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Medien & Phantastik => Multimedia => Multimedia - Spiele => Thema gestartet von: Aiffilion am 15.06.2006 | 00:13

Titel: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Aiffilion am 15.06.2006 | 00:13
Ich muss mir jetzt gerade mal was von der seele schreiben, letztens im FERA hab ich mal beschrieben, dass mir die heutigen PC-Rollenspiele überhaupt nicht passen, weil sie so Mainstream bedienen. Vielleicht will jemand das ja auch in eine andere Kategorie stellen ...

Ich gebe jetzt mal das Beispiel Oblivion. Die Story ist aus meiner Sicht absolut in Ordnung, dass setting ebenfalls ... aber:

Gleich am Anfang des Spiels beginne ich mit einem Bogen: Und natürlich ist das was für ein Bogen? Ein Eisenbogen. Später gewinne ich dann einen Stahlbogen und dann einen aus Vulkanglas - erklärt mir mal jemand was ein Bogen aus Stahl, eisen oder Vulkanglas ist.

Meine Waffen und meine Kleidung geht kaputt, ich repariere alles mit einem Hammer: Leder (soso), Kette, Platte, Vulkanglas (ist das nicht spröde?). Ja, die hämmer gehen natürlich kaputt, deswegen brauche ich 30 stück, die ich immer mitführen kann. Meine Kleidung sieht selbstverständlich nach dem Reparieren genauso toll aus wie vorher - überhaupt merke ich von der Beschädigung gar nichts.

Nun - wo bekomme ich die Rüstung und die Waffen her? Beim waffenhändler? Iwo! Der Waffenhändler hat ein paar Eisenwaffen ... die richtig guten Waffen und Rüstungen tragen die Wegelagerer. Die gibt es ja zum glück zwischen jeder Stadt, mindestens vier auf jedem Weg und jedes mal wenn ich ihn zurück lege. Woher die die waffen kriegen weiß keiner. Warum Städte mit 40 Einwohnern so viel erwirtschaften, dass sie die von mir getöteten 20 Wegelagerer pro stadt finanzieren können ist mir schleierhaft.

Achso ... und warum sagt mir in der Stadt jemand, ich sähe nach einem guten Alchimisten aus? Woher will der das wissen? Oder woher weiß er dass meine Redekunst bemerkenswert ist, schließlich hab ich mit dem Wurm nie geredet ...

Warum begegnen mir auf niederem Level nur Ratten und wölfe und auf hohem nur bären und Löwen?

Warum greifen mich wegelagerer an, die bis zum Tod kämpfen (obwohl ihre rüstung ihnen genug geld bringen würde um sich zur ruhe zu setzen). Warum schimpfen diese Wegelagerer, warum ich verdammt nochmal nicht sterben würde - und verrecken 1 sekunde hinterher ... Steigerung davon: "Ich habe keine Angst vor dem Tod" - meine Antwort in Gedanken "Schön für dich, das erspart dir viel Leid".

Was denkt ihr? Könnte es nichtmal ein PC-Rollenspiel geben, was nur eine gute Story hat und keine Loot&Pillage-Elemente?

Ein rollenspiel:
- wo ich nicht vor lauter Geldgier den Räubern ihre Kleidung ausziehe und sie beim nächsten händler verticke ... (mache ich im P&P ja auch nicht)
- wo Rüstungen mir nicht passen, wenn sie falsch geschnitten sind
- wo ich selbst Waffen nur dann mitnehme, wenn sie seeeehr wertvoll sind
- wo ich tote Gegner bestatten kann
- wo der normale weg zu waffen der händler ist
- wo Kleidung kaputt geht wenn man getroffen wird
- wo man Kleidung lieber neukauft, wenn sie zerschlissen ist, statt sie zu nähen (weil man sonst wie ein flickenteppich aussieht
- wo es auch normale Leute gibt, nicht nur wegelagerer, Händler, Ausbilder und wirte
- wo tiere mich nicht grundlos angreifen
- wo es nich nur wölfe, bären und löwen gibt, sondern auch singvögel, Hasen, rehe, Adler
- wo pflanzensuchen nicht genauso funktioniert wie plündern ...
- wo man essen und trinken MUSS um bei kräften zu sein
- wo man schlafen MUSS um bei kräften zu sein
- wo, wenn ich ungepflegt in der stadt ankomme, die Leute die Nase rümpfen (vor gestank) statt mir doofe floskeln anzubieten wie "Ihr sehr mir so aus, als wäret ihr ein guter schwertkämpfer"
- wo ich einen Entführungsfall nicht mal einen Monat verspätet lösen kann ...

Vielleicht fällt euch ja noch was ein ... oder vielleicht sucht ja noch jemand einen Berater für PC-Spieledesign ;)

Gruß

aiffilion
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Suro am 15.06.2006 | 00:26
Ich muss mir jetzt gerade mal was von der seele schreiben, letztens im FERA hab ich mal beschrieben, dass mir die heutigen PC-Rollenspiele überhaupt nicht passen, weil sie so Mainstream bedienen. Vielleicht will jemand das ja auch in eine andere Kategorie stellen ...

Multimedia: Spiele ist ein recht passendes Board dafür  :)
(nächstesmal selber schaun ;) )


Ich teile deine Ansichten in manchen Bereichen - mir ist ne schöne Story auch lieber als sinnloses rumgehacke. Und ein paar Sachen stören die Atmo wirklich manchmal, allerdings finde ich manche Vorschläge auch etwas übertrieben - mir ist es völlig schnurz ob ich Gegner bestatten kann oder nicht.
Aber wiegesagt, vorallem das "Mainstreaming" von Rollenspielen finde ich teilweise nich schön... wirklich "außergewöhnliches" fehlt mir auch ein bisschen.
Aber so schlimm find ich´s auch wieder nicht.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Dorwagor am 15.06.2006 | 00:33
Tut mir schrecklich leid, aber so ein Spiel würde ich nie spielen wollen. Das ist einfach viel zu kompliziert, und es nervt einfach, durch den finsteren Wald zu schleichen und dann tot umzufallen, weil ich leider vergessen habe zu schlafen. Ein solches Rollenspiel gibt mir nie nie Realität wieder und soll sie auch nicht. (oder wie erklärst du mir Magie?)

Ich kenne Oblivion nicht, aber ich denke dass man viele von diesen Aspekten sogar realisieren könnte, wenn man verschiedene Spiele kombinieren würde.
Gothic zum Beispiel:
- wo ich nicht vor lauter Geldgier den Räubern ihre Kleidung ausziehe und sie beim nächsten händler verticke ...
- wo der normale weg zu waffen der händler ist
- wo es auch normale Leute gibt, nicht nur wegelagerer, Händler, Ausbilder und wirte
- wo tiere mich nicht grundlos angreifen
- wo pflanzensuchen nicht genauso funktioniert wie plündern ...
wobei die Tiere einen erst mit Drohgebärden warnen wenn man näher kommt. erst wenn diese ignoriert werden greift das Tier an um sein "Revier" zu verteidigen. Und ja es gibt Schafe, Bauern, Mägde, Bürger, Arbeiter, Jäger, Schäfer, Tagelöhner, Gärtner...
Dazu koppeln müsste man noch ein System das Größe und Gewicht von Ausrüstung streng einschränkt (wer nur höchstens 2 Waffen mit sich tragen kann, wird den Knüppel nicht mitnehmen).
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Eulenspiegel am 15.06.2006 | 00:45
Hi, ich würde dir Gothic 1&2, Fall Out 2 sowie Arcanum empfehlen.
Diese decken zwar nicht alle deine Wünsche ab, aber zumindest einen Teil:

Zitat
Gleich am Anfang des Spiels beginne ich mit einem Bogen: Und natürlich ist das was für ein Bogen? Ein Eisenbogen. Später gewinne ich dann einen Stahlbogen und dann einen aus Vulkanglas
Kommt in keinem der genannten Spiele vor. - Dort haben die Waffen zumeist realistischere Namen. (z.B. Kurzbogen, Langbogen, ELfenbogen, Kompositbogen etc.)

Zitat
Meine Waffen und meine Kleidung geht kaputt, ich repariere alles mit einem Hammer:
Ich persönlich interessiere mich nicht für kaputte Kleidung. - Ist mir zu hartwurst.
Bei Pen&Paper spiele ich auch nie aus, wie ich Kleidung nähe oder baden gehe oder ich mich mit Zeitung auf's Klo verziehe. - Das interessiert mich nicht und ich würde auch kein Spiel wollen, wo ich das ausspielen muss.

Zitat
Ein rollenspiel:
- wo ich nicht vor lauter Geldgier den Räubern ihre Kleidung ausziehe und sie beim nächsten händler verticke ... (mache ich im P&P ja auch nicht)
Ob du goldgierig bist oder nicht, hängt natürlich von dir ab. Aber bei den obengenannten spielen ist es nicht nötig, die Leichen zu plündern. - Du kannst genügend vom geld leben, dass du durch Aufträge erhälst. (Ob du die Leichen nun fledderst oder nicht, ist dir selber überlassen.)

Zitat
- wo Rüstungen mir nicht passen, wenn sie falsch geschnitten sind
Bei Gothic 1&2, sowie Fall Out ist dies der Fall:
Dor musst du die Rüstungen immer kaufen, da dir die Rüstungen der Gegner entweder nicht passen, oder sie durch den Kampf zu zerstört sind.

Bei Arcanum gibt es drei Größen: Zwergengröße, Menschengröße und Ogergröße.
Wenn man eine Rüstung bekommt, die zu groß oder zu klein ist, kann man sie nicht anziehen.

Zitat
- wo ich selbst Waffen nur dann mitnehme, wenn sie seeeehr wertvoll sind
Ob du das tust, ist natürlich jedem selber überlassen. Ich kenne kein Spiel, dass dir das Waffen mitnehmen aufzwingt.

Zitat
- wo ich tote Gegner bestatten kann
OK, da kenne ich kein Spiel. - Aber ich spiele auch selten Gläubige Menschen.
Moment: Bei Splinter Cell, kann man die Leichen ergreifen und sie wegschleppen. (Damit die Wachen keine Leiche finden.)

Zitat
- wo der normale weg zu waffen der händler ist
Gothic 1&2: Hier haben die Wegelagerer nur schlechte Waffen. - Wenn du an gute Waffen willst, musst du entweder reichere Leute abmurksen oder zum Händler gehen. (OK, später im Spiel erledigst du auch Aufträge, um an bessere Waffen zu kommen.)

Bei Fall Out und Arcanum haben auch nur besondere Leute (wie z.B. Sklavenjäger) gute Waffen. Der normale Wegelagerer hat nur miese Waffen.

Zitat
- wo Kleidung kaputt geht wenn man getroffen wird
Das ist bei Arcanum der Fall.

Zitat
- wo man Kleidung lieber neukauft, wenn sie zerschlissen ist, statt sie zu nähen (weil man sonst wie ein flickenteppich aussieht)
Die Grafik von Arcanum ist nicht die Beste. - Allerdings nimmt der maximale Zustand der Kleidung bei jeder Reparatur ab. - Wenn du also eine Rüstung 10 mal repariert hast, dann geht sie bei jedem Schlag kaputt. (Spätesten dann ist es Zeit, sich eine neue Rüstung zu kaufen.)

Zitat
- wo es auch normale Leute gibt, nicht nur wegelagerer, Händler, Ausbilder und wirte
Die findest du bei Gothic 1&2, Arcanum und Fall Out. (Und sie haben auch interessante Gespräche.)

Zitat
- wo Tiere mich nicht grundlos angreifen
Das ist bei Gothic 1&2 der Fall.
Da greifen dich Pflanzenfresser nur an, wenn sie sich von dir bedroht fühlen. - Und auch dann greifen sie nicht sofort an, sondern machen Drohgebären. Falls du daraufhin den Rückzug antrittst, fangen sie wieder mit Grasfressen an und lassen dich in Ruhe.

Zitat
- wo es nich nur wölfe, bären und löwen gibt, sondern auch singvögel, Hasen, rehe, Adler
In Gothic 1&2 gibt es Komodo-Warane, die recht friedlich sind.
Des Weiteren gibt es Maden und Schafe, die absolut harmlos sind und nicht angreifen (aber gut schmecken.)
Und es gibt ein pflanzenfressendes Fantasy-Tier.

Zitat
- wo pflanzensuchen nicht genauso funktioniert wie plündern ...
Was verstehst du darunter?
bei den meisten Computer-RPGs, die ich kenne, funktioniert Pflanzensuchen so: Du läufst durch den Wald und schaust dabei auf den Boden.

Zitat
- wo man essen und trinken MUSS um bei kräften zu sein
- wo man schlafen MUSS um bei kräften zu sein
Bei Might and Magic wird man erschöpft, falls man 24 Stunden nicht geschlafen hat. (Kann man aber mit dem passenden Zauber wieder beseitigen.)

Bei anderen RPGs, kenne ich es nur, dass du LE regenerierst, sobald du isst oder schläfst. Aber keiner hindert dichg daran, immer schlafen zu gehen, sobald es dunkel wird.
Bei Gothic ist es mir nachts z.B. häufig zu dunkel. - Das heißt, sobald es dunkel wird, schlafe ich einfach die Nacht durch und gehe dann am nächsten Tag, sobald es wieder heller wird, weiter. - Ich brauche keine Engine, die mich dazu zwingt. So etwas mache ich freiwillig.

Ansonsten hat "Fable - The Lost Chapters" einen witzigen Effekt: Wenn du viel isst, nimmt deine SPielfigur zu und wird immer dicker. - Wenn du nichts isst, nimmt deine Figur wieder ab und wird immer dünner. (Hat zwar keinen spieltechnischen Effekt, vermittelt aber schönen Flair.)

Zitat
- wo, wenn ich ungepflegt in der stadt ankomme, die Leute die Nase rümpfen (vor gestank) statt mir doofe floskeln anzubieten wie "Ihr sehr mir so aus, als wäret ihr ein guter schwertkämpfer"
Zugegeben, kenne ich kein SPiel. - ABer ich habe auch keine Lust, Badebesuche auszuspielen. - Obwohl, wenn man auch schöne Amazonen beim Baden trifft, vielleicht... ;)

Zitat
- wo ich einen Entführungsfall nicht mal einen Monat verspätet lösen kann ...
Einen solchen Timer gibt es bei Fall Out: Wenn du da zu lange wartest, gilt die Aufgabe als fehlgeschlagen. - Ansonsten würde mich das eher deprimieren, wenn ich immer auf die Uhr achten muss und mich beeilen, alles zu lösen.
Da empfehle ich dir doch eher Slebstbeschränkung: Wenn du den Entführungsfall innerhalb einer Woche nicht lösen konntest, dann beende die Aufgabe einfach.

Zitat
Vielleicht fällt euch ja noch was ein ... oder vielleicht sucht ja noch jemand einen Berater für PC-Spieledesign ;)
Ich finde spiele cool, wo man nicht immer alles mit kämpfen lösen muss, sondern es auch Wege gibt, die Kämpfe zu vermeiden.

In diesem Zusammenhang möchte ich Fall Out 2 und Deus Ex erwähnen:
In Deus Ex gibt es alternative Lösungswege. (Und manche Lösungswege beinhalten, dass man ohne Kampf die Aufgabe löst.)

In Fall Out 2 ist es möglich, das ganze Spiel ohne einen einzigen Kampf zu lösen.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Teclador am 15.06.2006 | 00:48
Ich muss mir jetzt gerade mal was von der seele schreiben, letztens im FERA hab ich mal beschrieben, dass mir die heutigen PC-Rollenspiele überhaupt nicht passen, weil sie so Mainstream bedienen. Vielleicht will jemand das ja auch in eine andere Kategorie stellen ...

Ich gebe jetzt mal das Beispiel Oblivion. Die Story ist aus meiner Sicht absolut in Ordnung, dass setting ebenfalls ... aber:

Gleich am Anfang des Spiels beginne ich mit einem Bogen: Und natürlich ist das was für ein Bogen? Ein Eisenbogen. Später gewinne ich dann einen Stahlbogen und dann einen aus Vulkanglas - erklärt mir mal jemand was ein Bogen aus Stahl, eisen oder Vulkanglas ist.

Meine Waffen und meine Kleidung geht kaputt, ich repariere alles mit einem Hammer: Leder (soso), Kette, Platte, Vulkanglas (ist das nicht spröde?). Ja, die hämmer gehen natürlich kaputt, deswegen brauche ich 30 stück, die ich immer mitführen kann. Meine Kleidung sieht selbstverständlich nach dem Reparieren genauso toll aus wie vorher - überhaupt merke ich von der Beschädigung gar nichts.

Nun - wo bekomme ich die Rüstung und die Waffen her? Beim waffenhändler? Iwo! Der Waffenhändler hat ein paar Eisenwaffen ... die richtig guten Waffen und Rüstungen tragen die Wegelagerer. Die gibt es ja zum glück zwischen jeder Stadt, mindestens vier auf jedem Weg und jedes mal wenn ich ihn zurück lege. Woher die die waffen kriegen weiß keiner. Warum Städte mit 40 Einwohnern so viel erwirtschaften, dass sie die von mir getöteten 20 Wegelagerer pro stadt finanzieren können ist mir schleierhaft.

Achso ... und warum sagt mir in der Stadt jemand, ich sähe nach einem guten Alchimisten aus? Woher will der das wissen? Oder woher weiß er dass meine Redekunst bemerkenswert ist, schließlich hab ich mit dem Wurm nie geredet ...

Warum begegnen mir auf niederem Level nur Ratten und wölfe und auf hohem nur bären und Löwen?

Warum greifen mich wegelagerer an, die bis zum Tod kämpfen (obwohl ihre rüstung ihnen genug geld bringen würde um sich zur ruhe zu setzen). Warum schimpfen diese Wegelagerer, warum ich verdammt nochmal nicht sterben würde - und verrecken 1 sekunde hinterher ... Steigerung davon: "Ich habe keine Angst vor dem Tod" - meine Antwort in Gedanken "Schön für dich, das erspart dir viel Leid".

Was denkt ihr? Könnte es nichtmal ein PC-Rollenspiel geben, was nur eine gute Story hat und keine Loot&Pillage-Elemente?

