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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rollenspieltheorien => Thema gestartet von: Teylen am 10.01.2010 | 19:40

Titel: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Teylen am 10.01.2010 | 19:40
Nachdem letzten Thread stellt sich mir die Frage wie man den Spielstil nennt wenn sich die Rollenspiel Gruppe entschieden hat das es, in Bezug auf das Spiel, eine klare Hiraschie zwischen Spielleiter und Spieler gibt, eine entsprechende "Machtverteilung" vorherrscht sowie der Spielleiter die Gruppe durch einen mehr oder minder restriktiv gestalten Plot führt.

"Railroading" erscheint mir nicht geeignet da er für einige zwingend negativ belegt ist und es dementsprechend zu Missverständnissen kommen kann und eine Kommunikation mittels des Begriffs wenig Sinn ergibt. Nun und es könnte nützlich sein wenn man auf die Frage ob man Sandboxing oder Player Empowerment mag entgegenen könnte "Nein, ich bevorzuge eher [..]" anstelle "Ich mag einen Spielstil den du vermutlich als Railroading bezeichnen würde der mir jedoch entgegen deiner negativen Assoziation mit dem Begriff Spaß macht und der so in unserer Gruppe gewollt ist".

Vielleicht gibt es für in der Theorie Railroading nahe Spielstile auch bereits Begriffe die mir lediglich nicht bekannt sind..
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: ErikErikson am 10.01.2010 | 19:43
Hat Großkomtur nicht "Pusher" dazu gesagt?
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Purzel am 10.01.2010 | 19:43
Erzählonkel-Spiel
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Callisto am 10.01.2010 | 19:46
Ich nannte das immer "klassisch" im Gegensatz zu Player Empowerment.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Bad Horse am 10.01.2010 | 19:46
"Erzählonkelei" geht in diese Richtung, ist aber auch negativ belegt. "Stimmungsspiel" trifft es auch nicht richtig (und ist auch negativ belegt). "Erzählspiel" ist (glaube ich) was anderes.

Hm. Interessanterweise wird dieser Stil von einem Haufen Leute gepflegt, von denen auch nicht alle arme geschundene Kreaturen sind, die es nicht besser wissen, sondern die sich bewusst für diesen Stil entschieden haben.

Es wäre doch schön, wenn es ein neutrales Wort dafür gäbe. "Klassich" ist auch das, was mir in den Sinn gekommen ist.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Eulenspiegel am 10.01.2010 | 19:50
Also "klassisch" sehe ich eher als Gegenbegriff zur Forge.
Also Sachen, wo jeder Spieler nur einen SC steuert und nur über diesen SC Einfluss auf die Spielwelt ausübt, ist für mich "klassisch".

Sowohl Sandboxing als auch der Begriff, nach dem her gesucht wird, ist für mich klassisch.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Purzel am 10.01.2010 | 19:54
Wir halten also fest: "klassisch" ist das falsche Wort.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Horatio am 10.01.2010 | 19:55
"Participationism" viele mir da ein.

Man schaue hier:
http://tanelorn.net/index.php/topic,28747.msg564709.html#msg564709

Allgemein sollte das hier im Tanelorn einer der ersten Thread sein, in den man reinschaut, wenn man nach Begrifflichkeiten sucht, um ein bestimmtes Konzept auszudrücken.. musste ich auch erst lernen :D.
Naja, zumindest stelle ich mir das so vor..

und hier gibts noch Nachschlag zu dem Konzept:
http://ptgptb.org/0027/theory101-02.html



Mal schauen ob der Thread hier gut geht..
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Bad Horse am 10.01.2010 | 19:59
Partizipi... Partizü... Pülülä...  :)

Sorry, aber ich finde den Begriff allein schon mal vom Wort her unhandlich. Zumal außerhalb der regelmäßigen Theorieleser auch wieder keiner weiß, was gemeint ist.

Andererseits ist er zweifelsohne der richtige, wenn es um die Fragestellung geht.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Horatio am 10.01.2010 | 20:07
"Partizipationismus" wäre dann das deutsch Wort.. hoffe ich :P.

Wenn wir schon einen Thread haben, wo jemand - mit Inhaltsverzeichnis - solche Begrifflichkeiten aufbereitet.. ist es dann nicht irgendwie blöd den nicht zu benutzen :D?

btw.: Wieso hat sich Georgios eigentlich abgemeldet? Fand viele seiner Beiträge richtig gut. Wirklich schade um ihn.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Eulenspiegel am 10.01.2010 | 20:08
Ich schlag mal ein paar ganz neue Wörter vor, die aber leicht auszusprechen sind und auch intuitiv klar:
- Trampen
- Sightseeing
- Subway / Metro
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: ErikErikson am 10.01.2010 | 20:10
Tja, es sind immer die Besten, die gehen.

Wie wärs mit " die besagte abscheuliche Geschmacksverinnrung", oder das "Namenlose"? Oder, nach der bekannten linearen Kampagne, Borbaradianismus?
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Beral am 10.01.2010 | 20:13
- Subway / Metro
lol! Das ist sehr gut. Werde versuchen, mir Metro anzueignen.

Ansonsten ist mir Railroading gut genug. Wenn ich sage, meine Gruppe spielt Railroading, weiß jeder, was gemeint ist. Wenn die Hälfte der Leserschaft gleichzeitig glaubt, wir sind unglücklich darüber, ist mir das egal.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 10.01.2010 | 20:27
Scheherazade-Stil
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Callisto am 10.01.2010 | 20:43
SL-lastiges Spiel.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Humpty Dumpty am 10.01.2010 | 20:43
Ich nenn das ebenfalls Railroading. Wenn ich erwähne, dass unsere Gruppe Railroading spitze findet und hervorragend damit klarkommt, weiß jeder, was gemeint ist. Zwar kriechen dann jedes Mal irgendwelche Zombies aus den hintersten Löchern, die mir freies Rollenspiel erklären wollen und mich ob unseres offensichtlich minderwertigen Spiels belächeln. Aber das ist der Schweinezyklus und damit komme ich klar.

Früher dachte der Mob ja auch, dass Rollenspiele zwingend literarisch ambitioniert sein sowie mit hochwertigen Plots und vollem Drama daherkommen müssen, um eine Daseinsberechtigung zu haben. Man tat Dungeon Crawls gleichzeitig als offensichtlich minderwertig ab.

Heute fühlen sich Leute mit diesen Vorlieben (und teilweise die gleichen wie früher) wieder als Avantgarde, wenn sie das gleiche machen wie früher, es aber nun Hack´n´Slay Old School Sandbox nennen. Wie gesagt: Schweinezyklus. Ich habe das verstanden und bin mittlerweile gerne Swine. Oder meinetwegen auch Railroader.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: oliof am 10.01.2010 | 20:54
Der Typ der das macht, ist ein Full-Service-SL. Also muß das „PitStop“-Spiel heißen.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Callisto am 10.01.2010 | 21:00
Es gibt eine feine Linie zwischen dem bösen Railroading und dem "SL-lastigen/FullService/PitStop"-Stil. Die Gruppe die sagt, dass sie an Railroading Spass hat, macht mMn PitStop.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Roland am 10.01.2010 | 21:06
Der Typ der das macht, ist ein Full-Service-SL. Also muß das „PitStop“-Spiel heißen.

Es geht ja nicht um Autos, sondern um geschätzte Mitspieler. Wie wärs mir 5-Sterne-Spiel?  >;D
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Akhorahil am 10.01.2010 | 21:39
Zitat
Es gibt eine feine Linie zwischen dem bösen Railroading und dem "SL-lastigen/FullService/PitStop"-Stil. Die Gruppe die sagt, dass sie an Railroading Spass hat, macht mMn PitStop.

Grossartig. Man könnte es auch Rallye-Stil nennen, wenn es nicht ganz so restriktiv gespielt wird. Obwohl restriktiv denkeich eine irreführende Begrifflichkeit ist und man sich zuerst die Plotstruktur anschauen sollte. Eine Gewaltenteilung zwischen SL und Spieler kenne ich eigentlich aus jeder Gruppe, insofern sehe ich das nicht unbedingt wie Teylen im Eingangspost als Kriterium an.

1. Linear ( restrictiv -> Typ Rennstrecke mit Boxenstops )
2. Modular ( freie Bahn mit Marzipan -> Rallye-Style )

Im "freien Spiel" entsteht der Plot wenn dann erst im Laufe der Zeit und entwickelt sich dann in eine der beiden Richtungen.

In beiden Plotstilen kann man bestimmte Dinge forcieren. Der Technikbegriff Railroading greift dann bei von den Spielern als stöhrend empfunden und i.d.R. für sie nicht nachvollziehbaren SL-Entscheidungen, die i.d.R. SC-Entscheidungen negieren oder abändern.

Bleiben die SCs bei einem linearen Abenteuer die "Rennstrecke" und bleiben ohne Blechschäden durch Leitplanken auf der Bahn, muss man als SL nicht viel tun und in den meisten Fällen hat die Gruppe dennoch Spass. Natürlich ist das auch abhängig davon, ob die Gruppe die Linearität der Strecke erfasst und wie sie dies empfindet. Ich persönlich hab selten Probleme damit, solange Plot und Mitspieler interessant sind.

Wollen sie im linearen Plot die Strecke verlassen, fängt die Improvisation an. Sie wieder auf die Strecke zu bringen ist je nach Gruppe und ausgelegten Roten Heringen unterschiedlich schwer ( aus meiner Erfahrung sind es meist solche Kleinigkeiten, die die Gruppe aus der Bahn wirft, weshalb ich auch recht sparsam damit umgehe ) und man KANN, muss aber nicht, RR einsetzen. Meist ist ein "sanfter Schubs", ein mehr oder weniger offensichtlicher "Wink mit dem Zaunpfahl" wesentlich besser.
Gute Vorbereitung hilft hier. Be prepared !

Plots mit modularem Aufbau sind da wesentlich bedienungsfreundlicher, man muss nur gelegentlich was tun und kann die Gruppe weitestgehend laufen lassen. Wann sie welche Box anlaufen oder die "Mechaniker" SIE aufsuchen, ist weitgehend variabel. Einziger Knackpunkt ist, das die Gruppe mitunter etwas orientierungslos sein kann, wenn ihnen die Optionen ausgehen. Häufig sind das auch Plots, die mit einem gewissen Hintergrundwissen zur Spielwelt besser zu knacken sind.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: 1of3 am 10.01.2010 | 21:45
Partzipationismus war dafür mal geläufig.

