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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Humpty Dumpty am 27.11.2009 | 08:54

Titel: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Humpty Dumpty am 27.11.2009 | 08:54
Im Rahmen einer Diskussion über Railroading hatte ich den Eindruck, dass das übliche Verständnis von Railroading von einigen weithin propagierten Definitionen abweicht. Das möchte ich genauer wissen und wäre deshalb dankbar für eine Beantwortung der obigen Frage. Bin gespannt, wie Eure Meinung zum Thema lautet.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: oliof am 27.11.2009 | 09:00
"Kommt drauf an."
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Boba Fett am 27.11.2009 | 09:01
"Kommt drauf an."

Hätte ich jetzt auch geantwortet.
Daher:

"je nach dem"
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: 6 am 27.11.2009 | 09:02
Klares Railroading
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Friedensbringer am 27.11.2009 | 09:02
Der Satz oben bezieht weder die Macht der Spieler, noch deren Entscheidungen ein. Die Charaktere könnten durchaus (zumindest nehme ich das an, ich weiß nicht ob Borbarad überhaupt Spielwerte hat) mächtiger sein als beide, und wenn sie dann trotzdem keinen Einfluss haben dürfen, egal welche Entscheidungen sie treffen, dann ist das Railroading.

Dabei gehe ich davon aus, dass die Charaktere zugegen sind und rein logisch gesehen eingreifen könnten.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Humpty Dumpty am 27.11.2009 | 09:03
Kann mal ein Moderator die zweite Option ändern in "Nein, nicht zwingend." Dann können Boba und oliof auch abstimmen  ;)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Dash Bannon am 27.11.2009 | 09:06
ja es ist railroading

und viel schlimmer, es ist langweilig
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Samael am 27.11.2009 | 09:07
Zu wenig Informationen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Enkidi Li Halan (N.A.) am 27.11.2009 | 09:10
Ich kann auf diese Frage keine eindeutige Antwort geben.

Zum einen kenne ich die Borbarad-Kampagne nicht und weiß daher nicht, ob diese Konfrontation am Anfang oder am Ende der Geschichte steht.
Zum anderen und viel wichtiger: ich kann diesen Konflikt nicht in Bezug zu den Spielercharakteren setzen.
Wenn ich als SL einen Charakter in der Runde hätte, dessen Essenz und Schicksal einzig und allein wäre, eben jenen Konflikt zu beeinflussen, dann wäre es für mich ein No-Go von vornerein festzulegen, dass eine Seite gewinnt.
Wenn die Charaktere hingegen keine akute, persönliche Beziehung zu dem Konflikt haben und er nur als Rahmenhandlung für die Bereitung einer dramatischen Situation (einer Bühne) dient, dann habe ich kein Problem damit, den Augnag des Konflktes als Fakt zu bestimmen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Enkidi Li Halan (N.A.) am 27.11.2009 | 09:11
Kann mal ein Moderator die zweite Option ändern in "Nein, nicht zwingend." Dann können Boba und oliof auch abstimmen  ;)
Ich war mal so frei, das anzupassen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Ein am 27.11.2009 | 09:16
Ja. Der Ausgang der Szene ist vorher festgelegt, daher ist die ganze Szene nur Kammerspiel. Sofern es dabei nicht noch Nebenkonflikte zu bearbeiten gibt, könnte man auch direkt eine Cutscene daraus machen, sofern man nicht Charakterspiel betreiben will.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Haukrinn am 27.11.2009 | 09:17
Kähä hat völlig recht. So ein einzelner isolierter Satz ohne jeglichen Kontext kann doch nicht beurteilt werden.

Wenn ich eine Polizeikampagne in Helsinki spiele kann ich auch sagen "In Pjöngjiang fällt ein Sack Reis um. Die Spieler können das nicht verhindern.". Ja wie denn auch? Und ist das wichtig?

Wenn es allerdings die Aufgabe der Spieler ist, Borbarad aufzuhalten und sie haben die Chance dazu, dürfen sie aber nicht nutzen, weil das Ende schon feststeht. Dann ist das Railroading. Aber immer noch nicht schlimm - so lange das nicht immer so weiter geht, denn dann wird's nun einmal irgendwann frustrierend. Warum sollte ich auch Held sein und die Welt retten wenn ich es offensichtlich nicht kann?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: carthoz am 27.11.2009 | 09:18
... wenn das mit der Handlung soviel zu tun hat wie das Herabstürzen eines Meteors auf die Welt, dann ist das kein Railroading, sondern liegt schlicht nicht im Einflussbereich der Spieler. Wenn sie natürlich ausziehen, um Borbarad zu vernichten, liegt die Sache anders.
Daher: Ohne Kontext kann man das nicht eindeutig sagen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: 1of3 am 27.11.2009 | 09:22
Wenn das vorher feststeht, und sich die Leute trotzdem willig an den Tisch setzen, kann es kein Railroading sein, denn sie wollten es so.

Wahrscheinlich wird man unter diesen Voraussetzungen sowieso an der genannten Handlung "vorbeispielen", etwa: "Wir können die Enstehung des dunklen Landes zwar nicht verhindern, aber lasst uns doch die Leute von diesem einen Dorf retten!"

Wenn die Spieler in gutem Glauben versucht haben, Borbarad aufzuhalten, aber keine Chance hatten, ja dann war es Railroading.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Hector am 27.11.2009 | 09:48
Nach der ursprünglichen Definition des Begriffs "Railroading" benötige ich für Railroading einen Spielleiter, der, entgegen den Wünschen der Spielgruppe, einem oder mehreren Spielern die Handlungsfreiheit über die Spielercharaktere nimmt und sie sich selbst anmaßt.

Insofern lässt die obige Beschreibung eines Ereignisses (ich nehme mal an aus einer Kaufkampagne für DSA) überhaupt keine Rückschlüsse darauf zu, ob Railroading vorliegt oder nicht. Es fehlen erhebliche Informationen über die oben fett hervorgehobenen Punkte.

P.S.: Ein Abenteuer oder Spielsystem kann per se gar kein Railroading sein, dazu bedarf es eines aktiven Spielleiters und mindestens eines Leidtragenden. Es kann allenfalls Railroadingverhalten fördern oder dazu animieren.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Sashael am 27.11.2009 | 10:03
Es ist ein DSA-Abenteuer. Muss man wirklich fragen, ob das Railroading ist?

[scnr] >;D
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: ChristophDolge am 27.11.2009 | 10:18
Ja. Der Ausgang der Szene ist vorher festgelegt, daher ist die ganze Szene nur Kammerspiel. Sofern es dabei nicht noch Nebenkonflikte zu bearbeiten gibt, könnte man auch direkt eine Cutscene daraus machen, sofern man nicht Charakterspiel betreiben will.

Es ist eigentlich eine Cutscene! Der eigentliche Konflikt tritt erst auf, als Borbele seine Zantim auf die Helden loslässt. Klar hätten die Abenteuerbastler Borbele und Rohal mit Werten versehen können, inklusive der Möglichkeit eines Heldensieges - aber so wie die beiden beschrieben sind, sprengen sie ohnehin jede aventurische Skala und wären keine Kontrahenten für die Helden gewesen - eben nur gegeneinander. Generell empfinde ich dieses Abenteuer allerdings auch als eines der miesesten der gesamten Kampagne, übertroffen nur noch von Bastrabuns Bann (die überarbeitete neue Version kenne ich nicht).

Viel interessanter finde ich eigentlich die Frage bei Rausch der Ewigkeit - das Abenteuer besitzt kein Konzept für einen Sieg Borbarads. Was passiert, wenn die Helden versagen - das wird mit keinem Wort erwähnt. Das zwingt den SL zu viel üblerem Railroading, da die Helden siegen müssen !!
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Teylen am 27.11.2009 | 10:21
"Nicht zwingend, denn..."
Es haengt davon ab ob es gegen die soz. Absprachen der Gruppe verstoesst.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Crimson King am 27.11.2009 | 10:28
Nicht zwingend. Es kommt darauf an, ob der Ausgang des Kampfes für die Charaktere von Bedeutung ist.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Tudor the Traveller am 27.11.2009 | 10:30
Ich habe mit "nein" gestimmt. Die Aussage selbst legt nur fest, dass etwas innerhalb der Kampagne auf jeden Fall passiert. Das ist so allgemein, dass es imho in den meisten Fällen kein RR sein wird, fenn dafür wäre das WIE mitentscheidend, das aber ja offen bleibt. Ich bin der Meinung, dass es Ereignisse gibt, die sich einfach nicht verhindern lassen (sollen). Wenn das entsprechend unterfüttert wird, sodass die SC im Rahmen ihrer zu erwartenden Macht am Ergebnis einfach nicht signifikant etwas ändern können, ist das imho kein RR.

Kurz gesagt: RR ist eine Strecke. Das Beispiel ist nur ein Punkt.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: oliof am 27.11.2009 | 10:35
An diesem einen Satz ist klar die Tendenz zu erkennen, daß die Spieler hier eingeschränkt werden sollen. Was ganz schlimm ist: Dem SL wird kein vernünftiges, sozialverträgliches Vorgehen in die Hand gelegt, das mit der Gruppe auszubaldowern.

Das ist Totalversagen auf Seite des Abenteuer-AutorsSchreiberlings.

Ich kenne die Szene nur zu gut. In der Erstauflage war die ganze Szene so dermaßen übel, daß kein typisches DSA-Kammerspiel, sondern mehr die Karambolage eines Güterzuges mit einem Interregio zur besten Berufsverkehrszeit.

Es handelt sich eigentlich um einen der zentralen Dreh- und Angelpunkte der Kampagne. Und am Ende ist Rohal doch nur ein McGuffin dem man hinterherrennt, aber eigentlich geht es darum, dass Borbarad doch noch mächtiger wird und hinterher einer der Spielercharaktere mit einem Nudelsieb auf dem Kopf rumrennt.

Das war vor einer Zeit, wo ich mich noch nicht mit der Forge oder irgendwelcher Rollenspieltheorie beschäftigt habe. Aber damals ist mein ansonsten exzellenter DSA-Spielleiter an der Gesamtszenerie schier verzweifelt. Und nach dem Abenteuer war ein gewisser Impetus da, die Kampagne an die Wand gefahren sein zu lassen, die Herr Römer da aufgezogen hat, und was anderes zu machen. Da unser exzellenter SL aber exzellent war, haben wir eine Woche Frust geschoben und dann weitergemacht. (Insofern ist die Szene/das Abenteuer schlimmer als Railroading, weil es nicht nur Spieler sondern auch den SL in seiner Gestaltungsfreiheit wie ein willfähriges Bondage-Opfer behandelt).

Im Übrigen wird durch diese Szene nicht nur die Handlungsfreiheit der Charaktere eingeschränkt (durch nur zu diesem Zwecke auftauchende, weil nach der Szene wieder verschwindende 100e Dämonen, die die Spieler einkreisen —Fliegen und Teleportation wurden auch ausgeschaltet), sondern die Unternehmungen der Charaktere in MEHREREN MONATEN SPIELWELTZEIT, die eigentlich eine epische Queste sondergleichen darstellten (eines der großen magischen Mysterien lösen: Rohal finden und aufwecken), komplett konterkariert.

Es wird also nicht nur verhindert, dass man in der gegebenen Situation etwas tut; der Inhalt mehrerer Spielsitzungen wird mit Stumpf und Stiel entwertet. Es gibt keine Möglichkeiten seitens der Spieler, das vorherzusehen oder zu verhindern.

Es gibt einen Grund, warum auch unter Hardcore-DSA-Fans das betreffende Abenteuer den Schandnamen "Römers Verbrechen" trägt.

Wenn ich die Wahl gehabt hätte zwischen Rohal befreien und versuchen, ihn vor den Fängen von Du-weißt-schon-wem zu retten und Rohal nicht retten und so verhindern, das Bobsi-Baby gewisse Möglichkeiten eröffnet werden und im ersten Fall dann ehrlich scheitere, weil die Gruppe schlecht vorbereitet und Hals über Kopf in sone epische Sache rennt, ja das wäre der Stoff für Legenden gewesen. Aber so? So ist das der Stoff für Internet-Rants mehr als 10 Jahre, nachdem ich diesen mutwilligen Auffahrunfall miterleben mußte

Ich hätte es auch stimmig gefunden, wenn die Gruppe Rohal eben nicht wiedererwecken kann sondern nur das magische Nudelsieb findet. Das wäre weniger ein Tritt ins Gesicht gewesen, sondern nur ein Faustschlag in die Magengrube. Aber dann hätte das Mysterium um Rohals Verschwinden weiter ein Mysterium bleiben können. Man hätte diese unsägliche Szene nicht gebraucht.

Das ganze Abenteuer gehört auf einen Sockel gestellt, in den SO NICHT eingraviert ist.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: oliof am 27.11.2009 | 10:38
Es ist eigentlich eine Cutscene! Der eigentliche Konflikt tritt erst auf, als Borbele seine Zantim auf die Helden loslässt. Klar hätten die Abenteuerbastler Borbele und Rohal mit Werten versehen können, inklusive der Möglichkeit eines Heldensieges - aber so wie die beiden beschrieben sind, sprengen sie ohnehin jede aventurische Skala und wären keine Kontrahenten für die Helden gewesen - eben nur gegeneinander. Generell empfinde ich dieses Abenteuer allerdings auch als eines der miesesten der gesamten Kampagne, übertroffen nur noch von Bastrabuns Bann (die überarbeitete neue Version kenne ich nicht).

Ja klar ist das eine Cut Scene. Aber auch das hätte man besser machen können. Gnaz ehrlich.

Zitat
Viel interessanter finde ich eigentlich die Frage bei Rausch der Ewigkeit - das Abenteuer besitzt kein Konzept für einen Sieg Borbarads. Was passiert, wenn die Helden versagen - das wird mit keinem Wort erwähnt. Das zwingt den SL zu viel üblerem Railroading, da die Helden siegen müssen !!

Oh, unser SL hat uns schon nahegelegt was passiert wenn die Helden scheitern. Das hätte Aventurien vernichtet.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: First Orko am 27.11.2009 | 10:45
Ohjeh...  ich sollte einfach nix mehr zu BigB-Kampagne lesen, bis wir sie denn mal gespielt haben ;) Naja wir wissen zumindest worauf wir uns da einlassen und gehen mit der entsprechenden Grundhaltung ran...

Nichtsdestotrotz würde ich die o.g. Szene in ihrem Kontext der gesamten Kampagne, die ja so ausgelegt ist, dass die Spieler genau das im Grunde verhindern sollen, ganz klare als Railroading kategorisieren.

Wenn es darum ginge, die Folgen seines Erscheinens abzumildern und Vorbereitung für einen Gegenschlag zu treffen um sich dann in einem folgenden Krieg o.ä. bessere Chancen zu erarbeiten... das würde ich dann noch eher gelten lassen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: ChristophDolge am 27.11.2009 | 10:47
Ja klar ist das eine Cut Scene. Aber auch das hätte man besser machen können. Gnaz ehrlich.
Zitat

Stimmt. Weglassen wäre ein erster Anfang gewesen ;)

Zitat
Oh, unser SL hat uns schon nahegelegt was passiert wenn die Helden scheitern. Das hätte Aventurien vernichtet.

Borbarad wollte nie vernichten, er wollte herrschen!
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Wolf Sturmklinge am 27.11.2009 | 10:51
Ja, sofern es sich auf ALLE Charaktere bezieht, also auch jene, die schon Götterstatus inner haben oder was weiß ich wasm an braucht um Borbarad auffe Schnauze zu hauen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Grey am 27.11.2009 | 10:52
"Nicht zwingend, denn..."

Wie schon mehrere hier aufgezeigt haben: es fehlen Infos zur Macht von Borbarad und Rohal.

Wenn Borbarad und Rohal zwei Normalsterbliche sind, die sich in die Haare kriegen, sollten die SCs auch eine Chance haben, was am Ausgang der Auseinandersetzung zu ändern.

Wenn Borbarad und Rohal zwei Halbgötter sind, entspricht ihre Auseinandersetzung einer Naturkatastrophe. Wäre die Aussage "Der Tornado verwüstet die Stadt in jedem Fall" (unter der Annahme von SCs mit normalen, menschlichen Fähigkeiten) Railroading?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Boba Fett am 27.11.2009 | 10:57
Wenn in dem Abenteuer nun gestanden hätte: "Die Spieler können die Tatsache, dass am nächsten Morgen ein Erdbeben stattfindet, dass große Teile der Stadt verwüstet. Das Erdbeben findet in jedem Fall statt."
...würde jeder davon ausgehen, dass die Spielercharaktere auf solche Naturereignisse keinen Einfluss haben.
Das wäre also kein Railroading, sondern lediglich eine Ereigniskette, die ausserhalb der Beeinflussungsmöglichkeiten der Spieler liegt.

Der eine oder andere könnte jetzt noch einwerfen "Wenn aber die Charaktere gottgleiche Macht hätten..." und irgendwelche Ausnahmen konstruieren.

In jeder Spielerunde haben Spieler und Spielleiter irgendwo eine Vorstellung von den Einflussmöglichkeiten die die Spielercharaktere besitzen. Das kann genau verhandelt worden sein, oft spricht man ja vom Gruppenvertrag, es kann aber auch nur eine vage Idee sein, oder die Abmachung "was der Spielleiter erlaubt, gilt". Oder so...

Railroading es es dann, wenn etwas durch eine getroffene Entscheidung (Spielleiter entscheidet, oder es steht halt so im Abenteuer drin, oder oder) ausserhalb der Beeinflussungsmöglichkeiten der Spielercharaktere gesetzt wird,
dass eigentlich (!) von den Spielercharakteren beeinflusst werden können sollte.

Genau da liegt die Schwierigkeit in der Entscheidung, wann etwas Railroading ist - denn da die Vorstellung, was sich im Einflussbereich der SCs befindet, sehr oft nur vage besteht, herrscht da eben sehr häufig Uneinigkeit.
Unterschiedliche Spielrunden werden da zu unterschiedlichen Vorstellungen kommen. Selbst in der einzelnen Gruppe, wo das der Vorstellung des einzelnen Spielers überlassen wurde, kann es zu unterschiedlichen Auffassungen kommen.

Bei der Frage: "Können die Spielercharaktere den Ausgang einer Konfrontation zweier äußerst mächtiger NSCs beeinflussen?" wird also die Gegenfrage laut: "Welchen Einfluss haben die Charaktere denn?" Was wurde vereinbart? Was stellt sich der einzelne vor? Was entscheidet der Spielleiter üblicherweise?
Wenn den Spielercharakteren früher schon andere ähnliche Einflussnahmen zugestanden wurde, werden die Spieler es sicherlich als Beeinträchtigung wahrnehmen, wenn sie da jetzt nichts am Ausgang des Konflikten ändern können.
Wenn die Charaktere als "kleine Lichter" unterwegs waren, die nur in den Schatten solcher großen Ereignisse ihre Erlebnisse gemacht haben, dann wird das als ähnlich "gottgegeben" wahrgenommen, wie eben auch die Tatsache, dass ein Erdbeben stattfindet und man das kaum verhindern kann.
Eine andere Frage wäre das sogenannte "Powerlevel" der Charaktere. Wieder eine andere wäre die unmittelbare Relevanz dieses Konfliktes - je wichtiger ein Ereignis für die Spielercharaktere ist, desto mehr sollte man ihnen auch eine Beeinflussungsmöglichkeit zugestehen.

