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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Don Kamillo am 14.10.2009 | 14:15
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Frage ist natürlich, ob daß, was ich für mich gerade bastele, überhaupt eine Sandbox ist, aber vieleicht kann man sich hier ja gesittet darüber unterhalten.
Erstmal meine Zutaten:
Ich erschaffe keine eigene Welt, sondern nehme ein vorhandenes Setting, was aber nicht überstrapaziert ist durch tausende Bücher, Supplements usw. wo man sich austoben kann, in meinem Falle die Moonshaes aus den Forgotten Realms.
Damit habe ich ne schön aufgebaute Inselgruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt, die ausgebaut ist, unwichtig von der Timeline, halt Orte enthält, ein paar wichtige Informationen, aber nix, was ich nicht nach eigenem Gutdünken ändern könnte.
Es gibt eine Art Corestory, mit der die bunten Charaktere zwar zu tun haben, ob sie da allerdings was unternehmen, gute Frage, nächste Frage, ist unwichtig, es geht ja ums abenteuern und entdecken der Spielumgebung. Es gibt kein vorhandenes Abenteuer, was für mich quasi den Kern des Sandkastens ausmacht und die Gruppe kann tun und lassen, was sie will.
Auch habe ich ca. 12-15 Charaktere im pool, Spielabende schließen dort an, wo aufgehört wurde, es kann mit komplett neuer Truppe an gleicher Stelle losgelegt werden.
Abenteuer, Questen, Gerüchte an sich werden ausgewürfelt, wie auch Encounter und Sonstiges...
Es gibt halt ne grobe karte, aber was wo abgeht, weiss die Gruppe nicht und kennt halt rudimentäre Dinge, das Wissen wird aber immer umfangreicher.
Frage ist: Ist das eine Sandbox oder nicht?
Und: Welche Settings würden noch in Frage kommen, die nicht wild ausgeschlachtet sind, und die man so bespielen könnte?
Mir würde da noch aus dem Dragonlance-Universum Taladas einfallen, der verlorene Kontinent.
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Hallo, ich wüsste jetzt nicht warum das keine Sandbox sein sollte. Aber bald werden sich bestimmt klügere Leute als ich melden und mir erklären das ich unrecht hatte ;)
Bezüglich deiner zweiten Frage habe ich mal eine Gegenfrage:
Und: Welche Settings würden noch in Frage kommen, die nicht wild ausgeschlachtet sind, und die man so bespielen könnte?
Warum beschränkst du dich auf "unausgeschlachtete" Settings? Die meisten Settings die ich kenne sind in ihrer Grundform so bespielbar. Richtig ausgeschlachtet werden sie erst durch eine unzahl von Zusatzbände und Abenteuer welche die Welt verändern.
Trotzdem habe ich immer die Möglichkeit zu sagen, ich nehme mir dieses Setting in diesem und jenem Zustand, schmeiß das ein oder andere Raus und fertig ist meine Sandbox.
Gruß
sir_paul
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Warum beschränkst du dich auf "unausgeschlachtete" Settings? Die meisten Settings die ich kenne sind in ihrer Grundform so bespielbar. Richtig ausgeschlachtet werden sie erst durch eine unzahl von Zusatzbände und Abenteuer welche die Welt verändern.
Hmmm... prinzipiell haste Recht, aber wenn ich mir ein Setting wie das normale Dragonlance-Setting ansehe. Natürlich gibt es auch da Orte, die kaum erforscht sind. Ich würde mich da aber wohl nicht bei wohlfühlen.
Für mich pers. wäre es nix, wenn ich die Welt entkerne und lustig, heiter und fidel, meinen Sandkasten durchziehe. Dazu passiert da auch zu viel, vor allem, wenn man die Welt halbwegs gut kennt.
Vielleicht geht das aber auch, man muß nur viel Arbeit reinstecken oder so. Wäre halt nix für mich.
Mir geht’s es vor allem um die Zeitersparnis, weil ich was nehme, das existiert und nen groben Hintergrund hat und wo ich keine Rücksicht auf evtl. auftauchende Fanboys, wie ich teilweise auch einer bin, nehmen muß.
