihren Problemen umgehen (außerhalb des Spiels). Die Mitspieler sind erwachsen und müssen (und WOLLEN) nicht von dir zu richtigem Verhalten erzogen werden. Es geht dich nur solange etwas an, wie das ihr Verhalten am Spieltisch betrifft.Wir reden hier nur über das Verhalten am Spieltisch.
Du hast folgende Probleme angemerkt, und zu allen habe ich etwas zu erwidern :)Sehr gut! :d
Aber sie bietet einen eleganten und schnellen Weg aus der Exposition herausIch glaube nicht, dass das möglich ist. Man kann damit zwar das Thema wechseln, aber der Trigger ist ja leider ausgelöst worden und im Hinterkopf für eine Zeit präsent. (Wie gesagt, meine unfachmännische Vorstellung..)
Echte Therapeuten machen das in der Expositionstherapie ja auch so: Sie sorgen dafür, dass man das "gefährliche Ding" in einer sicheren Umgebung mit jederzeitiger Abbruchmöglichkeit ausprobieren kann.Wenn das ein echter Therapeut in einer kontrollierten Umgebung macht, dann ist das sicher ein Mehrwert. Diese ideale Situation haben wir am Spieltisch aber nicht.
Durch die Nutzung der X-Card gibt man gefährlich viel von sich preis - Das hier von Dir gewählte Beispiel übergeht geflissentlich, dass auch ohne Nutzung der X-Card der manipulative Intrigant mitbekommen hätte, was da wen triggert. Das Preisgeben findet also so oder so statt. Hier würde ich sogar wieder das Gegenteil argumentieren: Mit X-Card hätte das Geschehen ggfs. früher abgebrochen werden können, und der potentielle Intrigant hätte weniger erfahren! (BTW: Ich hoffe, die Situation bei Euch ist da inzwischen besser?)Siehe bitte meine Antwort an Nria weiter oben. Sie hat das gleiche Argument angeführt. (Übrigens, die Situation ist besser, dieser Mensch ist nicht mehr Teil dieser Community. Danke der Nachfrage! :) )
Und zuletzt nochmal ganz deutlich: Die X-Card ist nicht als Werkzeug gedacht, mit dem man Menschen, die das Spiel erst gar nicht spielen sollten, das Spiel dann doch irgendwie mundgerecht machen kann.Das Anliegen ist edel und gut, aber ich bin nicht von der Wirksamkeit überzeugt. Im Gegenteil, wie gesagt.
Sondern sie hilft gefestigten erwachsenen Menschen in ihrer Freizeit bewusst und konsequent die kleine Komfortzone zu verlassen und mutiger als sonst zu spielen, ohne im Fall des Falles den anderen Leuten am Tisch den Abend zu verderben.
[...] aber am liebsten hätte ich ab 25 geschrieben, denn auch Spätpubertierende wollte ich an meinen Tisch möglichst vermeiden ;D.
Na, ob dir da mit einer reinen Altersbeschränkung wirklich sooo geholfen gewesen wäre...? ~;D
Das wird mit der xCard eben nicht geregelt. Da hat der Benutzer schlicht und einfach Recht und alle anderen haben sich dann noch ihm zu richten. Basta und Aus also - ausdrücklich nix mit reden.(Bei Bedarf suche ich noch weitere Beispiele heraus.)
@Widersprüchliche ArgumentationDen Widerspruch in der Argumentation sehe ich dahingehend das du die X-Card als Mittel siehst das dem Aufbau einer Resilienz (Therapie/Therapieziel) widerspricht, im selben Abschnitt jedoch argumentierst das Rollenspielrunden keine Therapiesitzungen sind oder sein sollen.
Das ist unfassbar sexistisch.Das ist eindeutig KI. Die kann ja nicht anders. 8]
@Prisma: nach deiner Argumentation wäre die X-Card eher schwach/ wenig hilfreich, aber nicht gefährlich.
Die Wahrheit (einiger hier) jetzt mal auf den Punkt gebracht:
(https://www.tanelorn.net/index.php?action=dlattach;topic=127461.0;attach=35711)
Aber ich stimme im zweiten Punkt zu: Die X-Card vielleicht nicht wirksam – und darüber kann man auch diskutieren. Aber den Begriff gefährlich, den finde ich auch etwas drüber, in dem Zusammenhang.
Und eins sollte doch klar sein: Eine X-Card nimmt niemanden aus der Verantwortung und ist kein Freifahrtsschein. Wer grenzwertige Erlebnisse durchspielen will, hat trotzdem Empathie zu üben und seine Mitspielern gegenüber Umsicht zu walten. Wenn man nicht sicher ist, ob es allen gut damit geht, was gerade abgeht, dann fragt man und ruht sich nicht auf der nicht ausgespielten Exit Karte aus.
Denn wie immer gilt: redet miteinander. Kümmert Euch um euch gegenseitig...
Im übrigen sehe ich die X-Card nicht als gefährlich an und vermute der "Missbrauch" ist ein vorgeschobenes Argument, weil in den meisten Runden ganz schnell geregelt wird, ob das "ein-einzelner-diktiert-willkürlich-die-Spielinhalte" legitim ist oder nicht. Grundvoraussetzung für gelungenes Rollenspiel ist schließlich ein Mindestmaß an Sozialkompetenz. Oder was Wil Wheaton's Regel sagt...
Dass die X-Card vielleicht die Wirkung verfehlt und oder Nebenwirkungen mitbringen kann... So what? redet drüber und löst das Problem gemeinsam.
