Red Fargo - Blutiger Schnee
2 Gangster sollen zum Schein eine Frau entführen. Aus der vorgetäuschten Entführung wird aber sehr schnell eine echte Entführung.
Und dann noch diverse Mafia Filme.
Wobei sich hier die Frage erhebt, ob der Gangster-Protagonist als Bösewicht oder als Sympathieträger präsentiert wird.
Bei Natural Born Killers ist das so ne Sache. Im Prinzip werden die Protagonisten als Sympathieträger dargestellt. Nach dem Film hatte ich sogar ein paar Jugendliche gesehen, die total begeistert von der Gewalt und von den tollen Killerpärchen war. Von daher finde ich dass der Film das Thema verfehlt hat...Nur weil ein paar Leute den Film nicht raffen, sondern eher als Anschaungsmaterial dienen, hat der Film doch nicht das Thema verfehlt.
Nur weil ein paar Leute den Film nicht raffen, sondern eher als Anschaungsmaterial dienen, hat der Film doch nicht das Thema verfehlt.Weil der Film damit genau das Gegenteil von dem schafft, dass der Regisseur eigentlich bezweckt hat. Das ist für mich ein klares "Thema verfehlt".
LeonIch halte es bei dem Film für sehr wichtig, dass es keineswegs deswegen ist, weil Leute töten gut ist. Es ist nur das einzige, was er kann.
Ein kaputter Auftragskiller zieht ein Elternloses Kind auf, und setzt ihm seinen Job gleich mit auf, weil Leute töten ist immer gut.
Schau Dir die Beispiele an ... da kann man kräftig streiten. Mal abgesehen davon ... irgenwo haben alle Bösewichte irgendwo nen Sympathie-Punkt zu verbuchen, so sie denn irgendwie nen Hauptakt mimen.Hmm, dann nenne mir doch mal den Sympathiepunkt von Hannibal Lecter aus 'Schweigen der Lämmer'.
Schau Dir die Beispiele an ... da kann man kräftig streiten. Mal abgesehen davon ... irgenwo haben alle Bösewichte irgendwo nen Sympathie-Punkt zu verbuchen, so sie denn irgendwie nen Hauptakt mimen.Du kannst natürlich überall irgendwie und irgendwo dem Hauptakt einen Sympathiepunkt verbuchen lassen.
Irgendwie schon, denn schließlich schaffen diese Filme es irgendwie, mit dem "Hauptcharakter" mitzufiebern.Nee.
Citizen Cane: Das Leben eines Medienmoguls. Das ist eine Satire auf einen echten Medienmogulen. Der Film hat Orson Welles seine bis dahin ruhmreiche Regisseurkarriere gekostet.Sicher? Soweit ich weiß, war das einer seiner ersten Filme. Da war er gerade mal 26. Danach hatte er zwar mit Hindernissen zu kämpfen, aber "gekostet" würde ich nun nicht gerade sagen.
@Hendrik&Phileas:
Vor dem Film war Orson Welles ein gefeierter Regisseur für Radio-Hörspiele. Als er nach Hollywood ging, war er bereits berühmt und vor allem berüchtigt. Als er dann Citizen Cane gedreht hatte, hatte er es sich mit William Randolph Hearst verscherzt. Der war damals so wichtig in Hollywood, dass er dafür sorgen konnte, dass Citizen Cane bei den Oscar Awards ausgebuht wurde und danach Welles Probleme bekam überhaupt noch Filme drehen zu dürfen. Citizen Cane war übrigens 1941 ein Flop gewesen.
Weil der Film damit genau das Gegenteil von dem schafft, dass der Regisseur eigentlich bezweckt hat. Das ist für mich ein klares "Thema verfehlt".Er schafft doch das was vom Regisseur beabsichtigt ist - nur nicht bei allen, die ihn sehen. Es ist aber kein Mangel wenn die Aussage nicht für jeden unissverständlich auf die Nase gebunden wird.
Er schafft doch das was vom Regisseur beabsichtigt ist - nur nicht bei allen, die ihn sehen. Es ist aber kein Mangel wenn die Aussage nicht für jeden unissverständlich auf die Nase gebunden wird.Ich hatte verstanden, worauf der Regisseur aus war, als ich den Film gesehen habe. Nur hat er seine Aussage nicht sehr stark unterstützt. Ich persönlich hatte kein schlechtes Gewissen gehabt, dass ich die beiden Hauptdarsteller als Helden angesehen habe. Schliesslich waren die "Guten" meiner Meinung nach sogar noch größere Arschlöcher. Er hätte meiner Meinung nach auch einfach in dem Film einen Vorleser reinstellen, der diese Aussage einfach vorliest. Das hätte die gleiche Wirkung gehabt.
Ich denke auch das Tyler Durden bei vielen - wie bei mir - auch zum Schluss noch einige Sympathien hat. Die Rolle des freiheitsliebenden Rebellen wird doch einfach nur weitergeführt: Er kämpft gegen das kapitalistische System, das er als ungerecht und schlecht ansieht und geht dabei wohlgemerkt nicht über Leichen, wie so mancher "gute" Filmprotagonist.Ein freiheitsliebender Rebell, der sich eine gehirngewaschene und hörige Armee SS-mässig aufbaut? Naja. Ich weiss nicht... ::)
Ich persönlich hatte kein schlechtes Gewissen gehabt, dass ich die beiden Hauptdarsteller als Helden angesehen habe. Schliesslich waren die "Guten" meiner Meinung nach sogar noch größere Arschlöcher.- Der Tankwart, mit dem Mallory Knox gevögelt hatte und den sie anschließend erschossen hatte, war ein Arschloch?