Da liegen Vorstellungen einfach zu sehr auseinander, deswegen kann es nur ein "kommt drauf an" als Antwort geben.

Ich kann mir nur in einer Situation eine klare Antwort vorstellen:
Wenn dieser Konflikt essentieller Bestandteil des Abenteuerinhaltes darstellt (also Komponente dessen ist, was die SCs im Abenteuer als Aufgabe zu erledigen haben) dann sollte es auch beeinflussbar sein. Und dann wäre ein vorgeschriebener Ausgang eindeutig als Railroading zu bewerten.

Ansonsten halte ich den zu bewertenden Satz als gutes Beispiel für etwas, das man so (!) nicht in ein Abenteuer schreiben sollte.
Denn diese Aussage ist so unterschiedlich interpretierebar, dass es nach weiteren Erläuterungen schreit - oder nach der simplen Frage: Warum?
Denn wenn man nicht weiss, warum der Konflikt und sein Ausgang nicht beeinflussbar sein darf, kann man als Spielleiter nicht wissen, wie man auf Ideen und Wünsche von Spielern reagieren soll.
Dann bleibt nur blinder Gehorsam oder das Ignorieren des Passus oder die Hoffnung, dass der Spielverlauf diesbezüglich keine Anstrengungen erfordert - nur, wenn das der (geplante) Fall sein sollte, warum wird es dann explizit erwähnt? Es scheint ja doch wichtig zu sein.
Insofern also ein gutes Beispiel für ein schlechtes Beispiel.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joerg.D am 27.11.2009 | 11:03
Nicht zwingend, denn die Spieler müssen sich ja nicht in den Kampf einmischen, als werden in dem Fall ihre Interessen/Handlungen auch nicht entwertet. Railroading beginnt dann, wenn man es macht und nicht dann, wenn man es eventuell machen muss/soll.

Was passiert zum Beispiel, den Bs Gegner die Spieler bittet sich nicht einzumischen, da es eine Frage der Ehre und des Stolzes ist, dass er den Kampf alleine bestreitet?

Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Humpty Dumpty am 27.11.2009 | 11:05
Das hast Du sehr anschaulich und amüsant zusammengefasst, werter Herr oliof. Habe beim Lesen herzlich gelacht. Gerade diese Szene hatte ich herausgesucht, weil sich darin exakt mein Verständnis von Railroading widerspiegelt. Und das ist halt unabhängig vom "social contract".

Spannend finde ich, wie stark die Ansichten über ein doch eigentlich recht simples und weithin bemühtes Phänomen wie Railroading auseinandergehen. Ich hätte insgesamt mit einer größeren Homogenität der Antworten gerechnet. Stattdessen verteilt es sich zwischen Ja und den beiden Varianten von Nein doch ziemlich gut. Warten wir mal ab, was noch kommt.

Insgesamt bestärkt mich das in meinem Eindruck, dass Theorieentwicklung im Rollenspiel tatsächlich kaum möglich ist, wenn man seine Gedanken nicht konsequent nur der Diskussion in geschlossenen Zirkeln aussetzt. Die extrem heterogene Struktur der Beitragenden in Vorwissen, Anspruch, Hintergrund, Fähigkeit und Motivation gepaart mit einer enormen Durchmischung der Protagonisten ist auch mit viel Mühe nicht aufzufangen. Das scheint mir auch der Grund zu sein, weshalb die maßgeblichen Theorieentwickler sich periodisch verabschieden und der nächsten Generation die Klinke in die Hand drücken. Immerhin wird nach vielen Jahren der Diskussion mittlerweile irgendeine unscharfe Vorstellung von Railroading erstens als existent und zweitens als gewöhnlich nicht wünschenswert erkannt. Aber das ist ... wenig  :)


Kleine Anmerkung am Rande: In der neuen Edition erinnere ich mich an eine kurze Passage im Text, die ungefähr so lautet: "Nach dem Konflikt erkennt der Träger des ersten Mals, dass Borbarad nurmehr die astrale Kraft eines Normalsterblichen hat. In der Folge flieht Borbarad nicht, aber er zieht sich zurück. Die Spieler können diesen Rückzug nicht verhindern. Falls es Versuche der Gruppe gibt, die Flucht zu verhindern, bleiben diese zwecklos. Sagen Sie den Spielern mit einem verschmitzten Lächeln als SL einfach, Borbarad habe die Zeit manipuliert und sei verschwunden."

Wie gesagt: Für mich ist genau sowas eine Anleitung zum Railroading. Aber das scheinen eben nicht alle so zu sehen. Interessant.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Teylen am 27.11.2009 | 11:07
Ich finde nicht das es Railroading ist nur weil am Ende der Kampagne die ueberraschende Feststellung kommt das es eben doch nicht gereicht hat und nicht reichen konnte.
Ein Abenteuer muss doch nicht zwanghaft immer gut ausgehen koennen?

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Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Hector am 27.11.2009 | 11:09
Wie gesagt: Für mich ist genau sowas eine Anleitung zum Railroading. Aber das scheinen eben nicht alle so zu sehen. Interessant.

DAS hat glaube ich niemand bestritten. Es ist eine Anleitung, ja sogar eine Anstiftung zum railroading. Aber es kann kein Railroading sein. Railroaden kann nur der SL. Der Autor kann lediglich einen mehr oder weniger beschissenen Plot erschaffen und mit mehr oder weniger beschissenen Szenen und dämlichen Sprüchen füllen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joe Dizzy am 27.11.2009 | 11:14
Wie gesagt: Für mich ist genau sowas eine Anleitung zum Railroading. Aber das scheinen eben nicht alle so zu sehen. Interessant.

Für mich auch. Aber was in einem Buch steht und was am Tisch passiert, sind 2 Paar Schuhe.

Aber wir hatten ja schon festgehalten, dass du ja nicht wirklich verstehen willst, sondern nur Recht haben.

Darum, ja.. du hast Recht wir sind alle total bockig, und egoman und überhaupt und einfach nur zu eitel um die Wahrheit deiner Worte und Meinungen zu erkennen.

Bist du jetzt zufrieden?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Grey am 27.11.2009 | 11:15
Kleine Anmerkung am Rande: In der neuen Edition erinnere ich mich an eine kurze Passage im Text, die ungefähr so lautet: "Nach dem Konflikt erkennt der Träger des ersten Mals, dass Borbarad nurmehr die astrale Kraft eines Normalsterblichen hat. In der Folge flieht Borbarad nicht, aber er zieht sich zurück. Die Spieler können diesen Rückzug nicht verhindern. Falls es Versuche der Gruppe gibt, die Flucht zu verhindern, bleiben diese zwecklos. Sagen Sie den Spielern mit einem verschmitzten Lächeln als SL einfach, Borbarad habe die Zeit manipuliert und sei verschwunden."

Wie gesagt: Für mich ist genau sowas eine Anleitung zum Railroading. Aber das scheinen eben nicht alle so zu sehen. Interessant.
(Hervorhebungen von mir.)

Mit dieser Zusatzinformation würde ich sagen: wenn der SL es so durchzieht, dann ist es Railroading. (EDIT: gemäß der Definition "Einschränkung der Handlungsmöglichkeiten der Spieler unter Bruch der inneren Logik der Spielwelt".)
... oder kann bei DSA jeder Normalsterbliche die Zeit manipulieren? wtf?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Zwart am 27.11.2009 | 11:19
Zitat
oder kann bei DSA jeder Normalsterbliche die Zeit manipulieren?
Ja, jeder mit der astralen Kraft eines normalsterblichen Zauberers (und die ist hier sicher gemeint), also so 40-50 Astralpunkte, kann mit Kenntnis der richtigen Zauber, und es ist davon auszugehen das Borbarad diese kennt, die Zeit manipulieren.

Wow, ich hoffe dieser verschachtelte Satz ist verständlich.  ;D
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Humpty Dumpty am 27.11.2009 | 11:20
(Hervorhebungen von mir.)

Mit dieser Zusatzinformation würde ich sagen: wenn der SL es so durchzieht, dann ist es Railroading.
... oder kann bei DSA jeder Normalsterbliche die Zeit manipulieren? wtf?
Ja. Aber lass uns solche Detaildiskussionen bitte aus diesem Thread heraushalten, sondern die Situation nach dem Vorschlag von Friedensbringer konkretisieren:

Die Charaktere sind zugegen und könnten ein eingreifen. Dieses Eingreifen ist jedoch automatisch zum Scheitern verurteilt, weil das Ergebnis feststeht: Borbarad besiegt Rohal und entkommt im Anschluss.

Das ist die Situation. Und diesbezüglich lautet die Frage: Konstituiert das aus Eurer Sicht den Umstand des Railroading? Ja oder nein.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Zwart am 27.11.2009 | 11:26
Zitat
Aber lass uns solche Detaildiskussionen bitte aus diesem Thread heraushalten
Warum? Das ist wichtig und kein Detail. Das Ergebnis steht fest weil man nichts gegen eine Zeitmanipulation unternehmen kann. Es gibt nicht einmal die passenden antimagie Zaubersprüche ("Temporalmagie stören" o.ä.) bei DSA.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Humpty Dumpty am 27.11.2009 | 11:34
Warum? Das ist wichtig und kein Detail. Das Ergebnis steht fest weil man nichts gegen eine Zeitmanipulation unternehmen kann. Es gibt nicht einmal die passenden antimagie Zaubersprüche ("Temporalmagie stören" o.ä.) bei DSA.
Weil man vorher handeln oder sonstes passieren könnte. Wir würden uns da in Detaildiskussionen verbeißen, die das Thema des Threads nicht im Geringsten weiterbringen. Mich treibt die Frage um, ob Railroading zwingend einen Bruch des social contracts der Gruppe beinhalten muss. Deshalb hatte ich die Umfrage so und nicht anders gestellt und versuche, davon abweichende Fäden zu unterbinden, weil der Thread sonst ins Nirwana mäandert. Wenn Du diskutieren möchtest, ob man Borbarads Verschwinden im Rahmen der DSA-Regeln hätte unterbinden können, so würde ich die Frage spannend finden, jedoch gleichzeitig erbitten, das in einem anderen Thread zu klären.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Maarzan am 27.11.2009 | 11:35
Es ist zunächst einmal eine Verfahrensanweisung an den Spielleiter.
Eine nicht unerhebliche Zahl von Leuten haben damit ein Problem (ich auch). In solchen Runden wäre es dann Railroading.
Eine auch nicht gerade kleine Zahl von Leuten kann damit aber bewußt ganz gut leben.

Railroading wird es erst wenn:
> der Spielleiter dazu die Spielwelt/-regeln verbiegen muss. (wenn Borbel kraft seiner regulären regelkonformen Kräfte oder auch einfach nur durch einen glücklichen Wurf sich dem gut geplanten Spielerangriff entzieht, ist das halt Teil des Spiels.)
> und dem Spielleiter dieses Mittel nicht vorher zugestanden worden ist.
(Bei DSA könnte man von stillschweigender Duldung ausgehen, oder aber die generelle "goldene Regel" als sittenwidrig ansehen und eine explizite Regelung fordern. Das müssen DSA-Spieler unter sich ausmachen)
> die Spieler im Falle eines Falles mit Railroadingpotential auch ein Interesse daran haben eine andere Lösung zu fordern. Auch auf Spielerseite kann man es einfach mal laufen lassen. Der Knackpunkt kommt, - wie bei vielen anderen Spielstrukturen/-theorien auch - wenn zwei Interessen eben doch aufeinanderprallen.

Spieler müssen nicht gewinnen. Die Frage ist aus gamistischer Sicht: "War es fair", aus simulatorischer: "War das nennen wir es mal "autentisch".
Beides erscheint bei dem Beispiel sehr fraglich.

Bleiben nur die Story(nicht)spieler übrig und wenn die sich endlich ein eigenes Label suchen, ist die Rollenspieltheorie wieder sauber.
 ;D

Die Frage ist also nicht  "Ist es Railroading" sondern "Ist es Rollenspiel".
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Grey am 27.11.2009 | 11:43
Warum? Das ist wichtig und kein Detail.

Zustimm. Es trägt wesentlich zur Klärung der Frage bei: haben die SCs (gemäß der inneren Logik der Spielwelt) überhaupt die Möglichkeit, einzugreifen?

Da sie diese haben müßten ("Normalsterblicher", d.h. gleich verteiltes Fähigkeitenlevel auf beiden Seiten), handelt es sich im vorliegenden Fall ganz klar um einen Fall von Railroading.

@TAFKAKB: Daß diese Voraussetzung gegeben war, ging für mich, der ich die Borbarad-Kampagne nicht kenne, aber nicht eindeutig aus deiner (Um-)Fragestellung hervor.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Hector am 27.11.2009 | 11:47
... Das ist die Situation. Und diesbezüglich lautet die Frage: Konstituiert das aus Eurer Sicht den Umstand des Railroading? Ja oder nein.

Nein, es zeigt nur, dass im vorliegenden Abenteuer eine sehr eng geschnürte Plotlinie vorhanden ist, die sowohl den Spielleiter als auch die Spieler erheblich hinsichtlich der Einflussnahme auf die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Kampf zwischen den besagten NSC einschränkt.

Railroading kann es werden, wenn die Spieler zuvor den Spielleiter gebeten haben, ihren Charakteren, nötigenfalls unter Änderung der durch das Abenteuermodul vorgegebenen Plotlinie(n) jegliche vorstellbare Handlungs- und Einflussnahmemöglichkeit zu gewähren, dieser sich aber über diese Wünsche hinwegsetzt und trotzdem exakt nach Vorgabe spielleitert.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Humpty Dumpty am 27.11.2009 | 11:51
In den Beiträgen von Grey und Großkomtur offenbart sich übrigens wunderbar das unterschiedliche Verständnis. Wie gesagt: ich hätte gedacht, dass mehr Leute hier die Position von Grey (der ich mich anschließe) teilen und dass Großkomturs Verständnis (das beispielsweise auch Georgios teilt) eine Minderheitenmeinung darstellt. So kann man sich irren  ;)

Für mich auch. Aber was in einem Buch steht und was am Tisch passiert, sind 2 Paar Schuhe.

Aber wir hatten ja schon festgehalten, dass du ja nicht wirklich verstehen willst, sondern nur Recht haben.

Darum, ja.. du hast Recht wir sind alle total bockig, und egoman und überhaupt und einfach nur zu eitel um die Wahrheit deiner Worte und Meinungen zu erkennen.

Bist du jetzt zufrieden?
Was ist Dein Problem? Ich will keinesfalls nur Recht haben, sondern gebe gerne und freimütig zu, mit einer anderen Verteilung der Antworten gerechnet zu haben. Kurzum: Ich habe mich da sehr deutlich geirrt. Es ist ansonsten auch vollkommen okay, eine andere Meinung zu vertreten und zu begründen. Ich habe Deine Position verstanden und akzeptiere, dass Du eine abweichende Vorstellung hast. In Ordnung. Wo ist Dein Problem?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: oliof am 27.11.2009 | 12:06
Borbarad wollte nie vernichten, er wollte herrschen!

Aventurien "wie wir es kennen".
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: oliof am 27.11.2009 | 12:07
Ja, sofern es sich auf ALLE Charaktere bezieht, also auch jene, die schon Götterstatus inner haben oder was weiß ich wasm an braucht um Borbarad auffe Schnauze zu hauen.

Naja, vielleicht geht es ja nicht darum, Borbarad umzubringen, sondern nur seinen diabolischen Plan zu durchkreuzen. Da gibts ja noch mehr Möglichkeiten als "auffe Schnauze zu hauen".
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joe Dizzy am 27.11.2009 | 12:08
Das hier wirkte auf mich ein wenig zickig.

Zitat
Insgesamt bestärkt mich das in meinem Eindruck, dass Theorieentwicklung im Rollenspiel tatsächlich kaum möglich ist, wenn man seine Gedanken nicht konsequent nur der Diskussion in geschlossenen Zirkeln aussetzt. Die extrem heterogene Struktur der Beitragenden in Vorwissen, Anspruch, Hintergrund, Fähigkeit und Motivation gepaart mit einer enormen Durchmischung der Protagonisten ist auch mit viel Mühe nicht aufzufangen. Das scheint mir auch der Grund zu sein, weshalb die maßgeblichen Theorieentwickler sich periodisch verabschieden und der nächsten Generation die Klinke in die Hand drücken. Immerhin wird nach vielen Jahren der Diskussion mittlerweile irgendeine unscharfe Vorstellung von Railroading erstens als existent und zweitens als gewöhnlich nicht wünschenswert erkannt. Aber das ist ... wenig

Und sowas frustriert mich halt sehr, weil ich es nicht sonderlich fair gegenüber den Leuten finde, die sich die Mühe gemacht haben sich mit dir darüber zu unterhalten und ihre Überlegungen und Ansichten versucht haben dir darzulegen. Gerade wenn du darauf pochst, dass es doch "falsch" ist oder "keinen Sinn macht" oder so... entsteht eben der Eindruck dass du hier Meinungen bilden willst.

Wie dem auch sei. Das Thema und der Unmut ist mittlerweile ja abgeflaut.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Maarzan am 27.11.2009 | 12:11
In den Beiträgen von Grey und Großkomtur offenbart sich übrigens wunderbar das unterschiedliche Verständnis. Wie gesagt: ich hätte gedacht, dass mehr Leute hier die Position von Grey (der ich mich anschließe) teilen und dass Großkomturs Verständnis (das beispielsweise auch Georgios teilt) eine Minderheitenmeinung darstellt. So kann man sich irren  ;)

Die Vermutung über die Verteilung kommt wohl aus der fehlenden Differenzierung zwischen den persönlichen Präferenzen und der globalen Ansicht.
Großkomtur etc. sagen ja nicht dass das kein Railroading sein kann, sondern nur, dass es keins sein muss.
An meinem und vermutlich auch ihrem Spieltisch wäre es Railroading. Aber man muss - auch wenn man es selbst nicht mag - doch so offen sein und feststellen, dass es nicht an allen Tischen so zugeht, wie man es sich für zu Hause persönlich wünscht und dazu gehören eben auch zu einem erheblichen Maße DSA-Runden.

Eine Umfrage wäre das bei euch in den Runden Railroading würde ganz anders aussehen denke ich..
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Crimson King am 27.11.2009 | 12:18
Ich sehe ein Problem in der ursprünglichen Fragestellung. Wenn in Maraskan ein Sack Reis umfällt, können die Spieler das auch nicht beeinflussen. Railroading?

