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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: ByC am 29.04.2003 | 11:26
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Im Rollenspiel kommen ja durchaus häufiger einmal Situationen vor, in denen nicht mit dem Schwert in der Hand geredet wird, sondern tatsächlich der Austausch von Worten von Belang ist.
In den meisten Systemen gibt es irgendwelche Fertigkeiten mit deren Hilfe man dies genauso einfach mit einem Würfelwurf lösen kann, wie das kämpfen. Nur macht es einfach viel mehr Spass Wortgefechte auszuspielen und Rollenspiel sollte ja ohnehin mehr sein als ein reines Würfelspiel.
Auf der anderen Seite aber kann dies zu merkwürdigen Ergebnissen führen, wenn der unsympathische und in keinster Weise im zwischenmenschlichen Bereich geschulte Krieger plötzlich den an sich wortgewandten Barden auf dessen eigenem Gebiet an die Wand spielt. Und das ganze nur weil der Spieler des Kriegers wortgewandter ist als der Spieler des Barden, was bei letzterem dann leicht zu Frust führen kann.
Wie handhabt Ihr diese Situationen? Kommt es bei Euch eher auf die kommunikativen Fähigkeiten der Spieler oder die der Charaktere an? Oder habt Ihr eine sinnvolle Kombination von beidem?
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Ich benutze normalerweise die Fähigkeiten der Charaktere als das Maß der Dinge - bzw. als positiver oder negativer Filter für die Kommunikationsfähigkeiten des Spielers.
Spielt jemand einen charismatischen Barden, so wird die Reaktion der NSCs positiv ausfallen, selbst wenn der Spieler nur radebrecht.
Ist der Fall umgekehrt, wird der NSC bsw. dadurch irritiert, dass der tumbe Barbar, nach seinem Monolog erst mal auf den Boden spuckt... um seinen Punkt zu bekräftigen.
Aber ansonsten taucht das Problem nicht auf: Meine Spieler überschneiden sich ganz gut mit ihren gespielten Charakteren.
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Es wird ein Wurf auf die entsprechende Fertigkeit durchgeführt der Modifikatoren aufgrund der Wortwahl des Spielers bekommen kann.
Wenn der Spieler einen Drachen beleidigt, dann hilft auch kein noch so hoher Wert in Intimidate mehr :)
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genau ;D
dann ist er nähmlich im nächsten moment ein häufchen asche ;D
wenn der Sl dann gnädig sein sollte kann er ja als häufchen asche weiterspielen,.. naja sein charisma sit dan denensprechend im keller :P ;D
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Sollte der Spieler von den Werten seines Charakters abweichen, machen entweder er oder ich als SL einen Fertigkeits- oder Eigenschaftswurf, um zu ermitteln, was tatsächlich geschieht. Dies gilt z. B. auch für Intelligenz.
Robin
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Es wird ein Wurf auf die entsprechende Fertigkeit durchgeführt der Modifikatoren aufgrund der Wortwahl des Spielers bekommen kann.
So ähnlich Handhabe ich das auch manchmal. Man sollte gutes Rollenspiel auf jeden Fall belohnen. Wenn nun also ein Spieler eine Theaterreifen Dialog führt und das zum Charakter passt, so sollte man im Normalfall von einem Würfelwurf absehen.
Meiner Meinung nach sollte nur gewürfelt werden, wenn der Ausgang der Aktion nicht wirklich klar ist.
Auf jeden Fall sollte man Spieler bremsen, die Verhaltensweisen an den Tag legen, die nicht ihrem Charakter entsprechen. So hatte ich zum Beispiel einmal einen Minutauren Barbaren, der plötzlich anfing mit einer Stadtwache zu verhandeln und sich dabei außerordendlich diplomatisch verhalten hat. (Sonnst hat er immer Jeden, der ihn genervt hat, durch die Tür (geschlossen) geworfen). In diesem Fall habe ich ihm geraten seine Verhaltensweise noch einmal zu überdenken.
Meiner Erfahrung nach kommen solche Situationen aber nur selten vor.
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Ich finde aber trotz all dieser Möglichkeiten (Proben modifizieren etc.), dass jeder Spieler auch einen Charakter spielen sollte, den er ausspielen kann.
Der Reiz dabei, einen Barden oder etwas ähnliches zu spielen, ist ja gerade, dass dieser wortgewandt ist. Wenn der Spieler das im Rollenspiel nicht rüberbringen kann, sollte er sich selbst fragen, warum er einen Barden spielen möchte. Dann wäre vielleicht ein schweigsamer Dieb oder Waldläufer besser geeignet. Genauso sollten Spieler, die Barbaren spielen, dann auch nicht unbedingt mit dem Magier über Magietheorie diskutieren.
Also ich versuche, den Spielern immer bei der Rollenwahl unter die Arme zu greifen und etwas für sie passendes zu finden, was sie gerne und gut ausspielen.
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Aber im Rollenspiel möchte man ja jemanden anderes als sich selbst spielen, und wenn dann die etwas ruhigeren Spieler auch mal versuchen, einen Charakter zu spielen, der mehr auf Kommunikation und Diplomatie beruht, kann ich das eigentlich nur begrüssen.
Bei uns in der Gruppe hatte auch mal einer die Idee, dass Gespräche in fremden Sprachen dann auch tatsächlich in einer Fremdsprache gesprochen werden sollten. Wir sind zwar recht bald davon abgekommen, da die Charaktere ihre Sprache besser beherrschten als die Spieler, aber für wortgewandtere Gruppen wäre das doch was, oder?
