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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Kermit am 17.09.2009 | 10:00

Titel: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Kermit am 17.09.2009 | 10:00
Sehen wir den Tatsachen ins Auge: die Rollenspielszene ist älter geworden und drohte schon vielfach, an Überalterung zu sterben. Die Frage ist, wie man dies verhindern kann. Auf Cons hört man ja leider allzu oft den Satz von dort leitenden Spielleitern: Ich spiele nicht mit Anfängern. Diese Arroganz ist sicherlich nicht förderlich. Aber können Conrunden tatsächlich die einzige Möglichkeit sein?
Wir haben mit unserem Verein eine Veranstaltung "Was ist Rollenspiel" in unserer Stadtbibliothek abgehalten. Das war für diesen einen Tag sehr erfolgreich, aber der bleibende Effekt ist vielleicht gemessen mit dem betriebenen Aufwand recht gering.
Manche Verlage versuchen von ihrer Seite aus, mit neuen Spielideen andere und jüngere Spieler für das Hobby zu begeistern. In einigen Regelwerken findet man nun deutliche Ähnlichkeiten mit dem Aussehen aktueller Computer- oder Tradingcard-Spiele (siehe D&D4), während andere versuchen, mit innovativen und von Altspielern mit Skepsis betrachteten Konzepten (siehe Warhammer) zu punkten. Wieder andere (Schattenjäger) setzen auf Synergien zwischen Tabletop und RPG.
Gehen die Verlage den richtigen Weg? Und was kann der einzelne Spieler/Spielleiter tun, um die Szene zu retten?
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Tudor the Traveller am 17.09.2009 | 10:07
Ich sehe ehrlich gesagt keine Nachwuchsprobleme. Ich habe genug Jugendliche kennengelernt, die RPG spiel(t)en. Man muss einfach auch sagen, dass TV, Computer und Spielekonsole immer mehr Freizeit - in allen Bereichen der Freizeitgestaltung - einnehmen.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Ein am 17.09.2009 | 10:08
Ich glaube nicht, dass die Szene untergeht.

Aus meiner Vereinszeit weiß ich, dass der Altersdurchschnitt bei den offenen Spielabenden meist eher um die 20-21 liegt, trotz mehrerer Spieler im Alter 35+. Immer wieder stoßen Neue hinzu.

Auch in meiner einen Runde sind 3 von 5 Mitspielern frische Studenten, die erst vor 1-2 Jahren mit dem Rollenspiel angefangen haben.

Man sollte in dieser Hinsicht nicht den Fehler machen, dass nur weil das Hobby heute nicht mehr überschwemmt wird (dafür gibt es heutzutage einfach viel zu viele Alternativen), dass die "Szene" (was immer das überhaupt ist) ausstirbt.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Kermit am 17.09.2009 | 10:09
Ich sehe ehrlich gesagt keine Nachwuchsprobleme. Ich habe genug Jugendliche kennengelernt, die RPG spiel(t)en. Man muss einfach auch sagen, dass TV, Computer und Spielekonsole immer mehr Freizeit - in allen Bereichen der Freizeitgestaltung - einnehmen.
Ja, aber das deute doch auf eine Vereinsamung hin und könnte unser sehr kooperatives Hobby auf Dauer bedrohen.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Merlin Emrys am 17.09.2009 | 10:10
Und was kann der einzelne Spieler/Spielleiter tun, um die Szene zu retten?
In seinem weiteren Umfeld nach Interessenten suchen und wiederholt mit ihnen spielen - so lange, bis sie bereit und einigermaßen fähig sind, auch mal eine Runde selbst zu leiten. Meines Erachtens ist das sogar der einzige wirklich effektive Weg, neue Spieler zu gewinnen.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Tudor the Traveller am 17.09.2009 | 10:15
Ja, aber das deute doch auf eine Vereinsamung hin und könnte unser sehr kooperatives Hobby auf Dauer bedrohen.

Dazu schrieb ich schon:

Ich sehe ehrlich gesagt keine Nachwuchsprobleme.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Ein am 17.09.2009 | 10:16
Zitat
Ja, aber das deute doch auf eine Vereinsamung hin und könnte unser sehr kooperatives Hobby auf Dauer bedrohen.
Das ist eine seltsame Schlussfolgerung, wenn man bedenkt, dass die meisten Rollenspieler (gerade im Jugendalter) eher Eigenbrödler und Außenseiter sind. Meines Erachtens ist es sogar der Eskapismus (die Möglichkeit sich ein fiktives Leben aufzubauen, in dem man anerkannt ist) mit einer der wichtigsten Gründe, warum überhaupt Leute mit Rollenspiel anfangen.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Kermit am 17.09.2009 | 10:25
In seinem weiteren Umfeld nach Interessenten suchen und wiederholt mit ihnen spielen - so lange, bis sie bereit und einigermaßen fähig sind, auch mal eine Runde selbst zu leiten. Meines Erachtens ist das sogar der einzige wirklich effektive Weg, neue Spieler zu gewinnen.
Danke für den ersten wirklich konstruktiven Post! Du könntest Recht haben, aber ich habe das Gefühl, das geht nicht weit genug und man müsste mehr tun.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: MadMalik am 17.09.2009 | 10:26
Sterben lassen was besser tot wäre, zB, die deitsche Rollenspielszene.  :gasmaskerly:
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Tudor the Traveller am 17.09.2009 | 10:32
Meines Erachtens ist es sogar der Eskapismus (die Möglichkeit sich ein fiktives Leben aufzubauen, in dem man anerkannt ist) mit einer der wichtigsten Gründe, warum überhaupt Leute mit Rollenspiel anfangen.


Gerade diese "Eskapisten" sind a) die, die ich im RPG lieber meide, da sie imho die Basis für Nerds bilden, und b) die, die zur Zeit massenweise den MMORPGs zuströmen. Oder liege ich da falsch? Wenn ich meinem Alltag entfliehen möchte, zocke ich auch eher am PC. P&P spiele ich u.a. gerade wegen der Geselligkeit.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: SeelenJägerTee am 17.09.2009 | 10:34
Bei mir war's ja so, dass ich Baldurs Gate 2 toll fand.
Und weil ich die Regeln (die im Handbuch angerissen werden) etwas kryptisch fand, habe ich beschlossen mein eigenes RPG zu machen, bei dem ich die Regeln verstehe.