Sightseeing ist auch eine sehr schöne Beschreibung. Man wird im Bus irgendwohin gefahren, darf dann aussteigen und ein bischen sich umgucken und fährt dann weiter. Kann total nett sein. Ab und zu ne nette kleine Sightseeing-Tour im Rollenspiel macht mir auch Spaß.

Ich plädiere als Begriff für Sightseeing.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Teylen am 10.01.2010 | 22:01
Eine Gewaltenteilung zwischen SL und Spieler kenne ich eigentlich aus jeder Gruppe, insofern sehe ich das nicht unbedingt wie Teylen im Eingangspost als Kriterium an.
Es ist kein einzigartiges Kennzeichen, aber so wie es es sehe mit in begriffen.
Schließlich gibt es wohl auch Sachen wie PtA wo, wenn ich es richtig verstehe, die Position des "Spielleiter" zumindest bezogen auf den Plot sogar innerhalb einer Runde wechselt.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: kirilow am 10.01.2010 | 22:06
Kurz nur dazu:
Es wurde ja mal versucht, Illusionismus als positiven Begriff für Railroading zu etablieren, ist aber gescheitert. (Wie so manches sprachpolitische Projekt)

Ich finde ja RR als Begriff nicht schlimm oder falsch. "Besaufen" ist auch negativ belegt, dennoch tut man das bisweilen mit Freuden.

Wenn ihr unbedingt einen anderen Begriff dafür wollt (außer DSA-Deppeneisenbahn :D ) empfehle ich:
Plot-Spiel, so hat Naga das einmal genannt und ich finde, das trifft's ganz gut.

Grüße
kirilow
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Naga am 10.01.2010 | 22:25
Es wurde ja mal versucht, Illusionismus als positiven Begriff für Railroading zu etablieren, ist aber gescheitert.

Ist doch Fuppes. :)

Aber du kannst beides gern Plot-Spiel nennen, da wird wohl niemand wiedersprechen. ;)
(Nebenbei, der Begriff stammt nicht von mir, sondern ist aus dem Larp entlehnt.)
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: nebelland am 10.01.2010 | 22:34
"Ich mag einen Spielstil den du vermutlich als Railroading bezeichnen würde der mir jedoch entgegen deiner negativen Assoziation mit dem Begriff Spaß macht und der so in unserer Gruppe gewollt ist".

Ich halte das immer noch für die treffendste Beschreibung. Nein, ehrlich.

"Erzählspiel" ist (glaube ich) was anderes.

Nach meiner vorläufigen Definition ist all das Erzählrollenspiel, was ein befriedigendes narratives Erlebnis als Spielziel definiert. Von daher passt "Erzählrollenspiel" doch gar nicht so schlecht.

Aber das ist der Schweinezyklus und damit komme ich klar.

Was bedeutet, dass Du binnen kurzem wieder Elite und Avantgarde sein wirst. ;) Durchhalten!

Grüße,
Florian
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Eulenspiegel am 10.01.2010 | 22:48
Nach meiner vorläufigen Definition ist all das Erzählrollenspiel, was ein befriedigendes narratives Erlebnis als Spielziel definiert. Von daher passt "Erzählrollenspiel" doch gar nicht so schlecht.
Naja, ich denke, Erzählrollenspiel ist ein Oberbegriff.
- Darunter fallen dann so spiele wie PtA, wo der Spieler zwar den Plot bestimmt, aber ein guter Plot trotzdem das Spielziel ist.
- Darunter fallen aber auch viele DSA-Abenteuer, wo der SL den Plot bestimmt und ein guter Plot ebenfalls das Spielziel ist.

Ich denke, man kann auch beim Erählrollenspiel Sandboxing betreiben (z.B. PtA) und man kann auch beim Erzählrollenspiel Railroading/Sightseeing betreiben (z.B. viele DSA-ABs).
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 10.01.2010 | 22:58
Wie wäre es mit

Guided Tracking

Guide-Railing

oder aus dem Tanzjargon

Führen und Folgen

?
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Beral am 10.01.2010 | 23:13
Führen und Folgen

?
Da hängt die Nazikeule aber bedrohlich über den Köpfen.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: DasTaschentuch am 10.01.2010 | 23:24
Hach,herrlich diese ganzen Begriffe.
Wenn man sich diese Threads durchliest ist es kein Wunder wenn man so leicht aneinander vorbeireden kann.

Unter Erzählspiel versteh ich z.B. würfelloses Spielen und Sightseeing ein plotarmes Spielen bei dem es eigentlich nur um das maping dr Welt geht.

Ein Spielstil mit dem bösen "RR" Wort wär für mich einfach Rollenspiel a la PC RPG oder Computerrollenspiel.

Ich bin eigentlich ein Improvisierer aber ich bau gern "Zwischensequenzen" ein die viel hier wohl als RR bezeichnen würden.

Meine 5 Cent..
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Dr.Boomslang am 10.01.2010 | 23:31
Dieser Thread ist ja mal entspannend. Zur Abwechslung ist klar worüber die meisten reden obwohl jeder einen eigenen Begriff dafür benutzt ;D

Ansonsten habe ich glaube ich nichts tolles beizutragen. Meinetwegen können wir das Stil X nennen, ach ne lieber B, oder doch A, nee A hört sich schon zu wichtig an... ;)
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: carthoz am 10.01.2010 | 23:38
Sightseeing find ich auch nett - Urlaub ist ja auch nichts anderes als Eskapismus, und da sollte man sich auch nicht immer völlig frei bewegen, das macht nur Ärger mit der Reiseleitung.  ;D
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Callisto am 10.01.2010 | 23:40
Mit Sightseeing bin ich einverstanden. Ich stehe halt auf Individualtourismus  ;D
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Thalamus Grondak am 10.01.2010 | 23:53
Sightseeing passt überhaupt nicht, das impliziert, das die Spieler nur zugucken. Das ist aber nicht der Fall.
Railroading ist genau der Richtige Begriff für einen Spielstil, in dem die Spieler in der Bahn, und auf den Bahnhöfen frei handeln können, aber eben nicht in Köln den Dom besichtigen können, wenn der gebuchte Zug nach Hamburg in 5 Minuten weiterfährt.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Callisto am 11.01.2010 | 00:11
sowie der Spielleiter die Gruppe durch einen mehr oder minder restriktiv gestalten Plot führt.

...
Vielleicht gibt es für in der Theorie Railroading nahe Spielstile auch bereits Begriffe die mir lediglich nicht bekannt sind..

Nein, denn dieser Bus wartet auf die Reisegruppe. Es geht ja darum einen positiven Begriff zu finden, der nicht gleich RR ist!
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: nebelland am 11.01.2010 | 01:04
[...] und Sightseeing ein plotarmes Spielen bei dem es eigentlich nur um das maping dr Welt geht.

Mit mapping meinst Du erkunden und kartographieren? Oder eher scenery porn (http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/SceneryPorn)? ;)

Florian
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Ein am 11.01.2010 | 04:07
Railroading ist als Begriff doof, weil er schon eine Technik bezeichnet. Daher Illusionismus.

Und negativ wird eh alles von irgendwem belegt. Wenn mich Sumpfhexe 'Sven' ruft, ist mir auch klar, dass was im Argen liegt.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 11.01.2010 | 08:11
Da hängt die Nazikeule aber bedrohlich über den Köpfen.

Häh? Der "Begriff" wird so beim Tanzen verwendet. Oder sollen wir das Wort "führen" mit all seinen Variationen jetzt aus unserem Sprachschatz streichen?  ::)

Aber mir ist noch ein Begriff eingefallen: Schnitzeljagd-Spiel

Sightsseeing klingt mir zu passiv. Es ist ja nicht so, dass die Spieler nichts machen. Ihre zielführenden Optionen sind nur eben eingeschränkt.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Hector am 11.01.2010 | 09:55
Schnitzeljagd ist m.E. schon belegt. Beschreibt im Allgemeinen einen Stil, bei dem der SL eine (Kriminal-)geschichte vorbereitet, bei der die Charaktere verschiedene Stationen abklappern müssen, an denen jeweils Hinweise auf den nächsten Teil der Lösung verborgen sind.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: 1of3 am 11.01.2010 | 10:00
Railroading ist als Begriff doof, weil er schon eine Technik bezeichnet. Daher Illusionismus.

Illusionismus ist aber die alternativlose, vorgebene Handlung, ohne dass die Spieler das merken. Hier geht es um Typ 2 der Lösung für das unmögliche Ding vor dem Frühstick: Partizipa-Dingsbums halt. Illusionismus ist Typ 1.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: sir_paul am 11.01.2010 | 10:27
Für Participationism / Parti[...]mus, passt wie die Faust aufs Auge ist per Definition nicht negativ belegt. Also warum etwas neues Erfinden?
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 11.01.2010 | 10:42
Was soll denn Participationism bedeuten? Der Begriff passt m.E. auf so ziemlich jede Spielform, da die Spieler immer am Spiel partizipieren. Das drückt doch gar nicht aus, dass sie freiwillig eingeschränkte Handlungsoptionen haben.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: DasTaschentuch am 11.01.2010 | 10:52
Mit mapping meinst Du erkunden und kartographieren? Oder eher scenery porn (http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/SceneryPorn)? ;)

Florian

Ich mach gern scenery porn,nur ignorieren es meine Spieler immer. Mit mapping meint ich tatsächlich Stift rausholen und Karte malen,so wie man es in den alten Eye of the Beholder Spielen gemacht hat.
Nagut,zumindest  *Ich* find sowas spassig...
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Ein am 11.01.2010 | 10:53
Ich sehs wie Tudor.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: sir_paul am 11.01.2010 | 11:00
Was soll denn Participationism bedeuten? Der Begriff passt m.E. auf so ziemlich jede Spielform, da die Spieler immer am Spiel partizipieren. Das drückt doch gar nicht aus, dass sie freiwillig eingeschränkte Handlungsoptionen haben.

Du hast aber schon den Rest des Threads gelesen, z.B. das hier:

"Participationism" viele mir da ein.

