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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Ein am 5.11.2009 | 03:56

Titel: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Ein am 5.11.2009 | 03:56
Zitat von: Ein
Nee, aber im Ernst inwiefern [können MMORPGs Spieler] "versauen"?
Zitat von: Master Bam
Action-Videogame-RPG ist eben was (komplett) anderes als eine "altmodische" P&P-Runde (selbst wenn sie mit Notebook stattfände) und betont, befördert und belohnt andere Arten von Spiel-/Sozialverhalten - ein Magic-Spieler ist nicht automatisch ein guter Skatbruder, nur weil beides als Kartenspiel paradigmatisch greifbar ist. Meine persönlichen Erfahrungen mit (reinen) WoW-Leuten würden mich nicht spontan dazu bringen mich mit denen zu einer P&P-Runde niederzulassen, aber wir sind eben alle Opfer unserer Subjektivität... ~;D

Ich höre immer wieder so etwas und ich kann es einfach nicht nachvollziehen.

Ein Rückblick in Eins Jugend

Ein verbrachte weit über 2000 Stunden mit diversen Arten von Computer-Rollenspielen. Die Might & Magic Serie, die SSI D&D Spiele, Zelda (allein mindestens ein Dutzend Mal durchgespielt), diverse Final Fantasies (Teil 8 allein über 200 Std. investiert), Castlevania SotN bis zur Vergasung, Suikoden 1-2 mehrmals durchgespielt, diverse andere Konsolenrollenspiele.

Und das alles parallel zu anderen Computer- und Konsolenspielen, Battletech, zu Fernseher- und Videogucken. Erst neulich habe ich festgestellt, dass es unglaublich ist, wieviele Zeichentrickserien ich geguckt habe -- wann habe ich die Zeit dafür gefunden?

Für 2-3 Rollenspielrunden pro Woche war aber immer noch Zeit.

Hat mich das versaut? Nein.
Hat mich das geprägt? Definitiv.

Ich glaube mittlerweile wenn Rollenspieler vom Übel der MMORPGs sprechen, dann kommen dabei zwei Dinge durch:

1. Schiss. Schiss, weil MMORPGs alles bieten, was, wenn wir mal ehrlich sind, eine übliche flache Rollenspielrunde so bietet, nur in hübscher Grafik und SFXs. Manche Spiele bieten sogar noch Chicks mit bouncy tits. Beim Rollenspiel muss man da erst seine Fantasy bemühen.

2. Unverständnis/Generation Gap. Rollenspieler sind nicht mit MMORPGs aufgewachsen, vor allem für die, bei denen das Buschtelefon noch auf dem Hof zwischen den Schweinen stand, ist das der Fall. Was man nicht kennt wird erstmal abgelehnt. Es fehlt aber auch die Zeit sich intensiv genug damit auseinander zu setzen, um sich so dafür zu begeistern.

Sie haben eine Meinung dazu? Dann rufen Sie jetzt bei Sven's Nachttalk an. ;D
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Hector am 5.11.2009 | 07:08
Ich denke, da wird von wenigen auf viele geschlossen. Ich habe in meinem großen Bekanntenkreis zwei Exemplare, die jeweils nach ihrem Einstieg in die bunte Welt von DAOC bzw. WOW dauerhaft für P&P nicht mehr zur Verfüfgung standen, weil sie wie die Junkies am Rechner hingen und nur noch ihren Epic-Rüssies hinterherhechelten und sich mit anderen Junkies für stundenlange Raids verabredeten. Allen anderen Bekannten hat MMORPG eher genutzt als geschadet. Ich selbst habe WOW & Co. immer wieder als Ideenlieferanten für P&P-Runden genutzt, weil es in den ach so flachen MMORPGs immer wieder tolle Stories zu entdecken gibt, die sich hervorragend in jede Fantasy-Welt umsetzen lassen.

Grundsätzlich kann man die MMORPG-Gemeinschaft in dieselben Spieletypen wie die P&P-Rollenspieler unterteilen. Diejenigen, die den "schlechten" Ruf in der P&P-Szene haben, sind vom gleichen Kaliber, wie die Doom-, UT- oder Wolfenstein-Spieler, die alle Features abschalten, um ihre Gegner besser sehen zu können, weil ihnen der Spielinhalt völlig egal ist, solange der sportliche Anreiz stimmt. Alle anderen haben mit Sicherheit Interesse an P&P, allein schon vom Thema her.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: 1of3 am 5.11.2009 | 08:54
Drei von den Mitspielern in meiner aktuellen Heimrunde spielen WoW und zwar so hobbymäßig mit "Gilde raidet Instanz". Die haben auch alle erst WoW gespielt, bevor sie P&P angefangen haben. Und die spielen erstaunlicher Weise alle besser als diverse langjährige P&Pler.

Ansonsten würde ich mich, Ein, vor allem deinem ersten Postulat anschließen.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Meister Analion am 5.11.2009 | 09:19
@ Meister Bam:
was sind reine WoW-Leute? Als du damals mit Garok in der Freitagsrunde mitgespielt hast habe ich 5-6 mal die Woche geraidet  >;D
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Yvo am 5.11.2009 | 09:26
1. Schiss. Schiss, weil MMORPGs alles bieten, was, wenn wir mal ehrlich sind, eine übliche flache Rollenspielrunde so bietet, nur in hübscher Grafik und SFXs. Manche Spiele bieten sogar noch Chicks mit bouncy tits. Beim Rollenspiel muss man da erst seine Fantasy bemühen.

Ich bin jetzt kein MMORPG-Hater, auch wenn ich die persönlich eher langweilig finde nachdem ich mal 2 Wochen WoW getestet habe... (Anarchy Online habe ich hingegen ´ne Weile gespielt und es auf Level 150 gebracht...)

Aber den Punkt wage ich zu bezweifeln. Nagut, ich hab das "flache" überlesen, aber ich glaube schon, dass die Geselligkeit nicht zu ersetzen ist und auch der letzte ein kleines bißchen Rest-Fantasie hat, welche Grafik und SFXs in den Schatten stellen.

Für mich ist das einfach nicht das selbe, weshalb MMORPGs auch keine Rollenspieler "ruinieren" können. Wenn ich gut Fußball spiele heißt das ja auch nicht, dass ich dann automatisch schlechter Zeichnen oder Skat spielen kann.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Medizinmann am 5.11.2009 | 09:26
Yin & Yang
Ich kenne mehrere Spieler die ganz schlechte Erfahrungen mit WoW Spielern gemacht haben.Einer wollte in unserer Runde nur mitspielen,nachdem er sicher war ,das keiner von uns ein WoWler ist.
Ich selber habe Jahrelang an Konsolen rumgezockt (so wie Ein;  FF7 oder Suikoden  :d
FF7 hab Ich nach 10 Jahren nochmal gespielt ,die ganze Serie,bin jetzt bei FF X)
und halte mich für ebenso "unverdorben" wie Ein (und genauso geprägt!)

mit YinYangTanz
Medizinmann
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: MadMalik am 5.11.2009 | 09:35
Die jungen Leuts wissen doch gar nicht mehr wie das früher war.
Wir sind 30 Kilometer, bergauf, im Schneesturm jedesmal zu unseren
Rollenspielsitzungen gelaufen... und danach das selbe wieder zurück.
Damals gab's nur bergauf, bergab war noch nicht erfunden. Das
hat den Charakter geformt, das hat aus uns die Rollenspieler
gemacht die wir heute sind.
Die jungen Leuts, die schalten nur ihre Zauberkiste an und denken
die hätten was geschafft. Schande ist das.  :gasmaskerly:


OP hat recht.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Joerg.D am 5.11.2009 | 09:46
Ich denke, das MMORPGs die Spieler abziehen oder versauen, die eh kein vernünftiger SL haben will. Es ist wie bei so vielen Sachen, durch ein breiter werdendes Angebot finden sich Sachen, die einfach besser zu Spielern passen als P&P.

Was ist so schlimm daran, das Leute die leichte Abenteuer wollen und denen das Sterben nicht passt in die WOW abwandern? Viel schlimmer finde ich D&D4 mit den Challenge Leveln.

Die versauen Rollenspieler richtig.

Der SL wird uns schon nicht zu schweres präsentieren, denn das würde ja nicht zum Challenge Level passen.....

Brrrrrrrr
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: 6 am 5.11.2009 | 09:53
Viel schlimmer finde ich D&D4 mit den Challenge Leveln.

Die versauen Rollenspieler richtig.

Der SL wird uns schon nicht zu schweres präsentieren, denn das würde ja nicht zum Challenge Level passen.....
Und das kennst Du als (ehemals?) 7te See-SL erst seit D&D4?? ("Der SL kann bringen was er will. Ich sterbe eh nicht...")
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Selganor [n/a] am 5.11.2009 | 09:55
Pro und Contra "Challenge Level" sollte man vielleicht mal als eigenes Thema bringen, die haben ja nicht wirklich was mit MMORPGs zu tun
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Woodman am 5.11.2009 | 10:04
Andererseits soll die Bewertung der Herausforderung doch etwas ähnliches erreichen wie die typische MMORPG Umsetzung, da werden Instanzen ja auch den passenden Leveln zugeordnet um eine lösbare Aufgabe zu bieten.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Crimson King am 5.11.2009 | 10:05
Ich sehe eine starke Verwandtschaft zwischen MMORPGs und klassischen Dungeon Crawls, nur dass man bei letzteren freier agieren kann. D&D hat als größtes P&P-System immer einen solchen Spielstil mit unterstützt. Der Schritt kann also nicht allzu groß sein. Wenn es um Charakterspiel oder eigenständiges Einbringen in den Plot geht, wird man den Spielern ggf. erst einiges erklären müssen.

