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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Thema gestartet von: Raven am 17.12.2004 | 15:23

Titel: Angst beim Leiten
Beitrag von: Raven am 17.12.2004 | 15:23
Kreativität ist eine Verbindung von Bewusstsein und Unterbrewusstsein.

Angst oder Horror beziehungsweise Entsetzen ist die kreative Interpretation eines schockierenden oder extremen Vorgangs oder Ereignisses.

Damit entsteht Horror oder Angst wenn Unterbewusstsein und Bewusstsein am leichtesten eine Verbindung aufbauen können, was meistens der Fall ist, wenn eine Person sich entspannt bevor sie dem entsprechenden Vorgang beziehungsweise Ereigniss ausgesetzt
ist.

Horror, und damit gutes Spiel entsteht also meiner Meinung nach am besten, wenn sich verschiedene Faktoren wie zum Beispiel kontrastbezogenes Rollenspiel, mit groben Einschüssen von Unbekanntem, und einer guten Vorstellungskraft paaren.
Doch wie vörderer ich eine gute Vorstellungskraft, schaffe eine mysteriöse Stimmung, und hebe Kontraste gut hervor?
Was ist das Geheimniss einer guten Horrorspielrunde? All dies sind fragen, die vor Beginn meiner ersten HorrorRunde

((http://instagiber.net/smiliesdotcom/contrib/dvv/asthanos.gif)CoC (http://instagiber.net/smiliesdotcom/contrib/dvv/asthanos.gif)) geklärt werden sollten.
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Elisabeth Hawkwood am 17.12.2004 | 15:30
Du könntest fuer eine geeignete musikalische Untermalung sorgen, Musik macht sehr viel aus, sieht man ja in jedem Film  :). Dann könnte ich mir vorstellen, dass Du eine dem Setting entsprechende Beleuchtung wählst.
So die richtige Spannung baut sich auf, wenn du dann ganz banal anfängst, aber sehr genau und ausfuerlich beschreibst. aber dafuer braucht man leider auch die richtigen Spieler, in einer unserer Runden war Jemand, der in so einen langsamen Spannungsaufbau dann immer mit völlig unpassenden Bemerkungen die gesamte Stimmung wieder zerstörte. Aber wenn du mit einer Runde spielst, die du schon kennst ist das ja egal. Konkrete Tips fallen mir jetzt so spontan nicht ein, aber ich denk nochmal.
Viel Erfolg auf alle Fälle!
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Raven am 17.12.2004 | 15:41
Vielen dank ersteinmal für die raschen Antworten. Ich sehe selbst ein, das ein stimmungsvoller Text, untermalt mit der passenden musikalischen Untermalung mit das schönste, gruseligste, wiederwärtigste, emotionalste[...] sein kann, was man zu erleben vermag.

Haltet ihr die CthulhuCD, Blood, Graves und Vampires, Musik AD1920 oder andere ausgewählte CDs für sinnvoll, oder stellt ihr euch Setting/Abenteuer speziefisch CDs oder Lieder zusammen?
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Boba Fett am 17.12.2004 | 15:43
Ich verweise mal auf unsere Spielleitertipps (http://tanelorn.net/index.php?board=141.0).
Da sind einige gute Infos.
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: ragnar am 17.12.2004 | 15:59
Ein paar eher allgemeine Tipps:

1. Lasse die Spieler im Dunklen Tappen! "Zeige" ihnen keine Monster, lass den Mörder im Hintergrund agieren, statt vor ihrer Nase herumzutanzen...
Monster oder den Mörder zu "zeigen", sprich sie zu beschreiben, ist längst nicht so effektvoll wie den Spielern die Auswirkungen/Spuren der selbigen zu zeigen. Ein Fußabdruck, ein Monströßer Schatten, Bissspuren am Arm des letzten Opfers, eine Idee was die Tatwaffe sein könnte etc. lassen mit ein wenig Geschick ein intensiveres Bild in den Köpfen der Spieler entstehen als die Konfornation mit dem Wesen/Mörder.
Dazu kommt das es den Spielern so schwer fällt die stärke des Wesens einzuschätzen(oft auch überschätzen) und das sie nicht bekämpfen können was sie nicht sehen.

