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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Thema gestartet von: Christoph am 25.02.2006 | 04:42
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Nur mal so zum Spaß:
-Welches Setting (nicht Genre) verlangt Eurer Meinung nach am meisten vom Spielleiter ab und warum?
-was ist für Euch die Königsdisziplin eines guten Spielleiters?
hier nochmal dasselbe Thema für Spieler: http://tanelorn.net/index.php?topic=24580.msg482721#msg482721 (http://tanelorn.net/index.php?topic=24580.msg482721#msg482721)
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Hmm... die Frage ist gar nicht so doof.
Mir fallen als SL Settings in unserer Zeit mit vielen Intrigen schwer. Z.B. das klassische Vampiresetting. Ich brauche hier deutlich mehr Vorbereitung, weil man
a) nicht einfach alles mit Magie erklären kann
b) viele Spieler über Dinge vielleicht besser informiert sind, als ich selbst (was weiß ich schon von NY, wenn ich nie dort war)
c) die Intrigen ineinander passen, die Story tragen und den Spielern eine spannende Geschichte liefern müssen.
Das ganze braucht daher bei mir deutlich mehr Vorbereitungszeit.
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Das für mich schwierigste Setting ist ohne Zweifel Council of Wyrms. Abenteuer für Drachen verschiedenster Farben und damit Weltansichten und Gesinnungen sind realtiv schwer zu finden.
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ich würde dailor zustimmen und sagen:
Kindred of the East
zu der schwierigkeit ein vampir-setting zu haben kommt hier noch, dass man ein (möglichst authentisches) asiatisches setting aufbauen muss. das erfordert nochmal mehr einarbeitung und gutes darstellungsvermögen.
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Also...von den Systemen, die ich hier rumliegen habe, würde ich mal behaupten, ist Legends of the Five Rings das schwierigste zum Leiten, schon alleine auf Grund der ganzen Verhaltensregeln, die man berücksichtigen muss...
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Nur mal so zum Spaß:
-Welches Setting (nicht Genre) verlangt Eurer Meinung nach am meisten vom Spielleiter ab und warum?
-was ist für Euch die Königsdisziplin eines guten Spielleiters?
Schwere Frage, kann ich einzeln nicht beantworten.
Magus finde ich sehr anspruchvoll bis unmöglich zu leiten. [QED]
im Fantasy Planescape und vielleicht die Scheibenwelt.
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Ich bin ebenfalls der selben Meinung wie Dailor. Vampire ist in meinen Augen ein ziemlich heftiges Setting. Es verlangte von mir immer höchste Konzentration. Ich fands schwierig hier die richtige Atmosphäre aufzubauen und wenn es mir gelungen ist, diese beizubehalten.
mfg
Die Ente
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Mh, ich finde Vampire eigentlich gar nicht so schwer zu leiten. Sicher, es ist etwas Vorbereitung, man muss die Stadt, ne Menge NSC und ein paar mögliche Plots vorbereiten - aber danach ist das mit ner guten Gruppe ein Selbstläufer.
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Jedes Horror Setting, wenns wirklich ans Eingemachte gehen soll. Splattereffekte und Spannung sind nicht wirklich schwierig, echte Furcht aber sehr.
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Mein größtes Problem hatte ich bisher mit Unknown Armies. Das Setting enthält viel Material, aber im Gegensatz z.B. zur World of Darkness fast gar keine Selbstläufer (z.B. Technokratie gg. Traditionen), aus denen Konflikte erwachsen. Da meine Spieler nicht zu charakter-gesteuertem Spiel neigen, gibt es Probleme. Außerdem kriege ich das Weirdness-Level, das das Spiel suggeriert, einfach nicht hin.
Im Spieler-Thread habe ich auch noch Nobilis erwähnt, das auch für den SL nicht so leicht ist. Es gibt hier allerdings kein wirklich festes Setting, vieles vom Setting kann erst definiert werden, wenn die SC bekannt sind.
Auch Kult war anfangs schwierig, aber weniger wegen des Settings, sondern wegen der Präsentation als Splatter-Horror. Über One-Shots bin ich anfangs nicht hinausgekommen.
Robin
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Continuum ab Span 2. Ich persönlich habe immer noch keine Handhabe, wie ich z.B. einen Timecombat (also ein Kampf zwischen zwei Zeitreisenden, die sich durch puren Willen in der Zeit reisen können) einigermassen logisch und sinnvoll in einer Runde aufziehen könnte. Es gibt dafür meiner Meinung nach einfach zu viele Möglichkeiten, wie ein Gegner während des Spieles bereits in Zeitbereiche, die im Spiel schon vorher durchexerziert wurden einzugreifen. D.h. der SL muss bereits die Auswirklungen die sich erst im Spielverlauf ergeben am Anfang mit einbauen. Und wie das gehen soll, dass will nicht in meinen Kopf. ~;P
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Mhm ich denke auch das Continuum große Chancen hat neben Cthulhu ( im German Way ::) ).
