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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Natasz am 30.03.2005 | 14:03

Titel: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Natasz am 30.03.2005 | 14:03
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich für diese Diskussion das richtige Forum gefunden habe, aber ich versuche es einfach mal!

Worum geht es!? Normalerweise sollte der Spieler seine Entscheidungen InCharakter treffen, also aufgrund der Sichtweise und Motivation des SCs. Das zeichnet imo gutes Rollenspiel aus. Gibt es dafür jedoch Ausnahmen?! Ich denke schon. Gerade am Anfang einer Kampagne bzw. Runde werden die einzelnen SCs durch den Spielleiter "künstlich" zusammengeführt und selbst nach der ersten Begegnung handeln die einzelnen Spieler eben so, weil sie wissen, dass es eben ein SC ist und kein NSC, den er da vor sich hat. Aus der Sicht des SCs sollte dies jedoch keinen Unterschied machen. Man wurstelt sich die Begründungen InGame so hin, damit es auch passt. Ich hoffe ihr versteht wie ich das meine.

Sollten aber danach alle weiteren Entscheidungen immer nur InCharakter gefällt werden, selbst wenn dies u.U. Auswirkungen auf die Ebene der Spieler hat?! Weil eine Runde durch nachvollziehbare InGame-Gründe an die Wand gefahren wird? Oder sollte man dann auf dieses Prinzip ausnahmsweise verzichten?! Sicherlich gibt es für beide Alternativen genügend Sprecher die dafür oder auch dagegen sind - ich würde einfach nur mal hören, welche Erfahrung ihr da gemacht habt und welche "Schiene" ihr fahrt.

Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Ein am 30.03.2005 | 14:14
Ich habe mich schon vor Jahren von der Idee getrennt, dass Entscheidungen ausschlißlich IC gefällt werden dürfen. Es gibt immer wieder Situationen, in denen es gerade angebracht ist OOC zu entscheiden, um wie von dir bereits festgestellt, zu verhindern, dass das Spiel gegen die Wand fährt.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Boba Fett am 30.03.2005 | 14:21
Ich sehe das ähnlich wie Ein. (@Ein: Gratz zu 3700)
Die "Ausnahme", Spielerwissen in die Entscheidung des SC bewusst mit einzubeziehen, würde ich immer dann erlauben oder selbst durchziehen, wenn dadurch der Spielspaß gefördert, bzw. beim Nicht-Einbeziehen der Spielspaß geschmälert würde.
Mit sowas gehe ich als SpL bewusst locker um.
Die Spieler sollen Spaß haben. Wenn das bedeutet, dass sie sklavisch aus der Perspektive ihrer Charaktere handeln möchten, finde ich das legitim. Wenn es bedeutet, dass sie es etwas lockerer sehen, auch.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Fredi der Elch am 30.03.2005 | 14:25
Auf Neu-Forgeisch heißt das:
Entscheidungen InCharakter treffen, also aufgrund der Sichtweise und Motivation des SCs.
Actor Stance und das:
Zitat
Man wurstelt sich die Begründungen InGame so hin, damit es auch passt.
Author Stance. Nu so zur Begriffserklärung.

Und ja, beides hat seine Berechtigung. Und ja, man kann sehr schnell zwischen beiden hin und her wechseln, auch ohne es richtig zu merken.

Und den noch:
Normalerweise sollte der Spieler seine Entscheidungen InCharakter treffen, also aufgrund der Sichtweise und Motivation des SCs. Das zeichnet imo gutes Rollenspiel aus.
Ich denke, dass das eine der Aussagen ist, die dem Rollenspiel als Hobby geschadet hat wie kaum eine andere (ok, gibt doch noch andere dieser klassischer Mythen, aber das ist ein anderer Thread). Durch diese Sichtweise, dass das "gutes" Rollenspiel sei, ist das Hobby eingeschränkt worden und man hat sich viele Wege verbaut.
Also bitte vergesst diese furchtbare Annahme, IC sei besser als OOC. Ich würde nämlich umgekehrt eher sagen: wenn man allein aufgrund von IC Informationen entscheidet, ist das schlechter, als wenn man auch OOC Infos mit einbezieht. Nur die Charaktere zu betrachten ist eben eingeschränkter als die Spieler (die echten Personen, um die es ja geht) zu berücksichtigen.

Und wie man an der Spielpraxis auch schön sehen kann, ist eine Beschränkung rein auf IC dysfunktional, sonst würde nicht jede Gruppe (mehr oder minder explizit) auch OOC Informationen verwenden.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Roland am 30.03.2005 | 14:27
Die "Ausnahme", Spielerwissen in die Entscheidung des SC bewusst mit einzubeziehen, würde ich immer dann erlauben oder selbst durchziehen, wenn dadurch der Spielspaß gefördert, bzw. beim Nicht-Einbeziehen der Spielspaß geschmälert würde.

Zustimmung. Es muß auch keine Ausnahme sein, wenn man sich außerhalb der reinen Charaktersimulation bewegt. Spieler die mitdenken sind eher ein Segen als ein Fluch.

Mal ganz abgesehen von dem Unfug, der schon um der lieben Charakterkonsitenz/ICPerspektive willen (oder angeblich aus diesem Grund) angestellt wurde. 
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Natasz am 30.03.2005 | 14:39
Ich denke, dass das eine der Aussagen ist, die dem Rollenspiel als Hobby geschadet hat wie kaum eine andere [...] Durch diese Sichtweise, dass das "gutes" Rollenspiel sei, ist das Hobby eingeschränkt worden und man hat sich viele Wege verbaut.

Im Grunde halte ich es schon für gutes Rollenspiel, wenn man versucht die Entscheidungen IC zu treffen - wenn man auch bereit ist hier und da von diesem Prinzip abzuweichen. Es haben sich in unseren Runden schon wirklich sehr interessante und legendäre Situationen aufgrund dieses Prinzips ergeben - der Spieler weiß es zwar besser, handelt aber dennoch anders, weil sein SC es eben nicht weiß. Bis zu einem bestimmten Grad finde ich das auch wirklich gut so. Bei eingen meiner Runden wird dies sehr weit gefasst, bei anderen eher locker. Wird jedoch ein bestimmter Punkt überschritten und fängt deshalb die Kampagne an zu leiden, dann muss (sollte) man dieses Prinzip ausnahmsweise über den Haufen werfen.

In Kurzform: Das Prinzip "InCharakter" ist gut und gewünscht - solange bis es dem Spielspaß anderer Spieler (stark) einschränkt.


In einer bestimmten Runde kristallisiert sich gerade heraus, dass hier strikt dem Prinzip der InCharakter-Entscheidung gefolgt wird und ich hin- und hergerissen bin, ob dabei der Spielspaß der anderen Spieler (incl. mir) gemindert wird.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Azzu am 30.03.2005 | 14:40
Ich denke immer auch an den Spielverlauf, wenn ich für meinen Charakter eine Entscheidung treffe. Ab und zu muss dann auch die Persönlichkeit des Charakters zugunsten der Handlung zurücktreten. Wenn das an einem Abend zu oft vorkommt, werde ich aber sauer auf den Spielleiter - denn Grund für so eine Entscheidung ist meist die fehlende in game Motivation für meinen Charakter, sich am Handlungsverlauf zu beteiligen.

Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Seraph am 30.03.2005 | 14:45
Der Reiz eines Rollenspiels liegt, wie Natasz es bereits gesagt hat, darin, das man sich in eine andere Welt und eben auch in ein anderes Paradigma hineinversetzt. Viele Spieler sind dazu nicht in der Lage, da sie:
a) Das Prinzip des RPGs nicht begriffen haben oder
b) keine Lust dazu haben

Das ist wie mit der Schauspielerei: Was den Profi vom Amateur unterscheidet, ist die Tatsache, dass letzterer stets nur sich selbst spielt, während ersterer sich von seinem eigenem Charakter lösen kann.

Just my 2 cents...
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Rraurgrimm am 30.03.2005 | 14:51
Ich trenne da denke ich im Zweifelsfalle angeeignete Rolle und gemeinsames Spiel. Es gibt Situationen, in welchen ich eine sture IC-Entscheidung aufgrund der Rolle auch gegen die Gruppeninteressen zu tragen bereit bin - weil es gelegentlich die noetige Wuerze im Spiel sein kann und letztlich einen Character mit seinen Ecken und Kanten nur besser auch in der Spielrunde darstellt.

Ich scheue jedoch andererseits vor dem legendaeren "Gruppentorpedo" zurueck, welcher seine gewaehlte Rolle und die (logischerweise) subjektive Sichtweise dieser Rolle aus Prinzip ueber das Spiel als Grundinstanz und Anlass einer Rollenspielrunde stellt.