2. Fordere schnelle Entscheidungen und zeige Konsequenzen
Stürmen die Charaktere die Kultistenveranstaltung(im Fachjargon auch Messe genannt) und haben es dann mit einer Übermacht zu tun die sie eigentlich nicht bekämpfen können, oder warten sie ab bis das Opfer tot auf dem Altar liegt und schauen zu ob die Kultiten nun einem Irrglauben anhängen oder nicht....
Gebe ihnen eine kurze Bedenkzeit, aber dann mach mit aller Konsequenz weiter, lass das spiel nicht ins Stocken geraten, weil die Spieler diskutieren. Am besten man schafft es irgendwie den Spielern die Einsicht zu bringen das alle Taten ihre Konsequenzen haben, aber nichtstun das schlimmste ist.
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Timo am 17.12.2004 | 22:20
Zur Musikbeschallung:
Generell halte ich es für eine schlechte Idee einen Soundtrack zu verwenden, da die meistens starke Stimmungsschwankungen haben und für gewöhnlich in den grusligsten Momenten, irgendein Liebeslied vor sich hin düdelt.

Man sollte CDs verwenden, die eine monogame Trackliste haben, vorzugsweise mit Liedern die auch in einer Endlosschleife gut funktionieren, da es ein Höllenjob ist während des Leitens auch noch die Musik zu verwalten(es sei denn du benutzt einen LapTop).

Für Horror empfehle ich übrigens den Silent Hill 1 SoundTrack, der aber nicht bei Cthulhu prä 1980 funktioniert, da er zu modern ist.

Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Kornhulio am 18.12.2004 | 13:14
ich kann ragnar nur zustimmen, auch das fürchterlichste geschöpf kann beim rollenspiel nicht gruselig genug beschrieben werden, dass du dann nicht als antwort ein "ich hau ihm den kopf ab" erhälst (zumindest nciht, solange nicht auch klar wird, dass es ihnen kräftemäßig SEHR VIEL überlegen ist).
Geräusche die die spieler hin und wieder hören sind auch immer gut.
Ich habe bei mir im Zimmer den PC stehen und ne funkmaus, so dass ich den auch vom spieltisch aus bedienen kann. ich hatte vorher nen paar flüsternde stimmen aufgenommen und die übereinandergelegt, so dass so ein krankes genuschel rauskam, wie man es aus einigen filmen kennt. Das habe ich ganz leise abgespielt, und immer, wenn die spieler anfingen zu bemerken, dass da was ist, habe ich es schenll ausgemacht, dass hat die fast wahnsinnig gemacht, war sehr cool. Erst später habe ich es dann in einem durchlaufen lassen, und sie haben dann verstanden was die stimmen gesacht haben.
Gedimmtes Licht kommt auch immer gut, zur Not kann man auch am Tag spielen und wenn man dünne Vorhänge hat nur die zuziehen, und es ist schon etwas abgedunkelt. Und die chars müssen im spiel durch dunkle gegenden laufen, oder zumindest mit wenig licht, ein dichter wald kommt sicher auch gut, habe ich aber noch nciht probiert. wenn die spieler dann auch selbst im dunkeln sitzten verstzen sie sich besser in die lage ihrer chars.
außerdem kommt das fehlen einer fluchtmöglichkeit immer gut, wenn die chars einfach abhauen können is das blöd.
ja, vielmehr fällt mir auch nich ein...
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Raven am 18.12.2004 | 13:20
Falls es jemanden Interessiert, der unabhänig von diesem Thema einige Tipps oder Erfahrungen zu diesem Thema beisteuern kann:
Seit heute liegt mir der Abenteuerband 'Kinder des Käfers' vor, und ich plane (wie viele) zuerst den Mythos  'Mr Corbitt' zu spielen.
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Doc Letterwood am 18.12.2004 | 13:21
Soll angeblich äußerst tödlich für Spieler sein, also aufbassen!  ;)
Ein Freund von mir leitete es, und eine ganze Spielergruppe ging nach und nach drauf.
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Azzu am 18.12.2004 | 13:24
Zwei Tipps von mir:

1) Auf jeden Fall gilt es zu vermeiden, dass dir die Spieler in den kritischen Szenen die Atmosphäre durch Flachwitze und dumme Sprüche zerstören. Deswegen solltest du, bevor die Horror-Szene beginnt, den Spielern in einer weniger wichtigen Szene ausreichend Gelegenheit geben, ihre Witzchen loszuwerden und ordentlich abzulachen. Gleich von Anfang an horrormäßig einzusteigen, geht wahrscheinlich horrormäßig schief.

2) Wenn du eine Szenerie beschreibst, sind wertende Adjektive wie "beängstigend", "unheimlich", "mystisch" tabu. Vielmehr sollten die Spieler deine Beschreibung selbst als unheimlich etc. empfinden. Sonst fühlen sie sich bevormundet und es kommt keine Stimmung auf.
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Bad Horse am 20.12.2004 | 17:50
Es hilft, wenn du deine Stimme etwas absenkst und relativ leise, aber deutlich sprichst. Wenn deine Spieler sich anstrengen müssen, um dich zu verstehen, dann labern sie auch nicht doof rum.  ;)

Horror läßt sich am besten mit Char spielen, die wissen, daß sie dem Gegner unterlegen sind. Daher eignen sich "normale" Leute viel besser als Soldaten oder andere Charaktere, die Streß ohnehin schon gewohnt sind.  ;)
Es gibt übrigens Spieler, die gegen Horror immun sind - meistens Leute, die sehr rational und sehr wenig emotional sind und reagieren. Mit solchen Leuten kann man Horror nur bedingt spielen - sie werden einfach nicht panisch reagieren. Dagegen kann man nicht viel machen...
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Smendrik am 20.12.2004 | 21:44
Ich hab nicht alles gelesen, deswegen riskier ich jetzt etwas erwähntes nochmal zu wiederholen...

Schotte die Spieler von der Außenwelt ab!

Kein Handy, kein Blick aus dem Fenster und stell sicher daß keiner in den Raum kommen kann um zu stören. Auch aufs Klo gegangen wird vorher  ;)
So schaltest du im vorhinein schon einge Stimmungskiller aus.

Ich würde keine Musik spielen sondern wenn dann nur eine CD mit Soundeffekten gelegentlich abspielen (Wolfsheulen, Türen knarren...)

Mit Kerzen und den Raum dunkel gehalten kannst du auch für Stimmung sorgen nur solltest du aufpassen dass dir niemand trotz Spannung einschläft.

Und setze sie unter Druck wie in diversen Shockern. Du weißt nie wann und wo das Monster zuschlägt und jeder kann der nächste sein. Hetze sie richtig durch das Abenteur und stell sie immer wieder vor den Zugzwang und gib ihnen das Gefühl daß das Monster/der Killer ihnen immer einen kleinen Schritt vorraus ist...  >;D

Das wären meine 10 Groschen dazu
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: JD am 21.12.2004 | 12:43
Musiktipp: Horror Collection - The Best of Halloween 1-6

Das Halloween Thema taucht immer wieder mehr oder weniger deutlich auf. Ich habe die CD für "Im Zeichen des Stiers" benutzt und meine Spieler (alle Mitte 20 und älter) hatten sogar teilweise nachts auf dem Heimweg Angst.

