Tanelorn.net

Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Thema gestartet von: Grimnir am 13.01.2010 | 17:33

Titel: Metagespräche zwischen SL und Spielern
Beitrag von: Grimnir am 13.01.2010 | 17:33
Ausgehend vom Thread "Katastrophales Ende einer Kampagne" (http://tanelorn.net/index.php/topic,52445.0.html) habe ich folgende Vermutung:

Es gibt viele Gruppen, in denen ein Metagespräch zwischen SL und Spielern nicht stattfindet. Selbst bei prinzipiellen Problemen wird ingame eine Lösung gesucht, aber ein klärendes Outgame-Gespräch findet nicht statt, obwohl das manchmal die einzige Möglichkeit einer Lösung ist. Hiermit meine ich explizit das Gespräch zwischen SL und Spielern, nicht ein Metagespräch der Spieler untereinander.

Meine Fragen:

Es grüßt
Grimnir

P.S.: Ich habe das Thema mal im SL-Channel belassen, weil es sich explizit auf den anderen Thread (mittlerweile auf zwei andere Threads) bezieht. Es kann natürlich gerne verschoben werden.
Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
Beitrag von: Ein am 13.01.2010 | 17:39
Ja.

Ist Mist, wenn man versucht Metaprobleme ingame zu lösen, darum vermeide ich das möglichst.

Weil die Leute dumm sind und eine obskure Vorstellung von "gutem Rollenspiel" haben und denke, es wäre lobenswert, wenn man die Rolle nicht verlässt, egal wie sehr der Schuh drückt.

Nein, das liegt am Mythos, dass Rollenspiel einfach das Spielen von Rollen sei.
Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
Beitrag von: Teylen am 13.01.2010 | 17:56
Keine Ahnung, wie haeufig, aber es kommt vor.
In etwa allen Runden die ich erlebte die nicht komplett frei waren und selbst in ein paar der freien.

Zusammen hocken und sich OT einmal ausprechen hilft.
Also wirklich sich OT aussprechen und nicht nur "So war es geplant aber ihr habt's durch Dummheit, Passivitaet oder beides versaut". Normalerweise kriegt man so dann raus was die Spieler wollen, was man will und wie man das ganze geregelt kriegt.

Metagespraeche sind verpoent weil sie einen stressen.
Man will spielen. Keine langen Diskussionen haben was nun und wieso es nicht passt.
Ausserdem wirken Metagespraeche so als wolle man Machtgrenzen abstecken, was abschreckt. Sowohl der Gedanke zurueck zustecken als auch der den Diktator zu geben. Egal ob mit dominanten Meister oder wenn alle auf einer Ebene sind.

Zumal implizit im Raum steht: Wir haben uns alle lieb und beim RPG Spass
So ein Metagespraech ist da das Eingestaendnis das es nicht so harmonisch ist und irgendwo der Spass gerade nicht da ist; - eine kleine Bankrott Erklaerung.
Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
Beitrag von: Ein am 13.01.2010 | 18:01
Ich sehe Metagespräche eher als kurz Auszeit. Trainer ruft das Team zusammen, Spielstrategie wird nochmal abgestimmt und weiter gehts.
Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
Beitrag von: Haukrinn am 13.01.2010 | 18:10
Nehme ich das nur selektiv wahr, oder gibt es wirklich häufig dieses Problem?

Also mir begegnet das ständig, wenn ich mal in anderen Gruppen spiele. Ich würde also behaupten, dass das recht häufig auftritt.

Was sind Eure Erfahrungen damit?

Ich finde das ziemlich ätzend. Man macht sich dadurch nämlich das Spiel kaputt, weil man ständig Dinge ins Spiel hinein trägt, die dort nichts zu suchen haben. Probleme zwischen Menschen gehören zwischen Menschen geklärt, nicht zwischen imaginären Charakteren. Und selbst wenn es Spielprobleme sind (Mißverständliche Beschreibungen zum Beispiel), dann gehören auch die im Metaebenen-Gespräch zwischen SL und Spieler geklärt. Sonst gibt es nämlich nur noch mehr Mißverständnisse, und damit ist niemandem geholfen.

Was ist der Grund dafür? Wieso sind derartige Metagespräche anscheinend implizit verpönt?

Weil sie nicht immersiv sind und damit gegen einen traditionellen deutschen RPG-Grundgesetzartikel verstoßen. Man ist dann ja plötzlich nicht mehr sein Charakter und so. Dass man, wenn man z.B. einen Zwist zwischen Spielern ins Spiel hinein trägt, eh schon längst nicht mehr sein Charakter, sondern in aller Regel eher ein Arschloch (Hey ich darf das sagen, schließlich habe ich diesen "Bloß nicht outgame darüber Reden"-Fehler selber oft genug gemacht) ist, vergessen die meisten Leute gerne.

Zum Schluss noch eine weitere Vermutung meinerseits: Liegt es vielleicht an der verbreiteten Rolle des SL, nicht als Mitspieler begriffen zu werden, sondern als "Meister, der immer Recht hat" und der damit eine übergeordnete Sonderstellung einnimmt, die sich auch auf den sozialen Umgang der spielenden Gruppe miteinander auswirkt?

Könnte sein. Ich habe selbst in meiner Stammgruppe heute noch hin und wieder das Problem, dass die Leute nichts sagen, wenn sie etwas stört, sondern sie sich darauf verlassen, dass der SL ihre Gedanken liest und das Problem anspricht. Ist natürlich vor allem dann eine dumme Idee, wenn der SL das Problem ist...   ;)
Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.01.2010 | 18:19
  • Nehme ich das nur selektiv wahr, oder gibt es wirklich häufig dieses Problem?
  • Was sind Eure Erfahrungen damit?
  • Was ist der Grund dafür? Wieso sind derartige Metagespräche anscheinend implizit verpönt?
  • Zum Schluss noch eine weitere Vermutung meinerseits: Liegt es vielleicht an der verbreiteten Rolle des SL, nicht als Mitspieler begriffen zu werden, sondern als "Meister, der immer Recht hat" und der damit eine übergeordnete Sonderstellung einnimmt, die sich auch auf den sozialen Umgang der spielenden Gruppe miteinander auswirkt?

Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
Beitrag von: Abdel Alient am 13.01.2010 | 18:54
Das Problem ist nicht nur ein Mythos. Ich habe es schon öfters erlebt.

Glaub das liegt auch daran, dass einige Spieler nicht verstehen, dass es eben nur ein GAME ist und man in Games das macht was einem Spass macht. Sie versetzten sich dann zu sehr in eine Rolle und argumentieren dann damit und sagen:"Aber moment mein Söldner ist nun einmal so..." und lassen sich dann selbst in Metagespräch nicht vom Gegenteil überzeugen.

Wie bereits genannt wurde, ist man felsenfest an der Sache gebunden es Ingame mit den Helden durch zu ziehen. Probleme die die Spieler betreffen werden nicht outgame diskutiert, sondern Ingame versucht auszudiskutieren. Was aber leider zum scheitern verurteilt ist.

Viele vergessen auch hierbei, dass das Spiel nix mit der realen Welt zu tun hat. Man kann jederzeit Outgame mal ein wichtigen Kommentar bringen oder Kritik kurz mal äußern.
Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
Beitrag von: Pyromancer am 13.01.2010 | 18:59
Ausgehend vom Thread "Katastrophales Ende einer Kampagne" (http://tanelorn.net/index.php/topic,52445.0.html) habe ich folgende Vermutung:

Es gibt viele Gruppen, in denen ein Metagespräch zwischen SL und Spielern nicht stattfindet. Selbst bei prinzipiellen Problemen wird ingame eine Lösung gesucht, aber ein klärendes Outgame-Gespräch findet nicht statt, obwohl das manchmal die einzige Möglichkeit einer Lösung ist. Hiermit meine ich explizit das Gespräch zwischen SL und Spielern, nicht ein Metagespräch der Spieler untereinander.

Meine Fragen:
  • Nehme ich das nur selektiv wahr, oder gibt es wirklich häufig dieses Problem?
    Bei mir ist das kein Problem - na ja, momentan vielleicht ein bisschen, weil wir nur sehr kurz spielen und uns auch fast nur zum Spielen treffen, so dass Gespräche über das Spiel fast nur über Email und Foren laufen.
    Zitat
    • Was sind Eure Erfahrungen damit?
    "Früher" hatten wir lange, lange Chill-In- und Chill-Out-Phasen vor und nach dem Spiel, in denen wir natürlich (auch) über das Spiel geredet haben.

    Zitat
    • Was ist der Grund dafür? Wieso sind derartige Metagespräche anscheinend implizit verpönt?
    Weil sie im Spiel einen Fremdkörper darstellen!
    Zitat
    • Zum Schluss noch eine weitere Vermutung meinerseits: Liegt es vielleicht an der verbreiteten Rolle des SL, nicht als Mitspieler begriffen zu werden, sondern als "Meister, der immer Recht hat" und der damit eine übergeordnete Sonderstellung einnimmt, die sich auch auf den sozialen Umgang der spielenden Gruppe miteinander auswirkt?

    "Jeder leitet, keiner drückt sich!"
    In meinen Runden bestanden und bestehen fast ausschließlich aus (potentiellen) SLs, von daher existiert diese Sonderstellung nicht. Jeder kennt die andere Seite des Zauns.[/list][/list]
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Teylen am 13.01.2010 | 20:05
    Wieso sollte man Metagespräche im Spiel führen und die Immersion stellen anstelle davor und danach?
    Ich mein es verlangt doch keiner im Spiel es auszudiskutieren, man kann immernoch bis zum Ende der Session oder dem Anfang der nächsten warten. Da zieht dann auch das "Es stört das Spiel" Argument nimmer.