Die Card soll ja ein Schutzmechanismus sein und solche Mechanismen sind nun mal nicht Allheilungsmittel.
...
Wenn jemand die x-Card benutzt unterbreche ich die Runde kurz, nehme die Person zur Seite und versuche im Rahmen dessen was diese Person bereit ist zu teilen zu klären, ob ich die Szene abändern kann oder ob die Person besser eine Pause macht und mit der nächsten Szene wieder in die Runde einsteigt.
Das wird mit der xCard eben nicht geregelt. Da hat der Benutzer schlicht und einfach Recht und alle anderen haben sich dann noch ihm zu richten. Basta und Aus also - ausdrücklich nix mit reden.
Und während es Fälle gibt, wo das persönliche Unbehagen nachvollziehbar und berechtigt ist, gibt es einen Haufen von aufgeführten Punkten., wo das ganz und gar nicht so ist.
Das wäre ja in etwa die Alternative, die ich vorgeschlagen habe.
Über das zu löschende Element hinaus nachfragen und abwägen ist mit der X-Card ja gerade ausgeschlossen.
Das wird mit der xCard eben nicht geregelt. Da hat der Benutzer schlicht und einfach Recht und alle anderen haben sich dann noch ihm zu richten. Basta und Aus also - ausdrücklich nix mit reden.
Wenn du nicht sicher bist, was mit der X-Karte markiert worden ist, mach eine Pause und rede unter vier Augen mit der Person.Es ist explizit das darüber reden möglich.
Das ist alles ziemlich willkürlich und wischi-waschi mittlerweile, man möchte fast sagen: widersprüchlich.Was findest du widersprüchlich? Wie man mit dem Ausspielen einer X-Card umgehen soll?
Eine X-Card am Tisch verhindert nichts, was nicht nicht auch durch ein knappes Dutzend Gehirnzellen hätte verhindert werden können.
Man kann statt der X-Card auch die Hand heben, sprechen, oder einen fliegen lassen.
Ich fasse das mal kurz für mich zusammen:
Mit der X-Card am Tisch kann man also nichts tun, was man ohne die X-Card nicht auch hätte tun können.
Eine X-Card am Tisch verhindert nichts, was nicht nicht auch durch ein knappes Dutzend Gehirnzellen hätte verhindert werden können.
Man kann statt der X-Card auch die Hand heben, sprechen, oder einen fliegen lassen.
Eine X-Card schützt nicht vor Arschlöchern, und eine X-Card macht nicht alles gut.
Eine X-Card soll reglementieren, was nicht wirklich zu reglementieren ist.
Ich finde die X-Card weder störend noch gefährlich - aber auch nicht hilfreich!
Scheint mir soweit zutreffend.Das Nachdenken über die Karte hilft niemandem. Kann man auf den letzten 6 1/2 Seiten nachlesen. Man sollte eher über das Problem nachdenken, und sich nicht im Kreise drehen.
Außerd dem letzten Satz. Ich würde meinen, dass Nachdenken über das Problem X-Karte hilfreich ist.
Das Nachdenken über die Karte hilft niemandem. Kann man auf den letzten 6 1/2 Seiten nachlesen. Man sollte eher über das Problem nachdenken, und sich nicht im Kreise drehen.
Das Nachdenken über die Karte hilft niemandem. Kann man auf den letzten 6 1/2 Seiten nachlesen. Man sollte eher über das Problem nachdenken, und sich nicht im Kreise drehen.
Uff, naja, das ist schon jetzt eine Polemik, die ich superunangemessen finde. Wenn das wirklich stimmt und man sich hier bei den Erfahrungsberichten umsieht, dann ist dieses "ein halbes Dutzend Gehirnzellen" ja nicht wirklich stichhaltig.Auch ohne eine solche Karte musste sich noch nie jemand am Tisch seelisch nackig machen. Und wenn doch jemand das Gefühl hatte ebendies tun zu müssen, dann war das Problem ganz bestimmt nicht die fehlende X-Karte am Tisch! Durch ihre schiere Existenz zeigt die X-Card überhaupt nichts! Gar nichts! Der Umgang mit der Situation ist entscheidend, das, was nach der Karte passiert. DAS zeigt, wie ihr am Tisch spielt, und was ihr respektiert.
Die X-Karte liegt sichtbar auf dem Tisch und erinnert damit jedermann daran, dass es immer eine Exit-Option für unangenehme Inhalte gibt. Und ohne dass derjenige sich dann noch seelisch nackig machen muss.
Und genau DAS hat die X-Card einem klärenden Gespräch zu Beginn (was auch mit X-Card in der Regel zumindest kurz stattfindet) trotzdem voraus: Durch ihre Existenz zeigt sie: "So spielen wir, wir respektieren, wenn du die Reißleine ziehst."
Sie erinnert daran. Das hat sie den von dir genannten Dingen voraus. :P
Sie erinnert daran.
Ich fasse das mal kurz für mich zusammen:
Mit der X-Card am Tisch kann man also nichts tun, was man ohne die X-Card nicht auch hätte tun können.
Eine X-Card schützt nicht vor Arschlöchern, ...
naja, persönliches Unbehagen kann man IMHO nicht wirklich diskutieren. Wenn Person A sagt "damit kann ich nicht um, lasst das bitte", dann kann man maximal darüber diskutieren, ob man dann entweder das Thema eben sein lässt, ODER Person A die Runde verlässt.
