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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: YY am 9.04.2010 | 15:56

Titel: Kanonänderungen
Beitrag von: YY am 9.04.2010 | 15:56
Entweder bin ich zu blöd für die Suchfunktion (oder umgekehrt  :) ), oder es gibt dazu wirklich noch nichts...

Als Enstieg:
Thema Kanon: ich ändere den nicht gern, wenn's nicht unbedingt sein muss.

Darauf fällt mir auf Anhieb ein:

Ich ändere auch nur, wenn es unbedingt sein muss - aber es muss auch ständig unbedingt sein  ;D


Mir fallen oft Sachen als nicht praxistauglich, nicht zu Ende gedacht oder himmelschreiender Unfug auf.
Dabei ist das wild gemischt, es sind also sowohl technische als auch soziale, wirtschaftliche oder sonstige Sachen, die ich ändere.
 
Glücklicherweise bin ich mit meinen Stammspielern bei fast Allem auf einer Linie und angedachte Änderungen finden entsprechend breite Zustimmung - wobei einer meiner Spieler schon öfter gesagt hat, dass ich ihm das vermutlich nur gut verkaufen kann und wahrscheinlich auch einem Eskimo einen Kühlschrank und das dazugehörige Kohlekraftwerk andrehen könnte ;D

Ich bin also bekennender Besserwisser und schraube ständig an kleinen und großen Settinginhalten herum.


Auf Anhieb fällt mir auch jemand ein, der das krasse Gegenteil darstellt:
Der sagt bei derartigen Diskussionen sinngemäß oft: "Ja, das sieht auf den ersten Blick nicht sinnvoll aus. Die Autoren kennen ja das Setting aber viel besser als wir und haben sich da bestimmt was dabei gedacht - deswegen lassen wir das lieber so, wie es ist."

Da könnte ich natürlich jedes Mal ein Eck aus dem Tisch beißen, weil keiner der Anwesenden dann auch nur vermuten kann, was wir denn übersehen haben könnten, was die hochgebüldeten Herren Autoren in ihrer grenzenlosen Weisheit erkannt und mit einbezogen haben...

Ich kenne mich ja auch nicht mit Allem und Jedem aus, aber ich traue mir durchaus zu, Fehler oder auch einfach nur Settinschwächen zu erkennen, wenn sie mir begegnen.
Und da i.d.R. ziemlich gut erkennbar ist, wie das womit verzahnt ist, ändere ich dann nach Abwägung der "Nebenwirkungen" auch recht gerne.

Bislang bin ich damit sehr gut gefahren.


Also:
Ändert ihr viel und oft am Kanon, oder lasst ihr - und aus welchen Gründen- lieber die Finger weg?

Und vielleicht in einem Satz bzw. nur mit Ja/Nein noch dazu: Seid ihr "hausregelfreudig"?
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Ein am 9.04.2010 | 16:00
Kommt drauf an. So zu sagen.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: SeelenJägerTee am 9.04.2010 | 16:03
Kommt aufs explizite Setting drauf an.
Aber ja ich ändere recht gerne an Setting und Regeln rum.
Dass die Kompatibilität zu anderen Gruppen flöten geht ist mir so was von egal.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Funktionalist am 9.04.2010 | 16:13
Ach, ich spiele, wie mir die Nase gewachsen ist.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Glgnfz am 9.04.2010 | 16:16
Wow! Ich dachte ich sei der einzige "Besserwisser", aber wir sindschon jetzt zu siebt! >;D
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Woodman am 9.04.2010 | 16:17
Ich ändere an bestehenden Settings selten was ab, das hat aber weder was mit anderen Gruppen zu tun, noch mit meiner Überzeugung das die Autoren schon wussten was sie getan haben, sondern einfach mit Faulheit meinerseits, 1. ist es meist recht viel Aufwand eine Änderung auch bis zuende durchzudenken und 2. muss ich mir meine ganzen Änderungen ja irgendwo merken wogegen der normale Kanon in Buchform einfach auffindbar und nachlesbar ist.
Allerdings bin ich mittlerweile auch bei Settings angelangt, wo der Kanon aus 1-2 Büchern besteht und ich eh genug Freiraum für eigenen Ideen habe.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Funktionalist am 9.04.2010 | 16:18
Immerhin gehören wir objektiv reflektiert zum exklusiven Kreis der elitären Rollenspielersnobs!
Edit:
Woodman gehört schon einmal nicht dazu. :gasmaskerly:

Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Don Kamillo am 9.04.2010 | 16:18
Pah, wir sind zu acht  >;D
Und ich weiss alles immer einmal besser als Du, Glgnfz  :P ;)
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Teylen am 9.04.2010 | 16:21
An dem Setting weniger, aber schonmal an den Regeln.
Werkle deswegen mit der Gruppe an den Kampfregeln fuer V:tM rum.

Was aber nicht immer so einfach geht.
Das die offiziellen Kampfregel nicht wirklich gangbar sind hat bisher jeder in der Gruppe geschluckt.

Das die Diziplin "Geschwindigkeit" absolut ueberpowert ist und jede Kampfhandlung absurd macht [der der die hoehere Ini hat schlaegt den anderen einfach kurz und klein - in einer Handlung ohne das der betroffene sich wehren kann. Egal ob SC vs NSC, SC vs SC oder NSC vs SC] scheinen aktuell nur etwa die Haelfte so zu sehen @_@
(Respektive 2 fuer aendern, 2 dagegen, 1 fuer "kaempfe kann man dann handwedeln")
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Sequenzer am 9.04.2010 | 16:21
Kanon? Naja man brauch ne Basis, aber ein Kanon wo mich als SL zu arg eingeengt gibts bei mir eigentlich nicht. Es wird das behalten was gefällt und um den Rest scher ich mich eigentlich groß gar nicht mehr. Bei meinen Spielen ist es sowieso normal das die SCs die Welten verändern... Ich mags eben episch und gigantomanisch ^^
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 9.04.2010 | 16:22
Ich bin auch ein Veränderer   :D

immer zweimal mehr wie du  ;D
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Funktionalist am 9.04.2010 | 16:22
OT:
TEylen, schau dir mal die Ringenregeln an, die annulieren Kellere nahezu.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Markus am 9.04.2010 | 16:23
Die Kompatibilität zu anderen Gruppen interessiert mich nicht.
Ich achte allerdings mittlerweile mehr als früher darauf, Settings nicht nach Logik/Plausibilität abzuändern, sondern darauf, den Kern der Entscheidung für ein Setting zu erhalten. Das ist recht nahe am Konzept der "Core Story", aber trifft's nicht ganz, weil's individueller ist. Am Beispiel: spielt man Exalted weil viele am Tisch das WhiteWolf System mögen und man Bock auf krasse Action & Wuxia hat landet der ganze Hintergrund auf der Schlachtbank und es bleibt nur übrig, was Spaß macht und krasse Action bringt. Spielt man Exalted, weil man Interesse am Setting hat, das erkunden will und ganz fasziniert von der Welt ist, die die Wölfe sich da ausgedacht haben (spielt man ohne mich) ist der Hintergrund weitestgehend unantastbar, und Logiklöcher werden akzeptiert, solange alle noch einigermaßen damit leben können.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Der Oger (Im Exil) am 9.04.2010 | 16:24
Wenn der Kanon dem im Wege steht, was meine Spieler in der jeweiligen Kampagnenwelt erreicht haben, dann wird der Kanon gekeult. Sofort. Ich hab nicht die geringste Hemmung, den bisherigen und angedachten Verlauf der Hintergrundgeschichte über Bord zu werfen.

Weil es meine bzw. unsere Kampagne ist.

SIEBEN BEITRÄGE? IN DER ZEIT?