Ich habe mir alle Stücke angehört, habe mir vor dem Abenteuer überlegt, welche Passage aus welchem Stück für welche Szene aus dem Abenteuer passt. Ich habe dann nicht die ganze Zeit die CD durchlaufen lassen, sondern immer nur (mit Fernbedienung in der Hand) unbemerkt im richtigen Moment auf den Knopf gedrückt. So bleibt Musik was Besonderes und wird nicht zu schnell zum Nebengeräusch. Nachteil: nach einigen Abenteuern kannten meine Spieler die "Achtung, jetzt passiert was spannendes" Musik. Ab und zu sollte man wechseln.

Zur Beleuchtung: Kerzen sind auf jeden Fall stimmungsvoller als Licht, haben aber zwei Nachteile:

1. Es stört den Spielfluss, wenn Spieler Würfelergebnisse, Handouts und Charakterbögen aufgrund des schlechten Lichtes nicht mehr lesen können.

2. Besonders Kerzen verbrauchen Sauerstoff, was bei Sessions von ein paar Stunden Länge bewirken kann, dass die Luft im Raum schlecht wird und die Spieler müde werden. Bei vielen Kerzen also unbedingt auf kleine Pausen und/oder Belüftung achten.
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Raphael am 21.12.2004 | 12:53
Lösung: Mehr Kerzen! ;D

Vorteil: Die Kerzen wärmen auch, man kann also öfters lüften. :d

Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Boba Fett am 21.12.2004 | 13:28
Unheimliche Beschreibungen...
Angst zu erzeugen ist sicherlich nicht einfach...
Die Leute sitzen im warmen, trockenen bequem und futtern Chips und Cola.
Es gibt keine unmittelbare Bedrohung, nicht mal eine mittelbare.
Trotzdem sollen / wollen wir Angst und Furcht erzeugen.

Was ist Angst?
Angst ist die maßlose Furcht vor etwas ungewissem / unbekannten...
Wie entsteht Angst?
Meistens in der Vorstellung. Manchmal bei der Betrachtung etwas Unbekanntem - grausigem.
Niemals dann, wenn man etwas genau bemessen und einschätzen kann.

Wenn man also Angst erzeugen will, dann muss man diese Situationen nutzen, an denen Angst und Furcht entsteht.
Und das ist entweder vor der Konfrontation mit etwas, oder während dieser, wenn man sie nicht einschätzen kann.

Der Tod der Angst sind genaue Maße und Klassifizierungen...
Daher sollte man in den Beschreibungen immer genau Maße vermeiden.
Und auch Klassifizierungen. Ganz besonders bei Monstern oder dergleichen. Denn dann kommt es automatisch zu einem Abschätzen der Spielwerte. "Ach, das ist ja nur ein troll, der ist empfindlich gegen Feuer"
Genau das darf nicht passieren.
Daher sollte man vage Beschreibungen vorziehen und keine Bewertbaren Begriffe nutzen.
Wenn man Maße wiedergeben muss, kann man gut auf bekannte Umgebungs"maße" zurückgreifen.
Der muskelbepackte Koloss ist so breit wie eine Eiche...
Ein30 cm lange Schlange ist eben "etwa so lang wie Dein Unterarm"...

Sicherlich ist der Unterarm länger als 30 cm...
Hier kommen wir zum nächsten Mittel: Übertreibungen.
Im Zustand der Angst weiten sich die Augen, der Blick fällt auf das Subjekt, dass Angst erzeugt und das Adrenalin sorgt dafür, dass man alles gleich doppelt so groß sieht...
Das ist ein normaler Schutzreflex des Hirns - die Bedrohung soll zentral wahrgenommen werden
Dinge erscheinen größer, bedrohlicher...
Also sorgt man dafür, in dem man die Beschreibung übertreibt. Man beschreibt die Dinge größer.
Da man ja ohnehin keine exakten Werte angibt, ist es nicht so relevant.

