Da die Kaufabenteuer ja so verdammt gut sein sollen würde mich es schon reizen mal wieder was fertiges zu spielen, allein um die Behauptung zu kontrollieren.
Ich muss zugeben die Aussage das Midgard gute Kaufabenteuer hat, mich immer wieder verdutzt. OK, "Unter den Nebelbergen" (wahrscheinlich vergriffen) war in der Tat ein cooles Abenteuer aber wenn ich ansonsten darüber nachdenke wird es sehr mager. Vielleicht erwarte ich ja einfach etwas falsches, oder habe immer die falschen Abenteuer erwischt, aber ich habe die Erfahrung gemacht das viele fertige Midgardabenteuer irgendwo sehr Railroad-lastig und dazu manchmal oberlehrerhaft sind.
Mein "All-time-Favourite" ist "Verfluchte Gier", das so viele Stellen hatte, an denen man als Spieler (selbst wenn man dem Abenteuerverlauf folgte) dermaßen oft ins offene Messer lief, nur um per DeusExMachina oder NSC gerettet zu werden, das es nicht mehr feierlich wahr.
Ein ebenfalls hochgelobtes (und als Anschaungsbeispiel geeignetes da frei verfügbares) Abenteuer:
http://www.midgard-online.de/cgi-bin/show?id=abenteuer/rotbarts-burg.html
Nett ausgedrückt beweist der Autor auf jeden Fall seine Kenntnisse britischer Mythologie (und ihrer Übertragung nach Midgard) und auch der SL hat ein paar amüsante Anekdoten zu lesen, aber das Abenteuer war aus Spielersicht zum Kotzen.
In der ersten Hälfte dürfen die Spieler eigentlich nur zusehen was geschieht und sich abgewöhnen selbständig zu handeln. Jede Wahl die sie haben sieht eigentlich so aus: "Willst du Scheiße fressen, oder dem Wink mit dem Zaunpfahl folgen?". Auf diese Art und Weise bekommt man dann im zweiten Viertel auch den ÜberNSC aufgehalst der immer mal wieder einspringen muss um den Spielern zu zeigen was für Nullen sie doch sind (von den NSC die im verborgenem Handeln/Helfen mal ganz abgesehen). Als Spieler merkt man da recht genau das jeweils nur ein Ausgang der Dinge möglich ist und man eher Zuschauer als Teil der Handlung ist und wenn man so konditioniert in den dritten Teil des Abenteuers geht muss man eigentlich scheitern, denn es folgt ein zeitkritischer Kriminalfall :P
Nachdem diese Phase überwunden ist, folgt eine Art Epilog und, zugegeben, hätten wir unseren Frust über das Abenteuer auf den Autoren statt auf den Antagonisten projeziert, hätte etwas aus diesem letzten Teil werden können, aber so wurde das Ding von uns als schlechter Scherz empfunden.
Bei den hochgelobten Midgard-abenteuern handelt es sich nach genauerem Nachhaken meistens um Krimis. Bei Krimis ist ja eine gewisse Struktur (d.h. die Beweiskette) nur natürlich, so das der Begriff Railroading da kaum anzubringen ist und auf der anderen Seite hat man (so wie die Abenteuer präsentiert werden) auch kaum Kontakt zum System, so das Charakterwerte/-(in)kompetenzen eigentlich unwichtig sind.
Frage: Kennt ihr gute Midgardabenteuer die keine Krimis darstellen und keine der genannten Schwächen aufweisen?
Häh ?
Na:
Wir spielen dort in einer Gegend, die am ehesten wohl mit Alba und den Nachbarländern vergleichbar wäre (allerdings ohne Küste/Meereszugang!).
Meine Erinnerungen sind zwar verschwommen, aber ein Drittel des Finales besteht doch darin, in der Vergangenheit den Waelingern hinterher den Hügel hochzurennen; und der "Skalde" als Bösewicht ist doch auch nicht unwichtig für die Geschichte, oder? Also braucht es zumindest einen breiten Fluß, über den die angerudert kommen können, wenn man schon nicht am Meer spielt.
Na:
Meine Erinnerungen sind zwar verschwommen, aber ein Drittel des Finales besteht doch darin, in der Vergangenheit den Waelingern hinterher den Hügel hochzurennen; und der "Skalde" als Bösewicht ist doch auch nicht unwichtig für die Geschichte, oder? Also braucht es zumindest einen breiten Fluß, über den die angerudert kommen können, wenn man schon nicht am Meer spielt.