Einen Ersatz für P&P bieten MMORPGS allerdings aus meiner Sicht nicht, weil letztere eher Konsumentenspiele sind, während erstere wesentlich mehr Eigeninitiative erfordern. Insofern gebe ich Jörg ein gutes Stück weit Recht: wer meint, von der Couch aus MMORPGs zu spielen sei der Weisheit letzter Schluss und nicht den Bock hat, seinen Horizont zu erweitern, den braucht man nicht. Gute Chancen, dass so jemand auch "in der guten alten Zeit" nicht dabei geblieben wäre.

Es gibt nebenbei bemerkt bereits einen Thread zum Thema (http://tanelorn.net/index.php/topic,26202.0.html) (und vermutlich nicht nur einen).
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: First Orko am 5.11.2009 | 10:06

Der SL wird uns schon nicht zu schweres präsentieren, denn das würde ja nicht zum Challenge Level passen.....

Brrrrrrrr

Das könnte aber auch von jemanden kommen, der zuviel Oblivion gespielt hat  ;)

Ich denke mittlerweile auch, dass MMORPGs (grauenhafte Abkürzung, schreckliches "Wort"!) ein anderes Paar Schuhe sind. Nur weil "Rollenspiele" draufsteht, fehlen immer noch ausreichend Anreize, die man in einer Tisch-Rollenspielrunde automatisch hat:

- Gestik/Mimik
- mehr Spielerfreiheit (es sei denn man spielt DSA-Redax-Abenteuer  >;D)
- ggf. gemeinsames Essen /Trinken, Smalltalk über andere Sachen
- die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen in eigenen Settings (!!!)
- das Umgestalten von Regeln nach eigenen Bedürfnissen (!!)

Das werden Onlinerollenspiele noch längere Zeit nicht bieten können.

Wenn man jetzt aber mal seinen Blick etwas weiter in die Zukunft schweifen lässt... vielleicht gibts ja wirklich irgendwann Spiele, die man über eine art halbdurchlässige Brille in der Realität spielt. Spielelemente, die man bisher nicht ohne weiteres  darstellen kann werden dann gff. über das aktuell Geschehe gelegt (sucht mal nach "augmented reality") so kann man dann Gegener wie Drachen u.ä. oder auch Auswirkungen von Zaubern darstellen. Das ganze gekoppelt mit Schaumstoffwaffen, die über diese "Brillen" einen absolut realitätsnahen Look bekommen... und wir haben quasi sowas wie ein Holodeck (nur ohne anfassen). Ich denke, soweit können wir in 5-10 Jahren schon sein. Und dann wirds wieder ein Aufschrei geben, dass sooo viele ja in virtuelle Welten flüchten....

Technik entwickelt sich und es wird immer viele Leute geben, die sich für neue (Unterhaltungs-)Technik begeistern. Aber ich glaube auch, es wird weiterhin immer Rollenspielrunden geben, auch wenn es halt aufgrund vielfältiger Alternativen schon weniger werden wird.

Es gibt ja auch immer noch Skatbrüder und Pokerrunden, obwohl man beides wesentlich bequemer online haben kann - aber es ist halt doch nicht dasselbe.



Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Gaming Cat am 5.11.2009 | 10:18
@ Meister Bam:
was sind reine WoW-Leute? Als du damals mit Garok in der Freitagsrunde mitgespielt hast habe ich 5-6 mal die Woche geraidet  >;D
Die Jungs, die mir des öfteren in unserem wohlbekannten Spieleladen über den Weg gelaufen sind als ich da arbeitete - da hätte ich niemals den Versuch einer Rekrutierung gemacht, dass sich beides pauschal ausschließt habe ich nie behauptet  ;)...dass es völlig unterschiedliche Spiele sind, von denen die P&P-Seite die deutlich voraussetzungsvollere ist aber sehr wohl.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Ein am 5.11.2009 | 10:21
@Orko
- Gestik/Mimik
Gut, aber puh. Was bringt es wirklich direkt für das Spiel? Ich bin mir da absolut nicht sicher. Als SL okay hilft es mir auf die Spieler besser einzugehen, aber ansonsten?

- mehr Spielerfreiheit (es sei denn man spielt DSA-Redax-Abenteuer  )
Naja, die meisten Rollenspielsitzungen, die ich so erlebt/beobachtet haben, liefen auf einem recht schmalen Pfad, egal in welchem Spiel. Was mitunter daran liegen mag, dass die meisten herausforderungsorientiert spielen, egal wie sehr sie sich auch das Gegenteil einreden.

- ggf. gemeinsames Essen /Trinken, Smalltalk über andere Sachen
Gehört eigentlich nicht zum direkten Rollenspiel. Und dann stellt sich die Frage: P&P also nur eine Entschuldigung, um sich sozial zu treffen? Die Antwort nehme ich voraus, ja, das ist eine der Kernfunktionen von P&P.

- die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen in eigenen Settings (!!!)
Jetzt erklär mir gleich noch, warum Rollenspiele mit Setting erfolgreicher sind, als solche ohne.

- das Umgestalten von Regeln nach eigenen Bedürfnissen (!!)
Sehe ich eher als Randerscheinung. Oder ändert ihr jeden Abend Regeln und freut euch nen Ast drüber? Nee, ihr macht wahrscheinlich nichts anderes als MMORPG-Betreiber: Bugs fixen und das Spielgefühl anpassen.

/@AR etc.
Gibts schon. Nennt sich LARP und ist nicht Thema dieses Threads.

@MasterBam
Voraussetzungsvoller? Hui, Gamer-Elitismus. ;D
Nee, sorry, glaub ich nicht. P&P ist höchstens zeitintensiver, aber das war es auch schon.

Ich habe schon öfters auf Messen mit Leuten gespielt, die vorher noch nie P&P gespielt haben und jedesmal war das Ergebnis dasselbe: Qualitativ dem Durchschnittsrollenspieler nicht nachstehend.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Callisto am 5.11.2009 | 10:23
Ich habe schon öfters auf Messen mit Leuten gespielt, die vorher noch nie P&P gespielt haben und jedesmal war das Ergebnis dasselbe: Qualitativ dem Durchschnittsrollenspieler nicht nachstehend.
Was mMn auch daran liegt, das der Durchschnittsrollenspieler kurz vorm RPG-Burnout steht  ;D
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Meister Analion am 5.11.2009 | 10:25
Die Jungs, die mir des öfteren in unserem wohlbekannten Spieleladen über den Weg gelaufen sind als ich da arbeitete - da hätte ich niemals den Versuch einer Rekrutierung gemacht, dass sich beides pauschal ausschließt habe ich nie behauptet  ;)...dass es völlig unterschiedliche Spiele sind, von denen die P&P-Seite die deutlich voraussetzungsvollere ist aber sehr wohl.
Da rennen aber auch ne Menge nicht-WoWler rum die ich nie rekrutieren würde  >;D
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Joerg.D am 5.11.2009 | 10:26
7te See ist da wenigstens halbwegs Konsequent.

Es sagt: Du kannst nicht sterben, es sei denn der SL hält es für storryrelevant. Das wird zwar von der Regel wieder ausgehebelt, dass man beim Dreifachen seiner Willenskraft an Wunden stirbt, aber 7te See ist auch nicht Frontier Genre und Herausforderungs-orientiert wie D&D, sondern eine Mischung aus Komödie im Sinne von flotten Sprüchen und Drama im Sinne von Handlung. Es ist genauer gesagt Mantel und Degen Genre, womit die Herausforderung bei Kämpfen und die Kämpfe selber in den Hintergrund tritt. Deshalb gibt es auch EPs für das Abenteuer oder das erleben der Geschichte und nicht für das Besiegen von Gegnern.

Wenn es aber EPs für das Besiegen von Gegnern gibt, dann gehört für mich die reale Möglichkeit zu sterben genau so dazu, wie Gegner die zu stark sind und bei denen man taktisch operieren oder eventuell erst aufsteigen muss um sie zu besiegen. Wenn ich bei jedem Kampf etwas mundgerechtes bekomme ist das in diesem Genre langweilig. Deshalb sind für mich MMORPGs auch langweilig. Wenn Dungeon Crawl, dann bitte mit Gefahr und möglichen Tod. Der Sieg schmeckt mir dann viel süßer.....

Ich kenne das Problem also schon länger, wie du richtig angemerkt hast. Aber ich sehe die Spiele in einem unterschiedlichen Fokus, weshalb ich lange zeit gerne 7te See gespielt habe und inzwischen an einer Reign Variante des Mantel und Degen Genres arbeite. (mit sterben)
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Joerg.D am 5.11.2009 | 10:32
Ich habe schon öfters auf Messen mit Leuten gespielt, die vorher noch nie P&P gespielt haben und jedesmal war das Ergebnis dasselbe: Qualitativ dem Durchschnittsrollenspieler nicht nachstehend.

Tja, hol sie dir solange sie jung sind und bilde sie vernünftig aus.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Arbo am 5.11.2009 | 10:36
Neben Schiss und Generationslücke (Generation Gap) scheint mir noch ein gewisses "group think" dafür verantwortlich, dass den Rollenspieler|innen gegenüber - sagen wir mal allgemeiner - "Computerspielen" etwas negativer eingestellt sind. Das mag so ein Abgrenzungsding sein.

Naja, bei mir ist es definitiv so, dass mein Rollenspiel durch Computer-Rollenspiele maßgeblich mit geprägt wurde. In meinen Runden gab es regelmäßig Leute, die zwischen der aktiven Rollenspielrunde und Computerspielen einen Bezug besaßen. Da gab es welche, die vorher Baldurs Tor zockten und davon angestachelt nun gerne ein paar "Stadtabenteuer" bewältigen wollten. Oder aber andere C-RPGs gaben interessante Anstoßpunkte. Dass das alles so unkompliziert funktionierte, lag sicherlich an der offenen und unkomplizierten Art der Spieler|innen.

Jedenfalls wären meine Endzeit-Rollenspiele ohne "Fallout"-Serie und Steampunk ohne "Arcanum" kaum denkbar gewesen. Und dort saßen dann einzelne Leute, die beides kannten.