Die Frage lässt offen, in wie weit das beschriebene Ereignis Teil des Plots ist und welche Konsequenzen sich für die Spielercharaktere ergeben, wenn sie den Ausgang des Konflikts beeinflussen können.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Humpty Dumpty am 27.11.2009 | 12:27
Wie dem auch sei. Das Thema und der Unmut ist mittlerweile ja abgeflaut.
Gut, ich bin auch nicht mehr böse  ;)

Die Aussage war übrigens keineswegs zickig gemeint. Vielmehr fand ich es echt erstaunlich, dass beispielsweise ein Begriff wie Railroading nur so unzureichend diffundiert ist - an einem Ort wie dem Tanelorn wohlgemerkt, der sich doch tendentiell dadurch auszeichnet, dass sich die Leute sehr stark mit den Themen beschäftigen.

@ Marzaan: Ich hatte meine Intention zum Starten der Umfrage bislang nur unzureichend offengelegt. Insofern kannst Du mich nicht verstehen. Ursprünglich hatte ich wissen wollen, ob beim Railroading zwingend ein Gruppenvertrag verletzt sein muss. Aus meiner Sicht liegt Railroading bereits dann vor, wenn die Handlungsoptionen eines Spielers künstlich und absichtlich verengt werden. Das ist aus meiner Sicht auch dann noch Railroading, wenn die Gruppe analog der meisten DSA-Runden Railroading explizit als Teil des Spieles akzeptiert. Das sehen aber einige Leute, Du offensichtlich eingeschlossen, anders. Und genau diese Verteilung wollte ich ergründen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Zwart am 27.11.2009 | 12:32
Zitat
Aus meiner Sicht liegt Railroading bereits dann vor, wenn die Handlungsoptionen eines Spielers künstlich und absichtlich verengt werden.
Nach dieser Ansicht wären sogar Charakterwerte eine Art von Railroading. ;)

Aber wie kann der Gruppenvertrag können gemeinsame Absprechen durch Railroading verletzt werden, wenn diese Technik im Gruppenvertrag in der Gruppe akzeptiert wird?
Es ist ganz natürlich das viele Leute das anders sehen, weil es unlogisch ist. Denn es gibt keine höhrere Instanz während des Rollenspiels als den Gruppenvertrag die gemeinsamen Absprachen.

EDIT: Georgios hat mMn Recht. Missverständliche Begriffe korrigiert.





Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Humpty Dumpty am 27.11.2009 | 12:38
Nach dieser Ansicht wären sogar Charakterwerte eine Art von Railroading. ;)

Aber wie kann der Gruppenvertrag durch Railroading verletzt werden, wenn diese Technik im Gruppenvertrag akzeptiert wird?
Es ist ganz natürlich das viele Leute das anders sehen, weil es unlogisch ist.

Gruppenvertrag:
"So, Leute. Wir spielen die Borbaradkampagne und damit Ihr ein cooles Finale erlebt, muss ich Euch manchmal ein bisschen in eine bestimmte Richtung treten. Hoffe, das ist für Euch in Ordnung. Wenns Euch zu viel wird, meldet Euch einfach."

Nun geht das Spiel los und Rohal kämpft gegen Borbel und im Verlauf Kampfes bzw. in dessen Anschluss beschneidet der SL ein paar Entscheidungen der SL. Ich würde unabhängig vom Gruppenvertrag solch ein Phänomen als Railroading begreifen. Man kann aber auch sagen, dass Railroading nur dann vorliegt, wenn der Gruppenvertrag gebrochen wird. Mehr will ich eigentlich gar nicht wissen. Natürlich ist Railroading ansonsten nicht unbedingt ein dichotomes Merkmal und lässt sich zudem nur sehr schlecht in der Außenansicht beurteilen. Deshalb kommen ja viele Railroadinghasser auch immer mit irgendwelchen sittlichen Argumentationen. Es ist eine der grundlegenden Fragen in der Herangehensweise an Rollenspiele.

EDIT: @ Zwart: Es gibt kein richtig und falsch, Recht und Unrecht in dieser Frage, denn es geht um eine Definition. Es geht stattdessen um zweckmäßig und unzweckmäßig. Und da kann man wie gesagt durchaus geteilter Meinung sein. Ein Argument, das bei meiner intuitiven Definition sicherlich wegfällt, ist das der Gewohnheit. Denn offenkundig teilen sich die Leute ziemlich gleichmäßig auf beide Ansätz auf.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Grey am 27.11.2009 | 12:45
Ich finde nicht das es Railroading ist nur weil am Ende der Kampagne die ueberraschende Feststellung kommt das es eben doch nicht gereicht hat und nicht reichen konnte.
Ein Abenteuer muss doch nicht zwanghaft immer gut ausgehen koennen?

Müssen muß gar nichts. Ist ja nur ein Spiel. ;)

Wenn meine Aktionen als Spieler auf den Ausgang hinterher gar keinen Einfluß haben, wäre ich aber doch ziemlich angepisst. (Korrigiere: ich war in entsprechenden Situationen schon ziemlich angepisst.) Wenn du Spaß daran hast, im Rollenspiel die Vergeblichkeit deines Tuns und Daseins auszuleben, wäre ich der letzte, der dir das nehmen will. Für mich persönlich ziehe ich es aber vor, Sachen zu spielen, die mich nicht an meine Arbeit erinnern. ;D
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joerg.D am 27.11.2009 | 12:55
Was lernen wir daraus?

Packe keinen Metaplot in Abenteuer.

Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: ErikErikson am 27.11.2009 | 12:56
Ich muss Crimso King hier voll zustimmen, falls der Kampf Borbarad Rohal keine Eingreifmöglichkeiten bietet, das ist die fehlende Beeinflussung auch kein RR. Dann wäre dieser Kampf etwa Flavor bzw. Hintergrund, wobei der SL gut daran tut, das deutlich zu kennzeichnen.

Zu Borbarad: In DSA wie es die Publikationen heutzutage verstehen, (nicht damals als die Kampagne rauskam) sind die Helden ziemliche Versager, verglichen etwa mit D&D Helden. Es ist verdammt schwer, sie als etwas mehr als eben herausragende Persönlichkeiten zu sehn. Wenn dieser Haufen einen Halbgott wie Borbarad ernsthaft schädigt, selbst nur als Zünglein an der Waage, find ich dass ebbes dämlich und unglaubwürdig. Ich denke das ist ein Konflikt, weil sich das Machtlevel der Helden runtergeschraubt hat, während die Kampagne gleichgeblieben ist.

So muss man bei der Borbikampagne, mit neuen Publikationen gespielt, einen Tode sterben, entweder die Helden ham keinen Einfluss, oder dieser Einfluss ist unglaubwürdig.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Teylen am 27.11.2009 | 13:03
Was lernen wir daraus?

Packe keinen Metaplot in Abenteuer.
Es gibt Leute denen das gefaellt.
(DSA'ler, oWoD'ler und sowas)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: SeelenJägerTee am 27.11.2009 | 13:05
Ich bin weder DSA'ler noch oWoD'ler oder so was und ich wäre trotzdem nicht per se gegen Metaplot im AbT.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Humpty Dumpty am 27.11.2009 | 13:05
Was lernen wir daraus?

Packe keinen Metaplot in Abenteuer.
Ja, und eben das ist halt schwierig, wenn man eine Kampagne publiziert. Dann müssen bestimmte Bedingungen in Band 3 erfüllt sein, sonst funktioniert das Ding einfach nicht mehr. Insofern bleibt Railroading bei Kaufkampagnen kaum aus. Es gibt ein paar Beispiele, wo das gut gemacht wurde (z.B. Enemy Within) oder sogar bestechend gut (z.B. innerhalb von Enemy Within bei der MIddendorfgeschichte). Aber das sind aus offensichtlichen Gründen sehr seltene Perlen.

Es gibt Leute denen das gefaellt.
(DSA'ler, oWoD'ler und sowas)
Das bezweifle ich. Es gibt nach meinem Eindruck keinen Spieler auf dieser Welt, der (sogar definitionsunabhängig!) Railroading gut findet. Aber da viele Leute einen Zusammenhang sehen zwischen einem gewissen Grad an Railroading in den Abenteuern und einer spannenden Entwicklung des Metaplots, gibt es eine gewisse Bereitschaft für Zugeständnisse.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Hector am 27.11.2009 | 13:09
Meiner Meinung nach liegen das Ausufern solcher Diskussionen sowie die inflationäre Verwendung von täglich schwammiger werdenden Begriffen wie „Railroading“ oder „Spielleiterwillkür“ an einem schleichenden Erstarken einer Fraktion von Rollenspielern, denen jegliche auch nur im Ansatz erkennbare Autorität des Spielleiters ein absoluter Dorn im Auge ist und die sich auf einem Kreuzzug für die geknechtete und geistig entmündigte Spielerschaft befinden, die zwingend vom Joch der Unterdrückung durch die satanischen Werkzeuge der Finsternis befreit werden muss, ob sie es nun will oder nicht. Für diese Ritter der Gerechtigkeit ist es undenkbar, dass jemand unter der Autorität eines Spielleiters (widerlich allein schon der Begriff, wie kann er sich anmaßen, das Spiel leiten zu wollen? Alle Macht geht vom Spielervolk aus, nieder mit den Bonzen!) Spaß haben kann. Der Widersacher spielt allein zu seinem eigenen Vergnügen, um seine imperialistischen Machtansprüche gegenüber der entrechteten Spielerkaste durchzudrücken.
Und es gibt genug Werkzeuge, mit deren Hilfe der alte Feind seine Willkür unters Volk streuen kann, allen voran Old-School-Systeme, welche die „Goldenen Regel“, eine geheimnisvolle Zauberformel zur Durchsetzung des illegitimen Herrschaftsanspruchs, propagieren. Und am schändlichsten unter ihnen ist Das Schwarze Auge, das als erstes Rollenspielsystem dem „Meister“ (noch schlimmer als Spielleiter, wir haben hier auf der einen Seite den sadistischen Meister und auf der anderen Seite des Spielleiterschirms seine devoten Sklaven) eine Maske an die Hand gab, um seine diabolischen Ränke besser verbergen zu können.

Genug der Ironie. Solche Debatten führen zu nichts. Lasst die Leute spielen, wie sie wollen. Falls ihr Euch dazu berufen fühlt, gebt in freundlicher Weise ein paar Anregungen, damit sie auch mal über ihren Tellerrand hinaus in Eure Suppenschüssel blicken können, aber vermeidet den Einsatz von Kampfbegriffen und Totschlagargumenten, denn das hier ist nicht die Oktoberrevolution. Es gibt Leute, glaubt es oder nicht, die sich gerne ab und zu im Stuhl zurücklehnen, das Gehirn verschnaufen lassen und dem lieben alten Erzählonkel, der auch gerne mal seine Würfe verdeckt machen darf, zuhören. Und die ihm Autorität über den Handlungsrahmen  zugestehen, weil sie wissen – oder hoffen – dass er in der Lage ist, ihnen auch ohne 180% Player Empowerment einen angenehmen und vielleicht sogar unvergesslichen Abend zu bescheren. Und solche Leute hören es mitunter nicht allzu gerne, wenn man ihre Spielleiter, Meister, Moderatoren oder eben Erzählonkel als garstige Willkürmaschinen und Diener der Finsternis tituliert und dazu irgendwelche schäbig klingenden Fremdworte benutzt.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Crimson King am 27.11.2009 | 13:11
Das bezweifle ich. Es gibt nach meinem Eindruck keinen Spieler auf dieser Welt, der (sogar definitionsunabhängig!) Railroading gut findet.

Auf Basis der von dir und mir vertretenen Definition ist dein Eindruck dann wohl falsch. Ich kenne Spieler, die sich gerne vom SL durch eine Story führen lassen. Offenes Railroading dürften tatsächlich die wenigsten toll finden. Mit verdecktem Railroading bzw. Illusionismus sieht das schon anders aus.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Humpty Dumpty am 27.11.2009 | 13:18
Auf Basis der von dir und mir vertretenen Definition ist dein Eindruck dann wohl falsch. Ich kenne Spieler, die sich gerne vom SL durch eine Story führen lassen. Offenes Railroading dürften tatsächlich die wenigsten toll finden. Mit verdecktem Railroading bzw. Illusionismus sieht das schon anders aus.
Meinst Du wirklich? Vielleicht ist da was dran und ich täusche mich. Das würde sich ja zudem mit dem Berieseln-Lassen von Großkomtur decken. Ergibt Sinn. Die Leute haben nach einem stressigen Tag einfach ein bisschen Bespaßung, können ab und zu was machen und sind ansonsten im Kino. Gibt Schlimmeres, würde ich sagen. Wichtig ist dabei dann, dass nicht zu viele Entscheidungen beschnitten werden, aber das kann man dann partizipativ schon in den Griff bekommen. Okay, bin überzeugt, ziehe meine geäußerten Zweifel hiermit zurück und behaupte fortan das Gegenteil  :D
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Teylen am 27.11.2009 | 13:24
Es gibt nach meinem Eindruck keinen Spieler auf dieser Welt, der (sogar definitionsunabhängig!) Railroading gut findet.
Es gibt, nach meinem Eindruck, sogar Spieler die explizit Elemente aus dem Metaplot nachspielen wollen . In der ganzen RR-Konsequenz.
Als Beispiel in der oWoD bei V:DA/V:tM gibt es nach den Giovanni Chroniclen, Giovanni wie bei V:tM - egal was die Spieler tun, und die meisten finden's gut so.

Ich persoenlich erwarte auch von dem Spielleiter das er in dem Sinne railroadet als das einige Geschichtselemente einfach faktisch gegeben werden und einige Dinge passieren egal was der Char macht.
Ohne das funktioniert imho ein Abenteuer respektive Rollenspiel nicht.
Ein Plot definiert sich doch schon dadurch das einige Dinge in dem Plot geschehen werden. Ich bin kein grosser Fan all zu starken Player Empowerments.


(Und imho hat es auch nicht etwas mit berieseln lassen zu tun)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joerg.D am 27.11.2009 | 13:30
Weiß nicht, ich sehe z.B in einer Vampire Runde wo ich letztens war, dass die Spieler mit dem Ergebnis des Railroadenden SL sehr zufrieden sind. Da ist nur meine persönliche Abneigung gegen so etwas ausschlaggebend, nicht in der Runde mitzuspielen.

Es gibt nun einmal Ereignisse, die sind zu groß, um sie zu beeinflussen.

Meine bald startende Alias/Bourne Runde wird am Anfang auch hart geskriptet werden. Bis hin zum Railroading um bestimmte Schlüsselereignisse geschehen zu lassen. Wenn der Fokus auf der Geschichte liegt, dann muss man manchmal in den saueren Apfel der Steuerung beißen. Später wenn die Spieler richtig mächtig sind, werden sie die Welt in ihren Grundfesten erschüttern können.

Etwas per se als schlecht zu erklären, heißt sich selber Optionen zu nehmen.

Ich habe im Finale meiner Ritter von Warwark Runde gesehen, was ich verschenkt habe, weil ich überhaupt nicht auf die mögliche "besste" Geschichte eingegangen bin. Das Ende war aufgrund mangelnden Interesses von Seiten meiner Spieler eher mau und nicht der epische Ausklang, wie zum Beispiel bei meiner Freeport Runde, wo ich stärker an der Geschichte gearbeitet/sie manipuliert habe.

Die Lehre aus dem mauen Finale ist für mich, dass ich bei den Höhepunkten wieder stärker manipulierend eingreifen werde, obwohl die Spieler auf jeden Fall einen Einfluss auf den Ausgang der Geschichte haben.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: SeelenJägerTee am 27.11.2009 | 13:30
Zitat
Als Beispiel in der oWoD bei V:DA/V:tM gibt es nach den Giovanni Chroniclen, Giovanni wie bei V:tM - [...]
WTF?
Was ist das für ein Satz?
Ich verstehe da - gar nix.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Teylen am 27.11.2009 | 13:37
WTF?
Was ist das für ein Satz?
Ich verstehe da - gar nix.
Als Beispiel in der alten World of Darkness (System) bei Vampire Der Alten Welt (Mittelalter Setting mit Vampiren) / Vampire Die Maskerade (Neuzeit Setting mit Vampiren) gibt es nach den Giovanni Chroniclen (Abenteuer zu dem Vampire Clan Giovanni), Giovanni (Den Vampire Clan) wie bei Vampire Die Maskerade - [...]

Das heisst man spielt im Grunde nach wie ein Clan [Quasi Rasse] der im Grundregelwerk der Neuzeit beschrieben ist entstand. Am Ende des Abenteuers muss der Clan in etwa so entstanden sein wie er nunmal ist oder aber man kippt den kompletten Metaplot. Letzteres gefaellt den Spielern in der Regel nicht / wird nicht als das Ziel gesehen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Humpty Dumpty am 27.11.2009 | 13:38
Weiß nicht, ich sehe z.B in einer Vampire Runde wo ich letztens war, dass die Spieler mit dem Ergebnis des Railroadenden SL sehr zufrieden sind. Da ist nur meine persönliche Abneigung gegen so etwas ausschlaggebend, nicht in der Runde mitzuspielen.

Es gibt nun einmal Ereignisse, die sind zu groß, um sie zu beeinflussen.

Meine bald startende Alias/Bourne Runde wird am Anfang auch hart geskriptet werden. Bis hin zum Railroading um bestimmte Schlüsselereignisse geschehen zu lassen. Wenn der Fokus auf der Geschichte liegt, dann muss man manchmal in den saueren Apfel der Steuerung beißen. Später wenn die Spieler richtig mächtig sind, werden sie die Welt in ihren Grundfesten erschüttern können.

Etwas per se als schlecht zu erklären, heißt sich selber Optionen zu nehmen.

Ich habe im Finale meiner Ritter von Warwark Runde gesehen, was ich verschenkt habe, weil ich überhaupt nicht auf die mögliche "besste" Geschichte eingegangen bin. Das Ende war aufgrund mangelnden Interesses von Seiten meiner Spieler eher mau und nicht der epische Ausklang, wie zum Beispiel bei meiner Freeport Runde, wo ich stärker an der Geschichte gearbeitet/sie manipuliert habe.