Wenn man zu oft aneckt - wird man IMHO nicht wirklich froh in einer mittel- oder langfristig angelegten Kampagne. Deshalb habe ich auch meine persoenlichen Schwierigkeiten mit gruppeninternen Intrigenspielen oder Ruchlosigkeit aus Eigeninteresse bei Kampagnen - bin halt ein Softie und sehne mich anscheinend nach einem "allen soll's irgendwie dufte gehen!"-Universum... (http://www.shifters.org/keenshift/images/smiles/issac_razz.gif)
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Boba Fett am 30.03.2005 | 14:52
@Seraph: Und was sagen Deine 2 Cents aus?
Dass, wer sich in eine Welt und Paradigma  hineinversetzt auch nur aus der Perspektive des Charakters heraus seine Entscheidungen treffen sollte...?
Mir fehlt so ein wenig das Fazit Deiner Aussage.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Fredi der Elch am 30.03.2005 | 14:54
In Kurzform: Das Prinzip "InCharakter" ist gut und gewünscht - solange bis es dem Spielspaß anderer Spieler (stark) einschränkt.
Das halte ich eben für ein ungünstiges Prinzip. Besser ist IMO folgendes:
"Spielspaß geht vor. Die Werkzeuge IC und OOC werden eingesetzt, um möglichst viel Spielspaß zu erreichen - je nachdem wie es gerade am Besten passt."
Das nimmt dem Prinzip IC diese furchbare Überbewertung, die ich (wie gesagt) für ziemlich schädlich halte. Aber gut, das bin ja nur ich. :)
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Boba Fett am 30.03.2005 | 15:02
Ich stimme dem Elch grundsätzlich zu!

Erlaubt ist was Spaß macht!
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Monkey McPants am 30.03.2005 | 15:03
Grundsätzlich hat Fredi mir die Worte bereits aus dem Mund genommen, ich beantworte also nur kurz ein paar Dinge die mir aufgefallen sind.

Der Reiz eines Rollenspiels liegt, wie Natasz es bereits gesagt hat, darin, das man sich in eine andere Welt und eben auch in ein anderes Paradigma hineinversetzt. Viele Spieler sind dazu nicht in der Lage, da sie:
a) Das Prinzip des RPGs nicht begriffen haben oder
b) keine Lust dazu haben

Das ist wie mit der Schauspielerei: Was den Profi vom Amateur unterscheidet, ist die Tatsache, dass letzterer stets nur sich selbst spielt, während ersterer sich von seinem eigenem Charakter lösen kann.

Ich muß sagen diese Aussage löst in mir den Würgereflex aus. Die Idee daß Rollenspiel nur aus Actor Stance zu bestehen hat, oder das das Hineinversetzen das einzige ist worum es beim Rollenspiel geht finde ich furchtbar. Leute spielen Rollenspiele aus tausenden verschiedenen Gründen, Rollenspielauf einen davon zu reduzieren ist IMO schade und schränkt das Hobby unnötig ein.

Vermutlich kam deine Aussage bei mir viel härter an als sie gemeint war, aber das ist irgendwie ein wunder Punkt von mir.

M
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Boba Fett am 30.03.2005 | 15:10
Von diesem Beispiel ausgehend kann man aber auch sagen: Der Amateur mag sich selbst spielen, der "Profi" löst sich vom Charakter, aber der Weltklasseschauspieler ist wieder in der Lage, in die Rolle etwas unverwechselbares von sich selbst zu etablieren, ohne dass es den Zuschauer stört. Vielmehr: Der Zuschauer ist davon begeistert, denn die Rolle war dann wieder eine wunderbar typische (für den jeweiligen Schauspieler).

Schaut man sich mal die Shakespeare Filme von Kenneth Brannagh an (Mitglied der british Royal Shakespeare Company), dann sieht man, dass alle seine Rollen seine typische Handschrift tragen. Das ist aber nichts schlimmes.
Ganz im Gegenteil.
Und, um es mal auf Pulp-Movies zu legen: James Bond wurde auch von diversen Schauspielern dargestellt. Und jeder Schauspieler brachte sich selbst in die Rolle ein. gut so!
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Natasz am 30.03.2005 | 15:15
Das halte ich eben für ein ungünstiges Prinzip. Besser ist IMO folgendes:
"Spielspaß geht vor. Die Werkzeuge IC und OOC werden eingesetzt, um möglichst viel Spielspaß zu erreichen - je nachdem wie es gerade am Besten passt."

Ich glaube das wir im Grunde dieselbe Einstellung haben, es allerdings anders nennen. Ein willkürliches und ständiges Wechseln zwischen IC und OOC, um es einfacher zu haben (und manche Spieler sehen in "einfach" = "Spielspaß"), würde allerdings mein Spielspaß senken. Eine gewisse Kohärenz wünsche ich mir dann schon als Spieler. Für mich ist der Wechsel zu OOC-Wissen bzw. Entscheidung eben eher die Ausnahme. Allerdings vermute ich, dass ich es nur anders ausdrücke und wir es in der Spielpraxis ähnlich handhaben würden ;-)


Edit:
Sofern sich natürlich alles Spieler VORHER darauf einigen schnell und unkompliziert (und auch öfter) zwischen IC und OOC zu wechseln, ist es dann wiederrum auch völlig in Ordnung. Nur gehe ich per se erstmal davon aus, dass man versucht IC zu bleiben und eine soclhe Absprache nicht besteht.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Seraph am 30.03.2005 | 15:17
@Boba: Die Frage die sich in diesem Thread stellte, war doch inwiefern bzw. warum Spieler Aktionen aus ihrer eigenen Sicht ausführen und nicht aus der ihres Charakters. Als Gründe nannte ich mangelnde Einfühlsamkeit bzw.Engagement. Im übrigen bin ich nicht dagegen, dass der Spieler einen Teil seiner selbst in seinen Charakter integriert, im Gegenteil: Der Spieler definiert den Charakter doch. Nur empfinde ich es als störend, wenn das Spielerego diesen selbst definierten Charakter derart dominiert, das er zu verzerren droht.

@Monkey: Bitte nicht gleich auf die Barrikaden gehen, ok?  :) Ich habe lediglich beschrieben was für mich den Reiz des Rollenspiels ausmacht. Die Tatsache, das ich vergass diese Aussage im ursprünglichen Post nur auf mich zu beschränken, ist bedauerlich, allerdings empfinde ich es doch durchaus als befremdlich das du derart harte Worte wählst. Freilich besteht Rollenspiel aus mehr als nur Schauspielerei, doch der Begriff "Rollenspiel" drückt ja bereits aus, dass es beim Rollenspiel darum geht, sich in die Rolle einer anderen Person hineinzuversetzen.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Boba Fett am 30.03.2005 | 15:24
@Natsz:
Ich glaube, es geht nicht unmittelbar um das Wechseln zwischen Spieler- und Charakterebene.
Die Entscheidungen, in die das Spielerwissen einfliessen, werden doch unmittelbar getroffen.
Es gibt da kein "rein und raus" oder so. Man berücksicht nur Kentnisse oder Erfahrungen, die man sonst explizit unberücksichtigt gelassen hätte.
Die Übergänge sollten also gar nicht merklich sein. Nur die Entscheidungen fallen anders, weil mehr Kriterien berücksichtigt werden.
Abgesehen davon denke ich, dass sehr viele Entscheidungen automatisch so (unbewusst) gefällt werden.
Allein in der Charakterwahl oder in Handlungen bei denen man weiss, dass man andere damit zur Weissglut treiben kann, fliessen solche Aspekte ein. Man macht Dinge nicht, die anderen den Spaß rauben.
Deswegen werden so viele Diebe gespielt, die die eigene Runde nicht beklauen... (als schlechtes Beispiel)
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Rraurgrimm am 30.03.2005 | 15:24
Freilich besteht Rollenspiel aus mehr als nur Schauspielerei, doch der Begriff "Rollenspiel" drückt ja bereits aus, dass es beim Rollenspiel darum geht, sich in die Rolle einer anderen Person hineinzuversetzen.

Obgleich ich vermute, dass wir alle hier ohnehin bereits zum guten Teil auf der gleichen Wellenlaenge liegen nocheinmal diesen Satz aufgegriffen: natuerlich ist es beim Rollenspiel nicht unwichtig, die gewaehlte Rolle auch zu verkoerpern. Und wenn man dieser Figur eigene Ansichten und Ecken und Kanten gegeben hat und diese ausspielen will auch wenn es manchmal gegen die Spielrunde geht - gehoert auch dies zur Spielfigur und damit der Rolle hinzu.

Doch darf dies IMHO nicht dazu fuehren, dass man ob des hehren Zieles der perfekt verkoerperten Rolle den eigentlichen Anlass der Spielrunde vergisst - das gemeinsame Spiel, nicht die Selbstdarstellung in einer Rolle.

Und zu dem gemeinsamen Spiel kann - nein muss in meinen Augen - es auch gehoeren, dass man als Hauptleitsatz bei Kampagnen auch den Erhalt derselben im Auge behaelt. Und dies kann bedeuten, dass man im Rahmen des Interesses an einer auch weiterhin gemeinsamen Spielrunde auch gegen die gewaehlte Rolle verstossen muss oder aber diese einzugrenzen hat.