Ein rollenspiel:
- wo ich nicht vor lauter Geldgier den Räubern ihre Kleidung ausziehe und sie beim nächsten händler verticke ... (mache ich im P&P ja auch nicht)
- wo Rüstungen mir nicht passen, wenn sie falsch geschnitten sind
- wo ich selbst Waffen nur dann mitnehme, wenn sie seeeehr wertvoll sind
- wo ich tote Gegner bestatten kann
- wo der normale weg zu waffen der händler ist
- wo Kleidung kaputt geht wenn man getroffen wird
- wo man Kleidung lieber neukauft, wenn sie zerschlissen ist, statt sie zu nähen (weil man sonst wie ein flickenteppich aussieht
- wo es auch normale Leute gibt, nicht nur wegelagerer, Händler, Ausbilder und wirte
- wo tiere mich nicht grundlos angreifen
- wo es nich nur wölfe, bären und löwen gibt, sondern auch singvögel, Hasen, rehe, Adler
- wo pflanzensuchen nicht genauso funktioniert wie plündern ...
- wo man essen und trinken MUSS um bei kräften zu sein
- wo man schlafen MUSS um bei kräften zu sein
- wo, wenn ich ungepflegt in der stadt ankomme, die Leute die Nase rümpfen (vor gestank) statt mir doofe floskeln anzubieten wie "Ihr sehr mir so aus, als wäret ihr ein guter schwertkämpfer"
- wo ich einen Entführungsfall nicht mal einen Monat verspätet lösen kann ...

Vielleicht fällt euch ja noch was ein ... oder vielleicht sucht ja noch jemand einen Berater für PC-Spieledesign ;)

Gruß

aiffilion


Was ist das denn für ein Hartwurst Kram?

Wenn PC-Rollenspiele auf den Markt kämen die das umsetzen, würden sie einen Großteil ihrer Kaüfer verlieren. Und das zu Recht!
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Falcon am 15.06.2006 | 01:05
du hast geschrieben "die heutigen PC-Rollenspiele".
Gibt es denn positive Beispiele aus der Vergangenheit?

deine Vorschläge scheinen mir aber auch sehr ins Extrem zu gehen und ich kenne auch keine alten Spiele die die erfüllen. Am PC will ich keine Lebenssimulation spielen (was nicht heisst das ich nur auf das billige Hack'n Slay stehe).

Ich lege mittlerweile sehr viel wert auf die Story, bzw. das Storytelling, das für mich mit der enscheidende Faktor geworden ist, auch bei Arcadelastigen Spielen. Ohne die Amto würde mich Diablo völlig kalt lassen, auch wenn das Gameplay gut ist. Und gutes Storytelling gibts auch da wo man es gar nicht vermutet (Starlancer,GroundControlII,OutCast...), von daher kann zumindest ich mich nicht beschweren (obwohl es scheinbar immer weniger Spiele mit gutem Storytelling gibt.

Eulenspiegel schrieb:
Zitat
In Fall Out 2 ist es möglich, das ganze Spiel ohne einen einzigen Kampf zu lösen.
Na DAS halte ich für ein Gerücht.

Eulenspiegel schrieb:
Zitat
Die Grafik von Arcanum ist nicht die Beste.
Das ist sehr diplomatisch ausgedrückt. Ich würde sagen sie sieht zum Kotzen aus. Dieser graubraune Brei auf Erdgeschoßhöhe hält mich davon ab dieses eigentlich hochgradig geniale Spiel zu spielen das ich hier in der Originalbox rumliegen habe.  :'(

Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Aiffilion am 15.06.2006 | 05:51
deine Vorschläge scheinen mir aber auch sehr ins Extrem zu gehen und ich kenne auch keine alten Spiele die die erfüllen. Am PC will ich keine Lebenssimulation spielen (was nicht heisst das ich nur auf das billige Hack'n Slay stehe).

Ich hab nix gegen extrem gut .... darf ja jeder selbst entscheiden. Wieviel Mühe haben die Jungs in die Graphik gesteckt und in die Tag/Nacht-Phasen, in das simulieren von schlechtem Wetter, ins Story-Desing? Und jetzt ist mir das Spiel nur noch langweilig, weil ich bevor ich eine Mission erfüllen kann erstmal 20 vollkommen nichtsbeitragende Personen totschlagen muss. Ich muss sowieso die sicherungsfunktionalität nutzen, weil ich ja sonst die 20 viecher nochmal totschlagen muss, wenn das 21. zu stark war. Aus meiner Sicht muss ein PC-Rollenspiel in erster Linie Adventure sein und nicht Ego-Shooter mit Schwert. Für letzteres ist mir die Zeit einfach zu schade ...

Klar - ich bestatte meine Gegner auch im P&P nicht ... darum geht es doch gar nicht. Was ich geschrieben habe war eine Listung von Möglichkeiten, die sich bisher nie ein PC-Spiel angesehen hat.

Das höchste der Gefühle war diesbezüglich Ultima 7 (vor allem der 2. Teil) wo die Welt tatsächlich mitgelebt hat. Schlüssig würde ich es mal nicht nennen, weil die "Städte" dort auch nur 20 Einwohner hatten. Essen war nötig, Schlafen war möglich.

Ultima 9 hatte gewohnt gute Story und auch die Wegelagerer haben sich nicht dauernd wieder belebt ... allerdings waren die restlichen Details sehr lieblos.

Gothic 2 kannte ich schon und es ist vom Realismus her klar besser als Elder Scrolls. Schlafen, weils zu dunkel ist, ist für mich ok.

Zitat von: Teclador
Wenn PC-Rollenspiele auf den Markt kämen die das umsetzen, würden sie einen Großteil ihrer Kaüfer verlieren. Und das zu Recht!

Ich hab jetzt mit sicherheit schon 200 Kreaturen in Oblivion getötet un dnoch nicht mal 1/10 der dungeons erledigt. Sag mir mal was dein Reiz daran ist, jetzt noch 2000 weitere zu erledigen. Das Ende bzw. der Plot würde mich ja interessieren, aber der Rest ist zunehmend langweilig. Ja es ist sogar noch nervig, weil man durch fehlklicks auf der Maus sterben kann und dann das nächste Savegame laden muss und nochmal von vorne anfangen. Ein Spiel mit soviel Tiefgang sollte sich nicht selbst darauf reduzieren ein facettenreiches Prügelspiel zu sein.

Würde sich denn jemand weigern ein Spiel zu kaufen, dass so einen Anspruch hat?
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Dash Bannon am 15.06.2006 | 10:24
na ich kann Aiffilion schon verstehen...

ich mag Oblivion auch sehr gerne..aber irgendwann werden die Dungeons und Oblivion Tore langweilig..
man kloppt alles um was sich da drinnen bewegt und fertig..

aber für richtiges Rollenspiel hab ich halt P&P lieber..am Computer will ich einfach Action ;)
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: 8t88 am 15.06.2006 | 10:27
Ultima 7 Erfüllt einge der genannten Kriterien :)
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Samael am 15.06.2006 | 10:31
Was ist das denn für ein Hartwurst Kram?

Genau. So was würde ich nicht anfassen.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Buddz am 15.06.2006 | 10:51
Fallout 2 (btw. es wird zusammen geschrieben) kann man wirklich nicht schaffen ohne jemanden zu töten. Aber Fallout schon. Das heißt, ohne das der Kill-Counter auf dem Charakterblatt hoch geht. Beide Spiele enden mit einer Atomaren Explosion welche tausende von Menschen in den Tod reißt. Dies wird jedoch nicht auf dem Charakterblatt vermerkt.

Was mich bei den meisten Computerspielen nervt ist die Waffenprogression. Du fängst an und hast eine beschissene Waffe und am Ende hast du eine Uber-Waffe. Nicht nur, dass das keine wirkliche Herausforderung darstellt, es bietet auch in-Game probleme (übrigens beim PnP auch). Es muss nämlich eine Erklärung her warum auf einmal die End-Gegner mehr aushalten (um der Uber-Waffe standzuhalten und um das Spiel schwieriger zu machen) als die Anfangs-Gegener (welche nur der Anfangs-Waffe stand hielten). Dies ist z.B. auch ein großes Problem mit der Fallout Reihe, auch wenn ich sie sonst sehr liebe. Die Zivilisten am Anfang haben ca. 30 HP, am Ende haben sie sehr viel mehr (hab jetzt keine genauen Zahlen).
Wenn man hier als Spieldesigner clever arbeitet kann man den Spieler noch schöner herausfordern. Man fängt mit einer sehr guten Waffe an (was erklärt warum am Anfang alles leichter ist) und muss dann mit immer weniger zurechtkommen (was erklärt warum zum Ende hin alles schwieriger ist). Dies kann man natürlich auch mixen, usw.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Falcon am 15.06.2006 | 11:06
@8t: das hat er schon erkannt.

Aiffilion schrieb:
Zitat
Aus meiner Sicht muss ein PC-Rollenspiel in erster Linie Adventure sein und nicht Ego-Shooter mit Schwert.[...]Ein Spiel mit soviel Tiefgang sollte sich nicht selbst darauf reduzieren ein facettenreiches Prügelspiel zu sein.
Bei diesen beiden Dingen stimme ich dir völlig zu. Das ist auch der Grund warum ich Morrowind und Oblivion für unglaublich schlechte Spiele halte. Keines von beiden besitzt auch nur ansatzweise genug Atmosphäre und Storytiefgang das es mich nicht nach kurzer Zeit anöden würde.
Das würde aber auch, wie gesagt, die meissten deiner Vorschläge nicht ändern, was ich möchte sind interessante NSCs und spannende Stories die in gute Features verkleidet sind, die können auch unrealistisch sein, darum ging es mir nur. Diablo2 z.b. hat mich mitgerissen obwohl man da auch immer das gleiche macht.

Ich stimme aber auch zu das es den meissten Spielwelten an Lebendigkeit fehlt (wobei ich mir sicher bin das es zumindest bei Oblivion auch nicht gefährliche Tiere gibt), bei DarkStar One z.b. (Spacesim-Action-Adventure) ist Herr Dumont mir einer Naivität an die Sache herangegangen, die ich so bei "Profis" noch nirgendwo erlebt habe. Sie kopierten ein und dasselbe System 300 mal (!), verpassten ihnen einen anderen Graphikhintergrund und nannten die Welt riesig, lebendig und frei zum erforschen, mein armes Geld.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Munchkin am 15.06.2006 | 11:37
Zitat
- wo ich nicht vor lauter Geldgier den Räubern ihre Kleidung ausziehe und sie beim nächsten händler verticke ... (mache ich im P&P ja auch nicht)
Geld ist Leben >;D

Warum kann ich mit einer Waffe einen Gegner in tausend Stücke sprengen aber eine Glasscheibe oder eine Tür nicht? Wie schaffe ich es 10!!! Waffen herumzutragen +Ausrüstung und dann Sprünge aus 10m abzufangen ohne das mir die Knöchelgelenke an den Ohren vorbeifliegen? Wie kann ich mit o. g. Ausrüstung und mit Körperpanzer schwimmen? Wie schafft es Duke Nukem derart schnell die Waffen zu wechseln?...

Ganz einfach, weil Spieledesigner den Fokus nicht darauf gelegt haben das Spiel realitätsnah sondern ationgeladen zu gestalten. Mich interessiert es ehrlichgesagt nicht, warum ein Endgegner mehr aushält als ein Normalo. Hauptsache ich bekomme einen guten Kampf. Niemand kann in der Realität einem Laser ausweichen im Spiel kann ich das, bei Schwertkämpfen erhalte ich schwere Torsotreffer und kämpfe unbeeindruckt weiter, nach dem Kampf esse ich einen Apfel und ein (rohes) Stück Fleisch und bin geheilt! (siehe Gothic WoW usw.) Wie sähe o. g. Situation in der Realität aus. Schwer verwundet und durch den Blutverlust verliere ich das Bewußtsein falle um und bin tot. Deshalb bin ich froh das bei Computerspielen immer dann die Realität auf der Strecke bleibt, wenn es darum geht Spannung aufrecht zu erhalten.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: MadMalik am 15.06.2006 | 11:41
Und tut sie das nicht oft beim "normalen" Rollenspiel auch ?  >;D
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Teclador am 15.06.2006 | 11:54
Ich hab jetzt mit sicherheit schon 200 Kreaturen in Oblivion getötet un dnoch nicht mal 1/10 der dungeons erledigt. Sag mir mal was dein Reiz daran ist, jetzt noch 2000 weitere zu erledigen. Das Ende bzw. der Plot würde mich ja interessieren, aber der Rest ist zunehmend langweilig. Ja es ist sogar noch nervig, weil man durch fehlklicks auf der Maus sterben kann und dann das nächste Savegame laden muss und nochmal von vorne anfangen. Ein Spiel mit soviel Tiefgang sollte sich nicht selbst darauf reduzieren ein facettenreiches Prügelspiel zu sein.

Würde sich denn jemand weigern ein Spiel zu kaufen, dass so einen Anspruch hat?

Oblivion ist ja auch scheiße!   >;D

Ne Quatsch passt schon.

Worauf ich hinaus will: Das was am Pc unter "RPG" läuft und richtig erfolgreich ist, das sind Spiele wie "Diablo 2" oder "KotoR I + II". Wenn man in den MMORPG Bereich schaut halt als Beispiel WoW.

Diese Spiele sind alles andere als Realismus-Garanten. Sie sind vielmehr genau das Gegenteil, eher als Wettbewerbsspiel anzusehen als als Simulationen einer fiktiven Welt. Es geht darum möglichst schnell möglichst gut maßenweise Gegner zu legen und ihre Drops zu kassieren, ums mal auf den Puntk zu bingen.

Deshalb sehe ich für solche Spiele wie du sie beschreibst keine Zukunft.

Zumal ich ja vieles von dem was du forderst, sogar schon aus meinen PnP Runden verbannt habe, weils es dermaßen langweilig und zäh ist sich an solche Parameter zuklammern.  ::)
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Blizzard am 15.06.2006 | 12:05
Es wurden hier schon einige richtige Sachen geschrieben, und ich möchte nur ungern alles wiederholen.

Die Kritikpunkte, die Aiffilion hier aufzählt haben durchaus ihre Berechtigung. Aber: zum einen würde ich nicht alle aufgezählten als persönliche Kritik von mir erachten (=vernachlässigenswert), zum anderen gibt es tatsächlich einige PC-Spiele, die einige der aufgezählten Kritikpunkte tilgen. Ähnlich wie Eulenspiegel fielen mir bei einiger der Kritikpunkte Gothic1&2, sowie Arcanum und Fallout 1&2 ein.

Grade solche Sachen wie eine lebensechte Umwelt, oder unpassende Rüstungen werden durch diese Spiele abgedeckt.

Morrowind und Oblivion haben mir nicht gefallen, weil für mich zum einen die Welt einfach zu gross und zu umfangreich war. Ausserdem war das Balancing der SE von Morrowind die ich hatte schlecht.

Bei Gothic 1 hat mich die Steuerung abgeschreckt, bei Gothic2 der viel zu deftige Schwierigkeistgrad bei den Kämpfen. Grade dadurch, dass es Echtzeitkämpfe waren, war man öfters auf der Flucht als dass man tatsächlich gekämpft hätte.

Die einzig löbliche Ausnahme mit Echtzeitkämpfen (was Balancing angeht) bildeten imho die "Action-Rollenspiele" wie Diablo (2), oder aber Sacred.

Insgesamt finde ich es sehr,sehr schade und bedauernswert, dass es heutzutage keine Rollenspiele mehr gibt mit rundenbasierten Kämpfen.
Sie waren imho ein grosser Pluspunkt, man denke da z.B. an die guten alten DSA-Teile oder aber grade auch die hier genannten Fallout-Teile oder aber Arcanum. Der Kampf war nur halb so hektisch, aber nicht minder herausfordernd, und schlichtweg einfach die bessere Lösung.

Aber ein PC-Spiel, das alle die von dir Aiffilion aufgeführten Kritikpunkte ausmerzt wirst du (wohl auch) in Zukunft nicht finden.
Wie Teclador schon richtig sagte, ein PC-Spiel mit soviel HARTWURST würde doch niemand spielen wollen.

Du solltest dich viell. abschliessend fragen, was du von nem Rollenspiel (am PC) erwartetst. Willst du in erster Linie Spaß und Action, dann kannst du bedenkenlos zu den hier empfohlenen Titeln greifen.

Willst du ne Mischung aus Action, Spaß und (Lebens-)Simulation dann vergiss den PC und spiel P&P!

Wenn du ne reine Simulation willst (mit richtig zugeschnittenen Rüstungen, einem geregelten(!) Verbrauch von Nahrung etc, dann spiel die SIMS oder aber schreib Rolemastertabellen in ne Excel-Datei ab. Ist vermutlich ähnlich spannend ::)
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Blizzard am 15.06.2006 | 12:11
Eulenspiegel schrieb: Na DAS halte ich für ein Gerücht.

Im 1. Teil geht es nicht, im 2. theoretisch schon.

Eulenspiegel schrieb: Das ist sehr diplomatisch ausgedrückt. Ich würde sagen sie sieht zum Kotzen aus. Dieser graubraune Brei auf Erdgeschoßhöhe hält mich davon ab dieses eigentlich hochgradig geniale Spiel zu spielen das ich hier in der Originalbox rumliegen habe.  :'(

Selber schuld, kann ich da nur sagen. Arcanum ist mal wieder ein sehr gutes Beispiel dafür, dass Grafik bei einem Spiel nicht alles ist. Ich gebe ja zu , dass die Grafik bei Erscheinen des Spiels veraltet war, aber zum Kotzen hat das trotzdem nicht ausgesehen. Das Spiel hat eine sehr gute Story, und die Welt mit seiner Mischung aus Steampunk/Technik und Magie ist eine recht interessante und zudem originelle!
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Merlin Emrys am 15.06.2006 | 12:55
Wie Teclador schon richtig sagte, ein PC-Spiel mit soviel HARTWURST würde doch niemand spielen wollen.
Niemand? Aiffilion doch wohl schon... und ich kenne mindestens noch eine weitere Person, der da ebenfalls dabeiwaere. "Niemand" ist mE also ganz sicher falsch - dass es wenige waeren (und zu wenige fuer den kommerziellen Markt), mag trotzdem stimmen :-( .
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Raphael am 15.06.2006 | 13:09
Mit Virtual (oder Augmented) Reality könnte das wirklich fetzen, dann kann man sich zum Essen in die Fantasy-Welt begeben ...  ;)

Aber am PC sehe ich auch eher wenig Marktchancen für das Konzept. :) Mein Fall wäre das wohl eher nicht ...
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Falcon am 15.06.2006 | 13:34
blizzard schrieb @Arcanum:
Zitat
Selber schuld, kann ich da nur sagen. Arcanum ist mal wieder ein sehr gutes Beispiel dafür, dass Grafik bei einem Spiel nicht alles ist. Ich gebe ja zu , dass die Grafik bei Erscheinen des Spiels veraltet war, aber zum Kotzen hat das trotzdem nicht ausgesehen.
Was heisst selbst Schuld, ich hab mich ja bewusst an das Spiel herangetraut eben weil es prinzipiell ziemlich gut ist aber die Präsentation war leider die reinste Qual für mich. Dabei bin ich überhaupt kein Graphikfetischist, die Grafik muss die Atmosphäre und den Stil eines Spiels gut einfangen, dann reicht das.
Die Baldurs Gate Graphik haut einen auch nicht vom Hocker und trotzdem spiele ich es gerne. Und warum spiele ich FallOut mit begeisterung, wo es doch dieselbe Graphikenginge wie Arcanum hat? Ganz einfach, diese Graphik machte für mich das ganze Spiel kaputt weil sie nicht passt.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Catweazle am 15.06.2006 | 14:31
Imho:
Im Computerbereich sind Adventures die besseren Rollenspiele. Wer eine gute Story will und Railroading als nicht zu schlimm empfindet, der kann doch mal Spiele wie "Fahrenheit" probieren.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Teclador am 15.06.2006 | 14:39
Insgesamt finde ich es sehr,sehr schade und bedauernswert, dass es heutzutage keine Rollenspiele mehr gibt mit rundenbasierten Kämpfen.
Sie waren imho ein grosser Pluspunkt, man denke da z.B. an die guten alten DSA-Teile oder aber grade auch die hier genannten Fallout-Teile oder aber Arcanum. Der Kampf war nur halb so hektisch, aber nicht minder herausfordernd, und schlichtweg einfach die bessere Lösung.