Die Lehre aus dem mauen Finale ist für mich, dass ich bei den Höhepunkten wieder stärker manipulierend eingreifen werde, obwohl die Spieler auf jeden Fall einen Einfluss auf den Ausgang der Geschichte haben.
So sehe ich das auch und habe sehr ähnliche Konsequenzen gezogen. Deshalb finde ich es übrigens auch bescheuert, wenn Railroading krampfhaft zu einem politischen Kampfbegriff gemacht wird, dessen Negativkonnotation über das Brechen von Gruppenverträgen bereits in die Definition mit einfließt. So ein Quatsch.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Teylen am 27.11.2009 | 13:40
Die Frage ist nur ob man es dann noch Railroading nennen muss.
Weil das ist doch bei sogut wie wirklich jeder Runde mehr oder weniger gegeben und wuerde den Begriff sinnlos werden lassen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joe Dizzy am 27.11.2009 | 13:43
Treffender wäre in den Fällen eh SL-Entscheidung. Womit man dann auch einen unverständlichen Fremdbegriff weniger im Gespräch.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Humpty Dumpty am 27.11.2009 | 13:47
Treffender wäre in den Fällen eh SL-Entscheidung. Womit man dann auch einen unverständlichen Fremdbegriff weniger im Gespräch.
Da stimme ich zu. Allerdings hat sich der Begriff des Railroading derartig in den Köpfen (zudem mit offensichtlich vollkommen unterschiedlichen Inhalten) verankert, dass mir eine Änderung, so angebracht und sinnvoll das auch sein mag, nicht realistisch erscheint.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joe Dizzy am 27.11.2009 | 13:49
Es zwingt dich doch niemand diesen Begriff zu benutzen? Warum sollte eine Vermeidung unrealistisch sein? Beschreib doch die Sachen so wie du sie meinst, statt dich bei so einem Treibsand-begriff zu bedienen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Tudor the Traveller am 27.11.2009 | 13:56
Was mich an diesem Faden stört, ist, dass einige nicht von der gestellten Frage ausgehen, sondern ihre Kenntnis der ganzen Szene + Hintergründe zur Bewertung mit einbringen. Das ist m.E. nicht zulässig. Die Frage lautete nicht ist der Plot RR?. Es ging allein darum, ob ein einzelnes Ereignis im End-Ergebnis feststehen darf. Dieses End-Ergebnis war hier nur grob qualitativ angegeben (B. gewinnt). Das ist ein plotmäßiges Nadelöhr, durch das die Story muss, aber wie die Story bis dahin abläuft, lässt die Fragestellung völlig offen, (unabhängig vom Abenteuerband).
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Boba Fett am 27.11.2009 | 14:08
Was mich an diesem Faden stört, ist, dass einige nicht von der gestellten Frage ausgehen, sondern ihre Kenntnis der ganzen Szene + Hintergründe zur Bewertung mit einbringen.

mich auch!
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joerg.D am 27.11.2009 | 14:09
Dann schreibt die Leute doch gezielt an, statt es allgemein in den Raum zu werfen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: sir_paul am 27.11.2009 | 14:12
Nich stört eher das man die Anfangsfrage ohne Kenntnisser der Kampagne / des Abenteuers gar nicht ordendlich beantworten kann!
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: DasTaschentuch am 27.11.2009 | 14:17
Nein....

Auch wenn wahrscheinlich niemand jetzt meine Begründung verstehen wird.
Wenn ich DSA spiele,dann um die offiziellen DSA Abenteuer zu spielen. Soweit sogut (oder in vielen Fällen schlecht).
Ich spiel z.B. einen Kämpfer. ich will einen feuerball werfen-geht nicht. Es geht nicht,weil laut Regelwerk das mein Kämpfer nicht kann. Mein Kämpfer kann auch nicht fliegen oder violette hautfarbe haben. So sind nunmal die Spielelemente des Systems. Und zu diesen reglen/Spielelementen gehören für mich die Abenteuer dazu. Die Abenteuer sind in gewisser Hinsicht eine Fortsezung des regelwerks. Wenn im Abenteuer steht "Borbarad entkommt und die Spieler können nix dadegen amchen" ist das genauso für mich ein Regelmechanismus wie "ein Kämpfer kann keinen Feuerball werfen".
Wenn ich ein Abenteuer mitspiele,dann muß ich eben mitspielen,auch im Sinne eines Spiels mit Reglen.
Andere hier nenen das geskriptet,nettes Wort gefällt mir. (Wenn ich in einem Computerspiel Zwischensequenzen anschau wird das ja auch nicht als RR bezeichnet).
Daß Borbarad nicht an Stelle X steben kann ist ebenso Teil des Abenteuers wie "der Wirt hat rote Haare" oder "der Raum ist 4m *3m groß". Es ist Teil der Metaebene und damit kein RR für mich.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: sir_paul am 27.11.2009 | 14:23
Könntest du mir dann mal ein Beispiel für RR geben was für dich valide ist?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Tudor the Traveller am 27.11.2009 | 14:23
Nich stört eher das man die Anfangsfrage ohne Kenntnisser der Kampagne / des Abenteuers gar nicht ordendlich beantworten kann!

Doch kann man. Allgemeiner formuliert, lautet die Frage einfach nur: "Ereignis X wird auf jeden Fall eintreten = RR?"
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Boba Fett am 27.11.2009 | 14:28
Nich stört eher das man die Anfangsfrage ohne Kenntnisser der Kampagne / des Abenteuers gar nicht ordendlich beantworten kann!

doch kann man. Siehst Du: Hier! (http://tanelorn.net/index.php/topic,51497.msg1010808.html#msg1010808)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: sir_paul am 27.11.2009 | 14:29
[goldwage]
Zum einen lautet die Frage nicht

Doch kann man. Allgemeiner formuliert, lautet die Frage einfach nur: "Ereignis X wird auf jeden Fall eintreten = RR?"

sondern: Doch kann man. Allgemeiner formuliert, lautet die Frage einfach nur: "Ereignis X wird in einem Abenteuer auf jeden Fall eintreten = Aufforderung zum Railroaden."
[/goldwage]

Und auch um diese Frage fundiert zu beantworten fehlen (mir Persöhnlich) die Rahmenbedingungen (Abenteuerkenntniss).
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: sir_paul am 27.11.2009 | 14:32
doch kann man. Siehst Du: Hier! (http://tanelorn.net/index.php/topic,51497.msg1010808.html#msg1010808)

Ach Boba, aber dein ganzes wenn und aber würde sich (für mich) erledigen wenn ich das Abenteuer kennen würde.

Du gibst in deinem Beitrag auch keine Antwort auf die Frage sondern nur eine Begründung warum man sie nicht beantworten kann. Mit Abenteuerkenntniss kann man da glaube ich handfestere Aussagen treffen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: DasTaschentuch am 27.11.2009 | 14:32
Könntest du mir dann mal ein Beispiel für RR geben was für dich valide ist?

Der springende Punkt in dem Beispiel für mich ist einfach,daß man ein (berühmtes) Kaufabenteuer spielt. Wenn ich sag "Bitte,bitte,leite für uns die Borbaraskampanie" dann will ich den Plot auch spielen und akzeptier was im Abenteuerbuch drinne steht. Indem ich mitspiele geb ich quasi freiwillig einiges der handlungsfreiheit meines Charakters auf. Deswegen darf ich mich dann auch nicht beschweren,wenn es Stellen gibt wo ich nur Zuschauer bin.

Beispiel mit RR für dich:
M(eister): Vor euch erscheint ein Drache!
S(pieler)1: Was wo kommt der denn her?
M: Hab mir gestern das Drachenregelwerk gekauft,habs die ganze Nacht gelesen,so jetzt würfelt mal *hehe*
S1: Ich renn weg!
S2: Ich mach mich unsichtbar!
S3: ich versteck mich!
M: Nix da,es wird jetzt gekämpft!
S1: Aber ich dachte wir sollen Borbarad ver..
M: Ruhe! Ich hab gestern 2 Stunden an diesem Drachen gebastelt, jetzt wird gekämpft und basta.

Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: sir_paul am 27.11.2009 | 14:36
Deine Unterscheidung liegt also darin ob sich der Meister selber ein wenig vorbereitet und einen Drachen eingebaut hat oder ob er sich stur an den Abenteuerband hält.

Interessant.

Selber vorbereiten und überraschungen bieten = RR, Stur ans Abenteuer halten = kein RR.

Tut mir leid, das ist absolut nicht mein Ding  ;)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: DasTaschentuch am 27.11.2009 | 14:48

Selber vorbereiten und überraschungen bieten = RR, Stur ans Abenteuer halten = kein RR.

Tut mir leid, das ist absolut nicht mein Ding  ;)

Deswegen hatt ich im anderen Thread ja rumgefragt was RR ist,weil es viele unterschiedliche "Definitionen" des Begriffs gibt.
Ich gib hier nur meine Meinung wieder. Wenn alle anderer Meinung sind kann ich damit leben :-)
Nebenbei kann ich absolut verstehen warum viele das Borbaradbeispiel als RR auffassen. Kann auch absolut verstehen daß viele solche Szenen nicht in ihrem Abenteuer sehen möchten.

RR ist als Begriff wohl einfach zu überladen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Humpty Dumpty am 27.11.2009 | 14:51
Denkt Ihr dran, dass das hier keine thematische Diskussion, sondern eine Umfrage ist?

Frage an die Moderation: Kann man bei geschlossenem Thread trotzdem noch abstimmen? Falls ja, würdet Ihr mit den Gefallen tun und den Thread schließen, aber die Umfrage offen lassen? Danke!
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: sir_paul am 27.11.2009 | 14:53
Entschuldigung Onkel TAFKAKB, ich werde versuchen mich zu bessern  ;D
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Tudor the Traveller am 27.11.2009 | 14:54
Und auch um diese Frage fundiert zu beantworten fehlen (mir Persöhnlich) die Rahmenbedingungen (Abenteuerkenntniss).

Und deswegen lautet meine Antwort "nein". Die Aussage der Fragestellung allein ist kein RR.

ABER: Andere sehen (anscheinend) in der Unabwendbarkeit des Ereignisses allein schon RR, womit die Frage so imho durchaus zulässig ist.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Feuersänger am 27.11.2009 | 14:57
Die Grundfrage um die Prämisse erweitert, dass die Charaktere bei der bewussten Konfrontation vor Ort sind und eigentlich Borbarad besiegen wollen:
JA, eindeutig.

Oliof hat ja auch recht schön erläutert, wie es sich konkret verhielt. Cutscene hin oder her, das ist einfach Mist.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Boba Fett am 27.11.2009 | 15:19
Ach Boba, aber dein ganzes wenn und aber würde sich (für mich) erledigen wenn ich das Abenteuer kennen würde.

Du gibst in deinem Beitrag auch keine Antwort auf die Frage sondern nur eine Begründung warum man sie nicht beantworten kann. Mit Abenteuerkenntniss kann man da glaube ich handfestere Aussagen treffen.
Nein, kann man nicht.

Wenn Deine Runde es spielt, kann es sein, dass es bei Euch normal ist, dass die Spielercharaktere bei solchen Dingen nicht intervenieren können. Meine Runde würde mir einen Strick drehen, wenn ich versuchen würde, deren Ansätze zu vereiteln, Borbarad anzugehen. (oder umgekehrt)
Für meine Spieler wäre das Railroading, für Deine nicht.
Wenn Du meine Runde spielleitern würdest, wäre das Resultat reiner Frust, wenn sich die Spieler blockiert fühlen würden.
Andersherum - wenn einer meiner Leute bei Dir spielen würde und sein SC beim Versuch, Borbarad anzugehen, sterben würde - einfach weil es per Definition nicht geht, egal wie gut die Idee ist, wäre er vielleicht sauer, Deine Spieler aber total verwundert - Warum ist der denn auch so dämlich sich da einzumischen - das sind nun mal Ebenen, wo die SCs nicht mitmischen...

Railroading es es dann, wenn etwas durch eine getroffene Entscheidung (Spielleiter entscheidet, oder es steht halt so im Abenteuer drin, oder oder) ausserhalb der Beeinflussungsmöglichkeiten der Spielercharaktere gesetzt wird, dass eigentlich normalerweise von den Spielercharakteren beeinflusst werden können sollte.

Da aber genau das von Runde zu Runde verschieden ist, kann man es nicht pauschal beantworten.

Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Crimson King am 27.11.2009 | 15:24
Das würde dann tatsächlich bedeuten, dass der Gruppenvertrag eine Rolle spielt.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Humpty Dumpty am 27.11.2009 | 15:29
Ja, Boba sieht das so. Feuersänger hingegen nicht. Du auch nicht. Andere wiederum schon. Wie gesagt: mir erscheint der Begriff höchst unklar zu sein. Das war mir in der Massivität neu, denn keiner der Genannten beschäftigt sich ja seit gestern mit Rollenspielen und deren theoretischen Fundamenten. Ist doch spitze, dass alle Beteiligten mal was Neues gelernt haben. Oder war sich schon vorher jemand dieser Begriffsverwirrung bewusst?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: sir_paul am 27.11.2009 | 15:32
Nein, kann man nicht.

Um es mal mit deinen Worten zu sagen: Komt drauf an...  ;)

Und zwar auf die Definition von RR welche man seiner Aussage zu Grunde legt.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Tudor the Traveller am 27.11.2009 | 15:33
Oder war sich schon vorher jemand dieser Begriffsverwirrung bewusst?

Ja, und RR ist da nicht der einzige unklare Begriff. Ich verweise auf Willkür...

Nachtrag: Wie wäre es denn, wenn wir einfach - wenigstens für dieses Forum - neue Begriffe definieren?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Hector am 27.11.2009 | 15:35
Wieder was dazugelernt. Ich werde das Wort wohl künftig nicht mehr benutzen. Schlage es als "Unwort des Jahres" vor.  ;)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Teylen am 27.11.2009 | 15:36
Oder war sich schon vorher jemand dieser Begriffsverwirrung bewusst?
Ja, es wurde doch auch schon vorher in abgemilderter Form im Forum drueber diskutiert.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Preacher am 27.11.2009 | 15:37
Schlage es als "Unwort des Jahres" vor.  ;)
Neben "Immersion", "llusionismus" und "Gamism" wohl eher das Unwort der letzten 5 Jahre. Aber dieses Jahr ist es ein knappes Rennen mit "Leistungsrollenspiel" ;D
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Hector am 27.11.2009 | 15:40
Mein Spielleiter zieht immer sein völlig willkürlich gerailroadetes Leistungsrollenspiel durch, der Sack!  ;D
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joe Dizzy am 27.11.2009 | 15:45
Wer sein Rollenspiel mit dem Begriff "Leistung" beschreibt, gehört zur Sorte Mensch, die "Bier formte diesen schönen Körper" T-Shirts trägt.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Hector am 27.11.2009 | 15:48
... es sei denn, er verdient Geld damit...
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Preacher am 27.11.2009 | 15:50
Wer sein Rollenspiel mit dem Begriff "Leistung" beschreibt, gehört zur Sorte Mensch, die "Bier formte diesen schönen Körper" T-Shirts trägt.
Wenn Du das sagst, dann wird es wohl stimmen :)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joe Dizzy am 27.11.2009 | 15:51
Das war keine Feststellung, sondern ein Ausdruck meiner Geringschätzung für Leute, die solche Dinge von sich geben.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Boba Fett am 27.11.2009 | 15:53
Das war keine Feststellung, sondern ein Ausdruck meiner Geringschätzung für Leute, die solche Dinge von sich geben.
Ich empfinde stets nur Geringschätzung gegenüber Leuten, die meinen, sich herausnehmen zu können, anderen gegenüber ihre Geringschätzung zum Ausdruck bringen zu dürfen.  8]  ;D
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joe Dizzy am 27.11.2009 | 15:56
Warum herausnehmen? Ich habe noch niemanden gesehen, der dass hier nicht auch offen oder verhohlen tut.

Oder störst du dich etwa an der gesamten Userschaft dieses Forums, Boba?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Boba Fett am 27.11.2009 | 15:56
hab den smiley vergessen
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Xemides am 27.11.2009 | 16:01
Zu Borbarad: In DSA wie es die Publikationen heutzutage verstehen, (nicht damals als die Kampagne rauskam) sind die Helden ziemliche Versager, verglichen etwa mit D&D Helden.

Sie mögen vielleicht nicht soviel Umpf haben wie DnD-Helden, aber sie sind in ihrer Welt schon außergewöhnliche Menschen und keineswegs Versager. Das sieht man schon daran, dass DSA davon ausgeht, dass jeder Charakter per Definition mächtiger ist als jeder einfache NSC.

Borbarad und Rohal sind
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)


Toztdem kommen in der Kampagne viele RR-Elemente vor. Wie Orko schon schrieb, wissen meine Spieler zum Beispiel, dass in der Kampagne viele Teile festgeschrieben sind. Auch wenn ich versuchen will, die Kampoagne so offen wie möglich zu leiten.



Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Preacher am 27.11.2009 | 16:11
Das war keine Feststellung, sondern ein Ausdruck meiner Geringschätzung für Leute, die solche Dinge von sich geben.
Ich weiß.

Und mein Kommentar war Ausdruck meiner Geringschätzung für Leute, die so großzügig mit ihrer Geringschätzung sind. War wahrscheinlich zu subtil. ;)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joe Dizzy am 27.11.2009 | 16:13
Und mein Kommentar war Ausdruck meiner Geringschätzung für Leute, die so großzügig mit ihrer Geringschätzung sind. War wahrscheinlich zu subtil. ;)

Nein. Ich fand's nur dumm.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Preacher am 27.11.2009 | 16:26
Gottseidank weiß ich, was ich von Urteilen aus deiner Richtung zu halten habe - ansonsten würde ich mir jetzt tatsächlich Gedanken machen. :)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joe Dizzy am 27.11.2009 | 16:33
Wenn du das je tun würdest, könnte ich mir nicht vorstellen, irgendwelche negativen Urteile in deine Richtung abzugeben.

Von daher.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Falcon am 27.11.2009 | 16:33
Reife Leistung, 5Seiten an einem Tag und die Haustrolle sind auch schon losgelassen. Nee Moment, die hab ich jetzt mit den Hausintellektuellen verwechselt, oder?


@Topic:
Nicht zwingend, denn....

je nach dem wie man das Ende aufzieht, ist es entweder Railroading (die Spieler können frei agieren aber der SL passt das Ende an) oder einfach nur ein extrem eingeschränktes Abenteuergerüst (die Spieler haben gar keine Entscheidungsoptionen Einfluss auf das Ende zu nehmen, es ist also gar nicht nötig etwas anzupassen: "z.b.: nach 2Wochen ingame Zeit stürzt ein Meteorit auf die Erde, äh Dere und zerstört diese").
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: oliof am 27.11.2009 | 16:37
Was mich an diesem Faden stört, ist, dass einige nicht von der gestellten Frage ausgehen, sondern ihre Kenntnis der ganzen Szene + Hintergründe zur Bewertung mit einbringen. Das ist m.E. nicht zulässig.

Hä? Weil man weiss, worum es gehst, darf man die Frage nicht beantworten? Das begreife ich nicht.

Ich habe ziemlich genau erklärt, warum der konkret zitierte Satz in einer konkreten Situation, wie sie mir im Spiel praktisch (siehe Betreff) untergekommen ist, als die massivste, stumpfeste, nutzloseste und übelste Form von Railroading überhaupt vorgekommen ist. Wieso sollte das im Kontext, den der OP hier aufgespannt hat, nicht zulässig sein?

Zitat
Die Frage lautete nicht ist der Plot RR?. Es ging allein darum, ob ein einzelnes Ereignis im End-Ergebnis feststehen darf. Dieses End-Ergebnis war hier nur grob qualitativ angegeben (B. gewinnt). Das ist ein plotmäßiges Nadelöhr, durch das die Story muss, aber wie die Story bis dahin abläuft, lässt die Fragestellung völlig offen, (unabhängig vom Abenteuerband).

Für einen aus einer ganzen Kampagne gerissenen Satz ist die Frage aus meiner Warte nicht beantwortbar. Da kommt dann meine erste Antwort (Zitat: "Kommt drauf an") zu tragen.