    Anstelle aber sich mit den Spielern mal zusammen zu hocken und es auszudiskutieren wird über krude Plots (von SL Seite) oder mopsiges Char Verhalten (Spieler Seite) versucht die jeweils andere Seite InGame zu erziehen. Was dann aber logischerweise nicht klappt bzw. als so Spiel störend empfunden wird wie es nunmal auch ist.


    Zumal es ohne Gespräch doch nicht selten einseitig gesehen wird.
    Da wird dann den Leuten die mal sagen "Aber der Char ist nun so" an's Bein gekarrt das die per se unrecht haben und die schlimmsten Aggro-Spieler sind, als das man sich damit auseinandersetzt wieso der Char nun so ist. Wieso der glaubt das er ihn so in der Gruppe spielen kann. Nun und wie der Char dann auch tatsächlich spielbar ist so das alle ihren Spaß haben..
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 13.01.2010 | 20:13
    Meine Fragen:
    • Nehme ich das nur selektiv wahr, oder gibt es wirklich häufig dieses Problem?
    • Was sind Eure Erfahrungen damit?
    • Was ist der Grund dafür? Wieso sind derartige Metagespräche anscheinend implizit verpönt?
    • Zum Schluss noch eine weitere Vermutung meinerseits: Liegt es vielleicht an der verbreiteten Rolle des SL, nicht als Mitspieler begriffen zu werden, sondern als "Meister, der immer Recht hat" und der damit eine übergeordnete Sonderstellung einnimmt, die sich auch auf den sozialen Umgang der spielenden Gruppe miteinander auswirkt?


    EDIT/ Noch eine Ergänzung: Abseits des Spieltisches reden wir sehr viel über das Spiel und auch über mögliche Probleme, die einzelne Spieler haben, auch mit der Spielleitung. Wir machen das persönlich und haben auch ein eigenes Forum seit 2006 mit 13.000 Beiträgen in 3,5 Jahren bei einer Gruppengröße von 7 Personen. Das wird schon intensiv genutzt, und gerade dieser Rahmen ist es, der es uns erlaubt, so etwas während des Spieles komplett auszuklammern. Selbstverstädnlich ist der Austausch enorm wichtig, aber eben nicht während der Spielzeit.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Grimnir am 13.01.2010 | 21:29
    @Ein, Haukrinn, Tudor, Abdel: Dass es verpönt ist, weil man aus der Immersion gerissen wird, sehe ich auch als wichtig(st)en Grund. Jetzt aber als Advocatus Diaboli eine rein gefühlte Hypothese: Selbst wenn viele Spieler untereinander auf der Metaebene kommunizieren, ist doch die Kommunikation mit dem SL auf dieser Ebene viel seltener. Obwohl das alle gleichermaßen aus der Immersion reißt. Ob das wirklich so ist - darüber muss ich mal eine Nacht schlafen. In einer meiner früheren Gruppen war es so, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt. Falls es so ist - warum?

    @Teylen, Pyromancer: Die Fremdkörper-These finde ich einleuchtend, und sie trifft auf alle Freizeitbeschäftigungen zu. Vermutlich fällt es beim Rollenspiel verstärkt auf, da hier eher Metaprobleme entstehen.

    @Teylen: Deine These, dass ein Metagespräch die Disharmonie der Gruppe entlarvt und man es daher nicht will, finde ich sehr interessant. Das könnte man noch weiter diskutieren. Rollenspiel ist - im Vergleich zu anderen Spielen - ein Spiel mit einem etwas höheren Anspruch, sei es in taktischer, schauspielerischer, dramaturgischer oder sonstiger Hinsicht. Vielleicht haben gerade Neulinge daher eine gewisse Unsicherheit und fürchten die Kritik anderer Spieler. Daher vermeiden sie das Gespräch über das Spiel: Der SL fürchtet, sein Plot, seine Welt, sein Abenteuer wird von den Spielern kritisch zerlegt. Die Spieler fürchten, ihre Taktik, ihr Charakterspiel hält den Ansprüchen des SL nicht stand. Dann lieber nicht darüber reden und totschweigen. Das nur so als in den Raum geworfene Hypothese.

    Zitat von: Tearmaster
    Die einzige Ausnahme: Wenn Spieler-Animositäten, die auch in einer gut befreundeten Gruppe vorkommen können, ins Spiel getragen werden oder jemand wirklich gefrustet erscheint und sich das ebenfalls im Spiel bemerkbar macht. Niemals während der Sitzung jedoch Outgame-Gespräche über Probleme, die rein In-Game sind.
    Diese Ausnahme ist eigentlich das, auf das ich im Thread hinaus will. Es geht ja nicht um Outgame-Witze oder Plauderei, auch nicht um Ingame-Probleme, sondern und handfeste Probleme auf der Meta-Ebene (natürlich nicht nur Spieleranimositäten). Das sehe ich auch im Ursprungsthread als das Hauptproblem an.

    Es grüßt
    Grimnir
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Bad Horse am 13.01.2010 | 21:39
    Wenn es im Spiel Probleme gibt, die zu schlechter Stimmung und Frust führen, dann hab ich (mittlerweile) keine Schwierigkeiten mehr damit, das sofort anzusprechen. Wenn alle angefressen sind, dann ist die Immersion sowieso gestört.

    Früher habe ich da auch immer auf den SL gehofft, mittlerweile verlasse ich auch als Spieler kurz meinen Charakter und rede mit dem SL, wenn ich den Eindruck habe, irgendetwas läuft ganz schief. Da ist es natürlich wichtig, sachlich und freundlich zu bleiben und nicht in Vorwürfe zu verfallen - das ist schwierig, wenn man gerade frustriert und genervt ist.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: SeelenJägerTee am 13.01.2010 | 21:40
    Wieso sollte man Metagespräche im Spiel führen und die Immersion stellen anstelle davor und danach?
    Ich mein es verlangt doch keiner im Spiel es auszudiskutieren, man kann immernoch bis zum Ende der Session oder dem Anfang der nächsten warten. Da zieht dann auch das "Es stört das Spiel" Argument nimmer.

    Anstelle aber sich mit den Spielern mal zusammen zu hocken und es auszudiskutieren wird über krude Plots (von SL Seite) oder mopsiges Char Verhalten (Spieler Seite) versucht die jeweils andere Seite InGame zu erziehen. Was dann aber logischerweise nicht klappt bzw. als so Spiel störend empfunden wird wie es nunmal auch ist.


    Zumal es ohne Gespräch doch nicht selten einseitig gesehen wird.
    Da wird dann den Leuten die mal sagen "Aber der Char ist nun so" an's Bein gekarrt das die per se unrecht haben und die schlimmsten Aggro-Spieler sind, als das man sich damit auseinandersetzt wieso der Char nun so ist. Wieso der glaubt das er ihn so in der Gruppe spielen kann. Nun und wie der Char dann auch tatsächlich spielbar ist so das alle ihren Spaß haben..

    Weil es dann zu Spät ist.
    Das Meta Gespräch um das es hier geht sieht folgendermaßen aus:
    SL: "Lasst uns mal unsere Sichtweise der Spielwelt synchronisieren.
    Leute ich sehe die Spielwelt im Moment folgendermaßen. Da hinten ist ein verdammt großer Drache un Drachen sind unglaublich mächtig und putzen normale Menschen bei einem Frontalangriff mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weg. Was seht ihr?"
    SP1: "Ich sehe da vorne eine Echse die gleich von meinem Krieger heroisch zwischen Frühstück und Mittagessen mal so nebenher geschnittert wird."
    SP1 sagt wohlgemerkt NICHT: mein Krieger ist größenwahnsinnig und mir als Spieler bleibt nur auf unmenschliches Glück zu hoffen!

    Diese Synchronisierung der Spielweltwahrnehmung MUSS JETZT SOFORT erfolgen. Am Ende der Runde ist es nämlich zu spät, dann ist der Krieger schon tot.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: SeelenJägerTee am 13.01.2010 | 21:45
    Ich persönlich halte ziemlich viel von so einem klärenden Gespräch, das vermeidet nämlich Spieler die überrascht sind, dass ihr Charakter jetzt tot ist.

    Deswegen sage ich meinen Spielern auch immer: "Sagt mir nicht nur WAS euer Charakter tut sondern auch WARUM er es tut, also was er (oder ihr) sich (euch) damit erhofft zu erreichen bzw. wo er die Risiken sieht."

    Weil oft sind Aktionen von Spielern aus SL Sicht was-macht-der-Idiot-da-will-der-sie-alle-umbringen-Aktionen. Wenn man aber hört was sich der Spieler von der Aktion erhofft kam es bei mir schon öfter vor 'Hoho das könnte ja sogar funktionieren.'
    Aber wenn ich als SL im Vorhinein nicht daran Denke kann ich es nicht implementieren.

    Daher mein Aufruf: "SAGT EUREN SLS IMMER WAS IHR EUCH VON EUREN AKTIONEN ERHOFFT!"
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 13.01.2010 | 21:55
    SL: "Lasst uns mal unsere Sichtweise der Spielwelt synchronisieren.
    Leute ich sehe die Spielwelt im Moment folgendermaßen. Da hinten ist ein verdammt großer Drache un Drachen sind unglaublich mächtig und putzen normale Menschen bei einem Frontalangriff mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weg. Was seht ihr?"

    Dazu muß man nicht Meta gehen.