Bessere Lösung? Abgesehn davon dass einem die Füsse einschlafen? ;)

Ne im Ernst: Du ziehst halt rundenbasierenden Kampf vor. Ist jetzt zwar eher nicht mein Ding ( außer bei Jagged Alliance ;) ), aber kann ich verstehen. Nur als die bessere Lösung würde ich es nicht darstellen. Es gibt genug Leute die die Mischung aus gute Fertigkeiten + Schnelligkeit/Geschick gegenüber der Mischung gute Fertigkeiten + taktisch genau überlegte Züge vorziehen. Es ist eben doch viel Geschmackssache dabei.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Yerho am 15.06.2006 | 17:14
Es ist im Prinzip kein Problem, in ein Spiel Kämpfe sowohl in Echtzeit als auch rundenbasiert zu realisieren und damit dem Wunsch vieler Spieler gerecht zu werden.

Gewisse Elemente, um die Spielwelt realistischer zu machen, ohne daß sie nerven, scheitern weniger an ihrer Umsetzbarkeit, sondern an der falschen Umsetzung: Natürlich ist es beispielsweise doof, wenn man vor Hunger oder Übermüdung plötzlich stirbt. Andererseits pflegen sich solche Tode langfristig durch Symptome anzukündigen, die man Spielern am Senken ihrer Werte verdeutlichen kann. Der Spieler wird schwächer, unkoordinierter, er torkelt, seine Sicht verschwimmt manchmal.
Kurz, es müßte so eingerichtet sein, daß man schon grob fahrlässig mit der Gesundheit seiner Spielfigur umgehen muß, um unversehens in irgend einer Einöde zu verrecken, weil man nicht genug Proviant und Wasser mitgenommen hat.

So etwas kann man auch optional gestalten, beispielsweise mit einem Simulations- und einem Arcade-Modus. In ersterem ist dann mehr individuelles Management erforderlich, bei Arcade trifft man auf Viecher ohne Ende, muß sich um das Drumherum keine Sorgen machen und kann fleißig metzeln und Goodies abstauben. - Ein Spiel, doppelter Spielwert.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Arbo am 15.06.2006 | 17:39
Sehe ich ähnlich.

Zu Arcanum: Was war bitte an der Graphik so schlecht, das weder das Flair, noch Spielspaß rüber kam? Ich gehöre zwar auch der Generation an, die sich nicht unbedingt an der Graphik aufhängt, aber wenn die Graphik wirklich soooooo sehr gestört hätte, wäre das Spiel meinerseits im Mülleimer gelandet. Ist es aber nicht! Im Gegenteil - ich habe Arcanum zig mal durchgezockt, ob als fieser Dieberich oder schleimig, intelligenter Kotzbrocken ;) Es machte einfach Spaß. Und gerade was das Flair anbelangt, da ist das in meinen Augen ein Meilenstein, weil es sonst bisher kein RPG im Komputerbereich geschaft hat, so eine dichte Stimmung und Atmosphäe zu erzeugen wie es in Arcanum der Fall war - das fängt bei der Musik an, geht über die Reaktionen auf den Charakter bis hin zum Agieren des Charakters selbst (Stichwort: Mit Intelligenz 1 Gespräche führen ;D ).

Ich habe aber auch gerne Morrowind und Gothic gespielt - hatte beides auch seine Qualitäten.

Dass es zu wenig Spiele wie Arcanum gibt, bedauere ich auch - allein schon wegen des Humors. Liegt wohl auch daran, dass die trisometrische Grafik out ist - leider, ich fand sie so ziemlich schön.  :'(

-gruß,
Arbo
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: ragnar am 15.06.2006 | 18:01
Weiß auch nicht wieso, aber auch wenn ich Arcanum mehrmals durchgespielt habe, empfand ich auch das die Grafik da irgendwie saugte...

EDIT: Jetzt wo ich nochmal ein paar Screenshots im Inet ausgebuddelt habe, könnte es daran liegen das mir die Grafik irgendwie liebloser/unpassender als bei Fallout erscheint. Egal, war eh OT!
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Falcon am 15.06.2006 | 18:46
sofern es was ist was an Computerrollenspielen nervt ist es auch nicht OT

@Arcanum: ragnar hats ja auch nochmal wiederholt. Sie war irgendwie lieblos und unpassend. Aber der Hauptgrund für mich war einfach, das die Graphik sogar negativen Einfluss auf das Gameplay hatte. Eine ganze Spielwelt in der die Häuser, egal wie prächtig und pompös, alle nur aus einem Stockwerk bestehen? Bei FallOut mit den Blechhütten und Bunkern passte das noch aber bei Kathedralen und Villen? Ist mir ein Rätsel wie man damit eine dichte Stimmung aufbaut.

p.s.ich mag die isometrische Ansicht auch sehr gerne.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Aiffilion am 15.06.2006 | 18:50
Diese Spiele sind alles andere als Realismus-Garanten. Sie sind vielmehr genau das Gegenteil, eher als Wettbewerbsspiel anzusehen als als Simulationen einer fiktiven Welt. Es geht darum möglichst schnell möglichst gut maßenweise Gegner zu legen und ihre Drops zu kassieren, ums mal auf den Puntk zu bingen.

Deshalb sehe ich für solche Spiele wie du sie beschreibst keine Zukunft.

Für die heutigen PC-Rollenspieler hat sowas sicher nicht die große Zukunft, da diese sich ja mit "actiongeladenen" Spielen wohlfühlen. Ich denke da eher an ein neues Publikum.

Ich stimme auch einem der vorredner zu, dass mit die rundenbasierten Spiele auch mehr zusagen würden (das Echtzeit-Gefummelt in Oblivion ist gerade wenn die graphikkarte langsam ist eine Tortur). Und außerdem finde ich es viel besser, wenn man in der Gruppe spielt und nicht alle Talente mit einer Person abdecken muss. Dass Ultima 7 diesbezüglich 1A ist, weiß ich selbst. Aber auch Baldurs Gate und Neverwinter Nights waren von der Steuerung her passend (Echtzeitgefecht mit Unterbrechungsmöglichkeit) - allerdings sind letztere beide von der Story her eher die Unterklasse.

Was die Waffen angeht ... ja, das habe ich auch schon etwas seltsam gefunden. Ich finde die Vielfalt ist schon ganz gut ... aber die Tatsache, dass die Hierarchie so krass ist und dass die höheren Waffen keine anderen Nachteile haben, bewirkt doch nur, dass man nicht nur in den TAlenten sondern auch in der Ausrüstung aufsteigt. Warum dann reiche Leute nicht von anfang an perfekt gerüstet sind?

Zitat von: Yerho
Gewisse Elemente, um die Spielwelt realistischer zu machen, ohne daß sie nerven, scheitern weniger an ihrer Umsetzbarkeit, sondern an der falschen Umsetzung: Natürlich ist es beispielsweise doof, wenn man vor Hunger oder Übermüdung plötzlich stirbt. Andererseits pflegen sich solche Tode langfristig durch Symptome anzukündigen, die man Spielern am Senken ihrer Werte verdeutlichen kann. Der Spieler wird schwächer, unkoordinierter, er torkelt, seine Sicht verschwimmt manchmal.

Naja ... realistisch gesehen wird man ja nicht schwächer, wenn man mal einen Tag nix gegessen hat. Ich fand die Lösung in Ultima 7 Klasse. Da hat jeder Charakter, der lange nix gegessen hat sich einfach beklagt. Erst "Ich habe Hunger", dann "wann essen wir" und schließlich "Ich muss essen". Und wenn man dem längere Zeit nicht nachgegeben hat oder gar noch ein paar Schlafpausen zwischendurch einlegte, dann sind sie langsam schwächer geworden ...

Ich weiß halt nicht ... Heute nennt man jedes Spiel wo es um Monster abschlachten geht Rollenspiel. Niemand wäre früher darauf gekommen Commander Keen oder Duke Nukem als Rollenspiel zu bezeichnen - und doch hat man da nichts anderes getan. Gut - in Rollenspielen haben wir oft noch eine nette Story drumrum ... aber sonst?

Ich vermute allerdings ich habe hier mit Oblivion wohl tatsächlich die schlechtere Variante erwischt. Ich finde die technische Umsetzung gut und auch die Story und die Subplots finde ich ganz nett. Aber das lästige Dauergeprügel stört.

Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Falcon am 15.06.2006 | 18:55
Ich denke eher das Pc Spiele als Rollenspiele bezeichnet werden in denen man seinen Charakter ausbauen kann und weniger die in denen nur Monster abgeschlachtet werden. Das sie dann hauptsächlich dafür verwendet werden ist was anderes.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 15.06.2006 | 19:03
Naja, den Unterschied zwischen Rollenspiel und anderen Spielen macht man heute fast nur noch an einem Punkt fest. Und das ist nicht die ausgeklügelte Story. Auch nicht der realistische Ansatz. Oder viel Interaktion zwischen Charakteren.

Nein, es sind die Charakterwerte.
Sobald es irgendwelche Charakterwerte gibt, und seie es auch nur eine Einheit die in einem Strategiespiel Erfahrung gewinnt, so hat das Spiel sofort "Rollenspielelemente", und hat es ein halbwegs kompliziertes Erfahrungssystem ist es schon mal mindestens ein Action-Rollenspiel o.ä.

Ein richtiges Rollenspiel will aber auch eigentlich kein Anbieter machen.
Es geht immer darum einen tollen Hybriden zu generieren, mit dem man Rollenspieler und noch möglichst viele andere Leute an den Bildschirm fesselt.

Beispiel Oblivion.
Ganz offensichtlich zielt das neben Rollenspielern vor allem auf 1. Person-Ego-Shooter Fans, und Freunde von Schleichspielen wie Thief.

Während viele Rollenspiele mit ganzen Gruppen wiederum versuchen auch ein paar Strategie-Fans einzufangen.

u.s.w.

Aber auch die Bedürfnisse der Rollenspieler sind sehr unterschiedlich, was dem ganzen auch nicht hilfreich ist. Was dem einen sein "atmosphäredienlicher Realismus", dass ist für den anderen die "unnötige Hartwurst".
Man sieht ja hier im Forum wie unterschiedlich da die Meinungen und Geschmäcker sind.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Teclador am 15.06.2006 | 19:24
Für die heutigen PC-Rollenspieler hat sowas sicher nicht die große Zukunft, da diese sich ja mit "actiongeladenen" Spielen wohlfühlen. Ich denke da eher an ein neues Publikum.

Woher soll diese neue Publikum bitte kommen? Wird das einfach so herbeigezaubert?

Das hört sich so an, als sei die Tendenz actionreiche Spiele zu spielen eine Unsitte der heutigen Spieler und keine allgemeine Präferenz was Spielstile angeht. Was soll da kommen? Der Uber-Rollenspieler?

Chiungalla spricht es schon an: Selbst unter der verhältnismäßig kleinen Gruppe der PnP Rollenspieler ist bei weitem nicht jeder daran interessiert solch einen Realismusgrad (ich versuche das jetzt werteneutral zu benennen und verzichte auf das Wort Hartwurst) im Spiel integriert zu sehen. Und das wo doch eigentlich die PnP Spieler für solche Spiele wie du sie beschreibst eine nahezu idiale Käuferschichte sein müsste.

ich sehe eben einfach nichtb warum, das was heute als uninteressant eingestuft wird, morgen plötzlich interessant sein soll. Ich sehe kein Problem bei der heutigen Spielerschaft, sondern bei der Art von Spiel die du beschreibst.


Ach und zu guter Letzt: Wer kommt eigentlich auf die Idee, dass durch "Realismus" (ich hasse das Wort...) automtisch ein mehr an Atmosphäre entstehen müsste?
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Visionär am 15.06.2006 | 19:39
Es gibt nichts interessanteres als das Ausspielen einer Methicillin Resitenter Staphylococcus Aureus - Superinfektion einer Schußwunde und der Suche nach dem richtigen Antibiotikum. Sowie konsekutiven KON - Würfen gegen den VIRULENZ - Grad des Erregers um das Fortschreiten der Erkrankung zu regeln.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Shayit am 15.06.2006 | 20:43
Hmm... also in Oblivion komm ich da ehrlich gesagt auch so langsam an den Uff-Punkt. Nach 140 h Spielzeit und an die 1,5k getöteten Viechern musste das ja mal passieren.... aber ich habe erfahren das es Teams von Fans gibt die an totalen Umbauten zu Oblivion arbeiten und habe da große Hoffnungen.... genau betrachtet ist es ja mit dem Editor relativ leicht sich seine eigene Welt zu sammen zu basteln.... vlt sollte man das einfach mal probieren wenn jemanden was an dem spiel stört....
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Yerho am 16.06.2006 | 11:23
Naja ... realistisch gesehen wird man ja nicht schwächer, wenn man mal einen Tag nix gegessen hat.

Wenn man den Tag über nicht gerade kilometerweise ungebahnte Wege mit Rüstung und Gepäck zurücklegt und dabei noch Kämpfe bestehen muß, stimmt das.

Aber glaub' mir, wenn Du auch nur den halben Tag hochgradig körperlich aktiv bist und nichts gefuttert/getrunken hast, dann klappst Du schneller ab, als Du "Unterzuckerung" bzw. "Dehydrierung" sagen kannst.
Und schon vor dem Abklappen kommt es zu Koordinationsschwächen und Leistungsreduzierung; die sich in Muskelzittern, Torkeln, kurzen Blackouts, Wahrnehmungsstörungen etc. äußern ... Was gerade bei Kämpfen irgendwie nicht so günstig ist. Aber auch das Führen komplexer Gespräche und das Lösen komplizierter Aufgaben wird dadurch stark eingeschränkt.

Das kann man alles durch schleichendes Absenken der Charakterwerte in ein Spiel übertragen.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Aiffilion am 16.06.2006 | 11:44
Woher soll diese neue Publikum bitte kommen? Wird das einfach so herbeigezaubert?

Es ist bereits da, es spielt nur nicht die Ego-Shooter-Varianten, sondern P&P-Rollenspiele, weil das andere zu dumm ist.

Ein neues Spiel herausbringen für ein Publikum, dass ohnehin bereits bedient ist, kann man machen. Man hat zumindest eine gewisse Sicherheit.

Das hört sich so an, als sei die Tendenz actionreiche Spiele zu spielen eine Unsitte der heutigen Spieler und keine allgemeine Präferenz was Spielstile angeht. Was soll da kommen? Der Uber-Rollenspieler?

Du hörst, was du hören willst. Mich nervt Oblivion. Punkt! Dich nicht. Prima, dann spiel es weiter. Wer zufrieden ist muss auch bei einer Diskussion, was man besser machen kann nicht mitmachen. Und wenn es ohnehin KEIN Publikum gibt brauchst du dir auch keine Sorgen machen dass aus dieser Diskussion eine Idee entsteht, die dir später den Spielspaß kaputt macht. OK?

Selbst unter der verhältnismäßig kleinen Gruppe der PnP Rollenspieler ist bei weitem nicht jeder daran interessiert solch einen Realismusgrad im Spiel integriert zu sehen.

Woher willst du das wissen? Du schließt von dir auf andere. Deinem Namen entnehme ich, dass du DSA spielst? Tue ich auch nicht (allerdings aus System-Bedenken, der Hintergrund ist ja noch erträglich). Meinst du Harnmaster-Spieler würden das selbe sagen?

Und mal abgesehen davon - ich kenne niemanden der ein Computerspiel NICHT kaufen würde, nur weil es keine Eisen-, Stahl und Glasbögen gibt sondern Kurz-, Lang- und Kompositbögen? Und auch niemanden der sich beschwert, wenn nur halb so viele Wegelagerer auf den Straßen sind. Dann ist das Spiel flüssiger und das Verhältnis Story:Prügeln eben mehr bei Story - ist das schlimm? Wer mehr Prügeln will kann das Spiel nochmal spielen!

ich sehe eben einfach nichtb warum, das was heute als uninteressant eingestuft wird, morgen plötzlich interessant sein soll. Ich sehe kein Problem bei der heutigen Spielerschaft, sondern bei der Art von Spiel die du beschreibst.

Probleme bei der Spielerschaft? Kommt das von mir? Die Frage ist vielmehr, ist es uninteressant oder einfach noch nie probiert worden. Zeig mir ein Beispiel wo so ein Spiel gefloppt ist?

Ach und zu guter Letzt: Wer kommt eigentlich auf die Idee, dass durch "Realismus" (ich hasse das Wort...) automtisch ein mehr an Atmosphäre entstehen müsste?

Durch Realismus verschwindet die Überfrachtung mit Unrealismus (viele Wegelagerer, übermäßig viel Geld, Loot&Pillage, ...). Meine Erfahrung aus P&P-Rollenspielen: Gib den Charakteren wenig Geld, wenig magische Waffen und erfinde nicht für jedes Szenario ein Übermonster - und du hast viel länger spaß dran. Als DSA-ler kennst du vielleicht "Dreckiges Aventurien" (google mal, vermutlich ist das für dich Hartwurst ;)). Selbst unter DSAlern gibt es welche, die das sehr geschätzt haben.

Zitat von: Yerho
Aber glaub' mir, wenn Du auch nur den halben Tag hochgradig körperlich aktiv bist und nichts gefuttert/getrunken hast, dann klappst Du schneller ab, als Du "Unterzuckerung" bzw. "Dehydrierung" sagen kannst.