Für den Satz im Kontext einer bisher gelaufenen Kampagne habe ich eine Antwort, die ich herleiten und belegen kann. Warum ist das nochmal unzulässig?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: ErikErikson am 27.11.2009 | 16:39
Sie mögen vielleicht nicht soviel Umpf haben wie DnD-Helden, aber sie sind in ihrer Welt schon außergewöhnliche Menschen und keineswegs Versager. Das sieht man schon daran, dass DSA davon ausgeht, dass jeder Charakter per Definition mächtiger ist als jeder einfache NSC.

Borbarad und Rohal sind
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)


Toztdem kommen in der Kampagne viele RR-Elemente vor. Wie Orko schon schrieb, wissen meine Spieler zum Beispiel, dass in der Kampagne viele Teile festgeschrieben sind. Auch wenn ich versuchen will, die Kampoagne so offen wie möglich zu leiten.


Mein ich doch. Is doch logisch das die Einflussmöglichkeiten der Helden eingeschränkt sind, wenn sies mit Halbgöttern zu tun ham.

Da sind die DSA Helden natürlich Versager. D&D Helden werden gegen Halbötter erst richtig warm.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Bad Horse am 27.11.2009 | 18:05
Dass die Einflussmöglichkeiten der Helden eingeschränkt sind, wenn sie es mit Halbgöttern zu tun haben - einverstanden.
Dass sie per se nicht existieren dürfen, obwohl die Helden anwesend sind - das macht keinen Spaß, und ich empfinde das als Railroading.

Meine Definition, pur aus Spielerwarte: Wenn der Ausgang einer Szene, an der mein Charakter als Handelnder beteiligt ist, von vorneherein feststeht und durch die Handlungen meines Chars nicht beeinflusst werden kann. Das klammert den Sack Reis in Pjöngjang aus. Es schließt - wenn ich das richtig sehe - die Borbarad-Szene ein, da mein Charakter als Handelnder beteiligt ist und das ganze nicht ein einer Traumvision oder ähnlichem sieht.
Natürlich kann es sein, dass es extrem schwierig ist, den Ausgang zu beeinflußen. Wenn Rohal und Bobarad erstmal kleine Päckchen aus den SCs schnüren, dann ist die Chance groß, dass sie das a) schaffen und b) dann in Ruhe ihren Kampf haben können. Aber von vorneherein festzulegen, dass das genauso passieren wird und nicht anders, ohne die Möglichkeit eines unvorhergesehenen Geniestreichs offen zu lassen, ist Railroading und macht mir keinen Spaß.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Eulenspiegel am 27.11.2009 | 18:45
Für einen aus einer ganzen Kampagne gerissenen Satz ist die Frage aus meiner Warte nicht beantwortbar. Da kommt dann meine erste Antwort (Zitat: "Kommt drauf an") zu tragen.
"Kommt drauf an", ist etwas kurz gegriffen.

Viel interessanter ist es doch, worauf es ankommt.
Unter welchen Bedingungen wäre der Satz also für dich eine Aufforderung zum Railroading und unter welchen Bedingungen nicht?

Ich habe auch "Kommt drauf an" angekreuzt.
Bei mir kommt es auf folgendes an:
Stellt der Satz einfach nur eine Beschreibung dar, wie mächtig Borbarad ist? --> keine Aufforderung zum RR.
Sagt der Satz aus, dass man die Geschehnisse als SL so zurechtbiegen soll, dass Borbel nicht verliert? --> Aufforderung zum RR.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Preacher am 27.11.2009 | 22:20
Wenn du das je tun würdest, könnte ich mir nicht vorstellen, irgendwelche negativen Urteile in deine Richtung abzugeben.

Von daher.
Schon recht  :-*  :)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joe Dizzy am 27.11.2009 | 23:29
Dass du glaubst, das sowas in irgendeiner Weise provokant wäre... ist der Grund weshalb du von mir nur negative Urteile liest.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Preacher am 27.11.2009 | 23:30
Ich hab überhaupt keine Ahnung, wie Du auf den Gedanken kommst, daß ich das für provokant halte. wtf?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Akhorahil am 28.11.2009 | 01:37
Ohne alle 5 Seiten durchgeackert zu haben, meine Beurteilung der Szene mit Hintergrundwissen. Und ja, man muss es mit diesem betrachten, um die Szene zu verstehen.

Die angesprochene Szene müsste die Konfrontation zwischen Rohal und Borbarad gegen Mitte des 5. Teils der Hauptlinie der Kampagne sein ( "Rohals Versprechen" ).

Dinge die man wissen muss :

1. Beide Hauptbeteiligten ( R. und B. ) stehen in ihrer Machtfülle in etwa soweit über den SCs wie ein König über einem Bauern.
2. Die Szene ist eine der Schlüsselszenen der Kampagne, denn ihr Ausgang ermöglicht später erst den Fall Borbarads im letzen Teil der Hauptlinie. ( "Der Geber der Gestalt unterliegt, damit der Nehmer der Gestalt unterliegen kann" Xemides möge mich korrigieren aber ich denke ich habs korrekt rezitiert )
3. In betreffender Sezen gibt es einen Dialog zwischen den beiden Hauptbeteiligten, in dem 2) zur Sprache kommt.
4. Aufgrund gründlicher Aufbereitung der betreffenden Prophezeiung im ersten Teil des Abenteuers sollte für die Spieler eigentlich kein Zweifel über das richtige Vorgehen bestehen.

Aufgrund 1) gebietet die Vernunft, sich nicht einzumischen.
Aufgrund 2)-4) verbietet sich ein Einmischen der Spieler geradezu.

Es gibt schlichtweg keine Wahlmöglichkeiten für die SCs - versuchen sie es entgegen aller Vernunft und gesundem menschenverstand dennoch, müssen sie damit rechnen, in den Boden gerammt zu werden.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Timmytoby am 28.11.2009 | 01:43
Bleiben nur die Story(nicht)spieler übrig und wenn die sich endlich ein eigenes Label suchen, ist die Rollenspieltheorie wieder sauber.
 ;D

Die Frage ist also nicht  "Ist es Railroading" sondern "Ist es Rollenspiel".


Übersetzung: Ihr spielt falsch! Wenn ihr nicht genauso spielt wie ich das erlaube dann ist das gar kein Rollenspiel und ihr habt überhaupt keine Meinung dazu zu haben! Soviel zum Thema: "Elitismus in einem Randgruppenhobby mit überaus fragwürdigem Ruf" ::)

Zum eigentlichen Thread:
Da "Railroading" eine leere Worthülse ohne allgemeingültige Definition ist (wie die meisten Schlagworte aus der eher obskuren "Rollenspieltheorie"), ist die ganze Frage schon schwierig zu beantworten.
Am konkreten Beispiel: Die Szene erlaubt den Spielern keinerlei Einflussmöglichkeiten. Das macht sie nicht zum bitterbösen "RR" aber sehr wohl sterbenslangweilig. Da aber recht viele der DSA-Abenteuer relative fade geschriebene Szenenskripte sind, in denen die Charaktere hauptsächlich als Statisten irgendwo herumstehen und gut aussehen, sollte man da als DSA-Spieler auch vorgewarnt sein. Meine DSA-Zeiten sind zwar schon länger her aber wenn ich mich recht erinnere ware weitere Glanzlichter in der Richtung das Abenteuer mit der "Ermordung" Kaiser Hals, Tage des Namenlosen und dieses komische mit dem Überwintern irgendwo in der Wallachei und einem Bären der durch die Gegend eiert und in dem absolut nichts passiert was man als Spieler wirklich beeinflussen könnte.

EDIT:
Sehe grad Zorn des Bären heisst es. Und alle sind auch noch kurz nacheinander erschienen. Was waren das fade Abenteuer *kopfschüttel
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Akhorahil am 28.11.2009 | 01:54
Wobei die ABs die du anführst, schon aus der DSA-Steinzeit kommen und mit den aktuellen nichts mehr gemein haben. Das andere was du anführst ist "Die Attentäter" und das hat durchaus Nachwirkungen bis in die neuere DSA-Geschichte.

Um wieder den Bogen zu kriegen :

Die Sache ist einfach die, das es eine notwendige, sehr relevante Szene ist, die aufgrunddessen wenig Optionen für die Spieler bietet. Zu den Erläuterungen siehe oben. Ob man sie nun langweilig findet oder nicht, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Tudor the Traveller am 28.11.2009 | 11:23
"Handelt es sich bei dem folgenden Satz in einem Abenteuer Deiner Meinung nach um eine Aufforderung zum Railroading: "Die Spieler können den Ausgang der Konfrontation zwischen Borbarad und Rohal nicht beeinflussen. Borbarad wird siegen.""

Das ist Grundlage der Umfrage. M.E. hat der Ersteller den Hintergrund des spezifischen Abenteuers aus der Fragestellung herausgehalten (...in einem Abenteuer, NICHT ... in dem Abenteuer XYZ). Es soll also wohl eine gewisse Alggemeingültigkeit haben.

Wenn ich mich irre, soll der OP das bitte klar stellen. Aber nach der gegenwärtigen Lage halte ich die "Ja"-Stimmen zu einem großen Teil für unzulässig, womit das Umfrageergebnis verfälscht wird (imho).

Wenn eine Szene die Bedingung X wird passieren, die SC können nichts daran ändern enthält, ist das vielleicht angreifbar, weil es die Spieler frustrieren kann wird, aber es ist imho noch immer kein RR. Wenn die Unvermeidbarkeit von X nicht schlüssig begründet werden kann, ist die Szene eben einfach nur schlecht.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Glgnfz am 28.11.2009 | 11:31
Dann ist aber die Formulierung des Satzes im Abenteuer faul!

Denn wenn die Charaktere in der Nähe sind, muss ihnen auf jeden Fall zugestanden werden, Borbi auch anzugreifen. Dass sie zu 99% auf die Mütze bekommen ist ja ihr eigenes Problem.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Maarzan am 28.11.2009 | 11:36
Übersetzung: Ihr spielt falsch! Wenn ihr nicht genauso spielt wie ich das erlaube dann ist das gar kein Rollenspiel und ihr habt überhaupt keine Meinung dazu zu haben! Soviel zum Thema: "Elitismus in einem Randgruppenhobby mit überaus fragwürdigem Ruf" ::)

Nein- ihr labelt falsch.
Jede der Spielarten hat seine eigene Berechtigung und kann auch Spaß machen, aber die Erwartungen an das eine führt regelmäßig zu Enttäuschungen, wenn man das andere geliefert bekommt und zu solchen grundsätzlich unterschiedlichen Wahrnehmungsweisen wie in solchen Diskussionen hier.

Wem es auf die Geschichte ankommt, der kann durchaus mit solchen Aussagen wie hier Eingangs leben oder erwartet diese als Teil des Genre sogar. Wer das Ganze aus der Sicht seiner Charakterführung angeht, bekommt bei dem Gedanken das Grauen.
Und alleine wenn diese Grundsicht klar kommuniziert werden würde, könnte der Betreffende seine Erwartungen ggf. anpassen und trotzdem Spaß haben oder aber dankend ablehnen und sich wie den anderen eine Problemrunde ersparen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Timmytoby am 28.11.2009 | 12:01
Wobei die ABs die du anführst, schon aus der DSA-Steinzeit kommen und mit den aktuellen nichts mehr gemein haben. Das andere was du anführst ist "Die Attentäter" und das hat durchaus Nachwirkungen bis in die neuere DSA-Geschichte.

Das kann natürlich sein *g Als ich noch DSA gespielt habe waren die genannten Abenteuer noch frisch und saftig.
Aber wir kannten das damals ja auch alles nicht anders! Jede Woche sind wir 10 km barfuss durch den Schnee gelaufen um zu spielen und wir waren froh darüber!  :korvin:

Und alleine wenn diese Grundsicht klar kommuniziert werden würde, könnte der Betreffende seine Erwartungen ggf. anpassen und trotzdem Spaß haben oder aber dankend ablehnen und sich wie den anderen eine Problemrunde ersparen.

Das entgleitet nu immer mehr dem eigentlichen Faden. Aber ging mir auch hauptsächlich darum anzumerken, dass entgegen der aktuell modischen Tendenz auf den Erzählonkeln rumzuhacken dieses ebenso eine völlig legitime Art ist zu spielen und deswegen ebenso in einem Thema wie diesem zum Kommentar berechtigt (Insbesondere wenn das Beispiel aus einem Storylastigen System stammt).
In 5 Jahren sind dann wieder die Retro-Ultra-Action Spieler oder die Sandkuchenbacker aus der Mode und das Gezicke begint von vorne. Muss ja nicht sein. ::)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Tudor the Traveller am 28.11.2009 | 12:30
Dann ist aber die Formulierung des Satzes im Abenteuer faul!

Denn wenn die Charaktere in der Nähe sind, muss ihnen auf jeden Fall zugestanden werden, Borbi auch anzugreifen. Dass sie zu 99% auf die Mütze bekommen ist ja ihr eigenes Problem.

Ja. Sie können tun, was immer ihrer Macht steht. Aber das Ereignis tritt zu 100% ein, d.h. egal was sie tun, es wird nichts nützen. Sie sind de facto absolut frei in ihren Handlungsmöglichkeiten.

Außerdem: Es steht in der Aussage nicht, dass ihr Eingreifen ohne Folgen bleibt. Nur, dass B. gewinnt. Das ist ein Unterschied, der hier gerne übergangen wird. Es kann auch bedeuten: SC greifen nicht ein: B. gewinnt zu 100%, alles ist verloren <-> SC greifen ein: B. gewinnt knapp, vieles ist verloren, aber einiges Übel konnte verhindert werden / es gibt noch Hoffnung, denn es ist nicht alles verloren.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Glgnfz am 28.11.2009 | 12:38
Ja. Sie können tun, was immer ihrer Macht steht. Aber das Ereignis tritt zu 100% ein, d.h. egal was sie tun, es wird nichts nützen. Sie sind de facto absolut frei in ihren Handlungsmöglichkeiten.

Ich sträube mich halt einfach nur persönlich dagegen, eine Sache 100%ig festlegen zu wollen, die die Charaktere betrifft. Eine gewisse Chance sollte es immer geben, dass sie erfolgreich sind. Wer weiß? Vielleicht haben sie irgendeine geniale Idee, die Borbis Sturz bedeutet?

Wenn ich als Abenteuerdesigner unbedingt möchte, dass Borb überlebt, dann lasse ich diesen Teil der handlung halt "nebenher" an einenm anderen ort und ohne Wissen der Charaktere ablaufen und ziehe ihn nicht in den direkten Einflussbereich der SC.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Boba Fett am 28.11.2009 | 12:41
Ich sträube mich halt einfach nur persönlich dagegen, eine Sache 100%ig festlegen zu wollen, die die Charaktere betrifft. Eine gewisse Chance sollte es immer geben, dass sie erfolgreich sind.

Wie sieht es dann mit meinem Beispiel von Seite 2 aus?
"Am Tag 2 des Abenteuers findet in der Stadt ein Erdbeben statt..."
Sollten die Charaktere da auch eine Chance bekommen, dieses Naturereignis zu verhindern?
Oder darf so etwas einfach festgelegt werden?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Humpty Dumpty am 28.11.2009 | 12:42
Wie sieht es dann mit meinem Beispiel von Seite 2 aus?
"Am Tag 2 des Abenteuers findet in der Stadt ein Erdbeben statt..."
Sollten die Charaktere da auch eine Chance bekommen, dieses Naturereignis zu verhindern?
Oder darf so etwas einfach festgelegt werden?
Railroading ist kein dichotomes Phänomen, Leute. Denkt dran.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Glgnfz am 28.11.2009 | 12:46
Denkst du nicht, dass ein Erdbeben etwas anderes ist, als ein "menschlicher" Gegner? Wenn die SC in einer Stadt sind, wo gerade ein Erdbeben ist, dann ist das halt ein Geschehen, das in der Logik der Welt begründet liegt
Sollten die SC vorher wissen, dass es ein Erdbeben geben könnte und sie finden eine Möglichkeit es zu verhindern, können sie das gerne tun, wenn ihnen der Sinn danach steht.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Haukrinn am 28.11.2009 | 12:50
Railroading ist kein dichotomes Phänomen, Leute. Denkt dran.

Psst, nicht mit solchen Worten rumwerfen. Das versteht doch wieder keiner...  ;)

Um mal das Beispiel mit dem Erdbeben aufzugreifen. Für mich wäre da (und auch sonst) die Entscheidung, ob das RR ist oder nicht, einfach daran festzumachen, dass die Spieler denken, dass es ihre Aufgabe ist, das Eintreten des Ereignisses zu verhindern. Spätestens dann, und da gebe ich Glgnfz recht, sollten sie auch die Möglichkeit haben, dies tatsächlich zu erreichen. Oder es sollte ihnen klar sein, dass sie dieses Ziel nicht erreichen können. Nur dann ists meiner Meinung nach kein RR.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Boba Fett am 28.11.2009 | 13:07
Denkst du nicht, dass ein Erdbeben etwas anderes ist, als ein "menschlicher" Gegner?

Ja, natürlich denke ich das.
Allerdings stellt sich die Frage, inwieweit man Borbi noch als menschlicher Gegner ansieht.
Immerhin soll er ja "Halbgott"-Status haben.
Und dann stellt sich, wenn man schon so anfängt die Frage, inwiefern die Charaktere vielleicht die Chance hätten, durch ihr tun wirklich große Entwicklungen (zB den Ausgang eines Krieges) zu beeinflussen.
Ich möchte da keine Antwort vorwegdefinieren.
Irgendwo wird jeder für sich eine Grenze ziehen, wo auf der einen Seite Dinge noch von SCs beeinflussbar sind und auf der anderen Seite stehen die Dinge, bei denen die eben nicht mehr beeinflussbar sind.

Und diese Grenze ist nicht objektiv festlegbar, sondern da wird jeder seine eigene Position der Grenze haben.
Viele Dinge werden eindeutig sein (Erdbeben), andere sind reine Ansichtssache (Halbgott töten).

Damit ist die Aussage:
Ich sträube mich halt einfach nur persönlich dagegen, eine Sache 100%ig festlegen zu wollen, die die Charaktere betrifft. Eine gewisse Chance sollte es immer geben, dass sie erfolgreich sind.

... schwierig, denn das betrifft die Elemente, die Du als beeinflussbar ansiehst.
Und ggf. hast Du diese Grenze dessen, was beeinflussbar ist, weit gesteckt. Oder vielleicht auch gar nicht so weit.
Das weiss aber niemand!
Damit haben andere das Problem, dass sie Deiner Aussage kaum eine Wertung entnehmen können.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Glgnfz am 28.11.2009 | 13:21
Ja, natürlich denke ich das.
Allerdings stellt sich die Frage, inwieweit man Borbi noch als menschlicher Gegner ansieht.
Immerhin soll er ja "Halbgott"-Status haben.
Und dann stellt sich, wenn man schon so anfängt die Frage, inwiefern die Charaktere vielleicht die Chance hätten, durch ihr tun wirklich große Entwicklungen (zB den Ausgang eines Krieges) zu beeinflussen.
Ich möchte da keine Antwort vorwegdefinieren.
Irgendwo wird jeder für sich eine Grenze ziehen, wo auf der einen Seite Dinge noch von SCs beeinflussbar sind und auf der anderen Seite stehen die Dinge, bei denen die eben nicht mehr beeinflussbar sind.