    Der Drache dreht sich, kolossale 50 Schritt lang, der Schädel paßt allenfalls knapp in die Vorhalle. Eine Aura von Macht und Furcht trifft euch fast wie ein Hammerschlag. Ihr kennt die Schriften der Alten: Niemand ist einem Drachen im Kampfe gewachsen, niemand besiegt ihn im arkanen Duell.

    Sollte ein Spieler das nicht kapieren, dann liegt das Problem nicht im SIS, sondern daran, daß der betreffende Spieler entweder überhaupt nicht zuhört, oder ein kompletter Dumpf ist. Deutlicher als "Niemand" kann man nicht werden.

    Zitat
    "Sagt mir nicht nur WAS euer Charakter tut sondern auch WARUM er es tut, also was er (oder ihr) sich (euch) damit erhofft zu erreichen bzw. wo er die Risiken sieht."

    Ja, das ist durchaus hilfreich, sollte aber kein Dauerzustand sein.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Bad Horse am 13.01.2010 | 22:02
    Der Drache dreht sich, kolossale 50 Schritt lang, der Schädel paßt allenfalls knapp in die Vorhalle. Eine Aura von Macht und Furcht trifft euch fast wie ein Hammerschlag. Ihr kennt die Schriften der Alten: Niemand ist einem Drachen im Kampfe gewachsen, niemand besiegt ihn im arkanen Duell.


    "Na, das wollen wir doch mal sehen! Los, Jungs, auf ihn mit Gebrüll! Der SL will, dass wir ihn angreifen!"

    ...und hinterher wundern sich dann alle, warum jetzt die Gruppe tot ist.

    Wenn der SL sagt, "Niemand hat je...", dann heißt das häufig "Niemand hat je, aber ihr solltet". Das ist meistens das Problem mit der In-Game-Kommunikation - jeder unterstellt dem anderen, was er meint, und statt mit deutlichen Worten abzuklären, was los ist, wird weiter im Trüben gefischt.

    Außerdem haben Spieler ihre eigene Vorstellung von der Welt und passen das, was sie hören, in dieses Weltbild ein. Das hat nichts mit Unaufmerksamkeit oder Dumpfheit zu tun, sondern nur mit unterschiedlichen Vorstellungen.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: SeelenJägerTee am 13.01.2010 | 22:06
    Dazu muß man nicht Meta gehen.

    Der Drache dreht sich, kolossale 50 Schritt lang, der Schädel paßt allenfalls knapp in die Vorhalle. Eine Aura von Macht und Furcht trifft euch fast wie ein Hammerschlag. Ihr kennt die Schriften der Alten: Niemand ist einem Drachen im Kampfe gewachsen, niemand besiegt ihn im arkanen Duell.


    Kann der Spieler immer noch als Stimmungsmache ohne harten regel Hintergrund interpretieren.
    Ist für den Spieler immer noch das Schwertfutter für zwischen durch. Das sagt der SL nur, weil es ja heroisch sein soll.

    Und JA normalerweise ist man sich vorher über die Tödlichkeit und die Spielpräferenzen im klaren, aber wenn es mal feingraduierter geht, bzw. wenn die Bedrohung mal subtiler ist als direkt ein Maul vor der Nase zu haben #8z.B. Politik), was ohne Probleme einen Elefanten zerfetzen könnte (oder Leute so wie Dark Pala einfach jeden Wink mit dem Zaunpfahl ignorieren "das ging irgendwie an mir vorbei") dann ist das sicher besser Klartext zu reden, als die Spieler ihre SCs ins Massaker schicken zu lassen.

    Edit: Bad Horse war schneller.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Pyromancer am 13.01.2010 | 22:08
    "Na, das wollen wir doch mal sehen! Los, Jungs, auf ihn mit Gebrüll! Der SL will, dass wir ihn angreifen!"

    ...und hinterher wundern sich dann alle, warum jetzt die Gruppe tot ist.

    Wenn der SL sagt, "Niemand hat je...", dann heißt das häufig "Niemand hat je, aber ihr solltet". Das ist meistens das Problem mit der In-Game-Kommunikation - jeder unterstellt dem anderen, was er meint, und statt mit deutlichen Worten abzuklären, was los ist, wird weiter im Trüben gefischt.

    In solchen Situationen wirkt ein: "Der hat CL 47, 6 Angriffe mit 94, ANP 3/4, GiT, PiT, SiT und kann fliegen" oft wunder. ;)
    Da weiß dann jeder, was Sache ist.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: kirilow am 13.01.2010 | 22:12
    Sowohl Vorstellungen wie Machbarkeit von Aktionen muss im Rollenspiel ständig synchronisiert werden. Da wirkt ein klares Wort zur rechten Zeit weit mehr als albernes 'atmosphärisches" Salbadern.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: SeelenJägerTee am 13.01.2010 | 22:14
    Wenn ne Runde entsprechend aufeinander eingespielt ist und ihre Vorstellungswelten sehr kongruent sind kann beides gleich effektiv sein.
    Die Regel wird das aber nicht sein.

    Edit:
    @ Drachenbeispiel:
    Ich sehe hier auch ein Problem der unterschiedlichen Settings.
    Wenn man Heroic spielt, dann interpretieren das die Spieler oftmals als stimmungsvolle Beschreibung und unterschätzen die Gefährlichkeit des Dings. (Vermutlich weil der SL die 100 Male die schwächeren Gegner auch recht stimmungsvoll gefährlich beschreiben hat.)
    Wenn man Gritty u.o. Grimdark spielt, dann überschätzen die Spieler jede Gefahr. Da wird ein stimmungsvoller Lichtreflex in den Augen des Gegners, dann schon zum Bösen Blick eines Hexers aufgebauscht und die Spieler trauen sich gar nix mehr.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 13.01.2010 | 22:23
    Kann der Spieler immer noch als Stimmungsmache ohne harten regel Hintergrund interpretieren.
    Ist für den Spieler immer noch das Schwertfutter für zwischen durch. Das sagt der SL nur, weil es ja heroisch sein soll.

    Der SL sagt, was Sache ist, wenn er als SL spricht. Punkt. Wenn ich das nicht etablieren / durchhalten kann, habe ich nur noch Meta-Gelaber am Hals, und das dann zwangsweise. Deine Spieler müssen sich darauf verlassen können, daß das, was der SL als SL schildert, zutrifft. "Das sagt der SL nur, weil" ist ganz schlecht. Der einzige Grund, warum der SL als SL was sagt ist, weil es so ist. Wenn ich Eindrücke etc. schildere, mache ich das deutlich, sonst muß ich wirklich anfangen Stats zu labern.

    Zitat
    Und JA normalerweise ist man sich vorher über die Tödlichkeit und die Spielpräferenzen im klaren, aber wenn es mal feingraduierter geht, bzw. wenn die Bedrohung mal subtiler ist als direkt ein Maul vor der Nase zu haben #8z.B. Politik), was ohne Probleme einen Elefanten zerfetzen könnte (oder Leute so wie Dark Pala einfach jeden Wink mit dem Zaunpfahl ignorieren "das ging irgendwie an mir vorbei") dann ist das sicher besser Klartext zu reden, als die Spieler ihre SCs ins Massaker schicken zu lassen.

    Da wäre mir was konkretes lieber.

    Zitat von: kirilow
    Sowohl Vorstellungen wie Machbarkeit von Aktionen muss im Rollenspiel ständig synchronisiert werden. Da wirkt ein klares Wort zur rechten Zeit weit mehr als albernes 'atmosphärisches" Salbadern.

    Die Synchronisierungsfrequenz hängt ja wohl in erster Linie davon ab, wie eingespielt das Team ist und wie eingespielt das Team mit dem SL ist. Was das Salbadern angeht: Das war eine präzise Informationsvermittlung. Man benötigt nur etwas Kompetenz im Verstehen.

    Zitat
    @ Drachenbeispiel:
    Ich sehe hier auch ein Problem der unterschiedlichen Settings.

    Nein, weil die Art der Schilderung natürlich den setting-realen Gegebenheiten angepaßt wird. Gegenüber einer Gruppe in den Forgotten Realms würde die Schilderung anders aussehen, "machbarer".
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Tudor the Traveller am 13.01.2010 | 22:55
    Der Drache dreht sich, kolossale 50 Schritt lang, der Schädel paßt allenfalls knapp in die Vorhalle. Eine Aura von Macht und Furcht trifft euch fast wie ein Hammerschlag. Ihr kennt die Schriften der Alten: Niemand ist einem Drachen im Kampfe gewachsen, niemand besiegt ihn im arkanen Duell.

    Das funzt nicht, habe ich früher auch versucht. Ich höre schon den ersten Spieler denken "mein Krieger ist aber furchtlos. DAS soll mich jetzt beeindrucken?"
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: YY am 14.01.2010 | 00:05
    "Was sind Eure Erfahrungen damit?"

    In meiner Stammrunde gibt es ständig Meta- bzw. OOC-Gespräche zwischen SL und Spielern.
    Meistens sind das eher Kleinigkeiten, wie z.B., was in einem bestimmten Setting sozial angemessen ist oder wie irgendwelche Sachen da von offizieller Seite wohl gehandhabt werden - eben Dinge, die ein SC ziemlich sicher weiß, der Spieler aber nicht unbedingt.