Was konkret MMORPGs betrifft, so ist das an mir irgendwie vorbei gegangen. Hier und da habe ich durchaus ein paar Vorbehalte, die sich allerdings nicht auf das RPG beziehen. Und über Dritte weiß ich ebenso, dass es durchaus zu frustrierenden Problemen kommen kann. Das liegt m.E. dann aber eher an den jeweiligen Persönlichkeiten selbst und an der Gruppenzusammensetzung.

Versauen? Nein, es gibt ganz andere Dinge, die mich versauen. Und ehrlich gesagt, ich find's auch gut so!  >;D


@ Callisto:

Was mMn auch daran liegt, das der Durchschnittsrollenspieler kurz vorm RPG-Burnout steht  ;D

Ich will an der Stelle mal Ein rechtgeben. In der "Praxis" verhielt es sich dann eher so, dass ich als SL vor'm Burnout stand. Aber das auch eher körperlich, weil nach >8h in einer Messehalle und trockener Luft dann meine Stimme schlicht anfing, ein merkwürdiges Eigenleben zu entfalten. ;) Aber die Neulinge, ja, die waren zum Teil sogar besser als das, was ich in manchen Rollenspielrunden erleben durfte.

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Arbo
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Ein am 5.11.2009 | 10:39
@Jörg
Würde ich nicht sagen. Umgekehrt denke ich ist es gerade diese Einstellung (Rollenspiel wäre etwas, was man lernen müsste) genau die falsche.

Beim Rollenspiel gibt es eigentlich nur eine Sache zu lernen und das sind die Grundlagen der Regeln. Ein gutes Rollenspiel ist so geschrieben, dass man innerhalb von 5-15min diese erläutern kann. Ich habe das auch schon oft genug erfolgreich gemacht und nicht nur bei den jungen, sondern auch bei den älteren.

Das, was aber im Rollenspiel wirklich passiert, vornehmlich eine Rolle annehmen, kann jeder. Denn das macht man schon im Kindergarten.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Meister Analion am 5.11.2009 | 10:41
7te See ist da wenigstens halbwegs Konsequent.

Es sagt: Du kannst nicht sterben, es sei denn der SL hält es für storryrelevant. Das wird zwar von der Regel wieder ausgehebelt, dass man beim Dreifachen seiner Willenskraft an Wunden stirbt, aber 7te See ist auch nicht Frontier Genre und Herausforderungs-orientiert wie D&D, sondern eine Mischung aus Komödie im Sinne von flotten Sprüchen und Drama im Sinne von Handlung. Es ist genauer gesagt Mantel und Degen Genre, womit die Herausforderung bei Kämpfen und die Kämpfe selber in den Hintergrund tritt. Deshalb gibt es auch EPs für das Abenteuer oder das erleben der Geschichte und nicht für das Besiegen von Gegnern.

Wenn es aber EPs für das Besiegen von Gegnern gibt, dann gehört für mich die reale Möglichkeit zu sterben genau so dazu, wie Gegner die zu stark sind und bei denen man taktisch operieren oder eventuell erst aufsteigen muss um sie zu besiegen. Wenn ich bei jedem Kampf etwas mundgerechtes bekomme ist das in diesem Genre langweilig. Deshalb sind für mich MMORPGs auch langweilig. Wenn Dungeon Crawl, dann bitte mit Gefahr und möglichen Tod. Der Sieg schmeckt mir dann viel süßer.....

Ich kenne das Problem also schon länger, wie du richtig angemerkt hast. Aber ich sehe die Spiele in einem unterschiedlichen Fokus, weshalb ich lange zeit gerne 7te See gespielt habe und inzwischen an einer Reign Variante des Mantel und Degen Genres arbeite. (mit sterben)

Klar, Kämpfe ohne Risiko sind langweilig. Aber Kämpfe bei denen man keine Chance hat auch. Ein optimaler D&D4 Kampf hat keinen vorbestimmten Ausgang, das taktieren steht bei diesem System im Vordergrund. Wenn ich aber immer gewinne (oder verliere), egal was ich mache, spiele ich das falsche System.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Hector am 5.11.2009 | 10:43
Neben Schiss und Generationslücke (Generation Gap) scheint mir noch ein gewisses "group think" dafür verantwortlich, dass den Rollenspieler|innen gegenüber - sagen wir mal allgemeiner - "Computerspielen" etwas negativer eingestellt sind. Das mag so ein Abgrenzungsding sein.

Wenn ich mal die Leute so durchgehe, mit denen ich in den letzten 2 1/2 Dekaden so rollengespielt habe, fällt mir vielleicht einer (von ca. 50) ein, der nicht computergespielt hätte. Seitdem wir auf dem C64 oder Atari 800XL Ultima gedaddelt haben. Beim Ausrichten von Lan-Sessions waren die P&P-Spieler immer ganz weit vorne. Ich sehe nicht den geringsten Widerspruch zwischen P&P und Computerspielern. Und wer gerne mal ein PC-Game mit phantastischem Hintergrund spielt, probiert bestimmt auch gerne mal ein P&P aus. Problematisch wird es nur, wenn er dann an einen Hartwurst-Fetischisten-SL gerät, dann rennt er wahrscheinlich direkt wieder zurück zum PC.  ;)
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Arbo am 5.11.2009 | 10:47
Gut, ich wollte das auch nicht zu stark verallgemeinern, nur diese dritte Möglichkeit aufzeigen, die hinsichtlich der Aversion gegen Computerrollenspielen existieren kann. Wie gesagt, da, wo diese Aversion auftritt, habe ich nicht unbedingt "Schiss", noch zwangsläufig "Generationslücke" erlebt, sondern eher gewisse "Vorbehalte", die ... nun ja ... einem gewissen "Elitedenken" glichen und m.E. durchaus auf so ein Abgrenzungsding hinaus liefen.

Zum Glück haben die meisten RPGler|innen, die ich kenne, eher KEIN Problem mit Computerspielen. Ein nicht unbedeutender Teil spielt ja auch rege Brettspiele (wollte das Letze nur mal erwähnt haben ;) ). Und da "versaut" eher das Rollenspiel die "Brettspiele", weil dann die Spielfiguren, wie zierlos sie auch ausschauen mögen, auf einmal Namen und Geschichten bekommen. Ei Gott, wie schrööööcklich!!!  ;)

Arbo
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: 6 am 5.11.2009 | 10:48
@Jörg:
Sorry, aber Du hast ne komplett falsche Vorstellung was MMORPG gerade im High Level Content angeht. Da bekommst Du keine mundgerechten Encounter vorgesetzt. Hast Du Dich eigentlich nie gefragt, wieso ganze Gilden Monatelang (teilweise) täglich mehrere Stunden immer wieder die gleichen Instanzen raiden und vorher die Teams auf entsprechende Taktiken trainiert werden? Der mundgerechte Teil ist gerade nicht der Teil, der die WoW-Freaks so anzieht.

Zum Thema D&D4 und Sterblichkeit: Ich habe bisher 4 Kampagnen angefangen von denen 2 wegen TPKs vorzeitig beendet waren. Die reale Möglichkeit zu sterben gehört zu D&D4 dazu. Aber das ist ein anderes Thema. :)
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Timberwere am 5.11.2009 | 10:56
Ich sage es auch hier wie anderenchannels (http://tanelorn.net/index.php/topic,47259.0.html) gerne nochmal: Ich spiele WoW (nur WoW, andere MMORPGs habe ich bisher nicht angerührt, weil mir WoW gefällt und reicht und schon genug Zeit in Anspruch nimmt) mit Begeisterung, auch und gerade als Plattform zum Rollenspielen innerhalb des Videospiels, nicht nur zum reinen Monsterschnetzeln. Und da habe ich in WoW schon Plots gespielt, die tiefer und spannender waren als so manches P&P-Abenteuer.

Nun bin ich aus dem P&P zum Online-RP gekommen, d.h. ich war schon von vorneherein dafür prädisponiert, meine Charaktere ambientemäßig zu spielen, zu einem gewissen Grad (je nach den Leuten, mit denen man unterwegs ist nur ein bisschen oder ziemlich viel) auch in Raids und Instanzen, und auf RP-Interaktion im Spiel sofort anzuspringen bzw. diese einzustreuen.
Und manche von den "ROFL-Nap-LTP"-Kids hätten sicherlich null Lust an Pen&Paper, die spielen MMORPGs tatsächlich nur zum Monsterschnetzeln. Aber ich bin schon etlichen WoW-Spielern begegnet, die dort zumindest ein wenig ambiente- und RP-mäßig unterwegs waren, aber gar nicht wussten, was P&P ist oder wie das geht, und wenn wir dann ins Gespräch kamen und ich ein bisschen erzählt habe, was das ist, durchaus Interesse gezeigt haben und die Idee spannend fanden.

Also über einen Kamm scheren würde ich das sicherlich nicht, und ich denke auch nicht, dass MMORPGs Spieler versauen.
(Höchstens in dem Sinne, dass sie anspruchsvoller werden, wenn das P&P-Abenteuer gar zu flach ist und man im MMORPG ein weniger seichtes Rollenspiel hätte haben können  >;D)

—-

PS: Ja, ich gehe mit meinem Main 1 (alle 2 Wochen 2x) die Woche High-Level-Content (PdK 25, Ulduar 25) raiden. Und ja, das ist im Vergleich zu manchen anderen Hardcore-Raidgilden wenig. Ich hatte eine Anfrage von einer Bekannten, die mich gerne in ihren Raid geholt hätte, aber festes Commitment für 3x die Woche gebraucht hätte, und das war mir einfach zu viel. Den Stress wollte ich mir keinesfalls geben. 1x die Woche - und ab und zu 2x die Woche) 3 Stunden am Abend - reicht mir grad.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Tudor the Traveller am 5.11.2009 | 11:18
Ich denke nicht, dass die MMORPGs an sich das Problem sind. Das Problem liegt m.E. im Suchtfaktor, der bei MMORPGs (nach allem was ich so mitbekomme, nicht aus eigener Erfahrung) so extrem hoch ist. Beim normalen P&P kann dir das kaum passieren, weil die Umstände es nicht zulassen (u.a. weil es vergleichsweise aufwändig zu organisieren ist).