Wann habe ich dann mit RoSpi angefangen? - So zwischen 18 und 20 wenn ich mich recht erinnere.

Kann natürlich sein, dass ich so gesehen eine Ausnahmeerscheinung bin, aber irgendwie glaube ich das nicht so ganz.
RoSpi hat viele Vorteile (man macht was zusammen mit Freunden) und viele Nachteile (es ist nicht so bequem) gegenüber anderen Freizeitbeschäftigungen.
Es wird immer junge Leute geben, die es betreiben.
(Und ich glaube auch, dass durch PC-RPGs eher Leute zum PnP gebracht als abgeworben werden. - Vor allem wenn man älter wird und die Zeit die man hat kostbarer, da überlegt man sich doch eher mit Kumpels PnP zu machen oder alleine vorm Rechner zu gammeln.)

Anders gesagt: Nach dem TV aufkam (und das Programm vielfältiger wurde) haben viele Leute aufgehört Bücher in ihrer Freizeit zu lesen. Was wenn damals ein Leseclub gesagt hätte "Unser Hobby Bücher zu lesen stirbt aus, ..." - richtig er wäre damit falsch gelegen.

ABER: Wenn ich nicht so seltsam gewesen wäre gleich mal mit meinem eigenen RoSpi in die Welt des P&P einzutreten wäre wohl weder ich noch einer meiner Gruppe dazu gekommen.
Ich denke die Hürde ist schon recht groß, wenn man nicht gerade jemanden Kennt bei dem man sich anschließen kann.
Von dem her finde ich solche "Was ist RoSpi?" Veranstaltungen eine gute Idee. - Und woher weißt du denn bei wie vielen das gefruchtet hat?
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Wawoozle am 17.09.2009 | 10:35
Oder liege ich da falsch?

Nö... sehe ich auch so, Eskapisten sind die Pest.
Das sind auch die Knalltüten die dir stundenlang von den Abenteuern ihrer Charaktere erzählen, ungefragt natürlich.

Aber noch was zum Topic.
Diese Diskussion wird geführt seit das Hobby existiert und dennoch wird immer noch gespielt.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Kermit am 17.09.2009 | 10:36
Gerade diese "Eskapisten" sind a) die, die ich im RPG lieber meide, da sie imho die Basis für Nerds bilden, und b) die, die zur Zeit massenweise den MMORPGs zuströmen. Oder liege ich da falsch? Wenn ich meinem Alltag entfliehen möchte, zocke ich auch eher am PC. P&P spiele ich u.a. gerade wegen der Geselligkeit.
Absolut meine Meinung, denn unser Hobby lebt vom Miteinander und vom Gruppenerleben! Es ist ja eine mittlerweile auch wissenschaftlich erwiesene Tatsache, dass RPG gute Sozialkompetenz vorraussetzt und diese steigert.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Hector am 17.09.2009 | 10:36
Eins vorab: Ich persönlich betrachte mich - als Spielleiter - weder als einen Missionar für eine Sekte noch als Mitarbeiter eines Strukturvertriebs. Wenn ein SL nicht mit Anfängern spielen möchte, so ist das sein gutes Recht; es handelt sich schließlich um seine Freizeit, und was er damit anstellt, ist allein seine Sache. Er hat keinerlei Verpflichtungen irgendeiner "Szene" gegenüber noch gegenüber dem Rollenspielhobby an sich. Und er schuldet auch niemandem, der das gleiche Hobby betreibt, irgendwelche Solidarität. Das wäre ja genauso, als müßte ich krampfhaft die ganze Welt zum Tischtennisspielen überreden, nur weil ich eine Platte im Keller stehen habe. Und ich möchte mich auch nicht mit irgendwelchen Vollnerds über einen kamm scheren lassen. Ich bin ein völlig normaler Mensch und habe ein Hobby, wie die meisten andern Menschen auch ein Hobby haben, nur dass ich nicht Tennis oder Skat spiele, sondern in meiner Freizeit mit drei bis fünf Freunden spannende Geschichten ausdenke und spielerisch weitergestalte.

Wenn jemand allerdings der Meinung ist, es gebe zu wenig Rollenspieler und sich persönlich dazu berufen fühlt, diesen Zustand zu ändern, so hat er vielerlei Möglichkeiten, aktiv zu werden. Das fängt im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis an. Einfach mal gelegentlich Themen zum Hintergrund des eigenen Lieblingsrollenspiels in Gespräche einstreuen und schauen, wer positiv darauf reagiert. Der Herr der Ringe (Film) hat beispielsweise  das Thema "Fantasy" einer breiteren Öffentlichkeit näher gebracht und ist ein guter Aufhänger, wenn man Mitspieler für eine neue Fantasy-Runde sucht. Auch in den lokalen Jugendclubs kann man Mitspieler finden, im Zweifelsfall einfach am Schwarzen Brett inserieren. Auch Pfadfinderguppen und Ähnliches sind dankbare Opfer.

Was die Verlage tun können, um ihre Produkte zu verkaufen, ist ganz einfach: Marketing (werben). Die eigene, teils schmerzhafte, Erfahrung hat gelehrt, dass es nicht ausreicht, sich einmal im Jahr auf die SPIEL zu stellen und vier Tage lang auf Leute einzureden, die ohnehin nur in die Müffelhalle kommen, weil sie nach Rollenspielen suchen. Man muss da werben, wo die bislang unerschlossene Zielgruppe hingeht. Da bietet sich das Internet an. In allen großen Kommunikationsplattformen gibt es die Möglichkeit, Newsgroups und Diskussionsrunden einzurichten. Man kann Bannerwerbung und Popups platzieren. Aber wenn man den ganz großen Erfolg haben will, muss man in den sauren Apfel beißen und richtig viel Geld investieren. Spätestens da beißt sich die Katze in den Schwanz, denn welcher Rollenspielverlag hat schon richtig viel Geld? Da bleibt nur die Kooperation mit großen Buchläden etc. Und die zu interessieren, dürfte sich schwierig gestalten. Wir hatten selbst in den 90ern mal begonnen, einen wirklich großen Kontakt anzuleiern. Da kamen dann aber irgendwann Aussagen wie: "Prima, macht eine 10.000er-Auflage und wir wollen volles Remissionsrecht." An diesem Punkt haben wir dann beschlossen, es beim Kleinkrautern zu belassen, weil uns das Risiko einfach zu groß war.