Und die X-Karte kommt halt nur dann überhaupt in einer Runde zum Einsatz, wenn sich alle Anwesenden vorher darauf enthusiastisch einigen, in so einem Fall eben das Thema zu lassen.
Von dort:
Hier z.B.
https://www.dnddeutsch.de/xcard/
wird eine vorgehensweise beschrieben, mit der Du eigentlich keine Probleme haben solltest. ...
A.)Es wird vielleicht nicht mit der XCard geregelt, wenn man sich sklavisch buchstabengetreu an der Regelung festhält.
B) Es regelt aber der gesunde Menschenverstand. Wenn da jemand die X-Card ausspielt und das für mich nicht nach einem echten Problem aussieht, wage ich, nachzufragen.
Und wenn die Person da nicht drüber sprechen möchte, ist das okay. Und wenn der Spielleiter mich deswegen rauswirft, ist das Problem schon erledigt.
C) Und im übrigen steht im oben verlinkten X-Karten Regularium (https://www.dnddeutsch.de/xcard/):Es ist explizit das darüber reden möglich.
If players don't enthusiastically consent, ask them if they have a different tool they would prefer to use. The X-Card doesn't work for everyone.
Und die X-Card sagt halt: Man lässt das Thema sein, egal was. Die Person A hat als X-Card-Benutzer einfach automatisch recht.
5. “You don’t have to explain why.”
You can explain why if you want to, but you don't have to. You don't have to debate your experiences and needs.
"Die Person hat automatisch recht." steht da einfach nicht.
Das steht da aber auch:
7. ”When we lift or tap this card, we simply edit out anything X-Carded…
A) Ich habe immer noch nicht verstanden, was "mir ist das Thema unangenehm, ich möchte hier bitte abbrechen" mit "Recht haben" zu tun hat. Wieso soll er nicht das "Recht" haben dürfen, zu entscheiden, was ihm unangenehm ist und was nicht?
...
B) Außerdem ist doch nicht in Stein gemeißelt, wie die X-Card funktioniert. Auch darüber kann eine Gruppe ja Absprachen treffen.
C) Was spricht denn dagegen? Vorausgesetzt, dass das nicht sehr oft passiert. ...C) Das andere Mitspieler andere Vorstellungen davon haben, wie das Spiel aussehen soll und das einer - alleine, weil er zuerst auf die Karte gezeigt hat - nun ausschließen können soll.
D) Es sollte doch klar sein, dass niemand gezwungen werden soll, etwas mitzumachen, was er nicht möchte. Entsprechend muss es doch reichen, wenn jemand signalisiert, dass das so nicht geht.
E) Die Frage ist doch eigentlich nur, ob man darüber reden kann/soll/darf. Und ich habe hier noch keine Stimme gehört, die verbieten würde, freundlich nachzufragen, zumal wenn es sich häufen sollte.
Gleichzeitig ist klar, dass sich niemand gezwungen fühlen soll, sich zu rechtfertigen. Wenn man nicht über etwas reden möchte, dann muss das OK sein. Genauso OK ist es, dann darüber zu sprechen, ob das wirklich das richtige Spiel oder das richtige Szenario für alle Beteiligten ist.
Ist irgendwas davon nicht konsensfähig?
Die Person hat nicht einfach automatisch recht. Die Person hat nur automatisch das Recht, ihre Befindlichkeit nicht erklären zu m ü s s e n - das ist, was da steht:
Wie geht es jetzt weiter?
C) Das andere Mitspieler andere Vorstellungen davon haben, wie das Spiel aussehen soll und das einer - alleine, weil er zuerst auf die Karte gezeigt hat - nun ausschließen können soll.
D) Doch, genau das versucht die Karte, denn damit werden die anderen gezwungen sich nach dem Xer zu richten.
E) Und er braucht darauf nicht antworten, sondern kann nach Plan stumm auf seinem "Recht" beharren.
Und nebenbei: es hindert den Betreffenden ja auch keiner einfach selbst zu gehen.
Wenn die Glückseligkeit aller anderen Spieler davon abhängt, nun ausgerechnet das eine zu bespielen, was einem Spieler offensichtlich Unwohlsein bereitet, dann gibt es doch eh Probleme, ob mit oder ohne X-Card. Ich meine, was passiert schon ohne X-Card?
1) Alle anderen nehmen Rücksicht und stecken zurück
2) Der eine Spieler steckt zurück und fühlt sich unwohl
3) Der eine Spieler spielt nicht mehr mit
Die X-Card ist lediglich die vorherige Einigung, dass man in solchen Fällen 1) bevorzugt und dafür eine niederschwellige Möglichkeit anbietet. Diese Idee, dass das dann quasi dauernd passiert, halte ich für Paranoia und selbst wenn, würde das ja nur aufzeigen, dass es ein prinzipielles Problem gibt, dass man ohnehin lösen müsste. Ich weiß jetzt nicht, wo sich manche zum Spielen rumtreiben, dass eine solche Panik vor irgendwelchen Problemspielern herrscht.
"Gezwungen" ist eine seltsame Formulierung, wenn die Bedingung ist, dass sich vorher alle einstimmig (und vorzugsweise enthusiastisch) auf die Verwendung der X-Card geeinigt haben. Also ja, du bist "gezwungen", die Absprachen deiner Gruppe, wie immer die aussehen, einzuhalten. Darin etwas schlechtes mag ich aber nicht erkennen.
Ja, darauf hat man sich geeinigt. Vorher. Alle. Einstimmig. Vorzugsweise enthusiastisch.