Beides im Uebermass ist wie schon so oft ungesund. Doch wenn ich mich nicht irre sagen das die vorigen Posts bei euch das Ganze bereits aus.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Fredi der Elch am 30.03.2005 | 15:25
Ich glaube das wir im Grunde dieselbe Einstellung haben, es allerdings anders nennen.
Hihi. Das glaube ich allerdings nicht.  };)

der Begriff "Rollenspiel" drückt ja bereits aus, dass es beim Rollenspiel darum geht, sich in die Rolle einer anderen Person hineinzuversetzen.
Da könnt ich doch...  :puke: Aber sowas von...
Rollenspiel aka Roleplaying Game ist 1. ein Spiel (Game) in dem es 2. um das Spielen von Rollen (Roleplaying) geht. Mit Hineinversetzen hat der Name erst einmal überhaupt nichts zu tun! Auch nicht damit, dass es nur eine Rolle sein muss, dass die sich vom Spieler unterscheiden muss, dass man nur IC Wissen verwenden darf, etc. All das geht aus dem Namen erst einmal nicht hervor.

Seraph, wenn dir das am Rollenspielen Spaß macht, dann ist das völlig ok. Aber zu behaupte, beim Rollenspielen ginge es darum, ist einfach falsch!

@Boba: genau! :)
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Lord Verminaard am 30.03.2005 | 15:29
Das wesentliche haben Fredi und Boba schon gesagt. Meine ganz persönliche Meinung zu dem Thema: Es kommt drauf an. Worauf? Wie man gerade spielt.

"Immersiv", also mit dem Ziel, eine möglichst starke Identifikation mit Charakter und Spielsituation herzustellen: Dann sollten Entscheidungen normalerweise IC getroffen werden und nur ganz ausnahmsweise OOC-Motive hinzugezogen werden, wenn offensichtlich wird, dass die IC getroffene Entscheidung das Spiel in eine nicht oder nur sehr schwer behebbare Krise stürzen würde. Diese Spielweise mag ich besonders bei Horror-Rollenspielen und anderen sehr Charakter-intensiven Spielformen. Ich persönlich kann dem jedoch nur für beschränkte Zeit etwas abgewinnen.

Oder man spielt eben nicht immersiv. Sei es, weil es einem mehr auf Style, Dramatik, Story oder auch Taktik und Regeln ankommt. All diese Dinge kann man m.E. besser umsetzen, wenn man ganz regelmäßig auch auf OOC-Motive und -Informationen zurückgreift.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Boba Fett am 30.03.2005 | 15:30
Natuerlich ist es beim Rollenspiel nicht unwichtig, die gewaehlte Rolle auch zu verkoerpern.
Doch darf dies nicht dazu fuehren, dass man ob des hehren Zieles der perfekt verkoerperten Rolle den eigentlichen Anlass der Spielrunde vergisst - das gemeinsame Spiel, nicht die Selbstdarstellung in einer Rolle.
Darf ich Dich damit zitieren?
Ups habe ich ja schon... ;D
bei meinen Spielern, meine ich...

Ich stimme eindeutig dafür, dieses Zitat zum Spruch des Monats zu küren! 8)
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Rraurgrimm am 30.03.2005 | 15:33
*verwirrt* Aeh - geht klar... - doch sage ich damit nichts anderes aus als die anderen zuvor.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Seraph am 30.03.2005 | 15:37
@Fredi: Na, wer wird denn so heftig reagieren  ??? Wie ich bereits erwähnte, ist dies mein eigener Standpunkt, und wenn andere Leute da anderer Meinung sind, dann ist das völlig ok. Im Gegenzug erwarte ich aber auch, das meine Einstellung akzeptiert wird, und das scheint zumindest bei dir nicht der Fall zu sein...


@Rraurgrimm: Da stimme ich dir zu, da es schliesslich darauf ankommt das man in der Gruppe gemeinsam Spass hat... Wenn es das Charakterkonzept vorschreibt, das ein anderer Charakter aus der Gruppe umgebracht werden muss, dann sollte man das auch vorher mit dem betreffenden Spieler klären, da es sonst nur böses Blut in der Gruppe gibt. (Ich weiss wovon ich spreche... mir wurde mal mein 7. Generation Tremere in Vampire von einer Mitspielerin diableriert)
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Boba Fett am 30.03.2005 | 15:40
*verwirrt* Aeh - geht klar... - doch sage ich damit nichts anderes aus als die anderen zuvor.
Ja, aber es ist kurz und prägnant formuliert und sagt wirklich alles ohne große Fremdworte (AutorenStanze, OOC) aus.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Fredi der Elch am 30.03.2005 | 15:44
Im Gegenzug erwarte ich aber auch, das meine Einstellung akzeptiert wird
Deine Einstellung im Sinn von persönlichen Vorlieben akzeptiere ich sofort. Aber (wie gesagt) es besteht ein großer Unterschied zwischen der Aussage "Für mich ist beim Rollenspiel das Hineinversetzen in eine Rolle wichtig" und der Aussage "Der Begriff Rollenspiel beinhaltet ja schon, dass das Hineinversetzen in eine Rolle wichtig ist". Ersteres ist deine persönliche Meinung und völlig ok (auch wenn ich sie nicht teile). Zweiteres ist einfach Quatsch, da es eine Allgemeingültigkeit impliziert, die aber Unsinn ist. Und leider hattest du nicht 1. sondern 2. gesagt... Deswegen meine etwas heftige Reaktion.

Können wir uns auf "Du findest Hineinversetzen perönlich wichtig aber zunächst einmal hat Rollenspielen nichts mit Hineinversetzen zu tun" einigen?
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Rraurgrimm am 30.03.2005 | 15:46
@Seraph: Genau! Wobei in dem Beispiel mit dem Tod eines Spielerchars durch einen anderen sogar gelegentlich der ueberraschende aber situations- und characterbedingte Charactertod nicht nur zum Spiel passend sein kann - sondern auch zum gesamten Spielfluss gehoeren kann.
Dabei spielen allerdings auch Faktoren ausserhalb des Spieles - wird das Tun welches ich meinen Character dort treiben lasse auch verstanden und akzeptiert und kann mein "Opfer" mit diesen Tatsachen als Spieler (nicht als Spielfigur) leben?

Wie gesagt: ich versuche es zu vermeiden da ich mich eher zu den Softies zaehle die nur aeusserst ungern einen derart finalen Schritt in der Existenz einer Spielfigur vollziehen - dafuer habe ich meistens zuviel (manchmal ungesund zuviel) Respekt vor dem kreativen Schaffen meiner Mitspieler welches ich dann beenden wuerde. Doch das mit dem Charactertod als eine der moeglichen Konsequenzen ist ohnehin wieder ein ganz anderes Thema fuer sich.

@Boba: ich und "kurz und praegnant und ohne Fremdworte"?? Sapristi, ich bin kranker als ich dachte... - lass das nicht meine Mitspieler hoeren, ich habe einen Ruf zu wahren!
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Natasz am 30.03.2005 | 16:17
@Boba:
Natürlich sind die Übergänge zwischen IC und OOC immer sehr fließend und im Grunde wird sich wohl auch niemand wirklich davon freisprechen können das Entscheidungen des Spielcharakters (oftmals unbewusst) durch die Sichtweise des Spieler (also auf einer anderen Ebene) beeinflusst werden. Aber man versuchen so stark wie möglich zu trennen. Es kommt dann auf die Absprache innerhalb der Gruppe an, wie stark man versucht diesem Prinzip treu zu bleiben. Wenn ich von Wechsel zwischen OOC und IC schreibe, dann meine ich einen ganz bewußten und deutlichen Bruch. Wenn plötzlich ein SC eine Aktion vollführt, weil der Spieler ganz bewußt OOC-Wissen einfließen lässt, dann halte ich das per se für nicht so günstig. Man kann sich sicher auf der Ebene der Spieler darauf einigen, dass man es als Einzelfall so möchte, um eine Kampagne nicht gegen die Wand zu steuern / eine Krise herbei führen will ... oder weil dadurch der Spielspaß wesentlich höher ist. Für mich sind sowas jedoch legitime Ausnahmen.

In meinem konkreten Fall ist es so, dass ich als Spieler genötigt bin eine bestimmte Handlung durchzuführen, die mir am Ende als Spieler die Kampagne etwas vermiest. Der Spielleiter und die anderen Spieler beharren auf die Sichtweise meines SCs. Und aus dieser Sichtweise heraus werde ich wohl meine Stimme (es geht um eine Abstimmung) in eine ganz bestimmte Richtung abgeben müssen - obwohl ich das als Spieler eher störend finde und meinen Spielspaß senkt. Interessant ist dabei, das ein anderer Spieler durch diese Abstimmung - innerhalb eines heirachischen Systems - allmächtig wird. Daher meine ursprüngliche Intension bzgl. dieses Threads.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Monkey McPants am 30.03.2005 | 16:20
@Seraph: Fredi hat mir schon wieder die Worte aus dem Mund genommen. (Also wirklich, Fred. ;) ) Es hat überhaupt niemand was dagegen wenn du Actor Stance bevorzugt (ich persönlich genieße auch eher das immersive Spiel), wie stoßen uns eher an der Allgemeingültigkeit deiner Ausagen.