Ja da hast du recht, ist bei mir auch schon Jahre her, dass ist das als Spieler erlebt habe. Kann mich aber an den Ort nicht mehr erinnern. Aber war das Finale nicht in der Traumwelt ?
Uns hatte jedenfalls nichts gestört.
Und an der generellen Qualität des Abentuers ändert das auch nichts.
Ja da hast du recht, ist bei mir auch schon Jahre her, dass ist das als Spieler erlebt habe. Kann mich aber an den Ort nicht mehr erinnern. Aber war das Finale nicht in der Traumwelt ?
Das Finale ist dreigeteilt: Gegenwart, Vergangenheit, Traumwelt. Da wird immer hin- und hergeschaltet
Und an der generellen Qualität des Abentuers ändert das auch nichts.
Das stimmt (und ich würde Smaskrifter sofort kaufen, wenn es das irgendwo zu kaufen gäbe), das nützt nur dem Narren nix, wenn er ein Abenteuer sucht, dass sich ohne Zugang zum Meer spielen lässt. ;)
Von der Karmodin-Kampagne würde abraten. Abgesehen davon, dass sie streckenweise heavy railroading und NSC-Parade ist
In einem Abenteuer kämpfen am Ende ein NSC-Vampir und ein NSC-Drache um die Vorherrschaft im Wald, und die Spieler dürfen zugucken und staunen. Aber das dürfen sie öfter als nötig in der Kampagne.
ist sie inhaltlich auch so sehr mit der Spielwelt "Midgard" verknüpft, dass eine Konvertierung in eine andere Welt Probleme bereiten würde. Eigentlich baut die Kampagne sogar auf der "Magietheorie" von Midgard auf und würde bei einem anderen Magiesystem schon ins Schlingern geraten.
Was Smaskrifter angeht, so muss ich ehrlich zugeben, dass ich das Abenteuer auch nur bedingt empfehlen würde. Alles schön gemacht, schöner Hintergrund zum Erforschen, aber sehr, sehr unübersichtlich. Für mich würde es schon einen gewaltigen Zeitaufwand bedeuten, das Abenteuer mit Midgardregeln spielbar/spielleitbar zu machen, eine Konvertierung würde mir doppelt und dreifach so viel Zeit abverlangen. In der Zeit könnte ich mir selbst mindestens ein Abenteuer zusammenbrauen, in dem ich mich besser zurechtfinden würde als in Smaskrifter (und an dem meine Spieler entsprechend mehr Spaß hätten).
Bezüglich der Karmodin-Kampagne stimme ich Tümpelritter zu. Die gehört insgesamt eher zu den schlechteren Abenteuern und zwar genau aus den von ihm genannten Gründen. Es sind aber immerhin ein paar ganz gute Ideen drin, die man anderweitig verwerten kann.
Weißer Wurm ist als Abenteuer eigentlich nicht schlecht, hat aber ein großes Problem, welches ich hier mal in Spoiler packe:
Es ist extrem eng an den Film angelegt. Wer den kennt, kommt als Spieler nicht in Frage. Was bei mir z.B. auf die komplette Runde zutrifft.
Alba-Abenteuer, die ich ziemlich gut fand:
Die steinerne Hand (aus dem Sammelband Mord und Hexerei)
Spinnenliebe (aus dem gleichnamigen Sammelband)
Der Pfeifer von Dawngate (mit leichten Abstrichen, aus Hexenblut)
Orcwinter (aus der Kampagne Der Weg nach Vanarfarne)
Die Kinder des Ogers (eigentlich zu Runenklingen, freier Download auf Midgard online)
Die Zeichen im Walde (müsste auch frei runterladbar sein)
Des Zaubermeisters Erben (aus dem gleichnamigen Sammelband)
Mondkind + Das Grab im Skaalenhügel (aus dem Caedwyn-Sammelband Spuren der Vergangenheit)
Sind aber alle eher für niedrigere Grade, wie es bei meiner Gruppe besser passt.
Wer mal etwas ganz besonderes möchte:
Hinter dem Spiegel (aus dem Sammelband Des Zaubermeisters Erben)
Wenn man dafür die passende Gruppe hat, kann es großartig sein.
Tschuess,
Kurna