Ich warte noch darauf, dass die Software so flexibel wird, dass die P&P-Spieler vollständig den PC als Medium benutzen können (was dann natürlich kein echtes P&P mehr ist). Mit den MMORPGs steht man m.E. kurz davor. Ich meine, was spricht dagegen, den Charakterbogen digital zu verwalten? Oder gegen eine digitale Battlemap? Oder generell gegen digitale Karten / Übersicht / "Handouts"...?  
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Beral am 5.11.2009 | 11:21
Hier werden PC-/Konsolen-Rollenspiele und MMORPGs fröhlich durcheinander geworfen. Das sollte man nicht tun.

MMORPGs versauen keine Rollenspieler, sie können sogar entscheidend zur Verbesserung der rollenspielerischen Fähigkeiten beitragen. Ich habe z.B. mit P&P angefangen, aber erst in einem MMORPG das Rollenspielen richtig gelernt. Das ließ sich wiederum auf P&P transferieren.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Chobe am 5.11.2009 | 11:43
Interessantes Thema, vor allem da mich genau diese Frage in Bezug auf mich selbst schon gequält hat.

Ich habe jahrelang P&P gespielt (keine Cons, nur Freundeskreise) und habe dann nach Umzug und P&P-Flaute WoW angefangen. Anfangs war das Rollenspiel wirklich klasse, da jeder und wirklich jeder mitgemacht hat und noch keiner was über Critchancen und Angriffskraft wusste bzw. sich dafür zu interessieren schien. Mit allen Leute, die ich in WoW (später auch persönlich) kennengelernt habe, hatte ich zu Anfang ausschließlich als Charakter Kontakt. Nach einem Jahr ca. war dieser schöne Umstand schon restlos ausgemerzt und erledigt, da fing der "Endgame-Content" an, sich für gefühlte 99% der Spieler als wichtigster Inhalt eines MMORPGs zu etablieren. Ich habe da noch 2 Jahre lang mitgemischt und stehe jetzt genau an dem Punkt, an dem ich mich frage, ob diese lange Zeit WoW mich "versaut" hat. Ich habe WoW schon einiges ruinieren sehen und auch schon ein paar Leute daran "verloren", und wie sehr einen 3 Jahre Aktivität prägen, merke ich schon allein daran, wie fast jeder aus meiner momentanen Rollenspielgruppe im Aufbau inkl. manchmal mir selbst, beim Lesen eines Regelwerks einen passenden WoW-Vergleich auf Lager hat. Mir scheint auch die Ruhe zu fehlen, mal eines der dickes Bücher einfach durchzulesen, so wie ich früher die Quellebücher verschlungen habe. Also wenn diese Selbsttest-P&P-Runde unzufriedenstellend oder gar nicht stattfindet, kann ich an mir selbst festmachen, daß eine lange P&P-Pause mit viel WoW darin einen Rollenspieler durchaus nachhaltig versauen kann.

Aaaaber, es gibt auch eine andere Seite: Die Hälfte meiner jetzigen RPG-Interessierten stammt aus WoW und ist durch das RP mit mir in dem Spiel überhaupt erst so richtig auf Pen&Paper neugierig geworden! Insgesamt also eine sehr zweischneidige Angelegenheit...

Ich bin gespannt, vielleicht verläuft mein Oneshot ja auch prima und ich nehme ALLES zurück.
Meine Spieler sind auf jeden Fall gewarnt, daß der erste der einen Tank, Buff oder heilenden Priester sucht, einen W30 an den Kopf bekommt. ;)

Äh, ja, wo war eigentlich der Bezug zum Topic? Zusammenfassend denke ich, daß MMORPGs insgesamt Interessen leicht und schnell ruinieren können. Da ist natürlich P&P mit inbegriffen, aber nicht häufiger oder seltener als andere Hobbys.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Yvo am 5.11.2009 | 20:20
@Jörg
Würde ich nicht sagen. Umgekehrt denke ich ist es gerade diese Einstellung (Rollenspiel wäre etwas, was man lernen müsste) genau die falsche.
Beim Rollenspiel gibt es eigentlich nur eine Sache zu lernen und das sind die Grundlagen der Regeln.
Das, was aber im Rollenspiel wirklich passiert, vornehmlich eine Rolle annehmen, kann jeder. Denn das macht man schon im Kindergarten.

Dem pflichte ich bei... ...ich leitete mal eine Shadowrunrunde mit 6 Spielern, 4 davon Neulinge. Das lief prima... ...eigentlich brauch man nichtmal die Regeln.

Ich hab nie wirkliches Rollenspiel in MMORPGs sehen können. Meiner Meinung ist das vielleicht möglich, aber wenn ich mir den Grundaufbau ansehe, sind die eigentlich auch nicht dafür gedacht sondern schon sehr auf Monsterschnetzeln ausgelegt...

Wie gesagt, wer eigentlich nur Monsterschnetzeln will und auf die soziale Komponente und Charakterspiel verzichten kann, der ist vielleicht bei MMORPGs besser aufgehoben.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: kirilow am 5.11.2009 | 21:07
@ein
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass MMORPGs die Spieler verderben, habe da aber keine Ahnung, da ich in meinem engeren Bekanntenkreis keine MMORPG-Spieler habe. Auch halte Rollenspiel für eine einfache Tätigkeit, die fast jeder kann (man muss natürlich Spaß daran haben), möchte aber ergänzen, dass man Leiten schon irgendwie 'lernen' muss.

Allerdings: Ich glaube sehr wohl, dass MMORPGs dem Rollenspiel Spieler abgezogen haben und den Verlagen auch Verdruss machen. Dies würde ich im übrigen noch als dritten Grund für das schlechte MMORPG-Bild bei Rollenspielern hinzunehmen.
Siehe dazu
http://hofrat.blogspot.com/2008/08/der-weh-oh-weh-knick.html
auch die Kommentare sind z.T. interessant.

Grüße
kirilow

Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Eulenspiegel am 5.11.2009 | 22:14
Das, was aber im Rollenspiel wirklich passiert, vornehmlich eine Rolle annehmen, kann jeder. Denn das macht man schon im Kindergarten.
Wen man sich damit zufrieden gibt, einfach nur eine Rolle zu spielen, dann hast du Recht. Das hat man bereits im Kindergarten gelernt.

Wenn man aber mehr will und einem "Cowboy und Indianer" nicht mehr ausreichen, dann muss man teilweise durchaus lernen. (Wobei ich aber durchaus denke, dass der Job des SLs nochmal einen Zacken anspruchsvoller ist als der Job des Spielers.)

Klar kann man auch mit Anfängern schon viel Spaß beim RPG haben.
Aber gerade, wenn man nur eine Gruppe aus Anfängern ist, macht man am Anfang halt viele Anfängerfehler, die sich erst mit der Zeit ausmerzen.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Ein am 6.11.2009 | 10:32
@kirilow
Ich muss da Settembrini ehrlich gesagt zu stimmen. Mit fällt wirklich kein trifftiger Grund ein, warum MMORPG Verkäufe vom RPG abziehen sollten. Gerade die Leute, die ja gerne als MMORPG-Risikogruppe unter den Rollenspielern gelten, sind ja obendrein auch noch die Leute, die sich eh keine/kaum RPG-Sachen kaufen.

@Eulenspiegel
Dann elaboriere doch einmal, wo der Unterschied gerade zwischen "Cowboy und Indianer" und Rollenspiel liegen soll. Ich bin neugierig, wie lange es diesmal dauert, bis du dir wieder einmal selbst argumentativ die Hosen ausgezogen hast.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Gaming Cat am 6.11.2009 | 10:59
Zitat
@MasterBam
Voraussetzungsvoller? Hui, Gamer-Elitismus.
Elite? Mindestens Avantgarde, ich suche mir sogar aus, mit wem ich spielen will!!!!  :gaga:

Würde ich nicht sagen. Umgekehrt denke ich ist es gerade diese Einstellung (Rollenspiel wäre etwas, was man lernen müsste) genau die falsche.

Richtig, kein einziges Hobby muss man erlernen...! ::)
Ich lerne fast jedes Mal wenn ich spiele oder leite ein bißchen was dazu...ok, ich versuch's zumindest immer... ;)

Ansonsten hat Orko den Kern der Sache ganz gut getroffen...
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Enpeze am 8.11.2009 | 21:29
man kann ja auch beides verbinden.
Z.B. ein P&P Abenteuer in Azeroth spielen und sich dann am nächsten Tag die Schauplätze online mit seinen Charakteren ansehen, und dort gleich weiterspielen.  :)
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Falcon am 8.11.2009 | 21:52
@Topic: Das MMORPGs P&P Spieler versauen kann ich nicht erkennen, da die beiden Dinge, wie ich nach langem herumprobieren feststellen musste, nichts miteinander zu tun haben.