M
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Boba Fett am 30.03.2005 | 16:27
In meinem konkreten Fall ist es so, dass ich als Spieler genötigt bin eine bestimmte Handlung durchzuführen, die mir am Ende als Spieler die Kampagne etwas vermiest.
Soetwas würde ich nicht mit mir machen lassen.
Wozu spielst Du einen Charakter? Du entscheidest, was der macht. Niemand sonst.
Zitat
Der Spielleiter und die anderen Spieler beharren auf die Sichtweise meines SCs.
Das ist ja lieb und nett, aber Quatsch hoch zehn!
Es ist Deine Figur und Du entscheidest, wie die handelt.
Spielen Deine Mitspieler auch "Mensch-ärger-Dich-nicht" und bewegen Deine Pöppel und würfeln für Dich?

Es lassen sich immer Gründe finden, warum ein SC sich eben gerade NICHT stereotyp verhält.
Und aus dieser Sichtweise heraus werde ich wohl meine Stimme (es geht um eine Abstimmung) in eine ganz bestimmte Richtung abgeben müssen - obwohl ich das als Spieler eher störend finde und meinen Spielspaß senkt.
Zitat
Dann stimme anders ab.
Sieh Dir die Wahl in Kiel an. Da hat auch ein Abweichler etwas völlig untypisches getan und dafür gesorgt, dass seine Partei nicht an die Macht kommt. Es lässt sich nicht vorhersehen, wie ein Wesen reagiert.
Und ich würde meine SCs nicht fernsteuern lassen.
Punkt Aus Ende!

(Schlimmstenfalls würde ich dafür sorgen, dass der SC "unverschuldet" der Abstimmung fern bleibt.)
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Natasz am 30.03.2005 | 17:03
Im Grunde bin ich ja selbst etwas hin- und hergerissen. Klar, ich kann immer so abstimmen wie ich es möchte - ich bin der Spieler. Darum geht es auch gar nicht. Aber hier ist es eben eine Entscheidung, wo sich die InGame-Situation genau gegensätzlich zur OOC-Situation verhält. Der Mitspieler könnte seinen Spielspaß nämlich gestört sehen, wenn ich als Spieler eine Entscheidung gegen ihn aufgrund von OOC-Überlegungen treffe.

Es gibt sowohl IC- als auch OOC-Gründe für und gegen eine bestimmte Wahl bei der Abstimmung. Im Moment sitze ich irgendwie zwischen diesen Stühlen und bin mir einfach noch nicht sicher, welche Wahl jetzt wirklich sinnvoll ist.... 
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Chiungalla am 30.03.2005 | 17:15
So, dann auch nochmal meine Meinung:

Die Entscheidung ob man InCharakter oder doch lieber dem Spielspass fördernd entscheidet, ist schlicht und ergreifend ein Kompromiss.
Und bei jedem Kompromiss gewinnt man immer ein bischen, und verliert aber auf der anderen Seite auch ein bischen.

Ich persönlich stehe auf dem Standpunkt, dass es schlecht ist überhaupt vor der Wahl stehen zu müssen, ob man nun Spielspass oder InCharakter-Denken haben möchte.
Verzichtet man zu Gunsten des Spielspasses auf eine InCharakter-Entscheidung, so verzichtet man ja auch gleichzeitig immer auf ein bischen Spielspaß.
Im ärgsten Fall hat man am Ende vielleicht sogar das Gefühl, dass man garnicht den Charakter wirklich ausspielen darf, den man sich gemacht hat, und der gesamte Spielspass geht flöten.

Wenn es einen krassen Bruch zwischen einer Charakterentscheidung und dem allgemeinen Spielspass gibt, dann ist es daher meistens schonmal nicht die optimale Lösung.
Dann sollte man sich zuerst einmal fragen, ob nicht im Vorfeld etwas schief gelaufen ist, was zur Notwendigkeit dieses Kompromisses führte.
Oft, wenn auch sicher nicht immer, kann man diese Frage nämlich mit Ja beantworten, und es beim nächsten Mal besser machen.

Der Spielleiter könnte wiedermal eine so lieblose Einführung gemacht haben, in der er völlig überhaupt garnicht auf die Charaktere eingeht, dass kein Charakter wirklich motiviert ist, seinen Charakter in dieses Abenteuer zu führen.

Ein Spieler könnte sich mal wieder einen Charakter gemacht haben, welcher vollkommen überhaupt nicht in die Gruppe passt, und mit dem die Gruppe eigentlich nichts zu tun haben will.

Es gibt auch einfach Charaktere, die ständige OOC-Entscheidungen benötigen, um überhaupt an einem Abenteuer teilzunehmen. Wo liegt die Motivation für solche Spielercharaktere?

Aus Sicht der Spielercharaktere wirkt das Abenteuer wiedermal unschaffbar, und am liebsten würden sie sich davon stehlen.

All das kann man vermeiden. Im Vorfeld. Mit guter Planung. Ein guter SL vermeidet viele dieser Punkte, und ermutigt die Spieler durch rechtzeitige Abstimmung andere (z.B. die Gruppenzusammenstellung) zu vermeiden.

Was dann noch als OOC-Entscheidungen übrig bleibt, ist meist bei weitem nicht so störend wie der Rest, vor allem kommen dann ja auch nicht mehr so oft solche Brüche vor.

Steht man aber im laufenden Spiel vor der Entscheidung auf eine IC-Entscheidung oder den Spielspass zu verzichten, wäre man ja wirklich blöd, auf den Spielspass zu verzichten.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Monkey McPants am 30.03.2005 | 17:16
Im Grunde bin ich ja selbst etwas hin- und hergerissen. Klar, ich kann immer so abstimmen wie ich es möchte - ich bin der Spieler. Darum geht es auch gar nicht. Aber hier ist es eben eine Entscheidung, wo sich die InGame-Situation genau gegensätzlich zur OOC-Situation verhält. Der Mitspieler könnte seinen Spielspaß nämlich gestört sehen, wenn ich als Spieler eine Entscheidung gegen ihn aufgrund von OOC-Überlegungen treffe.

Es gibt sowohl IC- als auch OOC-Gründe für und gegen eine bestimmte Wahl bei der Abstimmung. Im Moment sitze ich irgendwie zwischen diesen Stühlen und bin mir einfach noch nicht sicher, welche Wahl jetzt wirklich sinnvoll ist....

Wenn ich dir einen Tipp geben darf: Rede offen und völlig OOC mit deinen Mitspielern. Sobald dein Spielspaß mit dem Spielspaß eines anderen kollidiert solltest du mit denen reden. Komm ihnen nichtmit IC-Logik à la "Mein charakter würde aber..." sondern sag frei heraus "Leute, wenn das und das passiert dann würde mir das nicht gefalen, obwohl ich weiß das es dir/euch gefallen würde. Was machen wir?"

Wenn das deine Kumpels sind dann werdet ihr eine Lösung finden die für alle akzeptabel ist. :)

M
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Rraurgrimm am 30.03.2005 | 17:18
@Natasz: es gibt da befuerchte ich keine Ideal-Standardloesung. Ohne weiteres Wissen ueber die Situation zu haben kann ich Dir nur raten - bleibe Dir treu. Du aergerst Dich sonst langfristig gesehen und das macht IMHO nicht den Sinn bei einer Spielrunde. Erwartungshaltungen anderer erfuellen zu muessen, die die eigene Spielfigur betreffen klingt fuer mich zumindest ein wenig seltsam.
Andererseits kann ich es definitiv verstehen und nachvollziehen, dass man sich nur aeusserst ungern gegen die Gruppe und den Spielleiter stellt - dies kann rasch als destruktives Spiel gesehen werden (oder es gar sein!) und zu boesem Blut unter den Mitspielern fuehren.

Keine leichte Entscheidung, ich waehlte fuer mich damals in einer aehnlichen Situation die Konfrontation ausserhalb des Spieles mit den Mitspielern und konnte danach zu der Entscheidung meines Characteres im Spiel stehen - was mehr oder minder glimpflich mit allen daraus erwachsenden Vor- und Nachteilen einherging aber fuer eine ganze Zeit Unfrieden in der Spielrunde im wie auch ausserhalb des Spieles gesorgt hat. Langfristig gesehen war es kein schlechter Entschluss und wir haben uns alle wieder zusammengerauft - doch ob es der "richtige" und einzig wahre war vermag ich nicht zu sagen.

Verflixt, klingt danach als waere ich ein "Problemkerze-und-Schokokeks"-Typ...
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Fredi der Elch am 30.03.2005 | 17:21
Verzichtet man zu Gunsten des Spielspasses auf eine InCharakter-Entscheidung, so verzichtet man ja auch gleichzeitig immer auf ein bischen Spielspaß.
Und wieder kann ich kaum in Worte fassen, für wie unglaublich falsch und schädlich ich diese Aussage halte. Und deswegen lasse ich es auch... ;)

Verflixt, klingt danach als waere ich ein "Problemkerze-und-Schokokeks"-Typ...
Bitte was? ;D
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Monkey McPants am 30.03.2005 | 17:27
Verzichtet man zu Gunsten des Spielspasses auf eine InCharakter-Entscheidung, so verzichtet man ja auch gleichzeitig immer auf ein bischen Spielspaß.
Und wieder kann ich kaum in Worte fassen, für wie unglaublich falsch und schädlich ich diese Aussage halte. Und deswegen lasse ich es auch... ;)

Verflixt, klingt danach als waere ich ein "Problemkerze-und-Schokokeks"-Typ...
Bitte was? ;D

"Word", zu beiden Aussagen. ;D

M
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Rraurgrimm am 30.03.2005 | 17:29
---OffTopic---

"Heeey Duuuhuuu? Wir muessen mal miteinander reden, du... - so ernst, Du... - nimm Dir ruhig 'nen Tee, ist frisch aufgesetzt - und die Schokokekse hab' ich selbst gemacht, Du..." - irgendwie kam das Klischee der Problemkerzen-Besprechungen die alles loesen bei uns auf - ich weiss bis heute nicht, ob erst im LARP-Bereich - oder erst beim Pen'n'Paper - oder gar parallel.   ~;D

/---OffTopic---
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Chiungalla am 30.03.2005 | 18:59
Zitat
Und wieder kann ich kaum in Worte fassen, für wie unglaublich falsch und schädlich ich diese Aussage halte. Und deswegen lasse ich es auch...