Es hindert auch keinen jemanden daran, vorher nicht zuzustimmen...
Wie sieht denn die Reaktion auf das Ziehen der Karte in der Praxis aus? Machen wir doch mal ein Beispiel: Wir sind mitten in einer dramatischen Szene, der Kampf ist zu Ende, ein SC ist am Verbluten, zwei Gefangene weigern sich zu verraten, wo die Blume des Lebens wächst, Emotionen kochen hoch, der erste Spieler denkt laut über Verhörmethoden nach, der Priester verweist auf Praios Gerechtigkeit, jeder schreit jeden an, und plötzlich wirft jemand die X-Card auf den Tisch. Soweit gehe ich mit. Aber jetzt kann oder mag der Getriggerte nicht erklären, was ihn gestört hat. Und nun? Wie geht es jetzt weiter?Schnitt ins Gasthaus:
Schnitt ins Gasthaus:
Der Verwundete ist versorgt und die Wirtin bringt grade Bier und Essen. Die Gefangenen befinden sich im Gefängnis der Stadtwache, wo sie sicher im Kerker sitzen. Die Gruppe kann in aller Ruhe überlegen, was sie jetzt machen möchte.
Wie sieht denn die Reaktion auf das Ziehen der Karte in der Praxis aus? Machen wir doch mal ein Beispiel: Wir sind mitten in einer dramatischen Szene, der Kampf ist zu Ende, ein SC ist am Verbluten, zwei Gefangene weigern sich zu verraten, wo die Blume des Lebens wächst, Emotionen kochen hoch, der erste Spieler denkt laut über Verhörmethoden nach, der Priester verweist auf Praios Gerechtigkeit, jeder schreit jeden an, und plötzlich wirft jemand die X-Card auf den Tisch. Soweit gehe ich mit. Aber jetzt kann oder mag der Getriggerte nicht erklären, was ihn gestört hat. Und nun? Wie geht es jetzt weiter?
Wie würde es denn weiter gehen, wenn ein Spieler erst ganz still wird und dann plötzlich rausrennt? Ich sehe die Schwierigkeit nicht (und das als introvertierter Sozial-Vermeider)...
a) Man stoppt die Szene erstmal (entweder völlig, blendet um, whatever, relativ egal)
b) Man (d.h. eine Person, welche immer am geeignesten ist) versucht erstmal sicher zu stellen, dass es der betroffenen Person gut geht (idealerweise mit ner gewissen Vorsicht und ggf. Pause)
c) Alle anderen dürfen mal aufs Klo (vielleicht nicht zusammen) oder eine rauchen (das gerne zusammen)
d) Wenn die Situation, wie hier, unklar ist, versucht die andere Person, nachdem b) fertig gestellt wurde, zu klären, was das Problem war bzw. welchen Aspekt man weglassen sollte
e) Danach entscheidet man, ob es weitergeht, minus das Problem, ob der Spieler mit dem Problem einfach mal aussetzt, ob man erstmal ne Pizza bestellt oder whatever halt sonst nötig ist, damit sich ALLE wohl fühlen.
Ich bin ehrlich gesagt minimal verwundert, dass Leute tatsächlich die Frage stellen, was man tut, wenn eine Szene einem Spieler offensichtlich größere Probleme macht.
Abenteuer gelöst, alle können nach Hause gehen. Zufällig könnte man aber auch mit der Gruppe -1 Mitspieler noch einmal nach der Blume schaun gehen ...Wie würde denn deine Lösung in dieser Situation aussehen?
OK, dann sage ich mal zur Startfrage:
Der Wunsch die unmodifizierte X-Card anwenden zu wollen würde ich als Anzeichen sehen mit jemanden spielen zu sollen, welcher den Missbrauch der Generalermächtigung, die ihm dadurch zuwächst, schon plant und wäre ein Grund die Runde direkt abzuschreiben.
d) Wenn die Situation, wie hier, unklar ist, versucht die andere Person, nachdem b) fertig gestellt wurde, zu klären, was das Problem war bzw. welchen Aspekt man weglassen sollte
Schnitt ins Gasthaus:
Der Verwundete ist versorgt und die Wirtin bringt grade Bier und Essen. Die Gefangenen befinden sich im Gefängnis der Stadtwache, wo sie sicher im Kerker sitzen. Die Gruppe kann in aller Ruhe überlegen, was sie jetzt machen möchte.
Bei so einer Lösung würde ICH dann die Karte spielen (wenn ich sie und Runden in denen sie existiert nicht ablehnen würde). Wen soll das dnen in irgend einer Weise zufriedenstellen? Da ist doch für alle "normalen" der Abend gelaufen.Wie würdest du die Situation lösen?
Wie würde denn deine Lösung in dieser Situation aussehen?
Warum solltest du vom allerschlechtesten möglichen Fall ausgehen? Da könnte man ja genau so gut unterstellen, dass alle, die eine X-card in der Runde ablehnen, planen, die anderen mit einem megakrassen Edgelord-Programm zu überrumpeln und sich an ihren grüngrauen Gesichtern zu weiden.
Meinst du, dass alle hier, die sich unter bestimmten Umständen eine X-card wünschen, in Wirklichkeit lügen und nur ihren Machttrip ausleben wollen? Wenn nicht, dann solltest du vielleicht auch der restlichen Rollenspielwelt das gleiche Vertrauen entgegenbringen, anstatt sie einfach vorzuverurteilen.