MMORPGsüchtige mal aussen vor gelassen.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: SeelenJägerTee am 8.11.2009 | 21:58
@Topic: Das MMORPGs P&P Spieler versauen kann ich nicht erkennen, da die beiden Dinge, wie ich nach langem herumprobieren feststellen musste, nichts miteinander zu tun haben.
[...]
Stimmt.
Das ist so als sagte man "Bahnfahren verdirbt die Autofahrer!"
Bahnfahren und Autofahren haben zwar beide mit "fahren" zu tun, da endet aber halt auch schon die Ähnlichkeit.
Es beeinflusst die Autofahrer höchstens dahingehend negativ, dass sie weniger Zeit hinter dem Steuer verbringen und daher weniger Übung haben.
Und genau so ist es mit den MMORPGs und den Bleistiftpapierlern, die BPs weden höchstens schlechter, weil sie nimmer so viel "Übung" haben und Qualität halt mit Übung steigt.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Funktionalist am 8.11.2009 | 21:59
MIch pers. stören die Spieltermini am meisten:

"Ey Buff mich mal oder nerv ihn, der Hoschi ist nen Tank! mein DpR sux!"
"Ah, AoE DoT" (Sprich: Damage OVertime)

Das ist grausam.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: SeelenJägerTee am 8.11.2009 | 22:06
"Ah, AoE DoT" (Sprich: Damage OVertime)
Eigentlich war es ja Gebietsschaden über Zeit.  ;)
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Eulenspiegel am 8.11.2009 | 22:39
Dann elaboriere doch einmal, wo der Unterschied gerade zwischen "Cowboy und Indianer" und Rollenspiel liegen soll. Ich bin neugierig, wie lange es diesmal dauert, bis du dir wieder einmal selbst argumentativ die Hosen ausgezogen hast.
Wenn du dir diesmal die Mühe gibst, meine Argumente auch zu verstehen, dann werde ich das gerne tun.
Aber so, wie ich dich kenne, lauerst du nur auf eine Gelegenheit, mich absichtlich misszuverstehen. (Ob du die Argumente einfach nicht verstehen kannst oder nicht verstehen willst, vermag ich natürlich nicht zu beurteilen.)

Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt und so möchte ich dir diesmal nochmal die Gelegenheit geben, mich zu verstehen.
1) Es gibt keinen prinzipiellen Unterschied. (Wenn du dir deinen Post und meinen Antwort-Post durchliest, dann wird dir auffallen, dass es nicht um Unterschiede geht, sondern darum, ob es noch etwas Grundlegendes zu lernen gibt oder nicht.)
2) "Cowboy und Indianer" war nur eine Metapher, ein Beispiel von vielen. Ebensogut hätte ich "Räuber und Gendarm" oder "He-Man und Skeletor" oder "Barbie und Ken" sagen können.
Ich dachte, das wäre klar gewesen.

3) In vielen RPGs geht es nicht nur darum, eine Rolle zu spielen, sondern auch darum, dabei eine spannende Geschichte zu erleben. Und es gibt viele Techniken, die man lernen kann, um dies zu erreichen. (Stakes, Nemesis benennen etc.)
Klar sind diese Sachen nicht schwierig zu lernen. Aber gerade Neulinge beim RPG kennen das nicht und machen dahingehend Fehler.
Auch kann man sich darin verbessern, wie man seine Rolle darstellt. (Stimmodulation, Mimik und Gestik)

Disclaimer:
Selbstverständlich könnte man das ganze auch einem Kind beibringen. Selbstverständlich könnte man auch Stimmodulation, Stakes etc. beim "Cowboy und Indianer" spielen lernen. Aber das tut man nicht.

Falls man einem Kind beim "Cowboy und Indianer" spielen beibringen würde, was Stakes, Kicker etc. sind, dann hättest du Recht. Dann könnte bereits ein Rollenspiel-Anfänger die ganze Bandbreite.
Jetzt ist es aber so, dass die wenigsten Kinder dies lernen. Wenn man diese Sachen also im RPG nutzen will, muss man es also den RPG-Neulingen beibringen.

Soweit verstanden oder besteht noch Erklärungsbedarf?
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Funktionalist am 8.11.2009 | 22:44
Eigentlich war es ja Gebietsschaden über Zeit.  ;)
Watt weiß ich! Habe ich quadrataugen? Rede ich in Z4hl3n?
;D

in ne Dizze schicken sollten man die!
pwnt, die kitet dich durch den ganzen Club! *schauder*

Wenn mir ein Spieler ankommt und fragt, ob er nen Gegner kiten könnte, dann...ich weiß nicht. Wahrscheinlich weine ich dann nur ganz leise.

Das Gruppenmodell, dass WoW liefert ist einfach so eklig. SObald es Schadzauber gibt kommt das Gamerkiddie an und sagt: "Oh ein DD. jetzt brauchen wir noch nen Tank, der Aggro zieht."
Als ob dem nicht klar ist, wer gerade Aggro zieht.

hysterischen Gruß,
Alex
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Enpeze am 8.11.2009 | 23:36


Wenn mir ein Spieler ankommt und fragt, ob er nen Gegner kiten könnte, dann...ich weiß nicht. Wahrscheinlich weine ich dann nur ganz leise.


Und? Darf er dann wenigstens den Gegner kiten?
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Funktionalist am 8.11.2009 | 23:44
Und? Darf er dann wenigstens den Gegner kiten?
Mit den passenden Stunts und Aspekten, kein Ding.
:gasmaskerly:

Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: JS am 9.11.2009 | 06:58
Wenn mir ein Spieler ankommt und fragt, ob er nen Gegner kiten könnte, dann...ich weiß nicht. Wahrscheinlich weine ich dann nur ganz leise.
Das Gruppenmodell, dass WoW liefert ist einfach so eklig. SObald es Schadzauber gibt kommt das Gamerkiddie an und sagt: "Oh ein DD. jetzt brauchen wir noch nen Tank, der Aggro zieht."
Als ob dem nicht klar ist, wer gerade Aggro zieht.

Das solltest du dann entspannter sehen und die "destruktive Kraft" auf die Spieler zurückfließen lassen. Als einige meiner Mitspieler vor längerer Zeit von WoW bzw. von diesem "Morpockerschimpansisch" für das Tischrollenspiel versaut wurden, rofelten meine NSC dann auch nur noch los, waren, wenn unpäßlich, afk, konnten nichts, weil sie Noobs waren, liefen den SC als Trainer vor die Nase, zogen Aggro und denglischten vor sich hin, daß es eine schiere Freude war ("You have right, I give up!").
Nach kurzer Zeit waren wir alle wieder zurück beim guten, alten Rollenspiel.
:D
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Zwart am 9.11.2009 | 09:37
Aha.
Spieler im Spiel für etwas bestrafen das nicht im Spiel stattfindet? Wow.

Ich weiß gar nicht wo das Problem ist wenn es einen Charakter gibt der die Gegner solange vom Zauberer fernhält bis der seinen Vernichtungsspruch fertg aufgesagt hat. Das gab es auch schon vor WoW und auch schon vor MMORPGs.
Ich erinnere mich an Runden anno 1997.
"Wie lange dauert der Ignisphaero?"
"20 Kampfrunden"
"Ok, ich habe 100 Lebenspunkte
(hach, DSA3...*kotz* was hab ichs gehasst) und ne dicke Rüstung, fang an zu zaubern."
Es gibt dafür inzwischen nur ein eindeutiges Vokabular.

Mich würde viel eher interessieren wie man beim Pen&Paper einen Gegner kiten möchte und welches System das ermöglicht.
Das ist eine Technik die normalerweise durch Passierschläge oder Gelegenheitsangriffe (oder wie auch immer diese Mechanismen in den verschiedenen System heißen) unmöglich gemacht wird.
Das funktioniert höchstens mit Fernwaffen (und dann ist es kein klassisches Kiten sondern eher ein Pull) und das auch höchstens gegen sehr dumme oder sehr wütende Tiere.

Also, wie und wo geht das? :)
Dat D&D4 gar solche Techniken?
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: SeelenJägerTee am 9.11.2009 | 09:43
Das geht natürlich dann, wenn der SL auch WOW spielt und es daher logisch findet, dass der Mob jetzt... >;D
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: JS am 9.11.2009 | 10:07
Aha.
Spieler im Spiel für etwas bestrafen das nicht im Spiel stattfindet? Wow.

Hat gut und schnell funktioniert. Wow.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Bad Horse am 9.11.2009 | 10:17
Ja, man kann Spielern auch die Konsequenzen mangelnder Sozialkompetenz vor die Nase setzen. Wow.

Sollte das nicht "Hough! / Hau!" heißen, wenn wir schon mal bei Cowboys und Indianer sind?  ;)
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: 6 am 9.11.2009 | 10:28
@Zwart:
In D&D4 kannst Du kiten. Allerdings kann das nicht jede Klasse.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Zwart am 9.11.2009 | 10:29
Dann trifft der SL eine sehr bewusste Entscheidung. Schließlich bricht er die Regeln der meisten Systeme und steckt sogar Arbeit darein.
Er muss sich Gedanken machen wann, wieviele Aggro aufgebaut wird. Muss dafür also Hausregeln erfinden. Dann die Regeln für Gelegenheitsangriffe ignorieren und schließlich alle NSC zu Mobs degenerieren, die nur aus Statblock und Aggroliste bestehen.
Denn sonst fänd es Rhazzi der böse Drache arg lächerlich wenn Arbo von Tankrieger ihn beleidigt und/oder haut (was mehr Aggro aufbaut), sich dann in kreisförmigen Bewegungen aus der Reichweite seiner Klauen begibt um ihn dann ein paar Runden später wieder zu beleidigen oder zu hauen.
So sehr abstrahieren und auf die Metaebene ziehen kann man Regeln gar nicht, als das sowas bei der Übersetzung in die Erzählwirklichkeit nicht sehr, sehr bescheuert wirkt.

Was ich eigentlich nur sagen wollte war, Kiten funktioniert nur wenn die Gruppe sich bewusst dafür entscheidet. Das kann man nicht unbewusst einfach übertragen.

Natürlich könnte man jetzt überlegen ob sowas potentielle Spieler vom Pen&Paper abhält. Nach dem Motto:
Wie? Es gibt keine Aggro? Woher weiß der SL dann wen der NSC angreifen soll? Was für ein scheiß Regelwerk.
Andererseits bin ich hier wieder beim Punkt "eindeutiges Vokabular". Das es sowas wie Aggro schon seit langer Zeit im Rollenspiel gibt wissen wir ja alle. Kein MMO nennt Aggro so. Es heißt Bedrohung oder Gefährlichkeit oder was weiß. Wären solche Begriffe gefälliger? Denn es kann ja wohl nur um die Begriffe gehen.