    Bei konkreten Regelfragen wird bei uns auch - meiner Wahrnehmung nach entgegen dem allgemeinen Trend - direkt eine Lösung angestrebt.
    Wenn Regeln totaler Mist sind, habe ich die meistens im Vorfeld schon geändert; das Wenige, was im Spielverlauf auffällt, ist also zumindest nicht so verzahnt oder so grundlegend, dass eine Änderung wohlbedacht sein muss und einen Rattenschwanz an sekundären Hausregeln oder Folgeproblemen nach sich zieht.
    in 99% der Fälle finden wir da auch innerhalb sehr kurzer Zeit eine zufriedenstellende Alternative, die meistens auch hinterher mit einem gewissen Abstand zur konkreten Situation und mit Zeit zum Analysieren nicht mehr oder kaum nachgebessert werden muss.

    Gerade das Prinzip "Erst nach der Sitzung" funktioniert für mich überhaupt nicht.
    Ich oder meine Spieler haben doch JETZT ein Problem damit, und wenn das direkt angesprochen wird, dann signalisiert der gute Mann damit: Das ist so schlecht gelöst, dass ich nicht damit einverstanden bin, das so zu machen, auch nicht übergangsweise.
    Wenn es meinen Spielern "nur" auffällt, aber sie es nicht für wirklich wichtig erachten, dann sagen sie das hinterher. Wenn sie sich direkt beschweren, dann wollen sie auch, dass es direkt geändert wird.

    Ich mache das auch als SL so - wenn eine selten genutzte oder aus sonstigen Gründen bisher nicht auffällige gewordene Regel offensichtlich Mist ist, dann stelle ich die direkt zur Diskussion. Da liegt es dann in der Macht meiner Spieler, zu sagen "Stört uns nicht wirklich, heb dir das mal für später auf" - als SL ist da ja eigentlich auch nur mein regelästhetisches Empfinden gestört und es entsteht mir ansonsten kein konkreter Nachteil o.Ä., deswegen kann ich das dann auch erstmal so belassen.
    Als Spieler ist mir das aber gar nicht recht. 

    Das ist für uns auch nichts, was uns total rausbringt oder sonstwie den Spielfluss unterbricht...es gehört direkt zum Spiel, und es ist topaktuell.
    Ich versetze mich doch nicht zu Spielbeginn in "Immersionstrance" und lege den glasigen Blick erst wieder ab, wenn die XP genannt werden  wtf?

    Ich habe in früheren Runden als Spieler oft erlebt, dass kurz diskutiert wird, der SL dann irgendwann sagt "Nix, so und so wird das jetzt gemacht und später reden wir drüber, ich will hier jetzt weitermachen". Funktioniert überhaupt nicht; die Spieler sind dann erst recht angepisst, hinterher denkt sich die Hälfte "war ja so schlimm auch nicht" und die anderen wollen schnell heim oder haben es vergessen - und ein oder zwei Sitzungen später tritt das Thema erneut auf und das ganze Theater wiederholt sich.
    Bei einer einvernehmlichen Lösung habe ich da als SL EINMAL Zeitaufwand -meistens auch nicht länger als eine Diskussion, die sich bei abnehmender Sinnhaltigkeit der Beiträge zunehmend erhitzt und irgendwann vom SL abgewürgt wird- und keiner ist genervt.


    Unsere Nachbereitung sieht demzufolge auch meistens so aus, dass die Spieler unter sich die Sitzung noch mal durchgehen und Pläne fürs nächste Mal schmieden. Parallel wird meistens XP und Kohle auf den Kopf gehauen und einer meiner Spieler zählt noch mal -sehr löblich- auf, was ihm besonders gut gefallen hat/Spaß gemacht hat und was nicht. Das sind dann aber meistens einzelne Plotelemente oder Situationen statt Regelanwendungen.
    Ab und zu werden neu erstellte Hausregeln in der Nachbereitungsphase noch mal gedanklich durchgespielt, ob sie in allen Fällen brauchbar sind - eben nur dann, wenn die Änderung ausreichend komplex ist, dass das nötig ist.



    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Falcon am 14.01.2010 | 00:36
    @Grimnir: Das liesst sich jetzt so als meintest du ein Metagespräch wäre nix anderes als Outgame die Rundenprobleme zu lösen.
    Das nennt man aber imho "sich Aussprechen".

    Es gibt RPGs, die finden fast nur im Metagespräch statt, ohne daß es überhaupt ein Problem in der Runde gibt. beim Metagespräch läuft das Spiel nämlich weiter, man ist halt nur nicht "im" Charakter.

    Zum sich Aussprechen:
    Ja, ich denke, das das nicht getan wird oder viele gar meinen das wäre überflüssig ist eins der größten Probleme des Rollenspiels.
    Da wurde viel durch die "gutes Rollenspiel" Propaganda kaputt gemacht. Dank DSA.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.01.2010 | 01:37
    EDIT/ Um Grimnirs Strang zu schonen, hab ichs in Spoiler verpackt, wahr bleibts trotzdem.

    (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Callisto am 14.01.2010 | 01:45
    LOL, kaum wird der DSA-Blubberthread konstruktiv geht das Geflame woanders los. Kommt mal runter, alle beide :P
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.01.2010 | 01:54
    EDIT/ Ich machs mal verborgen. Aber Flame ist das nicht. Trotzdem Danke für den Hinweis und ich pack auch meinen vorherigen Post in die Tags.

    (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

    Edit, um noch was konsturktives beizutragen:


    Der Drache dreht sich, kolossale 50 Schritt lang, der Schädel paßt allenfalls knapp in die Vorhalle. Eine Aura von Macht und Furcht trifft euch fast wie ein Hammerschlag. Ihr kennt die Schriften der Alten: Niemand ist einem Drachen im Kampfe gewachsen, niemand besiegt ihn im arkanen Duell.

    Das funzt nicht, habe ich früher auch versucht. Ich höre schon den ersten Spieler denken "mein Krieger ist aber furchtlos. DAS soll mich jetzt beeindrucken?"

    Sicherlich kann hier Meta-Talk (z.B. Stats) helfen. Aber das ist eine Krücke. Fundamental wichtiger ist: Dein Spieler glaubt Dir nicht, falls er der Meinung ist, doch was reißen zu können. (Falls sein Charakter größenwahnsinnig ist, ist das was anderes, dann weiß er, daß er ihn in den Tod schickt).

    Falls er aber nicht seinen Charakter wissentlich in den Tod schickt, sondern an eine Chance glaubt trotz "Niemand", dann glaubt und vertraut er Dir nicht. Warum?

    EDIT 2

    Als Spieler zeigte ich folgende Reaktion, und als SL erführe ich folgende Reaktion. Spieler: "Okay, kein Kampf, keine Magie. Wir müssen einen anderen Weg finden. Vielleicht können wir ihn schwächen. Den kriegen wir schon klein." Ich vertraue meinen SL, meine Spieler vertrauen mir, und jeder empfindet so etwas trotzdem und jetzt erst recht als Herausforderung, nicht als Limitierung.

    Ich versetze mich doch nicht zu Spielbeginn in "Immersionstrance" und lege den glasigen Blick erst wieder ab, wenn die XP genannt werden  wtf?

    Falls Du es bisher noch nicht getan hast, solltest Du es mal versuchen, auch und gerade als Spielleiter.


    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Ein am 14.01.2010 | 07:59
    Zitat
    Fundamental wichtiger ist: Dein Spieler glaubt Dir nicht, falls er der Meinung ist, doch was reißen zu können.
    Da es ein Spiel ist, stellt sich andersherum einfach die Frage, warum hier ein unmachbarer Encounter platziert wird und nicht durch eine Cutscene aufgelöst wird. Nein, hier wird den Spielern bewusst Handlungsfreiheit suggeriert, obwohl es (wahrscheinlich) nur eine einzige Lösung gibt: Beine in die Hand.

    Ich denke, hier ist daher eher die Frage, warum der Spielleiter die Zeit der Spieler mit so etwas verplempert.

    Wobei mir das
    Zitat
    "Immersionstrance" [...] solltest Du es mal versuchen, auch und gerade als Spielleiter.
    (Vorherhebung durch mich)
    Eh, zeigt, dass du eine seltsame Vorstellung von Immersion hast.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Haukrinn am 14.01.2010 | 08:03
    Manche Gruppen sind so funktional, daß das nicht benötigt wird. Punkt. Ist das irgendwie verständlich zu machen? Und für solche Gruppen ist das überflüssig wie ein Kropf. Projiziert eure Probleme nicht auf andere.

    Sich selbst belügen ist natürlich auch eine Lösung...  ::)
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hector am 14.01.2010 | 09:00
    Ich finde es hilfreich, mal eine Auszeit zu machen. Wenn ich bemerke, dass die Situation mir und/oder der Gruppe entgleitet, beantrage ich eine Auszeit und sage z.B.:

    "Leute, ihr verrennt Euch da gerade in etwas, das aus meiner Sicht nicht unbedingt spaßfördernd ist, weil..."

    oder:

    "Versucht mal, Euch von diesem Punkt zu lösen und das Problem mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten..."

    oder:

    "Ist ja fein, wenn Gnuffie dem Gnom das Ausspielen der Marktszenen beim Hartwurstkauf so viel Spaß macht, aber ich glaube, der Rest der Gruppe würde jetzt gerne mit dem Abenteuer weitermachen..."

    oder:

    "Leute, ich denke, die Szene ist jetzt wirklich ausgelutscht. Wenn Ihr einverstanden seid, springe ich jetzt zu einem interessanteren Punkt, damit wieder etwas Drive ins Spiel kommt."