Uff, naja, das ist schon jetzt eine Polemik, die ich superunangemessen finde. Wenn das wirklich stimmt und man sich hier bei den Erfahrungsberichten umsieht, dann ist dieses "ein halbes Dutzend Gehirnzellen" ja nicht wirklich stichhaltig.
Die X-Karte liegt sichtbar auf dem Tisch und erinnert damit jedermann daran, dass es immer eine Exit-Option für unangenehme Inhalte gibt. Und ohne dass derjenige sich dann noch seelisch nackig machen muss.
Und genau DAS hat die X-Card einem klärenden Gespräch zu Beginn (was auch mit X-Card in der Regel zumindest kurz stattfindet) trotzdem voraus: Durch ihre Existenz zeigt sie: "So spielen wir, wir respektieren, wenn du die Reißleine ziehst."
Sie erinnert daran. Das hat sie den von dir genannten Dingen voraus. :P
Warum solltest du vom allerschlechtesten möglichen Fall ausgehen? Da könnte man ja genau so gut unterstellen, dass alle, die eine X-card in der Runde ablehnen, planen, die anderen mit einem megakrassen Edgelord-Programm zu überrumpeln und sich an ihren grüngrauen Gesichtern zu weiden.
Meinst du, dass alle hier, die sich unter bestimmten Umständen eine X-card wünschen, in Wirklichkeit lügen und nur ihren Machttrip ausleben wollen? Wenn nicht, dann solltest du vielleicht auch der restlichen Rollenspielwelt das gleiche Vertrauen entgegenbringen, anstatt sie einfach vorzuverurteilen.
Nicht cheaten, bitte. Die Aussage war ja gerade, dass der Getriggerte genau diese Frage nicht beantworten muss. Wenn er das doch tun muss, damit wir eine Lösung haben, sind wir genau da, wo wir mit dem altmodischem "Stopp, Leute, das wird mir zuviel" und anschließendem Zusammensitzen und Quatschen auch waren.
Weder für Hausrecht, noch Bewegungsfreiheit, noch Privateigentum gibst du einen Spielgegenstand bewusst zum Spiel hinzu, der ganz klar auffordert so das Spiel zu ruinieren. Den Vergleich finde ich jetzt etwas schwach.
Wenn ich keine Rundenverantwortung habe, dann ist es aber auch selten vorgekommen, dass jemand nicht mehr weiterspielen konnte/wollte. Dann ist aber erfahrungsgemäß der Abend gelaufen. Ich erkläre der Person dann, dass ich nicht ihr Therapeut bin und zukünftig ohne sie spielen werde.Deine Lösung ist also, denjenigen, dem es schlecht geht, aus der Gruppe zu werfen. Habe ich dich richtig verstanden?
Nicht cheaten, bitte. Die Aussage war ja gerade, dass der Getriggerte genau diese Frage nicht beantworten muss. Wenn er das doch tun muss, damit wir eine Lösung haben, sind wir genau da, wo wir mit dem altmodischem "Stopp, Leute, das wird mir zuviel" und anschließendem Zusammensitzen und Quatschen auch waren.
Deine Lösung ist also, denjenigen, dem es schlecht geht, aus der Gruppe zu werfen. Habe ich dich richtig verstanden?
Mal so an alle, die einen massiven Missbrauch der X Card ausgehen: Wie häufig ist es bei euch am Tisch tatsächlich vorgekommen, dass die X Card missbraucht wurde? Was genau ist da passiert? Ich hätte gerne ein paar reale erlebte Beispiele, um mir das besser vorstellen zu können.
Nicht cheaten, bitte. Die Aussage war ja gerade, dass der Getriggerte genau diese Frage nicht beantworten muss. Wenn er das doch tun muss, damit wir eine Lösung haben, sind wir genau da, wo wir mit dem altmodischem "Stopp, Leute, das wird mir zuviel" und anschließendem Zusammensitzen und Quatschen auch waren.
Die X-card fordert allerdings nicht dazu auf, das Spiel zu ruinieren.
Deine Lösung ist also, denjenigen, dem es schlecht geht, aus der Gruppe zu werfen. Habe ich dich richtig verstanden?
Die X-card fordert allerdings nicht dazu auf, das Spiel zu ruinieren.
Ich nehme dir ehrlich gesagt nicht ab, dass das kein Getrolle ist, aber nun ja...
Ich bin ehrlich gesagt minimal verwundert, dass Leute tatsächlich die Frage stellen, was man tut, wenn eine Szene einem Spieler offensichtlich größere Probleme macht.
Die X-Card erlaubt erstmal nen niederschwelligen Stop, ohne dass man sich dabei sofort rechtfertigen muss, was ja bei anderen Situationen nicht automatisch klar ist (es kann natürlich auch sein, dass ne Gruppe bei "Stop, ist mir zuviel" auch einfach sagt "Ok, nächster Tag." - aber die X-Card macht es halt explizit). Es ist ein Versprechen, dass eben nicht der öffentliche Rechtfertigungsdruck ausgeübt werden wird. Wenn die Situation nicht "offensichtlich" ist, muss man natürlich irgendwie trotzdem klären, was nun geht und was nicht. Wenn der Spieler das nicht sagen will, kann man ja wahlweise die ganze Szene überspringen, oder der Spieler geht ne Runde rauchen während der Rest die Szene fertig spielt und kommt danach wieder oder sonstwas. Ist auch alles völlig ok.
Dann sag mir doch, wie es nach einer eingesetzten Karte weitergehen soll, ohne dass das Spiel ruiniert ist. In die Taverne Porten ist keine befriedigende Lösung.