Ah..gerade rein gekommen.
Zitat von: 6
@Zwart:
In D&D4 kannst Du kiten. Allerdings kann das nicht jede Klasse.
Wie geht das dann? und tritt der nicht der von mir o.g. Effekt auf? Oder wie das dort anders verpackt?
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Bad Horse am 9.11.2009 | 10:31
Äh, könnt ihr vielleicht noch mal ganz kurz erklären, was "kiten" überhaupt bedeutet? Ich kann mir darunter nicht viel vorstellen.  :)
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Zwart am 9.11.2009 | 10:34
Kiten (engl. „kite flying“, dt. „Drachenfliegen“) ist eine spezielle Bewegungs- und Angriffstechnik, in dem der Angegriffene sich, meist in leicht kreisender Bewegung, von seinem Gegner wegbewegt. Ziel ist es, möglichst selten in die Nahkampfreichweite des Anderen zu gelangen, um somit sowenig Schaden wie möglich einzustecken. Fernkämpfer und Zauberer können dem Gegner dabei weiterhin Schaden zufügen, es ist aber auch ein rein passiv-defensives Kiten möglich, z. B. für Heiler. Die Bewegung um den verfolgenden Gegner herum ähnelt stark dem spiralig-taumelnden Kreisen eines Lenkdrachen im Wind, daher der Name.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Metamind am 9.11.2009 | 10:36
Äh, könnt ihr vielleicht noch mal ganz kurz erklären, was "kiten" überhaupt bedeutet? Ich kann mir darunter nicht viel vorstellen.  :)

Als Fernkämpfer die Aggro eines Mobs ziehen um ihn von anderen Gruppenmitgliedern wegzulocken. Dabei läuft der Fernkämpfer immer wieder weg, so dass ihn das Monster nicht erreicht. Funktioniert zum Teil bei World of Warcraft so gut, dass mächtige Monster in komplett andere Gebiete (u.a. auch Hauptstädte) gelockt werden können.

Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Tudor the Traveller am 9.11.2009 | 10:39
MIch pers. stören die Spieltermini am meisten:

"Ey Buff mich mal oder nerv ihn, der Hoschi ist nen Tank! mein DpR sux!"
"Ah, AoE DoT" (Sprich: Damage OVertime)

Das ist grausam.

Äh...ja! Ich habe von den letzten Beiträgen nichts verstanden.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Crimson King am 9.11.2009 | 10:43
Die Spieltermini und denglish gibt es allerdings teilweise auch beim P&P, vor allem bei technischeren und abstrakteren Systemen wie z.B. D&D.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: 6 am 9.11.2009 | 11:04
@Zwart:
Die kreiselnde Bewegung bekommst Du nicht hin. Es gibt aber einen Paladin/barde-Build mit Bogen, bei dem der Gegner von Dir markiert wird und jede Runde auf die Nase fällt. In dem Fall ist es so, dass der Charakter den Gegner zu Anfang zum Duell herausfordert und ihn dann immer wieder per Pfeil zu Boden wirft.

Fighter mit Multiclass in eine Fernkampfklasse (am besten Ranger oder Seeker) funktioniert das dann ähnlich. Da ist es dann aber wirklich dieses "Hey! Arsch! Hier bin ich!"
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: 6 am 9.11.2009 | 11:08
@Tudor:

"Ey! Verstärk mich mal mit einer Verzauberung von Dir! Oder hau dem Gegner mal einen Schwächezauber drauf! Der Gegner kann sehr viele Trefferpunke ab und mein Schadensausstoss ist mies!"

"Ah. Ein Massenzauber der Schaden gleichmässig über mehrere Runden verteilt!"
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Funktionalist am 9.11.2009 | 11:14
Also ich kenne Kiten als das ausnutzend er höheren GEschwindigkeit in KOmbination mit ner Fernkampfwaffe...rennen, schießen etc
da der Geger strunzdumm dumm ist, klappt das auch. (Aber ich habe auch nichts mit diesen MMORPGS am Hut.)

das Störende daran ist, dass die Spielprinzipien so tief drin sitzen, dass sie immer wieder angewandt werden und ich pers. mit diesen Begriffen diese bonbonfarbene Amianiméwelt verbinde.
Außerdem ist das echt nen Stimmungskiller, wenn das letzte Gefecht als Raid bezeichnet wird und sich alle davor erstmal buffen...Bei den DnD4 Begriffen erginge es mir ähnlich, allerdings passt das da zum Spiel. ;D

sers,
Alex

Edit: DoT Betonung __^__ also damageOVertime (nicht DAMage over TIME). Das ist wichtig, denn es gandelt sich um einen Fachausdruck. *würg*
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: MadMalik am 9.11.2009 | 11:22
Die 'Stimmungskiller' Begriffe haben halt auch die
Grundlage das es einfach verständliche Begriffe
sind die man schnell raushauen kann. Was bei
zeitkritischen Spielen sehr von Vorteil ist. Die
Einführung einer solchen Kunstsprache ist sehr
praktisch un es gibt nichts was dagegen spricht,
dass die Gruppe Elitekrieger sich nicht einen
eigenen, kodirten Sprachschatz zulegt um schnell
und gezielt Informationen auszutauschen ohne
15 minuten auf pseudo-mittelalterlich daherzuquaken.  :gasmaskerly:
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Funktionalist am 9.11.2009 | 11:28
Na dann kann ich es verstehen, wenn die Krieger von Wartemarken reden und die extras shaken sind... ::)
Ist doch klar, dass spielinterne Fachwörter Sinn machen. Diese Diskussion hatten wir aber schon mal.
(Das gehört zu den Spielen und stört dort nicht so sehr, als wenn man Spielfremde Fachwörter benutzt, die einfach nicht den Kern der sache treffen und blöde Assoziationen und Verhaltensweisen erzeugen.)

Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Tudor the Traveller am 9.11.2009 | 12:24
Naja, solche Termini sind natürlich ok und z.T. auch sinnvoll. Aber man sollte sich eben auch im Hinterkopf behalten, dass man sie nur innerhalb einer bestimmten Personengruppe benutzen sollte.

@6: Thx  ;)
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Bad Horse am 9.11.2009 | 13:13
Man beschwert sich auf Arbeit ja auch nicht über seinen schlechten Stärkewert, wenn man einen Karton nicht hochheben kann. Oder erklärt heruntergefallene Gegenstände mit einem Geschicklichkeitsbotch.

Wobei irgendein Kollege von mir an einem Tag, an dem bei ihm / ihr alles schieflief, schon mal bessere Würfel haben wollte.  ;)
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Tudor the Traveller am 9.11.2009 | 13:50
"Oh ein DD. jetzt brauchen wir noch nen Tank, der Aggro zieht."

Kann man mir das noch übersetzen? Falls DD sowas wie "Damage Dealer" heißt, nehme ich mal an, dass es etwas in die Richtung ist, dass da einer ziemlich austeilt und man jemanden braucht, der entsprechend einstecken kann. Aber ist "Aggro ziehen" etwas Offensives (der macht viel Schaden) oder heißt es, dass er die "Aggro" eines anderen auf sich zieht?  wtf?
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: SeelenJägerTee am 9.11.2009 | 13:53
Bei WOW läuft das so, wer viel Schaden macht macht beim Gegner (also natürlich nicht bei von Menschen gesteuerten sondern nen CPU gesteuerten Creeps) Aggro.
Magier machen viel Schaden, ziehen also schnell Aggro dummerweise halten sie die Rache des Creeps net so doll aus.
Daher hat z.b. der Krieger Fähigkeiten um Aggro auf sich zu ziehen (obwohl er nur mauen Schaden) raus haut. Das sorgt dafür dass der Creep fleißig dem Krieger auf die Fresse haut, der ja genug HP (und ne Sadomasoader) hat und somit der Magier überleben kann.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Ein am 9.11.2009 | 13:54
In D&D4 nennt man das markieren. ::)
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: MadMalik am 9.11.2009 | 13:54
Genau, der Tank ist da um Schaden zu fressen. Aggro beschreibt dabei
wer sich gegenüber dem Ziel am 'aggresivste' verhält und daher Ziel
des Angriffes ist. Tanks können selbst meist nicht sehr viel austeilen
müssen daher über bestimmte Skills/Sprüche die Aggro ziehen wärend
die eigenen Damage Dealer aufpassen müssen das sie's mit dem Damage
Dealen eben nicht übertrieben. Aggro Managment nennt sich das ganze
Balancespiel dann, wenn man versucht den feindlichen Damagedealer
auf dem eigenen Tank zu halten.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Zwart am 9.11.2009 | 14:43
Beim Aggro-Management darf man eine wichtige Figur im Spiel nicht vergessen, den Heiler.
Denn der baut durch seine Heilungen meist mindestens soviel Aggro auf wie ein Damage Dealer.

Das sind aber wie schon mehrmal geschrieben keine Techniken aus WoW, solche Dinge sind mir auch schon in vielen Tischrunden weit vor der Hochzeit der Onlinerollenspiele begegnet.
Wen versucht man denn als erstes zu aus dem Kampf zu nehmen als taktisch klughandelnder SL? Man versucht entweder an die Schadenquellen oder die Heiler (sofern die Systeme Heilungen im Kampf kennen) heran zu kommen.

Der Thread hier erscheint mir im Moment eher ähnlich gelagert wie die Forderung nach einem Verbot von "Killerspielen".
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Tudor the Traveller am 9.11.2009 | 14:43
Ah, ok. Ich dachte bisher, ein Tank kann viel einstecken UND austeilen. Wieder was gelernt.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Funktionalist am 9.11.2009 | 14:53
Der Thread hier erscheint mir im Moment eher ähnlich gelagert wie die Forderung nach einem Verbot von "Killerspielen".
Der UNterschied zwischen "kill the mage first" und der Aggrobalance ist einfach der Mangel an geschmack, der mich auch von DnD4 abhält.
Ich will Kronleuchterschwingende, Stühle umtretende, beleidigende, mit Krügen werfende Helden, deren Frisur immer sitzt und die mit ihrem strahlend weißen Zähnen jede Maid mit nur einem "Tadaa!"* erobern können!