Aber: Ich frage mich, warum Du überhaupt in solche Weltuntergangsstimmung verfällst. Ich betreibe die Rollenspielerei seit den frühen 80ern, und Diskussionen wie die von Dir gestartete hatten wir alle paar Jahre mal, wenn irgendein Kollege über rückläufige Umsatzszahlen stöhnte. Sicher, in den Anfangsjahren konnte man jeden Müll verkaufen, aber richtig reich geworden ist meines Wissens nach in der P&P-Branche niemand. Selbst die ganz großen leb(t)en in (verglichen mit anderen Branchen) eher bescheidenen Verhältnissen. Die Auflagenzahlen selbst großer Rollenspielsysteme sind und waren immer lächerlich klein. Trotzdem gibt es Rollenspiele immer noch, und die Auswahl ist nicht unbedingt kleiner geworden, im Gegenteil. Und allein die Tatsache, dass es solche Foren wie Tanelorn und Blutschwerter gibt und die Vielzahl der Blogs zeigt doch, dass es so etwas wie eine "Szene" gibt. Als Magic auf den Markt kam, schrien alle "Buhei, das ist das Ende". Und was war? Das Angebot sieht heute besser aus als je zuvor. Abgesehen davon, dass sich der durchschnittliche Einkaufsbummel eher vom kleinen Stinkeladen an der Ecke aufs Internet verlagert hat. 
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Kermit am 17.09.2009 | 10:41
Also, wenn ICH ein Hobby ernsthaft betreibe, engagiere ich mich auch dafür. Dann liegt mir auch am Herzen, was danach kommt. Mit einer "Nach mir die Sintflut" Haltung komme ich nicht klar.
Vielleicht bin ich da eine Ausnahme, habe aber in meinen 25 Jahren Rollenspiel ganz gut damit gelebt. Und auch ich sehe mich nicht einer Rollenspielersekte zugehörig.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Kermit am 17.09.2009 | 10:41
Von dem her finde ich solche "Was ist RoSpi?" Veranstaltungen eine gute Idee. - Und woher weißt du denn bei wie vielen das gefruchtet hat?
Danke, das ist ermutigend!
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Hector am 17.09.2009 | 10:45
Also, wenn ICH ein Hobby ernsthaft betreibe, engagiere ich mich auch dafür. Dann liegt mir auch am Herzen, was danach kommt. Mit einer "Nach mir die Sintflut" Haltung komme ich nicht klar.
Vielleicht bin ich da eine Ausnahme, habe aber in meinen 25 Jahren Rollenspiel ganz gut damit gelebt. Und auch ich sehe mich nicht einer Rollenspielersekte zugehörig.

Verzeihung aber das sehe ich halt anders. Wenn man sich für einen lokalen Spielclub engagiert, okay. Machen auch andere. Aber wenn man meint, die gesamte "Rollenspielszene" retten zu müssen, finde ich das schon etwas seltsam. Schließlich ist das kein professioneller Sport, für den man so etwas wie den DFB bräuchte (okay, man kann auch darüber diskutieren, ob man den DFB braucht).
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Kermit am 17.09.2009 | 10:49
Verzeihung aber das sehe ich halt anders. Wenn man sich für einen lokalen Spielclub engagiert, okay. Machen auch andere. Aber wenn man meint, die gesamte "Rollenspielszene" retten zu müssen, finde ich das schon etwas seltsam. Schließlich ist das kein professioneller Sport, für den man so etwas wie den DFB bräuchte (okay, man kann auch darüber diskutieren, ob man den DFB braucht).
Klar, wird ja keiner gezwungen, sich ins Zeug zu legen. Ich suche ím Grunde nur nach den Möglichkeiten für die Leute, die es wollen. Keiner kann die Szene allein retten, weil keiner die Szene allein definieren kann. Es geht auch nicht um Rettung, sondern um Belebung!
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Joerg.D am 17.09.2009 | 10:51
Ich denke, dass eine Zusammenarbeit mit Bibliotheken und Buchhandlungen eine gute Sache ist. Dort findet man das wahrscheinlichste Zielpublikum. Proberunden in Rollenspielläden kommen leider auch immer seltener vor, weil das Hobby einfach zu wenig Geld abwirft um den Aufwand zu rechtfertigen. Aber gerade über die habe ich hier in unserer Stadt damals viele neue Rollenspieler aktiviert.

Allerdings sollte man dabei einen langen Atem haben und sich nicht von mangelnden Echo auf die ersten Versuche beeinflussen lassen. Mir schreien zu viele Leute nach einem Versuch, dass es keinen Sinn hat. Rollenspiel verbreitet sich durch Verknospung, jemand der Spaß hat wirbt neue Spieler aus seinem Freundeskreis an. Bis also eine neue und nenneswerte Szene in einer Stadt entsteht, muss man einen langen Atem haben.

Jeder, der einem erzählt, dass er gerne WoW spielt, kann man theoretisch auch für Pen und Paper begeistern. Dafür muss man sich bloß die Mühe machen, mal eine Proberunde zu leiten.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Wawoozle am 17.09.2009 | 10:55
Sehen wir den Tatsachen ins Auge: die Rollenspielszene ist älter geworden und drohte schon vielfach, an Überalterung zu sterben.
Das ist Quatsch.. das war noch nie der Fall und ist auch jetzt nicht der Fall.
Allerdings hört man dieses Wehklagen jedes Jahr aufs neue.

Auf Cons hört man ja leider allzu oft den Satz von dort leitenden Spielleitern: Ich spiele nicht mit Anfängern. Diese Arroganz ist sicherlich nicht förderlich.
Das ist das dümmste was man machen kann.
Gerade als SL sollte man aufgeschlossen bleiben neuen, auch jüngeren, Spielern gegenüber.

Wir haben mit unserem Verein eine Veranstaltung "Was ist Rollenspiel" in unserer Stadtbibliothek abgehalten. Das war für diesen einen Tag sehr erfolgreich, aber der bleibende Effekt ist vielleicht gemessen mit dem betriebenen Aufwand recht gering.
Woran machst Du das fest ?