Ansonsten finde ich Vampire nicht so schwer, Werewolf ist auch recht einfach. Mage ist da schon abgehobener und ein Tick schwieriger.
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-Welches Setting (nicht Genre) verlangt Eurer Meinung nach am meisten vom Spielleiter ab und warum?
Ohne jemals eines dieser Setting geleitet zu haben würde ich mal sagen:
- Degenesis; dieses Spiel hat eine extrem düster-abartige Stimmung voller menschlicher Abgründe; es ist hart und schlägt von der Thematik teilweise an Grenzenm bei denne ich mir als SL gut überlegen würde, ob ich das meinen Spielern zumuten kann.
- Kleine Ängste; hat ebenfalls eine Thematik, die einen sehr sensiblen Umgang von Seiten des SLs erfordert. Man kann Kleine Ängste zwar sehr 'weichgespült' spielen, aber dem Setting zugrunde liegt eben auch die Thematik des Missbrauchs und das angemessen rüberzubringen erfordert einen sehr guten Spielleiter
- Continuum; ein System, bei dem mal als SL kaum abschalten kann; man muss seinen Spielern konzentriert zuhören und sämtliche ihrer Handlungen im Auge behalten - und zwar nicht nur bezüglich einer konkreten Situation, sondern auch innerhalb eines Zeitstanges. Hirnverknotung ;-)
- Scheibenwelt; eine sehr abgefahrene Welt mit ihrem ganz eigenen Humor; damit dieses Setting erfolgreich rübergebracht werden kann, muss der SL eine gehörige Portion Witz und Einfallsreichtum mitbringen und ein guter Komiker sein; liegt nicht jedem.
Edit:
- Mage; im Kern hochphilosophisch, aber die Metaphysik dieses Spiels rüberzubringen ist eine hohe Kunst.... man kann es aber auch sehr 'normal' spielen, wenn man den Was-ist-wirklich-Aspekt weglässt.
-was ist für Euch die Königsdisziplin eines guten Spielleiters?
Horror. Definitiv. Echte Furcht zu erzeugen ist für mich das Non-Plus-Ultra eines Spielleiters. Wer das kann, kann alles.
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@ Enkidi: da muss ich leider widersprechen. Horror kann ich, aber längst nicht alles ;)
Continuum klingt interessant...
Robin
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Continuum klingt interessant...
Robin
Ist es auch. Es ist nur wahnsinnig schwer an ein Regelwerk heranzukommen... das is quasi die erste Hürde beim Leiten...
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Bei mir gewinnt Cthulhu den Preis des für den SL aufwendigsten Settings. Fantasysettings sind da, was ihre Geschichte angeht, meist eher einfach gestrickt. Der SL muss sich da mit einigen wenigen Infos versorgen. Bei Cthulhu (in den 20ern) muss man sich als SL erstmal mit der Geschichte vertraut machen. Man kann auch nicht davon ausgehen, dass die damalige Gesellschaft ohne weiteres mit der unsrigen vergleichbar ist. Die Kunst liegt nun darin, die vielen Hintergrundinfos den Spielern gut vermitteln zu können, ohne dass es langweilig wird. Daneben muss man etwas zu den Handlungsorten recherchieren. Schön sind hier Originalkarten. Wobei ich sagen muss, dass die Abenteuer von Pegasus da echt gut sind was Recherche und Handouts angehen.
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-Welches Setting (nicht Genre) verlangt Eurer Meinung nach am meisten vom Spielleiter ab und warum?
Von den mir bekannten: Rune, da alle Spieler auch SL sind, muss jeder das (nicht ganz unkomplexe, auf Ars Magica basierende) Regelwerk idealerweise besitzen und in- und auswendig kennen. Encounter müssen strikt nach Regelvorgabe durchgeplant werden, sonst läuft alles aus dem Ruder.
Ziemlicher Aufwand für ein Hack-n-Slay-RPG aber lustig ist es doch. ;)
Ansonsten würde ich noch 7te See sagen, da man Abenteuer dort wirklich gut durchplanen muss, um dem cinematischen Anspruch gerecht zu werden. Ich finde es recht schwierig, sich dort spontan mal eben etwas aus dem Ärmel zu schütteln.
-was ist für Euch die Königsdisziplin eines guten Spielleiters?
Improvisation und Suspense - egal in welchem Genre.
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Hallo zusammen,
meine Liste wäre:
Paranoia: Das Setting lenkt die Spieler erstklassig vom Spielen des Abenteuers ab.