Ihr Götter.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Imion am 9.04.2010 | 16:26
Zum grössten Teil bau ich mir meine Settings selber. Wenn ich mal auf Fremdverschuldetes zurückgreife wird schonmal geändert. Wenn ich Zeit und Lust dazu habe. Und wenn ich die (gehabt) hätte, hätte ich mir's selbst zusammengebaut :P. Hab mal Item 3 gewählt.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: SeelenJägerTee am 9.04.2010 | 16:26
Geben wir es doch zu,
der Großteil von uns ist Tzeentch-Kultist.
;)
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Teylen am 9.04.2010 | 16:31
OT:
Teylen, schau dir mal die Ringenregeln an, die annulieren Kellere nahezu.
*guckt verwirrt*
Du meinst wenn zwei Charaktere bei V:tM in den InFight gehen?
Sowas machen wir eigentlich nicht ^^;

Dank des eher umstaendlichen Systems machen wir bei V:tM aktuell eigentlich nur:
 * Stechen (weil schlagen sinnlos ist)
 * Schiessen
 * Packen
 * Beissen

Es kam zu ein paar Versuchen zu treten, die aber an Regeln scheiterten ^^;
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Blizzard am 9.04.2010 | 16:40
Pah, wir sind zu acht  >;D
:verschwoer: ?

@topic: Ich schraube auch ganz gerne mal an Setting-Details oder den Regeln herum, wenn mir was nicht passt, oder ich denke, dass das, was geändert werden soll, durch die Veränderung eine Verbesserung darstellt -in Sachen Spielbarkeit & Plausibilität. Manchmal ist weniger aber auch mehr, und da lasse ich dann Dinge einfach weg, wenn sie mir nicht gefallen und ich keine Zeit oder Lust habe, das entsprechend umzuändern.

Ihr Götter.
Du darfst mich Blizzard nennen. ~;D
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: dunklerschatten am 9.04.2010 | 19:16
Hochmut kommt vor dem Fall  ~;D


Wenn in der Runde irgendwas negativ auffält, dann wird das besprochen und wenn wir eine bessere Regelung finden haben wir auch keine Sorgen gegebene Regeln, Sachverhalte über Board zu werfen.

Schließlich soll jeder so spielen wie er es mag :)
Ergo bei Bedarf wird geändert.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Bad Horse am 9.04.2010 | 19:34
Ich weiß ja nun definitiv alles besser, immer und überall. Wenn es um Settings und / oder Regeln geht, ja sowieso.

Meine wilden Settingschraubereien liegen aber häufig auch daran, dass ich erst mal das Grundregelwerk habe, dann die Lücken voller Enthusiasmus fülle und erst danach vom Kanon überrollt werde.
Meine Regelschraubereien sind auf ähnlichen Enthusiasmus zurückzuführen, oder auf konkrete Situationen im Spielgeschehen.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: 1of3 am 9.04.2010 | 19:39
Also ich mag Hintergründe, die ich ohne groß daran rumzuschrauben benutzen kann. Abgesehen von dem Phänomen, das Bad Horse beschreibt (selbst was ausdenken und dann eine abweichende offizielle Antwort präsentiert bekommen) bastel ich denn auch vergleichsweise wenig an Hintergründen rum. Eher lass ich sie von vornherein stehen, wenn sie mir nicht zusagen.

Sachen, die von Grund auf Eigenkreationen sind, sind natürlich was anderes, aber da baut man ja gleichsam seinen eigenen Kanon.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: גליטצער am 9.04.2010 | 19:54
Tsk, Tsk, wie könnt Ihr nur...

Der Kanon ist heilig, wer an ihm frevelt wird von der Rollenspielpolizei erschossen.