Man schaue hier:
http://tanelorn.net/index.php/topic,28747.msg564709.html#msg564709
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Eulenspiegel am 11.01.2010 | 11:04
Für Participationism / Parti[...]mus, passt wie die Faust aufs Auge ist per Definition nicht negativ belegt. Also warum etwas neues Erfinden?
Weil dieses Wort ein Zungenbrecher ist.
Wenn das Wort "Party-Zip" oder von mir aus auch "pay-schänism" heißen würde, hätte ich nichts dagegen.
Aber ein Wort, das "Party-Zip pay-schänism" ausgesprochen wird, will ich mir nicht zumuten. Das ist einfach zu klobig für den Sprachgebrauch. (Geschrieben macht das Wort keine Probleme. - Aber ausgesprochen ist es einfach der Horror.)
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: sir_paul am 11.01.2010 | 11:08
Naja, auch ein Grund  ::)

Dann sollten wir uns aber nicht darüber wundern das es keine allgemein anerkannten Begrifflichkeiten gibt wenn wir das Rad immer wieder neu Erfinden...
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Ein am 11.01.2010 | 11:14
Das dumme am Parapappaismus ist, dass er im Wortlaut genau das Gegenteil von dem aussagt, was er eigentlich darstellen soll. Hier wird die Beteiligung der Spieler an der Formung des Spiels betont, obwohl es eigentlich genau das Gegenteil bedeutet. Also kann man es eigentlich auch gleich Autoritarismus nennen.

Oder Führer-Rollenspiel, wenn ihr es knackig wollt.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Beral am 11.01.2010 | 11:19
Toll, jetzt haben wir Railroading, Illusionismus und Partipismus. Das eine beschreibt unfreiwillig befahrene Schienen, das andere unbemerkt befahrene Schienen und das dritte freiwillig befahrene Schienen.
(Ob es Illusionismus langfristig in der Praxis geben kann, halte ich für zweifelhaft.)

Und bei aller begrifflichen Vielfalt haben wir nicht einmal die klare Trennung zwischen Werkzeug und Spielstil. Railroading ist einfach kein Spielstil. Es geht den Leuten, die das anwenden, doch nicht um eingeschränkte Handlungsoptionen. Ein Spielstil muss positiv definiert werden, über angestrebte Aspekte, und nicht über Randaspekte, die dem Angestrebten zum Opfer fallen. Die Sandboxspieler bezeichnen wir ja auch nicht als Dramatik-Zerstörer, nur weil sie bewusst auf einen klassischen Spannungsbogen verzichten; das ist schlicht unwesentlich für Sandboxer. Genauso sind Handlungsoptionen nicht die erste Priorität für bestimmte Spielstile, so dass Railroading ein probates Mittel darstellt. Nur ist dann nicht Railroading kennzeichnend für den Spielstil, sondern etwas anderes, z.B. das gemeinsame Erleben einer dramatischen Geschichte. Illusionismus und Partionismus sind ebenso wenig brauchbare Spielstilbeschreibungen, weil sie nicht das beschreiben, worum es den Anwendern geht. Sie beschreiben das, was Feinde des Spielstils aus ihrer vorurteilbehafteten Perspektive sehen. Sowas sollten sich die Railroading-Verwender nicht gefallen lassen. Denkt nach, worum es bei eurem Spiel eigentlich geht und bennent den Spielstil danach.

Problematisch wird es, wenn eine Gruppe kein gemeinsames Spielziel hat. Der SL will eine Geschichte erzählen, ein Spieler will das auch, der andere Spieler will lieber seinen Charakter entwickeln, noch einer die Spielwelt erkunden und der letzte weiß überhaupt nicht, was er will und meckert an allem herum. Am Ende setzt sich der SL durch, weil er nun mal der Leiter ist und es sieht so aus, als ob der Spielstil Railroading wäre. Aber selbst hier ist Railroading kein Spielstil, sondern wird dafür gehalten, weil kein Spielstil zu erkennen ist.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Eulenspiegel am 11.01.2010 | 11:33
Dann sollten wir uns aber nicht darüber wundern das es keine allgemein anerkannten Begrifflichkeiten gibt wenn wir das Rad immer wieder neu Erfinden...
1) Du solltest dich nicht wundern, dass Participationism kein anerkannter Begriff ist, obwohl er schon seit mehreren Jahren existiert.
Und wenn man auf diesen Begriff besteht und ihn unbedingt weiterverwenden möchte, wird er dadurch nicht anerkannter.

2) Was heißt hier, das Rad neu erfinden? Die Definition bleibt ja die gleiche, nur der Name wird geändert:
"Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix."

@ Beral
Sowohl Railroading als auch Sandbox sind keine Spielstile, sondern Techniken.
"Sandbox" ist eine Technik, mit der man "möglichst viel Einflussnahme der Spieler" hinbekommt.
Und RR ist eine Technik, mit der man "einen schönen Plot" hinbekommt.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: ErikErikson am 11.01.2010 | 11:36
Beral, du hast recht und hebst das Niveau dieser Frage um 100%, aber:

Freies Spiel mit Spannungsbogen und RR, wo keiner dazwischenfunkt unterscheidet sich im Ergebnis nicht mehr voneinander.

Man kann die Spielstile also nicht nach Zielsetzung trennen.


Also vielleicht: "Planspiel"?

Participionism klingt echt so nach viel Einfluss der Spieler.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Ein am 11.01.2010 | 11:43
Planspiel ist als Begriff für eine Spielgattung bereits belegt, was zu noch mehr Verwirrungen führen wird.

Aber Beral hat natürlich recht, bevor wir uns noch mehr Begriffe um die Ohren hauen, sollten wir nus erst einmal überlegen unter Betrachtung welches/r Blickwinkels/e wir bestimmte Spielstil kategorisieren wollen.

Edit: Wort vertauscht.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: ErikErikson am 11.01.2010 | 11:45
Du hast mich durchschaut. ;)
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Achamanian am 11.01.2010 | 11:46
Genauso sind Handlungsoptionen nicht die erste Priorität für bestimmte Spielstile, so dass Railroading ein probates Mittel darstellt. Nur ist dann nicht Railroading kennzeichnend für den Spielstil, sondern etwas anderes, z.B. das gemeinsame Erleben einer dramatischen Geschichte. Illusionismus und Partionismus sind ebenso wenig brauchbare Spielstilbeschreibungen, weil sie nicht das beschreiben, worum es den Anwendern geht. Sie beschreiben das, was Feinde des Spielstils aus ihrer vorurteilbehafteten Perspektive sehen. Sowas sollten sich die Railroading-Verwender nicht gefallen lassen. Denkt nach, worum es bei eurem Spiel eigentlich geht und bennent den Spielstil danach.

Uff, erst kommt im anderen Thread die Fraktion, die feindliche Übernahmen des RR-Begriffs fürchtet, wenn man ihn von seiner negativen Konnotation löst, und jetzt geht es hier plötzlich drum, was die RR-Verwender sich "nicht gefallen lassen sollen". Leute, wir sind nicht im Krieg, und es muss sich hier auch niemand als diskriminierte Minderheit fühlen. TAFKAB war's glaube ich, der es oben ganz gut dargestellt hat: Hack'n'Slay war auch mal ein Schimpfwort, als alle meinten, man muss jetzt lieber Anne Rice nachspielen ... und inzwischen gehen die meisten, die Hack'n'Slay betreiben, ganz entspannt mit diesem Begriff um. Für RR gilt ohnehin schon fast das Gleiche - den Eindruck habe ich zumindest, wenn ich in die einschlägigen Threads auf Alveran schaue.
Nebenbei ist Sandboxing von der Wortbedeutung her auch nicht unbedingt positiv konnotiert ("Geht doch in euren Sandkasten spielen!"), doch da fühlt sich auch keiner diskriminiert. Das sind einfach eingängige, nachvollziehbare Bezeichnungen, die sich halbwegs etabliert haben. Da muss man doch keinen Krieg um rollenspielpolitisch korrekte Begriffe ausfechten.
Nebenbei passt Railroading vom Wort her eigentlich recht gut auch zu einem positiven Bezug auf einen Spielstil mit dem Gewicht auf einer klaren, vorgezeichneten Story. Die Eisenbahn hat von der Wortbedeutung ja erstmal nichts mit eingeschränkter Handlungsfreiheit zu tun, sondern kann mindestens genausogut metaphorisch für eine klare Linie, für eine Geschichte mit "Zug" drin und für einen sicheren Weg von A nach B stehen. Alles Qualitäten, die der typische RR-Spieler, wie ich ihn kenne, schätzt.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Teylen am 11.01.2010 | 11:50
Angesicht dessen das der Begriff "Participationism" erst im siebten Posting fiel und den meisten nicht bekannt zu sein scheint wage ich anzuzweifeln das er etabliert ist. Zumal er aufgrund dessen das er mehr Silben hat etwas sperrig ist.

Von den bisherigen Vorschlaegen gefaellt mir Plot-Spiel noch mit am besten.

Zumal der Begriff nicht den Eindruck erweckt als haetten die Spieler in der Runde eine ausschliesslich passive Funktion.

@Achamanian
Hack'nSlay war aber vor Anne Rice auch mal positiv belegt, was wohl auf Railroading nicht zu trifft, oder?
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: sir_paul am 11.01.2010 | 11:54
Von den bisherigen Vorschlaegen gefaellt mir Plot-Spiel noch mit am besten.

Na, dann ist die Sache ja geregelt. Ihr betreibt Plot-Spiel ;)

Wobei das glaube ich nicht ausreicht um es von anderen Fraktionen abzugrenzen, denn auch die "freispieler" erspielen ich einen Plot. Daher würde ich euren Spielstil eventuell eher Plotgetrieben nennen. Das macht klar das der Plot schon mehr oder weniger fest steht und nicht erst während des Spielens entsteht.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Achamanian am 11.01.2010 | 11:55

@Achamanian
Hack'nSlay war aber vor Anne Rice auch mal positiv belegt, was wohl auf Railroading nicht zu trifft, oder?