Star Treck: Je besser die Spieler den Hintergrund etwa aus dem Fernsehen kennen destso höher sind auch ihre Ansprüche an den RPG Hintergrund und das Wissen des Spielleiters.
Also ich halte für die Königsdiziplin des Spielleiters das Erschaffen und glaubwürdige Ausspielen von NPCs.
Gruß Jochen
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Grüße,
ich denke es gibt mehrere Achsen, die man „entlanggehen“ kann um in sehr schweres Terrain zu geraten.
Wann immer etwas sehr extrem wird, ist es auch schwierig zu handhaben,
- sei es sehr realistisch (z.B. Vampire Neuzeit), dann hat man einen sehr engen Handlungsrahmen
- sehr abgedreht (z.B. Kult), denn die Geschichten müssen glaubwürdig und nachvollziehbar bleiben, trotz aller grotesken Züge
- oder ein immens großer Machtbereich der Charaktere (z.B. Mage), denn dann kann man den Charakteren nur noch größere Bedrohungen entgegensetzen, aber sollte ihnen auch die Möglichkeit geben ihren Handlungsrahmen gegen diese Antagonisten einzuschätzen
Horror wurde bereits genannt, aber ich denke was damit gemeint war, lässt sich verallgemeinern: Emotionen bei den Spielern auslösen, egal welcher Art. Sei es Spannung (aber nicht nur „Dreck ich bin verletzt…“-Stimmung sondern eher „Verdammt, wir müssen das doch schaffen!“), wirkliche Freude etwas geschafft zu haben oder auch Angst.
Und die Königsdisziplin ist meiner Meinung nach Drama. Die Spieler sehen wie sich, was ihren Charakteren wichtig ist, auflöst und können nicht anders als dagegen anzukämpfen. Sie können etwas bewegen, aber das wird die Situation nicht soweit verbessern, dass sie wirklich eine Wendung zum Guten nimmt. Ich meine damit nicht den schnöden WoD- Weltuntergang oder „Klar, der hatte bessere Werte als wir, der gewinnt.“ - Situationen.
Der Spielleiter muss fast schon den Wunsch haben jetzt doch alles noch zum Happy-End wenden zu wollen und die Spieler müssen danach das Gefühl haben, dass die Niederlage die sie erlebt haben, mehr Wert war als jeder Sieg den sie hätten erreichen können.
Aber das wird man kaum mehr als einmal während einer langen Kampagne einfügen können (da es sich auch abnutzen würde), man braucht gute Spieler (keine „Der Spielleiter ist der Gegner!“ - Mentalität) einen wirklich schlüssigen Plot und viel Vorarbeit um die entsprechen Grundsteine zu legen.
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Ich schliesse mich Dailor und anderen Vorrednern an: Vampire, dicht gefolgt von Magus. Wobei man Magus leichter auf eine glaubwürdige Art cinematisch werden lassen kann. Vampire leidet darunter.
Allgemein halte ich Settings, zu denen ich wenige Informationen habe für schwieriger zu führen; Vampire: the Requiem wäre noch schwieriger für mich als die Maskerade.
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Die Frage war ja nicht, welches Rollenspiel am schwierigsten zu Leiten ist, sondern, welches am meisten abhängig vom SL ist. Ich würde mich da bei Horrorsettings anschließen, denn es gibt so mannigfaltige Möglichkeiten Horror entstehen zu lassen, wie es Spielleiter gibt.
Als zweites würde ich satirische Settings erwähnen. Auch sel SL-Abhängig.
Und das dritte was mir dabei einfällt ist Shadowrun. Aber das mag mit meiner persönlichen Einstellung zu dem Spiel zusammenhängen. (Tolle Welt. Aber das gräßliche Systhem verleitet dazu, die Möglichkeiten der Welt nicht auszuschöpfen.)
Soll nicht heißen, dass diese Settings schwieriger oder anspruchsvoller sind, als andere. Das hängt glaube ich auch sehr von der Vorliebe des SL ab.
Nach einer Königsdisziplin für Spielleiter wurde ja auch gefragt. Wenn ich mich hier für ein Spiel entscheiden müsste, wäre es Nephilim. Ein Tolles Spiel, aber erfordert meiner meinung nach extrem viekl vom Spielleiter.
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- Transhuman Space (wenn's richtig gemacht wird, so sind die technologischen Möglichkeiten schier endlos, die philosophischen Implikationen und Probleme enorm, und die Psyche und Weltanschauung der Charaktere - inkl. der NSCs - wirklich, wirklich *anders*)
- Humor: gezielter, absichtlicher, in jeder Sitzung zündender Humor (*nicht* einfach nur Chaos und dumme Bemerkungen - komisches *Spiel*!)