Möööönsch... Es gibt so Filme, bei denen man beim Trailer schon sagt: ”Muss ich auf jeden Fall gucken!”. So zum Beispiel bei “Independence Day”. Da sah man im Trailer nur, wie diese unglaublich große, computeranimierte fliegende Untertasse das weisse Haus sprengt. Jeder, der die zwei Amtszeiten von Herrn Bush jr. mitbekommen hat, dürfte sich wohl das eine oder andere mal so eine Untertasse herbeigewünscht haben. Dass der Film dann letztlich so völlige Grütze war, grenzt schon an Betrug und Körperverletzung. Der Präsident ist Kampfjetpilot und fliegt selbst den entscheidenden Angriff auf die Raumschiffe, nachdem ein Trottel und Will Smith mit einem MacBook einen Virus ins Mutterschiff hochgeladen haben, der ALLE Schutzschilde der anderen Untertassen lahm legt? Meine Güte... Und ich dachte schon, ich träume manchmal wirres Zeug... Aber das toppt echt alles. Aber zurück zum Thema:
Eagle Eye ist einer dieser Filme, bei denen der Trailer ganz gut aussah. Da wird einem ein Spionagefilm mit “Big-Brother-is-watching-you”-Thema präsentiert, in dem ein Durchschnittsbürger plötzlich irgendwie zwischen die Fronten gerät und viel wegrennen muss. Nix neues und seit “Staatsfeind Nummer Eins” (der komischerweise auch mit Will Smith war... Und kacke.) nicht mehr besonders kreativ, aber wenns gut gemacht ist, verspricht es wenigstens zwei Stunden Blockbuster-Unterhaltung.
Pustekuchen!!! Bei diesem Drehbuch kann auch der hippe Jungstar Shia laBeouf nix mehr retten. Ich fasse das mal kurz zusammen.
Der Held, ein Durchschnittskerl mit chronischer Geldnot, kommt eines Abends nach Hause und stellt doch recht überrascht fest, dass seine Wohnung vollgestopft ist mit Waffen, falschen Ausweisen mit seinem Foto drin und allerlei Zeug, das einen ordentlich in Schwierigkeiten bringen kann. Zu allem Überfluss klingelt auch noch sein Handy und eine Dame meldet sich, die ihm sagt, er sei “aktiviert” worden und er solle doch bitte rennen, denn das FBI stürmt in 12 Sekunden seine Wohnung. Ich würde da auch nen Klingelstreich vermuten und daher wird unser Held erstmal verhaftet. Und hier endet dann jegliche Art von nachvollziehbarem Geschehen.
Beim einzigen Anruf aus der FBI-Verhörzelle, meldet sich wieder die Telefondame, die klingt wie die Stimme von meinem Navigationsgerät, und erklärt ihm, er würde jetzt befreit werden und soll sich doch bitte ducken. Einen Moment später knallt ein Kran durch die Wand und der Held spring durchs Loch in der Mauer, um den Rest des Film viel viel zu laufen. Zwischenzeitlich gesellt sich noch eine Frau dazu, die auch irgendwie vom meinem Navi angerufen wurde und deswegen wegrennen muss, aber die Tante ist eigentlich egal.
Der Clou des Films ist am Ende dann so unglaublich dämlich, dass ich den kaum aufschreiben kann, ohne schwere Gehirnkrämpfe zu kriegen. Für die Leute, die den Film noch sehen möchten (TUTS NICHT!!!), schreibe ich die Auflösung mal in einen Spoiler-Tag.