    Immersion ist ja schön und gut, aber wenn das Spiel leidet, muss man eben mal aus der Ameisenperspektive raus und das Ganze aus der Vogelschau betrachten.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.01.2010 | 13:59
    Sich selbst belügen ist natürlich auch eine Lösung...  ::)

    Diese Sturheit ist es, die ich meine. Es paßt nicht, es kann nicht sein, weils nicht sein darf, nicht wahr? Mit welchem Recht und mit welchen Argumenten maßt Du Dir das an? Das ist dummdreist.

    Zitat
    Ich denke, hier ist daher eher die Frage, warum der Spielleiter die Zeit der Spieler mit so etwas verplempert.

    Frag den, der den Encounter konstruiert hat (http://tanelorn.net/index.php/topic,52462.msg1034945.html#msg1034945). Ich wars nicht.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: WitzeClown am 14.01.2010 | 14:02
    Diese Sturheit ist es, die ich meine. Es paßt nicht, es kann nicht sein, weils nicht sein darf, nicht wahr? Mit welchem Recht und mit welchen Argumenten maßt Du Dir das an? Das ist dummdreist.

    Ich hab mich hier zar noch nicht zu Wort gemeldet, aber den Thread vom Anfang weg verfolgt.
    Worte wie "Sturheit" oder gar "dummdreißt" habe ich bis jetzt am ehesten noch mit deinen Kommentaren verbunden.

    Du beharrst auch sehr stur auf deiner Meinung.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.01.2010 | 14:04
    Ja, siehe Strang Spielstile, wo ich mich ja überhaupt nicht überzeugen lasse. Siehe hier, wo Selbstbetrug insinuiert wird, nur weil etwas nicht in Schubladen passen will. Ich bin stur, natürlich.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: WitzeClown am 14.01.2010 | 14:10
    Ja, siehe Strang Spielstile, wo ich mich ja überhaupt nicht überzeugen lasse. Siehe hier, wo Selbstbetrug insinuiert wird. Ich bin stur, natürlich.

    Kein Grund gleich flapsig zu werden.

    Ich hab von diesem Thread gesprochen. Was im Thread "Spielstile" passiert weiß ich nicht. Den lese  ich nämlich nicht.

    Und damit ich die Anschuldigung nicht einfach so in den Raum stelle beziehe ich mich mal auf deinen Post über das Auftreten des Drachen, den du auf der ersten Seite gebracht hast:

    Du scheinst felsenfest davon überzeugt zu sein, dass deine dort gebrachte  InGame-Beschreibung den Spielern den einen absolut richtigen Eindruck von der Situation vermittelt und die ganze Situation damit automatisch geklärt sein muss. Daraufhin äußern Bad Horse und andere ihre Bedenken und verweisen auf Kommunikationsfehler, unterschiedliche Setting Konventionen und Spielerneigungen. Diese Einwände scheinen dir aber einfach mal prinzipiell egal zu sein.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Achamanian am 14.01.2010 | 14:15

    Was mir hier im Forum gegen den Strich geht ist, daß jedesmal, wenn jemand sagt, er benötigt diese und jene Kopfgeburt nicht, vielen Dank, es funktioniert ohne für alle (EDIT in der betreffenden Gruppe) besser, daß dann irgendein Clown daherrollt und Begriffe wie "kaputt" und "dysfunktional" aus der Kauleiste in die Tastatur fallen läßt. In zwei Tagen schon wieder zweimal und dieses Besserspielertum ist einfach nur zum Kotzen. Es macht jede kontruktive Diskussion sofort unmöglich.
     >:(
    Ich will mich nicht dafür verteidigen müssen, daß es in meinen Gruppen (Plural!) genug vernünftige Leute gibt, so daß die Mehrheit der Probleme, die hier Kopfzerbrechen bereiten, nicht auftreten. Ich versuche zu erklären, warum das so ist, und höre sofort dieses Sch??/()=/=)/-Kampfvokabular.


    Kann ja sein, dass deine Gruppe so eingespielt ist, dass sie weder Regel-Metasprech noch Aussprachen benötigt. Andererseits gibt es auch Gruppen, bei denen z.B. Aussprachen über Vorstellungen vom Setting, vom Spielstil, über Charaktermotivation usw. usf. sehr hilfreich sind. Sogar eingespielte Gruppen, die bestimmte hartnäckige Probleme in den Griff kriegen, nachdem sie mal dazu angeregt sind, einfach Outgame darüber zu reden, was sie da machen, wollen, sich bei denken.
    Mit diesen Leuten kannst du eben schlecht in eine Diskussion treten wenn du sagst; "Alta, wir ham sowas doch überhaupt nicht nötig!"
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.01.2010 | 14:16
    Du scheinst felsenfest davon überzeugt zu sein, dass deine dort gebrachte  InGame-Beschreibung den Spielern den einen absolut richtigen Eindruck von der Situation vermittelt und die ganze Situation damit automatisch geklärt sein muss. Daraufhin äußern Bad Horse und andere ihre Bedenken und verweisen auf Kommunikationsfehler, unterschiedliche Setting Konventionen und Spielerneigungen. Diese Einwände scheinen dir aber einfach mal prinzipiell egal zu sein.

    Das ist back on topic, Danke dafür.

    a) Ich bin (http://tanelorn.net/index.php/topic,52462.msg1034980.html#msg1034980) auf Setting-Konventionen eingegangen. Der Vorwurf ist schon einmal nicht haltbar.

    b) Um Kommunikationsfehler geht es hier prinzipiell, und da habe ich im selben Post gesagt, daß Stringenz und Verläßlichkeit aus der temporär auktorialen Situation des Spielleiters heraus Voraussetzungen sind, die diese minimieren bzw. sogar eliminieren können. EDIT/ Daß ein SL präzise kommunizieren können muß ist natürlich die unausgesprochene Grundlage.

    EDIT 2 / Sinn (Zahnschmerzen machen unkonzentriert  :P)
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: WitzeClown am 14.01.2010 | 14:28
    Okay, okay. Ich versuche mal deine bisherigen Aussagen zu paraphrasieren:

    Du bist der Meinung, dass sich OutGame Klärungen zwischen den Spielenden komplett durch InGame Beschreibungen des SL ersetzen lassen, wenn der SL dabei nur bestimmte Punkte beachtet. Zu diesen Punkten zählst du solche Sachen wie Beschreibungen die an das Setting angepasst sind, Verlässlichkeit auf die Beschreibungen des SLs und genug Vertrauen zwischen SL und Spielern.

    Sehe ich das soweit richtig?
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: kirilow am 14.01.2010 | 14:28
    Ich glaube, die Sache verliert sich hier ein wenig in einem Nebenthema.

    Sowohl die "Aura der Macht" wie "CR 47" sind doch Teil des Vorgangs beim Rollenspiel, mithin gar keine Metagespräche. So etwas wie "Das letzte Abenteuer fand ich lahm." ist ein Metagespräch, um mal ein einfaches Beispiel zu bringen.

    Mir scheint es so, dass das Hauptproblem bei 'Metagesprächen' ist, dass es nicht leicht ist zu artikulieren, was man als das Problem empfindet bzw. was man wünscht. Jasper hat vor langer Zeit mal einiges dazu im Kontext Rollenspieltheorie gesagt (http://tanelorn.net/index.php/topic,20552.msg397392.html#msg397392).

    Grüße
    kirilow
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.01.2010 | 14:39
    Eh, nicht unbedingt. Grimnir ging ausdrücklich von Kom-Problemen aus, die hier (http://tanelorn.net/index.php/topic,52445.0.html) stattfanden.

    Zitat von: Witze Clown
    Du bist der Meinung, dass sich OutGame Klärungen zwischen den Spielenden komplett durch InGame Beschreibungen des SL ersetzen lassen, wenn der SL dabei nur bestimmte Punkte beachtet. Zu diesen Punkten zählst du solche Sachen wie Beschreibungen die an das Setting angepasst sind, Verlässlichkeit auf die Beschreibungen des SLs und genug Vertrauen zwischen SL und Spielern.

    Solange es sich um die rein situative Darstellung der Spielwelt und der Vorgänge darin handelt: Ja, das ist möglich. Die von Kirilow und SJT angesprochene (http://tanelorn.net/index.php/topic,52462.msg1034945.html#msg1034945), auf Metaebene stattfindende und für viele hier notwendige SIS-Anpassung ist oft nur deswegen notwendig, weil der SL eben nicht präzise und verständlich schildert oder weil ein Spieler die Schilderungen mit eigenen Bedeutungen auflädt, indem er nicht-vorhandene, verborgene Motivationen des SLs sucht ("Der SL will, dass wir ihn angreifen!" (Bad Horse)). Sobald sich dieses schlichte "So ist es" in einer Gruppe etabliert hat, läuft es sehr viel flüssiger.

    EDIT/ Wie gesagt, das bezieht sich auf die Spielwelt. Wie aus meinem Erstpost (http://tanelorn.net/index.php/topic,52462.msg1034890.html#msg1034890) hier hervorgeht ist klar, daß ich Metagespräche zur Bereinigung von Konflikten etc. die rein auf Spielerebene existieren (Animositäten, Regelunsicherheiten etc) nicht ablehne, sondern nur als störend empfinde. Notwendig mögen sie trotzdem sein.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: WitzeClown am 14.01.2010 | 14:58
    Solange es sich um die rein situative Darstellung der Spielwelt und der Vorgänge darin handelt: Ja, das ist möglich. Die von Kirilow (?) angesprochene, auf Metaebene stattfindende und für viele hier notwendige SIS-Anpassung ist oft nur deswegen notwendig, weil der SL eben nicht präzise und verständlich schildert oder weil ein Spieler die Schilderungen mit eigenen Bedeutungen auflädt, indem er nicht-vorhandene, verborgene Motivationen des SLs sucht ("Der SL will, dass wir ihn angreifen!" (Bad Horse)). Sobald sich dieses schlichte "So ist es" in einer Gruppe etabliert hat, läuft es sehr viel flüssiger.

