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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Zouan81 am 22.10.2024 | 21:26

Titel: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: Zouan81 am 22.10.2024 | 21:26
Hallo.

Wollte mal rumfragen, ob Ihr es in Ordnung findet, wenn ein Mitspieler einen SC ins Gruppenabenteuer oder eine Kampagne mit einbringt, wenn dieser bereits schon Vorerfahrung aus einem Soloabenteuer mitbringt oder würdet Ihr als SL oder als Gruppe darauf bestehen, für das Gruppenabenteuer einen neuen Charakter anzufertigen?

Natürlich sollte es nicht soweit den Rahmen sprengen, dass er mit einem Stufe 5 - Charakter ankommt, während die anderen Spieler auf Stufe 1 starten. Aber wenn er nach seinen Erfahrungspunkten nur knapp vor der 2.Stufe steht oder die 2.Stufe bereits erreicht hat, wäre das für Euch noch im Rahmen?

Oder passen Soloabenteuer aus anderen Gründen für Euch nicht, um von dort aus ins Gruppenabenteuer zu starten? Immerhin könnte der Charakter durch ein Soloabenteuer auch eine Hintergrundgeschichte aufbauen.

Dürfen sich Soloabenteuer und Gruppenabenteuer überschneiden? Wie seht Ihr das?
Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: JohnnyPeace am 22.10.2024 | 21:54
Sowas würden wir in der Runde besprechen, obs für alle ok ist, das einer schon mit höherem Level startet. Kann ja ein Ungleichgewicht machen, kann aber ja auch bereichernd sein. Ein anderes Kriterium seh ich da nicht.
Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: Auribiel am 22.10.2024 | 22:08
Wenn die anderen SCs in der Gruppe ein ähnliches Level haben, hätte ich (SL)  damit kein Problem, würde aber nachfragen, ob es für die anderen Mitspielerinnen auch in Ordnung ist.
Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: nobody@home am 22.10.2024 | 22:23
Ist ein bißchen die Frage, von welcher Art von "Solo"abenteuer wir hier sprechen. Das klassische "Du sitzt alleine vor dem Buch und spielst dich da durch"-Ding, bei dem einen letztendlich niemand davon abhält, besagtes Buch so oft durchzugehen, bis man es praktisch auswendig kann (oder gleich vor- und zurückzuspringen, je nachdem, was für Resultate man bei seinen Entscheidungen kriegt, und alle Würfelproben für automatisch gelungen zu erklären)? Bei Charakteren, die da herausgekommen sein sollen, wäre ich vorsichtig gesagt ein wenig skeptisch -- auch, weil ich umgekehrt von den wenigsten Spielern ernsthaft erwarten würde, einen bereits etablierten Kampagnencharakter in so ein Modul zu schicken und dann tatsächlich ein eventuelles dortiges Ableben (wohlgemerkt gleich im ersten Durchgang, Wiederholungen zählen ja auch im "normalen" Spiel nicht...) einfach schulterzuckend in Kauf zu nehmen.

Oder geht's mehr um "Solo" im Sinne von "Ein Spieler, eine SL"? So etwas könnte ich mir insbesondere als Starthilfe zur Einführung eines neuen Spielers in die Gruppe schon eher vorstellen, und diese Art von Konstellation biegt auch gleich so ziemlich alle im obigen Absatz geäußerten Bedenken mit ab -- der Spieler hat weniger Gelegenheit zum Mogeln, die SL kann umgekehrt das Überleben seines Charakters besser sicherstellen, und wenn sich beide noch einigermaßen neu sind, ist das auch gleich eine gute Gelegenheit zum Beschnuppern.
Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: Zouan81 am 22.10.2024 | 22:43
Ja, in der Tat spräche sicher auch nichts dagegen, ein Soloabenteuer mit einer SL durchzuspielen, während der SL sowohl als Schiedsrichter, als auch als Mitspieler zum Führen gegnerischer Figuren in Kampfsituationen einspringt.