Ansonsten sollten unerklärliche Dinge geschehen...
Wenn der Geist in der Ecke steht und man darauf schiessen kann ist es albern.
Entweder trifft man dann oder nicht.
Dadurch wird das Ungewisse, ob da ein Geist ist oder nicht zur Gewissheit.
Wenn man trifft wars bloss ein blödes Bettlaken,
wenn nicht, hat man die Gewissheit.
Was ist, wenn die Waffe nicht losgeht.
Der Geist verschwindet und beim Überprüfen stellt der Spieler fest,
die Waffe war nicht geladen.
Oh natürlich hatte er sie vorhin geladen - ganz sicher!
Ganz sicher?? ?? ??
Oder hat sie jemand entladen? Oder "etwas"?
Und wenn, wann und wie?
Oder hat er sich das nur eingebildet?
Oder sich getäuscht?

So baut man die Ungewissheiten wieder aus.
Das erzeugt neue Furcht, weil es wieder etwas
unbekanntes gibt.

Die Wortwahl ist natürlich auch wichtig.
Das Dunkle ist nicht nur dunkel... Es ist FINSTER!
Am Besten besorgt man sich eine Liste mit entsprechenden Synonymen und verwendet diese.
An eine verschworene Miene und entsprechende Gestik kann man sich auch gewöhnen.

Und natürlich auch an eine Sprechweise, die gruselig ist.
Wer da üben will, kann sich ja mal entsprechende Hörbücher anhören.
Necroskope kann ich da empfehlen - Joachim Kerzel ist da ein wahrer Meister!

Ansonsten würde ich alles systematisch eliminieren, was den Grusel vertreibt.
Ablenkungen sind schlecht!
Lärm... Wenn Musik, dann leise und unterschwellig
und dann bitte auch passende.
Licht, Gemütlichkeit, Chips und Cola,
Kerzen wurden schon erwähnt, aber nie mehr als
muss, und man sollte nicht unbedingt seine Spielwerte lesen
können. Je dunkler, desto mehr "alleine" fühlt sich jeder.
Deswegen sollte es auch kein Licht von draussen geben.
Es muss auch nicht "warm" sein. Theoretisch kann es auch kalt
sein und jeder mummelt sich in eine Decke.
Getränke würde ich auch sorgfältig auswählen.
Keine Massenware, denn sonst halten sich alle am
Glas fest. Tee ist prima. Saft auch.
Auf Chips oder dergleichen würde ich verzichten.
Raucherpausen sind natürlich auch tödlich.

Das Ambiente ist natürlich auch nicht unwichtig.
Dunkle Wände und Decken sind natürlich schön, wenn man sie hat.
Da helfen vielleicht getäfelte Wände und Decken.
Ansonsten gibt es auch die Möglichkeit mit Decken
helle Flächen abzuhängen.
Generell sollte die Umgebung nicht zu kalt und steril wirken.
Und sie sollte auch nicht ablenken.

Spielwerte...
Je weniger gewürfelt wird, desto besser.
Am Besten man hält alles auf beschreibender Form.
Zur Not kann der Spielleiter ja mal nen w20 rollen lassen.
Die Spieler sollten nur zuhören und beschreiben.
Der Fokus muss im Erleben liegen.
Sobald man auf die Ebene der Spielwerte abgelenkt wird,
wird man auch vom Horror abgelenkt.

Tja ansonsten fällt mir noch ein: 2-3 Spieler sind optimal.
Hat man zu viele, gibt es schnell Ablenkung durch unruhe.
Und die Spieler müssen sich natürlich darauf einlassen.
Je rationaler die Spieler sind, desto schwieriger wird es.

Vielleicht hilft diese Idee ein bisschen...

Boba Fett
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: NiceGuyEddie am 21.12.2004 | 17:35
Das mit den wenigen Spielern kann ich nur unterschreiben. Es gibt nur zwei Horrorrunden, an die ich mich noch immer sehr gerne erinnere und in beiden spielten nur zwei Spieler mit.
Ob der Horror dann bei den Spielern auch greift, kommt immer im großen Maße auch auf die selbst an. Wenn ich mich voll darauf konzentriere, die Stimmung anzunehmen und vor allem nicht gerade in anderer Stimmung bin, dann klappt es auch besser. Mal ganz abgesehen davon, dass auch Spieler mit Rollenspiel und Beschreibung die Atmoshäre unterstützen sollten.
Musik und Dunkelheit kann da sehr wichtig sein. In den besagten beiden Horrorrunden fand der Höhepunkt immer in vollkommener Dunkelheit statt. Im zweiten Fall saßen wir etwa eine Stunde in absoluter Finsternis.