Ich überlege, ob sehr spezifische Tabellen aus Earthdawn einen Sandkasten machen könnten? Random Kaers und wildeste Encounter könnte ich mir da schon vorstellen.
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Nein, das ist eine Weltensimmulation.
Du hast durch die Insel ein fest eingegrenztes Setting in dem die allgemeinen Punkte bekannt sein sollten.
Wenn man Sandboxing im Sinne des Rollenspiels nimmt, dann zeichnet es sich ja oft durch die Nutzung von Tabellen zum Plotbau aus. Die Motivation muss dann komplett von den Spielern kommen.(In Traveler durch die hohen Kosten des Raumschiffes) In der Sandbox wird halt etwas komplett neu entworfen, während du nur Zufallselemente in eine bekannte Welt streust.
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Weltensimulation ist in meinen Augen ziemlich alles, eben weil der SL die Umwelt darstellt/ erwürfelt, auch wenn das Setting ein eingegrenztes ist.
Es geht halt um das ganze Abenteuern auf vorhandenen Settings!
Auch bei einer Sandbox sind viele allgemeine Punkte bekannt! Ist eine Grundvoraussetzung fürs spielen ,meiner Meinung nach, quasi als Gruppenvertrag.
Bei mir sieht da so aus:
- Das meiste ist den Spielern nicht bekannt, ausser den üblichen FR-Kram und dem normalen Leben auf den moonshaes und was dort kreucht und fleucht und wo die Gruppe ist, was dort los ist, mehr nicht.
- Das Spielgeschehen läuft um die Spieler rum. erst wenn sie was machen, dreht sich das Rad. wenn sie zwischen druch weg sind, passiert an sich nix, erst wenn die Sache wieder ins Spiel kommen sollte, wird geschaut, wie sie sich entwickelt hat.
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Wenn man Sandboxing im Sinne des Rollenspiels nimmt, dann zeichnet es sich ja oft durch die Nutzung von Tabellen zum Plot und Weltenbau aus. Die Motivation muss dann komplett von den Spielern kommen.(In Traveler durch die hohen Kosten des Raumschiffes) In der Sandbox wird halt etwas komplett neu entworfen, während du nur Zufallselemente in eine bekannte Welt streust.
Ich denke das der Hauptbestandteil des Sandbox Spiels viel mit dem Frontier Genre zu tun hat, also eher Drama ist. Eine Sandbox ist ein Kasten der durch dein Spielen definiert wird (du baust da drinne die Welt). Wenn die Welt schon ist, ist es für mich kein Sandbox.
Aber ich bin da nicht der Definitionsguru. Einige Leute meinen, etwas wie GTA ist Sandbox (ergebnisoffenes Spiel mit ner groben Core Story)
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Ich würde das als sandboxig einstufen, aber es kommt auch drauf an, ob Deine Story quasi festgeklopft ist oder als was passiert wenn die SC nicht da sind gilt.
@Joerg.D: Bei Traveller sind es bei weitem nicht nur die hohen Raumschiffskosten, die die Spieler und Charaktere antreiben. Das ist nur die einfachste und stärkste Motivation zu Spielbeginn. Man kann aber die ganze Handels- und Abzahl-Chose auch mit dem normalen Handel abgelten (dann ist das kein inhaltsstiftender Bestandteil) und hat dann pro Monat ca. 1 Woche freie Abenteuerzeit.
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Hmmm... prinzipiell haste Recht, aber wenn ich mir ein Setting wie das normale Dragonlance-Setting ansehe. Natürlich gibt es auch da Orte, die kaum erforscht sind. Ich würde mich da aber wohl nicht bei wohlfühlen.
Für mich pers. wäre es nix, wenn ich die Welt entkerne und lustig, heiter und fidel, meinen Sandkasten durchziehe. Dazu passiert da auch zu viel, vor allem, wenn man die Welt halbwegs gut kennt.