Und was kann der einzelne Spieler/Spielleiter tun, um die Szene zu retten?
Runterkommen vom SL Thron und auch mit neuen, unerfahrenen Spielern spielen.
Die besten Rollenspielerlebnisse hatte ich immer mit Spielern die völlig neu dazugekommen sind und vorher noch nie gespielt haben.
Aber man sollte Missioniererei vermeiden, die nervt nämlich ganz gewaltig.

Also, wenn ICH ein Hobby ernsthaft betreibe, engagiere ich mich auch dafür. Dann liegt mir auch am Herzen, was danach kommt. Mit einer "Nach mir die Sintflut" Haltung komme ich nicht klar.
Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun ?
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Ein am 17.09.2009 | 10:58
@Tudor/Wawoozle
Wie alt seid ihr? 30+, bis dahin hat das mit dem Eskapismus stark nachgelassen.  ;)



Abgesehen davon ist Eskapismus in der Pubertät etwas relativ natürliches. Und da gibt es dann halt die, die in Parties und Alkohol eskapieren, und die, die sich mit Zeugs wie Computerspielen und Rollenspielen ihre eigene Welt aufbauen.

Aber das offenere Zugehen auf Menschen, gerade auch auf Außenseiter, könnte natürlich mehr Leute an Bord bringen und ganz nebenbei diesen Leuten auch noch etwas gutes tun.

Das ist dann nämlich die aktive Förderung von jungen Menschen, was eigentlich der wichtigste Teil der Nachwuchsförderung im deutschen Vereinswesen ausmacht: Junge Menschen zu starken Persönlichkeiten formen. Ansonsten würde es nämlich banal Nachwuchsanwerbung heißen.

Aber das würde halt eine offene Geisteshaltung und auch ein gewisses Engagement voraussetzen, das weiter geht als mal so einen offenen Spielabend zu veranstalten.

Oder wie es mal jemand geschrieben hat:
Zitat von: Kermit
Diese Arroganz ist sicherlich nicht förderlich.

Von daher, sorry, aber ich kann jetzt gerade nur lachen, denn das erinnert mich daran, warum ich nicht mehr in irgendwelchen Rollenspielvereinen aktiv bin.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Kermit am 17.09.2009 | 10:59
Das heißt, wenn man annimmt, das die Szene krank, sollte man halt auch was tun, wenn man wirklich engagiert sein WILL. Wollen ja auch nicht alle und muss ja keiner. Aber auch ich hatte bisher oft meine schönsten und vor allem überraschendsten Spielerlebnisse mit Neulingen. Die kommen manchmal auf Ideen weit abseits ausgetretener Pfade, und das macht Spaß und überrascht.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Thalamus Grondak am 17.09.2009 | 11:00
Absolut meine Meinung, denn unser Hobby lebt vom Miteinander und vom Gruppenerleben! Es ist ja eine mittlerweile auch wissenschaftlich erwiesene Tatsache, dass RPG gute Sozialkompetenz vorraussetzt und diese steigert.
*hust* wer hat das denn erwiesen?
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Wawoozle am 17.09.2009 | 11:02
@Tudor/Wawoozle
Wie alt seid ihr? 30+, bis dahin hat das mit dem Eskapismus stark nachgelassen.  ;)
Ach... sonderlich eskapistsch veranlagt war ich nie... gesellig dagegen schon immer :)
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Hector am 17.09.2009 | 11:02
Jeder, der einem erzählt, dass er gerne WoW spielt, kann man theoretisch auch für Pen und Paper begeistern. Dafür muss man sich bloß die Mühe machen, mal eine Proberunde zu leiten.

Guter Ansatz. WoW ist übrigens auch so ein Thema wie Magic. Ich kenne viele P&P-Rollenspieler, die sagen "WoW macht das Hobby kaputt, weil die Leute sich lieber an den Rechner setzten, als sich zum Spielen zu treffen". Genau wie früher zum Thema Tradingkarten. Aber was sie nicht bedenken ist, dass über diese neuen Medien auch die Leute irgendwann einmal über P&P stolpern, die das Thema sonst nicht einmal mit der Kneifzange angefasst hätten. Ich habe schon einige Leute aus einem Gespräch über Diablo oder Ähnliches zum Ausprobieren eines P&P animiert.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Kermit am 17.09.2009 | 11:03
Bin gerade auf der Arbeit, daher habe ich die Titel nicht hier. Aber eine der Studien habe ich selbst an der Uni Köln mitveranstaltet im Bereich Didaktik/Gesprächspädagogik. Helden-in-der-Schule.de fußt auch auf solchen Studien.
Und richtig, Ein, Förderung ist mehr als Werbung, das sehe ich auch so. Deshalb suche ich ja nach Möglichkeiten, das weiter sinnvoll anzugehen.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Kermit am 17.09.2009 | 11:05
Guter Ansatz. WoW ist übrigens auch so ein Thema wie Magic. Ich kenne viele P&P-Rollenspieler, die sagen "WoW macht das Hobby kaputt, weil die Leute sich lieber an den Rechner setzten, als sich zum Spielen zu treffen". Genau wie früher zum Thema Tradingkarten. Aber was sie nicht bedenken ist, dass über diese neuen Medien auch die Leute irgendwann einmal über P&P stolpern, die das Thema sonst nicht einmal mit der Kneifzange angefasst hätten. Ich habe schon einige Leute aus einem Gespräch über Diablo oder Ähnliches zum Ausprobieren eines P&P animiert.
Ist ein Blickpunkt, den ich SO noch nicht betrachtet habe...
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Tudor the Traveller am 17.09.2009 | 11:27
Also früher gab es mal DSA-Werbung in Nicht-DSA-Romanen; in der Belgariad-Saga (David Eddings) waren pro Band ein paar (?) Seiten, die dem Fantasy-Leser das Ausprobieren von RPG/DSA ans Herz legten. Das war imo ein guter Ansatz.

