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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau => Thema gestartet von: grasi am 23.11.2005 | 14:15

Titel: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: grasi am 23.11.2005 | 14:15
Hallo!

Ich spiele seit einiger Zeit mit der Idee ein eigenes Rollenspiel zu entwerfen.
Es soll in der modernen Welt spielen und einen relative kleinen Umfang haben, ähnlich wie Kleine Ängste.

Die Spieler übernehmen die Rolle von Verrückten, von Geisteskranken, die in de Lage sind,
Wesen zu sehen, die kein anderer, normaler Mensch sehen kann. Diese Wesen nisten sich in
Menschen ein, die sie dann kontrollieren. Sie sind überall anzutreffen, in jeder sozialen Schicht,
in jeder Berufsbranche, in jeder Stadt. Was sie sind und ihre Ziele bleiben erst einmal offen.
Sie wissen allerdings, dass manche Geisteskranke sie sehen können und versuchen diese ausser Gefecht
zu setzen (Irrenanstalt und wenn gar nichts mehr hilft Unfall). Glücklicherweise glaubt man einem Verrückten
ja nicht. Doch die Charaktere sind nicht wehrlos. Je nach Geisteskranheit, für die sie sich entscheiden, bekommen sie Zugriff auf bestimmte Disziplinen. Die beinhalten besondere Kräfte auf die sie dann im Kampf gegen "Sie" zurükgreifen können.
Je verrückter ein Charakter, desto mächtiger ist er.

Die Regeln werden recht simpel sein, weil das Storytelling im Vordergrund stehen soll.
Vier Attribute (Körper, Geist, Seele, Bewegung) und ein paar Fertigkeiten.

Findet ihr die Spielidee ansprechend?
Könntet ihr euch vorstellen einen Verrückten zu spielen?

Eure Meinung wäre mir ganz wichtig.

Schönen Gruß / nemo
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: Haukrinn am 23.11.2005 | 14:20
Klingt wie "Sie leben" mit Bekloppten als Protagonisten. Ich bin mal gespannt, was daraus wird, an sich finde ich die Idee schon einmal garnicht schlecht. Nur das mit den Disziplinen kann ich mir nicht so recht vorstellen...
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: ragnar am 23.11.2005 | 14:41
Klingt für mich ein wenig nach Kult (Desto wahnsinniger man dort wird desto mehr Offenbart sich die harte Realität (Die moderne Welt die wir kennen ist dort nur eine Illusion) und desto mehr kann man bewirken), aber auch dort fand ich es schon unglaublich schwer eine Gruppe zu finden die das überhaupt spielt(und ich habe bis heute keine "gute" Gruppe gefunden). Jäger:Die Abrechnung, soll auch ähnliches gehabt haben(Es gab halt einige Monster die nur die Jäger gesehen haben(oder die nur in ihren Köpfen existierten, wer weiß das schon...)), es gibt also durchaus einige halbwegs erfolgreiche Beispiele, warum soll dein RSP nichts werden!?

Findet ihr die Spielidee ansprechend?
Könntet ihr euch vorstellen einen Verrückten zu spielen?
Ich finde die Idee gut, ich kann mir aber nicht ganz vorstellen sowas langfristig zu spielen(Muß man aber auch nicht, Inspectres spielen wir z.B. auch nur alle paar Monate mal für 1-2 Spielabende).
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: grasi am 23.11.2005 | 14:47
@Haukrinn
Ich befinde mich gerade erst in der „Brainstorming“ Phase und wollte erst einmal sehen, ob es für so ein Produkt überhaupt ein Publikum gäbe.

Disziplinen:
Ein Schizophrener Charakter könnte zum Beispiel die Realität verändern, sozusagen seine „Halluzinationen“ materialisieren. So etwas in de Art.

@Ragnar
Das sind halt alles sehr "schwierige" Systeme, die ihren Spielspaß eher durch die Atmosphäre beziehen, als durch Action. Dafür Spieler zu finden ist auch einfach, wenn du aber ein paar gefunden hast, die sich auf das Spiel einlassen, kann das sehr geil werden (war bei mir mit Kult so).
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: Lord Verminaard am 23.11.2005 | 14:49
Jo, klingt im Ansatz interessant, aber um wirklich was dazu zu sagen, bräuchte man noch ein bisschen mehr Substanz. Ich würde bei einem solchen System auf jeden Fall mit freien Fertigkeiten arbeiten (= keine Liste, Spieler denkt sich was aus). Aber das ist nur mein persönlicher Geschmack.

Zentral erscheint mir der Aspekt der Geisteskrankheit und wie sich dieser auf das Spiel auswirkt. Da müssten die Regeln ihren Punch entwickeln.
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: Raven am 23.11.2005 | 14:50
Je nach dem wie düster das Ganze werden soll, hätte sicher auch DER RUF (http://der-ruf.de/) interesse daran und könnte Hilfestellung geben. Ich als alter Malk(a/o)vianer bin natürlich von der Idee wahnsinnig begeistert  ;)
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: grasi am 23.11.2005 | 14:56
@Lord Verminaard
Die Sache mit den freien Fertigkeiten (ähnlich UA) gefällt mir auch sehr. Würde ich wahrscheinlich auch so machen.

@Froststaub
Sehr düster!
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: Haukrinn am 23.11.2005 | 14:56
Könnte man das Ganze nicht auch direkt in Unknown Armies einbetten. Klingt nach einem sehr schönen Szenario für dieses Spiel...
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: Bitpicker am 23.11.2005 | 15:30
Schon weil auch die vier Attribute praktisch die von UA sind.