Deine Lösung ist also, denjenigen, dem es schlecht geht, aus der Gruppe zu werfen. Habe ich dich richtig verstanden?Keineswegs! Wenn ich aber nicht weiß was die Person triggert, dann laufe ich zukünftig ständig (!) Gefahr, diesen Trigger (ungewollt) wieder auszulösen.
...
Aus deiner Beschreibung lese ich jetzt heraus: Es gibt eigentlich gar keinen wirklichen Unterschied. Es ist nur eine andere Bezeichnung für genau die gleiche Vorgehensweise (Wer ein Problem hat, macht sich bemerkbar. Das Spiel wird unterbrochen. Man versucht gemeinsam und mit Empathie, eine Lösung zu finden. Und nein, seine Traumavorgeschichte vor allen ausbreiten muss man auch bei uns nicht.).
Mehr muss ich eigentlich nicht wissen.
Ich finde, das beschreibt den Wert, den eine X-card für mich in offenen Runden hat, Recht gut: ich Stelle damit als Anbieter klar, dass Empathie hört einen höheren Stellenwert hat als "The Show must go on!", "Mein Charakter ist halt so!" oder "Das Setting ist halt so!" Ohne große Ansprachen dafür halten zu müssen.
Was findest du widersprüchlich? Wie man mit dem Ausspielen einer X-Card umgehen soll?
Ich möchte meine Frage wiederholen (ich weiß nicht, ob ich vielleicht eine Antwort übersehen habe), ob der Spielleiter ebenfalls die X-Card ziehen kann.
Maarzan hat meine zweite Frage, ob wirklich uneingeschränkt alles als Trigger gelten kann, bereits beantwortet. Offensichtlich ist das der Fall, vielen Dank!
Mein bisheriges Zwischen-Fazit ist, dass die Einordnung als Safety-Tool womöglich wirklich gefährlich irreführend ist und schon sicherheitshalber auf jeden Fall vermieden werden sollte.
Meine Vermutung ist, dass das Tool einen anderen, klar artikulierbaren Zweck verfolgt, aber das muss ich noch durchdenken. Eine sehr spannende Diskussion bisher!
Das mit dem Safety -Tool kapiere ich nicht.
Es geht darum, dass sie de facto keinen Schutz und keine Sicherheit (keine "Safety") bietet. Das wurde im Eingangsbeitrag gut dargelegt.
Deshalb heißt es ja auch "Tool" und nicht "Garantie". Ein Hammer ist auch kein ganzer Werkzeugkasten, trotzdem kann er ein zweckdienliches Bestandteil eines solchen sein.
Deshalb heißt es ja auch "Tool" und nicht "Garantie". Ein Hammer ist auch kein ganzer Werkzeugkasten, trotzdem kann er ein zweckdienliches Bestandteil eines solchen sein.
Aus deiner Beschreibung lese ich jetzt heraus: Es gibt eigentlich gar keinen wirklichen Unterschied. Es ist nur eine andere Bezeichnung für genau die gleiche Vorgehensweise (Wer ein Problem hat, macht sich bemerkbar. Das Spiel wird unterbrochen. Man versucht gemeinsam und mit Empathie, eine Lösung zu finden. Und nein, seine Traumavorgeschichte vor allen ausbreiten muss man auch bei uns nicht.).
Wir sind mitten in einer dramatischen Szene, der Kampf ist zu Ende, ein SC ist am Verbluten, zwei Gefangene weigern sich zu verraten, wo die Blume des Lebens wächst, Emotionen kochen hoch, der erste Spieler denkt laut über Verhörmethoden nach, der Priester verweist auf Praios Gerechtigkeit, jeder schreit jeden an, und plötzlich wirft jemand die X-Card auf den Tisch. Soweit gehe ich mit. Aber jetzt kann oder mag der Getriggerte nicht erklären, was ihn gestört hat. Und nun? Wie geht es jetzt weiter?
Schnitt ins Gasthaus:
Der Verwundete ist versorgt und die Wirtin bringt grade Bier und Essen. Die Gefangenen befinden sich im Gefängnis der Stadtwache, wo sie sicher im Kerker sitzen. Die Gruppe kann in aller Ruhe überlegen, was sie jetzt machen möchte.
Deshalb heißt es ja auch "Tool" und nicht "Garantie". Ein Hammer ist auch kein ganzer Werkzeugkasten, trotzdem kann er ein zweckdienliches Bestandteil eines solchen sein.Ich hatte schon vorher einen Hammer, und brauche keinen Neuen, auf dem in geschwungenen Lettern "Für Nägel" eingraviert ist.
Und was ist nun der unverzichtbare Vorteil der originalen X-Card gegenüber der Karte für "Spielleiter kurz vor die Tür"?
Ich hatte schon vorher einen Hammer, und brauche keinen Neuen, auf dem in geschwungenen Lettern "Für Nägel" eingraviert ist.
Aber dann ist das müßig das weiter zu vertiefen, denn ich gehe davon aus, dass du eine feste Meinung hast. No offense, wir sparen einfach nur Zeit.
Wie ich schon an Marzaan schrieb: Schön. Keinen Grund, diejenigen, die den neuen Hammer aus dem einen oder anderen Grund ein bisschen praktischer finden, mit Hohn und Spott zu bedenken.Sorry, wenn das so rüberkam. Das sollte weder Hohn noch Spott sein, sondern die (imho) Überflüssigkeit illustrieren.