@Ein: Du spricht von Jugendarbeit bzw. Vereinsarbeit. Ich spiele aber keine RPGs, um Jugendliche zu erziehen. Wenn das ein Nebeneffekt ist, ok. Ich bin ja auch Neulingen nicht abgeneigt, im Gegenteil. Nur hat man in unserem alter nunmal wenig Freizeit und RPG mit Jungspielern (nicht zwingend Neulingen) ist eben anders als das mit Älteren; die Jungen haben u.a. ganz andere Motivationen.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: bobibob bobsen am 17.09.2009 | 11:43
Ich habe mein ganzes Leben immer mit ca. gleichaltrigen Leuten zusammensgespielt, und das wir auch so bleiben (maximaler Altersunterschied in unserer Runde ist immerhin 13 Jahre). Wenn es Nachwuchsprobleme geben sollte kann ich nichts dagegen tun.
Allerdings habe ich über die Spielerzentrale mal neue Spieler gesucht und festgestellt das dort deutlich mehr "jüngere" Spieler registriert sind als alte Hasen, zumindest im Norddeutschen Raum. Ein Mangel am jungen Spielern kann ich also nicht bestätigen. In anderen Regionen mag das anders sein.
Wenn jemand neues mitspielen will dann ist er immer herzlich willkommen allerdings muß nicht nur der Neue Spaß haben sondern auch der Rest der Gruppe und häufig gegen die Interessen bei einem zu großen Altersunterschied einfach sehr weit außeinander.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Joerg.D am 17.09.2009 | 11:56
Macht mehr Kinder und bringt sie zum Rollenspiel.

Das ist dann Nachwuchsförderung im doppelten Sinne.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Karl Lauer am 17.09.2009 | 11:58
^^und sichert die Rente... ~;D
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Xemides am 17.09.2009 | 12:14
Moin,

also ich bin mit 38 immer noch Eskapist. Das ist der Rund, aus dem ich Rollenspiele spiele, das erleben einer anderen Welt. Trotzdem erzähle ich nicht ständig von den Abenteuern meiner Charaktere.

Das mache ich aber am liebsten in der Gruppe am Tisch und nicht am PC, da fehlt mir nämlich die Geselligkeit. Zum Glück gibt es genug andere Eskapisten, die es mir gleich tun, weshalb ich auch in so einem Verein wie FOLLOW bin.

Und MMORPGS werden überschätzt, da ich denke, dass die meisten dortigen Spieler keine Rollenspieler sind und niemals sein werden.

Ich spiele auch seit 1998 EQ1 und 2, und bevorzuge immer noch die Tischrunde.



Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: hexe am 17.09.2009 | 12:34
Aber noch was zum Topic.
Diese Diskussion wird geführt seit das Hobby existiert und dennoch wird immer noch gespielt.

Das kommt sehr wahrscheinlich daher, dass man eben dem Rollenspielen immer noch Zeit hat diese Diskussion zuführen.

[...]Ich habe schon einige Leute aus einem Gespräch über Diablo oder Ähnliches zum Ausprobieren eines P&P animiert.

So ähnlich geht es mir auch oft, gerade wenn man seiner Gilde sagt, diesen Donnerstag kann ich nicht mit, weil wir P&P Rollenspielen, dann werden die Leute sehr schnell neugierig, was dieses P&P eigentlich ist.

Und MMORPGS werden überschätzt, da ich denke, dass die meisten dortigen Spieler keine Rollenspieler sind und niemals sein werden.
Ich spiele auch seit 1998 EQ1 und 2, und bevorzuge immer noch die Tischrunde.

MMORPGs und P&PRPGs (;)) sind einfach etwas komplett anderes. Also ich mach das beides aus ganz unterschiedlichen Gründen.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Xemides am 17.09.2009 | 13:01
@Hexe:

Ich doch auch, beim MMORPG spiele ich kein Rollenspiel sondern will ein ppar Questen erledigen oder Mobs töten um xp zu machen.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Tudor the Traveller am 17.09.2009 | 13:04
MMORPGs und P&PRPGs (;)) sind einfach etwas komplett anderes. Also ich mach das beides aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Die beiden stehen aber eben in Konkurrenz um die Freizeit, zumal beides recht zeitintesiv ist.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: MadMalik am 17.09.2009 | 13:07
Tut Tennis und Fussball auch, trotzdem behaupt ich nich, dass sie mir die potentiellen Spieler
abgräbt. Und beim MMORPG, bzw PC (A)RPG zocken kommen die Leute wenigstens mit der
Grundidee und dem Themenset in Berührung, was die Rekrutierung und Indoktrination erleichtert.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Merlin Emrys am 17.09.2009 | 13:12
MMORPGs und P&PRPGs (;)) sind einfach etwas komplett anderes. Also ich mach das beides aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Dann liegt der Unterschied vielleicht nur an der Herangehensweise - und für Leute, die anders an MMORPGs und P&PRPGs herangehen, mag es schlicht und ergreifend "fast dasselbe" sein, nur mit leicht unterschiedlichen Nuancen, was Vor- und Nachteile angeht. Aber auch da gilt: Mit der Haltung "Ich bin / wir sind schließlich etwas Besseres" wird man nicht viele Leute interessieren...
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Tudor the Traveller am 17.09.2009 | 13:14
Tut Tennis und Fussball auch, trotzdem behaupt ich nich, dass sie mir die potentiellen Spieler
abgräbt.

Doch, tun sie. Sportler haben wenig Zeit für RPG. Das sehe ich in meiner alten Gruppe, wo einer Fußball, Tennis und Volleybald spielt. Mit dem einen Termin zu finden ist ein Problem.

Man muss also, um Spieler langfristig zu gewinnen, dem Hobby soviel Reiz verleihen, dass es auch tatsächlich konkurrenzfähig ist, sonst machen die Leute trotz Interesses an RPG lieber etwas anderes. Und der Reiz ist zu 95% von den Mitspielern abhängig (im Mannschaftssport ist es ähnlich). Ich denke nämlich nicht, dass das Erregen der Aufmerksamkeit entscheidend für neue Spieler ist, sondern der nachhaltige Reiz des RPG. Ansonsten erzeugt man eher Einmalspieler.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: MadMalik am 17.09.2009 | 13:23
Jop, aber im Gegensatz zu MMORPGs sind sie nie im Fadenkreuz der PnP RPGler.
Mimimi, MMORPGs nehmen uns Playerbase weg, mimimimi, TCGs nehmen uns die
Playerbase weg. Aber von allen anderen Hobbys hört man nichts, obwohl gerade
die beiden Sparten doch ein guter Rekrutierungsboden für Rollenspieler sind
und daher am wenigsten Verdammnis-Kritik aus den PnP Reihen verdienen...
aber scheinlich muss man sich einfach so lautstark von den 'Nicht-Echten-Rollenspielern'
absetzen, damit man seine Streetcred nich verliert.  >;D
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Freierfall am 17.09.2009 | 13:26
Mir ging es bei PnP im Gegensatz zu Computer-RPGS, MMORPGs usw. immer Primär um den Grad der Interaktion, nicht um den "Geselligkeits"-Aspekt. Der Zieht bei MMORPG Spielern nicht, die sagen ja auch, sie machen etwas mit anderen. Nur eben Virtuell. Und das stimmt sogar.
Wenn man sie hingegen darauf anspricht, ob es sie nicht ärgert, dass die Aktionen die die Spielfigur machen kann stark eingeschränkt ist (habe ich immer gehasst!), hat man einen eventuellen Ansatzpunkt.