    Hm okay dann sag ich mal abschließend dazu:

    Das ganze scheint in eurer Gruppe (nach deinen Aussagen) ja sehr gut zu funktionieren. Vermutlich seid ihr schon ein gut eingespieltes Team und euer SL gibt sich wirklich Mühe mit seinen Beschreibungen. Da du eure Gruppe als Gruppe von "Immersionsjunkies" bezeichnest ist diese Art von "Lösung" für euch vermutlich ideal.

    Ich persönliche glaube aber, dass diese Vorgehensweise nicht bei vielen Gruppen funktionieren wird. Dazu sind Kommunikationsprobleme (seien sie nun beim Sender oder Empfänger zu suchen) einfach zu schwer in den Griff zu bekommen. Ihr habt eben einen großen Vorteil durch die lange gemeinsame Spielzeit, die regelmäßigen Sessions und die regen Hintergrunddiskussionen in eurem Forum. Bei vielen Runden sind solche günstigen Rahmenbedingungen schlicht nicht vorhanden. 

    Um es kurz zu machen: Würde mich jemand bei solchen Kommunikationsproblemen um Rat fragen, würde ich ihnen zu einer direkten aber fairen OutGame Aussprache direkt vor Ort raten. Zur Not auch mitten in der Kampfszene. Ich halte es für einfacher sich von Spieler zu Spieler (der SL ist auch nur ein Spieler am Tisch) offen zu bereden, als nach mehreren Stunden Spielzeit dann nochmal eine Diskussion aufzumachen. Aber das ist eben mein persönlicher Stil mit solchen Problemen umzugehen.

    Das mag auch daran liegen, dass ich überhaupt kein Immersionsfan bin und in meinen Runden ca 30-40% der Zeit mit OT Gelaber verbacht wird. Sei es weil man die grade ablaufende Handlung kommentiert, über selbige einen Witz reißt oder einfach nur einen Lachanfall bekommt weil der Söldnerchef jetzt schon zum dritten mal den Namen seiner Firma vergessen hat. ;)
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Achamanian am 14.01.2010 | 15:00

    Das mag auch daran liegen, dass ich überhaupt kein Immersionsfan bin und in meinen Runden ca 30-40% der Zeit mit OT Gelaber verbacht wird. Sei es weil man die grade ablaufende Handlung kommentiert, über selbige einen Witz reißt oder einfach nur einen Lachanfall bekommt weil der Söldnerchef jetzt schon zum dritten mal den Namen seiner Firma vergessen hat. ;)

    Ein Glück, ich fürchte ja immer mal wieder, das meine Gruppen mit diesem schandalösen Verhalten alleine dastehen!
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Teylen am 14.01.2010 | 15:00
    @Teylen: Deine These, dass ein Metagespräch die Disharmonie der Gruppe entlarvt und man es daher nicht will, finde ich sehr interessant. Das könnte man noch weiter diskutieren. Rollenspiel ist - im Vergleich zu anderen Spielen - ein Spiel mit einem etwas höheren Anspruch, sei es in taktischer, schauspielerischer, dramaturgischer oder sonstiger Hinsicht. Vielleicht haben gerade Neulinge daher eine gewisse Unsicherheit und fürchten die Kritik anderer Spieler. Daher vermeiden sie das Gespräch über das Spiel: Der SL fürchtet, sein Plot, seine Welt, sein Abenteuer wird von den Spielern kritisch zerlegt. Die Spieler fürchten, ihre Taktik, ihr Charakterspiel hält den Ansprüchen des SL nicht stand. Dann lieber nicht darüber reden und totschweigen. Das nur so als in den Raum geworfene Hypothese.
    Als praktische Anmerkung zu der Theorie habe ich in einer eigenen Gruppe durchaus die Erfahrung gemacht das es, nachdem es zu einem Metagespraech gekommen ist durchaus konkret angesprochen wurde das die Befuerchtung besteht das die damit implizierte Disharmonie gegen den Anspruch steht das doch alle miteinander harmonisch spielen wollen; nun und das aufdecken der Disharmonie diese noch verstaerkt.
    Wobei es dann "geloest" wurde in dem man sich abseits des Forums nochmal im Skype zusammensetzte.

    In einer anderen Situation konnte ich mich als Spieler nicht mehr zurueck halten und habe dementsprechend meinen Unmut kundgetan [erst beim SL und spaeter ein Gespraech mit den Spielern]. Wobei wieder latent der Vorwurf im Raum stand an der Dysharmonie - die ich aus meiner Sicht nur entarnte - schuld zu sein bzw. potentiell die Gruppe zu riskieren [ungeachtet der Tatsache das ohne Aussprache eher aerger geworden waere].

    Die Hauptfurcht war dabei schlicht den Konflikt auf Meta-Ebene nicht beilegen zu koennen und daher auf Inplay-Ebene nachdem Motto "Augen zu und durch" bzw. "Rollenspiel macht Spass, da wird es der Spass schon richten" gehandelt wurde.

    Was auch recht System unabhaengig zu sein scheint, da ich dort Vampire spielte und das vom Grund.


    Die Befuerchtung hinsichtlich der Funktionalitaet des Plots seitens der SL sowie die Angst vor der Bewertung eigenen Leistungen seitens der Spieler wuerde ich weniger mit Dysharmonie beschreiben, im sozialen, als abweichenden Erwartungshaltungen.

    Das heisst der Spielleiter nimmt fuer sich in Anspruch einen Plot entworfen zu haben der der Gruppe einen moeglichst grossen Spielspass bringt. Die Annahme das die Spieler damit nicht harmonieren koennen ist dementsprechend fremd. Es widerspricht dem 'Arbeits'ziel und dahingehend einen Fehler gemacht zu haben gefaehrdet nicht nur den eigenen Spielspass sondern implizit den Vorwurf seinen Spielern eher was angetan zu haben als mit ihnen zu spielen.
    Dementsprechend ist der Wille das zu diskutieren eher gering respektive sieht man wenn es schief laeuft eher die Schuld bei den Spielern.

    Die Spieler hingegen haben an sich den Anspruch das der Spielleiter sich dort Muehe gegeben hat, einen Plot oder ein Szenario entworfen, und das daraus, wenn sie ihren Character spielen etwas entsteht das sowohl ihnen Spass bereit als auch die Bemuehungen des SL entlohnt. Wo sie im Rahmen des Plots auch das beste gaben um die in sie gesetzten Erwartungen zu erfuellen, heisst durch tapferes Suchen nach den Schienen oder das Einbringen eigener Ideen. Wenn nun etwas schief geht liegt es vielleicht etwas naeher bei sich zu suchen, allerdings impliziert das, das man vielleicht nicht nur Wuerfelpech hatte sondern einfach zu bloed war, nicht in die Gruppe passt.
    Dementsprechend scheint der erste Schuldige der Spielleiter.

    Anstelle sich aber nun selbst zu hinterfragen und das Gespraech zu suchen hoffen die Spieler darauf das es im naechsten Plot schon besser klappen wird und der Spielleiter das der naechste Plot endlich den erzieherischen Mehrwert bringt.

    Klappt nur genauso wenig als wenn jede Seite den anderen die Schuld gibt [meist haengt es ja doch an beiden].

    Zitat von: SeelenJägerTee
    Weil es dann zu Spät ist.
    Das Meta Gespräch um das es hier geht sieht folgendermaßen aus:
    SL: "Lasst uns mal unsere Sichtweise der Spielwelt synchronisieren.
    Leute ich sehe die Spielwelt im Moment folgendermaßen. Da hinten ist ein verdammt großer Drache un Drachen sind unglaublich mächtig und putzen normale Menschen bei einem Frontalangriff mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weg. Was seht ihr?"
    SP1: "Ich sehe da vorne eine Echse die gleich von meinem Krieger heroisch zwischen Frühstück und Mittagessen mal so nebenher geschnittert wird."
    SP1 sagt wohlgemerkt NICHT: mein Krieger ist größenwahnsinnig und mir als Spieler bleibt nur auf unmenschliches Glück zu hoffen!

    Diese Synchronisierung der Spielweltwahrnehmung MUSS JETZT SOFORT erfolgen. Am Ende der Runde ist es nämlich zu spät, dann ist der Krieger schon tot.
    Ja, bzw nein.
    Die Synchronisierung haette vor der Situation bzw. dem Anfang der Spielrunde statt finden sollen.
    Wo die Spielleitung erklaert das sie das Fantasy Setting als heroisch aber toedlich begreift und Drachen fiese Ungeheuer sind die nicht Echsen gleich im vorbei gehen geplaettet werden koennen.
    Der Spieler haette dann vielleicht, wenn er es anders lieber mag, zur Diskussion stellen koennen wie heroisch es noch ist wenn man in einer Fantasy Welt keine Drachen toeten kann oder sein Held sterben.
    Dann spielt die Gruppe und jeder weis was Sache ist wenn der Drache da steht.

    Wenn das Gespraech nicht statt gefunden hat waere es, nach meinem Spiel gefallen nach, ein Grund an der Stelle zu cutten und sich vielleicht einmal zum Thema Spielstil und Erwartungen von Spielern / Spielleitung auseinander zu setzen. Vielleicht kann man danach auch wieder los legen.