Aaalso... Die Stimme am anderen Ende des Handys klingt nicht nur wie mein Navigationsgerät, es ist vermutlich genau die gleiche, denn sie gehört zu (Achtung abgedroschen!!!) einer künstlichen Intelligenz, die selbstverständlich vom Geheimdienst oder dem Militär oder beiden entwickelt wurde und natürlich durchdreht. Aber erst nachdem man sie an das große weltweite Supernetz angeschlossen hat, mit dem man jede Überwachungskamera, jede U-Bahn und jede Kaffeemaschine steuern kann. Ist ja klar. Aber die Intelligenz ist nicht einfach nur völlig bekloppt und will die Menschheit komplett vernichten wie z.B. in Terminator. Nein, diese künstliche Intelligenz ist sooo durchgeknallt, dass sie glaubt, sie könne irgendwen damit treffen, wenn sie den Präsidenten der vereinigten Staaten™ ermordet! Oooohhh... Shocking! Naja und um das bewerkstelligen zu können, braucht die Maschine irgendwie die Hilfe von unserem Helden, der sich daraufhin auf eine Odyssee durch die tiefsten Logik-Lücken begibt, die man seit langem im Kino gesehen hat.
Ich bin ja echt vieles gewohnt und gern bereit, mein Hirn im Kino auszuschalten, wenns erforderlich ist. Aber wenn ich mein Hirn soweit runtergefahren ist, dass ich diesen Film gut finde, dann haben es die Sanitäter hinterher echt schwer mich wiederzubeleben.
Also bitte: Meidet diesen Film!
Und inwiefern ist "der Clou" der Films jetzt strunzdumm oder abgedroschen?
Naja, Computerintelligenzen, die durchdrehen und ihr eigenes Ding machen, konnten in den 80ern vielleicht noch irgendwen vom Hocker reissen, aber heutzutage würde ich erwarten, dass man sich ein bissl mehr einfallen lässt als: "Ist halt ein Computer und ans Internet angeschlossen und deswegen total allmächtig."
Und warum strunzdumm? Hast Du den Film gesehen und willst Du wirklich Beispiele hören?
Die KI kann nicht nur ALLE Überwachungskameras, Telefone, Ampeln und Computer der Welt steuern, sondern auch Baustellenfahrzeuge wie Bagger und Kräne, aber anstatt z.B. einfach einen Autounfall zu verursachen, in dem der Präsident ums Leben kommt, "aktiviert" sie die Mutter eines Trompete spielenden Kindes, das zufälligerweise im weissen Haus mit der Schulband vorspielen soll. In der Trompete hat die KI nämlich eine Bombe oder den Auslöser dafür verstecken lassen, der die Bombe explodieren lässt, wenn eine ganz bestimmte Frequenz gespielt wird. Also wenn das nicht bescheuert ist, weiss ich auch nicht...
Das nächste mal, wenn du ne Rezi schreiben willst, pass bitte in dem Film auf, dann verstehst du evtl was da vorgeht. Mehr als ein schlechter Rant ist das da oben nähmlich nicht. Ist schon traurig, der Film ist simpel wie ein grader Feldweg und du hast den Schuss dennoch nicht gehört und vertuefelst den Film dafür. ;D
Ich gebe zu, das da oben war etwas grantig. Dennoch habe ich den Film verstanden (viel war da ja nicht zu verstehen) und konnte darüber nur den Kopf schütteln.
Den Teil mit dem Bruder, der an der Entwicklung der KI beteiligt war, weshalb jetzt der Held des Films gebraucht wird, hab ich zusammengefasst, denn wenn man mal ehrlich ist, ist das vollkommen unwichtig. Und ich hab auch mitbekommen, das die KI von diesem Raketenangriff am Anfang abgeraten hat und daher die Regierung als Gefahr einstuft, was der Grund fürs Austicken ist. Aber obs jetzt das ist, oder ein Blitzschlag ist letztlich auch vollkommen wurscht.
Technisch war der Film nicht schlecht gemacht. Das gebe ich zu.
Außerdem muss ich mich fragen, was der Film dir angetan hat, dass du so auf 180 bist? Hat er dich vor deinen Freunden zusammengeschlagen? Das Taschengeld geklaut? Deine Freundin ausgespannt?
Was der Film getan hat? In meinen Augen ist es schlicht eine Beleidigung des Intellektes jedes Zuschauers. Klar, kann ich mein hirn abschalten und an Filmen wie "Wanted" oder "Shoot em Up" Spaß haben. Aber Eagle Eye hat sich einfach viel zu Ernst genommen.