Gut - du hast recht. Aber soviel Realismus würde ich gar nicht erwarten. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich ihn ablehnen würde. Und das wundert mich eben wirklich: Das manche den Realismus nicht brauchen, kann ich verstehen. Aber warum gibt es Leute die zusätzlichen Realismus ablehnen? Teclador?
Titel: Computerrollenspielen nervt...
Beitrag von: Berlin-Raoul am 16.06.2006 | 12:09
LL,

ich stimme Aiffilion voll zu, all Deine aufgeführten Punkte nerven mich auch sehr. Ich habe früher sehr gerne und viel auf dem Amiga und C64er sog. Rollenspiele gespielt. Da haben andere Sachen genervt als heute....

Doch mittlerweile... Ich habe schon Lust was zu spielen, doch irgendwie nervt es mich dann. Z.B. Faible für die XBox wurde so hochgejubelt, von wegen Stimmung und bla, hat nichts von dem eingehalten.

Nach wie vor finde ich Zelda für das N64 super. Ist zwar alles Manga-Kinder-mäßig, doch ansonsten finde ich das alles sehr stimmig.

Ich habe vor kurzem ein interessantes Intervies gelesen von einem Spieledesigner. Er hat die Computerindustrie mit der Filmindustrie verglichen. Er stellte die These auf, dass sich die C-Inustrie dort befindet wo sich die F-Industrie in den 30er Jahren befand. Man sollte sich die Filme von damals anschauen und die von jetzt. Der Markt würde sich stückweise verändern und es würden Spiele für "älteres" Publikum erscheinen.

Denn ich glaube dies ist die einfach Wahrheit: Die Compuetrspiele werden für 16Jährige Jungs gemacht und auch von denen gekauft. Die wollen nicht mit ner Zeitung auf Klo und sie wollen harte Räuber, ganz egal wie bescheuert das ist (denn, wenn ich nur mit den Händen kämpfe, wäre der Räuber mit einem Stock ja gut bewaffnet, wenn die immer fliehen, müssten die mich auch nicht gleich platt machen ect. pp.)

Und: Bei den alten D&D Abenteuern war das auch so: Tränke kaufen? Warum, man ging in einen Dungeon da lagen die rum. Oder noch besser, man konnte sie gar nicht kaufen (denn Geld hatte man ja eh ohne Ende) sondern konnte sie nur durch Kämpfe bekommen....

Mfg Raoul.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Catweazle am 16.06.2006 | 12:13
Öhem! Das ist ja ungewöhnlich. Jetzt wird die alte PnP-Diskussion "wie viel Realismus braucht das Spiel" schon für Computerspiele ausgefochten. Ich bin begeistert.  ::)

Zunächst einmal:
voller Realismus ist imho dem Spielspaß abträglich, da wir das schon haben. Nennt sich Real Life (oder für die Deutschsprechfanatiker: echtes Leben) und ist immerhin so dröge, dass wir in andere, fremde Welten abtauchen wollen. Oder wer von euch will in Oblivion noch den Stuhlgang mit einem Minispiel durchziehen? Wer möchte, dass in Oblivion eine Reise von A nach B in Echtzeit (mehrere Tage) durchgespielt werden muss? Dachte ich mir.

Daraus schließe ich, dass ein Kompromiss aus Spielspaß und Realismus gefunden werden muss, der sehr individuell ist. Und da können sich alle Parteien so viel die Köpfe einrennen wie sie wollen, da gibt es keinen Universalweg für alle. Aber es gibt einen finanziell lohnenden: nämlich den Weg, der die meisten Absatzzahlen beschert. Im Gegensatz zum Pen and Paper, wo Hinz und Kunz ihre forgy-gorgie-Kostenlosspiele für drei interessierte Personen von 4 Milliarden möglichen anbieten können, ist der finanzielle und personelle Aufwand bei Computerspielen gigantisch geworden. Man bemüht sich daher um Mainstream, einfach, weil man sonst den Laden dicht machen kann.

Zu dem Thema
Zitat
warum gibt es Leute die zusätzlichen Realismus ablehnen
Weil Realismus dem Spaß im Wege stehen kann und den Realismus eh keiner prüfen kann. Oder sag mir mal einer wie sich Magie auf den Alltag in einer Stadt auswirken würde. Sag mir mal einer, ob in einer Sci-Fi-Welt Zweidimensionale Klingen möglich wären. Um den Realismus zu beurteilen, müssten wir alle studierte Physiker, Soziologen, Antropologen und was weiß ich sein. Sind wir aber nicht. Es geht also nicht um den Realismus, sondern um die Illusion des Realismus. Und das primäre Ziel ist Unterhaltung. Wer mehr Realismus braucht um unterhalten zu werden ... ist ja okay. Aber i.A. glaube ich, dass Realismus kein Garant für Spielspaß ist.

Zitat
Wer mehr Prügeln will kann das Spiel nochmal spielen!
Imho: wer weniger prügeln will und eine gute Story braucht ist beim CRPG einfach falsch aufgehoben und sollte ein Adventure spielen. CRPGs haben nichts mit Rollenspielen zu tun. Beim Adventure liegt der Fokus auf der Story und es gibt weniger logische Fehler.
Titel: Koerperliche AKtivitaet beim Fasten
Beitrag von: Merlin Emrys am 16.06.2006 | 12:14
Bisschen OT, aber:
Aber glaub' mir, wenn Du auch nur den halben Tag hochgradig körperlich aktiv bist und nichts gefuttert/getrunken hast, dann klappst Du schneller ab, als Du "Unterzuckerung" bzw. "Dehydrierung" sagen kannst.
Wo faengt bei Dir denn "hochgradig körperlich aktiv" an?
Wenn ich mal einen vorsichtigen Blick ueber den Tellerrand des "Jetztzeiteuropaers" hinauswerfe, finde ich ziemlich viele Zeiten und Ort, wo Mittagessen als solche eher exotisch gewesen waeren oder halt nicht immer drin - bis heute haben es ganze Voelker zur Gewohnheit, 30 Tage am Stueck nichts zu essen und zu trinken, solange es hell ist, auch im Sommer, wo die Tage nicht nur lang, sondern auch heiss sind. Und die kriegen keineswegs Urlaub dafuer; auch die Baustellen muessen weiterbetrieben werden. Ich stell' mir das alles andere als spassig vor, aber die Leute klappen (soweit ich weiss) nicht reihenweise zusammen oder torkeln nur noch halbblind in der Gegend rum, wie sie nach Deiner Theorie eigentlich muessten, oder?
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Ein am 16.06.2006 | 12:32
Hmm.. also selbst in China gibt es Essenspausen.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 16.06.2006 | 12:35
Und in der Türkei nehmen auch die allerwenigsten schwer arbeitenden vollständig am Fasten teil.
Und da ist auf jeden Fall Wasser trinken soviel man will erlaubt.

Schwere Arbeit, kein Trinken, kein Essen und warme Tage ist auf jeden Fall eine Kombination wo die Leute regelmäßig umkippen würden.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Merlin Emrys am 16.06.2006 | 12:52
Hmm.. also selbst in China gibt es Essenspausen.
Und wieviel Essenspausen hatte der durchschnittliche Galeerensklave um die Zeitenwende?

Und in der Türkei nehmen auch die allerwenigsten schwer arbeitenden vollständig am Fasten teil.
Und da ist auf jeden Fall Wasser trinken soviel man will erlaubt.
Und im Iran vor 500 Jahren?

Sicher, gesund war das nicht. Das hat nur nichts an der Praxis geaendert.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 16.06.2006 | 12:57
Zitat
Und im Iran vor 500 Jahren?

Wasser trinken war auf jeden Fall auch da erlaubt, weils auf die gleichen religiösen Werke zurückgeht.

Und bezüglich des Essens gab es da immer Schlupflöcher, um doch ein wenig Zucker zu bekommen.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Ein am 16.06.2006 | 13:07
Also ehrlich gesagt, gab es keine Galeerensklaven in der Antike, auch wenn da Ben Hur was anderes erzählt. Galeerenruderer waren in der Antike disziplinierte und wohl auch recht gut verpflegte Soldaten. Darauf sollte man eigentlich auch mit ein wenig Nachdenken kommen, denn mit einer ausgezerrten Rudermannschaft gewinnt man keine Seeschlacht.

Im späten Mittelalter gab es die Galeerenstrafe. Die unglücklichen die auf einer Galeere endeten, verstarben wirklich sehr oft, oft genug durch Auszehrung.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Aiffilion am 16.06.2006 | 15:01
Zu dem Thema Weil Realismus dem Spaß im Wege stehen kann und den Realismus eh keiner prüfen kann.

Ja - wir reden hier aber nicht vom Zelebrieren von Hartwurst-Essen ...   

Oder sag mir mal einer wie sich Magie auf den Alltag in einer Stadt auswirken würde.

Ein Modell wie es sich auswirken könnte kann man sehr wohl entwickeln und ich finde das auch wesentlich stimmungsvoller als die situation dass alles was hinterher unschlüssig bleibt begründet wird mit: "Magie".

Imho: wer weniger prügeln will und eine gute Story braucht ist beim CRPG einfach falsch aufgehoben und sollte ein Adventure spielen. CRPGs haben nichts mit Rollenspielen zu tun. Beim Adventure liegt der Fokus auf der Story und es gibt weniger logische Fehler.

Das ist derzeit in der Tat richtig. Wollen wir einen Thread aufmachen: Was mich an Computeradventures stört ... dann sag ich dir warum die mir nicht so passen.

Es muss doch einen Kompromiss geben:
Vom Adventure:
- Story
- Logik
- Bodenständigkeit (im Gegensatz zu Oblivion wo das Böse nicht mehr erschreckt, sondern nur noch nervt)

Vom CRSP:
- Flexibilität (man kann gehen wohin man will)
- Fertigkeiten (die Tür geht nur auf, wenn man auch mit dem Dietrich umgehen kann)
- Kampf (ab und zu muss ich auch mal ein Monster töten, aber nicht andauernd)
- Ausrüstung

Und dann eben noch die Softfaktoren, die ich oben beschrieben habe ... ich finds sehr dämlich, wenn die Designer mir eine lebende Welt vorspiegeln, indem Passanten meinen "Ihr seht mir wie ein wahrer Alchimist aus". Gegen diesen dämlichen Dialog hat offensichtlich auch keiner was ... und er war gedacht als Bonus für Realimus.
Wenn sie stattdessen mir aus dem Weg gehen, weil meine Kleidung Blutdurchtränkt ist und ich erstmal im Gasthaus einkehren muss um mich zu waschen und neu anzukleiden, dann finde ich ist das wesentlich stimmungsvoller.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 16.06.2006 | 15:42
Rollenspiel im Sinne von Immersion und möglichst dichter Atmosphäre durch möglichst realistische und stimmige Welten hat sich nur noch kein Entwickler auf die Fahnen geschrieben.

Wobei ich in vielen Punkten die Du ansprichst durchaus auch positive Entwicklungen sehe.

z.B. geht ja z.B. Oblivion auch durchaus auf friedliche Fauna und Flora sehr detailiert ein.
Was sicher auf daran liegt das die technischen Möglichkeiten langsam wachsen.

Was solche Sprüche wie "Ihr seid aber ein toller Alchemist" sollen, hab ich mich auch genau einmal gefragt, seit dem höre ich da einfach weg.

Und genau die Art von übertriebenem Realismus wie Du ihn Dir ja offensichtlich wünscht, wird übrigens (mit mittlerweiser echt mieser Grafik) auf einigen UO-Rollenspielservern praktiziert.
Wahrscheinlich selbst für Deinen Geschmack zuviel.
Alles was nach der Engine möglich ist, oder ihr von einem der Skripter abgetrotz werden kann, wird da gleich mal implementiert.
Da gibts dann aber auch regelmäßig sehr sehr hitzige Debatten darüber was jetzt realistisch und/oder wünschenswert in einem Rollenspiel für den Computer ist.
Titel: Re: Koerperliche AKtivitaet beim Fasten
Beitrag von: Yerho am 16.06.2006 | 16:13
Bisschen OT, aber: Wo faengt bei Dir denn "hochgradig körperlich aktiv" an?

Bei deutlich weniger als einem ganztägigen, strammen Marsch in Metallrüstung mit einem Rucksack voller Beute, wie er in PC-"Rollenspielen" gang und gäbe ist.

Zitat
Wenn ich mal einen vorsichtigen Blick ueber den Tellerrand des "Jetztzeiteuropaers" hinauswerfe, finde ich ziemlich viele Zeiten und Ort, wo Mittagessen als solche eher exotisch gewesen waeren oder halt nicht immer drin

Es geht hier nicht um drei Mahlzeiten am Tag, sondern darum, daß man in gewissen Abständen Nahrung aufnehmen muß, um kurzfristig gesehen im Leistungsoptimum, mittelfristig gesehen aktiv und langfristig gesehen am Leben zu bleiben. Diese Abstände verkürzen sich, je mehr Leistung man erbringt bzw. erbringen muß.

Zitat
bis heute haben es ganze Voelker zur Gewohnheit, 30 Tage am Stueck nichts zu essen und zu trinken, solange es hell ist, auch im Sommer, wo die Tage nicht nur lang, sondern auch heiss sind.

Kein Mensch überlebt 30 Tage ohne Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Selbst in der Fastenzeit wird den Anhängern keiner Religion die Aufnahme von Wasser verwehrt (Ausnahme: Ein Initiations-Ritus sieht Halluzinationen durch Dehydrierung vor.). Gleichzeitig gibt es immer gewisse Nahrungsmittel, die auch in Fastenzeiten verzehrt werden dürfen, bzw. die zu gewissen Wochentagen oder Tageszeiten innerhalb der Fastenzeit erlaubt sind.

Zitat
Und die kriegen keineswegs Urlaub dafuer; auch die Baustellen muessen weiterbetrieben werden. Ich stell' mir das alles andere als spassig vor, aber die Leute klappen (soweit ich weiss) nicht reihenweise zusammen oder torkeln nur noch halbblind in der Gegend rum, wie sie nach Deiner Theorie eigentlich muessten, oder?

Die wohl strengsten Bestimmungen hat der Ramadan, und selbst dort darf man nach Einbruch der Dunkelheit Wasser und Nahrung aufnehmen; die Enthaltsamkeit gilt nur am Tage. Außerdem wird während dieser Zeit nicht gearbeitet, denn der Strenggläubige verbringt diese Zeit im Gebet und mit Lektüre des Koran. Der weniger Strenggläubige geht zwar arbeiten, fastet aber dafür auch nur insofern, wie er sich üppigen Essens enthält - das ist sogar religiös legitimiert, denn es gibt Ausnahmen für Reisende (in der heutigen Zeit ausgedehnt auf Erwerbstätige), Schwangere und Kranke.

Ansonsten:
Wie schon angedeutet wurde, gab es Galeerensklaven erst ab der späten Römischen Republik, als eine personelle Trennung zwischen Kämpfern und Ruderern erfolgte. Und selbst da wurden Galeerensklaven entgegen der landläufigen Darstellung so gut verpflegt wie jeder andere an Bord (Offiziere ausgenommen), und weitaus besser als manche andere Sklaven. Denn wenn Galeerensklaven nicht kräftig rudern oder wegen allzu schlechter Behandlung zu einer dummen Zeit revoltieren oder auch einfach nur den Dienst verweigern, ist die Galeere stillgelegt und damit wehrlos. Außerdem kann man auf hoher See ausgefallene Ruderer nur sehr schlecht ersetzen.
Ab dem frühen Mittelalter wurden Rudersklaven in der zivilen Seefahrt teilweise bewußt karg gehalten, weil sie lediglich untertützend zum Segeln tätig und somit entbehrlich waren. Außerdem waren es Sträflinge, und ihr Tod auf der Ruderbank war gewissermaßen nur die aufgeschobene Hinrichtung.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Falcon am 16.06.2006 | 16:40
Ich darf mal einen Aspekt ansprechen der entgegen aller bisherigen Gegenargumente immer so realistisch gehalten wird wie möglich: die Graphik.
Jeder Entwickler prahlt damit, daß seine Graphik so realistisch ist wie noch nie und ich kenne auch keinen Gamer der ein Spiel abgelehnt hat weil er sagt "die Graphik ist mir zu realistisch, zu viel Realismus tötet den Spielspaß". Der Blick aus dem Fenster ist doch dröge. Irgendwie paradox.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 16.06.2006 | 16:42
Doch, das kommt schon mal vor, wenn eine möglichst realistische Grafik nicht unbedingt der Atmosphäre zu gute kommt.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Falcon am 16.06.2006 | 16:44
Das stimmt, ist aber wohl eher die Ausnahme wenn man sich die Entwicklung und den Graphikwahn der Entwickler im 3D Bereich anschaut (nicht zuletzt werden auch in TekDemos die realistitischsten Effekte  gezeigt)

Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: ragnar am 16.06.2006 | 16:48
Ich bin vielleicht auch eine Aussnahme, aber mir hat es den Spaß irgendwe schon verdorben als zwischen Might&Magic5 und M&M6 von "Comicgrafik" auf Pseudo-3D umgeschaltet wurde, und ähnlich würde es mir sicher ergehen wenn der nächste Duke Nukem-Teil rauskommt und mir auf einmal "realisitsche" Gegner und Eingeweide um die Ohren fliegen.

EDIT: Man beachte Wörtchen "würde", es geht niemand ernsthaft davon aus das der Duke noch in diesem Jahrundert zurückehrt, oder?
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 16.06.2006 | 16:50
Bei Grafik stört halt Realismus eher selten, weil es vom Spieler nichts verlangt (außer einen modernen Rechner).

Sobald man an eine Eigenschaft des Spielers wie z.B. Fleiß, Geduld, Intelligenz o.ä. mehr als die absoluten Minimalanforderungen stellt, sinkt die Käuferschaft für das Computerspiel wohl sofort drastisch.

Sieht man ja auch bei anderen Genres immer wieder.
Sobald ein Strategiespiel mal wirklich fordernd ist, regen sich sofort viele drüber auf das es viel zu schwer ist, und das man ja Mühe darein investieren müsse, um es zu meistern.

Sobald mal ne Wirtschaftssimulation nicht bloß hirnloses Echtzeit-Geldeinsacken ist, sondern ein wenig komplex ist, schreien die Spieler auf.

Bei Heroes 5 gabs wegen dem Schwierigkeitsgrad auch viele die sich aufgeregt haben, und Tropico wurde damals seine Komplexität auch massiv vorgeworfen.

Zitat
EDIT: Man beachte Wörtchen "würde", es geht niemand ernsthaft davon aus das der Duke noch in diesem Jahrundert zurückehrt, oder?

Ich gehe vielmehr davon aus, dass das Spiel heutzutage einfach nichts mehr zu bieten haben wird. Immerhin war damals Duke Nukem einer von wenigen Ego-Shootern. Heute kommen 3 bis 4 im Monat raus.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Catweazle am 16.06.2006 | 17:04
Ja - wir reden hier aber nicht vom Zelebrieren von Hartwurst-Essen ...   
hab ich aber so empfunden.