    Aber mitten drin ein Metagespraech zu beginnen,... ich mein in dem Beispiel nimmt man doch jede Spannung / Immersion im vorne rein weg in dem man es mal OT breit tritt. Ich mag es ja schon nicht wenn Spieler OT anfangen Taktiken zu diskutieren, aber wenn das der SL macht? Bevor es noch eventuell zu einem Kampf kommt? Jessesmaria. Also da haette ich ernsthaft Probleme mir vorzustellen wie des Spass machen soll ^^;
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.01.2010 | 15:10
    Das ist ein langer, guter  :d Post, und ich möchte einen Aspekt als besonders interessant hervorheben.

    Zitat
    Die Befuerchtung hinsichtlich der Funktionalitaet des Plots seitens der SL sowie die Angst vor der Bewertung eigenen Leistungen seitens der Spieler wuerde ich weniger mit Dysharmonie beschreiben, im sozialen, als abweichenden Erwartungshaltungen.
    Das heisst der Spielleiter nimmt fuer sich in Anspruch einen Plot entworfen zu haben der der Gruppe einen moeglichst grossen Spielspass bringt. Die Annahme das die Spieler damit nicht harmonieren koennen ist dementsprechend fremd. Es widerspricht dem 'Arbeits'ziel und dahingehend einen Fehler gemacht zu haben gefaehrdet nicht nur den eigenen Spielspass sondern implizit den Vorwurf seinen Spielern eher was angetan zu haben als mit ihnen zu spielen.
    Dementsprechend ist der Wille das zu diskutieren eher gering respektive sieht man wenn es schief laeuft eher die Schuld bei den Spielern.

    Wenns aus dem Ruder läuft, so wie in dem von Grimnir verlinkten Strang, hat der SL u.U. Angst "versagt" zu haben (als "Spaßbringer"), gesteht sich das nicht ein und schiebt unbewußt die Schuld auf die Spieler. Ist es das, was Du meinst?
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Grimnir am 14.01.2010 | 15:34
    Ich sehe gerade mit Interesse, wie sich das Thema weiter entwickelt hat. Es gibt einiges, was ich sehr spannend finde und ich werde heute Abend noch meinen Senf dazugeben bzw. kirilows Link verfolgen, jetzt habe ich leider keine Zeit.

    Nur noch eine kurze Anmerkung:

    @Grimnir: Das liesst sich jetzt so als meintest du ein Metagespräch wäre nix anderes als Outgame die Rundenprobleme zu lösen.
    Das nennt man aber imho "sich Aussprechen".

    Zitat von: kirilow
    Sowohl die "Aura der Macht" wie "CR 47" sind doch Teil des Vorgangs beim Rollenspiel, mithin gar keine Metagespräche. So etwas wie "Das letzte Abenteuer fand ich lahm." ist ein Metagespräch, um mal ein einfaches Beispiel zu bringen.

    Zitat von: Tearmaster
    Eh, nicht unbedingt. Grimnir ging ausdrücklich von Kom-Problemen aus, die hier stattfanden.

    Anscheinend gibt es kleine Unstimmigkeiten, was ich hier gemeint habe. Ich meine die Outgame-Klärung von Problemen, die auf der Meta-Ebene liegen, egal, wie man das Kind jetzt nennt. Die von Tearmaster angesprochenen Kommunikationsprobleme sind eine Form davon. Diese haben mich zur Threaderöffnung bewegt. Kirilows Beispiel ist ein andere Form, die ich aber ebenso gemeint habe. Ein drittes Beispiel ist das Platzhirsch-Problem von Ex-Spielleitern (Hatten wir da nicht gerade einen Shadowrun-Thread darüber?). Bei allen drei Beispielen ist häufig eine Outgame-Lösung durch klärendes Gespräch verpönt. Und darum dreht sich meine Frage.

    Bin gespannt, wie der Thread sich weiter entwickelt.

    Es grüßt
    Grimnir
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: wjassula am 14.01.2010 | 15:55
    Zitat
    Ein Glück, ich fürchte ja immer mal wieder, das meine Gruppen mit diesem schandalösen Verhalten alleine dastehen!

    Ja, das ist ja auch kein echtes Rollenspiel! Ich versuche immer, euch mit deepen Ingame-Monologen in den Bann zu schlagen, und ihr lacht nur  :'(.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Achamanian am 14.01.2010 | 15:56
    Ja, das ist ja auch kein echtes Rollenspiel! Ich versuche immer, euch mit deepen Ingame-Monologen in den Bann zu schlagen, und ihr lacht nur  :'(.

    was aber nur ein Kommunikationsproblem ist, weil wir alle denken, dass du uns zum Lachen bringen willst!
    Gut, dass wir mal drüber geredet haben ...
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: WitzeClown am 14.01.2010 | 16:16
    Ja, das ist ja auch kein echtes Rollenspiel! Ich versuche immer, euch mit deepen Ingame-Monologen in den Bann zu schlagen, und ihr lacht nur  :'(.

    Harmonienazi, was? Wohl eher Immersionskommunist!!!  :gasmaskerly:
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: wjassula am 14.01.2010 | 16:18
    Zitat
    Harmonienazi, was? Wohl eher Immersionskommunist!!!

    Die Spielschädlinge in meiner Gruppe wissen jedenfalls den kleinen, ehrlich arbeitenden SL von der Straße nicht zu schätzen, wie man es auch dreht und wendet!
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Teylen am 14.01.2010 | 16:38
    Wenns aus dem Ruder läuft, so wie in dem von Grimnir verlinkten Strang, hat der SL u.U. Angst "versagt" zu haben (als "Spaßbringer"), gesteht sich das nicht ein und schiebt unbewußt die Schuld auf die Spieler. Ist es das, was Du meinst?
    Unter anderem, das heisst einmal keinen Spass rueber gebracht zu haben, das andere das man vielleicht einen total anderen Spielstil hat und die Spieler den eigenen nicht akzeptieren.
    Es wurde in Bezug auf letzteres immerhin doch auch erwaehnt / angedeutet das die Spieler bei einer aehnlichen Kampagne aehnlich uebel Abschnitten und die Hoffnung bestand es moege sich - ueber das Plot Design bzw. den Plot - bessern.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.01.2010 | 16:45
    Falls Du Dich auf die "Weltuntergangsmaschine in DSA" bezieht - da wurde das Scheitern einer anderen Gruppe erwähnt, ob das mit Plotmitteln hat behoben werden sollen, weiß ich nicht. Allerdings sah ich dort drüben das Problem hauptsächlich darin, daß die Gruppe vollkommen unkoordiniert nebeneinander und unbeabsichtigt sogar gegeneinander "gewerkelt" hat, ich glaube daher nicht, daß es an gegenläufigen Stilen lag, es sei denn "Chaos" ist ein Spielstil...

    EDIT/ Das ist übrigens ein Paradebeispiel für ein klärendes Gespräch, aber so wie es da zu laufen schien, fiel die Gruppe den SL an, und dieser hat sich dann, verunsichert über seine Handlungen, im Forum Rat geholt. Wäre interessant zu erfahren, wie das ausgegangen ist / ausgehen wird.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Falcon am 14.01.2010 | 17:38
    @Tearmaster: Das ihr keine "Absprache" (neuerdings als Metagespräch bekannt) benötigt heisst nicht, daß ihr keine gemacht habt. Offensichtlich achtet ihr nur nicht darauf.
    Spielt bei euch immer gerade jeder das RPG, wozu er in dem Moment Lust habt oder spielt ihr alle dasselbe? Siehst du.

    [und ja, DSA Bash muss ein, im Blubberthread wírd man ja von den "konstruktiven" vertrieben",   wenn du seit 1.5 unter einem Stein gespielt hast, fehlt dir natürlich der Überblick über die aktuelle Version] ;)

    achja, um deinen Vorurteilen entgegen zu wirken: Ich spiele RPG lieber ohne Metaelement (aber nicht ohne Absprache), sondern lieber good old "Charakterzentriert".

    Grimnir
    Zitat
    Ich meine die Outgame-Klärung von Problemen, die auf der Meta-Ebene liegen,
    Gut, daß das nochmal klar gemacht wurde!
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.01.2010 | 17:48
    Was verstehtst Du jetzt unter "Absprache"?

    (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Falcon am 14.01.2010 | 17:50
    äh, Absprache. Man setzt sich zusammen hin und redet darüber wie man spielt, was man spielt. Sogar wo man spielt und was man dabei isst. Oder wer rausfliegt. Ohne kann man nicht spielen und ihr werdet diese Probleme auch per Absprache gelöst haben. Nun ists aber so, daß gerade die subtileren Probleme ("Moment, warum bin ich der einzige, der sich hier Proviant abstreicht?") sich häufig langsam in die Runde fressen, anstatt auch "abgesprochen" zu werden. Und ich sehe daran jetzt keine Spielart, die man verteidigen oder erhalten müsste, so "in" die auch mal war (oder sogar ist) - Motto: Gute Rollenspieler müssen sich nicht absprechen.
    Das hat aber alles nichts mit dem Spielvorgang zu tun, daher kein Metagespräch ("kann ich eine Power-Attack machen!" - "Wäre es nicht cool, wenn Karl den Schalter gerade eben noch erreichen kann" wären Metagespräche).
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.01.2010 | 17:54
    Oookay, dachte ich mir, war mir nur nicht sicher. Natürlich haben wir Absprachen (Eingangsposts für Details). Besonders ausführlich i.d.R. über das, was wir vor dem Spiel kochen werden... Sehe ich jetzt auch weniger als Meta-Talk.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Falcon am 14.01.2010 | 17:58
    ja genau, und wie gesagt, ich spiele auch nicht gerne mit Metatalk (MT). Ich denke mal, das siehst du ähnlich, wenn ihr das auch nicht braucht.

    aber ich akzeptiere, daß man so spielen kann und rufe nicht herum, daß sich alle zum Teufel scheren sollen, die mit Metatalk spielen, weil es mir zu "modern" ist.
    Denn das hattest du ja gemacht, als du noch dachtest, ich würde meinen, jeder bräuchte MT. Ich meinte aber die Absprache.