Weiß ich in beiden Fällen nicht. Ich halte einfach nichts von der These, dass die erste Wortbedeitung die richtige ist. Wenn das anders wäre, hieße "Temperament" wahrscheinlich immer noch: "Eine von vier Flüssigkeiten, die durch den menschlichen Körper strömt und den Charakter bestimmt" oder sowas. Und wahrscheinlich würde man dann immer noch von "geilen Gebüschen" reden.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Lord Verminaard am 11.01.2010 | 12:00
Eigentlich ist Partizidingens keine Straßenbahn, sondern ein Tandem, beide treten zusammen in die Pedale aber der SL lenkt. ;)
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Ein am 11.01.2010 | 12:01
Wahrscheinlich wäre es wirklich einfacher mal eine Liste mit Begriffspaaren aufzustellen, auf der man sich dann als A, B oder neutral platzieren kann. Und falls sich dann für bestimmte Kombinationen Namen etablieren solls so sein und wenn nicht, dann hat trotzdem eine klarere Vorstellung von dem, was der andere da unter dem Namen Rollenspiel betreibt.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Achamanian am 11.01.2010 | 12:04
Eigentlich ist Partizidingens keine Straßenbahn, sondern ein Tandem, beide treten zusammen in die Pedale aber der SL lenkt. ;)

Tandem ist eigentlich noch passender als neutrale Version von RR.
Allerdings schätze ich, dass es egal ist, welchen Begriff wir hier beschließen, am Ende wird in einem anderen Forum jemand fragen: "Was ist das?", und die Antwort wird lauten: "Sowas wie RR, nur, dass die Spieler nichts dagegen haben."
Aber was soll's, man kanns ja versuchen, wenn einige dadurch glücklicher werden.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Hector am 11.01.2010 | 13:18
... Ich halte einfach nichts von der These, dass die erste Wortbedeitung die richtige ist. Wenn das anders wäre, hieße "Temperament" wahrscheinlich immer noch: "Eine von vier Flüssigkeiten, die durch den menschlichen Körper strömt und den Charakter bestimmt" oder sowas. Und wahrscheinlich würde man dann immer noch von "geilen Gebüschen" reden.

Es ist aber für Diskussionen, und darum geht es nun mal in einem Diskussionsboard über Rollenspieltheorien, nicht sinnvoll, einen schon als Allgemeinbegriff definierten Terminus umzudefinieren, weil es einem so besser gefällt. Damit wird die Gefahr, dass man aneinander vorbeidiskutiert, nur unnötig vergrößert. Wenn jetzt jemand sagen würde: "Hack & Slay ist bisher viel zu negativ definiert, wir sollten das ab sofort auf alle Rollenspiele, die Kampfhandlungen irgendwelcher Art beinhalten, anwenden", dann wäre keinem damit gedient. Man sollte daher meines Erachtens Begriffe, die einmal von einer einigermaßen anerkannten Rollenspieltheorie-Instanz definiert worden sind, so beibehalten, wie sie sind. Das ist wenigstens für alle Interessierten gleichermaßen erreichbar niedergeschrieben und abrufbar. Alles andere kann man mit zusätzlichen Adjektiven oder Umschreibungen besser erläutern, als mit ständigem Umdefinieren.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Eulenspiegel am 11.01.2010 | 13:23
Wenn jetzt jemand sagen würde: "Hack & Slay ist bisher viel zu negativ definiert, wir sollten das ab sofort auf alle Rollenspiele, die Kampfhandlungen irgendwelcher Art beinhalten, anwenden", dann wäre keinem damit gedient.
Stimmt. Aber wenn man sagt: "Hack'n'Slay ist bisher viel zu negativ definiert worden, wir sollten ab sofort den Spielstil immer Hack'n'Slay nennen, egal, ob er den Spieler Spaß macht oder nicht.", wäre jeden gedient.

Oder anders ausgedrückt: Es wäre der Allgemeinheit mehr gedient, wenn man Hack'n'Slay als reinen Spielstil oder als reine Technik definieren würde.
Eine Vermischung aus "Spielstil" und "wie gefällt es den Spielern", ist jedoch nicht sehr zielführend.

Und das gleiche gilt für Railroading.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Hector am 11.01.2010 | 13:30
Und wer ist die Instanz, die das jetzt so definiert? Wer erkennt diese Instanz an? Wer sorgt für die Verbreitung im RSP-Internet? Auch im angloamerikanischen Bereich? Du?
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: nebelland am 11.01.2010 | 13:33
Oder Führer-Rollenspiel, wenn ihr es knackig wollt.

Föhrer. Das muss Föhrer heißen.

Toll, jetzt haben wir Railroading, Illusionismus und Partipismus.
[...]
Und bei aller begrifflichen Vielfalt haben wir nicht einmal die klare Trennung zwischen Werkzeug und Spielstil.

Zustimmung. Und das Dilemma kommt daher, dass es keine Rollenspieltheorie gibt. Bis dahin fahren wir durch die Fremde, zeigen begeistert auf Sachen und nennen sie halt einfach irgendwie.

Freies Spiel mit Spannungsbogen und RR, wo keiner dazwischenfunkt unterscheidet sich im Ergebnis nicht mehr voneinander.

Ja, aber das ist insofern irrelevant, als dass wir im Rollenspiel ja keine Geschichten schreiben. Spielen ist ein Prozess, und es geht um den Moment, in dem es passiert, nicht das Ergebnis. Daher sind die beiden Sachen auch im Kontext dieses Threads zu unterscheiden.

Wahrscheinlich wäre es wirklich einfacher mal eine Liste mit Begriffspaaren aufzustellen, auf der man sich dann als A, B oder neutral platzieren kann. Und falls sich dann für bestimmte Kombinationen Namen etablieren solls so sein und wenn nicht, dann hat trotzdem eine klarere Vorstellung von dem, was der andere da unter dem Namen Rollenspiel betreibt.

Das ist eine gute Idee, aber die falsche Herangehensweise. ;)

Es ist unsinnig, Begriffe aufzulisten, wenn das, was bezeichnet werden soll, in seiner Gestalt nicht erkannt und beschrieben ist. Der eigentliche Ansatz muss demnach sein, das Konglomerat aus Technik, Attitüde, Wünschen und Vertrag, das da am Spieltisch stattfindet, zu zerlegen, die möglichen Kombinationen zu beschreiben (was, wie ich fürchte, durch graduelle Übergänge kompliziert wird) und dann erst Namen für bestimmte Kombinationen festzulegen. Nur sorum wird ein Schuh draus.

Danach muss man das nur noch der Community verkaufen und sie dazu bringen, fürderhin diese Nomenklatur zu verwenden. :-\

Florian
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 11.01.2010 | 13:34
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Achamanian am 11.01.2010 | 13:41
Und wer ist die Instanz, die das jetzt so definiert? Wer erkennt diese Instanz an? Wer sorgt für die Verbreitung im RSP-Internet? Auch im angloamerikanischen Bereich? Du?

Jetzt fang die Diskussion doch nicht wieder hier an. Du kannst dich auf die Definition im Forge-Forum beziehen, ich mich auf die auf rpg.net, und wenn man über RR diskutiert und den Begriff nicht abwertend meint, dann sagt man das am besten dazu, klaro. Ich bin nicht der Meinung, dass die Befreiung des RR von der abwertenden Konnotation eine relevante Bedeutungsveränderung darstellt, aber ich würde auch nicht drum kämpfen, weil ich davon ausgehe, dass RR sich ohnehin als neutrale Bezeichnung durchsetzen wird bzw. es zum Teil bereits getan hat. Wenn dir so viel dran liegt, dass deine Lieblingsbedeutung nicht nur in der Denotation, sondern auch in der Konnotation erhalten bleibt, kannst du natürlich das Forum regelmäßig nach "railroad" durchsuchen und wo nötig seine Benutzer zurechtweisen und den von mir im anderen Thread gelieferten Forge-Definitionslink posten. Aber komm doch nicht immer wieder mit der falschen Unterstellung, jemand wollte willkürlich umdefinieren oder sich Entscheidungen darüber anmaßen, was jetzt wie zu verwenden sei.

Zitat
Wenn jetzt jemand sagen würde: "Hack & Slay ist bisher viel zu negativ definiert, wir sollten das ab sofort auf alle Rollenspiele, die Kampfhandlungen irgendwelcher Art beinhalten, anwenden", dann wäre keinem damit gedient.

Damit stellst du das Hack'n'Slay-Beispiel auch völlig falsch dar, es ging überhaupt nicht darum, zu sagen, dass Hack'n'Slay jetzt alles mögliche andere ist, sondern darum, dass viele Spieler, die man früher als Hack'nSlay-Spieler angegriffen hat, heute wahrscheinlich schulterzuckend sagen: "Ja, und?"
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Teylen am 11.01.2010 | 13:42
Es ist aber für Diskussionen, und darum geht es nun mal in einem Diskussionsboard über Rollenspieltheorien, nicht sinnvoll, einen schon als Allgemeinbegriff definierten Terminus umzudefinieren, weil es einem so besser gefällt.
Participationism als Begriff wurde, der Suche zufolge, zuletzt 2007 zuletzt gebraucht.
Insofern ist es mMn etwas gewagt von einen Allgemeinbegriff zu sprechen.

Auch ersetzt ein neues Wort nicht zwangslaeufig den alten Terminus sondern kann alternativ gebraucht werden. Und den Thread habe ich erstellt damit man Railroading eben nicht umdefinieren muss..

Letztlich fordert Participationism Illusionism bei dem die Spieler ahnungslos sind, die Ahnungslosigkeit ist aber nicht zwingend gegeben. Manch ein Spieler sucht ja auch gerade nach negativen Erfahrungen mit allzu freien Rollenspielen eine Variante die von einem klaren SL / Spieler Verhaeltnis gepraegt ist und wo der Plot durch den SL entworfen wurde,..


[Von den Forge Begriffen erschiene mir zudem Trail Blazing tendenziell passender]
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Hector am 11.01.2010 | 13:45
@ Achamanian: Darum gehts doch nicht. Es geht doch einfach darum, wer die Begriffsdefinition übernimmt. Wenn das nämlich keiner für alle erreich- und abrufbar tut, braucht man die Definition auch nicht. Weils dann keiner außer denen weiß, die es im betreffenden Thread dieses Forums ausdiskutiert haben.

...
Danach muss man das nur noch der Community verkaufen und sie dazu bringen, fürderhin diese Nomenklatur zu verwenden. :-\

Sehr treffend bemerkt.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: sir_paul am 11.01.2010 | 13:51
Letztlich fordert Participationism Illusionism bei dem die Spieler ahnungslos sind

Wo hast du dass den gelesen?

Participationism
Kurz: Illusionismus im gegenseitigem Einverständnis.
Erklärung: Hierbei sind sich die Spieler darüber im Klaren, dass sie die Handlung der Geschichte nicht direkt beeinflußen können und der SL allein über ihren Fortgang entscheidet. Der SL verwendet dabei oft die gleichen, oder ähnliche Techniken wie beim Illusionismus. Die Spieler haben dem jedoch bewußt zugestimmt. 
Warum?:Als Abgrenzung vom vermeintlich dysfunktionalen Illusionismus, der viele Ähnlichkeiten hierzu hat.