Dabei können es ruhig builds sein, der KI-Adept mit seiner Axt, oder der Klettertroll, oder der Tripmonkey oder oder oder, solange es sich dann auch organisch spielen lässt und nicht in eine widerliche Fachwortorgie ausartet, die nur falsche Erwartungen weckt.
(Kiten, Aggro ziehen, Rollenaufteilung in Tank, DD, Healer...Außerdem heißt eine Abenteuergruppe nicht Gangbang, wenn sie sich zusammen auf den Drachen stürzt. ::) )

Das Problem hierbei sind die Bilder im Kopf, die zu mächtig sind.


*oder was in der passenden Literatur sonst noch dazu gehört.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Tudor the Traveller am 9.11.2009 | 15:01
Ich denke solche Grundtaktiken, wie sie hier bzw. anscheinend im MMORPG beschrieben werden, inkl. "Kill the Mage first" sind nur für generische Kämpfe umsetzbar. Sobald es kein offener Kampf mehr ist, müssen zuviele Parameter berücksichtigt werden, um allgemeine Taktiken zuzulassen.
Womit wir bei einem imho großen Vorteil des P&P gegenüber Computerspielen wären, zumindest, was Kämpfe betrifft: Beim P&P kann man die Umstände/Bedingungen viel stärker variieren.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Asdrubael am 9.11.2009 | 15:12
Wen versucht man denn als erstes zu aus dem Kampf zu nehmen als taktisch klughandelnder SL?

Als SL handle ich so, wie ich mir die Monster vorstelle. Also Orks werden sich vielleicht eher den größten und Kräftigsten raussuchen (sonst gelten sie nicht viel, wenn sie Schwächlinge angreifen)
Wilde Bestien stürmen auf den nächsten zu, Untote vllt auf den mit dem meisten Leben in sich oder den magisch aktivsten (wenn sie das spüren können), während Soldaten nach einer festen Strategie vorgehen (zB eben kill the mage first) und Elitetruppen wenden diese Strategie flexibler an.
Vorteil ist, dass die Spieler sich mit der Zeit im Vorfeld auf gewisse Begegnungen einschätzen können und daraus auch schlüsse ziehen können (zB Warum haben uns die Räuber angegriffen, das würden die bei unserer Bewaffnung nur tun, wenn sie zahlenmäßig weit überlegen sind? ---> und wieder ein Abenteueraufhänger) und man kann ihnen so auch das Gefühl geben mit der Zeit wirklich erfahrene Kämpfer zu werden (indem man zB einzelne SCs als Köder verwendet oder seine taktiken besser abstimmen kann)
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Zwart am 9.11.2009 | 15:18
Ja, dann sagt das doch gleich das wir hier über verschiedene Spielstile reden und nicht darüber ob WoW eine inhaltliche und spielerische Bedrohung fürs Rollenspiel am Tisch ist.

Zitat
Dabei können es ruhig builds sein, der KI-Adept mit seiner Axt, oder der Klettertroll, oder der Tripmonkey oder oder oder, solange es sich dann auch organisch spielen lässt und nicht in eine widerliche Fachwortorgie ausartet, die nur falsche Erwartungen weckt.
Aber seit wann schließen "Fachwörter" und Zahlen denn nette Beschreibungen aus? Davon abgesehen hat sich natürlich auch bei den Rollenspielern, wie sich das für eine gesunde Hobbykultur gehört, ein Fachwortschatz gebildet.
Von Lfg Uld10 Hero, dd oder heal kann jeder halte was er möchte, es ist aber sicher nicht schlimmer als Die SpoMod ZD verkürzen kostet dich 5ZfP*.

Das es in Gruppen bestimmte Nischen gibt und in manchen Gruppen wert darauf gelegt wird das jeder Charakter eine dieser Nischen ausfüllt, ist auch mal so garnichts Neues.

Zitat
Womit wir bei einem imho großen Vorteil des P&P gegenüber Computerspielen wären, zumindest, was Kämpfe betrifft: Beim P&P kann man die Umstände/Bedingungen viel stärker variieren.
Und nicht nur das. Anstatt durch einen mit animatronik gefüllten Themenpark namens Azeroth zu latschen, kann man richtigen und gewaltigen Einfluss auf das gesamte Setting nehmen. Einfluss der dauerhaft anhält, zumindest solange wie die Spielgruppe besteht. Und nicht nur 24Std. bis der nächste Schlachtzug z.B. Onyxias Kopf ans Tor von Sturmwind nagelt.

Wie WoW insgesamt als irgendwelche Spieler versauen soll, ist mir immer noch schleierhaft.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Funktionalist am 9.11.2009 | 15:23
Ja, dann sagt das doch gleich das wir hier über verschiedene Spielstile reden und nicht darüber ob WoW eine inhaltliche und spielerische Bedrohung fürs Rollenspiel am Tisch ist.
War das nicht klar?

Der MMORPG Spielstil wird ja schon recht gut mit DnD4 bedient, gell?
Für was anderes sind die meisten WoWler nur noch schwer zu gebrauchen. ;D
(bin da ein gebranntes Kind mit einer Allergie.)
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Zwart am 9.11.2009 | 15:29
Also ich spiele WoW mit alles drauf (in Raidgilde, mit 2x die Woche Ulduar und PdK) seit 3 Jahren. D&D4 kenn ich aber nicht und glaube das ich es nicht mögen würde.

Ich lade aber jeden gern ein mit mir mal DSA oder Savage Worlds (oder Traveller oder oh Gott meinetwegen auch Degenesis) mit mir hier im TS zu zocken um sich davon ein Bild zu machen zu was man WoW'ler noch so alles beim Rollenspiel gebrauchen kann. ;)

WoW sozialisiert nicht für das Rollenspiel am Tisch, in keinster Weise.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Timberwere am 9.11.2009 | 20:31
Ich spiele WoW seit Tag 1, und ich hasse D&D seit AD&D-Zeiten, auch wenn ich leider ab und zu gezwungen bin, eine Runde (zum Glück meist One-Shots) mit einem 20-seitigen Würfel zu spielen. D&D3 bzw 3,5 hat mir gar nicht gefallen, D&D4 habe ich mir kurz angesehen und gleich wieder als "WoW in Pen&Paper-Form, da muss ich kein P&P machen" abgetan.
Für meinen Teil kann ich Pen&Paper-Systeme und das WoW-Kampfsystem mit Tank, DDs und Heilern und dem WoW-Speak völlig voneinander trennen. Wobei ich insofern Glück habe, dass meine Raidgruppe zumindest halb-ambiente-mäßig drauf ist. Zum Glück nicht so, dass jeder Schlag auf einen Boss emote-mäßig beschrieben wird, das wäre dann doch etwas zu viel des Guten. Aber der typische Leet-Speak kommt da eben gar nicht vor, und wir reden z.B. in dem Ambiente-Channel, in dem ich unterwegs bin, beim Gruppensuchen immer von "Schildträger", "heilenden Händen", "jemandem der kräftig austeilen kann" sowie der "täglichen heldenhaften Aufgabe" statt des üblicheren "DD lfg Daily".

Aber ganz abgesehen davon sind P&P und WoW zwei komplett getrennte Paar Stiefel, und die Terminologie des letzteren (so gut sie auch passt, um WoW-Mechaniken abzubilden) kann ich mir - außer mal im Spaß verwendet - für P&P so gar nicht vorstellen.

(Und nochmal ganz abgesehen davon bin ich persönlich jemand, der in WoW neben dem Monster-Schnetzeln ja auch sehr viel story-getriebenes Rollenspiel betreibt, aber das ist noch eine ganz andere Geschichte.)
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Toshi am 9.11.2009 | 21:14
Ja, dann sagt das doch gleich das wir hier über verschiedene Spielstile reden und nicht darüber ob WoW eine inhaltliche und spielerische Bedrohung fürs Rollenspiel am Tisch ist.
Eben!

Und wenn man nicht auf einem RP-Server ist (da gibts bei WoW eine Unterscheidung!)
und/oder in Elwynn am See sitzt, dann wird man in WoW nur sehr selten RP erleben.
Ich sag nur "Brachlandchannel"...

Das Spielen auf einem PvP-Server hat denke ich mehr mit CS als mit "echtem" Rollenspiel gemein.

Aber es stimmt schon, es gibt Systeme und vor allem Spielstile, die sehr WoW/CS-lastig sind.
Ich kenne SR-Runden die doch recht STark an CS erinnerten, und das gibt nicht mal als mmoRPg.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Eran am 14.11.2009 | 12:32
Ganz einfach, beim P&P-Rollenspiel trifft man sich persönlich. Mir dürfen da Gestik und Mimik nicht fehlen. Und mit Freunden an einem Tisch zu sitzen ist für mich was ganz anderes als online zocken. MMORPGs haben nicht alles was P&P hat, nur viel besser. Bei denen die sowas schreiben frage ich mich warum sie hier sind und nicht gerade zocken.

Das P&P Hobby vergreist doch immer mehr. Es hat halt nicht jeder jugendliche Bock drauf neben WoW auch noch P&P zu spielen, manche schon, aber halt nicht alle. In meinem Freundeskreis gibt es einige alte Rollenspieler die sich nur einmal montalich zu spielen treffen, weil sie noch ganz viel andere Sachen machen. Klar als jugendlicher hat man mehr Zeit, aber da ist es doch auch eine Frage von Prioritäten. Natürlich gibt es weniger Rollenspieler wegen WoW und anderen Onlinespielen.
Damit gibt es sowohl weniger junge Leute die "selten" P&P spielen, als auch weniger Nerds wie uns die einen großen Teil ihrer Zeit für P&P investieren. Ganz einfach eine Frage von Zeitressourcen. Und MMORPGs und P&P haben eine große Schnittmenge bezüglich ihrer Zielgruppe, wage ich zu behaupten.