Einen Charakter InCharakter zu spielen macht Spass.
Es ist nicht der Inbegriff des Rollenspiels, und es gibt vieles anderes im Rollenspiel was auch noch Spass macht, aber mir zumindestens macht es Spass einen Charakter InCharakter zu spielen.

Wenn ich durch, was für welche Gründe auch immer, mich dazu veranlasst sehe einen Charakter nicht InCharakter zu spielen, so büsse ich diesen Spielspass ein.
Ich werde diese Einbussen nur dann hinnehmen, wenn dadurch unterm Strich für mich (oder wenigstens für die ganze Gruppe) mehr Spielspass rüberkommt.
Nichts desto trotz erfahre ich dabei, vor allem wenn es häufiger vorkommt, einen Verlust von Spielspass.

Klar, kommt unterm Strich mehr raus.
Aber es gibt einen Verlust.
Das heiß es ist nicht das Optimum an Spielspaß erreicht, da es offensichtlich Reibungsverluste gibt, die man minimieren oder beseitigen könnte.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Fredi der Elch am 30.03.2005 | 19:10
Chiungalla,
so kann ich dir absolut zustimmen. Denn das:
mir zumindestens macht es Spass einen Charakter InCharakter zu spielen.

Wenn ich durch, was für welche Gründe auch immer, mich dazu veranlasst sehe einen Charakter nicht InCharakter zu spielen, so büsse ich diesen Spielspass ein.
ist dein persönlicher Geschmack, während das:
Verzichtet man zu Gunsten des Spielspasses auf eine InCharakter-Entscheidung, so verzichtet man ja auch gleichzeitig immer auf ein bischen Spielspaß.
sich doch sehr nach einer Verallgemeinerung anhörte.

Mir macht zwar anderes (also nicht das IC-spiel) am Rollenspielen mehr Spaß, aber wenn das dein Favored ist, dann ist das völlig ok. Mir ging es nur um die Verallgemeinerung. Denn "man" muss noch lange keinen Spielspaß verlieren, wenn "man" OOC spielt. "Man" kann auch dadurch gewinnen. Ich gewinne dadurch auf jeden Fall.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Natasz am 30.03.2005 | 19:21
[OT]
@ Fredi der Elch:
Aus reinem Interesse - was macht Dir denn am meisten Spaß beim Rollenspiel? Das IC-Spiel hat für Dich offensichtlich eher eine untergeordnete Rolle. Ich frage nur, weil Du es so sehr betonst, dass andere Dinge Dir viel wichtiger sind und Du es völlig ablehnst Rollenspiel über sowas wie das Spielen einer Rolle zu definieren.

Zitat
Wenn ich durch, was für welche Gründe auch immer, mich dazu veranlasst sehe einen Charakter nicht InCharakter zu spielen, so büsse ich diesen Spielspass ein.
Sowas kann man dann wohl als Opportunitätskosten bezeichnen  ;)
[/OT]
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Maarzan am 30.03.2005 | 19:30
Rollenspiel umfaßt sicher einen breiten Bereich, so daß für alle Varianten eine Berechtigung zu finden ist. Und je schwieriger das Ideal ist, desto mehr müssen auch schon mal Kompromisse eingegangen werden, um das ganze am Laufen zu halten.

Persönlich stehe ich der IC-Seite deutlich näher, bin mir aber auchbewußt, daß äußere Zwänge und die Problematik allen Leuten ihren Spaß zu ermöglichen auch andere Mittel nötig macht - vorzugsweise allerdings durch entsprechende Aktionen vor Spielbeginn.
Auch kann ich mich dann entweder von vorne herein anpassen oder mir eine andere Runde suchen, wenn ich feststelle, daß die anderen andere Prioritäten haben.

Richtig ärgerlich ist jedoch, wenn man dann eine gewisse Zielsetzung ausgemacht hat und dann jemand diesen Konsens unterläuft und die notwendigen Kompromisse und Ausnahmen zur Regel zu machen versucht.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Vollstrecker am 30.03.2005 | 19:30
Mir machts  InChar mehr spaß, man sollte es aber auch nicht zwingen.

Vorallem bei Systemen wie SR ist es für mich gerade das Lustige zu verhandeln oder die Pläne im Chara zu besprächen...
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Chiungalla am 30.03.2005 | 22:26
Gerade bei SR kommt das wirkliche InChara Pläne ausarbeiten aber nur zu selten vor, wie ich finde.
Meist gleiten fast alle mehr oder weniger in OOC, weil so der Plan einfach leichter zu erstellen ist.

@Fredi der Elch:

IC-Spiel würde ich nicht unbedingt als meinen Favorit im Rollenspiel bezeichnen.
Oder vielleicht doch? Muss ich mir mal mehr Gedanken zu machen.
Das wäre nochmal ne interessante Umfrage...

Aber für meinen Post reicht es ja völlig, wenn IC-Spiel Spass macht.
Muss ja nicht gleich der Favorit sein.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Dash Bannon am 31.03.2005 | 13:29
ohne jetzt alles gelesen zu haben...

die Mischung machts..
im Vordergrund sollte immer der Spielspaß stehen und wenn der es erfodert, dass man mixt..sollte man auch mixen (also die 'Wissensebenen').
Klar versuche ich mich auf das zu beschränken was der Char weiss (das macht mir Spaß, ist aber keineswegs 'der richtige' Weg zu spielen), aber mitunter greife ich auch auf mein ganz persönliches Wissen zurück.

kurz gesagt, solange es nicht den Spielspaß der Gruppe stört ist es denke ich nicht so wichtig ob ich meine Entscheidungen jetzt InChar oder OOC treffe, hauptsache es macht allen Spaß und man tritt nicht auf der Stelle..
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Miriamele am 31.03.2005 | 16:03
Früher habe ich als Spielerin meine Entscheidungen immer total aus dem Charakter heraus getroffen und es Sache des SL sein lassen, etwas Brauchbares aus diesen Entscheidungen zu machen. Nachdem ich anfing, selbst zu leiten, habe ich dann einen besseren Blick dafür bekommen, was der Gruppe und der Story schadet und was ihr weiterhilft, und habe das in meine Entscheidungen immer mehr einfließen lassen. Mein "Hintergrundwissen" habe ich dafür manchmal auch benutzt, meistens aber eher nicht.

Im Moment spielen wir ja gerade Primetime Adventures, da funktioniert dieser ganze IC-Kram sowieso nicht.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Seraph am 31.03.2005 | 16:07
@Monkey/Fredi: Ok, kann ich verstehen, dass meine Wortwahl ungünstig war und werde in Zukunft objektiver bleiben. Aber nächstes Mal bitte nicht gleich kotzen, ok?  ;)

@Rraugrimm: Ich habe in dem geschilderten Beispiel meinen Charakter zugunsten einer stilvollen Handlung geopfert. Und ich muss sagen, dass das Ergebnis wahrlich überwältigend war. Grob zusammengefasst hier den Verlauf (System war Vampire):

Zwei Charaktere verfeindeter Clans verlieben sich ineinander, ohne zunächst von der Identität des anderen zu wissen. Als sie es schliesslich herausfinden, überwindet ihre Zuneigung zueinander auch diese Hürde, und sie beschliessen, sich weiter zu treffen. Durch ein Komplott der anderen beiden Spieler kam sie (die Geliebte meines Charakters) fälschlicherweise zu dem Schluss, dass ich sie nur ausnutzen würde, und diablerierte (tötete mich durch blutaussaugen) mich nach einem herzzerreissenden Dialog. Ihr Charakter setzte sich schliesslich dem Sonnenlicht aus, als sie von dem hinterhältigen Plan der anderen erfuhr. Allgemein war das ganze eine Art Romeo & Julia.

Eine derartige Handlung ist eigentlich nur dann möglich, wenn die Spieler zumindest Charakterwissen und Spielerwissen auseinanderhalten können, da sonst z.B. der Komplott nicht möglich gewesen wäre.

Solche Abenteuer sind allerdings geschmackssache.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Falcon am 1.04.2005 | 13:15
ich halt mich da an ein ganz einfaches Prinzip und hat was mit den Aufgaben der Mitwirkenden zu tun:

-Beim Film gibt der Regisseur(im übertragenen Sinne) vor, wie die Handlung abläuft. Die Schauspieler haben dazu gefälligst ihre Rolle zu spielen und tragen sonst keiner Verantwortung.