Ansonsten: Mich erschreckt die "Nerdfeindlichkeit" in diesem Thread, solche Leute haben unser Hobby erfunden, groß gemacht und halten es am Leben (IMO)
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Zwart am 17.09.2009 | 13:28
Das muss man verstehen.
Die sind jetzt groß und wollen endlich auch mal cool sein. :)
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: SeelenJägerTee am 17.09.2009 | 13:30
Ähm ich muss ja sagen dass die virtuelle Geselligkeit eine ganz andere ist als die reale Geselligkeit.
Mit einem Freund so sprechen ist auch nicht das gleiche wie telefonieren.

Nerdfeindlichkeit? Wo?
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Wawoozle am 17.09.2009 | 13:32
Ansonsten: Mich erschrenkt die "Nerdfeindlichkeit" in diesem Thread, solche Leute haben unser Hobby erfunden, groß gemacht und halten es am Leben (IMO)

Nah... mir gehen die Spacken auf den Senkel, nicht die Nerds :)
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: 6 am 17.09.2009 | 13:32
@Mann Mit Fez:
Das mit den TCGs hatte einen sinnvollen Hintergrund. Damals als der erste Hype um Magic losbrach, war es unmöglich auf CONs sinnvoll rollenzuspielen, da andauernd irgendeine Nase meinte unsere Runde zu fragen, ob wir Doppelländer oder Assassins hätte oder ein Kumpel spielte mit, dem man "nur kurz" den neusten Tauscherfolg ins kleinste Detail erzählen musste. Das ging sogar so weit, dass die Magic-Spieler entweder ganz von CONs ausgeschlossen wurden oder nur in bestimmten Räumen spielen durften.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: MadMalik am 17.09.2009 | 13:33
<- geht nicht auf Cons, weil ist Nerd- und Rollenspielerfeindlich. Hat das Problem daher nie erlebt.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: hexe am 17.09.2009 | 13:36
Auf Cons kann man eh nicht "richtig" Rollenspielen. ;)

Mit einem Freund so sprechen ist auch nicht das gleiche wie telefonieren.

Allerdings beim Telefonieren muss man nicht auf die Push-To-Talk-Taste drücken.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: MadMalik am 17.09.2009 | 13:45
Muss ich im Teamspeak auch nich, Voiceactivation rockt.  >;D
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: slyver am 17.09.2009 | 13:49
die "richtige Nachwuchsförderung" ist es imo, gechillt Leute im Bekanntenkreis in der Richtung abzutasten, zu motivieren, etc. Nicht vergessen: einfach Regel 0 andersrum, quasi =)

was diese Förderung mit oder gegen Eskapismus zu tun erschliesst sich mir aus den Posts hier Null und ich kann auch keinen Zusammenhang von Eskapismus und "Nerdigkeit" (was zum deibel soll das denn sein?) oder Eskapismus und Spackentum erkennen. Es gillt nunmal immer die Regel 0, desweiteren ist RPG in seiner Liste von möglichen Motivationen ungefähr so weitflächig wie Musik oder Bücher, bei denen ja auch verschiedenste Gründe vorliegen können, warum jemand welche Musik mag oder nicht. whatever =)

ciao
slyver
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: hexe am 17.09.2009 | 16:38
Muss ich im Teamspeak auch nich, Voiceactivation rockt.  >;D

Ja, besonders wenn Mamas zum Abendessen rufen oder jemand einen Wellsittich im Zimmer hat... manche Leute mit Voiceactivation könnte man echt in die Tonne treten.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: MadMalik am 17.09.2009 | 17:26
Stimmt.. *sich an Surodhets Hund erinner*
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Woodman am 17.09.2009 | 17:40
Also früher gab es mal DSA-Werbung in Nicht-DSA-Romanen; in der Belgariad-Saga (David Eddings) waren pro Band ein paar (?) Seiten, die dem Fantasy-Leser das Ausprobieren von
Sowas, nämlich die Werbung fürs Shadowrun RPG hat mich erst neugierig aufs Rollenspielen gemacht, da bin ich überzeugt das es Funktioniert, ob sich das allerdings für die Verlage lohnt weiß ich nicht, die sind ja keine Wohltätigkeitsorganisationen sondern müssen auch Gewinne erwirtschaften.

Ansonsten sehe ich auch keine echtes Nachwuchsproblem, auf der HSpielt dieses Jahr hatte ich ne Runde Paranoia in der ich mit 29 ungefähr in der Mitte der Altersextrema war.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Lyris am 17.09.2009 | 21:21
Macht mehr Kinder und bringt sie zum Rollenspiel.

Das ist dann Nachwuchsförderung im doppelten Sinne.
Hei, machen wir doch!
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Gaming Cat am 17.09.2009 | 22:54
(...)immer noch Eskapist. Das ist der Rund, aus dem ich Rollenspiele spiele, das erleben einer anderen Welt. Trotzdem erzähle ich nicht ständig von den Abenteuern meiner Charaktere.

Das mache ich aber am liebsten in der Gruppe am Tisch und nicht am PC, da fehlt mir nämlich die Geselligkeit. Zum Glück gibt es genug andere Eskapisten, die es mir gleich tun (...)
Und MMORPGS werden überschätzt, da ich denke, dass die meisten dortigen Spieler keine Rollenspieler sind und niemals sein werden.
Habe noch nie erlebt, dass einer exakt dasselbe denkt wie ich UND es auch noch schreibt...muss ich nich' mal selber tippen...danke!  ;D
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: blackris am 18.09.2009 | 02:26
@Woodi
Ich seh das etwas anders: Die HSpielt ist der einzige große Con in Hannover (den ich kenne). Soweit ich mich erinner fand die von dir mitorganisierte Joker's Challenge aufgrund von Teilnehmermangel aus. ;)
Auch die LSCon (http://www.tinyurl.com/lscon2009) nächsten Monat hat große Probleme die 20 Spieler aufzutreiben, trotz Aushang im örtlichen Fachgeschäft.