... OK ich sehe es. Die kurze Version legt das nahe, wiederlegt es aber auch gleich wieder. Und in der langen Erklärung wird eindeutig klar das man beim Illusionismus nicht partizipieren kann ;)
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Achamanian am 11.01.2010 | 13:52
@ Achamanian: Darum gehts doch nicht. Es geht doch einfach darum, wer die Begriffsdefinition übernimmt. Wenn das nämlich keiner für alle erreich- und abrufbar tut, braucht man die Definition auch nicht. Weils dann keiner außer denen weiß, die es im betreffenden Thread dieses Forums ausdiskutiert haben.


Eben, deshalb hat das ja so wenig Sinn, hier in diesem Thread einen "neutralen" Begriff zu suchen. Besonders, wo RR doch im RPG-Info schon als neutraler Begriff definiert ist, wie bereits verlinkt:

http://www.rpg-info.de/Railroading (http://www.rpg-info.de/Railroading)

Das macht doch den Eindruck, dass der Begriff sich seit der älterne Forge-Definition - zumindest im deutschsprachigen Raum - eh schon in eine neutralere Richtung bewegt hat.

Du kannst ja gerne immer noch eine theoretische Kritik an RR haben, die besagt, dass RR prinzipiell schlecht ist, weil strukturell repressiv ist oder sonstwas. Wenn du die gut formulierst, wird sie sogar noch durchschlagender, wenn du sie auf einen RR-Begriff abstellst, der nicht vom subjektiven Gefallen oder Nicht-Gefallen abhängt. Dann kritisierst du nämlich die Form oder Technik selbst und nicht den blöden SL, der einen Spieler subjektiv empfunden gängelt.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Teylen am 11.01.2010 | 13:56
Zitat
Danach muss man das nur noch der Community verkaufen und sie dazu bringen, fürderhin diese Nomenklatur zu verwenden.
Sehr treffend bemerkt.
Man muss es nur einfach selber verwenden, und schon verbreitet es sich.
Partizip.. der Begriff war entweder nicht bekannt, wurde nicht verwendet und wird nicht als sehr gebrauchsfaehig empfunden. Zumindest von einigen.

@sir_paul
Ah, stimmt.
Naja, jedenfalls ist der Begriff imho damit was zu eng ^^; Man kann sich ja dem Illusionismus hingeben und gesetz des falles das es auffliegt am RR bzw. Partizip oder so erfreuen ^^;
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Ein am 11.01.2010 | 13:56
@Florian
Eigentlich ist das genau die Vorgehensweise, die ich meine, aber ich habe heute irgendwie einen ausdruckschwachen Tag.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: sir_paul am 11.01.2010 | 14:00
Naja, jedenfalls ist der Begriff imho damit was zu eng ^^; Man kann sich ja dem Illusionismus hingeben und gesetz des falles das es auffliegt am RR bzw. Partizip oder so erfreuen ^^;

Na und, dann hast du halt ein paar Monate Illusioniert und danach ändert sich euer Spielstil auf Partizipieren. Oder denkst du ein Spielstil darf sich nicht ändern? Dies würde aber meinen Erfahrungen wiedersprechen.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Teylen am 11.01.2010 | 14:03
Na und, dann hast du halt ein paar Monate Illusioniert und danach ändert sich euer Spielstil auf Partizipieren. Oder denkst du ein Spielstil darf sich nicht ändern? Dies würde aber meinen Erfahrungen wiedersprechen.
Man man illusioniert oder partizpiert haengt doch nicht vom Spielstil ab sondern dem was man in der Runde vom "Railroading" mit bekommt. Weshalb es als Sammelbegriff wenig geeignet waere, imho passt da von den Forge Begriffen eher das Trail Blazing [Spuren Jagen].
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: nebelland am 11.01.2010 | 14:06
@ Achamanian: Darum gehts doch nicht. Es geht doch einfach darum, wer die Begriffsdefinition übernimmt. Wenn das nämlich keiner für alle erreich- und abrufbar tut, braucht man die Definition auch nicht.

Amen.

Dieser Thread ist wieder mal ein großartiges Beispiel: es gibt nicht nur keine Rollenspieltheorie, es gibt auch keine Begriffe, die diese Bezeichnung verdienen.

Der Streit um die "Umdefinition" von "Railroading" ist Tand, da es keine normative Definition (geschweige denn eine belastbare Begründung) dieses Begriffes gibt!

Und nein: Foren (http://www.indie-rpgs.com/forum/index.php?board=4.0) und Wikis (http://www.rpg-info.de/) sind keine Quellen für normative Definitionen.

Natürlich ist das Material, auf das hier verwiesen wird, momentan das einzige, was wir in der Hand haben. Das ist mir schon klar. Aber m.E. ging es in dem Thread um eine treffende Bezeichnung für einen Spielstil, nicht um die wahre. ;)

Alles andere ist Spiegelfechterei.

Florian
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: nebelland am 11.01.2010 | 14:07
@Florian
Eigentlich ist das genau die Vorgehensweise, die ich meine, aber ich habe heute irgendwie einen ausdruckschwachen Tag.

Ich hatte schon den Verdacht. :)  Mit dem "meinen", nicht der Ausdrucksschwäche.

Florian
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Ein am 11.01.2010 | 14:10
Zitat
sind keine Quellen für normative Definitionen.
Ja, wir brauchen wiedermal einen Papst, der das für uns definiert, so wie damals Edwards oder Gygax. Einen echten Föhrer halt. ;)
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: nebelland am 11.01.2010 | 14:16
Ja, wir brauchen wiedermal einen Papst, der das für uns definiert, so wie damals Edwards oder Gygax. Einen echten Föhrer halt. ;)

Polemiker. :P

Richtig ist, dass es irgendeiner sichtbaren Instanz bedarf. Ich überlege seit einiger Zeit, wie sich das am besten machen ließe. Aber das führt jetzt OT.

Nein, was wie viel mehr brauchen, ist richtige Theorie und darauf aufbauend eine gute und allgemein akzeptable Nomenklatur.

Dann wird auch die Eingangsfrage viel leichter zu beantworten sein.

Florian
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Achamanian am 11.01.2010 | 14:17

Der Streit um die "Umdefinition" von "Railroading" ist Tand, da es keine normative Definition (geschweige denn eine belastbare Begründung) dieses Begriffes gibt!

Und nein: Foren (http://www.indie-rpgs.com/forum/index.php?board=4.0) und Wikis (http://www.rpg-info.de/) sind keine Quellen für normative Definitionen.

Natürlich ist das Material, auf das hier verwiesen wird, momentan das einzige, was wir in der Hand haben. Das ist mir schon klar. Aber m.E. ging es in dem Thread um eine treffende Bezeichnung für einen Spielstil, nicht um die wahre. ;)


Naja, ich sehe da zwei Ebenen:

Entweder, man will eine "wahre" Definition im Sinne von sowas wie Philosophie, Naturwissenschaft oder Gesellschaftswissenschaft, und dann sagst du eben: Wahr ist das, was den Gegenstand am besten erfasst. Da der Gegenstand gerade bei so abstrakten Sachen wie Rollenspielen aber nicht unbedingt einfach anschaulich ist, sondern erst durch den Begriff klar abgegrenzt wird, ist das auch immer eine schwammige Sache. Die "treffende" Definiton muss jedenfalls auch was mit einer Form von Wahrheitsanspruch zu tun haben.

Oder du machst es wie die Linguisten, nimmst den Begriff selbst als Gegenstand und behandelst ihn deskriptiv, d.h. du sagst: "RR ist da, was die Leute im Schnitt meinen, wenn sie RR sagen." Und das kann sich natürlich ändern.

Nach dem letzteren, ganz pragmatischen Modell kommen in der Sprache auch so ziemlich alle Definitionen zusammen. Wörterbücher werden nach Anschauung des Sprachgebrauchs geschrieben (und aktualisiert), nicht umgekehrt. Der Streit um die "wahre Definition" wird ja erst dann relevant, wenn Leute der Meinung sind, dass viel vom richtigen erfassen eines bestimmten Gegenstands oder Sachverhalts abhängt und dass man deshalb sehr präzise definierte Begriffe braucht.

Mir geht's eigentlich auch um einen "pragmatischen" Begriff von RR, also um einen, der sich am aktuellen Gebrauch orientiert. Ich dachte immer, dass Großkomtur hier die ganze Zeit die Wahrheitsdiskussion vom Zaun brechen will, wenn auch mit Argumenten, die ich nicht gelten lassen würde ("Das haben wir schon immer so gemacht!"), aber vielleicht verstehe ich das ja völlig falsch.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Eulenspiegel am 11.01.2010 | 14:31
Entweder, man will eine "wahre" Definition im Sinne von sowas wie Philosophie, Naturwissenschaft oder Gesellschaftswissenschaft, und dann sagst du eben: Wahr ist das, was den Gegenstand am besten erfasst.
Auch in den Naturwissenschaften gibt es nicht so etwas, was du unter "wahre Definition" verstehst.

Nehmen wir z.B. den Begriff "Plasma": Der wird in der Physik vollkommen anders definiert als in der Biologie.

Eine Definition kann niemals "wahr" sein. Sie kann "wohldefiniert" sein. Sie kann "nützlich" sein. Sie kann "intuitiv verständlich" sein. Sie kann "gebräuchlich" sein.
Aber sie kann niemals "wahr" sein.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Achamanian am 11.01.2010 | 14:34
Auch in den Naturwissenschaften gibt es nicht so etwas, was du unter "wahre Definition" verstehst.

Nehmen wir z.B. den Begriff "Plasma": Der wird in der Physik vollkommen anders definiert als in der Biologie.

Eine Definition kann niemals "wahr" sein. Sie kann "wohldefiniert" sein. Sie kann "nützlich" sein. Sie kann "intuitiv verständlich" sein. Sie kann "gebräuchlich" sein.
Aber sie kann niemals "wahr" sein.

Deshalb ja die "Anführungszeichen".