Ein Modell wie es sich auswirken könnte kann man sehr wohl entwickeln und ich finde das auch wesentlich stimmungsvoller als die situation dass alles was hinterher unschlüssig bleibt begründet wird mit: "Magie".
Klar kann man das. Nach monate- bis jahrelangen Soziologiestudien. Wenn's reicht. Sonst ist es, wie erwähnt, nur die Illusion eines Realismus und wenn du mit einem Soziologen spielst und der sich beschwert bist du in die eigene Falle gelaufen, denn die Gesellschaft, die du als realistisch empfunden hast war dann doch noch nicht einmal ansatzweise realistisch.

Hinterfrägst du die physikalischen Grundlagen eines Sci-Fi-Rollenspiels? Wie weit gehst du in einem P&P Rollenspiel, wenn ein Medizinwurf fällig ist (Pschyrembel lesen? Vorlesungen über Medizin gefällig? Nicht? Aber es soll doch realistisch sein?)? Du sprichst davon, dass es keine Hartwurst sein soll. Der Begriff "Hartwurst" ist so bekloppt, schwammig und nichtssagend wie es nur geht. Jedoch wo die Grenze zwischen dem von dir positiv benanntem Realismus und der negativ behafteten "Hartwurst" gezogen wird, das bleibt im Nirvana verborgen. Wie soll man da argumentieren?

Das ist derzeit in der Tat richtig. Wollen wir einen Thread aufmachen: Was mich an Computeradventures stört ... dann sag ich dir warum die mir nicht so passen.
:o ähhhh... lass mal. So war das nicht gemeint.  ;)

Es muss doch einen Kompromiss geben:
Vom Adventure:
- Story
- Logik
- Bodenständigkeit (im Gegensatz zu Oblivion wo das Böse nicht mehr erschreckt, sondern nur noch nervt)

Vom CRSP:
- Flexibilität (man kann gehen wohin man will)
- Fertigkeiten (die Tür geht nur auf, wenn man auch mit dem Dietrich umgehen kann)
- Kampf (ab und zu muss ich auch mal ein Monster töten, aber nicht andauernd)
- Ausrüstung
Es gibt viele davon und auch Oblivion ist einer. Nur gefällt er dir nicht. Mir übrigens auch nicht.

Und dann eben noch die Softfaktoren, die ich oben beschrieben habe ... ich finds sehr dämlich, wenn die Designer mir eine lebende Welt vorspiegeln, indem Passanten meinen "Ihr seht mir wie ein wahrer Alchimist aus". Gegen diesen dämlichen Dialog hat offensichtlich auch keiner was ... und er war gedacht als Bonus für Realimus.
Das ist deine Interpretation. Ich seh das eher als Bonus für Stimmung.

Wenn sie stattdessen mir aus dem Weg gehen, weil meine Kleidung Blutdurchtränkt ist und ich erstmal im Gasthaus einkehren muss um mich zu waschen und neu anzukleiden, dann finde ich ist das wesentlich stimmungsvoller.
Beim ersten Mal. Beim zweiten Mal auch? Und beim Dritten? Spätestens beim hundertsten Mal geht es dir nur noch auf den Sack. Weil Realismus alleine keine Stimmung trägt. Schönes Beispiel: Baldur's gate. Es ist realistisch wenn Leute gähnen. Aber ich will's nicht hören! Echt nicht. Ich hab's auch deswegen in die Tonne getreten (und wegen vielem anderen).
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 16.06.2006 | 17:14
Das ist das Problem, was man auch bei vielen existenten Spielen beobachten kann:

Features und Gimmicks die dem Realismus dienen dürfen keine Arbeit nach sich ziehen.

Denn wenn sie vom Spieler Aufwand erfordern, hat man immer das Problem das sie x mal cool rüber kommen, und spätestens ab dem (x+1)ten mal tierisch nerven.

z.B. die kaputte Rüstung und die kaputten Waffen hätten sie sich bei Oblivion auch komplett schenken können.
Beim ersten mal freut man sich noch wie "realistisch" Oblivion da ist.
Aber spätestens wenn man das erste mal wegen ner kaputten Rüstung tot geht und ne halbe Stunde Spielstand verliert, oder aber mitten im Dungeon plötzlich die Hämmer kaputt gehen, nervt es einfach nur.

Und um beim Beispiel vom Threadersteller zu bleiben:
Wenn meine Kleidung jetzt blutig wird, und ich dann plötzlich nicht mehr mit NSCs vernünftig reden kann bevor ich mich gewaschen habe, nervt das auch spätestens nach dem 5. Mal.
Das dann aber tierisch.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Aiffilion am 16.06.2006 | 19:01
Hinterfrägst du die physikalischen Grundlagen eines Sci-Fi-Rollenspiels?

Ich spiele kein Scifi, aber ich mach das einfach mal an Filmen fest. Nimm mal den Film Matrix: Nette Action, aber welcher Hirni hat sich das ausgedacht dass man aus Nerven Energie gewinnen könnte? Der Wirkungsgrad eines solchen Kraftwerks ist hundertmal schlechter als jeder Benzinmotor (und der ist schon schlecht genug).

Du sprichst davon, dass es keine Hartwurst sein soll.

Das ist recht einfach ... alles was mich im Spiel nicht behindert, aber das Spiel dennoch bereichert ist doch keine Hartwurst.

Erstens kann der Computer eben viel automatisch berechnen, was im P&P nerven würde: Verschleißzustand, Hunger, Ausdauer ...

Zweitens gibt es einige Dinge die man ganz nett findet und die den Spielfluss nicht stören (die dämlichen Dialoge, selbst wenn ich sie klüger gewählt hätte).

Drittens - und das ist der Hauptpunkt - bin ich dafür nervende Elemente herauszunehmen, d.h. weniger Wegelagerer, weniger Waffen, weniger Alchimiepflanzen ... Wie man bei Oblivion ganz einfach sieht. Es kommt schon innerhalb weniger Stunden Spielzeit zu einer Inflation: alte Waffen sind nicht mehr gut genug, alte Wegelagerer auch nicht, auf den Straßen warten jetzt nicht mehr Wölfe oder Trolle, sondern Berglöwen, Bären oder Oger.

Der Begriff "Hartwurst" ist so bekloppt, schwammig und nichtssagend wie es nur geht.

Ist er, ich kenne das Wort eigentlich nicht ... und ich finde es wirt hier vornehmlich als Totschlagargument benutzt.

Beim ersten Mal. Beim zweiten Mal auch? Und beim Dritten?

hmm ... heute muss ich mir die doofen Dialoge anhören ... ist das ein Unterschied? Aber solche Verhaltensweisen haben zumindest einen Realitätsbezug. Gähnen fand ich übrigens nicht so schlimm.

Zitat von: Chiungalla
Features und Gimmicks die dem Realismus dienen dürfen keine Arbeit nach sich ziehen.

Stimme dem zu.

Zitat von: Chiungalla
Wenn meine Kleidung jetzt blutig wird, und ich dann plötzlich nicht mehr mit NSCs vernünftig reden kann bevor ich mich gewaschen habe, nervt das auch spätestens nach dem 5. Mal.

Kann ich nachvollziehen. Ich fände es auch nicht sinnig, wenn sowas immer passiert wenn man sich mal eine Schramme abgeholt hat. Wer aber Monate lang regelmäßig Blutbäder anrichtet und seine Ausrüstung nicht instandsetzt sollte sich schon einmal im Spiegel ansehen können. Gerade für NSCs wäre sowas auch ganz reizvoll ...

Ein weiterer Punkt warum sowas eigentlich nicht so ins Gewicht fallen sollte: Ich würde die Kämpfe auf 10% reduzieren. Nämlich 90% sind ebenfalls nur Nervfaktor (Arbeit, wie oben geschrieben). Wer fühlt sich bei Oblivion nicht von den zahlreichen Oblivion-Toren angeödet? Es ist doch immer das selbe. Und genauso die Wegelagerer: Nicht realistisch und nerven nur, wenn man von A nach B will. Ein paar speziell platzierte würden es auch tun.

finde ich ...
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 16.06.2006 | 19:18
Zitat
Ich würde die Kämpfe auf 10% reduzieren. Nämlich 90% sind ebenfalls nur Nervfaktor (Arbeit, wie oben geschrieben). Wer fühlt sich bei Oblivion nicht von den zahlreichen Oblivion-Toren angeödet? Es ist doch immer das selbe. Und genauso die Wegelagerer: Nicht realistisch und nerven nur, wenn man von A nach B will. Ein paar speziell platzierte würden es auch tun.

Ich fände besser, wenn die Kämpfe bei Oblivion anspruchsvoller wären.
Dann könnte man den Part als "Fantasy-Egoshooter" spielen.
Da hätte ich Lust drauf.

Dadurch das es aber einfach und sich wiederholend ist, wirds tatsächlich langweilig.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Teclador am 16.06.2006 | 19:22
Ist er, ich kenne das Wort eigentlich nicht ... und ich finde es wirt hier vornehmlich als Totschlagargument benutzt.

Nein es beschreibt sehr treffend eine grassiernde Krankheit im PnP Rollenspielbereich.

Und du möchtest die jetzt noch in die PC Welt tragen.

Nein, danke.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 16.06.2006 | 19:24
Um zu sagen das die grassiert, müsste man erstmal definieren wo die anfängt schädlich zu werden.
Und das tut schließlich jeder für sich selbst.
Es gibt sicher in diesem Forum eine Menge Leute die Sachen früher als Hartwurst und störend empfinden als ich, und sicher auch viele die es später tun.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Teclador am 16.06.2006 | 19:31
@Aff:

Dreckiges Aventurien? Hm ja kenne ich. Wiederum die Frage was bringt mir mehr Realismus?
Ich meine das mag sicherlich für einige Leute interessant sein. Dir scheint es ja auch sehr wichtig zu sein.

Für mch ist es aber schlichtweg vollkommen uninteressant, ob ein System (Seis ein PnP Regelwerk oder ein programmiertes System hinter einem PC Spiel) jetzt die Realität möglichst genau abbildet oder nicht. Ich meine ob ich jetzt 10 mal getroffen werde bevor ich umfalle, oder einmal. Ich sehe da (für mich) keinen Unterschied. Mir geht es um andere Dinge.

Gebt mir Konflikte, gebt mir harte Entscheidungen, gebt mir das große Drama!  ;D

Weniger Monster, weniger Schätze, weniger Magie = mehr Spass ???

Also diese Darstellung ist viel zu vereinfacht, greift viel zu kurz und beachtet überhaupt nicht die individuellen Wünsche die die verschiedenen Spieler am Spieltisch haben können.


PS: DSAler. Brrrrrr da läufts mir eiskalt den Rücken runter. Bitte nicht mehr so ansprechen, danke.  ;)
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Catweazle am 16.06.2006 | 22:19
Ein weiterer Punkt warum sowas eigentlich nicht so ins Gewicht fallen sollte: Ich würde die Kämpfe auf 10% reduzieren. Nämlich 90% sind ebenfalls nur Nervfaktor (Arbeit, wie oben geschrieben). Wer fühlt sich bei Oblivion nicht von den zahlreichen Oblivion-Toren angeödet? Es ist doch immer das selbe. Und genauso die Wegelagerer: Nicht realistisch und nerven nur, wenn man von A nach B will. Ein paar speziell platzierte würden es auch tun.

finde ich ...
Und genau da ist der Knackpunkt. Nervfaktoren müssen natürlich raus. Aber das, was du als Nervfaktor empfindest, ist für andere der heilige Gral. Dein Verlangen nach Realismus ist für mich zum Beispiel nicht nachvollziehbar.

Nein es beschreibt sehr treffend eine grassiernde Krankheit im PnP Rollenspielbereich. Und du möchtest die jetzt noch in die PC Welt tragen. Nein, danke.
Jaaaa! Supergeil! Mehr davon! Anderer Leute Spielweise als Krankheit bezeichnen finde ich super. Und lass mich raten: DU hast die Medizin.  ::)

Um zu sagen das die grassiert, müsste man erstmal definieren wo die anfängt schädlich zu werden.
Und das tut schließlich jeder für sich selbst.
Es gibt sicher in diesem Forum eine Menge Leute die Sachen früher als Hartwurst und störend empfinden als ich, und sicher auch viele die es später tun.
:o
Würde ich genau so unterschreiben.   :d
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Eulenspiegel am 17.06.2006 | 05:07
1) RPGs, wo man eine Gruppe spielt, oder RPGs, wo man einen einzelnen SC spielt?
Schwer zu sagen. Beides hat für mich seinen Reiz.
Ein Gruppen-RPG erinnert mich immer an Pen&Paper. Außerdem kann es zu witzigen Dialogen zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern kommen. (Ich erinnere mich da an Baldurs Gate.)

Andererseits steigt die Identifikation, wenn man nur eine einzelne Figur spielt. (Bei Gothic hatte ich keine Probleme, mich mit dem Protagonisten zu identifizieren. Bei Baldurs Gate oder bei Fall Out hatte ich dieses Problem schon.)

2)Wie sähe für mich ein perfektes CRPG aus?

Nun, es sollte einerseits realistisch sein. Andererseits sollte sich der Realismus im Hintergrund halten.

Beispiele:
Ich fände es super, wenn man in einem mittelalterlichen Setting auch mal ein Klo Haus sieht, dass außerhalb der Wohnung steht. - Aber ich fände es scheiße, wenn man alle 8 Stunden raufrennen muss, weil man sonst 'ne Verstopfung bekommt.

Ich finde es toll, wenn der SC dezent darauf hinweist, wenn er Hunger hat. Und wenn die Talente leicht rückgängig wären, wäre das auch toll. Wenn man aber dazu gezwungen wird, regelmäßig zu essen, wäre das blöd. (Aber: Man hat Talentwerte von ca. 20. Wenn man nichts ist, sinken sie um 2 Punkte. - Das ist zwar ärgerlich, aber man kann trotzdem weiter die Quests lösen und muss nichts essen. - Dann hat man zwar nur einen Wert von 18, solange man hungert, aber das behindert einen nicht wirklich.)

Eine Stadt soll belebt sein: Das heißt, es gibt viele Figuren, mit denen man Small Talk betreiben kann, die aber nichts zur Story beitragen. Aber trotzdem möchte ich eine Möglichkeit haben, wichtige NSCs von unwichtigen zu Unterscheiden.
Vorstellbar wäre folgendes: Sobald man die Option einschaltet, erhalten wichtige NSCs eine leichte Aura, die zwar auffällt, aber nicht zu offensichtlich ist. Alternativ sprechen einen wichtige NSCs auch automatisch an, wenn man an ihnen vorbeigeht. (Nur mittels Sound ansprechen. Es soll nicht gleich eine Dialogbox eingeschaltet werden.)

Tagesabläufe sollten sichtbar sein: Tagsüber befinden sich alle auf dem Marktplatz oder bei der Arbeit. Nachts über schlafen sie.
Auch sollte es Wachablösung geben. - Ist zwar nur ein kleines Feature, aber ich fände es ganz witzig, wenn die Wache mal kurz ihren Posten verlässt, um die Wachablösung zu hohlen. - Und vielleicht ergibt sich dann ja auch für den Spieler die Möglichkeit, unbemerkt in die Wachstube hineinzugelangen.

Unterschiedliches Wetter: Tag-Nacht, sowie sonnig-bewölkt und trocken-Regen-Schnee

ganz wichtig: Für Aufgaben gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, diese zu lösen. (Wer auf Kampf steht, kann die Axt auspacken. - Und wer nicht auf Kampf steht, kann einen alternativen Weg suchen.)

keine Waffen und Rüstungen, die man reparieren muss:
Wenn man mit einer Waffe andauernd kämpft, dann wird sie stumpf. Spieltechnisch sollte es sich aber nur darin auswirken, dass sie vielleicht 10% weniger Schaden macht. - Wem es also nervt, andauernd zum Schmied zu rennen, der kann auch mit der stumpfen Waffe weiterkämpfen. (Sie macht ja immerhin noch 90% des Originalschadens.)
Und wer zum Schmied rennt, bekommt erstmal eine scharfe Waffe, die für die nächsten paar Schläge 110% Schaden macht. (Bevor sie dann lange Zeit als normale Waffe gilt und irgendwann nach vielen Kämpfen wieder stumpf wird.)

blutige Kleidung: Auch hier bevorzuge ich eine Mischung aus realistischem Flair und einfache Handhabung.
Möglich wäre z.B.: Nach besonders schwerem Treffern wird die Kleidung mit Blut beschmutzt. Bzw., wenn man selber getroffen wird, blutet man ebenfalls stark und das färbt sich auf die Kleidung ab. - Allerdings trocknet das Blut nach einigen Minuten und fällt dann von alleine ab. - Das ist zwar unrealistisch, fände ich aber passender, als andauernd meine Kleidung waschen zu müssen.

Frisur & Bart: Da bin ich dafür, es wie in Fable zu halten: Man kann zum Friseur gehen und seine Frisur ändern.
Außerdem wächst einem langsam ein 3 Tage-Bart, wenn man sich nicht frisiert. (Hat keine regeltechnischen Auswirkungen, sieht aber cool aus.)
Titel: Re: Koerperliche AKtivitaet beim Fasten
Beitrag von: Merlin Emrys am 17.06.2006 | 06:31
Kein Mensch überlebt 30 Tage ohne Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme.
Auch wenn es darum bisher überhaupt nicht ging, ist das so wohl sachlich falsch (ich kann Dir notfalls auch bei Gelegenheit noch halbwegs vertrauenswürdige Quellen liefern). Nicht bei körperlicher Arbeit, aber unter anderen Umständen durchaus schon. Ich halte jedenfalls nicht alle entsprechenden Berichte für unglaubwürdig (nur die meisten, zugegebenermassen, deshalb hilft auch keine Internetrecherche bei der Suche nach Fallbeispielen).

Selbst in der Fastenzeit wird den Anhängern keiner Religion die Aufnahme von Wasser verwehrt (Ausnahme: Ein Initiations-Ritus sieht Halluzinationen durch Dehydrierung vor.). ...
Die wohl strengsten Bestimmungen hat der Ramadan, und selbst dort darf man nach Einbruch der Dunkelheit Wasser und Nahrung aufnehmen; die Enthaltsamkeit gilt nur am Tage. Außerdem wird während dieser Zeit nicht gearbeitet, denn der Strenggläubige verbringt diese Zeit im Gebet und mit Lektüre des Koran.
Was die Zeit angeht, hätte ein ruhiges (oder wiederholtes) Lesen meines Textes Dir verraten, dass ich das hineingeschrieben habe, Du kannst Dich also bezüglich dieses Punktes wieder abregen. Und was die Praxis angeht: Eine Kollegin von mir isst und trinkt nichts, solange es im Ramadan hell ist. Sie geht in der Zeit aber weiter zur Arbeit (wie hier ueblich eher mehr als 12 Stunden pro Tag) und achtet darauf, nicht zu schlapp zu wirken, damit ihr Chef (Japaner) keine schlechte Meinung von ihr bekommt. Und sie ist Wissenschaftlerin und kann es sich nicht leisten, einen Monat lang Müll zu produzieren; sie muss also schon etwas anständiges leisten, auch wenn sie fastet...

