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Medien & Phantastik => Sehen, Lesen, Hören => Lesen => Thema gestartet von: Hic_iacet am 25.08.2008 | 13:15
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Ich habe schon öfters gehört dass heftig gestritten wird, ob Moers oder Prattchet die bessere Welt erschaffen hat, oder wer der bessere Schriftsteller ist.
Schreibt eure Meinung hier!! :)
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Ich halte beide für anständig. Bei Moers sagt mir die Schreibe etwas mehr zu.
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Ich find auch beide cool. Moers ist skurriler, finde ich. :)
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Da schließe ich mich Leonie an - Moers ist skurriler, hat die abstruseren Ideen. Pratchett hingegen finde ich persönlich lustiger, sicher auch weil er mehr darauf zielt, lustig zu sein (nein, nicht jeder, der darauf zielt, lustig zu sein ist auch lustig. Aber wenn zwei Genies schreiben, der eine will lustig sein, der andere skurril, dann ist der eine lustiger und der andere skuriller).
Persönlich finde ich die beiden nur schwer vergleichbar; da kann man schon eher Parallelen zwischen Pratchett und Douglas Adams ziehen (Pratchett klarer Sieger nach 3 Runden).
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Imho wird Pratchett ziemlich überbewertet. Ich finde seine Schreibe absolut schrecklich und sehr anstrengend zu lesen. Die Welt an sich finde ich ganz cool (die Discworld PC Adventures waren genial :D)...
Moers ist definitiv ein Meister seines Fachs und hat einen schönen Schreibstil.
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Ich habe nur ein Buch von Pratchett gelesen und es hat mich nicht wirklich gefesselt. Moers-Bücher hingegen sind zum verschlingen - nicht nur als wunderschön illustrierte Hardcover-Ausgaben, auch als hervorragend gelesene Hörbücher. Hätte ich die Wahl zwischen beiden, würde ich mich klar für Moers entscheiden.
Wer die bessere Welt erschaffen hat - kann ich nicht sagen. Pratchett hat sicherlich die umfangreichere Welt geschaffen. Vom Schreibstil her würde ich klar Moers favorisieren, er hat imho ein wesentlich besseres Sprachempfinden. Kann aber auch an der Übersetzung Pratchets liegen, die sicher gegenüber dem englischen einiges an Sprachwitz verliert.
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Ich mag beide und weiß nicht recht, wieso man ausgerechnet diese beiden vergleicht.
Pratchetts Geschichten sind nicht nur witzig, sondern auch (fast) immer sehr treffende Satiren auf unsere Welt. Alleine "Einfach Göttlich" (O: Small Gods) ist eine ausgesprochen beißende (und treffende) Kirchenkritik. Sehr schön.
Und seine Plots sind (imho natürlich) auch ausgefeilt, überraschend und vielschichtig. Ihn auf "Humor" zu reduzieren finde ich ein wenig schade.
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Die Problematik, die ich bei Pratchett sehe ist die, dass er zwischen teilweise etwas flachem Slapstick und genialer Pointe hin- und her wechselt. Einige Witze wiederholen sich (manche auch ein wenig zu oft) während andere Sachen vollkommen überraschend kommen. Es ist sehr schwer ihn in eine Schublade zu stecken.
Insgesamt finde ich seine Bücher wundervoll, vor allem die wunderbar lebendigen Charaktere finde ich toll.
Über Moers kann ich nicht viel sagen, hab bisher nur was angelesen, darum möchte ich nicht so viel vergleichen, aber der Schreibstiel ist zu, mindest in der dt. Übersetzung, bei Pratchett für mich angenehmer, weil eingängiger und mit mehr Wortwitz, die englischen Originale hab ich bisher noch nicht angefasst, also dazu auch keine Stellungnahme.
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Ich mag beide und weiß nicht recht, wieso man ausgerechnet diese beiden vergleicht.