Ein weiterer wichtiger Tip ist, den Spielern die Kontrolle über die Situation zu rauben. So lange sie noch wissen, was zu tun ist oder auch nur wie es genau um sie herum aussieht ist es schon erheblich schwerer, sie in Angst und Schrecken zu versetzen. Wenn dann auch noch die Charaktere genug Feuerkraft besitzen, um zur Not mit Gewalt der Situation Herr zu werden oder ganz einfach Kontakt zur Außenwelt aufnehmen können, ist dies fast unmöglich. Wenn man aber den Spielern erst den Überblick über die Situation nimmt, ihnen dann alle Fluchtwege abschneidet und zu guter letzt jede offensichtliche Chance noch siegreich zu bleiben, dann kann man schon ohne wirkliche Schockeffekte den Spielern den Schweiß auf die Stirn treiben...
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Jens am 29.12.2004 | 17:23
Genau. Und hilflos müssen sie sein und nichts mehr verstehen. Dann noch etwas von Minneyars Musik im Hintergrund die er extra für Cthulhu (und für mich?) geschrieben hat und sie sind fertig. Erinnern sich noch heute an den Abend.

@NiceGuyEddie: für Cthulhu lasse ich nie mehr als zwei Spieler zu. Das steigert die Atmosphäre, Persönlichkeit und Spannung fast ins Unerträgliche! Am Anfang ist man etwas persönlich und dann beginnt die Entfremdung und irgendwann sehen sie einem nach zwei Sekunden des Nachdenkens in die Augen und meinen (wirklich entsetzt) "Scheisse..." und betreten danach gewisse Räume nicht mehr... reden mit gewissen Leuten nicht mehr... Umkringeln nervös die Null in dem Kasten für die geistige Stabilität...
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Kardinal Richelingo am 24.01.2005 | 14:48

Vielleicht hilft diese Idee ein bisschen...

Boba Fett

auch wenn es gröbste threadnekromantie ist, muss ich echt sagen, das das ein verdammt guter beitrag war !  :d
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Boba Fett am 24.01.2005 | 14:49
Danke schön!
Man muss zu Angst im Rollenspiel erzeugen auch noch anmerken, dass Angst das schwierigste ist, was man sich als SpL vornehmen kann.
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Kardinal Richelingo am 24.01.2005 | 14:54
Danke schön!
Man muss zu Angst im Rollenspiel erzeugen auch noch anmerken, dass Angst das schwierigste ist, was man sich als SpL vornehmen kann.

allerdings, früher war ich da besser drin, da kannten die Spieler meinen Stil noch nicht. Jetzt werde ich, ich leite immehin jede Woche, natürlich berechenbarer und dadurch ist Angst auch schwieriger zu erzeugen. Weiterhin sind sie abgestumpfter, aber manchmal gelingt es mir noch gut. Ich würde gerne mal wieder Horror leiten, da kann ich mich austoben.
Titel: Re: Angst beim Leiten
Beitrag von: Freyr am 11.02.2005 | 18:10
Ich hab bisher zwei wirklich gute Gruselabenteuer gespielt und zwar beide in DSA.
Beim ersten haben wir den Film Ghostship gespielt,
beim anderen habe ich geleitet und ein guter Tipp ist auf jedengfall Geraüsche im Dunkeln und was die Spieler zum Schwitzen gebracht hat war auf jedenfall das Rütteln an der Tür und die Stimmen von Freunden die sie dazu auffordern die Tür aufzumachen,
1 1/2 Stunden habe ich für eine Nacht gebraucht, es war 6 Uhr morgens und die Spieler waren Hellwach.