    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.01.2010 | 18:13
     ::) Eigentlich OT.

    (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Falcon am 14.01.2010 | 18:31
    @Man kann alles ingame beschreiben: Ich hab die Erfahrung gemacht, daß sich viele Spielleiter das zwar wünschen aber in der Praxis funktioniert das nie dauerhaft. Entweder muss der SL dann Zaunpfähle einbringen oder eben OT sagen, was Sache ist.
    Letzeres tue ich nicht gerne (ersteres aber auch nicht) aber es ist nunmal einfach effektiver als zu hoffen, daß die Spieler immer alles so verstehen, wie es gedacht ist. Von daher ist Metagespräch ein notwendiges Übel (sofern es nicht absichtlich gemacht wird, dann ists ein Spielstil ;) ).
    Moment, daß ist auch OT oder?

    @Tearmaster
    (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.01.2010 | 18:35
    Doch, wenn die Gruppe es sich erarbeitet kann das funktionieren. Es ist schwer, es erfordert auch eine gewisse Disziplin von allen Seiten. Ich habe das notwendige Feedback zur Bewertung erhalten, da meine Gruppe Protokolle verfaßt (jeweils 10-12 Seiten) und ich daher gegenprüfen konnte, ob ich "mißverstanden" wurde oder nicht.

    Aber wie ich Grimnir verstanden habe, ist diese reine In-Game-Problematik die SJT hier ursprünglich eingebracht hat, gar nicht Thema, sondern Konflikte, die Meta sind und ggf. ins Spiel greifen. Insofern ist es wirklich OT.

    Was ich an Grimnirs eigentlicher Diskussion spannend finde: Kann es tatsächlich sein, daß kurze Meta-Ausflüge bei Spannungen auf persönlicher Ebene tatsächlich gemieden werden, weil alle Beteiligten sich dann eingestehen müßten, daß sie eben keinen "Spaß haben", zumindest im Moment nicht?
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: kirilow am 14.01.2010 | 18:44
    Was ich an Grimnirs eigentlicher Diskussion spannend finde: Kann es tatsächlich sein, daß kurze Meta-Ausflüge bei Spannungen auf persönlicher Ebene tatsächlich gemieden werden, weil alle Beteiligten sich dann eingestehen müßten, daß sie eben keinen "Spaß haben", zumindest im Moment nicht?
    Ich finde das auch das spannendere Thema und die These auch recht naheliegend. Dazu kommt, dass so etwas -- wegen seiner herausgehobenen Rolle -- immer auch ein wenig Kritik am SL ist. Und das macht man immer ungern, da er es a) in den falschen Hals kriegen kann und b) schon die meiste Arbeit hat. Dazu kommt natürlich die befürchtung, dass die Auseinandersetzung erst recht zu schlechter Stimmung führt.

    @Tearmaster
    Doch, wenn die Gruppe es sich erarbeitet kann das funktionieren. Es ist schwer, es erfordert auch eine gewisse Disziplin von allen Seiten. Ich habe das notwendige Feedback zur Bewertung erhalten, da meine Gruppe Protokolle verfaßt (jeweils 10-12 Seiten) und ich daher gegenprüfen konnte, ob ich "mißverstanden" wurde oder nicht.
    Das klingt ja recht krass. Hast du Lust, mal in einem anderen Thread Euren Spielstil/Ansatz zu beschreiben? Mich würde das interessieren, da Ihr ja einiges an Aufwand auf Euch nehmt um ein bestimmtes Ziel (welches eigentlich) zu erreichen.

    Grüße
    kirilow
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.01.2010 | 19:56
    Ich finde das auch das spannendere Thema und die These auch recht naheliegend. Dazu kommt, dass so etwas -- wegen seiner herausgehobenen Rolle -- immer auch ein wenig Kritik am SL ist. Und das macht man immer ungern, da er es a) in den falschen Hals kriegen kann und b) schon die meiste Arbeit hat. Dazu kommt natürlich die befürchtung, dass die Auseinandersetzung erst recht zu schlechter Stimmung führt.

    Falls das tatsächlich die Ursache ist, sehe ich da auch den Haken. Konfliktscheu ist bei einem so vielschichtigen sozialen Hobby wie Rollenspiel eigentlich das letzte, was man haben sollte, dicht gefolgt von Streitsucht. Prinzipiell sollte man seinen Mitmenschen Kritikfähigkeit erst einmal unterstellen. Imperfection makes beauty.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: alexandro am 14.01.2010 | 20:22
    Kann es tatsächlich sein, daß kurze Meta-Ausflüge bei Spannungen auf persönlicher Ebene tatsächlich gemieden werden, weil alle Beteiligten sich dann eingestehen müßten, daß sie eben keinen "Spaß haben", zumindest im Moment nicht?
    Interessanter Gedanke, führen wir ihn mal weiter: Denkst du dass der Spaß wiederkommt, wenn man sich das nicht eingesteht (sondern es in sich hineinfrisst)?
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.01.2010 | 20:25
    Ich glaube nicht. Ärger muß raus, sonst eitert er.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Teylen am 14.01.2010 | 20:47
    Interessanter Gedanke, führen wir ihn mal weiter: Denkst du dass der Spaß wiederkommt, wenn man sich das nicht eingesteht (sondern es in sich hineinfrisst)?
    Nein, aber das Problem ist das man glaubt das die anderen Spaß haben und man ihnen eben diesen ruiniert.
    (Irgendwann kommt es dann aber raus)
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Teylen am 14.01.2010 | 21:10
    Falls Du Dich auf die "Weltuntergangsmaschine in DSA" bezieht - da wurde das Scheitern einer anderen Gruppe erwähnt, ob das mit Plotmitteln hat behoben werden sollen, weiß ich nicht.
    Drauf bezog ich mich, und ich meinte was gelesen zu haben das der Spielleiter es über Plot Mittel probierte.

    Zitat
    Allerdings sah ich dort drüben das Problem hauptsächlich darin, daß die Gruppe vollkommen unkoordiniert nebeneinander und unbeabsichtigt sogar gegeneinander "gewerkelt" hat, ich glaube daher nicht, daß es an gegenläufigen Stilen lag, es sei denn "Chaos" ist ein Spielstil...
    Nun, es ist ein Symptom dessen das die Gruppe mit dem Plot bzw. der Leitung anscheinend gar nicht zu recht kam und auf irgendwas wartete was nicht geschah. Zumindest habe ich da durchaus ähnliche Situationen erlebt. Die SL entwarf tolle Plots, und die Spieler taten alles, aber zumeist doch eher dumme Sachen, kapierten die Plot Bisshappen nicht und am Ende waren beide frustriert. Die SL weil die Spieler alle Dappsch schienen, die Spieler weil sie mit den Plots überfordert und frustriert waren >>

    Zitat
    EDIT/ Das ist übrigens ein Paradebeispiel für ein klärendes Gespräch, aber so wie es da zu laufen schien, fiel die Gruppe den SL an, und dieser hat sich dann, verunsichert über seine Handlungen, im Forum Rat geholt. Wäre interessant zu erfahren, wie das ausgegangen ist / ausgehen wird.
    Jemanden anfallen ist nie ein klärendes Gespräch ^^
    Ich mein ist ja klar das aus dem Anfall nix konstruktives raus kommt ausser das man den SL schuldgefühle bereitet und er nicht mehr aus sich raus kommt / verunsichert ist...

    Wobei ein konstruktives Gespräch wohl schwierig ist, bei den verletzten Eitelkeiten auf beiden seiten >>
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 14.01.2010 | 21:40
    Nein, aber das Problem ist das man glaubt das die anderen Spaß haben und man ihnen eben diesen ruiniert.
    (Irgendwann kommt es dann aber raus)

    Yuk. Das ist eine tückische Falle.

    Ansonsten: Ist es möglich, daß hier ein Konsens herrscht? Bei sozialen Problemen ist ein Meta-Hüpfer nicht nur wünschenswert, sondern notwendig. Er erfolgt trotzdem häufig nicht, weil er als spielfremdes Element empfunden wird bzw. aus aus (falsch verstandener) Rücksicht auf die Mitspieler.
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: Teylen am 14.01.2010 | 21:41
    Ich denke ja :)
    Also wegen des Konsens  8)
    Titel: Re: Metagespräche zwischen SL und Spielern
    Beitrag von: GrogT am 16.01.2010 | 16:30
    Es ist schon schwierig genug, die Verschiedenen Diskussionsebenen im realen Leben zu koordinieren und sich ihrer Bewusst zu werden. Was man will, was man wollen sollte und was man nicht akzeptieren kann weil es einen selbst in Frage stellt ... es gibt Leute die verdienen ihr Geld damit diese Sachen im Blick zu behalten und zur Sprache zu bringen.

    Bei Zwischenmenschlichen Problemen dann auch noch eine fiktive Persönlichkeit - die dann bei Bedarf evtl. sogar noch angepasst werden kann - vorzuschützen ist schlichtweg unsinnig.

    Der einzige Vorteil ist, dass man sich seinen tatsächlichen Problemen nicht stellen muss. Ob das allerdings gut ist wage ich zu bezweifeln.