Ich stimme Hendrik zu. :)
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Ich stimme Hendrik zu. :)
So ist's recht.
Ich hab übrigens mal den Threadtitel korrigiert.
Und in Sachen anstrengen zu lesen: Pratchett schieb ich immer mal wieder zwischendurch ein, wenn ich mich nur entspannen will. So können die Meinungen auseinander gehen.
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Ich seh auch nicht warum die beiden irgendwie verglichen werden sollten, für mich sind das 2 völlig verschiedene welten, beide geben mir beim lesen etwas völlig anderes. Da schließe ich mich mal hendrick und Boba Fett an.
Und in Sachen anstrengen zu lesen: Pratchett schieb ich immer mal wieder zwischendurch ein, wenn ich mich nur entspannen will. So können die Meinungen auseinander gehen.
Orginal oder übersetzung? Ich hab den eindruck, dass manchmal die übersetzung etwas holprig wirkt, weil sich der ein oder andere wortwitz nicht übersetzen läst, aus storitechnischen gründen aber auch nicht weggelassen werden kann. Negativbeispiel für mich ist das Herr Kaffeetrinken aus Schweinsgalopp, der heißt im orginal Mr. Teatime und die außergewöhnliche aussprache lingt dann wie ein exotischer name ti-ah-teim-ih, in der übersetzung wirkt das einfach nicht, beim guten alten Schnapper hat das dagegen recht gut geklappt.
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Orginal oder übersetzung? Ich hab den eindruck, dass manchmal die übersetzung etwas holprig wirkt, weil sich der ein oder andere wortwitz nicht übersetzen läst, aus storitechnischen gründen aber auch nicht weggelassen werden kann.
Übersetzung. Englische Bücher lesen erfordert Konzentration und ist mit "nebenher zur Entspannung" nicht vereinbar ;)
Das mit den Wortspielen ist natürlich eine Sache. Oft kann ich mir sie dann per "reverse engineering" wieder rekonstruieren, aber oft eben auch nicht. Das mit Kaffeetrinken zum Beispiel habe ich jetzt erfahren - danke dafür.
Grundsätzlich gehe ich aber davon aus, daß ein professioneller Übersetzer der jede Menge Zeit und Mühe investiert mehr von den Wortspielen, dem Flair und den sonstigen Feinheiten des Originals einfangen kann als ich, der ich es ja immerhin auch in meinem Kopf übersetzen muss. ;)
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Grundsätzlich gehe ich aber davon aus, daß ein professioneller Übersetzer der jede Menge Zeit und Mühe investiert mehr von den Wortspielen, dem Flair und den sonstigen Feinheiten des Originals einfangen kann als ich, der ich es ja immerhin auch in meinem Kopf übersetzen muss. ;)
Ich habe gegenteilige Erfahrungen gemacht, gerade bei "Trivialliteratur" wie Fantasyromanen. Ich vermute, das liegt nicht unbedingt an den schlechten Übersetzern, sondern an deren mieser Bezahlung und daraus resultierendem Zeitdruck.
PS
Zur Konzentration: Ich lese jetzt seit fast 10 Jahren regelmäßig englische Romane. Das strengt mich mittlerweile nicht mehr an als Deutsch. Übungssache halt. Das harte erste Jahr lohnt sich. ;)
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Ja Übung macht den meister, mein erstes englisches buch war Soul Music von Pratchett (deutsch Rollende Steine), da hab ich fast ein halbes jahr für gebraucht, mittlerweile merk ich keinen unterschied mehr zwischen deutschen und englischen büchern. Hat auch den praktischen nebeneffekt das eigene englisch zu trainieren weil man seinen wortschatz quasi nebenbei erweitert.
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Ich lese auch englische Romane. Brave New World und Fahrenheit 451 waren die letzten.
Aber dabei kann ich eben nicht so gut abschalten.
da hab ich fast ein halbes jahr für gebraucht, mittlerweile merk ich keinen unterschied mehr zwischen deutschen und englischen büchern.