Alle meine bisherigen Erfahrungen mit Kanonbrüchen waren durch die Bank negativ. Zum einen wird immer mal wieder gerne mit den Hintergrund gebrochen weil der SL einfach sogar zu faul war sich auch nur die 1 1/2 Seiten Text zur Gegend im GRW durchzulesen, die Gründe für Hausregeln waren meist auch einem schlechten Regelverständnis geschuldet, oder nur Vorwände für bessere Charaktere...
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Benjamin am 13.04.2010 | 08:29
Enthusiasmus, das trifft es.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Skele-Surtur am 13.04.2010 | 11:53
Ich leite sehr gerne L5R. Wenn man da nicht alle Nase was ändert, dann erstickt man in Logiklücken und ab Oblivions Gate wird der Metaplot dermaßen hanebüchen, dass man am besten seine eigene Timeline spielt.
Bei den meisten Settings läuft das ähnlich. Manchmal haben die Autoren einfach sehr seltsame Vorstellungen, die sich mit der suspension of disbelieve meiner Person einfach nicht verträgt.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Jiba am 13.04.2010 | 21:41
Ich leite sehr gerne L5R. Wenn man da nicht alle Nase was ändert, dann erstickt man in Logiklücken und ab Oblivions Gate wird der Metaplot dermaßen hanebüchen, dass man am besten seine eigene Timeline spielt.

Interessant... muss am Verlag liegen, denn bei "7th Sea" geht es mir ganz genauso. Der ganze Kram mit den Syrneth und Cabora und der Barriere ist so dermaßen "Out of Genre".  :P
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Woodman am 13.04.2010 | 21:50
Wenn ich das hier alles so lese, ändere ich wahrscheinlich nur deshalb so wenig am Kanon, weil die Settings die ich benutze so wenig davon haben.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Skele-Surtur am 14.04.2010 | 11:35
Interessant... muss am Verlag liegen, denn bei "7th Sea" geht es mir ganz genauso. Der ganze Kram mit den Syrneth und Cabora und der Barriere ist so dermaßen "Out of Genre".  :P
Kann sein. Bei L5R ist halt der Punkt, dass es sich um ein Samurai-Fantasy-Spiel handelt und die amerikanisch-romantisierte Form der mittelalterlichen japanischen Gesellschaftsstruktur einfach hochgradig dysfunktional ist. Hinzu kommen noch eine Reihe von Logiklücken, wenn man sich etwas mit der Waffentechnologie beschäftigt und ein paar demographische Unsinnigkeiten. Das ich regelmäßigen Kontakt mit jemandem pflege, der Japanologie mit einem Schwerpunkt in Politische Systeme während dem japanischen Bürgerkrieg studiert hat, trägt sicher dazu bei, dass ich in der Beziehung etwas pingeliger bin, aber auch so funktionieren einige Sachen einfach nicht, wenn man mit Verstand an die Sache hingeht.

Zu guter letzt haben die Fans, denen erlaubt wurde über Sammelkartentourniere Einfluss auf die Timeline zu nehmen, einige sehr seltsame Dinge verbockt.
Plötzlich ging L5R eine Symbiose mit Exalted ein, noch bevor es Exalted überhaupt gab, als diverse Leute von den Toten widerauferstanden und alle Nase lang irgend jemand irgend welche Kami und Drachen zur Hilfe rief und am Ende zwei Sterbliche die Postionen von Sonne und Mond einnahmen. Totaler Kokolores. :q
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Xemides am 14.04.2010 | 11:48
Abstimmen tu ich nicht, weil nichts davon zutrifft.

Ich ändere selten etwas ab.

1. Aus Faulheit, letztendlich kaufe ich mir Settings, um möglichst nichts verändern zu müssen.

2. Sind die Settings mein Grund, mir ein Rollenspiel zu kaufen.

3. Es kann allerdings hochkommen, dass ich etwas verändere, weil ich es für ein Abenteuer brauche.

Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Das Grauen am 14.04.2010 | 12:16
Am Setting schraube ich generell weniger herum, es sei denn es ist DSA, da behalte ich mir meine eigenen Änderungen vor. Generell halte ich es aber bei jedem Setting so, das ich nicht alles genau nehme, das bietet zum einem mir als SL als auch den Spielern ein paar Möglichkeiten.