Ab dem frühen Mittelalter wurden Rudersklaven in der zivilen Seefahrt teilweise bewußt karg gehalten, weil sie lediglich untertützend zum Segeln tätig und somit entbehrlich waren. Außerdem waren es Sträflinge, und ihr Tod auf der Ruderbank war gewissermaßen nur die aufgeschobene Hinrichtung.
Der Unterschied zwischen "aufgeschobener Hinrichtung" und "Hunger-/Durst-Delirium nach 8 Stunden" ist Dir aber schon klar?
Der menschliche Körper kann viel mehr ab und ist um einiges leistungsfähiger, als der "Jetztzeiteuropäer" sich offenbar so vorstellen kann. Ist ja auch demütigend, dass andere so viel mehr aushalten als man selbst (wenn auch bei deutlich reduzierter Leistungsfähigkeit in anderen Bereichen). Trotzdem wird man das nicht alles pauschal als Lügen und Phantastereien abtun können, nur um sich so etwas wie die eigene Scham nicht eingestehen zu müssen...
Titel: Re: Koerperliche AKtivitaet beim Fasten
Beitrag von: Yerho am 17.06.2006 | 09:37
Auch wenn es darum bisher überhaupt nicht ging, ist das so wohl sachlich falsch (ich kann Dir notfalls auch bei Gelegenheit noch halbwegs vertrauenswürdige Quellen liefern).

Diese Quellen würde ich tatsächlich gerne sehen wollen.

Soweit ich weiß, liegt das absolute Maximum für Überleben (!) ohne Wasser bei 8 Tagen, eventuell bei 10 Tagen, je nachdem, zu welcher Tageszeit die letzte Wasseraufnahme und dann die erste Nachhydrierung erfolgte. Leistungsschwächen gibt es (an Tagen ohne große Hitze und mit durchschnittlicher Luftfeuchtigkeit) bereits nach 4 bis 6 Stunden (nachgewiesen durch Konzentrations- und physische Leistungstests), Unwohlsein schon nach 8 bis 12 Stunden, darüber treten dann nach und nach deutliche Krankheitssymptome auf. Durch Übung/Gewöhnung können sich diese Zeiten etwas erhöhen.

Bei Nahrungsentzug ist die Schwelle generell deutlich höher anzusetzen. Ein gutgenährter (nicht fettleibiger) Mensch kann nahezu zwei Monate ohne Nahrungsaufnahme überleben - Adaption macht's möglich, denn der jeder Organismus verfügt über ein "Notprogramm" für Mangelsituationen. Allerdings ist er nach spätestens vier Tagen nur noch zum Herumhängen fähig, die geistige und körperliche Leistung sinkt bereits nach 12 Stunden signifikant ab.

Zitat
Eine Kollegin von mir isst und trinkt nichts, solange es im Ramadan hell ist. Sie geht in der Zeit aber weiter zur Arbeit (wie hier ueblich eher mehr als 12 Stunden pro Tag) und achtet darauf, nicht zu schlapp zu wirken, damit ihr Chef (Japaner) keine schlechte Meinung von ihr bekommt. Und sie ist Wissenschaftlerin und kann es sich nicht leisten, einen Monat lang Müll zu produzieren; sie muss also schon etwas anständiges leisten, auch wenn sie fastet...

Ihre Leistungsspanne innerhalb und außerhalb des Fastenmonats müßte man sicher (anhand noch festzulegender Eckpunkte zur Leistungsevaluierung für ihr Tätigkeitsfeld) analysieren, um für den konkreten Lesitungsnachlaß zu belegen. Das dieser existiert, ist allerdings unzweifelhaft.

Zitat
Der Unterschied zwischen "aufgeschobener Hinrichtung" und "Hunger-/Durst-Delirium nach 8 Stunden" ist Dir aber schon klar?

Hunger-/Durst-Delirium nach 8 Stunden? Wie kommst Du darauf?
In meinen Postings ist für diesen Zeitraum nur von nachlassender geistiger und körperlicher Leistung die Rede.

Zitat
Der menschliche Körper kann viel mehr ab und ist um einiges leistungsfähiger, als der "Jetztzeiteuropäer" sich offenbar so vorstellen kann. Ist ja auch demütigend, dass andere so viel mehr aushalten als man selbst (wenn auch bei deutlich reduzierter Leistungsfähigkeit in anderen Bereichen). Trotzdem wird man das nicht alles pauschal als Lügen und Phantastereien abtun können, nur um sich so etwas wie die eigene Scham nicht eingestehen zu müssen...

Bitte verschone mich mit Phrasen und Polemik und bringe ein paar harte Fakten: Welcher Nicht-"Jetztzeiteuropäer" hat über welchen Zeitraum hinweg unter Verzicht auf Wasser- und Nahrungsaufnahme über welche Zeiträume keine signifikanten Leistungsnachlässe aufgewiesen und ist nicht nach spätestens 10 Tagen ohne Wasser und nach spätestens zwei Monaten ohne Nahrung zugrunde gegangen?

Sätze wie "Das gibt's aber doch! Ganz bestimmt, irgendwo ..." haben für mich nicht mehr Relevanz, als wenn jemand mir erzählt, er würde sich seit Anfang März ausschließlich von Licht ernähren - wie es ja durchaus manche Leute behaupten.

Antwort bitte per privater Mitteilung, da das Ganze hier sehr off-topic ist.
Titel: Re: Koerperliche AKtivitaet beim Fasten
Beitrag von: Bluerps am 17.06.2006 | 13:45
Antwort bitte per privater Mitteilung, da das Ganze hier sehr off-topic ist.
Mach doch nen eigenen Thread draus. Ich finds interessant. :)


Bluerps
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Aiffilion am 17.06.2006 | 22:41
Dreckiges Aventurien? Hm ja kenne ich. Wiederum die Frage was bringt mir mehr Realismus?
Ich meine das mag sicherlich für einige Leute interessant sein. Dir scheint es ja auch sehr wichtig zu sein.

Es ist nicht der Realismus, der es besser macht, sondern das tiefstapeln ... Wenn du mal wie ich Rollenspiel (und Powergaming) bis zum Erbrechen praktiziert hast, merkst du auch, dass es keinen Spaß macht D&D-like zu spielen. Man interagiert nämlich gar nicht mit der Welt. Eigentlich tut man nur genau das, was der Spielleiter vorbereitet hat - nur das Monster heißt jedes Mal anders.

Dreckig Aventurien ist nicht eine Lösung für das Problem Realimus. Es setzt auseinander, dass man auch Spannung erzeugen ohne etwas neues zu bringen.

Für PC-Rollenspiele möchte ich da mal DungeSiege ich anführen, was im Gegensatz zu Oblivion keine anständige Story hatte und absolut brechreizerregend war. Jedes neue Dungeon hatte andere Monster, die bizarr aussahen und neue nie gehörte Namen hatten ... es ging doch aber nur darum sie totzuschlagen ...

Weniger Monster, weniger Schätze, weniger Magie = mehr Spass ???

Oh ja. Probier mal ein P&P-ABenteuer für 1. Stufe mit einem 20. Stufe Helden zu spielen. Erhöhe die Anzahl der Gegner so, dass es genauso schwierig ist. Wenn du mehr spaß dabei hast ... solltest du das immer tun ;)

Im Großen und Ganzen schließe ich mich Eulenspiegel an. Realismus im Computerspiel sollte nicht lästig werden.

Was Ego-Perspektive vs. Party angeht fand ich Ultima 7 extrem gut (und U8 bzw. U9 waren genau deswegen ein echter Rückschritt). Man hat sich immer mit dem Protagonisten identifiziert und hatte eine wirklich gute Gruppenstimmung, weil die Gruppenmitglieder vom Computer gesteuert wurden. Im Gegensatz zu Oblivion, Morrowind und Gothic war die Computer-AI aber nicht so doof, dass sie die Party-Mitglieder durch allzugewagte Manöver umgebracht hat. In Neverwinternights und Baldurs Gate war hingegen die Interaktion doch sehr D&D-like, zwar hatte jeder Charakter auch einige Individuelle Seiten, aber die sind eher selten zum Tragen gekommen.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Skele-Surtur am 17.06.2006 | 23:22
Das wieviel Millionste mal wird jetzt dieses Thema diskutiert? Wenn ihr Rollenspiel spielen wollt, dann nehmt euch ein paar Freunde, ein paar Blätter Papier, Würfel und Bleistifte, aber schmeißt nicht den Computer an. Ja, ich weiß: Kumpels sind nicht immer in nächster nähe und "mal 'ne Stunde RPG vorm Schlafengehen ist auch nicht drin, aber allmählich sollte durchgedrungen sein, dass hinter Computerspielen eine riesen Finanzkraft steckt.

Reine "Rollenspiele" im Fantasybereich bedienen nunmal den Mainstream, weil der auch mainly die Kohle hat, mit der sich diese Firmen finanzieren. Die P&P Gemeinde reicht nunmal nicht als Kostenträger dafür.
Diese Spiele sind NICHT auf Realitätsgetreue ausglegt (auch wenn es meines Wissens in einigen Kulturen Metallbögen gegeben haben soll).
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Dash Bannon am 17.06.2006 | 23:26
richtig!
ich kann Aiffilion sehr gut verstehen..
aber ein Computer RPG soll sich ja gut verkaufen und die Mehrzahl der Käufer will dass was (mit Oblivion z.B.) angeboten wird.

auch wenn es bei Oblivion nervt den 20. Dungeon leer zu metzeln und das 10. Oblivion-Tor (ebenfalls durch Metzeln) zu schliessen ;)
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Teclador am 18.06.2006 | 14:04
Wenn du mal wie ich Rollenspiel (und Powergaming) bis zum Erbrechen praktiziert hast, merkst du auch, dass es keinen Spaß macht D&D-like zu spielen.

Danke für dies Einsicht. Ich schreibe grade mal an WotC, dass sie doch möglichst bald DND einstellen sollen, da das Spiel ja offensichtlich keinen Spass macht und eine weiterer Vertrieb deshalb wenig sinnvoll ist. ::)



Zitat
Oh ja. Probier mal ein P&P-ABenteuer für 1. Stufe mit einem 20. Stufe Helden zu spielen. Erhöhe die Anzahl der Gegner so, dass es genauso schwierig ist. Wenn du mehr spaß dabei hast ... solltest du das immer tun ;)

Nein ich lasse das mit den Monster schnetzeln lieber ganz und spiele irgendwas ohne Monster. ;)


Aber ich habe noch zwei super realistische Ideen für ein PC-Rollenspiel:

1. Man sollte einen Kennwert für die Dehydrationsgeschwindigkeit einführen. Unbedingt zu beachten ist hierbei die Körperkraft, wegen der relativ hohen Wärmeerzeugnis von Muskeln.

2. Rettungwürfe gegen Gifte sollten abgeschaft werden. Zu einfach. Eine bessere Idee wäre es für jedes Körperteil eine Aufstellung zu machen wie zur betreffenden Zeit das Verhältnis verschiedener Kationen und Anionen intra- und extrazellulär ist.

3. Es muss realistische Regeln für den konsum von Alkohol geben. Dabei ist unbedingt auch die Menge Wasser, die sich momentan im Körper befindet zu berücksichtigen. (siehe 1.)
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: MadMalik am 18.06.2006 | 14:14
Du hast vergessen, wenn der Hauptcharakter stirbt, dann beendet sich das Spiel, löscht sich selbst von der Platte, und weigert sich wieder installiert zu werden. So für den ultimativen Realismus Kick.  ;D

Aber eine ganz praktische Sache; Rein dekorative Türen. Bitte nicht.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Aiffilion am 18.06.2006 | 23:34
Das wieviel Millionste mal wird jetzt dieses Thema diskutiert?

Das wusste ich nicht.

Reine "Rollenspiele" im Fantasybereich bedienen nunmal den Mainstream, weil der auch mainly die Kohle hat, mit der sich diese Firmen finanzieren. Die P&P Gemeinde reicht nunmal nicht als Kostenträger dafür.
Diese Spiele sind NICHT auf Realitätsgetreue ausglegt (auch wenn es meines Wissens in einigen Kulturen Metallbögen gegeben haben soll).

Ich widerspreche mal ganz scharf. Die Ultima-Reihe (bis 7, siehe jüngst aktueller thread) war immer schon ein Geheimtipp und hat genau diese Form des Realimus gebracht. Natürlich nicht den Nervrealismus, aber ein Rollenspiel auf Niveau von Ultima 7/2 würde mir schon absolut genügen für Spielspaß.

Zitat von: Teclador
Danke für dies Einsicht. Ich schreibe grade mal an WotC, dass sie doch möglichst bald DND einstellen sollen, da das Spiel ja offensichtlich keinen Spass macht und eine weiterer Vertrieb deshalb wenig sinnvoll ist.

Also erstens solltest du lesen was ich schreibe. Hast du D&D bis zum Erbrechen gespielt? Offensichtlich schon, sonst würdest du kein Urteil dazu geben. Frage mich nur, warum du dann immer noch spielst ... Kotzsucht?

Zweitens ist die Schmerzgrenze durchaus nicht überall schnell erreicht. Was die Qualität deiner und der folgenden antwort angeht ist sie bei mir erreicht ...

Drittens, was machen die meisten, die D&D-like gespielt haben und denen es nicht mehr gefällt? Sie hören einfach auf und sagen dann: "Rollenspiele, ist doch langweilig".

Manchmal frage ich mich darüber hinaus ... Wo in anderen Foren der Powergamer der Schwarze Mann ist, scheint es hier die Hartwurst zu sein .... Ohne Feindbilder geht so ein Forum wohl nicht?
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 19.06.2006 | 08:53
Zitat
Also erstens solltest du lesen was ich schreibe. Hast du D&D bis zum Erbrechen gespielt? Offensichtlich schon, sonst würdest du kein Urteil dazu geben. Frage mich nur, warum du dann immer noch spielst ... Kotzsucht?

Ruhig Brauner!
Ich mag D&D ja auch nicht gerade.

Trotzdem akzeptiere ich das D&D nen durchaus spielbares Rollenspielsystem ist *zähneknirsch* und das man es nicht nur auf eine Art und Weise spielen kann. Wenn man es bei einem guten Spielleiter spielt, kann man mit den D&D-Regeln genau die gleiche Art von Abenteuern spielen wie mit DSA, Midgard oder Earthdawn.

Wenn Du dazu tendierst D&D nur auf eine Art und Weise zu spielen, wie Du denkst das man D&D spielen muss, dann ist das Dein Problem und kein Fehler des Systems.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Falcon am 19.06.2006 | 09:18
Aiffilion
Zitat
Drittens, was machen die meisten, die D&D-like gespielt haben und denen es nicht mehr gefällt? Sie hören einfach auf und sagen dann: "Rollenspiele, ist doch langweilig".
Zum Teil muss ich dir da Recht geben, es ist zwar richtig, daß man D&D auch so und so und so spielen kann, wie Chiungalla schrieb, ich kenne jemanden der spielt "D&D grundsätzlich nur als Intrigenabenteuer".... ne ist klar. Das ist aber alles sehr hypothetisch.
Ich denke das "Problem" wenn man es so bezeichnen will ist die Unwissenheit. D&D hat wie DSA hier eben eine Riesensparte. Wenn man mit Rollenspiel anfängt, fängt man eben damit an, merkt es ist scheisse und hört auf, oder nicht.
Wenn nicht, kann man damit glücklich werden bis in alle Tage, ohne zu merken das es auch anderes, vielleicht besseres gibt, das man spielen kann. Ich kenne selbst genug Spieler die in ihrer kleinen Rollenspiel-Plastikwelt leben aber damit eine Menge Spass haben (O-Ton: "Ein Rollenspiel ohne Attribute, glaub mir doch, das KANN nicht funktionieren" - "wie soll man denn Rollenspiel ohne Details spielen, das IST doch Rollenspiel") Arme Geschöpfe.
Zum Teil nehm ichs den Interentforen übel, zum anderen bin ich sehr dankbar. Denn ich war mit DSA und SR auch lange Zeit glücklich, bis ich gemerkt hab das es mehr gibt und umso mehr hab ich DSA und SR gehasst. Ich persönlich sehe es so das ich es auch schon vorher gehasst habe, nur ohne es zu merken ;)

Manche von denen die nicht aufhören kommen irgendwann vielleicht mal in Kontakt mit anderen Rollenspielen.
Und die Anzahl der Spieler, die durch dieses Sieb gerieselt sind und mit denen man die Spiele spielen kann, die wir hier alle so gerne spielen, ist eben sehr gering.
Daher glaube ich das Affilion nicht Unrecht hat wenn er sagt das da noch ein Publikum ist. Man muss eben nur die Leute, die schon bei D&D aufgehört haben aber ja grundsätzlich an RPG interessiert sind nur wieder auf das "langweilige" Rollenspiel aufmerksam machen.

Bei PC-Spielen ist eben nur leider so, daß man nicht mal eben so was anderes ausprobieren, geschweige denn kennen lernen kann.
Gehimtipps bei PC Spielen gibt es ja kaum noch, weil heut eben viel zu viel Geld dahinter steckt und gerade die Fans der Genres werden dabei IMMER enttäuscht. Das ist schon ein Schlag ins Gesicht wenn einem nach langem warten Spiele wie Darkstar One vorgesetzt werden (auch Weltraum Sim-Adventure mit "Rollenspielanteilen")
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Aiffilion am 19.06.2006 | 09:59
Ruhig Brauner!
Ich mag D&D ja auch nicht gerade.

Trotzdem akzeptiere ich das D&D nen durchaus spielbares Rollenspielsystem ist *zähneknirsch* und das man es nicht nur auf eine Art und Weise spielen kann. Wenn man es bei einem guten Spielleiter spielt, kann man mit den D&D-Regeln genau die gleiche Art von Abenteuern spielen wie mit DSA, Midgard oder Earthdawn.

Wenn Du dazu tendierst D&D nur auf eine Art und Weise zu spielen, wie Du denkst das man D&D spielen muss, dann ist das Dein Problem und kein Fehler des Systems.