P&P hat aber m.E. keine Einbußen aufgrund der MMORPG, sondern weil es heutzutage einfach fast jeder ein Heimkino zu Hause hat. Heutzutage ist es nur noch selten üblich, sich bei Freunden zu treffen und P&P zu spielen. Es gibt ja DVDs BluRays und Next Gen Konsolen. Meine Taktik: Erstmal seichte Brettspiele mitbringen und das wieder einführen, nach ein paar regelmäßigen Treffen wird dann mal ein schönes Rollenspiel auf den Tisch gelegt. Bin übrigens grad dabei. Sie spielen Monopoly. In 4 Wochen kommt dann vielleicht mal ne Runde CoC. ;)
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Heretic am 18.09.2009 | 03:06
In 4 Wochen kommt dann vielleicht mal ne Runde CoC. ;)
Wer, ausser Lovecraft-Liebhabern will das heutzutage noch railroadern?
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Hector am 18.09.2009 | 07:16
Wer, ausser Lovecraft-Liebhabern will das heutzutage noch railroadern?


Also lieber gar kein P&P als CoC? Interessanter Ansatz.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Visionär am 18.09.2009 | 08:39
Ich habe im Laufe der Zeit etliche Leute zum Rollenspielen gebracht. Wie?

1.) ich spiele mit Anfängern.
2.) Ich erkläre, was Rollenspiel ist und biete an mal zu spielen.
3.) Ich gehe ganz unprätentiös mit dem Hobby um, es ist halt ein netter Zeitvertreib.
4.) Ich hab mal nen Con organisiert (da sind zwar nur 2 dutzend leute gekommen, aber immerhin auch ein paar neugierige Neulinge, die dann dabeigeblieben sind).


Klar. Mit Arschlöchern, die sich nicht kümmern oder die erstmal meinen in bester Manier ihre Dominanz bei einem Thema mit dem sie sich seit 10 Jahren beschäftigen, das gegenüber seit 10 Minuten, voll zur Schau zu stellen, wird das nichts.


Auf der anderen Seite sehe ich den "erhalt des Hobbies" nicht als Mission und ich sehe auch keine Szene sterben. Mir ist die Szene auch ziemlich egal. Und Cons finde ich eh grausam.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Woodman am 18.09.2009 | 08:57
Zitat
Ich seh das etwas anders: Die HSpielt ist der einzige große Con in Hannover (den ich kenne). Soweit ich mich erinner fand die von dir mitorganisierte Joker's Challenge aufgrund von Teilnehmermangel aus.
Auch die LSCon nächsten Monat hat große Probleme die 20 Spieler aufzutreiben, trotz Aushang im örtlichen Fachgeschäft.
Die HSpielt ist die einzige richtige Con egal welcher Größe in Hannover, dafür ist da auch immer was los, und aus den Problemen 2 sehr spezieller Veranstaltungen mit recht suboptimaler Werbung auf ein Nachwuchsproblem zu schließen halte ich für falsch. Aus den Erfahrungen würde ich eher schließen das die älteren Leute wegbrechen, weil denen jetzt andere Sachen wichtiger sind, die jungen haben nämlich weder wir noch die LS Organisatoren mangels Kontakten wirklich angesprochen.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Hector am 18.09.2009 | 09:26
CONS haben m.E. mit Anwerben neuer Leute wenig zu tun. Niemand gerät zufällig auf ein/e/n CON. Da gehen nur Leute hin, die ohnehin was mit Spielen am Hut haben. Ich kenne auch sehr viele Spieler, die aus Prinzip nicht auf CONS gehen. Von daher sollte man m.E. nicht so sehr von CONS auf den Zustand der Rollenspielermenge in D schließen.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 18.09.2009 | 09:32
Hab auch kein Nachwuchsproblem. Mehr als die Hälfte meiner Spieler ist unter 16.

Allerdings sind die auch wenig interessiert an der Szene, sondern nur am Spiel. Schon die Läden, in denen man Material fürs Hobby bekommt schrecken da oft ab. Vermutlich ist da zuviel angst im spiel, zum Nerd zu werden  ;D
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Woodman am 18.09.2009 | 09:41
Zitat
Hab auch kein Nachwuchsproblem. Mehr als die Hälfte meiner Spieler ist unter 16.
Allerdings sind die auch wenig interessiert an der Szene, sondern nur am Spiel. Schon die Läden, in denen man Material fürs Hobby bekommt schrecken da oft ab. Vermutlich ist da zuviel angst im spiel, zum Nerd zu werden
Interessant, als ich in dem Alter war hab ich dauernd in meinem bevorzugten FLGS rumgehangen, und viele andere Spieler die ich kenne haben das auch getan, aber damals war der Verkäufer auch noch eine der besten Infoquellen über Neuigkeiten auf dem RPG-Markt, heute gibts dafür ja Internet.

Zitat
Von daher sollte man m.E. nicht so sehr von CONS auf den Zustand der Rollenspielermenge in D schließen.
Auf die Menge sicher nicht, aber wenn man dort auch viele jüngere Leute antrifft scheinen die in der Menge der Rollenspieler erstmal nicht zu fehlen, auch wenn man privat keinen Kontakt mehr zu so jungen Menschen hat. Und allein das sie überhaupt auf solchen Veranstaltungen sind zeigt ja zumindest ein gewisses Interesse, außerhalb typischer Rollenspieleranlaufpunkte (Spieleläden, Foren, Rollenspielmagazinen) werden die ja meist garnicht beworben.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 18.09.2009 | 09:56
Ist hier auch so, dass wir soviel Material haben (ein ganzes Zimmer nur für RPG Zeugs) und uns immer über Neues informieren, dass die anderen sich die Mühe gar nicht machen brauchen  ;D

Im Grunde ist die eine Gruppe der Epic Story (14 Leute mich eingeschlossen, und jeder Spieler hat 13 SCS) eh eine Szene für sich. Die Kindergruppe interessiert sich eh noch nicht für den ganzen Hintergrund (ausser die Kleine, die auch in der anderen Gruppe mitmacht). Wenn ich da sage, so funktioniert das, dann ist es auch so. Ach ja, mit Kindern spielen hat echt vorteile  ~;D
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Heretic am 18.09.2009 | 11:45
Im Grunde ist die eine Gruppe der Epic Story (14 Leute mich eingeschlossen, und jeder Spieler hat 13 SCS) eh eine Szene für sich.
WTH...
Wie machst du das?
Und um welches System handelt es sich, und wie verhinderst du Unübersichtlichkeit und das Chaos, das dabei aufkommt?
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: SeelenJägerTee am 18.09.2009 | 12:02
Wahrscheinlich spielt es in der Welt von Warhammer in den nördlichen Eiswüsten.
Da ist es normal, dass Chaos auftritt.
 ;)
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 18.09.2009 | 21:32
WTH...
Wie machst du das?
Und um welches System handelt es sich, und wie verhinderst du Unübersichtlichkeit und das Chaos, das dabei aufkommt?