Für Einsteiger ist ja das Soloabenteuer eine gute Möglichkeit, ins Thema "Rollenspiel" reinzuschnuppern und sich dabei auszuprobieren.

Ein Solo mit einer SL wäre ja auch ein guter Ansatz, einen Charakter für ein Gruppenabenteuer oder einer Kampagne vorzubereiten. Wenn ein Einsteiger in eine Gruppe mit erfahrenen Rollenspielern reingeht, wäre das für mich in Ordnung, wenn er mit einem geringfügig erfahreneren SC starten darf, sozusagen als kleiner Anfängervorteil. Die geübten Spieler würden diesen geringen Vorteil sicher durch gekonntes Rollenspielen wieder wettmachen.

Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: unicum am 22.10.2024 | 22:48
Eigentlich nein.
Es mag ausnahmen geben.

Klar kann ich das in die Runde fragen, aber es zeigt sich das ein abstimmungsverhalten, wenn es öffentlich ist und namenbehaftet, anderst ist als im in der Alternative. Also jeden einzel fragen und am besten anonymisiert - das einzige wo man sich sicher sein kann eine Ehrliche Antwort zu bekommen und nicht ein "Eigentlich mag ich das nicht, aber ansonsten bin ich ja jezt der Buhmann"

Prinzipiell ist ein Soloabenteuer vor dem Gruppenabenteuer okee wenn es keinen Vorteil auf Figurenebene gibt also explizit keine Ep und keine Items/Geld was auch immer. Dann ist das Soloabenteuer eben die Hintergrundgeschichte der Figur, meinetwegen kann sie dann auch zusatzinfos aus dem Solo mitnehmen.
Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: unicum am 22.10.2024 | 22:49
Nennt man Solo mit SL nicht eher "One on One"?
Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: nobody@home am 22.10.2024 | 23:04
Nennt man Solo mit SL nicht eher "One on One"?

So hab' ich's zumindest hier und da gehört, aber ich weiß nicht, wie fest etabliert das ist.
Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: afbeer am 22.10.2024 | 23:24


Es gibt Runden auf Konventions zu denen man eigene Charaktere mitbringt. Dann auch sicher in Folge, so dass ein Charakter bei vielen verschiedenen Dungeon Mastern gespielt wurde. Dann haben sich die DMs dazu entschlossen.

Es gibt die Spielart West Marches, bei der viele DMs gemeinsam unabhängig von einander Abenteuer in benachbarten Gegenden anbieten für Charaktere jeglicher Herkunft. Auch hier haben sich die Mitspieler bewußt dafür entschieden.


Wen du nun eine Abenteuerfolge planst. Bei der die Charaktere den Mord an Ihren Eltern aufklären sollen, so als Beispiel, dann dann musst du dass als Argument bringen, das die Charaktere verwurzelt sind und nicht beliebig von irgendwoher kommen können. Also muss sich die Spielgruppe sich darüber einigen.

Also alles darf nichts muss, redet darüber. Nichts ist verwerflich.

Gegen die Aufnahme eines solchen Charakters spricht natürlich, wenn man sich auf Anfangserfahrungspunkte nul einigt.





Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: Arldwulf am 23.10.2024 | 00:32
Ich spiele recht oft Soloabenteuer (im Sinne ein Spieler, ein SL) und der größte Unterschied dabei ist zumeist die Detaildichte.

Im Solospiel kann man viel mehr auf einen einzelnen Charakter eingehen, viel mehr direkt Gespräche ausspielen und einzelnen Szenen Raum geben ohne zu jemanden anderen zu springen.

Der Nachteil ist, das der Sprung zum Gruppenrollenspiel groß sein kann. So toll es ist in einer Gruppe zu spielen, kann es sich dann für den Spieler wie ein anderes Spiel, ein anderes Hobby anfühlen.

Insofern halte ich es für eine sehr gute Idee den Charakter zu übernehmen, da man darüber einen Anknüpfungspunkt hat.