Ein freiheitsliebender Rebell, der sich eine gehirngewaschene und hörige Armee SS-mässig aufbaut? Naja. Ich weiss nicht... ::)Naja, sie war nicht wirklich SS mäßig.
Aber sie haben überwiegend Unschuldige abgeschossenNö. Sie haben Bystander gekillt. Du hast mit den Leuten nicht wirklich ein Sympathieverhältnis aufgebaut. Zumindest ging es mir so. Wenn ich mich da an die Eingangsszene erinnere, wo sie die Rednecks auseinandergenommen haben... da war als einzige mögliche Sympathieträgerin die Kellnerin.
Ja, die beiden haben auch Arschlöcher erschossen. (Wobei ich mit dem Reporter ganz zum Schluss sogar Mitleid hatte. - Eigentlich war er ein Arschloch. Aber den Tod zum Schluss hatte er dann doch nicht verdient.)Als ich im Kino war, haben ne Menge Zuschauer an der Stelle Beifall geklatscht.
Naja, sie war nicht wirklich SS mäßig.Okay. Da habe ich das falsche Wort verwendet. Aber mit der gehirngewaschene und hörige Armee liege ich doch richtig, oder?
Die SS ist dafür berüchtigt, dass sie andere Leute foltert und tötet.
Und er hat niemanden gezwungen. Die Leute sind ihm alle freiwillig gefolgt.Das Problem ist dabei, dass die Leute dazu manipuliert wurden, um ihm "freiwillig" zu folgen. Im Prinzip hat Tyler Durden genau das Gleiche gemacht, dass der komplette Film mit dem Zuschauer bis zum Autounfall auch gemacht hat.
Ich persönlich finde Durden wesentlich sympathischer als das Pärchen aus Natural Born Killers, die ich den ganzen Film über nur gehasst habe. (Es waren die einzigen beiden Personen im Film, denen ich den Tod gewünscht habe. - Und leider auch die einzigen beiden Personen, die überlebt haben.)Okay. Ich hatte bei dem Pärchen kein wirkliches Verhältnis (weder Hass noch Freude), bis sie in dem Gefängnis gefoltert wurden.
Alle wichtigen Personen im Film waren Arschlöcher gewesen, die einen mehr, die anderen weniger.Spätestens die Indianer waren Sympathieträger und wenn man den Schriftzug "Demon" über eine Person laufen lässt, ist das doch auch ziemlich eindeutig (dem von dir vorgeschlagenen vorlesen der Filmaussage gar nicht so unähnlich).
Das Problem ist dabei, dass die Leute dazu manipuliert wurden, um ihm "freiwillig" zu folgen.Du nennst es manipuliert, ich nenne es überzeugt.
Spätestens die Indianer waren SympathieträgerDer Indianer stand auch nie wirklich in der Gefahr erschossen zu werden. Im Gegenteil. Der Indianer war der Einzige, dem das Pärchen etwas Vertrauen geschenkt hatte.
und wenn man den Schriftzug "Demon" über eine Person laufen lässt, ist das doch auch ziemlich eindeutig (dem von dir vorgeschlagenen vorlesen der Filmaussage gar nicht so unähnlich).Genau das meinte ich mit nicht krass genug. Das ist ein Mittel, dass da ziemlich alleine da steht. Es gibt keinen wirklichen *BANG* bei dem klar wird, dass der Film in sich eine ätzende Groteske ist.
Du nennst es manipuliert, ich nenne es überzeugt.Hast Du Dich mal gefragt, warum der Protagonist die Sprengung verhindern wollte?
Es gibt keinen wirklichen *BANG* bei dem klar wird, dass der Film in sich eine ätzende Groteske ist.Mir wird das eigentlich über den ganze Film klar. Mallorys Kindheit die als Sitcom dargestellt wird, die Zeichentricksequenzen mit Mickey, Sprüche wie "Kraft meiner Macht als Gott meiner Welt", das zynische Gespräch zwischen MIcley und dem Reporter über die Einschaltquoten von Serienmördern etc.
Hast Du Dich mal gefragt, warum der Protagonist die Sprengung verhindern wollte?Ich mich schon. Oft sogar. Und warum will er das tun?
Der Indianer stand auch nie wirklich in der Gefahr erschossen zu werden. Im Gegenteil. Der Indianer war der Einzige, dem das Pärchen etwas Vertrauen geschenkt hatte.Wenn ich mich nicht sehr irre, ist doch ein Indianer erschossen worden.
Hast Du Dich mal gefragt, warum der Protagonist die Sprengung verhindern wollte?Nein, das ist ja völlig klar. Normale Leute finden die Sprengung von Gebäuden nicht gerade toll, aber Tyler ist eben ein Idealist, der für seine Überzeugungen eintritt.
Wenn ich mich nicht sehr irre, ist doch ein Indianer erschossen worden.Stimmt. Das hatte ich falsch in Erinnerung.