EDIT OT: Deshalb ja auch "was den Gegenstand am besten erfasst", und nicht: "was etwas ist", wobei der "Gegenstand" ja nicht vom Begriff zu trennen ist, und schon hast du das ganze Relativismus-Problem am Hacken ... Aber man muss wegen ein bisschen RSP-Theorie ja nicht gleich in Erkenntnistheorie verfallen, deshalb spreche ich mich ja für eine pragmatische Definition wie in der Linguistik aus, die die erkenntnistheoretischen Probleme ein Stück weit außen vor lässt. Ich diskutiere ja gerne über Vorrang des Objekts vs. Strukturalismus oder so, aber in Bezug auf Rollenspiele erscheint mir das dann doch ein bisschen zu viel des Guten.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Hector am 11.01.2010 | 15:03
Mir geht's eigentlich auch um einen "pragmatischen" Begriff von RR, also um einen, der sich am aktuellen Gebrauch orientiert. Ich dachte immer, dass Großkomtur hier die ganze Zeit die Wahrheitsdiskussion vom Zaun brechen will, wenn auch mit Argumenten, die ich nicht gelten lassen würde ("Das haben wir schon immer so gemacht!"), aber vielleicht verstehe ich das ja völlig falsch.

Nicht völlig...  ;D aber ziemlich. Ich denke, dass keinem damit gedient ist, wenn Begriffe umdefiniert werden, ohne dass die neue Definition auf breiter Front Anerkennung und vor allem Beachtung findet. Dann lieber bei den alten Sachen bleiben. Der Haken liegt ja unter anderem daran, dass Leute, die diese und andere jüngere Railroading-Diskussionen verpasst haben, irgendwann gar nicht mehr wissen, worüber eigentlich geredet wird. Es ist ja zunächst auch völlig egal, ob eine Defintion die wahre und/oder beste ist, wenn es nicht die geläufigste ist. Insofern finde ich es auch irritierend, wenn man versucht, neue Begriffe für Partizipionismus und Illusionismus zu finden, die auch nichts anderes als die alten sagen, nur weil man die alten als zungenbrecherisch empfindet. Erinnert mich irgendwie an die Rechtschreibreform... Frisör schreibt sich leichter und so...
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Achamanian am 11.01.2010 | 15:06
Insofern finde ich es auch irritierend, wenn man versucht, neue Begriffe für Partizipionismus und Illusionismus zu finden, die auch nichts anderes als die alten sagen, nur weil man die alten als zungenbrecherisch empfindet. Erinnert mich irgendwie an die Rechtschreibreform... Frisör schreibt sich leichter und so...

Eben, das kommt mir ja auch nicht so zielführend vor. Deshalb werd ich wohl im Zweifelsfall bei Aussagen bleiben wie: "Also, wir spielen bei DSA gerade eher RR, sind aber alle mit einverstanden." Und wenn ich mich über RR beschwere, werde ich wahrscheinlich nach wie vor sagen: "Das ist RR, und ich habe gerade gar keinen Bock auf so was."
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Eulenspiegel am 11.01.2010 | 15:11
Erinnert mich irgendwie an die Rechtschreibreform... Frisör schreibt sich leichter und so...
Früher sagte man Steckenpferd, heute heißt es Hobby.
Früher sagte man Rendezvous, heute heißt es Date.
Früher sagte man "Suchmaschine benutzen", heute heißt es googeln.

Wörter verändern sich nunmal im Laufe der Zeit. Und der Trend geht dahin, dass die Wörter ergonomischer werden. (Früher mit Lehnwörtern aus dem französischen, heutzutage mit Lehnwörtern aus dem englischen.)
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Hector am 11.01.2010 | 15:16
Deshalb werd ich wohl im Zweifelsfall bei Aussagen bleiben wie: "Also, wir spielen bei DSA gerade eher RR, sind aber alle mit einverstanden."

Dann spielt Ihr DSA also partizipionistisch?  ~;D
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Achamanian am 11.01.2010 | 15:19
Dann spielt Ihr DSA also partizipionistisch?  ~;D

Nicht, wenn ich SL bin. Oder vielleicht streckenweise ein bisschen. Eigentlich überlege ich vor jedem Treffen neu: hatten die Spieler letztes Mal ohnehin schon was interessantes ins Rollen gebracht, gehts eher frei damit weiter, und wenn sich irgendwie nichts entwickelt hat, lege ich für's nächste Mal eben mehr Schienen aus.
Na schön, vielleicht ergibt das im Durchschnitt Partizipli... Partizopl ... Partipizio ...
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Hector am 11.01.2010 | 15:26
Gesundheit!
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Teylen am 11.01.2010 | 15:27
Ich denke, dass keinem damit gedient ist, wenn Begriffe umdefiniert werden, [..]
Welcher Begriff wird den umdefiniert? Keiner.
Es geht doch gerade darum das nichts [in dem Fall Railroading] umdefiniert werden muss.
Da nuetzt es jetzt auch nicht wenn man Partizi.. auf positives Railroading umdefiniert.

Zitat
Der Haken liegt ja unter anderem daran, dass Leute, die diese und andere jüngere Railroading-Diskussionen verpasst haben, irgendwann gar nicht mehr wissen, worüber eigentlich geredet wird.
Richtig. Und wieso wusste man nicht mehr worueber geredet wurde?
Weil Railroading wild umher definiert wird und keiner Parti.. kennt und/oder benutzen will bzw. wollte. Weil Parti... so etwas von ungelaeufig und ungebraeuchlich zu sein scheint.

Zitat
Insofern finde ich es auch irritierend, wenn man versucht, neue Begriffe für Partizipionismus und Illusionismus zu finden, die auch nichts anderes als die alten sagen, nur weil man die alten als zungenbrecherisch empfindet.
Muesste es nicht Partizipitonismus heissen?
Zumal es nunmal ein Fakt ist das Par-Ti-Zi-Pi-Tio-Nis-Mus mehr Silben hat als Plot-Play oder Rail-Road-Ding oder andere vernuenfigte Woerter. Nun und Illusionismus schiesst im Bezug auf den Begriff den es zu finden gilt schlicht aehnlich komplett am Thema vorbei wie Railroading.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Hector am 11.01.2010 | 15:41
Welcher Begriff wird den umdefiniert? Keiner.

Der war gut.  ;D
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Teylen am 11.01.2010 | 15:45
Wenn man schon rethorisch fragt kann man zur Sicherheit auch gleich die Antwort nachschieben  ;)
Ansonsten denke ich das wirklich nichts umdefiniert wird ^^
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Merlin Emrys am 11.01.2010 | 18:41
Auch in den Naturwissenschaften gibt es nicht so etwas, was du unter "wahre Definition" verstehst.
Taxonomie? Wenn man Benennung als Form der Eingrenzung ("De-Fini-Tion") betrachtet...
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Dr.Boomslang am 11.01.2010 | 19:49
Was macht ihr denn schon wieder für einen Scheiß? Hier gibt es doch intelligente Leute. Sind die alle so intelligent sich erst gar nicht zu beteiligen, oder warum laufen solche Diskussionen immer direkt in den Abgrund?

Es wird schon wieder nur über Begriffshoheit gestritten. Der Begriff "passt nicht" ist "nicht richtig", er ist "nicht bekannt" oder wird "nicht benutzt" oder "nicht anerkannt". Was ist das für eine bescheuerte Diskussion? Man muss sich hier nicht "einigen". Das geht gar nicht. Wozu auch? Wenn sich hier 20 Leute einigen gibt es immer noch 10000 da draußen mit denen man sich dann in den anderen Diskussionen einigen müsste. 3-5 Leute die sich sehr gut verstehen können sich vielleicht einigen, aber nicht ein ganzes Forum, ohne formelle Struktur.
Die Phänomene die diese Begriffe bezeichnen sind lange bekannt und wenig umstritten, da sich auch niemand die Mühe macht über die eigentlichen Themen selbst zu diskutieren (für manche sind das auch noch neue Erkenntnisse nachdem sie jahrelang über Begriffe gestritten haben, und welcher davon sich wohl am kuschelichsten anfühlt). Erkenntnisgewinn = 0! Nichts neues, sondern nur altes immer neu benennen, super!
Versucht doch nicht "berühmt" zu werden dadurch dass ihr einem Begriff euren Namen gebt, versucht es mal damit was neues zu entdecken oder zu beschreiben.

Ich sage nicht dass die ersten die es benannt haben "Recht" hatten und man sich in alle Ewigkeit daran halten müsste, ganz im Gegenteil. Es gibt gar kein "Recht haben", das ist doch alles völlige Willkür. Außerhalb des ursprünglichen Kontextes sind alle Begriffe "falsch", und "nicht anerkannt".

Soll ein Begriff sich durchsetzen muss er mit genügend Autorität definiert werden, da gibt es nichts zu diskutieren, sofern man diese nicht hat und Autorität ist immer relativ (und offensichtlich hat die niemand hier, schon gar nicht Forge). Ansonsten kann man feststellen wie Leute einen bereits bestehenden Begriff benutzen und das vielleicht als Ausgangspunkt nehmen (oder auch gerade nicht), aber das sagt sicher nichts darüber was der Begriff denn nun ganz echt und wirklich und wahrhaftig für alle Ewigkeit bedeutet, denn Begriffnutzungen sind zwangsläufig inkonsistent und in ständigem Wandel.
Macht doch endlich mal was sinnvolles hier, ich kann das nicht mit ansehen!
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Merlin Emrys am 11.01.2010 | 20:20
3-5 Leute die sich sehr gut verstehen können sich vielleicht einigen, aber nicht ein ganzes Forum, ohne formelle Struktur.
Ich würde die Existenz des "Schlagworts" 'GNS' als Beweis dafür sehen, daß es doch geht - allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Man kann vielleicht darüber streiten, wie GNS ursprünglich zu verstehen war usw. usf. - aber als Kurzbegriff für ein bestimmtes Konzept stammt es mW aus einem Forum, und der Bedeutungsgehalt ist nicht vollständig beliebig.

Ansonsten ist das Problem, zuerst einmal Begriffe finden zu müssen, keine Besonderheit der Rollenspieltheorie. Es ist nicht einmal auf die Geisetswissenschaften beschränkt. Aber daß ich heute sagen kann: "Das ist falsch, wie Du diese Pflanze benennst" oder "Ja, das ist die richtige Bezeichnung für diese Pflanze", ist inzwischen keine "Vereinbarungssache" mehr. Als der gute Linné es vorschlug, war es eine. Heute ist es "wissenschaftlicher Standard", und man kann sich insofern über eine "richtige" Benennung streiten, wobei eine Seite "recht haben" kann und die andere nicht. Und so etwas hat nicht nur für Biologen Vorteile.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Thalamus Grondak am 11.01.2010 | 20:30
Ich würde die Existenz des "Schlagworts" 'GNS' als Beweis dafür sehen, daß es doch geht - allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Man kann vielleicht darüber streiten, wie GNS ursprünglich zu verstehen war usw. usf. - aber als Kurzbegriff für ein bestimmtes Konzept stammt es mW aus einem Forum, und der Bedeutungsgehalt ist nicht vollständig beliebig.
Stimmt, es gibt mindestens 1000 Beiträge die einem sagen was GNS nicht ist.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: nebelland am 11.01.2010 | 22:11
Eine Definition kann niemals "wahr" sein.