Und diese Grenze ist nicht objektiv festlegbar, sondern da wird jeder seine eigene Position der Grenze haben.
Viele Dinge werden eindeutig sein (Erdbeben), andere sind reine Ansichtssache (Halbgott töten).

Bist du heute im Haarspaltermodus? Ich finde den Hinweis auf den Weltbezug schon recht handfest. Gegen ein Erdbeben kann ich einfach nix machen. Steht aber vor mir irgendein Halbgott rum, so kann ich zumindest etwas tun, einen Speer auf ihn schleudern oder irgendwie versuchen ihn anzugreifen, zu bequatschen oder sonswie Einfluss zu nehmen, was unbestritten bei einem Erdbeben nicht der Fall ist.

Zitat
Damit ist die Aussage:
... schwierig, denn das betrifft die Elemente, die Du als beeinflussbar ansiehst.
Und ggf. hast Du diese Grenze dessen, was beeinflussbar ist, weit gesteckt. Oder vielleicht auch gar nicht so weit.
Das weiss aber niemand!
Damit haben andere das Problem, dass sie Deiner Aussage kaum eine Wertung entnehmen können.

Hier hast du mich bei einer unsauberen Formulierung erwischt und versuchst dadurch die ganze Aussage wegzuwischen. Auf jeden Fall hast du Recht - ich hätte natürlich besser schreiben sollen:

"Ich sträube mich halt einfach nur persönlich dagegen, eine Sache 100%ig festlegen zu wollen, auf die die Spieler durch ihre Charaktere in irgendeiner Weise Einfluss nehmen können. Eine gewisse Chance sollte es immer geben, dass sie erfolgreich sind."
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Crimson King am 28.11.2009 | 13:32
Bist du heute im Haarspaltermodus? Ich finde den Hinweis auf den Weltbezug schon recht handfest. Gegen ein Erdbeben kann ich einfach nix machen. Steht aber vor mir irgendein Halbgott rum, so kann ich zumindest etwas tun, einen Speer auf ihn schleudern oder irgendwie versuchen ihn anzugreifen, zu bequatschen oder sonswie Einfluss zu nehmen, was unbestritten bei einem Erdbeben nicht der Fall ist.

Es gibt Gegner, denen das Label "unbesiegbar" auf der Stirn klebt. Das halte ich auch für OK und nicht für RR. RR wird es erst, wenn man nichts tun kann als dem unbesiegbaren Gegner beim Siegen zuzuschauen, sprich, wenn man gegen ihn kämpfen muss, aber nicht gewinnen kann, oder nichts, was man sonst so tut, irgendwelche in einem adäquaten Verhältnis stehenden Auswirkungen auf irgendwas hätte.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: ErikErikson am 28.11.2009 | 13:35
Ich finde der wichtigste Punkt wurde noch gar nicht angesprochen, und wird auch jetzt wieder eher ignoriert werden.

Und zwar finde ich ist es oft so, dass Spieler und SL igentlich nen Plot wollen, und alle auch so spielen würden, das der Plot zustandekommt, wie es sich der SL vorgestellt hat.

Aber oft macht der SL nicht wirklich klar, was der Plot eigentlich sein soll. Ist ja auch schwer, weil das eher über implizite Hinweise geht.

Und dann sind die Spieler verwirrt, und machen halt irgendwas, was ihnen so einfällt. Und der SL wird verwirrt weil die Spieler sich ned an den Plot halten, obwohls doch so abgemacht war.  
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Bad Horse am 28.11.2009 | 14:06
Das wird ignoriert, weil es nichts zum Thema beiträgt.

Dass Menschen verwirrt sind und Kommunikation nicht immer sauber abläuft, ist ein Allgemeinplatz.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: ErikErikson am 28.11.2009 | 14:07
Quatsch. Es ist das Standartproblem, das überhaupt erst zu vielen RR Vorwürfen führt.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Feuersänger am 28.11.2009 | 14:08
Wenn Borbel tatsächlich so mächtig ist, wäre der strittige Satz überflüssig. Es würde die Regieanweisung an den SL ausreichen, dass in einem Duell zwischen Rohal und Borbi ohne SC-Beteilung der Bösewicht siegen wird. Wollen die SC sich einmischen, müsste der SL die Sache nur regelkonform ausspielen, und dann würde man schon sehen was herauskommt.
Was natürlich wiederum eine Belastbarkeit des Systems voraussetzt, die wiederum bei DSA nicht uuuunbedingt gegeben ist. ;)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Glgnfz am 28.11.2009 | 14:16
Wenn Borbel tatsächlich so mächtig ist, wäre der strittige Satz überflüssig. Es würde die Regieanweisung an den SL ausreichen, dass in einem Duell zwischen Rohal und Borbi ohne SC-Beteilung der Bösewicht siegen wird. Wollen die SC sich einmischen, müsste der SL die Sache nur regelkonform ausspielen, und dann würde man schon sehen was herauskommt.

DAS wollte ich sagen, konnte aber nicht.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Eulenspiegel am 28.11.2009 | 15:36
Bist du heute im Haarspaltermodus? Ich finde den Hinweis auf den Weltbezug schon recht handfest. Gegen ein Erdbeben kann ich einfach nix machen. Steht aber vor mir irgendein Halbgott rum, so kann ich zumindest etwas tun, einen Speer auf ihn schleudern oder irgendwie versuchen ihn anzugreifen, zu bequatschen oder sonswie Einfluss zu nehmen, was unbestritten bei einem Erdbeben nicht der Fall ist.
Du kannst den Speer sowohl gegen ein Erdbeben als auch gegen einen Halbgott schleudern.
Der Effekt ist in beiden Fällen der gleiche: NICHTS!
Das Erdbeben verschluckt deinen Speer und beim Halbgott prallt er einfach ab.

Du kannst sowohl Erdbeben als auch Halbgott bequatschen.
Der Effekt ist in beiden Fällen der gleiche: NICHTS!
Weder das Erdbeben noch der Halbgott werden dir irgendeine Aufmerksamkeit widmen.

Ich finde, Erdbeben und Halbgötter haben verdammt viel gemeinsam und mir erschließt sich nicht, wieso du das eine als Railroading auffasst und das andere nicht.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: ErikErikson am 28.11.2009 | 15:38
Das stimmt. Aber Spieler fühlen sich von Halbgöttern eher provoziert als von Erdbeben, und greifen letztere weniger häufig an.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Tudor the Traveller am 28.11.2009 | 16:27
Mit Anti-Erdbeben-Magie ist auch ein Erdbeben nicht mehr unbezwingbar.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Feuersänger am 28.11.2009 | 16:53
Naja. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, was nun auf einmal diese Erdbebengeschichte angeht. Ein Erdbeben ist doch für gewöhnlich einfach "höhere Gewalt", bzw einfach ein Naturereignis, was halt einfach passiert und wo niemand dahintersteckt. Niemand, der noch alle Tassen im Schrank hat, würde da RR schreien.

Es mag freilich auch sein, dass das Erdbeben vom Bösen Zauberer Zordax herbeigezaubert wird. Dann schaut's natürlich so aus, dass eventuell die SCs vorher Wind von der Sache bekommen und ausziehen könnten, um Zordax aufzuhalten. Rest siehe oben. Wenn die SCs von Zordax und seinen finsteren Plänen wissen, können sie sich entscheiden, etwas zu unternehmen. Wenn sie nichts davon wissen, halten sie das Erdbeben vielleicht für natürlich. RR ist es aber auch dann nur, wenn die SCs etwas gegen Zordax unternehmen wollen und technisch gesehen könnten und der SL lässt sie nicht (versuchen).
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Callisto am 28.11.2009 | 17:02
Zum Erdbeben als RR: wenn die SC sehen wie jemand, sagen wir eine Prinzessin, in Gefahr gerät beim Erdbeben zu sterben und sie können sie keinesfalls retten, egal auf welche Ideen sie kommen, dann ist es RR. Klar kann es sein, dass sie einfach keine Chance haben, weil der SL weiß dass keiner Visionen hat, keiner sich teleportieren kann, etc. Aber wenn sie vorher durch eine Hellseherin den Verdacht eines Erdbebens haben (sie wissen ja auch das Borbi kommt), dann sollten sie auch die Chance haben, der Prinzessin das Leben zu retten.

Gegen ein bisschen Railroading ab und zu haben doch die wenigsten wirklich etwas, vorausgesetzt es hilft dem SL und dem Plot und wird den Spielern auch vorher gesagt. Viele Spieler wollen doch dem SL bei seinem Plot helfen. Aber wenn sie denken, es ist ihre Aufgabe Borbi aufzuhalten/die Prinzessin zu retten und sie nicht wissen, dass sie nicht mal die kleinste Chance haben, dann ist das verdammungswürdiges RR. RR ist es aber in jedem Fall.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Feuersänger am 28.11.2009 | 17:21
Naja, Plot voranbringen / entwickeln ist nu auch nicht automatisch RR. =)

Ich muss gerade an ein D&D-Abenteuer denken, durch das uns der SL regelrecht durchgeprügelt hat, obwohl a) es weit unter dem Niveau unserer Charaktere war (Level 1-3 AB für unsere Level 10 Party), UND b) wir ihm offen gesagt haben, dass wir diese Kampagne (es war ein ganzer Band, der normal von ca. Level 1 bis 10 gehen sollte) nicht spielen wollten.

Und so mussten wir uns durch CR1 Orks und CR2 Ghoule gähnen, weil dem SL natürlich auch nicht in den Sinn kam, wenigstens die Gegnerpower anzupassen, bis wir endlich den benötigten Hinweis fanden und weiterziehen durften, um in der nächsten Stadt nach dem Bösewicht zu suchen, und alle weiterführenden Ereignisse immer genau dann stattgefunden haben, wenn es im AB stand. Jegliche Aktionen unsererseits waren jedenfalls vollkommen sinnlos, weil halt alles nach Fahrplan lief und wir im Endeffekt nur abwarten konnten.

Als sich dann endlich fahrplanmäßig (nach 2 oder 3 Sitzungen) der eigentliche Plot des bis dahin einigermaßen undurchsichtigen Abenteuers enthüllte, war endgültig der Ofen aus, weil es einfach nur total dämlich war. So eine weiter Auflage dieser ollen Kamelle: "Das Artefakt X darf keinesfalls den Bösen in die Hände fallen, darum wurde es in 5 Teile zerlegt und diese an 5 Enden der Welt versteckt. Gehet hin und sucht sie wieder zusammen." - "Äh, wäre es dann nicht gescheiter, die Teile da zu lassen wo sie sind?"

An der Stelle haben wir den SL gewechselt.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Crimson King am 28.11.2009 | 17:27
RR heißt nicht, dass es Ereignisse gibt, die die SCs nicht beeinflussen können. Das wäre auch unsinnig.

RR heißt, dass es kein relevantes Ereignis gibt, das die SCs beeinflussen können, obwohl sie es versuchen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Arkam am 28.11.2009 | 17:28
Hallo zusammen,

nach sechs Seiten bin ich im Haarspaltmodus.
Ich habe die Borbarad Kampagne bis zu den Ereignissen auf Maraskan als Spieler gespielt.

"Die Spieler können den Ausgang der Konfrontation zwischen Borbarad und Rohal nicht beeinflussen. Borbarad wird siegen."
Klar können die Spieler diese Handlung nicht beeinflussen. Das Ereignis ist nicht real und kann so nicht beeinflusst werden.
Ich gehe im Kontext jetzt Mal davon aus das gemeint ist das die Spieler durch das Handeln ihrer Rollenspiel Charaktere im Rahmen der verwendeten Regeln gemeint sind. Denn so kann dieses fiktive Ereignis beeinflusst werden.

Also erst Mal die Railroading Begründung ohne Kenntnis von System und Kampagne.

"Die Spieler können den Ausgang der Konfrontation zwischen Borbarad und Rohal nicht beeinflussen. Borbarad wird siegen."

Die Spieler sollen und können das Ereignis erleben. Denn ansonsten wäre diese Aussage unnötig.
Es wird dieses Abenteuer gespielt das heißt vor allen der Spielleiter nutzt das Abenteuer nicht nur zur Anregung, es ist ein Abenteuer und kein Fragment. Genau wenn der Spielleiter an dieser Stelle improvisiert spielt er nicht mehr das Abenteuer sondern passt das Abenteuer an. Das ist statthaft aber spielt für die Frage keine Rolle mehr.
Ein Status der Kontrahenten wird nicht genannt. Also werden die Kontrahenten nach den Regeln abgehandelt.
So kann dann aber das Ereignis nur eintreten wenn die Handlungen der Spieler durch den Spielleiter außerhalb des Regelrahmens eingeschränkt wird.

Dann die Railroading Begründung mit Kenntnis von System und Kampagne.

"Die Spieler können den Ausgang der Konfrontation zwischen Borbarad und Rohal nicht beeinflussen. Borbarad wird siegen."

Das Abenteuer in dem dieser Satz steht ist ein Teil einer für DSA 3 geschriebenen und inzwischen auf DSA 4.1 umgeschriebenen Kampagne.
In dieser Kampagne geht es darum Bornarads wieder auftauchen erst zu verhindern und später dann darum Borbarad zu bekämpfen.
Borbarad und sein Gegner Rohal gelten bei DSA als Halbgötter.

Ich habe hier noch den ersten Band der Kampagne für DSA 3 Fassung hier liegen. Der verkündet auf dem Titel für Helden der 15-18 Stufe wobei im Innenteil auf die Stufen 8-13 reduziert wird. Nimmt man die niedrigeren Angaben so bekommt man einen Schnitt von 10,5 bei den höheren Angaben einen Schnitt von 16,5 und das bei einem System das nur 21 Stufen kennt. DSA 4.1 hat ein Kaufsystem womit hier also die Grenzen fließender werden. Die Charaktere sind für DSA Verhältnisse also schon mächtig.

Die grundlegenden Überlegungen gelten aus meiner Sicht weiter.
Die Spieler sollen und können das Ereignis erleben. Denn ansonsten wäre diese Aussage unnötig.
Es wird dieses Abenteuer gespielt das heißt vor allen der Spielleiter nutzt das Abenteuer nicht nur zur Anregung, es ist ein Abenteuer und kein Fragment. Genau wenn der Spielleiter an dieser Stelle improvisiert spielt er nicht mehr das Abenteuer sondern passt das Abenteuer an. Das ist statthaft aber spielt für die Frage keine Rolle mehr.
Es wird nach DSA Regeln gespielt. Das heißt also was die Regeln angeht gibt es feste Vorgaben. Achtung das gilt auch wenn sich regeln und Fluff widersprechen.

Kommen wir also zum Status der beiden Kontrahenten als Halbgötter. Also ein solcher Status wird im Regelwerk DSA 3 nicht definiert. In den Basisregeln von DSA 4.1 wird dieser auch nicht definiert. Wie es mit den erweiterten Regeln oder einem entsprechenden Quellenband aussieht entzieht sich meiner Kenntnis.
Spiele ich also DSA haben die NPCs so keinen Sonderstatus.
Gehe ich jetzt bei einem Rollenspiel, das sich ganz am Anfang Mal darauf berief die europäischen Märchen und Sagen erlebbar zu machen, davon aus das diese Art von Halbgott gemeint war werden die Kontrahenten zwar zu harten Gegnern aber eben auch zu sterblichen und an ihre Welt gebundene Gegnern. Sie sind also von einem Erdbeben weit entfernt.
Aus meiner Sicht ist das nichtangeben von Werten an dieser Stelle einfach eine Faulheit des Autors Thomas Römer und nicht dem Status der NPCs geschuldet.

Zudem zeigt Akhorahil in Antwort 113, siehe http://tanelorn.net/index.php/topic,51497.msg1011220.html#msg1011220 (http://tanelorn.net/index.php/topic,51497.msg1011220.html#msg1011220) auf das man ja auch durchaus den Spielern gewichtige Gründe auf dem Weg geben könnte, oder über Rohal vermitteln lassen könnte dem geschehen seinen Lauf zu lassen.

Gruß Jochen
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: ErikErikson am 28.11.2009 | 17:47
Hm, ja wie Callisto schreibt, isses wichtig dass man den Spielern sagt wenn RR kommt. Zum Beispiel hab ich Spieler die sind lieb und folgen dem Plot weil sie wissen ich will das. Aber dann bring ich ihnen en Ereigniss, das ist eigentlich nur Hintergrund, nämlich nen grausigen Ritualmord. Mit dem wollt ich sagen, hey Leut, die Bösen kommen, und sind echt mies drauf. Stellt euch auf Verrat und Heimtücke ein. Die Szene war also rein als Atmosphärebringer gedacht.

Aber die Spieler denken, hey, das ist der Plot, wir müssen den Mord aufklären. Scheisse gelaufen.

Wenn  ich dann versuch, sie wieder auf den "rechten Pfad" zu lenken, greife ich sehr leicht zu RR.

Das ganze hätte vermieden werden können, wenn ich klargemachthätte, was Sache ist.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Feuersänger am 28.11.2009 | 17:52
Ja, das sag ich auch immer:
Die Spieler können keine Gedanken lesen. Es ist keine Schande, als SL einfach mal OOC klipp und klar zu sagen, was Phase ist, ehe die Spieler sich in irgendwelchen Nebensächlichkeiten oder Roten Heringsnetzen verrennen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Benjamin am 28.11.2009 | 19:40
Ihr schreibt ein Zeug ...  ;D

Erdbeben:

1. Es passiert, als die Gruppe durch Land streift. Zum Glück kommt keiner zu Schaden, aber ein Erdrutsch versperrt die Straße zum Pass. Die Reise wird schwieriger.

2. Es passiert, als die Gruppe, statt wie vom NSC XY gewünscht nach A, nach B reisen möchte. Ein Erdrutsch versperrt die Straße zum Pass und es gibt auch "keine Möglichkeit, die Stelle zu umgehen".

Unterschied: Bei 2. muss ein Plot abgefeiert werden. Wo ist denn jetzt das Problem? RR ist eine Maßnahme des SL, der den Spielern seinen Plot aufzwingt.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Bartimäus am 28.11.2009 | 20:25
Meiner Ansicht nach ist ein gewisses Maß an Charakterunabhängigen Ereignissen absolut notwendig. Es kommt dabei allerdings darauf an, zu welchem Zweck und in welcher Häufigkeit sie verwendet werden.
Nur wenn die Charaktere dauerhaft das Gefühl bekommen dauerhaft durch einen Plot gezerrt zu werden ohne selbst Einfluss zu nehmen wird RR zum Problem. Bei einzelnen Ereignissen in den meisten Fällen nicht.