An Regeln ändere ich wenig, zum einen, weil ich mit den meisten Würfelsystem größtenteils zufrieden bin. Sollte was nicht passen, nehmen wir das zusammen in Angriff und basteln uns Hausregeln.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: D. M_Athair am 14.04.2010 | 12:24
Hmmm ... der Kanon ist mir normalerweise schon wichtig.

Trotzdem: Es kommt häufig vor, dass Hintergrundelemente von mir abwandelt werden.
Besonders, wenn mir Ideen der Autoren als unlogisch, zu eng oder nicht zum restlichen Kanon passend erscheinen.
Meist betreffen die Änderungen Kleinigkeiten. Das Setting bleibt uneingeschränkt erkennbar.
In ihrer Summe sind die Modifizierungen dann aber doch spürbar.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Liftboy am 14.04.2010 | 16:04
Also ich ändere gerne und meist viele Sachen ab, zumindest in meinen Gruppen mit denen ich länger spiele und bei denen ich weiß, was diesen mehr Spaß bringt.

Meistens frage ich die Gruppe dann auch direkt ob es sie stört wenn etwas unlogisch erscheint oder eine Regel dysfunktional ist und meist sind wir einer Meinung (mit der Ausnahme eines Spielers:"Die Autoren verdienen damit ihr Geld, die wissen DAS besser!"  ::) )

Aber meist hängt es vom bespielten System ab, ob und was ich änder.

DSA 4.1 ohne Hausregeln funktioniert bei uns überhaupt nicht.

D&D4 und SW funktioniert prima, ohne das was geändert werden muss.

Bei den meisten anderen DIngen muss nur ein wenig individualisiert werden.
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Jiba am 21.04.2010 | 14:39
Kann sein. Bei L5R ist halt der Punkt, dass es sich um ein Samurai-Fantasy-Spiel handelt und die amerikanisch-romantisierte Form der mittelalterlichen japanischen Gesellschaftsstruktur einfach hochgradig dysfunktional ist.
Puh, okay, das kann ich dir nicht verübeln, aber hier hast du einen Vorsprung an Wissen gegenüber anderen... du kannst L5R dann wahrscheinlich nicht unter SLs spielen, die das nicht genauso sehen, da du sonst ziemlich unzufrieden sein müsstest.

Zitat
Zu guter letzt haben die Fans, denen erlaubt wurde über Sammelkartentourniere Einfluss auf die Timeline zu nehmen, einige sehr seltsame Dinge verbockt.
Plötzlich ging L5R eine Symbiose mit Exalted ein, noch bevor es Exalted überhaupt gab, als diverse Leute von den Toten widerauferstanden und alle Nase lang irgend jemand irgend welche Kami und Drachen zur Hilfe rief und am Ende zwei Sterbliche die Postionen von Sonne und Mond einnahmen. Totaler Kokolores. :q
Hat auch 7th Sea das Genick gebrochen - "Montaigne Revolution" 1669, nee nee, schon klar...  ::)
Aber (interessante Nebeninformation): Das Leute von den Toten wiederauferstehen, hat in der Tat überhaupt nichts mit "Exalted" zu tun, denn da gilt die eiserne Regel: Wer tot ist, bleibt auch tot. Nichts bringt einen Toten zurück ins Leben, höchstens seinen Geist oder seinen verfaulenden Körper ohne sein Hun. War für mich immer eine der größten Stärken an dem Setting.

Ich kaufe mir Rollenspiele auch gerne mal wegen einem Setting, aber oft ist es so, dass die auf das GRW folgenden Publikationen teilweise dermaßen hahnebüchne neue Kanonelemente einführen, dass man das Flair des ursprünglich gekauften Settings nicht mehr so recht erkennen mag. Und da steck ich nicht zurück, sondern nehme mir das Recht heraus so viel zu ändern wie ich möchte...
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Feuersänger am 21.04.2010 | 15:19
Na lustig, der Thread wurde aufgrund eines meiner Beiträge angestoßen, und ist bis jetzt völlig an mir vorbeigegangen.