-Rollenspiel behauptet (zumindest bei mir) ein interaktives Spiel zu sein. Wenn die Spieler diese Freiheit in Anspruch nehmen tragen sie neben dem SL gefälligst auch eine Mitverantwortung das das ganze reibungslos funktioniert, mit allen Aktionen die daraus resultieren (auch OT Entscheidungen).



Man kann nicht als Spieler sagen "ich spiele meinen Charakter beinhart Ingame aus, nutze die Entscheidungsfreheit voll aus und demontiere damit ständig den Spielbetrieb weil der SL ja dafür zu sorgen hat das wieder in logische und vor allem spannenden, mich zufriedenstellende Bahnen zu lenken".
Rollenspiel mit einem X-belibiegen System ist nicht so ein perfektves Abbild der Realität das man nicht extern (OT) eingreifen muss um es am laufen zu halten.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Bad Horse am 1.04.2005 | 13:39
Das ist wirklich kein einfaches Thema... *seufz* Genau das Problem hatten wir kürzlich erst in unserer UA-Runde. Kurze Schilderung: Die Chars eierten schon die ganze Zeit getrennt durchs Abenteuer, trafen sich hin und wieder kurz und wanderten dann wieder auseinander. Darauf hatten Dr. Sylvia und ich irgendwann keine Lust mehr, also sind wir OG hingegangen und haben gesagt: "Hallo, wir wären gern wieder zusammen, wie machen wir das als Spieler?" (Man sieht, wir haben aus den Grofafo-Diskussionen gelernt...) Leider hat einer der Spieler gemauert und meinte, sein Char hätte jetzt keinen Grund und bla und überhaupt. Es gab ein längeres Hin und Her, wie sehr er seinen Char verbiegen muß oder nicht, was man kurz anders definieren könnte und so weiter. Schließlich hat er sich dann entschlossen, doch zurückzukommen (weil wir den Informationsfluß in der Gruppe kurz re-definiert haben: "Na gut, wir haben es vielleicht vergessen, X zu sagen, aber dann sagen wir halt, daß er es doch weiß.")
Das war zwar kurz etwas haarig, aber letzten Endes haben wir es doch geschafft, alle einigermaßen zufriedenzustellen. Und wir sind eigentlich alles Spieler, die sehr gern sehr immersiv (also in die Rolle versenkt) spielen - wie man sieht, gibt es selbst  bei Hardcore-Hartwurstspielern Unterschiede...  ;)
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Irrsinniger am 3.04.2005 | 17:41
Ich hatte mal - kurz - eine Spielerin dabei, die wollte immer eine Dschungel-Schamanin spielen, ganz egal, welches Setting und welche Zeit. Nicht nur das - sie wollte auch immer dieselbe Schamanin spielen, egal ob auf der Erde, in Aventurien oder sonstwo und sonstwann.
Zuerst habe ich versucht, alles irgendwie so zu verbiegen, dass es immer irgendwie ging. Aber dann ging es nicht mehr, und ich hatte auch inzwischen die Idee, dass nicht ALLES vom GM kommen muss, und so musste es schließlich ohne sie gehen, wenn ihr versteht, was ich meine.

Des Pudels Kern: Es muss beides Zusammengehen.

Im Spiel selbst ist es am Besten, wenn die Entscheidungen alle in Character getroffen werden, und es macht auch nichts, wenn die Elfe sich weigert, Feuerholz zu hacken und mal kurz ang'fressen ist auf die Holzhacker: Die anderen Chars finden vielleicht einen Kompromiss und verwenden nur abgestorbenes Holz? Wieder eine coole Rollenspiel-Situation mehr.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Spieler vorher OOC gewisse Kompromisse gemacht haben, damit dann auch IC alles funktioniert, also dass Hugo nicht unbedingt den Troll "Maneater" spielen muss, wenn er weiß, die Kampagne soll in einer Stadt spielen.

Ich selbst habe zuletzt für Midgard einen meiner Meinung nach ganz genialen Charakter gebaut, einen Schauspieler mit jeder Menge Hintergrund und Tiefgang. Aber nach der zweiten Session war ganz einfach klar: Er passt nicht zur Gruppe. Die anderen sind alles Magier und Haudraufs, und der GM schickt mächtige Geister und Dämonen gegen sie ins Feld - der arme Schauspieler ist da nicht richtig aufgehoben.

Also habe ich In-Charakter die Entscheidung getroffen, ich gehe meine eigenen Wege, gehe an der Abzweigung in die andere Richtung und schüttle den Staub von meinen Stiefeln.

OOC habe ich einen neuen Char gemacht, der mit Schwert, Bogen und Morgenstern umgehen kann, und noch einen zweiten als mögliche Alternative, der das nicht kann, aber dafür Magier ist.

Einem dieser Charaktere werden die anderen demnächst begegnen, und er wird auch in-Charakter besser dazupassen.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Eulenspiegel am 4.04.2005 | 02:23
Also, um RPG mal mit einem Buch zu vergleichen:
Es gibt einen Autor (SL) der schreibt (beschreibt) eine Geschichte. Dieser achtet vor allem auf Logikfehler und überlegt sich, wie die Handlung interessant fortgesetzt werden kann. (Also ist der Buchautor in Author Stance)
Und dann gibt es noch die Buchkäufer, die das Buch lesen. Ihnen geht es nur darum sich in die Rolle der Protagonisten hineinzuversetzen und mit ihnen mitzufiebern. (Sie überlegen sich überhaupt nicht, ob das handeln der Personen die Geschichte jetzt weiterbringt oder nicht. (Dafür fühlen sich Leser extrem verarscht, wenn die Person unlogische Handlungen ausführt. "Wieso geht die Person alleine in einem Haus nachsehen, aus dem Schreie und Schüsse erklingen, anstatt die Polizei zu rufen?". - Für den Authoren ist klar, wenn der Protagonist die Polizei gerufen hätte, wäre die Story zu Ende. Als Leser lege ich aber wert darauf, dass die Figuren in sich logisch handeln.) Im RPG wären die Leser also die Spieler (im Actor Stance).
Soweit zum klassischen RPG.

Und dann gibt es ja noch die Korrekturleser: Sie versetzen sich nicht nur in die Figuren hinein sondern achten auch auf Logikfehler und Möglichkeiten die Handlung auszubauen. - Sozusagen Spieler mit Player Empowerment.

Und letztendlich gibt es auch noch Bücher, die nicht von einem einzelnen Autoren sondern von mehreren geschrieben wurden: Jeder schreibt ein Kapitel oder jeder hat einen Protagonisten über den er etwas schreibt. Was dabei rauskommt lässt sich im RPG mit InSpectres vergleichen.

Mir persönlich gefällt klassisches RPG am besten. (Aber das liegt vielleicht daran, dass ich lieber Bücher lese als sie zu schreiben.)


So, nach dem kleinen Ausflug, wie ich mir RPG abstrakt vorstelle, zurück zum Topic:
Ich bevorzuge Actor Stance mit einer Prise Autor Stance.

Meine interessanteste Spielabend (und der, der mir auch am meisten Spaß gemacht hat,) war aber, als wir nur Actor Stance betrieben haben.
Wir haben dabei allerdings total den Plot des SLs torpediert. (Anstatt in das Geisterhaus einzuziehen und sein Geheimnis zu lösen, haben wir nach der 1. Nacht dort einen Makler beauftragt, das Haus zu verkaufen. - Der restl. Abend verlief damit, eine geeignete Unterkunft und Käufer für das Haus zu finden. Ebenfalls wurden sehr viele Alltagssituationen ausgespielt.)
Und nein, es war keine Fun - Runde, sondern sehr intensives Charakterspiel. - Allerdings ohne auf die Meta - Ebene zu wechseln.
Solche Abende sind aber extrem selten.

Normalerweise versuche ich, mich in meinen Charakter hineinzuversetzen und vertraue darauf, dass mir der SL eine geeignete InGame Motivation verpasst, um dem Plot zu folgen.
Man muss zugegeben häufig OOC gehen, um zu überprüfen, ob es dem SL gelungen ist oder nicht. (Diesen Wechsel zwischen IC und OOC verläuft zwar meisten extrem schnell und unbewusst, empfinde ich aber trotzdem als störend. So als ob man ein spannendes Buch liest und alle 5 Minuten auf die Uhr gucken muss, ob man noch Zeit hat. - Dadurch wird das hineinversetzen extrem erschwert.)