Nun - das wollte ich nicht abstreiten. Auch finde ich, hat D&D durchaus seine Berechtigung, immerhin hat es einen Markt. Nichtsdestotrotz ist der Hintergrund (nicht die Regeln) sehr Hack&Slay-artig präsentiert. Ich kenne D&D leider nicht vom Spielen, sondern nur von den Spielern. Ich glaube nicht das es atypische Beispiele waren, aber ich glaube auch nicht, dass es nicht noch andere gibt ... D&D (bereinigt man es mal um die abertausend Monster) hat sogar einen sehr reizvollen Hintergrund.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 19.06.2006 | 10:06
Zitat
Nichtsdestotrotz ist der Hintergrund (nicht die Regeln) sehr Hack&Slay-artig präsentiert.

Wäre mir bei D&D noch nicht besonders ins Auge gestochen.
Hast Du dafür vielleicht ein paar Beispiele an denen das deutlich wird?

Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Kardinal Richelingo am 19.06.2006 | 10:13
Wäre mir bei D&D noch nicht besonders ins Auge gestochen.
Hast Du dafür vielleicht ein paar Beispiele an denen das deutlich wird

cool, mal ne ganz neue Diskussion ;)
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Skele-Surtur am 19.06.2006 | 10:24
D&D ist ein super System, wenn man...

- Wert auf eine deutlich sichtbare charakterentwicklung legt
- Spaß an taktischen Kämpfen hat
- Auch mal echt krasse, epische Heldentaten vollbringen möchte (so ab Stufe 10+)
- Sich sein eigenes Setting ausdenken will und nicht 5.000 Regeln braucht, die auf dem Hintergrund aufbauen
- Spaß am Entwerfen von Charakteren und deren Effizienzmaximierung hat

Das sind die Qualitäten die meine Thendara-Kampagne zu einer der längsten und schönsten und abwechslungsreichsten Kampagnen die ich je geleitet habe gemacht hat.

Mit Computerspielen wäre das nicht möglich gewesen. Die bedienen einfach einen ganz anderen Sektor.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: MadMalik am 19.06.2006 | 13:17
Was ich immer süß finde, ist das propagieren von Statfreien/armen RPG systemen im PnP Bereich. Aber wenn's Richtung PC geht, dann will man das auf einmal. Dabei ist praktisch, fast jedes PC Spiel, ein Rollenspiel. Man schlüpft in die Rolle von etwas, was man so nicht erleben kann oder will (Man hängt ja an seinem Leben). Nur so, um mal zurück zum Thema zu kommen.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Aiffilion am 19.06.2006 | 14:47
Was ich immer süß finde, ist das propagieren von Statfreien/armen RPG systemen im PnP Bereich. Aber wenn's Richtung PC geht, dann will man das auf einmal. Dabei ist praktisch, fast jedes PC Spiel, ein Rollenspiel. Man schlüpft in die Rolle von etwas, was man so nicht erleben kann oder will (Man hängt ja an seinem Leben). Nur so, um mal zurück zum Thema zu kommen.

Stimmt eigentlich ;)

Wieso man das bei PC-Spielen ist einfach. Stats nerven im PnP-Spiel, weil man sie selbst verwalten muss. Im PC-Spiel hingegen sind sie nur cool anzusehen, nerven aber nicht. Ich finde viele Stats eigentlich nicht schlecht, komme aber auch mit wenigen Prima aus (U7 mit 6 Stats incl Lebensenergie und Mana war schon ein echter Hardliner).
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 20.06.2006 | 07:10
Der eigentliche Grund ist ein anderer:
Ein Computerrollenspiel ohne Stats verliert sein Genre-Erkennungsmerkmal und wird zum Adventure.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Ein am 20.06.2006 | 08:16
Es sei denn man spielt Zelda. :)
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 20.06.2006 | 08:34
Das wurde aber auch nie wirklich als Rollenspiel eingestuft, oder etwa doch?
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Red White Dragon am 20.06.2006 | 08:55
Was echt nervt oder genervt hat ist die Chancenlosigkeit, die man als Dib hat.
Ich kann mich da an Baldur's Gate erinern. In einer Kneipe will ch etwas klauen und werde erwischt.Ich verlasse den Saftladen und renne quer durch die Stadt zum weitest entfernten Tor. Die Wache, welche seit Stunden dort steht will mich natürlich sofort killen.
Hallo? Woher weiss der Bescheid? Und warum will man mich killen? Das war ein simpler Taschendiebstahl und kein Mordversuch!

Ein anderes Extrem ist Fable. Da darf man sich entweder für Verbrechen entschuldigen oder ein Bussgeld bezahlen. Oder man wartet für ein paar Minuten. Selbst wenn man das ganze verdammte Dorf abschlachtet und zig Wachen dazu, ist das ganze nach 7 - 8 Minuten verjährt.
Wenigstens wird man nicht für jeden kleinen Diebstahl gelyncht.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Ein am 20.06.2006 | 09:00
@Chiungalla
Klar, ist ein Action-Rollenspiel. Im Grunde macht es ja auch nichts anders als Diablo nur mit besserem Plot. ;)
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 20.06.2006 | 12:06
Und es macht das ohne Charakterwerte.  >;D
Daher würde ich es eher als Action-Adventure bezeichnen, und bin damit glaube ich auch nah an dem wie die Fachpresse solche Spiele nennt.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Ein am 20.06.2006 | 12:11
Es hat einen Charakterwert: Lebensenergie. Außerdem bekommt man bessere Ausrüstung. Wo ist da der große Unterschied zu D&D? ;)
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 20.06.2006 | 12:20
Es ist viel anspruchsvoller!  ~;D

Wenn Du allerdings so anfängt, wären auch Megaman und Co. Rollenspiele, obwohl die bei Action-Adventure sehr viel besser aufgehoben sind.

Außerdem sagte ich ja, es gibt dort keine Charakterwerte.
Es gibt ja nur einen.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Ein am 20.06.2006 | 12:28
Tja, dafür gibt es ja den tollen Begriff: Rollenspiel-Elemente. ;)

Aber nein, im Ernst, es läuft allgemein unter Rollenspiel. Bei Gamefaqs (http://www.gamefaqs.com/console/snes/data/588436.html) z.B. In Grunde ist der Unterschied im Spielprinzip zwischen Zelda und Diablo halt wirklich minimal. Wenn man das allein an der Anzahl der Werte festlegt, dann kommt man meines Erachtens in eine sehr seltsame Kategorisierung.

Was wäre z.B. mit einem Vollblutrollenspiel, bei dem alle Werte bewusst durch die Designer verdeckt wären. Wäre das dann auch ein Adventure?

Aber damit sind wir wieder bei dem alten Thema: Abgrenzung von Rollenspiel und Adventure.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Skele-Surtur am 20.06.2006 | 12:44
Ich finde der Unterschied ist gewaltig! Man hat doch bei Zelda ein komplett anderes Spielfeeling. Bei Diablo ist ja das komplizierteste Rätsel, wie man seinen Charakter am effizientesten aufbaut. Alles andere ist dreinschlagen oder wird einem haarfein erklärt. Bei Zelda muss man schon mal nachdenken, wie man was bewerkstelligen will. Ok, die neuesten Zeldas kenne ich nicht so gut, ich rede noch von den guten alten SN und N360 Zeiten *Schwelg in Erinnerungen*  ^-^
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: MadMalik am 20.06.2006 | 12:49
Für mich bleibt's; Manch ein Shooter bringt mir mehr Immersion, und damit Rollenspiel feeling, als eine große Latte von abstrakten RPGs, die es für den PC so gibt. Manche davon kommen mir dann mehr wie Strategie spiele mit Adventure Part vor. Und so gern ich sowas auch spiele, in die jeweilige Rolle schlüpfe ich dabei nicht.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 20.06.2006 | 12:53
Zitat
ich rede noch von den guten alten SN und N360 Zeiten *Schwelg in Erinnerungen*

Scheiß neumodischer Kram, das NES und die dazugehörigen Zelda-Teile waren der Hit! Du Jungspund! :korvin:
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Catweazle am 20.06.2006 | 12:56
Ich habe auf dem Atari 2600 Pitfall gespielt (inofizieller Vorgänger von Zelda ;) ). NES? Neumodischer Schnickschnack!
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: MadMalik am 20.06.2006 | 13:00
Und ich hab mal mit Stock und Steinen die Nachbarskinder gejagt, Rechenmaschinen ? Neumodischer Schnickschnack... das ändert aber Recht wenig am Topic an sich.  ::)
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Skele-Surtur am 20.06.2006 | 13:03
Scheiß neumodischer Kram, das NES und die dazugehörigen Zelda-Teile waren der Hit! Du Jungspund! :korvin:
Is' gut Opa! Iss deinen Brei und ab ins Bett! *Joke*
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Catweazle am 20.06.2006 | 13:07
Gut, dann wieder back to topic:
ein Computerrollenspiel hat imho nichts mit Rollenspiel zu tun. Der Begriff ist unglücklich gewählt und nun glauben Spieler, man könne auf einem Computer auch nur ansatzweise Rollenspiel betreiben. Das ist schlicht falsch. Weder Adventures noch CRPGs bieten die unendlichen Möglichkeiten, die bei einem Rollenspiel nun einmal drin sind. Das eine hat mit em anderen nichts zu tun.

Was ist nun also der Maßstab für ein gutes Computerrollenspiel? Dass es Spaß macht! Und sonst nix. Immersion? Nein! Das ist nur ein guter Maßstab für diejenigen, denen das wichtig ist. Mir z.B. war Immersion bei Diablo2 oder WoW nicht wichtig. Aber beides macht einen Heidenspaß und imho sind beides sehr gute CRPGs (ACRPG oder MMORPG oder wie auch immer).
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Munchkin am 20.06.2006 | 13:16
Zitat
Und ich hab mal mit Stock und Steinen die Nachbarskinder gejagt, Rechenmaschinen ? Neumodischer Schnickschnack... das ändert aber Recht wenig am Topic an sich.
Aufrechter Gang? Neumodischer Schnickschnack ~;D

Wenn CRPG für den RPGler wegen der KI zum KO wird und der PC wegen IRQ-Problemen schlapp macht empfiehlt sich die WM im TV. ;)
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Skele-Surtur am 20.06.2006 | 13:22
Aufrechter Gang? Neumodischer Schnickschnack ~;D

Wenn CRPG für den RPGler wegen der KI zum KO wird und der PC wegen IRQ-Problemen schlapp macht empfiehlt sich die WM im TV. ;)
Äh. Nein. Dann lieber tot überm Zaun hängen.
Aber Dailor hat recht. P&P RPG und PC RPG haben nur bedingte Berührungspunkte und sind als solche nicht vergleichbar. Ein Computerspiel, dass die Mgl. eines richtigen RPG bieten würde, würde den Rahmen jedes zeitgemäßen Rechners nicht nur sprengen, sondern ihn PULVERISIEREN. Für mich sind sie höchstens Inspiration, niemals aber Ersatz.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Aiffilion am 20.06.2006 | 18:00
Weder Adventures noch CRPGs bieten die unendlichen Möglichkeiten, die bei einem Rollenspiel nun einmal drin sind. Das eine hat mit em anderen nichts zu tun.

Ich denke man könnte durchaus eine passable Annäherung erreichen.

Der Punkt ist aber ... die meisten Hersteller wollen nicht in die unendlichen Möglichkeiten investieren, sondern lieber in die Graphik und andere Mainstream-wirksame Effekte.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Eulenspiegel am 21.06.2006 | 19:25
Unterschied zwischen CRPGs und Adventure:
Bei einem Adventure geht es darum, Rätsel zu lösen.
Bei guten Adventures gibt es auch noch eine witzige Story.

Es geht bei Adventures NICHT darum, dass ihr Charkter immer besser wird.
Es geht bei Adventure NICHT darum, dass man möglichst große Handlungsfreiheit hat.
Es geht bei einem Adventure NICHT darum, dass man Immersion betreibt.

Die imho besten Adventures stammen von Sierra und Lucas Arts. Und davon kann ich besonders die Monkey Island Reihe empfehlen. Mitunter das beste Adventure, dass ich je zu Gesicht bekommen habe. - Obwohl die Immersion oder Handlungsfreiheit praktisch bei Null liegt.

Bei CRPGs geht es darum, Pen&Paper so gut es geht zu simulieren.
Dabei hängt es natürlich davon ab, was man als Pen&Paper ansieht. Lange Zeit war es gutes P&P, Dungeoncrawling zu betreiben und Monster zu plätten. Daher geht es vor allem bei älteren CRPGs um's Monster plätten.
Später war es dann so, dass es im Pen&Paper darum gingt, Aufträge anzunehmen und diese zu erledigen.

Während beim Adventure hemmungloses Railroading betrieben wird, erweckt man bei moderneren CRPGs zumindest den Anschein, dass der SC Entscheidungsfreiheit hat. (Entweder man arbeitet für die eine Partei, oder man hintergeht sie.)

Dann gibt es noch die Ego Shooter, bei denen der Schwerpunkt auf Atmosphäre und nicht beim Ballern liegt. - Als Beispiele seien hier Half Life oder Deus Ex genannt.

Und dann gibt es noch Action-RPGs wie z.B. Diablo, dass ich als Mischung von CRPG und Ego Shooter bezeichnen würde.

Aber die Anzahl der Charakterwerte hat überhaupt nichts damit zu tun.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Red White Dragon am 22.06.2006 | 07:50
@Eulenspiegel

Welches Half Life hast du denn gespielt? Das, was ich hatte war ein reines Ballerspiel. Renn rum und kille soviele Gegner wie möglich. Es gab null Interaktionsmöglichkeiten.
Da kannste gleich Hitman mit in die Liste nehmen. Das Spiel ist um einiges RPG mässiger als das völlig überbewertete Half Life und bietet mehr Handlungsfreiheit.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Chiungalla am 22.06.2006 | 08:03
Zitat
Aber die Anzahl der Charakterwerte hat überhaupt nichts damit zu tun.

Sobald es überhaupt Charakterwerte gibt, spricht die gesamte Fachpresse von "Rollenspielelementen", aber Du meinst diese hätten mit der Einstufung als Rollenspiel nichts zu tun?
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Yerho am 22.06.2006 | 16:12
Dann gibt es noch die Ego Shooter, bei denen der Schwerpunkt auf Atmosphäre und nicht beim Ballern liegt. - Als Beispiele seien hier Half Life oder Deus Ex genannt.

"Deus Ex" ist ein grundfalsches Beispiel.
Für einen Ego-Shooter fehlen dort trotz manigfaltiger Tötungswerkzeuge die nötige Gegnerpräsenz und das typische Gegnerverhalten, welche in Shootern für rasante Spannung sorgen. Man kann das komplette Spiel schaffen, ohne einen einzigen Gegner durch Waffeneinsatz töten/zerstören zu müssen.
Zudem hat das Spiel immens viele Rollenspiel-Elemente, da man seinen Charakter durch die Wahl der Implantate und die Erhöhung diverser Fertigkeiten in sehr gegensätzliche Richtungen entwickeln kann, die wiederum ein gänzlich anders Herangehen an die Problemlösung im Spiel erfordern.

Das Dir bei Half-Life widersprochen wurde, verstehe ich allerdings nicht, denn ich habe das Spiel zwar als ungewöhnlich intelligenten, aber trotzdem als Ego-Shooter in Erinnerung. Der zweite Teil mag anders sein, aber den hast Du ja nicht als Beispiel herangezogen.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Eulenspiegel am 22.06.2006 | 16:16
Welches Half Life hast du denn gespielt? Das, was ich hatte war ein reines Ballerspiel. Renn rum und kille soviele Gegner wie möglich.
1) Deswegen habe ich ja auch Ego Shooter geschrieben.
Das Wort Shooter drückt imho sehr gut aus, dass es hauptsächlich um Schießen geht.

2) Es geht mitnichten darum, möglichst viele Gegner abzuknallen. Im Gegenteil: Manchmal ist es sehr hilfreich, den Gegnern auszuweichen und sie zu umgehen.
Für abgeschossene Gegner gibt es keinerlei Boni. Es geht vielmehr darum, weiter im Mesa Komplex vorzudringen.

Zitat
Es gab null Interaktionsmöglichkeiten.
Stimmt. Ich habe auch nie Gegenteiliges behauptet. Ich sagte: "Half Life ist atmosphärisch."

Beachte:
"Dichte Atmosphäre" ungleich "viele Interaktionsmöglichkeiten"

Zitat
Da kannste gleich Hitman mit in die Liste nehmen. Das Spiel ist um einiges RPG mässiger als das völlig überbewertete Half Life und bietet mehr Handlungsfreiheit.
Hitman kenne ich nicht.
Aber niemand hat behauptet, das Half Life RPG mäßig ist. Und niemand hat behauptet, dass es viel Handlungsfreiheit besitzt.

Was Half Life imho so gut macht ist, dass es
a) sehr atmosphärisch ist
b) Ausgewogenheit zwischen Kampf und Erkunden
c) die damals hervorragende Graphik
d) Das es nicht einzelne Missionen gibt, sondern einen einzigen langen Handlungsstrang. (Und man auch nicht von Level 1 nach Level 2 ploppt, sondern sich alles stetig verändert. - Was ebenfalls sehr zur Atmosphäre beiträgt.)
e) Die skurillen NSCs im AddOn.

Diese Punkte sind es, wegen denen Half Life eine hohe Wertung verdient.

Ähnlichkeiten zwischen Half Life und Pen&Paper:
- hohe Atmosphäre
- Identifiklation mit dem Protagonisten

Sobald es überhaupt Charakterwerte gibt, spricht die gesamte Fachpresse von "Rollenspielelementen", aber Du meinst diese hätten mit der Einstufung als Rollenspiel nichts zu tun?
Ja:
1) Deus Ex hat eine Menge Charakterwerte (schwere Waffen, leichte Waffen, Nahkampf, Elektronik, Hacken, Medizin, Schwimmen, Cyberware), trotzdem wurde das Spiel auch von der Fachpresse als Ego Shooter und nicht als RPG gefeiert. (Ja, es hat auch Rollenspielelemente. - Aber die haben weniger mit seinen Werten als mit der Interaktionsart zwischen NSCs zu tun.)

2) Zelda hat fast keine Charakterwerte. Trotzdem gilt es als RPG.

3) Cthulhu hat auch nur zwei Charakterwerte (Lebensenergie und geistige Stabilität), trotzdem spricht man dem Spiel viele Rollenspielelemente zu.

4) In Alpha Centauri oder Master of Orion konntest du deine Einheiten komplett designen. Pro Einheit hattest du ca. 10 Werte, die die Einheit bestimmten. - Trotzdem kam niemand auf die Idee, das als Rollenspiel-Elemente zu bezeichnen.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Catweazle am 22.06.2006 | 18:58
Bei einem Adventure geht es darum, Rätsel zu lösen.
Bei einem CRPG auch.