Smiley übersehen?

Ich diskutiere ja gerne über Vorrang des Objekts vs. Strukturalismus oder so, aber in Bezug auf Rollenspiele erscheint mir das dann doch ein bisschen zu viel des Guten.

Also ich finde ja, da wird es erst interessant. :)

Deshalb werd ich wohl im Zweifelsfall bei Aussagen bleiben wie: "Also, wir spielen bei DSA gerade eher RR, sind aber alle mit einverstanden." Und wenn ich mich über RR beschwere, werde ich wahrscheinlich nach wie vor sagen: "Das ist RR, und ich habe gerade gar keinen Bock auf so was."

Wie gesagt: bezogen auf den Eingangspost halte ich das auch für die richtige Variante.
Wir haben genug Begriffe.

Hier gibt es doch intelligente Leute. Sind die alle so intelligent sich erst gar nicht zu beteiligen, oder warum laufen solche Diskussionen immer direkt in den Abgrund?

Hu? Wir sind doch hier.

Es wird schon wieder nur über Begriffshoheit gestritten. Der Begriff "passt nicht" ist "nicht richtig", er ist "nicht bekannt" oder wird "nicht benutzt" oder "nicht anerkannt". Was ist das für eine bescheuerte Diskussion?

Eine, an der eine Reihe Leute bis jetzt interessiert waren und sich nicht aufgeregt haben. Keks?

Nichts neues, sondern nur altes immer neu benennen, super!
Versucht doch nicht "berühmt" zu werden dadurch dass ihr einem Begriff euren Namen gebt, versucht es mal damit was neues zu entdecken oder zu beschreiben.

Das unterschreibe ich ja. Sowas passiert aber aktuell nicht im Tanelorn.
Dafür woanders. Kein Grund, hier so zu schimpfen, Herr Dr. ;)

Macht doch endlich mal was sinnvolles hier, ich kann das nicht mit ansehen!

:gutschein:

Florian
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: wjassula am 12.01.2010 | 11:21
Mir scheint der hier vorgeschlagene Begriff des Sightseeing nicht völlig passend bzw. scheint er mir falsch verwendet. Er impliziert, dass die Spieler bei dieser Art des Rollenspiels vollkommen passiv sind und sich nur etwas anschauen, was die Spielleitung ihnen vorführt. Ich denke aber doch, dass sie etwas tun, und auch mehr, als nur "Oh" und "Ah" zu sagen. Meinetwegen lassen sie sich von der SL als Reiseleitung wohin bugsieren, aber da machen sie ja wohl irgendwas, was ihnen auch Spaß macht.

Nur weil man sagt, dass man keinen Bock hat, jeden Tag selbst über die Reiseroute nachzudenken, hießt das ja nicht, dass man im Palast von Knossos wie ein Zombie sabbernd in die Ruinen glotzt. Eigentlich macht man doch Fotos, packt die Stullen aus, flirtet mit dem netten Typen aus dem Bus, zeichnet die Säulen ab, erklärt seinen Schülern was über griechische Geschichte, betet den Minotaurus an oder schreibt eine Postkarte. Die Gründe, warum Rollenspieler, die sowas gern haben, auf diese Art zu spielen stehen, sind vielleicht ähnliche, wie die, aus denen Touristen diese ganzen Sachen nicht einfach zu Hause machen. Manche davon kann ich nachvollziehen, manche nicht, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sie alle schecht sind. Auch wenn andere Reisende dann sagen "Aber in Knossos muss man doch unbedingt eine historische Schlacht nachstellen" oder "In Knossos muss man doch unbedingt ein tiefes Bildungserlebnis haben". Und die Touris sagen dann "Jaja, passt schon", und finden die anderen Reisenden heimlich ein bisschen überambitioniert. Und dann essen sie Brote und sammeln heimlich Steinchen aus Knossos ein.

Reden in Bildern macht irgendwie Spaß, aber jetzt mal im Ernst: Ich glaube, bei dieser Abqualifizierung als "Sightseeing" liegt das Missverständis vor, dass die armen Touri-Spieler ja gerne historische Schlachten und Bildungserlebnisse hätten, wenn sie nicht durch Pauschalreisen bzw. schlechte Regeln daran gehindert würden. Vermutlich sind sie aber ganz zufrieden mit dem, was sie machen, und wenn es ihnen doch zu blöd wird, kaufen sie sich schon irgendwann ein Geschichtsbuch bzw. Regeln, die ihnen auch bei was anderem helfen. Statt sich gegenseitig zu versichern, wie doof die Touris sind, fände ich es interessanter, mal genauer zu gucken, was die da eigentlich so machen und was eine gute Touri-Reise von einer schlechten unterscheidet.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Thalamus Grondak am 12.01.2010 | 13:41
Selbst diese von Dir beschriebenen Touris sind doch im Railroading nur eine kleine Minderheit.
Die meisten sind doch, um mal beim Bild zu bleiben, Erlebnistouristen.
Die lassen sich zwar vom Reiseleiter in den Palast von Knossos bringen, aber wenn sie erstmal da sind, dann gehen sie doch selbstständig auf Erkundungsreise, und wenn ihnen irgendwo ein Minotaurus entgegen kommt, dann greifen sie zu Schwert oder Feder und Erleben noch viel mehr, als eine Schlacht nachzustellen.
Das Railroading nimmt ihnen nur die Suche nach dem Palast ab, und sorgt evtl noch dafür, das sie im Labyrinth nicht die ganze Zeit im Kreis laufen.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: ChristophDolge am 12.01.2010 | 13:48
Wenn Railroading nur aus "ihr geht zum Palast und erlebt dort ein Abenteuer" bestehen würde. Aber in der Regel nimmt das RR ja schon das Ergebnis des Abenteuers inklusive etlicher "Entscheidungen" der Spieler vorweg. Z.B.: Greifen wir den Minotaurus an, wenn er kommt oder nicht.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Thalamus Grondak am 12.01.2010 | 14:46
Wenn Railroading nur aus "ihr geht zum Palast und erlebt dort ein Abenteuer" bestehen würde. Aber in der Regel nimmt das RR ja schon das Ergebnis des Abenteuers inklusive etlicher "Entscheidungen" der Spieler vorweg. Z.B.: Greifen wir den Minotaurus an, wenn er kommt oder nicht.
etliche Entscheidungen, ja.
Aber diese Fahrt zum Palast ist ja nur ein kleiner Ausschnitt. Das wäre ein ganz klassiches Dungeoncrawl Abenteuer, das allein wegen seinem Dungeon Charakter eine eingebaute Schiene hat.

Der Railroad Charakter tritt ja erst dann zutage, wenn einer oder mehrere Chars neben dem Palast einen Puff sehen, und sagen "Ach ich will jetzt viel lieber da rein" und der Reiseleiter dann sagt "Ne Leute, das steht nicht auf dem Programm."
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: wjassula am 12.01.2010 | 16:43
Okay, dieses bildliche Reden führt total in die Irre. Mit den Stichworten "Palast", "Minotaurus" usw. habe ich alle völlig auf den falschen Weg gebracht und alles nur verunklart. Bitte vergessen Sie meinen Beitrag und gehen Sie einfach weiter, es gibt hier nichts zu sehen.  :ctlu:
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 12.01.2010 | 17:23
Ich sehe es immernoch so, dass ein RR-Vorwurf in Wirklichkeit bedeutet, dass sich der Spieler nicht den Einschränkungen der Szene(n) unterordnen will.

Beispiel:

Die SC sollen eine Straße entlang reisen, die durch einen Wald führt, der verflucht sein soll. Der Plot sieht vor, dass die SC im Wald ein "Abenteuer" haben (was auch immer das konkret ist). Als Aufhänger wählt der SL, dass die SC von X nach Y wollen und diese Straße von X nach Y führt.

Beispiel A: Die Spieler hören vom Wald. Sie beschließen, dass die Straße durch den Wald gefährlich ist und wollen das Risiko meiden (sinnvoll). Sie planen eine andere Reiseroute: die längere Straße über die Berge. SL sagt: geht nicht, Berge sind zugeschneit. SP: Jetzt schon?  SL: Ja - ungewöhnliche Wetterlage, ist halt so. SP: Na gut, dann nehmen wir ein Boot und rudern den Fluss rauf, landen bei Z und gehen von da quer. SL: geht nicht, ihr findet kein Boot. SP: wir bieten einem Fischer hohe Geldsummen! SL: Keiner will sein Boot rausrücken, die brauchen alle Boote. SP: Railroading!

Beispiel B: ie Spieler hören vom Wald. Sie beschließen, dass die Straße durch den Wald wahrscheinlich zu einem interessanten Abenteuer führt.

In beiden Fällen ist die Schiene (Railroad) vorhanden (Spieler müssen in den Wald). Warum man nicht beides Railroading (Fahren auf der Schiene) nennen darf, ist mir noch immer schleierhaft.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Achamanian am 12.01.2010 | 17:30


Beispiel A: Die Spieler hören vom Wald. Sie beschließen, dass die Straße durch den Wald gefährlich ist und wollen das Risiko meiden (sinnvoll). Sie planen eine andere Reiseroute: die längere Straße über die Berge. SL sagt: geht nicht, Berge sind zugeschneit. SP: Jetzt schon?  SL: Ja - ungewöhnliche Wetterlage, ist halt so. SP: Na gut, dann nehmen wir ein Boot und rudern den Fluss rauf, landen bei Z und gehen von da quer. SL: geht nicht, ihr findet kein Boot. SP: wir bieten einem Fischer hohe Geldsummen! SL: Keiner will sein Boot rausrücken, die brauchen alle Boote. SP: Railroading!