Ich halte es allerdings für keine gute Idee den Spielern das RR anzukündigen. Die Situationen sollten so dargestellt werden, dass die Spieler verstehen was der Spielleiter ihnen damit sagen will. Das ist die Kunst dabei ;)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Akhorahil am 28.11.2009 | 22:02
Zitat
Spiele ich also DSA haben die NPCs so keinen Sonderstatus.
Gehe ich jetzt bei einem Rollenspiel, das sich ganz am Anfang Mal darauf berief die europäischen Märchen und Sagen erlebbar zu machen, davon aus das diese Art von Halbgott gemeint war werden die Kontrahenten zwar zu harten Gegnern aber eben auch zu sterblichen und an ihre Welt gebundene Gegnern. Sie sind also von einem Erdbeben weit entfernt.
Aus meiner Sicht ist das nichtangeben von Werten an dieser Stelle einfach eine Faulheit des Autors Thomas Römer und nicht dem Status der NPCs geschuldet.

Oh oh, ganz dünnes Eis mein Lieber ;)

Die Werte sind deshalb nicht angegeben, weil sie für Wesen solcher Machtfülle schlichtweg unerheblich sind. Würden Werte existieren, würde dies eine gewisse "konventionelle" Bezwingbarkeit vorraussetzen - und diese ist nicht gegeben.

Der Ausgang der Konfrontation steht fest. Es steht lediglich zur Debatte, in wie weit die SCs durch ihr eventuell versuchtes Eingreifen die späteren Ereignisse verschlimmbessern. Ergo : das primäre Ergebnis ist fix, die sekundären Auswirkungen variabel.

Zitat
1. Es passiert, als die Gruppe durch Land streift. Zum Glück kommt keiner zu Schaden, aber ein Erdrutsch versperrt die Straße zum Pass. Die Reise wird schwieriger.

2. Es passiert, als die Gruppe, statt wie vom NSC XY gewünscht nach A, nach B reisen möchte. Ein Erdrutsch versperrt die Straße zum Pass und es gibt auch "keine Möglichkeit, die Stelle zu umgehen".

1) wäre ein ganz normaler Umstand,
2) wäre es auch, aber mit einem schalen Beigeschmack, weil plump ausgeführt

Zitat
Ich halte es allerdings für keine gute Idee den Spielern das RR anzukündigen. Die Situationen sollten so dargestellt werden, dass die Spieler verstehen was der Spielleiter ihnen damit sagen will. Das ist die Kunst dabei.

Das ist auch meine Meinung. Man stellt sich damit selbst schonmal die Schaufel bereit, um den Plot einzubuddeln, Absprachen hin oder her. Wenn sich der Spielstil einpendeln kann, läuft man eigentlich am Besten - das dauert vielleicht etwas länger, schafft aber nicht unumstössliche Tatsachen, die in unregelmässigen Abständen anecken und geändert werden müssen. Aber - jede Runde hat ihr System, das für sie speziell funktioniert.

Kommunikation ist wichtig. Bei uns reflektieren wir die grade gelaufene Sitzung in einem kurzen Feedback. So behalte ich als SL sehr gut den Überblick, was den Spielern gefällt und wie sie die Sitzung wahrgenommen haben.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Xemides am 28.11.2009 | 23:04
Borbarad und Rohal werden im Zuge der Kampagne eindeutig als Halbgötter definiert, als Söhne Nandus und Enkel Hesindes und Phexens.

Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Arkam am 29.11.2009 | 00:32
Hallo zusammen,

was heißt den nun Halbgott bei DSA?
regeltechnische Auswirkungen sind mir nicht bekannt. - Ich lasse mich gerne aufklären.

Keine Werte ist immer ganz doof. Denn das Regelwerk gibt ja ganz einfach Maximalwerte vor. Das gleiche bei den Kampf Möglichkeiten und den Zaubern. Entweder ich spiele DSA- - Dann aber mit allen Regeln für alle Mitspieler, inklusive Spielleiter. Oder ich spiele ein auf DSA basierende Abwandlung dann soll aber die Gruppe nicht jammern sonder vorher Klartext reden.
Das Problem hat man bei DSA ja nicht erst mit Halbgöttern sondern schon mit besonderen NCs wie etwa dem Schwertkönig.

Wenn bei einem kommerziellen Abenteuer aber für DSA drauf steht erwarte ich das ich das Abenteuer auch mit DSA spielen kann ohne das ein Problem wie mit den Halbgöttern auftaucht. Oder wenn die Situation zu selten aufkommt um den DSA Regelsatz auf zu blähen das der Autor mir als Spielleiter einen möglichst Regel konformen Weg vorschlägt.

Aus der theoretischen Sicht ist der Satz im Abenteuer Railroading. Dabei aber bitte immer beachten das die Begriffe Abenteuer und System in meinen Überlegungen auch klar definiert sind. Für die theoretische Überlegung ist das statthaft und üblich aber am Spieltisch habe ich das so sehr selten erlebt.

Gruß Jochen
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Heddaclin am 29.11.2009 | 01:38
Zum Thema Railroading:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wrestling

vgl. Railroading, Betrug;

vgl. Railroading, Geburtstagsüberraschung

vgl. Railroading, Gängelung

vgl. Railroading, Langweilig/Phantasielos

vgl. Railroading, Schutzengel

Ich denke ein paar Dinge sollten feststehen, und an anderen Stellen bemüht man sich als SL Bereiche zu schaffen die möglichst frei sind und den Spielern viele Möglichkeiten geben ihre Persönlichkeit und Fertigkeiten auszuspielen und darzustellen.





Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Akhorahil am 29.11.2009 | 15:38
@Arkam ; zur Erläuterung :

Zitat
was heißt den nun Halbgott bei DSA?
regeltechnische Auswirkungen sind mir nicht bekannt. - Ich lasse mich gerne aufklären.

Genau das was da steht. Für Götter werden auch keine spieltechnischen Werte angegeben - aus gutem Grund. In sehr sehr frühen DSA-Zeiten hätte man für Borbi vielleicht Werte festgelegt, aber selbst in der DSA3-Fassung vom "Krieg der Magier" stehen nur grobe "Richtlinien", um das Machtlevel in Relation zu dem der SCs zu sehen. Und wenn ich dann als ungefähre Machtangabe ST50 in einem System das bis maximal ST21 geht sehe, brauche ich keine anderen Werte. Sie sind für Wesen solcher Machtfülle schlichtweg Verschwendung von Druckerschwärze.

Betreffende Wesenheit ist konventionell nicht von den SCs zu knacken. Das ist die Kernaussage des Fehlens von Spielwerten.

Zitat
Entweder ich spiele DSA- - Dann aber mit allen Regeln für alle Mitspieler, inklusive Spielleiter. Oder ich spiele ein auf DSA basierende Abwandlung dann soll aber die Gruppe nicht jammern sonder vorher Klartext reden.

Genau das tut man. Das Fehlen der Werte ist Regelkonform, völlig beabsichtigt und keine Abwandlung.

Zitat
Das Problem hat man bei DSA ja nicht erst mit Halbgöttern sondern schon mit besonderen NCs wie etwa dem Schwertkönig.

Mit dem Unterschied, das für Raidri Conchobair durchaus Werte existieren - zwar letzten Endes nur, um mal zu sehen was der so kann und um ihn eventuell nach damaliger Sicht im Turnier zu simulieren oder ihn im "Krieg der Magier" als SC zu verwenden, aber sie sind vorhanden. Nach der G7 ist der Charakter ja eh auf dem Schlachtfeld verteilt, was seine Bestimmung war.

Zitat
Wenn bei einem kommerziellen Abenteuer aber für DSA drauf steht erwarte ich das ich das Abenteuer auch mit DSA spielen kann ohne das ein Problem wie mit den Halbgöttern auftaucht. Oder wenn die Situation zu selten aufkommt um den DSA Regelsatz auf zu blähen das der Autor mir als Spielleiter einen möglichst Regel konformen Weg vorschlägt.

Kannst du ja auch. Verweis auf oben - das Problem existiert nicht.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Arkam am 1.12.2009 | 15:22
Hallo Akhorahil,

wenn man seine Regeln kennt macht man sich auch vor einem Helden der Stufe 50 nicht in die Hose.
Denn der einzige Regelsatz zu derartig hochstufigen Helden findet sich in Schwertmeister - DSA Professional.

Der komplette Regelsatz findet sich legal unter http://www.cedrik.net/dsa/tharun/index.html .

Aber hier schon Mal das wesentliche:
Man kann ab der 25 Stufe alle 5 Stufen noch Mal seine Eigenschaften steigern.
Man kann ab Stufe 22 jeweils ein Attribut zu senken und ein anderes zu steigern.
Lebenspunkte und Astralpunkte haben das Maximum erreicht.

Wo steht in den Regeln das das Fehlen von Werten dafür sorgt das man unbesiegbar ist?

Gruß Jochen
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joerg.D am 1.12.2009 | 15:42
Naja, im SR Abenteuer Harlekin steht ungefähr : "Wir geben Harlekin keine Werte, damit er nicht besiegt werden kann. Wenn die Gruppe ihn angreift, erzählen sie das es ein kurzer Kampf war und sie am ende besiegt wurden (Tod - Verletzt sind)"

Der Spruch: "Solange es Werte hat, kann man es töten ist nun einmal wahr."
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Hector am 1.12.2009 | 15:44
Naja, im SR Abenteuer Harlekin steht: "Wir geben Harlekin keine Werte, damit er nicht besiegt werden kann. Wenn die Gruppe ihn angreift, erzählen sie das es ein kurzer Kampf war und sie am ende besiegt wurden (Tod - Verletzt sind)"

Uarg... da klappen ja die Zehennägel hoch... riecht nach Moder. Aber ich bin sicher, wenn man lange genug gräbt, findet man solche Perlen in jedem System aus dem letzten Jahrtausend... Eigentore nicht ausgeschlossen.  ;)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Joerg.D am 1.12.2009 | 15:47
Warum?

Ich habe Harlekin Werte gegeben und die Gruppe hat ihn umgebracht. Dann hat sie 12 Abenteuer gebraucht um ihn wieder zurück zu holen und den Schlamassel zu beseitigen, den sie angerichtet haben.

Manchmal muss man tricksen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Eulenspiegel am 1.12.2009 | 15:48
Der Spruch: "Solange es Werte hat, kann man es töten ist" nun einmal wahr.
Was passiert, wenn man Cthulhu mit einer Atomrakete beschießt?
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: K!aus am 1.12.2009 | 15:53
Zitat
Uarg... da klappen ja die Zehennägel hoch... riecht nach Moder.

Ist es für Spieler einfach nicht auszuhalten, dass es Dinge gibt, die sie wirklich nicht hinkriegen?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Arkam am 1.12.2009 | 16:01
Hallo Eulenspiegel,

wo ist jetzt das Problem?

Mich stört ja nur das bei DSA das fehlt was im Falle Cthulhu gegeben ist nämlich eine klare Regelaussage. Inzwischen hast du W10 + 10 Minuten wenn du Cthulhu erledigt hast.
Ob er beim Einsatz einer Atombombe radioaktiv wird ist eine Frage der verwendeten Edition. - In der neuen fehlt dieser nette Hinweis nämlich.

Gruß Jochen
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Hector am 1.12.2009 | 16:09
Ist es für Spieler einfach nicht auszuhalten, dass es Dinge gibt, die sie wirklich nicht hinkriegen?
So meine ich das nicht. Jeder sollte das Recht haben, einen Tod seiner Wahl zu sterben und dabei Zeuge seines kläglichen Scheiterns zu werden. Einfach sagen: DÄHN KÖNNT IHRRRR NISCH BESIGÄÄÄÄN! ist irgendwie doof und schmeckt nach... ahem... dem bösen R-Wort.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: K!aus am 1.12.2009 | 16:12
Sorry, aber dein Satz:

Zitat
DÄHN KÖNNT IHRRRR NISCH BESIGÄÄÄÄN! ist irgendwie doof...

führt im Prinzip wieder zu meiner gleichen Frage:

Ist es für Spieler einfach nicht auszuhalten, dass es Dinge gibt, die sie wirklich nicht hinkriegen?

Spielen wir deshalb RPG? Weil prinzipiell alles möglich ist? Wenn man nur eine Stufe hat, die hoch genug ist? Im realen Leben sind uns Menschen Grenzen gesetzt.

Ist es also Stilbruch, dass es innerhalb der Spielweltlogik auch Grenzen gibt?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Callisto am 1.12.2009 | 16:15
Ist es für Spieler einfach nicht auszuhalten, dass es Dinge gibt, die sie wirklich nicht hinkriegen?

Wenn von Anfang an keine Chance gegeben wird, ist das meist Mist. Die Hoffnung stirbt nunmal zuletzt. Den Spielern zu sagen "Der ist so stark, der ist nicht zu besiegen, ich kenne die Werte" ist weit besser als zu sagen "Der ist nicht zu besiegen, der hat nicht mal Werte". Im ersten Fall sind die Spieler sich des Himmelfahrtskommandos bewusst und erhoffen sich ihn einfach zu pieksen. Im zweiten Fall wird nicht mal Hoffnung auf nen Piekser gestattet.

Ist es also Stilbruch, dass es innerhalb der Spielweltlogik auch Grenzen gibt?
Nein, aber sie sollten eben innerhalb der Spielweltlogik kommen und nicht mit einem einfachen "Bäh, gibts nicht"
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Teylen am 1.12.2009 | 16:16
Es ist doch Appel wie Ei ob da nun steht:
Nicht zu besiegen!
Oder ob da ein Charblatt liegt wo man gegen die Werte einfach nicht an kann.

Wenn es im Verlauf des Abenteuer zu einem Erdbeben kommt, und dann die geliebte Stadt weg ist, muss man dann auch die strukturelle Integritaet des Boden vorher und nachher angeben sowie saemtliche an den Schlamassel beteiligten Schmetterlinge?

Zudem finde ich haben Spieler einen dramatischen Anspruch darauf nicht immer auf's Brot geschmiert zu bekommen wenn das Abenteuer ein Himmelsfahrt Kommando ist oder sie anschliessend politisch nunmal auf's Kreuz gelegt werden.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Hector am 1.12.2009 | 16:20
Klaus, du scheinst nicht zu verstehen, worauf ich hinauswollte, also schön noch mal:

Szene 1
SL: Vor Euch steht Bruthulhu!
Spieler: Wir greifen ihn  an.
SL: Ihr könnt ihn nicht angreifen. Wenn ihr es doch tut, seid ihr tot. Punkt.

Szene 2:
SL: Vor Euch steht Bruthulhu!
Spieler: Wir greifen ihn an!
SL (kramt die Werte raus und legt schon mal 20W6 bereit): Sicher? GANZ SICHER? Okay...
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Callisto am 1.12.2009 | 16:21
Zudem finde ich haben Spieler einen dramatischen Anspruch darauf nicht immer auf's Brot geschmiert zu bekommen wenn das Abenteuer ein Himmelsfahrt Kommando ist oder sie anschliessend politisch nunmal auf's Kreuz gelegt werden.

Erstens doch, wenn sie gegen einen Halbgott kämpfen wollen, MUSS ihnen klar sein, dass es ein Himmelfahrtskommando ist.

Zitat
Wenn es im Verlauf des Abenteuer zu einem Erdbeben kommt, und dann die geliebte Stadt weg ist, muss man dann auch die strukturelle Integritaet des Boden vorher und nachher angeben sowie saemtliche an den Schlamassel beteiligten Schmetterlinge?
Natürlich nicht.

Es ist doch Appel wie Ei ob da nun steht:
Nicht zu besiegen!
Oder ob da ein Charblatt liegt wo man gegen die Werte einfach nicht an kann.
Na, wenn du Appel und Ei nicht von einander unterscheiden kannst. Manche mögen all das Cholesterin nicht. Wenn in der Abenteuerbeschreibung steht Fruchtsalat, aber statt Apfel gibts (Faule ;D) Eier, na dann ist das einfach Mist.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: K!aus am 1.12.2009 | 16:23
Zitat
Klaus, du scheinst nicht zu verstehen, worauf ich hinauswollte, also schön noch mal:

Doch, ich verstehe sehr gut. :)

Zitat
Szene 1
SL: Vor Euch steht Bruthulhu!
Spieler: Wir greifen ihn  an.
SL: Ihr könnt ihn nicht angreifen. Wenn ihr es doch tut, seid ihr tot. Punkt.

Szene 2:
SL: Vor Euch steht Bruthulhu!
Spieler: Wir greifen ihn an!
SL (kramt die Werte raus und legt schon mal 20W6 bereit): Sicher? GANZ SICHER? Okay...

Ich unterscheide an dieser Stelle nur nicht.

Denn wie Teylen schon sagt, es macht keinen Unterschied, die Spieler sind am Ende tot.

Und wie schön ist es den Tod seines Charakters auszuspielen ?!?  ::)

Ich könnte mich auf ein Mittelding einigen, dass die Spieler sagen wir greifen an und der SL sagt, dass es nur ein paar Kampfrunden dauern wird bis die Spieler merken, dass der Kerl zu heftig ist. Sie dürfen jetzt fliehen.

Oder ihr spielt 10 Kampfrunden, die Spieler kriegen richtig Dresche und wer Glück hat kann fliehen.


Zumal unvorbereitet in einen Kampf zu gehen wieder eine andere Sache ist. Jede Gruppe sollte die Möglichkeit haben sich über ihren potentiellen Gegner zu informieren.

Das ist für mich als SL ein Grundprinzip, dass die Spieler immer die Möglichkeit haben sich zu informieren mit wem sie sich anlegen und dann selbst über ihre (Helden- ) Tat entscheiden.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Teylen am 1.12.2009 | 16:29
Es ist doch eher so:

Szene 1
SL: Vor Euch steht Bruthulhu!
Spieler: Wir greifen ihn  an.
SL: Ihr könnt ihn nicht angreifen. Wenn ihr es doch tut, seid ihr tot. Punkt.
Spieler: Wir greifen dennoch ihn an!
SL: [Optional Insert Beschreibung eines scheitertenden Kampf] Ihr seit tot.

Szene 2:
SL: Vor Euch steht Bruthulhu!
Spieler: Wir greifen ihn an!
SL: Ihr könnt ihn nicht angreifen. Wenn ihr es doch tut, seid ihr tot.
Spieler: Wir greifen dennoch ihn an!
SL: [Nach 2 Stunden Chars tot wuerfeln] Ihr seit tot.

Ob Bruthulhu nun Werte hat oder nicht ist doch ziemlich egal und der Aufwand mit soviel Wuerfel auch unsinnig.
Es suggeriert hoechstens noch etwas das weder sinnvoll ist (Man kann Chutlhu toeten - die Werte werden so hoch sein das es nicht geht) das nicht sinnvoll waere (Ab sofort spielen wir Chutlhu ohne Chutlhu) und das auch betreffs der Stimmung nichts bringt.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Hector am 1.12.2009 | 16:30
Der Punkt ist, dass in einem Rollenspiel die Wünsche der Spieler Berücksichtigung finden sollten. Wenn eine Situation aufkommt, in der die Spieler sich nichts mehr wünschen, als ihre Kräfte an jemandem zu messen, der ihnen vom Spielleiter fairerweise als Halbgott oder eben auch Großer Alter vorgestellt worden ist, obwohl sie bei rationalem Nachdenken zu dem Schluss kommen müssen, dass Ihre Chance kleiner sein dürfte als die einer flügellahmen Fliege in einer Froschfarm, dann haben sie verdammt nochmal das Recht dazu, mit fliegenden Fahnen und rollenden Würfeln zur Hölle zu fahren.  ~;D
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: K!aus am 1.12.2009 | 16:32
Zitat
Der Punkt ist, dass in einem Rollenspiel die Wünsche der Spieler Berücksichtigung finden sollten.