Probleme wie höhere Erfahrungspunkte lassen sich lösen, am besten betrachte die Solorunde als ausgespielten Hintergrund des Charakters und freu dich drüber, dass dieser Hintergrund sich für den Charakter wesentlich echter anfühlen wird.
Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: Grey am 23.10.2024 | 08:31
Wollte mal rumfragen, ob Ihr es in Ordnung findet, wenn ein Mitspieler einen SC ins Gruppenabenteuer oder eine Kampagne mit einbringt, wenn dieser bereits schon Vorerfahrung aus einem Soloabenteuer mitbringt oder würdet Ihr als SL oder als Gruppe darauf bestehen, für das Gruppenabenteuer einen neuen Charakter anzufertigen?
Das haben wir eigentlich immer so gemacht, dass Charaktere mit Vorerfahrung zu neuen Gruppen dazustoßen durften. Ob die Vorerfahrung jetzt aus einem Soloabenteuer stammte oder aus einer anderen Gruppe, war dabei irrelevant.

Tatsächlich hatten wir da auch nie Probleme mit unterschiedlichen Powerlevels. Ich hatte mal eine MidgarD-Runde, bei der ein Grad-8-Magier neu zu einer Gruppe stieß, in der die Charaktere so bei Grad 2-3 dümpelten. Aber da es bei mir als SL mehr auf die Ideen ankommt als auf die Stats, sah anfangs der Grad-8er sogar ziemlich alt aus. Er hat mächtige Hammerzauber sinnlos verpulvert und musste danach sogar von seinen niederstufigen Kameraden aus der Gefahrenzone gerettet werden. Erst, als er sich deren Vorgehensweise abguckte, konnte er seine überlegene Magie nutzbringend für die Gruppe einsetzen.
Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: bobibob bobsen am 23.10.2024 | 08:46
Wieso levelt der nicht runter. Wenn es Ihm um den Charakter geht dann ist es ja kein Problem die XP einfach zu streichen. Dann fangen alle mit gleichen Voraussetzungen an.
Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: Sphinx am 23.10.2024 | 09:18
Ich würde das auch so Handhaben. Der Charakter kommt in die Gruppe, mit allem Wissen und was er schon erlebt hat (Sofern es nicht der Level 1000 Solo Held war). Aber steigt ansonsten als Charakter neu ein mit selbem Level und gleicher Startausrüstung. Evtl. kann man bei der Ausrüstung als Spielleiter noch etwas entgegen kommen und erlauben das er etwas mehr übernimmt.

Unterschiedliche Level würde ich in den Meisten Systemen nicht machen -> mehr Stress auf mehreren Fronten. Lohnt sich einfach nicht IMO
Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: Grey am 23.10.2024 | 20:02
Wie gesagt: Bei uns in der Runde gab es deswegen überhaupt keinen Stress. Der Spieler hatte sogar von sich aus gefragt, ob der Char für mich OK wäre, und mir eine "Sollbruchstelle" angeboten, um ihn zur Not jederzeit aus dem Verkehr zu ziehen, wenn das Powerlevel Probleme macht. Aber das war gar nicht notwendig.

Ich bin auch umgekehrt mal als Spieler mit 'nem neu gebauten Grad-1er in einer Gruppe von Charakteren ab Grad 7 aufwärts mitgezogen. Hat auch gut funktioniert.
Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: AlucartDante am 23.10.2024 | 20:43
Ah wie verwirrend, ich mag es Spielleiter sowohl, wenn Charaktere vorher durch

- ein Soloabenteuer - also Buch ohne SL alleine gespielt -

- oder durch eine Extrarunde alleine mit dem SL

- oder durch eine Extrarunde mit einem anderen Spieler mit SL

 in die Welt eingeführt werden und dadurch Vorgeschichte haben, an die ich anknüpfen kann. Ist doch super, warum sollte man was dagegen haben.