Da hat die X-Karte dann, gewollt oder ungewollt, als Instant-Livesaver gewirkt. Eben noch am Verbluten mit unsicheren Aussichten, jetzt gut versorgt, und Bier jibbet auch noch... Ist jetzt nicht mein persönlicher "Ich bin raus"-Moment, mE kann man "SCs sterben nur, wenn die Spieler es so wollen" ruhig zur Regel erheben, aber wie Diskussionen hier im Forum gezeigt haben: Das ist bei weitem kein Konsens. Und das Beispiel schien mir so gestrickt, dass das ein Ding sein sollte...Natürlich ist meine Lösung nur eine von vielen. Wie wäre denn deine?
Den Widerspruch in der Argumentation sehe ich dahingehend das du die X-Card als Mittel siehst das dem Aufbau einer Resilienz (Therapie/Therapieziel) widerspricht, im selben Abschnitt jedoch argumentierst das Rollenspielrunden keine Therapiesitzungen sind oder sein sollen.
Das heißt entweder haben Rollenspiele auch eine therapeutische Funktion in bspw. dem Aufbau von Resilienzen, oder sie haben keine.
@Prisma: nach deiner Argumentation wäre die X-Card eher schwach/ wenig hilfreich, aber nicht gefährlich.Ich finde die Möglichkeit durch die X-Card eine empfindliche Schwäche an die falsche Person weiterzugeben sehr gefährlich. Da muss es nicht mal der Intrigant sein, der diese Information ausbeutet. Es kann auch bloß sein, dass Mitspieler das versehentlich nach draußen tragen, während sie sich mit anderen Rollenspielern über die Spielrunde unterhalten. Vielleicht möchte man als Betroffener einfach nicht dass jemand außerhalb der Runde erfährt, wann man die X-Card eingesetzt hat.
Deshalb heißt es ja auch "Tool" und nicht "Garantie". Ein Hammer ist auch kein ganzer Werkzeugkasten, trotzdem kann er ein zweckdienliches Bestandteil eines solchen sein.
Machen wir doch mal ein Beispiel: Wir sind mitten in einer dramatischen Szene, der Kampf ist zu Ende, ein SC ist am Verbluten, zwei Gefangene weigern sich zu verraten, wo die Blume des Lebens wächst, Emotionen kochen hoch, der erste Spieler denkt laut über Verhörmethoden nach, der Priester verweist auf Praios Gerechtigkeit, jeder schreit jeden an, und plötzlich wirft jemand die X-Card auf den Tisch. Soweit gehe ich mit. Aber jetzt kann oder mag der Getriggerte nicht erklären, was ihn gestört hat. Und nun? Wie geht es jetzt weiter?Natürlich ist so eine fiktive Szene und die Antwort darauf sehr angreifbar. "Ja, aber wenn es genau andersrum wäre?"; "Ja, aber..."; "Hältst Du d a s wirklich für realistisch, also ich..."
Rollenspiele können soziale Fähigkeiten und Kommunikation trainieren. Sie trainieren auch Entscheidungsfindung und Problemlösung. Damit ist man im echten Leben besser aufgestellt, "resilienter". Dennoch geht es bei einer normalen Rollenspielrunde nicht um eine therapeutische Funktion, wie bei einem Psychotherapeuten.
Ich finde die Möglichkeit durch die X-Card eine empfindliche Schwäche an die falsche Person weiterzugeben sehr gefährlich. Da muss es nicht mal der Intrigant sein, der diese Information ausbeutet. Es kann auch bloß sein, dass Mitspieler das versehentlich nach draußen tragen, während sie sich mit anderen Rollenspielern über die Spielrunde unterhalten. Vielleicht möchte man als Betroffener einfach nicht dass jemand außerhalb der Runde erfährt, wann man die X-Card eingesetzt hat.
Wenn sich an deinem Spieltisch jemand seelisch verletzt, gilt das Gleiche.
Also, dann nur noch mit echtem Safeword, Seelsorgenotruf auf der Schnellwahltaste und einem Haftungsauschlussvertrag für jeden am Tisch, denn jeder könnte den Trigger liefern.Diese Tragödie wäre durch die X-Card auf jeden Fall verhindert worden:
Also, dann nur noch mit echtem Safeword, Seelsorgenotruf auf der Schnellwahltaste und einem Haftungsauschlussvertrag für jeden am Tisch, denn jeder könnte den Trigger liefern.
Diese Tragödie wäre durch die X-Card auf jeden Fall verhindert worden:
https://www.chick.com/products/tract?stk=0046
P.S.: Oder nicht? Darf man per X-Card auch den Tod des eigenen Charakters einfach wegeditieren? Also, natürlich darf man, denn erklären muss man ja nix, aber...
Ich denke das mag damit zusammenhängen das die X-Card halt auch im "Woke" Dunstkreis vagabundiert und damit automatisch kontrovers ist.
Mein bisheriges Zwischen-Fazit ist, dass die Einordnung als Safety-Tool womöglich wirklich gefährlich irreführend ist und schon sicherheitshalber auf jeden Fall vermieden werden sollte.Und mein bisheriges Zwischenfazit ist, dass viele User anscheinend nicht in der Lage sind eine englische Originalquelle zu lesen und die winzigen Uneindeutigkeiten darin auf eine Weise zu interpretieren, die dem restlichen Sinn des Textes entspricht. Damit das funktioniert, was hier an Szenarien aufgemacht wird, müsste man dem Autor des X-Card-Textes selbst Unehrlichkeit vorwerfen und nicht etwa definitorische Nachlässigkeiten. Man müsste annehmen, dass alle Regeln RAW, die besagen „Don‘t be a dick about the X-Card“ eigentlich versteckte Aufforderungen sind, die Karte doch missbräuchlich zu benutzen. Weil RAW ist die X-Card nicht, wie sie hier dargestellt wird.
