Es kommt ja darauf an, welche Stimmung das Spiel haben soll. Das kann ich so gar nicht pauschal beantworten.
Ich sag mir immer: Im Rollenspiel kommen Spieler auf alle möglichen Ideen. Ich nehme gerne Regeln für alles mit. Heißt ja nicht, dass ich sie brauche oder gerne nutzen will. Aber ich bin beruhigt, wenn sie da sind und ich sowas nicht handwedeln muss.
Ich sag mir immer: Im Rollenspiel kommen Spieler auf alle möglichen Ideen. Ich nehme gerne Regeln für alles mit. Heißt ja nicht, dass ich sie brauche oder gerne nutzen will. Aber ich bin beruhigt, wenn sie da sind und ich sowas nicht handwedeln muss.
Wage inspiriert von der Diskussion im Pathfinder-Smalltalk würde ich gerne wissen, ob von einem System ZU detailliert geregelte Gewalt für Dich ab einem gewissen Punkt ein Ausschlussgrund ist.
Ich nehme gerne Regeln für alles mit. Heißt ja nicht, dass ich sie brauche oder gerne nutzen will. Aber ich bin beruhigt, wenn sie da sind und ich sowas nicht handwedeln muss.
Selbst ein Baukasten sollte mMn gut sortiert sein und erst recht sollte mir ein Nicht-Baukasten-System keinen unsortierten Wust an Optionen hinkippen. Das ist schon mein Anspruch an den Autor, dass der weiß, wo er mit seinem Kram hin will und wie das im Gesamtbild ticken soll.
Wobei „gut durchdachte Regeln“ nicht zwingend „kompliziert“ bedeutet.
Aber sowas mit Kitischen Treffern wo dann gliedmassen abgetrennt werden,... hab ich irgendwie keine großen Probleme mit. Ja ich wundere mich gerade auch selbst etwas über mich.
Ich finde so etwas im Unterhaltungsbereich tatsächlich völlig überflüssig. Betrifft z.B. auch Serien, wo ich dann regelmäßig abbreche.
Edit: kommt auf Details und Häufigkeit an. Eine Figur mit Augenklappe, fehlender Hand etc. ist im Rahmen. Auch kurze klinisch knappe generische Infos, wie eine Enthauptung ab und an.
Ich bin da zart besaitet und finde bestimmte Elemente der Gewalt verstörend. Dazu gehören Verstümmelungen und viele Formen von Grausamkeit. Daher mag ich auch kein grim dark.
Ich finde so etwas im Unterhaltungsbereich tatsächlich völlig überflüssig. Betrifft z.B. auch Serien, wo ich dann regelmäßig abbreche.
Ich habe dem zum Trotz durchaus auch viel Harnmaster gespielt, aber wohl auch nur, weil wir es etwas heller gespielt haben, als man es könnte. Wären da Verstümmelungen nennenswert aufgetreten, hätte ich das nicht mitgemacht.
Man kann Brutalität auch andeuten und skizzieren, was imo völlig ausreicht.
Ich halte es nicht für eine Settingfrage. Man kann Brutalität auch andeuten und skizzieren, was imo völlig ausreicht. Wenn es dedizierte Regeln gibt, geben die den default Detailgrad aber eben vor.
Dem würde ich zustimmen. Klar, man hört gerne mal "Du kannst die Regeln, die du nicht benutzen willst, ja auch weglassen!" (insbesondere natürlich von den Fans entsprechend detailverliebter Systeme 8]) -- aber in der Praxis ist das dann doch oft nicht so einfach. Schließlich gehören die bewußten Regeln eben irgendwie doch "offiziell" erst mal dazu, und kein Spiel verträgt es beliebig lange, wenn man einfach wild anfängt, Regeln herauszustreichen; irgendwann bricht der verbliebene Rest dann halt wie ein Kartenhaus zusammen. Und um das Risiko einzuschätzen, daß das vielleicht unbeabsichtigt schon beim Reduzieren des Verletzungsdetailgrades passiert, muß man sich in ein Regelschwergewicht überhaupt erst mal entsprechend länger einarbeiten als in ein System mit von vornherein weniger Crunch...
Das finde ich tatsächlich interessant, weil so selbst noch nicht wirklich erlebt. Wie fällt ein System denn in sich zusammen, nur weil man Regeln weglässt? Verstehe ich nicht. Wenn man jetzt nicht irgendwelche Teilschritte innerhalb von bestimmten Regeln weglässt, sehe ich nicht, wie Systeme regelrecht in sich zusammenfallen können.
Nimm beispielsweise einfach mal Schach und fang an, Regeln herauszustreichen. Das können Zugregeln für bestimmte Figuren sein, Sonderfälle wie Rochade und en passant, vielleicht sogar die Siegbedingung...jedenfalls wird das in einem gewissen Rahmen noch gutgehen (so manche Regel ist ja überhaupt erst später dazugekommen und die Vorform des Spiels hat auch vorher schon funktioniert), aber früher oder später erreichst du den Punkt, an dem man von "Schach" eigentlich nicht mehr sprechen kann, und das wahrscheinlich schon deutlich, bevor schlicht überhaupt keine Regel mehr übrig ist.
Und jetzt übertrag dasselbe Prinzip aufs Rollenspiel. (Ernsthaft, mir ist umgekehrt nicht ganz klar, wie jemandem die Idee, daß etwas zu funktionieren aufhören könnte, wenn man Teile davon entfernt, noch nie untergekommen sein soll. Ich dachte bisher immer, das gehört schlicht zum Alltagswissen...und ist unter anderem auch eine der Grundideen von Gewaltanwendung, um den Bogen zum Fadenthema mal zurückzuschlagen.)