Wenn man Wert darauf legt, viel IC (AC als Abkrüzung für Actor Stance bringt's nicht) zu spielen, dann sollte man bei der Generierung darauf achten, dass der Charakter dem eigenen Spielstiil (und dem Spielstil der Gruppe) entgegenkommt.
- Möchte man eine gemeinsame Gruppe spielen, die nicht immer getrennt wird, sollte man schon bei der Generierung auf Einzelgänger verzichten. Stattdessen lieber einen anhänglichen oder zumindest kontaktfreudigen Typen spielen.
- Mag man Kämpe, spielt man einen aggressiven Kerl.
Findet man Kämpfe langweilig, spielt man einen Pazifisten oder jemanden, der durch Wortgewandheit Kämpfen aus den Weg geht.
- Kommt die Spielgruppe nicht damit klar, wenn sich die einzelnen SCs gegenseitig hintergehen, dann sollte man einen Char spielen, dem Freundschaft viel bedeutet. (Hat die Gruppe jedoch nichts gegen Intrigen, kann man auf diese Eigenschaft verzichten.)
- Mag man selber gerne Mysteri Sachen und die Auflösung von Abenteuer wissen, empfiehlt es sich, seinen SC neugierig zu machen.
- etc.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Bad Horse am 4.04.2005 | 15:12
@Eulenspiegel: Es empfiehlt sich eigentlich immer, einen Char neugierig zu machen... Neugier ist einfach eine Eigenschaft, die einen Char besonders schnell in ein Abenteuer torpediert ("Was ist das für ein Geräusch da aus der Gasse? Naja, ich könnte die Polizei rufen, aber ich schau schnell erst noch mal nach...").  ;)
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Chiungalla am 5.04.2005 | 11:58
Zitat
So, nach dem kleinen Ausflug, wie ich mir RPG abstrakt vorstelle, zurück zum Topic:
Ich bevorzuge Actor Stance mit einer Prise Autor Stance.

Ab dem Punkt hast Du für Deinen Post die vollste Zustimmung.

Und Leonies Anmerkung dazu ist auch richtig.
Wer neugierige Charakter spielt, kann damit oft sein OOC minimieren, und gleichzeitig seinen Spielspass vergrößern.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Bad Horse am 6.04.2005 | 13:18
Ich mag einfach dieses desinteressierte "Hach, was geht das meinen Char an" nicht, das man häufiger zu hören bekommt... klar, eine gewisse Grundmotivation sollte da sein, aber wenn ein Char immer nur auf Nummer Sicher geht, warum wird er dann nicht Bankangestellter oder Seneschall oder so was, statt auf Abenteuer auszuziehen???
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Eulenspiegel am 6.04.2005 | 19:49
aber wenn ein Char immer nur auf Nummer Sicher geht, warum wird er dann nicht Bankangestellter oder Seneschall oder so was, statt auf Abenteuer auszuziehen???
Ach, manchmal macht es sogar Spaß, Bankangestellte zu spielen. z.B. wenn man ein Abenteuer in Hitchcock-Manier, ein Cthulhu Abenteuer oder ein Soap-Opera Abenteuer (gute Zeiten, Schlechte Zeiten lässt grüßen) spielt.
Es gibt durchaus Abenteuer, wo es ziemlich langweilig ist, wenn man dieses mit einem Profi durchspielt. Erst, wenn man mit einem unbedarften Otto-Normal-SC daran geht, versprüht das Abenteuer seinen besonderen Charme.

Ansonsten gilt das, was ich weiter oben schon geschrieben habe: Der Spieler soll sich gefälligst eine Motivation ausdenken, warum sein SC Abenteuer erlebt. Das ist Sache des Spielers und nicht des SLs.

Was bei allgemeinen Spielen die Motivation für Abenteuer angeht: Da müssen beide aufeinander zugehen.
Sprich: Der SC baut in seinem Charakter ein paar Angriffspunkte ein. (z.B. Neugier, hohe Schulden, Ehrgeiz, Überheblichkeit oder sonstwas) Und der SL nutzt diesen Angriffspunkt, um den SC für's Abenteuer zu motivieren.
Nichts ist demotivierende für mich als Spieler, wenn ich einen reichen Schnösel spiele und der Auftraggeber sagt: "Ich werde dich reich dafür belohnen."
Oder wenn ich einen Klein-Ganoven spiele, der auf das schnelle Geld aus ist und der Auftraggeber sagt: "Als Belohnung winken Ruhm und Ehre."
In beiden Fällen hat der SL es versäumt, die richtige Motivation bereitzustellen.
(Wenn man aber einen SC baut, der über gar keine Motivationsmöglichkeiten verfügt, dann ist es die Schuld des Spielers.)
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Maarzan am 6.04.2005 | 21:36
Ich mag einfach dieses desinteressierte "Hach, was geht das meinen Char an" nicht, das man häufiger zu hören bekommt... klar, eine gewisse Grundmotivation sollte da sein, aber wenn ein Char immer nur auf Nummer Sicher geht, warum wird er dann nicht Bankangestellter oder Seneschall oder so was, statt auf Abenteuer auszuziehen???

Ein Seneschal ist mit Sicherheit eine hochinteressante Angelegenheit.
Und ein Bankangestellter zu sein disqualifiziert auch noch nicht als Char. Man denke an eine Art Soapopera meets Chez geek.

Die Frage ist letztendlich ja nicht wer ist man, sondern was möchte man mit dem Charakter anfangen/tun/erleben. Und darauf sollte der Spieler vor dem Spiel eine Antwort haben, bzw. mithelfen die Ausgangssituation fü rden Charakter- und das gruppentauglich - vor zu bereiten - vor dem Spiel und OOC. Bloßes sein oder eine einzelne Eigenschaft an sich disqualifiziert einen Char dabei noch nicht.
Anschließend ist es am Spieler das im Spiel durch den Charakter umzusetzen.


Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Natasz am 7.04.2005 | 09:55
Bezügl. der Motivation:
Ich persönlich bevorzuge den Mittelweg. Natürlich sollte der jeweilige SC schon ausreichend neugierig sein oder zumindest persönliche Gründe für ein Abenteuer haben, aber auch der SL muss hier und da die SCs in die Handlung so verstricken, dass sie einen Grund für weitere "Nachforschungen" etc. pp. haben. Es darf eben in beiden Fällen nicht ins Extreme gehen, imo.

Oftmals finde ich es aber auch sehr putzig, wie die Begründung der Spieler für die SCs lautet: "Das würde der SC aber nicht machen / ...ist nicht sein Ding / ...musste er so tun" Warum? Hin und wieder ist das ja noch nachvollziehbar, aber bei Schlüsselszenen?! Immerhin hat der Spieler seinen Charakter doch erst so geformt und will sich dann später hinter dessen Art und Einstellung (des SCs) "verstecken"?! Es mag sich zwar manchmal ein Charakter aufgrund von IG-Ereignissen anders entwickeln, als der Spieler das gedacht hat, aber das nimmt meistens keine Überhand. Der Spieler, der von Anfang an einen z.B. einen überheblichen, snobistischen und egomanischen Charakter erstellt, kann sich doch später nicht als Spieler rausreden, wenn dessen SC irgendetwas gruppenschädliches angestellt hat.

Andererseits darf man das auch nicht über einen Kamm scheren - um das Ganze ein wenig zu relativieren. Ein paar Ecken und Kanten sollte (bzw. kann) ein Charakter durchaus haben. Manchmal möchte der Spieler vielleicht auch anecken, vielleicht ergeben sich dadurch interessante IG-Situationen. Das kann sogar gewollt sein. Aber spätestens dann, wenn der Spieler diese ganzen Eigenschaft nur noch vorschiebt, dann wird es in manchen Runden doch etwas bedenklich.... zumindest für meinen Geschmack.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: CrazyDwarf am 7.04.2005 | 10:04
Naja... was heißt die schlechten Eigenschaften des SC vorschieben? Wenn der SC eine bestimmte schlechte Eigenschaft hat (umso mehr wenn er wie in manchen Systemen üblich z.B. AC oder DSA Charakterpunkte dafür dazu bekommt) dann hat er diese auch auszuspielen.

Wenn ich z.B. meinen Sidhe-Klingentänzer spiele wird der seine Arroganz gegenüber einem NSC der die Gruppe weiterbringen kann deswegen nicht zurückstecken und besonders nett sein... eventuell mit Ausnahme einem anderen Sidhe gegenüber...
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Jestocost am 7.04.2005 | 10:07
Ich gehöre auch zu den Leuten, die glauben, dass Entscheidungen und Handlungen den Charakter formen und nicht umgekehrt. Darum setze ich meine Spieler im Spiel auch Stress und Dilemmata aus, damit sie unter Druck schwierige Entscheidungen treffen müssen, die dadurch etwas über ihren Charakter aussagen.

Mutig oder feige? Mitfühlend oder Klotz? Im Endeffekt zeigt es sich doch erst im Spiel... Ich habe so oft gesehen, wie Charaktere bei der Erschaffung ganz anders gedacht waren, als sie sich dann im Spiel entpuppten..

Und das Argument: "Würde mein Charakter nicht machen" lass ich (fast) nie gelten: Es ist Aufgabe des Spielers, einen Charakter zu erschaffen, der im Spiel mitmacht... Ich mag sowas nur, wenn ein Spieler seinen Charakter dadurch interessanter machen und mehr ins Spiel einbringen kann.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Chiungalla am 7.04.2005 | 10:26
Zitat
Und das Argument: "Würde mein Charakter nicht machen" lass ich (fast) nie gelten: Es ist Aufgabe des Spielers, einen Charakter zu erschaffen, der im Spiel mitmacht... Ich mag sowas nur, wenn ein Spieler seinen Charakter dadurch interessanter machen und mehr ins Spiel einbringen kann.

Das scheint mir leichter gesagt als getan.