Meine Vermutung ist, dass das Tool einen anderen, klar artikulierbaren Zweck verfolgt, aber das muss ich noch durchdenken. Eine sehr spannende Diskussion bisher!
Aber das ist okay, denn…
ES IST NUR EINE VERFICKTE ROLLENSPIELRUNDE!
Emotionale Safety muss IMMER vorgehen vor meinem eigenen Spaß oder meinem Wunsch, einen Inhalt im Spiel haben zu wollen!
Dass das hier wirklich noch abgewogen werden muss, ist ein Armutszeugnis für dieses Forum.
Wenn ich beruflich auf eine Konferenz gehe, gibt es da auch keine x-Card. Trotzdem könnten da Leute getriggered werde - beim Smalltalk, bei Vortragen, beim Fragen, beim Zuhören etc. Trotzdem würde niemand behaupten, dass die (emotionale) safety nicht vorgeht. - Man kann damit eben anders umgehen. Gesunder Menschenverstand und Empathie. Warum sollte das bei Runden auf Cons anders sein?
Armutszeugnis für dieses Forum ist auch sehr pauschalierend.
Emotionale Safety muss IMMER vorgehen ...
Dass das hier wirklich noch abgewogen werden muss, ist ein Armutszeugnis für dieses Forum.
Rollenspiele können soziale Fähigkeiten und Kommunikation trainieren. Sie trainieren auch Entscheidungsfindung und Problemlösung. Damit ist man im echten Leben besser aufgestellt, "resilienter".Deine Argumentation geht seit dem ersten Post dahin, dass man belastende Situationen doch aushalten und damit Resilienz aufbauen soll, während das Vermeiden diese abbaut (Aber das betrifft ja nicht nur die X-Card, sondern auch Aufstehen und Gehen. Darf der Spieler das auch nicht?).
Ich finde die Möglichkeit durch die X-Card eine empfindliche Schwäche an die falsche Person weiterzugeben sehr gefährlich. (...). Vielleicht möchte man als Betroffener einfach nicht dass jemand außerhalb der Runde erfährt, wann man die X-Card eingesetzt hat.Das Problem besteht aber immer noch in jeder Variante und hat mit der Karte nichts zu tun. Wenn jemand aufsteht und geht oder in Tränen ausbricht kann es auch passieren, dass jemand das weitererzählt. Weil alle wissen, an welcher Stelle das passiert ist. Sobald der Spieler nicht in der Lage ist, die Situation zu erdulden - und zwar so still, dass es keiner merkt -, ist für Außenstehende der Auslöser erkennbar. Aber gut, wie du sagst, soll die Person doch einfach resilienter werden. :o
Abgesehen davon habe ich hier niemanden gelesen, der behauptet hat, dass "emotionale Sicherheit" sich dem Rollenspiel unterzuordnen hat.Das ist richtig. Korrekt ist:
Abgesehen davon habe ich hier niemanden gelesen, der behauptet hat, dass "emotionale Sicherheit" sich dem Rollenspiel unterzuordnen hat.Ach nein?
Insofern stellst Du hier also einen Strohmann auf und empörst Dich über etwas, was so niemand gesagt hat und pauschalisierst hier gleich mal über das ganze Forum.
Ah, jetzt verstehe ich die Aggressivität, mit der hier beide Seiten zu Werke gehen, besser.
Dann bin ich hier mal raus (die Antworten, die ich wollte, habe ich ja ohnehin bekommen).
Wenn ich beruflich auf eine Konferenz gehe, gibt es da auch keine x-Card. Trotzdem könnten da Leute getriggered werde - beim Smalltalk, bei Vortragen, beim Fragen, beim Zuhören etc. Trotzdem würde niemand behaupten, dass die (emotionale) safety nicht vorgeht. - Man kann damit eben anders umgehen. Gesunder Menschenverstand und Empathie. Warum sollte das bei Runden auf Cons anders sein?
Ah, jetzt verstehe ich die Aggressivität, mit der hier beide Seiten zu Werke gehen, besser.
Dann bin ich hier mal raus (die Antworten, die ich wollte, habe ich ja ohnehin bekommen).
Abgesehen davon habe ich hier niemanden gelesen, der behauptet hat, dass "emotionale Sicherheit" sich dem Rollenspiel unterzuordnen hat.Boba, das wurde mehrfach hier so dargestellt. Dass immer jemand die Karte spielen kann, und damit automatisch Recht bekommt. Bei „immer“ können auch emotionale Gründe im Spiel sein, und dass das eine Stoßrichtung ist, zeigte die insbesondere zu Beginn größere Diskussion um Menschen mit „zu geringer Resilienz“.
Insofern stellst Du hier also einen Strohmann auf und empörst Dich über etwas, was so niemand gesagt hat
Ah, jetzt verstehe ich die Aggressivität, mit der hier beide Seiten zu Werke gehen, besser.
Dann bin ich hier mal raus (die Antworten, die ich wollte, habe ich ja ohnehin bekommen).
Sehe ich auch so. Ich bin fasziniert und schockiert, wie stark Anti-Wokeness hier bei einigen Postern zu finden ist.