Der Vergleich hinkt etwas. Ein Brettspiel ist imho etwas völlig anderes als ein Rollenspiel. Wenn ich einem Brettspiel Regeln wegnehme, funktioniert es natürlich nicht mehr, weil alle Regeln ineinandergreifen und aufeinander aufbauen. Ein Rollenspiel nutzt seine Regeln nicht immer und überall. Wenn ich einem Rollenspiel seine Grundregeln wegstreiche ... okay ... seh ich ein ... aber wer macht das und warum sollte das jemand tun. Aber wenn ich in einem Rollenspiel Nebenregeln wegstreiche ist es doch völlig gleich. Ob ich jetzt Folterregeln wegstreiche oder Regeln zum Kuchen backen ... das juckt keines der mir bekannten Systeme.
Das finde ich tatsächlich interessant, weil so selbst noch nicht wirklich erlebt. Wie fällt ein System denn in sich zusammen, nur weil man Regeln weglässt? Verstehe ich nicht. Wenn man jetzt nicht irgendwelche Teilschritte innerhalb von bestimmten Regeln weglässt, sehe ich nicht, wie Systeme regelrecht in sich zusammenfallen können.Ich stimme nobody@home da zu. "Lass halt weg, was dir nicht gefällt" ist primär ein Pseudo-Argument von Fans. Zum einen sind Regeln praktisch nie völlig optional und gekapselt. Man muss immer aufpassen, welche Regeln von den gestrichenen Regeln abhängig sind. Und wenn das zu viele sind, gibt es den genannten Zusammenbruch (und selbst wenn es wenige sind, führt es immer wieder zu Diskussionsbedarf). Zum anderen muss man, damit man weiß, was man an einem komplexen System streicht und was man behält, erst einmal das ganze System sinnerfassend lesen. Evtl. sogar testspielen. Und das läuft dem Wunsch von Anhängern regelleichter Systeme dann eben entgegen. Komplexe Systeme, denen man ihre Komplexität nimmt, laufen auch meist nicht so rund wie Systeme, die von Anfang an einfach waren. Weil sie nunmal nicht darauf hin designed wurden.
Wohlgemerkt ging es bei dieser Tangente im PF-Thread um Regeln für Folter, nicht um normale Schadenseffekte im Kampf.Darum schrieb ich auch, dass die PF-Diskussion mich „wage inspiriert“ hat.
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Ein komplexes System herunter zu stutzen ist praktisch nie den Aufwand wert (das gilt umgekehrt auch für Versuche, einfache Systeme mit Hausregeln feingranularer zu machen. Das wird aber auch deutlich seltener vorgeschlagen).
Ich meine, klar, ich kann im Prinzip auch völlig Freeform leiten und es wird immer noch eine Art von Rollenspiel im allgemeinen Sinn dabei herauskommen. Aber dann sollte ich umgekehrt nicht hingehen und behaupten, ich würde immer noch beispielsweise eine GURPS-Runde anbieten, denn das ist ja dann einigermaßen offensichtlich eben nicht mehr der Fall. ;)
Insofern läßt sich der Vergleich schon anbringen, denke ich: auch eine noch so mutierte Version von Schach ist immer noch zumindest ein Brettspiel (wenigstens so lange, bis ich auch noch das Brett wegwerfe, und inwieweit es noch ein halbwegs brauchbares "Schach-Erlebnis" liefert, sei auch hintenangestellt). Aber wenn ich dafür fröhlich weiter das S-Wort benutze, betreibe ich irgendwann allermindestens Etikettenschwindel.
@Tudor
Du schreibst doch selbst, dass Du Grim Dark nicht magst, weil Du Dich als "zart besaitet" siehst.
Was Du beschreibst mit
passt eher zu helleren Settings imo.
Also spielst Du solche Spiele eher nicht, weil Du mit dem Setting Probleme hast, oder?
Ob die Regeln diese Grim Dark-Setting-Konventionen transportieren, spielt dann doch keine Rolle mehr für Dich, oder?
Den letzten Satz Deines Posts verstehe ich nicht ganz. Vielleicht ist da was schiefgelaufen beim Tippen. Kannst Du es erklären?
Echt? Das würde ich nicht sagen. Gerade die Systeme, die bestimme Sachen nicht regeln, damit sie einfach bleiben, werden doch gerne um die ungeregelte Bereiche "erweitert". Da kann man sogar zu D&D, das gar nicht mal zu den einfachsten zählt, sehr viele PDFs kaufen.
Noch ein Punkt, der mir speziell zu Dauerschäden, Verstümmelungen usw. durch den Kopf geht: ich denke, da macht es auch einen Unterschied, ob ich mir den Charakter von vornherein schon bewußt so baue ("Natürlich hat mein Pirat ein Holzbein und eine Hakenhand!") oder ob ich mit einer körperlich einigermaßen gesunden Figur anfange und der dann erst im Lauf des Spiels immer mal wieder "was abhanden kommt". Denn im ersteren Fall habe ich das ja recht offensichtlich selbst so gewollt und hingeferkelt, aber im letzteren...? :.)
Wage inspiriert von der Diskussion im Pathfinder-Smalltalk würde ich gerne wissen, ob von einem System ZU detailliert geregelte Gewalt für Dich ab einem gewissen Punkt ein Ausschlussgrund ist.
Es ist mir klar, dass der Grad der gespielten Gewalt von der vom System geregelten Gewalt abweichen kann. Diesen Aspekt würde ich gerne in diesem Thread nicht besprechen wollen.