Robin
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: grasi am 23.11.2005 | 16:01
Am liebsten hätte ich ja nur 2 Attribute - Körper und Geist - wobei man aber imho eine Differenzierung braucht weil jemand der stark ist nicht unbedingt auch schnell und geschickt ist.

Ich hatte auch schon über ein System nachgedacht, dass einerseits Aktive Attribute anderseits Reaktive Attribute hat. Das ist allerdings alles noch nicht klar. Einfach und schnell sollte das System sein.
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: Bitpicker am 23.11.2005 | 16:39
Gleichermaßen ist jemand, der intelligent ist, nicht auch automatisch gebildet.

In meinem System gibt es die drei Gruppen Körper, Geist und Seele auch, jeweils in fünf Attribute und diese wiederum in beliebige Fertigkeiten aufgeteilt. Schnell ist es trotzdem...

Bei der Aufzählung 'Körper, Geist, Seele, Geschwindigkeit' denke ich immer an Rätsel nach dem Motto 'was gehört hier nicht hin?'.

Robin
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: Lord Verminaard am 23.11.2005 | 17:07
Alternative zu den Attributen: Gar keine Attribute. Wenn dein Spieler eine Fertigkeit „stark“ oder „gebildet“ oder „schnell“ oder „beweglich“ haben will, nur zu. Wozu brauchst du da noch Attribute?

Was vielleicht auch eine Überlegung wert sein könnte, aber nicht jedermanns Sache ist: Eine Umsetzung mit Sorcerer (http://www.sorcerer-rpg.com/brochure.php/sorcerer-intro.html). Humanity wäre dann die geistige Gesundheit. Du könntest daraus theoretisch sogar ein offizielles „Mini-Supplement“ machen (wobei ich nicht sicher bin, ob es dafür nicht englisch sein müsste). Na okay, das ist jetzt schon reichlich weit gedacht. Aber Sorcerer könnte einen Blick wert sein.

Edit: P.S.: Falls dich Sorcerer interessiert, schau dir doch mal The Apprentice (http://www.sorcerer-rpg.com/apprent.pdf) an, eine abgespeckte Light-Version als freies PDF.
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: Fredi der Elch am 23.11.2005 | 17:20
Hi nemo,

ich will hier mal ein wenig den Nörgler spielen... :)

Wie ragnar schon angedeutet hat: Hunter gibts schon. Kult gibts schon. GURPS macht WoD usw. auch.

Also die (gar nicht böse gemeinte) Frage: Wozu brauche ich Insanity? Was macht Insanity, was die anderen Spiele nicht machen?

Ich denke, du solltest einfach etwas nachlegen, was genau der Kern des Spiels ist und warum kein anderes Spiel das leisten kann. Denn nur dann kann man wirklich sagen, ob das Spiel interessant ist und wo man weiterentwickeln sollte. Wir brauchen (wie Vermi  sagt) mehr Substanz.

Und: Sorcerer ist wirklich eine interessante Idee. Solltest du wirklich lesen.
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: grasi am 23.11.2005 | 17:48
Hat sich gerade sowieso erledigt.
Ein ähnliches Konzept gibt es schon.  :(
Ich werde mich dann mal auf die Suche nach einer neuen Idee begeben.
Vielleicht ein deutsches Superheldenspiel...
Ich werde mal in mich gehen...

Trotzdem Danke für die Tipps
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: Fredi der Elch am 23.11.2005 | 18:00
Hat sich gerade sowieso erledigt.
Ein ähnliches Konzept gibt es schon.  :(
Ähm, kurze Nachfrage: welches Spiel meinst du denn nun?
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: grasi am 23.11.2005 | 20:23
@Fredi
Darf ich nicht verraten, weil noch in Arbeit.
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: critikus am 24.11.2005 | 10:09
So abwägig ist die Idee nicht. Dan Bayn hat mit dem Wushu-Szenario "The Fringe" genau so etwas geschrieben. Schau Dir doch mal dies hier an:
http://www.bayn.org/fringe/index.html

Tet aus der Fringe-Seite:
"Give reality the finger!

The Fringe is a Wushu game of reality-bending, paranoid delusions where raving lunatics fight the good fight against aliens, psychiatrists, vampires, the Vatican, the armies of Satan, and anyone else who gets in their way!"
Titel: Re: [Eigenes RPG] Arbeitstitel: Insanity
Beitrag von: Hurle Vents am 24.11.2005 | 20:21
Findet ihr die Spielidee ansprechend?
Könntet ihr euch vorstellen einen Verrückten zu spielen?

Ich finde die Idee überhaupt nicht ansprechend. Das fördert IMO einmal mehr die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und lebt im Spiel vermutlich entweder von plumpen Klischees, Vorurteilen oder Karikaturen. Die Vielfalt psychischer Störungen für die Charaktere zu "nutzen", wird mangels Kenntnis kaum möglich sein, stattdessen werden sich Charaktere auf eine Hand voll "psychiatrische Archetypen" reduzieren.
Um es spielbar zu halten, wird vermutlich die Lebenswirklichkeit Psychiatrieerfahrener ausgespart, was zu einem konsistenten RPG-Background (falls der gewünscht sein sollte) nicht passt.

Einen "Verrückten" zu spielen, kann ich mir vorstellen, aber entweder ist die "Verrücktheit" nur bedingt relevant oder der Charakter wird - wie gesagt- zur Farce, wenn sich das Thema des Spiels darauf reduziert.

Jedem Charakter seine psychische Macke, das kann einen Charakter wirklich interessant machen, aber das ganze Spiel darauf auszulegen, finde ich als Spiel nicht interessant. Das wäre mir an sich egal, die mangelnde... "political correctness" finde ich wesentlich schwerwiegender.