Bei guten Adventures gibt es auch noch eine witzige Story.
Bei CRPGs auch

Es geht bei Adventure NICHT darum, dass man möglichst große Handlungsfreiheit hat.
?? Ansichtssache

Es geht bei einem Adventure NICHT darum, dass man Immersion betreibt.
Das widerspreche ich mal heftigst.

Die imho besten Adventures stammen von Sierra und Lucas Arts. Und davon kann ich besonders die Monkey Island Reihe empfehlen. Mitunter das beste Adventure, dass ich je zu Gesicht bekommen habe. - Obwohl die Immersion oder Handlungsfreiheit praktisch bei Null liegt.
Zunächst einmal gratuliere ich zu deinem guten Geschmack. :D Und dann möchte ich auf Fahrenheit verweisen (wenn es nur später nicht so doof würde), wo ich einen hohen Anteil an "Dabeisein" vorfand. (Immersion finde ich ist ein doofes Wort)

Bei CRPGs geht es darum, Pen&Paper so gut es geht zu simulieren.
Da bin ich einfach ganz anderer Meinung.

Während beim Adventure hemmungloses Railroading betrieben wird, erweckt man bei moderneren CRPGs zumindest den Anschein, dass der SC Entscheidungsfreiheit hat. (Entweder man arbeitet für die eine Partei, oder man hintergeht sie.)
Es gibt Adventures die mehr verschiedene Ausgänge bieten als so manches CRPG und damit mehr Einfluss der Spielfigur / des Spielers.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Eulenspiegel am 22.06.2006 | 20:49
Für einen Ego-Shooter fehlen dort trotz manigfaltiger Tötungswerkzeuge die nötige Gegnerpräsenz und das typische Gegnerverhalten, welche in Shootern für rasante Spannung sorgen.
Also bei mir hatte Deus Ex für extrem viel Spannung gesorgt.
Das Verhalten der Gegner ist auch nicht sooo viel anders, als bei normalen Ego Shootern.

Einzigen beiden Unterschiede:
1) Sie haben hinten keine Augen. (Das heißt, man kann sich von hinten anschleichen.)
2) Wenn sie etwas gehört haben, dann rennen sie hin und untersuchen die Stelle, bevor sie wieder zurückgehen. (Aber das ändert imho nichts am Ego Shooter dasein.)

Zitat
Man kann das komplette Spiel schaffen, ohne einen einzigen Gegner durch Waffeneinsatz töten/zerstören zu müssen.
Naja, zumindest drei Gegner musst du töten:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Aber OK: Alles in allem kann man das Spiel mit sehr wenigen Toten durchspielen. Aber trotzdem geht es primär darum, Gegner zu umgehen/töten um so vorwärts zu kommen. Das ist für mich sehr Ego Shooter mäßig.

Zitat
Zudem hat das Spiel immens viele Rollenspiel-Elemente, da man seinen Charakter durch die Wahl der Implantate und die Erhöhung diverser Fertigkeiten in sehr gegensätzliche Richtungen entwickeln kann, die wiederum ein gänzlich anders Herangehen an die Problemlösung im Spiel erfordern.
Das wiederum macht für mich kein Rollenspiel aus.
Das würde ich eher als Taktik-Elemente bezeichnen, wie man sie auch in Commandos hat.

@ Daiolor
Bei CRPGs löst man vielleicht auch Rätsel. Dies fällt aber nie so extrem aus, wie bei Adventures.
Bei Adventures sitze ich manchmal tagelang an einer Stelle und überlege mir, wie ich die Sachen richtig kombinieren muss, damit der gewünschte Effekt eintritt. - Oder ich überlege mir, wie ich überhaupt weiterkomme.
Das ist mir bei einem CRPG noch nie passiert: Dort war imme relativ klar, was ich tun musste.
Wenn ich bei einem CRPG stecken bleibe, dann meistens an zu starken Gegnern, oder weil ich einen Gegenstand suchen muss, der sehr gut versteckt ist.
Aber ich musste noch nie wirklich tagelang überlegen, wie man einzelne Sachen miteinander kombiniert, damit es endlich weitergeht. (Bei einem guten Adventure gehört das dagegen zum guten Ton.)

Immersion im Adventure:
Bei welchem Adventure hast du denn Immersion betrieben?
Hast du dich mit Guybrush Threepwood identifiziert und dir vorgestellt, du wärest das, dem die skurillen Ereignisse passieren?
Ja, Monkey Island hat Spaß gemacht. Aber für Immersion war die Welt dann doch zu abgefahren.

Du sagst, bei CRPG geht es nicht darum, Pen&Paper so gut es geht zu simulieren.
Dann schreib doch einfach mal, um was es deiner Meinung bei CRPG geht, und um was es bei Adventures geht.

Zitat
Es gibt Adventures die mehr verschiedene Ausgänge bieten als so manches CRPG und damit mehr Einfluss der Spielfigur / des Spielers.
Ich habe schon mehrere Adventures gespielt. Und bisher haben sich alle Adventures durch Railroading ausgezeichnet:

- Monkey Island 1-4
- Space Quest 1-6
- Police Quest 1-3
- Larry Laffer 1-4
- Beneath a Steel Sky
- Scheibenwelt 2
- Commander Blood
- Largo Winch
- Floyd
- Keepsake

Alle boten kaum Handlungsfreiheit. (Bis auf Commander Blood und Largo Winch fand ich sie trotzdem alle toll.)

Aber falls du ein gutes Adventure mit alternativen Enden kennst, würde ich es gerne spielen.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Yerho am 23.06.2006 | 11:00
Also bei mir hatte Deus Ex für extrem viel Spannung gesorgt. Das Verhalten der Gegner ist auch nicht sooo viel anders, als bei normalen Ego Shootern.
Das ist ein unzulässiges Argument, weil ich ja gerade die Definition des "normalen Ego-Shooters" debattiert wird. ;)

Dröseln wir das mal auf: Ein reinrassiger "Ego-Shooter" setzt die Ich-Perspektive voraus, und daß das Schießen der Kerninhalt des Spiels ist. Darunter fallen dann Spiele wie "Doom" und Konsorten, wo es tatsächlich primär darum geht, die zahlreichen Gegner durch den Einsatz diverser Tötungsutensilien um die Ecke zu bringen. Es läuft auf die Konfrontation hinaus - Du mußt die Gegner umnieten, es gibt keine Alternative dazu. Eventuell kannst Du sie aus großer Entfernung ohne Gegenwehr erledigen oder Dich anschleichen, aber zum Schluß drückst Du dennoch die Feuertaste und erfüllst damit das Ziel des Spieles.

Sobald Du auch nur eine marginale Alternative hast, wie Du mit den andern Figuren des Spiels interagierst - selbst wenn Du sie nur ablenkst oder Dich an ihnen vorbei schleichst, hast Du keinen Shooter mehr vor Dir.

Zitat
Naja, zumindest drei Gegner musst du töten: [...]
Okay, ich war unpräzise: Du mußt sie nicht im Sinne eines Shooters töten.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Zitat
Aber OK: Alles in allem kann man das Spiel mit sehr wenigen Toten durchspielen. Aber trotzdem geht es primär darum, Gegner zu umgehen/töten um so vorwärts zu kommen. Das ist für mich sehr Ego Shooter mäßig.
Aber Du hast die Wahl, wie Du es spielen willst. Klar, ein wenig shooter-lastig geht das durchaus, aber für eienen echten Ego-Shooter reicht es schon deshalb nicht, weil die Waffenwirkung und der Munitionsverbrauch gegenüber der Realität nicht geschönt ist, wie sonst üblich, sondern sogar herabgesetzt. Beispielsweise stecken, wenn Du keinen präzisen Kopftreffer landest, selbst normale Gegner locker ein volles Magazin aus dem Sturmgewehr weg, und selbst bei bester Ausbildung mußt Du beim Raketenwerfer warten, bis das Ziel sauber anvisiert ist. Du kannst also nicht flott von Deckung zu Deckung durch die Level flitzen und Gegner umnieten. Wenn Entwickler den Waffeneinsatz so verkomplizieren, ist das ein eindeutiges Zeichen dafür, daß sie keinen Shooter im Sinn hatten.

Zitat
Das wiederum macht für mich kein Rollenspiel aus.
Wenn Du Deinen Charakter gezielt entwickeln kannst, wenn die Wahl Deiner Worte den Ausgang von Gesprächen beeinflußt und wenn Deine Taten bestimmen, wie Deine Umgebung auf Dich reagiert ist das - bei aller Vereinfachung - astreines Rollenspiel. Du verkörperst eine veränderlichen Charakter und interagierst mit Deiner Umgebung.

Zitat
Das würde ich eher als Taktik-Elemente bezeichnen, wie man sie auch in Commandos hat.
Und auch "Commandos" ist kein Shooter. Bei "Deus Ex" würde ich von einem Genremix sprechen; nicht umsonst haben sich schon die Spielezeitschriften mit der Einordnung schwer getan und sich zum Schluß auf Ego-Shooter geeinigt. Und das wohl eher deshalb, weil dieses Genre gerade zu der Zeit auf dem Höhepunkt seiner Popularität war.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Falcon am 23.06.2006 | 11:45
yerho schrieb:
Zitat
weil die Waffenwirkung und der Munitionsverbrauch gegenüber der Realität nicht geschönt ist, wie sonst üblich, sondern sogar herabgesetzt. Beispielsweise stecken, wenn Du keinen präzisen Kopftreffer landest, selbst normale Gegner locker ein volles Magazin aus dem Sturmgewehr weg, und selbst bei bester Ausbildung mußt Du beim Raketenwerfer warten, bis das Ziel sauber anvisiert ist. Du kannst also nicht flott von Deckung zu Deckung durch die Level flitzen und Gegner umnieten.
also gerade bei UT oder Quake halten Gegner mal locker eine Rakete oder Shotgunsalve mitten ins Gesicht aus, wenn das nicht herabgesetzt ist, weiss ich auch nicht. Und trotzdem würde niemand behaupten das reiche bei den beiden Spielen nicht für einen Ego Shooter.

Gerade heute hat man es wohl hauptsächlich mit Genremixes zu tun. Daher finde ich das schon in Ordnung von XY-Elementen zu sprechen. In der Musik gibts ja auch unendliche Viele Genre Mixes.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Catweazle am 23.06.2006 | 22:19
Aber ich musste noch nie wirklich tagelang überlegen, wie man einzelne Sachen miteinander kombiniert, damit es endlich weitergeht. (Bei einem guten Adventure gehört das dagegen zum guten Ton.)
Ultima IV: kombinieren von Zaubersprüchen aus Zutaten und Formeln. Hat mich lange gefesselt (war aber nicht spielentscheidend).

Immersion im Adventure:
Bei welchem Adventure hast du denn Immersion betrieben?
Hab ich schon geschrieben: Fahrenheit. Aber auch bei The longest journey wäre das möglich. Oder Silent Hill, oder, oder... Adventures sind nicht immer Comichaft.

Du sagst, bei CRPG geht es nicht darum, Pen&Paper so gut es geht zu simulieren.
Dann schreib doch einfach mal, um was es deiner Meinung bei CRPG geht, und um was es bei Adventures geht.
CRPGs zeichnen sich soweit dadurch aus, dass du Werte hast, deine Figur leveln kannst (im Idealfall sogar ausrüsten) und Gegner klatschst. So zumindest scheint der allgemeine Sprachgebrauch zu sein. Wenn man die Handlung dabei vernachlässigen kann und viele Gegner in kurzer Zeit geklatscht werden, dann spricht mann wohl von einem Action-RPG. Aber keiner erwartet von einem CRPG ein PnP zu simulieren. Ein Sportspiel versucht ja auch nicht den Sport zu simulieren, sondern ihn möglichst spaßig rüberzubringen. Sozusagen keine Translation sondern Interpretation. Lediglich Simulatoren versuchen etwas zu simulieren. Und dafür sind sie ja auch so dröge, wie sie nun einmal sind.

Ich habe schon mehrere Adventures gespielt. Und bisher haben sich alle Adventures durch Railroading ausgezeichnet:
Yep. Railroading ist klassisch für Computerspiele mit Handlung. Das CRPG Ultima IV z.B. bot alle Möglichkeiten und Freiheiten, die man nun haben kann (ich glaube es gibt kein Rollenspiel mit mehr Freiheit). Aber die Haupthandlung, das "Ende" sozusagen, die ist im Programm nun einmal verankert. Auch wenn es Millionen Wege gibt, diese Handlung voranzutreiben. Das sind die Grenzen des PCs.

Aber falls du ein gutes Adventure mit alternativen Enden kennst, würde ich es gerne spielen.
Hmm...
Fahrenheit bietet zwei alternative Enden und mehrere alternative Handlungsstränge
Silent Hill bietet afaik vier alternative Enden
Damit hättest du schon mal zwei Adventures.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Yerho am 27.06.2006 | 21:09
also gerade bei UT oder Quake halten Gegner mal locker eine Rakete oder Shotgunsalve mitten ins Gesicht aus, wenn das nicht herabgesetzt ist, weiss ich auch nicht.

Ich sprach von "normalen" Gegnern. Das ein hochgerüsteter Cyborg von der Größe eines Schützenpanzers mehr abkann, liegt an einem anderen Verhältnis der Spielrealität.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Suro am 27.06.2006 | 21:44
Scützenpanzer-Cyborgs bei UT? Hab ich was verpasst :P ?
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Falcon am 28.06.2006 | 01:14
@Yerho: in UT kommen auch jede Menge normale Personen vor.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Yerho am 28.06.2006 | 19:33
@Yerho: in UT kommen auch jede Menge normale Personen vor.

Beinahe hätte ich jetzt gesagt, bei UT kommen nicht einmal normale Spieler vor, aber das wäre fies ... ;D

Aber erkläre mir mal, was an Personen in Panzeranzügen und mit Energieschilden "normal" ist. Unter normal verstehe ich Gegner wie Du und ich, die maximal noch eine schußsichere Weste anhaben. Und wenn man in solche Leute ein ganzes Magazin vom Kaliber 5.56x45 reinpusten muß, bevor sie umfallen, dann ist das eine Erschwernis über das Spieldesign, die verhindern soll, daß man sich ego-shooter-artig durch die Gegend ballern kann.

Multiplayer-Spiele sind dabei ohnehin noch anders zu betrachten, weil dort jeder Gegner auch gleichzeitig ein Spieler sein kann, und ein realistische Wechselwirkung zwischen Offensive und Defensive sehr frustrierend wäre.
Ausnahme: Man legt es auf Realismus an, doch dann ist üblicherweise auch gleich eine starke taktische Komponente enthalten, die das Spiel überhaupt erst spielbar macht. Und dann ist es kein reinrassiger Shooter mehr.

Stell' Dir einfach mal "Quake" (beliebiger Teil) vor, wo Du maximal 5 Punkte Health und 10 Punkte Armor haben kannst. Ein Ego-Shooter wäre das nicht mehr - oder zumindest nicht für lange, da man maximal um zwei Ecken kommt. ;)
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Teclador am 28.06.2006 | 19:42
Stell' Dir einfach mal "Quake" (beliebiger Teil) vor, wo Du maximal 5 Punkte Health und 10 Punkte Armor haben kannst. Ein Ego-Shooter wäre das nicht mehr - oder zumindest nicht für lange, da man maximal um zwei Ecken kommt. ;)

Naja...also das halte ich jetzt für zu "konservativ".

Bespiel Call of Duty:

Das erfüllt alle Vorrausetzungen die du weiter oben für Ego-Shooter genannt hast, ist aber (imhöchsten Schwierigkeitsgrad) extremst tödlich und man muss ohne Health Packs auskommen.

natürlich führt das zu einem ganz anderen Spielablauf und auch zu einem anderen Spielgefühl, ein Egoshooter bleibts trotzdem.

Es läuft genau so ab wie Doom/Quake/UT nur hast du andere Parameter nach denen du agierst (schwieriger am Leben zu bleiben/gute Positionssuche ergo. campen) und auch andere Wege zum Ziel (was dem Quaker das wilde rumhüpfen ist dem CODler das robben).
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Catweazle am 28.06.2006 | 20:04
Ausnahme: Man legt es auf Realismus an, doch dann ist üblicherweise auch gleich eine starke taktische Komponente enthalten, die das Spiel überhaupt erst spielbar macht. Und dann ist es kein reinrassiger Shooter mehr.

Stell' Dir einfach mal "Quake" (beliebiger Teil) vor, wo Du maximal 5 Punkte Health und 10 Punkte Armor haben kannst. Ein Ego-Shooter wäre das nicht mehr - oder zumindest nicht für lange, da man maximal um zwei Ecken kommt. ;)

Rofl. Sagt dir Instagib was? Das ist ein Unreal-Tournament-Modus, in dem jeder Treffer automatisch den Tod bedeutet. Sozusagen 0,01 Trefferpunkte für jeden. Das ist ein beliebter Spielmodus. Auch ohne taktische Elemente.

Sieh's ein: Trefferpunkte sind kein Argument.
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Asdrubael am 28.06.2006 | 20:11
das gabs auch für Quake2 als freier mod
bei jedem treffer war man entweder tot oder schwer verletzt. Dann lief die Figur langsamer und so ein Kram. Außerdem verblutete man langsam, wenn man kein Medkit angewandt hat  ::)
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Falcon am 29.06.2006 | 00:29
Dailor schrieb:
Zitat
Sieh's ein: Trefferpunkte sind kein Argument.
Das hab ich auch schon versucht ;D

@yerho: Sturmgewehrsalve auf Typen in Teil(!)panzerung schiessen ist Ego-Shooter, Sturmgewehrsalven auf Typen in Kevlarwesten ist Verhindern gegen zu Ego-Shooterartiges Spielgefühl. Selbst wenn Körperpanzerungen nicht "normal" sind, und viele HP daher erlaubt sind, war nicht davor das Thema, dass zu viele Trefferpunkte in "RL"-Settings auch nicht normal sind und es daher oft kein Ego-Shooter sein kann. Das ist irgendwie alles sehr durcheinander. Da komm ich nicht mehr mit (aber bitte keine Erklärungen, ich klink mich da lieber aus).
Titel: Re: Was an Computerrollenspielen nervt:
Beitrag von: Meister Analion am 21.07.2006 | 17:47
Es gibt nur ein CRPG mit Pen&Paper-feel: online multiplayer Neverwinter Nights mit SL  :d

Ich finde man hat da sogar eine bessere Immersion als bei P&P da man durch Bild und Ton eine sehr gute Ergänzung zum beschreiben hat und man nicht seine Gehirnwindungen verbiegen muss um sich sein 3-Zentner Gegenüber als Elfenprinzessin vorzustellen  >;D

Nur dauert das Abenteuer bauen halt leider extrem lange.