Also sagen wir so: ich bin gegen Kanonänderungen, die der SL im Alleingang und womöglich auch noch ad hoc beschließt. Der "Kanon" ist die (potentielle) gemeinsame Wissensbasis. Darauf muss sich jeder Spieler erstmal verlassen können. Natürlich kann man gemeinsam beschließen: das und das ist Quark, wir machen es lieber so und so. Aber was halt nicht geht, ist dass der Spieler auf Basis des ihm bekannten Kanons irgendwas tut oder lässt, und dann der SL ihn damit auf die Schnauze fallen lässt, weil er sich einfach mal was anderes ausgedacht hat.

Mein Lieblingsbeispiel eines Schlechten Beispiels ist da ein ehem. DSA-SL, der mal eben on the fly die Thorwaler zu Sklavenhändlern gemacht hat, oder ein andermal eine lebende Waffenkammer mit 50 Kilo Eisen am Körper auf einmal angefangen hat, munter zu zaubern. Wer sich mit DSA nicht auskennt (ihr Glücklichen!): die Thorwaler sind die entschiedensten Gegner der Sklaverei auf der ganzen Welt, und längerer Kontakt mit Eisen zerstört nachhaltig jegliche magische Fähigkeit. Um nur zwei stark komprimierte Beispiele zu nennen. Und _Nein_, er hat sich dabei nichts anderes gedacht, außer vielleicht, "wie kann ich meinen Spielern am besten eins reinwürgen?".
Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: YY am 21.04.2010 | 15:33
Ich kaufe mir Rollenspiele auch gerne mal wegen einem Setting, aber oft ist es so, dass die auf das GRW folgenden Publikationen teilweise dermaßen hahnebüchne neue Kanonelemente einführen, dass man das Flair des ursprünglich gekauften Settings nicht mehr so recht erkennen mag.

!

Ich habe mich schon so oft gefragt, ob das wirklich die gleichen Leute waren, die das hoch ansprechende GRW und die absolut beschissenen Erweiterungen geschrieben haben...

Gestaltwandler und Identitätsdiebe, ich sags euch  :verschwoer:

Titel: Re: Kanonänderungen
Beitrag von: Skele-Surtur am 22.04.2010 | 11:31

Hat auch 7th Sea das Genick gebrochen - "Montaigne Revolution" 1669, nee nee, schon klar...  ::)
Aber (interessante Nebeninformation): Das Leute von den Toten wiederauferstehen, hat in der Tat überhaupt nichts mit "Exalted" zu tun, denn da gilt die eiserne Regel: Wer tot ist, bleibt auch tot. Nichts bringt einen Toten zurück ins Leben, höchstens seinen Geist oder seinen verfaulenden Körper ohne sein Hun. War für mich immer eine der größten Stärken an dem Setting.
Gut, das mit den Toten - okay, (wobei das auch in L5R "nur" ein Metaplot-Ellement ist und es keine Mechaniken dafür gibt), darum gings mir aber nicht. Der Punkt ist mehr, dass plötzlich Menschen keine Menschen mehr sind, sondern "Something beyond", was einfach mit der Mechanik von L5R nicht übereinstimmt.

Aber ich denke, dass das exemplarisch ist. Es geht darum, dass sich etwas von dem, was einem daran gefällt, wegentwickelt. Und dann macht man bestimmte Kanonänderungen halt nicht mit. Das ist so zu sagen eine konservative Kanonverweigerung.

Auf der anderen Seite steht dann die progressive Kanonverweigerung, bei der man bestehende Dinge ändert, weil sie einem nicht gefallen.

Ich bin sehr dafür, dass der SL gewisse Sachen ändern kann, aber es ist wichtig, dass er das mit den Spielern abstimmt, denn der Vorteil eines Settings ist es ja, dass sich die Spieler darin auskennen können - was insofern sinnvoll ist, da sich ja auch die Charaktere auskennen und danach handeln.