Für Sandbox brauchst du eine Welt nicht zu entkernen. sie kann beliebig komplex sein. In gewisser Hinsicht erleichtert das deine Arbeit, weil z.B. viele Orte und NSCs schon ausgearbeitet sind und nicht erst während des Spiels ausgewürfelt/ausgedacht werden müssen. In gewisser Hinsicht erschwert es deine Arbeit, weil die Komplexität der Welt mit ihrem Detailgrad steigt und der Überblick über das Ganze schwieriger wird.
Eine Sandbox ist ein Kasten der durch dein Spielen definiert wird (du baust da drinne die Welt). Wenn die Welt schon ist, ist es für mich kein Sandbox.
Eine eigenwillige Ansicht. Sandbox bezieht sich nicht auf das Schaffen, sondern auf das Erkunden der Spielwelt. Dass bei Sandbox die Welt mit Hilfe von Zufallstabellen in Echtzeit geschaffen wird, ist nicht das Ziel, sondern nur Mittel zum Zweck und der Praktikabilität dieses Spielstils geschuldet.
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Es ist eine Ansicht, die durch weite Teile dessen, was ich im Internet zu zu dem Thema gelesen habe. Der Hauptbestandteil von Spielen, welche in der Regel mit Sanbox in Verbindung gebracht werden ist die Exploration. Der SL erstellt nur eine grobe Welt oder einen Quadranten, den er zur Erforschung zur Verfügung stellt und durch die Zurhilfenahme von Tabellen erweitert. Dabei kann es eine gewisse Core Story geben, aber keinen Plot im Sinne einer Geschichte die erzählt wird.
Die Geschichte entsteht im Nachhinein.
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Dazu darf die Welt aber schon stehen. Es darf sogar sandboxigen Metaplot geben.
Sandbox: Wenn Du die Sandburg kaputtmachst, steht sie danach nicht mehr.
Kein Sandbox: Du darfst die Sandburg nicht kaputtmachen, weil die plotrelevant ist.
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Nein.
Sandbox:
Du fängst an zu spielen und der Sandkasten ist noch nicht geformt. Während du spielst bringst Du den Sandkasten in eine Form (mit der Hilfe von Zufallstabellen, die die Werkzeuge/Sandformen beim Gebuddel ersetzen). Es ist nichts vordefiniert und wird alles während des Spieles im Sandkasten definiert.
Das ist zumindest die Definition die ich mal gelesen habe und die den Namen und die Funktion meiner Meinung nach am besten beschreibt. Ich muss mal sehen ob ich den Beitag noch finde.
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Gut, ich mag da nicht so bewandert sein. Aber spätestens seitdem die Computerspieleindustrie Sandbox zum Modewort gemacht hat (GTA etc.), ist es sowieso für'n Po.
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Sandbox:
Du fängst an zu spielen und der Sandkasten ist noch nicht geformt. Während du spielst bringst Du den Sandkasten in eine Form (mit der Hilfe von Zufallstabellen, die die Werkzeuge/Sandformen beim Gebuddel ersetzen). Es ist nichts vordefiniert und wird alles während des Spieles im Sandkasten definiert.
Das ist zumindest die Definition die ich mal gelesen habe und die den Namen und die Funktion meiner Meinung nach am besten beschreibt. Ich muss mal sehen ob ich den Beitag noch finde.
Weder teile ich diese Definition, noch hab ich sie in der Form schonmal irgendwo verwendet gesehen. Von daher wären Quellen ganz interessant.
Für mich war Sandbox immer: Der SL stellt die Spielwelt (Sandbox) bereit und sagt "Da, spielt!"; und die Spieler machen dann, was sie wollen.
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Ich hab das auch immer so verstanden, wie der Pyro das beschreibt.
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Gut, ich mag da nicht so bewandert sein. Aber hauptsache ich mal was dazu gesagt.
fixed it for you
@Pyro&oliof
So sehe ich das Sandboxspiel auch.
Die Zufallstabellen sind dabei eher mittel zum Zweck.