Ich habe auch schon oft in Gruppenabenteuern versucht, zuvor mit jedem Spieler einzeln seinen Weg ins Abenteuer zu spielen (und musste dabei oft an Dragon Age Origins als PC-Spiel denken).

Gerade um in eine bestehende Runde eingeführt zu werden, braucht es ja in der Regel eine gute Vorgeschichte.

Bei Soloabenteuern als Buch mag ich es, wenn sie zuvor die passende Stimmung aufbauen und dem Spieler so mit Ambiente und Vorwissen fürs Gruppenabenteuer vorbereiten...
Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: CK am 23.10.2024 | 21:20
Prinzipiell spricht ja eigentlich grundsätzlich nicht unbedingt was dagegen, einen Solo, Solo+SL oder SC aus einer anderen Gruppe+SL zu übernehmen, sollte aber wenn mit allen Spielern abgeklärt werden. Ich persönlich hätte da in meiner Gruppe aber keinen Bock drauf und würde klar meine SL-MasterUniversalVeto-Card mit einem "Nein" auspacken, einfach weil da "was war", von dem ich nichts weiss und das dann meinen eigenen Film stört.
Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: First Orko am 24.10.2024 | 08:17
Als ich noch jung und naiv war, hab ich mit meinem SC ein Solo-Abenteuer gespielt, wo es einen bestimmten Gegenstand zur Belohnung gab - glaub ein Ring oder so - der einem quasi einmal "dem Tod von der Schippe springen" erlaubte. Bei einer der nächsten  Runden fragte der "Meister" uns nach besonderen Gegenständen im Inventar und ich hab das genannt... und alle haben gegrinst und abgewunken "Ja, das Abenteuer haben wir auch gespielt - kannst dir gleich streichen"
Das kam mir damals etwas paternalistisch vor und kann man heute sicherlich auch so bewerten. Aber es macht ein bisschen klar, wo hier ein Problem liegen könnte:  Autor·innen von Solos haben nicht unbedingt das  Spiel mit Gruppen im Kopf und das kann dazu führen, dass an Zeug kommen kann, welches ggü einer Gruppe einen enormen Vorteil böte. Einmal einen Charaktertod negieren hat für einen Nur-Solo-SC halt eine andere Bedeutung als in der geteilten Spielwelt - wo man den Gegenstand zBsp auch verkaufen könnte (wenn man es jemanden glaubhaft machen kann).
Dazu kommt, dass ich als SL nicht weiß, was in allen möglichen Solos so passiert und da Widersprüche entstehen könnten zu dem, was ich so mache. Wenn die Spielende das für sich auflöst, von mir aus - mein Problem kann es aber nicht sein.

Grundsätzlich hätte ich kein großes Problem, wenn in einer bestehenden Gruppe jemand in einer längeren Spielpause mal ein Solo spielt. Wenn jemand Neues reinkommt und macht vorher erstmal die 3-5 "berüchtigsten" Solos (weil es da cooles Zeug gibt)  oder will nicht mal sagen, welche gespielt wurde -  dann gäbe es von mir ein Veto.
Titel: Re: Vom Soloabenteuer ins Gruppenabenteuer?
Beitrag von: Zouan81 am 24.10.2024 | 21:22
Natürlich sollten Solos nicht wegen den Items gespielt werden, die es dort zu finden gibt, sondern idealerweise tatsächlich wegen der Story.

Wenn alle am Spieltisch das gleiche Solo gespielt haben, macht es wenig Sinn, da es auch am individuellen Hintergrund der Charaktere fehlt und wenn alle Charaktere dann noch dieses besondere Item haben, kann es ja nicht mehr so besonders sein. Dann könnte der SL höchstens sowas einbauen, wie, dass der SC einem Taschendiebstahl zum Opfer fiel und er deshalb besagten Gegenstand nicht mehr hat.

Bei Kampagnen ist es allerdings wohl eher üblich, dass man gefundene Items aus vorigen Abenteuer mit ins nächste Abenteuer nehmen kann.