Daher ist nicht die Frage ob MMORPGs Spieler versauen, sondern ob diese P&P die Spieler abziehen.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Humpty Dumpty am 14.11.2009 | 12:40
Zitat
MMORPGs versauen Spieler
Ach was, Unsinn. Eher noch versauen Foren die Spieler.

Dennoch halte ich die beiden Thesen von Ein für falsch. Erstens bieten P&P-Rollenspiele eine Menge Aspekte, die MMORPGs komplett abgehen. Und zweitens ist die Hypothese des Generation Gap angesichts der Altersstruktur der MMORPG-Spieler nicht zu halten.
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: pharyon am 15.11.2009 | 12:22
Ich glaube mittlerweile wenn Rollenspieler vom Übel der MMORPGs sprechen, dann kommen dabei zwei Dinge durch:

1. Schiss. Schiss, weil MMORPGs alles bieten, was, wenn wir mal ehrlich sind, eine übliche flache Rollenspielrunde so bietet, nur in hübscher Grafik und SFXs. Manche Spiele bieten sogar noch Chicks mit bouncy tits. Beim Rollenspiel muss man da erst seine Fantasy bemühen.

2. Unverständnis/Generation Gap. Rollenspieler sind nicht mit MMORPGs aufgewachsen, vor allem für die, bei denen das Buschtelefon noch auf dem Hof zwischen den Schweinen stand, ist das der Fall. Was man nicht kennt wird erstmal abgelehnt. Es fehlt aber auch die Zeit sich intensiv genug damit auseinander zu setzen, um sich so dafür zu begeistern.
Zu 1.: P&P-Runden, die nicht als flach empfunden werden, bieten wiederum einiges, dass ein MMORPG derzeit noch nicht bieten kann, bspw. eine auf den gespielten Charakter zugeschnittene Geschichte (und damit spielergewünschte Einbeziehung). Außerdem kann man in P&P-Runden ja auch evtl. das "Glück" haben und brauch sich bt nicht vorzustellen (sondern sollte nur auch woanders hin schauen können *humor ende)

Zu 2.: Da ist bestimmt etwas dran. Man hat vor dem Kennenlernen evtl. noch bestimmte Klischees im Kopf, die die Motivation des Erstkontakts senken.

Was bietet mir P&P, was ein MMORPG (noch) nicht bietet:
+ persönlicher dirketer Kontakt zu den Mitspielern und kontrolliertes Spiel (man kann das Spiel jederzeit "unterbrechen", theoretisch auch mitten im Kampf), das ist jetzt natürlich nicht der Hauptsinn beim P&P, aber ein toller Sideeffect
+ mehr gefühlter Einfluss des Spielers/ der Spieler hat zig kleine Stellrädchen mehr, an denen er mitwirken kann
+ eine emotional/intellektuell ansprechendere Runde (hier kann bei flexiblen SLs der Content und die Spielart sehr schnell an die Süielerwünsche angepasst werden)
+ Feedback auf nonverbaler Ebene durch Mimik, Gestik, Stimme (hab ich als SL/Spieler eine tolle Stimmung aufbauen können? Wie kam diese/jene Aktion an?) --> macht mMn das Erleben noch eine Nuance "echter" und bereitet unter Umständen damit mehr Spaß
+/- ein höherer Störungsgrad (schlechte OT-Witze/-Beiträge, aber auch geniale Kommentare)

Versauen MMORPGs Rollenspieler?
Teils, teils. Aber eher nicht. Woran liegt das? Die Umgebung in der ich am PC spiele ist eine andere als mit Freunden an einem Tisch. Da gibts genügend cues, die mich von in MMORPGs gezeigtem Verhalten (unabhängig von deren Qualitäten) "abhalten".

Schaden MMOPRGs den P&P-RPGs?
Finanziell ein wenig. Sie ziehen eher die Spieler ab, die sich eh nicht besonders tief mit den "aufwändigen" Aspekten des P&Ps beschäftigt hätten, wecken aber durchaus beim ein oder anderen das Interesse an P&Ps. Ich nehme aber an, dass in dem Maße in dem ein PC-/MMO-RPG die "Rückstände" zum P&P abbaut, sich mehr Leute diesem Hobby zuwenden (weil sie auch einige Vorteile haben wie teilweise Unabhängigkeit der Zeitinvestition: Ich kann nach der Arbeit einfach den Rechner anschalten und hab in der Regel genügend Leute, die mir beim Erleben eines bestimmten Storyelements zur Verfügung stehen, eine P&P-Runde hab ich meist nicht so schnell/einfach zusammengestellt). Die Zeit lässt sich halt "effizienter" nutzen.

@Cowboy und Indianer vs. RPG:
Bei den meisten RPGs gibts inzwischen Regelungen zu "fairem" Verhalten. Beim C&I-Spiel setzt sich das gemeinere, willensstärkere Kind durch.
Andererseits: Rollenspiel wird eh zu stark glorifiziert. So groß sind die "Fortschritte" zum Räuber und Gendarme-Spiel nicht.

p^^
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Eulenspiegel am 15.11.2009 | 22:33
Teils, teils. Aber eher nicht. Woran liegt das? Die Umgebung in der ich am PC spiele ist eine andere als mit Freunden an einem Tisch. Da gibts genügend cues, die mich von in MMORPGs gezeigtem Verhalten (unabhängig von deren Qualitäten) "abhalten".
Es ist nicht nur eine andere Umgebung, sondern ein komplett anderes Spiel:

Bei TableTop sitze ich auch gemütlich mit Freunden am Tisch. Trotzdem zeige ich ein komplett anderes verhalten als bei RPGs.

Zitat
Sie ziehen eher die Spieler ab, die sich eh nicht besonders tief mit den "aufwändigen" Aspekten des P&Ps beschäftigt hätten,
Also zumindest, was den Zeitwaufwand betrifft, sind MMORPGs doch wesentlich zeitaufwendiger als Pen&Paper. (Jedenfalls, wenn man es "ernsthaft" spielen möchte.)
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Jiba am 16.11.2009 | 08:35
Ich kann im Rahmen genau dieser Diskussion auch nicht verstehen, warum, nach mehr als 5 Jahren, die es "das Spiel" oder besser "die Spiele" schon gibt noch kein deutscher Verlag auf die Idee gekommen ist, sich die Rechte des "World of Warcraft"-P&P zu sichern und es zu übersetzen. Das Setting wäre doch eine Schnittstelle, mit der viele Neulinge zum P&P gebracht werden könnten, oder übersehe ich etwas? WoW ist derart beliebt und inzwischen fast schon gesellschaftlich ethabliert, dass es eigentlich auf großes Interesse stoßen dürfte...
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Medizinmann am 16.11.2009 | 09:07
schon gibt noch kein deutscher Verlag auf die Idee gekommen ist, sich die Rechte des "World of Warcraft"-P&P zu sichern und es zu übersetzen
Es gibt/gab ein WoW D20 aber da WotC ja ihr D&D4  ::) vermarkten war wohl keine Chance das auf Deutsch zu übersetzen.Paizo ist ja der einzige,der noch an D20 Festhält und die heben mehr als genug damit zu tun Ihr eigenes Pathfinder auszubauen.
Also "Blame it on the Wizards of the Coast",denn die haben ja mit ihrem D&D4 ihre eigene Schnittstelle zu den WoW Spielern.

JahtaHow
Medizinmann
Titel: Re: MMORPGs versauen Spieler
Beitrag von: Teylen am 18.11.2009 | 13:46
Ich glaube nicht das MMORPGs der P&P Szene schaden.
Genauso wenig wie k.A. Schachspielen und echte Ponyhoefe der P&P Szene schaden. Es ist halt ein anderes Hobby.
Vielleicht bringt es die Leute zum Powergamen, aber das kann auch durch ein Mathematik Studium oder so passieren.

Zitat
Das Setting wäre doch eine Schnittstelle, mit der viele Neulinge zum P&P gebracht werden könnten, oder übersehe ich etwas?
Die Tatsache das es gut laufende WoW Server gibt?
Wieso sollte ein Spieler sich fuer eine Runde mit WoW Hintergrund an einen Tisch setzen und es ohne Graphik spielen wo er die gesamte Spielwelt staendig 24/7 offen hat mit viel mehr Menschen? Zumal er, sie in der Zeit eben nicht WoW als PC Game spielen kann.

Nun und auch als Spielleiter denke ich das es relativ reizlos ist eine menschliche Version des WoW Rechenzentrum zu geben.

Wenn ich mir da auch WoW spielende Abeteilungsleiter, Chefs ansehe, ich glaube nicht das die Neugierig auf eine WoW ohne Rechner sind,..


Naja und die Vorteile.
Gerade WoW scheint doch mit den Raids ein Spiel zu sein das die Spieler zum Kontakt miteinander zwingt. Die kommunizieren dann auch mit Team Speak und Webcam relativ persoenlich.
Man hat in der WoW viele Stellraedchen die sich drehen lassen, das es beim P&P andere gibt macht es nicht unbedingt besser. Eher koennte man der WoW zu gute halten das es kein Diskussionsanlass gibt.
Auf intellektueller Ebene spricht WoW die Statistik / Rechen Faehigkeiten des Spielers hinsichtlich des strategischen Vorgehens und korrekten Leveln an. Ist halt idR. technischer als P&P.
Plus es scheint Leute zu geben die WoW mit einer Art improvisierten Rollenspielfaktor spielen - glaubt man Web Comics. Das heisst die gehen Raiden, lungern herum und kombinieren es damit InCharakter zu Chatten und so..