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Weder teile ich diese Definition, noch hab ich sie in der Form schonmal irgendwo verwendet gesehen. Von daher wären Quellen ganz interessant.
Ich bin nicht die Rollenspielpolizei, du musst meine Definition nicht teilen. Rotzlöffel bezog sich ja auf GTA und das dieses Spiel Sandbox sein soll. Das scheint also für viele Leute Kanon zu sein.
Trotzdem suche ich noch nach der Quelle, aber mein Google Fu ist Heute schwach.
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Ich bin nicht die Rollenspielpolizei, du musst meine Definition nicht teilen.
Na ja, bisher teilt niemand deine Definition. Und da ist es schon interessant, wo du das herhast. So rein entwicklungsgeschichtlich.
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Nee, ich teile diese Definition auch nicht, weil sie keiner der beiden Varianten im Videogame-Design entspricht, aus der mittlerweile ein guter Teil unserer Begriffe stammt:
Eine Sandbox ist:
1. entweder ein Spielemodus, bei dem der Spieler unbegrenzte Ressourcen hat
2. oder bei dem durch den Designer erstellt Spielziele deaktiviert oder ausgeblendet sind.
Wenn Leute im Oldschool-Umfeld "Sandbox" rufen meinen sie in der Regel eine Abwandlung von Variante 2. Das oft präsente starke Zufallselement hat historische Gründe, da alle frühen, populären Computerspiele, die allein auf Sandboxes basieren, starken Gebrauch von Zufallsgeneration machen. Elite und nethack seien hier genannt.
Die Zufallsgenerierung bedingt aber nicht den Spielmodus wie in Definition 2 beschrieben. Obwohl die Spielwelt zufallsgeneriert sein mag, kann es immer noch The Plot geben, abseits dessen die Spieler keine wirklichen Möglichkeiten haben.
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Rotzlöffel bezog sich ja auf GTA und das dieses Spiel Sandbox sein soll.
Nö, ich bin nicht der Auffassung. Ich hab das jetzt ein paar mal gelesen, aber das ist imo Quatsch, deswegen "Modewort".
Jeder will eine Zeitlang Sandbox-Games machen, dann kommt wieder was neues.
Was Wawoozle schreibt.
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Tja, ich kann den Artikel nicht mehr finden.
Alles was ich Netz dazu finde ist in der Regel für PC Game Design und spricht von einem Spiel ohne vorgegebene Handlung.
Edit: Der Post von 1of3 beschreibt es eigentlich auch sehr gut: Definition von Sandbox-Rollenspielen (http://tanelorn.net/index.php/topic,49248.msg953917.html#msg953917)
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Wenn PC-Begriff und Rollenspielbegriff übereinstimmen, was für mich plausibel ist, dann ist mein Ding ne Sandbox.
Ich habe zwar ne Karte mit div. vorgegebenen Begebenheiten sowie eine Core Story, aber die Charaktere selber können tun uns lassen, was sie möchten. Die Charaktere kennen auch nicht viel von der Core-Story ausser Gerüchten und Geschichten, um den sichdie Gruppe nicht kümmern muß.
Was in der Umgegend der Charaktere los ist, wird per Zufall ermittelt, freie Hand ist gewährleistet, solange es schon plausibel ist. Jeden Dreck mache ich nicht mit.
Ich danke für die abgegebenen Kommentare!
Ich denke aber auch, daß diese Sache was temporäres ist, mir gefällts aber und ich ziehe da viel für mich raus.
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Mit "jeder" meinte ich die Spieleindustrie. Die erfinden immer dolle Trends. "Serious Games", der letzte Sch...rei.
Dwarf Fortress (http://www.dwarffortresswiki.net/index.php/Main_Page) sei noch erwähnt.
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Serious Games, wie Digitales Lernen/Edutainment und Games for Health? Irgendwie ist da nur das letztere was neues, so mit der Wii.
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Hab ich am Ende mit Dir auf der CeBIT geredet?
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Nee, war schon seit Jahren nicht mehr auf der Cebit.