Mit viel Geduld, jeder Menge Ordnern und Notizen und ner eigenen Wiki (die allerdings etwas arg hinterherhängt) Wir spielen grad auch wieder, haben grad ne Pizzapause.  >;D

Das ist D&D mit Hausregeln. Die 13x13 SCs sind nicht immer alle dabei, weil sich die Story über 13 Universen mit noch mehr Welten (da bei einigen Raumfahrt entwickelt ist) verteilt.  Jede Welt hat ihre eigenen Regeln, was Magie (oder das Fehlen derselben) angeht. Von jeder Welt kommen 13 Weltenretter und ihre Familiars. Dadurch ist es möglich, jeden, der bei einer Session mitspielen kann, auch zu beteiligen bzw eben mal einen SC wegzulassen, wenn der Spieler nicht kann. Durch die Wiki bzw den Notizen und z.T Aufnahmen mit dem Diktaphon (so ein ganz altes Teil  ;D ) kommen auch die problemlos mit, die ne Runde oder zwei ausfallen. Und da jeder mit an der Story entwickelt, fühlt sich auch niemand benachteiligt.

Wir spielen normalerweise 4 - 6 Mal im Monat, zu lange Pausen machen die Sache komplizierter. Momentan sind wir in Season 6  :D

Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: SeelenJägerTee am 18.09.2009 | 21:47
OH MEIN GOTT
Habt ihr auch ein Leben neben dem RoSpi?
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Heretic am 19.09.2009 | 03:09
Mit viel Geduld, jeder Menge Ordnern und Notizen und ner eigenen Wiki (die allerdings etwas arg hinterherhängt) Wir spielen grad auch wieder, haben grad ne Pizzapause.  >;D

Das ist D&D mit Hausregeln. Die 13x13 SCs sind nicht immer alle dabei, weil sich die Story über 13 Universen mit noch mehr Welten (da bei einigen Raumfahrt entwickelt ist) verteilt.  Jede Welt hat ihre eigenen Regeln, was Magie (oder das Fehlen derselben) angeht. Von jeder Welt kommen 13 Weltenretter und ihre Familiars. Dadurch ist es möglich, jeden, der bei einer Session mitspielen kann, auch zu beteiligen bzw eben mal einen SC wegzulassen, wenn der Spieler nicht kann. Durch die Wiki bzw den Notizen und z.T Aufnahmen mit dem Diktaphon (so ein ganz altes Teil  ;D ) kommen auch die problemlos mit, die ne Runde oder zwei ausfallen. Und da jeder mit an der Story entwickelt, fühlt sich auch niemand benachteiligt.

Wir spielen normalerweise 4 - 6 Mal im Monat, zu lange Pausen machen die Sache komplizierter. Momentan sind wir in Season 6  :D


Und wer bezahlt dich dafür, diesen Moloch zu verwalten und leiten zu müssen?
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 19.09.2009 | 03:27
Will ich auch wissen.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Skele-Surtur am 19.09.2009 | 12:21
OH MEIN GOTT
Habt ihr auch ein Leben neben dem RoSpi?
Wer braucht denn sowas?
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Retronekromant am 19.09.2009 | 12:31
@Topic: Der Nachwuchs ist auf der einen Seite von MMORPGs und D&D4, auf der anderen Seite von DSA, WoD und Stimmungsspielern verdorben. ;)

@Grimtooth: Respekt. Mir schwirrt der Kopf ja schon von einer vollständig ausgearbeiteten Welt, die es zu verwalten gilt.
Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 19.09.2009 | 12:57
Und wer bezahlt dich dafür, diesen Moloch zu verwalten und leiten zu müssen?


Mir macht das Spaß  ;D Es verwaltet ja auch jeder was mit. Die Bilder für die SCs und NSCs macht meist mein Mann, mit Grafik bin ich nicht so gut. Die Infos für die SCs muss jeder Spieler selbst auf dem laufenden halten, mein Sohn notiert, welcher SC grad wo ist und welche Jahreszeiten/Monate auf welchen Welten sind. Und bei jeder Sitzung führt jemand anders Protokoll.

Bezahlt werden wir in Naturalien  ;) Getränke, Essen und Kerzen/Räucherstäbchen bringen/zahlen die Spieler, und für die Katzen fallen auch immer wieder Leckerchen ab.

OH MEIN GOTT
Habt ihr auch ein Leben neben dem RoSpi?

Uhm, wieso sind jetzt 6 Abende/Nächte im Monat für dich schon ein ganzes Leben?  >;D Bei mir hat ein Monat immer noch mindestens 28 Tage.


Zum Thema: Zwei von unseren Jungs kamen zu  P&P nachdem sie merkten, dass Computer RPGs doch sehr beschränkt sind in den Möglichkeiten. Sie wollten was richtiges spielen.

Titel: Re: Die richtige Nachwuchsförderung in der Szene
Beitrag von: Aramoor am 19.09.2009 | 21:45
Also von Nachwuchsproblemen habe ich bisher auch nichts bemerkt. Wir mussten unsere Gruppe sogar splitten, weil es einfach zu viele waren...
ca.15 Leute sind eben einfach zu viel für eine Gruppe. ;D
Und da einen Termin zu finden wo alle konnten war auch nicht gerade leicht(ich glaube wir habens nie geschafft ~;D)
Und selbst nach der Splittung bestehen unsere beiden Gruppen aus min. 6 Leuten ;D