Dafür müsste der Spieler nämlich
1.) eine schon sehr genaue Vorstellung davon haben, was im Abenteuer abgehen wird, um seinen Charakter darauf anzupassen
oder
2.) den Charakter garnicht oder so schwammig ausarbeiten, das er wirklich alles tun oder lassen könnte.

1. ist seltenst gegeben, und 2. ist IMHO nicht wünschenswert.

Kennt man das Abenteuer vorher nicht, ist es kaum möglich einen passenden interessierten Charakter zu erschaffen, ohne ein Restrisiko zu haben, dass der Charakter eben doch nicht ins Abenteuer passt.

Bliebe als alternative natürlich noch wieder einmal "den Abenteurer" zu erschaffen.
Einen Charakter ohne selbigen, und vor allem ohne Ecken und Kanten, aber mit einem unergründlichen Drang, sich in jedes Abenteuer und jede Gefahr zu begeben.

Solche Charaktere werden mir aber nach ner gewissen Weile dann doch mal langweilig.
Dann macht man sich wieder nen richtigen Charakter, und irgendwer tritt damit garantiert ins plottechnische Fettnäpfchen, weil sein Charakter nicht passt.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Bad Horse am 8.04.2005 | 13:41
Eigentlich ist es nicht sooo schwierig, einen Char zu erschaffen, der grundsätzlich bereit ist, ein Abenteuer mitzumachen. Sei es, daß er neugierig ist, oder hilfsbereit, oder einfach gelangweilt genug, um etwas ungewöhnliches zu tun. Es geht ja nicht darum, den Char perfekt auf das Abenteuer anzupassen, aber er sollte schon irgendeine Bereitschaft haben, sich überhaupt in so etwas verwickeln zu lassen.

Da kann er auch gerne Bankanstellter oder Seneschall sein. Was ich in meinem vorherigen Rant meinte, war nicht, daß solche Berufe nicht zu einem interessanten Char führen können. Ich wollte damit nur sagen, daß ein Char, der nicht bereit ist, ein Risiko einzugehen und sich auf ein Abenteuer einzulassen, vielleicht in einem der beiden Berufe ganz gut aufgehoben wäre...  ;)
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Preacher am 8.04.2005 | 13:49
Eigentlich ist es nicht sooo schwierig, einen Char zu erschaffen, der grundsätzlich bereit ist, ein Abenteuer mitzumachen. Sei es, daß er neugierig ist, oder hilfsbereit, oder einfach gelangweilt genug, um etwas ungewöhnliches zu tun. Es geht ja nicht darum, den Char perfekt auf das Abenteuer anzupassen, aber er sollte schon irgendeine Bereitschaft haben, sich überhaupt in so etwas verwickeln zu lassen.

Und man kann sich ja auch selbst ne Motivation überlegen.
Bei Juhanitos 7te-See-Runde beim letzten Sommertreffen hab ich einen castilianischen Adligen gespielt. Gelangweilt, verwöhnt, reich und Hedonist pur. Warum geht so jemand auf ein Abenteuer? In diesem Fall, weil er spitz wie Nachbars Lumpi auf Kaymacs Char war, und diesem notgedrungen nachdackeln musste. Und hey, um die Dame zu beeindrucken muss man sich dann ja auch ritterlich geben ;)
Den gleichen Char spiel ich im aktuellen Forenspiel. Da ist er aufgrund einer verlorenen Wette dabei - und Wettschulden sind Ehrenschulden.

Will sagen: Eine Motivation, auf ein Abenteuer zu gehen findet man ganz leicht, selbst für Chars, die auf den ersten Blick gar nicht dafür geeignet sind - man muss eben nur ein bischen Flexibilität zeigen.

Auch ein schönes Beispiel: Morebytes' Char bei der kürzlichen Inspectres-Runde: Ein Pizzabote, der nur versehentlichzur Inspectres-Filiale gelangt ist, dort kurzerhand in die Unterzeichnung eines Arbeitsvertrages getrickst wurde (er dachte, es sei eine Quittung) und den kompletten Auftrag über dachte, daß er nur ne Pizza ausliefert - und am Ende sogar recht damit behielt ;D
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Silas am 18.06.2005 | 17:36
Naja, es ist nicht zu trennen, allenfalls sehr schwer.
Natürlich arbeiten die meisten SCs zusammen, weil ihre Spieler das so wollen....oder es in der Spielwelt wirklich eine Bedrohung gibt, wegen der Elfen und Zwerge, so sehr sie sich auch nicht mögen (z.B. HdR) zusammen losziehen.
Mich packt immer das Grauen, wenn SLs zulassen, daß ein SC ein Assamit ist und es auch nicht geheim gehalten wird, die anderen SC jedoch Camarillavampire sind, einer womöglich noch ein Tremer.
Es ist für viele, einschließlich mir, schwer, sich in nur einer Ebene, der Spielebene, zu bewegen. Meine SCs hatten in verschiedenen Systemen öfters sehr gute Gründe, einen anderen SC zu beseitigen - nicht etwa weil ich den jeweiligen Spieler nicht mochte, sondern die Konzepte gänzlich nicht zueinander passten. Im Gegenzug ist allerdings auch nie absichtlich einer meiner Chars durch einen SC gestorben.....obwohl der Charakter des anderen guten Grund gehabt hätte.
Der SC-Spieler-Leim hält die Party auf unschöne Weise zusammen - erzwungen, forciert.
Normalerweise müßte jeder SL in bestimmten Systemen eine Art "Battle Royal" durchführen, bei dem die SC gegeneinander antreten müssen.....ok, für die Gefallenen müssen dann neue Charaktere gemacht werden, was auch anstrengend ist.
Oder der SL legt von vornherein fest, daß zwischen SC und NSC keine Unterschiede gemacht werden dürfen und außerdem muß es ein stimmiges Gruppenkonzept geben - die SCs müssen darauf ausgerichtet sein.
Schlecht ist es, wenn jeder irgendwie einen superindividuellen Char spielen möchte, die Individualität aber  Lone-Wolf-mäßig in Charakterbeschreibung wie Drow-Waldläufer ( fieser gemeiner einzelgängerischer Kopfgeldjäger, herumziehender Ravnos der alle betrügt und daher lieber verschwindet, wenn sein Betrug auffliegt, unbesiegbarer einsamer Highlandertyp, wir-kennen-sie-alle-die-coolen-Typen-aus-Film-und-Fernsehen) definiert.
Sicher funktionieren Gruppen mit solchen Chars auch und es ist ja sicher auch schön daran zu arbeiten, wie die SCs einander kennen und vertrauen lernen....wie die Wandlung von eigentlich "Bösen" und einsamen Gestalten zum Hero...in irgendwelchen Filmen. Aber zu viele Lone-Wolfer, die hartnäckig ihr Konzept durchprügeln wollen UND eine intakte Party bilden......das funktioniert meiner Meinung nur, wenn der/die Spieler OOC diverse Entscheidungen zugunsten der Gruppe fällen.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Smendrik am 18.06.2005 | 17:51
In unserer (inzwischen ehemaligen) Hârnmasterrunde hatten wir einen Armbrustsöldner (mein Charakter) und einen Psioniker-Assassinen in Auftrag eine Geheimbundes. Zu Beginn haben sich unsere Charaktere nicht vertraut, der andere ist hauptsächlich deshalb gerettet worden weil ohne ihm die Chancen zu überleben weniger gut standen. Überflüssig zu erwähnen dass unsere Gruppe "korrupt" war, oder?  ;)

Mein Charakter hat dem Geheimbündler ein wenig nachgeschnüffelt und ihn dadurch ungewollt in die Bretoullie gebracht. Nach einem Dialog (in dem mein Char ein Messer an der Kehle hatte) war geklärt, dass die Nachforschungen bleiben gelassen werden. Und nachdem mein Char ihm geholfen hat aus der Klemme wieder rauszukommen und keine Fragen mehr gestellt hat. (Mit anderen Worten akzepiert, dass manche Leute auf einen bösen Blick hin einfach tot umkippen  ;) ) Ist zwischen den Charakteren mit der Zeit auch sowas wie Freundschaft entstanden.

Ich bin der Meinung dass diese Entscheidungen InChar getroffen werden. Als SL würd ich sogar Inplay ein wenig dagegen arbeiten. So muss sich ein Elf zB vor seinen Artgenossen rechtfertigen warum zum Geier er mit einem Zwerg reist und ihn einen Freund nennt.

So lange es Inchar einen Sinn ergibt lass ich die Spieler gewähren.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Teclador am 18.06.2005 | 18:56
Hm also ich halt ein gesundes Mittelmaß für eine gute Basis wenn man gemeinsam als Gruppe (SL eingeschlossen) seinen Spass haben will. Denn beide Ende des Spektrums haben ihre Nachteile. Das sollte wohl jedem einleuchten.

Ich bin immer sehr zufrieden, wenn meine Mitspieler zwar grundsätzlich InChar bleiben, aber dabei stets ein Auge auf den Spielverlauf und den Spass ihrer Kollegen haben.
Titel: Re: Entscheidungen treffen: InChar vs. OOC
Beitrag von: Smendrik am 18.06.2005 | 19:40
So war es ja bei uns im Grunde auch. Wäre es rein InChar gewesen hätte der Assassine meinen Char schon beim ersten Verdacht aus dem Weg räumen müssen