Ok, ein halbes Jahr ist lang. So lang hab ich nichtmal für Hannibal auf Englisch gebraucht.
Zu den Zeiten: Ich hab jetzt seit Sonntag Abend "Fight Club" und "Ich bin Legende" ausgelesen. Konnte ich einfach so reinsaugen. Das geht eben im englischen Original nicht.
Aber eigentlich ist das total OT. Hm - da gibt's sogar nen Thread zu...
[Edit]...den ich gerade nicht finde. Also nix mit verschieben...
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Also Pratchett kann ich einfach nicht mehr auf Deutsch lesen. Ich kann zwar verstehen wenn das manchmal mit dem entspannten Lesen nicht so klappt, aber inzwischen kann ich gut genug englisch, das es für mch nicht mehr wirklich ein Problem ist, von einzelnen Begriffen hie und da mal abgesehen. Und gerade Pratchett finde ich auf englisch einfach viel besser.
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Ich liebe sowohl Moers als auch Pratchett, wobei sie bei mir völlig unterschiedliche Wünsche bedienen, was das Leseerlebnis angeht. Insofern kann/ möchte ich die beiden auch nicht vergleichen.
Moers ist einfach wunderbar, Schreibe und Story sprechen mich an.
Pratchett lese ich sowohl im Original als auch auf Deutsch. Und ich mag beides. Natürlich kann man nicht alle Wortwitze übersetzen. Aber die deutschen Pratchettbücher sind meiner Meinung nach sehr gut übersetzt.
Englisch lese ich ihn persönlich allerdings noch lieber.
Wie fast alles ist aber natürlich auch das Geschmackssache. ;)
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Persönlich finde ich die beiden nur schwer vergleichbar; da kann man ich schon eher Parallelen zwischen Pratchett und Douglas Adams ziehen (Pratchett klarer Sieger nach 3 Runden).
In Deinen Träumen Pedro, in Deinen Träumen.
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Mit der Scheibenwelt konnte ich so garnichts anfangen - nach einem Roman hatte ich genug davon, was für mich ungewöhnlich ist, also ich fand es wirklich grottig. Daher wollte ich mich nun eindeutig für Moers äußern, dessen Zamonien-Romane ich regelrecht verschlinge und die zu dem besten gehören, was ich in den letzten Jahren an Fantasy-Literatur genießen durfte. Allerdings fielen mir dann die Nomen-Romane von Pratchett ein, die mich seinerzeit einfach umgehauen haben. Daher votiere ich für ein Unentschieden.
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Moers kenne ich gar nicht, aber wenn sich für einige ein Vergleich mit Pratchett aufdrängt, sollte ich vielleicht mal etwas nachholen.
Mit der Scheibenwelt konnte ich so garnichts anfangen - nach einem Roman hatte ich genug davon, was für mich ungewöhnlich ist, also ich fand es wirklich grottig.
Welcher Roman war das? Je nachdem wie spät/früh der Roman rauskam und um welche Hauptperson(en) er sich dreht, sind die Romane recht unterschiedlicher Natur. Die ersten zwei Romane sind eine fast handlungsfreie Aneinanderreihung von Gags und Wortspielen, später gibt's mehr Story (manchmal habe ich den Eindruck zuviel Story :D) und was die Hauptfiguren angeht, so liebe ich die Romane die sich um die Nachtwache oder den Tod drehen, kann aber mit Rincewind oder den Hexen wenig anfangen (und dann gibt es auch "Einzelschicksale" die sich nicht verallgemeinern lassen).
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Moers kenne ich gar nicht, aber wenn sich für einige ein Vergleich mit Pratchett aufdrängt, sollte ich vielleicht mal etwas nachholen.
Geh nicht mit dieser Erwartung ran. Das ist was völlig anderes, ehrlich.
Ich find beide gut, aber die einzige Gemeinsamkeit ist, daß man über beide gut lachen kann.