Tatsächlich. Nachdem ich damals in den Anfangstagen von DSA4 ausgestiegen bin als mir klar wurde was für ein Clusterfuck epischer Ausmaße dieses Regelsystem geworden ist und ich mit der 7G Kampagne sehr unzufrieden war, finde ich mich jetzt auf der anderen Seite des SL-Schirms, als Spieler im Orkensturm (Jahr des Greifen 1&2) wieder. Gestern war die erste Sitzung!
Wir spielen nach der 3. Edition, allerdings mit modifizierten Kampfregeln (QVAT*) um das Problem "Parade ausmaxen schlägt alles, Kämpfe dauern auf hohen Stufen Jahrhunderte" zu eliminieren. Außerdem wollte ich nen Golgariten spielen, die gibts aber 19 Hal noch nicht, daher haben wir beschlossen, das das eben nen Jahrhundertealter Orden ist. Auch sonst haben wir nach Gutdünken und gesundem Menschenverstand die ein oder andere Sache etwas angepasst.
Unser Spielleiter hat zudem diverse Modifikationen an den beiden Abenteuern vorgenommen. Er meinte das wäre btb totales Railroading und er würde es jedoch ermöglichen deutlich andere Wege zu gehen und Ergebnisse zu erzielen als vorgesehen. Super! (Das war allerdings auch meine Bedingung um mitzuspielen und meinen Eid: "Nie wieder DSA" zu brechen). Auch den Einstieg ins Abenteuer hat er etwas anders gestaltet. Es ist wohl vorgesehen, dass man als kleiner Wasserträger in der Armee anfängt, was nicht einzusehen ist bei einem 12stüfigen Marschall eines Geweihtenordens und einem ebenso hochstufigen Gildenmagus aus Punin (oder anderen Charakteren der Stufen 10-12 für die die Abenteuer vorgesehen sind). Was hat sich der Autor dabei nur gedacht?
Jedenfalls hat der Abend sehr spannend angefangen:
Die Orks marschieren auf Gareth, der Norden ist im Chaos und unheilvolle, todbringende Träume plagen einige Bewohner der Stadt. Außerdem geht irgendetwas merkwürdiges in der Hesindekirche vor....
Insgesamt drei Kämpfe waren unterhaltsam und schnell abgewickelt (wohl auch weil wir nur zwei Helden sind und die Gegner jeweils ziemlich chancenlos waren). Ich freue mich schon auf die nächste Sitzung in 14 Tagen...
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Das geht so: (AT Wert - AT Wurf) / 2 = Parademalus für den Verteidiger. Habe ich also AT 18 und würfele eine 13 ist die PA des Gegners um 5 / 2 = 2.5, abgerundet 2 erschwert.
Bei mir gibts nicht so viel zu erzählen, weil wir die Kampagne nicht beendet haben. Ich musste eine abgewandelte Story verwenden, denn die Spieler kannten die Romane schon. Statt dem Erzvampir habe ich einen mächtigen Gestaltenwandler eingesetzt, der ehemals ein junger Praiosdiener der Stadt war und eine Hexe zur Geliebten hatte. Als er mit ihr erwischt wurde, wollte er weiter zu ihr halten und wurde auf gleiche Weise hingerichtet wie Zerwas im Buch. Er schwor Rache und wurde mit Hilfe dämonischer Kräfte zum Gestaltenwandler, doch konnte er der Fesselung mit den geheiligten Dolchen nicht entkommen. Die Grabungen der Orks aber weckten ihn aus seinem Schlaf auf und er nahm die Gestalt einer vertrockneten Leiche an und stellte sich tot. Als die Dolche entfernt wurden war er wieder frei. Des Nachts dann erhob er sich und begann die Lage auszukundschaften. Schnell nahm er eine Rolle in der Stadt ein und suchte nach dem Leichnahm seiner Geliebten, die er mit dämonischen Kräften erwecken wollte.
Dann kam Marcian und die Helden, um die Orks zu vertreiben. Der Gestaltenwandler übernahm einen jungen Hauptmann, um den Praiosdiener (Marcian war bei mir offener Praiosdiener, die Spieler wussten es ja eh schon). auszuspionieren und vielleicht Hinweise auf seine Geliebte zu bekommen.
Die erste Schlüsselszene war, dass die Helden den Kopf des jungen Hauptmanns in einem Brunnen fanden, der nur noch giftiges Wasser gab. Klar, Leichengift (so hab ich mir auch Eugalp erspart. Da sie den Hauptmann aber kurze Zeit später trafen, waren sie zu Recht mißtrauisch. Doch der Gestaltenwandler belauschte die Helden in Form eines Vogels und wechselte abermals die Gestalt. Der Hauptmann war verschwunden und der Wandler konnte jeder sein. Wem würden die Helden vertrauen und wie würden sie das Wesen enttarnen?
Und dann endete das Szenario vorerst, da jeder von uns getrennte Wege ging.
Zur zweiten Schlüsselszene, der Enttarnung des Gestaltenwandlers und der Erkenntnis, das sich Marcian und er ziemlich ähnelten (beide hatten eine Hexe als Geliebte, beide dienten Praios, aber Marcian war schwächer), kam es leider nicht mehr.
Die Kampagne habe ich nie bis ganz zum Schluss durchgeplant, weil wir sie ursprünglich nur begonnen haben, weil die Spieler Lust auf oldschool Orkschlachten hatten. Also baute ich das ein, in einem halb zerstörten Greifenfurt mit cooler Straßenkampf Action und Guerrilla Kampf.
War nicht schlecht.