Jap, aber der SL entscheidet in wieweit sie zum Tragen kommen.

Zitat
Wenn eine Situation aufkommt, in der die Spieler sich nichts mehr wünschen, als ihre Kräfte an jemandem zu messen, der ihnen vom Spielleiter fairerweise als Halbgott oder eben auch Großer Alter vorgestellt worden ist, obwohl sie bei rationalem Nachdenken zu dem Schluss kommen müssen, dass Ihre Chance kleiner sein dürfte als die einer flügellahmen Fliege in einer Froschfarm, dann haben sie verdammt nochmal das Recht dazu, mit fliegenden Fahnen und rollenden Würfeln zur Hölle zu fahren.

Aber dann diskutieren wir an dieser Stelle über einen unfähigen SL, eine kaputte Gruppe, Spieler die jeden Sch*** mitmachen und diese fiktive Gruppe nur existiert, dass wir über etwas diskutieren können.  ~;D

Ich glaube in der Politik nennt sich das Sommerpause.  :P
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Eulenspiegel am 1.12.2009 | 16:36
wo ist jetzt das Problem?
Hast du etwas den :ctlu: Smiley übersehen?
Der sollte dir doch genau sagen, wo das Problem liegt:
Wir Menschen sind auf die Cthulhoiden Aggressoren noch nicht vorbereitet und müssen unbedingt effektivere Waffen entwickeln, die die Großen Alten auch endgültig und für immer vernichten. (So ein Sternzerstörer wie in Star Wars oder eine Novabombe aus Andromeda wäre schonmal ein Anfang.)

Sicherlich, es würden dabei auch ein paar Menschen sterben, aber diese wären hält ein notwendiges Opfer. :gasmaskerly:

Nein, ernsthaft:
Ich sehe überhaupt kein Problem. Ich wollte nur der Aussage "Was Werte hat, kann man auch umbringen" widersprechen. (Es gibt auch noch andere Gegenbeispiele. - Aber Cthulhuist imho das humorvollste Gegenbeispiel und ich dachte, man könnte die (durchaus ernstgemeinte) Aussage hinter dem Witz dennoch verstehen.)

Also: Nicht alles, was Werte hat, lässt sich auch umbringen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Teylen am 1.12.2009 | 16:38
Das ein Nichtspieler Charakter keine Werte hat ist doch per se kein Grund einen Kampf gegen ihn nicht aus spielen zu koennen und sogar Wuerfel seitens der Spieler benutzen zu lassen.
Es aendert ja nichts am (festgeschriebenen) Ergebnis.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Hector am 1.12.2009 | 17:03
Ich glaube in der Politik nennt sich das Sommerpause.  :P

Ach was. So schlimm war das jetzt nicht. Sommerpause wäre sowas:

Sommerpause im Herbst (http://www.bild.de/BILD/news/mystery-themen/2009/11/mars/truemmer-von-ufo-auf-nasa-foto.html)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Oberkampf am 1.12.2009 | 19:26
Der Punkt ist, dass in einem Rollenspiel die Wünsche der Spieler Berücksichtigung finden sollten. Wenn eine Situation aufkommt, in der die Spieler sich nichts mehr wünschen, als ihre Kräfte an jemandem zu messen, der ihnen vom Spielleiter fairerweise als Halbgott oder eben auch Großer Alter vorgestellt worden ist, obwohl sie bei rationalem Nachdenken zu dem Schluss kommen müssen, dass Ihre Chance kleiner sein dürfte als die einer flügellahmen Fliege in einer Froschfarm, dann haben sie verdammt nochmal das Recht dazu, mit fliegenden Fahnen und rollenden Würfeln zur Hölle zu fahren.  ~;D

QFT

(Ach ist das schön, diese Abkürzung mal verwenden zu können.)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Tudor the Traveller am 1.12.2009 | 22:47
SL (kramt die Werte raus und legt schon mal 20W6 bereit): Sicher? GANZ SICHER? Okay...

Das kann man auch ohne Werte. Man nehme die höchste von SC erreichbare Macht und nehme sie mal x (wobei x eine Zahl ist, die widerspiegelt, wie verdammt nochmal krass der Typ rüberkommen soll), falls man Werte haben will. Genau das ist für mich die Aussage eines "wertelosen" Überwesens.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Pyromancer am 1.12.2009 | 23:10
Es ist doch eher so:

Szene 1
SL: Vor Euch steht Bruthulhu!
Spieler: Wir greifen ihn  an.
SL: Ihr könnt ihn nicht angreifen. Wenn ihr es doch tut, seid ihr tot. Punkt.
Spieler: Wir greifen dennoch ihn an!
SL: [Optional Insert Beschreibung eines scheitertenden Kampf] Ihr seit tot.

Szene 2:
SL: Vor Euch steht Bruthulhu!
Spieler: Wir greifen ihn an!
SL: Ihr könnt ihn nicht angreifen. Wenn ihr es doch tut, seid ihr tot.
Spieler: Wir greifen dennoch ihn an!
SL: [Nach 2 Stunden Chars tot wuerfeln] Ihr seit tot.

Ob Bruthulhu nun Werte hat oder nicht ist doch ziemlich egal und der Aufwand mit soviel Wuerfel auch unsinnig.
Es suggeriert hoechstens noch etwas das weder sinnvoll ist (Man kann Chutlhu toeten - die Werte werden so hoch sein das es nicht geht) das nicht sinnvoll waere (Ab sofort spielen wir Chutlhu ohne Chutlhu) und das auch betreffs der Stimmung nichts bringt.

Und so bald das Viech Werte hat geht es eben doch. Sei es mit dem großen Betonmischer voller selbstgebasteltem Sprengstoff, sei es durch eine unerwartete Kombination sanity-vernichtender Zauber, sei es durch geschicktes taktisches Vorgehen oder schieres Würfelglück - manchmal reicht auch ein einfacher Fischkutter und ein Matrose mit dem Mut der Verzweiflung.

Ich habe lange CoC gespielt, und wir haben es mit jeder Menge Mythos-Viecher aufgenommen. Wir haben oft verloren, aber ab und zu haben wir eben auch gewonnen. Und so muss das sein!
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: DasTaschentuch am 1.12.2009 | 23:41
Wenns Werte hat,kann mans töten. Alte Weisheit :-)
Stimmt es,daß es hier drinne

http://www.warehouse23.com/item.html?id=GRR1019

auch Werte für Gott gibt?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Eulenspiegel am 2.12.2009 | 01:04
Und so bald das Viech Werte hat geht es eben doch. Sei es mit dem großen Betonmischer voller selbstgebasteltem Sprengstoff, sei es durch eine unerwartete Kombination sanity-vernichtender Zauber, sei es durch geschicktes taktisches Vorgehen oder schieres Würfelglück
Falsch!
Cthulhu hat Werte und lässt sich dennoch nicht töten.

Spoiler zu Cthulhu:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Oder spiele Gurps:Flusswelt.
Da haben auch alle Leute Werte, aber trotzdem sind alle Leute unsterblich. (Du kannst ihren Körper einäschern. Aber selbst das ändert nichts daran, dass sie am nächsten Tag wieder auf der Matte stehen.)

Zitat
Ich habe lange CoC gespielt, und wir haben es mit jeder Menge Mythos-Viecher aufgenommen. Wir haben oft verloren, aber ab und zu haben wir eben auch gewonnen. Und so muss das sein!
Klar, aber dann habt ihr wahrscheinlich gegen Mi-Gos oder gegen Shogotthen gekämpft. Gegen Niedere Dienerrassen kann man, wenn man taktisch geschickt vorgeht, durchaus bestehen.

Aber sobald es gegen Große Alte geht, sieht das Ganze schon ganz anders aus. Und gegen Äußere Götter hast du in Cthulhu nicht den Hauch einer Chance. (Obwohl diese Viecher auch Werte haben.)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Arkam am 2.12.2009 | 08:47
Hallo zusammen,

ich habe unter http://tanelorn.net/index.php/topic,51602.0.html einen Thread für die Diskussion über Werte für mächtige NPCs aufgemacht.
Denn ich denke diese Diskussion hat nichts mehr mit dem Thema dieses Threads zu tun ist aber trotzdem interessant.

Gruß Jochen

Edit: Rechtschreibung
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Neuromancer am 2.12.2009 | 09:13
Railroaden ohne dass es die Spieler merken: Schönes Ding
Railroaden offensichtlicher Natur: Ganz böse,kann Spieler verärgern.

Meine Frage dazu: Aaaber was ist wenn die Spieler nichts als Blödsinn machen und alles andere tun nur nicht dem Plot folgen?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Benjamin am 2.12.2009 | 17:17
Welcher Plot?

Wenn die Spieler nur Quatsch machen, dann gib ihnen mehr zu tun.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: SeelenJägerTee am 2.12.2009 | 17:24
Railroaden ohne dass es die Spieler merken: Schönes Ding
Railroaden offensichtlicher Natur: Ganz böse,kann Spieler verärgern.

Meine Frage dazu: Aaaber was ist wenn die Spieler nichts als Blödsinn machen und alles andere tun nur nicht dem Plot folgen?

Anderes System Spielen?
Mit anderer Gruppe weiter machen?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Hector am 2.12.2009 | 17:26
Spannenderen Plot auftischen?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Tudor the Traveller am 2.12.2009 | 17:40
Meine Frage dazu: Aaaber was ist wenn die Spieler nichts als Blödsinn machen und alles andere tun nur nicht dem Plot folgen?

Ich erweitere: Was ist, wenn die Spieler dem Faden des Plots folgen wollen, es aber versauen, weil sie die Hinweise missdeuten? Soll der SL sie sich in einer Sackgasse verzetteln lassen oder lieber wieder zurückführen? Letzteres wäre Railroading nach meinem Verständnis...
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: SeelenJägerTee am 2.12.2009 | 17:51
Letzteres ist nur dann Railroading, wenn die Spieler nicht sagen können. "Gut sind wir halt gescheitert."
Wenn de SL eine "Rückkehroption" einbaut und diese nicht völlig an den Haaren herbeigezogen ist sondern Plausibel (z.B: Der Serienmörder ist ihnen zwar entwischt. Aber sie Lesen in der Zeitung dass jetzt ein ähnlicher Mord im Nachbarland passiert ist.), dann ist das mMn kein Railroading, da die Spieler ja die Option haben zu sagen "Gut jetzt ist das das Problem der französischen Polizei. Hehe viel Spaß mit dem Arschloch."
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Tudor the Traveller am 2.12.2009 | 18:13
Die Option des Abbruchs haben SC (fast) immer, m.E. auch beim RR. Dann stagniert das Spiel der entsprechende Plot eben. Aus einem Plot an einer beliebigen Stelle auszusteigen und einen neuen zu beginnen hat in meinen Augen nichts mit RR zu tun. RR heißt für mich, dass nur ein Weg zum Ziel führt. Dafür muss aber das betreffende Ziel auch verfolgt werden.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Enpeze am 6.12.2009 | 12:01
Klares Railroading. Igitt.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Feuersänger am 6.12.2009 | 15:36
Ich erweitere: Was ist, wenn die Spieler dem Faden des Plots folgen wollen, es aber versauen, weil sie die Hinweise missdeuten? Soll der SL sie sich in einer Sackgasse verzetteln lassen oder lieber wieder zurückführen? Letzteres wäre Railroading nach meinem Verständnis...

Ich hab dazu weiter oben schon was gesagt: der SL bricht sich in so einem Fall keinen Zacken aus der Krone, wenn er OOC klipp und klar sagt: Mädels, ihr verrennt euch da gerade.
Jeder SL sollte sich immer vor Augen halten:
1. Der Kanal der Informationsvermittlung zwischen SL und Spieler ist grundsätzlich sehr fehleranfällig. Man hat so schnell etwas mißverstanden und geht dann in der Folge von anderen Voraussetzungen aus.
2. Die Spieler können nicht Gedanken lesen. Die in deinen (SL) Augen absolut logische Schlußfolgerung, auf die sie deiner Meinung nach sofort kommen sollten, ist vielleicht nicht unbedingt so logisch und plausibel, wie du dir das vorstellst. Die Spieler halten sie womöglich sogar für vollkommen hirnrissig und machen sich deshalb in einer anderen Richtung Gedanken.

In beiden Fällen braucht man kein RR, sondern einfach nur klare Ansagen, gerne auch OOC. Und wenn die Spieler den ausgedachten Plot für unlogisch halten, und man will oder kann ihn nicht ändern, muss man das halt auch OOC eingestehen und trotzdem um wohlwollende Mitwirkung bitten.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Tudor the Traveller am 7.12.2009 | 08:47
Ich hab dazu weiter oben schon was gesagt: der SL bricht sich in so einem Fall keinen Zacken aus der Krone, wenn er OOC klipp und klar sagt: Mädels, ihr verrennt euch da gerade.
...
In beiden Fällen braucht man kein RR, sondern einfach nur klare Ansagen, gerne auch OOC. Und wenn die Spieler den ausgedachten Plot für unlogisch halten, und man will oder kann ihn nicht ändern, muss man das halt auch OOC eingestehen und trotzdem um wohlwollende Mitwirkung bitten.

Und genau das halte ich ebenfalls für eine Form von Railroading. Jenes RR, das ich andernorts als "offenes RR" bezeichne. Ich habe die ausschlaggebende Aussage im Zitat unterstrichen: Es gibt eine feste Storyline und der SL lässt Abweichungen nicht zu, weil er nicht will oder nicht kann.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Feuersänger am 7.12.2009 | 11:03
Neinein, ganz so meine ich das nicht. Ich denke da eher an die Vorbedingungen, die der SL retconnen müsste, um der Denke der Spieler gerecht zu werden.
Also Beispiel, stell dir ne Hofintrige vor, und die Spieler müssen die Hintergründe aufdecken. Der SL hat nun im Voraus geplant, dass der bitterböse Großwesir dahintersteckt. Das stellt er sich auch ganz plausibel vor, weil ja "bitterböse" quasi beim Großwesir in der Berufsbeschreibung enthalten ist. Aber die Spieler gelangen im Laufe ihrer Ermittlungen zu dem Schluss, dass es der Großwesir gar nicht sein kann, aus einem Grund den der SL nicht bedacht hat. Also ermitteln sie munter weiter und kommen aber nicht voran. Was machste da als SL.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Eulenspiegel am 7.12.2009 | 11:30
Kommt darauf an, ob es ein Fehler des SLs oder ein Fehler der Spieler ist:

Wenn es ein Fehler des SLs ist:
Still und heimlich versuchen, den Fehler wieder gerade zu biegen.
Falls das nicht möglich ist, den Spielern sagen: "Sorry Jungs, mir ist da ein Fehler unterlaufen. Eigentlich müsste es so und so sein..."

Wenn es ein Fehler der Spieler ist:
Mich still und heimlich freuen, dass die Intrige des Großwesirs aufgeht.
Und wenn die Spieler nicht hinter die Intrige kommen, dann wird der Großwesir eben Kalif anstelle des Kalifen. (Und das nächste AB geht vielleicht darum, dass die Spieler in den Untergrund gehen und versuchen, gegen den neuen Kalifen vorzugehen und ihn wieder abzusetzen. - Oder sie freunden sich mit dem neuen Kalifen an und denken "Der Kerl ist zwar ein Arschloch, aber er ist wenigstens intelligenter als der alte Kalif und kann das Reich besser führen.")
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Tudor the Traveller am 7.12.2009 | 13:37
Ach so, also ein Logikfehler im Plot... da hat der SL wohl Mist gebaut. Gerade dann hilft einem aber Railroading über die Logikfalle hinweg, die bei Ergebnisoffenheit vielleicht den ganzen Plot sprengen würde. Ob man dann offen Railroading macht und sagt "äh Sorry, mein Fehler, hier gehts lang..." oder das ganze versucht, subtil in game wieder auszubügeln, ist Geschmacksfrage und hängt vom jeweiligen Stil ab.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Bad Horse am 7.12.2009 | 18:59
Ich finde nicht, dass es Railroading ist, wenn der SL seine Spieler um Hilfe bittet, um ein Logikloch zu stopfen. Zum Railroading gehört immer die Entmachtung der Spieler dazu.
Denn in dem Fall, wo das Abenteuer vor die Wand gefahren ist, können die Spieler ja auch sagen "Okay, was meinst du, wir lassen das ganze und suchen jetzt lieber nach den Wüstenräubern, das klang doch auch interessant", und der SL kann darauf eingehen.
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Eulenspiegel am 7.12.2009 | 19:05
Es kommt halt immer darauf an,w ie das Logikloch gestopft ist:
Wenn die Spieler dabei helfen können, das Logikloch zu stopfen und die Entscheidungen der Spieler, wie das Logikloch gestopft werden kann auch einen Einfluss auf den Plot hat, dann ist es kein Railroading.

Wenn der SL jedoch sagt: "Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass der böse Schwarzmagier euch jetzt gefangennimmt. Aber da ist mir wohl ein Logikfehler unterlaufen. Denkt euch mal aus, wieso der böse Schwarzmagier euch jetzt gefangen nehmen kann, (obwohl ihr einen so guten Plan hattet, wie ihr euch vor ihm verstecken könnt)."

Die Ideen der Spieler, das Logikloch zu stopfen, müssen also den Plot verändern.
Wenn der SL jedoch die Ideen der Spieler aufgreift, um das Logikloch zu stopfen, aber es anschließend wie gehabt mit dem Plot weitergeht, dann wurden die Spieler de facto entmachtet. (Klar, sie durften das Logikloch stopfen. Das verschafft ihnen aber nicht zwangsläufig auch Einfluss.)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Benjamin am 7.12.2009 | 21:02
Wurde denn schon Einigkeit darüber erzielt, dass Voraussetzung für Railroading ein Plot ist?
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: DasTaschentuch am 7.12.2009 | 21:33
Wurde denn schon Einigkeit darüber erzielt, dass Voraussetzung für Railroading ein Plot ist?
Wenn ich an den "Ist würfeln RR" Thread denke,wohl eher nicht :-)
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Benjamin am 8.12.2009 | 09:50
Uh .. uh.  :-X
Titel: Re: Railroading in der Praxis
Beitrag von: Ein am 8.12.2009 | 10:16
@Feuersänger
Zitat
Was machste da als SL.
Roll with the blow: Intrige an die Ergebnisse der Spieler anpassen. Also das Ergebnis des gemeinschaftlichen, kreativen Prozesses vor den eigenen Entwurf setzen.

Ich bin mittlerweile sogar soweit, dass ich nicht einmal mehr irgendein Endergebnis determiniere, sondern nur eine Ausgangslage vorlege.