Wenn man erst mal in den Wettbewerb gerät, dann stellen sich eigentlich längst alle Beteiligten blöd an. Am Abenteuerstart muss man sich halt wenigstens implizit einig sein, dass man das Abenteuer auch startet. Deshalb sind ja auch Abenteuer so toll, die mit der Hintergrundgeschichte der Charaktere zusammenhängen.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Eulenspiegel am 12.01.2010 | 17:45
In beiden Fällen ist die Schiene (Railroad) vorhanden (Spieler müssen in den Wald). Warum man nicht beides Railroading (Fahren auf der Schiene) nennen darf, ist mir noch immer schleierhaft.
Klar ist in beiden Fällen RR vorhanden.
Wichtig ist halt zu beachten: "Der Abenteuereinstieg ist Railroading. Das restliche Abenteuer selber ist vielleicht kein Railroading."

Sowohl Beispiel A als auch beispiel B sind beides Railroading.

Der Unterschied bei B ist: Hier sind sich die Spieler klar darüber, dass der Wald ein Abenteuereinstieg ist, auf den sie keine Lust haben. Will der SL sie aber zu dem Wald-Abenteuer zwingen, obwohl sie lieber etwas eigenes improvisieren wollen, ist das ganz klar ein Bruch des Gruppenvertrages.

Bei A gilt dagegen: Vielleicht wissen die Spieler nicht, dass der Wald sie zum eigentlichen Abenteuer führt. Vielleicht wollen die Spieler auch in den Wald, aber die SCs wollen nicht in den Wald.
Das heißt, die Spieler bleiben die ganze Zeit in character und erwarten vom SL, dass er es schon irgendwie schafft, den SCs genügend Gründe zu liefern, doch in den Wald zu gehen.

A und B ist beides Railroading. (Wobei B auf alle Fälle negatives Railroading ist und bei A liegen nicht genügend Informationen vor, um entscheiden zu können, ob es negativ oder positiv ist.)
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 12.01.2010 | 23:19
Der Unterschied bei B ist: Hier sind sich die Spieler klar darüber, dass der Wald ein Abenteuereinstieg ist, auf den sie keine Lust haben. Will der SL sie aber zu dem Wald-Abenteuer zwingen, obwohl sie lieber etwas eigenes improvisieren wollen, ist das ganz klar ein Bruch des Gruppenvertrages.

A und B ist beides Railroading. (Wobei B auf alle Fälle negatives Railroading ist und bei A liegen nicht genügend Informationen vor, um entscheiden zu können, ob es negativ oder positiv ist.)

Wieso empfindest du B als negativ? Wieso folgerst du, dass die Spieler in B keine Lust darauf haben?

Sie beschließen, dass die Straße durch den Wald wahrscheinlich zu einem interessanten Abenteuer führt.

Was daran ist für dich negativ? (ehrliche Frage)
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Eulenspiegel am 12.01.2010 | 23:47
Oh, ich habe mich verlesen. Ich hatte gelesen:
"Sie beschließen, dass die Straße durch den Wald wahrscheinlich zu keinem interessanten Abenteuer führt."

So, wie du es in deinem Post stehen hast, ist auch B ein positives Railroading.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.01.2010 | 08:09
Ah, ok. Dann ist ja gut  ;)

OT:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Hector am 13.01.2010 | 08:22
Wo zum Henker ist denn im zweiten Beipspiel Railroading? Ist jetzt alles Railroading, was der Spielleiter vorbereitet? Ich dachte (selbst nach eurer erweiterten Version) nur dann, wenn der Spielleiter einen gewissen Druck ausübt. Aber wo ist denn der Druck, wenn ich den Spielern einfach etwas so schmackhaft mache, dass sie zubeißen? Dann bin ich einfach nur ein guter Erzähler, der Begeisterung wecken kann.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.01.2010 | 08:34
Das RR liegt darin, dass die Spieler die Straße nehmen müssen, damit es überhaupt weiter geht. Genau darum geht es imo bei der "erweiterten neutralen Bedeutung" von RR. Ob man etwas freiwlillig tut oder nicht, ist egal, denn man muss es eben tun, so oder so.

Edit: Ergänzung: Dabei geht es in meinem Verständnis darum, dass die Spieler durchaus andere plausible, aber nicht zwingende, Wege beschreiten könnten, der SL diese aber vorsätzlich blockiert.
D.h. konkret, dass der Spieler Grenzen auferlegt bekommt, die den "natürlich"  begrenzten Handlungsrahmen weiter (künstlich) einengen.

Aber wo ist denn der Druck, wenn ich den Spielern einfach etwas so schmackhaft mache, dass sie zubeißen? Dann bin ich einfach nur ein guter Erzähler, der Begeisterung wecken kann.

Das ist nicht der Punkt. Die Spieler wählen den vom SL vorgegeben Weg nicht, weil es der scheinbar plausibelste ist (das wäre nach meinem Verständnis Illusionismus), sondern weil es der ist, den der SL anzeigt.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Haukrinn am 13.01.2010 | 09:11
Das RR liegt darin, dass die Spieler die Straße nehmen müssen, damit es überhaupt weiter geht. Genau darum geht es imo bei der "erweiterten neutralen Bedeutung" von RR. Ob man etwas freiwlillig tut oder nicht, ist egal, denn man muss es eben tun, so oder so.

Oh bitte, das ist doch Blödsinn und mal wieder ein typischer Fall "Warum sollten wir miteinander reden, sich einfach mißverstehen ist doch viel leichter". Es ist doch kein Railroading wenn der SL vor dem Spiel "So Leute, heute ist mal ein verwunschener Wald an der Reihe" sagt.

Wenn die Charaktere dann im Wald sind, an der Kreuzung stehen und sagen "wir gehen nach links" und der SL sagt "nein, ihr geht rechts rum", das ist RR.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Teylen am 13.01.2010 | 09:18
Abgesehen das es mit der RR Diskussion leicht am Thema vorbei schrappt.
Für einige ist es RR wenn es heisst "Ihr steht in einem Wald vor einer Kreuzung und geht zur Burg".
Egal ob nun alle anderen Wege blockiert sind, die Chars sich mental gezwungen fühlen den richtigen Weg zu nehmen oder die Burg "Weg flexibel" ist das heißt alle Wege bzw. zumindest der gewählte Weg zur Burg führt. [Wobei die Spieler ja nicht wissen können welche Wege nun Sackgassen gewesen wären]
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.01.2010 | 10:00
Es ist doch kein Railroading wenn der SL vor dem Spiel "So Leute, heute ist mal ein verwunschener Wald an der Reihe" sagt.

Doch, genau das ist nach meinem Ermessen RR. Der SL sagt, "heute gehts in den verwunschen Wald", und die Spieler kommen nicht drum herum. Es liegt ein "Zwang" vor.

EDIT: Ergänzung: Einige sagen, es läge erst RR vor, wenn die Spieler keinen Bock auf verwunschen Wald haben. Aber das ist imo eben falsch, da es für RR genügt, wenn der SL diktiert, dass verwunschener Wald auf dem Programm steht, auch wenn die Spieler sogar Lust haben, das zu spielen.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Haukrinn am 13.01.2010 | 10:02
Doch, genau das ist nach meinem Ermessen RR. Der SL sagt, "heute gehts in den verwunschen Wald", und die Spieler kommen nicht drum herum. Es liegt ein "Zwang" vor.

Aber nicht im Spiel. Wir befinden uns noch davor, es wird verhandelt, was überhaupt gespielt werden soll. Ansonsten wär ja schon die Ansage "Wir spielen DSA" Railroading, weil man prinzipiell ja auch D&D spielen könnte...  ::)
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.01.2010 | 10:05
Aber nicht im Spiel. Wir befinden uns noch davor, es wird verhandelt, was überhaupt gespielt werden soll.

Ich sehe da nirgends eine Verhandlung... bei RR wird ja eben gerade nichts verhandelt. Und wieso befinden wir uns nicht "im Spiel"?
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Teylen am 13.01.2010 | 10:11
Aber nicht im Spiel. Wir befinden uns noch davor, es wird verhandelt, was überhaupt gespielt werden soll.
Eigentlich soll hier nur verhandelt werden wie man einen Spielstil bezeichnen kann bei dem es zu etwas kommt das manche als Railroading bezeichnen wuerde aber alle beteiligten toll finden.
Diskussionen wann, was, wo Railroading ist gehoeren in einen anderen Thread..
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.01.2010 | 10:14
Eigentlich soll hier nur verhandelt werden wie man einen Spielstil bezeichnen kann bei dem es zu etwas kommt das manche als Railroading bezeichnen wuerde aber alle beteiligten toll finden.
Diskussionen wann, was, wo Railroading ist gehoeren in einen anderen Thread..

Wie soll ich aber einen Begriff für etwas finden, dass sich durch Abwesenheit von RR definiert, ohne RR definiert zu haben? Ich durchschaue noch immer nicht konsequent, wann denn bei der "negativen" RR-Variante tatsächlich RR vorliegt...

Ziehe das zurück. Über die bloße Benennung kann man tatsächlich sprechen. Ich werde folglich auch im Weiteren auf RR-Klarstellung verzichten. Entschuldigung.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.01.2010 | 10:22
So, dann schlag ich jetzt den Bogen zum Thema zurück. Wir haben den Begriff des Partizipationismus. Die Frage ist, ob man sich mit der Definition und den gewählten Begriffen, die dort verlinkt wurden, einverstanden erklärt. Mit den Definitionen hab ich im Prinzip wenig Probleme. Aber mit den Begriffen. Wäre da eine Umfrage nicht zielführend?
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: DasTaschentuch am 13.01.2010 | 10:33
Und der Herr sagte: Noah,bau ein großes Boot denn ich werde eine Sintflut schicken!
Und Noah sprach: Aber Herr könnte ich nicht vielleicht 2 oder 3 kleiner Boote bauen oder wir verstecken uns auf dem Gipfel eines sehr hohen berges, oder wir bauen genug Schwimmwesten...?
Und der Herr sprach: Nein Noah,du baust jetzt ein Boot,ein Boot daß groß genug ist daß von allen tieren ein Paar an Bord passt! Und Noah sprach "SchXXX Railroading" und bekamm für die ganze Sache keine XP.
Titel: Re: Railroading, Spielstil(e),.. Begriff(e)?
Beitrag von: ChristophDolge am 13.01.2010 | 10:44
Zitat
Und der Herr sprach: "Nein Noah,du baust jetzt ein Boot,ein Boot daß groß genug ist daß von allen tieren ein Paar an Bord passt!"
Und Noah sprach: "SchXXX Railroading" und bekam für die ganze Sache keine XP.

--> Sig!