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Unser SL handhabt das so:
Der Dialog wird erstmal ausgespielt, der SL beurteilt die Wortwahl und die Redegewandheit des Spielers und belegt dann je nachdem den Wurf mit einem Bonus oder Malus
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In Kürze, da das Thema schon gelegentlich aufkam: ich erwarte von meinen Spielern, dass sie ihren Charakter rollengerecht spielen, und fordere das auch ein. Wenn ein tumber Barbar sich als Minnesänger geriert, gibt es einen Rüffel, und er lässt es dann. Wenn umgekehrt ein Spieler nicht die besten Worte findet, sein Charakter aber super soziale Werte hat, erlaube ich ihm einen Wurf oder entscheide einfach so, dass er trotzdem Erfolg hat.
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Hallo zusammen,
also in meiner Gruppe überschneiden sich die Kommunikationsfähigkeiten von Spielern und Charakteren zum Glück auch meistens.
Ansonsten höhre ich mir an was der Spieler sagt und modifiziere die Probe dann entsprechend.
Wenn da jemand ungeahnte Fähigkeiten an den Tag bringt bekommt eben der Charakter den Skill. Und da hatten wir ihn dann den Barbaren der seine mit der Streitaxt abgeschnittenen Blumen der Geliebten mit einem Liebesgedicht überreichte.
Bei 7th Sea durfte mein Priester mal ohne Wurf gegen eine Meuterei anreden. Am Ende war ich um drei Erfahrungspunkte reicher aber auch um viel Schweiß ärmer. Ich hätte nicht gedacht das ich mal Rhetorik für ein anstrengendes Skill halten würde.
Gruß Jochen
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Klar will man beim Rollenspiel "mal wen anders spielen", aber dann sollte man ihn doch zumindest auch ein bißchen ausspielen KÖNNEN. Es geht doch im Prinzip darum, den Charakter auch wirklich weitestgehend auszuspielen und nicht darum, jemanden zu spielen, der einfach nur andere Werte hat als ich.
Ich meine, warum sagt gleich jeder zu Magiern mit Streitäxten, das wäre nicht rollengerecht, aber einem Barden, der sein Maul nicht aufkriegt, verzeiht man das? Dabei ist zweiteres im Rollenspiel viel ausschlaggebender als wer welche Waffen mit sich rumschleppt, oder? Zumindest sollte es das sein.
Denkt mal drüber nach...
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Wobei ja die Redegewandheit nicht den ganzen Charakter ausmacht- Es sind auch die getroffenen Entscheidungen, das äussere Auftreten in der Spielwelt und dazu gehört dann auch, die von dir genannte Streitaxt.
Und ich finde die sozialen Skills recht gut, denn ich kenne so manchen Spieler, der gerne mal den Barden oder den Diplomaten spielt und ihm das zu verbieten, nur weil er nicht redegewand ist, halte ich für unfair...
Für das hat dann der Charakter seinen Verhandelnwert. Es ist zwar schade, wenn der Spieler es nicht kann, aber deshalb möchte ich ihm nicht den Spass verderben.
Ausserdem sollte die komplette Verhaltensweise des Charakters ausschlaggebend sein und nicht seine Redegewandheit.
Greetz
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mmmh... ich denke es kommt ganz auf die situation drauf an, oder?
okay, wir hatten letztens einen Berserker der fast die ganzen Rätsel gelöst hatte, während unser Skolar einfach zu blöd dazu war. Laut der Chars hätte es andersrum sein sollen... am ende ham wir die Rätsel in Gemeinschaftsarbeit gelöst und die Punkte für alle gleich verteilt... aus dem einfachen Grund weil es Spass gemacht hat, nicht weil es unbedingt Chargetreu war.
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Es gibt manchmal das Problem, dass ein Spieler seinem Charakter nicht gerecht werden kann. In einer Werwolf-Kampagne hatte ich einen Theurgen (Schamanen), der immer als letzter darauf kam, die Geister zu befragen, Rituale zu verwenden etc... Aber es muss ja auch schlechte Schamanen geben, immerhin entscheidet die Mondphase bei der Geburt, was man wird...
In diesem Fall habe ich ihn von Hunden verfolgen und beleidigen lassen - die Rache der Geisterwelt an einem verweichlichten Schamanen (Hunde als Symbol für die Domestizierung und Schwächung des Wolfes). Man kann also auch mit schlecht gespielten Charakteren seinen Spaß haben...
Robin
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Es ist in der Tat ein Problem, Charaktere zu spielen, die eloquenter oder klüger als man selbst sind. Es sollte nicht per se ausgeschlossen sein, doch ein bisschen Rücksicht von Seiten des SL und der anderen Spieler ist da notwendig. Ich habe bei Vampire Dark Ages mal einen genialen Philosophen und Erfinder gespielt (bzw. zu spielen versucht) - Intelligenz 5 ist schon schwierig darzustellen. Dort hatte ich allerdings den Vorteil, auf die Erkenntnisse von über 800 Jahren Weltgeschichte zurückgreifen zu können, mit deren Hilfe ich meinem Charakter die ein oder andere "Eingebung" verschaffen konnte. Bei sozialen Fähigkeiten fällt so eine Option flach.